INFOS DES TAGES (FREITAG, 10. NOVEMBER 2017)

by ac | 10. November 2017 05:09

INFOS DES TAGES  (FREITAG, 10. NOVEMBER 2017

WIEN: ELINA GARANCA SAGT FÜR SAMSTAG GEPLANTEN LIEDERABEND IM MUSIKVEREIN AB


Elina Garanca. Copyright: Elina Garanca.com

Der lettische Opernstar Elina Garanca muss einen für Samstag (11. November) geplanten Liederabend im Wiener Musikverein gesundheitsbedingt verschieben, wie das Haus am Mittwoch mitteilte. Als Nachholtermin wird der 10. April 2018 genannt, die Karten behalten ihre Gültigkeit.
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WIENER STAATSOPER: Solistenkonzert mit KS Krassimira Stoyanova und Jendrik Springer (Montag, 13. November 2017)

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Jendrik Springer, Krassimira Stoyanova. Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

KS Krassimira Stoyanova, zuletzt für ihre Auftritte als Rusalka an der Wiener Staatsoper gefeiert, gestaltet am Montag, 13. November 2017 ein Solistenkonzert im Haus am Ring: Gemeinsam mit Jendrik Springer (Klavier) interpretiert sie Werke von Franz Schubert, Richard Strauss, Erich Wolfgang Korngold, Peter Iljitsch Tschaikowski, Georgi Swiridow und Georgi Slatew-Tscherkin.

Karten von € 7,- bis € 62,- erhältlich an den Bundestheaterkassen sowie unter www.wiener-staatsoper.at

In dieser Spielzeit ist KS Krassimira Stoyanova noch ab 10. Dezember 2017 als Marschallin in Der Rosenkavalier zu erleben, einer Partie, die sie erstmals im Haus am Ring verkörpern wird.

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Krassimira Stoyanova. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Das Programm:

Franz Schubert:

Geheimes
Trockne Blumen
Gretchen am Spinnrade
Ellens Gesang: Hymne an die Jungfrau

Richard Strauss:

Die Nacht
Mein Herz ist stumm
Meinem Kinde
Ich schwebe
Morgen

Erich Wolfgang Korngold:

Drei Lieder, op.22:
Was du mir bist
Mit dir zu schweigen
Welt ist stille eingeschlafen

Pjotr Iljitsch Tschaikowski:

Мой гений, мой ангел, мой друг / Mein Schutzgeist, mein Engel, mein Lieb Не верь мой друг / Glaub nicht, mein Lieb Забьiть так скоро / So bald vergessen Погоди! / O verweil Примиренье / Versöhnung

Georgi Swiridow:

Fünf Lieder aus „Otschalivschaya Russ“:

Осень / Osen
Отвори мне страж заоблачньi / Otwori men strazh saoblachnij Серебристая дорога / Srebsristaya doroga Симоне, Петр.. Где тьi? Приди.. / Simone, Petr.. Gde ti? Prijdi  Там за Млечньiми холмами / Tam sa Mletcnimi holmami

Georgi Slatew-Tscherkin:

Малката градина / Malkata gradina
И на яве и на сън / I na jave i na san
Момини жалби / Momini jalbi
Синеоката / Sineokata

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GRAZ: Ballettdirektor Jörg Weinöhl verlässt Grazer Oper 

Graz (APA) – Der Ballettchef der Grazer Oper, Jörg Weinöhl, wird seinen Vertrag nicht über das Ende der laufenden Spielzeit hinaus verlängern. Intendantin Nora Schmid bedauerte am Donnerstag den Weggang von Weinöhl, „aber ich freue mich auch auf die zahlreichen, bis zum Ende der Saison noch anstehenden Projekte“.

Weinöhl übernahm mit der Saison 2015/16 das Ballett und setzte künstlerisch neue Maßstäbe. Mit einfühlsamen Arbeiten wie der Schubert-Hommage „Der Himmel so weit“, „Kontrapunkt. Auf der anderen Seite von Bach“ oder dem jüngsten Erfolg „Meine Seele hört im Sehen“

verwob er sehr individuell Musik, Tanz und Philosophie zu spannenden Tanzabenden. Mit einem schlicht-schönen „Nussknacker“ zeigte er eine Arbeit nahe an der literarischen Vorlage und weit weg von jedem Weihnachts-Kitsch.

„Es ist mir sehr wichtig zu betonen, wie viel Vertrauen mir hier am Haus von Nora Schmid geschenkt wird. Und ich freue mich, dass mein Team und ich in kürzester Zeit für die Sparte Tanz in Graz ein eigenes Profil und ein künstlerisches Niveau wahrnehmbar geschaffen haben. All dies sind für mich als Mensch und Künstler, wie auch als Ballettdirektor, wichtige Erfahrungen, die es nun in weiteren Schaffensphasen und zu künftigen Projekten weiterzuentwickeln gilt“, erklärte Weinöhl gegenüber der APA.

In der laufenden Saison stehen noch die Tanzpremieren „Wunderlich!“ und „Ein Sommernachtstraum“ auf dem Programm, außerdem wirkt das Ballett in „Eine Nacht in Venedig“ und bei der 20. Opernredoute mit. Im Sommer gibt es mit „Komm mit!“ eine choreografische Exkursion durch die Grazer Altstadt.

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STAATSTHEATER KARLSRUHE: OPERNGALA MIT VERDIS „LA TRAVIATA“  AM 11.11.

Bei der Operngala von Verdis La traviata am 11.11. um 19 Uhr im GROSSEN HAUS sind Albina Shagimuratova als Violetta und Nicola Alaimo in der Rolle des Germont zu erleben.

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Albina Shagimuratova. Foto: © PR

Albina Shagimuratova springt kurzfristig für die erkrankte Anita Hartig ein. Zum ersten Mal erlangte sie international Beachtung als Gewinnerin der Goldmedaille beim „Tschaikowsky- Wettbewerb“ 2007 in Moskau. Darauf folgte ihr europäisches Operndebüt als Königin der Nacht bei den Salzburger Festspielen unter Riccardo Muti, eine Partie, für die sie mittlerweile zur weltweit führenden Interpretin aufgestiegen ist. In der Spielzeit 2017/18 sang sie an der Houston Grand Opera die Violetta in La traviata und Elvira in I puritani an der Lyric Opera von Chicago unter Enrique Mazzola. In Europa wird sie als Gilda in Rigoletto an der Deutschen Oper Berlin, in der Titelrolle von Rossinis Semiramide an der Bayerischen Staatsoper und bei den Salzburger Festspielen als Königin der Nacht in Die Zauberflöte auf der Bühne stehen.

Die russische Koloratursopranistin war Mitglied im bekannten Opernstudio der Houston Grand Opera und absolvierte danach zahlreiche Auftritte an diesem Haus sowie am Bolschoi Theater, an der Metropolitan Opera, an der Hamburgischer Staatsoper, an der Wiener Staatsoper, an der Mailänder Scala, der Deutschen Oper Berlin und an der Chicago Lyric Opera. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Ivor Bolton, James Conlon, Nicola Luisotti, Zubin Mehta, Patrick Summers, Vladimir Jurowski, Daniel Harding, Robin Ticciati, Edward Gardner, Rafael Frühbeck de Burgos und Riccardo Muti.
Opera News bejubelte die Sopranistin als „ein Phänomen, das man gehört haben muss, um es zu glauben”, die New York Times feierte sie als „fesselnde Lucia“.

Riccardo Muti entdeckte den charismatischen Sizilianer Nicola Alaimo als Dandini in Rossinis La Cenerentola und lud ihn umgehend als Don Pasquale zu seinem Ravenna Festival mit anschließender Tournee ein. Sein Repertoire reicht vom Belcanto bis zu Cilèas Michonnet. Als Falstaff wurde der Erzkomödiant 2016 auch am STAATSTHEATER KARLSRUHE gefeiert. Mit Giorgio Germont debütierte er 2016/17 am Covent Garden und wurde umgehend wieder eingeladen.
Seit seinem Römer Debüt in Moise et Pharaon unter Muti gilt der Bariton als Rossini-Spezialist. Beim Rossini Opera Festival Pesaro studiert er ein unbekanntes Werk nach dem anderen ein, um es anschließend auf den Bühnen der Welt bekannt zu machen.
Mit David Hermann erarbeitete er 2017 sein Rollendebüt als Simon Boccanegra in Antwerpen. Die Koproduktion ist 2017/18 auch am STAATSTHEATER zu sehen.
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BASEL und ZÜRICH: Der Kult ist zurück: Baby & Johnny sind endlich wieder da!
DIRTY DANCING – Das Original Live On Tour kommt nach Basel und Zürich

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Die Filmvorlage gilt als einer der aufregendsten Tanzfilme aller Zeiten, die Bühnenshow des Kinohits hat weltweit schon mehr als acht Millionen Besucher begeistert. Vom 21. November bis 3. Dezember 2017 im Musical Theater Basel und vom 6. bis 18. März 2018 im Theater 11 Zürich sind die Schmetterlinge der ersten grossen Liebe sowie die Erinnerungen daran mit DIRTY DANCING wieder zurück.

Neben den Original-Filmsongs wie „Time Of My Life“ oder „Do You Love Me“ begleiten über fünfzig weitere Titel die ersten Blicke, Annäherungsversuche und Berührungen zwischen dem attraktiven Tänzer Johnny Castle und der naiven Teenagerin Frances „Baby“ Houseman. Die 28 Darsteller tanzen zu Mambo, Merengue und kubanischen Rhythmen, werden zu Animateuren, Kellnern und Hotelgästen und versetzen so das Publikum mitten in die weltbekannte Liebesgeschichte.

DIRTY DANCING lässt den Sommer ’63 im Ferienresort Kellerman’s in Catskill, New York wieder lebendig werden. Die schüchterne Frances „Baby“ Houseman langweilt sich unter den Erwachsenen im Urlaub mit ihren Eltern, bis sie ihr Herz an den anziehenden Tanzlehrer und Showtänzer des Hotels Johnny Castle verliert. Es folgt ein Auf und Ab der Gefühle, Konflikte müssen unter den Jugendlichen wie auch zwischen den Generationen gelöst und die Schritte für den Abschlusstanz der Ferien-Saison erlernt werden. Leidenschaftliche Tanzszenen, mitreissende Songs und die emotionale Geschichte lassen das Publikum mitfiebern und das Knistern auf der Bühne hautnah nachempfinden.

Eleanor Bergstein ist Drehbuchautorin, Schriftstellerin, Produzentin und Regisseurin. Ihr berühmtestes Projekt DIRTY DANCING gehörte zu den Top 5 der erfolgreichsten Kinofilme des Jahres 1987. Der dazugehörige Soundtrack wurde mit der Diamantenen Schallplatte (elf Mal Platin) ausgezeichnet und zählt zu den meistverkauften Alben der Musikgeschichte. Der Titel „Time Of My Life“ war ein Millionenseller und wurde mit einem Oscar für den besten Filmsong sowie mit einem Grammy für das beste Popduett ausgezeichnet. Diese Erfolgsgeschichte inspirierte Bergstein, auch eine Bühnenversion von DIRTY DANCING zu schaffen.

Und diese ist nicht minder erfolgreich: Am Londoner West End waren die Vorstellungen monatelang jeden Abend bis auf den letzten Platz ausverkauft. Bis heute haben weltweit – von Australien über Nordamerika bis nach Europa – über acht Millionen Zuschauer DIRTY DANCING live auf der Bühne erlebt.

Vorstellungen:    Musical Theater Basel | 21. November bis 3. Dezember 2017
Theater 11 Zürich | 6. bis 18. März 2018
Dienstag: 19.30 Uhr
Mittwoch: 18.30 Uhr
Donnerstag und Freitag: 19.30 Uhr
Samstag: 14.30 und 19.30 Uhr
Sonntag: 13.30 und 18.30 Uhr

Ticketpreise:    zwischen CHF 38 und CHF 138
Dauer:    ca. 2,5 Stunden inkl. Pause
Sprache:     auf Deutsch gesprochen, Songs auf Deutsch und Englisch
Vorverkauf CH:    Ticketcorner 0900 800 800 (CHF 1.19/Min)
sowie übliche Vorverkaufsstellen und www.ticketcorner.ch
Vorverkauf DE:    Eventim 01806 570070 (EUR 0.20/Anruf, Mobilfunkpreise
max. EUR 0.60/Anruf) sowie www.eventim.de
Veranstalter:    Freddy Burger Management
Weitere Infos:    http://www.musical.ch/dirtydancing

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SALZBURGER FESTSPIELE: Nachruf zum Tod von Hans-Michael Rehberg

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Hans Michael Rehberg. Foto: Salzburger Festspiele

Mit großer Trauer haben die Salzburger Festspiele die Nachricht vom Tod Hans-Michael Rehbergs erhalten.

Seit seinem ersten Auftritt als Cassius in Peter Steins Julius Caesar im Jahre 1992 ist er 166 Mal auf den Bühnen der Festspiele gestanden. Er gehörte zu den großen deutschen Schauspielkünstlern seiner Generation. Das Theater war sein Leben und er verstand es jeder Figur Leben zu geben. Wir zitieren C.B. Sucher aus seinem Buch Theaterzauber: „Rehberg scheine erst das Denken seiner Figuren zu überprüfen, bevor er in ihre Körper krieche, sich mit ihnen identifiziere.“

Rehberg suchte sich seit Jahrzehnten als in jeder Beziehung freier Schauspieler Orte, wo seine Kunst gefragt war. Glücklicherweise war das oft auch in Salzburg. Sein letzter Auftritt war als gealterter Romeo in einer berührenden Lesung von Ein zartes Ding von Ben Power.

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HEUTE „MERKER-KUNSTSALON“

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AUS DEM NEWSLETTER VON ANDREA ECKERT

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Andrea Eckert. Copyright: Homepage Eckert

11. November 2017, 20.00 Uhr
Andrea Eckert musiziert mit Benjamin Schatz
und Heimo Trixner
Zwe Flossgasse 4, 1020 Wien, www.zwe.cc

17. November 2017, 19.30 Uhr | Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“
Chansonabend
mit Benjamin Schatz
Kreishaus Bad Ems

22. November 2017, 19.30 Uhr
About Chopin
Dialog zwischen George Sand und Frederic Chopin, mit Wolfram Berger
Minoritensaal Graz

26. November 2017, 11.00 Uhr | Benefiz-Matinee
Walzer, Csardas und Klezmer Melodien
Ein humoristischer Vormittag zugunsten der Österreichischen Kulturtage in Tel Aviv
mit Andrea Eckert, Edelmann, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, Roman Grinberg, Bela Koreny, uvam.
Muth 1020 Wien, Am Augartenspitz 1
Karten: tickets@muth.at oder www.muth.at
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THEATER OSNABRÜCK: PREMIERE „DIE ZIRKUSPRINZESSIN“ am 25. NOVEMBER
von Emmerich Kálmán, Text von Julius Brammer und Alfred Grünwald

am Samstag, 25. November, 19.30 Uhr, Theater am Domhof
Musikalische Leitung Daniel Inbal Inszenierung  Sonja Trebes Bühne Nanette Zimmermann Kostüme Linda Schnabel Dramaturgie Ulrike Schumann

Am Samstag, den 25. November feiert die Operette DIE ZIRKUSPRINZESSIN von Emmerich Kálmán Premiere im Theater am Domhof.
Bewährte Komödienmuster, ein unkonventioneller Schauplatz und mitreißende Musik sorgten in den 1920er Jahren für einen weiteren Kassenschlager des ungarisch-jüdischen Komponisten Emmerich Kálmán. Bekannt geworden war er zuvor mit der CSÁRDÁSFÜRSTIN und GRÄFIN MARZIA. Einige Jahre später, nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland, wurde er von den Bühnen und aus der Heimat vertrieben. Doch erst einmal führte der Weg von Kálmáns ZIRKUSPRINZESSIN bis nach New York und auf die Kinoleinwand.
In der Operette DIE ZIRKUSPRINZESSIN lässt Fürstin Fedora Palinska, begehrteste Witwe von ganz Petersburg, mit Vergnügen jeden Verehrer abblitzen. Einer der Verschmähten, Prinz Sergius, spinnt daraufhin die gemeine Komödie, in der Mister X den vermeintlichen Prinzen Korossow gibt und das Interesse der Fürstin wecken soll. Tatsächlich verliebt sich Fedora in den Prinzen, hinter dem sich Mister X verbirgt. Und so nehmen die Liebesirren und -wirren ihren Lauf.

Mit Inszenierungen am Staatstheater Kassel und dem Musiktheater im Revier Gelsenkirchen machte die junge Regisseurin Sonja Trebes bereits auf sich aufmerksam. Nun stellt sie sich erstmals in Osnabrück vor. Osnabrücks 1. Kapellmeister Daniel Inbal sorgt musikalisch für den nötigen Operetten-Schwung.

Bevor die „Die Zirkusprinzessin“ Premiere feiert, lädt das Theater Osnabrück am Sonntag, den 12. November um 11 Uhr 30 zu einer Matinee im Oberen Foyer im Theater am Domhof. Regisseurin Sonja Trebes, Choreographin Rachele Pedrocchi, der musikalische Leiter der Produktion Daniel Inbal sowie die Darsteller*innen Susann Vent-Wunderlich, Mark Hamman, Eva Gilhofer und Johannes Bussler geben einen ersten Einblick in die Inszenierung. Ulrike Schumann, Leitende Musiktheaterdramaturgin, moderiert.
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MÜNSTER/ Theatergespräche : DER UNBEUGSAME DEUTSCHE

Das Theater Münster startet mit rund 40 Veranstaltungen das deutschlandweit umfangreichste Programm  zum 100. Geburtstag von Heinrich Böll

Heinrich Böll (1917–1985) – Kriegsteilnehmer, Stunde-Null-Schriftsteller, Chronist der bundesrepublikanischen Nachkriegswirklichkeit, Vietnam- und Atomkriegsgegner, Obrigkeitskritiker, Linksintellektueller, politischer Querdenker, Pazifist und Nobelpreisträger.

Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen die Grauen des Krieges und seine Folgen, polemisierte gegen die Restauration der Nachkriegszeit und trat vehement für die Auseinandersetzung mit der deutschen Schuldfrage ein. Er wandte sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, nahm Stellung zur Wiederbewaffnung und unterstützte die außerparlamentarische Opposition. Damit wurde Heinrich Böll nicht nur zu einem der wichtigsten Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur, sondern auch zu einem der meistgelesenen Autoren der Bundesrepublik Deutschland – und das in einer bis heute ungebrochenen Aktualität.

Anlässlich seines 100. Geburtstags widmet sich das Theater Münster unter Beteiligung zahlreicher Vertreter der internationalen Böll-Forschung aus Deutschland, Großbritannien und Irland in einer mehrmonatigen Vortrags-, Lese- und Filmreihe mit rund 40 Veranstaltungen dem Gesamtwerk des großen Künstlers und Intellektuellen. Nach drei biographischen Einführungsvorträgen, an denen u.a. der Sohn des Schriftstellers René Böll teilnimmt, werden gemäß dem Konzept der Theatergespräche Wissenschaftler im Dialog mit Mitgliedern des Schauspielensembles des Theaters Münster die Romane, Erzählungen, Hörspiele, Satiren, Theaterstücke und Gedichte des Schriftstellers vorstellen.

Bölls politisches Engagement, seine religiöse Einstellung und die Rezeption seiner Werke in der DDR und der Sowjetunion, namentlich seine Beziehungen zu Lew Kopelew und Alexander Solschenizyn, reflektieren abschließend prominente Gastredner wie Antje Vollmer, Fritz Pleitgen und Friedrich Schorlemmer. Reinhold Neven Du Mont wird Bölls Verlag Kiepenheuer & Witsch in seiner jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit dem Autor vorstellen, Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff über die Begegnungen mit Heinrich Böll und die Verfilmung seiner Werke berichten. Die mehrmonatige Veranstaltungsreihe wird ab Januar 2018 von einer Reihe ausgewählter Literaturverfilmungen nach den Vorlagen Heinrich Bölls im Schloßtheater begleitet.

Unter dem Titel »Heinrich Böll und die Deutschen« eröffnet Prof. Dr. Ralf Schnell (Universität Siegen), Herausgeber der Böll-Gesamtausgabe, am kommenden Montag, 13. November um 20.00 Uhr im Theatertreff die Veranstaltungsreihe. Ein mehrseitiges Faltblatt, das an der Theaterkasse erhältlich ist, informiert über Termine, Referenten und Vortragsthemen. Das Filmprogramm erscheint Anfang Dezember 2017.
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Source URL: http://der-neue-merker.eu/infos-des-tages-freitag-10-november-2017