JUMANJI: WILLKOMMEN IM DSCHUNGEL

by R.Wagner | 19. Dezember 2017 00:13

FilmCover  Jumanji~1

Filmstart: 22. Dezember 2017
JUMANJI: WILLKOMMEN IM DSCHUNGEL
Jumanji: Welcome to the Jungle / USA / 2017
Regie: Jake Kasdan
Mit: Dwayne Johnson, Jack Black, Kevin Hart, Karen Gillan u.a.

Vor 22 Jahren, 1995, als Robin Williams noch auf der Höhe seines Ruhmes war und dennoch manchen dummen Film drehte, gab es die erste Fassung von „Jumanji“, wobei mit Hilfe der phantastischen Idee, dass Menschen sich „in“ einem Spiel wieder finden, sehr viel reales Geld in den Kinokassen landete.

Heute ist Jumanji kein schlichtes Brettspiel mehr, sondern – zeitgemäß upgedated – ein Videogame reinsten Wassers, das seine vier jungen Spieler in das Spiel hineinzieht – aber nicht in ihrer eigenen Gestalt, sondern in jener der Spielfiguren, die sie angenommen haben. Diese haben nun die Aufgabe, die unsichtbaren Originalcharaktere, die in diametralem Gegensatz zu ihrem nunmehrigen Aussehen stehen, quasi mitzuspielen… das ist die Pointe der Geschichte, und wohl auch die einzige.

Spencer, ein netter kleiner Loser (Alex Wolff), der Afroamerikaner Anthony mit den breiten Schultern eines Football-Spielers (aber etwas weniger Hirn) (Ser’Darius Blain), Bethany, die blonde Schulschönheit, der ihr Smartphone wichtigster Lebensinhalt ist (Madison Iseman) und die bissige Außenseiterin Martha (Morgan Turner), die den Sportunterricht verweigert – sie haben etwas gemeinsam: Nachsitzen. Zu diesem Zweck sperrt der Direktor sie in einem alten Kellerraum ein, der gesäubert werden muss. Da gibt es jede Menge von altem Mist – einen Fernsehapparat und eine Konsole, die das Computergame „Jumanji“ zum Leben erweckt. Kaum haben sich die vier „ihre“ Figuren ausgesucht, werden sie schon ins Spiel „gesogen“ – und wundern sich sehr…

Jetzt muss Dwayne Johnson als Dr. Smolder Bravestone klar machen, dass die Spielfigur zwar ein Abenteurer ist, aber Spencer, der ihn ihm steckt, eigentlich ein Trauminet, der mit allem Erstaunen der Welt die dicken Muskeln und die Glatze beäugt, die er nun hat. Kevin Hart als Zoologe und „Waffenträger“ Moose Finbar ist um einiges kleiner als der entsetzte Anthony, der damit fertig werden muss. Bethany hat es besonders schlimm getroffen – der Kartograf und Kryptograf Shelly Oberon, in dessen kleinem bulligen Körper sie sich nun findet, stellt Darsteller Jack Black vor die Aufgabe, sich wie ein höchst erstauntes Mädchen zu verhalten (nicht zuletzt wenn sie entdeckt, was sie als Mann alles so am Körper trägt…). Und Karen Gillan spielt die Karatekämpferin Ruby Roundhouse, die so gar nichts mit Martha zu tun hat, deren Schüchternheit erst überwunden werden muss, damit sie ihre Aufgaben im Spiel erfüllen kann – kämpfen und Männer verführen zum Beispiel…

Denn die vier, zu denen sich dann noch der Flieger “Seaplane” (Nick Jonas) gesellt, der bereits seit 20 Jahren (!) in diesem Spiel „gefangen“ ist, sollen den riesigen Smaragd^ wieder beschaffen, den Bösewicht John Hardin (Bobby Cannavale) aus dem Auge eines Jaguarkopfs am Gipfel eines gewaltigen Felsen geraubt hat… Nur dann haben sie Chance, wieder in ihr normales Leben zurück zu kehren.

Die einzigen Pointen, die das Geschehen aufzuweisen hat, bezieht es – wie erwähnt – aus der Diskrepanz zwischen den Spielfiguren und dem Wesen der Schüler, die drin stecken. Das erlaubt Dwayne Johnson, sich über sich lustig zu machen, das gibt Jack Black die eine oder andere Pointe, während Kevin Hart sich als der Karacho-Komiker gebärdet, der er ist. Und Karen Gillan ist rothaarig und geschmeidig unterwegs – und verliebt sich nebenbei noch in Bravestone, aber eigentlich natürlich in Spencer: Die Underdogs sind unter sich und im Spiel die Helden.

Handlungsmäßig ist wenig zu vermelden, außer dass die Geschichte im „Dschungel“ spielt, wo man ebenso von einer Motorradgang gejagt werden kann wie von Flusspferden. Dennoch sind die Abenteuer sehr mikrig, und nur in Verbeugung vor dem guten Ton im Kinogeschäft hat man eine winzige Andeutung auf den Film mit Robin Williams eingebaut (die ohnedies kaum jemand erkennen wird). Regisseur Jake Kasdan (Fachmann für flache Komödien) hat in Hawaii gedreht, wo es eine Menge spektakulärer Landschaft zu zeigen gibt, aber mehr hat der Film nicht zu vermelden.

Und nur, weil das weihnachtliche Angebot neuer Filme heuer so mager ist wie selten, kann „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ bei harmlosen Teenagern Platz 1 beim Feiertag-Kinobesuch besetzen…

Renate Wagner

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