Der Neue Merker

MÜNCHEN/ Bayerisches Staatsballett: LA BAYADÈRE

München: Bayerisches Staatsballett: „LA BAYADÈRE“ 29.10.2016:

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Ivy Amista als Gamzatti und Osiel Gouneo als Solor. (c) Wilfried Hösl
 
Mit der Vorstellung am 29.10. ging die Serie von „La Bayadére“ in der Produktion von Patrice Bart beim Bayerischen Staatsballett zu Ende. Wie auch schon in der ersten Aufführung am 15.10. tanzten Ksenia Ryzhkova (Nikija), Ivy Amista (Gamzatti) und Osiel Gouneo (Solor) die Hauptrollen. Bei seinem Münchner Debut vor zwei Wochen hatte Osiel Gouneo sich in erster Linie auf seine stupende Technik verlassen und Darstellung und Interpretation eher vernachlässigt. Zwei Wochen später hatte er sich die Rolle auch schauspielerisch zu Eigen gemacht, so dass er ein überzeugendes Portrait des exotischen Kriegers Solor, der zwischen zwei Frauen hin und hergerissen ist, zeichnen konnte. Tänzerisch versetzte er das Publikum erneut in Staunen und erntete nach jeder Variation begeisterten und jubelnden Applaus. Seine spektakulären, mühelosen und weich gelandeten Sprünge und seine brillanten Pirouetten, die schon an einen Eiskunstläufer erinnern, suchen seinesgleichen. Dabei denkt er auf der Bühne nicht nur an sich und seine Leistung, sondern ist auch ein äußerst aufmerksamer Partner, der seine Ballerinen immer sicher und leicht aussehen lässt. Die weiblichen Hauptdarstellerinnen waren ebenfalls in sehr guter Form. Ivy Amista tanzte die Gamzatti strahlend, virtuos und mit wunderbarer Musikalität. Ein Höhepunkt war ihre Variation im Divertissement des zweiten Akts, die Patrice Bart extra für die Münchner Produktion choreographiert hat, die aber so schwer ist, dass sie schon bald von den Tänzerinnen gegen eine einfachere Nummer ausgetauscht wurde. Ivy Amista tanzte diese schwierige Variation mit großer Grazie und Souveränität und machte sie so zu einem Juwel der Produktion. Ksenia Ryzhkova beherrschte als Nikija die Szene mit großer Autorität und Bühnenpräsenz. Ihr eleganter, nuancenreicher und eindringlicher Tanz begeisterten das Publikum. Technisch war sie nicht ganz so brillant, wie am 15.10., tanzte aber immer noch auf sehr hohem Niveau, um das sie manch andere Ballerina beneiden würde. Auch die übrigen Solisten hatten großen Anteil am Gelingen der Vorstellung, so beispielsweise Mai Kono, Elizaveta Kruteleva und Luiza Bernardes Bertho in den drei Schattenvariationen oder auch Dmitrii Vyskubenko, der als Goldenes Idol debutierte. Das Corps de Ballet tanzte den berühmten Schattenakt sehr homogen und mit großer Souveränität. Das Bayerische Staatsorchester unter Martin Schmidtsdorff war den Tänzern diesmal ein aufmerksamer und einfühlsamer Begleiter. Eine tolle Aufführung zum Abschluss der Serie!

Gisela Schmöger

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