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MÜNCHEN/ Bayerisches Staatsballett/ BallettFestwoche: „LA FILLE MAL GARDÉE

München: Bayerisches Staatsballett: BallettFestwoche 2017, „LA FILLE MAL GARDÉE“, 11.04.2017

Mit „La Fille mal gardée“ von Frederick Ashton ging die „BallettFestwoche“ 2017 zu Ende. Neben der Premiere von „Alice im Wunderland“ und dem Gastspiel des Balletts des Moskauer Stanislawski und Nemirowtisch-Dantchenko-Musiktheaters mit „Mayerling“ hatte das Publikum große Teile des Repertoires des Bayerischen Staatsballetts zu sehen bekommen, getanzt von einer Vielzahl an hervorragenden Solisten. In „La Fille mal gardée“ verkörperten Elizaveta Kruteleva und Alexander Omelchenko die Hauptpartien Lise und Colas. Die Rolle der hübschen, charmanten und selbstbewussten Lise passt sehr gut zu Elizaveta Kruteleva. Sie tanzte die Partie temperamentvoll und liebreizend, mit blitzsauberer Fußarbeit und hohen, federnden Sprüngen. Alexander Omelchenko hatte im ersten Bild noch etwas Mühe mit den rosa Bändern, die irgendwie nicht so wollten wir er. Ansonsten war seine Vorstellung aber sehr souverän, die leicht aussehenden, aber doch sehr kniffligen Variationen gelangen ihm tadellos. Darüber hinaus nahm er das Publikum mit seiner sympathischen und freundlichen Ausstrahlung für ihn ein. Konstantin Ivkin gehört zu den besten Interpreten der Rolle des Alain, die in München in den letzten Jahrzehnten zu sehen waren. Er spielt den einfältigen, tollpatschigen reichen Bauernsohn einerseits sehr komisch und andererseits mit so viel Herzenswärme, dass man ihn einfach gern haben muss. Robin Strona tanzte die Witwe Simone sehr resolut mit viel Witz und Temperament.

Das Corps de ballet hatte sichtlich noch einmal viel Spaß auf der Bühne, bevor sich die Company nach der Vorstellung in den wohlverdienten Osterurlaub verabschiedete. Im Mai wartet dann die nächste Wiederaufnahme: „Ein Sommernachtstraum“ von John Neumeier. Die Ballettfans freuen sich schon darauf!

Gisela Schmöger

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