Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM OKTOBER 2017

GEBURTSTAGE IM OKTOBER 2017

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

1.10. Peter STEIN wird 80

Bildergebnis für peter stein

 Er ist einer der bedeutendsten Schauspiel- und Opernregisseure Europas. Er studierte Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt und München. Seine Theaterlaufbahn begann 1964 an den Münchner Kammerspielen als Assistent von Fritz Kortner. Seine erste eigene Produktion, Edward Bonds Gerettet im Jahr 1967, war ein unmittelbarer Erfolg. Bereits ein Jahr später wurde Stein infolge des Skandals, den seine kühne politische Interpretation von Peter Weiss’ Vietnam-Diskurs auslöste, fristlos entlassen. Über Zürich kam er 1969 nach Bremen, wo er seine legendäre Inszenierung von Goethes Torquato Tasso erarbeitete. 1970 ging er nach Berlin, wo er die Schaubühne am Halleschen Ufer mitbegründet hatte und erregte dort weithin Aufmerksamkeit: Zu seinen wichtigsten Inszenierungen dieser Jahre zählen Ibsens Peer Gynt, Kleists Prinz Friedrich von Homburg, Handkes Die Unvernünftigen sterben aus und Nigel Williams’ Klassenfeind. Seine Bearbeitung und Inszenierung von Aischylos’ Orestie aus dem Jahr 1980 (1994 in Moskau in russischer Sprache wiederaufgenommen) gilt als seine bedeutendste Arbeit überhaupt. 1985 beschloss Stein, fortan freischaffend zu arbeiten und inszenierte als Gastregisseur Opern und Theaterstücke für wichtige internationale Produktionen. Er feierte große Erfolge mit den Tschechow-Stücken Drei Schwestern (1984, noch für die Schaubühne), Der Kirschgarten (1989 sowie für die Salzburger Festspiele 1995) und Onkel Wanja (1996). 1992-97 leitete er das Schauspiel bei den Salzburger Festspielen. 2000 inszenierte er beide Teile von Goethes Faust für die Expo in Hannover – ungekürzt in 22 Stunden (Wiederaufnahmen in Berlin und Wien 2001). Weitere Riesenprojekte folgten 2007 mit Schillers gesamter Wallenstein-Trilogie als zehnstündiger Aufführung mit Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle und 2009 mit I Demoni nach Dostojewksi auf Steins Landsitz in San Pancrazio, eine Produktion, die anschließend auf Welttournee ging und 2010 mit dem Premio Ubu ausgezeichnet wurde. Seine jüngste Schauspielarbeit bei den Salzburger Festspielen war 2010 Sophokles’ Ödipus auf Kolonos. 2013 inszenierte er Becketts Das letzte Band mit Klaus Maria Brandauer auf Schloss Neuhardenberg, Labiches Le Prix Martin am Théâtre de l’Odéon in Paris, Pinters Die Heimkehr beim Spoleto56 Festival dei 2Mondi und Shakespeares König Lear mit Brandauer am Wiener Burgtheater. Zu seinen Operninszenierungen der letzten Jahren zählen Tschaikowskis Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame in Lyon (2006–08), Dallapiccolas Il prigioniero und Bartóks Herzog Blaubarts Burg an der Mailänder Scala und in Amsterdam (2008), Bergs Lulu in Lyon (2009; Wiederaufnahmen in Mailand und Wien), Verdis Macbeth bei den Salzburger Festspielen und in Rom (2011), Schostakowitschs Die Nase in Zürich (2011) und Rom (2013), Don Carlo bei den Salzburger Festspielen 2013 und Aida am Stanislawski-und-Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater in Moskau (2014). Während seiner 45-jährigen Karriere wurde Peter Stein mit einer Vielzahl an Preisen und Auszeichnungen geehrt, darunter die Titel Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres und Chevalier de la Légion d’Honneur sowie der Orden Pour le Mérite. Die Universitäten von Edinburgh, Valenciennes, Salzburg, Rom und Jena verliehen ihm die Ehrendoktorwürde. Er ist Träger des deutschen Bundesverdienstkreuzes und des Ehrenzeichens des Landes Salzburg.

 

2.10. Claire PRIMROSE wird 60

Claire PRIMROSE

 Sie studierte am Victorian College of Arts und war in Melbourne Schülerin von Joan Hammond. In den französischen Liedgesang wurde sie in Paris durch Gérard Souzay eingeführt. Sie erregte bei mehreren Gesangwettbewerben Aufsehen (Concours der Metropolitan Oper New York, Pavarotti-Concours in Philadelphia). Nachdem sie bereits 1990 in Australien auf der Bühne aufgetreten war, sang sie an der English National Opera London u.a. die Krista in »Die Sache Makropoulos« von Janácek, die Meg Page im »Falstaff« von Verdi, die Mercedes in »Carmen« und die Cornelia in »Giulio Cesare« von Händel. Beim Wexford Festival hörte man sie in der Titelrolle von Rossinis »La Cenerentola«, in Montpellier als Charlotte im »Werther« von Massenet, an der Oper von Lille als Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, an der Opéra de Wallonie Lüttich als Salud in »La vida breve« von M. de Falla. Weitere Auftritte erfolgten bei der Opera North Leeds (als Suzuki in »Madame Butterfly«), beim Hongkong Festival (als Orlofsky in der »Fledermaus«), bei der Operngesellschaft Forum in Enschede in Holland (als Sesto in »La clemenza di Tito« von Mozart) und in Bologna (als Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell). Sie nahm dann auch Sopranpartien in ihr Repertoire auf und sang 1989 an der Kent Opera in England, in der Saison 1992-93 an der Australian Opera Sydney die Leonore im »Fidelio«, an der Covent Garden Oper London und in Monte Carlo die Titelpartie in »Alceste« von Gluck, die sie dann auch am Théâtre Châtelet in Paris vortrug. An der Nationaloper von Helsinki und an der New Israeli Opera in Tel Aviv gastierte sie 1992 als Elettra in Mozarts »Idomeneo«, an der Queensland Opera als Fiordiligi in »Così fan tutte«, an der Australian Opera Sydney 1994 als Santuzza in »Cavalleria rusticana«. 1996 gastierte sie am Opernhaus von Adelaide als Tatjana im »Eugen Onegin«, 1998 als Sieglinde in der »Walküre«, 1998 an der Australian Opera Sydney als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«. 2000 sang sie am Staatstheater von Braunschweig die Sieglinde, 2001 an der Oper von Dublin die Senta in »Der fliegende Holländer«. Nicht weniger erfolgreich war sie als Konzertsängerin.

 

2.10. Francis JACKSON wird 100

 Biographie des britischen Organisten und Komponisten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Francis_Jackson_(composer)

 

3.10. Francisco CASANOVA wird 60

Francisco Casanova

 Er absolvierte seine Gesangsausbildung hauptsächlich in Mailand. 1990 gewann er den Francisco Vinas-Wettbewerb, danach Preisträger bei verschiedenen weiteren Gesangswettbewerben. Er trat als Gast an zahlreichen Opernhäusern in den USA, in Italien, Deutschland, Frankreich und Spanien auf. In Avignon sang er den Alvaro in Verdis »La forza del destino«, am Teatro Regio Parma die Titelrolle in dessen Oper »Ernani«, beim Festival von Spoleto das Tenorsolo im Requiem von Verdi, am Teatro Comunale Bologna den Oronte in »I Lombardi«, ebenfalls von Verdi. An der Staatsoper von Dresden übernahm er die Titelrolle in »Roberto Devereux« von Donizetti mit Edita Gruberova als Partnerin. Im Mai 1996 ersetzte er Luciano Pavarotti bei einem Konzert in der Avery Fisher Hall in New York. 2000 gastierte er an der New Israeli Opera in Tel Aviv wie an der Wiener Staatsoper als Eleazar in »La Juive« von Halévy, nachdem er 1999 diese Partie (konzertant) in der New Yorker Carnegie Hall gesungen hatte. In der Saison 2000-01 hörte man ihn in der Carnegie Hall als Arrigo in Verdis »La battaglia di Legnano«. 2001 erfolgte sein Debüt an der Metropolitan Oper New York als Manrico im »Troubadour«; bis 2005 sang er dort in insgesamt 39 Vorstellungen auch den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, den Ismaele in Verdis »Nabucco«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Alfred in der »Fledermaus«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Eleazar (indem er kurzfristig Neil Shicoff ersetzte) und den Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«. An der Mailänder Scala gastierte er 2003 als Jacopo Foscari in Verdis »I due Foscari«, an der Wiener Staatsoper 2006 als Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«.  

 

3.10. Eiji ŌUE wird 60

Er wurde als Sohn einer früheren Samurai-Familie geboren. Im Alter von vier Jahren begann er mit dem Klavierspiel. Im Alter von 15 Jahren begann er Dirigierstudien bei Hideo Saito an der Toho Gakuen School of Music. Im Jahr 1978 erhielt er eine Einladung von Seiji Ozawa zu einem Sommerstudium im Tanglewood Music Centre. Hier lernte er seinen zukünftigen Mentor Leonard Bernstein kennen, mit dem er später gemeinsam drei internationale Konzerttourneen unternahm. Er unterstützte Leonard Bernstein bei der Gründung des Pacific Music Festival in Sapporo im Jahr 1990 und wirkte dort als Dirigent. Er war unter anderem Chefdirigent des Erie Philharmonic Orchestra (1991–95), Musikalischer Direktor des Minnesota Orchestra (1995–2002), Musikalischer Direktor des Grand Teton Music Festival in Wyoming (1997–2003), Chefdirigent des Osaka Philharmonic Orchestra (ab 200) und Chefdirigent des Orquesta Sinfonica de Barcelona (ab 2006). Im Jahr 2005 wurde er als erster asiatischer Dirigent zu den Bayreuther Festspielen eingeladen und leitete eine umstrittene Aufführung von Richard Wagners Tristan und Isolde, in deren Folge er 2006 von Peter Schneider abgelöst wurde. Nach einer gemeinsamen Konzerttour 1997 wurde Eiji Ōue für die Konzertsaison 1998/99 bis 2008/09 Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie in Hannover. Ōue ist Initiator des NDR Musiktages in Hannover, zu dem Konzerte an zahlreichen ungewöhnlichen Orten in der Stadt stattfinden. Eiji Ōue hat seit dem Jahr 2000 eine Professur für Dirigieren an der Musikhochschule Hannover inne.

 

3.10. Mario BOLOGNESI wird 70

Mario Bolognesi als Spoletta

 Er absolvierte sein Musik- und Gesangstudium in Rom, wo er auch als Konzertsänger in Bach-Kantaten debütierte. 1981 trat er mit dem Ensemble des Sabbioneta Festivals von Mantua bei dessen Gastspiel in London als Apollo in der frühen Barockoper »Dafne« von Marco da Gagliano auf. Er sang dann an verschiedenen italienischen Operntheatern und zeichnete sich vor allem als Interpret von barocken und Belcanto-Opern aus, wandte sich aber später mehr dem Buffo- wie dem Charakterfach zu. 1983 nahm er am Teatro Fenice Venedig an der Wiederaufführung der einst sehr erfolgreichen Oper »La prova di un‘ Opera seria« von Francesco Gnecco teil. Am Teatro Malibran in Venedig gastierte er 1983, am Teatro Verdi Triest 1984 als Quint in »The Turn of the Screw« von B. Britten, 1983 am Teatro Giocosa in Savona als Marco Orazio in »Gli Orazi e i Curiazi« von Cimarosa. 1984 wirkte er am Teatro Comunale Bologna in Aufführungen von Glucks »Alceste« mit, 1984 am Teatro Fenice Venedig in »Il nascimento dell‘ Aurora« von Tommaso Albinoni, am Teatro San Carlo Neapel in »La Schiava liberata« von N. Jommelli (als Solimano). 1986 sang er bei den Festspielen von Macerata, 1987 am Teatro Rossini in Lugo den Dorvil in Rossinis »La scala di seta«, 1987 am Teatro Giocosa von Savona den Lindoro in »Nina o sia La pazza per l’amore« von Paisiello. Am Teatro Comunale Bologna wirkte er 1987 in der Uraufführung der Oper »Trionfo della notte« von Adriano Guarnieri mit. 1988 hörte man ihn in Rom als Agenore in »Il re Pastore« von Mozart, 1989 in San Remo als Graf Romolo in »Il fanatico burlato« von Cimarosa, an der Oper von Rom als Basilio in »Le nozze di Figaro«, am Teatro Regio Turin 1989 in der gleichen Rolle und als Morfontaine in »Manon« von Massenet. An der Mailänder Scala debütierte er am 16.5.1989 in der Uraufführung der Oper »Doktor Faustus« von Giacomo Manzoni. An der Mailänder Scala trat er dann bis 2007 auch als einer der Knappen im »Parsifal«, als Tanzmeister in Puccinis »Manon Lescaut«, als königlicher Herold in Verdis »Don Carlo«, als Arzt in Prokofjews »L’Ange de feu«, als Condulmiero in Rossinis »Maometto II«,  als Lucano in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, als Harry in Puccinis »La fanciulla del West«, als Fürst Nilsky in Prokofjews »Der Spieler«, als Spoletta in »Tosca«, als Abbé in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, als Beichtvater in Poulencs »Dialogues des Carmélites«, als Pong in Puccinis »Turandot«, als Goro in »Madama Butterfly« und als Tschekalinski in Tschaikowskys »Pique Dame« auf.  1989 trat er beim Glyndebourne Festival wieder als Basilio in »Le nozze di Figaro« auf, 1990 am Teatro Valle in Rom als Don Calafrone in »Don Chisciotte« von Paisiello. Er nahm zunehmend Buffo- und Charakterrollen, auch kleinere Partien, in sein umfangreiches Repertoire auf. 1991 sang er in Turin den Malatestino in »Francesca da Rimini« von Zandonai, 1992 bei den Festspielen in den Caracalla-Thermen in Rom den Pong, 1993 bei den Festspielen von Verona den Remendado in »Carmen«. 1995 war er am Teatro Coccia in Novara als Bardolfo in Verdis »Falstaff« zu Gast. Er sang am Teatro Carlo Felice Genua 1995 den Goro, 1995-96 am Teatro Massimo Palermo den Malatestino und den Abbé in »Adriana Lecouvreur«, 1995 an der Oper von Rom den Goro, 1995 in der Arena von Verona wieder den Remendado  und den Pong, 1996 am Teatro Comunale Florenz den Goro. Bei den Festspielen in der Arena von Verona trat er 1997 als Goro auf, 1998 in »Tosca«, an der Oper von Rom 1998 als Basilio in »Le nozze di Figaro«, am Teatro Comunale Bologna als Pasqua in »Il Campiello« von E. Wolf-Ferrari. 2000 trat er am Teatro Filarmonico Verona als Tinca in »Il Tabarro« und als Gherardo in »Gianni Schicchi« von Puccini, am Teatro Comunale Bologna als Handlungsreisender in »La notte di un nevrastenico« von Nino Rota, am Teatro Bellini Catania als Edmondo in »Manon Lescaut«. 2001 gastierte er am Teatro Massimo Palermo als Spoletta.

Schallplatten: RCA (Spoletta in »Tosca«), Nuova Era (»Don Chisciotte« von Paisiello, »Olivo e Pasquale« von Donizetti), Bongiovanni (»Nina o sia La pazza per l’amore« von Paisiello), Hunt Records (»Il fanatico burlato« von Cimarosa), EMI (3 Partien in »L’Orfeo« von Monteverdi), TIS (»Gli Orazi e i Curiazi« von Cimarosa), Agorá (»Il fanatico burlato« von Cimarosa); TRT-Video (»Elisabetta, regina d‘ Inghilterra« von Rossini, Turin 1985).

 

3.10. Die deutsche Sopranistin Heide CHRISTIANS wird 75

 

3.10. Margarita ZIMMERMANN wird 75

Margarita Zimmermann

 Sie entstammte einer argentinisch-russischen Familie. Sie studierte in Argentinien, wo sie seit 1975 regelmäßig am Teatro Colón Buenos Aires sang und 1977 als Orfeo in Glucks »Orfeo ed Euridice« erstes Aufsehen erregte. Sie kam 1977 nach Europa und war zunächst 1977-78 am Landestheater von Salzburg engagiert, wo sie als Carmen und als Ulrica in Verdis »Maskenball« auftrat. Dann hatte sie einen ersten großen Erfolg 1978 am Théâtre de la Monnaie Brüssel in der Rolle des Cherubino in »Le nozze di Figaro«. An der Oper von Lyon bewunderte man sie als Idamante in »Idomeneo« von Mozart und 1979 in der Barock-Oper »Ercole amante« von Cavalli. 1979 fand ihr USA-Debüt an der Miami Opera als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns statt. 1979-80 trat sie bei den Salzburger Festspielen als Solistin in der C-Moll-Messe von Mozart auf. 1980 debütierte sie an der Covent Garden Oper London als Cherubino und sang dann 1980 beim Berlioz-Festival in Lyon. 1981 nahm sie ihren Wohnsitz in Venedig. Dort kam sie 1981-86 am Teatro Fenice zu großen Erfolgen in »Idomeneo«, in »Szenen aus Faust« von R. Schumann, in Glucks »Orfeo ed Euridice« und in einer szenischen Aufführung der Matthäuspassion von J.S. Bach. Am Theater von Tourcoing nahm sie 1987 an der Uraufführung der Oper »Maria di Buenos Aires« von Piazzolla teil. 1987 Gastspiel am Teatro Comunale Bologna als Marguerite in »La damnation de Faust« von Berlioz. 1988 hörte man sie in Madrid, 1989 an der Oper von Monte Carlo in der Titelrolle von Massenets »Thérèse«. Weitere Gastspiele am Grand Théâtre Genf (1980), an der Oper von San Francisco (1982 Rosina im »Barbier von Sevilla« und 1984 als Zerline im »Don Giovanni«), an der Grand Opéra Paris (1983 als Carmen), am Théâtre des Champs-Elysées Paris (1986), an den Opernhäusern von Nantes (1982) und Rom (1985). 1988 hörte man sie in Piacenza und in Madrid als Charlotte in Massenets »Werther«, 1990 am Teatro Colón Buenos Aires als Dorabella in »Così fan tutte«. An der Mailänder Scala trat sie 1990 als Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky, an der Oper von Rom 1991 als Priorin in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc auf. Ihr Repertoire für die Bühne war umfangreich und enthielt u.a. die Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell, die Titelrolle in der Händel-Oper »Agrippina«, den Sesto in »La clemenza di Tito« von Mozart, die Rosina in »La vera costanza« von J. Haydn, die Andromache in »Ermione« von Rossini, die Fricka im Ring-Zyklus und die Lola in »Cavalleria rusticana«, aus dem Bereich der französischen Oper die Didon in »Les Troyens« von H. Berlioz und die Dulcinée in »Don Quichotte« von Massenet (die sie auf Mondo Musica in einer Aufnahme aus dem Teatro Fenice Venedig von 1982 singt). Die Konzertauftritte der Sängerin, die ihre Bühnenkarriere fast noch an Bedeutung übertrafen, wurden durch eine große Vielseitigkeit, vor allem im Lied-Vortrag, gekennzeichnet, die sich auf allen Gebieten, auch in ihren zahlreichen Schallplattenaufnahmen, wiederspiegelt.

Diese Schallplatten erschienen bei Philips (»Maometto II.« und Petite Messe solennelle von Rossini), RCA-Erato (»Il nascimento di Aurora« von Albinoni, »Catone in Utica« und Gloria von Vivaldi, »Ermione« von Rossini), HMV (»La jolie fille de Perth« von Bizet, »Ermione« von Rossini, Stabat mater von Rossini, religiöse Musik von Ferdinando Giuseppe Bertoni), Decca (Messe C-Dur von Beethoven, »Manon Lescaut« von Puccini), Denon (»L’Enfance du Christ« von Berlioz).

 

4.10. Marta CIHELNIKOVÁ wird 75

 Ihre Stimme wurde in Prag durch die Pädagoginnen B. Chlabalová und Frau Prexlerová ausgebildet. Ihr Bühnendebüt fand am Operntheater von Bánska Bystrica (Neusohl) als Marguerite im »Faust« von Gounod statt. Nach ihrer Berufung an die Nationaloper Prag wirkte sie lange Jahre an diesem Opernhaus und hatte dort ihre größten Erfolge als Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek, als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Vendulka in dessen »Der Kuss«, als Hedvika in der »Teufelswand«, als Rusalka in der bekannten Oper von Dvorák und als Tatjana im »Eugen Onegin«. Zu Gast an der Nationaloper von Belgrad wie an den Bühnen der CSSR; auch auf dem Konzertpodium in einem umfangreichen Repertoire aufgetreten.

Supraphon-Platten (u.a. vollständige Oper »Zuzana Vojírová« von Jiri Pauer).

 

4.10. Urszula TRAWIŃSKA-MOROZ wird 80

Urszula-Trawinska-Moroz

 Ausbildung durch die berühmten Sopranistinnen Ada Sari in Warschau und Gina Cigna in Mailand. Debüt 1962 an der Nationaloper von Warschau als Mimi in »La Bohème« von Puccini, worauf sie für viele Jahre Mitglied dieses Hauses blieb. 1963 Preisträgerin beim internationalen Concours von Lüttich. Sie sang an der Warschauer Oper Partien aus dem Koloratur- wie aus dem lyrischen Fach von der Königin der Nacht in Mozarts »Zauberflöte« bis zur Magda Sorel in Menottis »Konsul«. Gastspiele an den Opernhäusern von Lodz und Krakau, Konzerte in den Musikzentren Polens; geschätzte Oratorien- und Liedersängerin.

Aufnahmen auf polnischen Marken.

 

5.10. Jérôme DESCHAMPS wird 70

Der Neffe von Hubert Deschamps und Jacques Tatì besuchte die Ecole nationale supérieure des arts et techniques du théâtre und das Conservatoire supérieur d’art dramatique. Er arbeitete dann drei Jahre an der Comédie-Francaise mit Antoine Vitez zusammen. Bekannt wurde er als Regisseur der Fernsehserie Les Deschiens mit Francois Morel. 1978 gründete er mit Macha Makeieff die Schauspielgruppe Famille Deschamps, mit der er seither zahlreiche Theaterstücke, teils nach eigenen Texten realisierte. Seit 2007 ist er Direktor der Opéra Comique. An der Wiener Staatsoper hat er 2012 Kurt Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny inszeniert.

 

5.10. Nella ANFUSO wird 75

Nella_ANFUSO

 Sie studierte am Cherubini-Konservatorium in Florenz und an der Accademia di Santa Cecilia in Rom. 1971 debütierte sie in Florenz in einem Konzert, in dem sie Werke des Florentiner Renaissance-Komponisten Francesco Caccini sang. Sie wurde im Ablauf ihrer Karriere durch ihr Eintreten für die Vokalmusik der italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts bekannt, deren Werke sie in Italien wie im Ausland vortrug. Ebenso widmete sie sich der frühen italienischen Oper; sie gastierte mit einer Produktion von Monteverdis »Il Combattimento di Tancredi e Clorinda« 1974 in der Schweiz. Sie erforschte die Aufführungspraxis dieser Epoche und strebte ihr in ihren Operninszenierungen, in denen sie als Primadonna auftrat, nach; so unternahm sie 1985 eine Gastspiel-Tournee mit einer Truppe, die ihren Sitz in Florenz hatte. 1987 bereiste sie damit Frankreich und brachte dabei ein von ihr zusammengestelltes Pasticcio »La donna abbandonata« zur Aufführung. Sie bekleidete im Übrigen eine Professur für Literatur und Musikgeschichte am Boccherini-Konservatorium in Lucca.

 

5.10. Karin LANGEBO wird 90

 Ausbildung an der Musikhochschule Stockholm in den Jahren 1946-53 zur Gesangssolistin, Harfenistin und Musiklehrerin. Zu ihren Lehrern gehörten Joseph Hislop, Arne Sunnegaardh und Hjördis Schymberg. 1950-60 war sie Mitglied des Radiochors Stockholm. Sie spielte 1954-56 im Orchester des Stockholmer Oscar-Theaters und auch im Orchester der Festspiele von Drottningholm Harfe. 1956 trat sie dann bei den Drottningholmer Festspielen erstmals als Sängerin in Erscheinung, und zwar als Ninetta in »La finta semplice« von Mozart. Bis 1974 hat sie bei diesen Festspielen in vielen Aufgaben aus dem Soubrettenfach ihre Erfolge verzeichnen können: als Despina in »Così fan tutte«, als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, als Rosina im »Barbier von Sevilla« von Paisiello, in Scarlattis »Il Trionfo dell‘ onore«, als Gasparina in »La Canterina« von J. Haydn, als Zémire in »Azor et Zémire« von Grétry, als Lucia in »The Rape of Lucretia« von B. Britten und in »Il maestro di musica« (von Pergolesi, Auletta und anderen Komponisten). 1956 war sie an Bühnen in Westdeutschland zu Gast. 1958-59 sang sie an der Königlichen Oper Stockholm; 1962-66 war sie am Opernhaus von Oslo engagiert, wo man sie als Titelheldin in Offenbachs »Die schöne Helena«, als Mimi in »La Bohème« und als Rosalinde in der »Fledermaus« hörte. 1970 gastierte sie am Opernhaus von Reykjavik als Susanna in »Le nozze di Figaro«. Auch als Oratoriensolistin und als Liedersängerin wurde sie bekannt; so sang sie 1975 in Oslo ein Solo im Stabat mater von Dvorák. Auf der Bühne überzeugte sie nicht zuletzt durch ihr ebenso temperamentvolles wie intelligentes Spiel.

Schallplatten: Grammofon ab Electra (vollständige Oper »Il maestro di musica« von Pergolesi, Auletta u.a.).

 

6.10. Charles CORP wird 80

 Er erhielt Gesangunterricht durch die Pädagogen Isobel Baillie, Duncan Robertson und Roy Henderson in London. 1969 debütierte er in einem Konzert in der Londoner Queen Elizabeth Hall. 1970 gehörte er zu den Preisträgern beim Internationalen Wettbewerb von s’Hertogenbosch. 1971-72 sang er als Gast bei der Sadler’s Wells Opera London, dann auch bei der Handel Opera Society. In erster Linie wurde er aber durch sein Wirken im Konzertsaal bekannt. Er gastierte, vornehmlich als Solist in Oratorien und geistlichen Vokalwerken, in den Musikzentren in seiner englischen Heimat, in Dänemark und Belgien, bei den Festspielveranstaltungen von Brighton, Windsor und Petersfield, beim English Bach Festival, in Cheltenham und Leith Hill und beim Festival von Flandern. Er betätigte sich als Pädagoge an der London University (Goldsmith’s College) und in seinem Wohnort Worthing (West-Sussex).

 

6.10. Paul BADURA-SKODA wird 90

Der Gewinn des österreichischen Musikwettbewerbs 1947 stand am Beginn seiner Karriere. Sein Lehrer war Edwin Fischer. Seit 1949 trat er mit bedeutenden Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan auf. Es folgte eine internationale Karriere. Schwerpunkt seines umfangreichen Repertoires (von ihm existieren mehr als 200 Einspielungen) sind Werke von Mozart, Beethoven und Schubert. Für einen Pianisten seines Rangs eher ungewöhnlich ist auch seine frühe Zuwendung zur Historischen Aufführungspraxis. Berühmt wurden seine Gesamtaufnahmen der Klaviersonaten von Mozart und Schubert auf historischen Flügeln beim Label Astree. Paul Badura-Skoda trat – teilweise mit seiner Frau Eva Badura-Skoda – auch als Musikschriftsteller und Herausgeber von Werkausgaben in Erscheinung. Er ist Ehrendoktor der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. Außerdem schrieb er Kadenzen zu Klavierkonzerten von Mozart. Mehrere von ihm eingespielte CDs sind beim Leipziger Klassik-Label GENUIN erschienen. Im Mozartjahr 1991 führte er in Regensburg sämtliche Klaviersonaten des Komponisten auf. Im Jahr 2013 wirkte er als Mitglied der Jury beim Internationalen Deutschen Pianistenpreis in Frankfurt am Main, aus dem Dmitri Levkovich als Laureat hervorging.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.badura-skoda.cc/

 

7.10. Herbert LIPPERT wird 60

Herbert Lippert

 Er gehörte dem Chor der Wiener Sängerknaben an und war dessen Solist. Er studierte zunächst Musikpädagogik an der Wiener Musikhochschule und ließ dann seine Stimme an der Musikhochschule in Lübeck ausbilden. 1984-86 gehörte er dem Opernstudio der Wiener Staatsoper an. In diese Zeit fielen auch seine ersten Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (kleinere Partien in »Capriccio« von R. Strauss, in »La Traviata«, in der »Zauberflöte« und in »Palestrina« von H. Pfitzner). Er begann seine eigentliche Karriere 1987 mit einem Engagement am Stadttheater von Lübeck, dem er bis 1991 angehörte. Hier sang er zunächst Partien aus dem Buffo- und Charakterfach, darunter den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, den Wenzel in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Rossillon in Lehárs »Die lustige Witwe« und den Titelhelden in Benjamin Brittens »Albert Herring« (1989). Er nahm dann aber bald lyrische Partien in sein Repertoire auf. An der Wiener Staatsoper wie an der Deutschen Oper Berlin gastierte er 1990 als Tamino in der »Zauberflöte« und wiederholte diese Rolle in der Spielzeit 1991-92 am Opernhaus von Köln, 1991 am Teatro Comunale Bologna und auch am Teatro Bellini Catania, 1993 an der Covent Garden Oper London. Bei den Salzburger Festspielen wirkte er 1990 als 1. Gefangener im »Fidelio«, 1991 als Priester in der »Zauberflöte«, 1992 als Jüngling in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss mit; auch als Konzertsolisten konnte man ihn bei den Salzburger Festspielen hören (1991 in Bruckners Te Deum, 1993 in einem Mozart-Konzert, 2001 in Mahlers 8. Sinfonie und 2003 in Cherubinis Messe Solenelle Nr. 2). Am 6.12.1990 wirkte er im Theater Ronacher in Wien in der Uraufführung von E. Kreneks »Kehraus um St. Stephan« in der Rolle des Othmar Brandstetter mit. An der Bayerischen Staatsoper München gastierte er ebenfalls als Tamino und als Jaquino im »Fidelio«, den Tamino sang er dann auch 1991 bei der Japan-Tournee der Münchner Oper. Seit 1991 der Staatsoper Stuttgart und dem Opernhaus Leipzig verbunden, seit 1992 Mitglied der Staatsoper Wien, an der er als Tamino, als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, als Narraboth in »Salome« von R. Strauss, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Flamand in »Capriccio«, als Alfred in der »Fledermaus«, als Matteo in »Arabella« von R. Strauss und als Steuermann in »Der fliegende Holländer« auftrat, 1994 hörte man ihn im Wiener Konzerthaus in konzertanten Aufführungen als Barinkay im »Zigeunerbaron«. 1992 Gastspiel am Teatro San Carlo Neapel als Steuermann in »Der fliegende Holländer«, bei den Festspielen von Aix-en-Provence des gleichen Jahres als Don Ottavio. 1994 gastierte er als Belmonte an der Mailänder Scala. 1995 Gastspiel an der Deutschen Oper Berlin als Lyonel in Flotows »Martha«, an der Covent Garden Oper London als Matteo, 1996 in London und in Paris in konzertanten Aufführungen des »Don Giovanni« als Don Ottavio. 1999 sang er am Theater an der Wien den Alfred in der »Fledermaus« und am Teatro Colón Buenos Aires den Ferrando in »Così fan tutte«. Nach einer langjährigen Unterbrechung war er ab 2010 wieder an der Wiener Staatsoper engagiert, an der er jetzt den Offizier in »Cardillac« von P. Hindemith, den Froh wie den Loge im »Rheingold«, den Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, den Skuratow in Janáceks »Aus einem Totenhaus«, den Erik in »Der fliegende Holländer«, den Aegisth in »Elektra« von R. Strauss, den Jim Mahoney in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, den Titelhelden in »Peter Grimes« von B. Britten, den Eisenstein in der »Fledermaus«, den Tambourmajor im »Wozzeck« von A. Berg, den Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, den Siegmund in der »Walküre« (den er kurzfristig anstelle von Peter Seiffert sang), den Golizyn in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, den König von Neapel in »The Tempest« von T. Adès, den Lohengrin, den 1. Geharnischten in der »Zauberflöte«, den Paul in Korngolds »Die tote Stadt« und den Tom in der Kinderoper »Patchwork« von T. Schulze sang. Auch als Konzert- und Oratoriensänger erfolgreich aufgetreten, u.a. in Lyon in der Matthäuspassion von J.S. Bach. 1998 sang er in der Berliner Philharmonie den Evangelisten in der Johannespassion von J.S. Bach, in Dresden im »Elias« von Mendelssohn.

Schallplatten: Naxos (Tamino in vollständiger »Zauberflöte«, C-Moll-Messe von Mozart), Decca (»Die Gezeichneten« von Fr. Schreker, »Der Kaiser von Atlantis« von V. Ullmann, »Die Schöpfung« von J. Haydn, David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Don Ottavio im »Don Giovanni«), Teldec (»Der Zigeunerbaron«, Stabat mater von J. Haydn, Schöpfungsmesse von J. Haydn, »Das Buch mit sieben Siegeln« von Franz Schmidt), Calig/Koch Rec. (deutsche, italienische und französische Arien), Harmonia mundi (»Zaide« von Mozart).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://herbertlippert.com/

 

8.10. Pietro BALLO wird 65

Pietro BALLO

 Er arbeitete zuerst in einem Marmorsteinbruch und wurde durch zwei seiner Brüder, die als Choristen am Teatro Massimo Palermo beschäftigt waren, zur Ausbildung seiner Stimme angeregt. Diese fand in seiner Vaterstadt Palermo, dann in der Opernschule der Mailänder Scala und bei der großen Sopranistin Gina Cigna statt. Er debütierte 1977 am Teatro Fraschini in Pavia als Ernesto in »Don Pasquale«. 1979 debütierte er als Tancredi in Monteverdis »Il Combattimento di Tancredi e Clorinda« an der Mailänder Scala, an der er dann auch 1980 den Riccardo in »La testa di bronzo« von C.E. Soliva, 1984 den Ernesto in »Don Pasquale«, 1986 den Elvino in Bellinis »La Sonnambula«, 1994 den Ruggero in Puccinis »La Rondine« und den Herzog im »Rigoletto« sang. Nach ersten Auftritten an italienischen Provinztheatern kam es bald zur Entwicklung einer Karriere auf internationalem Niveau. In seiner italienischen Heimat sang er seit 1981 am Teatro Fenice Venedig, seit 1982 in Genua, seit 1983 am Teatro Comunale Florenz, seit 1984 am Teatro Regio Turin auf. Es schlossen sich weitere Auftritte am Teatro Massimo Palermo, an der Oper von Rom, am Teatro Comunale Bologna und am Teatro Petruzzelli Bari an. Er sang 1980 bei der Glyndebourne Touring Opera den Rodolfo in »La Bohème«, 1981 am Théâtre Châtelet Paris den Julien in Charpentiers »Louise«, 1982 beim Glyndebourne Festival den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«. 1985-86 gastierte er bei den Salzburger Festspielen als italienischer Sänger im »Capriccio« von R. Strauss; durch Gastverträge war er mit den Staatsopern von Wien (1983-86 als Herzog im »Rigoletto«, als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, als des Grieux in »Manon« von Massenet, als Faust von Gounod und als Rodolfo in »La Bohème« in insgesamt 20 Vorstellungen) und Hamburg (1984-88) und der Deutschen Oper Berlin (1988-89) verbunden. Er gab Gastspiele an der Opéra de Wallonie Lüttich (1983, 1984), am Opernhaus von Zürich (1984, 1985), an der Oper von Lausanne (1985), am Nationaltheater Oslo (1985, 1986 als Werther von Massenet und als Faust von Gounod) und, zusammen mit der Finnischen Nationaloper Helsinki, beim Festival von Edinburgh (1987 als Herzog im »Rigoletto«). 1988 sang er den Herzog im »Rigoletto« an der Grand Opéra Paris, 1988 das Tenor-Solo im Verdi-Requiem in Tokio, 1990 in Toulon. Nachfolgend Auftritte an der Oper von Dallas (1986), bei den Festspielen von Ravenna (1988, 1989), am Teatro Donizetti Bergamo (1989 als Leicester in Donizettis »Maria Stuarda«), beim Maggio Musicale von Florenz (1989), am Teatro Verdi Triest (1991 als Ernesto), am Teatro Regio Parma (1993 als Elvino), in Santiago de Chile (1996 als Nemorino in »L‘Elisir d’amore«), in St. Gallen und München. In Rom hörte man ihn 1991 und 1995 in der Titelrolle von Mascagnis »L‘Amico Fritz«. 1995 trug er in Bergamo den Gerardo in Donizettis »Caterina Cornaro« vor. 1997 Gastspiel an der Oper von Monte Carlo als Leicester, am Teatro Bellini Catania als Nemorino, beim Festival von Macerata als Faust von Gounod, 1998 bei den Festspielen von Torre del Lago und am Teatro Comunale Florenz als Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi«. Bei den Festspielen von Macerata sang er 1999 den Pinkerton in »Madame Butterfly«, 2000 den Rodolfo. Er sang vor allem Partien aus dem lyrischen Repertoire wie den Percy in Donizettis »Anna Bolena«, den Tonio in der »Regimentstochter«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor« (1994 Oper von Rom), den Fenton in Verdis »Falstaff« sowie den Nicias in »Thaïs« von Massenet.

Schallplatten: Fono (Titelrolle in »L‘Amico Fritz« von Mascagni), Agora Musica (»Caterina Cornaro« von Donizetti), Mondo Musica (des Grieux in »Manon« von Massenet, Teatro Fenice Venedig 1981).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.pietroballo.it/

 

8.10. Cornelia BERGER wird 70

Sie wurde nach ihrer Gesangsausbildung 1976 in das Studio der Rheinoper Düsseldorf-Duisburg aufgenommen und wirkte seit 1978 als reguläres Ensemblemitglied in einer über 25jährigen Karriere an diesem Opernhaus. Sie sang hier eine Vielzahl von Partien, darunter die Tisbe in »La Cenerentola« von Rossini, die Erda im Nibelungenring, die alte Buryja in Janáceks »Jenufa«, die Marcellina in »Le nozze di Figaro«, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Brigitta in Erich Wolfgang Korngolds »Die tote Stadt« (1986), die Cornelia in »Giulio Cesare« von Händel (1989), die Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« (1991), die Maddalena im »Rigoletto«, die Adelaide in »Arabella« von R. Strauss (1994), die Försterin/Eule in Janáceks »Das schlaue Füchslein« (2001), die Mary in »Der fliegende Holländer« und die Filipjewna in »Eugen Onegin« (2007-08). Gastspiele führten sie an das Opernhaus von Frankfurt a.M. und an das Staatstheater von Wiesbaden, an das Théâtre de la Monnaie Brüssel, an die Münchner Staatsoper und an die Mailänder Scala  (1986 in Debussys »Le Martyre de Saint Sébastien«). 1986 sang sie auch bei den Festspielen von Salzburg in Debussys »Le Martyre de Saint Sébastien«. 2006 führte sie eine Gastspielreise nach Spanien, wo sie unter der Regie von Giancarlo del Monaco die Filipjewna sang. Hinzu kamen zahlreiche Konzert- und Rundfunkauftritte, wobei sie auch hier ein umfassendes Repertoire zum Vortrag brachte.

 

8.10. Kurt RYDL wird 70

Kurt Rydl

 Gesangstudium bei Kolo in Wien und in Moskau bei Petkow. Preisträger bei Gesangwettbewerben in Barcelona (1971, 1974) und in Paris (1972). Er debütierte 1973 an der Stuttgarter Staatsoper als Daland in »Der fliegende Holländer« und hatte sogleich großen Erfolg. Bei den Bayreuther Festspielen übernahm er 1975 den Hermann Ortel (in einer Vorstellung den Hans Foltz) in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Steuermann in »Tristan und Isolde« und einen der Ritter im »Parsfal«, 1976 nochmals den Hans Foltz. Sehr oft war er bei den Salzburger Festspielen zu Gast. Hier sang er 1976 und 1991 die Stimme Neptuns in Mozarts »Idomeneo«, 1976-77 und 1979 den Publio in »La clemenza di Tito« von Mozart, 1977-78 den 2. Soldaten in »Salome« von R. Strauss, 1978-79 und 1984 den Polizeikommissär im »Rosenkavalier«, 1979-80 den Antonio in »Le nozze di Figaro«, 1980-82 und 2003 den Crespel in »Hoffmanns Erzählungen« (1980-82 zusätzlich auch den Luther), 1981-86 den 2. Geharnischten in der »Zauberflöte«, 1982 den Truffaldin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1982-83 und 1990 den Rocco im »Fidelio«, 1984-85 den Arzt in »Macbeth« von Verdi, 1985 und 1987 Il Tempo in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«, 1987-89, 1991 und 2013 den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, 1989-90 den Ribbing in Verdis »Un ballo in maschera«, 1996 den Komtur im »Don Giovanni« und 2003 den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«. Er wirkte dort außerdem in konzertanten Aufführungen der Opern »Johanna auf dem Scheiterhaufen« von A. Honegger (1977), »Oedipus Rex« von Strawinsky (1982 als Teiresias) und »Dantons Tod« von G. von Einem (1983 als Herrmann) mit, sang in der 8. Sinfonie von G. Mahler (1986 und 2013) und trat 1981, 1983 und 1985 in Mozart-Konzerten auf. 1976 folgte der Künstler einem Ruf an die Wiener Staatsoper (Debüt als Ferrando im »Troubadour«), deren Mitglied er seitdem blieb. In bisher mehr als 1.200 Vorstellungen sang er hier den Rocco, den Bartolo in »Le nozze di Figaro«, den Crespel, den Polizeikommissär wie den Ochs im »Rosenkavalier«, den 1. Nazarener in »Salome«, den Daland, den Komtur, den Oroveso in Bellinis »Norma«, den Colline in »La Bohème«, den Eremiten im »Freischütz«, den Capellio in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«, den Sparafucile im »Rigoletto«, den Publio, den Pimen im »Boris Godunow«, den Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, den Bürgermeister in »Der junge Lord« von H.W. Henze, den Pogner wie den Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Pater Guardian in »La forza del destino«, den Madruscht in »Palestrina« von H. Pfitzner, den Zuniga in »Carmen«, den Titurel wie den Gurnemanz im »Parsifal«, den Narbal in »Les Troyens« von Berlioz, den Osmin, den Lodovico in Verdis »Otello«, den Truffaldin, den Titelhelden in Verdis »Attila«, den Sarastro in der »Zauberflöte«, einen Priester in »Moses und Aron« von A. Schönberg, den Wurm in Verdis »Luisa Miller«, den Landgrafen im »Tannhäuser«, einen Mandarin wie den Timur in Puccinis »Turandot«, den Athleten in »Lulu« von A. Berg, den Banquo in Verdis »Macbeth«, den Hunding in der »Walküre«, den Fiesco in »Simon Boccanegra«, den Ramfis in »Aida«, den Basilio im »Barbier von Sevilla«, den Mephisto im »Faust« von Gounod, den Talbot in Donizettis »Maria Stuarda«, den Geronte in Puccinis »Manon Lescaut«, den Alvise in Ponchiellis »La Gioconda«, den Calchas in »Iphigénie en Aulide« von Gluck, den alten Hebräer in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, den Graf des Grieux in »Manon« von Massenet, den König Heinrich im »Lohengrin«, den Wassermann in »Rusalka« von Dvorák, den Fasolt wie den Fafner im »Rheingold«, den Fafner im »Siegfried«, den Hagen in der »Götterdämmerung«, den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, den Phanuel in »Hérodiade« von Massenet, den Roger in »Jérusalem« von Verdi, den Sir Morosus in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, den Titelhelden in A. Boitos »Mefistofele«, den Procida in Verdis »I Vespri Siciliani«, den Claggart in B. Brittens »Billy Budd«, den König Marke in »Tristan und Isolde«, den Boris in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch und den La Roche im »Capriccio« von R. Strauss. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1976 als Brander in »La damnation de Faust« von Berlioz, 1982 als Titurel, 2000 als Osmin und 2002 als Hagen. An der Oper von San Francisco gastierte er 1981 als Pogner, als Sparafucile, als Ramfis und als Hunding sowie 1986 nochmals als Pogner. An der Mailänder Scala debütierte er 1983 als Timur und sang an diesem Haus 1990 und 1999 den Rocco, 1991 den Titurel wie den Gurnemanz, 1997 den Doktor im »Wozzeck« von A. Berg und den Bartolo in »Le nozze di Figaro«, 1998 den Hagen, 1999 das Bass-Solo in Beethovens 9. Sinfonie (unter Riccardo Muti), 2003 und 2011 den Ochs. 1986 nahm er an der Japan-Tournee der Wiener Staatsoper teil; im gleichen Jahr Gastspiel am Teatro Regio Turin als Ochs. 1989 gastierte er am Teatro Fenice Venedig als Gurnemanz, 1989 beim Maggio Musicale von Florenz als Ochs, 1990 am Teatro Liceu Barcelona als Pimen. Am Teatro Regio Turin übernahm er den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, bei den Festspielen von Schwetzingen 1991 den Osmin, beim Maggio Musicale von Florenz 1992 den Pater Guardian. 1993 am Teatro San Carlos Lissabon als Landgraf zu Gast. An der Opéra Bastille Paris debütierte er 1993 als Daland; er sang hier dann 2008 den Rocco, 2009 den Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, 2012 den Grafen Waldner in »Arabella« von R. Strauss und 2013 den Fafner im »Siegfried«. 1993 debütierte er an der Covent Garden Oper London als Rocco und sang an diesem Haus seither auch den Ochs, den Hagen, den Osmin, den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, den Pogner, den Sparafucile, den Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, den Madruscht, den Kaspar im »Freischütz« (konzertant) und den Timur.

1995 hörte man ihn an der Deutschen Oper Berlin als Pimen, in Amsterdam als Sarastro. Den Ochs sang er auch am Staatstheater Hannover und 1995 am Teatro Comunale Bologna, 1996 am Théâtre Châtelet Paris den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«. Bei den Festspielen von Bregenz sang er erstmals 1996 in einem Konzert (Bass-Solo in Beethovens Missa solemnis); hier gastierte er dann auch 1998 als Archibaldo in Montemezzis »L‘Amore dei tre Re« und 2000 als König Dodon in Rimsky-Korssakows »Der goldene Hahn«. 1996 gastierte er am Teatro Colón Buenos Aires als Sarastro, 1997 an der Staatsoper von Hamburg als Hagen. 1998 hörte man ihn an der Oper von Marseille als Pater Guardian, beim Edinburgh Festival als Großinquisitor in Verdis »Don Carlos« (bei einem Gastspiel der Londoner Covent Garden Oper), in Amsterdam wieder als Hagen. 1999 sang er am Teatro Comunale Florenz den König Heinrich. 2000 gastierte er an der Deutschen Oper Berlin als Ochs. In Sydney sang er 2000 (konzertant) den Hagen. Sehr oft war er auch an der Semperoper in Dresden zu Gast, als Ochs, Sparafucile, Osmin, Rocco, Hunding, Fafner im »Siegfred«, Hagen, Landgraf, König Heinrich, Colline, Basilio im »Barbier von Sevilla« und Graf Waldner. An der Bayerischen Staatsoper München trat er als Osmin, Rocco, Ochs, Pater Guardian, Raimondo, Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, König Heinrich, Fafner, Hagen, Hunding, Kaspar, Mephisto im »Faust« von Gounod, Daland und Graf Waldner auf. Er trat auch an der Wiener Volksoper auf, als Quasimodo in konzertanten Aufführungen der Oper »Notre Dame« von Franz Schmidt, als Kaspar im »Freischütz«, als Sarastro, als Tevje in dem Musical »Anatevka« und als Stromminger in Catalanis »La Wally«. Nur wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag wird er hier erstmals den Massimiliano in Verdis »Die Räuber« (»I Masnadieri«) singen. Großer Konzert- und Oratorienbassist. 1992 trug er beim Bonner Beethoven-Fest das Bass-Solo in Beethovens 9. Sinfonie vor. 1986 wurde er zum Österreichischen Kammersänger ernannt, 1999 folgte die Ernennung zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper und 2001 wurde er mit dem Österreichischen Ehrenkreuz 1. Klasse für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet.

Schallplatten: HMV-Electrola (Crespel und Luther in »Hoffmanns Erzählungen«, kleine Partie in »Salome« von R. Strauss), ANNA-Records (Opernszenen von Schubert), Orfeo (»Alceste« von Gluck), DGG (»Figaros Hochzeit«, »La clemenza di Tito«, »Nabucco« von Verdi, »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, »Tannhäuser«, »Manon Lescaut« von Puccini, »Hoffmanns Erzählungen«), Decca (»Der fliegende Holländer«, »Fidelio«, Lukas-Passion von K. Penderecki), CBS (»Turandot« von Puccini), Amadeo (Opern-Recital), HMV (»Die Frau ohne Schatten«, Fafner im »Rheingold«), Erato (»Die Schöpfung« von J. Haydn), Naxos (Sarastro in der »Zauberflöte«), EMI (Ochs im »Rosenkavalier«), Capriccio (ebenfalls Ochs im »Rosenkavalier«), RCA (Kaspar im »Freischütz«), Koch/Schwann (Archibaldo in »L´amore die tre Re« von Montemezzi), Myto (Don Diego in Meyerbeers »Afrikanerin«); DGG-Video (»La clemenza di Tito«), Pioneer-Video (»La Gioconda«), Warner-Video (Ramphis in »Aida«, San Francisco 1981).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.kurt-rydl.com/

 

8.10. Alexander ANISIMOV wird 70

 Informationen über den russischen Dirigenten auf seiner Homepage:

http://www.anisimov-alexander.com/  

 

9.10. Paul WILSON wird 65

 Er studierte im Jesus College Oxford und im Royal College of Music London bei Frederick Sharp, später bei Alberto Remedios. Er begann seine Bühnenkarriere als Bariton 1978 in England, wo er an der Kent Opera, bei der Chelsea Opera Group und beim Glyndebourne Festival (1980 als Chorist im »Rosenkavalier« und 1995 als Kong in »The Second Mrs. Kong« von H. Birtwistle) auftrat. Er wechselte dann ins Tenorfach und sang bei der New Sussex Opera die Titelrolle in »Andrea Chénier« von Giordano. An der Welsh Opera Cardiff debütierte er 1987 als Florestan im »Fidelio«, an der English National Opera London 1988 als Monostatos in der »Zauberflöte«. Am letztgenannten Haus wirkte er 1991 in der Uraufführung der Oper »Timon of Athens« von Stephen Oliver als Varro mit. Seit 1990 war er an der Opera North Leeds zu Gast, u.a. in Puccinis »Gianni Schicchi« und in »L’Heure espagnole« von Ravel. In der Nibelungenring-Inszenierung der Birmingham Touring Opera trat er 1990-91 in deren England-Tournee als Siegmund und als Siegfried auf. Am Almeida Theatre London sang er 1989 in der Uraufführung von John Caskens »The Golem« die Partie des Stoikus, 1990 beim gleichen Festival in der Uraufführung von John Cages »Europeras III and IV«. An der Covent Garden Oper London (an der er bereits 1983-85 als Chorist und in kleinen Rollen gesungen hatte) trat er in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, im »Rosenkavalier« vom gleichen Meister, in Händels »Samson« und in »King Priam« von M. Tippett auf. Er gastierte in Zürich und am Opernhaus von Nairobi. Von den Partien, die er auf der Opernbühne vortrug, sind ergänzend der Don José in »Carmen«, der Bacchus in »Ariadne auf Naxos«, der Tom Rakewell in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und der Mark in »The Wreckers« von Mrs. Ethel Smyth zu nennen. Als Konzertsänger beherrschte er ein vielseitiges Repertoire, als dessen Höhepunkte Soli in »The Dream of Gerontius« von E. Elgar, in der Glagolitischen Messe von Janácek, der 9. Sinfonie von Beethoven und in »Les Noces« von Strawinsky galten. 1990 sang er beim Aldeburgh Festival in Goehrs »Triptych«.

Schallplatten: Virgin (»The Golem«), Collins (»Caritas« von Saxton).

 

9.10. Joan CARDEN wird 80

Joan Carden

 Sie begann ihre Ausbildung in ihrer australischen Heimat bei Thea Phillips und Henry Portnoj in Melbourne, nachdem sie zuerst als Sekretärin gearbeitet hatte. 1961 nahm sie an einer Australien-Tournee einer Operntruppe mit Lehárs »Die lustige Witwe« teil. Darauf ging sie nach London, wo sie Schülerin von Vida Harford wurde. Sie sang bereits 1963 bei der New Opera Company in der Uraufführung von »Our Man in Havanna« von Williamson am Sadler’s Wells Theatre London. Sie wurde 1967 Preisträgerin beim Internationalen Gesangwettbewerb in München und gewann ein Stipendium für das London Opera Centre, in das sie 1967 aufgenommen wurde. Sie wirkte 1969 im englischen Rundfunk BBC in der Uraufführung der Oper »Captive« von Wishart mit. 1971 debütierte sie bei der Australian Opera Sydney als Liu in »Turandot« von Puccini. Seitdem gehörte sie zu den führenden Kräften dieses Opernhauses, wo man sie in Partien wie der Fiordiligi in »Così fan tutte«, der Gräfin in »Figaros Hochzeit«, der Donna Elvira im »Don Giovanni«, der Pamina in der »Zauberflöte«, der Gilda im »Rigoletto«, der Violetta in »La Traviata«, den drei Frauengestalten in »Hoffmanns Erzählungen«, der Marguerite im »Faust« von Gounod, der Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofjew, der Ellen Orford in »Peter Grimes« von B. Britten (1986), der Marschallin im »Rosenkavalier« (1991) und in weiteren Rollen hörte. An der Covent Garden Oper London übernahm sie als Antrittsrolle 1974 die Gilda. 1977 sang sie beim Glyndebourne Festival die Donna Anna im »Don Giovanni«, 1978 an der Scottish Opera Glasgow die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«. 1978 nahm sie an der USA-Tournee der Metropolitan Oper New York teil (als Donna Anna). Weitere Gastspiele an der Oper an Houston/Texas, 1980 an der Opera North Leeds, 1980 im Kennedy Center Washington, 1981 an der Oper von Miami, 1983 in Singapur, 1984 beim Festival von Adelaide. 1988 sang sie in Sydney bei den Feierlichkeiten zur australischen Zweihundertjahrfeier die Leonore in »La forza del destino« von Verdi, 1992-93 die Elisabetta in »Maria Stuarda« von Donizetti. Beim Festival von Adelaide trat sie 1990 als Tosca auf, in Sydney 1995 in der Titelrolle von Cherubinis »Medea«. 1996 sang sie an der Australian Opera Sydney die Alice Ford im »Falstaff« von Verdi, 1997 wieder die Elisabetta in »Maria Stuarda«, 1998 die Tosca. 2000 ersetzte sie (»au pied levé«) an der Opera of South Australia in Adelaide die plötzlich erkrankte Deborah Riedel in der Partie der Tosca. Auch als Konzertsolistin kam sie in Australien wie in England zu bemerkenswerten Erfolgen. Sie lebte in Melbourne.

Lit: R. Milnes: Joan Carden (in »Opera«, 1994).

Schallplatten: HMV (Mozart-Arien, Szenen aus Verdi-Opern), Video-Aufnahmen aus der Australian Opera Sydney (TAO).

 

9.10. Will ROY wird 80

 Er war zuerst Schauspieler, betätigte sich dann im Management beim General Electric-Konzern, ließ aber schließlich seine Bass-Stimme ausbilden. Dabei war er Schüler von Martial Singher am Curtis Institute Philadelphia und von John Brownlee an der Manhattan School of Music New York. 1965 erfolgte sein Bühnendebüt in New York als Don Alfonso in »Così fan tutte«, nachdem er im gleichen Jahr einen von der New Yorker Metropolitan Oper ausgeschriebenen Gesangwettbewerb gewonnen hatte. Es kam jetzt schnell zu einer bedeutenden Bühnenkarriere an den führenden Operntheatern in den USA, in erster Linie an der New York City Opera, aber auch an den Opern von Philadelphia und New Orleans, in Washington, Minneapolis, Newark und Fort Worth. 1972 gewann er den Verdi-Gesangwettbewerb in Busseto. Erfolgreiche Gastspiele, u.a. am Grand Théâtre von Genf (1971 als Comte des Grieux in Massenets »Manon«). Von seinen vielen Bühnenpartien sind zu nennen: der Escamillo in »Carmen«, der Ramfis in Verdis »Aida«, der Titelheld im »Don Giovanni«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Arkel in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, der Tiresias in »Oedipus Rex« von Strawinsky, der Don José in »Koanga« von Delius, der Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut« und der Basilio in Rossinis »Barbier von Sevilla«. Bekannt wurde er auch als Konzertsolist und als Pädagoge.

Schallplatten: Painted Smiles Records (»The Three Sisters« von Thomas Pasatieri); Video-Arts Internation (»Die Entführung aus dem Serail«).

 

9.10. Alain FONDARY wird 85

Alain FONDARY

 Er erlernte den Beruf eines Glasbläsers und nahm erst nach dem 30. Lebensjahr das Gesangstudium auf. Er war in Paris u.a. Schüler der Pädagogen Georges Jouatte, Y. Pons und A. Hauth. 1968 debütierte er am Theater von Cherbourg als Tonio im »Bajazzo«. Er trat zuerst an kleineren französischen und belgischen Bühnen auf, wobei er vor allem Verdi-Partien vortrug. Seit etwa 1975 kam dann eine große Karriere zustande. 1975 erschien er an den Theatern von Dijon und Lille, an der Opéra du Rhin Straßburg und sang am Teatro Margherita Genua den Escamillo in »Carmen«. 1976 sang er am Opernhaus von Rouen, 1979 an der Pariser Opéra-Comique (Sulpice in Donizettis »La Fille du Régiment«), 1980-81 in Nizza, am Grand Théâtre Genf (1981 als Marullo und 1996 in der Titelpartie von Verdis »Rigoletto«), 1982-83 und 1986 an der Oper von Monte Carlo, 1983 und 1985 am Opernhaus von Nantes. 1984 hörte man ihn an der Grand Opéra Paris als Comte de Toulouse in Verdis »Jérusalem«, 1987 als Posa in Verdis »Don Carlos« und als Raymond d’Alfaro in »Montségur« von Marcel Landowski, 1988 als Rigoletto. An der Pariser Opéra-Comique sang er 1988 den Athanaël in » Thaïs « von Massenet, an der Opéra Bastille Paris 1991 den Oberpriester in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, 1993 den Renato in Verdis »Un ballo in maschera« und den Escamillo. Sehr oft trat er an der Opéra de Wallonie Lüttich auf (1981-82 als Rigoletto, 1983 als Amonasro in »Aida«, 1984-85 als Valentin im »Faust« von Gounod und als Hérode in Massenets »Hérodiade«, 1988 als Titelheld im »Nabucco« von Verdi). 1985 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Jack Rance in Puccinis »La Fanciulla del West«, den er auch 1985 beim Festival von Ravenna sang; beim Festival von Orange war er 1985 als Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, 1987 in »Hérodiade«, 1989 als Nabucco und 1990 als Posa anzutreffen. An der Mailänder Scala gastierte er 1985 als Amonasro und 1995 als Jack Rance. Weitere erfolgreiche Auftritte an den Opernhäusern von Marseille (1985, 1988, 1991), Tours (1986), Toulon (1985, 1988), Avignon (1986) und Toulouse (1986, 1988 sowie 1990 als Graf Luna im »Troubadour«). 1987 debütierte er als Scarpia in »Tosca« an der Oper von San Francisco (zugleich sein US-Debüt), an der er dann auch 1990 als Rigoletto und als Renato gastierte. 1987 sang er auch am Opernhaus von Dallas den Scarpia. Weitere Gastspiele an der Staatsoper München (1987 als Dapertutto in »Hoffmanns Erzählungen«, 1990 als Nabucco) und bei den Festspielen von Bregenz (1988 als Oberpriester in »Samson et Dalila«). 1988 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Alfio in »Cavalleria rusticana«), wo er bis 1998 in insgesamt 41 Vorstellungen auch den Amonasro, den Barnaba in Ponchiellis »La Gioconda«, den Oberpriester in »Samson et Dalila«, den Rigoletto, den Scarpia und den Jack Rance sang. 1989 sang er den Oberpriester in »Samson et Dalila« auch am Teatro Liceu Barcelona. 1989 trat er bei der Canadian Opera Company Toronto als Renato auf. 1990 wirkte er in dem Gala-Konzert zur Eröffnung der Opéra Bastille in Paris mit. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1990 als Oberpriester in »Samson et Dalila«. In weitere Folge sang er hier bis 2000 in insgesamt 37 Vorstellungen auch den Amonasro, den Scarpia, die vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, den Hérode in »Hérodiade« und den Rigoletto. 1992 hörte man ihn in Montpellier als Verdis Simon Boccanegra, 1993 am Opernhaus von Köln als Scarpia. Beim Festival von Orange 1995 gastierte er als Amonasro, an der Portland Opera 1996 als Shylock in »Le Marchand de Venise« von Reynaldo Hahn. 1997 sang er an der Oper von Lyon den Athanaël, 1998 an der Oper von Monte Carlo den Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano. Er gastierte 1999 am Teatro Real Madrid als Oberpriester in »Samson et Dalila«, 2000 am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Jago im »Otello« von Verdi, am Teatro Carlo Felice Genua als Comte de Toulouse. Am 19.5.2000 sang er an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »Cecilia« von Charles Chayne den Don Candido Gamboa. Beim Gastspiel der Opéra de Wallonie in der Messehalle von Maastricht trat er 2000 als Amonasro auf, am Théâtre Massenet in St. Étienne 2001 als Hérode in »Hérodiade«. Er trat auch als Titelheld in Verdis »Falstaff« (Lausanne 1995), als König in »Le Cid« von Massenet, als Nilakantha in »Lakmé« von Delibes, als Ourrias in »Mireille« von Gounod, als Zurga in »Les pêcheurs de perles«, als Vater in »Louise« von Charpentier, als Wilhelm Tell von Rossini, als Fliegender Holländer, als Leporello im »Don Giovanni«, als Karnac in »Le Roi d’Ys« von Lalo und als Bottom in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten auf. Große Karriere auch als Konzertsänger.

Schallplatten: Cybelis (»Montségur« von M. Landowski), RCA (Jack Rance in »La Fanciulla del West«), EMI (»Samson et Dalila«, »Don Quichotte« von Massenet, Capulet in »Roméo et Juliette« von Gounod), Koch/Schwann (Grand Prêtre in »Samson et Dalila«).

 

10.10. Sead BULJUBASIC wird 75

 Informationen über den jugoslawischen Tenor auf seiner Web-Seite: http://members.chello.at/gesangslehrer/

 

11.10. Der amerikanische Bariton Robert GALBRAITH wird 65

 

11.10. Alexander PEREIRA wird 70

Er kam als Sohn eines österreichischen Diplomaten in Wien zur Welt; er ist ein Nachkomme von Fanny von Arnstein. Da er auf Wunsch der Eltern zunächst „einen rechten Beruf erlernen“ sollte, ließ er sich in Marketing und Verkauf ausbilden und ging als Touristikmanager nach London. Anschließend war er fast zwölf Jahre für Olivetti tätig: In Frankfurt verkaufte er Schreib- und Rechenmaschinen, in Berlin war er Geschäftsstellenleiter.

Nebenbei absolvierte er ein Gesangsstudium und kam dadurch mit der Welt von Musik und Gesang in Berührung. 1979 erhielt er von Hermann Josef Abs, dem Chef der Deutschen Bank, den Auftrag, zusammen mit Katharina von Bismarck die Frankfurter Bachkonzerte zu veranstalten, die von der Deutschen Bank gegründet worden waren. 1979-83 war er Vorstandsmitglied der Frankfurter Bachkonzerte. 1984 wurde er als Generalsekretär der Konzerthausgesellschaft nach Wien berufen. Mit Sinn für Kunst und Kommerz gleichermaßen gelang es ihm, die Konzertszene zu modernisieren, neues und junges Publikum zu gewinnen sowie Christoph Lieben-Seutter als persönlichen Assistenten für diese Tätigkeit zu gewinnen. Alle zwei Jahre veranstaltete er das Internationale Musikfest der Wiener Festwochen. 1989 war er als künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele im Gespräch, doch stattdessen kam er ans Opernhaus Zürich, wo er am 1. Juli 1991 Intendant wurde.

In kurzer Zeit gelang es ihm, zahlreiche international beachtete Inszenierungen auf die Bühne zu stellen, durch erfolgreiches Marketing und Akquirieren von Sponsoren Millionenschulden abzubauen und Gewinn zu erwirtschaften. Als Intendant legte Pereira Wert auf die Entwicklung eines Ensembles, die Förderung junger Interpreten, offene Veranstaltungsformen und die Einbeziehung des Publikums sowie die Zusammenarbeit mit bekannten Künstlern. Im Zentrum von Pereiras Spielplangestaltung steht die Pflege des Opernrepertoires von Mozart bis Verdi. Darüber hinaus unterstützt er auch Uraufführungen von zeitgenössischen Werken.

1996 wurde Pereira Geschäftsführer der künstlerischen Kommission der Zürcher Festspiele, die er maßgeblich initiiert hatte und die im Sommer 1997 zum ersten Mal stattgefunden haben. Sein Vertrag am Opernhaus lief bis Sommer 2012, seine Zürcher Ära beendete er am 8. Juli 2012 mit Verdis Falstaff. Am 20. Juli 2012 übernahm Alexander Pereira die Intendanz der Salzburger Festspiele von Markus Hinterhäuser. Sein Nachfolger als Intendant des Opernhauses Zürich ist Andreas Homoki, der zum Zeitpunkt der Ernennung Intendant der Komischen Oper Berlin war. Am 20. Juli 2012 übernahm Alexander Pereira die Intendanz der Salzburger Festspiele und somit die Verantwortung der Opernbesetzungen der Salzburger Festspiele 2012-14. Er erweiterte das Festival um eine Ouverture spirituelle, ließ alle Opernproduktionen nur einen Sommer lang spielen und konnte bereits im ersten Jahr seiner Intendanz einen Besucherrekord erzielen. Gemeinsam mit der Sängerin Cecilia Bartoli erarbeitete er ein neues Konzept für die Salzburger Pfingstfestspiele, welches von Publikum und Kritik sehr gut angenommen wurde. 2012 kehrte Nikolaus Harnoncourt zu den Festspielen zurück und mit Zimmermanns sperriger Oper Die Soldaten gelang eine exemplarische Inszenierung, deren musikalische Komponente hoch gelobt wurde. 2013 holte Pereira rund tausend venezolanische Jugendliche, die in den Orchestern und Chören von El Sitema spielen und singen, nach Salzburg. Die Konzertreihe wurde von Kritik und Publikum bejubelt, es gab Standing Ovations. Wiederbelebt wurde auch die Tradition des Salzburger Festspielballs und die Vergabe von Auftragswerken. In jedem Sommer präsentierte Pereira eine Oper eines Zeitgenossen, 2014 war dies – erfolgreich – die Uraufführung von Marc-André Dalbavies Charlotte Salomon. Gemeinsam mit Schauspieldirektor Sven-Eric Bechtolf präsentierte er 2013 eine erfolgreiche grundlegende Neufassung des Jedermann, erarbeitet von dem britisch-amerikanischen Regie-Duo Julian Crouch und Brian Mertes. Auch die Jahre 2013 und 2014 brachten Besucherrekorde. Pereiras Expansionskurs wurde allerdings vom (politisch besetzten) Kuratorium der Festspiele nicht mitgetragen, von der Präsidentin der Festspiele nur teilweise. Es kam daher bereits 2012 zu heftigen Kontroversen – insbesondere mit dem Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden, der eine Verlängerung des Vertrages dezidiert ausschloss und damit Pereira zu Verhandlungen mit der Mailänder Scala motivierte. Am 11. Juni 2013 einigten sich Pereira und das Kuratorium auf eine vorzeitige Vertragsauflösung nach dem Ende der Salzburger Festspiele 2014, Bechtolf übernahm interimistisch für zwei Spielzeiten. Im April 2005 lehnte Pereira ein Angebot der Mailänder Scala ab. Diese Entscheidung basierte einerseits auf seiner engen Verbundenheit mit Zürich, andererseits auf dem Beschluss des Regierungsrates des Kantons Zürich, von der angekündigten Kürzung des Subventionsbeitrags um zwei Millionen Franken abzusehen. Nach längeren Verhandlungen wurde er jedoch Anfang Juni 2013 auf den Intendantenposten in Mailand berufen. Er trat sein Amt mit Beginn der Spielzeit 2014-15 an. Noch vor seinem Antritt kam es zu einer heftigen Kontroverse um Übernahmen von Erfolgsproduktionen der Salzburger Festspiele und zu einer freiwilligen Verkürzung seines Vertrages auf nur eine Spielzeit. Nach Peter Steins erfolgreicher Aida-Inszenierung im Februar 2015 bestellte ihn jedoch das Kuratorium einstimmig für die ursprüngliche Laufdauer des Vertrages bis 2019.

Alexander Pereira gilt international als erstrangiger Kulturdirektor. Aktuelle Projekte sind die künstlerische Nachwuchsförderung und die Ausbildung künftiger Intendanten. Zu diesem Zweck initiierte Pereira ein Master-Programm für Kulturmanager, das von der Universität Zürich als Nachdiplomstudium angeboten wird (Executive Master of Arts Administration). Das dreijährige Master-Programm vermittelt die notwendigen Kenntnisse für die Gesamtführung von Kulturbetrieben. Alexander Pereira ist erfolgreicher Besitzer und Züchter von Rennpferden und Hobbykoch. Zudem ist er im Beirat der Liechtensteiner Stiftung Ars Rhenia, die Kultur und Kunst fördert. 2015 wurde er mit dem Pro-Arte-Europapreis des Herbert-Batliner-Europainstituts ausgezeichnet.

 

12.10. Jan Ježek wird 60

Er studierte am Staatskonservatorium Prag. Seine Karriere begann er 1978 am Theater J. K. Tyla in Pilsen und führte sie als Solist an der Staatsoper Prag fort. Seitdem ist er ständiger Gast der Oper des Nationaltheaters Prag und der Staatsoper Prag. 1997-2000 leitete er das Operetten- und Musicalensemble des Theaters J. K. Tyla in Pilsen. Außerdem ist er Produzent und Direktor des tschechischen Musikfestivals Loket. Regelmäßige Gastauftritte führten ihn an die Royal Albert Hall London, das Theater Brünn, die Oper Lyon sowie nach Deutschland, Italien, Norwegen und Japan. Sein Repertoire umfasst Partien wie Cassio in Verdis »Otello«, Walter von der Vogelweide in »Tannhäuser«, Franz in »Hoffmanns Erzählungen«, Štewa in Janáceks »Jenufa«, Schujskij in »Boris Godunow«, Tichon in Janáceks »Katja Kabanowa«, Arturo in »Lucia di Lammermoor«, Eisenstein in der »Fledermaus« sowie Jean Valjean in dem Musical »Les Miséravles«. An der Bayerischen Staatsoper gastierte er in der Spielzeit 2014/15 als Hauk-Šendorf in Janáceks »Die Sache Makropoulos«.

 

12.10. Beverly BLANKENSHIP wird 65

Die Regisseurin und Autorin wuchs in Europa und Amerika auf. Nach der Schauspielausbildung am Wiener Max Reinhard Seminar trat sie ihr erstes Engagement am Salzburger Landestheater an. Darauf folgte ein langer Aufenthalt in Australien, wo sie anfing zu schreiben und Regie zu führen. 1992 kehrte sie wieder nach Europa zurück, wo ihre Inszenierungen nun an großen Schauspiel- und Opernhäusern zu sehen sind. Auf der Schauspielbühne gilt Beverly Blankenships bevorzugtes Interesse den Werken heutiger Autoren. Für ihre Umsetzung von Howard Barkers Stück Anna Galactica wurde ihr der Skraup-Preis des Volkstheaters Wien für die beste Inszenierung der Saison zuerkannt. Ebenfalls von Howard Barker stammen Hang of the Goal, das sie in Sydney auf die Bühne brachte, und 7 x Lear, das für das Wiener Theater in der Drachengasse erarbeitet wurde. Am Wiener Theater in der Josefstadt entstanden Alan Ayckbourns Halbe Wahrheiten und Tom Stoppards Das einzig Wahre. Die Drachengassen-Produktion von John Godbers Bouncers wurde nach Moskau eingeladen. In einer ihrer beiden Inszenierungen von Macia Darainis Maria Stuarda stand sie selbst auf der Bühne. Mit Tankred Dorsts und Ursula Ehlers Merlin oder Das wüste Land setzte sie sich zweimal intensiv und erfolgreich auseinander: am Staatstheater Saarbrücken und am Salzburger Landestheater. Im Rahmen ihres Engagements für zeitgenössisches Theater war Beverly Blankenship auch als Dramaturgin (»Playworks«, Sydney) und Script Editor (»Australian Film Council«) tätig. Im Beirat des »Australia Council of the Arts« war sie auch für die Förderung von neuen Stücken und Autoren mitverantwortlich. Mit dem Ziel, neue österreichische Dramatiker zu produzieren, die sich der Narrative verschrieben haben, gründete sie im Jahr 2000 die Theatertruppe »Dramatic Services«, deren erste Produktion im Januar 2001 am Schauspielhaus Wien Premiere feierte: Vivace war ein mit fünf Autoren, sechs Schauspielern und sechs Komponisten gemeinsam entwickeltes Musiktheaterstück. Im Januar 2011 hat ein Musiktheaterstück von Dorst, Komposition Pierre Oser, in Hanoi Premiere. Mit Jessica Gerger und fünf Autoren entwickelte und schrieb sie MY YEAR WITHOUT SEX, eine Komödie die in der Drachengasse ihre Uraufführung erlebte, nach Australien zum Adelaide Festival und dem Melbourne Comedy Festival reiste.

Die so genannten »Klassiker« kommen trotzdem nicht zu kurz. Inszeniert Beverly Blankenship ein Stück mehrfach an verschiedenen Orten, entwickelt sie dafür jedes Mal ein neues Konzept in einem neuen Raum. Immer wieder trifft sie dabei auf William Shakespeare: Hamlet in Sydney, Wie es euch gefällt am Staatstheater Saarbrücken und am Salzburger Landestheater, Maß für Maß sowie Viel Lärm um Nichts am Wiener Volkstheater. Dort inszenierte sie auch Racines Phädra. In Saarbrücken entstand zudem Schillers Jungfrau von Orleans. Bei den Festspielen in Reichenau widmete sie sich mehrfach dem Werk Arthur Schnitzlers: Das weite Land, Zwischenspiel, Der einsame Weg, Professor Bernhardi. Im November 2005 hatte sie mit Lessings Minna von Barnhelm am Theater St. Gallen Premiere, im Juli 2006 mit der Dramatisierung von Stefan Zweigs Rausch der Verwandlung bei den Festspielen Reichenau, sowie im Juli 2007 für die Festspiele Reichenau: Vor Sonnenuntergang von Gerhard Hauptmann. Im Februar 2009 hatte Schillers Dom Karlos Premiere am Südthüringischen Staatstheater in Meiningen. Im Juli 2009 hatte Gorkis Kinder der Sonne in Reichenau Premiere. Im Januar 2010 stand Nestroys Lumpazivagabundus auf dem Programm des Salzburger Landestheaters. Ab Sommer 2012 wird sie als Intendantin des Festivals Schloss Weitra klassische Komödien inszenieren. Die erste Produktion: Liebe Lust und Lüge von Aphra Behn. Seit einigen Jahren ist Beverly Blankenship auch als Opernregisseurin tätig: Mozarts Don Giovanni interpretierte sie viermal höchst unterschiedlich am Landestheater Linz, an den Städtischen Bühnen Osnabrück, beim Festival Reinsberg und zuletzt an der Oper Dortmund. Hans Werner Henzes Der junge Lord war ihr erste zeitgenössische Oper am Landestheater Linz, wo auch Rossinis La Cenerentola, Strauss Der Rosenkavalier und Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen entstanden. Die Liebe zu den drei Orangen hatte im Mai 2006 auch am Staatstheater Nürnberg Premiere, wo bereits ihre Inszenierung von Offenbachs Hoffmanns Erzählungen zu sehen war und im März 2007 Faust. Ihr Weg führte sie auch an die Städtischen Bühnen Osnabrück (Rossinis La Cenerentola) und an das Theater Bielefeld (Verdis Un ballo in maschera). An der Oper Dortmund erarbeitete sie einen zweiten, neuen Rosenkavalier. Im September 2005 hatte ihr Don Carlo am Staatstheater Saarbrücken Premiere. Beverly Blankenship inszenierte Cabaret für das Landestheater Salzburg, und Carmen für die Oper Dortmund und Die lustige Witwe für die Vereinigten Bühnen Graz. In der Saison 2008 erarbeitete sie Das Land des Lächelns für die Volksoper in Wien, im Dezember hatte Rimsky-Korsakows Das Märchen vom Zaren Saltan die erste Aufführung am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. April 2010 hat Falstaff an der Oper Dortmund Premiere. Am Theater Hagen folgte Der Freischütz. Der Freischütz hatte in einer zweiten Produktion im September 2010 am Staatstheater am Gärtnerplatz Premiere. Die zwei Produktionen des Freischütz waren von Blankenship zusammenhängend konzipiert, aber von zwei verschiedenen Teams umgesetzt worden. Im Januar 2011 ging die Uraufführung von Der durch das Tal geht in Hanoi über die Bühne der Hanoi Oper. Im Mai 2011 inszenierte Beverly Blankenship Puccinis Le Vili/SuorAngelica in Krefeld an der Oper. Im Film führte Beverly Blankenship Regie zur ORF-Produktion von Der Hund muss weg (Buch von Elfriede Hammerl, Ausstrahlung im November 2000). Zudem verfasst sie eigene Drehbücher. Schon das erste, Shame (mit Michael Brindley), war ein großer Erfolg. Der Film, in Australien mittlerweile ein Klassiker, wird in Schulen gezeigt und findet sich in den Lehrplänen der Universitäten. Der Film erhielt zahlreiche Preise (darunter den für das beste Drehbuch beim »Film Critics Circle Award«, 1988) und wurde zu zahlreichen Filmfestivals u.a. nach New York, Chicago und Santa Barbara eingeladen. Dort wurde Shame in unterschiedlichen Kategorien prämiert (beste Schauspielerin, populärster Film etc.) und in der Folge in den USA von »Skouras Pictures« in allen Bundesstaaten gezeigt. Von »Gray Production« wurde das Drehbuch gekauft und mit Amanda Donehue in der Hauptrolle als Stadt unter Anklage nachgefilmt. Ein zweiter Film mit der gleichen Figur folgte: Dem Tod geweiht. Ihr zweites Drehbuch trägt den Titel Charles Darwin and the Question of Frontal Sex (mit Harald Posch). Seit vielen Jahren lehrt Beverly Blankenship an diversen Universitäten und Hochschulen für Darstellende Kunst. Sie unterrichtete Rhetorikkurse für die Katholische Universität Linz und die Theologische Fakultät der Universität Innsbruck; Schauspielkurse für Phillip Street Theatre Sydney, Arts Council of New South Wales, Prinzregenten Akademie in München und European ACT, sowie das Workshop Festival in Tel Aviv. Sie gab Meisterklassen für Universität Zürich, die Anton Bruckner Universität Linz, und die Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Im Sommer 2011 inszenierte sie in Weikersheim Mozarts Cosi fan tutte mit Studenten für die Jeunesses Musicales Deutschland. Im Mai 2015 fand die Uraufführung von Münchhausen (Staatsoper Hannover) statt. Im Mai 2017 hatte Der fliegende Holländer im Theater Hagen Premiere.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.beverlyblankenship.com/ 

 

12.10. Anita TERZIAN wird 70

 Sie absolvierte ihr Studium in der Hauptsache an der Juilliard School of Music New York, wo sie Schülerin von Jennie Tourel war. 1971 gewann sie den Internationalen Gesangwettbewerb von München und debütierte 1973 am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini. Sie spezialisierte sich vor allem auf die technisch schwierigen Partien für Koloratur-Contralto, neben der Rosina auf die Isabella in »L’Italiana in Algeri« von Rossini, die Sinaide in dessen »Mosè in Egitto«, die Elisetta in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa und den Sesto in »La clemenza di Tito« von Mozart. Dazu sang sie die Carmen, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Olga im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, den Prinzen Orlofsky in der »Fledermaus«, die Kontschakowna in »Fürst Igor« von Borodin und viele andere Rollen. Sie war für lange Jahre Mitglied der Opéra du Rhin Straßburg und trat an den Opern von Brüssel und Lüttich und bei den Festspielen von Athen erfolgreich auf. An der Oper von San Francisco debütierte sie 1975 als Pauline in Tschaikowskys »Pique Dame« (zugleich ihr US-Debüt), an der sie im gleichen Jahr auch als Bersi in »Andrea Chénier« von Giordano aufgetreten ist. Gleichzeitige Karriere als Konzertsängerin auf internationalem Niveau.

Schallplatten: DPV (Musetta in »La Bohème« von Leoncavallo), Koch Records (»Alessandro« und »Xerxes« von Händel), RCA-Erato (Siebel im »Faust« von Gounod).

 

12.10. Adele STOLTE wird 85

Adele Stolte

 Sie verbrachte ihre Kindheit in Lübeck und Dresden und kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Potsdam. Hier kam sie erstmalig mit der Kirchenmusik in nähere Berührung; sie sang in mehreren Kirchenchören unter der Leitung von Karl Landgrebe, der ihr bereits kleinere Solopartien übertrug. Schließlich wurde sie Schülerin von Frau Anneliese Buschmann in Rostock. 1955 erschien sie als Solistin in Oratorienaufführungen in Dresden, Leipzig und Mannheim. 1958 wirkte sie bei Oratorien-Aufführungen der beiden berühmten sächsischen Chöre, des Dresdener Kreuzchores und des Leipziger Thomanerchores, mit. 1958 sang sie in der Premiere des Te Deum von Ernst Pepping in Dresden. 1959 trat sie beim Bach-Fest in Mühlhausen (Thüringen) auf; sie galt bald als eine der großen Bach-Interpretinnen ihrer Generation. 1968 gab sie Konzerte im Rahmen der Wiener Festwochen, 1969 in Zürich. Sie ist auch in Italien als Konzertsolistin aufgetreten. Seit 1960 gab sie zahlreiche Schallplatten heraus, auf denen sie zum Teil mit dem Leipziger Thomanerchor singt. Sie hatte auch auf den Konzertpodien in Berlin, Bremen, Duisburg und Hannover und in vielen anderen Musikzentren ihre Erfolge. Auf der Bühne ist sie nicht in Erscheinung getreten, übernahm aber Partien in konzertanten Opernaufführungen im Konzertsaal, im Rundfunk und auf Schallplatten. Sie hatte ihren Wohnsitz in Potsdam.

Schallplatten: Die ersten Aufnahmen der Sängerin erschienen auf Eterna, dann auf Eterna-DGG (»Bastien und Bastienne« von Mozart, Bach-Kantaten) und Eurodisc (Matthäuspassion, Echo in »Ariadne auf Naxos«).

 

13.10. Perry PRICE wird 75

 Nachdem er zuerst im Ingenieurfach tätig gewesen war, studierte er Musik und Gesang. An der University of Houston/Texas war er Schüler von John Druary, in London von Otakar Kraus und in New York von Ester Andreas, Richard Fredericks und Otto Guth. 1966 debütierte er in San Francisco als Arturo in »Lucia di Lammermoor«. 1969 wurde er Preisträger bei einem von der Metropolitan Oper New York veranstalteten Gesangwettbewerb. Er hatte in Nordamerika eine große Karriere an den ersten Opernhäusern: an der New York City Opera (1971 als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« von Rossini), an den Theatern von Houston/Texas und Fort Worth, an den Opern von San Francisco (1980 als Tamino in der »Zauberflöte«), Philadelphia, San Diego und Portland, in Montreal, Vancouver und Toronto. Er gastierte u.a. am Teatro San Carlos Lissabon und war längere Zeit am Stadttheater Augsburg engagiert. In Italien trat er u.a. 1980 und 1982 am Teatro Comunale Bologna und 1982 am Teatro Comunale Modena, jedes Mal als Golitzyn in Mussorgskys »Chowanschtschina« auf. Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire für lyrischen Tenor waren der Ferrando in »Così fan tutte«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Lindoro in Rossinis »L‘Italiana in Algeri«, der Herzog im »Rigoletto«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Nemorino in »L‘Elisir d’amore«, der Faust von Gounod, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Nureddin im »Barbier von Bagdad« von Cornelius und der Ballad Singer in »Of Mice and Men« von Carlisle Floyd. Der auch als Konzertsänger wie als Pädagoge geschätzte Künstler war mit der kanadischen Sopranistin Heather Thomson (* 7.12.1940) verheiratet.

 

14.10. Kaija SAARIAHO wird 65

Sie studierte an der Sibelius-Akademie in Helsinki bei dem Avantgardisten Paavo Heininen und gründete mit Magnus Lindberg und anderen die Gruppe Open Ears. Sie setzte ihre Ausbildung dann in Freiburg im Breisgau bei Brian Ferneyhough und Klaus Huber fort, nahm an den Darmstädter Ferienkursen teil und studierte ab 1982 am IRCAM im Centre Pompidou in Paris, wo sie 2010 noch immer lebte, computergestützte Komposition und Arbeit mit dem Tonband und Live-Elektronik. Es entstanden Kompositionen wie Verblendungen (1984), ein Wechselspiel zwischen Orchester und Tonband, sowie Du Cristal (1989) und …à la Fumée (1990) unter Verwendung von Live-Elektronik. Unter dem Einfluss der spectralists, einer französischen Komponistengruppe, deren Kompositionen auf der Computeranalyse des Klangspektrums einzelner Töne auf verschiedenen Instrumenten basieren, wandte sich Saariaho einem Stil zu, der von lang gehaltenen Bassnoten und der Verwendung mikrotonaler Intervalle geprägt ist. In diesem Stil komponierte sie ihr bekanntestes Werk, Graal théâtre für Violine und Orchester (1994–97). Saariahos Werke wurden bei internationalen Festivals in London (1989), Jakarta (1989), Paris (1989, 1991) und Wien (1993) aufgeführt. Bei den Salzburger Festspielen dirigierte Kent Nagano 2000 mit großem Erfolg ihre erste Oper L’amour de loin (auf ein Libretto von Amin Maalouf nach der Biografie des Troubadours Jaufré Rudel La vida breve). 2006 fand die Uraufführung ihrer Oper Adriana Mater an der Opéra Bastille in Paris statt. 2010 wurde in Lyon Saariahos dritte Oper Émilie uraufgeführt. Das Libretto zu dieser Einpersonenoper schrieb wiederum Amin Maalouf, Dirigent war Kazushi Ono. 1999 dirigierte Kurt Masur mit dem New York Philharmonic Orchestra ihre Komposition Oltra mar für Chor und Orchester. Auf Einladung von Walter Fink erschien sie im jährlichen Komponistenporträt des Rheingau Musik Festival 2010, als zweite Frau nach Sofia Gubaidulina. Im Metternichsaal von Schloss Johannisberg erklangen unter anderem Sept papillons für Violoncello solo (2000), gespielt von Anssi Karttunen, und Quatre instants für Sopran und Klavier (2002) mit Pia Freund und David Lively. 2011 wurde der Einspielung ihrer Oper L’amour de loin durch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und den Rundfunkchor Berlin unter der Leitung von Kent Nagano der Grammy Award in der Kategorie Best Opera Recording zuerkannt. 2012 wurde sie in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. In der Saison 2016/2017 brachte die Metropolitan Opera New York ihre Oper L’amour de loin.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://saariaho.org/  

 

14.10. Alfredo ZANAZZO wird 75

Alfredo_Zanazzo_als_Narbal

 Er war ein Schüler des großen Bassisten Tancredi Pasero und von Sforni-Corti in Mailand. Nachdem er mehrere Gesangwettbewerbe gewonnen hatte, debütierte er 1981 bei den Festspielen in der Arena von Verona als König in »Aida« und sang dort 1982-89 alljährlich den Ramfis in der gleichen Verdi-Oper, auch den Timur in Puccinis »Turandot«. 1981 sang er am Teatro Comunale Treviso den Daland in »Der fliegende Holländer«, darauf kam es bald zu einer großen internationalen Karriere des Sängers. An der Mailänder Scala hörte man ihn 1982 als König von Schottland in »Ariodante« von G.F. Händel und als Narbal in »Les Troyens« von Berlioz sowie 1988 als Gessler in Rossinis »Wilhelm Tell«. An der Grand Opéra Paris war er 1986 als Aminakhar in Mussorgskys »Salammbò« und als Colline in Puccinis »La Bohème« zu Gast, an der Oper von Rom sang er den Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«, am Teatro Regio Turin den Zaccaria in »Nabucco« und 1987 den Masetto im »Don Giovanni«, am Teatro Verdi Triest ebenfalls den Zaccaria. 1986 sang er in sechs Vorstellungen an der Metropolitan Oper New York den König in »Aida«. Mit dem Ensemble der Festspiele von Verona gastierte er 1987 in der Wiener Stadthalle als Ramfis und sang die gleiche Partie auch an der Staatsoper Wien (1987-89 in insgesamt 4 Vorstellungen) und in den Aufführungen vor den Tempeln von Luxor (1987). Bei den Festspielen von Macerata trat er als Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, am Opernhaus von Zürich als Banquo in »Macbeth« von Verdi (1988) und als Walter Fürst in »Wilhelm Tell« von Rossini auf; am Grand Théâtre Genf sang er 1986 den Caronte und den Plutone in Monteverdis »L‘Orfeo«, an der Oper von Frankfurt a.M. 1988 den Raimondo, in Toronto den Procida in Verdis »I Vespri Siciliani«, in Las Palmas den Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli. 1997 sang er am Opernhaus von Bonn den Zaccaria.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.operistico.it/  

 

15.10. Jan RÄÄTS wird 85

 Er erhielt 1945-52 Klavierunterricht an der Musikschule seiner Heimatstadt Tartu (Estland). Danach besuchte er das Konservatorium in Tallinn, wo er bis 1957 Komposition bei Heino Eller und Mart Saar studierte. Ab 1955 war Rääts als Toningenieur beim Estnischen Hörfunk tätig. Im Jahre 1966 beendete er diese Tätigkeit und wechselte zum Estnischen Fernsehen, wo er bis 1974 als Musikdirektor wirkte. Rääts wurde im Jahre 1978 Kompositionslehrer, sechs Jahre später Professor am Konservatorium Tallinn (heute Estnische Musikakademie). Dort hatte er bereits in den Jahren 1968-70 eine Zeit lang unterrichtet. Zu seinen Schülern gehören Raimo Kangro und Erkki-Sven Tüür. Im Jahre 2003 wurde er emeritiert. 1974-93 leitete er den Estnischen Komponistenverband. Rääts wurde 1972 mit dem Staatspreis der Estnischen SSR ausgezeichnet und zählt zu den prominentesten estnischen Komponisten. Zunächst noch durch den Sozialistischen Realismus beeinflusst, fand Rääts recht schnell zu einem eigenen Tonfall. Charakteristisch für seinen Stil ist eine neoklassizistische Grundhaltung. Seine meist eher knapp gehaltenen Kompositionen sind stark durch rhythmische Impulse geprägt. Sie bewegen sich im Wesentlichen innerhalb einer frei gehandhabten Tonalität. Allerdings ist Rääts Anhänger des Prinzips der Polystilistik. Dies bedeutet, dass er prinzipiell jede erdenkliche Kompositionstechnik begrüßt. Seine Werke zeigen indes, dass er avantgardistische Techniken nur vereinzelt zum Einsatz bringt. In etwa seit den 1980er Jahren interessiert er sich stark für Minimalismus in Sinne von Philip Glass und setzt dieses Kompositionsprinzip fast durchgängig ein. Schwerpunkt von Rääts‘ umfangreichem Œuvre ist die instrumentale Musik, in besonderem Maße das Konzert.

 

17.10. Albert VOLI wird 85

Albert VOLI

 Ausbildung am Institut Carron in Cannes, seit 1950 am Konservatorium von Nizza Schüler von Édouard Rouard. 1952 kam er auf das Conservatoire National in Paris, wo er 1956 einen Gesangwettbewerb der Abschlussklasse gewann. Er debütierte 1957 an der Grand Opéra Paris, an der er seitdem im lyrischen Fach, sowohl der französischen als auch der italienischen Oper, auftrat. Gastspiele an der Oper von Lüttich, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel und an weiteren führenden französischen Opernbühnen. 1966 wirkte er an der Pariser Opéra-Comique in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz mit. Er war zu Gast in Amsterdam und Bern, in Genf (1969 als Thepsis in »Platée« von Rameau, 1972 als Camille in Lehárs »Die lustige Witwe« und 1974 als Helenus und Iopas in »Les Troyens« von Berlioz) und Montreal, in Wien, Palermo und Lissabon. Von seinen Bühnenpartien seien der Alfredo in »La Traviata«, der Gérald in »Lakmé« von Delibes, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Vincent in »Mireille« von Gounod und der Pelléas in »Pelléas et Mélisande« genannt. Neben seinem Wirken auf der Opernbühne als Operetten- und Konzerttenor bekannt geworden.

Schallplatten: HMV (»Carmen«).

 

18.10. Margarita CASTRO-ALBERTY wird 70

Margarita Castro-Alberty

 Sie wurde am Conservatorio Pablo Casals in San Juan auf Puerto Rico ausgebildet und ergänzte ihre Studien an der Accademia di Santa Cecilia Rom und an der New Yorker Juilliard School of Music. 1978 debütierte sie am Opernhaus von Santiago de Chile als Amelia in »Un ballo in maschera« (in der chilenischen Erstaufführung dieser Verdi-Oper). 1979 und 1980 erregte sie als Gast erstes Aufsehen am Teatro Colón Buenos Aires. Darauf kam es 1980 zu ihrem Europa-Debüt in Madrid in »La vida breve« von M. de Falla. 1980 gastierte sie an der Oper von Lyon, 1981 sang sie in der New Yorker Carnegie Hall in einer konzertanten Aufführung von Verdis Oper »I due Foscari« die Partie der Lucrezia. 1982 debütierte sie als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« an der Metropolitan Oper New York, an der sie bis 1983 in insgesamt 8 Vorstellungen auch als Leonore im »Troubadour« und als Donna Anna im »Don Giovanni« zu hören war. 1982 war sie wieder in Santiago de Chile und am Teatro Fenice Venedig, 1983 beim Festival von Orange (als Aida) und am Teatro Fenice Venedig anzutreffen. 1983 gastierte sie an der Grand Opéra Paris als Desdemona in Verdis »Otello«. Das Jahr 1984 brachte Gastspiele an der Staatsoper von Wien (als Leonore im »Troubadour«) und an der Deutschen Oper Berlin, an den Opern von Nancy, Marseille (wo sie auch 1987 wieder auftrat und seitdem dort wohnte) und Toronto. 1985 war sie an der Oper von Rom zu Gast. Vor allem in Frankreich kam sie auf der Bühne wie auf dem Konzertpodium zu anhaltenden Erfolgen. Neben den bereits genannten Rollen sang sie die Titelfigur in Donizettis »Lucrezia Borgia«, die Amelia in Verdis »Simon Boccanegra«, die Butterfly, die Nedda im »Bajazzo«, die Elisabetta im »Don Carlos« von Verdi und die Magda in Puccinis »La Rondine«.

Schallplatten: Erato (Recital, 1981).

 

18.10. Marko PUTKONEN wird 70

Marko PUTKONEN

 Er bereiste zunächst mit einem Zigeuner-Ensemble »Hortto Kaalo« Finnland und gastierte mit dieser Gruppe auch in den skandinavischen Ländern wie im übrigen Europa. Dabei wurde seine Stimme entdeckt, worauf er sich 1980 entschloss, diese ausbilden zu lassen. Er studierte zwei Jahre lang an der Sibelius-Akademie in Helsinki und trat dann an der Nationaloper in Helsinki als Bartolo in »Le nozze di Figaro«, als Falstaff in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« (1992), in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch und in »Der rote Strich« von Aulis Sallinen auf; in der letztgenannten Oper war er auch bei den Festspielen von Savonlinna zu Gast. 1984-85 ergänzte er seine Ausbildung im Opernstudio des Opernhauses von Zürich, an dem er auch später gastierte, ebenso am Grand Théâtre Genf (1985 als Steuermann in »Tristan und Isolde«). Seit 1986 Mitglied des Nationaltheaters von Helsinki. Dort wie auch bei den Festspielen von Savonlinna kam er zu viel beachteten Erfolgen. Am 17.5.1990 sang er in Helsinki in der Uraufführung der Oper »Vincent« von E. Rautavaara die Partie des Gauguin, am 25.5.1992 mit dem Ensemble der Finnischen Nationaloper in Los Angeles in der von »Kullervo« von Aulis Sallinen. Bei den Festspielen von Savonlinna trat er 1992 als Rocco im »Fidelio« auf, an der Oper von Helsinki 1993 als Falstaff in »Die lustigen Weiber von Windsor«. 1996 hörte man ihn in Turku als Massur in der Barock-Oper »Den lilla slafvinnan« von Bernhard Henrik Crusell. 2000 hörte man ihn an der Nationaloper von Helsinki als alten Zigeuner in Verdis »Troubadour«.

Schallplatten: Ondine (»Vincent« und »Thomas« von E. Rautavaara, »Kullervo« von A. Sallinen).

 

18.10. Horiana BRANISTEANU wird 75

Horiana Branisteanu als Donna Anna
Als Donna Anna

 Studium am Konservatorium Ciprian Porumbescu in Bukarest; ihre wichtigsten Lehrer waren Arta Florescu, Elsa Chioreanu und Constantin Stroescu. Debüt an der Nationaloper von Bukarest 1972 in der Partie der Violetta in »La Traviata« von Verdi. Bereits 1972-74 war sie am Stadttheater von Luzern engagiert. Nachdem sie den internationalen Gesangwettbewerb von s’Hertogenbosch und Preise bei ähnlichen Veranstaltungen in Barcelona und Rio de Janeiro gewonnen hatte, nahm sie ein Engagement an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg an, das 1974-79 bestand. Sie wurde als hervorragende Interpretin des lyrischen Stimmfachs weiten Kreisen bekannt. Sie gab Gastspiele am Opernhaus von Frankfurt a.M., an der Staatsoper von Wien (1977 als Pamina in der »Zauberflöte«), am Opernhaus von Zürich (1980 als Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«), am Opernhaus von Graz, in Amsterdam (1973 als Tatjana im »Eugen Onegin«), beim Wexford Festival in Irland (1973 als Antonida in »Ein Leben für den Zaren« von Glinka) und in ihrer rumänischen Heimat. 1977 gestaltete sie bei den Festspielen von Glyndebourne die Donna Anna im »Don Giovanni«. Auf der Bühne sang sie bevorzugt Partien aus der italienischen und französischen Opernliteratur sowie Mozart-Rollen, darunter die Giulietta in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, die Leonore im »Troubadour«, die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail« und die Gräfin in »Figaros Hochzeit«. Im Konzertsaal trat sie in einem umfangreichen Repertoire vor ihr Publikum.

Schallplatten: Erato (»Die Schöpfung« von Haydn), Opera 96 AOL (Leonore im »Troubadour«, Rheinoper Düsseldorf 1978); Pickwick-Video (»Don Giovanni«, Glyndebourne 1977).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.horiana.eu/

 

18.10. Catarina LIGENDZA wird 80

Catarina Ligendza als Brünnhilde in Wien
Als Brünnhilde

 Ihre Eltern waren der Tenor Einar Beyron (1901-79) und die Sopranistin Brita Hertzberg (1901-76), die beide zu den bedeutendsten schwedischen Sängern ihrer Generation gehörten und eine große Karriere an der Stockholmer Oper hatten. Catarina Ligendza studierte zuerst in Stockholm, dann am Konservatorium von Würzburg bei Henriette Klink, auch in Wien und bei Trude Eipperle in Stuttgart. 1963 erhielt sie ihr erstes Engagement am Landestheater von Linz/Donau, wo sie noch unter ihrem eigentlichen Namen Catarina Beyron als Gräfin in »Figaros Hochzeit« debütierte. 1964-65 war sie am Staatstheater von Braunschweig engagiert; sie studierte 1965-68 nochmals bei Josef Greindl in Saarbrücken. 1966 kam sie an das Staatstheater Saarbrücken, dem sie für drei Spielzeiten angehörte und wo sie Partien wie die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Elisabetta in dessen »Don Carlo« und die Desdemona in »Otello« von Verdi, die Elsa im »Lohengrin«, die Arabella von Richard Strauss und erstmals auch die Brünnhilde im Nibelungenring sang. 1969 schloss sie Verträge mit der Deutschen Oper Berlin und der Staatsoper Stuttgart ab, seit 1967 war sie vertraglich auch der Hamburger Staatsoper verbunden. An der Deutschen Oper Berlin hörte man sie 1969-88 in einem umfangreichen Repertoire, u.a. als Amelia in Verdis »Maskenball«,  als Arabella, als Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Isolde in »Tristan und Isolde« und als Brünnhilde. Sie wurde zu einer der bedeutendsten dramatischen und Wagner-Sopranistinnen ihrer künstlerischen Generation. Sie gastierte am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1969 als Elsa, 1982 als Senta in »Der fliegende Holländer«), bei den Salzburger Osterfestspielen unter H. von Karajan (1970 als 3. Norn in der »Götterdämmerung«, 1971 Leonore im »Fidelio«, 1982-83 als Senta), an der Staatsoper Wien (1971-85 als Brünnhilde im Nibelungenring, als Leonore im »Fidelio«, als Ariadne auf Naxos von R. Strauss, als Agathe im »Freischütz«, als Isolde, als Senta, als Lisa in »Pique Dame« und als Elsa in insgesamt 50 Vorstellungen), an der Mailänder Scala (1970 als Arabella, 1978 als Isolde), an der Covent Garden Oper London (1973 als Senta), in Amsterdam (1967), am Teatro Verdi Triest (1969 als Isolde), an der Oper von Nancy (1972 als Isolde), an der Königlichen Oper Stockholm (1972-74 u.a. als Elsa und als Brünnhilde im Nibelungenring) und am Grand Théâtre Genf (1969 als Brünnhilde im »Siegfried«, 1970 als Leonore im »Fidelio«). An der Metropolitan Oper New York trat sie 1971 in einer einzigen Vorstellung als Leonore im »Fidelio« auf. Große Erfolge hatte sie bei den Festspielen von Bayreuth; hier hörte man sie 1971-73 als Brünnhilde im Nibelungenring, 1974-77 und 1986-87 als Isolde, 1987 als Elsa. 1987 Gastspiel-Tournee mit dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin in Japan mit Aufführungen des Nibelungenrings. 1988 gab sie ihren Rücktritt von der Bühne bekannt. Seit 1975 Mitglied der Schwedischen Musikakademie Stockholm. Verheiratet mit dem Oboisten Peter Ligendza (* 1943).

Schallplatten: DGG (Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 3. Norn in der »Götterdämmerung«; Recital mit Arien von Händel), Melodram (Isolde in »Tristan und Isolde«); auf Topaz-Video als Agathe im »Freischütz«.

 

18.10. Gisela POHL wird 80

 Sie erhielt ihre Ausbildung an der Musikhochschule Berlin, wo sie u.a. Schülerin von F. Trommler war. 1967 fand ihr Bühnendebüt am Stadttheater von Potsdam als Azucena im »Troubadour« statt. 1967-68 war sie in Brandenburg a. d. Havel, 1968-70 an der Komischen Oper Berlin verpflichtet, wo sie 1972 in der Uraufführung von »Noch einen Löffel Gift, Liebling?« von Siegfried Matthus auftrat. Seit 1970 durch Verträge mit dem Stadttheater Potsdam und der Berliner Komischen Oper verbunden. Sie sang hier wie bei Gastspielen an führenden Bühnen der DDR und des Auslandes in der Hauptsache die dramatischen Partien ihres Stimmfachs. 1973 wirkte sie an der Berliner Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Reiter in der Nacht« von Ernst Hermann Meyer mit. Daneben konnte sie eine große Karriere als Konzert- und Oratoriensängerin aufbauen; sie galt vor allem als bedeutende Bach- und Händel-Interpretin. Seit 1975 gehörte sie zu den Solisten der berühmten Leipziger Gewandhaus-Konzerte.

Schallplatten: Bellaphon-Acanta (Inez in vollständiger »Troubadour«-Aufnahme), Eterna, Laudate (Weihnachtsoratorium von J.S. Bach), Koch Records (»Parsifal«).

 

18.10. Ritva AUVINEN wird 85

 Sie studierte Pädagogik und Sport und wurde zunächst Sportlehrerin, entschloss sich dann jedoch zur Ausbildung ihrer Stimme. Sie begann das Gesangstudium an der Sibelius-Akademie in Helsinki 1962-67 bei Mirjam Helin und ging in Italien bei der berühmten Gina Cigna und bei Luigi Ricci in Rom wie bei Peter Klein in Wien weiteren Studien nach. 1965 gab sie ihr Debüt als Sängerin in einem Konzert in Helsinki und wurde dann an die Finnische Nationaloper in Helsinki berufen. Hier konnte sie eine große Karriere zur Entfaltung bringen; sie wirkte bei den Opernfestspielen von Savonlinna mit und gastierte auf der Bühne wie im Konzertsaal auch im Ausland, und zwar u.a. in Stockholm, Oslo, Zürich, Wiesbaden und Leningrad. Sie gab Konzerte und Liederabende in New York, Philadelphia, Washington, London, Wien (Brahms-Saal des Musikvereins, 1985), Salzburg, Bukarest, Hamburg und Lübeck. 1975 sang sie in Helsinki in der Uraufführung der Oper »Die letzten Versuchungen« von Joonas Kokkonen die Partie der Riitta. Diese Partie gestaltete sie auch 1983 sehr erfolgreich bei dem Gastspiel der Nationaloper Helsinki im Haus der Metropolitan Oper New York. Sie sang sie weiter bei einer vollständigen Aufnahme des Opernwerks auf DGG mit Martti Talvela in der Rolle des Paavo Ruotsalainen. 1985 in Helsinki als Renata in »Der feurige Engel« von Prokofjew, 1986 als Ariadne auf Naxos von R. Strauss, 1988 als Emilia Marty in »Die Sache Makropoulos« von Janácek bewundert, 1993 bei den Festspielen von Savonlinna als Lady Macbeth in »Macbeth« von Verdi. Sie wirkte am 6.11.1999 in der Almi Hall in Helsinki in der konzertanten Uraufführung der Oper »Mütter und Töchter« von Tapio Tuomela mit.

Schallplatten: BIS (Opernszenen aus Savonlinna), Finlandia (Kaisa in »Pohjalaisia« von L. Madetoja).

 

19.10. Ray MORRISON wird 75

 Er durchlief eine gründliche Ausbildung am Mars Hill College, an der Indiana University (seit 1967), an der University of Cincinnati und am Mannes College of Music und legte sein Examen als Master of Music ab. Seine Gesanglehrer waren u.a. Margaret Harshaw, Andrew White und Armen Boyajian. Sein Bühnendebüt erfolgte bei der Santa Fé Opera. Er kam in den amerikanischen Musikzentren dann bald zu einer erfolgreichen Karriere mit Bühnenauftritten an der Metropolitan Oper New York (1987-90 insgesamt 50 Vorstellungen; Debüt als Zigeuner im »Troubadour«) und an der City Opera New York, an der Oper von Washington und an der New Jersey Opera, an der Connecticut Grand Opera und in zahlreichen Partien an der Oper von Santa Fé. Im Konzertsaal erschien er in einem vielseitigen Repertoire als Solist mit den großen Orchestern in den USA. Auch über die amerikanischen Radio- und Fernsehstationen aufgetreten.

Schallplattenaufnahmen auf den Marken Columbia, CBS, New World Records.

 

20.10. Wolfgang BRENDEL wird 70

Wolfgang Brendel

 Er wuchs in Wiesbaden auf und begann seine Karriere nach seiner Ausbildung in München in der Spielzeit 1969-70 am Pfalztheater von Kaiserslautern (Debüt als Don Giovanni). 1971 wurde er an die Bayerische Staatsoper in München verpflichtet und kam bald zu einer großen internationalen Laufbahn. Zu seinen bevorzugten Partien gehörten der Papageno in der »Zauberflöte«, der Wolfram im »Tannhäuser«, der Germont-père in »La Traviata« und der Pelléas in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, mit dem er 1973 in München einen besonderen Erfolg erzielen konnte. Bis 1986 gehörte er der Münchner Oper als Mitglied, seitdem als ständiger Gast, an. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1973 als Figaro im »Barbier von Sevilla«. Bis 2004 trat er hier in insgesamt 104 Vorstellungen auch als Germont-père, als Don Giovanni, als Luna im »Troubadour«, als Vater Miller in »Luisa Miller« von Verdi, als Marcello in »La Bohème«, als Wolfram, als Titelheld im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, als Renato im »Maskenball«, als Carlo in »La forza del destino«, als Graf in »Le nozze di Figaro«, als Amfortas im »Parsifal«,  als Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Fliegender Holländer und als Barak in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss auf. Nach erfolgreichen Gastspielen an führenden deutschen (Staatsoper Hamburg, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, Staatstheater Karlsruhe) und europäischen Bühnen debütierte er 1975 an der New Yorker Metropolitan Oper als Graf in »Le nozze di Figaro«. An diesem Haus sang er bis 2007 in insgesamt 91 Vorstellungen auch den Vater Miller, den Germont-père, den Sprecher in der »Zauberflöte«, den Dr. Falke wie den Eisenstein in der »Fledermaus«, den Mandryka, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Amfortas, den Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos«, den Grafen im »Capriccio«, den Barak und den Altair in »Die ägytische Helena« von R. Strauss. 1975 übernahm er bei den Festspielen von Salzburg ein Solo in den »Carmina Burana« von C. Orff. 1977 gastierte er als Guglielmo in »Così fan tutte« am Grand Théâtre Genf. An der Oper von San Francisco gastierte er 1979 als Posa, 1980 als Oberpriester in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, 1981 als Ottone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« und als Graf Luna im »Troubadour«, 1984 als Don Giovanni, 1986 als Carlo in »La forza del destino«, 1991 als Graf in »Le nozze di Figaro« und 2006 als Eisenstein. An der Mailänder Scala gastierte er 1981-82 als Graf in »Le nozze di Figaro«, 1984 als Wolfram, 1991 als Amfortas. 1983 hörte man ihn an der Oper von Chicago als Vater Miller. 1990 sang er dort auch den Eugen Onegin. 1985-87 und 1989 sang er den Wolfram bei den Festspielen von Bayreuth. An der Covent Garden Oper war er 1985 als Graf Luna im »Troubadour« (Antrittsrolle) zu Gast, sang dort den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, 1988 den Eugen Onegin und 1996 den Mandryka. Die letztgenannte Partie trug er auch am Opernhaus von Zürich (1990-91) vor, 1996 dann auch bei den Festspielen von Glyndebourne. 1989-90 sang er am Teatro San Carlos Lissabon den Germont-père und den Amfortas. Er trat in Barcelona und Madrid gastweise auf. 1993 Gastspiel mit dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin in Tokio (als Hans Sachs, den er im gleichen Jahr dort wie an der Berliner Staatsoper gesungen hatte). 1995 hörte man ihn bei den Festspielen von Macerata als Hohenpriester in »Samson et Dalila«. 1997 trat er an der Deutschen Oper Berlin als Fliegender Holländer, an der Stuttgarter Staatsoper als Dr. Schön und Jack the Ripper in »Lulu« von A. Berg auf. 1998 gastierte er an der Oper von Houston/Texas als Mandryka, an der Deutschen Oper Berlin als Hans Sachs, am Opernhaus von Essen als Barak. 1999 sang er am Theater an der Wien den Eisenstein. 1999 hörte man ihn an der Deutschen Oper Berlin als Fliegenden Holländer (den er dann auch am Teatro Regio Turin sang) und als Barak, 2000 als Amfortas. 2000 trat er am Opernhaus von Zürich und 2001 an der Staatsoper von München als Mandryka auf, 2000 am Opernhaus von Essen (Aalto-Theater) wieder als Barak, 2001 an der Deutschen Oper Berlin als Fliegender Holländer. Auch als Konzertsänger kam er zu einer weltweiten Karriere.

Schallplatten: Decca (»Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai, »Leonora« von Paër, Ottokar im »Freischütz«), HMV-Electrola (»Die Zauberflöte«, »La Bohème«, »Zar und Zimmermann«, »Die Fledermaus«; Arienplatte), DGG (Ein deutsches Requiem von Brahms), Acanta (»Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß), Eurodisc (»Der Bajazzo«), Philips (Eisenstein in der »Fledermaus«), Melodram (Guglielmo in »Cosi fan tutte«, München 1978); Philips-Video (»Die Zauberflöte«, »Tannhäuser«), Arthaus-Video (»Die Meistersinger von Nürnberg«, Berlin 1995 als Hans Sachs).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.wolfgang-brendel.de/

 

20.10. Michael LEINERT wird 75

Er hat Musik und Literatur studiert, war Schüler von Professor Helmut Winschermann (Oboe) in Detmold, bevor er an der Universität München und der dortigen Musikhochschule Opern- und Schauspielregie studierte (Prof. Heinz Arnold und Prof. August Everding). Als Dramaturg und Spielleiter war er an den Bühnen Kiel, Braunschweig, Coburg, an der Staatsoper Hamburg, der Bayerischen Staatsoper München und am Theater in Bremen tätig, bevor er 1988 Intendant am Pfalztheater Kaiserslautern wurde. Eher als geplant, schon nach drei Jahren, folgte er einem Ruf an das Staatstheater Kassel, das er bis 1999 leitet. Hier kreierte er den 1. European Drama Competition mit mehr als 1000 Einsendungen aus ganz Europa. Seine Inszenierungen von Janaceks Jenufa, Puccinis Manon Lescaut, Mascagnis Cavalleria rusticana, Ernst Kreneks Orpheus und Eurydike und vor allem die Wagner-Opern Tristan und Isolde und Der fliegende Holländer fanden große Publikumsresonanz und überregionales Interesse, ebenso wie Der Ring des Nibelungen, der zum Ende seiner Amtszeit als Intendant des Staatstheaters Kassel im Zyklus aufgeführt wurde. Der Ring-Zyklus erscheint als Live-Gesamtaufnahme auf CD, produziert von der ARS Produktion, Ratingen. 1986 war Leinert einer der Referenten bei den Carl Maria von Weber Tagen der DDR in Dresden – Wissenschaftliche Konferenz: „Carl Maria von Weber – das Erbe als Anregung für die Gegenwart“. Im damaligen Kulturpalast Dresden sprach er über „Carl Maria von Weber als Schriftsteller und Dichter (Tonkünstlers Leben)“. Weitere Referenten waren u.a. Harry Goldschmidt, Hans John, Joachim Herz, Horst Seeger, Joachim Veit und Gerd Schönfelder. Bis August 2006 war Michael Leinert als Chefdramaturg, Regisseur und künstlerischer Mitarbeiter des Generalintendanten Prof. Tobias Richter an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg tätig. Hier hat er im März 2006 die Oper Hamlet von Ambroise Thomas inszeniert Im Schauspiel inszenierte Leinert u.a. erfolgreich Schillers Jungfrau von Orléans, Gombrowicz Yvonne, die Burgunderprinzessin, Racines Phaedra und Goethes Faust I im Oktober 2002 als Uraufführung am Nationaltheater in Nicosia/Zypern in der griechischen Übertragung von Nikos Kazantzakis. Leinert ist Autor mehrerer Libretti für experimentelle Kammeropern, hat die in fünfter Auflage erschienene Rowohlt-Monographie über Carl Maria von Weber verfasst (vor kurzem auch ins Chinesische übersetzt) und ist Regisseur und Librettist von Opern für Kinder wie zum Beispiel Das Zauberhorn, nach Webers Oberon, oder Der Freischütz und der Teufel (UA 28.11. 2000 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg). Bei Radio Bremen und beim NDR Hamburg hat er über dreißig Hörspiele inszeniert, einige davon stammen aus seiner Feder. In Dänemark, Italien, Frankreich, Zypern und den USA ist er als Regisseur gern gesehener Gast. Am Nationaltheater von Zypern in Nicosia inszenierte er im März 2007 Molières Don Juan. Im Februar 2003 inszenierte Leinert an der Hamburger Kammeroper „Alleetheater“ Donizettis Il Borgomastro di Saardam. Im Oktober 2004 brachte er dort Mozarts Figaros Hochzeit in einer neuen deutschen Textfassung nach Beaumarchais heraus. Dort inszenierte er auch im Oktober 2005 Paisiellos Barbier von Sevilla; Ende November brachte er an der Robert-Schumann-Musikhochschule (in Kooperation mit der Rheinoper) die erste Kammeroper von Jürg Baur Der Roman mit dem Kontrabass erfolgreich zur Uraufführung. Er ist verheiratet mit der Sopranistin Susan Owen.

Weitere Informationen auf seiner Homepage:

http://www.owen-leinert.com/M.Leinert%20Bio.htm

 

21.10. Richard CRIST wird 70

 Er studierte am Messiah College in Grantham (Pennsylvania) und erwarb 1972 am New England Conservatory Boston den akademischen Grad eines Master of Music. Im gleichen Jahr debütierte er an der Oper von Boston, an der er im Lauf seiner Karriere immer wieder aufgetreten ist, in »Les Troyens« von Berlioz. Er sang an den führenden Operntheatern in den USA, in Santa Fé und Philadelphia, in San Francisco (1981 Bartolo in »Le nozze di Figaro«) und Memphis, bei der Lake George Opera, der Virginia und der Goldovsky Opera. In Europa gastierte er an der Oper von Lyon; er sang 1984 in Kanada mit dem Mendelssohn-Chor Toronto, 1984 beim Bamboo Organ Festival in Manila und trat als Solist mit der Chorgemeinschaft Pro Arte New Jersey, mit der Beethoven Society New York, der Rochester Oratorio Society und beim Bethlehem Bach Festival auf. Sein Bühnenrepertoire umfasste rund 75 Partien, im Konzertsaal brachte er weitere hundert oratorische und sinfonische Werke zum Vortrag. 1984 sang er in Philadelphia in Tschaikowskys »Pique Dame« in Aufführungen, die im amerikanischen Fernsehen übertragen wurden. In der Spielzeit 1985-86 sang er an der Metropolitan Oper New York in insgesamt 15 Vorstellungen den Dr. Grenvil in »La Traviata«. 1985-86 war er an der Staatsoper Hamburg als Samuel in Verdis »Maskenball«, als Eremit im »Freischütz«, als Oroe in »Semiramide« von Rossini und als Hans Foltz in »Die Meistersinger von Nürnberg« zu hören. 1985 gastierte er in Seattle in »Hoffmanns Erzählungen«, 1990 an der Oper von Boston in der Uraufführung von »The Balcony« von Di Domenico. In Philadelphia wirkte er 1986 in Aufführungen von Debussys »Pelléas et Mélisande« mit. 1988 übernahm er beim Gastspiel des Moskauer Bolschoi Theaters an der Oper von Boston die Partie des Mischujew in der modernen russischen Oper »Die toten Seelen« von Rodion Schtschedrin. Er wirkte an der Oper von Boston 1983 in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Die Soldaten« von B.A. Zimmermann als Wesener mit; er sang den Arnold in der amerikanischen wie in der englischen Premiere von H.W. Henzes Oper »Die englische Katze« (»The English Cat«). 1991-92 trat er beim Wexford Festival in »La Rencontre imprévue« von Gluck auf; er gastierte an der Oper von Dublin als Bartolo in »Le nozze di Figaro« und sang 1992 in der Londoner Barbican Hall in einem Gala-Konzert zum 200. Geburtstag von Rossini.

 

22.10. Richard COLLINS wird 95

 Er begann das Chemiestudium an der University of Louisville, entschloss sich dann aber zum Musikstudium, das am Cincinnati Conservatory, an der Columbia University New York und an der Indiana University stattfand. Er schloss dieses Studium mit dem akademischen Grad eines Master of Music und der Promotion (mit der Dissertation »A Study of the Musical and Dramatic Treatment of Five Bariton Roles in Operas by Verdi«) ab. 1952 fand sein Bühnendebüt bei der Punch Opera New York statt. Er sang dann bei der Lake George Opera, bei der Birmingham Civic Opera (Alabama) und bei der State Opera of Florida rund 40 große Bariton-Rollen, darunter den Jago im »Otello« von Verdi, den Ford in dessen »Falstaff«, die Titelpartien im »Rigoletto« und in Puccinis »Gianni Schicchi« sowie den Amonasro in »Aida«. Noch mehr von Bedeutung war sein Wirken als Bühnendirektor an verschiedenen amerikanischen Theatern. 1963-80 leitete er die Birmingham Civic Opera (Alabama), 1964-69 die State Opera of Florida, 1970-84 die Jacksonville Opera (Florida), seit 1976 die Memphis Opera (Tennessee). Zugleich entfaltete er eine umfangreiche pädagogische Tätigkeit. Er wirkte als Professor an der Auburn University, an der Florida State University und an der Houston Baptist University. Er war Vizepräsident der American National Opera Association.

 

23.10. Božena GLAVAK wird 85

Božena GLAVAK

 Ihre Ausbildung fand an den Konservatorien von Ljubljana (Laibach) und Sarajewo statt. Erster Bühnenauftritt 1954 am Theater von Sarajewo. 1955 kam sie dann an das Slowenische Nationaltheater in Ljubljana, wo sie dann eine langjährige erfolgreiche Karriere hatte. Hier wie am Opernhaus von Sarajewo, wo sie oft gastierte, sang sie Partien wie die Maddalena im »Rigoletto«, die Suzuki in »Madame Butterfly«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Amneris in »Aida«, die Carmen, die Charlotte in »Werther« von Massenet, die Kontschakowna in Borodins »Fürst Igor«, die Olga im »Eugen Onegin« und die Lola in »Cavalleria rusticana«. 1956 Gastspiel mit dem Ensemble der Oper von Ljubljana im Rahmen des Holland Festivals und anschließend in Paris mit Prokofieffs »L‘Amour des trois Oranges«. Im Lauf ihrer langen Karriere am Opernhaus von Ljubljana sang sie dort auch zahlreiche Partien in slowenischen Opern; so übernahm sie 1992 in der Uraufführung der Oper »Krpan’s Mare« von Jani Golob die Hauptrolle der Mare. 1995 hörte man sie in Ljubljana als Kostelnicka in Janáceks »Jenufa«, 1996 als Mutter in »The Consul« von Gian Carlo Menotti. Noch 2000 sang sie am Nationaltheater von Ljubljana die Jezibaba in »Rusalka« von Dvorák. Auch als Konzertaltistin hatte sie eine erfolgreiche Karriere.

Schallplatten: Philips (»L‘Amour des trois Oranges«).

 

24.10. Rhonda BACHMANN wird 65

Rhonda BACHMANN

 Sie studierte seit 1971 an der Pariser Sorbonne (Institut de Musicologie) und am dortigen Conservatoire National, 1977-78 an der Northwestern University in Evanston (Illinois). In den Jahren 1983-87 betrieb sie ihre weitere Ausbildung bei Jan Keizer in Amsterdam. In der Spielzeit 1979-80 trat sie an der Oper von Chicago auf, 1981 sang sie an verschiedenen Pariser Theatern und am Opernhaus von Lyon, in den Jahren 1981-84 an der Opéra du Rhin Straßburg. Sie kam zu einer umfangreichen internationalen Konzertkarriere und absolvierte Konzertauftritte in Paris (Salle Gaveau 1981, Pavillon Dauphine 1986), in London (Christmas Gala Covent Garden Opera 1985), Buffalo, New York (1985), in Frankreich, Deutschland und Italien. Sie wirkte in Rundfunksendungen und in drei Filmen mit, von denen einer das Leben von Hector Berlioz behandelte. Sie unternahm 1988-89 mehrere große Tourneen, bei denen sie in Kostümen des 18. Jahrhunderts (à la Marie Antoinette) auftrat und Vokalwerke dieser Epoche zum Vortrag brachte. Sie lebte in London.

Einige Aufnahmen auf Privatmarken.

 

24.10. Miti TRUCCATO PACE wird 90

 Informationen über die italienische Mezzosopranistin auf folgender Web-Seite: http://www.esdf-opera.de/saengerliste/saenger_t/truccato-pace_miti.htm

 

25.10. Ortrun WENKEL wird 75

Ortrun WENKEL

 Ausbildung an der Franz Liszt-Musikhochschule in Weimar, an der Musikhochschule in Frankfurt a.M. bei Paul Lohmann und durch Elsa Cavelti. Sie begann ihre Karriere 1964 als Konzert- und Oratorienaltistin. Sie widmete sich vor allem dem barocken Musikschaffen und wirkte bei großen internationalen Festspielveranstaltungen mit (English Bach Festival, Festival du Marais, Festival von Flandern, Holland Festival). Sie entschloss sich dann jedoch auch zu einer Bühnenkarriere. 1971 Bühnendebüt am Stadttheater von Heidelberg als Orpheus in »Orpheus und Eurydike« von Gluck. Sie sang in der Folgezeit an den Staatsopern von Stuttgart und München (seit 1975 Ensemblemitglied dieses Hauses), an den Opernhäusern von Wiesbaden und Köln. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1975 die Schwertleite in der »Walküre«, 1975-76 das Alt-Solo im »Parsifal«, 1976 und 1978-80 die Erda und die 1. Norn im Nibelungenring. Bei den Salzburger Festspielen übernahm sie 1977-78 die Partie der Madre in »Il Sant‘ Alessio« von Stefano Landi; 1977 sang sie hier auch in einem Konzert in Manuel de Fallas »Der Dreispitz«. Bei den Festspielen von Schwetzingen sang sie 1980 die Phaedra in Rameaus »Hippolyte et Aricie«. 1988 gastierte sie am Théâtre des Champs-Élysées Paris, 1990 am Staatstheater Wiesbaden als Erda, 1988-89 trat sie beim Spoleto Festival als Herodias in »Salome« von R. Strauss auf, 1989 an der Miami Opera als Fricka, 1991 am Smetana-Theater Prag als Adriano in Wagners »Rienzi«. An der Staatsoper Stuttgart trug sie 1988 die Partie der Beroë in der zeitgenössischen Oper »Die Bassariden« von H.W. Henze vor, 1992 in Wiesbaden die Magdalena im »Evangelimann« von W. Kienzl, 1993-94 die Erda im »Siegfried«, am Opernhaus von Essen 1995 die Fricka in der »Walküre«. 1997 trat sie am Staatstheater von Schwerin als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss auf; im gleichen Jahr gab sie einen Liederabend in der Alten Aula der Heidelberger Universität. 1999 wirkte sie am Opernhaus von Graz als Magda in der Uraufführung der Oper »Tod und Teufel« von Gerd Kühr mit; im gleichen Jahr Gastspiel in Budapest als Klytämnestra. Weiter gastierte sie von ihrem Wohnsitz Heidelberg aus in Karlsruhe (u.a. in den Aufführungen des Nibelungenrings in den neunziger Jahren), in Basel, Genf (1977 die Waltraute und die 1. Norn in der »Götterdämmerung« sowie die Erda) und Amsterdam und ging einer umfangreichen Konzertkarriere nach. So gab sie 1983 Konzerte in Wien, Graz, Paris und San Francisco. Auf der Bühne bewunderte man vor allem ihre Gestaltung von Partien in Barock-Opern (Händel, Gluck, Monteverdi), aber auch ihre Azucena im »Troubadour« und ihre Olga im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky. Weitere Bühnenpartien: die Geneviève in »Pelléas et Mélisande«, die alte Buryja in »Jenufa« von Janácek und die Gaea in der Richard Strauss-Oper »Daphne«.

Schallplatten: Da Capo (Lieder von Mussorgsky). Thorofon (moderne geistliche Musik von Chemin-Petit), CBS (»Xerxes« von Händel, 8. Sinfonie von G. Mahler). HMV-Electrola (3. Sinfonie von G. Mahler, »Die Zauberflöte«, »Der Evangelimann« von Kienzl, Gaea in »Daphne« von R. Strauss), Eurodisc (Erda in »Das Rheingold«, Bach-Kantaten), Philips (vollständiger Ring-Zyklus), Decca (Mozart-Requiem), Edition Schwann (»Fünf Gesänge« von Fr. Schreker), Wergo (»Die Seejungfrau« von Zemlinsky), Koch Records (»Die Bassariden« von H.W. Henze), Bella Musica (Erda im »Siegfried« und 1. Norn in der »Götterdämmerung«).

 

25.10. Claude HEATER wird 90

Claude HEATER

 Nach seinem Militärdienst wurde er Platzanweiser in einem Theater in Los Angeles, ließ jedoch während dieser Zeit seine Stimme ausbilden. 1954 debütierte er in den USA als Bariton im Konzertsaal und trat bereits am New Yorker Broadway in Musicals, außerdem im amerikanischen Rundfunk wie im Fernsehen, auf. Mitte der fünfziger Jahre kam er nach Europa und sang als Bariton 1956-57 am Stadttheater von Basel, 1957-59 an der Städtischen Oper Berlin (u.a. als Melot in »Tristan und Isolde«) und 1958-61 an der Wiener Staatsoper (als Germont-père in »La Traviata«, als Silvio im »Bajazzo«, als Marquis de la Force in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc, als Sharpless in »Madame Butterfly«, als Moralès wie als Escamillo in »Carmen« und als einer der Priester in »Mord in der Kathedrale« von Pizzetti in insgesamt 46 Vorstellungen). An der Oper von Frankfurt a.M. sang er u.a. 1961 den Enrico in »Lucia di Lammermoor« als Partner von Joan Sutherland. Nachdem er erkannt hatte, dass er eigentlich eine Tenorstimme besaß, studierte er nochmals bei zwei berühmten Tenören, in Mailand bei Mario del Monaco und in München bei Max Lorenz. 1964-68 war er dann als Heldentenor Mitglied der Staatsoper München. Er hatte dort ein sehr erfolgreiches Debüt in der zeitgenössischen Oper »König Hirsch« von H.W. Henze. Er kam dann vor allem als Wagner-Sänger zu großen Erfolgen. Er trat als Gast in Amsterdam und Brüssel, an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin und an der Mailänder Scala (1959 als Melot und 1966 als Erik in »Der fliegende Holländer«) auf. Er gastierte auch an der Staatsoper Dresden (1968), beim Festival von Spoleto (1968 als Tristan), am Teatro Liceu Barcelona (1968-69), an der Oper von Bordeaux (1969-70), am Grand Théâtre Genf (1969 als Siegfried im Nibelungenring), an der Nationaloper Budapest (1970) und am Teatro Fenice Venedig (1970). 1966 hörte man ihn bei den Festspielen von Bayreuth als Siegmund in der »Walküre« und als Melot. Neben seinen Wagner-Heroen standen Partien wie der Otello von Verdi, der Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, und der Florestan im »Fidelio« an erster Stelle in seinem Bühnenrepertoire. Der Künstler lebte in München und ging von dort aus seiner Gastspiel- und Konzerttätigkeit nach, die ihm in Europa, in Nord- und Südamerika wie auch in Afrika anhaltende Erfolge eintrug. Anscheinend war seine Karriere früh beendet, nach 1971 finden sich keine Auftritte mehr an größeren Opernhäusern.

Schallplatten: Frühe Aufnahmen als Bariton auf HMV (Conte Carnero im »Zigeunerbaron«), DGG (»Mord in der Kathedrale« von I. Pizzetti). Als Tenor singt er auf Melodram den Melot in »Tristan und Isolde« (Bayreuth, 1966).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: https://www.claudeheater.com/

 

27.10. Adriana HLAVSOVÁ wird 60

 

Biographie der tschechischen Mezzosopranistin auf Tschechisch: http://cestipevci.wz.cz/pevci/hlavsova.htm

 

27.10. Dominick ARGENTO wird 90

Der Sohn sizilianischer Einwanderer fühlte sich früh von der Musik George Gershwins angezogen. Im Zweiten Weltkrieg leistete er Militärdienst als Kryptograph in Nordafrika. Es folgte ein Bachelor- und Masterstudium am Peabody-Konservatorium in Baltimore bei Nicolas Nabokov, Henry Cowell und Hugo Weisgall, dem sich ein Promotionsstudium an der Eastman School of Music in Rochester anschloss (bis 1957). Dort wurde Argento von Alan Hovhaness, Bernard Rogers und Howard Hanson unterrichtet. Als Fulbright-Stipendiat konnte er 1954 Studien in Italien bei Luigi Dallapiccola absolvieren. Nach seinem Studium wurde Argento musikalischer Leiter der Hilltop Opera in Baltimore und lehrte zugleich Musiktheorie und Komposition an der Eastman School. Zwei Guggenheim-Stipendien ermöglichten ihm 1957/58 und 1964/65 weitere Italienaufenthalte. Von 1958 bis zu seiner Emeritierung 1997 wirkte Argento als Dozent am Institut für Musik der University of Minnesota. 1979 wurde er Mitglied der American Academy of Arts and Letters. Das kompositorische Werk von Dominick Argento umfasst neben einigen Instrumentalwerken schwerpunktmäßig Vokalkompositionen. Hierzu zählen eine Reihe von in den USA erfolgreichen Opern (fast alle auch von europäischen Bühnen aufgegriffen), darunter The Boor (1957), Postcard from Morocco (1971), The Voyage of Edgar Allan Poe (1976), Miss Havisham’s Wedding Night (1981), Casanova’s Homecoming (1984), The Aspern Papers (1988) und The Dream of Valentino (1994). Ab den 1970er-Jahren entstanden zudem mehrere Liederzyklen, wobei ihm der für Janet Baker komponierte Zyklus From the Diary of Virginia Woolf 1975 den Pulitzer Prize of Music einbrachte. 2004 wurde der Zyklus Casa Guidi mit einem Grammy als „Beste zeitgenössische klassische Komposition“ ausgezeichnet. In der Musik von Dominick Argento werden in einem vorherrschend tonalen Kontext Tonalität, Atonalität und Zwölftontechniken frei kombiniert.

 

28.10. Victoria SCHNEIDER wird 65

Victoria Schneider

 Sie studierte an der Eastman School of Music Rochester (New York) und erwarb den akademischen Grad eines Master of Music. Ihr Bühnendebüt fand 1981 an der Staatsoper von Stuttgart statt, an der sie bis 1985 ständig gastierte. Gleichzeitig kam sie in Deutschland zu einer erfolgreichen Konzertkarriere. Seit 1984 verlegte sie ihre Tätigkeit nach Italien, wo sie an der Oper von Rom, am Teatro Comunale Bologna und in Genua ihre Bühnenpartien sang. Am 16.5.1985 wirkte sie an der Mailänder Scala in der Uraufführung von Franco Donatonis »Atem« mit; 1990 und 1993 sang sie dort auch in Konzerten. 1992 gastierte sie in Wien, 1993 am Théâtre Châtelet Paris. 2000 wirkte sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. in Aufführungen der zeitgenössischen Oper »Die Wände« von Adriana Hölszky mit. Sie trat als Solistin zusammen mit führenden italienischen Orchestern auf, u.a. mit dem Orchester der Accademia di Santa Cecilia Rom und den Radioorchestern (RAI) in Mailand, Turin und Neapel. Im Konzertsaal trug sie Werke von der Barockepoche bis zu zeitgenössischer Musik vor, darunter Soli im »Messias« von Händel, der Missa solemnis und der Messe C-Dur von Beethoven, dem Mozart-Requiem, die Wesendonck-Lieder von Wagner, Orchesterlieder von Richard Strauss, das Streichquartett mit Sopransolo op. 10 von A. Schönberg, die »Sieben frühen Lieder« von Alban Berg, »Sieben lyrische Lieder nach Texten von Alexander Blok« von Schostakowitsch, »An Mathilde« und »Commiato« von Dallapiccolo, Kompositionen von Franco Donatoni, S. Sciarron, Guarnieri, Gentilucci und Riccardo Malipiero. Bekannt wurde die Künstlerin auch durch Rundfunksendungen in Deutschland (Radio Stuttgart, Radio Bremen, Bayerischer Rundfunk München), Holland, in Italien (RAI), in Hollans (VARA Hilversum) und in der Schweiz (Radio Lugano). Den bereits genannten Komponisten und Musikkritiker Riccardo Malipiero (1914-2003), einen Neffen des berühmten Komponisten Gian Francesco Malipiero (1882-1973), heiratete sie 1988.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.victoriamalipiero.com/biography_english.htm

 

28.10. Loretta DI FRANCO wird 75

Loretta di Franco als Barbarina

 Nachdem sie anfänglich als Sekretärin gearbeitet hatte, studierte sie Gesang bei Maud Webber und Walter Taussig in New York. Sie gehörte zunächst dem Chor der Metropolitan Oper an, wo sie 1961 einen der Edelknaben im »Tannhäuser« als erste kleine Solopartie sang. 1965 gewann sie den ersten Preis beim Gesangwettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper und erhielt sogleich ein Engagement als Solistin an dieses große Opernhaus. Seitdem blieb sie bis 1995 Mitglied dieses Hauses, an dem sie in insgesamt 929 Vorstellungen in kleineren, aber auch in großen Aufgaben aus dem Fachbereich des lyrischen Koloratursoprans auftrat, in Partien wie der Chloe in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Barbarina wie der Susanna in »Le nozze di Figaro«, der Zerline im »Don Giovanni«, der Papagena in der »Zauberflöte«, der Lisa in Bellinis »La Sonnambula«, der Mimi wie der Musetta in Puccinis »La Bohème«, der Lauretta in »Gianni Schicchi«, der Xenia in »Boris Godunow« und der Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier«. Noch 1990 sang sie an der Metropolitan Oper die Marthe im »Faust« von Gounod. Am 19.12.1991 wirkte sie dort in der Uraufführung der Oper »The Ghosts of Versailles« von Corigliano mit. 1975 trat sie bei den Festspielen von Salzburg in der Richard Strauss-Oper »Die Frau ohne Schatten« als Hüter der Schwelle auf. Gastspiele wie Konzertauftritte in den Musikzentren der USA kennzeichneten im Übrigen die Karriere der Künstlerin.

Schallplatten: DGG (»Der Barbier von Sevilla«; auch als Video), Bella Voce (Frasquita in »Carmen«, Metropolitan Oper New York 1978); Mitschnitte von Rundfunkaufnahmen aus der Metropolitan Oper auf Privatmarken.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://lorettadifranco.com/ 

 

28.10. Anna KAJABOVÁ-PENASKOVÁ wird 80

Anna Kajabová-Peňašková

 Sie war Schülerin der Musikhochschule von Bratislava (Preßburg) und von M. Móry, ebenfalls Bratislava. Sie debütierte bereits 1956 als Konzertsängerin, ergänzte dann aber ihre Ausbildung durch Studien bei der berühmten Sopranistin Gina Cigna. 1960 erfolgte ihr Bühnendebüt an der Slowakischen Nationaloper in Bratislava in Mussorgskys »Jahrmarkt von Sorotschinzy«. Sie war dann über zwanzig Jahre Mitglied dieses Opernhauses, wo sie ein umfangreiches Repertoire zum Vortrag brachte, das sehr viele Partien aus dem jugendlich-dramatischen Fach enthielt. Zu ihren Bühnenrollen gehörten die Mimi in »La Bohème«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen« und die Titelrolle in »Die Kluge« von Carl Orff. Neben ihrem Wirken in Bratislava gab sie auf internationaler Ebene Gastspiele und Konzerte, u.a. in den Großstädten der DDR, in Sowjetrussland, in Italien, in Nord- und Südamerika. Sie galt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen ihres Stimmfachs innerhalb ihrer Generation in der CSSR. Auch auf dem pädagogischen Sektor tätig.

Schallplatten der Marke Supraphon-Opus.

 

29.10. Georgi DMITRIJEW wird 75

Er war Kompositionsschüler von Dmitri Kabalewski am Moskauer Konservatorium. Bei diesem erwarb er im Jahre 1968 nach Abschluss seiner Studien auch die Aspirantur. Seit 1969 lehrt Dmitrijew Kontrapunkt und Instrumentation am Gnessin-Institut für Musikpädagogik in Moskau und Komposition an der Zentralen Musikfachschule des Moskauer Konservatoriums.

Von Dmitrijew liegen mehrere Orchesterwerke (2 Sinfonien, sinfonische Dichtungen, eine konzertante Sinfonie, ein Violinkonzert, ein Cellokonzert), die Oper Eine verlorene Liebe, ein Oratorium, Kammermusik (im wesentlichen 2 Klaviersonaten und 4 Streichquartette) sowie verschiedene Chorwerke vor. Der Komponist arbeitet auch erfolgreich in den Bereichen Musik für Kinder und Jugendliche sowie Filmmusik. Außerdem veröffentlichte er drei Bücher, darunter eines über Schlaginstrumente, mit dem er sich in der Sowjetunion große Anerkennung erwarb. In den letzten Jahren entwickelte Dmitrijew ein ausgeprägtes Interesse an historischen Sujets. So schrieb er unter anderem eine sinfonische Chronik zur 1500-Jahr-Feier der Stadt Kiew im Jahre 1981. In den Werken Dmitrijews fällt eine variantenreiche Verwendung der Zwölftontechnik auf, die aber nicht selten in tonale Zusammenhänge eingebunden wird. Eine besondere, sorgfältige Behandlung wird stets dem Schlaginstrumentarium zuteil.

 

30.10. Nina FOMINA wird 80

Nina Fomina

 Nach anfänglichem Ingenieurstudium wurde ihre Stimme am Tschaikowsky Konservatorium von Moskau durch A.E. Schewnikowa ausgebildet. 1972 fand ihr Bühnendebüt sogleich am Moskauer Bolschoi Theater als Gorislawa in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka statt. Seither bekanntes Mitglied dieses größten Opernhauses der UdSSR. Gastspiele mit dem Ensemble des Bolschoi Theaters an der Mailänder Scala (1973 als Gorislawa in »Ruslan und Ludmilla« und in einer kleinen Partie in »Semjon Kotko« von Prokofjew, 1989 als Xenia in »Boris Godunow« und als Wojslawa in »Mlada« von Rimsky-Korsakow). Sie sang auf der Bühne vor allem die großen lyrisch-dramatischen Sopranpartien der russischen und der italienischen Oper; neben ihrer Bühnenkarriere stand eine ebenso erfolgreiche Tätigkeit als Konzertsopranistin.

Schallplatten: Capriccio/EMI (Orchesterlieder von Schostakowitsch), Relief CR (Oksana in »Tscherewitschki« von Tschaikowsky), Melodiya (staatliche sowjetrussische Schallplatten-Produktion), darunter die vollständigen Opern »Ruslan und Ludmilla« von Glinka und »Die Pantöffelchen« (»Tscherewitschki«) von Tschaikowsky.

 

30.10. Salvador NOVOA wird 80

Salvador NOVOA als Don José
Als Don José

 Er begann seine Ausbildung 1957 bei Felipe Aguilera Ruiz in Mexico City und war dann seit 1972 Schüler von Kurt Baum in New York. Nachdem er 1959 Preisträger bei einem Gesangwettbewerb in Mexico City geworden war, debütierte er 1960 bei der Mexican Opera Company als Pinkerton in »Madame Butterfly«. Er hatte dann eine glänzende Karriere an der Oper von Mexico City, wobei man ihn vor allem als Vertreter des heldischen Fachs für die italienische und französische Opernliteratur kennenlernte. Nicht weniger große Erfolge bei Gastspielen an den Opern von Chicago, Boston, Cincinnati, Philadelphia (Erik in »Der fliegende Holländer«), San Diego, Houston (Texas) und an der New York City Opera. Am letztgenannten Opernhaus hörte man ihn als Don José in »Carmen«, als Cavaradossi in »Tosca«, als Faust in »Mefistofele« von Boito und als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«. Gastspiele am Teatro Colón Buenos Aires, am Opernhaus von Marseille und an der Stuttgarter Staatsoper; dazu Wirken als Konzertsänger und als Liedinterpret, u.a. als Solist in der 9. Sinfonie von Beethoven und im Verdi-Requiem. Am 19.5.1967 sang er in Washington in der Uraufführung der Oper »Bomarzo« von Ginastera die Partie des Pier Francesco Orsini. Aus seinem Bühnenrepertoire sind ergänzend noch der Macduff in Verdis »Macbeth«, der Radames in »Aida«, der Pollione in »Norma«, der Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, der Andrea Chénier von Giordano, der Faust von Gounod und der Turiddu in »Cavalleria rusticana« zu nennen.

Schallplatten: Columbia, Melodram (vollständige Oper »Bomarzo«).

 

31.10. Andrea BRETH wird 65

Aufgewachsen in Darmstadt, 1971-73 Studium der Literatur an der Heidelberger Universität; 1972-73 Regieassistenz am Heidelberger Theater. Erste Inszenierungen in Bremen, Wiesbaden, Hamburg und Berlin (u.a. 1981 Lessings Emilia Galotti an der Freien Volksbühne Berlin), an der Züricher Schauspielakademie und am Theater Neumarkt in Zürich. 1983-85 Engagement am Freiburger Theater. Mit Lorcas Bernarda Albas Haus erfolgte 1985 die erste Einladung zum Berliner Theatertreffen. 1986-89 wechselt Andrea Breth ans Bochumer Theater. Mit Greens Süden und Gorkis Die Letzten wurde sie zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Theater heute wählte Andrea Breth zur Regisseurin des Jahres 1985. In den Jahren 1990 und 1992 inszenierte sie am Burgtheater Kleists Der zerbrochene Krug und am Akademietheater O’ Caseys Das Ende vom Anfang. 1992-97 Künstlerische Leiterin der Berliner Schaubühne, mit Wampilows Letzten Sommer in Tschulinsk, Ibsens Hedda Gabler und Tschechows Onkel Wanja wurde sie zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 1999-2006 arbeitete sie als Hausregisseurin am Burgtheater, inszenierte u. a. Horváths Der jüngste Tag, Kleists Das Käthchen von Heilbronn, Friedrich Schillers Maria Stuart, Albert Ostermaiers Letzter Aufruf und Nach den Klippen, Tennessee Williams’ Die Katze auf dem heißen Blechdach, Anton Tschechows Der Kirschgarten und Lessings Minna von Barnhelm. Ab 2008 inszenierte sie am Burgtheater Motortown von Simon Stephens, Quai West von Bernard-Marie Koltès, Zwischenfälle – Szenen von Courteline, Cami, Charms –, Kleists Prinz Friedrich von Homburg in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, Shakespeares Hamlet und zuletzt Diese Geschichte von Ihnen von John Hopkins. Mit Lessings Emilia Galotti und Schillers Don Carlos, Infant von Spanien wurde sie zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Bei den Salzburger Festspielen inszenierte Andrea Breth außerdem Schnitzlers Das weite Land und Verbrechen und Strafe von Fjodor Dostojewski. 2009 inszenierte sie Albert Ostermaiers Blaue Spiegel am Berliner Ensemble und Kleists Der zerbrochene Krug bei der Ruhrtriennale; 2011 Isaak Babels Marija am Düsseldorfer Schauspielhaus, 2013 Ibsens John Gabriel Borkman am Schauspiel Frankfurt und 2014 Pinters Der Hausmeister am Residenztheater in München. Für die Oper inszenierte sie ab 2000 Glucks Orfeo ed Euridice an der Leipziger Oper, Smetanas Die verkaufte Braut und Jakob Lenz von Wolfgang Rihm an der Stuttgarter Staatsoper, Bizets Carmen bei der Styriarte in Graz, bei den Salzburger Festspielen Tschaikowskys Eugen Onegin, Janáčeks Oper Katja Kabanowa und La Traviata von Giuseppe Verdi im Brüsseler Théâtre de la Monnaie, Lulu und Wozzeck von Alban Berg am Schiller Theater der Berliner Staatsoper und Giuseppe Verdis Macbeth an De Nationale Opera in Amsterdam. Zuletzt Der Gefangene von Luigi Dallapiccola und Das Gehege von Wolfgang Rihm an der Stuttgarter Oper.

Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. Nestroy „Beste Regie“ 2003 für Emilia Galotti und 2011 für Zwischenfälle, 2006 den Theaterpreis Berlin, 2015 den Schillerpreis der Stadt Marbach) und war Professorin für Regie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Andrea Breth ist Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main, der Akademie der Künste Berlin sowie der Bayerischen Akademie der schönen Künste, sie ist zudem Trägerin des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse und des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

 

 

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