Der Neue Merker

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM MÄRZ 2017

IN MEMORIAM-Geburtstage im März 2017

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny


1.3. Ángeles CHAMORRO: 80. Geburtstag

 Biographie der spanischen Sopranistin auf Spanisch: http://lazarzuela.webcindario.com/BIO/chamorro.htm

 

1.3. Annette DE LA BIJE: 90. Geburtstag

 Biographie der holländischen Sopranistin auf Englisch:

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Bije-Annette-de-la.htm

 

2.3. József BÓDY: 95. Geburtstag

József Bódy

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger in Budapest und debütierte 1952 an der Nationaloper Budapest als Sparafucile im »Rigoletto«. Er blieb dann für lange Zeit an diesem Haus tätig und sang hier Partien wie den Sarastro in der »Zauberflöte«, den Commendatore im »Don Giovanni«, den Ramfis in »Aida«, den Dosifej in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, den Gremin im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und den Milhály Szilágyi in »Hunyady László« von F. Erkel. In den Jahren 1966-68 war er am Theater der Schweizer Bundeshauptstadt Bern engagiert. Damit scheint seine Karriere ihren Abschluss gefunden zu haben. Er starb 1985 in Budapest.

Auf der Marke Qualiton erscheint er in Gesamtaufnahmen der Opern »Rigoletto«, »Hunyady László« und »C’est la guerre« von Emil Petrovicz, dazu in mehreren Opern-Querschnitten.

 

2.3. Mario ZAFRED: 95. Geburtstag

Er studierte 1946 Komposition bei seinem bekannten Landsmann Ildebrando Pizzetti an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. Nach seinem Studium arbeitete er von 1949 an als Musikkritiker bei der italienischen Tageszeitung L‘Unità. Im Einklang mit seiner politischen Überzeugung verwandte er in seiner eigenen Musik eine vereinfachte Formensprache ähnlich den Vorbildern bekannter sowjetischer Komponisten. Unter seinen klassischen Werken finden sich fünf Sinfonien, eine Kantate für Viola und Orchester, verschiedene Streichquartette, drei Piano-Trios und ein Concerto für 2 Pianos. In den 1950er Jahren komponierte er auch einige Filmmusiken für das italienische Kino. Unter anderem den Soundtrack zu Carlo Lizzanis Drama Chronik armer Liebesleute, wo er gleichzeitig auch das Dirigat übernahm und 1954 für diesen Film mit dem Nastro d‘Argento für die Beste Filmmusik ausgezeichnet wurde. Des Weiteren schrieb er die Musik für Valerio Zurlinis Komödie Die schönen Mädchen von Florenz und für Francesco Masellis Drama Die Frau des Tages mit Virna Lisi in der Hauptrolle. Ferner arbeitete er mit den Regisseuren Gianni Puccini und Tullio Covaz zusammen. Seine letzte Filmkomposition entstand im Jahr 1958 für die Komödie Giovani mariti von Regisseur Mauro Bolognini. Neben seiner Tätigkeit als Komponist und Dirigent war er 1968-74 künstlerischer Leiter der Oper von Rom und 1973-83 Präsident der Akademie Santa Cecilia. Er starb 1987 in Rom.

 

3.3. Dino BONA: 125. Geburtstag

 Biographie des italienischen Tenors auf Italienisch: http://www.lacasadellamusica.it/Vetro/Pages/Dizionario.aspx?ini=B&tipologia=1&idoggetto=231&idcontenuto=494

 

3.3. Gustav STRUBE: 150. Geburtstag

Er studierte am Konservatorium von Leipzig bei Adolph Brodsky. 1891-13 war er Erster Violinist beim Boston Symphony Orchestra und Dirigent der Musikfeste von Worester (Colorado). Danach war er Violinlehrer am Konservatorium von Baltimore, das er 1916-46 auch leitete und außerdem von der Gründung 1916-30 Leiter des Balimore Symphony Orchestra. Er komponierte zwei Opern, zwei Sinfonien, zwei sinfonische Dichtungen (Sehnsucht und Harzgebirge), drei Ouvertüren, eine Orchesterrhapsodie, zwei Violinkonzerte, zwei Streichquartette, ein Bläserquintett und ein Klaviertrio. Er starb 1953 in Baltimore.

 

4.3. Roger GARDES: 95. Geburtstag

 Biographie des französischen Tenors auf Französisch:

http://www.musimem.com/obi-0704-1204.htm

 

5.3. John LAWRENSON (englischer Bariton): 85. Geburtstag 

 

5.3. Gerda WISMAR: 100. Geburtstag

Gerda Wismar

 Die Sängerin, deren eigentlicher Name Gerda Erdmann war, wurde durch Ivo Götte an der Musikhochschule ihrer Vaterstadt Berlin ausgebildet. In Berlin debütierte sie auch 1948 als Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky. 1949-50 sang sie am Staatstheater Schwerin und dann 1950 bis zu ihrem Rücktritt von der Bühne 1966 am Staatstheater von Braunschweig. Aus ihrem Repertoire seien die Titelrolle in »Medea« von Cherubini, der Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Aida und die Elisabetta im »Don Carlos« von Verdi hervorgehoben. Bei den Bayreuther Festspielen von 1953 sang sie eines der Blumenmädchen im »Parsifal«. Sie starb in den 90er-Jahren.

 

6.3. Jeanne COOK: 80. Geburtstag

 Ausbildung der Stimme an der Music Academy of the West in Santa Barbara bei Lotte Lehmann, dann Schülerin von William Eddy und Jan Popper in Los Angeles, schließlich von Rudolf Spira in Zürich. Bühnendebüt 1960 am Opernhaus von Zürich als Pamina in der »Zauberflöte«. Sie sang am 9.6.1961 am Opernhaus von Zürich in der Uraufführung der Oper »Griechische Passion« von B. Martinu die Partie der Lenio. Sie blieb bis 1963 in Zürich, sang 1964-65 an der Oper von Köln und gastierte in Berlin und bei den Salzburger Festspielen, wo sie 1965 die Najade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und 1965-66 die Arminda in »La finta giardiniera« von Mozart vortrug. 1965 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Am Grand Théâtre Genf gastierte sie 1965 als Sonia in »Raskolnikoff« von H. Sutermeister, 1966 als Sophie im »Rosenkavalier«, 1967 als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1968 als Freia im »Rheingold«, 1969 als Agathe im »Freischütz« und als Gutrune in der »Götterdämmerung«, 1972 als Ismène in »Antigone« von A. Honegger und 1974 als eine der Mägde in »Elektra« von R. Strauss. 1967 trat sie als Gast am Teatro Liceu Barcelona auf, 1968 an der Staatsoper von Stuttgart, 1968 am Théâtre de la Monnaie Brüssel (als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«). Weitere Gastspiele in Amsterdam, Nancy, Palermo, Triest, Hamburg, Hannover und München. In Nordamerika, wo sie später lebte, trat sie an der Oper von San Francisco auf (1969 als Freia, zugleich ihr US-Debüt) und nahm 1977-79 an den Aufführungen des Nibelungenrings in Seattle (als Freia und als Gutrune) teil. Sie hatte darüber hinaus auch eine erfolgreiche Karriere als Konzertsängerin. Sie trat auch unter dem Namen Jean Cook auf. Sie starb 1986.

Ihre lyrische Sopranstimme ist auf Decca-Schallplatten zu hören.

 

6.3. Norman TREIGLE: 90. Geburtstag

Norman TREIGLE

 Als Knabensopran sang er in einem Schülerchor in New Orleans. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zur amerikanischen Marine einberufen. Nach Kriegsende wollte er zunächst seine Sängerkarriere aufgeben und sich im kaufmännischen Fach betätigen. Er entschloss sich schließlich jedoch zum Gesangstudium, das an der Loyola University von New Orleans, dann bei Elizabeth Wood stattfand. Er debütierte, noch als Student, 1947 in New Orleans als Lodovico in Verdis »Otello«. 1953 wurde er an die New York City Opera verpflichtet, an der er anfänglich kleinere Rollen, seit 1955 jedoch viele große Partien, vor allem aus dem italienischen Fach, sang, darunter als besondere Glanzrolle den Don Giovanni. Am 1.4.1954 wirkte er hier in der Uraufführung der Oper »The Tender Land« von Copland mit, am 27.9.1956 in »Susannah« von Carlisle Floyd. Bis 1972 blieb er Mitglied der City Opera, an der er Partien wie den Titelhelden in »Giulio Cesare« von Händel, den Mefistofele von Boito und den Boris Godunow übernahm. Er kreierte Rollen in den Uraufführungen der Opern »The Crucible« von Robert Ward (City Opera New York, 26.10.1961), »The Passion of Jonathan Wade« von Carlisle Floyd (City Opera New York, 1962), »The Sejourner and Mollie Sinclair« (Raleigh, South Carolina, 1963) und »Markheim« (New Orleans, 1966) des gleichen Komponisten. 1951 sang er in der amerikanischen Premiere von Dallapiccolas »Il Prigioniero« (Juilliard School of Music, New York). 1974 Gastspiel an der Covent Garden Oper London als Mephisto im »Faust« von Gounod. Er trat weiter an der Oper von San Francisco (1964 als Olin Blitch in »Susannah« von Carlisle Floyd), am Teatro Colón von Buenos Aires und in Kanada als Gast auf. Neben der nuancenreichen Dramatik seines Vortrags schätzte man auf der Bühne sein darstellerisches Talent. Man fand den Sänger am 16.2.1975 tot in seiner Wohnung in New Orleans auf.

Schallplattenaufnahmen der Opern »Mefistofele« von Boito und »Hoffmanns Erzählungen« auf Electrola und »Julius Caesar« von Händel auf RCA. Auf BJR in »Le Coq d’Or« von Rimsky-Korssakow, auf VAI in »Susannah« von Floyd zu hören.

 

7.3. Elsbeth PLEHN: 95. Geburtstag

Sie widmete sich an der Universität von Königsberg (Ostpreußen) dem Studium der Schulmusik und Musikerziehung. Dann ließ sie in Dresden ihre Stimme durch H. Winkler, M. Flämig und A. Rauch ausbilden. Sie begann eine erfolgreiche Karriere als Konzert-Altistin, wobei sie sich vor allem als Oratoriensolistin in einem Repertoire von großer Vielseitigkeit auszeichnen konnte. Sie wurde namentlich als Gesangspädagogin bekannt; 1959 wurde sie als Dozentin an die Musikhochschule von Dresden berufen. Seit 1975 wirkte sie an diesem Hochschulinstitut als Professorin. Zu ihren Schülern gehörten Sänger wie Peter Otto Olesch, Annelott Damm und Carola Nossek. Elsbeth Plehn starb 2001.

 

8.3. Franz MÜLLER-HEUSER: 85. Geburtstag

Franz Müller-Heuser

Er erhielt seine Ausbildung zum Opern- und Konzertsänger (Bariton) an der Folkwangschule in Essen. Gleichzeitig studierte er an der Universität zu Köln Musikwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie und hat über die „Ästhetik des gregorianischen Gesangs“ promoviert. Als professioneller Sänger gab er zahlreiche Oratorienkonzerte und Liederabende in allen größeren deutschen Städten und unternahm Konzertreisen in das europäische und außereuropäische Ausland. Er machte Schallplatten-, Hörfunk- und Fernsehaufnahmen und stand insgesamt 35 Jahre auf dem Podium. 1963 wurde er als Professor für Gesang an die Hochschule für Musik Köln berufen. 1976 erfolgte die Ernennung zum Direktor der Hochschule. Nach der Verabschiedung des neuen Kunsthochschulgesetzes wurde er 1989 zum Rektor der Hochschule gewählt und verblieb in dieser Funktion bis zu seiner Pensionierung 1997. 1978 wurde er Gründungspräsident des Landesmusikrates Nordrhein-Westfalen. 1988-2003 war Müller-Heuser Präsident des Deutschen Musikrates. In den 1990er Jahren hat sich unter seiner Leitung dieser Dachverband mit dem der ehemaligen DDR vereinigt, neue Projekte geschaffen und seine Infrastruktur reorganisiert, um sich für wachsende Aufgabenbereiche zukunftsfähiger zu machen. 1999 wurde er zum Vorsitzenden des Kulturrates gewählt. Seit 1998 leitete Müller-Heuser als Gründungspräsident die neu errichtete Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg. Franz Müller-Heuser wurde mit dem Bundeverdienstkreuz und dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Er starb am 30.12.2010 in Köln. Am 8. Januar 2011 fanden zwei Trauerfeiern statt, danach wurde er auf dem Melaten-Friedhof in Köln beigesetzt.

 

8.3. Hugo AVENDAÑO: 90. Geburtstag

hugo-avendano

Er studierte Gesang bei José Pierson. 1950 debütierte er am Teatro del Palacio de Bellas Artes in Mexiko mit der Rolle des Amonasro in Verdis »Aida«. Er war Mitglied der Ensembles der Opernhäuser in Mexiko-Stadt, Guadalajara, Monterrey und Veracruz. Sein Repertoire reichte von »Rigoletto«, »Il Trovatore« über »La Traviata« bis zu »Carmen« und »Madame Butterfly«. Ab 1955 steigerte sich seine Popularität weiter durch Rundfunk- und Fernsehaufnahmen. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen in Europa, den USA, Mittel- und Südamerika. Er starb 1998 in Mexiko-Stadt.

 

8.3. Josef BERG: 90. Geburtstag

Er nahm 1946-50 Kompositionsunterricht am Konservatorium seiner Heimatstadt Brünn bei Vilém Petrzelka. Parallel studierte er an der Philosophischen Fakultät der Masaryk-Universität Musikwissenschaft bei Jan Racek and Bohumir Stedron. Nach dem Studium arbeitete er als Musikredakteur für den Tschechischen Rundfunk in Brünn, bevor er sich als freischaffender Komponist selbständig machte. In seinen Kompositionen war Berg stark von mährischen Volksweisen geprägt, nützte aber die technischen und expressiven Möglichkeiten moderner Kompositionstechniken. Neben kammermusikalischen und Orchesterwerken (u.a. drei Sinfonien) und Vokalmusik komponierte er sechs Kammeropern, deren Libretti er selbst verfasste. Zudem arbeitete er als Musikkritiker für Zeitungen und Fachzeitschriften. Er starb 1971 in Brünn. Seine letzte Oper, Johannes doktor Faust, wurde von Milos Stedron und Miloslav Istvan vollendet.

 

9.3. Éva TRENKA: 95. Geburtstag

 Biographie der ungarischen Sopranistin auf Ungarisch: http://mek.oszk.hu/02100/02139/html/sz25/325.html

 

10.3. Peter van GINKEL: 85. Geburtstag

 Er kam ganz jung nach Kanada, arbeitete zunächst im Baugewerbe, ließ dann aber seine Stimme am Quebec Conservatoire de Musique in Montreal ausbilden. Ergänzende Studien bei Kurt Herbert Adler und bei Otto Guth in San Francisco. Er debütierte beim Empire State Music Festival in Woodstock (New York) in der Rolle des Colonel Ibbetson in »Peter Ibbetson« von Deems Taylor. Seine Karriere kam einerseits in Nordamerika, andererseits in Europa, und hier vor allem an westdeutschen Bühnen, zur Entwicklung. Er sang an den führenden kanadischen Opernhäusern in Toronto, Montreal, Ottawa und Vancouver und gastierte an den Opern von Chicago (u.a. am 29.11.1978 in der Uraufführung von Pendereckis »Paradise Lost« als Satan) und San Francisco (1974 als Klingsor im »Parsifal«). Er kam dann nach Europa und nahm eine Karriere an deutschen Bühnen auf. So war er 1970-72 am Staatstheater von Braunschweig, 1972-74 am Opernhaus von Dortmund, 1974-79 am Opernhaus von Nürnberg und schließlich 1979-80 am Stadttheater von Basel in der Schweiz engagiert. Im deutschen Sprachraum hörte man ihn als Gast an der Staatsoper von Stuttgart, am Nationaltheater Mannheim, am Opernhaus von Köln und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Er nahm dann seinen Wohnsitz in Döbriach in Kärnten und gab noch Gastspiele und Konzerte. Neben seinem Wirken im Konzertsaal sind von seinen Bühnenpartien der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Rigoletto, der Jago in Verdis »Otello«, der Kaspar im »Freischütz« von Weber, der Fliegende Holländer, der Wotan wie der Alberich im Nibelungenring, der Escamillo in »Carmen«, der Plumkett in Flotows »Martha«, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Titelheld in Puccinis »Gianni Schicchi«, der Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, der Kaiser von China in »Le Rossignol« von Strawinsky, der Titelheld in Alban Bergs »Wozzeck«, der Boris Godunow und der Cardillac in der Oper gleichen Namens von Hindemith zu erwähnen. Er starb 2000 in Klagenfurt.

Schallplatten: CBC (Lieder von Beethoven und Hugo Wolf).

 

10.3. Eva TURNER: 125. Geburtstag

Eva Turner als Turnadot
Eva Turner als Turandot

 

 Sie begann ihre Ausbildung bei Dan Rootham in Bristol und studierte 1911-15 an der Royal Academy of Music in London bei M. Wilson, G. und E. Levi. Sie begann ihre Sängerlaufbahn als Choristin bei der Carl Rosa Opera Company; seit 1916 wurden ihr bei dieser Gesellschaft kleinere Rollen übertragen. Sie übernahm als erste Rolle 1916 bei der Carl Rosa Company einen der Edelknaben im »Tannhäuser«, später sang sie bei dieser Gesellschaft die Priesterin in »Aida« und einen der Knaben in der »Zauberflöte«. Nach weiteren Studien bei Albert Richards Broads hatte sie seit 1920 bei der Carl Rosa Company große Erfolge. 1920 sang sie mit der Carl Rosa Company im Haus der Covent Garden Oper in London die Santuzza in »Cavalleria rusticana«. Bei der Carl Rosa Company sang sie bis 1924 u.a. die Aida, die Tosca, die Butterfly, die Santuzza und die Brünnhilde. Als der Dirigent Ettore Panizza sie in London hörte, empfahl er sie an Arturo Toscanini, der sie sogleich für die Scala in Mailand engagierte. 1924 debütierte sie an der Mailänder Scala als Freia im »Rheingold«. Sie trat dann 1924-25 und 1929 an der Scala sehr erfolgreich u.a. als Sieglinde in der »Walküre«, als Aida, als Leonore im »Troubadour« und in weiteren Partien aus dem italienischen Repertoire auf, auch als Turandot von Puccini. Franco Alfano, der nach dem Tod von Puccini dessen letzte Oper »Turandot« vollendet hatte, bezeichnete sie als unerreicht in dieser Partie. 1925 nahm sie an der Gastspieltournee einer italienischen Operngesellschaft durch Deutschland teil, bei der sie in Berlin, Dresden, München, Frankfurt a.M., Breslau, Mannheim, Braunschweig, Bremen und Baden-Baden auftrat; zu den Partien, die sie dabei vortrug, gehörten die Aida, die  Leonore im »Troubadour«, die Tosca und die Santuzza. Seitdem hatte sie an den großen italienischen Operntheatern ihre Erfolge; man feierte sie in Turin, Neapel, Triest, Bologna und Pisa, wobei die Titelfigur in Puccinis »Turandot« als ihre besondere Glanzrolle galt. In Italien sang sie diese erstmals 1926 am Teatro Grande von Brescia und dann an vielen großen Operntheatern. 1929 hörte man sie bei den Festspielen in der Arena von Verona in der Titelpartie von Mascagnis »Isabeau«, die sie 1930 an der Oper von Rom wiederholte. 1928-30, 1933, 1935, 1937-38 und 1947-49 eilte sie an der Covent Garden Oper London von Erfolg zu Erfolg. Neben ihrer unvergleichlichen Turandot sang sie dort Partien wie die Aida, die Agathe im »Freischütz« (1935), die Santuzza, Wagner-Rollen wie die Brünnhilde und die Sieglinde und 1938 erstmals die Isolde in »Tristan und Isolde«, seitdem ein weiterer Höhepunkt in ihrem Bühnenrepertoire. 1925-31 war sie an den Opernhäusern von Berlin, Dresden, Frankfurt a.M. und München zu Gast, 1927 und 1931 gastierte sie in Südamerika in Rio de Janeiro und vor allem am Teatro Colón von Buenos Aires. Hier sang sie 1927 (!) in der südamerikanischen Premiere des »Fidelio« die Leonore. Im gleichen Jahr wirkte sie dort in der Premiere von Rimsky-Korssakows »Märchen vom Zaren Saltan« mit. 1928-30 und 1938 war sie an der Oper von Chicago engagiert (Debüt als Aida). Sie trat auch an der Oper von Boston und bei Konzert-Tourneen in Amerika auf. 1929 sang sie die Aida in Pasadena in einer Freilicht-Aufführung vor 10.000 Zuhörern. 1939 gab sie Gastspiele in Kopenhagen, Wien, Lissabon und Athen. Besonders beliebt war die Künstlerin in Turin, wo sie 1926, 1932, 1934-35 und 1937 auftrat. Seit Ende der zwanziger Jahre lebte sie in ihrer Villa in Brusino-Arsizio am Luganer See, später hauptsächlich in den USA (1948 erhielt sie eine Professur an der Universität von Oklahoma), kam aber 1959 wieder nach London zurück und ging der Lehrtätigkeit an der dortigen Royal Academy of Music nach. Zu ihren Schülerinnen gehörten u.a. Amy Shuard, Rita Hunter und Gwyneth Jones. Von Königin Elisabeth II wurde sie als Dame of the British Empire in den Adelsstand erhoben. 1979 Ehrendoktor der Universität Manchester, 1984 der Universität Oxford. Sie starb 1990 in London. – Dunkel getönte, dramatische Sopranstimme, voll erregender Ausdrucksintensität und von hohem Stilgefühl, im Verdi- wie im Wagner-Repertoire, vor allem aber durch ihre unvergessliche Turandot, berühmt. Ihre Stimme wurde durch eine ungewöhnliche dramatische Kraft und Tonfülle ausgezeichnet und besaß einen Stimmumfang, der vom g bis zum dreigestrichenen d‘‘‘ reichte, dazu galt sie auf der Bühne als faszinierende Darstellerin.

Lit: T. English: Eva Turner (in »Opera«, 1950); J.B. Richards: Eva Turner (in »Record Collector«, 1957); R. Cochran: Eva Turner (in »Opera«, 1990); I. Cook: This is Eva Turner (in »Opera News«, 1959-60).

Hervorragend schöne, aber relativ wenige Schallplatten der Marke Columbia, die meisten bereits 1927 in Italien aufgenommen. Auf HMV singt sie die Titelrolle in Ausschnitten aus Puccinis »Turandot«.

 

10.3. Arthur HONEGGER: 125. Geburtstag

Er wurde als erstes Kind des aus Zürich stammenden Ehepaars Julie Ulrich (1859–1922) und Arthur Honegger in Le Havre geboren, wo sein Vater als selbständiger Kaffeeimporteur tätig war. Er wuchs dort auf, blieb aber sein Leben lang Schweizer Staatsbürger. Er erhielt früh Musikunterricht, lernte das Violinspiel und komponierte schon als Jugendlicher. 1909 begann er ein Studium am Zürcher Konservatorium (Violine, Musiktheorie) und wohnte in der Familie des Onkels Oskar Honegger, der in Zürich Oberrichter war. Das Studium setzte er ab 1911 am Pariser Konservatorium fort (Violine, Kontrapunkt). In der Kontrapunktklasse von André Gedalge machte er die Bekanntschaft von Darius Milhaud und Jacques Ibert. Ab 1915 studierte er Komposition (bei Charles-Marie Widor) und Dirigieren (bei Vincent d‘Indy). 1918 schloss er sein Studium ab und komponierte sein erstes eigenständiges Werk, das Ballett Le Dit des Jeux du monde, dessen Uraufführung am Ende des Jahres einen Skandal auslöste und dem Komponisten öffentliche Aufmerksamkeit brachte. Wie Milhaud und Francis Poulenc war er ein Mitglied des Groupe des Six, seine Musik stand aber zur offiziellen Ästhetik der Gruppe in einer gewissen Distanz. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit seinem Werk Pacific 231 (1923), dem musikalischen Porträt einer Dampflokomotive – nicht als Programmmusik, sondern als ästhetische Darstellung von Kraft und Bewegung. Im Paris der frühen 1930er Jahre verkehrte er im Salon der niederländischen Komponistin Rosy Wertheim, wo er unter anderem auf die Komponistenkollegen Barraine, Ibert, Messiaen und Milhaud traf. Im Kriegswinter 1941/42 entstand die zweite Sinfonie; zu dieser Zeit war er als Musikkritiker und als Kompositionslehrer in Paris, das von den deutschen Truppen besetzt war, tätig. Er selbst beschrieb seine Erinnerung als «überwiegend thermischer Natur. Es war damals sehr kalt, als ich an der Sinfonie arbeitete, und da ich keine Kohle und kein Holz besaß, habe ich die ganze Zeit in meinem Atelier gefroren.» Die Sinfonie ist ein Bekenntniswerk mit einer schwermütigen und beklemmenden Stimmung. Der Finalsatz löst mit seinem großartigen choralartigen Finale diese Stimmung auf und schlägt Brücken: zur Hoffnung auf Frieden wie zum großen Vorbild Johann Sebastian Bach. 1952 wurde er als auswärtiges Mitglied in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen. Arthur Honegger starb am 27. November 1955 im Alter von 63 Jahren in Paris. Er ruht auf der Cimetière Saint-Vincent am Montmartre in Paris. Sein Urenkel ist Doug Honegger.

 

11.3. Stefania MALAGÙ: 85. Geburtstag

 

 Sie studierte zuerst bei dem Pädagogen Arturo Martinis, dann 1955-56 in der Opernschule der Mailänder Scala bei Guido Gonfalonieri. 1956 debütierte sie an der Mailänder Scala als Käthchen im »Werther« von Massenet und blieb länger als 25 Jahre an diesem Haus tätig. Sie nahm sich in verdienstvoller Weise der mittleren und kleineren Rollen des italienischen Repertoires an, die sie mustergültig gestaltete. Sie übernahm gelegentlich an der Scala wie bei Gastspielen auch große Partien, kam aber immer wieder auf ihre kleinen Rollen zurück, darunter waren die Ninfa in Monteverdis »L‘Orfeo«, die Curra in »La forza del destino«, die Susanna in Charpentiers »Louise«, die Geisha in Mascagnis »Iris«, der Fréderic in »Mignon« von A. Thomas, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Maria in F. Schuberts »Der häusliche Krieg«, die Marta in Boitos »Mefistofele«, die Heuschrecke in der italienischen Erstaufführung von Janáceks »Das schlaue Füchslein«, die Schwester Eiferin in »Suor Angelica« von Puccini, die Ines im »Troubadour«, das Sandmännchen in »Hänsel und Gretel«, der Jugendliche in »Fedra« von I. Pizzetti, die Priesterin in »Aida«, die Lugrezia in Pergolesis »Lo frate ´nnamorato«, die Gouvernante in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Cieca in »Maria Egiziaca« von Respighi, die Kurtisane in »Torneo Notturno« von Malipiero, die Alisa in »Lucia di Lammermoor«, die Maddalena im »Rigoletto«, die Mercédès in »Carmen«, die Berta im »Barbier von Sevilla«, die Meg Page in Verdis »Falstaff«, der Fjodor in »Boris Godunow«, die Mrs. Grose in B. Brittens »The Turn of the Screw«, der Telemaco in der italienischen Erstaufführung von Dallapiccolas »Ulisse«, die Wirtin in Prokofjews »L’Ange de feu«, der Ramiro in Mozarts »La finta giardiniera«, die Camilla in Donizettis »Il Giovedì grasso«, die Tertullia in der italienischen Erstaufführung von Paul Dessaus »Die Verurteilung des Lukullus«, die Clarina in Rossinis »La cambiale di matrimonio«, die Marcellina in »Le nozze di Figaro«, die Kammerfrau in Verdis »Macbeth«, die Mutter in Ravels »L’Enfant et les sortilèges«, die Annina im »Rosenkavalier«, der Tebaldo in Verdis »Don Carlos«, die Pisana in Verdis »I due Foscari« und die Emilia in Verdis »Otello«. Am 8.2.1963 wirkte sie an der Scala in der Uraufführung der Oper »Il linguaggio dei fiori (D. Rosita nobile)« von Renzo Rossellini mit. Bis 1983 ist sie an der Mailänder Scala aufgetreten, und galt als ebenso verlässliches wie unentbehrliches Mitglied des Ensembles. 1960 gastierte sie beim Holland Festival als Cherubino in »Le nozze di Figaro«, ebenfalls 1960 Gastspiel an der Oper von Köln. 1961 war sie mit dem Ensemble der Scala in Moskau zu Gast. Sie sang weiter am Teatro Fenice Venedig, an der Oper von Rom, am Teatro San Carlo von Neapel, am Teatro Regio Parma, am Teatro Comunale Bologna und bei den Festspielen von Glyndebourne, bei denen sie 1962 einen ihrer größten Erfolge als Dorabella in »Così fan tutte« hatte. Beim Wexford Festival sang sie 1964 den Pagen Isolier in »Le Comte Ory« von Rossini, 1965 den Ramiro in »La finta giardiniera« von Mozart, 1966 den Orsini in »Lucrezia Borgia« von Donizetti. 1968 wirkte sie an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »L’Avventurio« von Renzo Rossellini mit. Bei den Festspielen von Salzburg trat sie 1968-69 als Berta im »Barbier von Sevilla«, 1970 in einem Mozart-Konzert und 1970-72 als Emilia in Verdis »Otello« auf. Sie gastierte an der Staatsoper von Wien (1974 als Berta im »Barbier von Sevilla«), beim Spoleto Festival (1959 in »L‘ Ange de feu«), an den Staatsopern von München und Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin, am Teatro San Carlos Lissabon, in Amsterdam, an den Opern von Dallas und Chicago. Zu den großen Partien, die sie sang, gehörten der Komponist in »Ariadne auf Naxos« wie der Octavian im »Rosenkavalier« von R. Strauss, die Fidalma in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, die Charlotte in »Werther« von Massenet, der Hänsel in »Hänsel und Gretel« und die Sekretärin in »The Consul« von Menotti. Als ihre Glanzrolle galt der Cherubino, den sie u.a. in Rom und an anderen italienischen Opernhäusern, an der Covent Garden Oper London (1966) und an der Oper von Tel Aviv sang. Gegen Ende ihrer Karriere verlegte sie sich auf den Vortrag von Buffo- und Charakterpartien an der Scala. 1974 stellte sie in dem Ponnelle-Film »Il Barbiere di Siviglia« die Berta dar. Sie starb im Jänner 1989.

Schallplatten: Sie sang viele kleinere Partien in vollständigen Opern-Aufnahmen, u.a. auf Decca (»Faust« von Gounod, »La Wally« von Catalani, »Il Barbiere di Siviglia«, »Cavalleria rusticana«, »Rigoletto« und »La Traviata« von Verdi), auf HMV (»La Gioconda« von Ponchielli, »Otello« von Verdi), auf Voce (»Viva la Mamma« von Donizetti), auf MRF (»Robert le Diable« von Meyerbeer), auf DGG (»Il Barbiere di Siviglia«, »Macbeth« von Verdi), auf Replica (»Iphigenie auf Tauris« von Gluck, Scala 1957) , auf Ricordi und auf Melodram (»Fra Diavolo« von Auber).

 

11.3. Sarah Edith WYNNE: 175. Geburtstag

wein

Sie war eine Schülerin von Mrs. Scarisbrick in Liverpool, dann an der Royal Academy of Music in London von Pinsuti. Darauf ging sie nach Italien, wo sie bei Romani und Vannuccini in Florenz ihre Ausbildung vervollständigte. Zuerst trat sie in Konzerten in der englischen Provinz auf, bevor sie 1862 in der St. James‘ Hall ihr erstes Londoner Konzert gab. Es folgten viele weitere Konzerte im Crystal Palace, im Drury Lane Theatre (wo sie auch in einigen Opernpartien zu hören war), in anderen Londoner Konzertsälen wie bei Veranstaltungen im Rahmen englischer Musikfeste. Sie wurde jedoch in erster Linie durch den Vortrag englischer und walisischer Balladen und Lieder bekannt. Die letztgenannten Lieder trug sie teilweise in eigenen Bearbeitungen vor; wegen ihrer Interpretation dieser Lieder aus Wales nannte man sie allgemein »Eos Cymru« (»Die walisische Nachtigall«). 1871-72 bereiste sie Nordamerika, 1874 sang sie beim Boston Music Festival. Nach ihrer Heirat mit Aviet Agabeg 1875 in London schränkte sie ihre Konzertauftritte ein und widmete sich in der Hauptsache dem Gesangunterricht, doch ist sie 1894 und nochmals 1896 im Konzertsaal zu hören gewesen. Sie starb 1897 in London.  – Ihre Schwester, die Altistin Kate Wynne, war ebenfalls eine bedeutende Konzertsängerin, die bis zu ihrer Heirat im Jahre 1877 eine ähnliche Karriere wie ihre Schwester hatte, die sie dann jedoch aufgab. Man nannte sie allgemein »Llinos Cwynned« (»Der walisische Fink«).

 

12.3. Richard VERSALLE: 85. Geburtstag

Richard Versalle als Tannhäuser in Bayreuth

 Er war in verschiedenen Berufen tätig, fuhr als Angehöriger der Marine auf einem Unterseeboot und arbeitete im kaufmännischen Fach. Schließlich ließ er seine Stimme ausbilden und sang in einem Barockensemble in Chicago. 1978 debütierte er an der New Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Bote in »Aida«). An diesem Haus sang er in insgesamt 9 Vorstellungen außerdem noch den Tannhäuser und den Jacob Schmidt in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill. 1980 kam er an das Landestheater Saarbrücken; hier hatte er einen ersten Erfolg als Otello in der gleichnamigen Verdi-Oper. 1984 folgte er einem Ruf an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Dort sang er große heldische Tenorpartien wie den Riccardo in Verdis »Maskenball«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Paul in Korngolds »Die tote Stadt«, wiederum den Otello und den Peter Grimes in Benjamin Brittens bekannter Oper. Gastspiele an der Staatsoper Stuttgart, am Opernhaus von Frankfurt a.M. und 1984 in Zürich als Florestan im »Fidelio«. Allgemein bekannt wurde er, als er bei den Festspielen von Bayreuth 1985 René Kollo in der Titelpartie im »Tannhäuser« ersetzte. Die gleiche Partie sang er auch 1986-87 und 1989 in Bayreuth. 1985-89 gastierte er in insgesamt 19 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Florestan, als Cavaradossi, als Paul, als Tristan, als Erik in »Der fliegende Holländer« und als Tannhäuser). 1986 gastierte er als Tannhäuser am Teatro Margherita Genua, 1988 am Niki Kai-Theater in Tokio. 1988 gab er Gastspiele am Opernhaus von Bonn, 1989 sang er in Madrid den Tristan als Partner von Montserrat Caballé. Bei den Salzburger Festspielen von 1988 wirkte er in einer konzertanten Aufführung der Oper »Der Prozess« von Gottfried von Einem als Josef K. mit. 1992 kehrte er als Tannhäuser an die Metropolitan Oper New York zurück, an der er 1995 auch den Jakob Schmidt in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill. Insgesamt sang er an der Metropolitan Oper in acht Vorstellungen. Auch als Konzertsänger erfolgreich aufgetreten. Er erlitt am 5.1.1996 an der Metropolitan Oper New York während der Premiere von Janáceks Oper »Die Sache Makropoulos«, in der er den Vítek singen sollte, einen tödlichen Herzanfall, wobei er von einer drei Meter hohen Leiter stürzte, gerade nachdem er die Passage »You can only live so long« (»Man lebt nur eine begrenzte Zeit«) gesungen hatte.

Schallplatten: HMV (8. Sinfonie von G. Mahler); Philips (»Tannhäuser«, auch als Video).

 

13.3. Louis HENDRIKX: 90. Geburtstag

Louis HENDRIKX als Pogner

 Er arbeitete anfänglich in einem kaufmännischen Beruf, wurde dann aber Schüler des Konservatoriums von Antwerpen und des holländischen Pädagogen Willem Ravelli. Er debütierte auf der Bühne der Königlichen Oper Antwerpen 1963 als Samuele in Verdis »Maskenball«. Er blieb als erster Bassist an diesem Opernhaus und war 1966-72 am Staatstheater Kassel tätig, 1972-76 der Staatsoper Hamburg durch einen Gastvertrag verbunden. Gastspiele an den Opernhäusern von Köln, Hannover, Dortmund, Genua, Palermo und Genf (1975 und 1977 als Fafner im »Rheingold«, 1977 als Fafner im »Siegfried«, 1978 als Kuno im »Freischütz«), schließlich auch an der Mailänder Scala (1975 als Fafner im »Siegfried«). 1972 Mitwirkung bei den Promenade Concerts in London. 1973 sang er am Théâtre de la Monnaie Brüssel den Titelhelden im »Boris Godunow«. Das Rollenschwergewicht lag im deutschen und im Wagner-Repertoire (hier auch als Telramund im »Lohengrin« und als Biterolf im »Tannhäuser« aufgetreten); er sang aber auch den Gremin im »Eugen Onegin«, den Thibaud in der »Jungfrau von Orléans« von Tschaikowsky, den Claggart in Benjamin Brittens »Billy Budd« und den Seneca in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. 1971 gastierte er an der Covent Garden Oper London (als Gurnemanz im »Parsifal«), an der Scottish Opera Glasgow (1971 als Fafner und als Hagen im Nibelungenring), 1971 auch an der Oper von Lyon, 1972 an der Oper von Rom (als König Marke in »Tristan und Isolde«), 1972 am Teatro Fenice Venedig (als Daland in »Der fliegende Holländer«), 1971 am Opernhaus von Toulouse (als König Heinrich im »Lohengrin«), 1971 an der Staatsoper München (Premiere der Oper »Lanzelot« von P. Dessau), 1972 an der Königlichen Oper Stockholm (als König Heinrich), 1972 am Théâtre des Champs-Élysées Paris (als Landgraf im »Tannhäuser«), 1973 an der Oper von Monte Carlo (als König Marke, dort auch bei weiteren Gastspielen als Arkel in »Pelléas et Mélisande« und als Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«), 1973 und 1974 bei den Osterfestspielen von Salzburg (1973 als Fafner in »Rheingold«, 1974 als Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«). Er starb 2006 in Antwerpen.

Sang auf der Marke HMV den Gessler in einer Gesamtaufnahme von Rossinis »Wilhelm Tell«.

 

13.3. Claude GAFNER: 95. Geburtstag

 Er studierte am Conservatoire von Lausanne bei Annie Weber (1942-46), dann in Basel (1944-46) und war in Paris noch Schüler von Charles Panzéra (1948-51). Seit 1948 gab er Konzerte, die Partien in Oratorien (Passionen und Hohe Messe von J.S. Bach, »Der Messias«, »Samson«, »Saul« und »Israel in Egypt« von Händel, »Die Schöpfung« und »Die Jahreszeiten« von J. Haydn, Messen und Requiem von Mozart, Missa solemnis von Beethoven, »Elias« von Mendelssohn, auch zeitgenössische Werke von A. Honegger, O. Schoeck) wie eine Vielzahl von Liedern enthielten. Gelegentlich trat er auch in einer konzertanten Aufführung von Glucks »Orpheus und Eurydike« auf, hatte aber keine eigentliche Bühnenkarriere. Seine Konzertauftritte fanden in den Mittelpunkten des Schweizer Musiklebens, aber auch im Ausland statt. So hörte man ihn in Frankfurt a.M., Köln, Mannheim, Hamburg, Stuttgart und Wiesbaden, in Paris, Lyon, Clermont-Ferrand und Brüssel, in London, Manchester und Rotterdam, in Barcelona, Madrid und Sevilla, in Venedig, Mailand, Rom, Palermo, Florenz und Siena. Hinzu kamen zahlreiche Rundfunkauftritte. Er war 1945-60 Mitglied des Schweizer Vokalquartetts Salvati (mit Leni Neuenschwander, Hedwig Gerster, Salvatore Salvati und Theobald Nagel), 1965-75 des Vokal-Ensembles Ars Antiqua in Genf. Seit 1953 wirkte er als Gesangpädagoge am Konservatorium von Sion (Kanton Wallis). Er starb 2003.

Schallplatten: Elite-Spezial (Gellert-Lieder von Beethoven, Biblische Lieder von A. Dvorák, Werke von P. Mathey), VDE-Gallo.

 

13.3. Antti KOSKINEN: 95. Geburtstag

Antti KOSKINEN

 Er absolvierte sein Musik- und Gesangstudium an der Sibelius-Akademie in Helsinki, wo er Schüler von Oiva Soini war. 1943 trat er erstmals als Konzertsänger in einem Konzert in Helsinki auf. In erster Linie war er als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger tätig und gastierte als solcher in Finnland wie auch mehrfach in den übrigen skandinavischen Ländern. 1945-48 war er Mitglied der Nationaloper Helsinki (an der er auch noch später als Gast erschien) und sang hier mehrere Rollen aus dem lyrischen Fachbereich wie den Rodolfo in »La Bohème«, den Alfredo in »La Traviata«, den Lenski im »Eugen Onegin«, auch den Turiddu in »Cavalleria rusticana«. Seit 1961 wirkte er als Pädagoge an der Sibelius- Akademie in Helsinki. Er starb 1982 in Helsinki.

Schallplatten: Metronome (Lieder von R. Schumann und Sibelius).

 

14.3. Herta LŪSE: 125. Geburtstag

Herta-Luse

 Sie studierte Gesang an den Konservatorien von Riga und Witebsk und wurde 1922 Mitglied der Lettischen Nationaloper in Riga. Bis 1944 gehörte sie zu den bedeutendsten Sängerpersönlichkeiten dieses im baltischen Raum führenden Opernhauses. In den dreißiger Jahren gastierte sie zusammen mit Fedor Schaljapin in Paris. 1944 musste sie Lettland verlassen, lebte zuerst in Deutschland und wanderte 1950 in die USA aus, wo sie in Brooklyn (New York) wohnte und noch gelegentlich als Konzertsängerin auftrat. Auf der Bühne galten die alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, und die Ortrud im »Lohengrin« als ihre Glanzrollen. Die hohe Musikalität ihrer Stimmführung, ihre Phrasierungskunst und der Ausdrucksreichtum ihres Vortrags machten sie zu einer hervorragenden Liedersängerin. Sie starb 1980 in New Milford (Connecticut).

Auf ihrem Schallplatten singt sie das weithin unbekannte lettische Kunstlied, so auf Latvian Music (in Schweden herausgebracht) Lieder von E. Dazins, Janis Medins und J. Vitols, auf Latvian Music (USA) Lieder von A. Kalnins, E. Darzins, Janis Medins, L. Garuta, J. Kepitis und Janis Kalnins; auf Bellacord Electro (USA) mit Liedern von L. Garuta und J. Medins vertreten.

 

15.3. Montserrat FIGUERAS: 75. Geburtstag

Montserrat-Figueras

Sie wurde in eine sehr musikliebende Familie hineingeboren. Sie studierte Schauspiel und Gesang bei Jordi Albareda in Barcelona. In jungen Jahren gab sie ihr erstes Konzert mit dem katalanischen Ensemble für frühe Musik Ars Musicae unter Enric Gispert. Sie erarbeitete sich im Laufe der Jahre ein eigenständiges Konzept für die Interpretation früher Vokalmusik von den Troubadours bis zum Barock. Dieses schöpfte in historischer und musikalischer Hinsicht aus den originären Quellen der Alten Musik und war unabhängig von der post-romantischen Tradition der Aufführung Alter Musik. 1968 heiratete sie Jordi Davall und begleitete diesen nach Basel. Hier vertiefte sie an der Schola Cantorum Basiliensis sowie an der Musikakademie Basel bei Kurt Widmer, Thomas Binkley und später bei Eva Kraznei ihre Ausbildung. 1974-89 wirkte sie an der Seite ihres Mannes als Sopranistin in den gemeinsam gegründeten Ensembles Hespèrion XX (jetzt: Hespèrion XXI; 1974 zusammen mit dem Lautenisten Hopkinson Smith gegründet), Capella Reial de Catalunya (1987 gegründet) und Le Concert des Nations (1989 gegründet). 1991 debütierte sie am Gran Teatre del Liceu in Barcelona mit der Oper Una cosa rara ossia belezza ed onestà  von Vicente Martin y Soler unter der Leitung von Jordi Savall. 1993 gab sie am gleichen Opernhaus L‘Orfeo von Claudio Monteverdi. Die Sängerin und ihr Mann gründeten 1998 das Plattenlabel Alia Vox, über das sie mehr als fünfzig Platten herausgaben. Ihr Repertoire an Aufnahmen hatte einen Umfang von originär lateinischer bis zur polyphonen Musik der Renaissance und allen musikgeschichtlichen Zwischenstufen. Montserrat Figueras konzertierte häufig in Europa, den Vereinigten Staaten und auch in Asien. Sie gab ihr Wissen über Alte Musik und deren Aufführungstechniken in vielen Kursen weiter.

Sie erhielt für ihre mehr als 60 Platten- und CD-Aufnahmen vielfache internationale Auszeichnungen wie den Grand Prix de L’Académie du Disque Français, den L’Edison Kladiek, den Gran Prix de la Nouvelle Académie du Disque, den Gran Premi de la Nova Acadèmia del Disc (1992) und den Gran Premi de l’Acadèmia Charles Cros (1993). Für ihre Lebensaufgabe, die Wiederbelebung der Alten Musik, wurde sie 2001 mit einem Grammy geehrt. 2003 erhielt sie von der französischen Regierung den Titel „Offizieller Vertreter der französischen Kunst und Literatur“. 2008 wurden Montserrat Figueras und ihr Mann Jordi Savall von der UNESCO zu „Künstlern für den Frieden“ deklariert. 2011 erhielt sie für ihren Einsatz für die Alte Musik das Sankt-Georg-Kreuz der katalanischen Landesregierung in Barcelona. Im selben Jahr erhielt sie einen Grammy für ihr CD-Buch Dinastia Borgia. Església i poder al Renaixement („Die Dynastie der Borgia. Kirche und Macht in der Renaissance“).

Montserrat Figueras, Mutter der Musiker Ferran Savall und Arianna Savall, verstarb am 23. November 2011 infolge eines ein Jahr zuvor diagnostizierten Krebsleidens in ihrem Haus in Bellaterra (Cerdanyola del Vallès, nördlicher Großraum von Barcelona). Sie wurde am 25. November 2011 im Kloster von Pedralbes beigesetzt. Montserrat Figueras hatte bis in den August 2011 Konzerte gegeben und an Musikaufnahmen mitgewirkt. Die Nachricht ihres Todes traf die Musikwelt unerwartet, da sie ihr Leiden nicht öffentlich gemacht hatte.

 

15.3. Consuelo RUBIO: 90. Geburtstag

Consuele Rubio

 Sie studierte am Konservatorium von Madrid und gewann dort 1948 einen Preis. Sie debütierte im gleichen Jahr in Madrid und hatte dann ihre ersten Erfolge in Spanien, u a. beim Festival von Granada und am Teatro Liceu in Barcelona. 1953 erhielt sie den ersten Preis beim Internationalen Gesangwettbewerb von Genf. 1954 hatte sie am Teatro Colón von Buenos Aires glänzende Erfolge als Mimi in »La Bohème« und als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Gastspiele und Konzerte trugen ihr in Italien und Frankreich, in Schweden und in der Schweiz, in England und Holland bedeutende Erfolge ein. Sie gastierte an der Grand Opéra Paris und bei den Festspielen von Aix-en-Provence (Donna Elvira im »Don Giovanni«, 1958). 1958 gastierte sie an der Oper von Monte Carlo als Carmen, 1959 gab sie ein sehr erfolgreiches Konzert mit spanischen und französischen Liedern in Los Angeles. 1959-61 gastierte sie in insgesamt 19 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Dorabella in »Così fan tutte«, als Donna Elvira, in der Titelrolle der Oper »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, als Desdemona in Verdis »Otello« und als Gräfin in »Le nozze di Figaro«). Am Grand Theâtre Genf gastierte sie erstmals 1959 als Dorabella; sie sang dort auch 1960 in Honeggers »Le Roi David« und 1962 bei der Wiedereröffnung des Opernhauses die Eboli im »Don Carlos« von Verdi. 1961 trat sie in Turin in der Titelrolle von R. Schumanns »Genoveva« auf, am Théâtre des Champs Élysées Paris 1965 als Carmen. Sie fügte dann auch dramatische Partien in ihr Repertoire ein; so sang sie 1958 bei den Festspielen von Glyndebourne die Titelpartie in Glucks »Alceste«. 1959 übernahm sie am Teatro Massimo Palermo die Titelrolle in »Beatrice di Tenda« von Bellini und die Rosario in »Goyescas« von Granados. 1962 gastierte sie an der Oper von Chicago. Sehr geschätzt war sie als Liedersängerin, namentlich als Interpretin des spanischen Kunstliedes, doch gestaltete sie auch das deutsche und französische Lied mit Meisterschaft. Bei einem Liederabend in Paris äußerte sich der große französische Liedersänger Charles Panzéra 1960 bewundernd über ihre Interpretationen. Von ihren Bühnenpartien sind noch zu nennen: die Titelheldin in Bellinis »Norma«, die Leonore in »La forza del destino«, die Elsa im »Lohengrin«, die Titelheldinnen in »Salome« und »Elektra« von R. Strauss, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Marguerite im »Faust« von Gounod und in »La damnation de Faust« von Berlioz., die Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell und die Charlotte im »Werther« von Massenet. Sie starb 1981 in Madrid.

Schallplatten: Decca (»Goyescas«), Philips, MMS (»Carmen«), HMV (Szenen aus »Alceste«), DGG (»La damnation de Faust« von Berlioz), Concert Hall (Titelfigur in »Carmen«), Vogue (Lieder von Granados, Turina, J. Nin, M. de Falla und Halffter).

 

15.3. Elfie MAYERHOFER: 100. Geburtstag

Elfie-Mayerhofer

Sie nahm als Kind Klavier- und Ballettunterricht und trat bereits in der Spielzeit 1937-38 am Theater der Jugend in Berlin auf. Sie studierte Gesang an der Hochschule für Musik in Berlin (auch am Stern‘schen Konservatorium und bei Fred Husler) und debütierte als Cherubino in Mozarts »Die Hochzeit des Figaro«. Seit der Spielzeit 1940-41 war sie als Operettensängerin am Theater am Gärtnerplatz in München, dann am Berliner Metropoltheater tätig. Sie sang in der Revueoperette »Frauen im Metropol« (von Ludwig Schmidseder, 1942) und die Adele in der »Fledermaus« (Theater am Gärtnerplatz in München; den Eisenstein sang Johannes Heesters). Daneben begann gleich nach dem Bühnendebüt eine ebenso erfolgreiche Karriere als Filmsängerin (Frauen für Golden Hill, 1938; Der Vorhang fällt, 1939; Hotel Sacher, 1939; Das himmelblaue Abendkleid, 1941; Wir bitten zum Tanz, 1941); Starruhm erlangte sie 1942 mit der Filmkomödie Meine Frau Teresa (mit Hans Söhnker; 1942) und Das Lied der Nachtigall (1943); dieser Film, in dem sie bekannte Opernarien sang, ist ihr musikalisch bedeutendster. 1946 sang sie bei den Salzburger Festspielen den Cherubino, 1947 drehte sie den Film Wiener Melodien, 1948 trat sie erstmals auf einer Wiener Bühne auf (»Die Walzerkönigin« von Ludwig Schmidseder im Bürgertheater, die letzte Uraufführung einer Wiener Operette, mit Hubert Marischka). 1948-50 war sie am Wiener Bürgertheater engagiert. 1949 gastierte sie in Paris, später auch in Belgien, Holland und England. 1949 gastierte sie in ihrer Glanzrolle, der Adele, erstmals im Staatsopernensemble in der Volksoper. Nach ihren Bühnen- und Konzertengagements drehte sie weitere Filme:

Anni (1948), Der himmlische Walzer (1948), Geliebter Lügner (1949), Höllische Liebe (1950), Küssen ist keine Sünd‘ (1950) und Verlorene Melodie (1952). 1950-56 war sie Mitglied der Wiener Staatsoper, hier schätzte man sie vor allem in den leichten Sopranpartien aus dem Stimmfach der Soubrette. Sie sang hier in insgesamt 122 Vorstellungen die Adele in der »Fledermaus«, die Sora in »Gasparone« von Millöcker, die Hortense im »Opernball« von R. Heuberger, die Arsena im »Zigeunerbaron«, die Molly in Millöckers »Der arme Jonathan« und die Titelrolle in »Giroflé-Girofla« von Lecocq. 1955-61 wirkte sie hauptsächlich an der Wiener Volksoper. Bei den Festspielen von Bregenz hörte man sie 1957 als Hortense im »Opernball«, 1960 als Cagliari in »Wiener Blut« von J. Strauß. Seit 1957 war sie an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg engagiert, sang aber auch an anderen deutschen Opernhäusern (Hamburg, Frankfurt/Main, Köln, Bremen, Dortmund, Wiesbaden) und in Straßburg. Sie entwickelte sich zur beliebtesten Johann-Strauß-Interpretin, beherrschte zahlreiche Opern- und Operettenpartien (Gluck, Mozart, Donizetti, Puccini, Verdi, Tschaikowsky, Dvorak, Smetana; Lieder und Arien aus der Goldenen und Silbernen Ära der Operette) und verfügte über ein ungeheures Arien-, Lied- und Koloraturwalzer-Repertoire, das sie auf ihren Konzerttourneen, die sie fast vier Jahrzehnte rund um die Welt führten, mit großem Erfolg vortrug. 1979 sang sie als letzte Partie am Landestheater von Salzburg die Gräfin Kokozeff in der Lehár-Operette »Der Graf von Luxemburg«. Danach gab sie noch bis Mitte der 80er Jahre Konzerte. Sie galt als hervorragende Bühnendarstellerin und wirkte gleichzeitig durch die Anmut ihrer Erscheinung wie durch ihr Können als Sängerin. Zu ihren Bühnenrollen gehörte auch die Norina im »Don Pasquale«, dazu viele weitere Operettenpartien. Sie starb 1992 in Maria Enzersdorf bei Wien

Schallplatten: Polydor, Austrophon, Decca, Columbia.

 

15.3. Franz SCHUSTER: 125. Geburtstag

 Er erhielt seine Ausbildung in der Opernschule Mannheim, wo er Schüler von J. Kromer war. Er fand sein erstes Engagement 1918 am Stadttheater von Regensburg, an dem er während zwei Spielzeiten blieb; dann sang er 1920-23 am Stadttheater von Dortmund. In den folgenden Jahren trat er in Gastspielen und als Konzertsänger auf, folgte aber 1925 einem Ruf an das Staatstheater Karlsruhe, dessen Mitglied er bis zu seinem Bühnenabschied 1951 war. In Karlsruhe sang er 1938 in der deutschen Erstaufführung der Oper »Ero, der Schelm« von J. Gotovac die Partie des Marko. Sein Repertoire umfasste rund 90 Partien, wobei er in einem ersten Abschnitt seiner Karriere hauptsächlich Rollen für Heldenbariton, später jedoch zunehmend Partien für Bass-Buffo, übernahm. So sang er u.a. den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, den Figaro in »Figaros Hochzeit«, den Leporello im »Don Giovanni«, den Kaspar wie den Eremiten im »Freischütz«, den van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, den Plumkett in Flotows »Martha«, den Titelhelden wie den Daland in »Der fliegende Holländer«, den Telramund im »Lohengrin«, den Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Kurwenal in »Tristan und Isolde«, den Wanderer im »Siegfried«, den Ochs im »Rosenkavalier«, den Falstaff in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den Baculus im »Wildschütz«, den Bartolo im »Barbier von Sevilla«, den Don Pasquale von Donizetti, den Sulpice in der »Regimentstochter«, den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, den Westmoreland in »Sly« von Wolf-Ferrari, den Mephisto im »Faust« von Gounod, den Boris Godunow, den Alfio in »Cavalleria rusticana« und den Mesner in »Tosca«. Ein ähnlich umfangreiches Repertoire brachte er im Konzertsaal zum Vortrag. Er starb 1962 in Rheingönnheim bei Ludwigshafen.

 

15.3. Friedrich Traugott REINHOLD: 200. Geburtstag

 Er war der Sohn eines Schuhmachers, kam mit 13 Jahren auf die Thomasschule in Leipzig und wurde in den Thomanerchor aufgenommen. Seit 1838 war er dessen Chorpräfekt, begann aber im gleichen Jahr das Studium der Rechtswissenschaften an der Leipziger Universität. Der Direktor des Theaters von Leipzig Ringelhardt ließ ihn im Chor seines Hauses singen, teilte ihm auch kleinere Partien zu; außerdem gab er gelegentlich Konzerte. Während dieser Zeit wurde er durch den Leipziger Pädagogen Schmidt weiter ausgebildet. Der Chordirektor Fischer der Dresdner Hofoper hörte ihn zufällig beim Vortrag eines kleinen Liedes; er veranlasste ihn, in die sächsische Hauptstadt zu kommen und Mitglied des Opernchores zu werden. 1842 ersetzte er dort den berühmten Tenor Joseph Tichatschek in der Partie des Ivanhoe in »Der Templer und die Jüdin« von Heinrich Marschner und hatte einen sensationellen Erfolg. Darauf übernahm er die großen Partien seines Stimmfachs, darunter den Max im »Freischütz« und den Nadori in »Jessonda« von Spohr. Das Dresdner Publikum schätzte den jungen Sänger sehr; er wirkte dort in den Uraufführungen von zwei Opern von Richard Wagner mit, am 20.10.1842 in »Rienzi« (als Baroncelli) und am 2.1.1843 in »Der fliegende Holländer« (als Erik). In beiden Aufführungen sang die unvergessliche Wilhelmine Schröder-Devrient die Hauptpartien. Für die Osterfeiertage 1843 war er zu einem Gastspiel an das Hoftheater von Hannover eingeladen, doch erkrankte er einige Wochen zuvor an einem »Nervenfieber« und starb, erst 26 Jahre alt, am 5.3.1843 in Dresden. Die allgemeine Teilnahme der Bevölkerung bei seiner Bestattung auf dem Elias-Friedhof in Dresden zeigte, wie sehr ihn sein Publikum verehrte.

 

17.3. Betty ALLEN: 90. Geburtstag

Betty Allen

 Ausbildung an der Hartford School of Music sowie durch Sarah Peck-More, Paul Ulanowsky und Zinka Milanov in New York. Die junge farbige Künstlerin trat anfänglich als Konzertsängerin auf. Der berühmte Komponist und Dirigent Leonard Bernstein entdeckte ihre Stimme beim Tanglewood Festival und übertrug ihr dort 1952 eine Solopartie in seiner Jeremiah-Sinfonie. 1952 sang sie in New York in Virgil Thomsons Oper »Four Saints in Three Acts«, 1954 an der dortigen City Opera in »Queenie« von J. Kern, 1955 unternahm sie eine Europa-Tournee. Bei Konzertreisen kam sie in Europa, in Nordafrika und in asiatischen Ländern zu großen Erfolgen; 1958 erregte sie bei einem Konzert in der New Yorker Carnegie Hall Aufsehen. 1964 begann sie ihre offizielle Karriere als Opernsängerin am Teatro Colón von Buenos Aires (als Jocasta in »Oedipus Rex« von Strawinsky). In den folgenden Jahren hatte sie wichtige Erfolge an der New York City Opera, deren Mitglied sie 1973-75 war, auch bei Gastspielen an den Opern von Boston, Houston, San Francisco (1966 und 1971 als Azucena im »Troubadour«, 1971 auch als Frugola in Puccinis »Il Tabarro«), Santa Fé und Mexico City. An der New Yorker Metropolitan Oper hörte man sie 1973 als Commère in »Four Saints in Three Acts«. 1974 sang sie in Washington in einer Aufführung von Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind noch der Sesto in »La clemenza di Tito« von Mozart, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Ulrica in Verdis »Maskenball« und die Mrs. Quickly in dessen »Falstaff« zu nennen. Dazu setzte sie ihre Karriere als Konzertsängerin in Nordamerika fort. Seit 1971 übte sie eine Lehrtätigkeit an der Manhattan School of Music aus. 1979 wurde sie Direktorin der Harlem School of the Artists; zugleich Lehrtätigkeit an der North Carolina School of the Arts in Winston-Salem (1978-87) und am Curtis Institute of Music Philadelphia (seit 1987). Sie starb 2009 in Mount Pleasant (New York).

Schallplatten: HMV (Stabat mater von Rossini, Messe Es-Dur von Schubert, »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, Querschnitt durch »Aida«), DGG (»Treemonisha« von Scott Joplin), Nonsuch (»Four Saints in three Acts« von V. Thomson), Vox (»Israel in Egypt« von Händel), Gala (Teresa in »La Sonnambula«, New York 1961).

 

17.3. Sulchan NASSIDSE: 90. Geburtstag

Er studierte am Konservatorium in Tiflis Klavier. 1962 wurde er Vorstand des Georgischen Komponistenverbandes, 1964 Professor für Komposition am Konservatorium in Tiflis. 1974 wurde er Leiter der Georgischen Philharmonie in seiner Heimatstadt. Seine Musik ist einerseits von Schostakowitsch, Bartók und Strawinski beeinflusst, nimmt aber auch neue Techniken der Instrumentation und Komposition auf. Sie wirkt manchmal auch pathetisch. Zur nationalen georgischen Musiktradition hatte Nassidse im Laufe seines Schaffens ein unterschiedliches Verhältnis: anfangs suchte er sich von ihr abzugrenzen, später nahm er Ausdrucksmittel der georgischen Volksmusik und Folklore wieder in sein Schaffen auf, in dem sie sich mit Elementen des zeitgenössischen Komponierens im 20. Jahrhundert in einem fruchtbaren und harmonischen Spannungsfeld wiederfinden. Zu der in letzter Zeit steigenden Bekanntheit seiner Werke in Deutschland hat stark das 1964 gegründete Georgische Kammerorchester beigetragen, das 1990 nach Ingolstadt übersiedelte. Sulchan Nassidse starb 1996 in Tiflis.

 

17.3. Louise von EHRENSTEIN: 150. Geburtstag

Louise EHRENSTEIN

 Sie war die Tochter des Generalintendanten der österreichischen Gendarmerie Friedrich von Ehrenstein. Bereits als Kind sang sie Arien aus Opern und wurde dann durch die bekannte Pädagogin Selma Nicklass-Kempner auf die Sängerkarriere vorbereitet. 1888 debütierte sie an der Hofoper von Berlin mit drei Partien, die sie zusammen mit der berühmten Pauline Lucca einstudiert hatte: der Carmen, der Titelfigur in »Mignon« von Thomas und der Marguerite im »Faust« von Gounod. Mit Johanna Wagner-Jachmann, der Nichte von Richard Wagner, studierte sie den Wagner-Gesang und fügte dann auch Wagner-Partien in ihr umfangreiches Repertoire ein. 1889 folgte sie einem Ruf an die Wiener Hofoper, an der sie als erste Partie die Elisabeth im »Tannhäuser« sang. Bis 1899 blieb sie Mitglied dieses Hauses, wo man sie sehr schätzte. Sie sang hier die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Elsa im »Lohengrin«, die Christine in Ignaz Brülls »Das goldene Kreuz«, die Alice in Meyerbeers »Robert der Teufel«, die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Fricka im »Rheingold«, die Gutrune in der »Götterdämmerung«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Selica in der »Afrikanerin« von Meyerbeer, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Brangäne in »Tristan und Isolde«, die Sieglinde in der »Walküre«, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die 2. Dame in der »Zauberflöte«, die Ilia in Mozarts »Idomeneo«, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Suzel in Mascagnis »L’Amico Fritz«,  die Loyse in »Gringoire« von I. Brüll, die Titelrolle in Glucks »Iphigenie in Aulis«, die Eurydike in Glucks »Orpheus und Eurydike«, die Titelrolle in Goldmarks »Königin von Saba« und die Carmen. 1889 kreierte sie für Wien die Titelpartie in der »Legende von der heiligen Elisabeth« von F. Liszt. Während dieser Zeit kam es auch zu erfolgreichen Gastspielen der Sängerin. 1898 gastierte sie in Spanien wie in Südamerika, 1896 hatte sie großen Erfolg bei einem Gastspiel an der Mailänder Scala (als Brünnhilde in der »Götterdämmerung«), 1900 am Teatro San Carlo Neapel. 1895 gastierte sie am Teatro Regio von Turin als Brünnhilde im Nibelungenring. Am Opernhaus von Triest hörte man sie als Senta in »Der fliegende Holländer« (in italienischer Sprache) und als Leonore im »Troubadour«. Auch an den Hofopern von München (1897) und Budapest zu Gast. Ein weiterer Höhepunkt in ihrem umfangreichen Repertoire war die Valentine in Meyerbeers »Hugenotten«. Sie starb 1944 in Wien. Sie war verheiratet mit dem Wiener Musikkritiker J.R. Königstein (1844-1902); ihre Schwester Gisela von Ehrenstein (1859-1932) war eine bekannte Pianistin.

 

17.3. Eduard SOWADE: 200. Geburtstag

 Er wirkte nacheinander an den Theatern von Koblenz (1843-44), Mainz (1844-45), Aachen (1845-46), Hannover (1846-54 am dortigen Hoftheater, wo er große Erfolge hatte und 1852 in der Uraufführung von H, Marschners »Austin« mitwirkte), Köln (1855-57), am Hoftheater von Neustrelitz (1857-58, wo er zugleich auch als Theaterdirektor fungierte), am Stadttheater von Basel (1868-70), am Hoftheater von Sondershausen in Thüringen (1870-74), schließlich seit 1874 bis zu seinem Tod 1881 am Hoftheater von Altenburg in Thüringen. Seit 1861 leitete er das Hoftheater Sondershausen, 1874 bis zu seinem Tod auch das Hoftheater Altenburg als Direktor. Auf der Bühne trat er überwiegend in heldischen Partien auf (Johann von Leiden in Meyerbeers »Der Prophet«, Lohengrin, Max im »Freischütz«, aber auch als Elvino in »La Sonnambula«, als Titelheld in »Jean de Paris« von Boieldieu, als Gomez im »Nachtlager von Granada« von C. Kreutzer und als Chapelou im »Postillon de Lonjumeau« von A. Adam). Aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Albertine Sowade-Reichert stammte der Sohn Eduard Sowade jr. (1852-1906), der wie sein Vater als Tenor und als Theaterdirektor bekannt wurde.

 

18.3. Josip Karol TERTNIK: 150. Geburtstag

 Er wurde durch F. Gerbicá in Prag ausgebildet und debütierte auch in Prag als Manrico im »Troubadour«. 1892-93 war er Mitglied des Hoftheaters von Mannheim, 1893-94 des Stadttheaters von Lübeck und 1894-95 des Stadttheaters von Troppau (Opava). 1895 wurde er an das Theater von Brünn (Brno) verpflichtet, wo er sehr beliebt war. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere starb er 1897 in Brünn in einem diabetischen Koma. Von den Rollen, die er auf der Bühne gesungen hat, sind der Faust von Gounod, der Radames in »Aida«, der Lohengrin, der Tannhäuser, der Loge im »Rheingold«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana« und der Matthias im »Evangelimann« von W. Kienzl zu nennen. Der jung verstorbene Künstler wurde auch als Konzertsolist geschätzt.

 

21.3. Joseph SILVERSTEIN: 85. Geburtstag

 Biographie des amerikanischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Joseph_Silverstein

 

21.3. Albert Da COSTA: 90. Geburtstag

Albert Da Costa als Canio
Als Canio

 Die Familie des Künstlers war holländischer Abkunft. Sein Studium fand an der Juilliard School of Music und bei Raymond McDermott in New York statt. Er begann seine Karriere 1949 als Bariton bei der Charles Wagner Opera Company und war ab 1952 bei der Baltimore Opera engagiert. Er wurde dann aber Tenor und kam bereits 1955 an die New Yorker Metropolitan Oper, wo er als erste Rolle den jungen Seemann in »Tristan und Isolde« sang. Bereits 1956 hatte er dann hier einen ersten bedeutenden Erfolg als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Insgesamt hat er an der Metropolitan Oper bis 1962 in acht Spielzeiten 13 verschiedene Partien in 71 Vorstellungen übernommen, darunter den Dimitrij im »Boris Godunow«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Canio im »Bajazzo«, den Parsifal, den Manrico im »Troubadour«, den Tristan, den Siegmund in der »Walküre«, den Tambourmajor im »Wozzeck« von A. Berg, den Erik in »Der fliegende Holländer« und den Aegisth in »Elektra« von R. Strauss. Er wurde in Amerika sehr bekannt, als in der denkwürdigen »Tristan«-Aufführung der Metropolitan Oper vom 28.12.1959 Birgit Nilsson als Isolde drei Partner als Tristan hatte: Ramon Vinay (1.Akt), Karl Liebl (2. Akt) und Albert Da Costa (3. Akt). 1958 Gastspiel an der Covent Garden Oper als Radames in »Aida«. 1962-65 und wieder seit 1966 gehörte er zum Ensemble des Opernhauses von Zürich, seit 1962 auch dem Staatstheater Hannover, seit 1964 dem Opernhaus von Köln verbunden. Aus seinem Repertoire für die Bühne sind noch der Otello von Verdi, der Alvaro in »La forza del destino«, der Rodolfo in »La Bohème«, der Don José in »Carmen«, der Herodes in »Salome« von R. Strauss, der Elemer in »Arabella« von R. Strauss und der Alfred in der »Fledermaus« zu nennen. Seine große Karriere wurde durch seinen frühen Unfalltod jäh beendet. Er starb 1967 bei einem Autounfall in der Nähe von Kolding (Dänemark).

Die im heldischen Repertoire der italienischen wie der deutschen Oper gerühmte Stimme des Sängers ist auf Allegro-Royale-Aufnahmen aus dem Beginn seiner Karriere zu hören, auf Columbia als Solist in der 9. Sinfonie von Beethoven.

 

22.3. Edmund BARHAM: 65. Geburtstag

 Er studierte am Trinity College of Music London und kam dann in das London Opera Centre. Er begann seine Bühnenkarriere 1980 in Westdeutschland, wo er bis 1984 am Opernhaus von Wuppertal und 1984-86 am Theater am Gärtnerplatz in München engagiert war. Er gastierte an weiteren deutschen Bühnen und kam 1985 an die English National Opera London. Hier sang er den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Narraboth in »Salome« von R. Strauss, den Cavaradossi in »Tosca«, den Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra« von Verdi und den Wakula in der englischen Erstaufführung von Rimsky-Korssakows »Die Nacht vor Weihnachten« (»Christmas Eve«, 1988). An der Opera North Leeds hörte man ihn als Don José in »Carmen« (1990), als Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek, als Dimitrij im »Boris Godunow«, als Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli (1993) und 1994 als Manrico im »Troubadour«. 1990 gastierte er in Moskau und Leningrad (St.Petersburg) als Macduff in Verdis »Macbeth«, 1990-91 in Rotterdam als Foresto in »Attila« von Verdi. Im englischen Fernsehen BBC sang er das Tenorsolo in der Messe solennelle von Gounod. In der Schweiz gastierte er an den Theatern von Luzern, Bern und St. Gallen; in Luzern sang er 1991 erstmals den Titelhelden in Verdis »Otello«. 1992 Gastspiel an der English National Opera London als Alvaro in »La forza del destino« (1995 am gleichen Haus als Kalaf in Puccinis »Turandot«), bei den Festspielen von Bregenz 1991 als Don José in »Carmen«. 1995 hörte man ihn in Brisbane als Cavaradossi, 1996 als Otello von Verdi. 1997 trat er bei der Opera North Leeds als Radames in »Aida« auf, an der Oper von Tel Aviv als Otello von Verdi. 2000 gastierte er am Opernhaus von Halle/Saale in der Titelrolle von Verdis »Otello«. In England wie in den skandinavischen Ländern hatte er dazu als Konzert- und Oratoriensolist seine Erfolge. Er starb 2008 in London.

Schallplatten: Philips (»Die Zauberflöte«), Nimbus (Englische Lieder des 18. Jahrhunderts für Chor und Orchester, Petite Messe solennelle von Rossini).

 

22.3. Dina NOSARI: 150. Geburtstag

 Biographie der italienischen Sopranistin auf Italienisch: http://www.lacasadellamusica.it/Vetro/Pages/Dizionario.aspx?ini=N&tipologia=1&idoggetto=1099&idcontenuto=2115

 

23.3. Gwynn CORNELL: 75. Geburtstag

Gwynn Cornell as Venus

Als Venus

 Sie studierte in Philadelphia bei Sidney Dietsch und Vera McIntyre und war anschließend in New York Schülerin von Risë Stevens, Elsa Seyfert und Armen Boyagian. Zu ihrem Bühnendebüt kam es 1963 an der Oper von Philadelphia als Maddalena in Verdis »Rigoletto«. Nachdem sie einen Gesangwettbewerb in Baltimore gewonnen hatte, konnte sie in Nordamerika wie in Europa zu einer großen Karriere kommen. 1970-75 war sie Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg; sie trat weiter an den Opernhäusern von Köln, Hamburg, Stuttgart und München, an der Deutschen Oper Berlin, an den Nationalopern von Warschau und Zagreb, an der Königlichen Oper Stockholm, bei den Festspielen von Edinburgh (1972 als Stolzius‘ Mutter in der englischen Erstaufführung von B.A. Zimmermanns »Die Soldaten« im Rahmen eines Gastspiels der Rheinoper) und Florenz auf. In ihrer amerikanischen Heimat sang sie in Baltimore, Hartford, Newark und Philadelphia, schließlich auch seit 1978 bis zu ihrem zu frühen Tod an der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss). Sie sang an diesem Haus in insgesamt 74 Vorstellungen u.a. auch die Mére Marie in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc, die Maddalena, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Amme in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, die Venus im »Tannhäuser«, die Azucena im »Troubadour«, die Marina im »Boris Godunow«, die Laura in »La Gioconda« von Ponchielli, die Principessa in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, die Marchese de Berkenfield in »La fille du régiment« von Donizetti und die Adelaide in »Arabella« von R. Strauss. Hier wirkte sie 1983 in den Aufführungen von »Les Troyens« von Berlioz zur Hundertjahrfeier des Hauses in der Partie der Cassandre mit. Von ihren weiteren Partien seien die Carmen, die Amneris in »Aida«, die Eboli im »Don Carlos«, die Ulrica im »Maskenball«, die Erda, die Fricka und die Waltraute im Ring-Zyklus, die Jezibaba in »Rusalka« von Dvorák, die Circe in »Ulisse« von Dallapiccola und die Olga im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky genannt. Auch im Konzertsaal hatte sie eine bedeutende Karriere. Sie starb 1984 in Tenafly (New Jersey).

Schallplatten: MRF; Mitschnitte von Bühnenaufführungen unter amerikanischen Privatetiketten, Mondo Musica (»Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss).

 

23.3. Josef LOCKE: 100. Geburtstag

 Biographie des irischen Tenors auf Englisch

https://en.wikipedia.org/wiki/Josef_Locke

 

24.3. Guido AJMONE-MARSAN: 70. Geburtstag

 Er studierte an der Eastman School of Music in Rochester und bei Franco Ferrara am Santa Cecilia Konservatorium in Rom. Engagements als Gastdirigent führten ihn zu den Sinfonieorchestern von Chicago, Cleveland, Philadelphia, San Francisco und London. In Europa war er außerdem für das Orchestre de Paris, das Tonhalle-Orchester Zürich und das Orchestra Filharmonica della Scala tätig. Mit seinem Operndebüt 1976 beim Festival dei due Mondi in Spoleto begann seine weltweite Karriere an Opernhäusern wie der MET in New York (1990-91 Rigoletto),  San Francisco Opera, New York City Opera, Royal Opera House London, Teatro Colón in Buenos Aires und der Deutschen Oper Berlin. Neben italienischen Opern des 19. Jahrhunderts dirigierte er Werke des französischen, deutschen und russischen Repertoires. 1982-86 war er Erster Dirigent des Gelders Orkest in Arnheim, 1983-88 zudem Chefdirigent des Orchestra of Illinois in Chicago. Er war 1986-90 Generalmusikdirektor des Musiktheaters Essen und eröffnete in dieser Zeit auch das Aalto-Musiktheater. Zu den von ihm dirigierten Premieren zählten unter anderem Puccinis Manon Lescaut und Verdis Aida und Don Carlos. Er besaß neben der italienischen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Zu seinen Auszeichnungen zählt unter anderem der Georg Solti Preis (1973). Er starb 2014 in London.

 

24.3. Václav ZÍTEK: 85. Geburtstag

Vaclav Zitek

 Er war Schüler von Adrian Levický in Prag. Debüt 1957 im Prager Opernstudio als Germont-père in Verdis »La Traviata«. Er wurde 1959 an das Theater von Ostrava (Mährisch Ostrau) engagiert und war dann am Theater von Ustí nad Labem (Aussig) tätig. 1969 wurde er Mitglied des Nationaltheaters von Prag, wo man ihn in Partien wie dem Premysl in Smetanas »Libussa«, dem Vladislav in dessen »Dalibor«, dem Kalina in »Das Geheimnis«, dem Tomes in »Der Kuss« und dem Vok in der »Teufelswand« von Smetana, dem Bohus im »Jakobiner« von A. Dvorák, dem Schujski in dessen Oper »Dimitrij«, dem Jaroslav Prus in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, dem Harasta in »Das schlaue Füchslein« vom gleichen Komponisten, dem Grafen in »Le nozze di Figaro«, dem Don Giovanni, dem Escamillo in »Carmen« von Bizet und dem Eugen Onegin von Tschaikowsky hörte. Dabei entsprach sein Stimmtyp am ehesten den Anforderungen des lyrischen Repertoires. Gastspiele am Bolschoi Theater Moskau, an der Staatsoper und an der Komischen Oper Berlin, an der Nationaloper Bukarest und am Opernhaus von Bordeaux. 1983 sang er bei der Wiedereröffnung des Prager Nationaltheaters in einer Galavorstellung von Smetanas »Libussa« den Premysl. 1988 Gastspiel an der Grand Opéra Paris als Schischkow in Janáceks »Aus einem Totenhaus«. Bedeutende Erfolge auch als Konzert- und Oratoriensänger. 1985 wurde er zum Nationalkünstler der CSSR ernannt. Er starb 2011 in Prag.

Aufnahmen auf Supraphon (u.a. vollständige Opern »Dalibor« und »Hubicka« von Smetana, »Der Jakobiner«, »Der listige Bauer« und »Dimitrij« von Dvorák, »Die Braut von Messina« und »Sarka« von Fibich, »Das Gilgamesch Epos« von Martinù), Eurodisc (Werke von L. Janácek und B. Martinù, Weihnachtskantate von A. Honegger) und Decca (»Aus einem Totenhaus« und »Jenufa« von Janácek).

 

24.3. Gabrielle KRAUSS: 175. Geburtstag

 Sie war Schülerin des Konservatoriums von Wien und wurde dort hauptsächlich durch die berühmteste Pädagogin ihrer Zeit, Mathilde Marchesi de Castrone, ausgebildet, später noch Schülerin von Francecso Lamperti in Mailand. Sie war bereits ganz jung als Choristin am Theater in der Josefstadt in Wien tätig. 1858 sang sie in einem Konzert der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde ein Solo in »Das Paradies und die Peri« von Robert Schumann. 1859 begann sie, erst 17 Jahre alt, ihre Karriere an der Wiener Hofoper, an der sie als Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell« debütierte. Bis 1867 blieb sie in Wien, wo sie eine sehr erfolgreiche Bühnen- wie Konzertkarriere hatte. Nach Gastspielen in Italien und in Russland ließ sie sich für dauernd in Paris nieder. Dort sang sie 1867-70 am Théâtre-Italien (Antrittsrolle: Leonore im »Troubadour«); 1872 wirkte sie am Teatro San Carlo Neapel in der Uraufführung der Oper »Manfredo« von Errico Petrella, 1874 in der von »Bianca Orsini« vom gleichen Komponisten mit. Seit 1875 war sie eine gefeierte Primadonna der Grand Opéra Paris. Als das von Garnier neu erbaute Haus der Grand Opéra am 5.1.1875 mit einer Festvorstellung eröffnet wurde, sang Gabrielle Krauss (in einem Spectacle coupé) in einem Akt von Halévys »La Juive« die Rachel. Bis 1887 wirkte sie an diesem traditionsreichen Opernhaus und eilte in der französischen Metropole von Triumph zu Triumph. Sie war an der Grand Opéra an mehreren Uraufführungen von Opern beteiligt: am 5.4.1876 kreierte sie die Titelrolle in der Oper »Jeanne d’Arc« von Auguste Mermet, am 7.10.1878 die Pauline in »Polyeucte« von Gounod, am 5.3.1883 die Katharina von Aragonien in »Henri VIII.« von Saint-Saëns, am 1.4.1881 die Hermosa in »Le Tribut de Zamora« von Gounod, am 20.12.1886 die Dolores in »Patrie!« von Paladilhe. 1872 und 1874 war sie zu Gast in Neapel, 1873 sang sie an der Mailänder Scala die Elsa im »Lohengrin« und in der Uraufführung der Oper »Fosca« von Carlos Gomes (16.2.1873). 1874 bewunderte man sie an der Hofoper von St. Petersburg. 1869 wirkte sie in Paris in der Uraufführung der Orchesterfassung der Petite Messe solennelle von Rossini mit, 1886 sang sie in Paris in der Uraufführung des Oratoriums »Mors et vita« von Gounod. 1890 trat sie nochmals in Paris und in Berlin in Konzerten auf. Aus ihre umfangreichen Repertoire für die Bühne, das vor allem Partien aus dem dramatischen Fach enthielt (bei einer gleichzeitigen, immer wieder bewunderten Perfektion der Koloraturtechnik), sind hervorzuheben: die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Valentine in den »Hugenotten« von Meyerbeer, die Alice in »Robert le Diable«, ebenfalls von Meyerbeer, die Titelrollen in »Norma« von Bellini und »Lucia di Lammermoor« von Donizetti, die Gilda im »Rigoletto« und die Aida (die sie 1880 in der Premiere der Oper an der Grand Opéra vortrug). Auf der Bühne wurde sie in besonderer Weise wegen ihrer mitreißenden Kunst der Darstellung bewundert. Das Pariser Publikum bezeichnete sie in Erinnerung an die große Tragödin Elisa Rachel als »La Rachel chantante«. Im Konzertsaal kam die große Künstlerin zu einer ebenso erfolgreichen Karriere wie auf der Bühne. Seit 1888 war sie Kaiserlich österreichische Kammersängerin. Sie starb 1906 in Paris. Sie war die Großtante des berühmten Dirigenten Clemens Krauss (1893-1954).

Lit: G. de Charnaré: »Gabrielle Krauss« (Paris, 1869); R. Celletti & Leo Riemens: Gabrielle Krauss (in »Le grandi Voci«, Rom 1964).

 

24.3. Aimé MAILLART: 200. Geburtstag

Er studierte ab 1833 am Pariser Konservatorium bei Simon Leborne, Jacques Fromenthal Halévy, Antoine Elwaert, Antonin Reicha und dem Geiger Paul Guérin (1799–1872) und gewann 1841 mit der Kantate Lionel Foscari den Premier Grand Prix de Rome. Sein Erfolg als Komponist begann mit der Uraufführung der dreiaktigen Oper Gastibelza ou Le fou de Tolède 1847 an der Pariser Oper. Es folgten Uraufführungen weiterer Opern an der Opéra-Comique. Les dragons de Villars stand lange Jahre auf den Spielplänen französischer Musiktheater. Maillarts Opern wurden auch in Belgien, Spanien, England und Polen mit Erfolg aufgeführt. 1860 wurde er zum Chevalier der Ehrenlegion ernannt. Aufgrund der Belagerung von Paris in den Jahren 1870 und 1871 verließ Maillart die Stadt und verstarb 1871 in dem Städtchen Moulins-sur-Allier in der Auvergne.

 

25.3. Jewgenij RAJKOW: 80. Geburtstag

Jewgenij RAJKOW

 Er gehörte einer Moskauer Arbeiterfamilie an. Mit 13 Jahren begann er eine Arbeit als Metallmechaniker, die er während zehn Jahren ausübte. 1958-62 studierte er am Gnessin-Konservatorium in Moskau bei Frau Xenia Arkadjewna Malikowa. Bereits 1961 wurden ihm am Bolschoi Theater Moskau kleine Partien übertragen; er setzte aber 1962-63 seine Ausbildung am Städtischen Musikinstitut in Moskau und 1966 in der Opernschule der Mailänder Scala bei Gennaro Barra fort. Er begann seine eigentliche Bühnenkarriere am Bolschoi Theater wieder in mittleren und kleineren Partien (Debüt als Bajan in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka), wurde dann aber in großen Partien wie dem Don José in »Carmen«, dem Herzog im »Rigoletto«, dem Manrico im »Troubadour«, dem Alfredo in »La Traviata«, dem Radames in »Aida« und dem Fenton im »Falstaff« von Verdi, dem Canio im »Bajazzo«, dem Cavaradossi in »Tosca«, dem Pinkerton in »Madame Butterfly«, dem Sobinin in »Iwan Susanin« (»Ein Leben für den Zaren«) von Glinka, dem Prinzen in »Rusalka« von Dargomyschski, dem Wladimir in »Fürst Igor« von Borodin, dem Dimitrij im »Boris Godunow«, dem Golizyn in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, dem Sadko wie dem Indischen Gast in »Sadko« von Rimsky-Korssakow, dem Pierre in »Krieg und Frieden« und dem Marquis in »Der Spieler« von Prokofjew sowie dem Nozdrjew in »Die toten Seelen« von R. Schtschedrin herausgestellt. 1962 war er der Gewinner des Nationalen Gesangwettbewerbs Michail Glinka in Moskau, 1971 des Wettbewerbs beim Welt-Jugendfestival in Sofia. In den siebziger Jahren wirkte er in mehreren russischen Filmen mit (»Till Ulenspiegel«, »Auf dem Pazifik«, »Weiße Nächte«, »Russisches Souvenir«). 1974 erhielt er den Titel eines Volkskünstlers der Russischen Sowjetrepublik, 1982 den eines Volkskünstlers der UdSSR, er wurde mehrfach mit dem Preis der Kommunistischen Jugend der Sowjetunion ausgezeichnet. Nach dem Sturz des kommunistischen Regimes war er 1989-95 Direktor des Bolschoi Theaters Moskau. Er starb 2010 in Moskau.

Schallplattenaufnahmen der staatlichen russischen Produktion (Melodiya).

 

25.3. Wladimir POLITKOWSKY: 125. Geburtstag

Wladimir Politkowsky als Escamillo in Carmen
Als Escamillo

 Er entstammte einer musikalisch interessierten Familie; sein Vater dirigierte einen Amateurchor. Er erhielt ersten Gesangunterricht in Wolgorad (Stalingrad), wohin die Familie verzogen war, und zwar durch den Pädagogen A. Serebriakow. 1910 begann er ein Jurastudium an der Moskauer Universität, war aber auch seit 1910 Schüler des Moskauer Konservatoriums, in erster Linie von U. Mazetti und von Maximilian Polli. Sein eigentliches Debüt erfolgte 1917 in Nishnij Nowgorod, seit 1918 sang er am Neuen Theater (Zimin-Oper) Moskau. Dort debütierte er als Tonio im »Bajazzo« und sang u.a. (als Partner von Valeria Barsowa) die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«. Seit 1920 gehörte er dem Ensemble des Bolschoi Theaters Moskau an. In einer über 30jährigen Karriere kam er an diesem führenden russischen Opernhaus zu großen Erfolgen, u.a. 1921 als Mephisto in »La Damnation de Faust« von Berlioz, als Tomsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Eugen Onegin, in der Titelrolle von Rubinsteins »Dämon«, als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Mizguir in »Schneeflöckchen« von Rimsky-Korssakow, als Jago im »Otello« von Verdi, als Rigoletto, als Boris Godunow und als Galitzky in Borodins »Fürst Igor«. Er wirkte am Bolschoi Theater Moskau in mehreren Uraufführungen und Premieren von sowjetrussischen Opern mit, so in »Die Dekabristen« von Zolotarew (1925), »Zagmuk« von Krejn und »Panzerkreuzer Potemkin« von O. Tschischko. Er sang am Bolschoi Theater in den Jahren 1920-48 vierzig Rollen in über 1700 Vorstellungen. 1952 verabschiedete er sich vom Publikum des Bolschoi Theaters, trat dort aber nochmals an seinem 80. Geburtstag 1972 als Scarpia in Puccinis »Tosca« auf. Er gastierte auch in weiteren Zentren des russischen Musiklebens, darunter am Opernhaus von Leningrad, und war ein hoch angesehener Konzert- und Rundfunksänger. 1934 erfolgte seine Ernennung zum Volkskünstler der UdSSR. 1948-50 wirkte er als Pädagoge am Gnessin-Institut, 1951-57 am Konservatorium von Moskau; zu seinen Schülern gehörten Sänger wie Jewgenij Kibkalo, Artur Eisen und Mark Reschetin. Er starb 1984 in Moskau.

Melodiya-Platten (Staatliche sowjetrussische Plattenherstellung), darunter vollständige Oper »Pique Dame«.

 

25.3. Arturo TOSCANINI: 150. Geburtstag

Nach einem Cellostudium beschloss Toscanini 1885, Dirigent zu werden. Erste Erfahrungen als Dirigent machte er 1886 während einer Brasilientournee. 1895 erhielt er eine Anstellung in Turin. Als knapp 29-Jähriger durfte er dort am 1. Februar 1896 wegen seines Einsatzes für das Werk die Uraufführung der Oper La Bohème von Giacomo Puccini dirigieren, obwohl er ursprünglich nur an dritter Stelle für das Dirigat vorgesehen war. 1898 ging Toscanini an die Mailänder Scala. Toscanini heiratete Carla De Martini am 21. Juni 1897, als sie noch keine 20 Jahre alt war. Das erste Kind, Walter, wurde am 19. März 1898 geboren. Tochter Wally kam am 16. Januar 1900 auf die Welt. Giorgio folgte im September 1901, starb aber am 10. Juni 1906 an Diphterie. Im selben Jahr kam die zweite Tochter Wanda auf die Welt. Wahrscheinlich während der Premiere der Oper Zazà von Ruggero Leoncavallo 1900 lernte er die Sängerin Rosina Storchio kennen, die hier in der Hauptrolle zu sehen war. Toscanini begann eine Affäre mit Storchio, aus der ein Sohn, Giovannino, hervorging. Giovannino wurde mit einer schweren Hirnschädigung geboren und starb mit 16 Jahren. Für die Saison 1905/06 kehrte er nochmals ans Teatro Regio nach Turin zurück und dirigierte unter anderem Madama Butterfly und die neue Oper Siberia von Umberto Giordano (diese als Premiere, ein Jahr später dirigierte er auch die Premiere in Buenos Aires). 1908 wechselte er an die Metropolitan Opera nach New York (Debüt mit Verdis Aida), an der er bis 1915 insgesamt 480 Vorstellungen leitete. Er kehrte jedoch einige Jahre später wieder nach Europa zurück. Neben anderen Orchestern dirigierte er auch mit den Wiener Philharmonikern viele Konzerte – im Wiener Musikverein und in Salzburg. Nach Puccinis Tod im Jahre 1924 ließ er das Ende der Oper Turandot, das von Franco Alfano nach dessen Tod vollendet wurde, kürzen. Diese gekürzte Fassung wird neben der vollständigen Fassung und einer weiteren Fassung des italienischen Komponisten Luciano Berio auch heute noch gespielt. Toscanini war ab 1926 als Dirigent am New York Philharmonic Orchestra tätig. Aufgrund seiner häufigen Engagements in Europa übernahm in dieser Zeit der deutsch-amerikanische Dirigent Hans Lange die Proben mit dem Orchester. Hans Lange war der älteste Sohn von Paul Lange, dem früheren Musikdozenten am American College for Girls in Konstantinopel und späteren letzten Hofkapellmeister des Osmanischen Hofes. 1931 wurde Toscanini vor dem Teatro Comunale in Bologna von einem italienischen Faschisten überfallen, nachdem er sich geweigert hatte, die Giovinezza, ein faschistisches Pflichtstück, auf Mussolinis Anordnung vor kulturellen Veranstaltungen zu spielen. Obwohl Toscanini kurz nach dem Ersten Weltkrieg kurzzeitig Mussolinis Politik unterstützt hatte, verweigerte er sich in der Folge jeder Vereinnahmung durch die Faschisten, da er die von ihnen ausgeübte Gewalt ablehnte. Bereits 1922, im Jahr des Marsches auf Rom, hatte er das Ansinnen zurückgewiesen, die Parteihymne Giovinezza im Anschluss an eine Aufführung des Falstaff spielen zu lassen. 1934 leitete Toscanini an der Wiener Staatsoper das Requiem von Giuseppe Verdi sowie 1936 zwei Vorstellungen von Beethovens Fidelio. Deshalb brachte er nach dem Zweiten Weltkrieg beim Wiederaufbau der Wiener Staatsoper seinen Rat ein und sprach sich – aus akustischen Gründen – für eine Verwendung von Holz als Baumaterial im Zuschauerraum aus. 1934-37 prägte Toscanini als Dirigent die Salzburger Festspiele. Er leitete dort wesentliche Konzerte und Opernaufführungen, etwa Verdis Falstaff (1935-37), Beethovens Fidelio (1935-37), Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg (1936-37) oder Mozarts Die Zauberflöte (1937). Zuvor leitete er bei den Bayreuther Festspielen Tristan und Isolde (1930), Tannhäuser (1930-31) und Parsifal (1931). Toscanini emigrierte 1937 in die USA, weil ihn der italienische Faschismus und der deutsche Nationalsozialismus abstießen. Er leitete von da an das eigens für ihn gegründete NBC Symphony Orchestra. Schon 1937 spielte er mit diesem Orchester die erste Gesamtaufnahme der neun Sinfonien von Beethoven ein. Seine für 1938 geplanten Auftritte in Salzburg sagte Toscanini nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich ab. Dagegen leitete er 26. Dezember 1936 das erste Konzert des neu gegründeten Palestine Orchestra, das ab 1948 in Israel Symphony Orchestra umbenannt wurde. Durch die Heirat seiner Tochter Wanda mit dem Klaviervirtuosen Vladimir Horowitz konnte Toscanini eine legendäre Einspielung von Tschaikowskys 1. Klavierkonzert mit seinem Schwiegersohn vorlegen. Bei einer einzigen Benefiz-Aufführung desselben Werkes in der Carnegie Hall in New York gelang es den beiden Künstlern 1943, von den Zuschauern elf Millionen Dollar einzuspielen – für Kriegsanleihen, die anstelle von Eintrittskarten ausgegeben wurden. 1946 produzierte Toscanini für den New Yorker Rundfunk eine Gesamtaufnahme der Oper La Bohème anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der seinerzeit von ihm geleiteten Uraufführung. Diese gilt heute noch in der Fachwelt als die werktreueste Aufnahme. Er entdeckte die Sopranistin Renata Tebaldi und verpflichtete sie an die wiederaufgebaute Mailänder Scala, an der Toscanini 1946 das Eröffnungskonzert leitete. 1947 holte Toscanini noch einmal Hans Lange, der 1936 Dirigent am Chicago Symphony Orchestra geworden war, nach New York für eine Konzertreihe mit dem NBC Symphony Orchestra. Gerühmt wurden nach dem Krieg vor allem Toscaninis Interpretationen der Werke von Ludwig van Beethoven und Giuseppe Verdi. Der Mitschnitt von Toscaninis letzter Aufführung des Verdi-Requiems vom 27. Januar 1951 wurde nach dem Auffinden einer zweiten Band-Version als „Accidental Stereo“-Aufnahme (eine echte, weil mit 2 verschiedenen Mikrophonen aufgenommene, aber als solche ursprünglich nicht geplante Stereo-Aufnahme) identifiziert und 2010 erstmals in Stereo veröffentlicht. Der Mitschnitt von Toscaninis letztem Konzert gehört ebenso wie der des Konzerts vom März 1954 (mit Tschaikowskys Pathetique-Sinfonie als Programmschwerpunkt) zu den frühen Stereo-Versuchsaufnahmen von John „Jack“ Pfeiffer. Dieses letzte öffentliche Konzert dirigierte Arturo Toscanini am 4. April 1954 in der Carnegie Hall in New York. Es wurde durch Toscaninis Blackout während des Konzerts zu einer berühmten Aufführung. Er dirigierte während des Konzertes, das von NBC live übertragen wurde, sein eigenes Sinfonieorchester. Auf dem Programm standen ausschließlich Werke Wagners, unter anderen das Lohengrin-Vorspiel und die Szene auf dem Venusberg (Bacchanal) aus dem Tannhäuser. Beim letztgenannten, dem vorletzten Werk des Konzerts, passierte Toscaninis Blackout, er hörte für eine Minute zu dirigieren auf und hielt sich eine Hand vor die Augen. Das Orchester hörte für einen Moment zu spielen auf, bis der erste Cellist die Einsätze gab; die Senderegie der NBC blendete die Aufführung unmittelbar aus und spielte eine Brahms-Sinfonie vom Band zu. Als Toscanini wieder zu dirigieren anfing, blendete der Sender wieder in den Saal zurück. Toscanini nahm den Schlussapplaus des Publikums nicht mehr entgegen. Der Vorfall wird in dem Kontext interpretiert, dass NBC Toscanini vorab zu verstehen gegeben hatte, man wolle das Orchester auflösen und wünsche, er würde seine Dirigenten-Laufbahn beenden. Wenige Monate später war Toscaninis Orchester tatsächlich aufgelöst und alle Musiker entlassen. Toscanini trat nie mehr als Dirigent auf. Toscanini starb am 16. Januar 1957 in seinem Haus in der New Yorker Bronx. Sein Leichnam wurde nach Italien überführt und auf dem Zentralfriedhof Mailand beigesetzt.

 

25.3. Luigi PACINI: 250. Geburtstag

Luigi_Pacini

 Er ließ seine Stimme in Rom durch den Kapellmeister der Peterskirche Masi ausbilden. Der Herzog von Sermoneta übernahm die Unkosten dieser Ausbildung wie auch des nachfolgenden Studiums am Conservatorio la Pietà de‘ Turchini in Neapel. Der Sänger debütierte in Italien und hatte dann 1798-1801 in Barcelona seine ersten großen Erfolge. Zuerst trat er im Tenorfach auf, doch nahm seine Stimme immer mehr in der Tiefe zu, so dass er bald ein hoch geschätzter Bassist war. Dabei lag seine Stärke vor allem in der Interpretation von Buffo-Partien, in denen er sich auch als hervorragender Schauspieler erwies. Als seine große Glanzrolle galt der Leporello im »Don Giovanni«. 1801 kam er nach Italien zurück. Er trat in der Saison 1801-02 am Teatro Massimo in Turin in der Oper »L’Astuta in amore« von Valentino Fioravanti auf. 1802-03 sang er am Teatro Regio Turin, u.a. 1802 die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Sesostri« von Giuseppe Mosca. Er sang dann in Mailand, später auch in Livorno, Bologna, Venedig und an vielen anderen Bühnen von Rang. In erster Linie war er an der Mailänder Scala erfolgreich; hier sang er von 1801 bis 1819 fast alljährlich. Am 14.8.1814 wirkte er an der Scala in der Uraufführung von Rossinis Buffo-Oper »Il Turco in Italia« in der Partie des Geronio mit. Er sang dort auch 1818 in der Uraufführung von »Il finto Stanislao« von A. Gyrowetz, ebenso 1818 in »Gianni di Parigi« von Fr. Morlacchi. Er wirkte an der Scala in zwei Uraufführungen von Opern seines Sohnes Giovanni Pacini mit, 1818 in »Il Barone di Dolsheim«, 1819 in »Il Falegname di Livonia«. 1812 gab er ein Gastspiel am Teatro Sant’Agostino in Genua. 1820 beendete er seine Karriere. Er arbeitete jetzt im pädagogischen Bereich, zuerst in Rom, dann am Conservatorio Pietà dei Tedeschi in Neapel.1830 wurde er vom Herzog von Lucca zum Professor am Konservatorium von Viareggio ernannt. Er starb 1837 in Viareggio. – Sein Sohn Giovanni Pacini (1796-1867) erlangte als Opernkomponist mit Werken wie »Adelaide e Comingio« (1817), »Alessandro nell‘ Indie« (1824), »La fidanzata corsa« (1842), »Maria Tudor« (1843), »Medea« (1843), »Lorenzo de‘ Medici« (1845), »Bondelmonte« (1845), vor allem aber mit seinem Meisterwerk »Saffo« (1840), internationalen Ruhm.

 

26.3. Louise JAIDE: 175. Geburtstag

Louise Jaide

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Stuttgart und debütierte 1859 (unter dem Namen Louise Orth) als Pierotto in »Linda di Chamounix« von Donizetti am Hoftheater von Darmstadt. Sie setzte dann aber ihre Ausbildung fort und sang 1861-62 am Hoftheater Hannover, 1862-65 am Stadttheater von Regensburg (immer noch als Louise Orth). 1865-77 war sie, jetzt als Louise Jaide, am Hoftheater von Darmstadt engagiert. Richard Wagner hörte sie 1872 in Darmstadt und war von ihrem Können sehr angetan. So wurde sie zu den ersten Bayreuther Festspielen eingeladen; dort wirkte sie in den Tagen vom 13.-17.8.1876 in der ersten vollständigen Aufführung des Ring-Zyklus in der Partie der Erda und als Waltraute in der »Götterdämmerung« mit; dabei handelte es sich bei der Aufführung des »Siegfried« (16.8.1876) und der »Götterdämmerung« (17.8.1876) zugleich um die Uraufführung dieser Opern. Sie gastierte 1874 (als Fidès in Meyerbeers »Der Prophet« und als Ortrud im »Lohengrin«) und 1877 (als Azucena im »Troubadour«, als Amneris in »Aida«, als Arvedson in Aubers »Die Ballnacht«, als Königin der Erdgeister in »Hans Heiling« von Marschner, als Waltraute in der »Walküre«und als Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«) an der Wiener Hofoper, 1873 am Hoftheater von Stuttgart, 1874 am Hoftheater von Wiesbaden, 1875 am Opernhaus von Frankfurt a.M. 1878-79 trat sie am Stadttheater von Bremen, 1879-89 am Deutschen Opernhaus Rotterdam und schließlich 1889-90 am Opernhaus von Gent in Belgien auf. Zu ihren Bühnenrollen gehörten noch der Idamante in »Idomeneo« von Mozart, die Irmentraud im »Waffenschmied« von Lortzing, die Mary in »Der fliegende Holländer«, die Mme. Bertrand in »Maurer und Schlosser« (»Le Maçon«) von Auber und die Claudia in »Le Domino noir« vom gleichen Komponisten. Die Künstlerin, die auch unter dem Namen Louise Jaide-Schlosser sang, gab 1892 ihre Bühnenkarriere auf und betätigte sich in Darmstadt auf pädagogischem Gebiet. Sie starb 1914 in Darmstadt.

 

27.3. Randall BEHR: 65. Geburtstag

 Er studierte an der University of the Pacific, arbeitete an der San Francisco Opera und der Long Beach Opera. 1988-95 dirigierte er an der Los Angeles Opera, arbeitete dort mit Plácido Domingo zusammen. Zuletzt arbeitete er an der School of Music der Indiana University. Er starb 2005 in Bloomington (Indiana) unerwartet an einem Herzinfarkt.

 

27.3. Mstislaw ROSTROPOWITSCH: 90. Geburtstag

Er kam in Baku zur Welt, wohin seine Eltern, die 1922 in Orenburg geheiratet hatten, nach ihrer Hochzeit gezogen waren. Sein Vater war der russische Cellist und Pablo Casals-Schüler Leopold Witoldowitsch Rostropowitsch (1892–1942). Mstislaws Mutter Sofja Nikolajewna Fedotowa war Pianistin und stammte aus einer bekannten Orenburger Musikerfamilie. Mit vier Jahren spielte er Klavier, mit acht Jahren begann er dann Cello zu lernen, obwohl Dirigent zu werden sein Kindheitstraum war. Sein Vater bestand jedoch darauf, dass er zunächst das Cello erlernte. Vor seinem Studium besuchte er die Gnessin-Musikschule in Moskau. Als sein Vater 1942 starb, erfüllte Rostropowitsch sich anschließend seinen Kindheitstraum. Mit 16 Jahren ging er 1943 an das Moskauer Konservatorium, wo er neben Klavier und Violoncello als Fächer auch Dirigieren und Komposition belegte. Zu seinen Lehrern zählten Schostakowitsch und Prokofjew. Im Jahr 1948 beendete er dort sein Studium.

Rostropowitsch wurde zunächst als Cellist weltberühmt. Seine internationale Karriere startete 1964 mit einem Konzert in Deutschland. Um 1970 begann er auch zu dirigieren. Neben seinem musikalischen Interesse war er stets auch politisch sehr engagiert. Ab 1971 bekam er Ausreiseverbot, weil er den Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn, der beim sowjetischen Regime in Ungnade gefallen war, bei sich aufnahm. 1974 verließ er nach schweren Konflikten mit der Regierung die Sowjetunion. 1977 wurde er Chefdirigent des National Symphony Orchestra in Washington, DC, welcher er bis 1994 blieb. Er konzertierte jedoch auch weiterhin als ein sehr aktiver Cellist. 1976 erhielt er den Ernst von Siemens Musikpreis. Nach seiner Zeit in Washington wurde Paris sein offizieller Wohnsitz. Rostropowitsch setzte sich, nicht nur in seinem eigenen Land, für Demokratie und Menschenrechte ein. Er gab zahlreiche Konzerte, mit denen er sich für Dissidenten und Bürgerrechtler aus Osteuropa einsetzte. Einen Tag nach dem Fall der Mauer reiste er nach Berlin und spielte am 11. November 1989 am Checkpoint Charlie für die wiedervereinigten Berliner Cello. 1990 wurde er durch Michail Gorbatschow, den damaligen Präsidenten der Sowjetunion, rehabilitiert, und er erhielt seine früheren Rechte wieder. Aber „als mir Gorbatschow 1990 das Angebot machte, einen sowjetischen Pass zu beantragen, schrieben ihm Galina und ich einen Dankesbrief und lehnten ab“. Die letzten dreißig Jahre seines Lebens besaß Rostropowitsch gar keine Staatsangehörigkeit. Während des Putschversuchs in Moskau im August 1991 reiste er spontan in die Hauptstadt, um die Demokratie zu verteidigen.

Rostropowitsch gilt als einer der bedeutendsten Cellisten der Geschichte. Besonders nachdrücklich setzte er sich für die Musik zeitgenössischer Komponisten ein. Er war an den Uraufführungen zahlreicher Werke beteiligt – als Cellist an mehr als 100, als Dirigent an etwa 65. Zu den Komponisten, die für ihn Stücke komponierten, zählen Nikolai Mjaskowski, Sergei Prokofjew, Aram Chatschaturjan, Dmitri Kabalewski, Dmitri Schostakowitsch, Witold Lutoslawski, Benjamin Britten, Henri Dutilleux, Arno Babadschanjan, Leonard Bernstein, Pierre Boulez, Alfred Schnittke sowie Sofia Gubaidulina. Sein Instrument war ein Duport Stradivarius aus dem Jahre 1711. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen unter anderem Mischa Maisky, David Geringas, Chang Han-na und Natalia Gutman. Rostropowitsch war auch an neuen instrumentaltechnischen Entwicklungen des Violoncellos interessiert. So begleitete er mit seinem Rat in den Jahren 1997 bis 2001 die Entwicklung des BACH.Bogen und lud den Cellisten Michael Bach 2001 zur Präsentation dieses Rundbogens anlässlich des 7ème Concours de violoncelle Rostropovitch nach Paris ein.

Rostropowitsch war seit 1955 mit der Sopranistin Galina Wischnewskaja verheiratet, mit der er zwei Töchter hatte. Als Pianist begleitete er sie auf Liederabenden und nahm eine CD mit russischen Liedern mit ihr auf.

2002 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Es war auch in Wien, wo Rostropowitsch anlässlich der Uraufführung eines von Krzysztof Penderecki für ihn komponierten Cellokonzertes am 20. Mai 2005 zum letzten Mal öffentlich als Cellist auftrat. In einem Interview verriet er im April 2006, dass er seit diesem 20. Mai seinen Cellokasten nicht mehr geöffnet hatte. Im selben Interview darauf angesprochen, wie sein Verhältnis zum russischen Präsidenten Wladimir Putin sei, antwortete Rostropowitsch, dass er Putin möge, weil dieser wisse, wie man mit Russland umgehen müsse.

Bis ins hohe Alter dirigierte Rostropowitsch Konzerte, von denen er etwa 80 pro Jahr gab. Noch 2006 hatte er Konzertauftritte rund um den Globus, so unter anderem in München, Paris, Washington und natürlich Moskau. Am 27. April 2007 verstarb Rostropowitsch im Alter von 80 Jahren in Moskau. Wladimir Putin würdigte ihn mit den Worten: „Das ist ein enormer Verlust für die russische Kultur“. Der Trauergottesdienst wurde am 29. April 2007 in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau gehalten. Er wurde nach russisch-orthodoxem Ritus auf dem Friedhof des Neujungfrauenklosters beerdigt. Einige Wochen vor seinem Tod erhielt Rostropowitsch von Putin persönlich das Verdienstkreuz „Orden für die Verdienste um das Vaterland“ der ersten Klasse, die höchste russische Auszeichnung.

Seine Stiftung zur Förderung junger Künstler hatte Rostropowitsch der Kronberg Academy angeschlossen, die er mitprägte. Dort bestimmte die Trauer das Cellofestival 2007, u. a. mit einer Ausstellung und einem am Gedenktag 3.10. enthüllten Denkmal (Büste) im Park.

 

27.3. Edyth WALKER: 150. Geburtstag

Edyth WALKER als Isolde
Als Isolde

 Sie sang mit 14 Jahren als Alt-Solistin in der Kirche von Hopewell, dann in Utica (New York) und auf Long Island. Sie arbeitete zeitweilig als Schullehrerin. konnte dann aber mit Hilde eines Stipendiums das Gesangstudium aufnehmen. Sie kam 1891 nach Europa und wurde durch Aglaja von Orgeni, durch Eichenberger und von Schreiner in Dresden ausgebildet. Weitere Studien bei Marianne Brandt in Wien. Debüt 1894 an der Berliner Hofoper als Fides in Meyerbeers »Der Prophet«. Erster großer Erfolg 1895 bei einem Gewandhauskonzert in Leipzig unter Carl Reinecke. 1895 wurde sie an die Wiener Hofoper verpflichtet, an der sie bereits 1894 als Fricka in der »Walküre« debütiert hat. Hier hörte man sie als Fides, als Azucena im »Troubadour«, als Mutter in »Hänsel und Gretel«, als Amneris in »Aida«, als Erda im Nibelungenring, als Waltraute, als 3. wie auch als 1. Norn in der »Götterdämmerung«, als Magdalena in Kienzls »Evangelimann«, als Äbtissin in »Walter von der Vogelweide« von Albert Kauders, als Orpheus in Glucks »Orpheus und Eurydike«, als Agnes in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Herzogin in »Le Chevalier d‘Harmenthal« von André Messager, als Ortrud im »Lohengrin«, als Rossweiße in der »Walküre«, als Gertrud in »Hamlet« von A. Thomas, als Ulrica in Verdis »Maskenball«, als Siebel im »Faust« von Gounod, als Donna Elvira im »Don Giovanni«, als Königin der Erdgeister in »Hans Heiling« von Marschner, als Brangäne in »Tristan und Isolde«, als Maddalena im »Rigoletto«,  als Lady Pamela in »Fra Diavolo« von Auber, als Engel in A. Rubinsteins »Der Dämon«, als 3. Dame in der »Zauberflöte«, als Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen«, als Sophie in Franz Liszts »Die Heilige Elisabeth« und als Adriano im »Rienzi«. Am 17.1.1899 wirkte sie hier in der Uraufführung der Oper »Der Kriegsgefangene« von Carl Goldmark als Thetis mit. Beim Salzburger Mozart-Fest von 1901 gestaltete sie die Partie der Donna Elvira. 1903 verließ sie nach einer Auseinandersetzung mit Gustav Mahler unter Bruch ihres Vertrages die Wiener Oper und wurde darauf für drei Jahre für deutsche Bühnen ausgesperrt. 1903 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen, wo sie als Amneris debütierte und bis 1906 in insgesamt 108 Vorstellungen auch die Ortrud, die Brangäne, den Siebel, die Erda, die Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli, den Orsini in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, die Fricka wie die Rossweiße und später auch die Brünnhilde in der »Walküre«, die Waltraute in der »Götterdämmerung«, den Pagen Urbain in Meyerbeers »Hugenotten«, den Orlofsky in der »Fledermaus«, die Titelrolle in Goldmarks »Königin von Saba«,  die Leonora in Donizettis »La Favorita« und die Nancy in Flotows »Martha« sang. Sie trat dann 1906-07 an der Hofoper von Berlin auf und war in den Jahren 1907-12 eine gefeierte Künstlerin der Hamburger Oper. An der Covent Garden Oper London war sie 1900 als Amneris, als Ortrud, als Fricka und als Waltraute, 1908 und 1910 als Isolde, 1910 auch als Thirza in der Oper »The Wreckers« von Mrs. Ethel Smith und am 19.10.1910 als Elektra in der englischen Erstaufführung der gleichnamigen Richard Strauss-Oper zu hören. Gastspiele trugen ihr in Brüssel und Leipzig, in Frankfurt a.M. (1907-12), Köln und in Prag große Erfolge ein; man bewunderte sie vor allem als Wagner-Interpretin. Bei den Bayreuther Festspielen von 1908 sang sie die Kundry im »Parsifal« und die Ortrud. Sie gastierte jetzt auch wieder an der Wiener Hofoper (1910 als Elektra von R. Strauss und 1914 als Brünnhilde im Nibelungenring). Große Triumphe feierte sie beim Strauss-Fest 1910 in Holland als Salome wie als Elektra. Dort trat sie in zahlreichen Aufführungen des Wagner-Vereins in Amsterdam auf, zuletzt im Mai 1918 in der »Götterdämmerung«; 1909 sang sie beim Beethoven-Fest im Haag die Leonore im »Fidelio« unter Willem Mengelberg. 1912-17 wirkte sie an der Hofoper von München. 1918 gab sie am Stadttheater von Elberfeld ihre Abschiedsvorstellung im Nibelungenring. 1917-19 lebte sie in Scheveningen in Holland und nahm dann ihren Wohnsitz in Paris. 1933-36 war sie Lehrerin am American Conservatory in Fontainebleau bei Paris, seit 1936 Pädagogin in New York. Zu ihren Schülern gehörten Blanche Thebom und Irene Dalis. Edyth Walker starb 1950 in New York.

Ihre Stimme ist auf Schallplatten der Marken G & T (Wien, 1902) und HMV erhalten. 1914 wurden von ihrer Stimme Edison-Platten aufgenommen, die nicht veröffentlicht wurden.

 

28.3. Gino BONELLI:  100. Geburtstag

 Biographie des italienischen Tenors auf Italienisch

http://www.lacasadellamusica.it/Vetro/Pages/Dizionario.aspx?ini=B&tipologia=1&idoggetto=238&idcontenuto=507

 

28.3. Edmond CLÉMENT: 150. Geburtstag

Edmond Clément

 Er wollte ursprünglich Ingenieur werden und studierte am Pariser Polytechnikum. Seine Stimme wurde dann am Conservatoire National von Paris u.a. durch Warot ausgebildet. Debüt im November 1889 an der Pariser Opéra-Comique als Vincent in »Mireille« von Gounod. Er galt bald als der bedeutendste französische lyrische Tenor seiner Generation; neben seinen Erfolgen in Paris hatte er ähnliche Erfolge als Gast in Brüssel, an der Covent Garden Oper London und am Teatro Real Madrid. In London gab er 1894 zusammen mit Nellie Melba in der St. Joseph’s Hall ein Konzert mit Werken von Herman Bemberg. Am 1.4.1895 sang er an der Opéra-Comique in der Uraufführung von »La Vivandière« von Godard, am 26.11.1895 in »Xavière« von Théodore Dubois, 1894 den Fenton in der französischen Erstaufführung des »Falstaff« von Verdi in Anwesenheit des Komponisten, am 20.2.1901 in der Uraufführung von »La Fille de Tabarin« von Pierné, am 7.2.1907 an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung von »Thérèse« von Massenet. Von den weiteren Uraufführungen, in denen er während seiner dreißigjährigen Zugehörigkeit zum Ensemble der Opéra-Comique mitwirkte, seien genannt: »L’Attaque du Moulin« von Bruneau (23.11.1893), »Le Juif polonais« von Camille Erlanger (11.4.1900), »Phryné« von Saint-Saëns (24.5.1893) sowie die Premiere von »La Cabrera« von G. Dupont. 1904 sang er an der Opéra-Comique Paris den Don José in der 1000. Vorstellung von »Carmen«. Er nahm dort auch 1906 an der Pariser Premiere von Puccinis »Madame Butterfly« (als Pinkerton) teil. 1905 unternahm er zusammen mit einer französischen Operntruppe eine Südamerika-Tournee. 1909 folgte er einem Ruf an die Metropolitan Oper New York, wo er (im Haus des New Theatre, das damals von der Metropolitan Oper bespielt wurde) als Titelheld im »Werther« von Massenet zusammen mit Geraldine Farrar und Alma Gluck debütierte. Hier sang er dann auch in Aufführungen von Lecocqs »La Fille de Madame Angot« den Ange Pitou, die Titelrolle in »Fra Diavolo« von Auber und den Dominique in der amerikanischen Erstaufführung von Bruneaus »L‘Attaque du Moulin«. Im eigentlichen Haus der Metropolitan Oper trat er dann bis 1911 in mehreren Sunday Night-Concerts auf sowie als des Grieux in Massenets »Manon« und als Fenton in Verdis »Falstaff«. 1911-13 gehörte er der Oper von Boston an und gastierte auch in Kanada. An der Oper von Boston hatte er 1912 einen seiner größten Erfolge in der Titelrolle von Offenbachs Oper »Hoffmanns Erzählungen«. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam er nach Frankreich zurück. Während des Ersten Weltkrieges gab er in Frankreich zahlreiche Konzerte vor alliierten Soldaten. Er meldete sich freiwillig zur Armee, wurde verwundet und musste daher seine Bühnenkarriere nach Kriegssende mehr oder weniger beenden und widmete sich jetzt vor allem der Lehrtätigkeit. Seine Karriere dauerte lange; noch 1927 ist er im Konzertsaal aufgetreten; gleichzeitig wirkte er in Paris als Pädagoge. Seine großen Partien auf der Bühne waren der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Ernesto im »Don Pasquale«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der George Brown in »La Dame blanche« von Boieldieu, der Daniel in »Le Chalet« von A. Adam, der Tonio in »La Fille du Régiment« von Donizetti, der Gérald in »Lakmé« von Delibes, der Mylio in »Le Roi d’Ys« von Lalo, der Lionel in »L’Éclair« von Halévy, der Danielo in »La Reine Fiamette« von Xavier Leroux und der Paul in »Paul et Virginie« von V. Massé. Er starb 1928 in Nizza.  – Der nuancenreiche Ausdruck seiner Tenorstimme und ihr strahlender Glanz wurden vor allem in den lyrischen Partien aus der französischen Opernliteratur bewundert.

Lit: M. Scott: Edmond Clément (in »Record Collector«, 1974).

Schallplatten: Odéon de Luxe (Paris, 1905), Pathé, Victor (1910 in den USA publiziert).

 

28.3. Mariano SORIANO FUERTES: 200. Geburtstag

 Biographie des spanischen Komponisten auf Spanisch: https://es.wikipedia.org/wiki/Mariano_Soriano_Fuertes

 

29.3. Gastone LIMARILLI: 90. Geburtstag

Gastone Limarilli

 

 Er studierte in Venedig, später auch bei Mario del Monaco. Sein Debüt erfolgte 1955 am Teatro Nuovo Mailand als Canio im »Bajazzo«. Es kam bald zu einer großen Karriere an den führenden italienischen Theatern. 1959 debütierte er an der Oper von Rom, an der er bis 1975 regelmäßig auftrat, u.a. als Jago im »Otello« von Rossini und 1961 in der Uraufführung der Oper »Amleto« von Mario Zafred. 1959 kam es zu seinem ersten Auftreten an der Mailänder Scala (als Ippolito in »Fedra« von Pizzetti); er sang hier auch 1962 den Arrigo in Verdis »La Battaglia di Legnano« und den Luigi in »Il Tabarro« von Puccini sowie 1963 den Don José in »Carmen«. An der Covent Garden Oper London war er 1959 als Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera« zu Gast. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit standen die großen italienischen Operntheater; so gastierte er in den sechziger und siebziger Jahren immer wieder am Teatro Fenice Venedig, am Teatro San Carlo Neapel, in Turin, Florenz, Bologna, am Teatro Regio Parma, am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Verdi Triest und am Teatro Petruzzelli Bari. Fast alljährlich war er 1960-68 bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom zu hören, vor allem in seiner großen Glanzrolle, dem Radames in »Aida«, aber auch als Kalaf in »Turandot«, als Canio und als Don José. Den Radames sang er auch 1963 in der Arena von Verona, wo er seit 1960 (u.a. 1965 als Don José) auftrat. Im Ausland gastierte er u.a. 1963 in Tokio (als Manrico im »Troubadour«), am Opernhaus von Nizza (1969) sowie 1973 an der Oper von Monte Carlo (in »Il Tabarro«). 1958-67 gastierte er in insgesamt 11 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Cavaradossi in »Tosca«,  als Radames, als Canio und als des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«). Im Mittelpunkt seines Repertoires standen Partien aus dem Bereich der italienischen Oper wie der Pollione in »Norma«, der Ernani von Verdi, der Foresto in dessen »Attila«, der Carlo in einer weiteren Verdi-Oper, »I Masnadieri«, der Ismaele im »Nabucco«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Dick Johnson in »La Fanciulla del West«, der Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, der Titelheld in Giordanos »Andrea Chénier«, der Loris in »Fedora«, der Hagenbach in »La Wally« von Catalani und der Paolo in »Francesca da Rimini« von Zandonai. Er trat aber auch als Max im »Freischütz«, als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Andrej Chowanski in Mussorgskys »Chowanschtschina« auf. Er starb 1998 in Caerano di San Marco (bei Treviso).

Schallplatten: Morgan (»La Fanciulla del West«, Mitschnitt einer Aufführung aus dem Teatro Verdi Triest von 1965 mit Magda Oliviero), Nuova Era (»I Masnadieri« von Verdi, RAI 1971; »Zelmira« von Rossini, Neapel 1965), Bella Musica (Alvaro in Verdis »La forza del destino«), Mondo Musica (»Mosè in Egitto« von Rossini, Teatro Fenice Venedig 1974).

 

29.3. Adolf Fritz GUHL: 100. Geburtstag

 An der Staatlichen Akademischen Hochschule in Berlin studierte er Kompositionslehre, Klavier, Orgel und Orchesterleitung. Bereits mit 17 Jahren gab er sein erstes Konzert, und 1939 fand in Wittenberge eine Orgelfeierstunde unter seiner musikalischen Leitung statt.  Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges folgte der Dirigent und Musiker dem Ruf an die Städtische Oper in Westberlin. 1948-51 war er künstlerischer Leiter am Klindworth Scharwenka Konservatorium. Das Dirigat des damaligen Großen Orchesters am Berliner Rundfunk übernahm er 1949. Parallel dazu wirkte er 1950-53 auch als musikalischer Leiter des Berliner Ensembles und fungierte als Dozent für Dirigenten an der Berliner Hochschule für Musik. Nach einem Chefdirigat beim DEFA Sinfonieorchester erfolgte 1962 seine Berufung zum Chefdirigenten des Großen Rundfunk-Orchesters Leipzig.  Fast 28 Jahre war er so dem Rundfunk in der ehemaligen DDR verbunden. Von ihm liegen zahlreiche Schallplattenaufnahmen vor und Konzertreisen führten ihn in verschiedene Länder. Er verstarb kurz vor Vollendung seines 60. Lebensjahres 1977 und wurde auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Wittenberge beigesetzt.

 

29.3. Thomas SALIGNAC: 150. Geburtstag

Thomas SALIGNAC

 Eigentlich Eustace Thomas. Salignac war der Familienname seiner Frau. Erste Ausbildung in Marseille. Am Conservatoire National von Paris war er dann Schüler von Duvernoy. Ursprünglich glaubte er eine Baritonstimme zu besitzen, wechselte aber noch während des Studiums ins Tenorfach. Bühnendebüt 1893 an der Opéra-Comique Paris, wo er anfänglich kleine Partien sang. Bereits 1896 wurde er an die Metropolitan Oper New York verpflichtet (Antrittsrolle: Don José in »Carmen« als Partner von Emma Calvé), an der er bis 1903 auftrat. Man hörte ihn dort in insgesamt 251 Vorstellungen als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Alfredo in »La Traviata«, als Faust von Gounod, als Philémon in »Philémon et Baucis« von Gounod, als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Lyonel in Flotows »Martha«, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Fernando in Donizettis »La Favorita«, als Herzog im »Rigoletto«, als Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, als Ernesto im »Don Pasquale«, als Canio im »Bajazzo«, als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Shahabarim in »Salammbò« von Reyer, als des Grieux in »Manon« von Massenet, als Tonio in Donizettis »La fille du régiment« und als Tamino in der »Zauberflöte«. Er wirkte danach wieder an der Opéra-Comique; hier sang er in mehreren Uraufführungen: am 26.12.1905 in »Les pêcheurs de Saint-Jean« von Charles-Marie Widor, am 6.11.1907 in »Le Chemineau« von Xavier Leroux, am 26.2.1908 in »La Habanéra« von Raoul La parra, 1910 in »On ne badine pas avec l’amour« von Gabriel Pierné, 1911 in »La Jota« von Raoul Laparra, 1923 in »La brebis égarée« von Darius Milhaud. An der Opéra-Comique trat er nach 1905 u.a. als Turiddu, als Jean in Massenets »Le jongleur de Notre-Dame«, als Julien in »Louise« von Charpentier, als des Grieux in Massenets »Manon«, als Werther von Massenet, als Marouf in der gleichnamigen Oper von H. Rabaud und als Cavaradossi in »Tosca« auf. Am 25.6.1923 sang er im Privattheater der Prinzessin de Polignac in Paris in der Uraufführung von de Fallas »El retablo de Maese Pedro« die Titelrolle. Gastspiele führten ihn 1897-99 und 1901-04 an die Londoner Covent Garden Oper wie auch an das Stadttheater von Zürich (1918 als Werther), an die Opern von Nizza, Monte Carlo und Brüssel. 1913-14 war er Direktor des Opernhauses von Nizza; Während des Ersten Weltkrieges diente er 1914-18 beim Roten Kreuz. 1923-33 unterrichtete er am American Conservatory in Fontainebleau. 1922 gründete er die Musikzeitschrift »Lyrica«, deren Leitung er bis 1939 hatte. 1926 stellte er eine Wandertruppe, die Opéra Comique-Company zusammen, mit der er eine Tournee durch die USA und Kanada unternahm. Seit 1924 auch Professor am Conservatoire National Paris. Er organisierte 1925 den »Congrès du Chant« in Paris und internationale Gesangwettbewerbe in den Jahren 1933 und 1937. Er starb 1943 in Paris.

Die Tenorstimme des Sängers, der ein weitläufiges Bühnenrepertoire beherrschte, ist nur auf Mapleson-Zylindern aus der Metropolitan Oper überliefert.

 

30.3. Anna BAROVÁ: 85. Geburtstag

Anna BAROVÁ

Sie erhielt ihre Ausbildung im Wesentlichen bei Ján Kühn an der Musikakademie in Prag. Nach ihrem Debüt wurde sie sogleich 1959 an das Opernhaus von Leipzig engagiert, dem sie bis 1969 angehörte. Hier wirkte sie 1961 in der deutschen Erstaufführung von Prokofjews Opernwerk »Krieg und Frieden« in der Rolle der Sonja mit. Sie gastierte auch an den großen Theatern der DDR, u.a. an den Staatsopern von Dresden und Berlin. 1969 kam sie in ihre Heimat zurück und wurde Mitglied des Janácek-Opernhauses von Brno (Brünn), an dem sie bis Mitte der achtziger Jahre eine erfolgreiche Karriere hatte. Mit dem Ensemble dieses Theaters gab sie Gastspiele in Spanien, Italien und Westdeutschland. Sie trug auf der Bühne ein umfassendes Rollenrepertoire vor, aus dem der Orpheus von Gluck, der Ramiro in Mozarts »La finta giardiniera«, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Ulrica in Verdis »Maskenball«, die Preziosilla in »La forza del destino«, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Carmen, die Olga im »Eugen Onegin«, die Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Warwara in »Katja Kabanova« von Janácek und die Geneviève in »Pelléas et Mélisande« von Debussy hervorzuheben sind. Daneben beherrschte sie auch ein breites Konzertrepertoire (9. Sinfonie von Beethoven, Verdi-Requiem, »Lied von der Erde« von G. Mahler). Sie war verheiratet mit dem Bariton Jirí Bar (1928-89), der vor allem als Konzert- und Liedersänger auftrat, aber auch als Opernsänger wirkte und zeitweilig mit seiner Gattin am Opernhaus von Leipzig engagiert war. Anna Barová starb 2015 in Brno.

Schallplatten: Supraphon (u.a. Gesamtaufnahme »Cert a Káca« von Dvorák, »Eva« von J.B. Foerster, »Sárka« von Fibich, »Jenufa« und »Osud« von Janácek, »Die Wunder Unserer Lieben Frau« von B. Matinù, Requiem von A. Rejcha, »Gevatterin Tod« von Rudolf Karel), Panton (»Der neue Psalm« von A, Rejcha).

 

30.3. Karola ÁGAI: 90. Geburtstag

Karola Agai

 Sie studierte in Budapest Gesang und wurde dann Mitglied des Vokalensembles der Ungarischen Volksarmee, mit dem sie ausgedehnte Tourneen unternahm. Nach weiterer Ausbildung wurde sie 1955 an die Nationaloper Budapest verpflichtet, an der sie bald eine glänzende Karriere entfalten konnte, und an der sie bis Ende der achtziger Jahre auftrat. Ihre Antrittsrolle war dort die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, seither eine ihrer Glanzrollen. Sie galt als führende ungarische Koloratrice innerhalb ihrer künstlerischen Generation und brillierte in Partien wie der Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, der Lucia di Lammermoor, der Gilda im »Rigoletto«, der Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, der Melinda in »Bánk Bán« von F. Erkel, namentlich aber der Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. In den sechziger Jahren hatte die Künstlerin große Erfolge bei Gastspielen in Österreich, in Ostdeutschland (Staatsoper Berlin), in der CSSR (Nationaltheater Prag) und in der Sowjetunion, wo sie u.a. 1973 am Bolschoi Theater Moskau zu Gast war. 1964 sang sie beim Wexford Festival die Lucia di Lammermoor. 1969 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen, wo sie in drei Vorstellungen als Lucia di Lammermoor gastierte. Geschätzte Konzert- und vor allem Liedersängerin. Dabei gab sie oft Liederabende zusammen mit ihrem Gatten, dem Gitarrevirtuosen László Szendrey-Karper (1932-91). Sie starb 2010 in Budapest.

Schallplatten: Hungaroton, Eterna (Querschnitt »Lucia di Lammermoor«), Helikon (»Bánk Bán« von F. Erkel).

 

30.3. Barry MORELL: 90. Geburtstag

Barry Morell

 Vor Ausbildung seiner Stimme war er Wollhändler; er studierte in New York u.a. bei dem berühmten Bariton Giuseppe Danise. Sein Debüt fand 1955 an der New York City Opera in der Partie des Pinkerton in »Madame Butterfly« statt, an der er zwei Jahre lang blieb. 1958 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, wo er wieder als Pinkerton debütierte. Dort trat er bis 1979 in insgesamt 259 Vorstellungen in 19 Partien auf: als Alfredo in »La Traviata«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Herzog im »Rigoletto«, als Macduff in Verdis »Macbeth«, als Cavaradossi in »Tosca«, als Faust von Gounod, als Matteo in »Arabella« von R. Strauss, als Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli, als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, als Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, als Lenski im »Eugen Onegin«, als Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra«, als Don José in »Carmen«, als Don Carlos von Verdi und als Alvaro in »La forza del destino«. In den Jahren 1959-65 war er regelmäßig an der Oper von Cincinnati zu hören, auch an den Opernhäusern von Philadelphia (1962 als Pinkerton, 1969 als Faust), New Orleans (1965 als Herzog im »Rigoletto«), San Antonio (1969 als Edgardo), Seattle (1969 als Cavaradossi, 1970 als Alvaro, 1971 als Verdis Don Carlos), Hartford (1970 als Faust), Houston/Texas (1971 als Manrico im »Troubadour«), San Francisco (1974 als Pinkerton, 1976 als Alvaro) sowie an der City Opera New York (1968 als Cavaradossi, 1970 als Herzog, 1973 wieder als Herzog und als Cavaradossi). 1959 gastierte er an der Oper von Havanna, bereits 1956 an der Oper von Chicago, an der er 1961 in der Uraufführung der Oper »The Harvest« von Vittorio Giannini teilnahm, 1968 sang er an der Oper von Santiago de Chile den Radames in »Aida«. Auch in Europa trat er mit großen Erfolgen auf. Er nahm seinen Wohnsitz in Rom und ging einer ausgedehnten Gastspieltätigkeit nach. Weitere Gastspiele führten ihn an die Niederländische Oper Amsterdam (1969 als Cavaradossi), an das Opernhaus von Santiago de Chile (u.a. auch 1966 als Cavaradossi und 1970 als Edgardo), an die Oper von Mexico City, an das Operntheater Forum in Enschede in Holland (1977 als Radames, 1979 als Manrico), an die Wiener Staatsoper (1961 als Rodolfo, 1969 als Cavaradossi, 1974 als Alfredo), an die Covent Garden Oper London (1966 als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«), an die Opéra de Wallonie Lüttich (1971), an das Théâtre de la Monnaie Brüssel, an die Oper von Rom (1971), an das Teatro San Carlo Neapel (1974 als Enzo), an die Deutsche Oper Berlin (1968, 1974 als Enzo), an das Opernhaus von Graz (1973 als Enzo, 1974 als Radames), an die Oper von Mexico City (1966 als Faust von Gounod), an das Teatro Liceu Barcelona (1972), an das Teatr Wielki Warschau (1975), an das Teatro Massimo Palermo und an die Staatsoper Stuttgart. Er starb 2003 in Cape Cod (Massachusetts).

Seine, in erster Linie auf das heldische Repertoire der italienischen Oper spezialisierte Stimme erscheint auf den Schallplatten-Marken RCA (vollständige Oper »Le Villi«, 2. Akt der Oper »Edgar«, beides Jugendwerke von Puccini) und Westminster (Recital).

 

 

Diese Seite drucken