Der Neue Merker

MÜNCHEN/ Bayerisches Staatsballett: SPARTACUS

München: Bayerisches Staatsballett: „SPARTACUS“ – 03.01.2017:

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Osiel Gouneo als Spartacus, (c) Wilfried Hösl

Schon nach den ersten Aufführungen von „SPARTACUS“ in der Choreographie von Yuri Grigorovich zur Musik von Aram Chatschaturjan ist klar: Das Stück ist in München ein großer Publikumserfolg. Alle Vorstellungen der Premierenserie sind restlos ausverkauft, nach jeder Vorstellung gibt es jubelnden und lang anhaltenden Applaus für Solisten und Corps de ballet. Spartacus bietet dem Publikum athletischen, kraftvollen Tanz, tiefe Emotionen, virtuose, faszinierende Solisten und große Ensembleszenen, und das alles zu einer pulsierenden, mitreissenden und exotischen Musik. Wie auch schon in der Premiere tanzte am 03.01. Osiel Gouneo die Titelpartie. Er brauchte diesmal eine Weile, um emotional in die Partie hineinzufinden, fand aber im Verlauf der Vorstellung noch zu einer packenden, faszinierenden Interpretation. Technisch tanzte er wieder einmal hochspektakulär. Seine geschmeidigen, lautlosen Sprünge, die mühelosen Pirouetten und die absolut souveräne Partnerarbeit versetzen einen jedes Mal wieder in Erstaunen. Als Crassus debutierte Erik Murzagaliev, der in den letzten Jahren schon einige Solopartien getanzt hatte, aber noch keine wirkliche Hauptrolle. Dann gleich mit Crassus anzufangen, ist sicher nicht leicht. Murzagaliev meisterte die schwierige Partie technisch solide und beeindrucke mit seiner natürlichen starken Bühnenpräsenz sowie seiner männlich noblen Ausstrahlung. Ebenfalls zum ersten Mal war Prisca Zeisel in der Rolle der Aegina zu sehen. Sie beherrsche Rolle vom ersten Moment an sehr souverän und zeigte sich als verführerische, brillante, sich ihrer Ausstrahlung und ihres Wertes durchaus bewusste Begleiterin des Crassus. Spartacus‘ Geliebte Phrygia war Ivy Amista. Sie faszinierte wie auch schon in der Premiere mit einer berührenden, hochexpressiven Interpretation und spektakulärem Tanz.

Karen Durgaryan leitete das gut aufgelegte Bayerische Staatsorchester. Am Ende war das Publikum wieder begeistert und erklatschte sich viele, viele Vorhänge.

Gisela Schmöger

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