Der Neue Merker

MANNHEIM/ Nationaltheater: FIDELIO – B- Premiere

Mannheim: Fidelio B-Premiere 19.12.2017
Zu der Neuinzenierung Fidelio am Nationaltheater (s.Merker Online-Rezension vom 9.12.) fand eine B-Premiere statt, in der bis auf den Schauspieler Michael Ransburg (Florestan) und den beiden Chorsolisten eine komplett neue Besetzung aufgeboten wurde. Den D.Fernando gab jetzt Raymond Ayers mit seinem smarten gut ausgehörten Bariton. Als Pizarro wurde Joachim Goltz aufgeboten, der mit seinem glänzend hellen Bariton nicht so sehr den Bösewicht herüberbringen konnte wie KS Thomas Jesatko, spielerisch aber bestens reussierte . Andreas Hermann sang die Florestan-Arie fast duftig und mit einem schön fließenden weichen Tenor, im Duett brillierte er mit der neuen Leonore Elisabeth Teige, die ganz jugendlich wirkte, locker agierte und sich im Gesang zu größter Vehemenz steigern konnte. Dabei konnte sie mit einem angenehm timbrierten elastischen manchmal fast dramatischen Sopran aufwarten.
Nun hat Mannheim also mit ihr und Annette Seiltgen zwei Leonoren, aber leider beide (derzeit) nur Gäste. Den Rocco übernahm Patrick Zielke, auch wesentlich jugendlicher als sein Vorgänger Sebastian Pilgrim. Auch er konnte bei angenehmem Timbre in seiner Arie schön gerundete Bögen aussingen. Eine gute Marzelline gab Amelia Scicolone mit leichtem buffohaftem Sopran, aber auch lyrischen Anklängen und gut in die für sie spezielle Regie eingebunden. Ihr Jaquino, der sie schnellstens verließ und sich in der Rolle des neu erschaffenen Geschöpfs gefiel, war jetzt Christopher Diffey, der sich mit seinem smarten Tenore di grazia bewährte.

Auch das Orchester unter GMD Alexander Soddy trug seinen Teil zu der gelungenen interessanten Aufführung mit romantischem Spiel bei, und der Chor überzeugte besonders in dem oratorialen Schlußchor.

Friedeon Rosén

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