INFOS DES TAGES (MONTAG, 20. MÄRZ 2017)

by ac | 20. März 2017 07:04

INFOS DES TAGES (MONTAG, 20. MÄRZ 2017)

NEU IN UNSEREN KRITIKEN

BERLIN/ Deutsche Oper: TOD IN VENEDIG. Premiere am 19.3.2017

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Paul Nilon als Aschenbach. Copyright: Marcus Lieberenz

Zum Premierenbericht[1] von Ingobert Waltenberger

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WIENER STAATSOPER: FAUST am 18.3.2017

Borras als Faust und Anita Hartig als Marguerite. Faust in "eleganter" Feinzwirn

Borras als Faust und Anita Hartig als Marguerite. Faust in „eleganter“ Feinzwirn. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zum Bericht[2] von Dominik Troger (www.operinwien.at[3])

Zum Bericht[4] von Peter Skorepa

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HAGEN: TSCHICK von Ludger Vollmer. Uraufführung. Premiere am 18.3.2017

Zum Bericht[5] von Christoph Zimmermann

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WIENER STAATSOPER: PREMIERE VON PARSIFAL – 30. MÄRZ 2017

Zur Premiere und Produktion

Am 30. März 2017 feiert Parsifal in einer Neuproduktion Premiere im Haus am Ring. Richard Wagners „Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen“, uraufgeführt 1882 im Bayreuther Festspielhaus, wird am Premierenabend zum 326. Mal auf dem Staatsopernspielplan stehen.

Musikalisch geleitet wird die Neuproduktion von Semyon Bychkov – die Premiere wird sein 37. Auftritt an der Wiener Staatsoper sein, wo er 1999 mit Elektra debütierte und außerdem noch bei Tristan und Isolde, Daphne (Premiere), Lohengrin (Premiere) und Chowanschtschina (Premiere) am Dirigentenpult stand.

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Alvis Hermanis. Copyright: Peter Skorepa

Die Inszenierung und das Bühnenbild der Neuproduktion stammen von Alvis Hermanis: Der in Riga geborene Regisseur, der unter anderem am Burgtheater, bei den Salzburger Festspielen, an der Mailänder Scala, der Münchner Staatsoper, bei den Wiener Festwochen, in Berlin, Zürich und in vielen weiteren europäischen Städten wirkte, debütiert mit dieser Arbeit an der Wiener Staatsoper.

Alvis Hermanis’ Inszenierungskonzept verlagert die Parsifal-Handlung in die Zeit vor den Ersten Weltkrieg und nach Wien. Denn diese Stadt, so Hermanis, war um 1900, was Kunst und Wissenschaft betrifft, ein „Laboratorium für die ganze restliche Welt“. Musik, Literatur, bildende Kunst, Architektur, Technik, Medizin, Forschung, nicht zuletzt die Psychoanalyse wurden an diesem Brennpunkt weitergebracht, Wien war das, was „Silicon Valley für das 21. Jahrhundert ist“, so Alvis Hermanis im Gespräch mit Oliver Láng für das Programmheft. Als Kunstgriff verbindet Hermanis den Kosmos des Wagnerschen Parsifal mit der Wiener Architekturwelt Otto Wagners, indem er in seinem Bühnenbild ganz konkrete Zitate aus dessen Bauten bringt. Zentral ist dabei der Krankenhaus-Komplex in Steinhof bzw. die Otto Wagner-Kirche. Die Suche nach dem Gral ist bei Hermanis auch eine Suche nach geistiger Entwicklung, und so sind Gurnemanz und Klingsor zwei Ärzte, die um die Vorherrschaft über den Geist ihrer Patienten ringen. Die Patienten wiederum – zu ihnen gehört Amfortas – befinden sich nicht nur in der Realität um 1900, sondern erspielen sich die historische Handlung der Oper als Therapie. Und so verbinden sich diese beiden Zeitschienen miteinander und die Konturen zwischen Spiel und Wirklichkeit, zwischen Schein und Sein verschwimmen. Wie in seiner Trovatore-Inszenierung in Salzburg, bei der scheinbar Unbeteiligte in eine Gemäldelandschaft eines Museums eintauchten, spielt Hermanis auch diesmal mit der Überlagerung unterschiedlicher Ebenen. Dabei soll sein Konzept nicht dogmatisch verstanden werden, sondern als eine mögliche Interpretation des Werks, eine mögliche, persönliche Erzählung der Geschichte.

Für die Kostüme zeichnet die lettische Kostüm- und Bühnenbildnerin Kristīne Jurjāne verantwortlich, für das Licht Gleb Filshtinsky und für die Videoprojektionen Ineta Sipunova – ebenso wie Regisseur Alvis Hermanis sind sie erstmals für die Wiener Staatsoper tätig.

Die Sängerbesetzung

Den Parsifal gibt Christopher Ventris, der die Partie an diesem Haus schon elfmal verkörpert hat. Weitere Rollen des in London geborenen Tenors an der Wiener Staatsoper waren Jim Mahoney (Premiere Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny), Siegmund (Die Walküre) und Andrei Chowanski (Premiere Chowanschtschina).

Erstmals wird KS Nina Stemme die Partie der Kundry singen. Die schwedische Sopranistin gestaltete im Haus am Ring eine Anzahl an zentralen Partien, wie etwa die Ariadne (Ariadne auf Naxos), Senta (Der fliegende Holländer – Premiere), Marschallin (Der Rosenkavalier), Minnie (La fanciulla del West – Premiere), Leonore (Fidelio), Tosca, Leonora (La forza del destino – Premiere), Isolde (Tristan und Isolde – Premiere), Sieglinde (Die Walküre), Brünnhilde (Die Walküre, Siegfried – Premiere, Götterdämmerung) und zuletzt Elektra (Premiere).

Als Amfortas ist erstmals am Haus der kanadische Bariton Gerald Finley zu hören, der an der Wiener Staatsoper 2012 als Conte d’Almaviva in Le nozze di Figaro debütierte und auch noch den Förster in der Premiere von Das schlaue Füchslein sang.

Jochen Schmeckenbecher gibt sein Rollendebüt am Haus als Klingsor. Er gestaltete an der Wiener Staatsoper unter anderem folgende Partien: Musiklehrer (Ariadne auf Naxos, u. a. in der Premiere 2011), Alberich (Das Rheingold, Siegfried, Götterdämmerung), Kurwenal (Tristan und Isolde – Premiere), Frank (Die Fledermaus) und Faninal (Der Rosenkavalier).

Der deutsche Bass Hans-Peter König – hier bisher als Daland im Fliegenden Holländer zu erleben – gestaltet den Gurnemanz.

In den weiteren Rollen sind die Staatsopern-Ensemblemitglieder Jongmin Park als Titurel (Rollendebüt am Haus); Benedikt Kobel und Ayk Martirossian als Gralsritter; Ulrike Helzel, Zoryana Kushpler, Thomas Ebenstein und Bror Magnus Tødenes als Knappen; Ileana Tonca, Olga Bezsmertna, Margaret Plummer, Hila Fahima, Caroline Wenborne und Ilseyar Khayrullova als Blumenmädchen und Monika Bohinec als Stimme von oben zu hören.

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 HEUTE: ORF : „kulturMontag“: August Diehl im Studio und wie sich Wiens Stadtbild radikal ändert

 Außerdem: Neue Heller-Doku zum 70. Geburtstag als Auftakt zur Heller-Nacht =

Im „kulturMontag“ präsentiert Clarissa Stadler am 20. März 2017 um 22.30 Uhr in ORF 2 einen Beitrag über das Schwinden der Gründerzeithäuser und das sich damit verändernde Stadtbild Wiens, begrüßt Schauspielstar August Diehl im Studio, um mit ihm über seine Titelrolle im Film „Der junge Karl Marx“ zu reden und zeigt, wie namhafte Köche ihre Küchen immer mehr zu Ateliers und sich selbst zu Künstlern machen.

Anschließend an das Magazin präsentiert ORF 2 um 23.20 Uhr anlässlich des 70. Geburtstags von André Heller das neue Filmporträt „Die wahren Abenteuer des André Heller“ als Auftakt einer abwechslungsreichen fünfteiligen Geburtstagsnacht mit vier weiteren Sendungen: die Mockumentary „Wer war André Heller“ (0.15 Uhr), gefolgt von den Dokumentationen „Ruf und Echo – André Heller“ (1.10 Uhr) und „Im Herzen des Lichts – Die Nacht der Primadonnen“ (1.40 Uhr) über musikalische Projekte des Ausnahmekünstlers. Den Abschluss bildet das Konzert „Stimmen Gottes“ (3.00 Uhr). Auch ORF III Kultur und Information widmet dem Jubilar einen Schwerpunkt. Infos zum Programmtag am 19. März und zu allen weiten Details des ORF-Schwerpunkts sind unter htto://presse.ORF.at abrufbar.

Abriss-Bescheid: Schwindende Gründerzeithäuser – Wie sich Wiens Stadtbild radikal ändert

Prunkvolle Fassaden, imposante Raumhöhen, reichlich Stuck im Innenraum: Gründerzeithäuser sind eine Zier in Wiens Stadtbild – und verschwinden immer mehr daraus. Zuletzt sorgten der Abriss des Hauses am Bauernmarkt 21 und die Abrisspläne für das ehemalige Hotel National im zweiten Bezirk für gehörig Aufregung. Vor allem in den Außenbezirken schwinden immer mehr historisch wertvolle Zinshäuser. Die Sanierung sei zu teuer, die Einnahmen seien zu gering, beklagen Eigentümer und Investoren und: Der für Altbauten geltende Richtmietzins sei viel zu gering bemessen. Dazu kommt ein nicht nur für Laien intransparentes System von Zu- und Abschlägen etwa für Lage, Stockwerk und Ausstattung der Wohnung mit allerlei Spezialregelungen. Häuser in so genannten Gründerzeitvierteln sind von Lagezuschlägen generell ausgenommen. Fatal: Für Sanierung und Instandhaltung von Gründerzeithäusern gibt es viel zu wenige steuerliche Anreize. Bisweilen bittere Konsequenz daraus: die technische Abbruchreife. Wenn es etwa über Jahre hinweg in offene Dachluken regnet, frisst dies an der Substanz, die Gebäude müssen aus Sicherheitsgründen geschleift werden. Die für Stadtplanung verantwortliche Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou sieht darin ein gesetzliches Schlupfloch, das sie schließen will: Sie fordert die Streichung der „technischen Abbruchreife“ aus dem Gesetz und darüber hinaus gemeinsam mit Wohnbau-Stadtrat Michael Ludwig eine Reform des Mietrechts. Welche Maßnahmen dabei greifen und gleichzeitig das Schwinden des Gründerzeit-Stadtbildes langfristig aufhalten können, hat der „kulturMontag“ bei Architekten, Juristen, Politikern und Investoren recherchiert.

Historien-Drama: Der junge Karl Marx – Schauspielstar August Diehl als Studiogast

August Diehl ist einer der intensivsten Darsteller seiner Generation. Unvergessen ist sein Kostja in Luc Bondys Inszenierung von Tschechows „Die Möwe“ – sein Durchbruch am Burgtheater. Als „Hamlet“ unter der Regie von Andrea Breth erspielte er sich den Theaterpreis Nestroy. Als Computer-Hacker Karl Koch wurde er in dem Film „23 – Nichts ist so wie es scheint“ zum Kino-Idol. Und jetzt spielt Diehl den Kapitalismus-Kritiker und Wegbereiter des Kommunismus Karl Marx. Was, den alten Mann mit dem Rauschebart? War der überhaupt einmal jung? – dies war auch Diehls erster Gedanke, als er das Rollenangebot bekam; von Marx existiert kein Jugendbildnis. Tatsächlich ist Diehl „Der junge Karl Marx“ in Raoul Pecks gleichnamigem Historiendrama. Der Film erzählt von Marx´ Freundschaft zu Friedrich Engels und wie es dazu kam, dass die beiden das Manifest der Kommunistischen Partei verfassten. Wie näherte sich Diehl der übergroßen historischen Figur und was treibt ihn bei der Arbeit an? Der „kulturMontag“ stellt den Film vor, August Diehl ist live zu Gast im Studio.

Chef-Sache: Der Koch als Künstler – Die Küche als neues Atelier

Dem Dänen René Redzepi und seinem mehrfach zum weltbesten Gourmet-Tempel gekürten Restaurant „Noma“ ist jetzt die gleichnamige Kino-Doku gewidmet. Das Motto: der Koch als Provokateur oder gar als Künstler. Auch in Österreich mutiert die Küche zum neuen Atelier von innovativen Freigeistern, die das kulinarische Erlebnis zum Gesamtkunstwerk ausweiten. Der „kulturMontag“ besucht Shootingstar Milena Broger in Lech bei einem Koch-Event auf 1.500 Metern Seehöhe. Koch und Künstler inspirieren einander auch in der multimedialen Performance „WÜRFELN III“ von Karl Karner und Linda Samaraweerovà. Für das Donaufestival verwandeln die beiden Ende April gemeinsam mit dem Patissier Dominik Fitz eine Landschaft aus essbaren und nicht genießbaren Skulpturen zur irritierenden interaktiven Publikumsperformance.

Der „kulturMontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at[6]) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III, ORF SPORT + sowie 3sat – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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100 Year Old Conductor, Maestro Anton Coppola to Lead Opera Tampa (Florida) in Concert, 3/25

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Anton Coppola wird am Dienstag 100

MEHR INFOS[7]

Das Programm nennt sich FRA FO CO – zu Ehren seines Neffen Francis Ford Coppola, im Programm. Höhepunkte von Coppolas Oper „Sacco & Vanzetti (Uraufgeführt 2001 in der Oper von Tampa/Florida

DIE SOLISTEN
JESSICA BEST  / MEZZO SOPRAN
ADAM SIEGEL/TENOR
LISA HOUBEN /SOPRAN
STEFANOS KORONEOS/ BARITON
DIANA MAC VEY/ SOPRAN
CLEYTON PULZI/TENOR
MARK WALTERS/ BARITON

Opera Tampa presents Coppola Conducts: 100 Years Young
Saturday, March 25 at 7 p.m.
Ferguson Hall at the Straz Center
Regularly priced tickets are $48.50-$78.50

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Festspielhaus Füssen meldet sich nach Insolvenz zurück

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Der reguläre Spielbetrieb im Festspielhaus Füssen soll im Juni starten: Bildquelle: APA (dpa)/Karl-Josef Hildenbrand

Füssen (APA/dpa) – Das Festspielhaus in Füssen startet nach der Insolvenz im vergangenen Jahr Anfang April in die neue Saison. Zum Auftakt wollen die neuen Betreiber des Hauses in der Nähe des Märchenschlosses Neuschwanstein am 1. und 2. April ein Drei-Gänge-Menü mit musikalischem Begleitprogramm sowie einen Jazz-Frühschoppen präsentieren. Diese beiden Wochenendveranstaltungen sollen nur „zum Hineinschnuppern“ sein.

Der reguläre Spielbetrieb soll im Juni starten. Derzeit werde das Programm zusammengestellt, sagte Intendant Florian Zwipf. In Zukunft soll auch wieder das Musical „Ludwig2“ gezeigt werden. Dies werde aber nur ein Bestandteil des wechselnden Kulturangebots sein.

Das Festspielhaus wurde im November 2016 vom Insolvenzverwalter an die Investoren Manfred Rietzler und Jan Dieter Leuze verkauft.

Dem Theater stand damals die Zwangsversteigerung bevor.

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Opéra de Lyon: Pressekonferenz Serge Dorny am 18.3.2017

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Opéra de Lyon. Foto: Wikipedia

Ein Jahrhundert ist seit dem Jahr 1917 vergangen, das von manchen Historikern als eigentlicher Beginn des 20. Jahrhunderts angesehen wird. In dieses Jahr fallen die Wende im Ersten Weltkrieg, der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten und die Russische Revolution. Geschichten von Kriegen und von Königen, von Opfern und von Unterdrückern, heute so aktuell wie eh und je, haben sie alle in der Saison 2017/18 an der Opéra de Lyon ihren Platz.

Nur wenige Stunden vor Beginn der Premiere von „Tristan und Isolde“ stellte der Intendant der Opéra de Lyon, Serge Dorny, den Spielplan des von ihm seit Jahren erfolgreich geleiteten Opernhauses vor.

Eröffnet wird die neue Spielzeit am 9. Oktober mit einer szenischen Aufführung von Brittens „War Requiem“. Benjamin Britten hat dieses Werk als Geste der Versöhnung zwischen den ehemals verfeindeten Weltkriegsmächten komponiert. Die Uraufführung fand zur Einweihung der wieder aufgebauten, von den Deutschen im 2. Weltkrieg zerbombten Kathedrale von Coventry statt. Britten hat dieses Werk für die Stimmen von Galina Wischnewskaja (Russland), Peter Pears (England) und Dietrich Fischer-Dieskau (Deutschland) geschrieben, und die Oper von Lyon möchte nun bei dieser szenischen Aufführung diese Einteilung mit nur einer kleinen Abweichung beibehalten. Es werden singen: Ekaterina Scherbachenko (Russland), Paul Groves (USA) und Jochen Schmeckenbecher (Deutschland). Der neue Chefdirigent Daniele Rustioni wird am Pult stehen und inszenieren wird der japanische Regisseur Yoshi Oida, der gerade zwölf Jahre alt war, als die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden.

Zwar kein Kriegsopfer, aber eine Unterdrückte ihrer Familie ist Angelina in „La Cenerentola“. Man darf gespannt sein, was Stefan Herheim, der zum ersten Mal eine Rossini-Oper inszenieren wird, so alles einfallen wird. Seine fabelhafte Inszenierung von Dvoráks „Rusalka“ ist ja in Lyon noch in bester Erinnerung. Michèle Losier wird die Titelrolle singen, Cyrille Dubois den Don Ramiro, Nikolay Borchev den Dandini, Renato Girolami den Don Magnifico und Simone Alberghini den Alidoro, Dirigent: Stefano Montanari (Premiere am 15. Dezember 2017).

Nachdem Serge Dorny vor kurzer Zeit Franz Schrekers „Die Gezeichneten“ in Lyon erfolgreich zur französischen Erstaufführung gebracht hat, wird nun eine weitere wichtige deutsche Oper der Zwischenkriegszeit zum ersten Mal in Frankreich aufgeführt werden: „Der Kreidekreis“ von Alexander von Zemlinsky. Die Uraufführung dieser Oper sollte ursprünglich gleichzeitig in Frankfurt, Berlin, Köln und Nürnberg stattfinden. Doch die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verhinderte dies und so wurde die Oper schließlich im Oktober 1933 in Zürich erstmals aufgeführt. Diese märchenhafte Oper erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das von seinen Eltern verkauft und schließlich Prinzessin wird. Es ist sowohl ein politisches Werk, das Elend, Unterdrückung, Machtmissbrauch und Korruption anprangert als auch eine zeitlose Parabel über Gerechtigkeit und Schicksal ist. In Szene setzen wird Zemlinskys letzte vollendete Oper Richard Brunel. Unter der musikalischen Leitung von Lothar Koenigs werden u.a. singen: Lauri Vasar, Martin Winkler, Nicola Beller Carbone, Stephan Rügamer und Hedwig Fassbender (Premiere: 20.1.2018).

Das alljährliche Festival im März/April wird diesmal Giuseppe Verdi gewidmet sein. Kriege und Könige kommen in dessen Werken ja besonders häufig vor. Ausgewählt wurden drei Werke: „Macbeth“ in einer Wiederaufnahme der Produktion von Ivo van Hove aus dem Jahr 2012 (mit Elchin Azizov in der Titelpartie und Susanna Branchini als Lady Macbeth, Roberto Scandiuzzi als Banquo und Arseny Yakovlev als Macduff), „Attila“ (konzertant mit Dmytry Ulyanov in der Titelpartie, Alexey Markov als Ezio, Tatiana Serjan als Odabella und Riccardo Massi als Forresto) sowie „Don Carlos“ in der französischen fünfaktigen Fassung von 1867 (wobei man allerdings die von Verdi nach der Generalprobe für die Uraufführung gestrichenen Passagen wieder einfügen will). In einer Neuinszenierung durch Christophe Honoré werden u.a. singen: Michele Pertusi (König Philipp), Sergey Romanovsky (Don Carlos), Stéphane Degout (Posa), Roberto Scandiuzzi (Großinquisitor), Sally Matthews (Elisabeth de Valois) und Eve-Maud Hubeaux (Prinzessin Eboli). Sämtliche Verdi-Opern werden vom neuen Chefdirigenten Daniele Rustioni dirigiert werden.

Für 19. Mai 2018 ist die Uraufführung der Oper „GerMANIA“ des russischen Komponisten Alexander Raskatov (Jahrgang 1953) geplant. Die nunmehr zweite Oper dieses Komponisten wird in deutscher und russischer Sprache gesungen und entnimmt ihr Thema zwei Stücken des Theaterautors Heiner Müller (dem zwischen 1956 und 1971 verfassten „Germania Tod in Berlin“ und „Germania 3 Gespenster am toten Mann“, seinem letzten Werk). Unter den 37 Personen, die in diesem Werk auftreten werden, befinden sich auch Hitler und Stalin. Die Figur Stalins wird von einem tiefen Bass in der russischen Tradition gesungen, der sich mit extremer Langsamkeit und bleierner Unbeweglichkeit ausdrückt. Hitler ist wiederum ein Heldentenor wagnerischen Zuschnitts, der sich in den höchsten Tönen bewegt. John Fulljames, der schon 2016 die Uraufführung der Oper „Benjamin, dernière nuit“ von Michel Tabachnik in Lyon erfolgreich aus der Taufe gehoben hat, wird inszenieren, am Pult wird der junge Dirigent Alejo Pérez stehen.

Am 25. Juni 2018 folgt dann noch eine Neuinszenierung von Mozarts „Don Giovanni“ durch David Marton, der in Lyon mit seinen Inszenierung von „Capriccio“ von Richard Strauss, „Orpheus und Eurydike“ von Gluck und „La damnation de Faust“ von Berlioz für Aufsehen gesorgt hat. Unter der musikalischen Leitung von Stefano Montanari werden u.a. singen: Philippe Sly den Don Giovanni, Kyle Ketelsen den Leporello, Julien Behr den Don Ottavio und Eleonora Buratto die Donna Anna.

Ergänzend werden noch Kurzopern aufgeführt („Mozart und Salieri“ von Rimsky-Korssakow, „Tagebuch eines Verschollenen“ von Janácek in einer szenischen Aufführung, „Dornröschen“ von Ottorino Respighi, „Die Geschichte vom Soldaten“ von Strawinsky).

Konzerte und Ballettabende ergänzen das Programmangebot. Die Auslastung der Opern liegt bei 90%, was angesichts des unkonventionellen Spielplans doch als Riesenerfolg anzusehen ist.

Auch die neue Spielzeit dürfte wieder spannend werden.

Walter Nowotny
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BUCHPRÄSENTATION AM MITTWOCH, 22. MÄRZ UM 18,30 h IM „SOSHANA-BILDERDEPOT“ IN 1150 WIEN, CLEMENTINENGASSE 24/EG

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VERANSTALTUNGSTIPP FÜR MITTWOCH – 22. MÄRZ „MERKER-KUNSTSALON“ IM FESTSAAL GATTERBURGGASSE 14

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GANZ DRINGENDER VERANSTALTUNGSHINWEIS FÜR DONNERSTAG, 23. MÄRZ IN DER „KUNST-WERK-GALERIE“ DES ONLINE-MERKER

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Literaturnobelpreisträger Derek Walcott gestorben =

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Walcott wurde 87 Jahre alt. Bildquelle: APA (AFP)/PEDRO REY

Castries (APA/dpa) – Die Karibik hat einen ihrer sprachgewaltigsten Poeten verloren: Literaturnobelpreisträger Derek Walcott starb am Freitag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Cap Estate auf der Karibikinsel St. Lucia. „Seine Familie und Freunden werden ihn sehr vermissen“, schrieben seine Töchter Elizabeth Walcott-Hackshaw und Anna Walcott-Hardy in einer Stellungnahme.

Walcott galt als Mittler zwischen karibischem Lebensgefühl und westlicher Kulturtradition. 1992 war er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. Er werde „für ein poetisches Werk großer Leuchtkraft“ ausgezeichnet, das von der historischen Vision eines multikulturellen Engagements getragen werde, begründete das Nobel-Komitee damals seine Entscheidung. „In ihm hat die westindische Kultur ihren großen Dichter gefunden.“

Die internationale Schriftstellervereinigung PEN bedauerte Walcotts Tod. „Er war zweifellos ein handwerklicher Meister. Ein Dichter, der Ton und Bild nahtlos aneinanderfügte“, sagte Exekutivdirektor Carles Torner. Er habe einen großen Einfluss auf die zeitgenössische Literatur gehabt, sagte PEN-Präsidentin Jennifer Clement.

„Die Kulturgemeinde, St. Lucia und die Welt haben eine literarische Ikone verloren“, hieß es im Nachruf der Stiftung für kulturelle Entwicklung. „Er war immer sehr offen, was die Kultur und das Erbe der Insel angeht. Seine Liebe für St. Lucia und die Karibik war offensichtlich.“

 Walcott habe seit längerem an einer schweren Krankheit gelitten und eine Dialyse-Behandlung gemacht, sagte ein Freund der Familie der Zeitung „St. Lucia Times“. Er sei einige Zeit im Krankenhaus gewesen und erst kürzlich entlassen worden.

„Er war ein karibischer Patriot“, sagte Premierminister Allen Chastanet. „Sein Tod ist ein großer Verlust für St. Lucia und die Welt.“ Er habe angeordnet, die Nationalflaggen in dem Karibikstaat bis kommenden Dienstag auf halbmast zu setzen.

 Walcott veröffentlichte mehr als 20 Gedichtbände und über 30 Theaterstücke. Als sein wichtigstes Werk gilt das 1990 publizierte Versepos „Omeros“, eine Adaptation des Trojanischen Kriegs als sozialer Konflikt zwischen Fischern in der Karibik. Bei Kritikern galt er als „zeitgenössischer Homer“.

An der Boston University gründete er 1981 die Theatergruppe Boston Playright’s Theatre. Von 2010 bis 2013 lehrte er Poesie an der Universität von Essex in Großbritannien. Nach Jahren im Ausland lebte er zuletzt wieder überwiegend auf seiner Heimatinsel St. Lucia.

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HEUTE: Zuckersüßer „ORF III Themenmontag“ mit u. a. „Die große Zuckerlüge“ und „Das Geheimnis hinter Zucker“

Außerdem: „Wiener Vorlesungen“ zur These des Zivilisationsprozesses

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information beleuchtet am „Themenmontag“, dem 20. März 2017, in drei Dokumentationen das kristalline Lebensmittel Zucker und seine Auswirkungen. Zunächst deckt „Die große Zuckerlüge“ (20.15 Uhr) die Machenschaften der damit verbundenen Industrie auf. Jahrzehntelang ist es dieser gelungen, Verbraucherinnen und Verbraucher zu täuschen, indem die gesundheitsschädliche Wirkung von übermäßigem Zuckerkonsum bewusst verschwiegen oder sogar geleugnet wurde. Mit derselben Thematik beschäftigt sich die darauffolgende Dokumentation „Das Geheimnis hinter Zucker“ (21.45 Uhr), die der Frage nachgeht, ob die Zuckerindustrie heute ähnliche Verhaltensmuster zeigt wie die Tabakindustrie vor zehn Jahren. Verbindungen des Süßstoffes zu Krankheiten wie Fettsucht, Herzkrankheiten, aber auch Krebs und Alzheimer werden derzeit untersucht. Dabei ist fraglich, warum es kaum Warnhinweise bezüglich eines übermäßigen Konsums gibt. Der dritte Teil des „Themenmontags“ begibt sich mit „Coca Cola – Die geheime Formel“ (22.35 Uhr) auf die Suche nach einer der geheimsten Rezepturen der heutigen Geschäftswelt. Die Erfindung eines US-Apothekers aus dem Jahr 1886 schuf den Erfolg einer der bekanntesten Marken der Welt. Eineinhalb Milliarden Flaschen des Getränks werden jeden Tag getrunken. Für das Jahr 2020 hat sich die Firma das ehrgeizige Ziel gesetzt, drei Milliarden Flaschen pro Tag zu verkaufen.

In einer neuen Ausgabe der „Wiener Vorlesungen“ (23.35 Uhr) steht abschließend die Frage „Geschichte – Ein Prozess der Zivilisation?“ zur Debatte. Hubert Christian Ehalt diskutiert gemeinsam mit Margareth Lanzinger vom Institut für Geschichte der Universität Wien und Markus Reisenleitner vom Department of Humanities der York University Toronto über die These des Zivilisationsprozesses Diese besagt, dass die Beziehungen der Menschen untereinander zwischen dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit friedlicher und kultivierter geworden sind.

Die ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at[6]) stellt alle ORF-III-Sendungen, für die entsprechende Lizenzrechte vorhanden sind, als Live-Stream und als Video-on-Demand bereit.

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  1. Zum Premierenbericht: http://der-neue-merker.eu/berlin-deutsche-oper-tod-in-venedig-von-benjamin-britten-premiere
  2. Zum Bericht: http://www.operinwien.at/werkverz/gounod/afaust7.htm
  3. www.operinwien.at: http://www.operinwien.at
  4. Zum Bericht: http://der-neue-merker.eu/wien-staatsoper-charles-gounod-faust
  5. Zum Bericht: http://der-neue-merker.eu/hagen-tschick-von-ludger-vollmer-urauffuehrung-premiere
  6. http://TVthek.ORF.at: http://TVthek.ORF.at
  7. MEHR INFOS: https://www.google.at/amp/www.broadwayworld.com/articleamp.cfm%3Fcolid%3D1566221%26ModPagespeed%3Doff

Source URL: http://der-neue-merker.eu/infos-des-tages-montag-20-maerz-2017