Der Neue Merker

Moritz BIERBAUM- „Der kleine Prinz“ – ein Weg zu den Sternen?

Der Kleine Prinz – Moritz Bierbaum – ein Weg zu den Sternen?

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Moritz Bierbaum. Copyright: Michael Hug

„Der Kleine Prinz“ – das poetische Musicaljuwel aus der Feder von Deborah Sasson und Jochen Sautter ist seit Dezember 2016 auf seiner zweiten Tournee im deutschsprachigen Raum unterwegs. Wieder mit dabei ist der 24jährige Moritz Bierbaum, dem die Titelrolle auf den Leib geschrieben scheint. Es lohnt sich diesen jungen Künstler etwas näher kennenzulernen.

Er ist überhaupt nicht abgehoben, obwohl er sicher einigen Grund dazu hätte: Er tourt bereits zum zweiten Mal erfolgreich als „Kleiner Prinz“ durch Europa, feierte soeben im Musicaltheater Basel einen grossen Erfolg und durfte und jede Menge Bravo-Rufe entgegennehmen. Sich darüber freuen – ja, natürlich! Abheben – nein; denn Moritz Bierbaum weiss, dass Erfolg wie eine Sternschnuppe sein kann, die viel schneller vorbei fliegt, als einem lieb ist. Eine Sternschnuppe ist der junge Künstler auf keinen Fall, vielmehr ein Stern, der im Laufe der Zeit an Grösse und Strahlkraft gewinnen wird. Und so macht Moritz seit jüngsten Jahren das einzig Richtige: Er arbeitet sorgfältig und umsichtig an seiner künstlerischen Laufbahn.

In Frankfurt wächst Moritz Bierbaum in einer kunstbegeisterten Familie auf und findet an der Schule den Zugang zur Klarinette. Merkwürdigerweise zieht es das hochmusikalische Kind vorerst nicht in einen Chor um dort als Sänger entdeckt zu werden – dafür sei er zu introvertiert gewesen, schmunzelt Moritz Bierbaum. Er bezeichnet sich nach wie vor als eher introvertiert; aber mittlerweile weiss er genau, was er will – und setzt alles daran, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Von Kindesbeinen an wird Moritz Bierbaum von seinen Eltern in seinen musikalischen Bestrebungen unterstützt. Seine Mutter, welche beim Hessischen Rundfunk im Kulturbereich arbeitet, ist zugelich Managerin und härteste Kritikerin ihres Sprösslings. Sie ist es auch, welche Klein-Moritz ins Theater und in die Oper mitnimmt.

Im Alter von 16 Jahren – und wohl nach einigen Opern- und Musicalbesuchen – ist dann der gesangliche Funke gezündet: die ersten privaten Gesangsstunden stehen an. Moritz’ Stimme entwickelt sich zu einem glasklaren Tenor, dass Timbre ist mit demjenigen von „Glee“-Star Chris Colver vergleichbar. Dass in dem eben eher introvertierten Jungen viel sängerisches Potenzial liegt, erkennt seine Gesangslehrerin sofort und wirft ihn anlässlich verschiedener öffentlicher Vortragsstunden buchstäblich ins „kalte Wasser“. Aus diesen Erlebnissen zieht Moritz die Kraft für sich, diesen neuen Weg zu gehen: Es festigt sich in ihm der Wunsch eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, in welcher er Gesang und Schauspiel kombinieren kann. Da drängt sich die Ausbildung zum Musical-Darsteller nahezu auf.

Und danach geht sie dann eben los, die Suche nach Engagements. Die Konkurrenz ist gross, der Wind, welcher einem in diesem Business um die Ohren weht, ist rauh – das bekommt auch Moritz Bierbaum zu spüren. Er bleibt jedoch hartnäckig dran, schreibt Bewerbungen, fährt zu Castings für grössere und kleinere Produktionen – und kassiert jede Menge Absagen. Doch für Moritz Bierbaum gilt: Es GIBT Angebote – also am Ball bleiben!

Doch dann – endlich! – kommt die Einladung zum „Kleinen Prinzen“. Mit seinem Blondschopf, seiner Jugendlichkeit und seinem unaufdringlichen Wesen ist Moritz Bierbaum DIE Idealbesetzung für die Titelrolle; das erkennen Deborah Sasson und Jochen Sautter sofort – der Rest ist Geschichte, eine einzige Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten!

Freud und Leid liegen aber leider oft nahe beieinander – eine Erfahrung, welche auch Moritz machen muss, denn kurz vor dem Casting zum „Kleinen Prinzen“ verstirbt sein Vater vollkommen überraschend. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – dieses harten Schicksalsschlages nimmt der junge Künstler die Herausforderung „Kleiner Prinz“ an: „Mein Vater hätte nie gewollt, dass ich so eine Chance verwerfe – wegen ihm. Und deswegen habe ich das Casting trotzdem gemacht; und hatte dadurch, denke ich auch, eine gewisse Stärke in mir, die sich dadurch entwickelt hat, weil ich es nicht nur für mich gemacht habe; ich habe es auch nochmal für meinen Vater getan, um ihn stolz zu machen.“ So startet Moritz Bierbaum seine hoffnungsvolle Karriere mit einem für ihn wirklich höchst persönlichen Stück im wortwörtlichsten Sinn: „Dieser Vorfall wird immer eine Verbindung mit dem Stück für mich haben, weil  zum gleichen Zeitpunkt etwas geendet und etwas begonnen hat.“

Dazu kommt, dass zwischen Moritz Bierbaum und dem Kleinen Prinzen durchaus Parallelen bestehen. So nimmt der Künstler, wie der Prinz auch, stets eine Beobachterrolle ein und stürzt sich nicht unüberlegt ins Zentrum des Geschehens – beobachten und einschätzen.

Den Tourenalltag erlebt Moritz Bierbaum als fordernden Job, der jedoch durch eine tolle Freundschaft innerhalb der Compagnie und zur Komponistin und zum Librettisten/Regisseur geprägt ist. Für ausschweifende Besuche der Orte, in welchen das Musical gespielt wird, bleibt oft kaum Zeit.

Und was, wenn die Tour vorbei ist? Was sind die Pläne für die Zeit nach dem „Kleinen Prinzen“? Moritz Bierbaum setzt nicht nur auf dieses eine Pferd. So möchte er seine Karriere als Sänger weiter vorantreiben und arbeitet dafür an seinem ersten Album. Auch gesanglich schlägt er neue Wege ein. Bislang ist er fast ausschliesslich in melancholischen Songs und Balladen zu finden. Moritz Bierbaum möchte jedoch nicht nur auf diese eine Richtung festgelegt werden: Wir dürfen gespannt auf sein Pop-Album sein. Wohlüberlegt produziert er vor dem Album eine Single, um sein Publikum auf seine erweiterte Klangwelt einzustellen.

Und weitere Bühnenprojekte? Da ist der junge Künstler offen für alles … Er wird auch gerne für private Anlässe gebucht, denen er mit seiner Kunst zusätzlichen Glanz verleiht.

Grosse Unterstützung findet Moritz Bierbaum nebst seiner Mutter auch bei seinem Bruder Daniel, einem sehr begabten Fotografen, der für das nötige Bild- und Videomaterial zuständig ist. Überhaupt bildet die stark zusammenhaltende Familie den zentralen Bestandteil und wichtigsten Rückzugsort für Moritz Bierbaum. Gerne zieht er auch mit Freunden um die Häuser und macht dabei auch vor der einen oder anderen Karaokebar in Altsachsenhausen nicht Halt – vorerst wohl noch weitgehend unerkannt – das wird sich aber mit der Zeit mit Sicherheit ändern. Und so geht er nun auf, der neue leuchtende Stern am Musical- und Musikhimmel und wird hoffentlich strahlen, strahlen, strahlen!

Michael Hug

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