INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 9. NOVEMBER 2017)

by ac | 9. November 2017 07:06

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 9. NOVEMBER 2017)

SALZBURGER FESTSPIELE. PROGRAMMPRÄSENTATION FÜR 2018

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Die Salzburger Festspiele 2018 : 206 Aufführungen in 42 Tagen an 18 Spielstätten

Oper: 38 Vorstellungen 5 Neuinszenierungen 2 konzertante Aufführungen 1 Wiederaufnahme der Oper der Salzburger Festspiele Pfingsten

Schauspiel: 58 Vorstellungen 4 Neuinszenierungen  1 Wiederaufnahme von Jedermann 3 Schauspiel-Recherchen 1 Marathon-Film-Tag 3 Lesungen 1 Hommage Kappacher

89 Konzerte 82 Konzerte  4 Meisterklassen 3 Sonderkonzerte Jugend

1 Gala-Soiree

20 Aufführungen im Kinderprogramm 8 Vorstellungen der Kinder-Opern 8 Einführungsworkshops Spiel und Spaß  4 öffentliche Abschlussaufführungen der Operncamps

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Markus Hinterhäuser, Helga Rabl-Stadler, Lukas Crepaz. Foto: Anne Zeuner

DIE OPER

Es sind die Werke der Passion, der Leidenschaft und der Ekstase, die das Programm der Salzburger Festspiele 2018 prägen.

Wolfgang A. Mozart Die Zauberflöte, Richard Strauss Salome, Peter I. Tschaikowski Pique Dame, Claudio Monteverdi L’incoronazione di Poppea, Hans Werner Henze The Bassarids, Gioachino Rossini L’Italiana in Algeri

DAS SCHAUSPIEL

Vier Neuinszenierungen, die Wiederaufnahme des Jedermann, vier Schauspiel-Recherchen, drei Lesungen und eine Hommage an Walter Kappacher umfasst das Schauspiel-Programm 2018.

Das Programm im Detail sowie weiterführende Informationen unter www.salzburgerfestspiele.at

Stichtag für alle Kaufkartenbestellungen ist der 8. Jänner 2018. Direktbuchungen über die Website sind ab 23. März 2018 möglich.

SALZBURGER FESTSPIELE | OPER 2018

Wolfgang A. Mozart Die Zauberflöte
Großes Festspielhaus
Constantinos Carydis, Musikalische Leitung
Lydia Steier, Regie
Interpreten: Matthias Goerne, Mauro Peter, Albina Shagimuratova, Christiane Karg, Ilse Eerens, Paula Murrihy, Geneviève King, Adam Plachetka, Maria Nazarova, Michael Porter, Tareq Nazmi, Bruno Ganz, Wiener Sängerknaben
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Wiener Philharmoniker

Richard Strauss Salome
Felsenreitschule
Franz Welser-Möst, Musikalische Leitung
Romeo Castellucci, Regie, Bühne, Kostüme und Licht

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Asmik Grigorian. Copyright: Askonas Holt

Interpreten: John Daszak, Anna Maria Chiuri, Asmik Grigorian, Gábor Bretz, Julian Prégardien, Avery Amereau, Matthäus Schmidlechner, Mathias Frey, Patrick Vogel, Jörg Schneider, Tilmann Rönnebeck, Neven Crnić*, Henning von Schulman, Dashon Burton
Wiener Philharmoniker

Peter Iljitsch Tschaikowski Pique Dame
Großes Festspielhaus
Mariss Jansons, Musikalische Leitung
Hans Neuenfels, Regie
Interpreten: Brandon Jovanovich, Vladislav Sulimsky, Igor Golovatenko, Evgenia Muraveva, Oksana Volkova, Hanna Schwarz, Stanislav Trofimov, Gleb Peryazev, Margarita Nekrasova, Julia Suleymanova
Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor
Wolfgang Götz, Leitung Kinderchor
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Wiener Philharmoniker

Gioachino Rossini L’italiana in Algeri
Haus für Mozart
Jean-Christophe Spinosi, Musikalische Leitung
Moshe Leiser, Patrice Caurier, Regie
Interpreten: Cecilia Bartoli, Ildar Abdrazakov, Edgardo Rocha, Alessandro Corbelli, José Coca Loza, Rebeca Olvera, Rosa Bove
Philharmonia Chor Wien
Walter Zeh, Choreinstudierung
Ensemble Matheus

Claudio Monteverdi L’incoronazione di Poppea
Haus für Mozart
William Christie, Musikalische Leitung
Jan Lauwers, Regie, Bühne und Choreografie
Interpreten: Sonya Yoncheva, Kate Lindsey, Stéphanie d’Oustrac, Carlo Vistoli, Renato Dolcini, Ana Quintans, Marcel Beekman, Dominique Visse, Lea Desandre, Alessandro Fischer, David Webb, Virgile Ancely
Needcompany
Sarah Lutz, Solotänzerin
Mélissa Guérin, Solotänzerin
Tänzer und Tänzerinnen des BODHI PROJECT sowie der SEAD Salzburg Experimental Academy of Dance
Les Arts Florissants

Hans Werner Henze The Bassarids
Felsenreitschule
Kent Nagano, Musikalische Leitung
Krzysztof Warlikowski, Regie
Interpreten: Sean Panikkar, Russell Braun, Willard White, Nikolai Schukoff, Károly Szemerédy, Tanja Ariane Baumgartner, Claudia Boyle, Anna Maria Dur
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Huw Rhys James, Choreinstudierung
Wiener Philharmoniker

Gottfried von Einem Der Prozess
Felsenreitschule
HK Gruber, Musikalische Leitung
Interpreten: Michael Laurenz, Jochen Schmeckenbecher, Matthäus Schmidlechner, Jörg Schneider, Lars Woldt, Johannes Kammler, Tilmann Rönnebeck, Ilse Eerens, Anke Vondung
ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Georges Bizet Les Pêcheurs de perles
Großes Festspielhaus
Patrick Fournillier, Musikalische Leitung
Interpreten: Aida Garifullina, Javier Camarena, Plácido Domingo, Stanislav Trofimov
Philharmonia Chor Wien
Walter Zeh, Choreinstudierung
Mozarteumorchester Salzburg

 

Kommentar von Heinrich Schramm-Schiessl zum Festspielprogramm:

SALZBURGER FESTSPIELE 2018 – EINE KURZBETRACHTUNG

(Heinrich Schramm-Schiessl)

Nun ist also das zweite Festspielprogramm von Markus Hinterhäuser da und es fällt auf den ersten Blick auf, dass der Mut gegenüber dem Vorjahr kleiner geworden ist. Er setzt diesmal auf sichere Bänke, zumindest was die Oper betrifft. Zudem setzt er den Weg seines Vorgängers Alexander Pereirsa fort und bringt ebenfalls keine Wiederholungen von Produktionen des Vorjahres. Das, obwohl von der Festspielpräsidentin angekündigt, die „Aida“ nicht mehr kommt, war allerdings angesichts des Umstandes, dass Anna Netrebko nicht singt, erwartbar. Innovativ sind nur die Produktionen von Monteverdis „Poppea“ und Henzes „Bassariden“. Letztere wurden ja vor 52 Jahren in Salzburg uraufgeführt. Rossinis „Italienerin“ ist die übliche Übernahme von Pfingsten. Nicht wirklich zu verstehen ist, dass auch heuer nur eine Mozart-Oper auf dem Spielplan steht.

Von den Dirigenten sind die Planungen mit Mariss Jansons (Pique Dame), William Christie (Poppea) und Kent Nagano (Die Bassariden) positiv zu beurteilen. Über Franz Welser-Möst (Salome) kann man diskutieren, aber Konstantinos Carydis (Zauberflöte), der vor wenigen Tagen einen eher grenzwertigen „Figaro“ in München abgeliefert hat, sollte für Salzburg nicht unbedingt erste Wahl sein. Den Regiearbeiten muss man halt entgegensehen, aber dass man für die „Pique Dame“ ausgerechnet Hans Neuenfels engagiert hat, ist nicht unbedingt inovativ. Interessant übrigens, dass bei der „Zauberflöte“ Bruno Ganz als Erzähler angegeben ist – sollte das eine Aufführung ohne Dialoge werden?

Bei den Sängerbesetzungen gibt es weder positive noch negative Auffälligkeiten, ausser dass mit Ausnahme von Cecilia Bartoli und mit Einschränkungen Sonya Yoncheva die wirklich grossen Namen fehlen. Der einzige Topsänger bei den Herren ist Javier Camarena in den konzertanten „Perlenfischern“, aber da muss man Placido Domingo bei einem weiteren Bariton-Versuch mitnehmen.

Alles in allem gesehen gab es schon spannendere Festspielprogramme, aber warten wir letztlich ab „wie das wird“.

Heinrich Schramm-Schiessl
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Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor feiert 90. Geburtstag: Matinee in der Wiener Staatsoper u. a. mit Piotr Beczala und Anna Netrebko

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Wiener Staatsopernchor. Copyright: Michael Pöhn

Mit einer Konzertmatinee am Sonntag, 19. November 2017 (11.00 Uhr im Großen Haus) feiert die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor ihr 90-jähriges Bestehen. Präsentiert werden u. a. berühmte Opernchöre wie der Triumphchor aus Verdis Aida, der Brautchor aus Wagners Lohengrin und „O welche Lust“ aus Beethovens Fidelio.

Im Rahmen der Matinee wird die Clemens Krauss-Medaille an KS Anna Netrebko überreicht, die gemeinsam mit Piotr Beczala – der ebenfalls als Gastsolist für die Matinee gewonnen werden konnte – auch das „Brindisi“ aus Verdis La traviata interpretieren wird.

Es spielt das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper, die musikalische Leitung ist in den Händen von Chordirektor Thomas Lang. Durch den Vormittag führt Christoph Wagner-Trenkwitz.

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Wiener Staatsopernchor. Copyright: Michael Pöhn

Das Programm:

Richard Wagner | „Wach auf!“ aus Die Meistersinger von Nürnberg Giuseppe Verdi | Coro di zingari aus Il trovatore Giuseppe Verdi | Triumphchor aus Aida Giuseppe Verdi | „Brindisi“ aus La traviata – Anna Netrebko, Piotr Beczala Ludwig van Beethoven | „O welche Lust“ aus Fidelio Georges Bizet | Chor der Zigarettenarbeiterinnen aus Carmen Pietro Mascagni | Intermezzo aus Cavalleria rusticana Felix Mendelssohn-Bartholdy | Schlusschor aus Elias Giuseppe Verdi | Sanctus aus Requiem Richard Wagner | Vorspiel zum 3. Akt und Brautchor aus Lohengrin Franz Lehár | „Freunde, das Leben ist lebenswert“ aus Giuditta – Piotr Beczala Charles Gounod | Walzer aus Faust

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Abschied von  Helga Winkler,  Billeteurin der Wiener Staatsoper

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Helga Winkler. Foto: privat

Am Montag, dem 6. November 2017  brach Helga Winkler während einer Vorstellung der Wiener Staatsoper am Parterrestehplatz, ihrem geliebten Arbeitsplatz,  zusammen und verstarb kurz darauf.

Es ist fast unvorstellbar, dass es sie nicht mehr gibt. Generationen von Stehplatzbesuchern war  die kleine, drahtige Dame mit dem kurzen, grauen Haarschopf  ein Begriff. Resolut, immer mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, ordnete sie die zum Parterrestehplatz strömenden Scharen von Opernfans. Dabei erzählte sie humorvoll manche Anekdote und war über alle Neuigkeiten in der Opernwelt bestens informiert.

In der Pause wurde sie regelmäßig von Nichtstehplatzbesuchern  zu einem anregenden Gespräch aufgesucht. Denn viel wusste sie aus der Geschichte der Wiener Staatsoper und Zeugin war sie von unsterblichen Sternstunden.

Dabei war sie aber auch Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen, obwohl sie sich schon in der zweiten Hälfte der Siebziger befand. Aber das wusste man nie so genau, denn sie blieb immer die gleiche.

Besonders Anteil nahm sie an der Entwicklung junger Sänger, die sie schon kennen gelernt hatte, am Stehplatz, als diese noch von der großen Bühne träumten.

Viel hatte sie noch vor, nach Paris wollte sie fahren, um dort Andreas Schager und Günther Groissböck im Parsifal zu hören,  und in Weimar wollte sie Alik Abdukayumov, den sie besonders mochte, als Figaro-Grafen sehen. „Jetzt bist´ schon fast so gut wie der Bruson“, sagte sie einmal nach einer Volksopern-Traviata zu ihm.

Ja, und eine weitere Etappe des Jakobsweges wäre sie auch noch gerne gewandert.

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Helga Winkler. Foto: privat

Wir werden sie vermissen.

R.I.P.  Helga

 Christoph Karner

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Volksoper/ Pausenfoyer: „AUF DEN FLÜGELN DER SEELE“:  ZWEITES RENATE-HOLM-BUCH (7.11.2017)

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Der Zulauf war enorm: im Pausenfoyer der Wiener Volksoper präsentierte die in Berlin geborene Wahlösterreicherin Renate Holm ihre zweite Autobiographie, die jüngst im Wiener Amalthea-Verlag unter dem Titel „Wer seiner Seele Flügel gibt“ erschienen ist. Vielsagend der Untertitel „Mit Kunst das Leben meistern“.

Der Ort war symbolträchtig. Denn vor nunmehr 60 Jahren – im April 1957 – stieg Renate Holm in der Wiener Volksoper vom Filmstar zur Operetten- und bald darauf zur Opern-Diva (von Herbert von Karajans Ehren) um. Die junge Dame, die damals als Helene mit dem Schwips-Lied zu einer großen Karriere ansetzte, war mit ihren 26 Jahren schon ein veritabler Filmstar, der es innerhalb von 5 Jahren zu 12 Streifen (darunter „Schlagerparade“, „Das Fräulein vom Amt“ oder „Schön ist die Welt“ mit Rudolf Schock) gebracht hatte. Ihre Film-Partner hießen Adrian Hoven, Johannes Heesters oder Gerhard Riedmann.

Und in der Volksoper glaubte man nicht an die Möglichkeit, einen solchen „Stern“ angeln zu können, wie es Hubert Marischka vorgeschlagen hatte. Doch es kam anders:  Renate Holm hatte sich als Zahnarzt-Assistentin zur Sängerin ausbilden lassen, weil sie mit ihrer Mutter als Kind „Premiere der Butterfly“ mit Maria Cebotari im Kino erlebt hatte. Das nennt man „Präge-Erlebnis“ und die Folgen sind bekannt. Allein in Wien sang sie über 900 Mal in beiden Häusern, ihre Karriere reichte bis zum Teatro Colon in Buenos Aires, von Salzburg bis zur Deutschen Oper Berlin. Und ihre Partner hießen Domingo, Pavarotti oder Carreras bzw. James King oder Fritz Wunderlich. Und ihre Dirigenten waren Josef Krips, Argeo Quadri, Karl Böhm, Carlos Kleiber oder Herbert von Karajan.

Dennoch liegt der Schwerpunkt des neuen Buches, das Renate Holm gemeinsam mit Christine Dobretsberger erarbeitete auf der Ära ab ihrem 60. Geburtstag – jenem Zeitpunkt, an dem man sie ohne „Vorwarnung“ in Pension schickte. Nicht zuletzt, weil ihre junggebliebene Stimme für einen üblichen Fachwechsel zu den alten „Hexen“ und den Großmüttern unbrauchbar war. Doch Renate Holm wollte dem Schicksal ein Schnippchen schlagen, sie gab weiter Konzerte, spielte Theater in Serie, trat in Musicals auf, schrieb ihre erste Autobiographie (1991) und wurde erfolgreiche Lehrerin. Und sie blieb 30 Jahre lang 50 –so einer der vielen Unter-Titel des neuen Buches  – dank ihrer Disziplin gekoppelt mit Humor und Lebensfreude. Dazu kam ein weiterer Aspekt : ihre Eselszucht in einem niederösterreichischen Bauernhof wurde zum Synonym von naturgemäßem Leben.

Das zweite Renate Holm-Buch enthält also Erinnerungen an ein glanzvolles Opern- und Operetten-Kapitel, jede Menge Anekdoten -etwa an Robert Stolz oder Marcel Prawy – aber es gibt auch einen Blick frei hinter die Kulissen des Älterwerdens. Wie zwingt man sich zum Stiegen-Steigen? Wie atmet man richtig? Welche Entspannungs- und Fitness-Übungen werden von ihr als Morgenritual angewendet? Wie hält sie’s mit der Kosmetik und der Mode…Das neue Buch, das in Assistenz von Volksopern-Direktor Robert Meyer, Verlags-Chefin Brigitte Sinhuber-Harenberg und Christoph Wagner-Trenkwitz und in Anwesenheit einer Schüler-Schar sowie von Publikumslieblingen wie Kurt Rydl, Hans Helm, Dietmar Grieser oder Clemens Unterreiner aus der Taufe gehoben wurde, ist also so wie eine Fibel zum Thema: wie bleibt man auch nach 65 Karriere-Jahren dynamisch und attraktiv? Dank der elektronischen Medien konnte man auch den Nostalgie-Teil zu neuem Leben erwecken – Christoph Wagner-Trenkwitz präsentierte etwa das Original-Schwipslied des Volksopern-Debüts aus dem Jahr 1957 – mit himmlischen Koloraturen -oder die  legendäre Salzburger Musetta unter Karajan aus dem Jahr 1975.

Ich persönliche bewahre viele unvergessliche Vorstellungen mit Renate Holm in meinem Erinnerungs-Speicher. Von der Zerbinetta (neben Leonie Rysanek und Sena Jurinac) bis zum Ännchen im Freischütz 1972 (neben Gundula Janowitz), von der Adele (neben Eberhard Waechter) bis zur Madame Euterpova in „Hilfe, Hilfe die Globolinks!“ reicht der riesige Fundus. Die vielleicht allerschönste Vorstellung, die ich im Kopf präsent habe, fand am 28.Mai 1966 in der Wiener Staatsoper statt. Es war die wohl beste „Entführung aus dem Serail“, die ich je hörte. Unter der Leitung des Mozart-Spezialisten Josef Krips sangen damals Fritz Wunderlich, Gottlob Frick, Anneliese Rothenberger, Gerhard Unger und – Renate Holm. Und die fröhliche Musikalität und Lebensfreude der Wahl-Wienerin Renate Holm übertrug sich auf dieses unüberbietbare Welt-Ensemble. – „Auf den Flügeln  der Seele“ !

Allein für diese „Entführung“ ist ihr ein Platz im ewigen Buch der Oper sicher. Und ihre Fans können sich wohl auf das 3.Holm-Buch freuen.  Denn: Renate Holm bleibt noch lange 50! Alle anderen haben indes jetzt ein ideales Weihnachtsgeschenk parat.

Peter Dusek

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STAATSTHEATER KARLSRUHE: ROMEO UND JULIA 14+ Ballett von Kenneth MacMillan nach William Shakespeare NEUEINSTUDIERUNG Ab 14 Jahren

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Blythe Newman, Zhi Le Xu © Jochen Klenk

Soiree VOR DER PREMIERE  11.11.17  19.00  KLEINES HAUS A-PREMIERE  18.11.17  19.00  GROSSES HAUS B-PREMIERE  22.11.17  20.00  GROSSES HAUS

MUSIK Sergej Prokofjew MUSIKALISCHE LEITUNG Johannes Willig CHOREOGRAFIE & INSZENIERUNG Kenneth MacMillan EINSTUDIERUNG Julie Lincoln & Robert Tewsley BÜHNE & KOSTÜME Paul Andrews LICHT Deborah MacMillan MIT Solisten, Ballettensemble, Ballettstudio des STAATSBALLETTS KARLSRUHE & weiteren Studierenden der Akademie des Tanzes Mannheim BADISCHE STAATSKAPELLE

Bewegender Ballettklassiker des 20. Jahrhunderts kehrt als Neueinstudierung auf die Bühne des STAATSBALLETTS KARLSRUHE zurück

Gut zehn Jahre nach der deutschen Erstaufführung in Karlsruhe nimmt das STAATSBALLETT erneut Kenneth MacMillans erschütterndes Meisterwerk Romeo und Julia ins Programm – in Gedenken an einen der bedeutendsten Choreografen des 20. Jahrhunderts, dessen Todestag sich am 29. Oktober 2017 zum 25. Mal jährt.

1965 als sein erstes abendfüllendes Ballett für das Royal Ballet in London entstanden, ist Kenneth MacMillans psychologisch fein ziselierte und höchst musikalische Umsetzung der größten Liebestragödie aller Zeiten längst zu einem Werk von Weltrang avanciert.
Die eindringliche Inszenierung einer Liebe, die gegen alle gesellschaftlichen Konventionen und äußeren Widrigkeiten für ihre Freiheit in den Tod geht, wird durch die opulent-farbenfrohe Ausstattung von Paul Andrews auch in Bühnenbild und Kostümen zu einem Bilderrausch vollendet. Sergej Prokofjews weltberühmte und höchst raffinierte Ballettmusik wird die BADISCHE STAATSKAPELLE live zum Klingen bringen.

Der britische Choreograf Kenneth MacMillan (1929-1992) zählt zu den bedeutendsten Tanzschaffenden des 20. Jahrhunderts. Er absolvierte seine Tanzausbildung an der Sadler’s Wells Ballet School (heute Royal Ballet School), für deren Compagnie er schon früh eigene Choreografien schuf. Von 1966 bis 1969 war er Direktor des Balletts der Deutschen Oper Berlin, von 1970 bis 1977 Direktor des Royal Ballet London und von 1977 bis 1992 dort Chefchoreograf. Er kreierte über 90 Werke für Compagnien wie das Royal Ballet London und das Stuttgarter Ballett, darunter Mayerling, The Judas Tree, Las Hermanas, Das Lied von der Erde und Requiem (die drei letztgenannten mit Birgit Keil). Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Evening Standard Award sowie mit dem Emmy Award für seinen Fernsehfilm über die Arbeit eines Choreografen A lot of happiness, in dem er für Birgit Keil und Vladimir Klos choreografiert. 1983 wurde Sir Kenneth MacMillan zum Knight of the British Empire geadelt.

Johannes Willig studierte Klavier, Dirigieren und Korrepetition in Freiburg sowie Orchesterleitung in Wien. Engagements führten den DAAD-Stipendiaten und Preisträger mehrerer internationaler Dirigierwettbewerbe an das Theater Biel / Solothurn und als Ersten Kapellmeister und Stellvertretenden GMD an die Oper Kiel. Er gastierte an Häusern wie Teatro Comunale di Bologna, Staatstheater Wiesbaden, Theater St. Gallen und Teatro di San Carlo in Neapel sowie am Freiburger Theater, an der Deutschen Oper Berlin und der Opéra de Lyon. Seit der Spielzeit 2011/12 ist er Erster Kapellmeister und Stellvertretender GMD am STAATSTHEATER KARLSRUHE. Hier dirigierte er u. a. das kleine schwarze / the riot of spring, Ein Maskenball, Tosca, La Traviata, Doctor Atomic, Der Prophet, Macbeth, Das Rheingold, Die Walküre, Adriana Lecouvreur sowie zahlreiche Sinfoniekonzerte. In der Spielzeit 2017/18 zeichnet er auch für die musikalische Leitung von Simon Boccanegra verantwortlich.

Paul Andrews studierte Bühnenbild an der Wimbledon School of Art and Design. Nachdem er seine Abschlussarbeit in einer Vorstellung gesehen hatte, beauftragte ihn Kenneth MacMillan, das Bühnenbild und die Kostüme zu Romeo und Julia für die Neueinstudierung beim Birmingham Royal Ballet zu entwerfen. In Folge erhielt er zahlreiche Aufträge für die Ausstattung u. a. von West Side Story, Ende gut Alles gut, Der Widerspenstigen Zähmung, Der Kaufmann von Venedig, The Sound of Music, König Lear, Schostakowitschs Operette Tscherjomuschki, Ein Sommernachtstraum, Schwanensee.

Außerdem arbeitete er an den Filmen Robin Hood. König der Diebe und Judge Dredd als Kostümdesigner mit. Die vielversprechende Karriere als einer der führenden englischen Bühnendesigner fand ein zu frühes Ende. Paul Andrews starb 1997 im Alter von nur 27 Jahren.

Die Australierin Deborah MacMillan studierte Malerei und Bildhauerei an der National Art School in Sydney und lebt seit 1970 in London, wo sie 1971 den Choreografen und Tänzer Kenneth MacMillan heiratete. Sie entwarf zahlreiche Ballettausstattungen für Bühne und Fernsehen. 1984 wandte sie sich wieder hauptberuflich der Malerei zu und stellte in der Folge in London und Glyndebourne aus. Ihr Werk findet sich in privaten Sammlungen in den USA und Großbritannien. Seit dem Tod ihres Mannes 1992 ist sie weltweit als Nachlassverwalterin von Kenneth MacMillans Balletten tätig. Sie realisierte zahlreiche Neuproduktionen von MacMillan-Werken am Royal Ballet und zeichnete für die Neugestaltung der Kostüme für Triad verantwortlich. Sie kreierte zudem die Neuausstattung von Soirées Musicales für die Royal Ballet School nach Originalentwürfen von Ian Spurling.

Weitere Vorstellungen: 29.12.17, 21., 24.1., 9.2., 1., 11., 18.3., 5.4., 15.5., 15.6.18
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HEUTE: ORF III am Donnerstag: „Nationalratssitzung“ und „Die Runde der Klubobleute“ in „Politik live“, „Inside Brüssel“ u. a. zu #metoo

Außerdem: „Wilde Reise mit Erich Pröll“ zu „Feuerberge – Oasen im Ozean“, „Im Brennpunkt: Hotel Kambodscha“ =

Wien (OTS) – Am Donnerstag, dem 9. November 2017, überträgt ORF III Kultur und Information, knapp vier Wochen nach der Nationalratswahl, die erste „Nationalratssitzung“ der neu konstituierten Abgeordnetenkammer ab 10.00 Uhr in voller Länge. Neben der Angelobung der Mandatare steht die Wahl der drei Nationalratspräsidenten auf der Tagesordnung. Etwa 85 der 183 neuen Abgeordneten waren im vorigen Nationalrat nicht vertreten. Ganz neu ist der Klub der Liste Pilz und erstmals seit 1986 sind Die Grünen bei der Angelobung nicht dabei. Für ORF III kommentieren Christine Mayer-Bohusch und Martin Wendel. ORF 2 überträgt parallel bis 13.00 Uhr, kommentiert von Fritz Jungmayr.

Im Hauptabend führt die „Wilde Reise mit Erich Pröll“ in eine tropische Inselwelt, nahe Papua-Neuguinea. Der Dokumentarfilm „Feuerberge – Oasen im Ozean“ (20.15 Uhr) von Regisseur Bertrand Loyer zeigt, wo seit Millionen von Jahren Lava aus unterirdischen Magmakammern dringt und damit das Wachstum einer Kette von Vulkanen fördert. Mit der Zeit wachsen die Tiefseevulkane zu mächtigen Feuerbergen heran, deren Flanken über wie unter der Wasseroberfläche einzigartige Naturräume bilden.

Danach geht es mit einer „Runde der Klubobleute“ (21.05 Uhr) in „Politik live“ weiter. Mit der Angelobung der Abgeordneten werden auch die neuen Nationalratspräsidenten gewählt und erste Weichen für künftige Personalentscheidungen gestellt. Wie wird mit den neuen Mehrheitsverhältnissen die künftige Arbeit im Parlament ablaufen? Was ändert sich mit nur mehr fünf, statt bisher sechs, Parteien? Und wie sind die Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ zu bewerten? Bei ORF-III-Chefredakteurin Ingrid Thurnher diskutieren die Klubobleute der Parlamentsparteien.

Im Brennpunkt“ geht es danach weiter mit einer Dokumentation von Marion Mayer-Hohdahl, die für ihren Film „Hotel Kambodscha“ (21.55 Uhr) ein Dorf in der Nähe von Siem Reap besucht. Kambodscha zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Viele Einheimische müssen mit umgerechnet 1,80 Euro pro Tag ihr Leben bestreiten. Die Österreicherin Helga Nagy leitet dort eine der renommiertesten Hotelfachschulen des Landes und hofft, Schüler/innen aus ärmlichen Verhältnissen den Weg in ein gut bezahltes Berufsleben zu ebnen.

Mit einer neuen Ausgabe des Polittalks „Inside Brüssel“ (22.30 Uhr) schließt der ORF-III-Abend. Auf dem Programm steht zunächst das Thema sexuelle Übergriffe, das derzeit international wie national hohe Wogen schlägt. Unter #metoo berichten Betroffene über ihre Erlebnisse – von unerwünschten Annäherungen bis hin zu körperlichem Missbrauch. Das zweite große Thema: Die Unabhängigkeit Kataloniens. Soeben wurde sie verkündet und sogleich von Madrid verboten. Wie stark sind Unabhängigkeitsbestrebungen anderswo in der EU? Könnten Bayern und Südtirol jetzt auch verstärkt auf Eigenständigkeit setzen? Grund zur Diskussion liefert auch das Thema Zeitumstellung. Die EU-Kommission will prüfen, ob die alljährliche Umstellung auf Sommerzeit noch sinnvoll ist. Mit Peter Fritz im Europäischen Parlament in Brüssel debattieren Maria Noichl (SPD, Bayern), Herbert Dorfmann (Südtiroler Volkspartei), Christoph Schiltz (Die Welt) und Monika Graf (Salzburger Nachrichten und Oberösterreichische Nachrichten).

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