Der Neue Merker

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM MAI 2016

IN MEMORIAM-Geburtstage im Mai 2016

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 

 1.5. Viktor NETSCHIPALO: 90. Geburtstag

 Er studierte zunächst an der Musikschule von Nikolajew Violinspiel. Während des Zweiten Weltkrieges gehörte er dem Chor der Baltischen Flotte an, wo man auf seine Begabung aufmerksam wurde. 1946-47 studierte er dann am Konservatorium von Tallinn (Reval), sang 1948-52 als Solist beim Akademischen Chor Leningrad und wurde durch M. Krasowskij weiter ausgebildet. 1955 gewann er einen vom Bolschoi Theater Moskau ausgeschriebenen Gesangwettbewerb und wurde darauf 1956 an dieses große Haus verpflichtet. Man hörte ihn am Bolschoi Theater als Ruslan in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka, als Fürst Igor in der Oper gleichen Namens von Borodin, als Grjasnoj in der »Zarenbraut« und als Tokmatow in »Das Mädchen von Pskow« von Rimsky-Korssakow, als Pimen im »Boris Godunow«, als Gremin im »Eugen Onegin«, als Tomsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Lancillotto in »Francesca da Rimini« von Rachmaninoff, als Minister im »Fidelio«, als Amonasro in »Aida«, als Falstaff von Verdi, als Andrej Sokolow in »Der Wert des Menschen« von Dserschinski, als Balaga in Prokofieffs »Krieg und Frieden«, als Zar Nikolaus in »Die Dekabristen« von Schaporin und als Andrej in »Oktober« von Muradeli. 1957 gewann er den Gesangwettbewerb anlässlich der Weltjugendfestspiele in Moskau, 196 wurde er zum Verdienten Künstler der UdSSR ernannt. 1975 beendete er seine Karriere. Er starb 1994 in Moskau.

 

2.5. Carlotta ORDASSY: 95. Geburtstag

Carlotta Ordassy, soprano  credit: Erika Davidson, New York City

Carlotta Ordassy, soprano
credit: Erika Davidson, New York City

 Sie wollte ursprünglich Pianistin werden und studierte an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Erste Gesangausbildung durch Miklós Laurissy in Budapest. Während des Zweiten Weltkrieges ging sie zur Ausbildung ihrer Stimme nach Italien und besuchte die Scuola della Scala in Mailand. Nachdem sie den zweiten Preis beim internationalen Gesangwettbewerb von Genf gewonnen hatte, war sie noch Schülerin von Gina Cigna. Sie trat seit 1947 als Konzertsängerin auf. Sie hatte ihr Debüt 1950 an der Mailänder Scala in der »Zauberflöte« von Mozart als zweite Dame, doch blieb dies ihre einzige Partie an der Scala. Sie heiratete dann den ukrainischen Bassisten Wolodimir Baransky und emigrierte mit ihm in die USA. Dort wurde sie Preisträgerin bei dem Concours der Metropolitan Oper New York »Auditions of the Air«. 1957 kam es zum Debüt der Künstlerin an der Metropolitan Oper als Gerhilde in der »Walküre«. Seitdem sang sie bis 1977 an diesem Haus in insgesamt 761 Vorstellungen kleine, zumeist Comprimario-Partien, sowohl für Sopran wie für Mezzosopran, darunter die Curra in Verdis »La forza del destino«, die Frasquita in »Carmen«, die Priesterin in »Aida«, die Ines im »Troubadour«, die Giovanna im »Rigoletto«, die Alisa in »Lucia di Lammermoor« (die sie dort allein 118mal sang), die Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier«, die 3. Norn in der »Götterdämmerung«, die Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, die Kate Pinkerton in »Madame Butterfly«, die Flora in »La Traviata« und die Clotilde in »Norma«. Trotz der Schönheit ihrer Stimme wurde sie nur gelegentlich in größeren Aufgaben herausgestellt, wie z.B. als Micaela in »Carmen«, als Mutter in »Hänsel und Gretel« oder als Marthe im »Faust« von Gounod. Sie starb 2006 in Cortland (NY).

Schallplatten: DGG (eine der Walküren im Ring-Zyklus), RCA (kleine Partie in Verdis »Macbeth«), Melodram (eine der Walküren in einer Aufnahme der »Walküre« aus der Metropolitan Oper, 1957).

 

3.5. Léopold SIMONEAU: 100. Geburtstag

Léopold_Simoneau_als_Don_Ottavio_an_der_MET

 Er sang zuerst im Kirchenchor der St. Patrick’s Church in Montreal und wurde dann durch Émile la Rochelle und durch Salvator Issaurel in Montreal ausgebildet. Erster Konzertauftritt 1941 in Montreal; 1943 sang er in Montreal in einem Konzert unter Sir Thomas Beecham. 1943 debütierte er an den Variétés Lyriques von Montreal als Wilhelm Meister in »Mignon« von Thomas. Er sang zu Beginn seiner Karriere in Montreal auch den Ferrando in »Così fan tutte« und den Tamino in der »Zauberflöte«, bevor er 1945 nach New York ging, wo er bei Paul Althouse seine Ausbildung fortsetzte. 1946 gastierte er an der Central City Opera (Colorado) und an den Opern von Philadelphia und New Orleans. 1947 heiratete er die Koloratursopranistin Pierrette Alarie (1921-2011); beide nahmen 1949 ein Engagement an der Opéra-Comique in Paris an, wo er als Antrittsrolle den Vincent in »Mireille« von Gounod sang. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence erwies Léopold Simoneau sich als führender Mozart-Tenor. 1952 sang er in Aix-en-Provence in Glucks »Iphigenie en Tauride«. 1951-54 große Erfolge bei den Festspielen von Edinburgh (1951 als Don Ottavio im »Don Giovanni«) und Glyndebourne (1951 und 1954 als Don Ottavio, 1951-52 als Idamante in »Idomeneo«). Er gastierte sehr erfolgreich an der Mailänder Scala (1953 als Don Ottavio), an der Grand Opéra Paris, deren Mitglied er 1948-51 war, an der Staatsoper von Wien (1953-59 als Ferrando und als Don Ottavio) und an der Oper von Rom. 1953 sang er an der Opéra-Comique in der französischen Premiere von Strawinskys »The Rake’s Progress« die Partie des Tom Rakewell. 1954 gastierte er mit dem Ensemble der Wiener Staatsoper in der Royal Festival Hall in London; im gleichen Jahr sang er an der Chicago Opera. 1954 unternahm er, zusammen mit seiner Gattin, eine glanzvolle Nordamerika-Tournee. Auch bei den Festspielen von Salzburg bewunderte man die Kunst des Sängers (1956 als Don Ottavio, im Requiem von Berlioz und in einem Mozart-Konzert, 1959 als Tamino, in einem Liederabend und wieder in einem Mozart-Konzert). 1959 Gastspiel am Teatro Colón Buenos Aires, 1959 sang er an der Oper von Chicago den Alfredo in »La Traviata«. Er sang an der Metropolitan Oper New York, an der Pierrette Alarie bereits 1945 debütierte, nur 1963 fünfmal den Don Ottavio. Sein Repertoire für die Bühne umfasste insgesamt 37 Partien aus dem lyrischen Stimmfach. 1970 trat er zusammen mit Pierrette Alarie letztmalig in Montreal im »Messias« von Händel auf. Er unterrichtete nach seinem Abschied von der Bühne in Montreal. 1971 übernahm er vorübergehend die Direktion der neu gegründeten Opéra du Quebec. Er wirkte, zusammen mit seiner Gattin, bis 1981 in San Francisco im pädagogischen Bereich. Er unterrichtete weiters in Banff und Victoria (Britisch-Columbia) und gründete 1986 die Canada Opera Piccola, eine Kammeroper. Er gab 1995 »L’art du Bel Canto« heraus. Einer seiner Schüler war der kanadische Tenor Richard Margison. Léopold Simoneau starb 2006 in Victoria (British Columbia). – Lyrische Tenorstimme von besonderer musikalischer Schönheit, vor allem im Mozart-Repertoire, aber auch in Partien aus der französischen Opernliteratur (Nadir in »Les pêcheurs de perles«) und im Konzertsaal, auch als Liedersänger, immer wieder bewundert.

Lit: R. Maheu: »Pierrette Alarie, Léopold Simoneau, deux voix, un art« (Montreal, 1988).

Seine Aufnahmen erschienen bei DGG (Arien), Decca (»Die Zauberflöte«), Columbia (»Die Entführung aus dem Serail«, »Così fan tutte«), Philips (»Don Giovanni«, »Orpheus und Eurydike« von Gluck, »Idomeneo«), Pathé (»Iphigenie auf Tauris« von Gluck), RCA (Requiem von Berlioz), Supraphon (Recital zusammen mit seiner Gattin Pierrette Alarie), MMS (»Hoffmanns Erzählungen«, »Der Messias«), Melodram (»Hoffmanns Erzählungen«), DSW (»Les Troyens« von Berlioz), Frequenz (»Don Giovanni«), Disques Montaigne (»Oedipus Rex« von Strawinsky) und Orfeo (Lieder und Arien, Aufnahme eines Konzerts bei den Salzburger Festspielen, 1959).

 

3.5. Louis GUÉNOT: 125. Geburtstag

 Sein Debüt an der Opéra-Comique Paris fand 1921 statt, und in den folgenden zwanzig Jahren hat er an diesem Haus eine Vielzahl von Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur gesungen. 1924 wirkte er an der Opéra-Comique in der Uraufführung von Henri Rabauds »L’Appel de la Mer« mit. 1930 gastierte er in Amsterdam als Thoas in Glucks »Iphigénie en Tauride« unter Pierre Monteux, 1932 als Crespel und als Schlemihl in »Hoffmnanns Erzählungen«. 1939 sang er im Kurhaus von Scheveningen den Arkel in Debussys »Pelléas et Mélisande« zusammen mit Elen Dosia und Georges Cathelat unter der Leitung von Ernest Ansermet. Er beherrschte ein Repertoire von über 70 Partien, darunter den Bartolo im »Barbier von Sevilla«, den Mesner in »Tosca«, den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, den Lothario in »Mignon« von A. Thoams, den Escamillo in »Carmen«, den Lescaut in »Manon« von Massenet, den Boniface in »Le jongleur de Notre-Dame« vom gleichen Komponisten, den Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, den Ramon in »Mireille« von Gounod, den Vater in Charpentiers »Louise«, den Scarpia in »Tosca« und den Kurwenal in »Tristan und Isolde«. Er starb im Jahr 1968.

Die Vielseitigkeit des Künstlers wird dadurch treffend gekennzeichnet, dass er in einer Gesamtaufnahme der Oper »Carmen« auf Columbia von 1928-29 drei Partien singt, den Escamillo, den Zuniga und den Morales (mit Raymonde Visconti und Georges Thill als Partnern); auf der gleichen Marke sang er in vollständigen Aufnahmen der Opern »Manon« (den Comte des Grieux) und »Werther« von Massenet (den Johann), dazu eine Anzahl von Soloplatten mit französischen Opernarien und einer Szene aus »Hoffmanns Erzählungen« (mit Germaine Féraldy und Abby Richardson).

 

3.5. Lucy BERTHET: 150. Geburtstag

 Die Künstlerin, deren eigentlicher Name Lucie Bertrand war, studierte bis 1892 am Conservatoire National de Paris. Sie wurde sogleich an die Pariser Grand Opéra verpflichtet, an der sie 1892 als Ophélie in »Hamlet« von A. Thomas debütierte. Sie ist an diesem Opernhaus (mindestens) bis 1904 aufgetreten; am 19.2.1897 wirkte sie an der Grand Opéra in der Uraufführung der Oper »Messidor« von A. Bruneau als Hélène mit, bereits 1895 in der von »La Montagne noire« von Augusta Holmès. In den Jahren ihres Engagements sang sie an der Grand Opéra Partien wie die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, die Marguerite in dessen »Faust«, die Titelrolle in »Thaïs« von Massenet, die Marguerite de Valois in Meyerbeers »Hugenotten«, die Titelpartien in »Gwendoline« und in »Briseïs« von E. Chabrier (1899 in der Pariser Premiere dieser Oper), die Gilda im »Rigoletto«, die Zerline im »Don Giovanni« und die Elsa im »Lohengrin«. Über den Fortgang ihrer Karriere nach 1905 und ihr weiteres Lebensschicksal fehlen Nachrichten.

 

4.5. John van KESTEREN: 95. Geburtstag

John_va_Kesteren

 Er wollte ursprünglich Elektroingenieur werden, ließ dann aber seine Stimme ausbilden. Sein Studium erfolgte am Konservatorium im Haag u.a. bei Lothar Wallerstein. Auch Schüler von Nadia Boulanger in Paris. Er debütierte 1947 in Scheveningen als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«. Er sang dann bei Operettengesellschaften in Holland, auch am Rundfunk und am Theater von Utrecht. Nach weiterer Ausbildung durch Vera Schwarz in Salzburg sang er 1952-54 in Holland; 1954 kam er an die Komische Oper Berlin, 1956-58 war er an der Deutschen Oper Berlin tätig, dann seit 1959 am Theater am Gärtnerplatz in München, an dem er eine sehr lange Karriere hatte. Bei den Salzburger Festspielen wirkte er 1962-64 als Basilio in »Le nozze di Figaro«, 1964-65 als Tanzmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1967 als Dancairo in »Carmen« und nochmals 1983-84 als Haushofmeister der Marschallin im »Rosenkavalier« sowie 1956, 1957 und 1964 in Konzerten mit. Gastspiele an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Staatsopern von München und Stuttgart, an den Opernhäusern von Köln, Frankfurt a.M., Genf und Zürich, an der Mailänder Scala (1959 in Bachs Johannespassion), bei den Festspielen im Barocktheater von Drottningholm, an der City Opera New York, in Amsterdam und Brüssel, in Kopenhagen, in Rio de Janeiro und am Teatro Colón Buenos Aires, an den Opernhäusern von Boston, Cincinnati und Dallas. 1968 unternahm er eine Konzert-Tournee durch die USA, 1979 am Teatro Comunale Florenz zu Gast. 1981 wirkte er an der Münchner Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Lou Salomé« von Giuseppe Sinopoli mit. Im Konzertsaal in einem vielseitigen Repertoire, vor allem als hervorragender Bach- und Mozart-Interpret, bekannt geworden. – Lyrische, ausdrucksvolle Tenorstimme. Auf der Bühne vor allem im Mozart-Repertoire, in Opern der italienischen Belcanto-Meister und in Werken von Benjamin Britten aufgetreten. Bühnenpartien des Sängers waren u.a. der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Tamino in der »Zauberflöte«, der Comte Ory in der Rossini-Oper gleichen Namens, der Ernesto im »Don Paquale«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Nureddin im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius und der Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«. Bedeutender Oratoriensolist. Er starb 2008 in Jupiter (Florida).

Schallplatten: MMS (Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«), Heliodor, Intercord/Bärenreiter-Verlag, VEB Eterna, Ariola (»Der Postillon von Lonjumeau« von A. Adam), DGG (»Palestrina« von H. Pfitzner, »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, »Die Kluge« von Carl Orff), Decca (»Leonore « von Paër), zahlreiche Oratorien-Aufnahmen, u.a. Carmina Burana von C. Orff auf Eurodisc.

 

4.5. Walter SCHNEEMANN: 100. Geburtstag

 Der Beginn seiner Karriere wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhindert. So begann er seine Sängertätigkeit erst 1945 als Chorist am Stadttheater von Magdeburg, wurde aber bald als Solist in das Ensemble übernommen und blieb hier bis 1950. Er wechselte 1950 nach Westdeutschland über und wurde Mitglied des Staatstheaters Hannover, an dem er bis zu seinem Abschied von der Bühne 1974 engagiert blieb. Hier sang er 1952 in der Uraufführung der Oper »Boulevard Solitude« von H.W. Henze die Rolle des Lilaque-père. Weitere Rollen in seinem breit gefächerten Repertoire für die Bühne waren der Herzog im Rigoletto, der Radames in »Aida«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Kalaf in Puccinis »Turandot«, der Max im »Freischütz«, der Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, der Matteo in »Arabella«, der Tambourmajor in »Wozzeck« von A. Berg, der Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Laça in Janáceks »Jenufa« und der Wladimir in »Fürst Igor« von Borodin. Er starb 1974 in Hannover.

 

5.5. Nikolai KONDRATJUK: 85. Geburtstag

Nikolai KONDRATJUK

 Er wurde am Konservatorium von Kiew durch A. Grodsinski ausgebildet. 1959 erfolgte sein Bühnendebüt am Opernhaus von Kiew. 1963-64 studierte er nochmals im Opernstudio der Mailänder Scala. Seitdem hatte er eine große Karriere an der Oper von Kiew wie als ständiger Gast am Bolschoi Theater Moskau. Gastspiele an den führenden Operntheatern in den europäischen Ländern wie auch in Übersee ließen seinen Namen international bekannt werden; hinzu trat eine erfolgreiche Karriere als Konzertsänger in den Musikzentren der Sowjetunion wie des Auslandes. Seit 1968 wirkte er als Pädagoge am Konservatorium von Kiew, 1979 wurde er zum Professor ernannt, zugleich wurde er Rektor dieses Lehrinstituts. Auf der Bühne wie im Konzertsaal brachte er ein weitläufiges Repertoire zum Vortrag, das sowohl Aufgaben aus dem Bereich der ukrainischen, der russischen wie der internationalen Musik enthielt. Er starb 2006 in Kiew.

Schallplatten: Melodiya.

 

5.5. Carlo PERUCCI: 95. Geburtstag

 Er begann seine Sängerkarriere zu Beginn der fünfziger Jahre und trat in erster Linie an Operntheatern in der italienischen Provinz auf. Seine wichtigsten Bühnenpartien waren dabei der Germont sr. in »La Traviata«, der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Marcello in Puccinis »La Bohème« und der Sharpless in »Madame Butterfly«. Von weitaus größerer Bedeutung war jedoch sein Wirken als Bühnendirektor. Er leitete zuerst das Teatro Pergolesi in Iesi, dann das Teatro Sferisterio in Macerata und wurde schließlich 1990 Direktor der berühmten Festspiele in der Arena von Verona. In diesen Positionen entfaltete er eine erfolgreiche, allgemein anerkannte Tätigkeit. Er starb 1998 in Verona.

 

5.5. Achille GRAFFIGNA: 200. Geburtstag

 Er komponierte insgesamt 18 Opern, zwei davon wurde an der Mailänder Scala uraufgeführt: La conquista di Granata (1839) and Ildegonda e Rizzardo (1841). Einige seiner Opern wurden am Teatro Regio in Turin uraufgeführt. Er war auch als Dirigent tätig. Er starb 1896 in Padua.

 

6.5. Ghena DIMITROWA: 75. Geburtstag

Ghena_DIMITROWA als Turandot

 Sie begann ihre Ausbildung am Staatskonservatorium von Sofia bei Cristo Brambaroff und ergänzte diese durch langjährige, intensive Studien in Italien, vornehmlich in der Opernschule der Mailänder Scala. Ihr Bühnendebüt erfolgte 1966 an der Nationaloper von Sofia als Abigaille in Verdis Oper »Nabucco«. 1968 gewann sie den Verdi-Gesangwettbewerb in Busseto, 1972 den Concours von Treviso. Nach ersten Erfolgen als geschätztes Ensemblemitglied der Oper von Sofia unternahm sie seit 1969 internationale Gastspiele. Sie konnte vor allem in Italien, dann auch in Frankreich, in Deutschland und Spanien eine große Karriere zur Entwicklung bringen. 1975 sang sie in Treviso erstmals ihre große Glanzrolle, die Turandot von Puccini. In den siebziger Jahren trat sie während fünf Spielzeiten am Teatro Colón von Buenos Aires in ihren großen Rollen auf. 1978-90 gastierte sie an der Wiener Staatsoper in insgesamt 34 Vorstellungen als Tosca, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Leonore im »Troubadour«, als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, als Turandot und als Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano. 1980-83 bewunderte man ihre Stimme wie ihr darstellerisches Talent bei den Festspielen in der Arena von Verona, wo sie als Aida und in den Titelpartien der Opern »La Gioconda« von Ponchielli und »Turandot« von Puccini auftrat. 1981 USA-Debüt an der Oper von Dallas als Elvira in Verdis »Ernani«. 1983 debütierte sie für London in einer konzertanten Aufführung in der Titelrolle von »La Gioconda« mit Placido Domingo als Partner und sang dort 1984 die Turandot. 1983 hatte sie als Turandot an der Mailänder Scala, an der sie bereits 1973 in Konzerten gastiert hatte, einen geradezu sensationellen Erfolg, An der Mailänder Scala sang sie auch 1984 und 1986 die Giselda in Verdis »I Lombardi alla prima crociata«, 1985 die Lady Macbeth und abwechselnd die Amneris wie die Aida  in »Aida«, 1986 im Verdi-Requiem, 1986 und 1988 die Abigaille, 1988 die Santuzza, 1988-89 nochmals die Turandot und 1989 die Tosca. Gastspiele führten die Künstlerin an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Deutsche Oper Berlin und an die Münchner Staatsoper, an der sie 1987 wiederum als Turandot große Erfolge hatte. Auch an der Metropolitan Oper New York kam sie seit 1987 (Debüt als Turandot) zu ihren Erfolgen; bis 1997 sang sie hier in insgesamt 74 Vorstellungen außerdem noch die Santuzza, die Gioconda, die Tosca, die Minnie in »La fanciulla del west« und die Amneris. In Venedig gastierte sie als Amelia in Verdis »Simon Boccanegra«, 1982 an der Oper von Rouen als Norma, in Saragossa als Maddalena mit Placido Domingo als Andrea Chénier. An der Grand Opéra Paris gastierte sie 1984 als Lady Macbeth und 1987 als Norma. 1984 hörte man sie als Abigaille wie als Odabella in Verdis »Attila« am Teatro Liceu Barcelona, 1984-85 bei den Salzburger Festspielen als Lady Macbeth, die sie auch 1985 im Theater des Herodes Atticus in Athen sang, 1986 in Detroit als Turandot, in San Francisco als Leonore im »Troubadour«, in Seattle als Tosca, 1987 in Houston (Texas) als Norma. 1987 sang sie die Aida auch bei den Aufführungen vor den Tempeln von Luxor. 1988 gastierte sie in der Arena von Verona als Turandot, 1991 als Abigaille, 1993 als Santuzza, die sie auch 1989 an der Londoner Covent Garden Oper sang. 1989 gastierte sie beim Festival von Orange, 1991 an der Deutschen Oper Berlin als Tosca und als Turandot, als Turandot auch 1992-93 bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom. Beim Puccini Festival in Torre del Lago trat sie 1992 als Tosca auf, am Teatro Filarmonico Verona 1993 in der Titelrolle der Oper »Loreley« von Catalani, in Torre del Lago 1996 als Turandot, an der Staatsoper München als Abigaille. 1997 gastierte sie am Teatro Bellini Catania als Abigaille, bei den Festspielen in der Arena von Verona als Amneris, an der Oper von Baltimore als Gioconda. 1998 sang sie am Teatro Municipale Piacenza die Amalia in Verdis »I Masnadieri«, an der Oper von Rom und bei den Festspielen von Verona die Abigaille. 2000 hörte man sie in der Arena von Verona als Abigaille und als Leonore in Verdis »La forza del destino«. Wegen des Volumens, der fast suggestiven Steigerungsfähigkeit und der unerschöpflichen Tonfülle ihrer Stimme wurde sie in Italien gerne mit der unvergesslichen Gina Cigna verglichen. Höhepunkte ihres Bühnenrepertoires bildeten die dramatischen Sopranpartien der italienischen Opernliteratur. Die Künstlerin ist auch als Konzertsopranistin aufgetreten. Sie starb 2005 in Mailand.

Schallplatten: Erste Aufnahmen auf der bulgarischen Marke Balkanton; sang dann auf DGG die Abigaille in vollständigem »Nabucco«, auf HMV italienische Arien, auf Orfeo in Verdis »Oberto«, auf CBS ein Arien-Recital, auf Cascavelle die Amneris in Ausschnitten aus »Aida«), auf Decca die Amneris in »Aida« (auch auf Pioneer-Video), auf Warner-Video die Abigaille in Verdis »Nabucco« (Verona 1981), auf Topaz-Video in »I Lombardi« von Verdi, auf Nuova Era wie auf Thom-EMI-Video in Puccinis »Turandot« Mitschnitte von Opernaufführungen unter dem Etikett von HRE (»Aida«, »La Gioconda«).

 

6.5. Marguerite PIAZZA: 90. Geburtstag

 Informationen über die amerikanische Sopranistin auf ihrer Homepage: http://www.margueritepiazza.com/

 

7.5. Klauspeter SEIBEL: 80. Geburtstag

Er musizierte und komponierte bereits als Kind. Neben dem Besuch des humanistischen Gymnasiums wurde er bis zum 18. Lebensjahr als Pianist ausgebildet. Danach absolvierte er eine musikalische Ausbildung am Städtischen Konservatorium Nürnberg (1948–56) und an der Münchener Musikhochschule (1956–58) in Klavier bei Rosl Schmid, Komposition bei Karl Höller, Dirigieren bei Kurt Eichhorn sowie G.E. Lessing. Besonderes Interesse am Musiktheater gewann er durch ein Volontariat am Münchner Gärtnerplatztheater, an dem er ein Jahr später als Solorepetitor engagiert wurde. Dort sprang er mit 21 Jahren als Dirigent für Karl Millöckers Operette Gaspaone ein und erhielt daraufhin sofort La Périchole von Jacques Offenbach als erste eigene Premiere als Dirigent. Seibels Karriere begann 1957 als Kapellmeister am Gärtnerplatztheater in München, wo er sechs Jahre blieb. Nebenbei leitete er die „Wilde Gung´l“, ein im Raum München bekanntes Orchester. In der gleichen Position war er 1963-65 an der Oper in Freiburg. Dann wurde er Erster Kapellmeister: 1965 in Lübeck, ab 1967 in Kassel und ab 1971 in Frankfurt am Main; bevor er 1975 zum Generalmusikdirektor der Städtischen Bühnen Freiburg berufen wurde. 1978 ging er als Erster Kapellmeister und Stellvertreter Christoph von Dohnányis an die Hamburgische Staatsoper. Dort übernahm er die Dirigentenklasse und das Orchester der Hoschule für Musik und Theater. Zusätzlich leitete er 1980-88 die Nürnberger Symphoniker als Chefdirigent. Im Jahre 1987 wurde er Generalmusikdirektor der Landeshauptstadt Kiel und blieb dem Philharmonischen Orchester Kiel und den Kieler Bühnen für die folgenden acht Jahre verbunden, bis er von 1995 Louisiana Philharmonic Orchestra übernahm. Zusätzlich leitete er 1997-99 als Chefdirigent das Museumsorchester Frankfurt und kommissarisch als Interimsintendant die Oper. Nachdem er bereits seit den frühen 40er Jahren seines Lebens immer wieder amerikanische Orchester dirigiert hatte, wurde er 1995 zum Music Director des Louisiana Philharmonic Orchestra gewählt. Nach neun Spielzeiten als Chefdirigent stand er diesem Orchester bis zu seinem Tod als Erster Gastdirigent zur Seite. Er gastierte regelmäßig an der Semperoper Dresden, der Hamburgischen Staatsoper, der Wiener Staatsoper (1975-77 insgesamt sechs Vorstellungen von »La forza del destino«, »Tosca«, »Der Zigeunerbaron«, »Un ballo in maschera« und »Der Rosenkavalier«) und der New Orleans Opera. Er starb 2011 in Frankfurt am Main.

 

7.5. Helge BRILIOTH: 85. Geburtstag

Helge_Brilioth_als_Siegfried
Als Siegfried

 Er war der Sohn des schwedischen Erzbischofs Yngve Brilioth (1891-1959). Er studierte am Königlichen Konservatorium von Stockholm bei Arne Sunnegård und sang gleichzeitig in Kirchenchören der schwedischen Hauptstadt. Seine Ausbildung wurde am Salzburger Mozarteum und an der Accademia di Santa Cecilia in Rom vervollständigt. 1959 debütierte er als Bariton an der Hofoper von Stockholm. 1960 sang er bei den Drottningholmer Festspielen den Bartolo in Paisiellos »Barbier von Sevilla«, 1962-64 am Stadttheater von Bielefeld als Bariton engagiert. Man erkannte jedoch, dass er eigentlich eine Heldentenorstimme besaß, und 1965 sang er als erste Partie in diesem Stimmfach an der Stockholmer Oper den Don José in »Carmen« von Bizet. 1965 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Herr von Hancken« von K.B. Blomdahl mit. Einen besonderen Erfolg brachte ihm seine Gestaltung des Titelhelden in Verdis »Otello« ein. Seit 1969 wirkte er bei den Festspielen von Bayreuth mit, zuerst 1969-71 als Siegmund in der »Walküre«, dann 1974 und 1975 als Tristan. Bei den Salzburger Osterfestspielen sang er 1970 den Siegfried in der »Götterdämmerung« und 1971 das Tenor-Solo in Beethovens 9. Sinfonie unter H. von Karajan. Man hielt ihn allgemein für einen der größten Wagner-Tenöre seiner Generation. 1970 an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Parsifal), an der er bis 1974 in insgesamt 25 Vorstellungen auch als Ägisth in »Elektra« von R. Strauss, als Florestan im »Fidelio«, als Tristan, als Siegmund und als Siegfried im Nibelungenring auftrat. Gastspiele an den Staatsopern von Wien (1970 als Lohengrin), München und an der Mailänder Scala (1969 in Mahlers »Lied von der Erde«); seit 1970 gastierte er fast alljährlich an der Covent Garden Oper London, weiter in Kopenhagen, Helsinki und Oslo, an der Grand Opéra Paris (1974 als Parsifal), an der Deutschen Oper Berlin, in Barcelona, Washington, Budapest, Warschau, Montreal und Rom. Er sang bei den Festspielen von Wiesbaden und Orange. Bei den Festspielen von Glyndebourne trat er 1971 als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« auf, 1972 im Schlosstheater von Drottningholm als Titelheld in »Scipio Africanus« von Cavalli. 1975 sang er an der Stockholmer Oper den Kaiser in der schwedischen Erstaufführung der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, am 18.10.1986 in der Uraufführung der Oper » Christina« von Hans Gefors. In den siebziger Jahren nahm er Charakterrollen wie den Leonard in »Maskarade« von C. Nielsen und den Basilio in »Figaros Hochzeit« in sein Repertoire auf. Angesehener Konzertsänger; er gab Liederabende in Stockholm, Kopenhagen, Paris und New York. Er starb 1998 in Stockholm.

Auf DGG sang er den Siegfried in der »Götterdämmerung« unter H. von Karajan; auch Aufnahmen auf HMV und auf Philips.

 

7.5. Ingvar WIXELL: 85. Geburtstag

Ingvar WIXELL

 Nach seiner Ausbildung durch Dagmar Gustafsson an der Musikakademie in Stockholm debütierte er 1952 in der schwedischen Stadt Gävle. Anfänglich wandte er sich mehr dem Konzertgesang und dem Unterhaltungslied zu. So erschien er 1956 im Eurovisionswettbewerb in Neapel mit dem Walzerlied »Annorstades Vals«. Offizielles Bühnendebüt 1955 am Rikstheater Stockholm als Papageno in der »Zauberflöte«. Er wurde dann 1956 Mitglied der Königlichen Oper Stockholm (Debüt als Silvio im »Bajazzo«), zu deren prominentesten Künstlern er bald gehörte. Hier trat er u.a. als Don Giovanni, als Figaro in »Le nozze di Figaro« wie im »Barbier von Sevilla«, als Ruggiero in »Alcina« von Händel, als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, als Posa im »Don Carlos« und als Falstaff von Verdi wie als Tarquinius in »The Rape of Lucretia« von B. Britten auf. 1956 wirkte er dort in der Uraufführung von Hilding Rosenbergs Oper »Porträttet« mit. 1962 erregte er beim Festival von Glyndebourne als Guglielmo in »Così fan tutte« Aufsehen. Bis 1967 war er Ensemblemitglied der Stockholmer Oper, an der er später noch oft gastierte. Durch einen Gastspielvertrag war er seit 1967 der Deutschen Oper Berlin verbunden. Regelmäßig war er an der Stuttgarter Staatsoper zu Gast. Seine internationale Karriere entwickelte sich schnell. Er gastierte an der Wiener Staatsoper (1971-91 als Scarpia in Puccinis »Tosca«, als Rigoletto und als Belcore in »L’Elisir d’amore« in insgesamt 30 Vorstellungen), an der Mailänder Scala (1980 als Scarpia) und an der Covent Garden Oper London. Dort erschien er 1960 (mit dem Stockholmer Ensemble) in »Alcina« von Händel, 1972 als Simon Boccanegra, 1973 als Scarpia, 1977 als Belcore und als Mandryka in »Arabella« von R. Strauss. 1970 gastierte er an der Hamburger Staatsoper als Rigoletto und als Scarpia. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man ihn 1966-68 als Grafen in »Le nozze di Figaro« und 1968-69 als Don Pizarro im »Fidelio«. Auch bei den Bayreuther Festspielen ist er aufgetreten (1971 als Heerrufer im »Lohengrin«). 1967 erfolgte sein USA-Debüt an der Oper von San Francisco als Belcore (den er im gleichen Jahr auch an der Oper von Chicago sang). An der Oper von San Francisco sang er bis 1985 auch den Valentin im »Faust« von Gounod, den Marcello in »La Bohème«, den Held in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »The Visitation« von G. Schuller, den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Ping in Puccinis »Turandot«, den Carlo in Verdis »La forza del destino«, den Germont-père in »La Traviata«, den Grafen in »Le nozze di Figaro«, den Scarpia, den Grafen Luna im »Troubadour«, den Simon Boccanegra, den Tonio im »Bajazzo«, den Amonasro in »Aida«, den Mandryka, den Rigoletto und den Falstaff von Verdi. 1973 an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Rigoletto), wo er bis 1979 auch als Simon Boccanegra, als Scarpia, als Germont-père, als Marcello, als Graf Luna und als Amonasro in insgesamt 83 Vorstellungen auftrat. Eine weltweite Gastspieltätigkeit gab seiner weiteren Karriere das Gepräge. 1987 sang er an der Oper von Houston/Texas den Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, 1988 in der Eröffnungsvorstellung des dort neu erbauten Opernhauses den Amonasro. Diese Partie trug er auch 1989 bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla vor, bei den Festspielen von Wiesbaden des gleichen Jahres den Rigoletto, 1992 in Barcelona den Belcore. 1988 hörte man ihn an der Chicago Opera als Falstaff von Verdi, 1991 im Londoner Earl’s Court als Scarpia. 1997-98 Gastspiel an der Deutschen Oper Berlin als Scarpia, an der Oper von Kopenhagen 1997 als Falstaff von Verdi. 1999 hatte er an der Königlichen Oper Stockholm einen sensationellen Erfolg als Mamma Agata in »Viva la Mamma!« (»Il Convenienze ed inconvenienze teatrali«) von Donizetti. 2000 sang er am Stadttheater von Malmö den Scarpia. Weitere Höhepunkte in seinem sehr umfassenden Bühnenrepertoire waren der Escamillo in »Carmen«, der Eugen Onegin von Tschaikowsky und der Blaubart in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók. Er war auch ein bekannter Konzert- und vor allem Liedersänger, dazu galt er auf der Bühne als mitreißender Darsteller. 1973 wurde er zum schwedischen Hofsänger ernannt, 1978 mit dem Orden »Litteris et artibus« dekoriert, 1980 Mitglied der Schwedischen Musikakademie Stockholm. Er starb 2011 in Malmö.

Lit: D. Burkamp: Alles ist Spaß. Ingvar Wixell, Bariton (Bielefeld 2001).

Er singt auf Philips in den integralen Aufnahmen von »Le nozze di Figaro«, »Don Giovanni«, »Zaide« von Mozart, »La Bohème«, »Un ballo in maschera«, »Tosca« und »Un Giorno di Regno« von Verdi, auf Electrola den Rigoletto in einem Querschnitt durch die bekannte Verdi-Oper, auf Decca den Grafen Luna im »Troubadour« und wieder die Titelpartie im »Rigoletto«, auf CBS den Belcore in »L’Elisir d’amore«, auf RCA in »Tosca«, auf Lévon den Amonasro in »Aida«, auf Bluebell (Recital); auf Topaz-Video den Scarpia in »Tosca«.

 

7.5. Noni ŽUNEC: 95. Geburtstag

Noni ŽUNEC

 Seine Ausbildung fand an der Musikakademie von Zagreb statt und führte zu seinem Bühnendebüt 1947 am Opernhaus von Sarajewo in der Rolle des Herzogs im »Rigoletto« von Verdi. Nachdem er während einer Spielzeit in Sarajewo gesungen hatte, wurde er 1948 an die Kroatische Nationaloper von Zagreb berufen, deren Mitglied er seitdem für dreißig Jahre bis 1978 blieb. Mit dem Ensemble dieses Hauses gastierte er 1964 beim Holland Festival, 1966 bei den Festspielen von Wiesbaden, 1964 am Teatro San Carlo Neapel. Von den rund 70 Partien, die er beherrschte, verdienen der Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, der Canio im »Bajazzo«, der Don José in »Carmen«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Pelléas in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, der Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Wladimir in Borodins »Fürst Igor«, der Tom Rakewell in »The Rake’s Progress« und der Titelheld in »Peter Grimes« von Benjamin Britten besondere Erwähnung. Eine weitere große Partie des Künstlers, der sich auch als Konzertsolist auszeichnete, war der Titelheld in »Ero der Schelm« von Gotovac. Er starb 2004 in Zagreb.

Schallplatten: Decca (vollständige Oper »Fürst Igor«).

 

8.5. Marta BOHÁČOVÁ: 80. Geburtstag

Sie ergriff zunächst den Beruf einer Lehrerin, dann Ausbildung der Stimme bei Premysl Koci in Prag, bei Anna Korinska in Bratislava, bei Franz Schuch-Tovini in Wien und bei Gina Cigna in Mailand. Debüt 1967 an der Nationaloper von Prag als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Es kam zu einer bedeutenden langjährigen Karriere an diesem Opernhaus. Gastspiele an der Berliner Staatsoper, an der Nationaloper von Sofia, am Stadttheater von Basel, am Teatro Regio von Parma, am Prager Smetana Theater, am Opernhaus von Brno und in Moskau. War die Künstlerin ursprünglich als Koloratrice tätig, so fügte sie später auch lyrische Sopranpartien in ihr Repertoire ein. Sie wirkte in mehreren Opernfilmen des Fernsehens der CSSR mit. Viel beschäftigte Konzert- und Oratoriensolistin. Sie starb 2014 in Prag. Sie war verheiratet mit dem Komponisten Josef Bohác (1929-2006).

Schallplatten: Supraphon (»Carmina Burana« von C. Orff, Gesamtaufnahme der Oper »Goya« von J. Bohác), Panton.

 

8.5. Gerhard STEHMANN: 150. Geburtstag

Gerhard_STEHMANN

 Ausgebildet durch Lilli Lehmann in Berlin und durch Karl Reß in Leipzig. Er debütierte 1889 am Hoftheater von Altenburg (Thüringen) als Admiral Lefort in »Zar und Zimmermann«. 1890 ging er nach Nordamerika, wo er zuerst in St. Louis sang, dann bei der Damrosch Opera Company. 1896 nahm er in Boston an der Uraufführung der Oper »The Scarlet Letter« von Walter Damrosch teil. Er blieb bei der Damrosch Opera Company bis 1897 und unternahm 1898-99 eine Amerika-Tournee mit einer Operntruppe, die Nellie Melba zusammengestellt hatte. 1899 wurde er an die Hofoper von Wien verpflichtet, an der er als Heerrufer im »Lohengrin« zuerst auftrat und bis zu seinem Tod 1926 wirkte. Er wirkte dort u.a. am 1.4.1914 in der Uraufführung der Oper »Notre Dame« von Franz Schmidt (als Offizier) mit. Neben vielen kleineren und mittleren Partien sang er an der Wiener Oper auch größere Rollen wie den Ramfis in »Aida«, den Marcello in »La Bohème«, den Escamillo in »Carmen«, den Alfio in »Cavalleria rusticana«, den Masetto im »Don Giovanni«, den Valentin im »Faust« von Gounod, den Rocco wie den Don Pizarro im »Fidelio«, den Falke in der »Fledermaus«, den Daland in »Der fliegende Holländer«, den Gunther in der »Götterdämmerung«, den Nilakantha in »Lakmé« von Délibes, den Heerrufer im »Lohengrin«, den Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, den Herrn Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Lescaut in »Manon« von Massenet, den Plumket wie den Lord Tristan in Flotows »Martha«, den Kothner wie den Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Silvio im »Bajazzo«, den Tomski in Tschaikowskys »Pique Dame«, den Donner im »Rheingold«, den Wanderer im »Siegfried«, den Germont-père in »La Traviata«, den Kurwenal in »Tristan und Isolde«, den Ferrando im »Troubadour«, den Albert im »Werther« von Massenet und den Zsupan im »Zigeunerbaron« von J. Strauß. 

Er sang auch bei den Salzburger Mozart-Festen von 1906 und 1910, und zwar den Komtur im »Don Giovanni«. 1922 übernahm er bei den Festspielen von Salzburg die Sprechrolle des Bassa Selim in der »Entführung aus dem Serail«. Man schätzte seinen kraftvollen, ausdrucksstarken Bass-Bariton zumal im Wagner-Fach. Von den vielen Partien, die er gesungen hat, sei noch der Wotan im Nibelungenring genannt.

Schallplatten: Zonophone (Wien, 1905-08, hier einige Solo-Titel), G & T (Wien, 1906-07), HMV (Wien, 1908) und Pathé; fast ausschließlich Ensemble-Szenen.

 

9.5. Maria CURTIS-VERNA: 95. Geburtstag

Maria Curtis Verna

 Sie begann ihr Studium am Hollis College (Virginia), ging dann aber zum Abschluss ihrer Ausbildung nach Italien. Dort wurde sie Schülerin des Pädagogen Ettore Verna, den sie dann heiratete. 1949 debütierte sie am Teatro Lirico von Mailand als Desdemona in Verdis »Otello«. Sie kam bald in Italien zu einer erfolgreichen Karriere. Sie sang an den führenden italienischen Provinztheatern und wurde dann auch an die Mailänder Scala verpflichtet. Gastspiele brachten ihr an der Staatsoper von Wien (1959 als Tosca, 1964 als Donna Anna im »Don Giovanni«) und bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom (1962 als Tosca), in München und Stuttgart große Erfolge ein. Auch beim Maggio Musicale von Florenz erregte sie Aufsehen. 1951 sang sie erstmals in ihrer amerikanischen Heimat, und zwar an der Oper von Philadelphia. An der Oper von San Francisco gastierte sie 1952 als Aida, als Donna Anna, als Leonore im »Troubadour« und als Suor Angelica in der gleichnamigen Oper von Puccini. Als Donna Anna debütierte sie auch 1954 an der City Opera New York. 1957 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen, wo sie als Leonore im »Troubadour« debütierte. Bis 1965 hatte sie bei deren Publikum in annähernd 100 Vorstellungen große Erfolge als Tosca, als Aida, als Donna Anna, als Leonore in »La forza del destino«, als Mimì in »La Bohème«, als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« wie im »Simon Boccanegra«, als Elisabetta im »Don Carlos« von Verdi, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Traviata, als Maddalena in Giordanos »Andrea Chénier«, in den Titelrollen von Puccinis »Manon Lescaut« und »Turandot« sowie »Adriana Lecouvreur« von Cilea, als Gutrune und 3. Norn in der »Götterdämmerung« und als Alice Ford in Verdis »Falstaff«. 1960 gastierte sie als Aida in Los Angeles. 1961-62 war sie an der Oper von Philadelphia, 1965 beim Festival von Opatija als Turandot zu Gast, 1966 an der Oper von Lyon (als Norma), 1960-63 beim Cincinnati Festival (als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth« und als Tosca), 1969 an der Oper von Baltimore (als Desdemona in Verdis »Otello«). Sie gab Gastspiele am Teatro Colón von Buenos Aires und an anderen südamerikanischen Theatern wie auch bei den Festspielen in der Arena von Verona. Sie starb 2009 in Seattle (Washington).

Schallplatten: Titelheldin in »Aida«, sowohl auf Cetra wie auf Remington, auf Cetra Donna Anna im »Don Giovanni«, Amelia im »Maskenball« mehrere Mitschnitte von Aufführungen der Metropolitan Oper auf EJS.

 

10.5. Milton BABBITT: 100. Geburtstag

Er wurde als Sohn eines Versicherungsmathematikers in Philadelphia geboren. Er wuchs in Jackson (Mississippi) auf und lernte als Kind Violine. Als Klarinettist und Saxophonist spielte er nach der High School in Jazz-Ensembles. 1931 begann er ein Mathematikstudium an der University of Pennsylvania und wechselte später zu Musik an die New York University, wo er bei Philip James und Marion Bauer studierte. In New York lernte er Philosophen wie Sidney Hook und James Wheelright sowie den Komponisten Arnold Schönberg kennen, der ihn mit seiner Zwölftontechnik beeinflusste. Nach dem Bachelor of Arts (1935) nahm er privaten Kompositionsunterricht bei Roger Sessions, den er ab 1938 bei ihm an der Princeton University fortsetzte. 1942 erwarb er einen Master of Fine Arts. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er als Mathematikprofessor an der Princeton University. Er definierte als erster die serielle Musik und trug entscheidend zur Entstehung des akademischen Faches Music Theory bei. Seit 1950 wirkte er an der Entwicklung eines der ersten Synthesizer (Mark II, 1958) mit und war 1959 einer der Gründer und der Direktor des Columbia-Princeton Electronic Music Studio. Babbitt schrieb kammermusikalische und komplexe Orchesterkompositionen und trug auch zum Third Stream bei (All Set, 1957). 1951-52 war er Präsident der Amerikanischen Sektion der ISCM. Babbitt unterrichtete an verschiedenen Universitäten, ab 1960 als William Shubael Conant Professor of Music an der Princeton University und ab 1973 an der Juilliard School of Music als Kompositionsprofessor. Zu seinen Schülern gehörten Mario Davidovsky, John Eaton, Stanley Jordan, Laura Karpman, Donald Martino, Tobias Picker, Anton Rovner und Stephen Sondheim. Seinen Doktortitel bekam er in Princeton erst 1992, nachdem dort 1946 seine Dissertation über das Zwölftonsystem moderner Komponisten zurückgewiesen wurde. Babbitt wurde 1959 mit dem National Institute of Arts and Letters Award ausgezeichnet. 1960-61 war er Guggenheim-Stipendiat. Er war seit 1965 Mitglied der American Academy of Arts and Letters und ab 1974 Fellow der American Academy of Arts and Sciences. Für seine Leistungen auf dem Gebiet der Elektronischen Musik erhielt er 1982 den Pulitzer-Preis für Komposition. 1991 verlieh ihm die Princeton University den Ehrendoktor. 1995 wurde er mit dem SEAMUS Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. 1986 war er MacArthur Fellow. 1988 erhielt er einen Kompositionspreis des Mississippi Institute of Arts and Letters. Er starb 2011 in Princeton (New Jersey).

 

11.5. Berthe MONTMART: 95. Geburtstag

Sie erhielt ihre Ausbildung am Conservatoire National Paris. 1949 debütierte sie am Theater von Reims als Santuzza in »Cavalleria rusticana«. Nach Auftritten an französischen Provinzbühnen wurde sie 1951 an die Grand Opéra Paris berufen. Als Antrittsrolle sang sie hier die Gerhilde in der »Walküre«. Sie wurde dann auch Mitglied des zweiten großen Pariser Opernhauses, der Opéra-Comique. Hier debütierte sie als Gräfin in »Figaros Hochzeit« und ist sie dann bis 1972 dort regelmäßig aufgetreten. Gegen Ende ihrer Karriere fügte sie auch einige Mezzosopran-Partien in ihr ohnehin sehr umfassendes Bühnenrepertoire ein. Noch bis etwa 1980 war sie bei gelegentlichen Auftritten zu hören. Sie gastierte an den Opernhäusern von Bordeaux, Marseille, Toulouse, Nizza und Lyon; sie sang beim Holland Festival des Jahres 1963, gastierte 1971 am Teatro Liceu Barcelona, 1978 an der Oper von Monte Carlo, auch am Teatro San Carlos Lissabon, an den Opernhäusern von Lüttich und Genf. Von den vielen Rollen, die sie auf der Bühne gesungen hat, sind zu nennen: die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Béatrice in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Titelfigur in »Louise« von Charpentier, die Rozenn in »Le Roi d’Ys« von Lalo, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Elsa im »Lohengrin«, die Fricka im Ring-Zyklus, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Titelfigur in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Gräfin in dessen »Capriccio«, die Herodias in »Salome«, die Frau in der »Erwartung« von Schönberg, die Begbick in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von Kurt Weill, die Claire Zachanassian im »Besuch der alten Dame« von G. von Einem, die Lady Billows in »Albert Herring« von B. Britten, die Leonore im »Troubadour«, die Aida, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Butterfly und die Marina im »Boris Godunow«. Die auch als Konzertsolistin bedeutende Künstlerin wirkte nach Abschluss ihrer Sängerkarriere als Professorin am Konservatorium von Toulouse. Sie starb 1997 in Toulouse.

Schallplatten: Philips (Titelfigur in vollständiger Oper »Louise«), HMV, Decca, Urania

 

11.5. Dorothy WARENSKJOLD: 95. Geburtstag

Biographie der amerikanischen Sopranistin auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Dorothy_Warenskjold

 

12.5. Ellis KOHS: 100. Geburtstag

 Biographie des amerikanischen Komponisten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Ellis_Kohs

 

13.5. Denys DARLOW: 95. Geburtstag

 Biographie des britischen Dirigenten auf Englisch:

http://www.hyperion-records.co.uk/a.asp?a=A377

 

13.5. Franceschina PREVOSTI: 150. Geburtstag

 Sie studierte in Florenz und Mailand und begann ihre Karriere 1887 in Italien. Sie wurde sehr bald durch ihre glänzende Interpretation der Rolle der Violetta in Verdis Oper »La Traviata« bekannt. Sie sang diese an den führenden italienischen Bühnen, darunter an der Mailänder Scala und am Teatro Costanzi Rom. Verdi soll, als er sie in dieser Partie gehört hatte, von ihrer gesanglichen wie ihrer darstellerischen Leistung tief beeindruckt gewesen sein. Sie wurde besonders durch die Königin Margherita von Italien, die eine große Bewunderung für sie hegte, in ihrer Karriere gefördert. 1890 kam sie erstmals mit einer italienischen Operntruppe nach Berlin und erregte an der dortigen Kroll-Oper großes Aufsehen, wiederum vor allem als Traviata. Seitdem war sie für viele Jahre immer wieder in Berlin als Gast an der Hofoper zu hören. Sie gastierte ebenso erfolgreich an den Hofopern von München und Stuttgart, in Wien und Moskau, wo sie 1894 für Russland die Rolle der Simonetta in der Oper »I Medici« von Leoncavallo kreierte. Sie sang bei ihrem Gastspiel im Moskau 1894 auch die Gilda im »Rigoletto« und die Traviata. Weitere Gastspiele der Sängerin fanden an der Hofoper von Dresden (1896), am Stadttheater von Hamburg (seit 1897), an den Theatern von Zürich (1892, 1898, 1900 und 1906 als Traviata, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Lucia di Lammermoor, 1892 auch als Rosina im »Barbier von Sevilla«) und Rotterdam (1890), am Theater an der Wien (1896) und am Deutschen Theater von Prag (seit 1897), am Theater von Brünn (Brno, 1897) und am Opernhaus von Riga (seit 1892), an der Oper von Zagreb (1899) und an der Hofoper von Budapest (1902), in Venedig, Florenz, Rom, Neapel, Barcelona, Madrid und Lissabon, in Bukarest und Mexico City statt. Nach einer großen Bühnenlaufbahn, die sie 1912 beendete, ließ sie sich als gesuchte Pädagogin in Berlin nieder. Eine ihrer Schülerinnen war Beate Malkin. Sie starb 1938 in Camogli bei Genua. – Man bewunderte die Koloraturfertigkeit wie die Ausdrucksfülle ihrer Stimme zusammen mit einem ungewöhnlichen schauspielerischen Talent als Traviata, aber auch in vielen weiteren Aufgaben, u.a. als Lucia di Lammermoor, als Nedda im »Bajazzo«, als Desdemona in Verdis »Otello« und als Königin Marguerite in Meyerbeers »Hugenotten«.

Lit: H. Revel: Franceschina Prevosti und Sigrid Arnoldson (in »Bühne und Welt«, 1899).

Von ihrer Stimme sind keine Schallplatten vorhanden.

 

14.5. Gertrud SPLIID: 75. Geburtstag

 Biographie der dänischen Sopranistin auf Dänisch: https://da.wikipedia.org/wiki/Gertrud_Spliid

 

14.5. Joann GRILLO: 80. Geburtstag

Joann GRILLO

 Sie war in New York Schülerin von Samuel Margolis, Marinka Gurewich und Anton Guadagno, in Deutschland von Clemens Kaiser-Breme. 1958 debütierte sie in New York als Amneris in Verdis »Aida«. In ihrer amerikanischen Heimat trat sie an vielen großen Opernbühnen auf, an der New York City Opera (Debüt 1962 als Gertrude in Charpentiers »Louise«), in Cincinnati, Dallas, Philadelphia, Pittsburgh, Hartford, Miami und San Antonio. Sie war 1963-78 und 1979-84 Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antrittspartie: Rosette in »Manon« von Massenet), an der sie überwiegend in kleineren und mittleren Partien, insgesamt in 24 Rollen und 289 Vorstellungen, auftrat. Sie sang dort allein 43mal die Maddalena in Verdis »Rigoletto«, die Olga im »Eugen Onegin«, die Lola in »Cavalleria rusticana«, die Emilia in Verdis »Otello«, die Preziosilla in »La forza del destino«, die Suzuki in »Madame Butterfly«, 52mal die Grimgerde in der »Walküre«, die Mary in »Der fliegende Holländer«, die Pauline in Tschaikowskys »Pique Dame«, die Cieca in Ponchiellis »La Gioconda«, die Carmen, den Siebel im »Faust« von Gounod, die Meg Page in Verdis »Falstaff« und die Margret im »Wozzeck« von A. Berg. 1967-70 bestand gleichzeitig eine Verpflichtung am Opernhaus von Frankfurt a.M. Gastspiele auch am Teatro Liceu Barcelona (1963 als Charlotte im »Werther«), an der Wiener Staatsoper (1978 als Carmen) und an der Grand Opéra Paris (1981 als Carmen). 1988 gastierte sie in Rio de Janeiro als Amneris in »Aida«. In Deutschland trat sie als Gast an den Theatern von Bielefeld und Essen, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und an der Staatsoper von Stuttgart, auch in Zürich und Genf (1966 als Charlotte im »Werther«),  am Teatro San Carlo Neapel, in Genua und Lissabon, an den Opern von Marseille, Nizza und Rouen und bei den Seefestspielen von Bregenz (1974 als Carmen) auf. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind ergänzend noch nachzutragen: die Marguerite in »La damnation de Faust« von Berlioz, der Orsini in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Fricka im Nibelungenring, die Azucena im »Troubadour«, die Eboli in Verdis »Don Carlos«, die Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera«, die Rosina im »Barbier von Sevilla« und die Jocasta in »Oedipus Rex« von Strawinsky. Geschätzte Konzert- und Oratoriensängerin. Sie starb 1999 in New York. Seit 1967 war sie mit dem Tenor Richard Kness (1935-2005) verheiratet.

Schallplatten: GOP (Preziosilla in »La forza del destino«, Metropolitan Oper 1965).

 

14.5. Gualtiero SANELLI (italienischer Komponist): 200. Geburtstag

 

15.5. Winfried WALK: 85. Geburtstag

Winfried_WALK_als_Ochs
Als „Ochs“ im Rosenkavalier

 Er wurde zunächst Ingenieur, studierte dann Gesang bei Eva Ambrosius in Darmstadt und bei den bekannten Sängern Julius Patzak und Hans Duhan in Wien. 1960 debütierte er am Stadttheater von Kiel als Trinity Moses in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von Weill. Er sang an führenden deutschen Theatern, u.a. in Bielefeld und Dortmund, am Staatstheater Darmstadt, am Theater am Gärtnerplatz in München, in Krefeld und Kiel und war lange Jahre bis 1985 Mitglied des Landestheaters von Linz/Donau. Der Schwerpunkt seines Bühnenrepertoires lag im Buffo-Fach, wobei er sich auch als hervorragender Darsteller präsentieren konnte. Von seinen Rollen sind der Leporello im »Don Giovanni«, der Nardo in Mozarts »La finta giardiniera«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Geronimo in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, der Bartolo im »Barbier von Sevilla« von Rossini, der Mustafà in dessen »L’Italiana in Algeri«, der Plumkett in Flotows »Martha«, der Titelheld im »Don Pasquale« von Donizetti, der Baculus im »Wildschütz« von Lortzing, der van Bett in »Zar und Zimmermann«, der Rocco im »Fidelio«, der Falstaff in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, der Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Fra Melitone in Verdis »La forza del destino«, der Daland in »Der fliegende Holländer«, der Landgraf im »Tannhäuser«, der Fafner im Nibelungenring und der Ochs im »Rosenkavalier« von Richard Strauss zu nennen. Er starb 2005 in Linz.

 

16.5. Maria ROS: 125. Geburtstag

 Der eigentliche Name der Künstlerin war Maria Asunción Aguilar; ihre Familie stammte aus Andalusien. Sie debütierte bereits 1912 (unter dem Namen Asunción Aguilar) in Alicante in der Zarzuela »La generala« von A. Vives. Ihr offizielles Debüt fand 1915 in Barcelona in der Titelrolle von Verdis »Aida« statt. Es kam dann zur Entwicklung einer bedeutenden Karriere in Spanien, in Südamerika und bei Gastspielen an der Oper von Monte Carlo. Dabei sang sie auf der Bühne im Wesentlichen das Repertoire für lyrischen Koloratursopran: Partien wie die Violetta in »La Traviata«, die Rosina im »Barbier von Sevilla« und die Susanna in »Figaros Hochzeit«. Auch als Interpretin des spanischen Liedes geschätzt. 1918 gastierte sie am Teatro Colón Buenos Aires als Sophie im »Rosenkavalier« von R. Strauss, zusammen mit Gilda dalla Rizza. 1921 kam sie nach Italien, wo sie zuerst in Ferrara als Gilda im »Rigoletto« auftrat (mit Giacomo Lauri Volpi und Benvenuto Franci). Sie sang in der Folgezeit an weiteren Theatern in Italien wie in Südamerika, so im September 1922 sehr erfolgreich am Teatro Municipal Rio de Janeiro in der Oper »Il Guarany« des brasilianischen Komponisten Carlos Gomes. Nachdem sie 1924 den berühmten italienischen Tenor Giacomo Lauri-Volpi (1892-1979) geheiratet hatte, gab sie ihre Bühnenkarriere auf und erschien nur noch gelegentlich bei Konzertveranstaltungen. 1926 zog sich die Sängerin, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stehend, ganz aus dem Musikleben zurück. Ihre wichtigsten Bühnenrollen waren die Aida, die Tosca, die Mimi in »La Bohème«, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Nedda im »Bajazzo«, die Margherita in »Mefistofele« von Boito und die Manon Lescaut in der gleichnamigen Oper von Puccini. Das Sängerehepaar verlegte seinen Wohnsitz nach Burjasot bei Valencia. Dort widmete sie sich einer intensiven pädagogischen Tätigkeit; zu ihren Schülern gehören u.a. Lily Pons und der Tenor Franco Corelli. Maria Ros starb 1970 in Burjasot bei Valencia.

Schallplatten: Columbia (Spanische Lieder, auch »Solveigs Lied« von E. Grieg), einiges später auf der Marke Tima Club veröffentlicht. Auf Fonotipia exisitiert ein Duett der Sängerin mit Giacomo Lauri-Volpi.

 

16.5. Richard TAUBER: 125. Geburtstag

Richard-Tauber

 Sohn der Sopranistin Elisabeth Denemy, Witwe des Linzer Operettenregisseurs Carl Seiffert, und des Schauspielers und späteren Theaterdirektors in Wiesbaden und Chemnitz Anton Richard Tauber (* 21.4.1861 Wien, † 4.8.1942 Pregassona bei Lugano). Letzterer adoptierte ihn im Jahre 1913. Er studierte zunächst am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt a.M. und wollte Dirigent werden, ließ dann aber seine Stimme durch Karl Beines in Freiburg i. Br. ausbilden. Er debütierte 1913 am Stadttheater von Chemnitz, das sein Adoptivvater als Direktor leitete, in der Partie des Tamino in der »Zauberflöte«. Durch den Intendanten der Hofoper von Dresden, den Grafen von Seebach, wurde er noch im gleichen Jahr an dieses Haus verpflichtet. Hier hatte er bald große Erfolge, er sang u.a. in der Dresdner Erstaufführung von Schrekers »Der ferne Klang« sowie 1913 den Primus Thaller in der Premiere der Oper »Der Kuhreigen« von Kienzl, 1918 wirkte er dort in der Uraufführung von »Der Eroberer« von J. Brandts-Buys, 1920 in der von »Der Fremde« von Hugo Kaun mit. 1919 wurde er Mitglied der Berliner Staatsoper; seit 1921 war er zugleich auch an der Staatsoper von Wien engagiert, an der er insgesamt in rund 230 Aufführungen als Don José in »Carmen«, als Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, als Don Ottavio in »Don Giovanni«, als Tamino, als Pedro in »Tiefland« von d’Albert, als Eisenstein wie als Alfred in der »Fledermaus«, als Paul in Korngolds »Die tote Stadt«, als Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Mathias im »Evangelimann« von Kienzl, als Cavaradossi in »Tosca«, als Pinkerton in »Madame Butterfly«, als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Titelheld im »Faust« von Gounod, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, als Canio im »Bajazzo«, als Alfredo in »La Traviata«, als Riccardo im »Maskenball« von Verdi, als Kalaf in »Turandot«, als Max im »Freischütz«, als Florestan im »Fidelio«, als Herzog im »Rigoletto«, als Primus Thaller und als Sou-Chong in »Das Land des Lächelns« auftrat. Am 20.1.1934 sang er an der Wiener Staatsoper in der Uraufführung der Lehár-Operette »Giuditta«. 1926 gastierte er an der Staatsoper von Dresden in der deutschen Erstaufführung der Puccini-Oper »Turandot«, wobei er den erkrankten Curt Taucher in der Partie des Kalaf ersetzte; diese Partie sang er auch 1926 in der Wiener Premiere der Oper und 1927 am Deutschen Opernhaus Berlin-Charlottenburg. Man bewunderte ihn bei den Festspielen von Salzburg 1922 als Don Ottavio und als Belmonte, 1926 in den gleichen Partien und als Eisenstein. 1928 Gastspiel an der Grand Opéra Paris als Florestan und als Don Ottavio. 1928 sang er in der Eröffnungsvorstellung der renovierten Berliner Staatsoper den Tamino in Anwesenheit des deutschen Reichspräsidenten von Hindenburg. 1924 lernte der inzwischen berühmt gewordene Sänger in Berlin Franz Lehár kennen, mit dem ihn bald eine herzliche Freundschaft verband. Der große Operettenkomponist schrieb jetzt für ihn die Tenor-Partien in seinen Operetten. Richard Tauber sang dann am Berliner Metropol-Theater in den Uraufführungen der Lehár-Operetten »Friederike« (4.10.1928), »Das Land des Lächelns« (10.10.1929) und in der Berliner Premiere von »Schön ist die Welt«; bereits zuvor hatte er 1923 am Theater an der Wien in der Uraufführung der Operette »Die Perlen der Cleopatra« von Oscar Straus und am 21.2.1927 am Deutschen Künstlertheater Berlin in der von Lehárs »Zarewitsch« gesungen; im Berliner Admiralspalast nahm er im Januar 1933 an der Uraufführung von Jaromir Weinbergers Operette »Frühlingsstürme« teil. Vor allem durch seine Operetten-Erfolge erwarb der Sänger in Deutschland wie in der ganzen Welt eine unvorstellbare Popularität. Allein in der Rolle des Prinzen Sou-Chong stand Richard Tauber über 700mal auf der Bühne. Größte Erfolge erzielte er auch als Filmsänger. Gelegentlich trat er als Dirigent und Komponist in Erscheinung; so schrieb er u.a. zwei Operetten (»Der singende Traum«, 1934; »Old Chelsea«, 1943). In den Jahren 1931, 1938 und 1947 unternahm er sehr erfolgreiche Nordamerika-Tourneen. Er bereiste auch Kanada, Südafrika, Südamerika und Australien. Als Jude musste er 1933 Deutschland, 1938 Österreich verlassen, lebte dann in London und war 1938-39 Mitglied der Covent Garden Oper, wo er in Mozart-Partien und als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut« auftrat. 1940 nahm er die englische Staatsbürgerschaft an. In England sang er vor allem im Konzertsaal, wandte sich aber nach dem Zweiten Weltkrieg nochmals der Oper zu. 1947 inszenierte und dirigierte er am Londoner Palace Theatre Zellers Operette »Der Vogelhändler«. Im September 1947 sang der bereits schwer kranke Künstler an der Covent Garden Oper, zusammen mit dem dort gastierenden Ensemble der Wiener Staatsoper, letztmalig den Don Ottavio im »Don Giovanni«. Eine Woche nach diesem Auftritt musste ihm wegen einer bösartigen Geschwulst ein Lungenflügel operativ entfernt werden. Am 8.1.1948 später starb der große Sänger in London; er wurde in einem Ehrengrab auf dem Kensington West-Friedhof in London beigesetzt. – In erster Ehe war er mit der Operettensängerin Carlotta Vanconti (* 28.1.1892 Hannover, † 16.11.1964 Berlin), in zweiter mit der englischen Schauspielerin Diana Napier (* 31.1.1905 Bath, † 12.3.1982 Windlesham) verheiratet.

Diese veröffentlichte seine Biographie unter dem Titel »This was Richard Tauber« (London, 1971) und bereits zuvor »Richard Tauber« (Glasgow, 1949) und »My Heart and I « (London, 1959).

Weitere Lit.: W. Korb: »Richard Tauber« (Wien, 1960); O. Schneidereit: »Richard Tauber« (Berlin, 1976); J. Dennis, G.O. Abell & L.E. Abell: Richard Tauber (in »Record Collector«, 1968-69, 1970-71); J.A. Drake: »Richard Tauber« (New York, 1984); O. Schneidereit/V. Kühn: »Richard Tauber. Ein Leben, eine Stimme« (Berlin, 2000); M. Jürgs: »Gern hab‘ ich die Frau’n geküsst« (Die Richard-Tauber-Biographie 2000).

Eine der schönsten lyrischen Tenorstimmen, die überhaupt durch die Schallplatte bewahrt sind, unerreicht in dem Nuancenreichtum des Ausdrucks, der Perfektion der Phrasierung, der Kultur des Vortrags und der Leichtigkeit der Tongebung. Seine zahlreichen Schallplatten erschienen auf Odeon. In der Archivreihe der Wiener Staatsoper wurden Ausschnitte, u.a. aus »Giuditta«, veröffentlicht.

 

17.5. Erik SATIE: 150. Geburtstag

Er war das älteste von vier Kindern des Versicherungsagenten Jules-Alfred Satie (1842–1903) und seiner Frau Jane-Leslie Anton (1838–72) aus schottischer Familie, die für Zweisprachigkeit und anglikanischen Taufritus sorgte. Als Erik vier Jahre alt war, zog die Familie nach Paris, wo neben der Agentur ein Übersetzungsbüro und später ein kleiner Musikverlag betrieben wurden. Nach dem Tod der jüngsten Schwester Diane (1871) und dem Tod der Mutter ein Jahr später kam der sechsjährige Erik zusammen mit seinem jüngeren Bruder Conrad zurück nach Honfleur zu den Eltern des Vaters. Die Großmutter stellte die Bedingung, dass die Kinder katholisch würden, woraus sich der Kontakt zum Organisten und Chorleiter der Kirche Saint-Léonard, Gustave Vinot, ergab, bei dem Satie ab 1874 den ersten Musikunterricht erhielt. Hier lernte er neben dem Gregorianischen Gesang auch die Freude an der Alltagsmusik kennen, die Vinot für örtliche Festlichkeiten komponierte, womit zwei Einflüsse auf das spätere Musikschaffen Saties genannt sind. In Saties zwölftem Lebensjahr (1878) ertrank die Großmutter beim Baden und der Vater nahm seine beiden Söhne wieder zu sich nach Paris. Wenig später heiratete er in zweiter Ehe die zehn Jahre ältere Eugénie Barnetche, Konzertpianistin, Komponistin und ehrgeizige Musikpädagogin, die auf Eriks Begabung aufmerksam wurde und ihn 1879 am Pariser Konservatorium anmeldete, das sie selbst absolviert hatte. Bei Satie führten jedoch fehlende Motivation und zunehmende Frustration nach zweieinhalb Jahren zum Abbruch des Studiums. Satie betonte gern seine normannische Herkunft, gründete in späteren Jahren in Arcueil sogar eine „Normannische Gruppe“. Um seine Abkunft zu unterstreichen, änderte er die Schreibweise seines Geburtsnamens „Eric“ in „Erik“, was im Skandinavischen so viel wie „allgewaltig“ bedeutet. 1884 begann er zu komponieren. Als erstes Stück gilt Allegro, das als Fragment überliefert ist. Die frühen Werke wurden im Verlag des Vaters publiziert, wo auch die Chansons, die die Eltern schrieben, erschienen. Einen Teil seiner Arbeiten veröffentlichte Satie im Selbstverlag. In den folgenden Jahren entstanden u. a. die Kompositionen Ogives (1886), drei Sarabandes (1887) und die bekannten Klavierstücke Gymnopédies (1888), aber auch die Musik Trois Sonneries de la Rose+Croix für einen von Joséphin Péladan gegründeten Geheimbund der Rosenkreuzer, dem neben Claude Debussy und anderen Künstlern auch Satie einige Jahre lang angehörte. Satie verließ sein Elternhaus Ende 1887, nachdem er zuvor einen freiwilligen Militärdienst geleistet hatte, und zog ins Künstlerviertel Montmartre. Noch im Dezember fand er eine Anstellung als Pianist im Kabarett Le Chat Noir. Dieser aus der Not geborene Schritt hin zur leichten Muse bot ihm willkommene Möglichkeiten für musikalische Experimente

Nach einer enttäuschenden Liebesbeziehung zur Malerin Suzanne Valadon, die bereits Mutter eines Sohnes (Maurice Utrillo) war, entstand eines seiner bekanntesten Chansons: Je te veux, das noch heute zum Repertoire auch namhafter Sängerinnen gehört. 1898 übersiedelte er in den kleinen Ort Arcueil bei Paris. In seinem vierzigsten Lebensjahr (1905) nahm er sein Musikstudium (Kompositionslehre und Kontrapunkt) wieder auf, diesmal an der Schola Cantorum bei Vincent d‘Indy und Albert Roussel. Daneben interessierte sich Satie zeit seines Lebens für die Bildende Kunst, was ihn zu privaten Studien anregte und zu lebenslangen Freundschaften und zur Zusammenarbeit mit Vertretern der damaligen Avantgarde führte, darunter Pablo Picasso, Georges Braque, Léonide Massine, Man Ray und vor allem Jean Cocteau. Erste Bekanntheit ab 1911 verdankt er seinen Musikerkollegen Claude Debussy und Maurice Ravel, die Stücke von ihm spielten. Debussy, mit dem ihn Freundschaft und Rivalität verband, orchestrierte zwei seiner Gymnopédies. Die Aufmerksamkeit der Pariser Musikwelt errang Satie 1917 mit der Uraufführung seines Balletts Parade, das in Zusammenarbeit mit Jean Cocteau, Pablo Picasso und der Djagilew-Truppe entstanden war. Saties Lebensweg war begleitet von Geldsorgen und den milieubedingten Gefährdungen eines Unterhaltungskünstlers in Cafés und Kabaretts. Satie starb 1925 in Paris an den Folgen des jahrelangen Alkoholmissbrauchs.

 

18.5. Helene HIRN: 125. Geburstag

Sie wurde am Konservatorium von München durch Felix von Kraus und durch Anna Bahr-Mildenburg ausgebildet. 1917 wurde sie sogleich an die Münchner Hofoper engagiert. Hier wirkte sie 1917 (am Prinzregenten-Theater) in der Uraufführung von Hans Pfitzners »Palestrina« in einer kleinen Rolle mit. 1921 verließ sie nach einer Heirat mit dem Hochschulprofessor R. Michel dieses Haus und trat nur noch gastierend auf. So war sie 1921 am Teatro Real in Madrid zu Gast. Als ihr Gatte 1921 einem Ruf nach Argentinien folgte, begleitete sie ihn dorthin und trat nun am Teatro Colón Buenos Aires und an anderen südamerikanischen Theatern auf. Sie wurde vor allem als Wagner-Interpretin bekannt; so gastierte sie 1922 in Rio de Janeiro sehr erfolgreich als Sieglinde in der »Walküre«. Gegen Ende der zwanziger Jahre wandte sie sich mehr und mehr einer Tätigkeit als Konzertsängerin und der pädagogischen Arbeit zu. Zu ihren großen Bühnenrollen gehörten auch die Elsa im »Lohengrin«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Gutrune in der »Götterdämmerung« und die Gräfin in der Oper »Frauenlist« von H. Röhr.

 

18.5. Otto BRIESEMEISTER: 150. Geburtstag

Otto Briesemeister_als Loge
Als „Loge“

Er war der Sohn eines Volksschullehrers. Er betrieb das Medizinstudium an den Universitäten von Berlin, Würzburg und Leipzig, wurde Militärarzt und Facharzt für Hals- und Kehlkopfheilkunde. Gesangstudium bei Wiedemann in Leipzig. Zuerst Konzertsänger, 1893 Bühnendebüt am Hoftheater von Dessau als Manrico im »Troubadour«. 1894-95 war er am Stadttheater von Aachen engagiert, 1895-1900 am Opernhaus von Breslau. 1899, 1901-02, 1904, 1906 und 1908-09 bewunderte man ihn bei den Festspielen von Bayreuth als Loge im »Rheingold«, in dieser Partie ist er unerreicht geblieben ist. Man erlebte seinen unvergleichlichen Loge bei Gastspielauftritten an der Hofoper von Wien (1899 und 1909), an der Königlichen Oper Stockholm (1899 und 1905) und in Zürich (1909, dort bereits 1901 als Tannhäuser und als Don José in »Carmen« zu Gast). 1900 sang er den Loge an der Covent Garden Oper London, 1903 am Opernhaus von Lyon. In den Jahren 1903-09 gastierte er mehrfach am Deutschen Theater Prag, bis 1909 auch an der Berliner Hofoper, 1903 an der Hofoper von Dresden, 1900 am Stadttheater von Hamburg, 1900-1907 an der Stuttgarter Hofoper, 1910 am Stadttheater von Bremen, 1903-08 am Hoftheater von Mannheim, 1907 am Hoftheater von Karlsruhe, 1905 am Theater von Brünn (Brno), 1901 und 1907 am Opernhaus von Leipzig. 1903-09 oftmals an der Münchner Hofoper, auch bei den Wagner-Festspielen in München. Dabei trat er nicht nur als Loge, sondern auch als Siegmund und als Siegfried im Nibelungenring, als Erik in »Der fliegende Holländer«, als Lohengrin, als Max im »Freischütz«, als Florestan im »Fidelio«, als Herodes in »Salome« von R. Strauss, als Pedro in »Tiefland« von E. d’Albert, als Hans Kraft im »Bärenhäuter« von Siegfried Wagner, als Matthias im »Evangelimann« von W. Kienzl, als Canio im »Bajazzo«, als Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas und in den Titelpartien der Opern »Fra Diavolo« von Auber und »Faust« von Gounod auf. Dazu beherrschte er ein sehr umfangreiches Konzertrepertoire (H-Moll-Messe von J.S. Bach, »Die Schöpfung« von J. Haydn, 9. Sinfonie von Beethoven). Er war verheiratet mit der Schauspielerin Sidonie Hönig. Er lebte in Berlin und betätigte sich dort zugleich als Facharzt für Halsleiden. Als seine Tochter 1910 an einer Diphtherie erkrankte, zog er sich diese Infektion an deren Krankenbett zu und starb gleichfalls daran.

Seltene Aufnahmen, meist aus seinem Wagner-Repertoire, zunächst auf G & T (Bayreuth 1904, ein Titel), dann Aufnahmen auf Anker, Beka und Odeon sowie ein Edison-Zylinder, alle von 1907.

 

19.5. Jocelyne TAILLON: 75. Geburtstag

Jocelyne Taillon

Sie war Schülerin von Suzanne Balguerie und von Germaine Lubin in Paris und gewann 1966 den ersten Preis beim Gesangwettbewerb von Monte Carlo. Sie wurde zunächst als Konzertsopranistin bekannt. 1968 erfolgte ihr Bühnendebüt am Opernhaus von Bordeaux in »Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas. Am Grand Théâtre Genf trat sie erstmals 1968 in »Macbeth« von Ernest Bloch auf; danach gastierte sie an diesem Haus 1969 als Mère Jeanne in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc, 1981 als Schenkenwirtin in »Boris Godunow« und als Florence Pike in »Albert Herring« von B. Britten,  1982 als Mère d’Iseut in »Le Vin Herbé« von Fr. Martin und als Zita in »Gianni Schicchi«,  1984 als Prinzessin Clarissa in »L’Amour des trois oranges« von Prokofjew, 1986 als Filipjewna in »Eugen Onegin«, 1987 als Cathérine in »Jeanne d’Arc au bûcher« von Honegger, 1988 als Äbtissin in »L’Amge de feu« von Prokofjew und 1989 als Arnalta in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. Sie sang weiter bei den Festspielen von Aix-en-Provence, in Madrid, an der Oper von Nantes und in Marseille. In Madrid und in Paris hatte sie in Konzerten und bei Liederabenden sehr große Erfolge. 1969 und 1976 sang die Künstlerin bei den Festspielen von Glyndebourne die Geneviève in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, die sie auch 1970 beim Flandern Festival vortrug. 1971 gastierte sie am Théâtre de la Monnaie in Brüssel. 1977-78 trat sie bei den Festspielen von Salzburg als Nutrice in »Il Sant‘ Alessio« von Stefano Landi auf, 1980-82 sang sie dort die Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen«, 1986 die Marcellina in »Le nozze di Figaro«. 1973 erfolgte ihr Debüt an der Grand Opéra Paris als Kranke in A. Schönbergs »Moses und Aron«, wo sie dann bis 1994 u.a. auch als Ines im »Troubadour«, als 1. Magd in »Elektra« von R. Strauss, als Marthe im »Faust« von Gounod, als Nourrice in »Ariane et Barbe-Bleue«, als Curra in »La forza del destino«, als Ragonde in Rossinis »Le Comte Ory«, als Geneviève, als Schwertleite in der »Walküre«, als Arnalta, als Suzuki in »Madame Butterfly«, als Erda im »Rheingold«, als Chinesische Tasse in Ravels »L’Enfant et les sortilèges«, als Jacqueline in Gounods »Le médecin malgré lui«, als Schenkenwirtin in »Boris Godunow«, als Mrs. Sedley in »Peter Grimes« von B. Britten, als Filipjewna, als Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff«, als 3. Dame in der »Zauberflöte«, als Äbtissin in »L’Ange de feu«, als Mary in »Der fliegende Holländer«, als Lucia in Rossinis »La gazza ladra«, als Marta/Pantalis in Boitos »Mefistofele«, als Maddalena im »Rigoletto«, als Glascha in Janáceks »Katja Kabanowa« und als Weseners alte Mutter in B.A. Zimmermanns »Die Soldaten« auftrat. Auch an der Opéra-Comique in Paris kam sie zu einer erfolgreichen Karriere. 1979 folgte sie einem Ruf an die Metropolitan Oper New York, an der sie als Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli debütierte. Bis 1988 sang sie dort in insgesamt 58 Vorstellungen auch die Erda im Nibelungenring, die Zita, die Geneviève, die Anna in »Les Troyens« von Berlioz und die Marcellina. 1990 gastierte sie bei den Festspielen von Orange als Marthe im »Faust« von Gounod, an der Oper von Nantes in »Le Roi l’a dit« von Delibes, 1991 in »Pénélope« von Gabriel Fauré. Am 8.1.1991 sang sie an der Oper von Antwerpen in der Uraufführung der Oper »Les Liaisons dangereuses« von Piet Swerts die Partie der Mme. de Rosemonde. Im gleichen Jahr gastierte sie am Theater von Montpellier als alte Buryja in »Jenufa« von Janácek. 1991 sang sie an der Oper von Marseille die Auntie in »Peter Grimes«, 1993 beim Festival Alter Musik in Innsbruck die Amme in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«, 1995 an der Deutschen Oper Berlin die Priorin in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc. Sie starb 2004 in Rouen.

Schallplatten: Auf HMV sang sie in einer integralen Aufnahme von Rossinis »Wilhelm Tell«, in Gounods »Faust« die Marthe, die Mérope in »Oedipe« von Enescu und die Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen« sowie mehrere Partien in »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel. Die Geneviève sang sie in vollständigen Aufnahmen von »Pelléas et Mélisande« für Eurodisc und RCA-Erato; auf Erato auch in »Pénélope« von G. Fauré, auf Legendary Records in »L’Incoronazione di Poppea«, auf Harmonia mundi in »Il ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi, auf Decca in Aubers »Le Domino noir« zu hören. Auf Gala singt sie die Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli in einem Mitschnitt aus der Metropolitan Oper (1999). Bei Arthaus-Video ist sie als Geneviève in »Pelléas et Mélisande« (Oper von Lyon) zu sehen.

 

20.5. Jacques HERBILLON: 80. Geburtstag

 Er begann seine Ausbildung am Konservatorium von Reims. Dann war er an der École normale de Musique in Paris Schüler von Gabrielle Gills, in Genf schließlich von Pierre Mollet. Er gewann den Grand Prix Gabriel Fauré und wurde Preisträger beim internationalen Concours von Genf. Darauf wurde er durch René Nicoly 1961 für eine ausgedehnte Tournee mit der von ihm geleiteten Gruppe Jeunesses Musicales de France verpflichtet. Damit leitete er eine Karriere als Lieder- wie als Oratoriensänger ein, wobei er sich vornehmlich auf das französische Repertoire spezialisierte. Er trat in Mailand, Salzburg, Brüssel und Amsterdam, in Westdeutschland, Polen, Bulgarien, Portugal und Kanada auf, überall mit großem Erfolg. Auf der Bühne erschien er hauptsächlich in kammermusikalischen Werken; so kreierte er 1970 an der Oper von Marseille »Marina Pineda« von Henri Sauguet, auch ein weiteres Werk dieses Komponisten »Lilly Merveille«, 1975 in Toulouse »Le Bonheur dans le crime« von Casanova und 1981 zusammen mit den Jeunesses musicales de France die Oper für Kinder »La Fontaine parmi nous« von I. Aboulker. Seit 1970 war er am Konservatorium von Lille pädagogisch tätig. Er starb 2003 in Reims.

Schallplatten: Arion, Edition Schwann (religiöse Musikwerke von Charpentier und Campra).

 

20.5. Martin HÄUSLER: 90. Geburtstag

 Er war 1953-55 am Stadttheater von Augsburg engagiert, dann 1955-61 als lyrischer Tenor am Opernhaus von Köln, 1961-64 am Stadttheater von Bielefeld, 1964-86 am Stadttheater von Kiel (wo er zum Kammersänger ernannt wurde). Im Mittelpunkt seines Bühnenrepertoires standen Partien wie der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, der Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, der Lindoro in »L’Italiana in Algeri« von Rossini, der Fenton im »Falstaff« von Verdi, der Nureddin im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, der Amandus in »Die Zaubergeige« von Werner Egk, der Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Titelrolle in »Fra Diavolo« von Auber, der Henry Morosus in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, die Titelpartie in »König Hirsch« von H.W. Henze und der Hans Aschenbach in B. Brittens »Death in Venice«. Er gastierte 1963 bei den Salzburger Festspielen als Haushofmeister der Marschallin im »Rosenkavalier« und als 1. Priester in der »Zauberflöte«, 1964 bei den Festspielen von Eutin, 1973 am Opernhaus von Graz als Max im »Freischütz«. Er starb 2012 in Kiel. – Er war verheiratet mit der Sopranistin Ingeborg Helmreich  (* 10.11.1929, † 3.3.2016), die ihre Bühnentätigkeit 1954 am Stadttheater von Augsburg begann, dem sie bis 1957 angehörte; 1963-64 sang sie am Stadttheater von Bielefeld, 1964-85 wie ihr Gatte am Stadttheater von Kiel.
Schallplatten von Martin Häusler bei DGG.

 

20.5. George HURST: 90. Geburtstag

 Biographie des britischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/George_Hurst

 

20.5. Albert KUNZ: 100. Geburtstag

 Ausbildung durch Dora Wyss und Elisabeth Bosshart in Zürich und durch Armin Weltner in Luzern. 1942-44 war er als Chorist am Stadttheater von Luzern tätig und wirkte dann in der langen Zeit von 1944 bis 1971 als Solist am Theater der Schweizer Bundeshauptstadt Bern. Von dort führten ihn Gastspiele an das Opernhaus von Zürich, an das Grand Théâtre Genf (1952 als einer der Priester und einer der Geharnischten in der »Zauberflöte«, 1953 als Melot in »Tristan und Isolde« und 1968 als Professor von Mucker in H.W. Henzes »Der junge Lord«), an die Oper von Frankfurt a.M., an das Staatstheater Wiesbaden, an das Théâtre de la Monnaie Brüssel, an die Opéra de Wallonie Lüttich und an das Opernhaus von Bordeaux. Auf der Bühne bewältigte er ein Repertoire von ungewöhnlichem Umfang, das lyrische wie Charakter- und Buffopartien aus allen Bereichen der Oper, dazu eine Vielzahl von Operettenrollen, enthielt. Aus seinem sehr umfangreichen Repertoire für die Bühne seien genannt: der Ferrando in »Così fan tutte«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, der Tamino in der »Zauberflöte«, der Jaquino im »Fidelio«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Ernesto im »Don Pasquale« und der Nemorino in »L’Elisir d’amore« von Donizetti, der Baron Kronthal im »Wildschütz« und der Peter Iwanow in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, der Riccardo in Verdis »Maskenball«, der Herzog im »Rigoletto«, der Don Carlos von Verdi, der Hans wie der Wenzel in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, der Rodolfo in »La Bohème« und der Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Lenski im »Eugen Onegin«, der Stewa in Janáceks »Jenufa« und der Horace in der »Schule der Frauen« von Rolf Liebermann, dazu eine Vielfalt von Operettenrollen. Er sang in den Jahren 1945-68 am Stadttheater von Bern in zahlreichen Schweizer Erstaufführungen von Opern, u.a. in »Geschichte von Aucassin und Nicolette« von G. Bialas (den König Karthago), in »Der junge Lord« von H.W. Henze (den Professor von Mucker), in »Amelia goes to the Ball« von G.C. Menotti (den Lover), in »Chowanschtschina« von Mussorgski (den Prinzen Andrej), in »Die Bernauerin« von Carl Orff, in »Feuersnot« von R. Strauss (den Hämmerle), in »Mazeppa« von Tschaikowsky (den Andrej) und in »The Crucible« von Robert Ward (den Giles Corey). 1950 wirkte er am Theater von Bern in der Uraufführung von Armin Schiblers »Der spanische Rosenstock« mit. Er starb 2001 in Bern.

Schallplatten: MMS (Alfred in Querschnitt »Die Fledermaus«, Barinkay in vollständigem »Zigeunerbaron« von J. Strauß).

 

20.5. Alice DUCASSE: 175. Geburtstag

Alice_DUCASSE

 Die Sängerin wurde zwar in Südamerika geboren, entstammte aber einer französischen Familie. Sie kam ganz jung nach Paris, wurde am dortigen Conservatoire National ausgebildet und debütierte 1867 am Théâtre-Lyrique Paris als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Sie sang anschließend in Gounods »Roméo et Juliette« und hatte in den folgenden Jahren große Erfolge am Théâtre-Lyrique. 1867 sang sie dort die Mab in der Uraufführung der Oper »La jolie fille de Perth« von Bizet. 1871 wechselte sie an die Pariser Opéra-Comique. An der Opéra-Comique übernahm sie 1872 in der Uraufführung der Oper »La Princesse jaune« von Saint-Saëns die Titelpartie und sang am 3.3.1875 in der denkwürdigen Uraufführung der Oper »Carmen« von Bizet die Frasquita. Von den großen Partien, die sie dort übernahm, sind die Madeleine im »Postillon de Lonjumeau« von Adam, die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Titelrolle in »Les Noces de Jeannette« von Massé und die Juliette in »Roméo et Juliette« besonders hervorzuheben. Ursprünglich sollte sie in der Uraufführung von Offenbachs Oper »Hoffmanns Erzählungen« (»Les contes d‘Hoffmann«) 1881 an der Opéra-Comique Paris die Doppelrolle Nicklausse/Muse übernehmen, wurde aber durch Marguerite Ugalde als Nicklausse (und eine Schauspielerin als Muse) ersetzt. Sie gab 1882 ihre Karriere auf und wirkte seither als Pädagogin in Paris.

 

21.5. Forbes ROBINSON: 90. Geburtstag

Forbes Robinson

 Er war ursprünglich Lehrer für Physik und Geographie, dann Ausbildung durch Harry Shaw in Leicester, durch Hamilton Harris in Manchester und schließlich in der Opernschule der Mailänder Scala, die er seit 1952 mit Hilfe eines Stipendiums besuchen konnte. 1953 Debüt an der Londoner Covent Garden Oper als Monterone im »Rigoletto«. Seitdem gehörte er bis 1983 zu den beliebtesten Mitgliedern dieses Hauses, wo er über 70 Partien in mehr als 500 Vorstellungen zum Vortrag brachte. Am 29.5.1962 sang er in Coventry in der Uraufführung der Oper »King Priam« von Tippett die Titelrolle, am 11.6.1960 beim Aldeburgh Festival in der Uraufführung von Benjamin Brittens »A Midsummer Night’s Dream« die Partie des Theseus. 1965 gestaltete er an der Covent Garden Oper in der englischen Erstaufführung von Schönbergs »Moses und Aron« den Moses. 1967 wirkte er im englischen Rundfunk BBC in der Premiere der barocken Oper »L’Erismena« von Cavalli mit. An der Welsh Opera Cardiff sang er u.a. den Don Giovanni, den Boris Godunow, den Fiesco in »Simon Boccanegra« und den König Philipp im »Don Carlos« von Verdi. Er trat auch bei der English Opera Group, bei der English National Opera London, bei den Festspielen von Edinburgh (1955 als Horaste in »Troilus and Cressida« von W. Walton anlässlich eines Gastspiels der Covent Garden Oper London und 1963 als Collatinus in »The Rape of Lucretia« von B. Britten anlässlich eines Gastspiels der English Opera Group) und bei der Scottish Opera Glasgow (1967 als Wotan im »Rheingold«) hervor. Er trat 1962 am Teatro Colón Buenos Aires, 1969 am Théâtre de la Monnaie Brüssel auf. Gastspiele an der Berliner Staatsoper, in Barcelona und Zürich. Zu seinen Glanzrollen zählte man den Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut« und der Claggart in »Billy Budd« von Benjamin Britten. Bekannt als Konzert-, vor allem als Oratorienbassist. Dunkel timbrierte, ausdrucksvolle Stimme, dazu großer Sänger-Schauspieler. Er starb 1987 in London.

Schallplattenaufnahmen bei Decca (u.a. Messen von Haydn und Mozart). Auf Melodram erschien der Mitschnitt einer »Fidelio«-Aufführung aus der Covent Garden Oper von 1961; auf Philips in »Peter Grimes« von Britten, auf HRE als Mesner in »Tosca«, auf Myto in Bellinis »La Sonnambula« zu hören.

 

21.5. Alfred VÖKT: 90. Geburtstag

Alfred VÖKT

 Er studierte 1945-47 Philologie an den Universitäten von Basel und Perugia, 1950-55 Jura an der Universität Basel und schloss dieses Studium mit der Promotion zum Dr. jur. ab. Gleichzeitig betrieb er in Basel ein intensives Musik- und Gesangstudium und ließ seine Stimme dort durch Ernst Reiter ausbilden (1948-57). Er sang 1950-58 in einem Chor in Basel. 1955-57 war er dann am Stadttheater von Basel engagiert, 1958-59 am Stadttheater von Oberhausen, 1959-60 am Stadttheater von Gießen, 1960-62 am Theater von Kiel. 1962-65 gehörte er dem Staatstheater Kassel an; in diese Zeit fielen die Uraufführungen der Opern »König Hirsch« (»Il Re Cervo«) von H.W. Henze (10.3.1963) und »Abend, Nacht und Morgen« von Ján Cikker (1963) in Kassel. 1965-66 sang er am Opernhaus von Dortmund und seitdem für mehr als zwanzig Jahre bis 1992 (und danach noch als Gast) am Opernhaus von Frankfurt a.M. Von den Partien, die er in Frankfurt a.M. sang, seien der Bardolfo im »Falstaff« von Verdi, der Mr. Triquet im »Eugen Onegin«, der Hauk-Sendorf in »Die Sache Makropoulos« von Janácek, der Wagner wie der Nereo in »Mefistofele« von Boito, der Prinz, der Kammerdiener und der Marquis in »Lulu« von A. Berg genannt. Er gastierte an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Theatern von Bremen und Gelsenkirchen, am Theater an der Wien in Wien, an den Opern von Bordeaux, Nizza und Toulouse, in Paris und beim Edinburgh Festival (1970 als Jakob Glock in Prokofjews »Der feurige Engel« anlässlich eines Gastspiel des Frankfurter Oper). Am Opernhaus von Dortmund nahm er 1967 an der Uraufführung der Oper »Eli« von Walter Steffens teil. 1986 wirkte er am Opernhaus von Frankfurt in der Uraufführung der Oper »Stephen Climax« von Hans Zender mit. Sein reichhaltiges Bühnenrepertoire umfasste sowohl lyrische wie Buffo- und Charakterpartien. Dazu war er im Konzertsaal in einem nicht weniger umfangreichen Repertoire aus den Bereichen des Oratorien- wie des Liedgesangs zu hören. Er trat auch im Westdeutschen Rundfunk Köln auf. Er lebte später in seiner Heimatstadt Basel, wo er 1999 starb.

 

21.5. Joseph PARRY: 175. Geburtstag

 Biographie des walisischen Komponisten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Joseph_Parry

 

22.5. Alfred PFEIFLE: 100. Geburtstag

Alfred_Pfeifle

 Seine Stimme wurde durch Max Roth und Fritz Windgassen in Stuttgart ausgebildet. Er debütierte 1938 am Stadttheater von Freiburg i. Br. 1941-42 war er am Opernhaus von Düsseldorf engagiert; hier wirkte er 1941 in der Uraufführung der Oper »Die Hexe von Passau« von O. Gerster mit. 1942-49 war er Mitglied der Staatsoper Hamburg, an der er 1947 an der deutschen Erstaufführung der Oper »Peter Grimes« von Benjamin Britten teilnahm. 1949 wurde er an die Staatsoper von Stuttgart berufen, zu deren beliebtesten Sängern er bis 1976 gehörte. 1950 gastierte er bei den Zürcher Festwochen als Jacquino im »Fidelio«, auch am Teatro Liceu Barcelona. 1955 gastierte er mit der Stuttgarter Oper an der Covent Garden Oper London, 1956 trat er am Théâtre de la Monnaie Brüssel auf. 1955-56 sang er bei den Festspielen von Bayreuth einen der Knappen im »Parsifal«. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1966-68 und 1970-71 den Don Curzio in »Le nozze di Figaro« und 1969 den Haushofmeister der Marschallin im »Rosenkavalier«. Am 9.5.1957 wirkte er bei den Festspielen von Schwetzingen in der Uraufführung der Oper »Der Revisor« von Werner Egk, am 2.6.1966 in Stuttgart in der von »Siebzehn Tage und vier Minuten« vom gleichen Komponisten mit. Er widmete sich den Stimmfach des Charakter- und Spieltenors in Partien wie dem Monostatos in der »Zauberflöte«, dem Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, dem Mime im Nibelungenring, dem Jacquino (den er auch 1956 bei einem Gastspiel der Stuttgarter Oper an der Grand Opéra Paris sang), und den Tenorpartien in den Opern von Lortzing. Dabei schätzte man nicht zuletzt sein eminentes schauspielerisches Talent. Sein Repertoire für die Bühne besaß den ungewöhnlichen Umfang von rund 120 Partien; so sang er neben den bereits erwähnten Partien u.a. auch den David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Don Basilio in »Le nozze di Figaro«, den Wenzel in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Willy in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, den Torquemada in »L’Heure espagnole« von M. Ravel, den Peter Iwanow in Lortzings »Zar und Zimmermann«, den Dr. Cajus im »Falstaff« von Verdi und den Valzacchi im »Rosenkavalier«. Er starb 1986 in Stuttgart. Er war der Schwiegersohn des Bassisten Max Roth (1886-1961).

Schallplatten: DGG (integrale Aufnahme von »Zar und Zimmermann«), Nixa (vollständige Oper »La finta giardiniera« von Mozart), EJS (Pedrillo in Szenen aus der »Entführung aus dem Serail«), Gebhardt (Jacquino in Ausschnitten aus »Fidelio«, Nordwestdeutscher Rundfunk Hamburg 1948), Myto (»Die Gärtnerin aus Liebe« von Mozart, Ludwigsburg 1956).

 

23.5. François van EETVELT: 70. Geburtstag

 Er studierte an den Konservatorien von Antwerpen und Brüssel und ergänzte seine Ausbildung in Italien wie in Deutschland. Er debütierte an der Königlichen Oper Antwerpen, deren Mitglied er seit 1976 war. 1976 hatte er dort einen seiner ersten großen Erfolge als Amfortas im »Parsifal«. 1978 war er Gewinner des Belcanto-Wettbewerbs von Ostende. Er gastierte regelmäßig am Théâtre de la Monnaie Brüssel, wo er auch 1986 in der Uraufführung der Oper »Das Schloss« von André Laporte (nach F. Kafka) mitwirkte. Gastspiel- und Konzertauftritte auch in Prag und Bratislava (Preßburg), in Dresden und Leipzig, in Amsterdam und Helsinki, beim Flandern Festival und beim Festival international Carvantino in Guanajuato. Im belgischen wie im englischen Fernsehen trat er in Monteverdis »L’Orfeo« auf. Beim Aldeburgh Festival war er in einem Konzert zu hören. Von den vielen Partien, die er auf der Bühne gesungen hat, seien angeführt: der Titelheld im »Don Giovanni«, der Donner im »Rheingold«, der Gunther in der »Götterdämmerung«, der Wolfram im »Tannhäuser«, der Kurwenal in »Tristan und Isolde«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, der Apollo in Monteverdis »L’Orfeo« und der Tarquinius in »The Rape of Lucretia« von Benjamin Britten. Er starb im Februar 1999.

 

23.5. Zsolt BENDE: 90. Geburtstag

Zsolt BENDE als Gianni Schicchi
Als „Gianni Schicchi“

 Er erhielt seine Ausbildung an der Franz Liszt Musikakademie von Budapest zur Hauptsache durch Ferencné Révhegyi. Er debütierte an der Oper von Szeged 1955 als Titelheld im »Don Giovanni« von Mozart. Bereits 1957 folgte er einem Ruf an die Nationaloper von Budapest, an der er eine große Karriere hatte, die über zwanzig Jahre andauerte. In erster Linie interpretierte er lyrische Partien aus seinem Stimmfach, wobei er ein umfangreiches Repertoire meisterte. Auch in Aufgaben aus dem Buffo-Repertoire geschätzt. Er war zu Gast an der Staatsoper Berlin, an der Nationaloper Prag, am Bolschoi Theater Moskau wie auch 1967 (als Belcore in »L’Elisir d’amore«) bei den Festspielen von Glyndebourne. Partien aus seinem Repertoire für die Bühne: der Malatesta im »Don Pasquale«, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Fra Melitone in »La forza del destino« von Verdi. Seit 1972 Pädagoge an der Liszt-Musikakademie in Budapest. Er starb 1998 in Budapest..

Aufnahmen der Marken Hungaroton (Requiem von F. Liszt, Miserere von Donizetti, Titelrolle in vollständigem »Rigoletto«, »Juditha triumphans« von Vivaldi. »Il ritorno di Toba« von J. Haydn) und Decca (»Háry János« von Kodály).

 

23.5. Hanns NOCKER: 90. Geburtstag

Hanns Nocker als Blaubart
Als „Blaubart“

 Er begann seine Ausbildung bei T. Ritzhaupt in Bielefeld und war dann Schüler von Clemens Kaiser-Brehme an den Folkwangschule in Essen. 1951 trat er in das Opernstudio der Komischen Oper Berlin ein, wo er in den folgenden drei Jahren seine Studien abschloss. 1954 debütierte er an der Komischen Oper Berlin als einer der Geharnischten in der »Zauberflöte« von Mozart. Er blieb seitdem Mitglied dieses Opernhauses, mit dessen Ensemble er Gastspiele an der Grand Opera Paris, am Bolschoi Theater Moskau, an der Königlichen Oper Stockholm und an verschiedenen Bühnen in Italien und in Westdeutschland absolvierte. 1972 wirkte er dort in der Uraufführung von »Noch einen Löffel Gift, Liebling?« von Siegfried Matthus mit. In Italien gastierte er u.a. in Venedig und Bologna; auch an den Staatsopern von Wien (1964 als Offizier in »Cardillac« von Hindemith) und Stuttgart gastweise aufgetreten. Zusammen mit dem Ensemble der Komischen Oper Berlin gastierte er auch in Budapest und Bukarest, in Prag und Warschau. Er blieb bis zu seinem Tod 1992 an der Berliner Komischen Oper tätig, wo er sich auch als begabter Darsteller erwies. Seit Mitte der achtziger Jahre trat er aus gesundheitlichen Gründen nur noch selten auf. Seine großen Partien in der Felsenstein-Ära der Komischen Oper Berlin waren der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Otello von Verdi und der Titelheld in der Offenbach-Operette »Ritter Blaubart« in den sechziger Jahren wandte er sich mehr dem Charakterfach zu. Der Künstler, der auf der Bühne wie im Konzertsaal in einem umfangreichen Repertoire auftrat, wirkte auch in mehreren Aufnahmen von Opern im Fernsehen der DDR mit.

Schllplatten: Eterna (Opernszenen).

 

23.5. Erica DARBO: 125. Geburtstag

Erica DARBO

 Die Sängerin, die eigentlich Erica Darbow hieß, wurde durch Ellen Gulbranson und Mme Charles Cahier ausgebildet. 1913 debütierte sie in Oslo als Pamina in der »Zauberflöte«. Sie trat danach als Konzert- und Opernsängerin in verschiedenen skandinavischen Städten auf und war 1919-21 an der Komischen Oper Oslo engagiert. Nach weiterer Gastiertätigkeit, die sie auch in die USA führte, war sie 1927-28 am Stadttheater von Kiel, 1928-34 am Opernhaus von Breslau und 1934-35 am Stadttheater von Dortmund engagiert. Zugleich setzte sie ihre Gastspieltätigkeit fort und sang vor allem an den Hofopern von Kopenhagen und Stockholm. Höhepunkte in ihrem Bühnenrepertoire waren die Carmen, die Tosca, die Magda in Puccinis »La Rondine«, die Aida, die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, die Salome von R. Strauss (ihre größte Kreation), der Octavian im »Rosenkavalier«, die Martha in »Tiefland« von d’Albert, die Kundry im »Parsifal«, die Mrs. Gregory in »Mister Wu« von d’Albert und die Nell in »Maschinist Hopkins« von M. Brand. Seit Ende der dreißiger Jahre trat sie überwiegend im Konzertsaal auf.

 

23.5. Zulma BOUFFAR: 175. Geburtstag

Zulma Bouffar

 Sie stammte aus einer Schauspielerfamilie und stand bereits mit sieben Jahren in Kinderrollen auf der Bühne. 1860-62 begann sie ihre Karriere in Lüttich. Sie wurde durch den großen Meister der Operette, Jacques Offenbach, in Hamburg entdeckt und debütierte am 5.5.1864 als Lieschen in der Uraufführung seiner Operette »Lieschen und Fritzchen« an den Bouffes-Parisiens. Seitdem blieb ihr Name eng mit dem Werk Offenbachs verbunden. Als Soubrette, die über eine attraktive Bühnenerscheinung und ein temperamentvolles, einfallreiches Spieltalent verfügte, stand sie im Mittelpunkt der Uraufführungen dieser Operetten. So kreierte sie an den Bouffes-Parisiens 1864 »Il Signor Fagotto« und »La Géorgienne«, 1865 »Jeanne qui pleure et Jean qui rit« von Offenbach (in einer Doppelrolle als Jeanne und Jean, zuvor in Bad Ems aufgeführt), 1866 im Palais Royal die Gabrielle in Offenbachs »La Vie Parisienne«, 1867 im Théâtre Menus Plaisirs »Geneviève de Brabant«, 1869 im Théâtre des Variétés den Fragoletto in »Les Brigands«, 1872 im Théâtre Gaîté den Robin in »Le Roi Carotte«; 1875 sang sie am gleichen Theater in der Uraufführung der Offenbach-Operette »Le Voyage dans la lune«. Sie trat sogar am Théâtre Lyrique in Aufführungen der »Zauberflöte« auf. Offenbach nannte sie »La Patti d’Operette«; der Dichter Alphonse Daudet widmete ihr die Verse: »Plus douce que le nénuphar/Dans l’eau claire, une aurore blanche/Baise ton pied rose et la blanche/Ivoirine, o Zulma Bouffar«. Obwohl sie in Paris von Triumph zu Triumph eilte, ging sie 1874 nach St. Petersburg und trat dort am Théâtre Bouffe in Operettenpartien auf. Diese sang sie nach ihrer Rückkehr nach Paris, jetzt vor allem am Théâtre Châtelet und am Théâtre Renaissance. Dort wirkte sie in den Pariser Premieren der Johann Strauss-Operetten »Indigo« und »Die Fledermaus« (1875 bzw. 1877) in Anwesenheit des Komponisten mit. 1887 übernahm sie die Direktion eines eigenen Hauses, des Théâtre l’Ambigu, von der sie 1902 zurücktrat und sich dann aus dem Theaterleben zurückzog. Sie starb 1909 in Couilly-Pont-aux-Dames.

 

23.5. Andrea LUCHESI: 275. Geburtstag

Seinen ersten Musikunterricht erhielt er durch seinen älteren Bruder, einen Organisten. In seinem 15. Lebensjahr zog er nach Venedig, wo er zusammen mit hervorragenden Musikern (z. B. Saratelli, Bertoni, Galuppi) studierte. Darüber hinaus hatte Luchesi didaktische und künstlerische Beziehungen zu zwei wichtigen Musiktheoretikern, Padre Francesco Antonio Vallotti und Graf Giordano Riccati. Luchesi wurde schnell ein berühmter Organist und Komponist für Orgel und Cembalo. Er schuf Instrumentalmusik, Kirchenmusik und Bühnenwerke. Im Frühling 1765 wurde seine Opera buffa L’isola della fortuna (Die Glücksinsel) am Wiener Hoftheater aufgeführt. Während einer Reise nach Italien im Jahr 1771 begegnete er Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart. Ende 1771 reiste Luchesi auf Einladung des Kölner Kurfürsten Maximilian Friederich nach Bonn und arbeitete im kurfürstlichen Hoforchester. Nach dem Tod des vorherigen Kapellmeisters Ludwig van Beethoven der Ältere, dem Großvater des Komponisten Ludwig van Beethoven, wurde Luchesi 1774 zum Hofkapellmeister ernannt. Unter ihm erlebte die Bonner Oper ihre Glanzzeit. Luchesi erlangte in seiner neuen Heimat die Staatsbürgerschaft und im Jahr 1775 heiratete er (Josepha) Anthonetta d’Anthoin. Mit Ausnahme eines Besuches in Venedig 1783/84 lebte er bis zu seinem Tod (1801) in Bonn. Seine Rolle als Kapellmeister endete schon 1794, weil das Bonner Hoforchester infolge der französischen Besetzung des Rheinlandes aufgelöst wurde. Anton Reicha, Bernhard und Andreas Romberg und Franz Anton Ries waren bedeutende Schüler Luchesis.

 

24.5. Konrad BOEHMER: 75. Geburtstag

Er studierte 1959-61 Komposition bei Gottfried Michael Koenig, außerdem Philosophie, Soziologie und Musikwissenschaft an der Universität Köln. 1961-63 arbeitete er unter anderem mit Karlheinz Stockhausen im Studio für Elektronische Musik des WDR in Köln. 1966 legte er seine Dissertation Zur Theorie der offenen Form in der neuen Musik vor. Im selben Jahr zog er in die Niederlande und arbeitete bis 1968 am Instituut voor Sonologie in Utrecht. Bereits seit 1968 war er Musikredakteur der Wochenzeitschrift Vrij Nederland; diese Tätigkeit führte er bis 1973 fort. 1972-2006 war er Professor für Musikgeschichte und Theorie der Neuen Musik an der Königlichen Musikhochschule Den Haag. 1994–2006 leitete er das Instituut voor Sonologie, das 1986 nach Den Haag verlegt worden war. In den siebziger und achtziger Jahren war er mehrmals Gastdozent für Komposition bei den Cursos Latinoamericanos de musica contemporanea. Weitere Dozententätigkeiten führten ihn in die USA, nach Skandinavien und nach Deutschland. Für seine Veröffentlichungen zur Musik und zum Musikleben verlieh die Stadt Rotterdam ihm 1985 den Pierre-Bayle-Preis, für seine Oper Doktor Faustus bekam er 1983 den Rolf-Liebermann-Preis. Er bekleidete u.a. den Vorsitz von Buma/Stemra und der Vereinigung niederländischer Komponisten. Konrad Boehmer bekam den Offiziersorden von Oranje-Nassau. Als Musikkritiker arbeitete er für die holländische Zeitschrift Vrij Nederland und publizierte international über zeitgenössische Musik und Urheberrechte. Er starb 2014 in Amsterdam.

 

24.5. Giuseppe ZAMPIERI: 95. Geburtstag

Giuseppe ZAMPIERI

 Zuerst wurde er Schneider, gewann aber 1948 einen Gesangwettbewerb in Bologna und erhielt ein Stipendium der Mailänder Scala. Seine Lehrer waren Gina Cigna und Barona Barra. 1951 debütierte er am Teatro Lirico in Mailand; dann sang er kleine Comprimario-Partien an der Mailänder Scala (1951 Don Carlos in Cherubinis »L’Osteria Portoghese«, 1952 Pollux in der italienischen Erstaufführung der Oper »Die Liebe der Danae« von R. Strauss. 1953 Armando in der szenischen Uraufführung der Oper »Cagliostro« von I. Pizzetti und Mercurio in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea«, 1954 Cassio in Verdis »Otello«, Arturo in »Lucia di Lammermoor«, Evandro in »Alceste« von Gluck, Herold in Verdis »Don Carlos«, mehrere Partien in Honeggers »Johanna auf dem Scheiterhaufen« und Conte Riccardo in Wolf-Ferraris »I quatro rusteghi«, 1955 Ottokar im »Freischütz«, Trabuco in »La forza del destino«, Flavio in »Norma«, 1, Geharnischter in der »Zauberflöte« und Gastone in »La Traviata«, 1956 Schtschelkalow in »Boris Godunow«, 2. Nazarener in »Salome« von R. Strauss, Nicomede in Scarlattis »Mitridate Eupatore« und Bote in »Aida«, 1957 Edmondo in »Manon Lescaut« von Puccini, Harry in »La fanciulla del West«, Seemann in »Tristan und Isolde« und Hirte in Monteverdis »L‘Orfeo«). Er wirkte dort auch am 14.2.1953 in der Uraufführung von Carl Orffs »Trionfi di Afrodite« mit. 1955 ersetzte er bei einem Gastspiel der Scala in Berlin Giuseppe di Stefano als Edgardo in »Lucia di Lammermoor« und hatte einen aufsehenerregenden Erfolg. Jetzt entwickelte sich seine Karriere schnell. 1954-55 trat er in der Arena von Verona auf; seit 1957 sang er ständig an der Wiener Staatsoper (Debüt als Cassio), wo er sehr beliebt war und bis 1974 in insgesamt 540 Vorstellungen als Gastone und später als Alfredo in »La Traviata«, als Florestan im »Fidelio«, als Pinkerton in »Madama Butterfly«, als Fenton im »Falstaff« von Verdi, als Cavaradossi in »Tosca«, als Don Carlos von Verdi, als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, als Herzog im »Rigoletto«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als italienischer Sänger sowohl im »Rosenkavalier« als auch im »Capriccio« von R. Strauss, als Don José in »Carmen«, als Wladimir in Borodins »Fürst Igor«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Alfred in der »Fledermaus«, als Andrea Chénier von Giordano, als Faust von Gounod, als Alvaro in »La forza del destino«, als Kalaf in Puccinis »Turandot«, als Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra« und als Macduff in Verdis »Macbeth« auftrat. Bei den Salzburger Festspielen wirkte er 1957 als Fenton in Verdis »Falstaff«, 1957-58 als Florestan, 1960-61 als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, 1961 als Gabriele Adorno und 1965 als Macduff mit; 1958 und 1962 sang er in Salzburg das Tenorsolo im Verdi-Requiem, 1960 eine Solopartie in der 8. Sinfonie von G. Mahler. Große Erfolge erzielte er an der Niederländischen Oper in Amsterdam und beim Holland Festival. Sein Amerika-Debüt gab er 1959 an der Oper von San Francisco als Avito in Montemezzis »L’Amore dei Tre Re«; an der Oper von San Francisco wie in Los Angeles hörte man ihn bis 1961 auch als Pinkerton, als Cassio, als Don José, als Rodolfo in »La Bohème«, als Alfredo, als Gabriele Adorno, als Cavaradossi, als Ismaele in Verdis »Nabucco«, als Herzog im »Rigoletto« und als Gustavus (Riccardo) in Verdis »Un ballo in maschera«. 1959 unternahm er eine Tournee durch Israel. 1960 gastierte er bei den Zürcher Festwochen als Don José. Weitere Gastspiele an der Mailänder Scala (1961 als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«), an der Metropolitan Oper New York (1961 als Cavaradossi bei seinem einzigen Auftreten an diesem Haus), an der Covent Garden Oper London, an deutschen und südamerikanischen Bühnen. Schön gebildete, leuchtkräftige Stimme, im italienischen Repertoire, namentlich in Verdi- und Puccini-Opern, aber auch in deutschen Opern-Partien bewundert. Er starb 1981 in Mailand.

Relativ wenige Schallplatten und meist nur kleinere Partien auf Decca. Hier sang er dann auch den Alfred in der »Fledermaus«. Später wurden einige Mitschnitte von Opernaufführungen publiziert, so auf Melodram »Fidelio« (Salzburg, 1957), auf Cetra Opera Live (Cassio in »Otello«), auf Movimento Musica (Gabriele Adorno in Salzburg 1961) und auf TIS-Hunt (Solo in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler); Castle-Video (»Macbeth« von Verdi).

 

26.5. Erst MÄRZENDORFER: 95. Geburtstag

Er studierte in Graz bei Robert Wagner und bei Clemens Krauss am Mozarteum Salzburg. Seine Dirigentenkarriere begann 1940 an der Grazer Oper. In der Folge gründete er den Grazer A cappella Chor, mit dem er bedeutsame Erstaufführungen verwirklichte (Frank Martins Golgotha u.a.). Nach zwei Jahren am Teatro Colón in Buenos Aires, wo er als Assistent von Karl Böhm und als Dirigent tätig war, leitete er 1953-58 als Chefdirigent das Salzburger Mozarteum Orchester. Ab 1951 war er auch Professor am Salzburger Mozarteum. Während seines Engagements in Berlin (1958-61) debütierte er 1959 an der Wiener Staatsoper mit Rigoletto und wurde als Ständiger Gastdirigent an die Wiener Staatsoper berufen. 1964-84 wirkte er außerdem als Ständiger Gastdirigent an der Berliner Staatsoper. Sein Opernrepertoire umfasste mehr als achtzig Opern (von Mozart bis Wagner, Verdi, Debussy, Krenek und Milhaud). Darunter finden sich Erstaufführungen wie Die schweigsame Frau in Salzburg, Der Rosenkavalier und Siegfried in Rom, Parsifal in Berlin sowie die amerikanische Erstaufführung von Strauss’ Capriccio. Zu den Premieren an der Volksoper Wien zählt Intermezzo von Richard Strauss, mit dem er persönlich bekannt war. In Graz dirigierte er über zwanzig Konzerte, darunter 1968-73 einen Mahler-Zyklus, unter anderem auch die Uraufführung seiner Bearbeitung des Finales von Bruckners Neunter und Hugo Wolfs Intermezzo für Streichorchester. Seine rege internationale Tätigkeit im Opern- und Konzertbereich führte ihn unter anderem nach Frankreich, Rumänien Italien, Japan, Nord- und Südamerika; er dirigierte bei den Salzburger (1954-82) und Bregenzer Festspielen (1974 Die Welt auf dem Monde von Jospeh Haydn) und den Wiener Festwochen, konzertierte mit den Wiener und Berliner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern und anderen bedeutenden Orchestern. Als Chefdirigent des Salzburger Hellbrunn-Festivals dirigierte er in fünfundzwanzig Jahren zwanzig verschiedene Bühnenwerke – von Offenbach bis zu Richard Strauss’ letzter Oper Des Esels Schatten. Der symphonische Schwerpunkt Märzendorfers galt den Werken Bruckners und Gustav Mahlers. Er leitete Erstaufführungen von Werken der Komponisten Hindemith (Mathis der Maler in Paris), Dallapiccola, Orff, Bartók, Britten und Henze. Als erster Dirigent nahm er alle einhundertsieben Sinfonien von Joseph Haydn in Wien auf. Von seinen zahlreichen Platteneinspielungen sind die Gesamtaufnahmen von L’elisir d’amore, Eine Nacht in Venedig, Die Hugenotten oder Rappresentazione di Anima e di Corpo (Salzburger Festspiele 1973) sowie Werke von Johann Strauß Vater zu nennen. Zu den Höhepunkten seiner Opernkarriere zählen Aufführungen von Strauss’ Die schweigsame Frau, Pfitzners Palestrina, Schnittkes Gesualdo, sowie die Weltpremieren von Henzes Tancredi und Idiot an der Wiener Staatsoper und Eröds Orpheus ex machina in Graz. 2003 dirigierte er die ungekürzte Fassung von Enescus Oedipe in Bukarest. Von 2005 an leitete er als Chefdirigent die Festspiele im Römersteinbruch von St. Margarethen im österreichischen Burgenland. Märzendorfer, der selbst Klavier, Geige und Bratsche spielte, trat auch als Komponist von kammermusikalischen Werken, von Klavierkonzerten, Bühnenmusik und eines Balletts (Teufelsgarde 1944) hervor. 1999 wurde er zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt, 2009 zum Ehrenmitglied des Musikvereins für Steiermark. Er war Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (2006) sowie des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (1991) und des Großes Ehrenzeichens des Landes Steiermark, 1991 erhielt er den Johann Joseph Fux-Preis. Vom österreichischen Bundespräsidenten wurde ihm der Berufstitel Professor verliehen. Er starb 2009 in Wien,

 

27.5. Arthur van EWEYK: 150. Geburtstag

 Sein Vater Henry van Eweyk war ein holländischer Maler, seine Mutter Deutsche. Ausbildung der Stimme in den Jahren 1890-92 durch Felix Schmidt in Berlin. Er debütierte 1891 in einem Konzert in der Berliner Philharmonie in der »Frithjof Saga« von Max Bruch. Seitdem hatte er in Deutschland eine sehr erfolgreiche Karriere als Oratorien- und Liedersänger. Man schätzte ihn namentlich als Händel- und Bach-Interpreten sowie als Liedersänger. Als einer der ersten Lied-Interpreten widmete er sich dem Liedschaffen von Hugo Wolf und von Max Reger. Man schätzte auch seinen Vortrag der Balladen von Carl Loewe. Konzertreisen führten ihn nach Holland, Belgien, Russland, Italien, Norwegen und in die Schweiz. Hinzu kamen mehrere glanzvolle Nordamerika-Tourneen. Arthur van Eweyck hatte bis 1912 seinen Wohnsitz in Berlin und ging von dort aus seiner Tätigkeit im Konzertsaal nach. Noch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrte er jedoch in seine amerikanische Heimat zurück. Seit 1923 lebte der Künstler, der nie auf der Bühne aufgetreten ist, in Villa Park (Illinois). Er starb 1929 in den USA.

Fünf Victor-Platten aus dem Jahr 1910 haben die Stimme des Sängers, der von der Kritik immer wieder mit Johannes Messchaert verglichen wurde, überliefert.

 

  1. Nicola RESCIGNO: 100. Geburtstag

Er entstammte einer musikalischen Familie und wurde in Manhattan geboren. Sein Vater war langjähriger Trompeter im Orchester der MET, zeitweise war er auch bei den New Yorker Philharmonikern tätig. 1929 zog Rescigno nach Italien, wo er Rechtswissenschaften (mit Promotion zum Dr. jur.) und am Collegio Mondragone in Frascati, dann am Konservatorium in Rom bei Ildebrando Pizzetti sowie bei Giannini und Giorgio Polacco Musik studierte. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges kehrte er nach New York zurück, wo er nach Abschluss seiner Studien an der Juilliard School sein Debüt als Dirigent gab. Anlässlich einer Amerika-Tournee des Teatro San Carlo leitete er im Dezember 1943 an der Brooklyn Academy of Music eine Vorstellung von La travaiata und dirigierte dann auch weitere Aufführungen während der Gastspielreise. Seine nächsten Engagements hatte er an den Opernhäusern von Hartford, Detroit, Chicago, Cleveland und Havanna. Dabei bevorzugte er, wie auch später, die italienische Oper des 19. Jahrhunderts mit Werken von Rossini, Bellini, Donizetti, Verdi und Puccini. 1953 wirkte er bei der Gründung dem Lyric Theatre of Chicago, der heutigen Lyric Opera in Chicago, mit und leitete sie 1954-56 als deren erster musikalischer Direktor. Im November 1954 begleitete er hier Maria Callas bei ihrem Amerika-Debüt in Norma mit Mirto Picchi und Giulietta Simionato, dann in La traviata mit Tito Gobbi und in Lucia di Lammermoor mit Giuseppe Di Stefano und Giangiacomo Guelfi. Bei ihrem nächsten Gastspiel 1955 sang sie unter seiner Stabführung I Puritani mit Ettore Bastianini und Nicola Rossi-Lemeni, Il trovatore mit Jussi Björling und Madama Butterfly mit Di Stefano. 1957 wurde er Mitbegründer der Oper in Dallas, die er bis 1990 als künstlerischer Direktor und Chefdirigent leitete. Er verhalf an dieser Oper Montserrat Caballé, Plácido Domingo, Joan Sutherland, Teresa Berganza, Magda Olivero, Jon Vickers, Alfredo Kraus und dem Regisseur Franco Zeffirelli zu ihren ersten Auftritten vor amerikanischem Publikum. Weiters leitete er dort die amerikanischen Erstaufführungen von Alcina, Giulio Cesare in Egitto, Orlando furioso und L’Incoronazione di Poppea. 1966 dirigierte er an diesem Haus die Uraufführungen von Virgil Thomsons Fantasy in Homage to an Earlier England und 1988 Dominick Argentos The Aspern Papers. Er zählte mit Tullio Serafin und Georges Prêtre zu den von Maria Callas am meisten geschätzten Dirigenten, mit der er von 1958-69 mehrere Aufnahmen für EMI machte. Die Zusammenarbeit mit ihr setzte er auch in Dallas fort. Im November 1957 dirigierte er ihren Arienabend mit Werken von Mozart, Bellini, Donizetti und Verdi. Er leitete in der Folge ihre Auftritte als Traviata an der Covent Garden und ihre Aufführungen während der Amerika-Tournee in Atlanta, Cleveland, Detroit, Washington, Montreal, San Francisco und Los Angeles. 1959 trat er mit ihr in der Carnegie Hall und in einer gemeinsamen Konzerttournee durch Europa auf, die sie u.a nach Madrid, Barcelona, Hamburg und München führte. 1961 präsentierten sie in Epidauros die Medea. Im März 1965 trafen sich beide ein letztes Mal an der Pariser Oper für eine Aufführung von Tosca. 1978 trat Rescigno erstmals an der Metropolitan Opera auf und dirigierte Don Pasquale mit Beverly Sills. 1980 folgte unter seiner musikalischen Leitung mit José Carreras L’elisir dàmore, 1981 L’Italiana in Algeri mit Marilyn Horne und Rockwell Blake sowie wieder L’elisir d’amore, diesmal mit Luciano Pavarotti, und 1981/82 La traviata. Einladungen führten ihn an viele große Opernhäuser in Europa und Amerika, so nach San Francisco (1950-51 Il barbiere di Siviglia und Madama Butterfly, 1984 La Sonnambula, 1986 Konzert Caballé-Horne), zum Glyndebourne Festival (1978 La Bohème), nach London, Paris, München, Zürich, Buenos Aires und nach Hamburg. An der Wiener Staatsoper leitete er 1978 zwei Vorstellungen von Il barbiere di Siviglia mit Marilyn Horne. Rescigno hatte schon lange einen Wohnsitz in Rignano Flaminio, einem Dorf in der Nähe von Rom. Seit seinem Rückzug von der Oper 1990 bewohnte er ihn ständig mit seinem Lebensgefährten aus vier Jahrzehnten, Aldo Marcoaldi. Am 30. Juli 2008 wurde er nach einem Sturz mit einem gebrochenen Oberschenkelknochen in das Belcolle-Krankenhaus von Viterbo eingeliefert, wo er dann am 4.8.2008 an Atemproblemen und Herzversagen starb. Er ist der Onkel des Dirigenten Joseph Rescigno.

 

29.5. Pietro ROMANI (italienischer Komponist): 225. Geburtstag

 

30.5. Rita TALARICO: 75. Geburtstag

Rita Talarico

 Ihre Stimme wurde in Rom durch Gabriella Besanzoni sowie an der Accademia di Santa Cecilia durch Maria Teresa Pediconi ausgebildet. Bühnendebüt am Teatro Nuovo Spoleto 1965 in Cimarosas »Il matrimonio segreto«; beim Festival von Spoleto 1967 trat sie als Eleonora in Donizettis »Il Furioso all‘ Isola di San Domingo« auf. Sie gewann 1968-69 einen von der Mailänder Scala durchgeführten Wettbewerb für Nachwuchssänger. Es kam dann zur Ausbildung einer großen Karriere an den Opernhäusern der italienischen Halbinsel: an der Mailänder Scala (1968 Anna in Catalanis »Loreley«, 1970 Liu in Puccinis »Turandot«, 1971 Emma in »Chowanschtschina« von Mussorgsky und 1985 Bacchus in »L‘Orfeo« von Luigi Rossi), der Oper von Rom, in Genua und Bologna, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Regio Parma, am Teatro Verdi Triest, beim Maggio Musicale Fiorentino und bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom. Erfolgreich auch bei Gastspielauftritten an den Opern von Lyon und Rouen, in Montreal, an der City Opera New York und am Opernhaus von Philadelphia. Höhepunkte in ihrem weit gespannten lyrischen Koloratur-Repertoire waren die Elvira in Bellinis »I Puritani«, die Amina in »La Sonnambula«, die Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, die Titelheldin in »Ifigenia« von Pizzetti, die Mimi in »La Bohème«, die Butterfly, die Traviata, die Medora in Verdis »Il Corsaro«, die Elsa im »Lohengrin«, die Agathe im »Freischütz«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Gräfin wie die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Adina in »L’Elisir d’Amore«, die Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto« und die Margherita in »Mefistofele« von Boito. Die in Rom lebende Sängerin war auch im Konzertsaal in einem reichhaltigen Repertoire zu hören. Sie starb 1995 in Rom.

Schallplatten: MHS (»Il Furioso all‘ Isola di San Domingo« aus Spoleto, 1967), Nuova Era (»Loreley« von Catalani).

 

30.5. Jean BRAZZI: 80. Geburtstag

Jean BRAZZI

 Er studierte zuerst am Konservatorium von Troyes, dann am Conservatoire National Paris. 1961 debütierte er als Konzertsänger, begann aber auch im gleichen Jahr seine Bühnenkarriere am Theater von Besançon als Alfredo in »La Traviata«. Er sang regelmäßig an den führenden Opernhäusern in der französischen Provinz, darunter in Marseille, Lyon, Bordeaux, Rouen, Lille, Toulouse und an der Opéra du Rhin Straßburg. 1968 und 1980 hörte man ihn an der Grand Opéra Paris. Hinzu traten erfolgreiche Auftritte im Ausland. Bereits 1966 und wieder 1969 gastierte er bei den Festspielen von Glyndebourne in einer seiner Glanzrollen, dem Titelhelden in »Werther« von Massenet. 1966 sang er am Grand Théâtre Genf (Julien in »Louise« von Charpentier), 1967 beim Wexford Festival (Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod), 1970 an der Oper von Monte Carlo (Julien), 1980 am Teatro Liceu Barcelona (Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«). Weiter zu Gast an den Opern von Gent und Lüttich wie in Mexico City. 1972 sang er an der Oper von Marseille in der französischen Erstaufführung der Oper »Socrate« von Satie die Partie des Phaëdon. Sein Repertoire war in der Hauptsache französisch-italienisch orientiert; aus ihm seien noch als Höhepunkte der Faust von Gounod, der des Grieux in Massenets »Manon«, der Don José in »Carmen«, der Jean in »Hérodiade« von Massenet, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, der Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi«, der Stewa in Janáceks »Jenufa« und der Paco in »La Vida breve« von de Falla genannt. Zu Beginn der achtziger Jahre gab der auch als Konzert- und Oratoriensolist bekannte Sänger seiner Karriere auf. Er starb 1992 in Paris.

Schallplatten: Philips (Querschnitt »Werther«), Rodolphe Records (Gesamtaufnahme »Hérodiade«), Charlin Disques (»Les Béatitudes« von César Franck).

 

30.5. Edouard van REMOORTEL (belgischer Dirigent): 90. Geburtstag

 

31.5. Shirley VERRETT: 85. Geburtstag

Shirley VERRETT

Ihre Jugend verbrachte sie in Kalifornien. 1955 begann sie ihre Gesangsausbildung bei Anna Fitziu in Chicago, die sie bei Mme. Székély-Freschl an der Juilliard Music School beendete. Sie war auch Schülerin von Hall Johnson in Los Angeles, später der berühmten Mezzosopranistin Giulietta Simionato. Sie sang bereits kleinere Partien in ihrer amerikanischen Heimat: 1957 in Yellow Springs (Ohio) in Brittens »The Rape of Lucretia«, 1958 an der New York City Opera in »Lost in the Stars« von Weill. 1959-60 sang sie ähnliche Rollen an der Oper von Köln (Debüt in der Uraufführung der Oper »Der Tod des Grigori Rasputin« von Nikolas Nabokov am 23.11.1959). Nachdem sie den Marian-Anderson-Preis für junge farbige Sänger gewonnen hatte, debütierte sie bei den Festspielen von Spoleto 1962 als Carmen. 1963 gastierte sie mit sensationellen Erfolgen am Bolschoi Theater in Moskau und an der Oper von Kiew. Im gleichen Jahr begann sie eine glanzvolle Karriere als Konzert- und Liedersängerin in ihrer amerikanischen Heimat; auch in den europäischen Musikzentren erschien sie im Konzertsaal. 1964 gastierte sie als Carmen an der City Opera New York. 1966 große Erfolge an der Covent Garden Oper London als Ulrica im »Maskenball«, als Azucena im »Troubadour«, als Amneris in »Aida«, als Eboli in Verdis »Don Carlos«, als Carmen und als Orpheus in Glucks »Orpheus und Eurydike«. 1967 debütierte sie an der Mailänder Scala mit dem Alt-Solo im Verdi-Requiem. 1970 bewunderte man sie dort als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saens und als Eboli in Verdis »Don Carlos«, 1971 als Elisabetta in Donizettis »Maria Stuarda«, 1975 und 1979 als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«. 1977 als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« und 1984 als Carmen; 1978-90 trat sie dort oft in Konzerten und Liederabenden auf (darunter 1981 wieder im Verdi-Requiem, diesmal aber mit dem Sopran-Solo). 1968 wurde sie an die Metropolitan Oper New York verpflichtet, wo sie im September 1968 ein glanzvolles Debüt als Carmen hatte. Sie sang bis 1990 an diesem Haus in insgesamt 126 Vorstellungen ihre großen Partien: die Eboli, die Amneris, die Azucena, die Cassandre wie die Didon in »Les Troyens« von Berlioz (die sie beide an einem Abend in der dortigen Premiere des Opernwerks vortrug), die Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, den Néocle in der amerikanischen Erstaufführung von Rossinis »Le Siège de Corinthe«, die Adalgisa wie die Norma in Bellinis »Norma«, die Mme. Lidoine in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc, die Leonora in »La Favorita« von Donizetti, die Tosca, die Dalila, die Leonore im »Fidelio« und die Lady Macbeth. Sie gastierte auch an der Staatsoper von Wien (1970 als Eboli), an der Oper von Genf, in Montreal, Cincinnati, Pittsburgh und beim Maggio Musicale Fiorentino, wo sie 1969 die Elisabetta in »Maria Stuarda« gestaltete (und mit dieser Produktion auch im gleichen Jahr beim Edinburgh Festival gastierte). 1971 feierte man sie an der Oper von Dallas als Leonora in Donizettis »La Favorita«. An der Oper von San Francisco sang sie 1972 die Amneris und die Selika in der »Afrikanerin« von Meyerbeer, 1975 die Azucena, 1978 die Norma, 1980 die Dalila, 1986 die Lady Macbeth und 1988 nochmals die Selika. An der Pariser Oper gastierte sie 1974 als Azucena, 1983 als Sinaide in Rossinis »Moise«, 1984-85 in der Titelrolle von Glucks »Iphigénie en Tauride«, 1984 als Lady Macbeth, 1985 in der Titelrolle von Glucks »Alceste« und 1986 in der Titelrolle von Cherubinis »Medée«. Am 13.7.1989 sang sie im Eröffnungskonzert der neu erbauten Opéra Bastille Paris, am 17.3.1990 in der ersten Vorstellung an diesem Hause die Didon in »Les Troyens«. Gegen Ende der siebziger Jahre trat sie mehr und mehr in dramatischen Sopranpartien hervor. 1986 gastierte sie an der Oper von Boston als Tosca, 1991 am Teatro San Carlo Neapel als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, im australischen Adelaide als Dalila. Als das nach seiner Kriegszerstörung wieder aufgebaute Teatro Carlo Felice in Genua 1991 mit Verdis »Troubadour« eröffnet wurde, sang sie die Azucena. Sie starb 2010 in Ann Arbor (Michigan). – An ihrer groß dimensionierten Stimme schätzte man die Weite des Tonumfangs wie die fast suggestive, glutvolle Dramatik des Vortrags, dazu galt sie als grandiose Darstellerin.

Lit: S. Jenkins: Shirley Verrett (in »Opera«, 1973).

Schallplatten: Die ersten Aufnahmen der Künstlerin erschienen unter dem Namen Shirley Verrett-Carter; zahlreiche Schallplatten auf RCA (Titelheld in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, Ulrica in »Un ballo in maschera«, Preziosilla in »La forza del destino«, Federica in »Luisa Miller« von Verdi, Orsini in »Lucrezia Borgia« von Donizetti), Electrola (Eboli in Verdis »Don Carlos«), Decca (»Macbeth« von Verdi, Azucena im »Troubadour« mit Luciano Pavarotti), TIS (»Maria Stuarda«), Frequenz (»Mosè in Egitto« von Rossini), amerik. Columbia, CBS, MRF (»Maria Stuarda« von Donizetti), Arkadia (Dido in »Dido and Aeneas« von H. Purcell), Morgan (»Die Afrikanerin« von Meyerbeer), DGG (»Macbeth« von Verdi); Castle-Video (»Die Afrikanerin«).

 

31.5. Wladimir REBIKOW: 150. Geburtstag

 

Er studierte in Moskau bei Nikolai Klenowski und wirkte nach einem Aufenthalt in Berlin und Wien als Musiklehrer und Komponist in Moskau. Er komponierte sechs Opern, mehrere Pantomimen, zwei Orchestersuiten und kirchenmusikalische Werke sowie Musikpsychologien (musikalisch dargestellte psychologische Vorgänge) und Melomomiken (lyrische Szenen mit Musik und Mimik ohne Text). Daneben experimentierte er auch mit Grammophonen und entwickelte eine eigene – heute sehr seltene – Schallplatte, die mit sogenannten „stumpfen“ Rebikow-Nadeln abgespielt wurde. Er starb 1920 in Jalta.

 

 

 

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