Der Neue Merker

MARIA THERESIA 1717–1780: STRATEGIN – MUTTER – REFORMERIN

BuchCover Kataolg  Maria Theresia

MARIA THERESIA 1717–1780:
STRATEGIN – MUTTER – REFORMERIN
Hsg. Elfriede Iby, Martin Mutschlechner, Werner Telesko, Karl Vocelka
352 Seiten, Großformat, Amalthea Verlag, 2017 

Selbstverständlich sind Ausstellungskataloge auch Bücher für die eigene Bibliothek, wenn auch normalerweise im Format größer und voluminöser als übliche Ausgaben von Romanen und Sachbüchern. Mit 352 Seiten im Großformat ist der Band „Maria Theresia 1717-1780“ besonders stark ausgefallen. Immerhin werden da unter dem Titel „Strategin – Mutter – Reformerin“ die vier Ausstellungen zusammen gefasst, die heuer in Wien (im Hofmobiliendepot und in der Wagenburg) und in Niederösterreich (in den Schlössern Schlosshof und Niederweiden) stattfinden.

Aber natürlich bietet ein solcher Band programmatisch viel mehr. Die vier Herausgeber (Elfriede Iby, Martin Mutschlechner, Werner Telesko, Karl Vocelka) sind allesamt Verantwortliche auch der Ausstellungen und bestreiten mit ihren Beiträgen auch einen großen Teil des Artikel-Teils des Buches. Da werden Einzelthemen reich  bebildert (was überhaupt eine der Stärken des Buches ist) in prägnanter Kürze behandelt. Wer nicht im großen Fluß eine Biographie lesen will, sondern einen besonderen Aspekt sucht (die Pragmatische Sanktion, die Geschichte des Maria-Theresien-Talers, die Rolle von Hofarchitekt Pacassi – das Angebot ist reichhaltig), kann sich hier knapp und gründlich zugleich informieren.

Ab Seite 213 werden dann die Objekte der vier Ausstellungen aufgelistet, so, wie sie in den einzelnen Häusern gegliedert angeboten werden. Hier hätte man sich außer der sachlichen Objektbeschreibung vielleicht noch den einen oder anderen Kommentar gewünscht, denn man weiß ja, wie aussagekräftig „Dinge“ sein können. Man betrachte nur den „Blumenstrauß aus Edelsteinen“ (2102 Diamanten und 761 Farbsteinen), ein Prunkstück, knapp einen halben Meter hoch – ein Geschenk, wie man es von einem Mann an eine Frau vermuten würde. Tatsächlich hat die Maria Theresia dieses Stück um 1760 ihrem heiß geliebten Gatten geschenkt…

Auch wenn dieses Buch als Artikelsammlung wichtig ist, sollte man einen „Objekte“-Teil nicht unterschätzen, nicht nur, weil er noch an die Ausstellungen erinnern wird, wenn es diese nicht mehr gibt und alle Stücke wieder in alle Welt verstreut sind. Sondern weil man sich sagen kann, dass vieles davon in so direktem Zusammenhang mit Maria Theresia steht, dass man ihr wohl kaum näher kommen kann…

Renate Wagner

 

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