Der Neue Merker

MARIA ENZERSDORF/ Schloss Hunyadi: „WIENERWALD–MUSIKFEST“ – erfrischendes Musizieren der jungen Generation

14.7.2017: „WIENERWALD“–MUSIKFEST im Schloss Hunyadi (Maria Enzersdorf)– erfrischendes Musizieren der jungen Generation

wilg
Cellist Thomas Auner  und die Camerata Hunyadi . Credit: Musikfest Wienerwald 2017

Eine sehr angenehme Station im Reigen der sommerlichen Musikfeste in Niederösterreich: Die „M.E. Sommerkonzerte Wienerwald 2017“ im Maria Enzersdorfer Schloss Hunyadi trumpfen mit kammermusikalischen Feinheiten auf. Die arrivierte Wiener Musikerfamilie Auner gibt hier den kultiviert feinen Ton vor, und von den jungen Dozenten des gleichzeitig stattfindenden Musikseminars mit einer Schar internationaler Nachwuchsmusiker wird in jugendlicher Frische von Johann Sebastian Bach bis Anton Webern aufgespielt.

Als Camerata Hunyadi sind die Koryphäen mit Elan zu einer Serenade im Schloss angetreten. Violinist Daniel Auner animierte in Antonin Dvoráks E-Dur Serenade für Streichorchester seine Kollegen zu ziseliert hingetupftem beschwingten Spiel. Das sensible Stimmengeflecht der Geigen kostete die Lyrik von Dvoráks überreicher Melodienfolge voll aus. Feinfühlig, dabei gänzlich ohne aufgebauschtes Sentiment. 

Daniels Bruder Thomas Auner, junger Virtuose am Cello, brillierte mit Josephs Haydns Violoncellokonzert in D-Dur, gestaltete dieses wie eine delikate Erzählung im klassischen Jargon. Singend, locker, mit Leichtigkeit auf technisch höchstem Niveau und in alle von Haydn geforderten extrem hohen Lagen emporsteigend. Dabei aber auch auf leichtes Augenzwinkern nicht vergessend. Und als Zugabe gab es von ihm noch das Orchester-Arrangement einer von Mstislaw Rostropowitsch für sein Instrument komponierte fulminante „Humoresque“, ein leicht groteskes reines Virtuosenstück. Da flitzte Auners Cellobogen nur so schelmisch dahin, als würden Tom & Jerry sich neckend herumjagen. Die Freude der jungen Generation am Musizieren in heimeliger Atmosphäre ist hier zu spüren – und dies wirkt so richtig erfrischend .

 

Meinhard Rüdenauer

Diese Seite drucken