INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 15. NOVEMBER 2017)

by ac | 15. November 2017 06:47

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 17. NOVEMBER 2017)

WIEN: Plagiatsverfahren gegen Roscic eingestellt
Die Universität Wien hat das Plagiatsverfahren gegen den designierten Staatsopernchef Bogdan Roscic eingestellt. Roscic kann seinen Doktortitel damit behalten.

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FESTSPIELHAUS ST. PÖLTEN: ERWIN SCHROTT & FRIENDS *** CUBA AMIGA ***
Musik/Latin/Vokal

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© Thommy Mardo
Eine Liebeserklärung an die lateinamerikanische Musik in all ihren Facetten:
Von Samba bis Salsa, von Bolero bis Tango
Samstag, 25. November 2017, 19.30 Uhr, Großer Saal

Ursprünglich im klassischen Fach beheimatet, sorgte Erwin Schrott schon mit seinem preisgekrönten Programm „Rojotango“ weltweit für Begeisterung. Die konsequente Weiterführung präsentiert der Bassbariton am Samstag, 25. November 2017 unter dem klingenden Titel „Cuba Amiga“ im Festspielhaus St. Pölten. Auf den Spuren der Tango-Legende Carlos Gardel begibt sich der charismatische Sänger auf eine Reise durch die Klangwelten Südamerikas. „Cuba Amiga“ ist eine mitreißende Hommage auf Gardel und eine Liebeserklärung an die lateinamerikanische Musik, die in all ihren Facetten gewürdigt wird: von Samba bis Salsa, von Bolero bis Tango.

Ein Einführungsgespräch findet am Samstag, 25. November 2017 um 18.30 Uhr im Kleinen Saal in Anwesenheit von Erwin Schrott statt. Für Besucherinnen und Besucher aus Wien wird auch bei dieser Veranstaltung ein Shuttle-Service angeboten (Abfahrt 17.00 Uhr, Operngasse 4).

Die detaillierte Setlist dieses stimmungsvollen Liederabends finden Sie, ebenso wie druckfähige Fotos und eine Biografie von Erwin Schrott, unter http://www.festspielhaus.at/de/presse/medieninformationen-saison-2017-2018 zum Download bereitgestellt.

Bereits am 24.11. in der Wiener Hofburg: Hofburg-Konzert AUSGEBUCHT! 

Erwin Schrott füllt CARE-Pakete für Kinder in Ostafrika

Durch die Dürre ist das Überleben von mehr als 26 Millionen Menschen in Ostafrika gefährdet. Allein in Somalia leiden mehr als 360.000 Kinder unter Mangelernährung. Die Hilfsorganisation CARE verteilt als Soforthilfemaßnahme Aufbaunahrung für Kleinkinder und Babies, Trinkwasser und CARE-Pakete mit Bohnen, Mais und Öl für Familien. CARE hilft aber auch mit langfristigen Maßnahmen vor allem im landwirtschaftlichen Bereich. Die Hilfe von CARE konnte bisher rund 2,5 Millionen Menschen erreichen.

Der Opernstar Erwin Schrott unterstützt im Rahmen eines (ausgebuchten) Benefizkonzerts mit dem „Cuba Amiga Orchestra“ am 24. November in der Wiener Hofburg die Ostafrika-Nothilfe von CARE Österreich. Er wird beim Pressetermin ein CARE-Paket füllen und schildern, wieso ihm die Situation in Ostafrika ein persönliches Anliegen ist.

CARE Österreich dankt dem Hauptsponsor des Konzerts CC Real / MillenniumCity / Wien Mitte – The Mall sehr herzlich.
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WIENER STAATSOPER: FOTOS VOM LIEDERABEND KRASSIMIRA STOYANOVA (13.11.2017)

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Jendrik Springer, Krassimira Stoyanova. Copyright: Ashley Taylor/ Wiener Staatsoper

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Jendrik Springer, Krassimira Stoyanova. Copyright: Ashley Taylor/ Wiener Staatsoper

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WIEN/ THEATER IN DER JOSEFSTADT: VOR DER PREMIERE „PROFESSOR BERNHARDI“ (Premiere am Donnerstag, 16.11.)


Michael Schönborn, Herbert Föttinger. Copyright: Barbara Zeininger

Regie: Janusz Kica
Bühnenbild und Kostüme: Karin Fritz
Dramaturgie: Ulrike Zemme, Leonie Seibold
Licht: Manfred Grohs

Dr. Bernhardi, Professor für interne Medizin, Direktor des Elisabethinums: Herbert Föttinger
Dr. Ebenwald, Professor der Chirurgie, Vizedirektor am Elisabethinum: Florian Teichtmeister
Dr. Cyprian, Professor für Nervenkrankheiten am Elisabethinum: André Pohl
Dr. Pflugfelder, Professor für Augenkrankheiten am Elisabethinum: Michael König
Dr. Filitz, Professor für Frauenkrankheiten am Elisabethinum: Christian Nickel
Dr. Tugendvetter, Professor für Hautkrankheiten am Elisabethinum: Michael Schönborn
Dr. Löwenstein, Dozent für Kinderkrankheiten am Elisabethinum: Johannes Seilern
Dr. Schreimann, Dozent für Halskrankheiten am Elisabethinum: Wojo van Brouwer
Dr. Adler, Dozent für pathologische Anatomie am Elisabethinum: Peter Scholz
Dr. Oskar Bernhardi, Assistent Bernhardis am Elisabethinum: Nikolaus Barton
Dr. Kurt Pflugfelder, Assistent Bernhardis am Elisabethinum: Alexander Absenger
Dr. Wenger, Assistent Tugendvetters am Elisabethinum: Alexander Strömer
Hochroitzpointner, Kandidat der Medizin am Elisabethinum. Holger Schober
Ludmilla, Krankenschwester am Elisabethinum: Alma Hasun
Professor Dr. Flint, Unterrichtsminister: Bernhard Schir
Hofrat Dr. Winkler, im Unterrichtsministerium: Martin Zauner
Franz Reder, Pfarrer der Kirche zum Heiligen Florian: Matthias Franz Stein
Dr. Goldenthal, Verteidiger: Michael Dangl
Alexander Strobele
Dr. Feuermann, Bezirksrat in Oberhollabrunn: Oliver Rosskopf
Kulka, ein Journalist: Patrick Seletzky


Mathias Franz Stein, Herbert Föttinger. Copyright: Barbara Zeininger


Versammelte Ärzteschaft. Copyright: Barbara Zeininger


Wojo van Brouwer, Florian Teichtmeister. Copyright: Barbara Zeininger

Josefstadt-Chefdramaturgin Ulrike Zemme 61-jährig verstorben =

 

Wien (APA) – Ulrike Zemme, Chefdramaturgin des Theaters in der Josefstadt, ist am Dienstag im Alter von 61 Jahren gestorben. Wie das Theater mitteilte, erlag die gebürtige Linzerin einer kurzen, schweren Krankheit. Zemme galt als „eine der erfolgreichsten Übersetzerinnen russischer Theaterliteratur“ und war an vielen Ur- und Erstaufführungen in der Josefstadt beteiligt.

 

„Wir haben ihr viel zu verdanken“, wird Intendant Herbert Föttinger zitiert. „Ullis Tod kommt für uns Josefstädter völlig unvermittelt in den Endproben zu ‚Professor Bernhardi‘, ihrer letzten Dramaturgie. Das Ensemble und alle Mitarbeiter widmen ihr diese Premiere.“

 

Ulrike Zemme wurde in Linz geboren und studierte Slawistik und Germanistik an der Universität Salzburg. Von 1989 bis 1995 war sie Produktionsdramaturgin am Wiener Burgtheater, wo sie u.a. die Tschechow-Dramen „Iwanow“ und „Kirschgarten“ für Peter Zadeks Inszenierungen sowie „Sonnenuntergang“ von Isaak Babel für Dieter Giesings Inszenierung am Akademietheater übersetzte. Seit 1998 war sie Dramaturgin am Theater in der Josefstadt, wo sie seit der Direktion Föttinger Leiterin der Dramaturgie war. Hier war sie auch für viele erfolgreiche Dramatisierungen verantwortlich und erstellte etwa die erfolgreiche Bühnenfassung zu Daniel Glattauers Romanen „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“.

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POLITSATIRE: DORNRÖSCHEN UND DIE DREI TAPFEREN ZWERGLEIN

von Meinhard Rüdenauer

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Es ging die Sage im Land vom schönen schlafenden Dornröschen, denn so ward die Königstochter benannt, welche nach dem Tode ihres Vaters, des gutherzigen Königs, die Regentschaft übernehmen hätte sollen. Doch vom bösen Magier Grasserl von Schuesselrohe ist Dornröschen durch mehrere Stiche einer mit einer ordentlichen Dosis Glyphosat gefüllten Spritze, oder mit welch modischer Droge auch immer, infiziert und in einen tiefen Schlaf versenkt worden. Denn Schuesselrohe, einer der heimischen Lügenbarone, wollte alle Macht an sich reißen. Wollte verhindern, dass Dornröschen nun die Thronfolge antreten würde, um segensreich auf die Bedürfnisse und Nöte der Menschen im Lande einzugehen. Doch das gemeine Volk, aufgewirbelt und getragen von reinsten Empathien für die schöne Prinzessin, konnte bewirken, dass Dornröchen nach einigen Jahren nun aus ihrem Tiefschlaf erwachen wird.

In diesen Tagen entschlossen sich auch die sieben Zwerge, die in den hohen Bergen nach Erz hackten, ebenso aber auch alle Alpenwanderer freundlichst bedienten, sich auf den Weg zu machen, um nach neuem Lebensglück, nach einer feineren Lebenskultur zu suchen. Kultur, das ist das Wort gewesen, welches sie immer wieder aus fremden Munde gehört hatten – aber nicht so genau einzuschätzen wussten, was dies auch bedeuten könnte.

Den weitesten Weg vermochten die drei mutigsten, tapfersten der sieben kleinen Alpenländler zurückzulegen. Es waren deren gewaltigen Wortführer, nämlich Goldkurzchen, Silberkernchen und Rumpelstolz. Als sich die drei Zwerglein auf staubiger Landstraße der großen Stadt näherten, merkten sie aus der Ferne eine gewaltige Dornenhecke, welche die königliche Burg umhüllte.

Doch als sie dieses rauhe Gestrüpp zu durchdringen versuchten, waren es lauter große, schöne Blumen, und die taten sich von selbst auseinander. Denn die Stunde des Erwachens war für Dornröschen gekommen.

Und wie sie vor dem noch sanft schlummernden Dornröschen standen, wurden sie von deren Schönheit völlig überwältigt.
„Diese Schönheit, diese Königstochter, die muss ich besitzen“, Goldkurzchen dachte so. Silberkernchen dachte so. Rumpelstolz ebenso: „Ja, wenn ich sie in meinem Besitz bekommen würde, hätte ich alle Macht im Lande!“ Alle drei hüpften gleichzeitig auf das königliche Bettchen zu, um ihr auf den Mund zu küssen. Dornröschen schlug ihre Äuglein auf, wich mit ihrem Köpfchen zurück, hielt beide Hände vor ihr Gesicht und war völlig überrascht: „Nun, ihr Zwerge, wartet mal, ihr seid mir aber eigenartige Geschöpfe …. was versteckt ihr hinter eurem so aufdringlich freundlichem Lächeln?“ Goldkurzchen, Silberkernchen und Rumpelstolz waren sich  nun bewusst, dass sie sich von ihrer allerbesten Seite zeigen müssten. Doch wie sie sich nun gegenseitig in die Augen sahen, merkten sie, dass bei jedem von ihnen ein Glitzern begann, welches das Gieren nach der ganzen Macht im Lande verspüren ließ. Vorbei ist es nun mit der Zwergerlgemeinschaft gewesen.

Der eine versuchte den anderen schlecht zu  machen. Gestritten, gepoltert, verleumdet wurde. Dornröschen hatte ihre Zweifel, war sich schnell bewusst, dass hier so einiges aus dem rechten Lot geraten ist. Jedoch …. eine neuer Prinz muss her, um das Wirken und Treiben auf den Wiesen, Feldern und in den Bergen nicht so völlig verfallen zu lassen. Sie verspürte, dass ihr eine Macht gegeben war. Gegeben durch die Reinheit ihres Herzens. Vor allem aber durch die in blutigen Kämpfen bestätigte Historie ihres edlen Geschlechtes.

Sie sprang aus dem Bettchen, huschte eiligst in die Bibliothek, um in den alten Büchern auf den verstaubten Regalen hilfesuchend  nach den passenden wissenden Ratgebern zu stöbern. Da, Machiavellis ‘Il Principe‘, das politische Ringen um Macht? Nathan der Weise und seine Ringparabel? Eines der Königsdramen von Shakespeare? Doch nicht. Tolle Wahrheiten so – Jack Londons erdnahes ‚Wolfsblut‘ – oder so …. der erdenferne ‚Kleine Prinz‘?  Oder hier, ‚Das Kapital‘? Oder, hm, gar ….  Hitlers ‚Mein Kampf‘? Nein! Dornröschen riss sich zusammen, atmete aber gleich darauf erleichtert auf: „Halt, das klingt lustig, klingt bekannt!“ Kein Buch, sondern eine dicke Partitur hat sie entdeckt: „Die Fledermaus“. Schnell unter den Arm genommen, schnell zu den verunsichert herumstehenden drei kleinen Gesellen geeilt. Das Zwergentrio jubelte auf, Jauchzer ausstoßend: Fledermaus, Fledermaus, die Rache der Fledermaus! Bekannt, bekannt, beliebt!

Schon waren die Rollen verteilt: Goldkurzchen schlüpfte sofort in das herrschaftliche Gewand des Prinzen Orlofsky, stimmte mit knabenhafter Stimme “´s  ist mal bei mir so Sitte“ an und versprach, eine wunderbare neue Kultur zu fördern. Für Silberkernchen war klar, dass ihm die Rolle des unverwüstlichen Eisenstein zustand. Doch nein, nicht Eisenstein, Silberstein nannt er sich nun und zeigt sich von seiner honorigsten Seite. Rumpelstolz rief lautstark aus: „Der Gefängniswärter Frosch, der bin ich!“ Keck nahm er sich gleich eines nicht ihm zugedachten einschmeichelnden Liedchens an: „Spiel ich die Unschuld vom Lande.“

Zufrieden waren nun alle. Sie tollten herum, sangen, trugen überhebliche Sprüche vor und von der Musik des Johann Strauss –wahrlich ein Walzerkönig  – getragen und beseelt, sind sie menschlich gewachsen, sind größer und größer und strammer geworden. Alle drei. Sind bis zur stattlichen Statur eines gestandenen Führers, eines Menschenführers gewachsen. Dornröschen war es nun zufrieden, Wuchs und Glied stimmten nun. Kurz dachte sie nach. Denn klar war, dass sie sich diesem zuwenden müsste, welcher der Ehrenhafteste von ihnen sein könnte. Hat sie gefehlt? Lockend sprach sie: „Goldkurzchen, Du wirst nun mein lieber Gemahl, und dann bist du auch der neue König!“

Und da wurde die Hochzeit von Dornröschen mit dem nun so wunderbar strahlendem Goldkurzchen mit aller Pracht gefeiert. Doch es ist keine Märchenhochzeit geworden. Denn Silberkernchen kam es in den Sinn, gar nicht so ausgefallen: „Negative Campaigning …. das muss doch etwas für sich haben?“ Vergessend, dass Zwerge zu Zwerge stehen müssen. Auch wenn sie so glücklich sind, im Glück baden zu dürfen. Ganz leise zuerst, dann immer lauter und lauter werdend sang er, gar garstig – aus der Rache der Fledermaus ist nun die Rache des Silberstein geworden. Somit ist es so geschehen, wie es immer geschieht und auch immer wieder geschehen wird: Es war einmal, es ging die Sage im Land ….

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DRESDEN/ STIFTUNG FRAUENKIRCHE: DAS MUSIKJAHR 2018 IN DER FRAUENKIRCHE

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Blättern Sie im Musikprogramm 2018, das mehr als 120 Konzerte und Geistlichen Sonntagsmusiken.

Musikjahr 2018 vorgestellt | Vorverkauf mit Preisaktion

120 Einzelveranstaltungen umfasst das Jahresprogramm, das unter dem Leitmotiv »Inspiration und Reflexion« steht. Große Namen haben sich angekündigt, zugleich präsentiert das Gotteshaus auch die nächste Künstlergeneration. MEHR

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„Classic Vienna“
Wolfgang Amadeus Mozart, Christoph Willibald Gluck, Joseph Haydn
Lena Belkina

CD Cover Belkina
ORF Radio-Symphonieorchester Wien Dirigent: Andrea Sanguineti
CD: Sony Classical (Sony Music)

Lena Belkina, geboren in Usbekistan, aufgewachsen in der Ukraine, erste Bühnenerfahrungen in Leipzig, letzten Sommer eine der drei „Carmen“ der Bregenzer Festspiele, war auch an der Wiener Staatsoper engagiert (wo sie u.a. als größte Rolle den Cherubin sang).

Eben gerade 30 Jahre jung, ist ihre Karriere umfangreich, sowohl was das Repertoire (von Rossini bis Tschaikowsky, von Mozart bis Bellini) wie auch ihre Auftritte anlangt. Ihr erstes CD-Album hat sie vor zwei Jahren herausgebracht, damals mit Werken von Rossini / Bellini / Donizetti, begleitet vom Münchner Rundfunkorchester unter Alessandro de Marchi. Die Kritiken waren hymnisch.

Nun liegt ihre zweite CD vor, „Classic Vienna“ benannt, mit Werken von Mozart, Gluck und Haydn – ein anspruchsvolles Programm, zumal so gut wie alle von ihr gewählten Arien einen dunkel-tragischen, oft dramatischen Unterton enthalten. Ein vollkommener Partner für sie ist ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Andrea Sanguineti. Von den zehn Nummern der CD gehören drei dem Orchester allein, gespielt werden die Ouvertüren zu Mozarts „Cosi fan tutte“, zu Glucks „Armide“ und zu Haydns „Acide e Galatea“. Bemerkenswert die Biegsamkeit und Stringenz des Orchesters und die Qualität der Soloinstrumente, die die menschliche Stimme immer wieder umschmeicheln. In einer Mozart-Konzertarie wird der große Klavierpart (von Mozart bei der Uraufführung als Begleiter von Nancy Storace, der er das Stück gewidmet hat, vermutlich selbst gespielt) sensibel von Andrea Bacchetti interpretiert.

Dreimal Mozart also, Opera seria, einmal Sesto, einmal Idamante, dazu eine Konzertarie. Zweimal Gluck, wobei Lena Belkina nicht „die“ berühmte Orfeo-Arie singt, sondern „Che puro ciel“, der Eintritt des Helden in die Unterwelt. Nicht minder intensiv die Arie des Paris, der nach seiner Helena schmachtet – „Oh, del mio dolce ardor“ aus „Paride ed Elena“, einem weniger bekannten Gluck-Werk.

Und schließlich zweimal Haydn, und auch hier wurde Dramatisches gewählt, zuerst „Se non piange un‘ infelice“ aus „L’isola disabitata“, wo Constanza auf einer einsamen Insel um ihren Gatten weint, sowie die „Scena di Berenice“ (keine ganze Oper Haydns, sondern Szenen und Arien für ein Benefizkonzert): Die Heldin erleidet das Phädra-Schicksal, den Sohn des Gatten zu lieben…

Eine herausfordernde Mischung in vielen Facetten also, die Lena Belkina anderes abverlangt als ihre Belcanto-CD. Die Stimme ist leicht, ausgeglichen, gut durchgebildet mit perfekter Atemtechnik, durchläuft alle Register ohne Bruch, ist aber eher hell als extrem dunkel timbriert, was bei mancher Arie von Vorteil wäre.

Auch bei dramatischem Ausbruch hält sie ihren Mezzo schlank, ohne zu forcieren, holt den Ausdruck aus den Klangfarben, nicht aus aufgedrehter Lautstarke. Möglicherweise liegt ihr (noch) Lyrisches und Leichtergewichtiges besser in der Kehle, aber es ehrt die Sängerin, auf dieses anspruchsvolle „Wiener“ Repertoire nicht verzichten zu wollen. Mozart spielt in ihrem Bühnenrepertoire schon eine große Rolle, Gluck und Haydn begegnen Künstlerinnen seltener. Schön, dass sie sich diesen herausfordernden Komponisten stellt.

Renate Wagner

P.S. Vom Booklet, das ein wenig schmal ausgefallen ist, hätte man sich die Texte der Arien gewünscht, man beurteilt letztlich auch Ausdrucksmäßiges besser, wenn man immer exakt weiß, was gerade gesungen wird.

Einige Termine von Lena Belkina

Slowakische Philharmonie Bratislava
Mendelssohn Walpurgisnacht
Pinkas Steinberg, Dirigent
24/25. November 2017

Orchestre de Chambre Fribouregois
Mendelssohn 3 Hymns
Mendelssohn Walpurgisnacht
Jéróme Kuhn. Dirigent
3.Dezember 2017

Schloss Elmau
Silvesterkonzert
Andrea Sanguineti
31. Dezember 2017

New National Theatre Tokyo
Offenbach – Les contes d’ Hoffmann – Nicklausse
Sébastien Rouland, Dirigent
Philippe Arlaud, Regie
28. Februar, 3., 6., 10. März 2018

L’Opéra de Lausanne
Rossini – La donna del lago – Elena
George Petrou, Dirigent
Max Emanuel Cencic, Regie
22., 25., 27., 29 April 2018

Münchner Bach-Chor
Mozart c-Moll Messe
Hansjörg Albrecht, Dirigent
5. Juni 2018

Bregenzer Festspiele
Bizet – Carmen – Carmen
Antonino Fogliani, Dirigent
Kasper Holten, Regie
Juli – August 2018

Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Haendel – Alcina – Ruggiero
30.September, 7., 19. Oktober, 3., 9. November 2018
5., 20. April 2019

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BUDAPEST: JÚLIA KUKELY, vielseitige Solisten der Staatsoper Budapest, 64jährig gestorben

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Am 31. Oktober 2017 verstarb nach schwerer Krankheit Júlia Kukely die vielseitige Solistin der Ungarischen Staatsoper Budapest. Die 1953 geborene einstige Absolventin der Budapester Franz Liszt Musikakademie [Anm.: Universität für Musik] kam Ende der 1970er Jahre – zunächst wie damals üblich – als Stipendiatin an die Ungarische Staatsoper Budapest, an jenes Haus, welches bis 2007 ihr Stammhaus bleiben sollte. (Nach 2007 bis einschließlich 2011 war sie weiterhin – durch div. Stückverträge – im sogenannten »Charakterfach« an der Budapester Oper zu erleben.)
Obwohl sie während ihrer Laufbahn eigentlich keinen sogenannten »Star-Status« genießen konnte – wie dies auch in einem Nachruf des ungarischen Caruso-Blog auf eine sehr würde- und respekvolle Art – erörtert wurde, zählte sie zweifelsfrei dennoch zu den vielseitigsten und zuverlässigsten Sängerinnenpersönlichkeiten ihrer künstlerischen Generation.
© Quelle: Caruso-Blog. URL: http://caruso.blog.hu/2017/11/01/ad…

am 31. Oktober 2017 ist Júlia Kukely die vielseitige Solistin der Ungarischen Staatsoper Budapest verstorben. Einige Facebook-Notizen dazu:

 https://www.facebook.com/notes/csaba-némedi/addio-del-passato-in-memoriam-júlia-kukely-1953-2017/1576571449045337/

 https://www.facebook.com/Operahaz/posts/10155076002543181

 https://www.facebook.com/Operahaz/photos/pcb.10155076002543181/10155075990968181/?type=3&theater

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Guten Tag!

Hans Weigel hat seinerzeit Autoren unterstützt und gefördert. Gibt es heute auch jemand, der Autoren fördert?

Ich sitze in einem kleinen Zimmer, schreibe Gedichte, schaue aus dem Fenster und zähle die Sommersprossen, die im Gesicht der Sprache vorhanden sind. – Hier kommen 3 Gedichte.

JOHANN SEBASTIAN BACH

Johann Sebastian Bach
sollte eigentlich See
oder Meer
oder Ozean heissen.

Das würde
seinem Genie
viel mehr
entsprechen.

Weil seine Musik
viel mehr ist
als nur
ein kleiner Bach.

MANCHMAL

Manchmal gelingt es dem Tag
sich wie ein Säbelzahntiger
zu bewegen

und manchmal knurrt eine Blume,
die noch nie in Bulgarien war,
die Meister moderner Medien an,

hinter einem Applaus
und nach einem Katzenstart.

SONNTAG

Regennasse Dächer,
rauchende Schornsteine,
Leute,
die in die Kirche gehen
und Zeitungen,
die gestohlen werden.

Rauchende Schornsteine,
regennasse Dächer
und eine Frau,
die in einem Zimmer
vor einem Mann kniet,
zu ihm aufschaut
und ihn mit ihrem Mund
verwöhnt.

In einer Garten-siedlung
gibt es neben Berufstätigen
auch Arbeitslose.

Gibt es neben Leuten
auch Menschen,
es gibt Katzen
und Hunde gibt es auch.

Alfred Zoppelt

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Source URL: http://der-neue-merker.eu/infos-des-tages-mittwoch-15-november-2017