Der Neue Merker

MARIA NAZAROVA: „Ich bin (hoffentlich immer) ein Glückskind“

Künstlergespräch / Konzert Maria Nazarova & Sofiya Almazova (Klavier: Manfred Schiebel) am 26.5. in der „Kunst – Werk-Galerie des Online-Merker

Tags zuvor war sie im Staatsopern- „DON CARLO“ ein Himmlische „Stimme vom Himmel!


Maria Nazarova, ein „Glückskind“. Copyright: Barbara Zeininger

Die Koloratursopranistin MARIA NAZAROVA wurde 1988 in der Ukraine geboren. Ihre Gesang- und Schauspielausbildung erhielt sie an der Russischen Akademie für Theaterkunst in Moskau. Parallel zu ihrer Ausbildung in der Akademie war sie als Schauspielerin am Polnischen Theater in Moskau tätig und wirkte auf verschiedenen Moskauer Bühnen mit. Nach Abschluss ihres Diplomstudiums mit Auszeichnung absolvierte sie 2011 am Mozarteum Salzburg ein Masterstudium mit Schwerpunkt Barockmusik sowie Lied und Oratorium. Maria Nazarova konzertierte als Solistin in Europa, in Russland, in Großbritannien und ist mehrfache Preisträgerin verschiedener internationaler Wettbewerbe. Sie trat im Ensemble des Young Singers Projects bei den Salzburger Festspielen auf.  Sie sang Taumännchen an der Wiener Volksoper, Lisa (La sonnambula) am Staatstheater am Gärtnerplatz in München und Despina am Bolschoi in Moskau. Seit 2015 ist Maria Nazarova Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper sowie NOVOMATIC-Stipendiatin und sang hier u.a. Despina, Clorinda, Oscar und Barbarina.


Sofiya Almazova (Mezzosopran). Gleicht wirft „Carmen“ die Rose. Wo wird diese wohl landen? Copyright: Barbara Zeininger


Der Empfänger von Carmens Rose, Dr. Johann Schwarz, seines Zeichens Richter im Ruhestand. Copyright: Barbara Zeininger

Die russische Mezzosopranistin Sofiya Almazova absolvierte ein Musiktheaterstudium an der Russischen Akademie für Theaterkunst in Moskau und setzt ihre Ausbildung seit 2011 bei Mario Diaz am Salzburger Mozarteum fort. Beim Rübezahl-Arien-Wettbewerb im polnischen Karpacz gewann sie 2010 den ersten Preis. Beim Grandi Voci Gesangswettbewerb des Oper im Berg Festivals in Salzburg wurde sie mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet.
 Im Rahmen ihres Musiktheaterstudiums in Moskau sammelte Sofiya Almazova erste Bühnenerfahrungen als Sidonia in Franz von Suppés Operette Zehn Mädchen und kein Mann, als Poligamia in Paul Linckes Operette Lysistrata und als Dorotea in Donizettis Viva la mamma (Le convenienze ed inconvenienze teatrali). Sie sang sie die Maddalena in Rigoletto beim Salzburger Oper im Berg Festival. 2013 war sie die Carmen in einer Produktion des Mozarteums unter der Leitung von Josef Wallnig. Die Rolle ist auch ihre derzeitige Lebensrolle, blendend aussehend, verführerisch – kurzum eine Carmen wie aus dem „Bilderbuch“ – und wie man sie kaum findet!

Youtube-Beispiel: Seguidilla aus Carmen in Salzburg

 
Manfred Schiebel begleitete die Sängerinnen mit dem Klavier!


Maria Nazarova ist dem Schicksal (verkörpert durch Dominique Meyer) unendlich dankbar, dass sie die Chance an der Wiener Staatsoper erhielt – eine Chance, die nicht einmal 1% der ausgebildeten Sängerinnen und Sänger bekommen.

Dabei fehlte ihr anfangs jede Protektion, sie war zwar wild entschlossen, die Karriere zu erzwingen – aber dazu braucht man auch viel Glück. Im Hinterkopf hatte sie zwar auch den Gedanken, wieder nach Moskau zurückzukehren und es dort zu versuchen, aber das hätte wie ein Scheitern gewirkt. Sehr dankbar ist sie dem Agenten Seitter, der ihr die Rolle der Lisa in der „Sonnambula“ am Münchner Gärtnerplatztheater verschaffte – und dann wurde sie vom Glück förmlich erschlagen: Vorsingen bei Dominique Meyer – und wenige Wochen später folgte per Mail das erlösende Engagement an der Wiener Staatsoper.

Sie konnte zuerst ihr Glück gar nicht fassen, umrundetete die Wiener Staatsoper und konnte nicht glauben, dass das ihre künftige Arbeitsstätte ist.

Mittlerweile hat sie sich daran gewöhnt, bekam auch gute Rollen: Oscar im „Ballo“, Despina in der „Cosi“ – und in der kommenden Saison wird sie die Lisa in „Sonnambula“ auch an der Staatsoper singen. Auch der Oscar wird wieder dabei sein (mit Beczala!). Und – ein weiterer Karriesprung – die Sophie in Werther“, vorerst konzertant bei einer Japan-Tournee.

Daneben muss sie natürlich viel covern – und wenn ihr das Glück treu bleibt, dann „ercovert“ sie sich noch eine tolle Rolle, die sie rascher auch international weiterbringt.


Maria Nazarova, Sofiya Almazova. Copyright: Barbara Zeininger

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Beim Konzert in der Merker-Kunst – Werk-Galerie sangen die beiden Freundinnen aus Werken von Tschaokowski, Rachmaninow, Bizet, Johann Strauss (Adele – auch eine Rolle, die maßgeschneidert erscheint) und zum „Drüberstreuen“ Donizettis „Regimentstochter“.

Danke, das war ein wunderbarer Abend in der „Online-Galerie“

A.C.

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