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KÖLN/ Philharmonie: VERDI „MESSA DA REQUIEM“ – eine einzigartige Sternstunde in der Kölner Philharmonie

KÖLN/ Philharmonie Grazie, Maestro Muti!

 Eine einzigartige Sternstunde in der Kölner Philharmonie am 4.11.2017

Von Andrea Matzker

Riccardo Mutii in der Kölner Philharmonie Foto Andrea Matzker IMG_0196
Riccardo Muti. Foto: Andrea Matzker

Als Maestro Riccardo Muti pünktlich genau zwei Stunden vor Beginn der großen Messa da Requiem von Giuseppe Verdi am Künstlereingang der Philharmonie erschien, warteten dort bereits unzählige Autogrammjäger und ca. 300 Aspiranten auf Restkarten oder Stehplätze geduldig vor dem Haus. Die Schlange reichte fast bis zum Rhein hinunter. Zur Verwunderung aller Fans kam der Meister völlig unprätentiös allein und ohne jegliche Begleitung und bahnte sich mild lächelnd einen Weg durch die Massen. Der gesamte riesige Musikapparat von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks war erst soeben aus München angereist. Das Publikum in der Philharmonie, die bis auf den letzten Platz bereits wochenlang ausverkauft war, wartete mit Spannung auf den Auftritt Mutis im Konzertsaal. Als er endlich nach Orchester, Chor und Solisten auftrat, wurde er mit brandendem Applaus empfangen. Als er den Taktstock hob, hätte man eine Stecknadel fallen hören können, es schien, als ob das gesamte Publikum den Atem anhielt. Und dies während der ganzen 100 Minuten des Requiems. Muti verzauberte die Menschen mit seiner zurückhaltenden, tiefgehenden und feinen Interpretation Verdis derart, dass viele Zuschauer Tränen in den Augen hatten. Alle waren komplett in seinem Bann.

Francesco Meli in der Kölner Philharmonie Foto Andrea Matzker IMG_0186
Francesco Meli.  Foto: Andrea Matzker

Dafür spendete das Publikum auch zehn ganze Minuten stehende Ovationen, Bravo-Rufe und donnernden Applaus für Orchester, Chor, Sopran Krassimira Stoyanova, Mezzosopran Anita Rachvelishvili, die für die erkrankte Elina Garanca eingesprungen war, Tenor Francesco Meli, Bass Riccardo Zanellato und Riccardo Muti! Vielleicht war Muti gerade an diesem Tag auch so besonders mitreißend, weil der 4. November der Feiertag der nationalen Einheit in Italien ist, für die Verdi sich bereits selbst intensiv eingesetzt hatte. Nicht umsonst stammt auch von ihm die italienische Nationalhymne.

Riccardo Mutii in der Kölner Philharmonie Foto Andrea Matzker IMG_0197b
Riccardo Muti. Foto: Andrea Matzker

Im Anschluss an das Konzert meinten auch einige Musiker des Bayerischen Symphonieorchesters selbst, dass Muti heute so besonders bewegend dirigiert habe. Es war auch ihnen aufgefallen. Treue Philharmonie-Besucher, die seit fast 30 Jahren regelmäßig zu Konzerten kommen, sagten, noch nie etwas derartig Wunderbares gehört und erlebt zu haben.

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Foto: Andrea Matzker

Zur großen Freude der Fans gab der Maestro im Anschluss noch Autogramme im Foyer der Philharmonie, wo sich eine ebenso lange Schlange von Wartenden gebildet hatte, wie zu Beginn vor dem Haus. Alle Beteiligten waren sich einig, dass dieser Konzertabend der entschiedene Höhepunkt der Saison und eine unvergessliche Sternstunde für Köln und die Philharmonie war.

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