INFOS DES TAGES (SONNTAG, 19. MÄRZ 2017)

by ac | 19. März 2017 07:43

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 19. MÄRZ 2017)

DAS KAP DES GÖTTLICHEN FUNKENS – 50 JAHRE OSTERFESTSPIELE SALZBURG

(Heinrich Schramm-Schiessl)

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Autogrammtafel. Erklärung dazu im PS. Foto: Heinrich Schramm-Schiessl

In der Wohnung einer befreundeten Familie hängt ein interessantes Bild: „Die Karte des Notenmeeres“. Es ist eine Weltkarte in der Gewässer und Landstriche mit Begriffen aus der klassischen Musik bezeichnet sind. Diese Bezeichnungen wurden dann noch durch ganz persönliche Eintragungen ergänzt. Ein Landstrich wird darauf als „Das Kap des göttlichen Funkens“ bezeichnet und meine Freunde – ebenfalls grosse Verehrer Herbert von Karajans – zeichneten an dieser Stelle das Emblem der Osterfestspiele dazu. Nun mögen Menschen, die Karajan neutraler gegenüber stehen über diese Assoziation schmunzeln, aber wenn man die ursprünglichen Intentionen Karajans kennt, so muss man zugeben, dass diese so ungewöhnlich wie – auch schon für die damalige Zeit – revolutionär waren. Karajan schwebte ein Unternehmen vor, dass ohne jegliche Zuwendung der öffentlichen Hand auskommt und sich sozusagen selbst finanziert. Er selbst haftete mit seinem – zugegebenermassen nicht unbeträchtlichen – Vermögen. Leider konnte diese Idealvorstellung nicht sehr lange beibehalten werden, da sich die Schere zwischen Kosten und Erträgen zu rasant öffnete. Neben diesen wirtschaftlichen Fakten war es natürlich in erster Linie der künstlerische Mehrwert, der die Besonderheit dieser Idee ausmachte. Nach seinem Abgang aus der Wr. Staatsoper 1964 dirigierte Karajan neben wenigen Vorstellungen an der Mailänder Scala praktisch ausschliesslich bei den Salzburger Festspielen Oper. Die nunmehr geplanten Festspiele boten somit die Gelegenheit, einige Opernvorstellungen mehr unter Karajan, und hier insbesonders seine neuerliche Auseinandersetzung mit den Musikdramen Richard Wagners, erleben zu dürfen.

Wie kam es nun überhaupt zu diesen Plänen. Relativ präzise Angaben findet man dazu in der Karajan-Biographie von Ernst Haeussermann (Anm.: E. Haeusserman:; „Karajan“ Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1968/5432). Bereits in den letzten zwei Jahren seiner Tätigkeit an der Wr. Staatsoper war Karajan mit seinen Inszenierungen der Ring-Tetralogie, die er dort zwischen 1957 und 1960 herausbrachte, nicht mehr glücklich und plante eine Neuproduktion. Da dies in Wien aus den bekannten Gründen nicht mehr möglich war, suchte er nach einem anderen Ort. Verhandlungen mit der Genfer Oper waren schon relativ weit gediehen, als sich jedoch herausstellte, dass die technischen Gegebenheiten des Hauses, vor allen Dingen im Bereich der Beleuchtung, nicht den Vorstellungen Karajans entsprachen. Neben verschiedenen anderen Überlegungen kam ihm  im Jahre 1965 während der dritten Aufführung von Mussorgskys „Boris Godunow“ in der Umbaupause zwischen dem 7. und 8. Bild plötzlich der Gedanke, es in Salzburg zu machen.    

Es blieb natürlich nicht aus, dass sich, kaum wurde das Projekt bekannt, Karajans Gegner formierten und begannen dagegen zu polemisieren. Es war die sattsam bekannte Gruppe aus der sogenannten Wiener Gesellschaft, die schon zum Ende der Ära Karajan an der Wr. Staatsoper das ihre beigetragen hat (Anm.: Siehe meinen Artikel „Das Ende einer Ära“ – Reflexionen Wr. Staatsoper/Juni 2014). Da Karajan allerdings die Verantwortlichen von Land und Stadt Salzburg hinter sich hatte und diese die Sache als reine Salzburger Angelegenheit betrachteten, gingen diese Querschüsse ins Leere. Als letzten Trumpf glaubte man die Wr. Philharmoniker, die Karajan zumindest für die Opernproduktion engagieren wollte, in der Hand zu haben. Helmut Wobisch, der damalige Geschäftsführer des Orchesters und ein erklärter Karajan-Gegner, sagte mit fadenscheinigen Gründen eine Mitwirkung ab. Dass auch wirtschaftlicher Druck auf das Orchester ausgeübt wurde, ist zu vermuten, lässt sich aber nicht beweisen. Man hatte aber nicht mit Karajans Konsequenz und Nervenstärke gerechnet, mit der er dieses Projekt zu realisieren trachtete. Er beschloss einfach „seine“ Berliner Philharmoniker nicht nur – wie wahrscheinlich ohnehin geplant – die Konzerte,  sondern auch die Opernproduktion spielen zu lassen. Das barg natürlich ein gewisses Risiko in sich, da die „Berliner“ kein gelerntes Opernorchester sind. Sie haben zwar Opern auf Schallplatte aufgenommen, im „Graben“ einer Opernaufführung saßen sie aber zuvor nie. Es wäre aber nicht Karajan, hätte er auch dieses Problem nicht auf glänzende Weise gelöst. Als letzten Strohhalm klammerten sich die Gegner an den Umstand, dass das Unternehmen zu Ostern – also zwischen Palmsonntag und Ostermontag stattfinden sollte. Leute, die sonst mit der Katholischen Kirche nichts am Hut hatten, regten sich plötzlich auf, dass die liturgischen Feiern der Karwoche und der beiden Osterfeiertage durch die Festspiele gestört werden könnten. Ein Besuch Karajan beim damaligen Salzburger Erzbischof Dr. Rohracher löste auch dieses Problem. Bei den 1. Ostrerfestspielen verzichtete man dann, sowie es österreichweit üblich ist, am Karfreitag auf eine Veranstaltung.

Die Programmstruktur der Osterfestspiele sah ein bis – im Falle von Reprisen der Vorjahrsproduktion – zwei Opernproduktionen, ein Chor-Orchesterkonzert und ein bis zwei Orchesterkonzerte vor. Geboten wurde dies in zwei Zyklen, einer rund um das Palmwochende, der andere am Osterwochenende, wobei die Karten für diese nur zur Gänze erworben werden konnten. Gelegentlich – so auch im ersten Jahr – gab es zwischen den beiden Zyklen eine Einzelaufführung der jeweils neu produzierten Oper. Neue – und wie könnte es bei Karajan anders sein, zukunftsweisende – Wege ging man beim Kartenverkauf. Wer sich der Idee der Osterfestspiele besonders verbunden fühlte, konnte „Förderer“ werden, eine Praxis, die heute von vielen Kulturinstitutionen geübt wird. Als „Förderer“ bekam man die Erwerbsgarantie für die Karten eines der beiden Zyklen und wurde, wie in der Erläuterung formuliert, „die Möglichkeit des Besuchs einer Konzertprobe geboten“. Dazu gab es als Geschenk – zumindest in den ersten Jahren – die bereits vorliegende Schlallplattengesamtaufnahme der jeweilgen Opernneuproduktion. Die angebotene Konzertprobe wurde zu einem absoluten Hit und die dafür notwendigen kostenlosen Eintrittskarten waren fast ebenso heiss begehrt, wie die Karten für die Vorstellungen. Es war nämlich keine Probe im eigentlichen Sinn, sondern praktisch ein „Treffen mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern“. Im ersten Teil, der meist ca. eine Stunde dauernden Veranstaltung erläuterte Karajan meist die Pläne für die nächstfolgenden Osterfestspiele, wobei man von ihm, wenn die Querschüsse von aussen – speziell der (österreichischen) Presse – wieder einmal zu heftig wurden, durchaus auch pointierte Bemerkungen hören konnte. Im zweiten Teil gab es dann Musik, entweder eine oft sehr launige Erläuterung eines der jeweils am Programm stehenden Orchesterwerke – ich erinnere mich hier z.B. an eine sehr realistische Erklärung der „Alpeninfonie“ von Richard Strauss – oder eine Aufführung eines gerade neu oder wieder ins Repertoire des Orchesters aufgenommen Stückes, wie z.B. einmal Respighis „Pini di Roma“. Die mit der Zeichnung einer Förderung verbundene Kartengarantie bewirkte, dass das Kontingent der aufgelegten Förderungen 1968 bereits erschöpft war und es bald lange Wartelisten gab. Ab diesem Zeitpunkt war es ohne Förderung nicht mehr möglich Karten für einen der Zyklen zu bekommen. Eine kleine Anekdote aus dem Wiener Gesellschaftsleben soll hier nicht unerwähnt bleiben: Diese Förderung war Gegenstand des Scheidungsprozesses eines prominenten Wiener Geschäftsmannes.

Eine weitere Besonderheit war, dass die letzten beiden Reihen am Rang für Kunst- und Musikstudenten reserviert waren und die preisgünstigen Karten ohne Förderung verkauft wurden.

Da die Initialzündung für die Gründung der Osterfestspiele, wie bereits erwöhnt, die Absicht Karajans war, sich neuerlich mit Wagners „Ring“ auseinanderzusetzen, war klar, dass die ersten vier Jahre der Aufführung der Tetralogie vorbehalten waren. 1967 stand als Oper „Die Walküre“ am Spielplan, daneben Beethovens „Missa Solemnis“ , die 8. Symphonie von Anton Bruckner und ein weiteres Konzert mit Werken von Johann S. Bach.

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„Feuerzauber“. Foto: Siegfried Lauterwasseer

Am 19. März 1967 – übrigens wie heuer ein Sonntag – öffnete sich um 17 Uhr der Vorhang zur Premiere der „Walküre“ und auch wenn das Publikum letztlich wusste, was es erwartete, so wurden diese Erwartungen bereits nach dem 1. Aufzug bei weitem übertroffen. Es war vor allen Dingen die orchestrale Leistung, die begeisterte. Die Berliner Philharmoniker waren, wie bereits erwähnt, kein „geübtes“ Opernorchester, aber Karajan ist es gelungen ihnen beizubringen, was man in der Oper anders machen muss als im Konzert. Es wurde von vielen Kritikern immer wieder von der kammermusikalischen Interpretation des Werkes gesprochen, was aber meines Ersachtens nicht richtig ist und überdies viel zu kurz greift. Was Karajan bot, war ein ungemein transparenter Orchesterklang und es gelang ihm, viele zuvor nie gehörte Details herauszuarbeiten, ohne aber den Blick auf das Ganze zu verlieren. Der grosse Bogen, der so wichtig ist, war immer da, und dort, wo es die Partitur verlangte, war auch die gesamte Gewalt des Orchesterklanges zu hören. Dazu kam ein Sängerensemble, das einerseits aus geübten Wagner-Interpreten und andererseits aus „Neulingen“ in ihren Partien bestand. Das war einerseits Gundula Janowitz als jugendlich schwärmerische Sieglinde und – für viele die grösste Überraschung, weil man ihn  in diesem Fach damals eigentlich nicht gesehen hat – Thomas Stewart als Wotan. Er sang mit wunderbar phrasierender und in den entscheidenden Momenten auch auftrumpfner Stimme, ohne auch nur irgendwelche Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Natürlich hatte auch Karajan mit seiner Fähigkeit, Sänger durch eine Aufführung zu tragen, daran einen Anteil. Die „gestandenen“ Wagnersänger waren Jon Vickers als ebenfalls sehr emotionaler Siegmund, Martti Talvela als gefährlich hintergründiger Hunding und Christa Ludwig als wunderbare Fricka. Ihr „Deiner ew’gen Gattin heilige Ehre“ gehörte zu den vielen Höhepunkten nicht nur dieser Aufführung. Dazwischen muss man die Brünnhilde der Regine Crespin ansiedeln. Sie war wagnererprobt, aber sang bisher immer nur die Sieglinde. Den Wechsel zur Wotans-Tochter schafft sie aber tadellos. Sie sang mit wunderbar strahlender Stimme, wobei ihr sicher Karajans Interpretation zugute kam. Wunderbar auch die Inszenierung – zumindest für jene, die das Werk so sehen wollen, wie Wagner es geschrieben hat. In Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Günther Schneider-Siemssen gelang es Karajan auf dieser genial breiten Bühne des Grossen Festspielhauses die ganze Monumentalität  des Werkes sichtbar zu machen. Grundelement war ein elliptischer Ring, der am Ende der Fricks-Szene zwar zerbricht, aber den ganzen „Ring“ über in verschiedensten  Konstellationen erhalten bleibt.

Die ebenfalls grossartigen Konzerte waren, wie Karajan es gerne zu sagen pflegte, dem „Musterkoffer“ entnommen, also Werke die schon lange einstudiert waren und in zahllosen Aufführungen perfektioniert wurden. In der „Missa Solemnis“ sang ein hochkarätiges Solistenensemble – Gundula Janowitz, Christa Ludwig und Walter Berry – von dem lediglich Werner Krenn, der die undankbare und zugleich traurige Aufgabe hatte, den wahrscheinlich ursprünglich vorgesehenen und im Herbst zuvor tödlich verunglückten Fritz Wunderlich zu ersetzen, etwas abfiel. Dazu der wunderbare Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien, der fortan ein treuer und vom  Publikum sehr geschätzter fixer Bestanteil der Osterfestspiele blieb.

22 Jahre war es Karajan vergönnt, „seine“ Osterfestspiele zu veranstalten und er war bei Krisen, die es natürlich gegeben hat, der Fels in der Brandung, und ging einfach unbeirrt seinen Weg weiter.

Laut der Haeussermann-Biographie meinte Karajan nach der Generalprobe der „Walküre“: „Es ist halt ein dreissigjähriger Traum in Erfüllung gegangen“ und es gibt, so glaube ich, keinen besseren Satz diese Erinnerungen zu beenden.

Heinrich Schramm-Schiessl

P.S.: Eine kurze Erläuterung zum Bild mit dem Programmprospekt von 1967: Vis-a-vis vom Bühneneingang des Grossen Festspielhauses unterhalb des Neutors befindet sich die Cafe-Konditorei Niemetz. 1967 und viele Jahre danach befand sich an dieser Stelle ein kleines, nicht unbedingt sehr gemütlich eingerichtetes Espresso, dass unter den Stammbesuchern der Oster- und der Sommerfestspiele schlicht als „der Mayer“ bekannt und ein beliebter Treffpunkt vor den Aufführungen oder auch sonst untertrags war. In diesem Lokal stand unmittelbar neben der Türe sowohl zu Ostern als auch im Sommer eine mit weissem Papier überzogene Tafel, auf der sich die Mitwirkenden der Festspiele, die dort auch gerne einkehrten, mit ihrer Unterschrift verewigten. Als „der Mayer“ geschlossen wurde und die Fa. Niemetz ihr Lokal dort errichtete, glaubte man diese Tafeln für immer verloren. Aber dem war gottlob nicht so und man kann sie heute am Stiegenabgang zu den Sanitärräumen immer noch betrachten.

H.S.S

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PARSIFAL WIRD AN DER WIENER STAATSOPER BEREITS EIFRIG GEPROBT

Alvis Hermanis nimmt sich in Interviews weiterhin kein Blatt vor dem Mund

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Alvis Hermanis. Copyright: Peter Skorepa /sko

Unser Interview mit Alvis Hermanis haben wir bereits vor mehr als einer Woche online gestellt. Nun veröffentlicht auch die Wiener Zeitung ein Interview, also müssen wir mitziehen, obwohl es bis zur Premiere noch zwei Wochen sind.

Auszug aus dem Interview, das Renate Wagner mit dem umstrittenen Regisseur (aber welcher Regisseur ist heutzutage nicht umstritten) geführt hat

Kehren wir zur Oper zurück, die vor fünf Jahren, im Sommer 2012, mit einer Inszenierung von Zimmermanns „Soldaten“ in Ihr Leben trat. Das war bei den Salzburger Festspielen, wo Sie im Jahr darauf „Gawain“ von Birtwistle inszeniert haben. Und dann ging es so richtig los mit allen großen Namen des Repertoires, Mozart, Janacek, Verdi, Puccini, Berlioz, Richard Strauss… Haben Sie gedacht, jetzt muss endlich Richard Wagner an die Reihe kommen?

Es war wohl eher so, dass die Wiener Staatsoper vor etwa drei Jahren einen neuen „Parsifal“ ins Auge gefasst und mich danach gefragt hat. Ich habe gerne zugesagt, auch weil meine Beziehung zu diesem Werk in Wien begonnen hat, ich weiß gar nicht mehr, vor wie vielen Jahren. Aber ich habe an der Wiener Staatsoper meinen ersten „Parsifal“ gehört – und ich war nach dem ersten Akt so tief berührt, dass ich das Gefühl hatte, dieses intime Erlebnis nicht mehr in der Öffentlichkeit fortführen zu können. Ich bin nach dem ersten Akt weggegangen… Seither habe ich diese Oper immer und immer wieder gehört, dass ich sie innerlich auswendig kann.

Nun hat man ja schon einiges von Ihrem Konzept gehört, dass die Geschichte sozusagen auf der „Baumgartner Höhe“ im Otto Wagner-Spital spielen wird, in Wien um 1900 – haben Sie diese Lösung für Wien gefunden, oder würden Sie den „Parsifal“ etwa in London genau so inszenieren?

Nein, das gehört natürlich so nach Wien. Auch mit meinem Bühnenbild, das quasi eine Huldigung an Otto Wagner ist, dessen Arbeiten ich wirklich im Detail erforscht habe. Wer sich bei ihm auskennt, wird vieles als zitierte Elemente wiederfinden, natürlich die Kirche am Steinhof, die Stadtbahnstationen am Karlsplatz, die Wien-Fluß-Verbauung… das wird ein wenig wie eine Otto-Wagner-Magic Box. Dieser Jugendstil ist für mich das Zeichen für jenes Wien um 1900, eine Zeit, die mich immer besonders fasziniert hat, nach der ich geradezu süchtig bin, in der ich am liebsten gelebt hätte, wenn ich es mir hätte aussuchen dürfen. Das war das Labor der Moderne, was man auf den Gebieten der Naturwissenschaften und Kunst vorantreiben konnte, ist da geschehen. Man trat in neue Zeiten und Welten ein – es muss eine herrlich turbulente Ära gewesen sein.

Und dazu passt „Parsifal“?

Perfekt! Wenn Sie bedenken, dass diese Gralsritter-Gemeinschaft ja zutiefst krank ist, und Amfortas ist da Patient Nr. 1. Gurnemanz als „guter Doktor“ und Klingsor als „böser Doktor“, wenn man so sagen will, stehen sich gegenüber, und die Heilung kann durch Analyse kommen. Auch Kundry ist Patientin in diesem Sanatorium, und schließlich haben gerade damals die Frauen so sehr um ihre Emanzipation gekämpft, das stimmt für mich mit der Figur zusammen…

Lesen Sie das gesamte Interview[1]

 

Nun zum Interview von Alvis Hermanis mit der „Wiener Zeitung“

Bleiben wir bei der Krankengeschichte: 

Warum müssen die Menschen in diesem Wien geheilt werden?

Ich würde sagen, dass jede moderne Gesellschaft Heilung nötig hat. Speziell die heutige. Unsere Gesellschaft ist krank. Wir leben in einer pragmatischen, rationalen Gemeinschaft – die „horizontale“ Ebene, wie ich sie nenne, ist sehr gut organisiert. Was uns fehlt, ist eine „vertikale“ Ebene, eine spirituelle. Wir sind auf Konsum fixiert, aber der kann die Menschen nicht glücklich machen. Nie zuvor waren die Leute so einsam – auch Menschen mit Familie, die nicht mehr genug mit ihren Kindern reden. Ich denke, in dieser Hinsicht hat die 68er-Bewegung Schaden angerichtet. Sie hat die Institution Familie zerstört. Für mich war das eine Generation der Narzissten und Egozentriker.

Zum Interview mit der „Wiener Zeitung“[2]

Jetzt muss ich aber wirklich aus den Regisseur aufpassen, denn Alvis Hermanis trägt sein Herz auf der Zunge. Mir gefällt das, aber auf mich kommt es erstens nicht an und zweitens war ich nie ein 68er. Aber in unserer Kritikerschar gibt es natürlich diese 68er. Meine Aufgabe wird sein, zwischen Kritik und persönlicher Abrechnung zu unterscheiden!

A.C.

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NEU IN UNSEREN KRITIKEN

WIEN/ Burgtheater: „DIE ORESTIE“. Premiere am 17.3.2017

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Copyright: Barbara Zeininger.

Zum Premierenbericht[3] von Renate Wagner

FOTOS aus dieser Produktion[4] (Barbara Zeininger)

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LINZ/ Musiktheater: „NACHRICHT VON SAM“   Musical von Dave Stewart/Glen Ballard und Bruce Joel Rubin nach dem Film von Paramount Pictures.. Premiere am 18.3.2014

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Riccardo Greco, Gernot Romic. Copyright: Reinhard Winkler/ Landestheater

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Ana Milva Gomes, Riccardo Greco. Copyright: Reinhard Winkler/Landestheater

Zum Premierenbericht[5] von Petra & Helmut Huber

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 Meine Musik. Prominente Gäste und ihre Lieblingsmusik: GÜNTHER GROISSBÖCK

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Günther Groissböck. Foto: Bayerische Staatsoper

Prominente Gäste kommen ins Studio und bringen ihre Lieblings-CDs. Im Gespräch mit BR-KLASSIK-Moderatoren verraten sie viel Persönliches – garantiert spannender als jede Fernseh-Talkshow. 

https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-972706.html[6]

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ANMERKUNGEN ZU DEN MAILÄNDER „MEISTERSINGERN“ (von Ulrike Messer-Krol)

LA SCALA : Die Meistersinger von Nürnberg – 16.März 2017

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Jacquelyn Wagner, Michael Volle. Copyright: Teatro alle Scala/ Brescia & Rudy Amisano

 Vorne weg, dort wird auch nur mit Wasser gekocht, und das schmeckt  nicht so gut wie unser kostbares Hochquell- Getränk.

 Der Kurier-Kritik muß ich leider voll zustimmen ( wenn auch nicht dem Ranking, Berlin  war zumindest schwungvoll ), sie ist im Ton  noch recht  liebevoll .

Jetzt ist die Inszenierung schon in Zürich kein Meisterwerk gewesen, aber in dem großen Haus wollte keine Stimmung aufkommen,  bei einer Szenerie, die stundenlang nur ein unterschiedlich behübschtes sich drehendes Stahlbaugerüst bietet, auch schwer herzustellen . Auffallend  die schwache Personenführung und das Rampensingen bei einer Art Premiere, die zwar  eingekauft aber doch neu einstudiert worden sein  dürfte. Es verbeugte sich zumindest das gesamte Produktionsteam zum freundlichen Schlußapplaus (  ein zaghaftes Buh ), der etwas andauerte, weil der Saal konsequent dunkel blieb. Nur Daniele Gatti wurde aufrichtig gefeiert, er hatte aber auch viel Mühe diesen langen Abend über.  Es gelang überhaupt nicht, die Routiniers unter den Sängern – Herr Volle ist ja so was wie der Hans Sachs vom Dienst-  oder den stimmgewaltigen Albert Dohmen, der seinen Veit  Pogner  diesmal als Herrscher  der Meistersinger zelebrierte, mit Rollenneulingen zu einem Team zu schmieden.

Vor allem das“ junge“ Paar blieb dabei auf der Strecke. Kein Bangen, kein Sehnen, trotz Fliederbusch  keine Frühlingsgefühle . Bei  der Eva von Jacquelyn Wagner war nomen leider kein omen,  die Stimme zu schwach für die  Scala mit gut 2000 Plätzen, da nutzten auch vier elegante Kostüme nichts. Michael Schade soll vorigen Sommer beim Festival  in Glyndebourne ein erfolgreiches Rollendebüt als Stolzing  gegeben haben,  aber dort fasst der Saal  eben “ nur“ 1200 Zuschauer.  Ein Glück für ihn, dass alle, die Piotr Beczala 2013 als Germont mit heftigen Mißfallenskundgebungen ein für alle Mal aus Mailand vertrieben haben, bei Richard Wagner zu Hause geblieben sind.  Schon im ersten Akt sind mir fast die Tränen gekommen beim Gedanken  an  „unseren“  Johan Botha  , von der Statur her beide  ja nicht ganz unähnlich und der gleiche Jahrgang.

Obwohl die erste Vorstellung, war sie bei weitem nicht ausverkauft, ich saß einsam in der Loge, viele waren schütter besetzt, was nach der Pause noch mehr auffiel. Als ich die Oberbilleteure dazu befragte, meinten sie nur, 18h Beginn wäre für Mailand unter der Woche viel zu früh. Aber meine Freundin konnte sich bei  einer halbszenischen Vorstellung von Porgy and Bess  im Nov.2016 auch in der ganzen Loge ausbreiten. Ohne Starbesetzung sind wohl  die Preise zu hoch, 300 Euro für  alle Plätze mit guter Sicht. Der rechte Platz in der 12er Loge, zweite Reihe kostet immerhin noch 235 ,-, in  Wien bei Premieren 130,-. Ich mußte den ganzen Abend allein bleiben, denn die Bekannten saßen  in der Galerie-90 Euro , noch höher als bei uns – auf zwei Stockwerke aufgeteilt. Das Publikum von oben darf nicht herunter , hat auch einen separierten Aufgang. Einsam saß auch Herr Pereira in der linken Proszeniumsloge. Er hat sich wohl  wehmütig an die drei Traviata-Vorstellungen die Tage davor erinnert, die er mit Anna Netrebko mindestens  doppelt so oft hätte verkaufen  können- was aber keine Kunst ist… Interessant, dass er, der Produktionen aus dem Ausland einkauft, dafür die noch nicht vier Jahre alte hauseigene in der eher mißlungenen Regie von Dmitri Tscherniakov  anscheinend entsorgt  und auf die „historische “ Inszenierung der Filmregisseurin Liliana Cavani ( Der Nachtportier) zurückgegriffen hat. Nicht ganz so alt wie unsere Tosca, die auch viele ersetzten wollen, aber doch schon aus dem Jahr 1990.

 Ulrike Messer – Krol

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HEUTE RIGOLETTO-PREMIERE IN FRANKFURT

Musikalische Leitung: Carlo Montanaro
Regie: Hendrik Müller


Brenda Rae (Gilda). Copyright: Monika Rittershaus


Mario Chang (Duca). Copyright: Monika Rittershaus


Quinn Kelsey (Rigoletto), Brenda Rae (Gilda. Copyright: Monika Rittershaus

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Stefan Lano übernimmt ab der Spielzeit 2017/18 die Position des 1. Kapellmeisters in Weimar

Der aus den USA stammende Dirigent und Komponist Stefan Lano wird 1. Kapellmeister des Deutschen Nationaltheaters (DNT) und der Staatskapelle Weimar. Der 65-jährige übernimmt die Position, die seit dem unerwarteten Tod von Martin Hoff Ende August 2016 vakant war, zum Beginn der Spielzeit 2017/18 für zunächst 3 Jahre.

Stefan Lano
Stefan Lano. Foto: Agentur

„Stefan Lano ist ein international anerkannter und erfahrener Künstler. Seine integrative Arbeitsweise und seine musikalische Versiertheit empfinde ich als großen Gewinn für unsere Staatskapelle, unser Opernensemble und unsere Arbeit in Weimar insgesamt.“ unterstreicht Generalintendant Hasko Weber diese personelle Entscheidung. „Mit GMD Kirill Karabits, Stefan Lano als 1. und Dominik Beykirch als 2. Kapellmeister verfügen wir damit über ein hervorragendes musikalisches Leitungsteam mit breit gefächerten Kompetenzen.“

Seit fast 30 Jahren überzeugt Stefan Lano weltweit sowohl im Konzertbereich als auch in der Oper mit ausdrucksstarken, leidenschaftlichen Interpretationen, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Dabei hat er sich insbesondere als viel gefragter Dirigent von Werken des Fin-de-Siecle und zeitgenössischer Musik, darunter zahlreiche Ur- und Erstaufführungen, etabliert. Von 2005 bis 2008 war Lano Generalmusikdirektor des Teatro Colón in Buenos Aires, dem er seit der ersten Zusammenarbeit 1993 bis heute eng verbunden ist. Von 2012 bis 2015 leitete er als Chefdirigent das National Symphony Orchestra von Urugay. Gastengagements führten ihn an renommierte Opernhäuser wie die Metropolitan Opera New York, die San Francisco Opera, die Dresdner Semperoper, die Hamburger Staatsoper, die Göteborger Oper und die Litauische Nationaloper. Zudem arbeitete er mit zahlreichen Orchestern in Europa, den USA und Südamerika zusammen. Seit 1995 lebt er in Basel und hat seit 2010 die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Anfang des Jahres war Stefan Lano am DNT drei Wochen vor der Premiere als Musikalischer Leiter der Neuproduktion von Alban Bergs Oper „Lulu“ eingesprungen. Nach dieser erstmaligen Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Weimar und dem Ensemble des DNT hatte auch er sich als einer von insgesamt 160 Dirigenten, von denen 15 zum Vordirigat eingeladen wurden, auf die ausgeschriebene Stelle des 1. Kapellmeisters beworben:

„Ausgerechnet ‚Lulu‘ zu dirigieren als erste Arbeit mit einem noch unvertrauten Orchester, ist keine leichte Unternehmung. Doch bereits während der ersten Probe wurde mir klar, vor was für einem außerordentlichen, hochkarätigen Orchester ich stand“, erinnert sich Stefan Lano an seine erste Begegnung mit der Staatskapelle Weimar. „Dazu spürte ich eine kollegiale Sympathie und Sinn für Humor, und mir kam der Gedanke, dass ich sehr gern mit diesem Orchester weiter arbeiten möchte. Gleichzeitig begegnete ich einem hervorragenden Sänger-Ensemble, unterstützt von sympathischen und begabten Repetitoren, und einem Theater-Team, das für mich im Besten Sinne gute deutsche Theater-Tradition verkörpert! Daher freue ich mich sehr über meine Anstellung und die damit verbundenen Aufgaben der kommenden Jahre in Weimar.“

In der Spielzeit 2017/18 wird Stefan Lano am DNT Weimar die Uraufführung des Auftragswerks „Das versunkene Schiff des Zauberers“ von Lin Wang (Premiere: 21.10.2017) und die Neuproduktion von Verdis Oper „Ein Maskenball“ (Premiere: 2.6.2018) musikalisch leiten. Zudem übernimmt er aus dem laufenden Repertoire die Dirigate des „Fidelio“ und der „Zauberflöte“. Bereits am 8./9. Oktober 2017 stellt er sich dem Publikum mit Werken von Maurice Ravel, Edouard Lalo und Arnold Schönberg auch im Sinfoniekonzert der Staatskapelle Weimar vor.

In der aktuellen Saison gibt es unter seiner Leitung noch vier weitere Vorstellungen der „Lulu“, die nächste bereits diesen Sonntag,  19. März, danach wieder am 6.4., 21.4. und zum letzten Mal am 12.5.2017. Und auch im Familienkonzert „Ali Baba und die 40 Streicher“ am 2. April, 16 Uhr im Großen Haus kann man Stefan Lano am Pult der Staatskapelle Weimar erleben.

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STAATSTHEATER WIESBADEN: Uraufführungen der Spielzeit 2017.2018

Oper »Schönerland« (Komposition: Søren Nils Eichberg)
Schauspiel »Wir werden unter Regen warten« (Regisseur und Autor: Ihsan Othmann)

Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, stellte zwei besondere Uraufführungen der kommenden Spielzeit 2017.2018 vor.
Die Oper »Schönerland« und das Schauspiel-Projekt »Wir werden unter Regen warten« kreisen um die Themen Flucht und Heimat. Eine zentrale Frage dabei ist, was eine europäische Kunstform darüber erzählen kann und wie sie hilft mit diesen Themen umzugehen.
Komponist Søren Nils Eichberg, Librettistin Therese Schmidt und Regisseurin Johanna Wehner sprachen über die Inhalte, Hintergründe und die Kompositionsarbeit an »Schönerland«, Autor und Regisseur Ihsan Othmann über »Wir werden unter Regen warten«.

»Schönerland«, Premiere am 16. September 2017
Das Hessische Staatstheater Wiesbaden feiert mit »Schönerland« in der Spielzeit 2017.2018 bereits die zweite Uraufführung eines Auftragswerks in der Oper seit Beginn der Intendanz Laufenberg. »Schönerland« ist eine Oper, die von der Suche nach Verstehen und Verständnis des Fremden handelt – in beide Richtungen.
Der junge dänisch-deutsche Komponist Søren Nils Eichberg, nominiert für den Deutschen Musikautorenpreis 2017, stößt in »Schönerland« eine Reflexion über die Kraft der Oper an. »Schönerland« ist Eichbergs zweite Oper nach seinem Opernerstling »Glare«, die am Royal Opera House in London uraufgeführt wurde. »Schönerland« ist ein Werk für großen Chor, acht Gesangssolisten und Sinfonieorchester. Das Libretto stammt von der Berliner Autorin und Musiktheater-Regisseurin Therese Schmidt. Die Regisseurin Johanna Wehner übernimmt die Insznierung der Uraufführung. Die Musikalische Leitung in »Schönerland« übernimmt Chordirektor Albert Horne, der zuletzt große Erfolge als Dirigent in »Peter Grimes« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden feierte.

»Wir werden unter Regen warten«, Premiere am 13. September 2017
»Wir werden unter Regen warten« ist ein Projekt über Flucht, Heimat und Zugehörigkeit des kurdischen Theatermachers Ihsan Othmann, der selbst 1992 als Deserteur der irakischen Armee nach Deutschland gekommen ist. Dem Wiesbadener Publikum ist er als Regisseur der Produktion »Die satanischen Verse« in der Spielzeit 2015.2016 bekannt und aktuell in der Sprechrolle des Bassa Selim in Mozarts »Die Entführung aus dem Serail« zu erleben.
Aus einem Mosaik von Einzelschicksalen entsteht in »Wir werden unter Regen warten« ein Panorama verschiedenster Themen: Die Frage nach der Existenz Gottes wird ebenso kontrovers diskutiert wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft oder die Ächtung von Homosexualität. Auf der Bühne: Sieben Tote. Sieben im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge. Sie alle – die jüdische Somalierin, der armenische Iraker, der transsexuelle Afghane, die in Syrien geborene Palästinenserin, der staatenlose Kurde, die Opernsängerin aus Teheran und der Derwisch-Tänzer aus der Türkei – erzählen Geschichten von zersplitterten Identitäten, von kulturellen Missverständnissen, Konfliktherden und Tabus. Ebenfalls auf der Bühne: Ein Lebender. Ein Landtagsabgeordneter der AfD, der mit seiner Yacht über den Ertrunkenen segelt und von der »Diktatur der Minderheiten« faselt. Woher kommst du? Warum bist du geflohen? Wie wirst du nach Europa gehen? Was wünschst du dir von der Zukunft? Aus diesen einfachen Fragen entsteht das neue Stück von Ihsan Othmann schmerzhaft, komisch und surreal.

Karten sind ab Donnerstag, den 20. April, um 10 Uhr an der Theaterkasse, telefonisch unter 0611. 132 325 oder online unter www.staatstheater-wiesbaden.de[7] erhältlich.
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Schlossfestspiele Langenlois 2017. DIE LUSTIGE WITWE Operette in 3 Akten von Victor Léon und Leo Stein. Musik: Franz Lehár 20. Juli – 12. August 2017, Schloss Haindorf
 

DIE LUSTIGE WITWE. Belebend – prickelnd – beschwingt! Mit dabei: Geld und Liebe, mondäne Eleganz und leidenschaftliche Musik.

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Erwin Belakowitsch, Cornelia Horak, Christoph Wagner-Trenkwitz. Copyright: KM _Westermann
 
Die elegante Inszenierung von Rudolf Frey wird am 20. Juli im Garten von Schloss Haindorf Premiere haben. In den Hauptrollen werden Volksopern-Diva Cornelia Horak und der vielfache Preisträger Erwin Belakowitsch zu sehen sein, die schon 2015 bei der Jubiläumsgala der Schlossfestspiele als Hanna Glawari und Graf Danilo aufgetreten sind. Und spätestens seit dieser vom Publikum begeistert aufgenommenen Vorstellung war klar: Wer das berühmte Duett „Lippen schweigen“ so singt wie diese beiden, hat alle Karten für ein Traumpaar der wohl beliebtesten und erfolgreichsten Operette Franz Lehárs in der Hand.
 
Dazu wird Christoph Wagner-Trenkwitz als Njegus sein komödiantisches Talent ausspielen und unter Beweis stellen, dass er nicht nur als ORF-Moderator (u.a. an der Seite Karl Hohenlohes beim Wiener Opernball) zu brillieren versteht.
 
In dieser „Geschichte einer Nacht“ wird von einem rauschenden Fest erzählt und von einem Paar, das nicht ohne einander, aber auch nicht miteinander kann, von einem bankrotten Operettenstaat und seiner illustren Gesellschaft.
 
Nahezu jede musikalische Nummer dieser Lehár-Operette ist ein Hit: Neben dem schon erwähnten „Lippen schweigen“ sind die Lieder „Ja, das Studium der Weiber ist schwer“, „Vilja, oh Vilja“ oder „Da geh‘ ich zu Maxim“ unvergessliche und ewig junge Melodien.
 
Die vielschichtigen Emotionen einer selbstbewussten Frau, die nicht als Studienobjekt einer geldgierigen Männerwelt taugt, werden musikalisch von Dirigent und Intendant Andreas Stoehr freigelegt, für die wirkungsvolle wie einfühlsame Inszenierung wird Regisseur Rudolf Frey verantwortlich zeichnen.  
 
 
 DIE LUSTIGE WITWE
 
Besetzung:  André Bauer (Baron Mirko Zeta, pontevedrinischer Gesandter in Paris)  Alexandra Flood (Valencienne, seine Frau)  Cornelia Horak (Hanna Glawari)  Erwin Belakowitsch (Graf Danilo Danilowitsch)  Franz Gürtelschmied (Camille de Rosillon)   Branimir Agovi (Vicomte Cascada)  Alexander Tremmel (Raoul de Saint-Brioche)  Dean Welterlen (Bogdanowitsch, pontevedrinischer Konsul)  Johanna Mucha (Sylviane, seine Frau)  Michael Weiland (Kromow, pontevedrinischer Gesandtschaftsrat)  Elizabeth Hagedorn (Olga, seine Frau)  Stan Meus (Pritschitsch, pontevedrinischer Oberst in Pension)  NN (Praškowia, Pritschitschs Frau)  Christoph Wagner-Trenkwitz (Njegus, Kanzlist)
 
Intendanz und musikalische Leitung: Andreas Stoehr Inszenierung: Rudolf Frey Produktionsleitung und Bühne: Niki Neuspiel Kostüme: Aleksandra Kica
 
Termine: Do, 20. (Premiere) / Fr, 21. / Sa, 22. / Sa, 29. Juli & Fr, 4. / Sa, 5. / Fr, 11. / Sa, 12. August 2017, Beginn jeweils 20.30 Uhr So, 6. August 2017, Beginn 17.30 Uhr Fr, 28. Juli 2017: ausverkauft
 
Ort: Schloss Haindorf, Krumpöck-Allee 21, 3550 Langenlois
 
Tickets: office@schlossfestspiele.at[8], Tel. 02734/3450 und www.oeticket.at [9]
 
Infos: www.schlossfestspiele.at [10]
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STAATSOPER BUDAPEST

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LINZ: Neue Lentos-Chefin Schmutz will Spagat schaffen =

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Lentos mit neuer Leiterin. Bildquelle: APA (Arcjov)/BARBARA GINDL

Linz (APA) – Die neue Chefin des Linzer Kunstmuseums Lentos, Hemma Schmutz, will den Spagat zwischen einem breiten und einem spezialisierten Publikum schaffen. „Wenn man nur noch für das breite Publikum arbeitet, verliert man das Kunstpublikum“, sagte Schmutz Samstagmittag zur APA. Die Kärntnerin wurde am Freitagabend als neue Chefin der Linzer Museen Nordico und Lentos bekanntgegeben.

Der genaue Start ihrer Tätigkeit wird erst vereinbart: „Ich bin Anfang nächster Woche in Linz und dann werden wir das besprechen.“

Die ehemalige Direktorin des Salzburger Kunstvereins und derzeitige Leiterin des Kunstraum Lakeside in Klagenfurt war überrascht, dass gleich nach den Hearings die Entscheidung getroffen wurde. Schmutz folgt Stella Rollig nach, die im Jänner an die Spitze des Wiener Belvedere gewechselt war.

 Angesprochen auf die Publikumszahlen, die Kritiker beim Lentos immer wieder als noch ausbaufähig bemängelt haben, sagte Schmutz:

„Es ist natürlich für jeden nachvollziehbar, dass ein Haus in dieser Größe den entsprechenden Response haben muss. Andererseits und das gibt es auch immer zu betonen, kann dies nicht das einzige Kriterium sein, nachdem man die Arbeit eines Museums beurteilt.“ Zu den Aufgaben eines Museums würden sehr viele Dinge, wie etwa die Forschung oder Aufbewahrung gehören, die nicht unbedingt Besucher bringen würden. Man könne auch nur dann längerfristig bestehen, wenn man den Spagat zwischen einem breiten und einem spezialisierten Publikum schaffe.

Es müsse im Spannungsfeld zwischen internationaler Ausrichtung und Einbindung des Kunstmuseums in die lokale Szene gearbeitet werden. Das im November startende VALIE EXPORT Center in der Linzer Tabakfabrik, wo es zum Start ein internationales Symposium und eine Ausstellung im Lentos geben wird, nannte Schmutz als „gutes Beispiel, auf das freue ich mich sehr“. Näheres zu ihren Plänen kann Schmutz aktuell noch nicht sagen: „Wenn ich in Linz zu arbeiten beginne, gibt es eine Programm-Pressekonferenz.“ Es gebe auch bereits Pläne, sie könne mit neuen Dingen frühestens Mitte des Jahres 2018 anfangen. Besonders wichtig ist Schmutz die Teamarbeit:

Man kann nur erfolgreich sein, wenn man in positiver und konstruktiver Weise im Team zusammenarbeitet.

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  1. Lesen Sie das gesamte Interview: http://der-neue-merker.eu/alvis-hermanis-wagner-ist-der-mount-everest
  2. Zum Interview mit der „Wiener Zeitung“: http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/buehne/880192_Unsere-Gesellschaft-ist-krank.html?em_view
  3. Zum Premierenbericht: http://der-neue-merker.eu/wien-burgtheater-die-orestie
  4. FOTOS aus dieser Produktion: https://photos.google.com/share/AF1QipOx8gkqJfAXShzzGeIQ_VPL7SIXRpVMMJGQLeHO9U2QXYR48btqEUwu9UZge_YGbw?key=VDFBZVA5S1lOSDB6Mm5RaXdBdzF2dEY4dkdBYTZB
  5. Zum Premierenbericht: http://der-neue-merker.eu/linz-musiktheater-nachricht-von-sam-musical-von-dave-stewartglen-ballard-und-bruce-joel-rubin-nach-dem-film-von-paramount-pictures-premiere
  6. https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-972706.html: https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-972706.html
  7. www.staatstheater-wiesbaden.de: http://www.staatstheater-wiesbaden.de
  8. office@schlossfestspiele.at: mailto:office@schlossfestspiele.at
  9. www.oeticket.at : http://www.oeticket.at
  10. www.schlossfestspiele.at : http://www.schlossfestspiele.at

Source URL: http://der-neue-merker.eu/infos-des-tages-sonntag-19-maerz-2017