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MAINZ/ /Kurfürstliches Schloss: „LAST NIGHT – Pomp & Music in Rheinhessen“ – mit John Treleaven

Mainz: Last night“–  27.11.2016 – Pomp & Music in Rheinhessen

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John Treleaven

 Unter diesem Motto fand im Kurfürstlichen Schloss in Mainz ein Konzert statt, das der 200 Jahrfeier Rheinhessen gewidmet war. Dennoch ging es schwerpunktmäßig very British zu. Das Besondere: Wie schon vor 5 Jahren war der Tenor aus Cornwall, John Treleaven, der Stargast (s. Heft 6/2011), als einziger Solist, und präsentierte neben 2 Arien die Solo- und Begleitpartien von 4 Stücken, die aus dem Repertoire der berühmten Londoner „Proms“ Konzerte nicht mehr wegzudenken sind und das Publikum zum Mitsingen und Mitwirken auffordern. Mit einer bunten Palette von Melodien  wartete das Orchester „Sinfonietta Mainz“auf, deren musikalische Leitung  Michael Millard schon seit 1995 innehat.               Während der 1. Teil des Konzerts hauptsächlich orchestral gestaltet war, mit Stücken von Edward Elgar, Johann Strauß-Sohn, William Waltons berühmtem Marsch „Crown Imperial“, der ja eigens für die Krönungszeremonie von König Edward VIII komponiert wurde, dann aber stattdessen zur Krönung von Edwards Bruder George VI uraufgeführt wurde, denn Edward hatte abgedankt aus Liebe zu der bürgerlichen Amerikanerin Wallis Simpson, die zudem noch geschieden und Sozialistin war. Das war nicht royal, aber Waltons Marsch wurde dennoch oder vielleicht gerade deshalb weltbekannt.  Mit einem Medley aus vielen James Bond Filmen, zusammengestellt von dem mit mehrfachen Oscars ausgezeichneten Filmmusikkomponisten John Barry und seinem engsten Mitarbeiter Nic Raine, ging es in die Pause.

Der 2. Teil begann mit der Arie „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“, die John Treleaven mit unverminderter Energie, klangvoll, höhensicher und mit sehr emotionaler Ausstrahlung in den ausverkauften Konzertsaal des Mainzer Schlosses schmetterte. Das Publikum feierte ihn mit Bravo-Rufen und Riesenapplaus. Auch bei seiner anschließenden

Arie aus Lehárs „Land des Lächelns“  „Dein ist mein ganzes Herz“ war die Begeisterung der Zuhörer groß und man feierte den international erfolgreichen Heldentenor mit standing ovations. Die Stimmung wuchs, nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Chor und Orchester und erreichte seinen Höhepunkt mit den 4 Proms-Stücken, die von Michael Millard und seinem Sinfonieorchester mit viel Humor und Emphase vermittelt wurden, sodass es dem Publikum nicht schwer fiel, einzustimmen und John Treleaven sowie den Chor gesanglich zu begleiten. Das begann mit  „You´ll Never walk Alone“ von Richard Rogers, gefolgt von den „Fantasia on British Sea-Songs“ von Henry Wood und als im Anschluss die Hymne „Rule, britannia!“ von Thomas Augustine Arne gilt als die heimliche englische Nationalhymne und wurde von Hubert Parry in einem Orchesterarrangement von Edward Elgar komponiert und als „Land of Hope and Glory“ aus Elgars „Pomp and Circumstance“, op. 39, Marsch Nr. 1, als krönender Abschluss erklang, war der Saal außer Rand und Band, deutsche, englische und Europafähnchen wurden geschwenkt – von Brexit keine Spur!! Übrigens erhält John Treleaven (seit langem in Deutschland lebend) am 7. Dezember neben seiner britischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft und als Zeichen seiner Loyalität zu beiden Heimatländern wickelte er sich in die deutsche Fahne ein, hatte ein mit englischen und deutschen Fähnchen bestücktes Hütchen auf, sang mit Leidenschaft und Euphorie die Schlusstexte und wurde wie alle anderen Beteiligten mit nicht enden wollendem Beifall gefeiert.   

 Inge Lore Tautz                                                                                            

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