Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM NOVEMBER 2015

GEBURTSTAGE

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

1.11. Katerina IKONOMOU wird 60

Sie war die Tochter griechischer Eltern. Sie begann bereits in Taschkent ihr Gesangstudium, das sie nach der Rückkehr ihrer Familie in ihre griechische Heimat dort fortsetzte. Nachdem sie den Maria Callas-Concours gewonnen hatte, konnte sie mit Hilfe eines Stipendiums in Deutschland ihre Ausbildung fortsetzen. Sie war in Köln an der Musikhochschule Schülerin von Josef Metternich. In der Spielzeit 1984-85 debütierte sie mit großem Erfolg am Stadttheater von Würzburg als Salome in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper. Auf Rat der Maria Callas-Stiftung ging sie dann zur weiteren Ausbildung nach Italien und studierte das italienische Fach bei Iris Adami-Corradetti. Sie gewann dort einen weiteren Gesangwettbewerb und gab Konzerte mit Arien und russischen Liedern. 1986 sang sie am Opernhaus von Zürich wiederum die Salome, und wieder mit großem Erfolg. Sie sang 1986 an der Grand Opéra Paris die Salome von R. Strauss, die sie 1987 beim Spoleto Festival (USA) wiederholte, 1988 am Teatro Verdi Triest die Lisa in »Pique Dame«, im gleichen Jahr am Théâtre des Champs-Élysées in Paris die Gutrune in der »Götterdämmerung«. Beim Festival von Spoleto gastierte sie 1988 als Jenufa in Janáceks bekannter Oper, 1989 als Salome, 1990 als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, 1993 als Santuzza in »Cavalleria rusticana«. 1990 sang sie am Teatro Verdi Triest die Leonore im »Fidelio«, beim Maggio Musicale Fiorentino die Fevronija in Rimsky-Korssakows »Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch«, 1991 an der Oper von Rom die Titelfigur in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, am Teatro San Carlo Genua die Amelia in Verdis »Maskenball«, 1992 in Catania die Senta in »Der fliegende Holländer«, 1994 am Teatro Grande Brescia die Abigaille in Verdis »Nabucco«. 1994 hörte man sie am Teatro Donizetti Bergamo als Abigaille in »Nabucco« von Verdi, am Teatro Carlo Felice Genau 1994 als Senta im »Fliegenden Holländer«.

Schallplatten: Fono (Santuzza in »Cavalleria rusticana«); Aufnahmen mit Liedern von Glinka, Dargomyschski und Tschaikowsky.

1.11. John OSTENDORF wird 70

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Als Mozarts „Figaro“

Seine Ausbildung fand am Oberlin College Ohio sowie bei den Pädagogen Margaret Harshaw, Julia Drobner und Daniel Ferro in New York statt. Er debütierte 1969 bei der Chautauqua Opera als Commendatore im »Don Giovanni« und trat dann bei einer Reihe von amerikanischen Operngesellschaften auf, u.a. an den Opern von San Francisco (1978 Titelheld in »Giulio Cesare« von Händel), Houston/Texas, Baltimore, Philadelphia (1985 Truffaldino in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss) und im kanadischen Toronto. In Amsterdam gastierte er 1979 in der Uraufführung der Oper »Winter Cruise« von H. Henkeman. Auf der Bühne standen an erster Stelle in seinem Repertoire Partien wie der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Escamillo in »Carmen« und der Ramfis in »Aida«. Eine ebenso erfolgreiche Karriere kam auch auf den Gebieten des Konzert- wie des Oratoriengesangs zustande. Hier erwies er sich vor allem als großer Interpret von Vokalwerken aus der Barock-Epoche (J.S. Bach, Händel).

Schallplatten: Newport Classic (»Siroe« von Händel, Johannes-Passion von J.S. Bach, »Ismaele« von A. Scarlatti), MMG (»Imeneo« von Händel, Kantaten von J.S. Bach).

3.11. Natalie HINSCH-GRÖNDAHL wird 100

 Sie sang 1936-39 am Stadttheater von Bremen, 1939-41 am Stadttheater von Freiburg i.Br. und 1941-42 am Stadttheater von Karlsbad (Karlovy Vary). 1942-44 war sie am Deutschen Theater in Oslo engagiert; 1947-49 gehörte sie dem Stadttheater von Zittau, 1949-50 dem Landestheater von Gera (Thüringen) an. 1951 folgte sie einer Berufung an das Nationaltheater Mannheim, dessen Mitglied sie bis 1956 blieb. 1955-59 bestand ein Gastspiel-Engagement der Künstlerin am Opernhaus von Köln; hier sang sie am 8.6.1957 in der Uraufführung der Oper »Bluthochzeit« von Wolfgang Fortner die Partie der Mutter, im gleichen Jahr wirkte sie in Köln in der deutschen Erstaufführung von Poulencs »Dialogues des Carmélites« als Mère Marie mit. 1959-61 trat sie am Stadttheater von Oberhausen, 1962-66 als Gast am Staatstheater Wiesbaden, 1966-68 am Stadttheater von Basel auf. Bei den Bayreuther Festspielen von 1953 hörte man sie als Gutrune in der »Götterdämmerung«. Die als große Darstellerin gerühmte Sängerin wurde in erster Linie im dramatischen Stimmfach bekannt: als Carmen, als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, als Brangäne in »Tristan und Isolde«, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Küsterin in Janáceks »Jenufa« und als Octavian im »Rosenkavalier«. In Mannheim nahm sie am 25.11.1954 an der Uraufführung von Gerhard Wimbergers »Schaubudengeschichte« teil. Sie war verheiratet mit dem Schauspieler Friedrich Gröndahl (1913-93), der später als Pädagoge an der Folkwang-Musikhochschule in Essen wirkte.

Schallplatten: Cetra (Mitschnitt der »Götterdämmerung« aus Bayreuth, 1953), Telefunken (Szenen aus »Bluthochzeit« von Fortner), Privataufnahmen aus dem Nationaltheater Mannheim (»Carmen« mit Heinz Sauerbaum als Partner).

4.11. Brian BANNAYTNE-SCOTT wird 60

Brian Bannatyne-Scott

Er studierte an der St. Andrews University Französisch und mittelalterliche Geschichte, dann seit 1981 an der Guildhall School of Music London Gesang bei Laura Sarti und war auch Schüler von Peter Pears, Hans Hotter und Norman Bailey. 1981 gewann er den Kathleen Ferrier-Concours. Er debütierte 1981 am Teatro Fenice Venedig, sang 1982 an der Oper von Rom und kam dann zu einer erfolgreichen Karriere an der Scottish Opera Glasgow. Hier trat er 1982-85 als Theseus in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, als Nourabad in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, als Sergeant in »Manon Lescaut« von Puccini, als Sprecher wie als 2. Geharnischter und als 2. Priester in der »Zauberflöte«, als Johann im »Werther« von Massenet, als Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Notte in Cavallis »L’Egisto«, als Minister im »Fidelio«, als Monterone im »Rigoletto«, als Neptun in Cavallis »L’Orione«, als Colline in Puccinis »La Bohème« und als Micha in Smetanas »Die verkaufte Braut« auf. Bei der English National Opera London hörte man ihn seit 1987 als Monterone, als Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Commendatore im »Don Giovanni« (1991), bei der Birmingham Touring Opera als Fafner und als Hagen im Nibelungenring. Bei der Chelsea Opera Group sang er in einer konzertanten Aufführung der Oper »Daphne« von R. Strauss und mit diesem Ensemble bei einer Europa-Tournee den Cold und den Genius in »King Arthur« von Purcell. Bei den Salzburger Festspielen gastierte er 1991 als Polyphem in »Acis und Galatea« von Händel (in der Mozart-Bearbeitung), beim Bermuda Festival als Don Alfonso in »Così fan tutte«. 1998 sang er am Théâtre de la Monnaie Brüssel den Bartolo in »Le nozze di Figaro«. Als Konzert- und namentlich als Oratorienbassist sang er zusammen mit den führenden englischen Orchestern und trat in Italien, Deutschland und Japan auf. Er trug die Partie des Christus in der Johannespassion von J.S. Bach und in der zeitgenössischen Johannespassion von Arvo Pärt vor. Beim Edinburgh Festival sang er 2015 den Judas in Elgars Oratorium »The Apostles« und 2016 den Raphael wie den Adam in Haydns »Schöpfung«.

Schallplatten: DGG (»King Arthur« und »Dioclesian« von Purcell), Virgin (»L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi), Conifer (»The Wreckers« von Ethel Smyth), Philips (»A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.bannatynescott.co.uk/

4.11. Anu KAAL wird 75

Anu Kaal als Traviata
Als Violetta Valery in „La Traviata“

Sie wuchs in der estnischen Kleinstadt Nômme heran. Sie begann das Gesangstudium bei der Pädagogin Ludmilla Isakowa in Tallinn und sang im Chor des dortigen Opernhauses (Estonia-Theater). 1963-69 studierte sie in Tallinn weiter bei Viktor Josifowitsch Gurjew. 1967 wurde sie Preisträgerin bei einem nationalen Gesangwettbewerb der Estnischen Sowjetrepublik, 1968 gewann sie den All-russischen Concours Michail Glinka in Moskau. Bereits während ihrer Ausbildung debütierte sie 1966 am Estonia-Theater Tallinn als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Sie wurde an dieses Haus engagiert und blieb dessen Mitglied bis zur Beendigung ihrer Karriere. 1971-72 ergänzte sie ihre Ausbildung in der Opernschule der Mailänder Scala bei Margherita Carosio und E. Ferrari. Am Opernhaus von Tallinn sang sie das klassische Koloraturrepertoire mit Partien wie der Serpina in »La serva padrona« von Pergolesi, der Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, der Zerline im »Don Giovanni«, der Adina in »L’Elisir d‘ amore«, der Lucia di Lammermoor, der Marie in »La Fille du Régiment« von Donizetti, der Gilda im »Rigoletto«, der Traviata, der Musetta in »La Bohème«, der Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini, der Manon von Massenet, der Adele in der »Fledermaus« von J. Strauß, der Lucy in »The Telephone« von G.C. Menotti, der Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut« und der Roxane in »Cyrano de Bergérac« von Eino Tamberg. Sie trat gastweise am Opernhaus von Riga (als Lucia di Lammermoor und als Traviata), am Opernhaus von Vilnius (Wilna, als Lucia di Lammermoor und als Gilda) und am Opernhaus von Kuibyschew (Samara, als Gilda) auf. Auch als Konzertsolistin hatte sie eine erfolgreiche Karriere. 1977 wurde sie zur Volkskünstlerin der Estnischen Sowjetrepublik, 1981 zur Volkskünstlerin der UdSSR ernannt. 1983 brachte das Estnische Fernsehen einen Film-Beitrag über die beliebte Sängerin.

Schallplatten: Melodiya, auch estnische Aufnahmen.

4.11. Elgar HOWARTH wird 80

 Er studierte in Manchester an der Universität und am Royal College of Music. Er begann als Trompeter an der Königlichen Oper Covent Garden in London, beim Royal Philharmonic Orchestra und anderen Londoner Orchestern. 1969 verlegte er sich auf das Dirigieren und übernahm 1973 die London Sinfonietta, zu deren Musikdirektor er ernannt wurde.

 4.11. Kjerstin DELLERT wird 90

Kjerstin_DELLERT

 Sie begann ihre Ausbildung bei Adelaide von Skilondz in Stockholm und studierte dann in Frankreich und Italien sowie 1947-49 in den USA. 1951 debütierte sie am Stora Theater von Göteborg in der Titelrolle der Offenbach-Operette »La belle Hélène«. 1952 wurde sie an die Königliche Oper Stockholm berufen, an der sie lange Jahre als erste Sopranistin wirkte. Am 15.10.1956 sang sie dort in der Uraufführung der Oper »Porträttet« von Hilding Rosenberg, am 31.5.1959 in der der Oper »Aniara« von Blomdahl, am 2.9.1965 in der von »Herr von Hancken« vom gleichen Komponisten, 1957 die Marie in der Stockholmer Erstaufführung von Alban Bergs »Wozzeck«. Aus ihrem weitreichenden Repertoire sind als Hauptrollen die Nedda im »Bajazzo«, die Tosca, die Amelia im »Maskenball« von Verdi, der Cherubino in »Figaros Hochzeit« und die Rosalinde in der »Fledermaus« zu nennen. 1958 wirkte sie am Stockholmer Blancheteater in der Uraufführung von Sven-Erik Bäcks Oper »Gästabudet« mit. 1959 gastierte sie an der Opéra-Comique Paris als Carmen; an der Pariser Grand Opéra sang sie den Octavian im »Rosenkavalier«. Beim Festival von Edinburgh gastierte sie 1959 als Marie im »Wozzeck« von A. Berg, als Helmwige in der »Walküre« und in »Aniara« sowie 1974 als Vertraute in der »Elektra« von R. Strauss und als Frau des Richters in »Jenufa« von Janácek anlässlich von Gesamtgastspielen der Stockholmer Oper. 1962 trat sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel in »Aniara« auf. Mittelpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit blieb jedoch die Stockholmer Oper. 1971 wirkte sie am Stockholmer Rotunda Teater in der Uraufführung von »Experiment X« von B. Hambraeus mit, 1973 an der Königlichen Oper Stockholm in der von Lars Johan Werles »Tintomara«. Konzert- und Oratoriensängerin von hohem Rang. 1973 trat sie in das Nya Björling-Kvartett ein, mit dem sie Tourneen in Skandinavien und Nordamerika unternahm Sie erreichte die Restaurierung des noch erhaltenen alten Barock-Theaters in dem Stockholmer Vorort Solna (einem Gegenstück zum Schlosstheater von Drottningholm) und war seit 1985 Leiterin der dort stattfindenden Festspiele. Noch 1994 wirkte sie an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von Rodion Schtschedrins »Lolita« mit.

Aufnahmen auf schwedischen HMV-Platten, auf Philips Gesamtaufnahme von »Aniara« von Blomdahl.

5.11. Branko ROBINŠAK wird 60

 Informationen über den slowenischen Tenor auf seiner Homepage: http://www.brankorobinsak.com/en/

 5.11. João Carlos DITTERT wird 80

 Ausbildung zum Sänger im Centro Lirico do Paraná bei Dulce Odarari, dann an der Escola Nacional de Musica bei Maria Bezerra sowie bei den Pädagogen Fernando Araujo und Stani Zawadska in Rio de Janeiro. Nachdem er bereits erste Erfolge im Konzertgesang erzielt hatte, kam es 1969 zu seinem Bühnendebüt an der Oper von Rio de Janeiro als Basilio in Rossinis »Barbier von Sevilla«. Seither hoch geschätzter erster Bassist dieses Hauses. Er gewann in den Jahren 1969/70 mehrere Gesangwettbewerbe in Rio de Janeiro, u.a. den begehrten Concours Nacional. Großer Interpret von Partien für Basso profondo wie dem Sarastro in der »Zauberflöte«, dem Raimondo in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti, dem Don Antonio in »Il Guarany« von Gomes und dem Goitacaz in »Lo Schiavo« vom gleichen brasilianischen Komponisten. Er sang 1965 in Rio de Janeiro in der Premiere des Werks »Cagançeiro« von Siqueira, 1963 in »Izath« von Villa-Lobos. Als Pädagoge am Institut Villa-Lobos in Rio de Janeiro wirkend.

Schallplatten: Master Class (vollständige Opern »Il Guarany« und »Lo Schiavo« von Carlos Gomes, Teatro Municipal Rio de Janeiro 1970 bzw. 1959).

6.11. Zvonimir KRNETIĆ wird 85

 Er war an der Belgrader Musikakademie Schüler von J. Stamatovic-Nikolic und studierte am Konservatorium von Venedig bei P. Bonini sowie in Belgrad bei Zdenka Zikova. 1958 begann er seine Bühnenlaufbahn an der Nationaloper Belgrad und blieb während deren gesamtem Ablauf Mitglied dieses führenden jugoslawischen Opernhauses. Mit dem Ensemble dieses Hauses gastierte er 1962 beim Edinburgh Festival (als Wladimir in »Fürst Igor« und als Andrej in »Chowanschtschina« von Mussorgsky). Gastspiele und Konzertreisen – namentlich als Liedersänger – führten ihn in viele europäische Länder; seit 1972 wirkte er im pädagogischen Bereich als Professor an der Musikakademie von Belgrad. Sein Bühnenrepertoire besaß einen großen Umfang und hatte seine Höhepunkte in Rollen wie dem Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Titelpartie im »Faust« von Gounod, dem Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach und dem Don Carlos in der gleichnamigen Verdi-Oper, dem Herzog im »Rigoletto«, dem Nemorino in »L’Elisir d’amore«, dem Lenski in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, dem Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, dem Canio im »Bajazzo«, dem Oedipus Rex in der Oper gleichen Namens von Strawinsky und dem Míca in »Ero der Schelm« von Gotovac.

Schallplatten: Jugoton (vollständige Oper »Ero der Schelm«).

6.11. Gerald ENGLISH wird 90

Gerlad_English

 Er war am Royal College of Music Schüler von Jennifer Ryan. Er konnte sich zunächst in den fünfziger Jahren als Konzertsänger von hohem Rang auszeichnen. 1968-69 war er u.a. in Rio de Janeiro, Toronto, Brüssel, Stockholm, Rom, Köln, Amsterdam und Lissabon in einem Konzertprogramm erfolgreich, das vor allem Werke aus der Barock-Epoche, insbesondere von J.S. Bach, und anderseits moderne Komponisten (Strawinsky, Dallapiccola) enthielt. 1970 trat er in Wien, Stockholm und Barcelona auf und sang im gleichen Jahr an der Oper von Lüttich den Titelhelden in »Idomeneo« von Mozart. Er trat auch an der Covent Garden Oper London, an der dortigen Sadler’s Wells Opera und bei den Festspielen von Glyndebourne (1962-64 kleine Partien in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«), 1963 an der Grand Opéra Paris (als Andres im »Wozzeck«) auf, doch lag der Schwerpunkt seines künstlerischen Wirkens auf dem Gebiet des Konzertgesangs. Immer wieder hatte er bei seinen großen Tourneen in England wie in Nordamerika ein dankbares Publikum. Als Liedersänger galt er vor allem als großer Interpret der Lieder von Gabriel Fauré. 2000 sang der fast 75jährige Künstler in Adelaide die Titelrolle in der Uraufführung von »Night and Dream, the Death of Sigmund Freud«, ein Werk, das der australische Komponist Andrew Ford für ihn komponiert hatte. 1960-77 wirkte er als Professor am Royal College of Music in London, seit 1977 Direktor des Victoria College of The Arts in Melbourne, wo er seine Tätigkeit als Konzert- und Opernsänger fortsetzte.

Schallplatten: HMV (»L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi), Harmonia mundi (Bach-Kantaten, »The Pilgrim’s Progress« von Vaughan Williams, Te Deum von H. Purcell, Lieder von Dowland, Ward und Purcell), Vox (»Il ritorno d’Ulisse« in patria von Monteverdi).

7.11. Giampaolo CORRADI wird 85

 Gesangstudium am Conservatorio A. Boito in Parma und bei Renato Pastorino in Mailand. 1958 Gewinner einer Goldmedaille beim Gesangconcours in Reggio Emilia. Sein Bühnendebüt fand 1960 am Teatro Nuovo Mailand als Fritz Kobus in Mascagnis »L’Amico Fritz« statt. Im Verlauf seiner Karriere sang er an den großen italienischen Operntheatern: an der Oper von Rom, in Florenz, Bologna, Neapel, Palermo, Turin und Venedig. An der Mailänder Scala debütierte er 1964 als Funker in Dallapiccolas »Volo di notte« und sang hier dann den Melot in »Tristan und Isolde« (1964, 1978), den Elisero in Rossinis »Mosè« (1965, 1979), den Oreste in Pizzettis »Clitennestra« (1966), den Tscherewin in Janáceks »Aus einem Totenhaus« (bei der italienischen Erstaufführung dieser Oper 1966), den Golizin in Mussorgskys »Chowanschtschina« (1967, 1971), den Zofar di Naama in Dallapiccolas »Job«, den 1. Priester in Pizzettis »Assassinio nella cattedrale« (1969), den Danieli in Verdis »I Vespri Siciliani« (1970), den Inventore in Petrassis »Morte dell‘Aria« (1971), den Evandro in Glucks »Alceste« (1972), den Schtschelkalow in »Boris Godunow« (1973), den Spoletta in »Tosca« (1974), den Arminio in Verdis »I Masnadieri« (1978) und den Hervey in Donizettis »Anna Bolena« (1982). Am 26.3.1970 sang er an der Scala in Mailand in der Uraufführung der Oper »Countdown« von Bettinelli den Mann. Er gastierte an der Hamburger Staatsoper, an der Niederländischen Oper Amsterdam und bei den Festspielen von Orange. Bei den Festspielen von Verona, bei denen er in den Jahren 1975-85 fast alljährlich anzutreffen war, wirkte er u.a. 1984 in Verdis »I due Foscari« mit. Von den Partien, die er gestaltete, sind hervorzuheben: der Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, der Foresto in »Attila« und der Ismaele in »Nabucco« von Verdi, der Herzog im »Rigoletto«, der Cinna in Spontinis »La Vestale«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, dazu zahlreiche Partien in Opern zeitgenössischer Komponisten wie Dallapiccola, Petrassi, Pizzetti, Allegra, Lualdi und Bettinelli.

Schallplatten: Estro armonico (Elisero in »Mosè in Egitto« von Rossini, Rundfunkaufführung der Oper über die RAI von 1968), Eklipse (»Nabucco« von Verdi), Mondo Musica (Malcolm in Verdis »Macbeth«, Teatro Fenice Venedig, 1968).

 8.11. Stein WINGE wird 75

 Biographie des norwegischen Theater- und Opernregisseurs auf Norwegisch:

https://no.wikipedia.org/wiki/Stein_Winge

 9.11. Ludwig BAUMANN wird 65

Ludwig_Baumann

 Gesangstudium am Richard Strauss-Konservatorium München. Er begann seine Karriere als Bassist und war 1970-72 als Solcher Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper München. Während dieser Zeit wirkte er auch 1972 in der Münchner Uraufführung der Oper »Sim Tjong« des koreanischen Komponisten Isang Yun mit. 1972 kam er an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, wechselte dann aber nach ergänzenden Studien in den USA und Italien ins Baritonfach. So kam es zu einem erneuten Debüt am Landestheater von Coburg; hier sang er eine Vielfalt von Opernpartien und wurde durch den Coburger Kirchenmusikdirektor Martin Rauch in den Oratorien- und Konzertgesang eingeführt. Seit 1979 am Münchner Theater am Gärtnerplatz engagiert, seit 1984 Mitglied des Opernhauses von Köln. Gastspiele trugen dem Künstler an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatsopern von Hamburg und München, am Nationaltheater Mannheim, bei den Festspielen von Wiesbaden und Aix-en-Provence, an der Grand Opéra (1985 Thésée in »Hippolyte et Aricie« von Rameau) wie an der Opéra-Comique Paris, in Lausanne, Marseille (Wolfram im »Tannhäuser«), Nancy (Figaro im »Barbier von Sevilla«), bei den Festspielen von Orange und am italienischen Rundfunk RAI (Stefan in »Regina« von Lortzing) große Erfolge ein, die sich ebenso bei seinen Konzertauftritten (vor allem auch als Liedinterpret) einstellten. Seit 1982 erschien er oft in Sendungen des deutschen Fernsehens, in deutschen und ausländischen Rundfunksendungen. 1986 gastierte er in Lausanne als Valentin im »Faust« von Gounod, 1988 am Théâtre Châtelet Paris als Orest in »Iphigénie en Tauride« von Gluck, 1990 am Teatro Regio Turin als Titelheld in »Hamlet« von A. Thomas, 1992 am Opernhaus von Marseille als Kurwenal in »Tristan und Isolde«. Neben den bereits erwähnten Bühnenpartien bildeten Rollen wie der Graf Eberbach im »Wildschütz« von Lortzing, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Ottokar im »Freischütz« und der Marcello in »La Bohème« von Puccini Höhepunkte in seinem Repertoire. 1994 stoppte ein tragischer Bühnenunfall diese Karriere: Ludwig Baumann stürzte in den Bühnengraben der Dresdner Semper Oper und leidet seitdem unter chronischen Rückenschmerzen. Nach einem Jahr Rehabilitation zog er sich auf das gerade von ihm gepachtete Gut Immling im Chiemgau zurück. Nebenbei veranstaltete er Workshops und Konzerte in Rosenheim und rief schließlich in der von ihm gerade gebauten Reithalle 1997 das Opernfestival Gut Immling-Chiemgau ins Leben. Dort inszeniert er Opern für Kinder und Erwachsene (z. B. 2001 Smetanas »Die verkaufte Braut«, 2006 Mozarts »Zauberflöte«) und singt auch wieder gelegentlich öffentlich, allerdings nur noch selten in Opern. Seine Kinderopern »Die Zauberflöte«, »Hänsel und Gretel« von Humperdinck und »Aschenputtel« von Rossini sind regelmäßig als Gastspiele auch außerhalb von Gut Immling zu sehen, etwa in München im Circus Krone oder im Gasteig.

Schallplatten: CBS (zwei Arienplatten), HMV-Electrola (»Daphne« von R. Strauss, »La Bohème«, »Giuditta« von F. Lehár), Telefunken (Utrechter Te Deum von Händel), RCA (Happy in »La Fanciulla del West«); Videoland Wien (Video »Tannhäuser«, Teatro San Carlo Neapel, 1998).

Weitere Informationen auf seiner Homepage:

http://www.gut-immling.de/opernfestival/intendanz/

9.11. Nikita STOROJEV wird 65

Nikita STOROJEV

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau. Seit 1978 war er Mitglied des Bolschoi Theaters Moskau. Hier sang er Partien für tiefen, seriösen Bass wie den Pimen im »Boris Godunow«, den Basilio im »Barbier von Sevilla« und den Fafner im Nibelungenring. Seit 1983 begann er eine Gastspielkarriere auf internationaler Ebene, die ihn nach Wien und an die Grand Opéra Paris (1984 Pimen im »Boris Godunow«, 2009 Polizeichef in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch), nach Rom (1984-85 Zaccaria in Verdis »Nabucco« bei den Festspielen in den Caracalla-Thermen) und Florenz, nach Berlin und London, nach New York, San Francisco (1990-91 Tom in Verdis »Un ballo in maschera« sowie Graf Rostow und General Rejewski in Prokofieffs »Krieg und Frieden«)

und Toronto führte. An der Komischen Oper Berlin und in Montreal in »Mozart und Salieri« von Rimsky-Korssakow (1992) zu Gast, an der Oper von Rom 1993 in »Iwan der Schreckliche« (»Das Mädchen von Pskow«), ebenfalls von Rimsky-Korssakow. Beim Festival von Deauville trug er das Bass-Solo im Requiem von Verdi vor, an der Staatsoper Dresden hörte man ihn in Tschaikowskys »Jolanthe«. 1999 Gastspiel am Opernhaus von Bonn als Warlaam im »Boris Godunow«. Aus seinem Repertoire für die Bühne sind noch zu nennen: der Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Commendatore im »Don Giovanni« (City Opera New York, 1989) der Ramfis in »Aida«, der Boris Godunow und der Iwan Chowanski in Mussorgskys »Chowanschtschina«. Er wurde auch durch seine Auftritte im Konzertsaal allgemein bekannt. Hier trug er sowohl Partien in Oratorien wie Lieder vor, wobei er sich in besonderer Weise mit dem russischen Volks- und Kunstlied befasste.

Schallplatten: Melodiya (»Krieg und Frieden« von Prokofieff, 13. und 14 Sinfonie von Schostakowitsch, »Beatus Vir« von Gorecki, »Mozart und Salieri« von Rimsky-Korssakow), Decca (Nettuno in »Idomeneo« von Mozart).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.nikitastorojev.com

 9.11. Jos VAN IMMERSEEL wird 70

Er studierte am Konservatorium Antwerpen Orgel, Klavier und Cembalo bei Flor Peeters, Eugène Traey und Kenneth Gilbert. Er gründete dort das Collegium Musicum, entwickelte ein großes Engagement für Renaissance- und Barockmusik und erweiterte konsequent sein klassisches und romantisches Repertoire. Von 1972 an unterrichtete er am Konservatorium Antwerpen Generalbass und Cembalo. Seit 1982 leitet er internationale Meisterkurse an der Akademie des dortigen Vleeshuis-Muesums, welches eine umfangreiche Sammlung an historischen Tasteninstrumenten besitzt. Auch leitete er Meisterklassen bei vielen internationalen Festivals. Er lehrte am Conservatoire de Paris und auch am Sweelinck Konservatorium Amsterdam, wo er 1981 zum künstlerischen Direktor ernannt wurde.

Der Gewinner vieler internationaler Wettbewerbe und vielfache Preisträger wird besonders für seine improvisatorischen Fähigkeiten gerühmt. Er spielt auch auf den Konzertreisen auf eigenen Instrumenten. 1987 gründete er das auf historischen Instrumenten spielende Ensemble Anima Eterna, welches sich auf Musik des späten 18. und 19. Jahrhunderts spezialisiert hat. Als Dirigent, Mitglied von Kammermusikensembles, wie auch als Solist spielte er viele Aufnahmen ein. Gemeinsam mit seiner derzeitigen Konzertmeisterin Midori Seiler hat er eine Einspielung der Mozart-Sonaten für Violine und Klavier am Fortepiano vorgelegt, die 2003 in Paris mit dem Diapason de l’année ausgezeichnet wurde. 2010 erhielt van Immerseel den Bremer Musikfest-Preis.

Weitere Informationen auf dieser Homepage:

http://animaeterna.be/jos-van-immerseel/?lang=de

10.11. David FLOOD wird 60

 Biographie des englischen Organisten und Chordirigenten auf Englisch:

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Flood-David.htm

 10.11. Ralf WEIKERT wird 75

Er begann seine musikalische Ausbildung am Bruckner-Konservatorium Linz und studierte anschließend an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien Dirigieren bei Hans Swarowsky. Er war ständiger Dirigent der Salzburger Festspiele (1971-90), beim Festival d’Aix-en-Provence und der Bregenzer Festspiele (1980 Die Entführung aus dem Serail). Er gastierte oft an der Wiener Staatsoper (1974-2004) und an der Hamburger Staatsoper (seit 1975). Bis 1977 war er Musikalischer Oberleiter am Theater Bonn und anschließend Stellvertretender Generalmusikdirektor an der Oper Frankfurt. Er dirigierte an der Deutschen Oper Berlin (1979) und an der Bayerischen Staatsoper München (1981). 1981 wurde er Chefdirigent des Mozarteumorchesters Salzburg. 1983-92 war er Musikdirektor am Opernhaus Zürich. Seitdem arbeitet er als freier Dirigent. Gastdirigate hatte er an der Metropolitan Opera New York (1987-92 insgesamt 39 Vorstellungen der Opern L’Elisir d’amore, Il Barbiere di Siviglia und La Bohème), der Arena von Verona (beide 1987), an der San Francisco Opera (1997 Salome), an der Königlichen Oper Stockholm und weiteren Häusern in Europa, Amerika und Japan. In der Saison 2002/03 gastiert er unter anderem an den Opernhäusern von Santiago de Chile, Hamburg, München und Wien und an der Finnischen Nationaloper Helsinki. Seit 2006 ist er Musikalischer Leiter des Richard-Wagner-Festivals in Wels, wo er unter anderem 2006 Parsifal und Der fliegende Holländer, 2009 Parsifal und Lohengrin sowie 2010 Parsifal und Tristan und Isolde dirigierte. In der Saison 2007/08 dirigierte Ralf Weikert Lucia di Lammermoor, Il Barbiere di Siviglia und Die Fledermaus am Opernhaus Zürich sowie Ariadne auf Naxos in Tokio. Seit 2008 hat er eine Professur für Dirigieren an der Hochschule für Musik Luzern. Neben seinen Opern-Dirigaten gab Ralf Weikert auch Orchesterkonzerte unter anderem in Amsterdam, Athen, Bremen, Hannover, Helsinki, Kiel, Kopenhagen, Ljubljana, München, Prag, Stuttgart, Valencia und Zürich. Er leitete mehrere Aufnahmen von Schallplatten und Videos sowie Radio- und Fernsehproduktionen.

14.11. Hans-Jörg WEINSCHENK wird 60

Er arbeitete zunächst als Vermessungstechniker. Seine Stimme erregte in einem Chor Aufsehen. Darauf Gesangstudium bei dem bekannten Tenor Josef Traxel. Er begann seine Karriere mit einem Engagement am Stadttheater von Heidelberg 1974-76. 1976-80 war er am Opernhaus von Wuppertal engagiert, seitdem Mitglied des Staatstheaters Karlsruhe. Gleichzeitig war er in den Jahren 1981-85 Mitglied des Opernhauses von Zürich. Seit 1984 bestand auch ein Engagement am Theater am Gärtnerplatz München. Er gastierte an mehreren großen deutschen Bühnen, u.a. an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der Staatsoper Stuttgart, auch 1985 in Lausanne sowie 1986 an der Grand Opéra Paris (als Scaramuccio in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss). Am 9.3.1986 wirkte er in Karlsruhe in der Uraufführung der Oper »Der Meister und Margarita« von R. Kunad mit. 1995 hörte man ihn in Straßburg als Monostatos in der »Zauberflöte«. 1997 sang er in Karlsruhe den Hoteldirektor in »Jonny spielt auf« von E. Krenek, 1999 den Hadji in »Lakmé« von Delibes. Am 27.2.1998 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Farinelli« von Siegfried Matthus mit. Am Staatstheater Karlsruhe trat er 1999 als Narr in »Der Schatzgräber« von Fr. Schreker und als Ubaldo in Verdis »Attila« auf. 1999-2000 sang er bei den Händel-Festspielen von Karlsruhe den Flaminio in »Der Triumph der Ehre« (»Il trionfo dell’onore «) von A. Scarlatti; 2000 hörte man ihn in Karlsruhe als Victorin in »Die tote Stadt« von Korngold, 2001 als Basilio in »Figaros Hochzeit« und als Finn in »Ruslan und Lumilla« von M. Glinka. Sein Repertoire für die Bühne enthielt an erster Stelle Partien aus dem Buffo- wie dem Charakterfach, darunter den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, die Hexe in »Hänsel und Gretel«, den Peter Iwanow in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, den Wenzel in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Podestà in »La finta giardiniera« von Mozart, den Steuermann in »Der fliegende Holländer«, den Schulmeister in Janáceks »Das schlaue Füchslein« (Karlsruhe 1996), den Loge im »Rheingold« wie den Mime im Ring-Zyklus (Karlsruhe 1993-94) und den David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, dazu viele Operettenrollen. Neben seinem Wirken auf der Bühne hatte er auch als Konzertsänger eine erfolgreiche Karriere.

Schallplatten: Bella Musica (Loge und Mime im Nibelungenring).

[Nachtrag] Weinschenk, Hans-Jörg; 1997 sang er in Karlsruhe den Hôteldirektor in »Jonny spielt auf« von E. Krenek, 1999 den Flaminio in A. Scarlattis »Il trionfo dell’onore ovvero Il dissoluto pentito«, dann auch den Hadji in »Lakmé« von Delibes. Am 27.2.1998 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Farinelli« von Siegfried Matthus mit.

[Lexikon: Weinschenk, Hans-Jörg, S. 2. Digitale Bibliothek Band 33: Sängerlexikon, S. 25636 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3684; Sängerlex. Bd. 6, S. 643) (c) Verlag K.G. Saur]

[Lexikon: Weinschenk, Hans-Jörg, S. 1. Digitale Bibliothek Band 33: Sängerlexikon, S. 25635 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3684) (c) Verlag K.G. Saur]

14.11. Julien ROBBINS wird 65

Julien_ROBBINS

 Er besuchte die Academy of Vocal Arts in Philadelphia, wo er Schüler des bekannten Bassisten Nicola Moscona war. 1976-77 trat er in der Opera School der Oper von Chicago bereits in kleinen Partien auf. 1976 debütierte er an der Oper von Philadelphia als Sam in Verdis »Un ballo in maschera«. Drei Jahre später, im Oktober 1979, begann er seine Tätigkeit an der Metropolitan Oper New York in der Partie des Königs in »Aida«. Er sang an der Metropolitan Oper bis 2013 in insgesamt 660 Vorstellungen Partien wie den Ramfis in »Aida«, den Gremin im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, den Monterone im »Rigoletto«, den Minister in Beethovens »Fidelio«, den Tom in Verdis »Un ballo in maschera«, den Mönch in Verdis »Don Carlos«, den Mr. Ratcliffe in B. Brittens »Billy Budd«, den Zuniga in »Carmen«, den Sprecher in der »Zauberflöte«, den Colline in »La Bohème« von Puccini, den Marchese di Calatrava in »La forza del destino«, den Masetto im »Don Giovanni«, den Publio in »La clemenza di Tito« von Mozart, den Titurel im »Parsifal«, den Comte des Grieux in »Manon« von Massenet, den Crespel in »Hoffmanns Erzählungen«, den Basilio im »Barbier von Sevilla«, den Alidoro in »La Cenerentola«, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Goffredo in »Il Pirata« von Bellini und den Raimondo in »Lucia di Lammermoor«. 1988 sang er hier in der MET-Premiere von Händels »Giulio Cesare« die Partie des Achilla. Am 12.10.1992 wirkte er hier in der Uraufführung der Oper »The Voyage« von Philip Glass mit. Gastspiele an den führenden nordamerikanischen Operntheatern, u.a. in Chicago, Miami, Santa Fé und Washington (seit 1979) und Konzertauftritte führten zu weiteren Erfolgen. Seit Mitte der achtziger Jahre gastierte er in Europa (u.a. 1987 an der Oper von Nizza) und war seit 1987 durch einen Gastvertrag der Deutschen Oper Berlin verbunden. Hier hörte man ihn 1990 als Basilio im »Barbier von Sevilla« und als Colline, 1991 als Ramfis, 1993 als Figaro in »Le nozze di Figaro«, als Don Giovanni, als Raimondo und als Escamillo in »Carmen«. 1994 Gastspiel in San Diego als Conte Rodolfo in »La Sonnambula«. 1997-98 trat er beim Glyndebourne Festival als Gouverneur in »Le Comte Ory« von Rossini auf.

Schallplatten: DGG (Gralsritter im »Parsifal«).

14.11. Lucrèce MISTRAL wird 95

 Sie erhielt ihre Ausbildung in Nizza und in Paris. Die Sängerin, deren eigentlicher Name Lucrèce Dejean war, debütierte 1941 an der Opéra-Comique Paris als Carmen. 1942 sang sie als Antrittsrolle an der Pariser Grand Opéra die Amneris in »Aida«. Sie wirkte bis 1947 an den beiden großen Opernhäusern der französischen Metropole und trat dann vor allem gastierend an den führenden Opernhäusern in der französischen Provinz auf. Auch im Ausland kam es zu Gastauftritten der Sängerin, so 1948 und 1949 am Théâtre de la Monnaie Brüssel. Aus ihrem Repertoire sind hervorzuheben: die Margared in »Le Roi d’Ys« von Lalo, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Mutter in »Louise« von Charpentier, die Titelpartie in Massenets »Hérodiade«, die Maddalena im »Rigoletto«, die Marthe im »Faust« von Gounod und die Amme im »Boris Godunow«.

15.11. Michael COUSINS wird 75

 Er begann seine Ausbildung an der Illinois Wesleyan University, dann Schüler von Carolina Segrera Holden und Gibner King in New York. Nachdem er in den USA bereits als Konzertsänger aufgetreten war, kam er zur Fortsetzung seines Studiums nach Europa und wurde in Mailand durch Bruno Carmassi weiter ausgebildet. Bühnendebüt 1969 am Opernhaus von Mantua als Titelheld in »L’Amico Fritz« von Mascagni. Seine wichtigsten Erfolge erzielte er in Westdeutschland; hier wurde er Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und sang an der Münchner Staatsoper, an den Opern von Köln und Karlsruhe und am Gärtnerplatztheater in München. Gastspiele an der Grand Opéra Paris (1983 als Paris in »La Belle Hélène« von Offenbach), an den Opern von Brüssel und Lyon. Er trat gastweise am Grand Théâtre Genf (1981 als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« und als Don Ramiro in »La Cenerentola«, 1983 als Basilio in »Le nozze di Figaro«) auf, 1985 am Opernhaus von Nizza (als Herzog von Urbino in »Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß), 1986 an der City Opera New York (als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet). An der New Yoker Metropolitan Oper hörte man ihn 1989-92 als Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, 1994 an der Oper von Marseille als Arturo in »I Puritani« von Bellini, 1995 an der Oper von Nizza als Jago in Rossinis »Otello«, in Montpellier als Barbe-bleue in der gleichnamigen Operette von Offenbach. 1997 Gastspiel an der Oper von Marseille als Gérald in »Lakmé« von Delibes. Auf der Bühne wie im Konzertsaal wurde die Schönheit seiner lyrischen Tenorstimme allgemein bewundert.

Schallplatten: Harmonia mundi, Bellaphon (»Carmina Burana«), RCA (Mozart-Messen).

15.11. Klara KADINSKAYA wird 85

 Biographie der russischen Sopranistin auf Russisch:

http://www.kino-teatr.ru/teatr/acter/w/sov/289664/bio/

 16.11. David WILSON-JOHNSON wird 65

 Er erhielt seine Ausbildung am St. Catharine’s College in Cambridge und an der Royal Academy of Music London. Seit 1976 kam er an der Londoner Covent Garden Oper zu einer erfolgreichen Bühnenkarriere. Er sang dort in »Le Rossignol« von Strawinsky, in Ravels »L’Enfant et les sortilèges«, im »Boris Godunow«, in der »Zauberflöte« und 1995 in der Oper »Arianna« von Monteverdi/Goehr. An der Welsh Opera Cardiff wie an der Opera North Leeds trat er in Opern von Mozart, Rossini und F. Delius (»A Village Romeo and Juliet«) auf. Im Konzertsaal sang er zusammen mit dem Ensemble Intercontemporain unter Pierre Boulez; er gastierte als Konzertsänger in Wien unter Nikolaus Harnoncourt. 1988 hörte man ihn bei den Londoner Promenade Concerts als Solisten in der Lyrischen Sinfonie von A. Zemlinsky. 1988 sang er in der Royal Festival Hall London die Titelpartie in der englischen (konzertanten) Erstaufführung der Oper »Saint François d’Assise« von O. Messiaen. 1989 wirkte er in einer Aufführung von M. Tippetts »The Midsummer Marriage« im englischen Fernsehen BBC mit. 1989 sang er bei den Salzburger Festspielen den Jesus in der Johannes-Passion von J.S. Bach. 1992 gastierte er am Teatro Regio Turin als Mephisto in »La damnation de Faust« von Berlioz, in Den Haag in »Punch and Judy« von H. Birtwistle. 1996 gastierte er in Amsterdam als Kowalyow in »Die Nase« von Schostakowitsch, 1997 in der Londoner Albert Hall in einer konzertanten Aufführung von Schuberts »Die Verschworenen«, 1998 an der Oper von Monte Carlo als Kurwenal in »Tristan und Isolde«, 1999 sowohl bei den Salzburger Pfingstfestspielen als auch bei den Sommerfestspielen als Borilée in »Les Boréades« von Rameau. 2000 sang er (konzertant) in London den Brander in »La damnation de Faust« von H. Berlioz, am Muziektheater Amsterdam den Swallow in Benjamin Brittens »Peter Grimes«. Bekannt wurde er auch durch seine Liederabende; so unternahm er eine Tournee durch die englischen Großstädte, bei der er Schuberts »Winterreise« zum Vortrag brachte.

Schallplatten: Decca (»La Traviata«, Mozart-Messen), Chandos (»The Kingdom« von E. Elgar, Ein deutsches Requiem von Brahms, »Cataractus« von E. Elgar), EMI (»The Fairy Queen« von H. Purcell, »The Boar’s Head« von Holst), RCA (Krönungsmesse von Mozart), DGG (Geistliche Musik von J. Haydn, »L’Enfant et les sortilèges« und »L’Heure espagnole« von M. Ravel, »Where the Wild Things are« und »Higglety, pigglety pop« von O. Knussen), Philips (Osteroratorium und Kantaten von J.S. Bach), Conifer (»The Wreckers« von Ethel Smyth), Virgin (»The Ice Break« von M. Tippett), RCA-Ariola (8. Sinfonie von G. Mahler), Telarc (Minister im »Fidelio«), Black Box/Note 1 (»Requiem nach J.S. Bach« von Joseph James), LSO (Somarone in »Béatrice et Bénédict« von H. Berlioz); weitere Aufnahmen auf Erato, Hyperion und CBS, darunter Schuberts »Winterreise«, »King Priam« von M. Tippett, »Punch and Judy« von Birtwistle, »Dewi Sant« von A. Hughes und »Belshazzar’s Feast« von W. Walton.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.davidwilsonjohnson.com/

16.11. Wolfgang PROBST wird 70

 Er wurde als jüngstes von sieben Kindern einer alteingesessenen bayerischen Bauernfamilie geboren und arbeitete neben seinem Studium bis zu seinem ersten Engagement an der Stuttgarter Staatsoper 1971 auf dem elterlichen Hof zusammen mit seinen Geschwistern, nachdem er schon im Alter von einem halben Jahr seine Mutter verloren hatte. Seine Stimme wurde an der Musikhochschule München durch die bekannte Sopranistin Marianne Schech ausgebildet. 1970 gewann er bei einem Gesangwettbewerb in Berlin Preise für das Konzert- wie das Opernfach und erregte die Aufmerksamkeit des damaligen Stuttgarter Operndirektors Wolfgang Windgassen. Dieser vermittelte ihm 1971 sein erstes Bühnenengagement an der Staatsoper Stuttgart, deren Mitglied er seitdem geblieben ist. Hier sang er in den ersten Jahren seines Wirkens Partien für Bass wie den König Philipp in Verdis »Don Carlos«, wechselte aber seit 1977 allmählich ins Heldenbariton-Fach. 1978-79 sang er den Wotan in den Opern des Ring-Zyklus in Stuttgart, wobei er großes Aufsehen erregte. Gastspiele auf internationalem Niveau ließen seinen Namen in aller Welt bekannt werden. An der Staatsoper München gastierte er als Wotan im »Rheingold«, als Colline in »La Bohème« und als Jochanaan in »Salome«, an der Opéra du Rhin Straßburg als Wanderer im »Siegfried« wie als Titelheld in »Der fliegende Holländer«. An der Königlichen Oper Stockholm hörte man ihn als Raimondo in »Lucia di Lammermoor« mit der großen Primadonna Joan Sutherland in der Titelpartie, bei den Festspielen von Orange 1979 als Klingsor in »Parsifal« zusammen mit Leonie Rysanek, René Kollo und Martti Talvela. 1980 kam es zu seinem USA-Debüt an der Oper von Dallas als Wotan in der »Walküre«, ein Jahr später sang er dort den Wotan im »Rheingold«. 1983 Gastspiel am Teatro Colón Buenos Aires als Wanderer und als Jochanaan, 1987 als Orest in der Richard Strauss-Oper »Elektra«. 1986-87 stand er im Mittelpunkt von Aufführungen des Nibelungenrings am Opernhaus von Frankfurt a.M., 1988 sang er am Teatro San Carlo Neapel den Klingsor. In Stuttgart wirkte er in der Uraufführung der Oper »Echnathon« von Philip Glass mit (24.3.1984). 1990 gastierte er am Teatro Fenice Venedig als König Heinrich im »Lohengrin«, am Stadttheater von Basel als Boris Godunow, 1992 am Teatro Verdi Triest als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1994 am gleichen Haus als Kaspar im »Freischütz«, 1993 am Teatro San Carlos Lissabon als Biterolf im »Tannhäuser«. In Stuttgart hörte man ihn 1995 in der Partie des Leander in Prokofieffs »Liebe zu den drei Orangen«, 1996 in der Titelrolle der Oper »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók. 1998 sang er an der Staatsoper Stuttgart den Don Pizarro im »Fidelio«, 1999 den Wotan im »Rheingold«. Am 17.11.2000 wirkte er an der Staatsoper Stuttgart in der Uraufführung der Oper »Giuseppe e Sylvia« von Adriana Hölszky als Filmregisseur mit. 2001 sang er dort den Bühnendirektor in »Le convenienze ed inconvenienze teatrali« und den Frank in »I Pazzi per progetto« in diesen beiden Opern von Donizetti. Auch als Konzert- und Oratoriensolist entwickelte er eine erfolgreiche Karriere.

Schallplatten: Orfeo (»Kleider machen Leute« von J. Suder), Teldec (»Intolleranza 1960« von Luigi Nono), SWF (Petite Messe solennelle von Rossini, Aufnahme aus Urach von 1977); Thom-Video (»Der Freischütz«), Arthaus-Video (»Satyagraha« von Philip Glass, Stuttgart 1981).

16.11. Anastasia DIMITROWA wird 75

 Sie war am Staatskonservatorium Sofia zunächst Schülerin von Frau Swetana Diakowitsch, dann in Zagreb von Miroslav Fritz Lunzer. 1965 debütierte sie am Opernhaus von Skopje in Verdis »Nabucco«. 1969 war sie Preisträgerin beim Gesangwettbewerb Francisco Viñas in Barcelona, auch beim Verdi-Concours in Busseto war sie erfolgreich. Sie hatte während ihrer Karriere ihre größten Erfolge an der Nationaloper von Sofia, vor allem aber an den Opern von Belgrad und Zagreb. Sie war reguläres Mitglied der Opernhäuser von Zagreb und Skopje, wo die Künstlerin ihren Wohnsitz nahm und sich pädagogisch betätigte. Sie sang auf der Bühne mit Vorliebe Partien aus dem italienischen wie dem slawischen Lirico spinto-Fach: die Aida, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Leonore im »Troubadour«, die Mimi in Puccinis »La Bohème«, die Butterfly, die Euridice in Glucks »Orfeo ed Euridice«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Jaroslawna im »Fürst Igor« von Borodin, die Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Rusalka in der gleichnamigen Oper von Dvorák und die Micaela in »Carmen«. Die Sängerin, die mit dem Musikologen Branislaw Pop-Gligorow verheiratet war, ist auch als Konzertsopranistin aufgetreten. Sie darf keinesfalls mit der bulgarischen Sopranistin Ghena Dimitrowa verwechselt werden, die der gleichen Sängergeneration angehörte.

Schallplatten: Balkanton, Jugoton.

16.11. Slavka TASKOVA wird 75

 Sie ergriff zuerst den Beruf einer Konzertpianistin und unternahm als solche große Konzertreisen. Dann Ausbildung der Stimme an der Accademia Chigiana in Siena durch Gina Cigna, schließlich durch Lina Pagliughi in Mailand. 1966 erfolgte ihr Debüt auf der Bühne in Mailand als Rosina im »Barbier von Sevilla«. Ihre Karriere spielte sich hauptsächlich in Italien und in Westdeutschland ab. So trat sie an den Opernhäusern von Venedig, Bologna, Genua und bei den Festspielen von Florenz und Spoleto auf. An der Mailänder Scala debütierte sie 1970 als Nausicaa in der Oper »Ulisse« von L. Dallapiccola. Dort trat sie dann in der Folge 1972 und 1980 in Konzerten unter Claudio Abbado, 1978 als Jemina in Schuberts »Lazarus«, 1978-79 in mehreren Rollen in Ravels »L‘Enfant et les sortilèges«, 1979 in der Titelrolle in A. Bergs »Lulu« (anlässlich eines Gastspiels der Pariser Oper) und 1981-82 mit dem Sopransolo in Strawinskys »Les Noces« auf. Am 2.3.1973 wirkte sie an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »Amore e Psiche« von S. Sciarrino mit, am 25.3.1974 sang sie dort die Uraufführung von L. Berios »Calmo«, am 4.4.1975 in der Uraufführung von »Al gran sole carico d’amore« von Luigi Nono, mit dessen Werk sie besonders verbunden war. Am 5.2.1981 sang sie an der Mailänder Scala die Klara in der Uraufführung der Oper »Il Sosia« von Flavio Testi. Sie sang an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatsopern von München und Hamburg, an den Opernhäusern von Köln und Frankfurt a.M., an der Pariser Grand Opéra, an der Wiener Volksoper, an den Nationalopern von Sofia, Warschau und Zagreb. Am 29.4.1971 wirkte sie bei den Festspielen von Schwetzingen in der Uraufführung der Oper »Melusine« von Aribert Reimann mit. Als Joan Sutherland 1983 in Genua während einer Vorstellung von »La Traviata« die Bühne verlassen musste, sprang sie in dieser Partie ein. Sie setzte ihre technisch trefflich durchgebildete Koloraturstimme gerne bei der Interpretation zeitgenössischer Opern- und Konzertwerke ein. Sie ist auch unter dem Namen Slavka Taskova-Paoletti aufgetreten.

Schallplatten: DGG, Wergo (Werke von Nono), MRF (»Anacreon« von Cherubini).

17.11. John DOBSON wird 85

 Sein Gesangstudium fand an der Guildhall School of Music London bei Norman Walker, dann in Italien bei Giovanni Inghilleri statt. Er debütierte als Bariton, wurde dann aber Tenor, wobei er sich zuerst im lyrischen, später mehr im Charakter- und Buffo-Fach betätigte. Als Tenor debütierte er 1957 in Italien, und zwar in Bergamo als Pinkerton in »Madame Butterfly« von Puccini (unter dem Namen Giovanni Dobson). Er wirkte dann seit 1958 im Ensemble der New Opera Company London, gastierte bei den Festspielen von Glyndebourne (1959 im »Rosenkavalier«) und wurde 1959 an die Londoner Covent Garden Oper verpflichtet. Hier sang er 1961 unter Otto Klemperer den Jaquino in Beethovens »Fidelio«. Seine weiteren Partien waren der Andres im »Wozzeck« von Alban Berg, der Paris in »King Priam« von Michael Tippett (den er auch bei der Uraufführung der Oper am 29.5.1962 in Coventry kreierte), der Andrej Chowanski in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, der David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Don Curzio in »Le nozze di Figaro«, vor allem aber der Loge und der Mime im »Rheingold« von R. Wagner. Er sang an der Covent Garden Oper auch in der Uraufführung von M. Tippetts »The Ice Break« (7.7.1977). Er hatte eine sehr lange Bühnen- wie Konzertkarriere. An der Covent Garden Oper sang er 70 Partien in rund 2000 Vorstellungen, vor allem Buffo-Partien, später auch kleinere und mittlere Rollen, u.a. 1996 den Delil in Verdis »Giovanna d’Arco«. Er nahm mit deren Ensemble an einem Gastspiel an der Mailänder Scala (1976 als Bob Boles in »Peter Grimes« von B. Britten und als Francesco in »Benvenuto Cellini« von Berlioz) und an einer Fernost-Tournee (1979) teil. Er gastierte an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, bei den Festspielen von Orange und beim Maggio Musicale von Florenz. Er wirkte 1989 an der Covent Garden Oper London in der englischen Premiere der Oper »Un Re in ascolto« von L. Berio mit und sang an diesem Haus sehr erfolgreich 1991 den Mime im »Rheingold« wie den Mr. Taupe im »Capriccio« von R. Strauss. An der Covent Garden Oper, an der er auch als Gesanglehrer fungierte, sang er den Wirt in Janáceks »Das schlaue Füchslein«, den Borsa im »Rigoletto«, den Dr. Cajus im »Falstaff« von Verdi, den Spoletta in »Tosca«, den Kaiser in »Turandot« von Puccini und 1992 den Jakob Glock in »The Fiery Angel« von Prokofieff. 1995 verabschiedete er sich an diesem Haus von seinem Publikum, das ihm sehr zugetan war.

Schallplatten: Decca (Rodrigo in Verdis »Otello«), Philips (Bob Boles in »Peter Grimes«, 1978), TER (»Amahl and the Night Visitors« von Menotti), DGG (»La Fanciulla del West« von Puccini), EMI (»Das schlaue Füchslein«); Castle-Video (»Andrea Chénier« von Giordano).

18.11. André MONTAL wird 75

 Er absolvierte sehr gründliche Studien an der University of Rochester, an der Eastman School of Music in New York, an der Music Academy of the West in Santa Barbara (Kalifornien) und am Curtis Institute Philadelphia; zu seinen Lehrern gehörten u.a. Martial Singher, Herbert Graf, Luigi Ricci und Otto Guth. Nachdem er bei mehreren Gesangwettbewerben Erfolge erzielt hatte, debütierte er 1964 bei der American Opera Society New York als Tebaldo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini. 1964-65 sang er an der Oper von San Francisco u.a. den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Jüngling in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, den Cassio in Verdis »Otello«, den Beppe im »Bajazzo«, den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Pong in Puccinis »Turandot«, den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, den Lindoro in »L’Italiana in Algeri«, den Ferrando in »Così fan tutte« und den Gonzalve in »L’Heure Espagnole« von Ravel. Seine Karriere spielte sich an den führenden Opernhäusern in Nordamerika ab: er sang an den Opern von Boston, Chicago und Philadelphia, bei der Kentucky Opera und an der Oper von Vancouver und sang 1966 in einer Vorstellung der Metropolitan Oper New York im Levisohn Stadion Manhattan den Don Ottavio im »Don Giovanni«. Auch an der Australian Opera Sydney als Gast aufgetreten. Dazu Tätigkeit als Konzertsolist wie als Gesangpädagoge in Washington. Aus einem Bühnenrepertoire, das vor allem lyrische Partien enthielt, seien genannt: der Ernesto in Donizettis »Don Pasquale«, der Nemorino in »L’Elisir d’amore«, der Tonio in »La Fille du Régiment« von Donizetti, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Oronte in »Alcina« von Händel, der Titelheld in Gounods »Roméo et Juliette«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« von Rossini, der Idreno in Rossinis »Semiramide«, der Mephistopheles in »L’Ange de Feu« von Prokofieff, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Herzog im »Rigoletto« und der Alfredo in »La Traviata« von Verdi.

18.11. Kazimierz KORD wird 85

 Er studierte zunächst am Leningrader Konservatorium, danach Dirigieren und Komposition an der Krakauer Musikakademie. 1960-62 dirigierte er an der Warschauer Oper und wurde 1962 zum Künstlerischen Direktor der Krakauer Oper berufen. 1968-73 war er als Chefdirigent und Künstlerischer Direktor beim Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks und Fernsehens in Kattowitz beschäftigt. An der Metropolitan Opera debütierte er 1972 mit Tschaikowskys »Pique Dame« und leitete hier bis 1988 insgesamt 64 Vorstellungen der Opern »Boris Godunow«, »Così fan tutte«, »Aida« und »Macbeth«. An der Oper von San Francisco dirigierte er 1972-89 Aufführungen der Opern »Boris Godunow«, »Rigoletto«, »Macbeth«, »La Gioconda«, »Falstaff« und »Macbeth«. Er hatte zahlreiche Gastaufträge an den Opern in Kopenhagen, Amsterdam und London zu erfüllen, dirigierte auch Konzerte in Moskau, Leningrad, New York, Cleveland, Chicago und London. 1977 wurde er zum Chefdirigenten und Künstlerischen Direktor des Staatlichen Philharmonieorchesters in Warschau berufen. 1980 ernannte ihn das Symphonieorchester des Südwestfunks in Baden-Baden zum Chefdirigenten. Daneben wirkte er 1980-82 als 1. Gastdirigent des Cincinnati Symphony Orchestra.

 18.11. Rico MONTE wird 100

 Er studierte Gesang und Musiktheorie am Vogt’schen Konservatorium in seiner Vaterstadt Hamburg. 1937 debütierte er am Theater am Nollendorfplatz in Berlin in der Operette »Polenblut« von O. Nedbal. Es schlossen sich Engagements am Stadttheater von Heilbronn, am Stadttheater von Lübeck (1947-48), am Stadttheater von Rheydt (1950-51) und am Hamburger Operettentheater an, an dem er in den Jahren 1954-57 viel beachtete Erfolge in Operettenpartien hatte. 1957-58 war er am Thalia-Theater in Hannover engagiert. Gastspielauftritte an deutschen wie auch an ausländischen Bühnen, u.a. an der Volksoper Wien, fanden sich in seiner Karriere ebenso wie Rundfunksendungen über deutsche, italienische und rumänische Radiostationen.

Schallplatten: MEL (Musica et Litera; als Danilo in einem Querschnitt »Die lustige Witwe«).

 19.11. Phillip PICKETT wird 65

Er ist musikalischer Leiter und Gründer des New London Consort und der Musicians of the Globe. Er gilt als einer der hervorragendsten Vertreter der Interpretation auf alten Instrumenten. Nach seinen Anfängen als Trompeter wurde er einer der wichtigsten Blockflötenspieler Großbritanniens und trat insbesondere als Solist mit der Academy of St Martin-in-the-Fields oder auch dem English Chamber Orchestra auf. Als erstrangiger Chef ist er regelmäßig zu Gast beim Orchestre National des Pays de la Loire und den Sinfonieorchestern von Aarhus und Aalborg. 1996-2003 war Philip Pickett künstlerischer Leiter des Festivals für Alte Musik im South Bank Centre und 1995 wurde er zum Dirigenten für Alte Musik des Shakespeare’s Globe Theatre von London ernannt.

19.11. Bożena BETLEY wird 75

 Sie studierte an der Warschauer Musikhochschule Flötenspiel und Gesang und war anfänglich als Flötistin in einem Operettenorchester in Warschau beschäftigt. Nach weiterer Ausbildung der Stimme durch Maria Boyar-Przemieniecka in Warschau kam es 1970 zu ihrem Debüt am Theater von Bydgoszcz (Bromberg) als Titelheldin in Verdis »Aida«, 1973 wurde sie an die Nationaloper in Warschau berufen, wo sie in Rollen wie der Nedda im »Bajazzo«, der Donna Anna im »Don Giovanni«, der Fiordiligi in »Così fan tutte«, der Pamina in der »Zauberflöte«, der Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, der Violetta in »La Traviata« und der Elisabeth im »Tannhäuser« ihre Erfolge hatte. Sie gastierte in Palermo und bei den Festspielen von Glyndebourne (Ilia in »Idomeneo« von Mozart 1974, eine Partie, die sie dann auch im englischen Fernsehen BBC gestaltete); 1975-79 sang sie in Glyndebourne die Fiordiligi in »Così fan tutte«, 1976 die Gräfin in »Le nozze di Figaro«. Erfolgreich auch als Konzertsopranistin. Sie ist auch unter dem Namen Bożena Betley-Sieradzka aufgetreten.

Schallplatten: Muza, Polskie Nagrania (»Das Gespensterschloss« von Moniuszko).

19.11. Der englische Bass-Bariton Simon MASTERSON-SMITH wird 70

21.11. Vinson COLE wird 65

Vinson_COLE

 Der farbige Künstler erhielt seine Ausbildung am Curtis Institute of Music in Philadelphia, wo er bereits 1975 in einer Schüleraufführung von Massenets »Werther« in der Titelpartie erstes Aufsehen erregte. 1975 gastierte er beim Santa Fé Opera Festival in einer kleinen Rolle in »La vida breve« von Manuel de Falla. Er wirkte 1976 an der All Black-Opera in Jackson (Mississippi) in der Uraufführung der Oper »Jubilee« von Ulysses Kay in der Rolle des Innis Brown mit. Seit 1976 war er häufig an der Oper von St. Louis zu hören. Er kam nach Europa und hatte dort 1976 einen ersten großen Erfolg beim Festival von Angers in »Acis and Galatea« von Händel; an der Welsh Opera Cadiff gastierte er als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«. 1977 hörte man ihn in Vancouver, 1978 in Lyon, 1980 in Boston und 1981 in Santa Fé, 1984 an der Long Beach Opera als Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky. Seit 1980 war er Mitglied der New York City Opera. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man ihn 1983-84 als italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, 1985 und 1987 als Eurimaco in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria« sowie oft in Konzerten. Eine internationale Gastspieltätigkeit kennzeichnete die weitere Karriere des hoch begabten lyrischen Tenors; er sang in Detroit (1983) und Toronto (1983), an der Opéra-Comique (1984) wie an der Grand Opéra Paris (1984 den Belmonte, den Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto« und den des Grieux in Massenets »Manon«, 1986 den Tamino in der »Zauberflöte«, 1993 den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« und 1994 den Don José in »Carmen«), an den Opernhäusern von Nancy (1984) und Nizza (1985) sowie 1986 an der Staatsoper von Wien (Alfredo in »La Traviata«). In der Saison 1987-88 begeisterte er das Publikum der Oper von Seattle als Orpheus in der Oper gleichen Namens von Gluck, 1988 gastierte er in Los Angeles als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod. An der New Yorker Metropolitan Oper debütierte er 1987 als Alfred in der »Fledermaus« und trat hier bis 2001 in insgesamt 47 Vorstellungen außerdem noch als Rodolfo in »La Bohème« von Puccini, als des Grieux in Massenets »Manon«, als Nemorino in »L’Elisir d‘ amore«, als Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi«, als Don José und als Alfredo auf. Bei einem Gastspiel der Metropolitan Oper in Tokio sang er 1997 die Titelrolle in einer konzertanten Aufführung von »La damnation de Faust« von Berlioz. Er gastierte an der Oper vom Frankfurt a.M. 1990 als Macduff in Verdis »Macbeth«, in Toronto als Ruggiero in »La Rondine« von Puccini, in Philadelphia als Lurcanio in »Ariodante« von Händel. In Seattle gastierte er 1991 als Rodolfo in »La Bohème«, 1992 als Ferrando in »Così fan tutte«, 1994 als Nadir in »Les pêcheurs de perles«, bei den Wiener Festwochen im Theater an der Wien 1993 als Admète in »Alceste« von Gluck. An der Mailänder Scala debütierte er 1992 als Pylade in Glucks »Iphigénie en Tauride«; hier sang er dann auch 1993 den Don Ottavio im »Don Giovanni«, 1995 den Faust in »La damnation de Faust«, 1995 den Hoffmann und 1996 Renaud in »Armide« von Gluck. Er sang in der Megaron Mousikis Halle Athen 1995 den Jason in »Medea« von Cherubini (als Partner von Grace Bumbry). 1995 hörte man ihn an der Australian Opera Sydney als Don José, an der Staatsoper von München als Faust in »La damnation de Faust«, 1996 an der Miami Opera als Riccardo in »Un ballo in maschera« von Verdi. 1993 sang er an der Oper von Philadelphia den Don José mit Denyce Graves als Carmen. 1997 gastierte er in Seattle und an der Australian Opera Sydney als Werther, 1998 in Seattle als Nemorino und als Faust von Gounod, an der Chicago Opera als Mozarts Idomeneo, an der Australian Opera als Faust, 1999 in Montreal als Don José. 1999 sang er in Amsterdam den Faust in »La damnation de Faust«, an der Australian Opera Sydney die Titelrolle in Verdis »Don Carlos«, 2000 an der Covent Garden Oper London den Titelhelden in Mozarts »La clemenza di Tito«. 2000 war er an der Oper von Seattle als Gérald in »Lakmé« von Delibes, an der Oper von Sydney als Cavaradossi in »Tosca« zu hören. Von seinen vielen Bühnenpartien seien noch genannt: der Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, der Steuermann in »Der fliegende Holländer«, der Titelheld in »Le Comte Ory« von Rossini, der Ernesto im »Don Pasquale«, der Lord Percy in »Anna Bolena« von Donizetti (Stuttgart 1987) und der Narraboth in »Salome« von R. Strauss. Dazu erwies er sich als hervorragender Konzert- und Oratoriensolist. So sang er bei den Salzburger Festspielen 1984 in Mozarts C-Moll-Messe und in Haydns Paukenmesse, 1986 in Beethovens Missa solemnis, 1989 im Verdi-Requiem, 1990 in der 9. Sinfonie von Beethoven und in B. Brittens Serenade für Tenor, Horn und Orchester, 1991 im Mozart-Requiem (in einer Ballett-Version) sowie 1984, 1987 und 1990 in Mozart-Konzerten; 1991 gab er dort sehr erfolgreich einen Liederabend. Am 5.12.1991 übernahm er das Tenorsolo im Mozart-Requiem bei einer Aufführung im Wiener Stephansdom anlässlich des 200. Todestages des großen Meisters.

Schallplatten: DGG (italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, Soli im Mozart- wie im Verdi-Requiem und in der Missa solemnis von Beethoven), Orfeo (»Die Schöpfung« von Haydn), Decca (Missa solemnis von Beethoven), Sony (»Bastien und Bastienne« von Mozart, »Oedipus Rex« von Strawinsky, Verdi-Requiem), RCA/BMG (Requiem von Berlioz), Denon (»Roméo et Juliette« von Berlioz), Philips (Te Deum von Bruckner), Obligat (Verdi-Requiem), RCA-Ariola (8. Sinfonie von G. Mahler), Delos (Sinfonie Nr. 2 »Lobgesang« von Mendelssohn), Teldec (Maler Lehsen in »Die Brautwahl« von F. Busoni), GIB-Classics (»La damnation de Faust« von Berlioz), Telarc (Pylade in »Iphigénie en Tauride« von Gluck); Sony-Video (9. Sinfonie von Beethoven, Berlin 1983).

22.11. Sir Peter HALL wird 85

Er ging in Cambridge zur Schule. Er lernte während seines Armeedienstes Russisch. Während seines Studiums an der Universität Cambridge, an der er 1953 sein Examen machte, spielte und führte er Regie in mehreren Stücken. 1953 inszenierte er auch sein erstes Schauspiel an einer professionellen Bühne, dem Theatre Royal in Windsor. 1954-55 war er am Oxford Playhouse und am Arts Theatre Club in London engagiert. Im August 1955 inszenierte er am Arts die englischsprachige Premiere von Warten auf Godot von Samuel Beckett. 1956-59 leitete er das Theater. In den Spielzeiten von 1956-60 war er auch am Royal Shakespeare Theatre in Stratford-upon-Avon. Seine Produktionen hier waren unter anderem Cymbeline mit Peggie Ashcroft, Coriolanus mit Laurence Olivier und Ein Sommernachtstraum mit Charles Laughton. Hall ist am besten bekannt durch seine Arbeit mit der Royal Shakespeare Company, die er 1960 im Alter von 29 Jahren gründete. Er war ihr künstlerischer Leiter bis 1968. Danach war er 1973-88 Intendant des Royal National Theatre und war 1973 in Maximilian Schells preisgekröntem Film Der Fußgänger in einer Nebenrolle zu sehen. In dieser Zeit zog er mit dem Ensemble in die neu erbauten Theater an der South Bank um. Außerdem war er Mitglied des Arts Council of Great Britain. Von beiden Positionen trat er aus Protest gegen die Kürzung der öffentlichen Förderung zurück. Nachdem er das National Theatre verlassen hatte, gründete er seine eigene Kompanie, die Peter Hall Company, mit der er eine Serie von Stücken im Old Vic inszenierte. Hall hat an vielen der führenden Opernhäuser inszeniert, darunter am Royal Opera House London, der Metropolitan Opera in New York (1982 Macbeth, 1986 Carmen), in Bayreuth (1983-86 Der Ring des Nibelungen), an der Houston Grand Opera und in Genf (1983 Le nozze di Figaro). Sein letztes Projekt ist The Rose of Kingston in Kingston upon Thames, welches im Januar 2008 mit Tschechovs Onkel Wanja, einer Produktion die Hall selbst inszenierte, eröffnet wurde. Hall trat jedoch direkt im Anschluss zugunsten von Stephen Unwin als künstlerischem Leiter zurück. Das Rose Theatre bezieht seine Inspiration von dem gleichnamigen Theater aus Shakespeares Zeiten, das ebenso wie das Globe Theatre zu den wichtigsten seiner Zeit gehörte. 1963 wurde er zum Commander of the British Empire (CBE) ernannt; 1977 wurde er zum Sir geadelt für seine Verdienste um das Theater. 1999 erhielt er den Laurence Olivier Theatre Award. Er wurde 2000 zum Kanzler der Kingston University ernannt. Hall war viermal verheiratet, unter anderem mit der Schauspielerin Leslie Caron und der Opernsängerin Maria Ewing. Mit Ewing hat er die Tochter Rebecca Hall (* 1982), die als Schauspielerin arbeitet und mehrmals unter seiner Regie auftrat. Aus seiner 2. Ehe stammt der Regisseur Edward Hall (* 1967).

23.11. Harolyn BLACKWELL wird 60

Harolyn Blackwell

 Gesang- und Musikstudium an der Catholic University of America in Washington; ergänzende Ausbildung u.a. durch Carlo Bergonzi und durch Renata Tebaldi in Italien. 1983 erregte sie Aufsehen beim Gesangwettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper. Sie kam in den folgenden Jahren schnell zu einer internationalen Karriere. An der Oper von Chicago sang die junge farbige Sängerin 1986 den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera« zusammen mit Luciano Pavarotti als Riccardo. Man hörte sie an der Oper von Miami als Gilda im »Rigoletto«, in San Antonio als Jemmy in Rossinis »Wilhelm Tell«, in Cleveland als Papagena in der »Zauberflöte«. 1986-87 sang sie beim Glyndebourne Festival die Clara in »Porgy and Bess« von Gershwin, 1989 die Zdenka in »Arabella« von R. Strauss. Sie sang dort auch die Prinzessin in »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel. An der Oper von Philadelphia gastierte sie als Sophie in Massenets »Werther« (wieder mit Luciano Pavarotti zusammen), an der Oper von Toronto als Soeur Constance in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc und als Page Oscar (1989), an der Oper von Nizza als Nannetta in Verdis »Falstaff«, an der Oper von Frankfurt a.M. in der Uraufführung der Oper »Europera« von John Cage (1986). An der Metropolitan Oper New York debütierte sie 1987 als Poussette in »Manon« von Massenet und sang dort bis 2006 in insgesamt 73 Vorstellungen auch die Xenia im »Boris Godunow«, die Barbarina in »Le nozze di Figaro«, die Sophie im »Werther«, die Adele in der »Fledermaus«, den Pagen Oscar und die Marie in Donizettis »La fille du régiment«. In der letztgenannten Partie hörte man sie 1990 auch in Seattle, bei den Festspielen von Aix-en-Provence als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, 1991 in San Francisco als Zerline im »Don Giovanni«, in Toronto als Susanna in »Le nozze di Figaro«. 1996 gastierte sie in Amsterdam als Gilda. 2000 gastierte sie in an der Oper von Seattle als Lakmé in der gleichnamigen Oper von Délibes, dort hörte man sie auch als Lucia di Lammermoor. Als Konzertsängerin trat sie in den amerikanischen Musikzentren in Erscheinung; so sang sie in New York in Werken von J.S. Bach und Händel, in Miami und Charleston als Solistin in der 4. Sinfonie von Gustav Mahler.

Schallplatten: HMV (Clara in »Porgy and Bess«), DGG (»Un Ballo in maschera«, auch als Video).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.harolynblackwell.com/

 23.11. Manlio ROCCHI wird 80

 Er wurde an der Accademia di Santa Cecilia in Rom ausgebildet; seine Lehrerin war hauptsächlich Elena d’Ambrosio. Sein Debüt erfolgte 1961 in Rom als Prunier in »La Rondine« von Puccini. 1962 gewann er den Gesangwettbewerb von Spoleto. Als Interpret lyrischer Tenorpartien aus dem Bereich der italienischen Oper trat er erfolgreich an der Mailänder Scala, an den Theatern von Venedig, Rom, Palermo, Neapel und Bologna wie auch bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom auf. Gastspiele am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an den Nationalopern von Sofia, Bukarest und Athen, am Opernhaus von Zürich und bei den Festspielen von Orange. Er sang am Teatro Massimo Palermo 1964 den Gherardo in Puccinis »Gianni Schicchi«, 1965 den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, 1968 trat er bei einer Holland-Tournee der reisenden italienischen Gesellschaft Compagnia d’Opera Italiana di Milano u.a. in Rotterdam als Edgardo in »Lucia di Lammermoor« auf. 1969 hörte man ihn in der gleichen Rolle am Teatro Comunale Bologna, dort auch 1970 als Beppe in »Rita« von Donizetti. Er wiederholte diese Partie 1971 und 1972 an der Piccolo Scala in Mailand. 1971 gastierte er am Opernhaus von Gent in Belgien, 1972 am Teatro Comunale Modena (als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«) und gab Konzerte in Israel. Am 9.10.1973 wirkte er in Bergamo in der Uraufführung der Oper »Il Sogno« (»Traumspiel«) von Roman Vlad mit. Am Teatro Margherita Genua hörte man ihn 1984 in »Volo di notte« von L. Dallapiccola und in »Morte dell’aria« von Petrossi (jetzt in Charakterrollen). 1985 wirkte er am Teatro Margherita in Genua in der Premiere der ganz in Vergessenheit geratenen Oper »Il Diluvio universale« von Donizetti mit. Der Künstler, der in Rom lebte, wurde auch durch seine Radio- und Fernsehauftritte bekannt.

Er sang auf den Schallplattenmarken RCA-Victor (Dormont in »La scala di seta« von Rossini) und Fratelli Fabbri (u.a. Mitwirkung in vollständigen Aufnahmen von Verdis »Rigoletto« und »L’Elisir d’amore« von Donizetti).

 24.11. Mirjana ĐORĐEVIĆ wird 85

 Ausgebildet durch Anita Mezetova in Belgrad und durch Zlatko Sir in Zagreb. Erstes Auftreten auf der Bühne 1966 an der Nationaloper von Belgrad als Maddalena im »Rigoletto«. Langjähriges Mitglied der Kroatischen Nationaloper in Zagreb, durch oftmalige Gastspiele der Belgrader Oper verbunden. Weitere Gastspiele an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. und Stuttgart, an der Nationaloper von Warschau, am Grand Théâtre Genf (1974 als Clarissa in der »Liebe zu den drei Orangen« von Prokofieff), bei den Edinburgher Festspielen und am Opernhaus von Triest. Glanzrollen der Künstlerin waren die Carmen, die Ulrica in Verdis »Maskenball«, die Azucena im »Troubadour«, die Sekretärin in Menottis »Konsul« und die Dona in »Ero der Schelm« von Gotovac. Die auch als Konzertsängerin viel beschäftigte Mezzosopranistin wirkte später als Pädagogin am Konservatorium von Belgrad.

Aufnahmen bei Jugoton.

 25.11. Yvonne KENNY wird 65

YVONNE-KENNY

 Sie studierte zunächst Chemie an der Universität von Sydney und schloss dieses Studium mit einem akademischen Grad ab. Sie studierte dann Gesang am Sydney Conservatory of Music und setzte diese Ausbildung 1973-74 in der Opernschule der Mailänder Scala und seit 1974 in London fort. Sie debütierte 1975 in der Londoner Queen Elizabeth Hall in einer konzertanten Aufführung der Oper »Rosmonda d’Inghilterra« von Donizetti. Noch im gleichen Jahr wurde sie an die Covent Garden Oper London verpflichtet. Sie begann ihre Karriere an der Covent Garden Oper mit ihrem Auftritt in der Uraufführung von H.W. Henzes »We come to the River« (1976); sie sang dort Partien wie die Ilia in »Idomeneo« von Mozart, die Pamina in der »Zauberflöte«, den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, das Ännchen im »Freischütz«, die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Titelrolle in »Semele« von Händel, die Micaela in »Carmen«, die Marzelline im »Fidelio« (1987), die Adina in »L’Elisir d’amore« und 1996 die Donna Anna im »Don Giovanni«. Seit 1977 trat sie auch an der English National Opera London, seit 1978 in Melbourne auf. Bei den Festspielen von Glyndebourne gastierte sie als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, 1985 als Ilia, 1988 und 1990 als Alice Ford in Verdis »Falstaff«, 1991 als Donna Anna. Sie sang 1984 bei den Festspielen von Salzburg ebenfalls die Ilia. An der Australian Opera Sydney war sie u.a. 1986 als Gilda im »Rigoletto«, 1990 als Fiordiligi zu Gast. Erfolgreiche Gastspiele an der Staatsoper von Hamburg, an der Grand Opéra Paris (1983 als Micaela), am Opernhaus von Zürich, an den Staatsopern von Wien (1982-2004 als Page Oscar, als Susanna, als Cinna in »Lucio Silla« von Mozart, als Gräfin im »Capriccio« von R. Strauss und als Marschallin im »Rosenkavalier«) und München (1996 als Romilda in der Händel-Oper »Serse«), an der Opéra du Rhin Straßburg und bei den Festspielen von Schwetzingen, wo sie die Aspasia in »Mitridate« von Mozart sang. Diese Partie trug sie auch bei den Festspielen von Aix-en-Provence (wo sie bereits 1983 als Micaela aufgetreten war), in Zürich und Vicenza sowie 1991 am Teatro Fenice Venedig und an der Covent Garden Oper London vor. 1984 trat sie am Opernhaus von Lyon in der Uraufführung der Oper »Medea« von Gavin Bryars in der Titelrolle auf. 1990 übernahm sie bei der Russland-Tournee der English National Opera die Romilda. An der Berliner Staatsoper war sie 1993 als Gräfin im »Capriccio« zu Gast. 1995 sang sie bei der ENO London die Titania in »The Fairy Queen« von Purcell. 1997 hörte man sie bei der English National Opera London als Marschallin, bei den Festspielen von Schwetzingen (und später in Berlin) in der Barock-Oper »Didone« von Cavalli, an der Australian Opera Sydney als Cleopatra in »Giulio Cesare« von Händel. Dort sang sie 1998 die Fiordiligi, 1999 die Alice Ford, 1998 am Opernhaus von Nancy die Titelpartie in »Alcina« von Händel. 1999 trat sie bei der English National Opera London als Marschallin auf, 2000 an der Australian Opera Sydney als Gräfin im »Capriccio«, 2001 in der Titelrolle der Operette »Die Csardasfürstin« von E. Kálmán. Während ihrer ganzen Karriere hatte sie große Erfolge auf dem Konzertpodium, u.a. 1979-80 in Aix-en-Provence, dann in Lausanne und Genf, in den englischen wie den deutschen Musikzentren und in Australien, auch bei Radio- und Fernsehauftritten.

Schallplatten: Decca (Barbarina in »Le nozze di Figaro«, Operette »Robinson Crusoe« von Offenbach, »Gloriana« von B. Britten), Opera Rara (»Emilia di Liverpool« und »Ugo Conte di Parigi« von Donizetti, »Medea in Corinto« von Simone Mayr, »Les Soirées Italiennes« von S. Mercadante, Arien aus italienischen Opern), Opera Rara/Note 1 (»Les Soirées Italiennes« von S. Mercadante), MRF (»Raimonda d’Inghilterra« und »Il Castello di Kennilworth« von Donizetti), Telefunken (Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, »Der zufriedengestellte Aeolus« von J.S. Bach), Philips (1. Dame in der »Zauberflöte«, »Elias« von Mendelssohn), Koch Records (»Dewi Sant« von Arwel Hughes), RCA (Krönungsmesse von Mozart), Telefunken (»Lucio Silla« von Mozart), Hyperion (»Deborah« und »Joseph an His Brethren« von Händel), Harmonia mundi (»La Didone« von Cavalli), Farao Classics (Romilda in »Serse« von Händel), Chandos (Marschallin in Querschnitt »Rosenkavalier« in englischer Sprache; Arien-Recital, ebenfalls in englischer Sprache).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.yvonnekenny.com/

 25.11. Håkan HAGEGÅRD wird 70

Håkan HAGEGÅRD
Als Faninal mit Laura Aikin als Sophie

 Die Ausbildung seiner Stimme erfolgte an der Königlichen Musikakademie Stockholm durch Helga Görlin. Ergänzende Studien bei dem berühmten Bariton Tito Gobbi in Rom, bei Erik Werba in Wien und bei Gerald Moore in London. Debüt 1968 an der Königlichen Oper Stockholm als Papageno in der »Zauberflöte«, eine seiner Glanzrollen. Seit 1970 war er Mitglied dieses Opernhauses; seit 1970 sang er fast alljährlich bei den Festspielen von Drottningholm, seit 1973 kam er auch zu großen Erfolgen beim Festival von Glyndebourne. Hier sang er 1974 den Grafen in »Le nozze di Figaro«, 1973 und 1976 den Grafen im »Capriccio« von Richard Strauss, 1978 den Guglielmo in »Così fan tutte«. Weithin bekannt wurde er, als er in der bekannten Verfilmung der »Zauberflöte« durch den schwedischen Regisseur Ingmar Bergman die Rolle des Papageno übernahm. Es kam zu erfolgreichen Gastspielen an den Opern von Kopenhagen, Warschau und Hamburg. 1975 und 1977 unternahm er Konzerttourneen durch die USA; in London sang er in einer konzertanten Aufführung der Oper »Dido and Aeneas« von Purcell als Partner von Janet Baker. Im Dezember 1978 debütierte er an der New Yorker Metropolitan Oper als Malatesta in Donizettis »Don Pasquale« und sang in der Folgezeit dort bis 2005 in insgesamt 88 Vorstellungen außerdem noch den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Wolfram im »Tannhäuser«, den Eisenstein in der »Fledermaus«, den Guglielmo, den Papageno, den Don Giovanni, den Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe« und den Faninal im »Rosenkavalier«. Er wirkte hier am 19.12.1991 in der Uraufführung der Oper »The Ghosts of Versailles« von John Corigliano in der Partie des Beaumarchais sowie 1996 in der MET-Premiere von Janáceks »Die Sache Makropulos« als Jaroslav Prus mit. An der San Francisco Opera gastierte er 1981 als Danilo, 1990 und 1993 als Graf im »Capriccio« und 1990 als Eisenstein. An der Mailänder Scala gastierte er 1985 als Papageno, 1986 in der gleichen Partie an der Opéra-Comique Paris. 1987 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Wolfram, 1989 an der Oper von Chicago, 1991 an der Oper von San Diego als Guglielmo. 1991 gastierte er an der Wiener Staatsoper als Guglielmo. Am 12.9.1992 wirkte er an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von »Ett drömspel« von Ingvar Lidholm mit. 1995 sang er bei den Festspielen von Salzburg den Faninal. 1997 gastierte er in Madrid als Don Giovanni; ebenfalls 1997 unternahm er eine viermonatige Welt-Tournee, die ihn durch 15 Länder führte, wobei er hauptsächlich als Liedersänger auftrat. 1998 gastierte er beim Santa Fé Festival als Offizier in »Ein Traumspiel« von Ingvar Lidholm. 1999 gastierte er am Teatro Colón Buenos Aires als Guglielmo, 2000 an der Australian Opera Sydney als Scarpia in »Tosca«. Für seinen schön gebildeten lyrischen Bariton lagen die Höhepunkte des Repertoires in Partien von Mozart, Donizetti, Rossini, Verdi und Debussy. Zu seinen Bühnenrollen zählten weiter der Ottone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, der Massinissa in »Scipio Africanus« von Cavalli, der Pascuvio in »La pietra del Paragone« von Rossini, der Rigoletto, der Renato in Verdis »Maskenball« der Pelléas in »Pelléas et Mélisande« (Königliche Oper Stockholm 1971) und der Erik in »Värmlänningarna« von Andreas Randel. Auch als Konzertsänger mit anhaltendem Erfolg tätig, vornehmlich auf dem Gebiet des Liedgesangs. So trat er u.a. 1985 und 1987 an der Mailänder Scala als Liedersänger auf. Im Schwedischen Fernsehen trat er in einer eigenen Sendereihe auf. 1985 wurde er zum Schwedischen Hofsänger ernannt, 1989 zum Mitglied der Stockholmer Musikakademie. 1992 gründete er das Hagegården Music Center (West-Schweden) zur Weiterbildung junger Sänger. – Er war zeitweilig verheiratet mit der bekannten aus Kanada stammenden Sopranistin Barbara Bonney (* 1956). Sein Vetter Erland Hagegård (* 1944) wirkte als Bariton u.a. an der Hamburger Staatsoper.

Schallplatten: HMV (Papageno in der »Zauberflöte«), DC (Lieder-Platte), RCA (»Carmina Burana« von C. Orff, »Schwanengesang« von Schubert, Lieder von Schumann und Brahms), Decca (Graf in »Le nozze di Figaro« und im »Capriccio« von R. Strauss, »Die Zauberflöte«), Erato (Papageno in der »Zauberflöte«, »Das klagende Lied« von G. Mahler), Oiseau-Lyre (Titelheld im »Don Giovanni«), Telefunken (C-Moll-Messe von Mozart), Teldec (»Der Barbier von Sevilla«, Ein deutsches Requiem von J. Brahms), Philips (Schaunard in »La Bohème«, Figaro im »Barbier von Sevilla«); Arienplatte auf der schwedischen Marke Caprice, auf Sony Opernduette mit Gösta Winbergh; Virgin Video (Titelrolle im »Don Giovanni«); DGG-Video (»The Ghosts of Versailles«).

 25.11. Jean-Claude MALGOIRE wird 75

Er begann seine musikalische Ausbildung am Konservatorium seiner Heimatstadt Avignon, um später zum Pariser Konservatorium zu wechseln. Dort erhielt er den 1. Preis für Oboe und für Kammermusik. Jean-Claude Malgoire war durch seinen Mitstudenten Heinz Holliger beeinflusst und bis in die 1980er Jahre aktiv der zeitgenössischen französischen Musik verbunden. Charles Münch berief ihn 1962 als Solooboist und Englischhornisten ins Orchestre de Paris. 1968 gewann er den 1. Preis des Internationalen Musikwettbewerbs in Genf. 1970 spielte er in der französischen Uraufführung von Luciano Berios Werk Sequentia VII und 1972 wurde er Solist des Ensembles 2e2m. Beeinflusst von seinem Lehrer Antoine Geoffroy-Dechaume (1905–2000), einem führenden Mitglied der Société de musique d’autrefois, gründete Malgoire 1966 mit Kollegen das Ensemble La grande Écurie et la Chmabre du Roi, eines der ersten Barockensembles mit historischer Aufführungspraxis in Frankreich. Die Gruppe hat bislang über 100 Aufnahmen eingespielt und mehr als 3000 Konzerte auf fünf Kontinenten gegeben. Parallel zu seiner Tätigkeit als Dirigent des Ensembles spielte Malgoire in verschiedenen Symphonieorchestern u.a. unter Leitung von Seiji Ozawa und Herbert von Karajan. Seit 1975 hat Malgoire mehrere Opern auf historischen Instrumenten eingespielt, darunter die Welturaufführungen von Händels Rinaldo und Lullys Alceste. Seit dessen Gründung im Jahr 1981 ist er künstlerischer Leiter des Atelier lyrique in Tourcoing, das er zu einem Opernhaus mit vielfältigem Repertoire formte. 1992 erhielt er für seine Aufnahme von Vivaldis Montezuma einen Preis beim französischen Wettbewerb Victoires de la musique. Malgoires Tochter Florence Malgoire ist Professorin für Barockvioline am Genfer Konservatorium.

25.11. Regina MARHEINEKE wird 80

 Ausbildung an der Musikhochschule in Braunschweig und bei P. Lohmann. Während ihres Studiums sang sie im Chor des Stadttheaters von Hildesheim und wurde dort auch schon in kleineren Rollen eingesetzt. Sie debütierte 1958 am Stadttheater von Regensburg und sang 1963-65 am Staatstheater von Oldenburg, 1965-67 am Opernhaus von Wuppertal. Sie gastierte während dieser Zeit an den Stadttheatern von Freiburg i. Br. und Münster (Westfalen) sowie am Staatstheater von Braunschweig. 1967-71 war sie Mitglied der Hamburger Staatsoper (an der sie 1969 in der Uraufführung von »Die Reise« von L.J. Werle sang), seit 1973 der Staatsoper von Stuttgart. Von dort aus nahm sie mehrfach an den Festspielen von Schwetzingen teil, bei denen sie 1983 in der Uraufführung der Oper »Die englische Katze« von H.W. Henze mitwirkte. Sie gastierte an der Wiener Staatsoper (1972-76 als Sophie im »Rosenkavalier« und als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«) und an der Grand Opéra Paris (1974). Sie sang die klassischen Partien für Koloratursopran und große Teile des lyrischen Repertoires, wurde aber vor allem in den Partien für Koloratursoubrette (Despina in »Così fan tutte«, Ännchen im »Freischütz«, Titelfigur in Flotows »Martha«) bekannt. 1992 sang sie bei den Festspielen von Weißenhorn die Xanthippe in »Der geduldige Sokrates« von Telemann.

Schallplatten: HMV-Electrola (»Das Paradies und die Peri« von R. Schumann, »Der betrogene Kadi« von Gluck, »Die Opernprobe« von Lortzing).

26.11. Marcos FINK wird 65

Er wurde in Buenos Aires als Sohn slowenischer Eltern geboren. Er erhielt seine Gesangsausbildung bei Ivan Ivanov und Victor Srugo und besuchte Meisterkurse bei Philippe Huttenlocker, Wolfgang Schöne, Erik Werba und Aldo Baldin. 1988 erhielt er ein Stipendium, um seine Ausbildung bei Heather Harper und Robert Sutherland in London fortzusetzen. Sein Operndebüt gab Marcos Fink 1990 im Großen Festspielhaus in Salzburg. Engagements führten ihn an renommierte Opern- und Konzerthäuser auf der ganzen Welt, u. a. nach Paris, Bordeaux, Basel, Berlin, Frankfurt, Wien, Madrid, Barcelona, Genf, Rom, Mailand, Lissabon, Ljubljana, Tokio, Osaka, Buenos Aires, Sao Paolo, Calgary und Houston. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Michel Corboz, Hans Graf, Leopold Hager, Alain Lombard, Semyon Bychkow, Uwe Mund, Milan Horvat, Pinchas Steinberg, Anton Nanut, Lior Shambadal und René Jacobs zusammen. In jüngerer Zeit stand Marcos Fink als Sarastro in der Zauberflöte in Aix-en-Provence, als Vizekönig in Offenbachs La Périchole in Bordeaux, als Sokrates in Telemanns Der geduldige Sokrates, als Claudio in Händels Agrippina, als Mondo in Cavalieris Rappresentazione d’anima e di corpo sowie als Polifemo in Aci, Galatea e Polifemo an der Berliner Staatsoper und als Sancio Pansa in Francesco Contis Don Chisciotte in Sierra Morena und als Jupiter in Rameaus Platée an der Nederlandse Opera in Amsterdam auf der Bühne. Neben geistlichen Werken von Bach, Händel, Mozart, Haydn, Rossini, Fauré und Puccini sowie Kaiser Leopold I. beinhaltet Marcos Finks Diskografie die Partie des Jesus in Frank Martins Oratorium Golgotha, Leporello, Don Alfonso und – unter Leitung von René Jacobs – Sarastro und Claudio. Für CD-Produktionen von Radio Slovenia spielte er drei Liedzyklen ein, die ihm 1998 den »Orphée d’Or« der Academie du Disque Lyrique als bester Interpret (für Winterreise) und 1999 den slowenischen Kulturpreis »Prešernov sklad« einbrachten; des Weiteren nahm er Schumanns Dichterliebe und Liederkreis op. 39, ein Doppel-Album mit slowenischen Liedern, die Weihnachtsmysterien von Stanko Premrl (alle begleitet von Nataša Valant) und Lieder von Carlos Guastavino und Eduard Marxsen auf. Die CD »Canciones Argentinas« (2006) mit seiner Schwester, der Mezzosopranistin Bernarda Fink, und der Pianistin Carmen Piazzini wurde für den Grammy Award und den BBC Music Award nominiert. Für ihr gemeinsames Album »Slovenija!« und die damit verbundenen Konzerte erhielten er und seine Schwester Bernarda Fink im Februar 2013 den Preis der Prešeren-Stiftung, die höchste kulturelle Auszeichnung, die Slowenien zu vergeben hat.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://marcosfink.si/de/

26.11. William HARNESS wird 75

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger in San Francisco und setzte sie bei Maria Curtis Verna, Otto Guth und Luigi Ricci fort. Anfang der siebziger Jahre debütierte er in San Francisco als Konzertsänger und begann dann auch eine Opernkarriere, die ihn bald an die größeren amerikanischen Theater führte. So erschien er 1974 in Seattle, 1976 in Hartford, im gleichen Jahr in Milwaukee und dann auch an der City Opera New York. 1977 sang er am Opernhaus von San Antonio und machte im gleichen Jahr sein Debüt an der Metropolitan Oper New York, an der jedoch nur in einer einzigen Vorstellung den Tamino in der »Zauberflöte« sang. 1978 hörte man ihn am Opernhaus von Miami, 1979 an der Oper von New Orleans, in Houston/Texas, Fort Worth und bei der Boston Opera. Daneben trat er auch an kanadischen Bühnen in Erscheinung, so 1976-77 in Edmonton und in Toronto. 1978 gastierte er an der Staatsoper von Hamburg. In den achtziger Jahren verlegte er sich dann wieder mehr auf eine Tätigkeit als Konzert- und Oratoriensolist. Das Schwergewicht seines Bühnenrepertoires lag im lyrischen Fach mit Partien wie dem Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, dem Ferrando in »Così fan tutte«, dem Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, dem Elvino in »La Sonnambula« von Bellini, dem Tonio in Donizettis »La Fille du régiment« (eine seiner größten Kreationen), dem Herzog im »Rigoletto«, dem Rodolfo in »La Bohème«, dem Pinkerton in »Madame Butterfly«, dem Rinuccio im »Gianni Schicchi« von Puccini und dem Titelhelden im »Faust« von Gounod.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.williamharness.com/

27.11. Klemens SLOWIOCZEK wird 70

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 Er begann sein Gesangstudium am Konservatorium von Ostrava (Mährisch-Ostrau) und brachte es an der Musikakademie von Brno (Brünn) zum Abschluss. 1969 erfolgte sein Bühnendebüt am Opernhaus von Ostrava als Figaro in »Figaros Hochzeit«. Bis 1974 blieb er Mitglied dieses Theaters und gastierte während dieser Zeit auch an anderen Opernbühnen in der CSSR. 1974 wurde er an die Komische Oper Berlin verpflichtet, an der er eine lange, erfolgreiche Karriere hatte. Erfolgreich verliefen auch Gastspielauftritte an Bühnen in Italien, in der Sowjetunion und in Polen; dabei standen Partien wie der Leporello im »Don Giovanni«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut« (Komische Oper Berlin 1991) und der Wassermann in »Rusalka« von Dvorák im Vordergrund seines umfassenden Repertoires für den Bereich der Oper. Dazu auch als Konzertsänger aufgetreten.

 27.11. Helmut LACHENMANN wird 80

Er entstammt einer musikliebenden Pfarrersfamilie. Er studierte 1955-58 an der Musikhochschule Stuttgart Kompositionslehre, Musiktheorie und Kontrapunkt bei Johann Nepomuk David und Klavier bei Jürgen Uhde. Nach Abschluss seiner Kompositionsstudien lernte er während der Darmstädter Ferienkurse 1957 den italienischen Komponisten Luigi Nono kennen und wurde 1958-60 dessen einziger Schüler; er siedelte deshalb nach Venedig über. 1960 kehrte Lachenmann nach Deutschland zurück, um in München zunächst als freischaffender Komponist und Pianist zu wirken. 1966-76 unterrichtete er an der Musikhochschule in Stuttgart Musiktheorie; den Lehrauftrag unterbrach Lachenmann für einen Ruf 1972/73 als Leiter eines Kompositionskurses an die Musik-Akademie der Stadt Basel. 1976-81 übernahm er eine Kompositionsklasse an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hamburg, bevor er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2002 die gleiche Aufgabe an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart wahrnahm. Wesentliche Anregungen für seine serielle Kompositionsmethode empfing Lachenmann von Karlheinz Stockhausen während der sogenannten „Kölner Kurse“ und von Luigi Nono, der ihn auf die Probleme der gesellschaftlichen Funktion von Musik aufmerksam machte. Lachenmanns Werk ist einerseits die Auseinandersetzung mit seriellen Techniken und Zufallsmanipulationen, andererseits ein Reflektieren des Selbstverständnisses als freischaffender Komponist. Dies zeigt der Umgang mit Geräuschen als integralem Teil des Klangs, wenn Lachenmann in Guero (1970) das Klavier als Schlag- und Zupfinstrument „zweckentfremdet“. Er will den „hörigen“ Hörer von seinen Hörgewohnheiten befreien und ein neues Kompositions- und Hörverständnis entwickeln. Das geschieht bei Lachenmann in der Art von John Cage und der französischen Musique concrète der frühen 1950er Jahre. Es geht Lachenmann um die Erweiterung des Musikbegriffs, um dessen Loslösung von einer an Tonalität und Tonhöhen fixierten musikalischen Auffassung, wobei jedes akustische Ereignis zu Musik geformt werden kann. Lachenmann entwickelte konsequent eine Musique concrète instrumentale, die mittels neuer Spieltechniken für die traditionellen Orchesterinstrumente eine Klanglichkeit erzeugt, die dem Geräusch oft näher steht als der sinfonischen Tradition. In der Konfrontation des „philharmonischen Apparates“ mit Klängen, die ihre akustischen Vorgänge offenlegen, soll die Wahrnehmung von Spielern und Hörern auf die Struktur der konkreten Klänge gelenkt werden. Nicht das Erlebnis von Schönklang ist das Ziel seines Komponierens, sondern die Erfahrung von Anordnung und Verwandlung ungewohnter, da ungewöhnlicher Klangereignisse. Der bisher größte Erfolg Lachenmanns bestand in der Uraufführung des Bühnenwerks Das Mädchen mit den Schwefelhölzern (1997) an der Hamburgischen Staatsoper, die auch in Paris, Stuttgart und Tokio (Neufassung 2003) nachgespielt wurde. Im Zuge seines 70. Geburtstages fanden auf der ganzen Welt Konzerte mit seiner Musik statt. Lachenmann hat eine ganze Generation von Komponisten mit seiner Ästhetik (Schönheits- und Wahrheitsbegriff/Materialstand) beeinflusst. Seine klanglichen Verfremdungen und neuen Spieltechniken bezeichnet er darum heute gern als „bereits touristisch erschlossen“. In neueren Werken etwa seit Allegro sostenuto (1986–88) bezieht Lachenmann wieder in verstärktem Maße traditionelle Tonhöhenkonstellationen ein, auf die nun die zuvor in der Musique concrète instrumentale gemachten Erfahrungen angewandt werden (von ihm selbst als „Gang in die Höhle des Löwen“ etikettiert). Dies führte zu der unvermeidlichen Kontroverse, ob Lachenmann seine frühere avantgardistische Position nun aufgegeben habe. Lachenmann ist mit der Pianistin Yukiko Sugawara verheiratet und lebt in Leonberg-Höfingen.

29.11. Julia CONWELL wird 65

 Sie verbrachte ihre Kindheit in Houston (Texas), dann verzogen ihre Eltern nach St. Louis. Hier sang sie in Chören, erhielt ersten Gesangunterricht und wirkte bereits im Chor der St. Louis Municipal Opera mit. Ihre eigentliche Ausbildung zur Sängerin erfolgte am Curtis Music Institute, an den Universitäten von Philadelphia und Indiana und bei der bekannten Pädagogin Margaret Harshaw. Nach semiprofessionellen Auftritten in Schüleraufführungen in ihrer amerikanischen Heimat und einer »Bohème«-Aufführung bei der Michigan Opera, in der sie die Musetta sang, kam sie nach Europa und wurde 1978 an die Münchner Staatsoper verpflichtet, an der sie, ebenfalls als Musetta, ein erfolgreiches Debüt hatte. Einen besonderen Erfolg hatte sie in München anschließend in der Rolle der Nedda im »Bajazzo«, 1993 als Agnes Sorel in Tschaikowskys »Jungfrau von Orléans«. Es kam bald zu einer ausgedehnten Gastspieltätigkeit der Künstlerin; sie trat in Bremen und Karlsruhe, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (1982 als Liu in Puccinis »Turandot«), an der Wiener Staatsoper (1980-82 als Nedda), in Amsterdam, in Fernsehaufführungen von Opern in Italien, Deutschland und in den USA hervor. 1984 gastierte sie an der Oper von Frankfurt a.M. als Page Oscar im »Maskenball« von Verdi, an der Oper von Nizza in der Titelpartie der Oper »Louise« von Charpentier und sang über Radio France die Marzelline im »Fidelio«. Im gleichen Jahr hörte man sie an der Oper von Rom als Zerline im »Don Giovanni«, 1988 als Paolina in »Poliuto« von Donizetti, 1986 am Opernhaus von Essen als Gilda im »Rigoletto«. Seit 1985 auch Mitglied der Staatsoper von Stuttgart. 1988 Gastspiel in Augsburg als Salome von R. Strauss, mit dem Stuttgarter Ensemble an der Deutschen Oper Berlin als Diana in »Iphigenie auf Tauris« von Gluck. Hinzu trat eine gleichbedeutende Karriere als Konzertsopranistin; u.a. nahm sie an einem großen Konzert in der Basilika San Marco in Venedig teil. Seit 2000 unterrichtet sie am Wiener Konservatorium. – Zeitweilig verheiratet mit dem Opernregisseur und Intendanten Giancarlo del Monaco (* 1945), einem Sohn des berühmten Tenors Mario del Monaco (1915-82).

Schallplatten: DGG (Sandrina in »La finta giardiniera« von Mozart), CBS (Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck), Metronom (»Orfeo ed Euridice« von Gluck, Mitschnitt einer Kölner Aufführung von 1982), Ariola-Eurodisc (Werke von H.W. Henze).

29.11. Marga SCHIML wird 70

Marga_SCHIML_als_Mary
Als Mary/ „Der fliegende Holländer“

 Studium bei Hanno Blaschke in München und bei Frau Hartmann-Dressler in Berlin. Beginn der Bühnenkarriere 1967 am Stadttheater von Basel als Policare in »Tigrane« von Händel. Die Künstlerin hatte große Erfolge bei Auftritten an den Staatsopern von Wien (1972-73 als Cherubino in »Le nozze di Figaro«, als Erda im Ring-Zyklus, als 3. Dame in der »Zauberflöte«, als Maddalena im »Rigoletto« und 1984 als Fricka in der »Walküre«) und München, an den Opernhäusern von Graz, Basel und Zürich. Sie wirkte bei den Festspielen von Orange mit. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1978-80 die Floßhilde und die Siegrune im Nibelungenring, 1979-81 eines der Blumenmädchen im »Parsifal« (1981 zusätzlich auch einen der Knappen), 1981-84 und 1986-88 die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1998-99 die Mary in »Der fliegende Holländer«. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man sie 1970 als 3. Dame in der »Zauberflöte« und 1972 als Cherubino. 1986 gastierte sie am Teatro Regio Turin als Fricka im »Rheingold«, 1989 beim Maggio Musicale von Florenz als Annina im »Rosenkavalier«. Im Konzertsaal hatte sie, namentlich in Oratorien und in religiösen Vokalwerken, eine nicht weniger erfolgreiche Karriere als auf der Bühne. Sie war zeitweilig verheiratet mit dem Tenor Horst Laubenthal (* 1938). Neben dem klassischen Bühnen- und Konzertrepertoire sang sie gerne Partien in Barockwerken; sie galt als große Bach-Interpretin.

Schallplatten: DGG (Puck im »Oberon« von Weber, »La clemenza di Tito« von Mozart), Philips (Mozart-Messen, Rheintochter und eine der Walküren in vollständigem Ring-Zyklus), RCA (9. Sinfonie von Beethoven), Verlag Schwann, HMV-Electrola (Messen von C.M. von Weber), Orfeo (»Faust« von L. Spohr, »Le Cinesi« von Gluck), Ariola-Eurodisc (»Das Paradies und die Peri« von R. Schumann, »Suor Angelica« von Puccini), Chandos (Stabat mater von Dvorák), Acanta (Ursula in »Feuersnot« von R. Strauss), Naxos (Mary in »Der fliegende Holländer«), Berlin Classics (»Salomo« von Händel); Philips-Video (»Die Meistersinger von Nürnberg«, 1984 Bayreuth).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.margaschiml.de/

30.11. Michael OBST wird 60

Er studierte 1973-78 zunächst Schulmusik in Mainz und 1977-82 Klavier bei Alfons Kontarsky und Aloys Kontarsky in Köln. Hier legte er 1982 sein Konzertexamen als Pianist ab. 1981-86 war er Pianist des Ensemble Modern, 1986-89 arbeitete er als Interpret mit Karlheinz Stockhausen. Zeitgleich studierte er 1979-86 Komposition bei Hans Ulrich Humpert im Studio für elektronische Musik der Hochschule für Musik Köln. Es folgten Einladungen in die Studios von Gent (IPEM), Stockholm (EMS), Bourges (GmeB), Paris (IRCAM), Freiburg (SWF-Strobelstiftung) sowie in das Studio für elektronische Musik des WDR in Köln. Seit 1997 ist er Professor für Komposition an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, 2010-13 außerdem an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

30.11. Herbert PRIKOPA wird 80

Herbert Prikopa als Frosch
Als Frosch in „Die Fledermaus“

HEXE, STRAUSS-DIRIGENT UND „MISTER GUGELHUPF“: HERBERT PRIKOPA WURDE 80
Er ist ein wahrer „Tausendsassa“ der Bühne und des Radio’s bzw. des Fernsehens: Herbert Prikopa wurde am 30 November 2015 unglaubliche 80 Jahre „jung“ und kann auf eine mehr als  60jährige Karriere zurückblicken. Der gebürtige Wiener sang vier Jahrzehnte lang an der Volksoper – von der Hexe in „Hänsel und Gretel“ bis zum Obereunuchen in „Land des Lächelns“, vom Ollendorf bis zum Kargler-insgesamt 90 Hauptrollen in Tausenden Vorstellungen und  alles, was man von einem Charakter-Tenor bzw. Tenor-Buffo erwarten kann. Im Haus am Währingergürtel  war er aber auch als Korrepetitor, Dirigent und Vortragender bei Aktivitäten für das Publikum von morgen erfolgreich. Und stolz ist er, dass er auch an der Wiener Staatsoper auftreten durfte als Auktionar Sellem in „The Rake’s Progress“ (1965) und dann nochmals als Monostatos (1975). Einem breiten Publikum ist er allerdings  in erster Linie als Kabarettist ein Begriff. 1954 wurde er mit 19 Jahren der jüngste Korrepetitor der Wiener Volksoper, kurz darauf debütierte er als Sänger in der Kammeroper und bald danach bei Gerhard Bronner‘s „Brettl vorm Klavier“. Diese „Mehrgleisigkeit“ wurde das Lebensmotto von Herbert Prikopa. So gehörte er zum legendären Team um Karl Farkas (Bilanz der Saison) und zählte  von 1988 – 2009 zum Gugelhupf-Ensemble mit Lore Krainer. Die mitunter schnarrende Stimme, der gallige Humor von Herbert Prikopa, die ironische Ader – das alles ist aus seinen Ö-1-Erfolgsgeschichten nicht wegzudenken. Parallel zum Sänger und Kabarettisten trat er oft in Filmen auf – sogar in „Sissi“ (Schicksalsjahre einer Kaiserin) wirkte er mit, aber auch im „Schweijk“ neben Fritz Muliar oder in der Corti-Verfilmung „Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter“ (1963). Später war er  im Krimi „Der Alte“ (1977) und bald darauf beim „Tatort“ (1978) zu erleben, beim „Leihopa“ und beim „Kaisermühlenblues“. 2007 drehte er mit Reinhard Schwabenitzky (Oben ohne). Allein die Filmographie ist lang und eindrucksvoll. Und dabei ist Liste seiner künstlerischen Aktivitäten noch lange nicht aufgezählt und im Grunde unglaublich: Prikopa als Panist, Prikopa als Komponist – darunter „Classic Piano“.28 Kompositionen für Klavier oder Chimera. Dazu kommt eine eigene Rubrik – der Dirigent. In dieser Eigenschaft setzte er sich in erster Linie für das Oeuvre von Johann Strauss und die Komponisten der Silbernen Operetten-Ära ein. Aber auch für das Wienerlied war er unterwegs. Viele Tourneen durch Deutschland oder der Schweiz lassen sich da aufzählen, er trat aber als Dirigent auch in London, Venedig oder Kapstadt auf. Er war Frosch bei Helmut Lohner in Zürich und der Schweinezüchter Zsupan im Zigeunerbaron in Mörbisch. Dazu kommen Aktivitäten wie die Konzertreihe „Für Kinder und Kenner“ in den 70er und 80er Jahren im Wiener Konzerthaus oder „Auch Spaß muss sein“, die TV-Kindersendung. Und Herbert Prikopa schrieb mehrere Bücher, wirkte als Schüler von Elisabeth Rado auch als Gesangspädagoge und saß im Beirat des Niederösterreich-Fond; jedenfalls gönnt sich auch nach 6 Jahrzehnten keine Muße-Stunden. Mit Orden und Ehrungen überhäuft, blickt Herbert Prikopa weiterhin nach vorne. Ein Suchender, ein Unbequemer, ein „Verwandlungskünstler“, ein „Opern-Narr“ wie er im Büchel steht. Alles in allem – eine  unwiederholbare Persönlichkeit. Frohes weiteres Schaffen!
Peter Dusek

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.prikopa.com/

 

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