Der Neue Merker

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM JULI 2016

IN MEMORIAM-Geburtstage im Juli 2016

 

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage: Zusamnmenstellung der Liste : Walter Nowotny

1.7. Hans Werner HENZE: 90. Geburtstag

Er wurde als erstes von sechs Kindern des Lehrers Franz Henze (1898–1945) und seiner Frau Margarete Adele (geb. Geldmacher, 1907–76) geboren und zeigte schon früh Interesse an Kunst und Musik. Als Jugendlicher geriet er aufgrund seiner politischen Einstellung in Konflikt mit dem Vater, der NSDAP-Mitglied war und ihn auf eine Musikschule der Waffen-SS schicken wollte. Als die homosexuelle Neigung seines Sohnes erkennbar wurde, soll er gesagt haben, dass „so etwas wie er ins KZ gehöre“. 1942 begann Henze ein Studium an der Staatsmusikschule Braunschweig in den Fächern Klavier und Schlagzeug. Anfang 1944 wurde er zum „Reichsarbeitsdienst“, wenige Monate später als Funker zur Wehrmacht einberufen. Die Erfahrungen dieser Zeit führten bei ihm zu einem Gefühl der Mitschuld, aber auch zur lebenslangen leidenschaftlichen Ablehnung von Krieg und Faschismus. Eine im Februar 2009 aufgefundene Karteikarte in der NSDAP-Mitgliederkartei im Bundesarchiv verzeichnet Henze unter der Nummer 9884828 als Parteimitglied der NSDAP. Demzufolge wurde die Aufnahme in die NSDAP am 18. Januar 1944 beantragt und erfolgte am 20. April 1944. Ein unterschriebener Aufnahmeantrag des damals 17jährigen Henze ist nicht vorhanden. Henze bestritt, jemals einen entsprechenden Aufnahmeantrag gestellt zu haben. Nach kurzer britischer Kriegsgefangenschaft wurde Henze 1945 Korrepetitor am Stadttheater Bielefeld. Ab 1946 setzte er sein Studium bei Wolfgang Fortner in Heidelberg fort. Fortner lehnte es ab, Henze die Zwölftontechnik nahezubringen: Er nannte sie „erledigt“, woraufhin sich der Student die Schönberg’sche Kompositionstechnik selber beibrachte, ehe er sie 1949 bei René Leibowitz in Darmstadt und Paris studierte. In seinen ersten Kompositionen setzte sich Henze denn auch aktiv mit der Zwölftontechnik auseinander, verknüpfte sie aber mit neoklassizistischem Stil, so in der 1. Sinfonie und dem 1. Violinkonzert (1947). 1948 wurde Henze musikalischer Mitarbeiter von Heinz Hilpert am Theater Konstanz, und seine erste Oper Das Wundertheater (nach Miguel de Cervantes Saavedra) entstand. 1950 wechselte er als Künstlerischer Leiter und Dirigent des Balletts ans Hessische Staatstheater Wiesbaden. Nach zwei Rundfunkopern sowie mehreren Sinfonien und Solokonzerten etablierte er sich mit der 1952 in Hannover uraufgeführten abendfüllenden Oper Boulevard Solitude, einer modernen Version des Manon-Lescaut-Stoffes, endgültig als einer der führenden Komponisten seiner Generation. Enttäuscht vom politisch restaurativen Klima in Deutschland einerseits und von Teilen der Kritik andererseits, die unter dem Einfluss der Darmstädter Ferienkursen eine konsequent Serielle Musik forderten – was Henze als Einengung der Kreativität empfand – übersiedelte er 1953 nach Italien, zunächst nach Forio auf Ischia, wo er regen Kontakt und Austausch mit der dort ansässigen Intellektuellenkolonie pflegte (u.a. Wystan Hugh Auden, Golo Mann und William Walton). Ab 1956 lebte er in Neapel, später in Rom und Castel Gandolfo, bis er schließlich in Marino in den Albaner Bergen seinen dauerhaften Wohnsitz fand. Eine enge Freundschaft verband ihn mit der Dichterin Ingeborg Bachmann, mit der er zeitweise zusammen lebte. Bachmann schrieb für ihn die Libretti zu seinen Opern Der Prinz von Homburg (1958; nach Heinrich von Kleist) und Der junge Lord (1964; nach Wilhelm Hauff), Henze die Musik zu ihrem Hörspiel Die Zikaden (1954). Gemeinsam schufen sie die Nachtstücke und Arien (1957) sowie die Lieder von einer Insel (1964). Henze trat der Kommunistischen Partei Italiens (KPI) bei; sein politisches Engagement sorgte in Deutschland für Schlagzeilen, so etwa 1968, als die Uraufführung des Oratoriums Das Floß der Medusa (mit Text von Ernst Schnabel) daran scheiterte, dass Westberliner Mitwirkende nicht unter einem Porträt von Che Guevara und einer roten Fahne auftreten wollten, oder 1969/70, als er demonstrativ in Havanna einen Lehrauftrag übernahm und die Uraufführung seiner 6. Sinfonie dirigierte. In dieser Zeit entstand auch das Rezital El Cimarrón, in dem er gemeinsam mit dem Librettisten Hans Magnus Enzensberger den Lebensbericht eines entlaufenen Sklaven interpretiert. Mit der Oper We Come to the River (Wir erreichen den Fluss) nach Edward Bond erreichte Henzes gesellschaftskritische Kunst 1976 einen weiteren Höhepunkt. Als erstes Festival zur Verbreitung Neuer Musik gründete Henze 1976 den Cantiere Internazionale d’Arte in Montepulciano, wo 1980 seine Kinderoper Pollicino uraufgeführt wurde. 1980-91 leitete er eine Kompositionsklasse an der Musikhochschule Köln. Er gründete 1981 die Mürztaler Musikwerkstätten, 1984 das Deutschlandsberger Jugendmusikfest und schließlich 1988 die Münchener Biennale, ein „Internationales Festival für neues Musiktheater“, dessen künstlerische Leitung er 1996 an Peter Ruzicka übergab. Seine eigenen Opern orientierten sich unterdessen wieder mehr an traditionellen Formen, so Die englische Katze (1983, Libretto von Edward Bond) und Das verratene Meer (1990, Libretto von Hans-Ulrich Treichel nach dem Roman Gogo no Eiko von Yukio Mishima). Humanes und politisches Bekenntnis prägen auch seine späten Werke. Das so genannte Requiem (1992), bestehend aus neun geistlichen Konzerten für Klavier, Trompete und Kammerorchester, schrieb Henze zum Andenken an den früh verstorbenen Musiker Michael Vyner; die 9. Sinfonie für gemischten Chor und Orchester (1995–97) mit Versen von Hans-Ulrich Treichel nach dem Roman Das siebte Kreuz von Anna Seghers ist eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Auf Einladung von Walter Fink war er 2000 der zehnte Komponist im jährlichen Komponistenportrait des Rheingau Musik Festivals. Unter anderem wurde sein Requiem aufgeführt. Auch in jüngster Zeit wurden neue Bühnenwerke von Henze aufgeführt: bei den Salzburger Festspielen 2003 L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe und 2006 die dritte, definitive Fassung von Gogo no Eiko (Das verratene Meer, unter Gerd Albrecht, der den Komponisten zur Weiterarbeit an dem Werk motiviert hatte). Am 6. September 2007 fand die Premiere der Konzertoper Phaedra (Libretto: Christian Lehnert) an der Berliner Staatsoper Unter den Linden statt; es spielte das Ensemble Modern unter Leitung von Michael Boder. Während der Arbeit hatte der Komponist 2005 einen ernsten Schwächeanfall erlitten; kurz nach der Fertigstellung des Werkes verstarb im April 2007 sein Lebensgefährte und Adoptivsohn Fausto Moroni (*1944), den er 1964 in einem Antiquitätenladen kennengelernt hatte. Bis in die 1990er Jahre hat Henze regelmäßig dirigiert, zumeist eigene Werke, und – seltener – auch inszeniert. Dabei hat er u.a. mit seinem jüngsten Bruder, dem Bühnenbildner Jürgen Henze (*1942) zusammengearbeitet, der auch Ausstatter für Filme von Rainer Werner Fassbinder (Berlin Alexanderplatz) und Andrzej Wajda (Eine Liebe in Deutschland) war. Henze hat sich stets gegen die Festlegung auf einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Technik gewehrt. Entgegen den Prämissen der so genannten Darmstädter Schule verzichtete er auf streng serielle Organisation seiner Werke und komponierte angstfrei eklektizistisch. 1967 sagte er: Bald werden die Clusters, die seriellen Rezitative und die Happenings sich endgültig erschöpft haben, und der junge Komponist wird sich vergebens in solchem Ödland nach Nahrung für seine hungrige Seele umsehen. Ein wichtiges Vorbild für Henze war Igor Strawinsky, der sich nach seiner experimentellen Phase dem Neoklassizismus zuwandte. Den Schwerpunkt von Henzes Werk bilden die Bühnenkompositionen, die durch das enorme dramaturgische Gespür des Komponisten und die bühnentaugliche Vermischung verschiedenster Musikstile und -richtungen zu für gegenwärtige Musikwerke ungewöhnlich großen Publikumserfolgen wurden. Zeitlebens offen für musikalisch-literarische Tradition und Gegenwart, erschloss er sich klassische Vorlagen im Dialog mit zeitgenössischen Autoren: Grete Weil bearbeitete für ihn den Manon Lescaut-Stoff, den schon die Librettisten von Massenet und Puccini aufgegriffen hatten; gemeinsam mit Ingeborg Bachmann entdeckte er neues Potential in Texten von Heinrich von Kleist (Der Prinz von Homburg) und Wilhelm Hauff. Weitere Arbeitspartner waren für ihn die Schriftsteller Wystan Hugh Auden, Edward Bond und Hans-Ulrich Treichel. Sein Interesse an „angewandter Kunst“ und Massenmedien führte ihn auch zur Filmmusik; hier arbeitete er u.a. mit den Regisseuren Alain Resnais und Volker Schlöndorff zusammen. Henze ist ein explizit politischer Künstler, der auch die anscheinend abstrakten technischen Aspekte des Komponierens nie als Selbstzweck betrachtet hat, sondern als Möglichkeit, z.B. durch Kontrastbildung Stellung zu beziehen: So ist der reaktionären Gesellschaftsschicht in der Oper Boulevard Solitude konservative Tonalität zugeordnet, während die Außenseiter Manon und Des Grieux durch Zwölftontechnik als fortschrittlich charakterisiert werden; in We Come to the River sind der Welt der Gewalt elektronisch verstärkte Streicher und tiefes Blech in extremer Lautstärke zugeordnet. Vergleichbare Konflikte zeichnen sich in der 9. Sinfonie ab; sie ist „den Helden und Märtyrern des deutschen Antifaschismus gewidmet“. Henze wendet sich gegen das Elitäre des klassischen Kulturbetriebs, wirft aber die Last der bildungsbürgerlichen Tradition nicht als obsolet über Bord, sondern bietet Möglichkeiten einer aufgeklärten, oft auch spielerisch-ironischen Auseinandersetzung mit historischen Modellen aus Musik, Literatur und Malerei. Einige wenige Beispiele: In Die englische Katze orientiert sich Henze an Ludwig van Beethovens Diabelli-Variationen; in Das Floß der Medusa „vertont“ er das gleichnamige Gemälde von Théodore Géricault; in Tristan für Klavier, Tonbänder und Orchester werden eine anonyme Florentiner Ballade des 14. Jahrhunderts und Motive von Richard Wagner verarbeitet; die Ode an den Westwind adaptiert das Gedicht von Percy-Bysshe Shelley; die Sologitarrenwerke Royal Winter Music sind musikalische Porträts von Dramenfiguren William Shakespeares. Bereits schwer von Altersschwäche und Krankheit gezeichnet, konnte er dennoch 2006 in der Berliner Philharmonie dem anlässlich seines 80. Geburtstags wiederaufgeführten Oratorium Das Floß der Medusa (dirigiert von Simon Rattle) beiwohnen. Hans Werner Henze starb am 27. Oktober 2012 im Alter von 86 Jahren in Dresden. Kurz zuvor, am 13. September, hatte an der Semperoper mit Henzes Anti-Kriegsoper Wir erreichen den Fluss – We come to the river in Anwesenheit des Komponisten die erste Premiere der Spielzeit 2012/13 stattgefunden. Henzes Wahlheimat war Marino in der Provinz Rom, wo er am 5. November 2012 auch beigesetzt wurde.

 

1.7. Jean GIRAUDEAU: 100. Geburtstag

Jean GIRAUDEAU

 Sein Vater wie seine Mutter unterrichteten am Konservatorium von Toulon. Er studierte dort Gesang, Orgel und Violoncello; seine Ausbildung wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Er betrieb neben der Ausbildung der Stimme gleichzeitig ein Jurastudium. Er debütierte 1942 am Opernhaus von Montpellier als Frédéric in »Mignon« von Thomas. In den folgenden Jahren sang er in der französischen Provinz, trat 1947 in Straßburg in der Uraufführung der Oper »Martine« von Henri Rabaud auf und debütierte 1947 an der Opéra-Comique Paris als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet. Seitdem hatte er an der Opéra-Comique wie auch an der Grand Opéra Paris (Debüt 1947 als Tamino in der »Zauberflöte«) eine glanzvolle Karriere. Er wirkte an der Opéra-Comique in mehreren Uraufführungen mit: 1951 in »Il était un petit navire« von Germaine Tailleferre, 1951 in »Marion« von Wissmer, 1962 in »Princesse Pauline« von Henri Tomasi sowie 1949 in der Premiere einer Neufassung der Oper »Blaise le savetier« von François André Danican-Philidor (1726-95). Er sang an der Grand Opéra in der Uraufführung von Milhauds »Bolivar« (12.5.1950) den Nicador, 1955 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Numance« von Henri Barraud mit. Gastspiele in Monte Carlo, Nizza, Marseille und Brüssel. Er sang 1952 im englischen Rundfunk in »Les Troyens« von Berlioz den Énée. Am Bolschoi Theater Moskau hörte man ihn als Lenski im »Eugen Onegin«. Er beherrschte ein Bühnenrepertoire von 135 Rollen, darunter den Schuiskij im »Boris Godunow«, den Gérald in »Lakmé« von Delibes, den des Grieux in Massenets »Manon«, den Nicias in »Thaïs« vom gleichen Komponisten, den Ruprecht in »L’Ange de feu« von Prokofieff, den Gonzalve in »L’Heure espagnole« von Ravel und den Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Weitere Höhepunkte in seinem überaus vielgestaltigen Repertoire für die Bühne waren der Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Ferrando in »Così fan tutte«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Herzog im »Rigoletto«, der Alfredo in »La Traviata«, der David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Erik in »Der fliegende Holländer«, der Charles in »Madame Bovary« von E. Bondeville, der Pinkerton in »Madame Butterfly« und der Chevalier de la Force in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc. 1962 wirkte er am Opernhaus von Toulouse in der Uraufführung von Manuel Rosenthals Oper »Hop! Signor« mit. Große Erfolge bei internationalen Festspielveranstaltungen, zumal in Aix-en-Provence. Er trat noch bis Anfang der achtziger Jahre als Konzertsänger auf. Einer der bedeutendsten lyrischen Tenöre, die Frankreich in seiner Generation besaß. 1955-85 wirkte er als Professor am Conservatoire National de Paris. 1964 wurde er Gesangmeister, 1968-71 war er Direktor der Pariser Opéra-Comique. Er starb 1995 in Toulon.

Schallplatten: Urania (vollständige Oper »Thaïs«), Pathé (»Der Barbier von Sevilla«, »Les cloches de Corneville« von Planquette), Decca, Columbia (»L’Heure espagnole« von Ravel, »Les mamelles de Tirésias« von Milhaud, »Le Rossignol« von Strawinsky), Chant du monde (»L’Ange de feu« von Prokofieff). Westminster (»Les Troyens« von Berlioz), Concert Hall (Don Ottavio im »Don Giovanni«), DGG (»L’Heure espagnole«), Bourg Records (»Lazare« von A. Bruneau), Disques Montaigne (»Christophe Colombe« von D. Milhaud), Vox, Melodram/Mailbran (Énée in »Les Troyens«, BBC London 1947).

 

1.7. Benvenuto FRANCI: 125. Geburtstag

Benvenuto FRANCI. als Rigoletto
Als Rigoletto

 Studium an der Accademia di Santa Cecilia in Rom bei Cotogni und Rosati. 1916 gab er sein erstes Konzert und debütierte bereits 1917 am Teatro Costanzi in Rom, an dem er dann bis 1923 regelmäßig auftrat, als Giannetto in »Lodoletta« von Mascagni. An diesem Theater sang er am 2.5.1921 in der Uraufführung der Oper »Il piccolo Marat« von Mascagni. Große Erfolge bei den Festspielen in der Arena von Verona, bei denen er in den Jahren 1922, 1924-25, 1931-32, 1934 und 1948 auftrat. Hier hörte man ihn u.a. 1931 als Wilhelm Tell von Rossini und als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, 1948 als Escamillo in »Carmen«. Er kam nach ersten Erfolgen an italienischen Theatern 1923 an die Mailänder Scala, wo er als Antrittsrolle den Amonasro in »Aida« unter A. Toscanini sang, der ihn sehr förderte. Er blieb länger als zwanzig Jahre einer der prominentesten Künstler der Scala und sang hier auch in mehreren Uraufführungen von Opern, so am 20.12.1924 in Giordanos »La cena delle beffe«, am 7.3.1925 in »I Cavalieri di Ekebù« von Zandonai, am 20.3.1926 in »La Bella ed il Mostro« von Luigi Ferrari-Trecate, am 5.4.1932 in »Palla De‘ Mozzi« von Gino Marinuzzi. 1925 an der Londoner Covent Garden Oper als Scarpia in »Tosca« zusammen mit Maria Jeritza, als Gérard in »Andrea Chénier« und als Rigoletto gefeiert; 1931 trat er nochmals an diesem Haus auf. 1926 sang er an der Grand Opéra Paris den Amonasro. Seit 1926 sang er für vier aufeinander folgende Spielzeiten am Teatro Colón von Buenos Aires, ist aber nie in Nordamerika aufgetreten. Am Teatro Colón wirkte er am 23.7.1926 in der Uraufführung der Oper »Ollantay« des argentinischen Komponisten Constantino Gaito mit. 1927 und 1928 gastierte er in Rio de Janeiro. In den Jahren 1928-50 war er immer wieder an der Oper von Rom anzutreffen, u.a. 1941 in der Uraufführung der Oper »Ecuba« von Gian Francesco Malipiero. 1950 gastierte er dort nochmals in der Oper »Cecilia« von L. Refice. 1935 hörte man ihn beim Maggio Musicale von Florenz in Glucks »Alceste«. Bei den ersten Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom sang er 1937 den Amonasro. Er sang 1938 in der italienischen Erstaufführung an der Oper von Rom und dann 1940 an der Scala den Barak in der Premiere der Richard-Strauss-Oper »Die Frau ohne Schatten«. 1944 große Erfolge am Teatro San Carlo Neapel; er gastierte mit dessen Ensemble auch 1946 in London. Nach einem schweren Unfall, den er 1955 in Triest erlitt, zog er sich aus dem Musikleben zurück. Er starb 1985 in Rom. Seine Tochter, Marcella Franci, trat nach dem Zweiten Weltkrieg als Sopranistin an italienischen Opernhäusern hervor, sie sang u.a. 1948 am Teatro Comunale Florenz die Senta in »Der fliegende Holländer«, 1948 an der Mailänder Scala die Titelrolle in Mascagnis »Iris«; sein Sohn Carlo Franci (* 18.7.1927) war Komponist und Dirigent. – Eine der schönsten italienischen Baritonstimmen seiner Zeit. Er brachte ein sehr umfangreiches Repertoire zum Vortrag, das neben den großen Verdi-Partien den Fanuel in »Nerone« von Boito, den Douglas in »Guglielmo Ratcliff« von Mascagni, den Michele in Puccinis »Il Tabarro« und auch Partien aus deutschen Opern (Don Pizarro im »Fidelio«, Kurwenal in »Tristan und Isolde«, Gurnemanz im »Parsifal«, Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«) enthielt.

Lit: R. Celletti & R. Vegeto: Benvenuto Franci (in »Le Grandi voci«, Rom 1964).

Schallplatten: Die ersten Aufnahmen auf Phonotype (Neapel, 1920), darunter Duette mit Fernando de Lucia; dann akustische wie elektrische Aufnahmen auf Columbia (hier u.a. vollständige »Carmen«-Aufnahme von 1931); auf HMV Aufnahmen in elektrischer Aufnahmetechnik.

 

2.7. Morag BEATON: 90. Geburtstag

 Informationen über die schottisch-australische Sopranistin auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Morag_Beaton

 

3.7. Marianne Friederike Cäcilie ZAENGL: 200. Geburtstag

 Sie war die Tochter des Sängers Wilhelm Hollmann (1830-1879), der 1857-69 an der Dresdner Hofoper engagiert war, und der sie auch ausbildete. 1833 begann sie ihre Bühnenlaufbahn als Choristin und Comprimaria an der Hamburger Oper. Sie heiratete den Schauspieler Josef Zaengl (1801-50), der sie in ihrer Ausbildung weiter förderte. So sang sie als erste größere Rolle in Hamburg die Papagena in der »Zauberflöte«. 1838 hatte sie bei einem längeren Gastspiel in Regensburg, vor allem als Emmeline in der »Schweizerfamilie« von Joseph Weigl, einen aufsehenerregenden Erfolg. Im Oktober 1838 ging sie dann zusammen mit ihren Gatten an das Deutsche Theater in Prag. Dort hatte sie ebenfalls große Erfolge, starb aber bereits 1841 ganz jung im Alter von nur 25 Jahren.

 

4.7. Tibor VARGA: 95. Geburtstag

Ersten Violinunterricht erhielt er im Alter von zweieinhalb Jahren von seinem Vater Lajos, der seinerseits ein ausgezeichneter Geiger war. Infolge einer Kriegsverletzung musste Lajos Varga jedoch auf eine Konzertlaufbahn verzichten und etablierte sich daraufhin als Geigenbauer. Auf Vargas Talent aufmerksam geworden, holte Jenö Hubay den erst Zehnjährigen an die Franz-Liszt-Musikakademie Budapest. Dort studierte er bei Frabz Gábriel, Mitgliedern des Waldbauer-Quartetts, Zoltán Kodály und Leó Weiner. Nach Hubays Tod (1937) spielte Varga im Gedenkkonzert unter der Leitung von Ernö Dohnányi, der Hubay 1934 im Amt des Rektors der Liszt-Akademie gefolgt war, Hubays 3. Violinkonzert op. 99.

Nach Abschluss des Musikstudiums an der Budapester Musikakademie widmete Varga sich während der Kriegsjahre an der Universität Budapest einem mehrjährigen Philosophiestudium. Vargas erster öffentlicher Auftritt erfolgte im Alter von 6 Jahren, sein Orchesterdebüt gab er als Zehnjähriger mit Mendelssohns Violinkonzert op. 64. Seit seinem 14. Lebensjahr unternahm er Konzertreisen ins Ausland, bis seine steile Karriere als Violinsolist durch den Zweiten Weltkrieg jäh unterbrochen wurde. Unmittelbar nach Kriegsende nahm er die Konzerttätigkeit wieder auf und wurde zu einem der weltweit gefragten Solisten. Er trat unter den bedeutendsten Dirigenten seiner Zeit auf, denen er zum Teil auch freundschaftlich verbunden war. Neben einem ungewöhnlich breiten klassischen Repertoire, das alle großen Violinkonzerte sowie die bedeutenden Sonaten und Vortragsstücke umfasste, pflegte Varga von Anfang an die Musik zeitgenössischer Komponisten. Die Violinkonzerte und andere Werke von Béla Bartók, Alban Berg und Arnold Schönberg verdanken Varga ihren eigentlichen Durchbruch im internationalen Musikleben. Er präsentierte sie – zum Teil als Erstaufführungen – im In- und Ausland: Unter anderem gestaltete er die Erstaufführung von Alban Bergs Violinkonzert in Australien sowie 1949 die europäische Premiere von Schönbergs Violinkonzert, worüber der Komponist sich in einem begeisterten Dankesbrief äußerte (Schönberg, Briefe). Beide Konzerte wie auch das Violinkonzert von Schostakowitsch interpretierte Varga neben anderen Werken im Rahmen der Proms der BBC in der Londoner Royal Albert Hall. Darüber hinaus gab Varga die Österreichische Premiere von Strawinskys Violinkonzert, sowie die Welturaufführungen zahlreicher Kompositionen, die ihm teilweise auch gewidmet sind, darunter die Violinkonzerte von Boris Blacher, Ernst Krenek, Max Méreaux, Gösta Nystroem, Almeida Prado, Mátyás Seiber und Winfried Zillig. Seit den 1950er Jahren trat Tibor Varga auch als Dirigent hervor, so etwa mit den von ihm gegründeten Ensembles Kammerorchester Tibor Varga, Orchestre du Festival Tibor Varga und Orchestre de l’Académie Tibor Varga, denen er als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter vorstand. 1989-93 übernahm er die Künstlerische Leitung des Orchestre des Pays de Savoie. Darüber hinaus war Varga bis zuletzt Gastdirigent international renommierter Orchester.

Varga spielte als 13-Jähriger seine ersten Schallplatten ein und trat bereits während seiner Studienzeit an der Budapester Musikakademie regelmäßig im Rundfunk auf. Nach seiner Niederlassung in London Ende der 1940er Jahre realisierte er Aufnahmen für international bekannte Labels, u. a. mit dem Philharmonia Orchestra London, den Berliner Philharmonikern und weiteren bedeutenden Orchestern sowie mit namhaften Klavierpartnern, unter ihnen Gerald Moore. Die Aufnahmen des Violinkonzerts Nr. 2 von Bartók unter Ferenc Fricsay wie auch der Violinkonzerte von Beethoven, Bruch, Mozart, Nielsen, Paganini, Tschaikowski gelten bis heute als Referenz. Führende internationale Rundfunkanstalten strahlten Vargas Auftritte in (Live-)Übertragungen aus und luden ihn darüber hinaus regelmäßig zu Studioproduktionen ein. Unmittelbar nach Kriegsende war Varga Mitbegründer und erster Professor einer der Budapester Franz-Liszt-Musikakademie angegliederten Musikhochschule seiner Heimatstadt Győr. 1949-86 wirkte er als Professor für Violine und Kammermusik an der 1946 gegründeten Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold, deren Streicherabteilung unter seiner Leitung Weltruf erlangte. Seit Anfang der 1950er Jahre fungierte Varga in den weltweit führenden Violin- und Kammermusikwettbewerben als Jury-Mitglied bzw. -Präsident. Daneben gab er regelmäßig Meisterkurse bei den Darmstädter Ferienkursen, des Weiteren in London, Paris, Salzburg (Mozarteum), Siena (Accademia Musicale Chigiana) und anderen Städten Europas sowie in den USA und hielt wiederholt auch öffentliche Vorträge über musikalische Themen. 1963 gründete er im schweizerischen Sion eine internationale Sommerakademie (Académie de Musique Tibor Varga), ein Jahr später folgte das Festival Tibor Varga (1964–2001), das mit seinen jährlich in der ganzen Welt ausgestrahlten Konzerten zu den international bedeutendsten Sommerfestivals zählte. Aus dem 1967 gegründeten, zu Vargas Lebzeiten jährlich ausgetragenen Internationalen Violinwettbewerb Tibor Varga, der zu den bedeutendsten seines Genres zählt, gingen zahlreiche internationale Künstlerpersönlichkeiten hervor. Seit 1988 unterrichtete Varga an der von ihm gegründeten, auf die professionelle Streicherausbildung spezialisierten Ecole Supérieure de Musique Sion, der er auch als Direktor vorstand. Darüber hinaus wirkte Varga im Auftrag der Kulturministerien Frankreichs und Portugals als Künstlerischer und Pädagogischer Berater. Ab Oktober 2002 bekleidete er eine Professur für Violine an der Universität für Musik und darstellerische Kunst Graz. Zu Tibor Vargas bekanntesten Schülern zählen u. a. Lukas David, Mirijam Contzen, Latica Honda-Rosenberg und Hans Maile. Die langjährige Varga-Studentin Madeleine Carruzzo schrieb als allererste Frau in den Reihen der Berliner Philharmoniker Geschichte. Tibor Varga war Ehrenbürger mehrerer Städte Frankreichs und der Schweiz. Deutschland, Frankreich, die Schweiz und Ungarn ehrten ihn mit hohen Auszeichnungen, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse, den Orden der Arts et Lettres und der Légion d#Honneur, dem Walliser Kulturstaatspreis (1994) und dem Verdienstorden des Ungarischen Staates. Die Universität Budapest bzw. die Franz-Liszt-Akademie Budapest verliehen ihm die Ehrenprofessorenwürde, mit der vor ihm u. a. Edward Elgar, Emil Gilels, Richard Strauss und Arturo Toscanini gewürdigt wurden. Tibor Varga starb 2003 in Grimisuat (Schweiz). Die von Varga anlässlich der Europäischen Rektorenkonferenz Graz 2003 komponierte Etude-Caprice für 4 Violinen wurde nach seinem Tode zur offiziellen Hymne der European University Association (EUA) erhoben.

 

4.7. Alexandrine CICO: 175. Geburtstag

Alexandrine CICO

 Eigentlich Alexandrine Trotté. Ihre Gesangsausbildung erfolgte am Conservatoire National de Paris bis 1861 und wurde damit abgeschlossen, dass sie die ersten Preise in den Abteilungen Opéra und Opéra-Comique gewann. Im September 1861 debütierte sie an der Opéra-Comique in Paris als Athénaïse in »Les Mousquetaires de la Reine« von Halévy und konnte bis 1872 an diesem Haus eine sehr erfolgreiche Tätigkeit entfalten. Sie wirkte hier in einer Reihe von wichtigen Opern-Uraufführungen mit, u.a. in der Titelrolle der Oper »Lalla Roukh« von F. David (1862), in Aubers »La Fiancée du Roi de Garbe« (1864) und in »Le Voyage en Chine« von François-Emanuel-Joseph Bazin (1865). Von den weiteren Bühnenpartien, die sie an der Opéra-Comique übernahm, sind zu nennen: die Anna in »La Dame blanche« von Boieldieu, die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Isabella in »Le Pré aux Clercs« von Hérold, die Camilla in »Zampa« vom gleichen Komponisten, die Rafaela in »Haydée« von Auber, die Titelrolle in »Lara« von Louis-Aimé Maillart, die Mme. Darbel in »L’Éclair« von Halévy und die Philine in »Mignon« von A. Thomas, die sie auch in der 100. Aufführung dieser beliebten Oper an der Opéra-Comique sang. Die Sängerin kommt auch als Marie (Marie-Alexandrine) Cico vor. Sie starb 1875 in Neuilly bei Paris.

 

5.7. Oskar GERNHARDT: 100. Geburtstag

 Durch Kriegsumstände bedingt, kam er erst spät zu seinem Gesangstudium und seinem Debüt, das 1952 am Stadttheater von Gelsenkirchen stattfand. 1953-54 war er am Landestheater von Hof in Bayern engagiert und kehrte dann für die Jahre 1954-56 wieder nach Gelsenkirchen zurück. 1956-59 war er Mitglied des Stadttheaters von Oberhausen. 1959 wurde er an das Opernhaus von Nürnberg verpflichtet und blieb dort bis zu seinem Tod 1977 engagiert. Hier trat er in einer bunten Fülle von Partien auf, vor allem aus dem jugendlichen Heldenfach. So sang er den Max im »Freischütz«, den Florestan im »Fidelio«, den Erik in »Der fliegende Holländer«, den Ismaele in Verdis »Nabucco«, den Don Carlos in der Verdi-Oper gleichen Namens, den Dick Johnson in Puccinis »La Fanciulla del West« und den Prinzen in »Rusalka« von Dvorák.

 

6.7. Lenora LAFAYETTE: 90. Geburtstag

Lenora LAFAYETTE

 Die farbige Sängerin erhielt ihre Ausbildung in Nashville und an der Juilliard Music School New York, vor allem aber durch die berühmte Sopranistin Dusolina Giannini. 1951 debütierte sie am Stadttheater von Basel als Aida. Von Basel aus unternahm sie in den fünfziger Jahren ausgedehnte Gastspielreisen, die sie an die großen westdeutschen Bühnen führten, darunter an die Staatsoper von München, an die Staatstheater von Wiesbaden und Hannover, an die Opernhäuser von Düsseldorf und Dortmund. 1953-54 hörte man sie an der Covent Garden Oper London als Aida wie als Butterfly. Sie gastierte in Amsterdam und im Haag, in Glasgow, Belgrad, Zagreb und Graz. An der Wiener Staatsoper war sie 1956 als Aida und 1958 als Butterfly zu Gast. Sie setzte diese internationale Tätigkeit bis etwa 1973 fort. Weitere Höhepunkte in ihrem Bühnenrepertoire waren die Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Selika in der »Afrikanerin« von Meyerbeer, die Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, die Nedda im »Bajazzo« und die Mimi in Puccinis »La Bohème«. Sie trat auch mit großem Erfolg als Konzert- und Oratoriensolistin auf; so sang sie 1966 in New York das Sopran-Solo in »A Mass of Life« von Delius. Sie starb im Jahr 1975.

Schallplatten: Pye-Nixa (Duette aus Puccini-Opern mit Richard Lewis).

 

7.7. Jostein ERIKSEN: 90. Geburtstag

Jostein ERIKSEN

 Sein Gesang- und Musikstudium fand am Nationalkonservatorium von Oslo und in der Opernschule des dortigen Theaters statt und wurde durch Studien in verschiedenen europäischen Musikzentren ergänzt. 1956 debütierte er in einem Konzert im Dom von Oslo. 1958 betrat er dann an der Oper von Oslo erstmals die Bühne und blieb bis 1978 an diesem Haus tätig, wo er eine Vielfalt von Partien vortrug. Während dieser Zeit trat er auch als Konzert- und Oratoriensänger in Norwegen, Schweden und Dänemark in Erscheinung und wirkte fast alljährlich beim Festival von Bergen mit. Hinzu kamen zahlreiche Rundfunk- und Fernsehauftritte in den skandinavischen Ländern. 1974-79 amtierte er als Präsident der Norwegischen Musiker-Association; er bekleidete weitere Positionen im Musikleben seiner norwegischen Heimat und wirkte auch im pädagogischen Bereich. Er starb 2015 in Bærum.

 

9.7. Alida FERRARINI: 70. Geburtstag

Alida Ferrarini

 Ihr Vater war ein angesehener Violinist. Ihre Stimme wurde am Konservatorium von Verona und durch Sergio Ravazzin in Venedig ausgebildet; bereits während ihres Studiums wirkte sie bei den Festspielen in der Arena von Verona im Chor mit. 1974 wurde sie Gewinnerin des Gesangwettbewerbs von Treviso. Dort stand sie als Mimi in »La Bohème« erstmals auf der Bühne. Darauf kam es 1975 in der Arena von Verona zu ihrem eigentlichen Debüt in der Rolle der Frasquita in »Carmen«. 1976 sang sie bei den gleichen Festspielen die Xenia im »Boris Godunow« von Mussorgsky, 1980, 1984 und 1996 die Micaela in »Carmen«, 1981 die Gilda im »Rigoletto«, 1986 und 1998 den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, 1988 die Liu in »Turandot«. Seit 1976 auch große Erfolge am Teatro Filarmonico von Verona; hier trat sie in Partien wie der Gilda, der Adina in »L’Elisir d’amore«, der Norina im »Don Pasquale«, der Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck und als Micaela in Erscheinung. Bei den Festspielen von Bregenz gastierte sie 1977 als Ines in »La Favorita« von Donizetti, 1979 als Liu und in einem Konzert sowie 1980 als Nannetta im »Falstaff« von Verdi. An der Mailänder Scala sang sie 1979 und 1988 die Adina,  1979-80 die Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, 1979 und 1981 die Xenia, 1980 die Sophie im »Werther« von Massenet und 1984 die Micaela. Gastspiele an der Covent Garden Oper London (u.a. 1984 als Gilda), an den Staatsopern von Wien (1980-90 als Norina, als Page Oscar, als Gilda, als Adina und als Nannetta) und München, am Teatro Liceu Barcelona, an der Pariser Grand Opéra wie an der Opéra-Comique (1984 als Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, 1986 als Musetta in »La Bohème«, 1986 und 1988 als Marie in Donizettis »Regimentstochter«, 1988 als Gilda und 1994 als Micaela) und am Opernhaus von San Francisco (Nordamerika-Debüt 1984 als Adina) bestätigten ihren Ruf als führende Vertreterin des italienischen Koloraturfachs. 1986 großer Erfolg in Frankfurt a.M. als Mimi, 1987 bei den Puccini-Festspielen in Torre del Lago als Lauretta in »Gianni Schicchi«. 1988 an der Oper von Bordeaux als Adina erfolgreich. 1990 Gastspiel am Teatro San Carlos Lissabon (als Marie in der »Regimentstochter«), 1991 an der Oper von Köln (als Adina), 1992 bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom (als Liu). Am Teatro Felice Genua sang sie 1997 die Micaela und 1999 die Nannetta. 1997 gastierte sie in Palermo als Despina in »Così fan tutte«. Am Teatro Comunale Bologna gastierte sie 1998 als Gnese in »Il Campiello« von E. Wolf-Ferrari und als Lauretta, die sie auch 1998 bei der Japan-Tournee dieses Theaters sang. 2000 hörte man sie am Teatro Comunale Bologna als »Sie« in »La notte di un nevrastenico« von Nino Rota. Sie starb 2013 in Verona.

Schallplatten: Bongiovanni, Naxos (Gilda im »Rigoletto«).

 

12.7. Boris TEWLIN: 85. Geburtstag

Er studierte an der Musikschule am Moskauer Konservatorium Dirigieren und Chormusik (Abschluss mit Auszeichnung 1952). Darauf studierte er am Moskauer Konservatorium Chorleitung bei W. P. Muchina und Orgel bei Alexander Fjodorowitsch Goedicke (Abschluss mit Auszeichnung 1957). 1959 wurde er Dozent am Moskauer Konservatorium. 1962 schloss er seine Aspirantur bei Alexander Wassiljewitsch Sweschnikow ab. 1993 wurde er auf den Lehrstuhl des Moskauer Konservatoriums berufen. Seit 2011 war er Leiter der Abteilung für zeitgenössische Chorleitung.

Als Dirigent war Tewlin seit 1953 mit dem Chor der Studenten der Moskauer Hochschulen am Moskauer Konservatorium verbunden. 1960 wurde daraus der Moskauer Chor der Jugendlichen und Studenten der Allrussischen Chorgesellschaft, den Tewlin bis 1993 leitete. Alljährlich beteiligte sich der Chor am Musikfestival Moskauer Herbst und trug in zwölf Jahren etwa 300 Stücke a cappella vor. Der Chor entwickelte eine intensive Konzerttätigkeit im In- und Ausland. Er gewann 1970 zwei Silbermedaillen beim 18. Internationalen Guido- d‘Arezzo-Chorwettbewerb in Arezzo, 1972 eine Goldmedaille und den Großen Preis beim internationalen Wettbewerb Tallinn-72, 1975 eine Goldmedaille beim 8. Internationalen Chorwettbewerb in Varna, 1981 eine Goldmedaille und den Grand Prix beim 28. Internationalen Chorwettbewerb in Cork und 1989 zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille beim Internationalen Chorwettbewerb in Tolosa.

Tewlins Chor der Studenten der Moskauer Hochschulen am Moskauer Konservatorium sang die Werke von Bach, Händel, Mozart, Palestrina, Beethoven, Schubert, Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski, Mussorgski, Tschaikowski, Rimski-Korsakow, George Gershwin, Darius Milhaud, Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow, Sergei Iwanowitsch Tanejew, Alexander Tichonowitsch Gretschaninow, Schostakowitsch, Prokofjew, Arthur Lourié, Alexander Andrejewitsch Archangelski, Alexander Iwanowitsch Pirumow, Aleaxnder Lasarewitsch Lokschin, Georgi Wassiljewitsch Swiridow, Sergei Artemjewitsch Balassanjan, Rostislaw Grigorjewitsch Boiko, Wladislaw Germanowitsch Agafonnikow, Waleri Jurjewitsch Kalistratow, Tomas Josifowitsch Korganow, Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin, Arno Babadschanjan, Wano Iljitsch Muradeli, Arkadi Iljitsch Ostrowski, Jan Abramowitsch Frenkel, Alexandra Nikolajewna Pachmutowa, Serafim Sergejewitsch Tulikow, Oskar Borisowitsch Felzman, Alexander Georgijewitsch Fljarkowski, Edisson Wassiljewitsch Denissow, Alfred Schnittke, Kirill Jewgenjewitsch Wolkow, Michail Georgijewitsch Kollontai, Albert Semjonowitsch Leman, Nikolai Nikolajewitsch Sidelnikow, Roman Semjonowitsch Ledenjow, Veljo Tormis, Viktor Suslin, Sofia Asgatowna Gubaidulina.

1987 gründete Tewlin den Gemischten Chor der Chorleiter Russlands, und 1994 leitete er den Russisch-Amerikanischen Chor. Auch gründete er 1994 den Kammerchor des Moskauer Konservatoriums. Der Chor gewann den Grand Prix und zwei Goldmedaillen beim Internationalen Chor-Festival in Riva del Garda, einen ersten Preis und die Goldmedaille beim ersten Brahms-Festival in Wernigerode 1999, einen ersten Preis beim 25. Internationalen Festival der Orthodoxen Kirchenmusik in Hajnówka 2003, und er war Gewinner der ersten Chor-Olympiade in Linz 2000. 2008 erhielt der Chor den Preis ECHO Klassik 2008 für die Aufnahme der Chor-Oper Bojarina Morosowa von R.K. Schtschedrin.

Tewlin leitete Meisterklassen in Russland, Bulgarien, Ungarn, Jugoslawien, Israel, der Volksrepublik China, den USA und Frankreich. Er war Jury-Vorsitzender der allrussischen Chorwettbewerbe Singendes Russland und Moskau erklingt, und er war Jury-Mitglied beim Chorleiter-Wettbewerb in Salawat und bei vielen ausländischen Chorwettbewerben, insbesondere bei den Chor-Olympiaden 2002 in Seoul und 2004 in Bremen. 2008-12 leitete er den Staatlichen Akademischen Russischen Sweschnikow-Chor. 2009 erhielt der Chor einen Zuschuss des russischen Präsidenten. Er starb im Juli 2012.

Tewlin schrieb musikwissenschaftliche und publizistische Aufsätze, Rezensionen, Werkporträts und Erinnerungen. 2001 gab Valerija Stfanowna Zenowa das Buch Boris Tewlin. Chorwege heraus. Er wurde 1978 stellvertretender Vorsitzender der Allrussischen Musikgesellschaft, 1995 Mitglied der Internationalen Akademie für Informatisierung, 1998 Mitglied der Union der Komponisten Russlands, 2004 Akademie-Mitglied und Doktor der Philosophie, und er war Berater der russischen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Musik-Erziehung.

 

12.7. John CROSBY: 90. Geburtstag

Informationen über den amerikanischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/John_Crosby_(conductor)

 

13.7. Marcella POBBE: 95. Geburtstag

Marcella+Pobbe

 Studium bei Elena Fava in Vicenza. Weitere Ausbildung am Conservatorio Rossini in Pesaro bei Rinalda Pavoni, an der Accademia Chigiana in Siena und bei Giorgio Favaretto. Nachdem sie mehrere Gesangwettbewerbe gewonnen hatte, debütierte sie 1949 am Stadttheater von Spoleto als Marguerite im »Faust« von Gounod und sang noch im gleichen Jahr am Teatro San Carlo Neapel. An diesem Haus ist sie bis 1973 immer wieder aufgetreten, letztmals 1973 in »La Cena delle beffe« von Giordano. 1956 wirkte sie dort in der Uraufführung der Oper »La Guerra« von Renzo Rossellini mit. 1954 debütierte sie an der Oper von Rom in der Titelrolle von Glucks »Iphigénie en Aulide« und sang hier 1957 die Amelia in Verdis »Simon Boccanegra«, 1963 die Francesca da Rimini von Zandonai, 1964 die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«. 1955 kam sie an die Mailänder Scala (Antrittspartie: Bathseba in »David« von Milhaud am 2.1.1955 in der Bühnenuraufführung des Werks nach dessen konzertanter Uraufführung 1954 in Jerusalem). Seitdem hatte sie auch ihre Erfolge an der Scala: 1955 als Agathe im »Freischütz«, 1957 als Maria Maddalena in »La Risurrezione di Cristo« von Lorenzo Perosi und als Elsa im »Lohengrin« (eine ihrer großen Kreationen); 1961 war sie an der Piccola Scala in der Titelpartie von Respighis »Maria Egiziaca« zu hören. Bei den Festspielen von Verona trat sie 1955 als Micaela in »Carmen«, 1966 als Tosca auf. Seit 1955 war sie mehrfach am Teatro Comunale Florenz zu Gast (1955 als Parasha im »Jahrmarkt von Sorotschinzy« von Mussorgsky, später als Mimi in »La Bohème«, als Suor Angelica von Puccini und als Marguerite im »Faust« von Gounod). Bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla trat sie 1957 als Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell«, 1959 als Elsa, 1969 wieder als Mathilde, 1967 als Tosca, 1969 nochmals als Mathilde und 1972 als Aida auf, am Teatro Comunale Bologna 1961 als Francesca da Rimini, 1963 als Iris in der Oper gleichen Namens von Mascagni, 1965 als Parisina d’Este in »Parisina« von Donizetti. Am Teatro Regio Turin hörte man sie 1961 als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, 1964 als Gräfin in »Le nozze di Figaro« (eine weitere Glanzrolle der Künstlerin). Am Teatro Fenice Venedig wie am Teatro Liceu Barcelona (als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«) gastierte sie 1962, an der Philadelphia Lyric Opera 1962, am Opernhaus von Lausanne 1963 als Desdemona in Verdis »Otello«, am Opernhaus von Zürich 1964 als Tosca, an der Wiener Staatsoper 1965-68 als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, als Tosca, als Gräfin in »Le nozze di Figaro« und als Desdemona. 1962 sang sie an der Londoner Covent Garden Oper die Tosca, 1965 an der Oper von Monte Carlo die Alice Ford in Verdis »Falstaff«, in Pasadena (USA) 1966 die Desdemona, an der Oper von Seattle 1969 die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano. Als man 1966 das neue Opernhaus in Dortmund eröffnete, sang sie in der Eröffnungsvorstellung die Leonore im »Troubadour«. Weitere Auftritte am Teatro Regio Parma (1965), am Teatro Massimo Palermo (1959 als Elsa, 1973 als Tosca), am Teatro Sociale Mantua, am Teatro Municipale Piacenza (1963 als Elsa), am Teatro Sociale Treviso (1964 als Elsa), am Teatro Grande Brescia (1966 als Desdemona), am Teatro Petruzzelli Bari (1970 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«), am Teatro Donizetti Bergamo (1972 als Parisina von Donizetti). Sie folgte 1958 einem Ruf an die Metropolitan Oper New York, wo sie als Antrittspartie die Mimi in »La Bohème«, dann auch die Marguerite im »Faust« von Gounod, in insgesamt elf Vorstellungen sang. Zu ihren Glanzrollen gehörten noch die Adriana Lecouvreur von Cilea und die Titelrolle in »Isabeau« von Mascagni, die sie in den sechziger Jahren oft an italienischen Bühnen sang. Sie starb 2003 in Mailand.

Schallplatten: Die schön gebildete lyrisch-dramatische Stimme der Künstlerin begegnet uns auf Cetra (mehrere Recitals, zum Teil Mitschnitte von Radiosendungen; Gesamtaufnahmen »Mefistofele« von Boito und »Isabeau«, letztere aus San Remo 1962). Auf Bongiovanni/MRF singt sie die Titelpartie in Mascagnis Oper »Isabeau«. Auf Fonit-Cetra wurde eine Aufnahme von Honeggers »Jeanne d’Arc au bûcher« zusammen mit Ingrid Bergman herausgebracht, die 1953 in Neapel realisiert worden war. Mitschnitte weiterer Aufführungen auf Movimento Musica (Micaela in »Carmen«), Estro Armonico (»Les pêcheurs de perles«), Voce (»Otello« von Verdi), Frequenz (»Il Giudizio universale« von Perosi), Mondo Musica (Titelrolle in »Fedora« von Giordano, Teatro Fenice Venedig, 1968), EJS.

 

13.7. Franco CASAVOLA: 125. Geburtstag

 Biographie des italienischen Komponisten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Franco_Casavola

 

14.7. Bohumil GREGOR: 90. Geburtstag

 Ausgebildet am Prager Konservatorium, danach Dirigent in der tschechischen Hauptstadt (1947-49), in Brünn (1949-51) und Ostrau (1958-62), wo er die Oper leitete. Ab 1963 wirkte er als Ständiger Dirigent am Prager Nationaltheater, ab 1965 als Ständiger Gastdirigent an der Königlichen Oper in Stockholm. Seit 1968 dirigierte er häufig das Residentie-Orkest in Den Haag und trat des Öfteren an der Hamburger Staatsoper auf. Er starb 2005 in Prag.

 

15.7. Ottavio TADDEI: 90. Geburtstag

Ottavio TADDEI in La Fanciulla del West

 Er studierte an der Accademia Chigiana in Siena und stand dort 1953 erstmals als Rodolfo in Puccinis »La Bohème« auf der Bühne des Teatro dei Ravviati. Sein offizielles Debüt folgte 1954 am Teatro Sistina in Rom als Herzog im »Rigoletto«, worauf er dort auch den Edgardo in »Lucia di Lammermoor« sang. Es schlossen sich in den nächsten Jahren Gastspiele an italienischen Operntheatern wie dem Teatro Nuovo Mailand, dem Teatro della Pergola Florenz, dem Teatro Giglio Lucca, dem Teatro Comunale Modena und dem Teatro Eliseo Rom sowie erfolgreiche Konzerte an. 1958 war er in San José in Costa Rica wie in Caracas zu Gast, wieder als Herzog im »Rigoletto« und als Edgardo. 1959 hörte man ihn am Teatro San Carlo Neapel als Mateo in »Conchita« von R. Zandonai und in der Oper »Il malato immaginario« von Iacopo Napoli, am Teatro Margherita Genua als Rodolfo in »La Bohème« und am Teatro Verdi Pisa. Seit 1960 war er oft am Teatro Comunale von Florenz, wo er seinen Wohnsitz nahm, anzutreffen. Das Publikum dieses Hauses schätzte ihn besonders. Tourneen trugen ihm in Holland, in der Schweiz, in der Türkei, in England und in Mittelamerika große Erfolge ein. 1960-61 sang er im italienischen Rundfunk RAI in den zeitgenössischen Opern »Terra senza passato« von Luigi Manenti und »La guerra« von Renzo Rosselini, 1963 in »Pique Dame« von Tschaikowsky. 1966 gastierte er in Hamburg, Nürnberg und Frankfurt a.M. als Pinkerton in »Madame Butterfly« und sang im gleichen Jahr in Florenz wie am Opernhaus von Rom in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. Danach beschränkte sich sein Auftreten auf kleinere Partien, die er am Florentiner Teatro Comunale übernahm, wie auf Konzerte. Er starb im Juni 2011.

Schallplatten: Mitschnitte von Radiosendungen der RAI. Auf Allegro Royale Pinkerton in »Madame Butterfly«, 1953.

 

15.7. Carl MELLES: 90. Geburtstag

Er dirigierte unter anderen die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker und Symphoniker und das New Philharmonia Orchestra London und trat mit Solisten wie Wilhelm Kempff, Nathan Milstein, David Oistrach, Maurizio Pollini, Swjatoslaw Richter, Mstislaw Rostropowitsch und Arthur Rubinstein auf. Neben Auftritten bei den Wiener Festwochen, den Bayreuther (1966 Tannhäuser) und Salzburger Festspielen (1963 und 1971 Konzerte) sowie der Wiener Staatsoper (1973-74 Die Zauberflöte und Fidelio) trat Melles auch international auf, namentlich in USA, Japan und Südafrika. Ab 1996 lebte Melles aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen in Wien, wo er 2004 starb. Aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Judith Melles, geb. Rohonczy, stammt die Schauspielerin Sunnyi Melles. Carl Melles wurde auf dem Hietzinger Friedhof in Wien bestattet. Von Melles liegt eine Live-Einspielung der neun Beethoven-Sinfonien mit dem Staatsorchester Braunschweig vor, dessen Ehrendirigent er anschließend im Jahre 1995 wurde. 1995 erhielt Melles das Große Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich.

 

15.7. Jack BEESON: 95. Geburtstag

Er studierte bis 1938 an der Universität von Toronto und bis 1944 an der Eastman School of Music. 1944 und 1945 hatte er Unterricht bei Béla Bartók in New York City und beteiligte sich am Opern-Workshop der Columbia University. 1945 und 1946 besuchte er Seminare von Paul Henry Lang und begann eine Dirigentenausbildung bei Rudolph Thomas. 1948-50 hielt er sich als Gewinner des Prix de Rome in Rom auf, danach unterrichtete er an der Columbia University. Nach einem erneuten Romaufenthalt war er 1961-63 Gastlehrer an der Juilliard School 1965 wurde er Musikprofessor an der Columbia University. Er trat vor allem als Opernkomponist hervor. Bekannt wurde auch seine Sonate für Klavier von 1946/47. Er starb 2010 in New York City.

 

16.7. Elizabeth COSS: 80. Geburtstag

 Die amerikanische Sopranistin debütierte 1977 als Leitmetzerin im »Rosenkavalier« an der New Yorker Metropolitan Oper, an der sie bis 1986 in insgesamt 133 Vorstellungen auch die Ludmila in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Priesterin in »Aida«, die Aufseherin in »Elektra« von R. Strauss, die Coltilde in »Norma«, die Berta im »Barbier von Sevilla«, die Kartenaufschlägerin in »Arabella« von R. Strauss, die Ortlinde in der »Walküre« und die Große Frau in »Les Mamelles de Tirésias« von Poulenc sang.

 

17.7. Vilma von VOGGENHUBER: 175. Geburtstag

Vilma von Voggenhuber_als Isolde

 Ihr eigentlicher Name war Vilma Szivessi; sie war die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns, wurde durch den Pädagogen Peter Stoll in Budapest unterrichtet und betrat dort 1863 die Opernbühne. In Budapest sang sie Partien wie den Romeo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, die Agathe im »Freischütz« und die Valentine in den »Hugenotten« von Meyerbeer. Sie trat dort auch in der ungarischen Nationaloper »Hunyadi László« von Ferenc Erkel auf und blieb bis 1865 an der Budapester Oper. Gastspiele an den Hofopern von Berlin und München (1864) und am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg führten zunächst noch nicht zu einer Verpflichtung an diese Häuser, und so nahm sie ein Engagement am Stadttheater von Stettin an (1866-67). Danach sang sie am Opernhaus von Köln und an den Stadttheatern von Aachen und Bremen. 1868 war sie an der Wiener Hofoper in den Partien der Marguerite in Gounods »Faust«, der Leonore im »Fidelio« und der Donna Anna im »Don Giovanni« zu Gast. 1869 folgte sie dann einem Ruf an die Berliner Hofoper, wo ihre Karriere den Höhepunkt erreichte. Als Vertreterin des dramatischen Sopranfachs, vor allem als Wagner-Interpretin, genoss sie jetzt höchstes Ansehen. In der denkwürdigen Berliner Erstaufführung von »Tristan und Isolde« sang sie 1876 die Partie der Isolde, eine ihrer Glanzrollen. Ihre weiteren großen Partien waren die Medea in der Oper gleichen Namens von Cherubini, die Giulia in »La Vestale« von Spontini, die Iphigenie in Glucks »Iphigenie in Aulis« und die Armida in der gleichnamigen Oper von Gluck. 1872 wirkte sie dort in der Uraufführung der Oper »Hermione« von Max Bruch, 1874 in der der Oper »Cesario« von Wilhelm Taubert, 1878 in der von »Ekkehard« von J.J. Abert mit. 1877 trat sie als Gast am Opernhaus von Köln auf, 1882 nochmals an der Wiener Hofoper (diesmal in der Titelpartie von Goldmarks »Die Königin von Saba«, als Gräfin in »Figaros Hochzeit«  und als Elsa im »Lohengrin«). Trotz einer schweren, unheilbaren Krankheit setzte sie ihre Karriere fast bis zu ihrem Tod fort. Sie starb 1888 in Berlin. In erster Ehe war sie vorübergehend mit dem ungarischen Adligen von Kovacz verheiratet, der eine abenteuerliche Karriere in ungarischen wie italienischen Befreiungstruppen durchlaufen hatte. 1871 heiratete sie dann den Bassisten Franz Krolop (1839-97), der gleichfalls an der Berliner Hofoper wirkte.

 

18.7. Yuri MAZUROK: 85. Geburtstag

Yuri MAZUROK als Germont

Als Germont

 Er wurde zunächst Ingenieur und arbeitete als Chemiker in einem Laboratorium in Lwów (Lemberg). Nebenbei betätigte er sich als Amateurmusiker. Während einer Reise nach Moskau meldete er sich am dortigen Tschaikowsky-Konservatorium zum Vorsingen, und man riet ihm dringend zur Ausbildung seiner Stimme. Darauf 1955-60 Gesangstudium in Moskau bei Sergej Migai und Anatolij Dolivo, 1960 bei A.S. Sweschnikowa. Er wurde 1963 sogleich an das Bolschoi Theater Moskau verpflichtet. Als erste Partie sang er im Februar 1963 am Bolschoi Theater den Eugen Onegin, eine seiner Glanzrollen. Er gehörte bald zu den bekanntesten Mitgliedern dieses Hauses. Von Moskau aus unternahm er zahlreiche Gastspiel- und Konzertreisen in Ost- und Westeuropa. Er war Preisträger beim Gesangwettbewerb von Prag (1960), beim Concours George Enescu in Bukarest (1961), beim Glinka-Wettbewerb der UdSSR (1962) und beim Wettbewerb von Montreal (1967). Man hörte ihn gastweise an der Wiener Staatsoper (1972-82 als Scarpia in »Tosca«, als Graf Luna im »Troubadour«, als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, als Rangoni in »Boris Godunow«, als Valentin im »Faust« von Gounod, als Escamillo in »Carmen«, als Enrico in »Lucia di Lammermoor« und als Carlo in »La forza del destino«) und an der Covent Garden Oper London (1975 als Renato, 1983 als Graf Luna, 1986 als Germont-père in »La Traviata«). 1975 mit dem Ensemble des Bolschoi Theaters an der Metropolitan Oper New York zu Gast, 1977 Gastspiel an der Oper von San Francisco als Renato. 1987 sang er bei den Festspielen von Wiesbaden den Scarpia und in Budapest bei einem Gastspiel des Bolschoi-Ensembles den Robert in Tschaikowskys »Jolanthe«. Weitere Gastspiele an den Staatsopern von Berlin, Dresden und Hamburg, an den Opernhäusern von Leipzig, Warschau, Prag und Budapest. 1978 debütierte er dann an der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Germont-père), an der er dann 1979 als Eugen Onegin und 1993 als Scarpia in insgesamt 16 Vorstellungen zu sehen war. 1990 gastierte er an der Oper von Chicago und am Teatro Liceu Barcelona als Eugen Onegin, an der Oper von Seattle als Dolochow in »Krieg und Frieden« von Prokofieff, 1992 bei der Milwaukee Opera und 1995 an der Oper von New Orleans abermals als Eugen Onegin. Sein Bühnenrepertoire war vielgestaltig und enthielt neben den klassischen Partien aus dem Bereich der russischen Oper eine Vielzahl von Bariton-Partien aus der italienischen wie der französischen Opernliteratur. Seit 1976 Volkskünstler der UdSSR. Er starb 2006 in Moskau.

Schallplatten der staatlichen sowjetrussischen Plattenproduktion (Melodiya), darunter vollständige Opern »Eugen Onegin« und »Tosca«, einiges davon auf Eurodisc übertragen (u.a. vollständige Opern »Pique Dame« und »Jolanthe« von Tschaikowsky). Auf Philips sang er den Scarpia in »Tosca«, den Grafen Luna im »Troubadour« und den Rangoni im »Boris Godunow«, auch auf HRE (Renato in Verdis »Un ballo in maschera«), Audiophil (Titelrolle in »Eugen Onegin« von Tschaikowsky) und Sony (Jeletzky in »Pique Dame«, Titelheld in »Eugen Onegin«); Gostelradio-Video (Schtelkalow im »Eugen Onegin«).

 

18.7. Jules GAUTIER: 150. Geburtstag

Jules_GAUTIER

 Dieser Sänger schloss 1894 seine Ausbildung am Conservatoire de Paris ab und sang anschließend am Theater von Angers, dann am Französischen Theater (Théâtre de la Haye) im Haag und seit 1896 an der Grand Opéra Paris, wo er bis etwa 1900 Partien aus dem lyrischen Stimmfach übernahm. Seit 1901 war er dann (zumindest bis 1904) an der Opéra-Comique Paris engagiert, an der er als Antrittsrolle den Gérald in »Lakmé« von Delibes sang. Seit 1908 trat er wieder an der Grand Opéra, jetzt aber im heldischen Repertoire, auf. Er trug dort Rollen wie den Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, den Raoul in den »Hugenotten«, den Arnoldo in Rossinis »Wilhelm Tell«, den Radames in »Aida«, aber auch den Faust von Gounod, den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod und den Herzog im »Rigoletto« vor. Seine Karriere an der Grand Opéra scheint sich bis etwa 1917 hingezogen zu haben. Im Frühjahr 1901 erscheint ein Charles Gauthier an der Metropolitan Oper New York als Manrico im »Troubadour«, 1907 tritt ein Sg. Gautier am Teatro Colón Buenos Aires mit einer französischen Operntruppe auf; es könnte sich in beiden Fällen um den hier beschriebenen Sänger handeln.

Schallplatten: In den Jahren 1897-1907 kamen bei Pathé rund hundert Aufnahmen eines Tenors Mr. Gautier heraus, denen noch sehr viele Aufnahmen auf weiteren Marken folgten, u.a. auf Odeon (Paris 1906), Favorite (Paris 1906), Beka-Idéal (Paris 1907), Ultima (Paris 1903), Idéal-Disques (Paris 1913) und auf Edison-Zylindern (Paris 1909). Da auf keiner Platte der Vorname des Sängers angegeben wird, ist große Verwirrung um die Person dieses Künstlers entstanden. Jedenfalls ist eine Zuschreibung an den berühmten französischen Tenor Paul Franz (dessen wirklicher Name François Gautier war) kaum denkbar. Dagegen würde eine Zuordnung der Schallplatten zu Jules Gautier sinnvoll das vorhandene Problem lösen. Das auf ihnen gesungene Repertoire kommt mit den Partien, die er an der Opéra-Comique gesungen hat, weitgehend überein. Dazu gehörten der Don José in »Carmen«, der Julien in Charpentiers »Louise«, der Vincent in »Mireille«, der Rodolfo in »La Bohème«, der des Grieux in »Manon« von Massenet, der Alain in »Grisélidis« vom gleichen Komponisten, der Turiddu in »Cavalleria rusticana« und der Daniélo in »La Reine Fiammette« von Xavier Leroux.

 

19.7. Richard HOFER: 150. Geburtstag

Richard Hofer als Dalibor
Als Dalibor

 Der eigentliche Name des Sängers war Richard Figar; er erhielt seine Ausbildung zum Sänger durch die Pädagogen Jan Lukes und Engelbert Pirk in Prag. 1890 begann er seine Bühnenkarriere mit einem Engagement am Theater von Olmütz (Olomouc), an dem er zwei Jahre lang blieb. 1892-94 war er am Stadttheater von Posen (Poznan) im Engagement, 1894-1900 an der Oper von Zagreb. Nachdem er in der Spielzeit 1900-01 am Opernhaus von Düsseldorf gesungen hatte, kam er 1901-07 zu einer erfolgreichen Bühnentätigkeit am Deutschen Theater Prag. 1908 eröffnete er in Prag eine Opernschule. Neben seinem Wirken im Bereich der Oper galt er als ausgezeichneter Konzert- und Oratoriensänger. Auf der Bühne trat er vor allem in Partien aus dem heldischen und dem Wagner-Repertoire in Erscheinung, u.a. als Lohengrin, als Tristan, als Florestan im »Fidelio« und als Dalibor in der gleichnamigen Oper von Smetana. Er starb 1921 in Prag.

 

19.7. Therese BRAUNY: 175. Geburtstag

 Sie war die Tochter des Schauspielers und Theaterdirektors Wilhelm Brauny (1816-87), der u.a. das Hoftheater in Sigmaringen leitete. Sie begann ihre Bühnenkarriere im Soubretten- und Koloraturfach in ihrer Vaterstadt München. Sie sang in einer sehr bewegten Karriere 1860-61 am Thalia-Theater Hamburg, 1861-62 am Victoria-Theater Berlin, 1862-63 am Thalia-Theater Magdeburg, 1863-64 am Walhalla-Theater Berlin, 1864-66 am Opernhaus von Riga, dann 1866-67 am Opernhaus von Leipzig, 1867-68 am Stadttheater Bamberg, 1868-69 am Thalia-Theater Köln, 1869-71 am Stadttheater Aachen, 1871-72 am Theater von Wismar, 1872-73 am Walhalla-Theater Berlin, 1873-74 am Theater von Stralsund, 1875-79 am Hoftheater Sigmaringen, 1879-80 am Residenztheater Hannover, 1880-81 am Stadttheater Köln, 1881-82 am Stadttheater Heidelberg, 1882-83 am Theater von St. Gallen, 1883-84 am Stadttheater Augsburg, 1884-85 am Stadttheater Nürnberg, 1885-87 am Stadttheater Magdeburg, 1887-91 am Stadttheater Stettin, 1891-93 am Stadttheater Zürich (seitdem hauptsächlich im Fach der Komischen Alten), 1893-95 am Stadttheater Freiburg i. Br., 1895-96 am Stadttheater Chemnitz, 1896-97 am Stadttheater Rostock, 1897-98 am Stadttheater Breslau, 1898-99 am Stadttheater Libau (Kurland), 1899-1900 am Stadttheater Heidelberg, 1900-1905 am Stadttheater Plauen in Sachsen, 1905-06 am Theater von Ansbach, 1906 bis zu ihrem Tod am Theater Chur-Aargau. Sie starb 1907 in Chur (Schweiz).

 

19.7. Johann Friedrich Anton FLEISCHMANN: 250. Geburtstag

Er wurde als 10. Kind des ortsansässigen Schulmeisters Johann Friedrich Michael Fleischmann und dessen Frau Eva Maria in Marktheidenfeld geboren. Schon sein Vater trat als Komponist in Erscheinung und er förderte die musikalischen Neigungen seines Sohnes, so dass dieser schon mit acht Jahren als Klavierspieler öffentlich auftrat und schon früh zu komponieren begann. Die im Umkreis von Marktheidenfeld wirkenden Komponisten und Musiker, die Patres Franz Xaver Bitthäuser und Peter Dornbusch vom Augustinerchorherrenstift Triefenstein sowie Peregrin Pögl von der Benediktinerabtei Neustadt, waren neben dem Vater seine ersten Lehrer, Aus der örtlichen Schule wechselte er im Alter von elf Jahren an das Gymnasium in Mannheim, wo er von Ignaz Holzbauer und Abbé Vogler unterrichtet wurde. Ab 1782 studierte er an der Universität Würzburg, wo er 1783 zum Dr. phil. promovierte und dann weiter Jura studierte. Kurzfristig war er 1786/87 als Privatsekretär und Erzieher beim fürstlich Thurn- und Taxisschen Regierungspräsidenten von Welden in Regensburg tätig. In dieser Zeit war er auf vielen Reisen in Süddeutschland unterwegs. 1787/88 wohnte er in Hopferstadt bei Ochsenfurt, wo sein Bruder, der Pfarrer Bonifatius (Thurecht) Fleischmann seit 1786 als Pfarrer wirkte und wohin auch seine Eltern 1786 verzogen waren. Empfohlen nicht zuletzt durch seine musikalischen Arbeiten trat er im Jahre 1789 als „Cabinets-Secretaire“ in den Dienst des Herzogs Georg I. von Sachsen-Meiningen. Auf Wunsch des Herzogs änderte er seinen ersten Vornamen in Johann um. Als Beamter nahm er wie damals üblich die Religionszugehörigkeit des Herzogs an. 1792 heiratete er in Themar Johanna Christiane Louise von Schultes (1771–1856), eine Tochter aus der ersten Ehe von Johann Adolf von Schulten). Das Ehepaar Fleischmann hatte vier Kinder, drei Töchter (Fanni, Carolina und Wilhelmine) und einen Sohn (Wilhelm Thurecht).

Neben seiner Tätigkeit als Kabinettssekretär war Friedrich Fleischmann in der fürstlichen Hofkapelle, deren Leitung er 1790 übernommen hatte, als Musiker und daneben als Komponist und Musiktheoretiker tätig. Viel zu früh verstarb er am 30. November 1798 in Meiningen im Alter von 32 Jahren.

Seine Kompositionen erschienen überwiegend im Musikverlag André in Offenbach. Über sein kompositorisches Schaffen gibt Fleischmann selbst am 29. Juni 1796 in einem Brief an seinen Verleger Auskunft: „Was ich bis an mein 24tes Lebensjahr niedergeschrieben habe, wurde alles als unbrauchbar und fehlervoll von mir cassirt. Nun erst fingen meine Produkte an grammaticalisch richtig zu seyn, und nun erst fasste ich den Muth, mit ihnen vor dem Publikum zu erscheinen. Von dieser Periode an habe ich mehrere Orchester Symphonien, Conzerte, Sonaten und Parthien für Blasinstrumente gesetzt, die nur zunächst dem hiesigen Publikum bekannt sind, auch einige Opern von Mozart für Blasinstrumente achtstimmig arrangiert.“ 1796 schrieb er das Singspiel Die Geisterinsel. In der Forschung wird es mittlerweile für sehr wahrscheinlich gehalten, dass das Wiegenlied „Schlafe mein Prinzchen schlaf ein“, welches bisher Wolfgang Amadeus Mozart (KV 350) oder dem Berliner Arzt Bernhard Flies zugeschrieben wurde, tatsächlich von Fleischmann stammt (Untersuchungen von E. Goretzki): „Fleischmann vertonte nach neueren Forschungen als erster das berühmte, ursprünglich Mozart zugeschriebene, Wiegenlied ‚Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein‘. Der erste Takt ist mit der Flies’schen Version identisch, der weitere Verlauf weist Ähnlichkeiten auf, so dass man Fleischmann als den Schöpfer der Urfassung ansehen darf.“

 

20.7. Juraj HRUBANT: 80. Geburtstag

 Er erhielt seine Ausbildung durch I. Godin in Bratislava (Preßburg). 1962 erfolgte sein Bühnendebüt an der Slowakischen Nationaloper Bratislava als Escamillo in »Carmen«. Bis 1965 blieb er an diesem Opernhaus und war in den Jahren 1965-69 am Opernhaus von Leipzig tätig. 1969 kam er wieder an die Oper von Bratislava zurück, blieb jedoch als ständiger Gast der Oper von Leipzig weiter verbunden. Erfolgreiche Gastspiele an der Nationaloper Budapest, an der Staatsoper Berlin, am Opernhaus von Marseille und bei den Festspielen von Perugia schlossen sich an. Auf der Opernbühne waren seine große Rollen der Titelheld in Verdis »Nabucco«, der Amonasro in »Aida«, der Don Giovanni in der gleichnamigen Mozart-Oper, der Lothario in »Mignon« von Thomas, der Fürst Igor in Borodins gleichnamiger Oper, der Don Pizarro in »Fidelio«, dazu eine Anzahl von Aufgaben aus dem tschechisch-slowakischen wie dem slawischen Opernrepertoire. Seit 1975 nahm er eine Professur an der Musikhochschule von Bratislava wahr. Er starb 2011 in Bratislava.

Schallplatten: Supraphon-Opus.

 

20.7. Andrew FOLDI: 90. Geburtstag

Andrew FOLDI

 Er kam mit seiner Familie nach Nordamerika und studierte Musikwissenschaft und Gesang. Er war dann Musikkritiker für die große Zeitung Chicago Times, Direktor des Instituts für Musikerziehung an der Universität von Chicago, Professor für Musikologie an der De Paul University, zugleich Kantor und Musikdirektor an der Synagoge Temple Isaiah Israel in Chicago. Ausbildung zum Solisten durch Studien bei Richard de Young, Martial Singher in Chicago, schließlich bei Maria Carpi in Genf. 1954 erfolgte dann sein Bühnendebüt an der Chicago Opera als Biondello in »The Taming of the Shrew« von Vittorio Giannini. In der Folgezeit große Erfolge sowohl im seriösen wie im Buffo-Fach, wobei er sich zugleich als vortrefflicher Darsteller erwies. An der Oper von San Francisco trat er 1960-65 als König in »Aida«, als Polizeikommissar im »Rosenkavalier«, als Spinelloccio wie als Simone in »Gianni Schicchi«, als Happy wie als Billy Jackrabbit  in »La Fanciulla del West«, als Alessio in »La Sonnambula«, als Dr. Grenvil in »La Traviata«, als Angelotti wie als Mesner in »Tosca«, als Snug in der amerikanischen Erstaufführung von B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, als Mr. Parker in der Uraufführung der Oper »Blood Moon« von Norman Dello Joio (18.9.1961), als Wache in »Boris Godunow«, als Hans Foltz und als Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als 2. Gefangener wie als Rocco im »Fidelio«, als Bartolo in »Le nozze di Figaro«, als Graf Ceprano im »Rigoletto«, als Tom in Verdis »Un ballo in maschera«, als Einarmiger in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, als Priester in »Katerina Ismailowa« von Schostakowitsch, als Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Dr. Blind in der »Fledermaus«, als Benoit in »La Bohème« und als Schigolch in »Lulu« von A. Berg auf. Er gastierte regelmäßig an der Santa Fé Opera (1960-64, 1968 und 1979, u.a. als Ochs im »Rosenkavalier« und als Schigolch). In Cincinnati trat er 1965 und 1966 (Don Magnifico in »La Cenerentola«), in San Diego 1969 (Sancho Panza in »Don Quichotte« von Massenet) und 1974 (Alberich im »Rheingold«), an der Chicago Opera 1974 (als Sancho Panza) und 1987 (als Schigolch) auf. Er erschien in Nordamerika auch auf den Bühnen der Opernhäuser von Baltimore, Boston, Miami, Houston (Texas), Philadelphia, Pittsburgh und Seattle, schließlich auch an der Metropolitan Oper New York, deren Mitglied er seit 1975 war. Er übernahm dort als Antrittsrolle den Alberich im »Rheingold« und hatte einen seiner größten Erfolge an diesem Haus als Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Zu den sonstigen Partien, in denen er an der Metropolitan Oper bis 1988 in insgesamt 85 Vorstellungen auftrat, gehörten der Mesner in »Tosca«, der Alberich im »Siegfried« und in der »Götterdämmerung«, der Bartolo in »Le nozze di Figaro« wie im »Barbier von Sevilla«, der Schigolch, der Dansker in »Billy Budd« von B. Britten und der Bailli im »Werther« von Massenet. 1961-64 war er am Opernhaus von Zürich engagiert. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1966 als Don Pasquale und als Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, 1967 als Benoit, 1968 als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Kofner in Menottis »The Consul«, 1969 als Mesner in »Tosca«, 1970 als Bartolo in »Le nozze di Figaro« und als Samuel in Verdis »Un ballo in maschera«, 1971 als Schigolch und als Mouchamiel in Menottis »Help! Help! The Globolinks« und 1973 als Faninal im »Rosenkavalier«. Er gastierte in Europa an den Staatsopern von Wien (1969-70 als Bartolo im »Barbier von Sevilla«) und München, in Lyon und Basel. An der Mailänder Scala hörte man ihn 1964 als Goldhändler in »Cardillac« von Hindemith, beim Spoleto Festival als Schigolch, den er auch beim Maggio Musicale von Florenz (1985), am Teatro Regio Turin (1983) und in Amsterdam (1978; dort auch 1981 als Sancho Panza) sang. 1976 gastierte er am Teatro Liceu Barcelona als Bartolo im »Barbier von Sevilla«, am Teatro San Carlo Neapel 1971 als Alberich im »Rheingold«, am Théâtre de la Monnaie Brüssel 1966-68 als Don Magnifico. Bei den Festspielen von Glyndebourne wirkte er 1982 als Bartolo im »Barbier von Sevilla« mit. Bedeutende Karriere als Konzertsänger. Er wirkte als Gesanglehrer in New York und Genf. Er starb 2007 in Federal Way (Washington).

Schallplatten der Marken Concert Hall, Columbia, Voix d’Eglise, Vanguard (vollständige Oper »La pietra del paragone« von Rossini).

 

21.7. Ursula SCHRÖDER-FEINEN: 80. Geburtstag

Ursula Schröder Feinen als ELektra
Als Elektra

 Ausbildung bei Maria Helm in Gelsenkirchen, dann an der Folkwang Schule in Essen. Sie sang seit 1958 im Opernchor von Gelsenkirchen, übernahm 1961 dort eine Partie in der Operette »Der Vogelhändler« von Zeller; eine Woche später begann ihre Opernkarriere 1961 am Stadttheater ihrer Geburtsstadt Gelsenkirchen als Titelheldin in Verdis »Aida«. Bis 1968 blieb sie an diesem Haus. Die Karriere der Künstlerin nahm eine sehr schnelle Entwicklung. Sie trat mit glänzenden Erfolgen an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart, in Essen, Hannover und Karlsruhe auf und war 1968-1972 ein geschätztes Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg wie auch der Deutschen Oper Berlin. 1970 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Chrysothemis in »Elektra« von Richard Strauss; bis 1978 bewunderte man sie dort in insgesamt 16 Vorstellungen als Brünnhilde im »Siegfried«, als Salome, als Elektra sowie als Färberin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss. 1973 sang sie in Montreal die Titelrolle in »Salome« in der kanadischen Erstaufführung dieser Richard Strauss-Oper. Sie sang an der Staatsoper von Wien (1973-77 die Salome, die Brünnhilde im »Siegfried«, die Ortrud im »Lohengrin« und die Elektra) und an der Mailänder Scala (1971 als Kundry im »Parsifal«); sie gastierte an der Grand Opéra Paris (1975 als Elektra), in Genf (1975 als Salome), Straßburg, Kopenhagen, Prag und Amsterdam, an den Staatsopern von Berlin und Leipzig, bei den Festspielen von Edinburgh (1975 als Salome anlässlich eines Gastspiels der Deutschen Oper Berlin), in Lissabon, Chicago und San Francisco (1976 als Färberin). Bei den Festspielen von Salzburg stand ihre Gestaltung der Färberin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss 1974-75 im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Bei den Salzburger Osterfestspielen sang sie 1976 die Ortrud.  In Bayreuth sang sie 1971 die Senta in »Der fliegende Holländer«, 1972 die Ortrud und die 3. Norn in der »Götterdämmerung«, 1973 die Brünnhilde im »Siegfried« und 1975 die Kundry. Weitere Höhepunkte in ihrem Repertoire waren die Tosca, die Turandot, die Leonore im »Fidelio«, die Alceste in der gleichnamigen Oper von Gluck, die Cleopatra in »Giulio Cesare« von Händel, die Jenufa in Janáceks bekannter Oper und die Isolde in »Tristan und Isolde«. Nach einer Stimmkrise musste sie 1979 ihre Karriere dann jedoch für längere Zeit unterbrechen. Sie starb 2009 in Hennef.

Schallplatten: Voce (Königin der Erdgeister in einer vollständigen Aufnahme der Oper »Hans Heiling« von Marschner), Bella Voce (Titelrolle in vollständiger Oper »Elektra« von R. Strauss, 1977; Auszüge aus »Die Frau ohne Schatten« vom gleichen Komponisten, Salzburg 1975 als Färberin).

 

21.7. Julius SPIELMANN: 150. Geburtstag

Julius SPIELMANN

 Seit 1885 war er am Prager Nationaltheater als Chorist tätig. Dort hörte ihn der Impresario Angelo Neumann und sorgte für die Ausbildung seiner Stimme. Noch bevor diese beendet war, nahm er ein Engagement in Böhmisch-Leipa (Ceská Lípa) an, ging dann 1887 nach Pilsen (Plzen), sang 1888-89 in Teplitz (Teplice), 1890 in Graz und 1891 am Friedrich Wilhelmstädtischen Theater Berlin. Dabei trat er, wie auch bei den folgenden Verpflichtungen am Bellevuetheater Stettin (1892) und am Theater an der Wien in Wien (1893-95), als glänzend begabter Operettentenor in Erscheinung. 1895 berief ihn Bernhard Pollini an das unter seiner Leitung stehende Opernhaus (Stadttheater) von Hamburg. Obwohl er dort als David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Loge im »Rheingold« und in anderen Wagner-Partien erfolgreich war, ging er 1896 wieder zur Operette, jetzt an das Wiener Carl-Theater, zurück. Am Carl-Theater wirkte er am 25.20.1899 in der Uraufführung der Johann Strauß-Operette »Wiener Blut« in der Rolle des Grafen Zedlau mit. 1898-99 gastierte er an der Wiener Hofoper als David, als Canio im »Bajazzo«, als Tybalt in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Mime im »Siegfried«, als Dickson in »Die weiße Dame« von Boieldieu, als Kilian im »Freischütz« und als Loge. Namentlich als Canio, den er auch während eines Engagements in St. Petersburg (1900-1902) vortrug, hinterließ er einen starken Eindruck. Seit 1896 unternahm er während mehrerer Jahre Tourneen mit einem Wiener Operettenensemble durch Russland und nach Rumänien, wobei er im Mittelpunkt der großen Erfolge dieser Gastspiele stand. In der Saison 1902-03 trat er am Gärtnerplatztheater in München auf, 1907-08 am Neuen Operettentheater Berlin, 1909-10 am Königlichen Stadttheater Amsterdam, 1910-11 am Hamburger Carl Schultze-Theater. 1913-14 hörte man ihn an der Komischen Oper Berlin und am Berliner Monti-Theater, 1915 am Theater am Nollendorfplatz Berlin. Zwischenzeitlich war er auch als Theaterleiter tätig, trat aber weiter in den großen Tenorpartien der Operetten von Johann Strauß, Karl Millöcker, Franz von Suppé, Karl Zeller, Sidney Jones, Jacques Offenbach und in Operetten vieler anderer Komponisten auf. Er starb 1920 in Berlin.

Schallplatten: Zahlreiche Aufnahmen, zumeist auf G & T und HMV, darunter eine Gesamtaufnahme des »Zigeunerbarons« von etwa 1910, in der er den Barinkay singt. Auch Aufnahmen auf Favorit (Berlin, 1904-06).

 

22.7. Ingeborg FANGER: 95. Geburtstag

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 Sie wollte ursprünglich Balletttänzerin werden und erhielt eine dementsprechende Ausbildung in der Ballettschule der Staatsoper von Dresden. 1940-41 war sie als Tänzerin am Theater am Nollendorfplatz Berlin engagiert. Sie ließ jedoch ihre Stimme in Dresden und Berlin, später noch in Oldenburg und Zürich, ausbilden und war 1942-44 am Central-Theater Dresden als Operettensängerin tätig. Bis 1950 wirkte sie am Staatstheater von Oldenburg und dann für fast 35 Jahre am Opernhaus von Zürich (1950-84). Sie gastierte, zum Teil mit dem Zürcher Ensemble, beim Festival von Lausanne, in Bern, St. Gallen, Wiesbaden, Nürnberg, Essen und Braunschweig. Sie sang auf dem Gebiet der Oper hauptsächlich Soubrettenrollen wie dem Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Papagena in der »Zauberflöte«, die Helene in »Hin und zurück« von Hindemith, die Gräfin Eberbach im »Wildschütz« von Lortzing, die Flora in »La Traviata«, die Marina in Wolf-Ferraris »Die vier Grobiane« und die Esmeralda in Smetanas »Die verkaufte Braut«. 1953 sang sie am Stadttheater von Zürich in der deutschsprachigen Erstaufführung der Operette »Die Schöne von Cadix« von Francis Lopez die Partie der Pepa, auch in den Schweizer Erstaufführungen der Opern »Aventures du Roi Pausole« von A. Honegger (zugleich deutsche Erstaufführung), »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten (1961), »Dantons Tod« (1970) und »Der Besuch der alten Dame« (1971) von Gottfried von Einem, »Figaro lässt sich scheiden« von G. Klebe (1971 als Gräfin) und »Háry János« von Z. Kodályi (als Kaiserin) mit. Sie nahm dort auch an der Uraufführung der nachgelassenen Lehàr-Operette »Frühling« (19.5.1955) teil. Die eigentliche Domäne der Künstlerin war jedoch das Gebiet der Operette. Hier kam sie in einem sehr umfangreichen Repertoire zu anhaltenden Erfolgen. Sie starb 2008 in Zürich.

Schallplatten: HMV (Werke von W. Burkhard)

 

23.7. Ava JUNE: 85. Geburtstag

Ava JUNE als Queen Elizabeth in Gloriana

 Gesangstudium bei Kate Opperman, bei Clive Carey und bei Joan Cross in London. 1957 kam es zu ihrem Bühnendebüt als Solistin an der Sadler’s Wells Opera London (an der sie seit 1953 als Choristin gesungen hatte) in der Rolle der Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet. 1963 gewann sie eine Goldmedaille beim internationalen Gesangwettbewerb für junge Sänger in Sofia. Sie hatte dann eine erfolgreiche Bühnenkarriere an der Covent Garden Oper (Debüt 1969 als Voce celesta in Verdis »Don Carlos«), bei der English National Opera (1973 Sieglinde in der »Walküre«), bei der Sadler’s Wells Opera in London und bei der Welsh Opera Cardiff. An der Scottish Opera Glasgow sang sie 1957-76 die Ines im »Troubadour«, die Micaela in »Carmen«, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Lisa in Lehárs »Land des Lächelns«, die Violetta in »La Traviata«, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Norina im »Don Pasquale«, die Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók sowie die Sieglinde und die Gutrune im Nibelungenring. 1970 wirkte sie an der Covent Garden Oper in der Uraufführung der Oper »Victory« von R.E. Bennett mit. 1981 wirkte sie an der English National Opera London in der Uraufführung der Oper »Anna Karenina« von Iain Hamilton in der Rolle der Gräfin Vronskaya mit. Gastspiele an der Wiener Volksoper, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der Deutschen Oper Berlin, an der Nationaloper Sofia, an der Grand Opéra Paris, an der Nationaloper Zagreb und am Opernhaus von Johannesburg. Sie wirkte auch beim Aldeburgh Festival und bei den Festspielen von Aix-en-Provence mit. 1973 gastierte sie an der Oper von San Francisco als Ellen Orford in »Peter Grimes« von B. Britten, (zugleich ihr USA-Debüt), die sie dann auch 1975 an der Opera North Leeds sang. Von den vielen Partien, die sie auf der Bühne gesungen hat, sind noch zu erwähnen: die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Leonore wie die Marzelline in »Fidelio«, die Königin Elisabeth in B. Brittens »Gloriana«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Agathe im »Freischütz«, die Mimi wie die Musetta in »La Bohème«, die Butterfly und die Tosca, die Aida, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Marguerite in »Faust« von Gounod, die Tatjana im »Eugen Onegin« und die Santuzza in »Cavalleria rusticana«. Auch als Konzertsopranistin hatte sie in einem Repertoire von ähnlicher Vielseitigkeit ihre Erfolge. Sie starb 2013 in Twickenham.

Schallplatten: Decca (Mrs. Grove in vollständiger Aufnahme »The Turn of the Screw« von B. Britten), Philips, HMV-Westminster (Nibelungenring).

 

23.7. Francesco CILEA: 150. Geburtstag

Seiner Erinnerung nach fasste Francesco Cilea schon als Junge den Entschluss, sich der Musik zu widmen, nachdem er das Finale der Oper Norma von Vincenzo Bellini (1801–35) erlebt hatte – gespielt von der städtischen Kapelle seiner Heimatstadt Palmi. Auf den Rat von Francesco Florimo (1800–88) studierte er ab 1879 am Konservatorium „San Pietro a Majella“ Neapel bei Beniamino Cesi (1845–1907) und Paolo Serrao (1830–1907), wo er durch Fleiß und Intelligenz auffiel. Er erhielt eine Goldmedaille des Ministeriums für das öffentliche Schulwesen und eine Ernennung zum ersten Meisterschüler. Zum Abschluss seines Studiums in Neapel schrieb er 1889 die Oper Gina, die mit Erfolg im kleinen Theater des Konservatoriums aufgeführt wurde. Diese kleine Oper, in der die Naivität des Librettos mit der Musik wetteifert, wurde vom Kritiker und Verleger Edoardo Sonzogno so geschätzt, dass er bei Cilea eine weitere Oper namens La Tilda in Auftrag gab, auf das Libretto von Angelo Zanardini, die vom Stil her dem Verismo nach dem Vorbild der Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni (1863–1945) folgen sollte. Nach seinem Studienabschluss in Neapel wirkte Cilea 1889-98 am gleichen Institut als Lehrer für Klavier und Harmonielehre. In diese Zeit fällt die erfolgreiche Aufführung seiner zweiten Oper La Tilda am 7. April 1892 im Teatro Pagliano in Florenz. Es folgten Aufführungen in vielen weiteren italienischen Theatern. Am 24. September des gleichen Jahres wurde La Tilda im Ausstellungs-Theater in Wien aufgeführt, wo auch andere Opern aus dem Haus Sonzogno zu hören waren. Cilea selbst hatte seine zweite Oper weniger geschätzt; vielmehr nahm er die Aufführungserfolge Sonzogno zuliebe hin, auch, um sich die Gelegenheit des Bekanntwerdens nicht entgehen zu lassen. Die Orchester-Partitur ist verloren gegangen, sodass La Tilda in unserer Zeit nicht mehr aufgeführt werden kann, jedoch sind im erhalten gebliebenen Klavierauszug (Singstimmen und Klavier) die frischen und eingängigen Melodien erkennbar. Die dritte Oper Cileas, L’Arlesiana, die auf dem Drama von Alphonse Daudet (1840–97) beruht, kam am 27. November 1897 mit dem Libretto von Leopoldo Marenco im Teatro Lirico in Mailand zur Aufführung. Auf der Besetzungsliste dieser Aufführung ragt der Name des damals noch sehr jungen Enrico Caruso (1873–1921) heraus, welcher das enthaltene Stück Il lamento di Federico mit ungewöhnlichem Erfolg sang – eine Romanze, die noch heute als „Zugstück“ für Tenöre gilt. Insgesamt war jedoch L’Arlesiana damals eher ein Misserfolg. Cilea war allerdings überzeugt vom Wert dieser Oper und versuchte, sie gleich nach der Premiere bis in seine letzten Lebensjahre hinein zu verbessern. Dies galt für feine Details, aber er scheute sich auch nicht vor drastischen Eingriffen. Heute findet man kaum noch einen Takt, der der ersten Fassung entspricht. Dennoch wurde diese Oper kein dauerhafter Erfolg; mit Ausnahme der 1930er Jahre, wo ein Erlass des Diktators Benito Mussolini, der nach der italienischen Eroberung Äthiopiens und den darauf folgenden Sanktionen anderer Länder angeordnet hatte, dass nur Opern aus denjenigen Ländern aufgeführt werden dürfen, welche sich den Sanktionen nicht angeschlossen haben. Cilea bemerkte dazu wörtlich: „Bei dieser Gelegenheit hatte ich Glück.“ Nach seiner Tätigkeit in Neapel übernahm Cilea 1898-1904 die Stelle eines Lehrers für Harmonielehre am Instituto Musicale in Florenz. In diese Zeit fällt die Uraufführung seiner vierten Oper Adriana Lecouvreur am Teatro lirico in Mailand am 6. November 1902, wieder mit Enrico Caruso als mitwirkendem Sänger. Sie ist ein Bühnenwerk auf das Libretto von Arturo Colautti nach einem Theaterstück von Eugène Scribe (1791–1861), welches im Frankreich des 18. Jahrhunderts spielt. Dieses Werk ist beim heutigen Theaterpublikum die am besten bekannte Oper Cileas, was auf der geglückten Vereinigung der melodischen Spontaneität nach der Neapolitanischen Schule und einer modernen harmonischen Schreibweise nach neuerem französischen Vorbild beruht. Die letzte Oper Cileas, Gloria, wurde am 15. April 1907 im Teatro alla Scala in Mailand unter der Leitung von Arturo Toscanini (1867–1957) erstmals aufgeführt. Sie ist eine Tragödie in drei Akten ebenfalls auf das Libretto von Colautti, nach einem Theaterstück von Victorien Sardou (1831–1908). Sie zeigt eine bemerkenswerte kompositorische Weiterentwicklung Cileas gegenüber seinen Zeitgenossen (abgesehen von Giacomo Puccini), was sie aber für das Publikum schwer verständlich machte. Trotz ihres Werts und gewissen relativen Erfolgen war die Oper deshalb insgesamt kein Erfolg und wurde vom Verleger Ricordi in Mailand boykottiert, wobei der Verleger Sonzogno dem nur wenig entgegengewirkt hat. Dies hat Cilea dazu bewogen, das Opernschaffen endgültig aufzugeben. Es gibt zwar Belege aus dem Jahr 1909 für eine geplante Oper namens Il Matrimonio Selvaggio, die aber nicht aufgeführt wurde und Skizzen von Libretti zu Il ritorno dell’amore (von Renato Simoni) sowie Malena und La Rosa di Pompei (beide von Ettore Moschino), datiert mit „Neapel, 20. Mai 1924“; sie wurden aber nicht weiter verfolgt. Cilea setzte seine Arbeit mit der Komposition von vokaler und instrumentaler Kammermusik sowie sinfonischer Musik fort. Er übernahm in den Jahren 1913-16 die Leitung des Konservatoriums Vincenzo Bellini in Palermo. In das Jahr 1913 fiel auch die Aufführung einer Sinfonischen Dichtung auf den Text von Sem Benelli (1877–1949) zu Ehren von Giuseppe Verdi (1813–1901) im Theater Carlo Felice in Genua. Im Jahr 1916 kehrte Cilea zu seiner ersten Unterrichtsstätte in Neapel zurück, dem Konservatorium San Pietro a Majella, und leitete dieses Institut bis zum Jahr 1938, wo er mit 72 Jahren seine Unterrichtstätigkeit beendete, nachdem er den Ehrentitel Accademico d’Italia erhalten hatte. Seine letzten Lebensjahre, die von Krankheit und finanziellen Sorgen überschattet waren, verbrachte Cilea in Rom und schließlich in der kleinen ligurischen Stadt Varazze, wo er Ehrenbürger war. Dort starb er am 20. November 1950. Zur Erinnerung an ihn sind das Konservatorium und das Theater in Reggio Calabria nach ihm benannt; darüber hinaus wurde für ihn in seiner Geburtsstadt Palmi ein Mausoleum errichtet und eine Straße im historischen Stadtzentrum benannt.

Francesco Cilea fühlte sich als letzter Repräsentant der Neapolitanischen Schule; entsprechend sind Einflüsse dieser alten Schule neben einer gleichsam Französisch anmutenden Eleganz zu spüren. Nach Meinung des Musikwissenschaftlers Roman Vlad ist in der frühen Fassung von Cileas Cellosonate (1888) stilistisch sogar Maurice Ravel (1875–1937) vorweggenommen. Andererseits sind in seinem Hauptwerk, der Oper Adriana Lecouvreur, deutliche Anklänge an Jules Massenet (1842–1912), der ihn schätzte, zu hören. Cilea wird auch oft als Generationsgenosse von Pietro Mascagni und Umberto Giordano (1867–1948) als Komponist des veristischen Stils bezeichnet, was aber nur bedingt zutrifft; eher sind in seiner Musik Anklänge an Vincenzo Bellini und Edvard Grieg (1843–1907) erkennbar. In Cileas besten Opern herrscht die Belcanto-Gesangslinie vor, sowie harmonische Raffinesse, klangliche Transparenz und eine feine melancholische Grundstimmung. Seine Oper Adriana Lecouvreur geriet nach den ersten erfolgreichen Jahren weitgehend in Vergessenheit und ist erst in den 1980er Jahren wieder in das Repertoire der Opernhäuser zurückgekehrt.

 

24.7. Eilene HANNAN: 70. Geburtstag

Eilene-Hannan

 Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin zuerst in ihrer australischen Heimat bei Jean Stewart und Bettine McCaughan in Melbourne, dann in London. Sie debütierte 1971 an der Australian Opera Sydney als Barbarina in »Figaros Hochzeit«. Am 20.10.1973 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses von Sydney die Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofieff. In Sydney (und in anderen Zentren des australischen Musiklebens) trat sie auch als Cherubino in »Figaros Hochzeit«, als Zerline in »Don Giovanni«, in der Titelrolle von Janáceks »Das schlaue Füchslein« und als Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet auf. 1977 gastierte sie bei den Festspielen von Glyndebourne in der Titelrolle von »Das schlaue Füchslein« und in Wexford als Salomé in Massenets »Hérodiade«. An der English National Opera London hörte man sie seit 1978 als Mila in »Osud« von Janácek (englische Erstaufführung der Oper 1984), als Titelheldin in »Katja Kabanowa« vom gleichen Meister, als Herzogin von Parma in Busonis »Doktor Faust«, als Susanna in »Figaros Hochzeit«, als Pamina in der »Zauberflöte«, als Mélisande in »Pelléas et Mélisande«, als Poppea in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« und als Natascha in »Krieg und Frieden«. An der Covent Garden Oper London debütierte sie 1987 in der englischen Erstaufführung der Oper »The King Goes forth to France« des finnischen Komponisten A. Sallinen. 1983 gastierte sie bei der Opera North Leeds in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz, 1988 in Brisbane in »The Turn of the Screw« von Benjamin Britten, 1992 in Sydney als Jenufa, 1995 als Katja Kabanowa. 1998 sang sie am Opernhaus von Adelaide die Gutrune in der »Götterdämmerung«. 1999 nahm sie an der Australian Opera Sydney an der Uraufführung der Oper »The Summer of the Seventeenth Doll« von Richard Mills (als Emma) teil. Sie starb 2014 in London.

Schallplatten: BBC-Artium (Titelpartie in »Irmelin« von Delius), EMI (»Eugen Onegin«); Virgin-Video (»Rusalka« von Dvorák).

 

24.7. Clementine von SCHUCH: 95. Geburtstag

 Sie war die Tochter des Cellisten Hans von Schuch (* 19.6.1886 Dresden) und die Enkelin des berühmten Dirigenten Ernst von Schuch (1846-1914) und der Sängerin Clementine von Schuch-Proska (1850-1932). Sie wurde durch ihre Tante Liesel von Schuch-Ganzek (1891-1990), ebenfalls eine bekannte Sängerin, in Dresden ausgebildet. Ihr erstes Bühnenengagement hatte sie 1942-44 am Theater von Königsberg (Ostpreußen). Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie 1945-47 an der Staatsoper von Dresden und seit 1947 an der Komischen Oper Berlin engagiert, deren Mitglied sie bis in die sechziger Jahre blieb. Auf der Bühne übernahm sie zumeist mittlere und kleinere Partien aus allen Bereichen des Opernrepertoires, darunter die Mercedes in »Carmen«, die Antonia in »Tiefland« von d’Albert, die Annina im »Rosenkavalier«, die Frugola in Puccinis »Il Tabarro«, die Hortense in »Die Wirtin« von R. Mohaupt und den Sebastian in »Was ihr wollt« von A. Kusterer. Auch als Konzertsängerin erfolgreich aufgetreten. Sie starb am 29. Juni 2014.

 

24.7. Giuseppe DI STEFANO: 95. Geburtstag

Giuseppe di STEFANO

 Er wollte zuerst katholische Theologie studieren und trat in das Seminar St. Avialdo in Mailand ein. Dort erregte seine Stimme Aufsehen, und er entschloss sich, diese ausbilden zu lassen. Nach einer dreijährigen Militärdienstzeit flüchtete er im Zweiten Weltkrieg in die Schweiz, wo er in dem Lager Vidy bei Lausanne interniert wurde, aber bereits als Sänger, u.a. in Sendungen von Radio Lausanne, auftreten konnte. Nach Kriegsende nahm seine Familie große finanzielle Opfer auf sich, um ihm ein Studium bei Luigi Montesanto in Mailand zu ermöglichen. Sein Bühnendebüt erfolgte 1946 am Teatro Municipale von Reggio Emilia als des Grieux in »Manon« von Massenet. Er gastierte im gleichen Jahr in Venedig und Bologna und eröffnete die Saison am Teatro Liceu von Barcelona. 1947 sang er an der Oper von Rom, 1948 an der Mailänder Scala (Antrittsrolle: des Grieux in »Manon« von Massenet). 1948-52, 1955-56 und nochmals 1964-65 trat er mit glänzendem Erfolg an der Metropolitan Oper New York auf (Antrittsrolle: Herzog im »Rigoletto«). Insgesamt hat er an der Metropolitan Oper 15 Partien in 112 Vorstellungen gesungen: den des Grieux in »Manon« von Massenet, den Alfredo in »La Traviata«, den Nemorino in »L’Elisir d’amore«, den Rinuccio in »Gianni Schicchi«, den Fenton in »Falstaff« von Verdi, den Rodolfo in »La Bohème«, den Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Faust von Gounod, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Don José in »Carmen«, den Cavaradossi in »Tosca« und den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«. Bei Gastspielen der Mailänder Scala sang er 1956 an der Wiener Staatsoper und in Berlin sangden Edgardo in »Lucia di Lammermoor« und in Johannesburg (Südafrika) den Nemorino.. An der Mailänder Scala, an der er immer wieder auftrat, wirkte er am 23.3.1961 in der Uraufführung der Oper »Il Calzare d’argento« von I. Pizzetti in der Partie des Giuliano mit. An der Scala hörte man ihn 1956-61, 1964, 1967 und 1971-72 u.a. als Canio im »Bajazzo«, als Werther von Massenet, als Radames in »Aida«, als des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, als Alvaro in »La forza del destino«, als Osaka in »Iris« von Mascagni, als Nemorino, als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, als Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, als Pinkerton, als Cavaradossi, als Kalaf in Puccinis »Turandot«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Don José, als Rienzi von Wagner und als Nerone in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea«. Seit 1954 trat er als Gast an der Chicago Opera auf, in den Festspielsommern 1950-51, 1954, 1956-57, 1962 und nochmals 1985 bei den Festspielen in der Arena von Verona, wo er vor allem 1950 als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet sehr erfolgreich war. Dazu ging er einer Gastspiel- und Konzerttätigkeit in aller Welt nach. Gastspiele an der Grand Opéra Paris (1954 als Faust von Gounod), an der Covent Garden Oper London (1961), beim Edinburgh Festival (1957 als Memorino bei einem Gastspiel der Mailänder Scala), San Francisco (1950 als Rodolfo in »La Bohème« und als Edgardo), Los Angeles (1950 als Rodolfo in »La Bohème«, als Edgardo und als Herzog in  »Rigoletto«), Mexico City, Buenos Aires, Rio de Janeiro und Johannesburg. An der Wiener Staatsoper hatte er 1957-66 in insgesamt 84 Vorstellungen seine großen Erfolge als des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, als Don José, als Cavardossi, als Radames, als Herzog in »Rigoletto«, als Riccardo in Verdis »Maskenball«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Alfredo, als Alvaro, als Pinkerton, als Kalaf, als Andrea Chénier von Giordano und als Canio. Er war auf der Bühne wie auf der Schallplatte der bevorzugte Partner der großen Primadonna assoluta Maria Callas. 1966 hatte er in Berlin in der Lehár-Operette »Das Land des Lächelns« glänzende Erfolge. 1973 unternahm er eine große Konzert-Tournee zusammen mit Maria Callas, die aber 1974 abgebrochen wurde. Noch in den Jahren um 1990 ist er in Operetten (u.a. bei den Festspielen von Mörbisch am Neusiedler See) aufgetreten, 1992 sang er bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla den Kaiser in Puccinis »Turandot«. Er starb 2008 in Santa Maria Hoè bei Mailand.

Allgemein galt er als einer der bedeutendsten italienischen Tenöre seiner Generation. Hell timbrierte, ausdrucksreiche Stimme, die ihr Bestes in den großen Partien des italienischen Repertoires gab, auch als Interpret des italienischen Liedes geschätzt. Man rühmte den lyrischen Vortrag, vor allem sein fein nuanciertes Piano. Zu Beginn seiner Karriere bis Mitte der fünfziger Jahre sang er lyrische Rollen wie den Elvino in »La Sonnambula« und die Titelrolle in Mascagnis »L’Amico Fritz«, seit 1954 fügte er schwerere dramatische Partien in sein ursprünglich mehr lyrisches Repertoire ein wie den Turiddu in »Cavalleria rusticana«.

Lit. R. Celletti & R. Vegeto: Giuseppe di Stefano (in »Le grandi Voci«, Rom 1964); H. Eggen: »Giuseppe di Stefano« (Berlin, 1967); Pasi, Landini & Nocerai: Omaggio di Stefano.

Sehr viele Schallplatten der Marken HMV, Decca (u.a. vollständige Oper »L’Elisir d’amore«), RCA (»La Gioconda«, »La forza del destino«), DGG (»Lucia di Lammermoor«), Columbia (hier sehr viele vollständige Opern als Partner von Maria Callas, u.a. »Lucia di Lammermoor«, »Cavalleria rusticana«, »Bajazzo«, »La Bohème«, »Madame Butterfly«, »Manon Lescaut«, »Un ballo in maschera«, »La Traviata«, »Rigoletto«, »Tosca«, »I Puritani«), Rococo (hier u.a. im »Rienzi« von R. Wagner), Cetra Opera Live (»Il barbiere di Siviglia« mit Lily Pons, »Werther«, »Iris« von Mascagni, »Carmen«), Morgan (»Turandot« mit Birgit Nilsson, »Faust« von Gounod), CLS (»Tosca« mit Renata Tebaldi), HRE (»Luisa Miller«, »Manon« von Massenet), Melodram (»Tosca«, »La forza del destino«), Preiser (»Das Land des Lächelns«), Koch/Schwann (»Das Land des Lächelns« von Fr. Lehár), Gebhardt Records (Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, Mexico City 1949), Naxos (Alfredo in »La Traviata«, Metropolitan Oper New York 1949). Erste Aufnahmen seiner Stimme kamen bereits während des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz auf HMV heraus; er erscheint auf deren Etiketten als Giuseppe Difano.

 

24.7. Ventur SINGER: 125. Geburtstag

Ventur SINGER als Lohengrin

Als Lohengrin

Er studierte zunächst Medizin und Naturwissenschaften, besuchte dann das Lehrerseminar in Meersburg am Bodensee und war bis 1919 als Lehrer tätig. Dann erfolgte die Ausbildung seiner Stimme in Karlsruhe. Er begann seine Bühnentätigkeit mit einem Engagement am Stadttheater von Heilbronn (1920-21), sang dann am Landestheater von Altenburg in Thüringen (1921-22), am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich (1922-25) und 1925-30 am Opernhaus von Köln. Hier trat er hauptsächlich im italienischen Fach, dann aber zunehmend in Wagner-Partien, auf; 1926 wirkte er in Köln in der Uraufführung der Oper »Die Opferung des Gefangenen« von Egon Wellesz mit. 1928 gastierte er mit dem Ensemble der Kölner Oper als Sextus in »Julius Caesar« von Händel an der Wiener Staatsoper. 1930-35 war er am Opernhaus von Breslau engagiert, 1935-36 am Stadttheater von Chemnitz, dann 1936-39 an der Stuttgarter Staatsoper, wo er die schweren Wagner-Heroen, vor allem den Siegfried, sang. 1939-43 kam seine Bühnenkarriere am Stadttheater von Stettin zum Ausklang. Er lebte später in Freiburg i. Br. Hatte er mit lyrischen Partien wie dem Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, dem Tamino in der »Zauberflöte«, dem Ernesto im »Don Pasquale« und dem Nureddin im »Barbier von Bagdad« begonnen, so ging er in einen zweiten Abschnitt seiner Karriere in das jugendlich-heldische Fach über und sang jetzt den Erik in »Der fliegende Holländer«, den Parsifal, den Titelhelden in »Hoffmanns Erzählungen« und den Turiddu in »Cavalleria rusticana«. Schließlich übernahm er schwere heldische Rollen, darunter den Tannhäuser, den Siegfried, den Radames in »Aida«, den Bacchus in »Ariadne auf Naxos« bis hin zu Charakterpartien (Loge im »Rheingold«, Ägisth in »Elektra« von R. Strauss). Ergänzend sind aus seinem ungewöhnlich vielgestaltigen Repertoire noch der Pylades in Glucks »Iphigenie auf Tauris«, der Don José in »Carmen«, der Cassio in Verdis »Otello«, der Manuel in »Don Gil von den grünen Hosen« von W. Braunfels, der Titelheld in »Marouf« von H. Rabaud, der Galba in »Die toten Augen« von E. d’Albert, der Hüon im »Oberon« von Weber, der Alvaro in Verdis »La forza del destino«, der Matthias im »Evangelimann« von Kienzl und der Claudio im »Liebesverbot« von R. Wagner zu nennen.

 

25.7. Liselotte BECKER-EGNER: 85. Geburtstag

Liselotte BECKER-EGNER als Butterfly

 Sie begann ihre Sängerlaufbahn am Stadttheater von Augsburg, wo sie 1950-54 als Choristin engagiert war und 1954-56 als Solistin wirkte. 1956-60 war sie am Landestheater von Coburg verpflichtet; hier übernahm sie anfänglich Soubrettenrollen, später dann lyrische Partien wie die Pamina in der »Zauberflöte«, die Elsa im »Lohengrin« und die Gretel in der »Zaubergeige« von W. Egk. 1960 wurde sie an die Staatsoper von Stuttgart berufen. Dort hatte sie in einer großen Zahl von Partien ihre Erfolge, namentlich als Despina in »Così fan tutte«, als Ännchen im »Freischütz«, als Adele in der »Fledermaus« und in vielen anderen Rollen. Sie gastierte an führenden Opernhäusern in Deutschland wie im Ausland und war zugleich eine hoch geschätzte Konzertsopranistin. Ihre Gastspiele fanden an der Staatsoper von Wien (1966-70 als Konstanze wie als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« und als italienische Sängerin im »Capriccio« von R. Strauss) und am Opernhaus von Gent (seit 1970) statt; sie wirkte auch beim Holland Festival mit, 1965 hörte man sie am Stadttheater von Aachen als Konstanze. Bis 1972 blieb sie Mitglied der Stuttgarter Staatsoper, war dann noch bis 1977 als Gast dem Stadttheater von Augsburg verbunden und trat bis 1980 noch als Konzertsängerin auf. Sie unterrichtete dann als Pädagogin in Stuttgart, seit 1981 am Konservatorium von Augsburg. Sie starb 2015 in Augsburg.

Schallplatten: DGG, Eurodisc (Blondchen in einem Querschnitt durch Mozarts »Entführung aus dem Serail«), Electrola (geistliche Musik), Westminster (Nibelungenring).

 

25.7. George MARAN: 90. Geburtstag

George Maran

 Er entstammte der ältesten nordamerikanischen Geigenbauer-Familie. Mit sieben Jahren gewann er einen Preis als Knabensopran. Er sang in seiner Jugend in Kirchenchören an der amerikanischen Ostküste und studierte dann bei Ruth Streeter in Boston. Nach Beendigung seiner Studien an der Harvard Universität wurde er Schüler von Merle Alcock in New York. Zuerst trat er in den USA als Konzert- und Rundfunksänger in Erscheinung. 1951 verlegte er seine Tätigkeit nach Salzburg und wurde ständiger Solist am Salzburger Dom. Seit 1952 wirkte er bis 1971 jeden Sommer bei den Salzburger Festspielen mit, hauptsächlich als Solist in geistlichen Musikwerken von Mozart. 1956 unternahm er mit der Salzburger Operntruppe eine Europa-Tournee mit der Oper »La finta semplice« von Mozart unter der Leitung von Bernhard Paumgartner, nachdem er 1956 in Salzburg den Fracasso in dieser Oper gesungen hatte. 1956 wurde er an das Staatstheater von Darmstadt verpflichtet. Hier debütierte er in »La clemenza di Tito« von Mozart und blieb für vierzig Jahre bis 1996 ein beliebtes Mitglied dieses Hauses. 1991 wurde er zu dessen Ehrenmitglied ernannt. 1970 hatte er dort einen besonderen Erfolg als Nerone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«.1983 bewunderte man in Darmstadt seinen Idomeneo in der Oper gleichen Namens von Mozart. Im gleichen Jahr wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Die Fastnachtsbeichte« von Giselher Klebe mit. Durch Benjamin Britten wurde er zu den Festspielen von Aldeburgh eingeladen; hier sang er 1959 in »The Rape of Lucretia« und am 11.6.1960 in der Uraufführung von »A Midsummer Night’s Dream« von Benjamin Britten. Er wurde als bedeutender Oratorientenor durch Auftritte in Deutschland, England, Österreich und in anderen europäischen Ländern bekannt. Er starb 2011 in Darmstadt.

Schallplatten: Philips (Mozart-Aufnahmen aus Salzburg, darunter »La finta semplice«), Decca (»Messias« unter Sir Adrian Boult, »Elias« von Mendelssohn unter J. Krips).

 

25.7. Karl GRISA: 175. Geburtstag

 Der Künstler, der mit seinem eigentlichen Namen Karl Gries hieß, begann seine Bühnenlaufbahn in der Spielzeit 1864-65 am Stadttheater von Ulm. 1865-66 sang er am Stadttheater von Chemnitz, 1866-67 am Stadttheater von Heidelberg, 1867-68 am Hoftheater von Sondershausen (Thüringen), 1868-69 am Hoftheater von Dessau, 1869-70 am Stadttheater von Danzig, 1870-71 am Opernhaus von Düsseldorf, 1871-73 am Stadttheater von Freiburg i. Br., 1873-75 am Hoftheater von Wiesbaden, 1875-76 am Stadttheater von Straßburg, 1876-77 am Deutschen Theater Prag, 1877-78 am Stadttheater von Basel, 1878-79 am Stadttheater von Nürnberg. Er lebte dann in Kassel, gab noch Gastspiele und war 1880-81 nochmals am Deutschen Opernhaus in Amsterdam engagiert. Er trat als Gast u.a. an der Berliner Kroll-Oper (1875), an den Hoftheatern von Stuttgart (1876) und Mannheim auf. Erst 1886 beendete er seine Karriere. Dabei standen im Vordergrund seines umfangreichen Bühnenrepertoires heldische und Wagner-Partien wie der Tannhäuser, der Lohengrin, der Raoul in den »Hugenotten« von Meyerbeer und der Eleazar in »La Juive« von Halévy. Er starb 1897 in Berlin.

 

26.7. Anna MASETTI-BASSI: 125. Geburtstag

 Gesangstudium bei Tengalia und Vezzani in Bologna. Sie debütierte 1919 in Faenza als Madelon in »Andrea Chénier« von Giordano. Erste Erfolge hatte sie am Teatro Comunale Bologna zu verzeichnen, wo sie 1920 in der 9. Sinfonie von Beethoven, 1921 die Madelon und in der Uraufführung der Oper »Nemici« von O. Guerrini, 1923 die Meg Page in Verdis »Falstaff« und die Smaragda in »Francesca da Rimini« von R. Zandonai sang, und an der Oper von Kairo, an der sie 1923 in »La Damnation de Faust« von Berlioz, in Bellinis »Norma« und im »Tannhäuser« auftrat. An der Mailänder Scala trat sie 1922 als Suor Badessa in »Suor Angelica« von Puccini, 1924-25 als Fjodor im »Boris Godunow«, als Madelon und als Afra in »La Wally« von Catalani auf. 1928 Gastspiel am Opernhaus auf Malta. 1931-32 unternahm sie eine große Südafrika-Tournee. 1934-35 gastierte sie am Teatro Regio Turin u.a. als Romeo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« mit Adelaide Saraceni als Giulietta. Am Teatro Regio Turin hörte man sie auch als Mignon von A. Thomas und als Laura in »La Gioconda« von Ponchielli, am Teatro Massimo Palermo als Eboli in Verdis »Don Carlos«, am Teatro Comunale Florenz 1929 als Preziosilla in »La forza del destino«. 1922, 1936 und 1938 trat sie am Teatro Carlo Felice Genua auf. 1936 wirkte sie in Genua in der italienischen Erstaufführung der Richard Strauss-Oper »Arabella« unter der Leitung des Komponisten mit. 1944 nahm sie von der Bühne Abschied und betätigte sich jetzt als Pädagogin in Mailand. Die Künstlerin gestaltete auf der Bühne neben vielen mittleren und kleineren Partien gerne Travestierollen wie den Hänsel in »Hänsel und Gretel«, den Frédéric in »Mignon« von A. Thomas und den Siebel im »Faust« von Gounod. Sie starb 1978 in Mailand.

Sie sang um 1930 auf Columbia in mehreren vollständigen Opern, u.a. in »Manon Lescaut« von Puccini, im »Rigoletto« (die Maddalena) und in Giordanos »Andrea Chénier« (hier sowohl die Madelon als auch die Gräfin).

 

27.7. Delia WALLIS. 70. Geburtstag

 Delia WALLIS

Sie begann 1962 ihr Gesangstudium an der Royal Guildhall School in London. Dort erregte sie bereits 1965 Aufsehen, als sie in Opernaufführungen der Studenten mitwirkte. 1968 erfolgte ihr offizielles Debüt als Annio in Mozarts »La clemenza di Tito« beim Wexford Festival. 1969 wurde sie in die Welsh Opera Company aufgenommen, wo sie als Flora in »La Traviata« ihr Debüt gab. Sie hatte dort bedeutende Erfolge als Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck wie als Cherubino in »Le nozze di Figaro«. 1970 sang sie erstmals an der Londoner Covent Garden Oper. Bei den Festspielen von Glyndebourne wirkte sie 1971 als Cathleen Sweeney in »The Rising of the Moon« von Nicholas Maw, 1971-72 als Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und 1976 als Cherubino mit; bei der Glyndebourne Touring Opera sang sie 1971 den Komponisten in »Ariadne auf Naxos« und 1972 die Diana in Cavallis »La Calisto«; die letztgenannte Partie sang sie auch bei Gastspielen 1972 beim Flandern Festival und 1973 in Kopenhagen. Seit 1973 wichtige Erfolge an der Hamburger Staatsoper. 1992 gastierte sie in Los Angeles als Florence Pike in »Albert Herring« von Benjamin Britten, 1995 als Geneviève in »Pelléas et Mélisande«. Sie war verheiratet mit dem kanadischen Geiger Gerald Jarvis (1930-96). Sie starb 2009 in Fredonia (NY).

Schallplatten: HMV (Madrigalist in »Manon Lescaut« von Puccini, Pantalis in »Mefistofele« von Boito).

 

27.7. Johannes FRITSCH: 75. Geburtstag

Er studierte 1961-65 an der Universität und der Hochschule für Musik und Tanz Köln in Köln die Fächer Musik, Soziologie und Philosophie unter anderem bei Bernd Alois Zimmermann. In den Folgejahren wandte er sich unterschiedlichsten musikalischen Aktivitäten zu, unter anderem arbeitete er als Bratschist mit dem Stockhausen-Ensemble und nahm für Deutschland an der Weltausstellung in Osaka teil. Am 8. Februar 1963 hat er teilgenommen an der Bonner Bühne für sinnliche Wahrnehmung – KONZIL mit „BEWEGUNGEN II 24′ 1963“. 1966 erhielt Fritsch den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Musik und 1971 den Preis der Biennale Paris. Seit den 1970er Jahren folgten weitere Preise wie der Förderpreis der Stadt Köln oder der Robert-Schumann-Preis der Stadt Düsseldorf.

Fritsch hat Musik für alle großen und bekannten Theater in Deutschland geschrieben. Außerdem war Fritsch 1970 einer der Gründer des Feedback Studio Köln (gemeinsam mit Rolf Gehlhaar und David Johnson) und war seit 1975 im Feedback Studio Verlag – Erster Deutscher Komponistenverlag als Hauptakteur tätig: Er war Produzent von Compact Discs, Herausgeber der Feedback Studio Papers, einer der elektronischen Musik gewidmeten Zeitschrift, Verleger von Partituren zeitgenössischer Musik und Konzertveranstalter. In den Jahren 1979, 1982, 1984 und 1986 war er mit Peter Ausländer und dem WDR Veranstalter der Weltmusik-Kongresse in Vlotho. Während der Studentenproteste 1968 hatte Fritsch mit seiner Collage-Komposition Modulation IV gegen den Vietnamkrieg Stellung bezogen.

Zu seinen Kompositionsschülern zählten ästhetisch so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Georg Hajdu, hans w. koch, Siegfried Koepf, Harald Muenz, Oxana Omelchuk, Marcus Schmickler, Volker Staub und Caspar Johannes Walter. Fritsch wirkte auch als Dozent bei den Darmstädter Frühjahrstagungen und war Gründungsvorstand der Kölner Gesellschaft für Neue Musik sowie langjähriges Beiratsmitglied der Kölner Kunst-Station Sankt Peter. Kurz vor seinem Tod erschienen seine Schriften, Vorträge, Interviews und Werkkommentare in dem Sammelband Über den Inhalt von Musik. Er starb 2010 in Bonn.

 

27.7. Francesco PERSONI: 200. Geburtstag

 Er debütierte 1840 am Opernhaus von Brescia, wohl bei einem Gastspiel, in »Il Furioso nell‘ Isola di San Domingo« von Donizetti und im »Barbier von Sevilla« von Rossini. Er kam anschließend zu einer erfolgreichen Karriere, die ihn u.a. an Theater in Mailand und Padua, in Florenz und Turin führte. Er ging dann für längere Zeit nach Holland und trat hier vor allem in Amsterdam und Utrecht in Opern wie »I Normanni a Parigi« von S. Mercadante, »Roberto Devereux« von Donizetti, »Chiara di Rosembergh« von Luigi Ricci und »Otello« von Rossini auf. Gastspiele führten ihn auch an Opernhäuser in Frankreich und Belgien, in England und Deutschland. Nach Italien zurückgekehrt, nahm er 1866 eine Stellung als Pädagoge am Instituto Musicale Venturi in Brescia an, die er bis 1883 bekleidete. Seit 1875 war er bis zu seinem Tod 1900 Direktor der Capella des Doms von Brescia, wo er auch noch gelegentlich als Solist auftrat.

 

27.7. François-Hippolyte BARTHÉLEMON: 275. Geburtstag

 Biographie des französischen Komponisten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois-Hippolyte_Barth%C3%A9l%C3%A9mon

 

28.7. Rosina RAISBECK: 100. Geburtstag

Rosina RAISBECK

 Die Künstlerin, deren Großmutter in Italien als Sängerin aufgetreten war, verzog als Kind mit ihren Eltern nach Newcastle (New South Wales). 1942 begann sie ihre Ausbildung am New South Wales Conservatory in Sydney. 1944 trat sie bei einer Operntruppe in Sydney in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach auf und sang in der Oper »The Pearl Tree« von Edgar Bainton. Sie erschien in den folgenden drei Jahren oft in Konzertveranstaltungen und gewann 1947 einen Gesangconcours in Sydney. Durch eine Neuseeland-Tournee stellte sie die finanziellen Mittel für eine Reise nach England sicher, die sie 1946 zusammen mit ihrem Gatten James Laurie unternahm. 1947 debütierte sie als Mezzosopran an der Covent Garden Oper London in der Rolle der Maddalena im »Rigoletto«. Dann wurde ihre Stimme durch den großen Tenor und Pädagogen Dino Borgioli zum dramatischen Sopran umgeschult. Im Februar 1950 sang sie als erste Sopranpartie an der Covent Garden Oper die Ortrud im »Lohengrin«, dann die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Leonore im »Troubadour« und die Amneris in »Aida«. Bis 1953 war sie der Covent Garden Oper vertraglich verbunden. 1954 nahm sie an einer Gastspiel-Tournee der Italian Grand Opera Company durch Australien teil. 1958 gastierte sie bei der Sadler’s Wells Oper London als Senta, als Elisabeth im »Tannhäuser«, als Kabanicha in »Katja Kabanowa« von Janácek und 1959 in der englischen Erstaufführung von Dallapiccolas »Il Prigioniero«. 1962 kam sie wieder in ihre australische Heimat zurück, trat dort noch bis 1981 sehr erfolgreich an der Australian Opera in Sydney sowie in Musicals auf und erschien in Radio- und Fernsehsendungen. Sie starb 2006 in Sydney.

Schallplatten: Columbia (»A Mass of Life« von E. Elgar).

 

28.7. Franklin KELSEY: 125. Geburtstag

 Er wollte ursprünglich Marineoffizier werden und kam erst 1923 zum Gesangstudium, das bei Maurice Noufflaret und später bei dem berühmten Marcel Journet (1931) in Paris stattfand. 1925-26 war er als erster Bassist bei der British National Opera Company engagiert, 1930-34 bei der Sadler’s Wells Opera London. Er trat 1925-29 und nochmals 1936 an der Londoner Covent Garden in kleineren Rollen auf. Seit 1925 hatte er bis 1940 eine große Karriere beim englischen Rundfunk, wobei er ein vielseitiges Repertoire zum Vortrag brachte. 1946 wurde er Dozent an der Universität von Swansea, 1949 an der Cardiff University, gleichzeitig betätigte er sich in London im pädagogischen Bereich. Bedeutende Leistungen auch als Schriftsteller, und zwar als Musikkritiker, bei den großen englischen Tageszeitungen wie als Pädagoge (»The Foundations of Singing«, 1950). Er verfasste auch spannende Abenteuergeschichten für Kinder.

Schallplattenaufnahmen bei Columbia, darunter Duette mit Rosina Buckman.

 

29.7. Richard Van VROOMAN: 80. Geburtstag

 Er begann seine Ausbildung am Konservatorium von Kansas City und konnte sie mit Hilfe eines Fulbright Stipendiums in Europa fortsetzen. Hier war er Schüler des Salzburger Mozarteums, von Max Lorenz und von Enzo Mascherini in Mailand. Bei den Bregenzer Festspielen sang er bereits 1961 das Tenorsolo im »Buch mit sieben Siegeln« von Franz Schmidt. 1962-64 war er an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg engagiert, 1965 wirkte er am Landestheater von Linz/Donau in der Uraufführung der Oper »Der Kardinal« von H. Eder mit. Erfolgreiche Karriere in Deutschland, in Österreich und vor allem in der Schweiz, wo er 1964-78 als erster lyrischer Tenor am Opernhaus von Zürich wirkte. Hier nahm er an einer Anzahl von Opern-Erstaufführungen für die Schweiz  teil: »Die Liebe zu den drei Ornagen« von S. Prokofieff (1965-66 als Truffaldino), »König Hirsch« von H.W. Henze (1969 als Checco, Dirigent: der Komponist), »Bomarza« von A. Ginastera (1970-71 als Nicolas Orsini), »Agrippina« von G. Fr. Händel (1970-71 als Nerone), »Ein Stern geht auf aus Jakob« von Paul Bukhard (1972-73 als Thiras, Dirigent: der Komponist), »La fedeltà premiata« von J. Haydn (1974-75 als Lindoro). Er trat bei den Festspielen von Salzburg (1964 als Haushofmeister bei der Marschallin im »Rosenkavalier«, 1964-65 als junger Diener in »Elektra« von R. Strauss, 1965 in einer konzertanten Aufführung von Mozarts »La Betulia Liberata« und 1967 als Fauno in »Ascanio in Alba« von Mozart) und Aix-en-Provence, an den Opernhäusern von Amsterdam und Brüssel, an den Opern von Frankfurt a.M., Hamburg, Rom, Genf (1967 als David in »Die Meistersinger von Nürnberg« und 1968 als Brighella in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss), Bordeaux, Marseille, an der Grand Opéra Paris und am Teatro San Carlos von Lissabon erfolgreich als Gast auf. 1968 sang er beim Glyndebourne Festival den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«. 1975 gastierte er bei den Bregenzer Festspielen als Don Polidoro in Mozarts »La finta semplice«. Bedeutender Konzert- und Oratoriensolist, geschätzt auch als Interpret geistlicher Musik. Er starb 1990 in Liberty (Missouri). – Die rein lyrische, schön gebildete Stimme des Künstlers fand die ihr gemäßen Aufgaben vor allem in Opernwerken von Mozart, Rossini und Donizetti sowie in Opern der Barock- Epoche.

Schallplatten: CBS (Andres im »Wozzeck« von A. Berg), Philips (Requiem von Cimarosa), HMV (Salve Regina von J. Haydn, geistliche Musik von Mozart), Turandot (»Doktor und Apotheker« von Dittersdorf), Concert Hall, Fontana, Edition Schwann (Messen, »Davide penitente« von Mozart, »Acis and Galathea« von Händel).

 

29.7. Gerhard NATHGE: 100. Geburtstag

Er durchlief zunächst eine Ausbildung als Installateur, begann dann aber in seiner Heimatstadt Hamburg mit einem Gesangstudium. 1951 debütierte er am Theater von Flensburg, von wo er 1953 an das Opernhaus von Wuppertal wechselte. 1956 wurde er an das Opernhaus von Köln verpflichtet; hier sang er bei der Eröffnung des neuen Opernhauses 1957 die Titelrolle im »Oberon« von Weber und im gleichen Jahr in der Uraufführung der Oper »Bluthochzeit« von Wolfgang Fortner die Partie des Mondes. 1959 wurde er an das Theater von Saarbrücken berufen, dessen Mitglied er bis zu seinem Bühnenabschied 1978 blieb. Hier baute er sein ursprünglich lyrisches Repertoire (Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, Faust von Gounod, italienischer Sänger im »Rosenkavalier«) bis hin in den Bereich des Heldentenors aus und so zählte auch der Florestan im »Fidelio«, der Erik in »Der fliegende Holländer«, der Lohengrin, der Tannhäuser, der Siegfried im Nibelungenring, der Tristan, der Parsifal, der Pedro in »Tiefland« von E. d’Albert, der Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, der Otello von Verdi und der Canio im »Bajazzo« zu seinen großen Bühnenpartien. Gegen Ende seiner Kartiere übernahm er dann auch Aufgaben aus dem Charakterfach wie den Ägisth in »Elektra« von R. Strauss, den Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg und den Schuiskij im »Boris Godunow«. Gastspiele, vor allem in seinen Wagner-Partien, führten ihn an deutsche Theater, aber auch nach Frankreich und Italien. Er starb im Juli 1993.

 

29.7. Alfons ECCARIUS: 125. Geburtstag

Er lernte zuerst das Buchbinderhandwerk, dann Gesangstudium in Genf und Dresden sowie bei Flam in Berlin. Er sang als Anfänger an der Staatsoper von Dresden, dann an Berliner Operettentheatern. 1924-27 am Landestheater Gera (Thüringen), anschließend 1927-29 in Nürnberg und 1929-32 in Königsberg (Ostpreußen) verpflichtet. In Königsberg nahm er 1930 an der Uraufführung der Oper »Der Fächer« von Ernst Toch teil. 1932-34 lebte er gastierend in Berlin, wo er u.a. als Operettensänger am Plaza-Theater auftrat. 1934-39 wirkte er am Stadttheater von Aachen. 1937 Konzerttournee durch ganz Europa, wobei er vor allem als Liedersänger erfolgreich war. Er sang während des Zweiten Weltkrieges in Brünn (Brno), kam 1945 nach Gelsenkirchen und gastierte von dort aus in Dresden (1947), Düsseldorf und Duisburg. 1946-48 bestand nochmals ein Engagement am Stadttheater von Koblenz. Im Mittelpunkt seines Repertoires standen die mehr zum lyrischen Fach tendierenden Partien: der Wolfram im »Tannhäuser«, der Germont-père in »La Traviata«, der Valentin im »Faust« von Gounod, der Marcel in »La Bohème«, der Rigoletto und der Titelheld in »Figaros Hochzeit« von Mozart. Er starb 1967 in Gelsenkirchen.

Schöne elektrische Schallplattenaufnahmen auf Polydor.

 

30.7. Juri Alexandrowitsch FALIK: 80. Geburtstag

Er studierte 1955-64 am Leningrader Konservatorium und erhielt 1962 den 1. Preis beim Internationalen Cellowettbewerb im Rahmen der VIII. Weltfestspiele in Helsinki. Daneben entstanden bereits Kompositionen, an denen sich neben seinen musikalischen Vorbildern Strawinsky, Prokofjew und Schostakowitsch der Einfluss seines Lehrers Arpows zeigte. Die ab 1968 entstandenen Werke werden als gereift und von den Vorbildern gelöst beschrieben. Falik war Professor am Sankt Petersburger Konservatorium und trat in Russland und dem Ausland als Dirigent auf. Er starb 2009 in Sankt Petersburg.

 

31.7. Vjekoslav ŠUTEJ: 65. Geburtstag

Er wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf. Seine Eltern waren beide Sänger an der Kroatischen Nationaloper in Zagreb. Er studierte an der Musikhochschule Zagreb bei Igor Gjadrev. Weitere Studien führten ihn nach Rom zu Franco Ferrara. Šutej war 1979-89 Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Kroatischen Nationaltheaters in Split. 1986-90 war er Künstlerischer Leiter des Hollybush-Festivals in New Jersey. In dieser Zeit begann auch seine internationale Karriere. 1990-93 war er Musikalischer Direktor am Teatro La Fenice in Venedig, wo er unter anderem Neueinstudierungen der Opern Rigoletto und Eugen Onegin leitete. 1992-97 war er Musikdirektor an der Houston Grand Opera in Houston. In dieser Zeit leitete er insgesamt 133 Vorstellungen, davon 19 Neueinstudierungen, unter anderem La Bohème, Andrea Chénier, Aida, Lucia di Lammermoor, La Traviata, Boris Godunow und Ariadne auf Naxos. In den 1990er Jahren arbeitete er häufig in Spanien. Er gründete das Real Orquesta Simfonica de Sevilla und war 1990-96 dessen Künstlerischer Leiter und Chefdirigent. Er war außerdem Mitglied der spanischen Kunstakademie, der Real Accademia de Bellas Artes. Seit 1993 dirigierte er regelmäßig an der Wiener Staatsoper und gehörte zu den ständigen Gastdirigenten. Er debütierte dort 1993 mit der Neueinstudierung der Oper Pique Dame von Tschaikowsky. In der Saison 2001/02 leitete er die Eröffnungsvorstellung Don Carlo von Giuseppe Verdi mit Neil Shicoff in der Titelrolle, die live in Form des Public Viewing in Wien und Graz übertragen wurde. Zuletzt dirigierte er an der Wiener Staatsoper im April 2007 eine Vorstellung von Puccinis Tosca. Insgesamt leitete er im Haus am Ring 129 Aufführungen von 17 verschiedenen Werken der Opernliteratur, darunter u.a. La Bohème, La Traviata, Madama Butterfly und Die Jüdin. 2002-05 war er Leiter des Sommer-Musikfestivals in Dubrovnik. Seit 2003 war er bis zu seinem Tode Musikalischer Leiter und Chefdirigent der Zagreber Philharmonie (Zagreb Philharmonic Orchestra) und Professor an der Musikhochschule in Zagreb. Gastspiele führten ihn nach Moskau und Prag, nach Mexiko Stadt und nach Seattle. In Frankfurt dirigierte er 1991 das Neujahrskonzert in der Frankfurter Oper. Er dirigierte an der Oper von Monte Carlo und in der Arena di Verona. Mehrfach leitete er in Wien die Konzertveranstaltung Christmas in Vienna. Häufig arbeitete er bei Konzerten mit den Tenören José Carreras, Plácido Domingo und Ramon Vargas zusammen. Vjekoslav Šutej starb nach langer, schwerer Krankheit im Dezember 2009 in Zagreb an den Folgen einer Krebserkrankung. Im Jahr 2008 war bei ihm Leukämie festgestellt worden. Mehrere Knochenmarkstransplantationen in Seattle und Zagreb blieben erfolglos.

 

31.7. Ivan REBROFF: 85. Geburtstag

Ivan_Rebroff

 Gesangstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg. Er trat in den Chor der Schwarzmeerkosaken ein, mit dem er ausgedehnte Tourneen unternahm. Nachdem er den ersten Preis bei einem Gesangwettbewerb in München davongetragen hatte, begann er eine Karriere als Opernsänger an den Opernhäusern von Gelsenkirchen (1960-63) und Frankfurt a.M. (1963-69). Er gab diese Laufbahn jedoch zugunsten einer Betätigung auf den Gebieten des Musicals, der Operette und vor allem des Showgeschäfts auf. Der große Durchbruch kam, als er 1969 in Paris in dem Musical »Anatevka« von Bock auftrat. Jetzt schloss sich eine glanzvolle Karriere an, die sich mehr und mehr dem Bereich der Unterhaltungsmusik zuneigte. Der Künstler wirkte in zahllosen Fernsehsendungen, Schallplatten- und Filmaufnahmen mit und unternahm ausgedehnte Tourneen, die ihn durch Europa, Nordamerika und in viele andere überseeische Länder führten. Er trat in erster Linie als Interpret russischer Folklore hervor, wozu ihn sein tiefer Bass prädestinierte, obwohl er nicht russischer Herkunft war. Er starb 2008 in Frankfurt a.M.

Unter den vielen Schallplattenaufnahmen des Künstlers existiert auf Electrola-HMV eine vollständige »Carmen«-Aufnahme von 1961 mit ihm in der Partie des Zuniga; dabei gehörten zu seinen Partnern Christa Ludwig und Rudolf Schock. Auf DGG sang er den Orlofsky in einer Aufnahme der »Fledermaus« (1976), auf CBS Ausschnitte aus »Boris Godunow«, auf Elisor Opernszenen, auf Intercord Lieder russischer Komponisten. Dazu existieren seine Unterhaltungslieder in Schallplattenaufnahmen, deren Auflagen zum Teil Millionenhöhe erreichten (»Kosaken müssen reiten« usw.).

 

31.7. Sofia BANDIN: 100. Geburtstag

Sofia BANDIN

 Sie erhielt ihre Gesangsausbildung in Buenos Aires. Dort debütierte sie auch 1945 am Teatro Colón als Saffi im »Zigeunerbaron« von J. Strauß und konnte an diesem Haus in den folgenden zwanzig Jahren eine Karriere entwickeln, die sie zu einer der führenden Sängerinnen in Argentinien werden ließ. Sie trat vor allem im italienischen Repertoire auf und kam in Partien wie der Aida, der Leonore in Verdis »La forza del destino«, der Mimi in »La Bohème«, der Butterfly, der Tosca, der Manon Lescaut in Puccinis gleichnamiger Oper und der Giorgetta in dessen »Il Tabarro« zu großen Erfolgen. 1956 wirkte sie in der Uraufführung der Oper »Bodas de sangre« von Juan José Castro mit, 1959 sang sie in dem dramatischen Monolog »Erwartung« von Schönberg. Sie dehnte dann ihre Tätigkeit auch auf Europa aus, gastierte 1962 am Teatro Liceu Barcelona. 1963 sang sie am Teatro Massimo Cagliari, 1965 am Teatro Verdi Triest und 1966 am Teatro Comunale Modena. Seit 1963 trat sie dann auch wieder häufig am Teatro Colón Buenos Aires auf. Sie übernahm jetzt gern Partien in zeitgenössischen Opern wie die Magda Sorel in »The Consul« von Menotti, in Opern von R. Rossellini (»Un sguar do dal ponte«, »La Guerra«) und Alberto Ginastera (u.a. 1964 Florinda in der Uraufführung von »Don Rodrigo«), dazu auch Wagner-Rollen wie die Elsa im »Lohengrin« und die Gutrune in der »Götterdämmerung«. Neben ihrem Wirken auf der Opernbühne war sie als geschätzte Konzert- und Oratoriensolistin tätig. Sie starb im August 2007.

 

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