Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM MAI 2016

GEBURTSTAGE IM MAI 2016

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

1.5. Der italienische Bassist Mario MACHI wird 75

2.5. Robert Dean SMITH wird 60

Robert Dean Smith als Tristan
Als Tristan

Er studierte 1974-80 an der Pittsburgh State University bei Margaret Thuenemann Gesang, aber auch Saxophon, ein Instrument, das er in klassischen wie in Jazz-Ensembles spielte. Weitere Ausbildung der Stimme an der Juilliard School of Music in New York bei Daniel Ferro; 1982 erwarb er den akademischen Grad eines Masters of Music. Er began seine Karriere als Bariton in Deutschland. Hier war er in diesem Stimmfach 1983-86 am Stadttheater von Bielefeld, 1986-89 am Staatstheater Wiesabaden engagiert. Er wechselte dann aber 1989 nach weiteren Studien bei Janice Harper in den Tenor-Bereich, und zwar ins heldische Fach. Er gehörte 1989-91 dem Staatstheater von Kassel, 1991-92 dem Stadttheater von Augsburg, 1994-95 dem Stadttheater von Bremen und 1995-99 dem Nationaltheater Mannheim an. Hier sang er eine Anzahl von Tenorpartien aus dem jugendlichen Heldenfach und aus dem Wagner-Repertoire, wovon der Parsifal (1997), der Jim Mahoney in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« (1997), der Hermann in Tschaikowskys »Pique Dame« (1999), der Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg« und der Lohengrin besonders hervorzuheben sind. Bei den Bayreuther Festspielen von 1997 ersetzte er Peter Seiffert als Walther von Stolzing und erzielte dabei einen sensationellen Erfolg. Er trat bei den Bayreuther Festspielen 1997-2002 als Walther von Stolzing, 2000-02 als Lohengrin, 2001-04 und 2006-07 als Siegmund in der »Walküre«, 2001 mit dem Tenor-Solo in Beethovens 9. Sinfonie, 2005-06, 2008-09 und 2011-12 als Tristan auf. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1998 als Stolzing und sang dann in der Folge den Des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, den Tristan, den Erik in »Der fliegende Holländer«, den Lohengrin, den Siegmund, den Florestan im »Fidelio«, den Kaiser in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss und den Tannhäuser. Gastspiele führten ihn an die Covent Garden Oper London (Walther von Stolzing, Boris in Janáceks »Katja Kabanowa«), an die Deutsche Oper Berlin (Parsifal, Walther von Stolzing, Florestan, Jim Mahoney), an die Staatsoper von München (Cavaradossi in »Tosca«, Walther von Stolzing, Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«) und an das Teatro Liceu Barcelona (Parsifal), auch an die Staatsoper von Hamburg und Dresden. 2001 sang er an der Münchner Staatsoper den Hermann in »Pique Dame«von Tschaikowsky und an der Staatsoper von Dresden den Walther von Stolzing. Sein US-Debüt gab er 2001 als Walther von Stolzing an der Oper von San Francisco. 2008 debütierte er als Tristan an der Metropolitan Oper New York, an der er 2011 auch den Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und den Pinkerton in »Madame Butterfly«, 2012 den Cavaradossi sang. An der Pariser Oper gastierte er 2009 als Paul in Korngolds »Die tote Stadt«, 2010 als Siegmund, 2013 als Radames in »Aida« und 2014 als Tristan. In seinem umfangreichen Repertoire für die Bühne fanden sich als weitere Partien der Manrico im »Troubadour«,  der Don Carlos von Verdi, der Don José in »Carmen«, der Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli, der Canio im »Bajazzo«, der Matteo in »Arabella« von R. Strauss, der Ägisth in dessen »Elektra«, der Max im »Freischütz«, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« und der Kardinal Albrecht in »Mathis der Maler« von Hindemith. 1990 wirkte er in Kassel in der deutschen Erstaufführung der Opern »The Aspern Papers« von Dominick Argento (als Aspern) mit. Als Konzertsänger trat er u.a. in Tokio und in Osaka (in Wagner-Konzerten), in der New Yorker Carnegie Hall (Missa solemnis von Beethoven) und in der Barbican Hall London (»The Dream of Gerontius« von E. Elgar) auf.

Schallplatten: Arte Nova/BMG (Wagner-Szenen).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.robertdeansmith.com/

 

2.5. Ralf GOTHÓNI wird 70

Der in Finnland geborene, zurzeit in Deutschland lebende Ralf Gothóni begann mit drei Jahren Violine und mit fünf Jahren Klavier zu spielen. 1967 trat er beim Jyväskylä Summer Festival als „Debütant des Jahres” auf. Seit dieser Zeit ist Ralf Gothóni als unglaublich vielseitiger Musiker international renommiert. Er trat als Pianist, Dirigent, Kammermusiker, Komponist, Buchautor und Professor internationaler Institutionen in Erscheinung. Gothóni gibt weltweit Konzerte als Solist und Dirigent, oft auch vom Klavier aus dirigierend. Er wird zu den bekanntesten Festivals eingeladen, darunter Salzburg, Berlin, Prag, Prades, Aldeburgh, Edinburgh, BBC Proms, La Roque de Antheron, Ravinia und Tanglewood. Als Orchestersolist spielte er u.a. zusammen mit den Symphonieorchestern von Chicago, Detroit und Toronto, den Berliner und Warschauer Philharmonischen Orchestern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Japan Philharmonic, dem English Chamber Orchestra. Als Kammermusiker tritt er regelmäßig auf bei den wichtigsten Kammermusikfestspielen. Ralf Gothóni war 2000-09 Chefdirigent des legendären English Chamber Orchestra, 2001–06 Music Director des Northwest Chamber Orchestra in Seattle, USA. Seit 2004 ist er auch erster Gastdirigent der Deutschen Kammerakademie, Neuss. 1995–2000 hatte er eine Position als erster Gastdirigent des Turku Philharmonic Orchestra. Das Zentrum für seine künstlerischen Tätigkeiten beruht heute mehr und mehr beim Dirigieren vom Klavier aus. In dieser Doppelrolle hat er auch mehrere Uraufführungen bestritten von Komponisten wie Srul Irving Glick, Einojuhani Rautavaara, Aulis Sallinen, Curtis Curtis-Smith und Sir John Tavener, dessen Pratirupa er in London uraufführte beim Festkonzert anlässlich Taverners sechzigstem Geburtstag. Ralf Gothóni war künstlerischer Leiter der Opernfestspiele von Savonlinna 1984–87, und er gründete in 1994 das „Forbidden City Music Festival” in Peking, dessen künstlerischer Leiter er 1996 und 1998 war. Weiter hat er Kulturverbindungen zwischen Ägypten und Finnland geschaffen („Musical Bridge Egypt-Finland” 2006, 2008, 2009, 2010). Seit 2009 ist er auch der künstlerischer Berater von Springlight Music Festivalin Helsinki. Weitere Projekte hat er in Südafrika und Israel unterstützt. Ralf Gothóni legt großen Wert auf die Ausbildung von jungen Musikern. Er ist künstlerischer Mentor der sommerlichen Musikakademie in Savonlinna. Professor für Kammermusik war er an der „Hochschule für Musik” in Hamburg 1986–96, an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin (1996–2000) sowie an der Sibelius Akademie in Helsinki 1992–2007. Seit 2006 ist er Professor an dem neugegründeten Instituto da Musica Camara, Reina Sofia in Madrid und ab 2010 Gastprofessor an der Musikhochschule in Detmold. Er gibt regelmäßig Meisterkurse weltweit und hat mehrmals am Steans Institute for Young Artists in Ravinia, Chicago gelehrt. In den letzten Jahren wurde er auch in die Jurys von wichtigsten Klavierwettbewerben eingeladen. Seine Discographie umfasst an die 100 Einspielungen für verschiedene Labels, darunter BIS, CPO, Decca, Deutsche Grammophon, EMI, Erato, Naxos und Ondine. Darunter sind seine vielbeachteten Schubert-Einspielungen, Benjamin Brittens Klavierkonzert mit dem ursprünglichen 3. Satz, das einstündige Klavierkonzert Choros XI von Villa-Lobos mit Sakari Oramo und dem Finnischen Radio-Sinfonieorchester sowie die Einspielung der beiden ersten Klavierkonzerte von Rautavaara mit dem Leipziger Rundfunkorchester und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (unter der Leitung von Max Pommer und Jukka-Pekka Saraste) besonders hervorzuheben. In den letzten Jahren hat er Musik von Aulis Sallinen und Alfred Schnittke aufgenommen. Zu den Kompositionen von Ralf Gothóni gehören drei Kammeropern, die Vertonung der chinesischen Zen-Erzählung Der Ochse und sein Hirte, die beim Label Ondine erschien, das Concerto Grosso für Violine, Klavier und Streicher sowie Kammermusik und Lieder. Sein erstes Buch The Creative Moment erschien 1998 in Finnland und wurde begeistert aufgenommen. Das zweite Buch Dreht sich der Mond? erschien in 2001. Ralf Gothóni hat für seine vielfältige Tätigkeit eine Reihe von Ehrungen erhalten. Besonders hervorzuheben sind eine der höchsten Auszeichnungen für klassische Musiker, der Gilmore Artist Award 1994 sowie die Schubert-Medaille vom Österreichischen Kultusministerium, der Ehrenpreis der Kulturstiftung Finnlands sowie der Orden Pro Finlandia.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.gothoni.com/de/frontpage/

 

3.5. Peter PIKL wird 70

 In Salzburg geboren, absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Akademie Mozarteum. Zahlreiche Engagements führten ihn z. B. nach Trier, Oberhausen, Lübeck, Wien, Klagenfurt, Salzburg und Hamburg. Er ist seit vielen Jahren auch als Regisseur tätig und inszenierte in Ulm, Kaiserslautern, Trier, Frankfurt und Klagenfurt. Seit 1996 ist er Intendant der Komödienspiele Porcia in Spittal an der Drau. An der Volksoper Wien stand Peter Pikl bereits als Kagler („Wiener Blut“), Baron Mirko Zeta („Die lustige Witwe“), Max Dettweiler („The Sound of Music“), Brannigan („Guys and Dolls“), Tschang („Das Land des Lächelns“) und Lloyd Harrison („Die Blume von Hawaii“)  auf der Bühne.

 

4.5. Mirella PARUTTO wird 80

Mirella PARUTOO als Fedra
Als „Fedra“

Sie debütierte Mitte der fünfziger Jahre und trat bald an den großen italienischen Opernbühnen auf. An der Mailänder Scala debütierte sie bereits 1956 als Priesterin in »Aida«; sie sang hier auch 1958 die Elena in »Mefistofele« von A. Boito und 1961 das Sopran-Solo im Requiem von Guido Pannain. Sie machte sich vor allem einen Namen als Abigaille in Verdis »Nabucco«, die sie u.a. 1959 am Teatro Carlo Felice in Genua, 1961 am Teatro Comunale Florenz und am Teatro Sociale Mantua, auch am Teatro Verdi in Pisa, am Teatro Massimo Palermo und am Teatro Verdi in Triest vortrug. Seit 1959 gastierte sie regelmäßig an der Oper von Rom (Debüt als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«), 1961 und 1962 am Teatro Regio Parma, am Teatro Fenice Venedig (1961 als Leonore im »Troubadour«, 1962 als Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell«), unternahm aber auch viele Auslandsgastspiele. 1960-63 trat sie in insgesamt zehn Vorstellungen an der Wiener Staatsoper auf (als Aida,als Leonore in »La forza del destino«,als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« und als Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano), 1963 am Teatro San Carlos Lissabon (als Leonore im »Troubadour«) und 1964 an der Oper von Straßburg (als Abigaille). 1963 sang sie bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom die Leonore in »La forza del destino«. Sie wechselte dann ins Mezzosopran-Fach und debütierte darin 1965 an der Oper von Rom; sie konnte sogleich an ihre bisherigen Erfolgeanknüpfen und trat an der Oper von Rom bis in die siebziger Jahre regelmäßig auf, als Marfa in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, als Ulrica in »Un ballo in maschera«, als Marie im »Wozzeck« von A. Berg und als Fedra in der Oper gleichen Namens von Pizzetti. Am Teatro Comunale Florenz hörte man sie 1966 als Principessa di Bouillon in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und als Ottavia in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea«, 1967 am Teatro Comunale Bologna als Adalgisa in »Norma«, 1969 am Teatro Fenice Venedig als Elena in »Mefistofele«. Fast alljährlich erschien sie bis 1972 am Teatro San Carlo Neapel, an dem sie als Santuzza in »Cavalleria rustican«, als Preziosilla in Verdis »La forza del destino« und als Federica in dessen »Luisa Miller« auftrat. Sie setzte ihre Karriere an den führenden italienischen Provinztheatern fort, u.a. am Teatro Massimo Cagliari, am Teatro Bellini Catania, am Teatro Petruzzelli Bari, am Teatro Municipale Piacenza und sang 1966 und 1972 bei den Festspielen in den Caracalla-Thermen die Amneris in »Aida«. 1968 erfolgte ihr US-Debüt an der Oper von Dallas als Giovanna in »Anna Bolena« von Donizetti; 1971 sang sie am Teatro Colón Buenos Aires die Eboli in Verdis »Don Carlos«. Gegen Ende ihrer Bühnentätigkeit übernahm sie dann auch Charakterrollen wie die alte Buryja in »Jenufa« von Janácek (Neapel 1982). Verheiratet mit dem italienischen Bariton Antonio Boyer (* 24.12.1932).

Sie betätigte sich im Ablauf ihrer gesamten Karriere (in beiden Stimmfächern) als Konzertsängerin. Zeitweilig trat sie auch unter dem Namen Mirella Parutto-Boyer auf.

Schallplatten: Historical Performances (Abigaille in »Nabucco«, Teatro Comunale Florenz 1959).

 

4.5. Gennadi ROSCHDESTWENSKI wird 85

Er ist der Sohn des Dirigenten Nikolaj Pawlowitsch Anossow und der Sängerin Natalja Petrowna Roschdestwenskaja. Gennadi Roschdestwenski absolvierte zunächst eine klassische Musikausbildung am Konservatorium Moskau. Durch seinen Vater bekam er die Grundzüge der Orchesterleitung vermittelt. 1951 gab er sein Debüt als Dirigent bei der Aufführung von Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Ballett Der Nussknacker im Bolschoi-Theater. Bis zum Anfang der 1960er Jahre arbeitete er als Assistent am Bolschoi-Theater und dirigierte verschiedene Ballette. 1960-74 leitete er das Rundfunk-Symphonieorchester der UdSSR. Roschdestwenski war der erste Dirigent, der Werke von Carl Orff, Paul Hindemith, Béla Bartók und Maurice Ravel in der Sowjetunion präsentieren durfte. Ab 1964 war er gleichzeitig Künstlerischer Direktor des Bolschoi. In der Folgezeit übernahm er die musikalische Leitung der Moskauer Kammeroper. Ab 1975 war er in Stockholm und London tätig. 1981-84 war er Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Ab 1991 leitete er die Stockholmer Philharmonie. 1994 wurde er Vorsitzender des künstlerischen Beirates des Bolschoi. 2000 wurde er wieder zum Künstlerischen Direktor des Bolschoi-Theaters berufen. Diesen Posten legte er 2001 nach nur einer Saison nieder, nachdem er scharfe Kritik für die Inszenierung der Prokofjew-Oper Der Spieler hatte einstecken müssen. Gennadi Roschdestwenski gilt als einer der bedeutendsten Interpreten russischer und zeitgenössischer sowjetischer Musik. Er führt unter anderem oft ausgedehnte Tourneen durch Europa, Japan und die USA durch. Er ist mit der Pianistin Viktoria Postnikova verheiratet.

 

5.5. Janusz MONARCHA wird 60

Janusz_Monarcha

Er studierte an der Musikhochschule in Breslau, war Preisträger mehrerer Wettbewerbe und erhielt sein erstes Engagement am Breslauer Opernhaus. 1986 kam er an die Wiener Kammeroper, ein Jahr später war er bereits Ensemblemitglied der Volksoper Wien, wo er u. a. Herr Reich (Die lustigen Weiber von Windsor), Colline (La Bohème), Magnifico (La Cenerentola), Publius (La clemenza di Tito) und die Titelpartie in Boris Godunow sang. Gastspiele führten ihn nach Frankreich, Monte Carlo, Ungarn und in die USA. Seit 1991 ist er Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und sang hier u. a. Fasolt (Das Rheingold), Oberpriester (Hérodiade), Zuniga (Carmen), König (Aida), Pope (Lady Macbeth von Mzensk), Lord Valton (I Puritani), Komtur (Don Giovanni), Albert (La Juive), Le Duc (Roméo et Juliette), Daland (Der fliegende Holländer), Geronte (Manon Lescaut), Colas (Bastien und Bastienne), Colline (La Bohème), Hobson (Peter Grimes), Basilio (Il barbiere di Siviglia), Kardinal Alfonso (Gesualdo), Oberpriester (Nabucco), Dorfrichter (Jenůfa), Bailli (Werther), Angelotti (Tosca), Reinmar von Zweter (Tannhäuser), Vanuzzi (Die schweigsame Frau), Warlaam (Boris Godunow), Mönch (Don Carlo), Rocco (Fidelio), Pistola (Falstaff), Lord Pitt/Totengräber (Der Riese vom Steinfeld), Pfarrer/Dachs (Das schlaue Füchslein).

 

5.5. Tom McKINNEY wird 70

Tom McKinney

 Nachdem er zunächst als Musiklehrer, dann als Kaufmann und schließlich als Zeitungsreporter gearbeitet hatte, kam es zum Gesangstudium bei Jay Froman in Houston (Texas), bei William Schahn in Lufkin, bei Seth Riggs in Hollywood und bei Keith Davis in New York. 1971 gewann er einen von der New Yorker Metropolitan Oper ausgeschriebenen Gesangwettbewerb und damit ein staatliches Studienstipendium. 1971 debütierte er an der Oper von Houston (Texas) als Schtschelkalow im »Boris Godunow«. Er konnte dann in den USA an den Opern von Houston und Cincinnati, von San Diego und San Francisco (1975 als Stefano in Donizettis »Le Convenienze ed Inconvenienze Teatrali«) erfolgreich auftreten und war auch in Europa – hier u.a. an der Wiener Volksoper und am Théâtre de la Monnaie Brüssel – zu Gast. Von seinen Bühnenpartien sind an erster Stelle der Pelléas in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Titelheld im »Don Giovanni«, der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Figaro in Rossinis »Barbier von Sevilla«, der Eugen Onegin in der gleichnamigen Tschaikowsky-Oper, der Titelheld in »Hamlet« von A. Thomas, der Belcore in Donizettis »L’Elisir d’amore«, der Hérode in Massenets »Hérodiade«, der Athanaël in dessen »Thaïs« (den er beim Wexford Festival sang), der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Ford in dessen »Falstaff« und der Mr. Peachum in »The Beggar’s Opera«zu nennen. 1972 wirkte er an der Oper von San Diego in der Uraufführung der Oper »Medea« von Henderson mit. Der in New York lebende Künstler hatte dazu eine erfolgreiche Konzertkarriere.

Schallplatten: Bongiovanni (»Alcide in Bivio« von Righini), Mitschnitte von Rundfunk- und Fernsehaufnahmen (u.a. »Thaïs« vom Wexford Festival).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.tommckinney.net/

 

6.5. Jane BERBIÉ wird 85

Jane Berbié,jpg

 Sie studierte Klavierspiel und Musiktheorie am Konservatorium von Toulouse, entschloss sich dann aber Sängerin zu werden. Beim Verlassen des Konservatoriums erhielt sie den Grand Prix du Conservatoire de Toulouse. Sie gewann mehrere Gesangwettbewerbe. 1954 fand ihr Bühnendebüt am Opernhaus von Toulouse als Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen« statt. Schon 1958 debütierte sie an der Mailänder Scala in »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel. An der Mailänder Scala gastierte sie dann 1971 als Rosina im »Barbier von Sevilla« und 1981 als Marcellina in »Le nozze di Figaro«. Seit 1959 trat sie an der Opéra-Comique Paris auf (Antrittsrolle: Mercédès in »Carmen«). Große Erfolge hatte sie dann seit 1959 beim Festival von Aix-en-Provence (1959 als 2. Dame in der »Zauberflöte«, 1969-70 in den Partien für Koloratur-Alt in Opern von Rossini). 1961 gastierte sie in Tokio. Ihr US-Debüt fand 1965 in der Carnegie Hall in New York in einer konzertanten Aufführung von Donizettis »Lucrezia Borgia« (als Orsini) statt mit Montserrat Caballé in der Titelrolle. Bei den Festspielen von Glyndebourne gastierte sie 1967-68 als Mirinda in »L’Ormindo« von Cavalli, 1969, 1971 und 1984 als Despina in »Così fan tutte«. Mit dem Ensemble des Glyndebourne Festivals gastierte sie beim Flandern Festival 1968 mit »L’Ormindo« und 1969 mit »Così fan tutte« sowie 1969 im Cuvilliers-Theater in München mit »L’Ormindo«. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1966 und 1985-86 die Mercédès, 1973-75, 1979-80 und 1987-88 die Marcellina in »Le nozze di Figaro« sowie 1988 die Cathérine in »Jeanne d’Arc au bûcher« von Honegger. 1969 Mitwirkung in der englischen Premiere von Roussels »Padmâvati« am Coliseum Theatre London. Weitere Gastspiele an der Miami Opera (1969), an der Oper von Monte Carlo (1971 als Zerline im »Don Giovanni«), an der Covent Garden Oper London (1971 Debüt als Rosina), an der Staatsoper von Wien (1977-78 als Marcellina), an der Oper von Köln (1986) und in München. Auch an der Grand Opéra Paris hatte sie eine große Karriere; dort hörte man sie bis 1993 u.a.als Marcellina, als Dorabella in »Così fan tutte«, als eines der Blumenmädchen im »Parsifal«, als Zerline im »Don Giovanni«, als Annina im »Rosenkavalier«, als Emilia in Verdis »Otello«, als Wellgunde im »Rheingold«, als Angelina in »La Cenerentola«, als Schäferin in Ravels »L’Enfant et les sortilèges«, als Mercédès, als Mrs. Pennimann in »L‘Héritière« von Jean-Michel Damase, als alte Buryja in »Jenufa« von Janácek, als Auntie in »Peter Grimes« von B. Britten und als Marthe im »Faust« von Gounod. Am Grand Théâtre Genf sang sie 1975 die Rosina im »Barbier von Sevilla«, 1981 die Taven in »Mireille« von Gounod und 1984 die Boulotte in »Barbe-Bleue« von Offenbach. Am 8.4.1987 nahm sie hier an der Uraufführung der Oper »La Forêt« von Rolf Liebermann (als Oulita) teil. Am Théâtre des Champs-Élysées Paris sang sie 1989 die Annina im »Rosenkavalier«, am Teatro San Carlos Lissabon im gleichen Jahr die Marquise in »La Fille du Régiment«. Zu den Höhepunkten in ihrem Bühnenrepertoire zählten noch die Concepcion in »L’Heure espagnole« von Ravel, der Cherubino in »Le nozze di Figaro« und der Ascanio in »Benvenuto Cellini« von Berlioz. Sie trat gern in Travestierollen auf, wie sie denn überhaupt als hervorragende Darstellerin galt. Auch als Konzertsängerin hervorgetreten.

Die Stimme der Künstlerin erscheint auf Philips in einer vollständigen Aufnahme der Oper »Benvenuto Cellini« von Berlioz, auf Eurodisc singt sie die Mercédès in »Carmen«, weiter auf Decca (Despina in »Così fan tutte«, Marcellina in »Le nozze di Figaro«), HMV (»L’Enfant et les sortilèges« von Ravel, »Fra Diavolo«), Vox, CBS (»Il Turco in Italia« von Rossini), MRF (»Padmâvati« von Roussel aus London, 1969) und CBC (»Cendrillon« von Massenet).

 

7.5. Nicholas HYTNER wird 60

Er studierte Englisch an der Trinity Hall in Cambridge. Nach Abschluss des Studiums wandte er sich als Regisseur dem Theater zu. 1989 bekam er seinen ersten Preis für seine Arbeit, dem London Evening Standard Theatre Award und demLondon Critics‘ Circle Theatre Award für Miss Saigon und Getto, verliehen. 1993 wurde Hytner mit dem Laurence Olivier Theatre Award für Carousel ausgezeichnet. Nachdem er bereits 1991 für einen Tony Award nominiert war, erhielt er ihn 1994 für seine Musicalumsetzung von Carousel. Seit September 2003 ist Nicolas Hytner Direktor des Londoner National Theatre. Im Bereich des Musiktheaters schuf er Inszenierungen für die Kent Opera, das Wexford Festival, die English National Opera und das Royal Opera House Covent Garden in London, die Pariser Oper, das Grand Théâtre Genf, das Glyndebourne Festival, die Bayerische Staatsoper München und die Metropolitan Opera in New York. Hytner wurde im Jahre 2010 in den Ritterstand erhoben.

 

7.5. Roderick KENNEDY wird 65

Roderick KENNEDY

 Er ergriff zuerst einen kaufmännischen Beruf, studierte aber seit 1974 in London bei Otakar Kraus und begann seine Bühnenkarriere 1976 an der Covent Garden Oper London. Hier übernahm er Rollen wie den Kuno im »Freischütz«, den Ratcliffe in »Billy Budd« von B. Britten, den Angelotti in »Tosca« und den Ashby in Puccinis »La Fanciulla del West«. In England sang er seit 1978 bei der English National Opera London und an der Welsh Opera Cardiff, bei den Festspielen von Aldeburgh (den Spinelloccio in »Gianni Schicchi« von Puccini), Wexford (1979 den Gran Sacerdote in »La Vestale« von Spontini) und Edinburgh (1980 den Doktor im »Wozzeck« von A. Berg). An der Scottish Opera Glasgow sang er 1981-87 den Gremin in »Eugen Onegin« von Tschaikowski, den Nourabad in »Les pêcheurs de perles«, Notte in Cavallis »L‘Egisto«, den Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, den Sprecher in der »Zauberflöte«,  den Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Sparafucile im »Rigoletto«, den Tierbändiger und den Athleten in »Lulu« von A. Berg und den Ramfis in »Aida«. Auch außerhalb seiner englischen Heimat kam er zu wichtigen Erfolgen; so sang er 1981 an der San Francisco Opera den Doktor in »Wozzeck« von Alban Berg (zugleich sein US-Debüt), an der Deutschen Oper Berlin 1984 den Arkel in »Pelléas et Mélisande«, bei den Wiener Festwochen den Tolomeo in »Giulio Cesare« von Händel, den er dann auch in der Saison 1985-86 am Opernhaus von Zürich vortrug. An der Oper von Chicago war er 1985 als Capellio in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini und als Zoroastro in »Orlando« von Händel zu Gast. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang er 1981 den Minister im »Fidelio«, 1983 die Stimme Neptuns in Mozarts »Idomeneo«, 1983 den Alidoro in »La Cenerentola« von Rossini, 1984 den Theseus in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, 1984 den Liberto und 1986 den Seneca in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. Bei der Glyndebourne Touring Opera sang er 1983 den Rocco im »Fidelio«. 1987 sang er in Genf den Publio in Mozarts »La clemenza di Tito«, 1988 beim Maggio Musicale von Florenz den Swallow in Benjamin Brittens »Peter Grimes«. An der Londoner Covent Garden Oper trat er 1988 als Fasolt im »Rheingold« und bereits 1977 in der Uraufführung von »The Ice Break« von M. Tippett auf. 1990 sang er an der Oper von Rom in »Le Comte Ory« von Rossini, am Teatro Fenice Venedig in »Lulu« von A. Berg, beim Festival von Aix-en-Provence 1991 in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten. 1993 gastierte er an der Pariser Oper als Dikoj in Janáceks »Katja Kabanowa«. 1999 gastierte er am Teatro Massimo Palermo als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg. 2001 hörte man ihn am Teatro Massimo Palermo in »Lulu« von A. Berg (als Tierbändiger und als Athlet). Auch als Konzertsänger erfolgreich, so sang er 1985 im Wiener Konzerthaus die Titelrolle in Händels »Hercules«.

Schallplatten: Teldec (Der Messias), BB (»La forza del destino« von Verdi), CBS (»Die sieben Todsünden« von K. Weill); auf Castle-Video »La Cenerentola« und »L’Incoronazione di Poppea« aus Glyndebourne.

 

7.5. Barbara DANIELS wird 70

Barbara Daniels

 Sie begann ihr Gesangstudium, zunächst als Mezzosopran, an der Ohio State University, ging dann aber nach Cincinnati, wo sie zum Sopran umgeschult wurde. Hier war sie u.a. Schülerin der berühmten Dirigenten Thomas Schippers und James Levine, des Bassisten Italo Tajo und der Pädagogin A. Marková. 1971 erwarb sie ihr Diplom als Opernsängerin. Sie sang bereits 1973 bei der West Palm Beach Opera die Susanna in »Le nozze di  Figaro« und 1974 an der Cincinnati Opera die Musetta in »La Bohème«. Nach einem ersten Engagement am Landestheater Innsbruck 1975-76 (Debüt als Fiordiligi in »Così fan tutte«) sang sie 1976-78 am Staatstheater Kassel, wo sie als Manon von Massenet und als Liu in Puccinis »Turandot« Aufsehen erregte. 1978-84 war sie am Opernhaus von Köln engagiert, wo sie als Elisetta in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, als Martha in der gleichnamigen Oper von Flotow, als Micaela in »Carmen«, als Musetta und als Alice Ford im »Falstaff« von Verdi auftrat. Seit 1978 war sie oft an der Covent Garden Oper London zu hören (Musetta, Donna Elvira im »Don Giovanni«, Rosalinde in der »Fledermaus«, Alice Ford). 1979 gastierte sie in Washington als Norina im »Don Pasquale«, Sie gastierte an der Oper von San Francisco 1980 als Zdenka in »Arabella«, 1982 als Liu und 1983 als Micaela; auch an der Staatsoper Hamburg, an der Grand Opéra Paris (1983 als Rosalinde und 1991 in der Titelrolle von Puccinis »Manon Lescaut«). An der New Yorker Metropolitan Oper trat sie 1983-96 in insgesamt 119 Vorstellungen auf: als Musetta (Antritssrolle), als Traviata, als Thérèse in »Les mamelles de Tirésias« von F. Poulenc, als Rosalinde, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Minnie in »La Fanciulla del West«, als Nedda in »Pagliacci« und als Alice Ford. Am Teatro Liceu Barcelona und an der Oper von Denver als Gast aufgetreten. In Zürich sang sie die Gräfin Adèle in »Le Comte Ory« von Rossini, in Perugia in »Mosè in Egitto« vom gleichen Meister (konzertante Aufführung). 1984-85 hörte man sie an der Oper von Köln und bei den Festspielen von Schwetzingen als Agrippina in der gleichnamigen Oper von Händel. 1987 Gastspiel an der Oper von Rom als Musetta, 1988 am Teatro Regio Turin als Traviata. Weitere Gastspiele: 1989 an der Oper von Chicago als Alice Ford, 1990 am Landestheater Innsbruck als Jenufa von Janácek, 1991 in Dallas als Marguerite im »Faust« von Gounod. 1981-93 hörte man sie an der Wiener Staatsoper in insgesamt 37 Vorstellungen als Rosalinde, als Traviata, als Alice Ford, als Micaela, als Musetta, als Manon Lescaut von Puccini und als Butterfly. 1992 gastierte sie an der Chicago Opera als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, an der Deutschen Oper Berlin (und 1996 an der Hamburger Staatsoper) als Rosalinde, 1995 in Sydney als Tosca, in Santa Fé und am Opernhaus von Bonn als Minnie, die sie auch 1995 beim Puccini Festival in Torre del Lago sang. 1997 sang sie am Opernhaus von Philadelphia, in Cincinnati und in Baltimore die Alice Ford. 2000 gastierte sie an der Oper von Nizza als Minnie. Als große Konzert- und Oratoriensängerin präsentierte sie sich bei Auftritten in Perugia, in Zürich und Berlin (Missa solemnis von Beethoven), beim Maggio Musicale von Florenz und bei vielen anderen Gelegenheiten.

Schallplatten: DGG (Musetta in Puccinis »La Bohème«), HMV (Szenen aus »Faust« von Gounod), HMV-Electrola (wieder als Musetta in »La Bohème«); DGG-Video (»La Fanciulla del West«).

 

7.5. Gabriel CHMURA wird 70

In Israel aufgewachsen, studierte er Klavier und Komposition an der Music Academy von Tel Aviv. Sein Dirigierstudium begann er bei Pierre Dervaux in Paris und setzte es fort bei Prof. Hans Swarowsky in Wien und bei Franco Ferrara in Siena. 1971 gewann er dann den 1. Preis des Herbert von Karajan Wettbewerbs in Berlin, sowie die Goldene Medaille des Cantelli Wettbewerbs an der Scala/Mailand. Diese Erfolge öffneten ihm den Weg zu einer internationalen Karriere. 1974 wurde er der jüngste Generalmusikdirektor Deutschland in Aachen. Diese Position hielt er bis 1982 und wurde dann Leiter der Bochumer Sinfoniker. 1987 wurde er dann zum Music Director des National Arts Centre Orchesters in Ottawa ernannt. Sein Operndebüt in München hatte er 1974 mit Otello und wurde daraufhin sofort wieder eingeladen zu einer Carmen Premiere. Außerdem dirigierte er auch an den Opernhäusern in Straßburg, Barcelona und dem Châtelet in Paris. Mit seinem National Arts Centre Orchestra hat er den Da Ponte Mozart Zyklus aufgeführt. Ab der Saison 2001-02 übernahm er die Leitung des Nationalen Radio Sinfonie Orchesters des Polnischen Rundfunks Katowice. Er schloss einen mehrjährigen Vertrag mit der britischen Plattenfirma Chandos ab, um die Musik des polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg aufzunehmen. Die Kritik begrüßte die ersten drei Einspielungen mit höchstem Lob. Seine Einspielung von Schuberts Lazarus mit dem Stuttgarter Radio Orchester sowie Hermann Prey und Edith Mathis bei Orfeo, brachte ihm die Auszeichnung des Grand Prix de Disque Mondial de Montreux. Mit dem National Arts Centre Orchestra nahm er Haydns 6., 7., und 8. Symphonie ( Matin, Midi, Soir) für CBC auf, was ihm den Titel: The best choice from the American Record Guide, sowie eine Canadian JUNO Award Nominierung einbrachte. Nach dem großen Erfolg der ersten beiden Weinberg CDs für Chandos (Symphonie Nr. 5 und Sinfonietta Nr. 1, sowie die Symphonie Nr. 4, Sinfonietta Nr. 2 und der Rhapsody on Moldavian Theme) erschien nun in 2008 die 14.& 16. Symphonie bei Chandos .

Weitere Informationen auf seiner Homepage. http://www.chmura.cc/

 

7.6. Ernesto GAVAZZI wird 75

 Gesangstudium am Konservatorium der Stadt Mailand bei Bruno Carmassi und in der Opernschule der Mailänder Scala bei Vladimiro Badiali. Bühnendebüt 1971 in Treviso als Nemorino in »L’Elisir d’amore« von Donizetti. Seine Karriere spielte sich hauptsächlich an den großen italienischen Theatern ab; sehr erfolgreich gestalteten sich Auftritte an der Mailänder Scala, an der er 1971-2001 eine Vielzahl von zunächst größeren, später aber kleineren und mittleren Partien sang, darunter den Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, den Telemaco in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, den Edoardo in Rossinis »La cambiale di matrimonio«, den Valerio in Cimarosas »Il marito disperato«, den Lampenanzünder in Puccinis »Manon Lescaut«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Federico in C. E. Solivas »La Testa di Bronzo«, den Don Curzio wie den Basilio in »Le nozze di Figaro«, den Liederverkäufer in Puccinis »Il tabarro«, den Giocondo in Rossinis »La Pietra del Paragone«, den Arturo wie den Normanno in »Lucia di Lammeroor«, den Pang wie den Pong in Puccinis »Turandot«, den Remendado in »Carmen«, den Caronte in Luigi Rossis »L‘Orfeo«, den Boten in »Aida«, den Goro in »Madame Butterfly«, den Mr. Triquet in »Eugen Onegin«, den Abdallo in »Nabucco«, den Cassio in Verdis »Otello«, den Apollo in Glucks »Alceste«, den Barbarico in Verdis »I due Foscari«, den Parpignol in »La Bohème«, den Rodolfo in Rossinis »Wilhelm Tell«, den Hauptmann in »Simon Boccanegra«, den Don Eusebio in Rossinis »L’Occasione fa il ladro«, den Abate wie den Poisson in »Adriana Lecouvreur«, den Danieli in Verdis »I Vespri Siciliani«, den Kunz Vogelgesang in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Tschekalinski in Tschaikowskis »Pique Dame«, den Chevalier in Rossinis »Le Comte Ory«, den Trin in »La fanciulla del West«, den Uldino in Verdis »Attila«, den Serrano in Rossinis »La donna del lago«, den Anichino in Bellinis »Beatrice di Tenda«, den Beppe im »Bajazzo«, den Desiré in Giordanos »Fedora«, den Dr. Cajus in Verdis »Falstaff«, den Prunier in Puccinis »La Rondine«, den Selimo in Rossinis »Maometto II«, den Borsa im »Rigoletto«, Wagner/Nereo in Boitos »Mefistofele«, den Federico in Verdis »Stiffelio«, den Gherardo in »Gianni Schicchi«, den Isepo in Ponchiellis »La Gioconda«, den Zio Vezinet in Nino Rotas »Il cappello di paglia di Firenze«,  den Kuzka in Mussorgskys »Chowanschtschina«, den Trabuco in »La forza del destino«, den Spoletta in »Tosca« und den Ruiz im »Troubadour«. Gastspiele u.a. am Théâtre de la Monnaie Brüssel. 1989 sang er beim Rossini Festival in Pesaro den Don Eusebio,  1997 beim Festival von Ravenna den Uldino.  Er sang vor allem lyrische, aber auch Charakter- und Buffo-Partien, darunter mit Vorliebe Aufgaben aus dem Bereich des klassischen Belcanto: den Elvino in Bellinis »La Sonnambula«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« von Rossini, den Don Ramiro in »La Cenerentola« und den Zefirio in »Il Viaggio a Reims« von Rossini (eine Partie, die er auch in den denkwürdigen Premieren dieser lange vergessenen Oper 1984 in Pesaro und 1985 an der Mailänder Scala sang).

Schallplatten: DGG (Lampenanzünder in »Manon Lescaut« von Puccini, Zefirio in »Il Viaggio a Reims«), Decca (Harvey in »Anna Bolena« von Donizetti), HMV (»I Vespri Siciliani« von Verdi, Trabucco in Verdis »La forza del destino«, Don Curzio in »Le nozze di Figaro«), EMI (Flavio in »Norma«); Virgin-Video (Goro in »Madame Butterfly«), Videoland Wien (»Attila« von Verdi).

 

8.5. Marie SLORACH wird 65

Marie Slorach im Schmuck der Madonna in Wexford

In „Schmuck der Madonna“

 Sie absolvierte 1971-74 ihr Gesangstudium an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow. 1979 wurde sie Preisträgerin bei einem internationalen Gesangwettbewerb in Sofia. Bereits seit 1976 gehörte sie der Scottish Opera Glasgow an (Debüt als Zerline im »Don Giovanni«) blieb deren Mitglied bis 1981 und trat auch danach bis 1990 immer wieder bei dieser Gesellschaft als Gast auf. Von den vielen Partien, die sie dort gesungen hat, verdienen Erwähnung: die Musetta in »La Bohème«, die Titelrolle in Rimski-Korssakows »Der goldenen Hahn«, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Gretel in »Hänsel und Gretel«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Aneska in Smetanas »Zwei Witwen«, die Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, die Liu in »Turandot«, die Mimi in »La Bohème«, die Gouvernante in »The Turn of the Screw« von B. Britten, die Fiordiligi in »Così fan tutte« (die sie auch bei der holländischen Operngesellschaft Forum in Enschede sang), die Witwe in einer szenischen Aufführung des Oratoriums »Elias« von Mendelssohn-Bartholdy,die Jenifer in »The Midsummer Marriage« von M. Tipppett und die Cassandra in »Les Troyens« von Berlioz. Beim Wexford Festival gastierte sie 1981 als Maliella in Wolf-Ferraris »I Gioielli della Madonna« und 1985 als Vendulka in »Hubicka« (»Der Kuss«) von Smetana, bei den Festspielen von Aix-en-Provence 1978 in »Dido and Aeneas« von Purcell, bei der English National Opera London sang sie seit 1983 u.a. die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Lisa in »Pique Dame« und die erste Dame in der »Zauberflöte«, bei der Opera North Leeds seit 1981 die Fiordiligi, die Micaela in »Carmen«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« und 1989 die Ellen Orford in »Peter Grimes«. Bei der Glyndebourne Touring Opera gastierte sie 1982 als Donna Anna im »Don Giovanni«, 1985 als Elettra in Mozarts »Idomeneo« und 1986 als Amelia in »Simon Boccanegra« von Verdi. Die letztgenannte Partie sang sie 1987 auch an der Australian Opera Sydney. 1985 Opernaufführungen mit verschiedenen englischen Gesellschaften und Konzertauftritte, bei denen sie ein umfangreiches Repertoire vortrug, kennzeichneten ihre weitere Karriere. Sie war verheiratet mit dem Tenor Peter Bodenham (1951-2015).

Schallplatten: HMV (»Armida« von Gluck).

 

8.5. Rumiana MASCHDRAKOVA wird 75

 Sie war an der Musikhochschule von Sofia Schülerin von G. Tscherkin, in Wien von Maria Brand. 1966 wurde sie Preisträgerin beim Concours von Karlovy Vary (Karlsbad); 1967 debütierte sie am Opernhaus von Leipzig in der Rolle der Leonore im »Troubadour« von Verdi. Sie kam dann zu einer bedeutenden Karriere an der Nationaloper von Sofia. Aus ihrem Repertoire für die Bühne verdienen ihre Santuzza in »Cavalleria rusticana«, ihre Amelia im »Maskenball« von Verdi, ihre Alice Ford in dessen »Falstaff«, ihre Leonore im »Troubadour«, ihre Senta in »Der fliegende Holländer«, ihre Tosca, ihre Salome in der bekannten Richard Strauss-Oper und ihre Antonia in »Hoffmanns Erzählungen« Erwähnung. Gastspiele an bulgarischen Bühnen, in Leipzig wie an den Vereinigten Bühnen Krefeld-Mönchengladbach. Verheiratet mit dem Dirigenten Dimitar Rustscheff.

Schallplatten: Balkanton.

 

10.5. Der mexikanische Tenor Flavio BECERRA wird 70

 

11.5. John PRYCE JONES wird 70

Biographie des britischen Dirigenten auf Englisch: http://www.naxos.com/person/John_Pryce_Jones/31821.htm

 

12.5. Anthony NEWMAN wird 75

 Informationen über den amerikanischen Dirigenten auf seiner Homepage: http://anthonynewmanmusician.org/

 

13.5. Jukka RASILAINEN wird 60

Jukka RASILAINEN

Gesangstudium bei Tina Scapini-Rella in Rom, dann an der Sibelius-Akademie Helsinki (Gesang und Stimmbildung) und im Opernstudio der Nationaloper Helsinki. 1983 erregte er erstes Aufsehen bei den Festspielen von Savonlinna in der Partie des Leporello im »Don Giovanni«, 1984 sang er in Lahti den Basilio im »Barbier von Sevilla«. 1985-86 gehörte er dem Opernstudio des Opernhauses von Zürich an. 1986 folgte er einem Ruf an das Opernhaus von Dortmund, an dem er bald eine sehr erfolgreiche Karriere hatte. Hatte er zunächst Partien aus dem Charakter- und dem seriösen Bass-Repertoire gesungen, so vollzog er allmählich den Übergang ins Heldenbariton-Fach. Aus dem Repertoire dieser Jahre sind zu nennen: der Zaccaria in Verdis »Nabucco«, der Ferrando im »Troubadour«, der Galitzky in »Fürst Igor« von Borodin und der Wozzeck von A. Berg. 1990 sang er in Karlsruhe und Ludwigshafen den Commendatore und den Masetto im »Don Giovanni« als Doppelrolle, 1991 am Vinohradské-Theater Prag den Leporello. Er war in der Spielzeit 1991-92 an den Vereinigten Theatern von Krefeld und Mönchengladbach engagiert (Scarpia in »Tosca«, Amonasro in »Aida«, Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, Balstrode in »Peter Grimes« von Benjamin Britten). Danach schloss er Gastverträge mit den Staatsopern von Dresden (1992 Kaspar im »Freischütz«, 1995 Don Pizarro im »Fidelio« und Kurwenal in »Tristan und Isolde«, 1996 Orest in »Elektra« von R. Strauss und Don Giovanni, 1997 Scarpia, 1998 Amonasro und Michele in Puccinis »Il Tabarro«, 1999 Mandryka in »Arabella« und Orest in »Elektra« von R. Strauss, 2001 Jochanaan) und Hamburg, der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (1991 vier dämonische Rollen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1993 Mandryka, 1997 Falstaff von Verdi und Scarpia, 1998 Jochanaan) und der Deutschen Oper Berlin ab. 1992-2006 trat er an der Staatsoper von Wien in insgesamt 13 Vorstellungen als Fliegender Holländer, als Jochanaan, als Kaspar, als Wotan in der »Walküre« und als Wanderer im »Siegfried«auf. Im weiteren Ablauf seiner Karriere hörte man ihn auch an den Staatsopern von Berlin (1993 als Fliegenden Holländer) und München (Mandryka). An der Oper von Helsinki übernahm er 1996 den Wotan im »Rheingold«. Bei den Festspielen von Savonlinna sang er 1997-98 den Tonio im »Bajazzo«, am Opernhaus von Helsinki den Wotan in der »Walküre«. 1998 gastierte er in einer konzertanten »Parsifal«-Aufführung in der Royal Festval Hall London als Amfortas. An der Pariser Oper gastierte er 1999 als Amfortas, 2005 als Kurwenal und 2008 als Förster in Janáceks »Das schlaue Füchslein«. 2000 hörte man ihn am Nationaltheater von Mannheim als Wanderer, am Opernhaus von Zürich als Wotan im »Rheingold«, 2001 in der »Walküre«. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 2005 den Fliegenden Holländer, 2006-07 den Amfortas, 2008-09 und 2011-12 den Kurwenal, 2011 und 2015 den Telaramund »Lohengrin«.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.rasilainen.com/

 

14.5. John HALL wird 60

Seine Ausbildung erfolgte an der Birmingham School of Music und am Royal College of Music London, wo Frederick Sharp sein Lehrer war. Er sang bei der Gesellschaft Opera 80 den Basilio im »Barbier von Sevilla« und den Bartolo in »Le nozze di Figaro« und gastierte mit dem Ensemble des English Bach Festival an der Covent Garden Oper London und bei den Festspielen von Athen. Beim Glyndebourne Festival trat er 1981 als Lakai in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1984 als Welko in »Arabella« von R. Strauss und 1987-88 als Dr. Grenvil in »La Traviata« auf, beim der Glyndebourne Touring Opera 1982 als Masetto im »Don Giovanni«, 1983 als Leandre in »L’Amour des trois oranges« von Prokofjew, 1984 als Figaro in »Le nozze di Figaro«, 1985 als Quince in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, 1989 als Basilio im »Barbier von Sevilla«, 1990 als Rocco im »Fidelio«, 1992 als Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinski, 1992 und 1996 als Antonio in »Le nozze di Figaro«. 1986sanger beim Gastspiel der Glyndebourne Touring beim Hongkong Arts Festival den Masetto. 1985 Gastspiel am Théâtre Chatelet Paris in »Der goldene Hahn« von Rimsky-Korssakow. An der Opera North Leeds sang er 1986 in »Les Troyens« von Berlioz und in »Madame Butterfly«, später in »Tosca«, »Carmen«, »Maskarade« von C. Nielsen und den Leporello im »Don Giovanni«, an der Kent Opera 1989 in Monteverdis »Ulisse«, beim Almeida Festival 1989 in der Uraufführung der Oper »The Golem« von John Casken. 1991 übernahm er an der Covent Garden Operden Mitschuka im »Boris Godunow«, an der English National Opera London 1992 zwei Partien in »Il ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi. Höhepunkte in seinem Konzertrepertoire waren Vaughan Williams »Serenade to Music« (London, 1987), Solopartien im »Messias« von Händel und im »Elias« von Mendelssohn.

Schallplatten: Virgin (»The Golem« von J. Casken).

 

14.5. Helen FIELD wird 65

Helen FIELD

 Ausbildung zur Sängerin am Northern College of Music in Manchester und am Royal College of Music London bei Ruth Packer. Vervollständigung ihrer Ausbildung in Deutschland. Sie hatte ihre ersten großen Erfolge seit 1977 bei der Welsh Opera Cardiff, an der sie 1976 als Eurydice in der Offenbach-Operette »Orpheus in der Unterwelt« debütierte; hier sang sie u.a. Partien wie die Musetta in Puccinis »La Bohème«, die Gilda im »Rigoletto«, die Marzelline im »Fidelio«, die Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Füchsin in Janáceks »Das schlaue Füchslein« und die Titelfigur in »Jenufa« vom gleichen Komponisten. 1981 wirkte sie hier in der englischen Erstaufführung der Oper »Griechische Passion« von B. Martinu als Katerina mit. An der Scottish Opera Glasgow gastierte sie 1979-2001 als 1. Dame in der »Zauberflöte«, als Füchsin in Janáceks »Das schlaue Füchslein«, in der Titelpartie von Janáceks »Katja Kabanowa« und als Salome von R. Strauss. Bei der Glyndebourne Touring Opera sang sie 1980 die Mimì in »La Bohème«. Sie debütierte 1982 an der Covent Garden Oper London als Emma in Mussorgskys »Chowanschtschina«. In der Spielzeit 1982-83 erregte ihre Gilda bei der English National Opera London Aufsehen. Dort sang sie dann auch die Jennifer in Michael Tippetts »A Midsummer Marriage« zum 80. Geburtstag des Komponisten und die Marguerite im »Faust« von Gounod, 1988 die Pamina in der »Zauberflöte« und die Traviata. 1983 wirkte sie bei einem Gastspiel der English National Opera im Haus der New Yorker Metropolitan Oper als Gilda mit. An der Opera North Leeds hörte man sie 1985 als Traviata, 1987 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1989 als Manon von Massenet, 1991 als Donna Anna im »Don Giovanni«. 1982 zu Gast bei der Niederländischen Oper Amsterdam in »The Turn of the Screw« von B. Britten und an der Oper von Köln als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«. 1986 sang sie die Desdemona in Verdis »Otello« bei der Welsh Opera, 1987 die gleiche Partie am Théâtre de la Monnaie Brüssel und übernahm an der Opera North die Titelrolle in der englischen Erstaufführung der Richard Strauss-Oper »Daphne«. An der Oper von Houston/Texas sang sie am 27.10.1987 in der Uraufführung der Oper »New Year« von M. Tippett. Bei den Festspielen von Schwetzingen trat sie 1990 als Gouvernante in B. Brittens »The Turn of the Screw« auf, beim Glyndebourne Festival 1990 als Jo Ann in M. Tippets »New Year«, an der English National Opera 1990 als Traviata und als Herzogin von Parma in »Doktor Faust« von Busoni, an der Welsh Opera 1991, an der Berliner Staatsoper 1993 als Butterfly. 1994 sang sie bei der Opera North Leeds die Magda in »La Rondine« von Puccini. 1994 wirkte sie bei der Glyndebourne Touring Opera in Glyndebourne in der Uraufführung der Oper »The Second Mrs. Kong« von H. Birtwistle (als Pearl) mit, 1996 beim Edinburgh Festival in der von »Inés de Castro« von James MacMillan (in der Titelrolle). 1997 trat sie beim Garsington Festival als Aithra in »Die Ägyptische Helena« von Richard Strauss auf, 1998 sang sie die Hermione in der gleichen Oper im neuen Festspielhaus in Baden-Baden, 1999 an der Opéra de Wallonie Lüttich die Jenufa. Beim Santa Fé Opera Festival trat sie 1999 als Salome in der Oper gleichen Namens von R. Strauss auf. 2000 sang sie an der Nationaloper Dublin die Titelrolle in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. Gleichzeitig entfaltete sie eine internationale Karriere als Konzertsängerin.

Schallplatten: Supraphon (»Griechische Passion« von B. Martinù), HMV (Gilda im »Rigoletto«, »Osud« von Janácek), Decca (»A Village Romeo and Juliet« von Fr. Delius), Chandos (Stabat mater von Rossini, »Hiawatha« von C. Taylor, Gilda im »Rigoletto«), Chandos/Koch (Mila in »Osud« von Janácek).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.helenfield.co.uk/

 

14.5. Viktor FORTIN wird 80

Er war nach Absolvierung der Pflichtschule zuerst Gärtnerlehrling, dann Gärtnergehilfe im elterlichen Betrieb. Nebenbei war er Tanzmusiker mit einer eigenen Band. 1956 begann er ein Musikstudium am Konservatorium Graz. Fünf Jahre später maturierte er an der Arbeitermittelschule Graz und absolvierte Lehrbefähigungsprüfungen in Klavier, Fagott und Blockflöte. Daraufhin unterrichtete er Musik an diversen steirischen Musikschulen. 1965/66 absolvierte er Lehramtsprüfungen in Musik und Deutsch und wurde Gymnasiallehrer an verschiedenen Schulen in der Steiermark. In diesen Jahren betätigte er sich immer zunehmender als Komponist, Blockflöter, Klavierbegleiter und Dirigent eigener Werke. In den folgenden Jahren erhielt er zahlreiche Lehraufträge in Formenlehre, Musikanalyse, Partiturspiel und auch Methodik und Didaktik des Musikunterrichts an Höheren Schulen. Die Ernennung zum Hochschulprofessor (entspricht dem heutigen Universitätsprofessor) für Blockflöte und ein Lehrauftrag für Formenlehre und Musikanalytik erfolgte im Jahre 1979. Nebenbei setzte er sein Studium der Musikwissenschaft an der Universität Wien fort. Sein Doktorat in Musikwissenschaft und Germanistik erlangte er 1985. In den 90er Jahren wurde er zum Präsidenten des Steirischen Tonkünstlerbundes gewählt und das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark wurde ihm verliehen. Immer zunehmender feierte er nationale und internationale Erfolge als Komponist. Zu seinen wichtigsten künstlerischen Tätigkeiten zählen zahlreiche Konzerte mit eigenen Chansons am Klavier begleitend mit Monique Johannsen und Wolfgang Müller-Lorenz und die Komposition der Kirchenoper Franz Jägerstätter (fertiggestellt im Jahr 2006). Fortin lehrte bis 2004 an der Kunstuniversität Graz.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.fortin.at/

 

15.5. Jane Leslie MacKENZIE wird 60

Jane Leslie MacKENZIE

Sie erhielt ihre Ausbildung an der University of Victoria und bei Frances Adaskin, dann 1978-81 in der Peter Pears School in London und trat zuerst als Konzertsolistin in England wie in Nordamerika auf. Sie wurde Preisträgerin bei Gesangwettbewerben in Kanada und beim Belvedere-Concours in Wien; sie sang in der Londoner Elizabeth Hall zusammen mit dem Stockholmer Bach-Chor, beim Festival von Aldeburgh, in der Wigmore Hall London und 1984 bei den Promenade Concerts in London. Als Opernsängerin debütierte sie 1983 bei der Kent Opera in England als Donna Elvira im »Don Giovanni« und sang dann 1984 bei der English National Opera London die Gräfin in »Le nozze di Figaro« und die Marzelline im »Fidelio«. Bei der Scottish Opera Glasgow trat sie 1986 als Micaela in »Carmen« und 1988 als Pamina in der »Zauberflöte« auf, bei der Opera North Leeds als Pamina, bei der Welsh Opera Cardiff 1987 als Mimi in »La Bohème«. An der Opera North sang sie auch die Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, die Fiordiligi in »Così fan tutte« und die Anne Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky. In ihrer kanadischen Heimat hörte man sie 1986 am Theater von Vancouver als Pamina, 1988 alsGouvernante in Brittens »The Turn of the Screw«.

 

15.5. Elfriede HÖBARTH wird 65

Elfriede Höbarth

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium der Stadt Wien, nachdem sie zuvor als Büroangestellte gearbeitet hatte. 1978 erfolgte ihr Debüt an der Staatsoper von Wien (Najade in »Ariadne auf Naxos«), an der sie eine schnelle, erfolgreiche Karriere entwickelte, nachdem man sie dort als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« gehört hatte. Sie blieb bis 1983 Mitglied der Wiener Staatsoper, an der sie noch bis 1991 gastweise auftrat (als Tebaldo in Verdis »Don Carlos«, als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, als eine der Novizinnen in »Suor Angelica« von Puccini, als Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, als Susanna in »Figaros Hochzeit«, als Adele in der »Fledermaus«, als 1. Engel in »Palestrina« von H. Pfitzner, als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, als eines der Blumenmädchen im »Parsifal« und als Sophie im »Rosenkavalier« von R. Strauss). Gastspiele trugen ihr an den Staatsopern von München und Hamburg, am Opernhaus von Frankfurt a.M. und an der Oper von Nancy große Erfolge ein. 1981 Gastspiel an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg als Sophie. Sie blieb diesem Haus wie auch dem Staatstheater Wiesbaden, der Münchner und der Hamburger Staatsoper verbunden. In Hamburg wirkte sie 1983 in der Premiere der Oper »Amadis de Gaula« von J. Chr. Bach mit. 1984 sang sie bei den Bayreuther Festspielen eines der Blumenmädchen im »Parsifal«. 1987 war sie am Stadttheater von Bern (Schweiz) als Sophie zu Gast. Brillant geführter Koloratursopran, der die größten Schwierigkeiten des Ziergesangs mühelos und sicher meisterte. Neben ihrer Bühnenlaufbahn hatte sie auch als Konzertsängerin große Erfolge. Seit 1982 trat sie unter dem Namen Elfie Hobarth auf. Verheiratet mit dem Pianisten und Korrepetitor Frank Fanning.

Schallplatten: HMV-Electrola (Fiakermilli in vollständiger »Arabella«), Decca (Konzertarien von Mozart), Ariola-Eurodisc (Giannetta in »L’Elisir d’amore«), Hänssler-Verlag (»Amadis de Gaula« von J. Chr. Bach), Ariola-Eurodisc (»Der Zarewitsch« von F. Lehár).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://elfiehoebarth.net/

 

15.5. Anna Maria ALBERGHETTI wird 80

Anna Maria ALBERGHETTI

 Ihr Vater war als Cellist wie als Opernsänger (Bariton) tätig gewesen; ihre stimmliche Begabung zeigte sich bereits im Kleinkindesalter. Sie war Schülerin ihres Vaters und gab mit sechs Jahren 1942 ihr erstes öffentliches Konzert, bei dem sie italienische Opernarien vortrug. Neunjährig gewann sie einen Gesangwettbewerb in Mailand. Seit 1945 hatte sie glänzende Erfolge bei Konzertreisen in Italien. 1949 konzertierte sie in Stockholm, Oslo und Kopenhagen, sie bereiste England und Frankreich und 1950 Nordamerika. Ein triumphales Konzert 1950 in der New Yorker Carnegie Hall bezeichnet zugleich den Höhepunkt wie den Ausklang der Konzertkarriere dieses Wunderkindes. Nach 1950 wandte sie sich mehr und mehr der Unterhaltungsmusik zu und wirkte auch in einigen Filmen mit (u.a. »The Stars are Singing« mit Lauritz Melchior, 1953). 1961 erschien sie in einem Musical »Carneval« von B. Merrill. – (Wahrscheinlich war sie doch vier Jahre älter als seitens ihrer Eltern angegeben wurde).

Einige Aufnahmen auf amerik. Decca und auf Mercury (Monica in »The Medium« von Menotti) bewahrten uns die Stimme dieses seltsamen Phänomens in der Geschichte der Gesangskunst; auf der Marke Capitol erschienen später Aufnahmen von Unterhaltungsliedern; Video Artists International (»The Medium«).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.annamariaalberghetti.net/

 

17.5. Philippe BOESMANS wird 80

 Er studierte Klavier am Königlichen Konservatorium Lüttich (Conservatoire Royal de Liège). Als Komponist ist Philippe Boesmans ein Autodidakt. Seine ersten Kompositionen stammen aus dem Jahre 1960, nachdem ihn Kontakte mit Pierre Froidebise, Henri Pousseur, Célestin Deliège (1922–2010) und André Souris (1899–1970) hierzu anspornten. Seit 1985 ist er Hauskomponist der Brüsseler Oper La Monnaie, in deren Auftrag er mehrere Opern komponierte. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn mit dem Regisseur Luc Bondy (1948–2015), der vier Opernstoffe für ihn adaptierte und danach die Uraufführungen inszenierte.

Seine Werke stehen regelmäßig auf den Programmen der einschlägigen Festivals, so in Darmstadt, Warschau, Zagreb, Brüssel, Royan, Metz und Avignon.

 

19.5. Álvaro MALTA wird 85

Álvaro MALTA

 Er wurde in seiner Vaterstadt Lissabon ausgebildet und hatte Mitte der fünfziger Jahre dort am Teatro San Carlos auch sein Bühnendebüt. Nachdem er anfänglich in kleineren Partien aufgetreten war, übernahm er die großen Rollen seines Stimmfachs, wobei es sich oft um darstellerisch ausgeprägte Partien handelte wie den Figaro in »Le nozze di Figaro«, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Basilio im »Barbier von Sevilla«, den Mephisto im »Faust« von Gounod, die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« oder den Klingsor im »Parsifal«. Dazu brachte er jedoch in seiner Karriere, die bis 1984 dauerte, viele weitere Partien zum Vortrag, darunter den Commendatore im »Don Giovanni«, den Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, den Wurm in »Luisa Miller« von Verdi, den Monterone im »Rigoletto«, den Ramfis wie den König in »Aida«, den Pistol in Verdis »Falstaff«, den Colline in »La Bohème«, den Timur in »Turandot« von Puccini, den Cirillo in »Fedora« von Giordano, den Comte des Grieux in Massenets »Manon«, den Bailli im »Werther« vom gleichen Komponisten und den Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky. Er trat als Gast auch im Ausland (u.a. in Italien und Frankreich) auf und gastierte beim Wexford Festival der Jahre 1977-79 als Phanuël in »Hérodiade« von Massenet, als Tommaso in »Tiefland« von E. d’Albert und als Archibaldo in »L’Amore dei tre Re« von Montemezzi.

Schallplatten: HMV (»La Traviata«, Mitschnitt einer Aufführung von 1958 mit Maria Callas in der Titelrolle).

 

19.5. Éric TAPPY wird 85

Eric Tappy als Pelleas mit Nicolas Christou als Golaud
Als Pélleas mit Nicolas Christou als Golaud

Seine Lehrer waren Fernando Carpi in Genf, Ernst Reichert in Salzburg und Eva Liebenberg in Hilversum, nachdem er ursprünglich den Beruf eines Schullehrers ausgeübt hatte. 1959 begann er seine Karriere, und zwar zunächst ausschließlich als Konzertsänger (Debüt in Straßburg als Evangelist in der Johannespassion von Bach). Bühnendebüt 1964 an der Opéra-Comique von Paris als Titelheld in der Oper »Zoroastre« von Rameau. Er sang in der Folgezeit an der Niederländischen Oper in Amsterdam, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an den Opern von Bordeaux, Lyon, Marseille, Straßburg und Toulouse, an der Hamburger Staatsoper, an den Opern von Köln (1972 Tamino in der »Zauberflöte«), Monte Carlo, Lissabon und San Francisco (1975 und 1981 Nerone in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi, 1977 Titelpartie in Mozarts »Idomeneo«), bei den internationalen Festspielveranstaltungen von Aix-en-Provence und im schwedischen Drottningholm. Er sang 1966 bei den Festspielen von Herrenhausen die Titelrolle in Monteverdis »L’Orfeo«. Am Grand Théâtre von Genf, an dem er 1963-80 als ständiger Gast auftrat (als Siebel im »Faust« von Gounod, als Lerma in Verdis »Don Carlos«, als Jacquino im »Fidelio«, als Alfred in der »Fledermaus«, als Ferdinand in Frank Martins »Der Sturm«, als Paris in Offenbachs »La Belle Hélène«, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe«, als Ferrando in »Così fan tutte«, als Pelléas in »Pelléas et Mélisande«, als Henry Higgins in dem Musical »My Fair Lady«, als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, als Titelheld in Offenbachs »Orphée aux Enfers«, als Don Ramiro in »La Cenerentola«, als Alwa in A. Bergs »Lulu«, als Lenski in »Eugen Onegin«, als Lazuli in Chabriers »L‘Etoile« und als Pylade in Glucks »Iphigénie en Tauride«), wirkte er in Uraufführungen von Opern von Frank Martin (23.4.1963 »Monsieur de Porceaugnac«), Walter Weideli (15.6.1964 »Le Banquier sans visage«) und Darius Milhaud (13.6.1966 »La mère coupable« als Léon) mit. Er sang hier auch in der Schweizer Erstaufführung der Oper »Dialogues des Carmélites« von Francis Poulenc 1969 den Chevalier de la Force. 1973-74 sang er an der Covent Garden Oper London u.a. die Titelrolle in »La clemenza di Tito« von Mozart. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man ihn bereits 1970 in einem Kirchenkonzert, dann 1977-78 in der Titelrolle der geistlichen Barock-Oper »Il Sant‘ Alessio« von Stefano Landi, 1978-80 als Tamino, 1978 in einem Mozart-Konzert und 1980 in »Roméo et Juliette« von Berlioz. 1978 sang er den Titelhelden in Mozarts »Idomeneo« in Chicago; an der Oper von Lyon in der Barockoper »L’Ormindo« von Cavalli, 1980 in Rom in »La clemenza di Tito« von Mozart aufgetreten. Im Konzertsaal kreierte er 1962 in Bern »Soliloquia« von Klaus Huber, 1959 in Genf »Le Mystère de la Nativité« von Frank Martin, 1965 in Basel das Oratorium »Flut« von R. Kelterborn, 1973 in Lausanne das Requiem von Frank Martin. Er sang in Operettenaufführungen, zum Teil als Partner von Teresa Stich-Randall. Bedeutender Interpret von Partien in Opernwerken der Barock-Epoche; zu seinen weiteren Glanzrollen ist der Titelheld in »Oedipus Rex« von Strawinsky zu rechnen. Große Bedeutung als Konzertsänger. 1981 gründete er das »Atelier d’interprétation vocale et dramatique de l’Opéra de Lyon«, das er seitdem leitete. 1982 gab er seine Karriere auf. Seit 1984 wirkte er als Pädagoge am Conservatoire von Genf.

Schallplatten der Marke Erato, darunter die vollständigen Opern »L’Orfeo« und »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi, »Zoroastre« von Rameau, »Pelléas et Mélisande« von Debussy, auch »Die Schöpfung« von J. Haydn; geistliche Musikwerke in der Edition Schwann; sang auf RCA in den »Jahreszeiten« von Haydn und den Tamino in der »Zauberflöte«, auf Disco Jecklin in »Le Vin herbé« von F. Martin, auf Philips in »L’Enfance du Christ« von Berlioz, auf DGG in »La clemenza di Tito«, auf Melodram den Jacquino im »Fidelio«; DGG-Video (»La clemenza di Tito«), Decca-Video (»L’Incoronazione di Poppea«).

 

20.5. Berthold POSSEMEYER wird 65

Berthold_Possemeyer

Er studierte an der Musikhochschule Köln und war Schüler von Josef Metternich und Franz Müller-Heuser. Nachdem er bei Gesangwettbewerben in s’Hertogenbosch (1974), Leipzig (1976) und München (1981) Preise davongetragen hatte, kam er zunächst zu einer Konzertkarriere. Dabei zeichnete er sich als Oratorien- wie als Liedersänger aus und gastierte u.a. in Paris und New York, in Jerusalem und Turin, in Hamburg und Venedig. 1978 begann er dann seine Bühnenkarriere am Staatstheater von Oldenburg, ging aber 1979 an das Opernhaus von Essen. Hier sang er Partien wie den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Titelhelden in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, den Silvio im »Bajazzo« und den Zaren in »Zar und Zimmermann« von Lortzing. Bis 1984 war er am Essener Opernhaus verpflichtet und sang anschließend 1984-86 am Theater im Revier Gelsenkirchen. Später lebte er in Wiesbaden und ging einer ausgedehnten Gastspieltätigkeit, vor allem im Konzertbereich, nach.

Schallplatten: Ariola-Eurodisc (Geistliche Vokalmusik), Carus-Verlag (Bach-Kantaten und geistliche Musik von Mendelssohn), Edition Schwann (Mozart-Messen), Aulos (Choralpassion von Distler), Amati(Werke von Telemann), Fono (Johannespassion von J.S. Bach; Hymnen, Psalmen und geistliche Lieder; Lieder von Schubert, R. Schumann und Hans Pfitzner).

 

22.5. Amalia PINI wird 100

 Sie erhielt ihre Ausbildung in Bologna und Rom. Bühnendebüt 1939 an der Oper von Rom als eine der Nornen in der »Götterdämmerung«. Bereits 1940 wurde sie für eine Schallplattenaufnahme der Oper »L’Amico Fritz« von Mascagni, zusammen mit dem berühmten Tenor Ferruccio Tagliavini, ausgewählt. In den Spielzeiten 1941-42 und 1942-43 trat sie an der Mailänder Scala, u.a. als Beppe in Mascagnis »L’Amico Fritz«, auf. 1939-60 war sie fast alljährlich an der Oper von Rom zu hören (u.a. 1941 in der Uraufführung der Oper »Ecuba« von Gian Francesco Malipiero, 1953 in der von »La Luna di Cairibi« von A. Lualdi); sie sang bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom 1945 und 1952 die Amneris in »Aida«, 1953 die Lola in »Cavalleria rusticana« und die Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli, 1955 wieder die Lola (diese auch 1956) und die Marta in »Mefistofele« von Boito, 1957 die Preziosilla in »La forza del destino« und die Madelon in »Andrea Chénier« von Giordano, 1959 die Maddalena im »Rigoletto« und 1960 nochmals die Lola. Beim Maggio Musicale von Florenz trat sie 1948 als Marfa in Mussorgskis »Chowanschtschina«, 1952 als Ragonde in »Le Comte Ory« von Rossini auf, am Teatro Comunale Florenz 1948 als Marfa und als Amneris, 1957 in »La figlia di Jório« I. Pizzetti und 1961 als Tod in »Le Rossignol« von Strawinsky. Am Teatro Politeama Genua hörte man sie 1940 als Maddalena und als Lola, am Teatro Carlo Fenice Genua 1956 als Marcellina in »Le nozze di Figaro«, am Teatro Fenice Venedig 1949 als Marfa, 1953 als Marcellina und als Wirtin im »Boris Godunow«. 1949 erschien sie am Teatro Fenice Venedig als Partnerin der großen Maria Callas in der »Walküre« von R. Wagner, 1950 zusammen mit der gleichen Sängerin am Teatro Grande von Brescia in Verdis »Aida«. Am Teatro Comunale Piacenza gastierte sie 1950 als Ulrica in »Un ballo in maschera« von Verdi, am Theater von Reggio Emilia 1948 und am Teatro Comunale Modena 1955 als Carmen, am Teatro Politeama Garibaldi Palermo 1951 als Ulrica, eine Rolle die sie auch 1948 und 1955 am Teatro Comunale Bologna übernahm. Weitere Auftritte am Teatro Massimo Palermo (1956 als Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Preziosilla, 1958 als Adele in Bellinis »Il Pirata«), am Teatro Nuovo Turin (1963 als Rossweiße in der »Walküre«) und am Teatro San Carlos Lissabon (1958). 1952 gab sie in Holland ein Rundfunkkonzert. 1954 sang sie am Teatro San Carlo Neapel in der Uraufführung der Oper »I Pescatori« von Jacopo Napoli. Auf der Bühne gestaltete die Künstlerin ein weitreichendes Rollenrepertoire, aus dem noch die Marina im »Boris Godunow« zu nennen ist.

Sie wirkte in drei integralen Opernaufnahmen auf Cetra mit: in »L’Amico Fritz« von Mascagni, in »Il trionfo dell’onore« von Scarlatti und als Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff«. Auf Cetra-Opera Live erschien eine »Nabucco«-Aufnahme zusammen mit Maria Callas, auf HMV als Margherita in »Mefistofele« von Boito zu hören.

 

23.5. Ingeborg HALLSTEIN wird 80

Ingeborg Hallstein

Sie erhielt ihre gesamte Ausbildung durch ihre Mutter, die Sopranistin Elisabeth Hallstein. 1956 debütierte sie am Stadttheater von Passau als Musetta in Puccinis »La Bohème«. 1958-59 war sie am Stadttheater von Basel engagiert. Seit 1959 trat sie sehr erfolgreich am Theater am Gärtnerplatz in München auf und wurde 1961 Mitglied der Staatsoper von München, an der sie als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« debütierte und seitdem eine große Karriere hatte. Sie sang dort 1969 in der Uraufführung von »Aucassin und Nicolette« von G. Bialas. Seit 1960 wirkte sie bei den Festspielen von Salzburg mit. Hier sang sie 1960 die Rosina in »La finta semplice« von Mozart, 1967 die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, 1968 die Titelrolle in »Zaide« von Mozart und wirkte am 6.8.1966 in der Uraufführung der Oper »Die Bassariden« von H.W. Henze als Proserpina (Autonoe) mit. In den Jahren 1961, 1966-67 und 1969 trat sie bei den Salzburger Festspielen in Mozart-Konzerten auf und gab 1968 einen viel beachteten Liederabend. Gastspiele führten die Sängerin an die Wiener Staatsoper (1961-67 als Königin der Nacht, als Sophie im »Rosenkavalier« und als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«), an die Covent Garden Oper London (als Königin der Nacht) und nach Südamerika, so 1962 an das Teatro Colón Buenos Aires. Weitere Gastspiele an den Staatsopern von Hamburg, Stuttgart und Dresden, an den Opernhäusern von Köln,Frankfurt a.M., Karlsruhe, Mannheim und Kassel, in Rom, Venedig, Paris, Brüssel, Kopenhagen, Stockholm, Genf, Zürich, Amsterdam, Montreal und Ottawa. 1962 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des neu renovierten Theaters an der Wien die Königin der Nacht unter H. von Karajan. Von ihren vielen Bühnenpartien seien hier noch genannt: die Fiordiligi wie die Despina in »Così fan tutte«, die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Norina im »Don Pasquale«, die Frau Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, die Marie in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, das Ännchen im »Freischütz«, die Gilda im »Rigoletto«, die Traviata, die Nedda im »Bajazzo«, die Adele in der »Fledermaus« wie weitere interessante Aufgaben im Bereich der Operette. Dazu hatte sie eine ebenso erfolgreiche Karriere als Konzert-, Oratorien- und Liedersängerin. 1964 erregte sie großes Aufsehen, als sie bei der Uraufführung der Solo-Kantate »Being Beauteous« von H.W. Henze diese schwierige Koloraturpartie innerhalb von 24 Stunden einstudierte. Sie gehörte zu den beliebtesten Sängerinnen, die im deutschen Fernsehen auftraten. Seit 1981 Professorin an der Musikhochschule Würzburg. Hervorragendschöner, technisch brillant geführter Koloratursopran; auf der Bühne wurde auch das darstellerische Talent der Künstlerin bewundert.

Schallplatten: DGG (»Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, Querschnitt »Zar und Zimmermann«), Ariola-Bertelsmann, BASF (Lied-Aufnahmen), Eurodisc (Szenen aus Operetten, vollständige Operette »Im weißen Rößl« von Benatzky, »Abu Hassan« von Weber), HMV (Marzelline im »Fidelio«), Movimento Musica (Königin der Nacht in der »Zauberflöte«), Acanta (»Die lustige Witwe«), Verona (»Xerxes« von Händel).

 

23.5. Petr ALTRICHTER wird 65

 Studiert hat er Horn und Dirigieren am Konservatorium von Ostrava sowie am JAMU bei Richard Týnský, Otakar Trhlík u.a. 1976 gewann er den 2. Preis sowie den Sonderpreis beim internationalen Dirigierwettbewerb in Besançon. Mit diesem Erfolg begann seine internationale Karriere. 1997 wurde Altrichter Assistenz-Kapellmeister der Brünner Philharmoniker, mit welchen ihn seither eine enge Beziehung verbindet; seit 2002 ist er deren Generalmusikdirektor. 1987 arbeitete er erstmals mit den Prager Symphonikern zusammen und wurde 1990 deren Chefdirigent. Seit 1993 ist er zudem Chefdirigent der Südwestdeutschen Philharmonie in Konstanz. Der tschechische Dirigent hat mit zahlreichen internationalen Orchestern zusammengearbeitet und ist regelmäßig Gast bei den bedeutenden Festivals. In den letzten Jahren widmete er sich besonders intensiv dem Repertoire der Komponisten seiner Heimat, sei das Antonín Dvorák, Leos Janácek oder Bohuslav Martinu. Diese führte er hauptsächlich in Großbritannien mit führenden Orchestern auf. Sein britisches Debüt gab Altrichter 1990 am Pult der Prager Symphoniker beim Edinburgh Festival, drei Jahre später erfolgte sein Debüt in London mit dem English Chamber Orchestra. Sein Durchbruch erfolgte 1994 mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dessen Chefdirigent er 1997-2001 wurde. Mit diesem Orchester trat er 2000 bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall auf und nahm diverse preisgekrönte Einspielungen für das orchestereigene Label «RLPO live» auf. In Großbritannien dirigierte Altrichter außerdem das BBC Symphony Orchestra, das Royal Scottish National Orchestra sowie das London Philharmonic Orchestra.

24.5. Jean-Philippe COURTIS wird 65

Jean-Philippe_Courtis

Der französische Künstler begann zunächst eine Ausbildung als Oboist und Dirigent, nahm dann aber das Gesangstudium am Conservatoire de Paris auf und wurde 1978 in die École d’Art Lyrique aufgenommen. 1980-99 trat er an der Grand Opéra Paris in vielen kleineren und mittleren, gelegentlich auch in größeren Rollen auf (u.a. als Lamoral in »Arabella« von R. Strauss, als Basilio im »Barbier von Sevilla«, als Zuniga in »Carmen«, als Plutone in Monteverdis »L‘Orfeo«, als Benoit in »La Bohème«, als Marquis de la Force wie als Monsieur Javelinot in Poulencs »Dialogues des Carmélites«, als Marchese d’Obigny in »La Traviata«, als Arkel in »Pelléas et Mélisande«, als Mesner in »Tosca«, als Simone in »Gianni Schicchi«, als Don Inigo Gomez in »L’Heure Espagnole« von Ravel, als Commendatore im »Don Giovanni«, als Mephisto im »Faust« von Gounod, als Monterone im »Rigoletto«, als Bartolo in »Le nozze di Figaro« und als Balducci in »Benvenuto Cellini« von Berlioz), seit 1983 auch an der Opéra-Comique. 1979 sang er beim Festival von Aix-en-Provence den Schmidt in Massenets »Werther«, 1980 den Nino in Rossinis »Semiramide«, 1985 den Truffaldino in »Ariadne auf Naxos« von R.Strauss. 1981-83 gastierte er am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Basilio im »Barbier von Sevilla« und als Arkel, 1989 als Gessler im »Wilhelm Tell« von Rossini, 1985 auch am Théâtre Châtelet Paris als Arkel, 1987-88 in der gleichen Partie an der Oper von Lyon, 1987 und 1989-90 am Opernhaus von Bordeaux, 1988 in Nizza, 1989 in Nantes (einmal mehr als Arkel). 1987-88 war er am Opernhaus von Montpellier zu hören, 1990 ebenfalls in Montpellier in der Wiederaufführung der Oper »Berenice« von A.Magnard als Mucien. Es folgten Gastspielauftritte an der Staatsoper von Hamburg (1987), am Grand Théâtre Genf (1987-2001), am Theater von Bonn (1988, 1990-91), am Opernhaus Köln (1992 als Arkel), an der Opéra du Rhin Straßburg (1990 als Don Giovanni), an der Niederländischen Oper Amsterdam (1989 als Enrico in »Anna Bolena« von Donizetti), an der Oper von Monte Carlo (als Don Inigo Gomez), an der Staatsoper Wien (1991 als Arkel), am Théâtre de la Monnaie Brüssel, am Teatro Massimo Palermo (1993 als Phorcas in »Esclarmonde« von Massenet), an den Opernhäusern von St. Étienne und Rouen. 1990 wirkte er bei der Eröffnungsvorstellung der neu erbauten Opéra Bastille Paris in »Les Troyens« von H. Berlioz als Narbal mit; am 24.11.1990 sang er bei der Eröffnung des Théâtre Berlioz in Montpellier den St. Bris in Meyerbeers »Hugenotten«. Er nahm an mehreren Uraufführungen von Opern teil: 1982 sang er am Théâtre des Champs-Élysées den König in »Ondine« von Jean-Yves Daniel-Lesure, 1983 an der Grand Opéra den Frère Bernard in »Saint Francois d’Assise« von O.Messiaen, 1988 an der Grand Opéra Mélibées Vater in »La Célestine« von Maurice Ohana, 1987 am Grand Théâtre Genf den Malfortune in »La Forêt« von Liebermann, 1988 in Montpellier in »Les Noces de Sang« von Chaynes, am 13.3.1997 am Théâtre Châtelet Paris den Wim Kosowitch in »60e parallèle« von Philippe Manoury. Am 29.5.1993 wirkte er in der Eröffnungsvorstellung der neuen Oper von Lyon in der Uraufführung der Oper »Rodrigue et Chimène« von Debussy/Denissow in der Rolle des Don Diège mit. Weitere Bühnenpartien des Sängers waren der des Grieux-père in Massenets »Manon« und der Titelheld in »Don Quichotte« vom gleichen Komponisten. 1994 sang er in der Festvorstellung aus Anlass der Vollendung des Ärmel-Kanal-Tunnels am Théâtre Impérial in Compiegne den Falstaff in »Le Songe d’une nuit d’été« von A.Thomas, 1995 bei den Festspielen von Martina Franca den Creon in Cherubinis »Medée«, in Houston/Texas den Frère Laurent in »Roméo et Juliette« von Gounod. 1997 sang er an der Pariser Opéra-Comique den Gaveston in »La Dame blanche« von Boieldieu, am Opernhaus von Marseille den Ramon in »Mireille« von Gounod, 1998 in Lyon den Isménor in »Dardanus« von Rameau, an der Berliner Staatsoper den Arkel, 1999 in Amsterdam den Zuniga. 1999 gastierte er am Teatro Real Madrid als Bailli im »Werther« von Massenet, 2001 an der Niederländischen Oper Amsterdam als Somarone in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz.. Bedeutend auch als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger.

Schallplatten: Philips (»Carmen«, »Les pêcheurs de perles« von Bizet), HMV (»Oedipe« von Enescu), Erato (»Le Roi d’Ys« von Lalo), Cybelis (»Saint Francois d’Assise« von O. Messiaen), DGG (Arkel in »Pelléas et Mélisande«, Isménor in »Dardanus« von Rameau), Opus (»Applausus« von J.Haydn), EMI (»Samson et Dalila« von Saint-Saëns, Bailli in »Werther«, »Hérodiade« und »Esclarmonde« von Massenet, »La Muette de Portici« von Auber), Cascavelle (»Mireille« von Gounod), Erol (»Marie Magdeleine« und »Eve« von Massenet), Decca (»Les Troyens« von Berlioz), Nuova Era (Créon in »Médée« von Cherubini), Accord (Lothario in »Mignon« von A. Thomas), Hänssler/Naxos (»Golgotha« von Frank Martin), MDG/Naxos (Lukas-Passion von Kr. Penderecki)..

 

24.5. Nina HAZUCHOVÁ wird 90

Nina_Hazuchova

Sie war Absolventin des Konservatoriums von Bratislava (Preßburg) und debütierte 1946 an der Slowakischen Nationaloper in Bratislava als Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Während dreißig Jahren blieb sie Mitglied dieses Hauses, bei dessen Publikum sie sehr beliebt war. Sie sang in dieser langen Zeit Partien wie die Azucena im »Troubadour«, die Amneris in »Aida«, die Carmen, die Eboli im »Don Carlos« von Verdi, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, dazu das gesamte russische und tschechische Repertoire ihres Stimmfachs. Gastspiele und Konzertreisen führten sie in die Musikzentren der Sowjetunion, Ungarns, der DDR, Westdeutschlands, Österreichs, Jugoslawiens, Polens, Belgiens, sogar nach Ägypten, in die Mongolei und in die Volksrepublik China. Oftmals zu Gast am Nationaltheater Prag wie am Opernhaus von Brno (Brünn). Auch als Konzertsängerin in einem umfassenden Repertoire aufgetreten.

Aufnahmen auf der Marke Supraphon.

 

25.5. Yaron WINDMÜLLER wird 60

Yaron_Windmuller

Er studierte zuerst in Tel Aviv Malerei und Klavierspiel, verlegte sich dann aber auf die Ausbildung seiner Stimme, die an der Musikhochschule München durch Ernst Haefliger und durch Malcolm King in Brüssel stattfand. Dann gehörte er für zwei Jahre dem Opernstudio der Bayerischen Staatsoper München an. 1982 debütierte er in London in der Oper »Armide« von Gluck und trat in Israel als Solist mit dem Israel Philharmonic Orchestra auf. 1986-92 war er Ensemblemitglied des Staatstheaters am Gärtnerplatz München und gab von dort aus Gastspiele an deutschen wie an ausländischen Theatern. 1992 gastierte er an der Oper von Frankfurt a.M. als Trinity Moses in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, 1993 am Stadttheater von Augsburg als Orpheus von Gluck. Sein Opernrepertoire reichte vom Titelhelden in »Dido and Aeneas« von Purcell über den Grafen in »Figaros Hochzeit«, den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Don Giovanni, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Wolfram im »Tannhäuser«, den Marcello in Puccinis »La Bohème« bis zu Partien in zeitgenössischen Opern wie dem Werther in »Die Leiden des jungen Werthers« von Hans-Jürgen von Bose und dem Kaspar in »Die Zaubergeige« von Werner Egk. Neben seiner Tätigkeit im Bereich der Oper brachte ereine zweite Karriere als Konzertsänger, sowohl in Oratorienpartien wie als Lied-Interpret, zur Entwicklung; er sang im Konzertsaal wie am Rundfunk unter der Leitung führender Dirigenten. In besonderer Weise widmete er sich dem zeitgenössischen Musikschaffen; so kreierte er die »Fünf Lorca-Gesänge« von Hans-Jürgen Bose und wirkte in der konzertanten Uraufführung der Oper »Die Matratzengruft« von Günter Bialas in der Partie des Heinrich Heine mit (1993). 1993 unternahm er eine Deutschland-Tournee mit dem Liederzyklus »Die schöne Magelone« von J. Brahms, sang in Antwerpen die Biblischen Lieder von Dvorák und in Berlin in der Kantate »Das dunkle Reich« von H. Pfitzner. An der New Israeli Opera Tel Aviv wirkte er 1995 in der Uraufführung der Oper »Josef« von J. Tal mit, 1996 sang er am Staatstheater von Braunschweig den Wozzeck von A. Berg.1997 sang er am Stadttheater von Augsburg den Wozzeck von A. Berg, am 20.6.1998 am Opernhaus von Bonn die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Mottke der Dieb« von Bernd Franke. 2000 gastierte er beim New Zealand Festival in Wellington als Paolo in »Simon Boccanegra« von Verdi.

Schallplatten: Orfeo (Lieder von V. Ullmann, Lieder von W. Rihm, Lieder von Gouvy), CPO (»Das dunkle Reich« von Hans Pfitzner), Koch/Schwann (»Verklungene Feste« von Richard Strauss), Edition Zeitklang (Klavierlieder moderner Komponisten).

 

25.5. Mari KRIKORIAN wird 70

 Sie studierte zuerst in der Musikschule ihrer Heimatstadt Varna, wo sie 1971 ihr Examen ablegte, dann seit 1972 am Nationalkonservatorium von Sofia. Ergänzende Studien 1977 in einem Kurs bei James King in Wien. 1980 gewann sie einen Belcanto-Wettbewerb im belgischen Ostende. 1976 debütierte sie am Opernhaus von Varna als Adalgisa in »Norma« von Bellini. Sie blieb bis 1983 als erste Sopranistin an diesem Haus engagiert und folgte dann einem Ruf an die Nationaloper von Sofia. Hier kam sie zu einer sehr erfolgreichen Karriere und sang u.a. die Norma von Bellini, die Aida, die Leonore im »Troubadour« von Verdi, die Odabella in dessen »Attila«, die Leonore in »La forza del destino«, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Desdemona im »Otello«, die Mimi in »La Bohème«, die Butterfly, die Tosca, die Liu in Puccinis »Turandot«, die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Titelfigur in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky und die Jaroslawna in Borodins »Fürst Igor«. Auch als Konzert- und Oratoriensängerin trat sie in einem umfangreichen Repertoire vor ihr Publikum. Sie gastierte in Prag und Budapest, bereiste Russland, Armenien, Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Österreich, Griechenland, Indien und Mexiko. Sie wurde 1984 zur Bulgarischen Nationalkünstlerin ernannt. Im bulgarischen Fernsehen trat sie u.a als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« auf (1993). 1993 gab sie sehr erfolgreiche Konzerte in Los Angeles. Im Konzertsaal erschien sie in einem ebenfalls sehr reichhaltigen Repertoire, aus dem nur die Requiem-Messen von Verdi, Donizetti und Mozart, das Deutsche Requiem von Johannes Brahms, das Oratorium »Christus« von F. Liszt und die Vertonungen des Stabat mater von Pergolesi und Rossini genannt seien.

Schallplatten der Marke Balkanton (Opernrecital mit Arien von Bellini, Verdi und Puccini; vollständige Oper »Attila« von Verdi), Editon Jade (Chants Liturgiques Arméniens, 1992 in Frankreich aufgenommen).

 

25.5. Włodzimierz DENYSENKO wird 85

WŁODZIMIERZ-DENYSENKO

 Er ergriff den Beruf eines technischen Konstruktionszeichners, wurde dann aber Schüler des Gesangspädagogen Waclaw Brzezinski in Warschau und debütierte 1952 an der Oper von Bytom (Beuthen) als Don Basilio in Rossinis »Barbier von Sevilla«. 1956 folgte er einem Ruf an die Nationaloper von Warschau, wo er dann länger als zwanzig Jahre eine große Karriere hatte. Auf der Bühne schätzte man neben der Qualität seiner Stimme auch sein darstellerisches Können in einer Vielfalt von Partien. Er sang die klassischen Bass-Baritonrollen in Opern von Mozart, Gounod, Mussorgsky, Puccini, Verdi und Wagner; dabei wurden seine köstlichen Buffotypen allgemein bewundert. Bedeutende Erfolge bei seinen Auftritten als Konzertsänger in den polnischen Musikzentren.

Schallplatten: Muza, Polska Nagranie (»Eros und Psyche« von L. Rózycki, »Otrenja« von K. Penderecki).

Weitere Informationen auf seiner Homepage:

http://www.denysenko.art.pl/Opera/opera-biografia-.html

 

26.5. Imants KALNIŅŠ wird 75

Nach einer Ausbildung in klassischer und Chor-Musik an der Jāzeps-Vītols-Akademie für Musik bei Adolfs Skulte schrieb er sechs Sinfonien, sechs Opern, darunter die erste Rockoper der Sowjetunion – Ei, jūs tur! (Hey, ihr da!), Oratorien, Kantaten, Stücke für Chor, sowie eine Reihe von Musikwerken für Film und Theater. Am bekanntesten wurde er durch seine RockSongs; er gilt als erster Komponist intellektueller Rockmusik in Lettland. Während der 1960er Jahre leitete Kalniņš in Liepaja die Rockband 2xBBM, die wegen ihrer zu Herzen gehenden Lieder und der hippiemäßigen Lebensart viel Zulauf hatte. Kalniņš wurde zum Symbol von Geisteshaltung, Weltsicht und Rebellion seiner Altersgruppe und das resultierte letztlich in einem Verbot der Band durch die Behörden. Das war jedoch nicht das Ende der Musik Kalniņš‘ – nun wurde sie von der ebenfalls populären Band Menuets zu Gehör gebracht, die fast nichts anderes spielte. 1967 schrieb er die Musik für den lettischen Musical-Kultfilm Elpojiet dziļi! (Atme tief!). In den 1970er Jahren schrieb Kalniņš wieder symphonische Musik, fand aber 1984 zurück zum Rock und erarbeitete mit Juris Kulakovs und Juris Sejans das Rockoratorium Kā jūra, kā zeme, kā debess (Wie das Meer, wie die Erde, wie der Himmel). Das Oratorium war der erste öffentliche Auftritt der Band Pērkons (Donner), für die er danach viele neue Lieder schrieb, bevor er seine eigene Band mit dem Namen Turaidas Roze (Die Rose von Turaida) gründete. Diese erlangte aber nie denselben Zuspruch und dieselbe Bewunderung wie Menuets und Pērkons. Während der singenden Revolution, als Lettland sich seine Unabhängigkeit wiedereroberte, engagierte sich Kalniņš aktiv in der politischen Bewegung Tautas Fronte, die eine wichtige Rolle in der Überwindung der sowjetischen Besatzung spielte. Eng mit Kalniņš verbunden ist das Festival Imantdienas (Imants-Tage), die in sowjetischer Zeit sehr populär und deshalb verboten waren. 1995 wurde diese Tradition wieder aufgenommen, die Tage fanden jedes Jahr statt (mit Ausnahme von 1997, als der Komponist auf Reisen war) und sind mindestens so erfolgreich wie früher. 2001 wandte sich Kalniņš wieder der klassischen Musik zu und komponierte seine sechste Sinfonie für Chor und Orchester nach Texten von Rabindranath Tagore und Psalmen. Die Zusammenarbeit von Imants Kalniņš mit Ainars Mielavs erbrachte einige hervorragende Alben, hauptsächlich mit von Kalniņš komponierten Stücken wie Par lietām, kas tā ar‘ nekad nepāriet (Dinge, die nie ganz vergehen), 1997, Es redzēju sapnī (Ich sah in einem Traum), 1998 und I Love You, 1999 (trotz des Titels sind die Texte dieses Albums überwiegend lettisch). 2000 nahm das Symphonieorchester von Liepāja die Musik für den Film Pūt, vējiņi (Blase, Wind, blase) von 1973 mit bekannten Sängern neu auf. Imants Kalniņš war 1993-95 und ist seit 1998 für die nationalistische Partei Tevzemei un Brivibai/LNNK Mitglied der Saeima. Derzeit arbeitet er in der Budget- und Finanzkommission sowie der Kommission für Mandate, Ethik und Vergabepraxis. Kalniņš übersetzte den Koran und meinte, dass in Lettland eine Moschee gebaut werden sollte.Kalniņš Tochter Rēzija Kalniņa ist eine bekannte Schauspielerin, sein Sohn Marts-Kristians Kalniņš ist Sänger der Band Autobuss Debesīs.

 

26.5. Herbert HANDT wird 90

Hebert_HANDT

 Er war ein Vetter des Dirigenten Otto Ackermann (1909-60) und erhielt seine Ausbildung an der Juilliard School of Music New York. Während seines Studiums an der Juilliard School sang er im Chor des Radiosenders NBC; er war dann in Wien Schüler von Julius Patzak und von Hans Swarowsky. Dort gab er 1949 sein erstes Konzert. Er debütierte 1949 an der Wiener Staatsoper als Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini. Er kam als lyrischer Tenor in den fünfziger Jahren zu bedeutenden Erfolgen an europäischen Opernhäusern. Er trat an deutschen, italienischen und französischen Bühnen auf und gastierte in Belgien und in Holland. 1957 sang er am Teatro della Pergola in Florenz in der Uraufführung von »Venere Prigioniera« von Gian Francesco Malipiero. Im Rahmen der Brüsseler Weltausstellung wirkte er am 20.8.1958 in der Uraufführung der Oper »Maria Golovin« von G.C. Menotti mit. Er übernahm Partien in Werken moderner Komponisten wie Gian Francesco Malipiero, Alban Berg, Ferruccio Busoni, Hans Werner Henze und Benjamin Britten. Auch im Konzertsaal kam er zu einer großen Karriere, wobei er sich vor allem als Oratoriensolist auszeichnen konnte. 1966 wirkte er in Zürich in der Uraufführung des Oratoriums »Jeremia« von E. Hess mit. Auf der Bühne gehörten die lyrischen Partien in Opern von Mozart und in den Belcanto-Opern von Rossini, Bellini und Donizetti zu den Höhepunkten in seinem Repertoire. Besonders hervorzuheben sind sein Don Ottavio im »Don Giovanni«, sein Orfeo in »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn und sein Otello in der gleichnamigen Oper von Rossini. Der Künstler, der seinen Wohnsitz lange in Rom hatte, trat auch als Dirigent in Erscheinung. 1960 gründete er in Rom ein eigenes Vokal- und Instrumental-Ensemble, mit dem er alte und selten gehörte Musik zur Aufführung brachte, und mit dem er große Kunstreisen unternahm. Er dirigierte gern Werke in Vergessenheit geratener Komponisten wie Francesco Barsanti, Francesco Geminiani und Luigi Boccherini und erwarb sich um die Neu-Herausgabe und Revision von deren Partituren große Verdienste; er arbeitete lange Jahre hindurch mit der Rossini Foundation in Pesaro zusammen. Er übernahm die Leitung der Opernschule der Chicago Opera und führte dort 1974 eine zusätzliche Spring-Season ein. Später lebte er in Lucca, wo er während der Sommermonate mit der Associazione Musicale Lucchese Opernfestspiele organisierte.

Schallplatten: RCA (Aufnahme der Oper »Maria Golovin«, anlässlich der Uraufführung 1958 in Brüssel aufgenommen), Nixa (Don Ottavio im »Don Giovanni«, »Orfeo ed Euridice« von Haydn, »Idomeneo« von Mozart), Edition Schwann (»Giuseppe, figlio di Giacobbe« von Luigi Rossi), EJS (»Otello« von Rossini), Voce (»Temistocle« von J. Chr. Bach, »Viva la Mamma« von Donizetti), Vox (Sesto in »Giulio Cesare« von Händel), Vanguard (»Saul« von Händel), Fonit Cetra.

 

26.5. Joseph HOROVITZ wird 90

Er besuchte ab 1936 das Akademische Gymnasium in Wien und wurde 1938 aufgrund seiner jüdischen Abstammung mit einer Vielzahl von Mitschülern unter dem zynischen Begriff „Umschulung“ der Schule verwiesen. Kurz danach emigrierte er mit seiner Familie nach England. Dort studierte er Musik und moderne Sprachen am New College in Oxford. Danach ging er ans Royal College of Music in London und studierte bei Gordon Jacob Komposition. Anschließend vervollständigte er seine Studien der Komposition noch ein Jahr bei Nadia Boulanger in Paris. Seine musikalische Laufbahn begann er 1950-51 als Musik-Direktor der Bristol Old Vic Company in Bristol. Anschließend war er als Ballett- und Operndirigent bei verschiedenen internationalen Gesellschaften tätig, mit denen er Tourneen durch Europa und die USA machte. Internationale Bekanntheit erlangte er mit der Musik zu verschiedenen TV-Serien, wie z. B. Lillie, Rumpole, The Search for the Nile, The flight against slavery, Wessex Tales und Partners in Crime (Detektei Blunt). Seit 1961 ist er Professor für Komposition am Royal College of Music, London. 1970 wurde er Präsidiumsmitglied der Composers‘ Guild of Great Britain. 1969-96 gehörte er dem Vorstand der Performing Right Society an. Ab 1962 verlagerte er den Schwerpunkt seiner Tätigkeit zunehmend aufs Komponieren. Sein Œuvre umfasst 16 Ballette, worunter auch das bekannte Alice in Wonderland von 1953, 2 einaktige Opern (The Dumb Wife Libretto Peter Shaffer und Gentleman’s Island Libretto Gordon Snell), Konzerte für Violine, Oboe, Klarinette, Fagott, Trompete, Euphonium, Tuba und Percussion sowie ein sehr beliebtes und oft gespieltes Jazz-Konzert für Cembalo gehören. Eine größer werdende Anzahl von Werken ist für Blasorchester und Brass-Bands geschrieben. Er bekam die Commonwealth Medal 1959 und viele andere Auszeichnungen für seine Kompositionen.

 

26.5. Inge BORKH wird 95

Inge BORKH als Elektra

Als „Elektra“

 Tochter eines Schweizer Diplomaten, eigentlicher Name Ingeborg Simon; Sie erhielt am Reinhardt-Seminar des Wiener Burgtheaters eine Ausbildung als Schauspielerin und war als solche seit 1937 in Linz (Donau), seit 1938 in Basel tätig. Dann Gesangstudium bei Muratti in Mailand, später am Mozarteum in Salzburg. Sie debütierte 1940 am Stadttheater von Luzern als Czipra im »Zigeunerbaron«, gefolgt von der Agathe im »Freischütz«. Sie sang während des Zweiten Weltkriegs in Luzern, Basel und Zürich und Genf (1943 Marguerite im »Faust« von Gounod). Bereits 1943 trat sie am Theater von Bern erstmals als Salome in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper auf; diese Partie wie auch die Elektra von R. Strauss wurden zu Höhepunkten im Repertoire der Sängerin, die sich auf der Bühne als grandiose Darstellerin erwies. 1950-51 sang sie in Zürich die Leonore im »Fidelio« und die Aida, 1953 die Elektra von R. Strauss. Sie wirkte in mehreren Schweizer Erstaufführungen mit, so am Stadttheater von Bern in der Spielzeit 1945-46 als Emma in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, 1950-51 als Wally in »La Wally« von A. Catalani, am Opernhaus von Zürich 1947-48 in der Titelrolle von Janáceks »Katja Kabanowa«, am Grand Théâtre Genf 1962-63 als Ariane in »Ariane et Barbe-Bleue« von P. Dukas und 1968-69 als Lady Macbeth in »Macbeth« von E. Bloch. Am Grand Théâtre Genf sang sie auch 1963 die Leonore im »Fidelio« und 1965 die Senta in »Der fliegende Holländer«. An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1948-69 in insgesamt 41 Vorstellungen als Salome, als Senta, als Leonore im »Fidelio«, als Elektra, als Tosca, als Turandot von Puccini und als Katerina Ismailowa in der gleichnamigen Oper (Zweitfassung der Oper »Lady Macbeth von Mzensk«) von Schostakowitsch. 1950 begann sie eine ausgedehnte Gastspieltätigkeit; dabei hatte sie vor allem als Magda Sorel in Menottis »Konsul« große Erfolge; diese Partie sang sie auch 1951 bei der Premiere des Werks in Basel. 1952 sang sie bei den Bayreuther Festspielen die Freia im »Rheingold« und die Sieglinde in der »Walküre«. Seit 1952 der Städtischen Oper (Deutsche Oper) Berlin und der Staatsoper München verbunden. Sehr erfolgreiche Gastspiele an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, in Barcelona, Lissabon und Neapel sowie 1954 in Rio de Janeiro. 1954 hörte man sie beim Maggio Musicale von Florenz als Eglantine in Webers »Euryanthe«. Bei den Salzburger Festspielen brachte sie 1957 ihre Elektra, 1962-63 die Klytämnestra in Glucks »Iphigenie in Aulis« zum Vortrag. Hier sang sie auch am 17.8.1955 in der Uraufführung von Werner Egks »Irische Legende« die Rolle der Cathleen. 1953 US-Debüt an der San Francisco Opera als Elektra von R. Strauss, an der sie bis 1955 auchdie Sieglinde, die Turandot von Puccini, die Senta, die Leonore im »Fidelio«, die Salome, die Elsa im »Lohengrin« und die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth« sang. 1956 zu Gast an der Oper von Chicago. An der Mailänder Scala (Debüt 1955 als Silvana in »La Fiamma« von Respighi, 1964 dort auch als Katerina Ismailowa aufgetreten) wie an der Londoner Covent Garden Oper (1959 als Salome, 1967 als Färbersfrau in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss) und an der Städtischen Oper Berlin als Interpretin des hochdramatischen Fachs gefeiert. 1958 kam sie an die New Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Salome in der gleichnamigen Richard-Strauss-Oper), an der sie bis 1971 in insgesamt 22 Vorstellungen außerdem noch die Sieglinde, die Elektra, die Färbersfrau und die Leonore im »Fidelio« sang. 1968 sang sie an der Academy of Music in der amerikanischen Premiere von Carl Orffs »Antigonae«, 1956 in Cincinnati in der von Benjamin Brittens »Gloriana«. 1962 wirkte sie an der Oper von Frankfurt a.M. in der Uraufführung der Oper »Alkestiade« von Louise Talma, 1971 an der Hamburger Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Ahsmedai« von Josef Tal mit. Seit 1947 mit dem Rechtsanwalt Lenz aus Basel, in zweiter Ehe mit dem Bariton Alexander Welitsch (1906-91) verheiratet. Sie trat nach Beendigung ihrer Opernkarriere 1973 als Chansonsängerin auf und übernahm seit 1977 am Hamburger Schauspielhaus Charakterrollen. Sie gab ihre Autobiographie unter dem Titel »Ich komm‘ vom Theater nicht los« heraus (Berlin, 1996).

Ihre ersten Schallplatten erschienen noch in der Schweiz auf Imperial, darunter auch Operetten-Aufnahmen; sang dann auf Decca (vollständige Oper »Turandot«), RCA, DGG (»Antigonae« von C. Orff, »Elektra«, »Die Frau ohne Schatten«, »Gurrelieder« von A. Schönberg), Melodram (Titelrolle in »Salome«, München 1951, »Das Rheingold« und »Die Walküre« aus Bayreuth 1952, »Fidelio«, Genf 1964), Cetra (»Elektra« aus Salzburg, 1957), Fonit Cetra (»Euryanthe«, Florenz, 1954), Voce della Luna (Titelrolle in »Mona Lisa« von M. von Schillings), Mondo Musica (Titelrolle in »Elektra«, Teatro Fenice Venedig, 1971), VAIA (eine weitere »Elektra«-Aufnahme aus New Orleans, 1966, dazu Szenen der Lady Macbeth aus »Macbeth« von Verdi).

27.5. Maria ALEXANDER wird 80

alt

 

Am 27. Mai 2016,  kann Maria Alexander, einstiger Star des Berliner Metropol-Theaters, in geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag feiern und auf ein erfülltes Künstlerleben zurück blicken. Die in einer Wiener Opernsänger-Familie Geborene studierte in Dresden und wurde bereits als Studentin Mitglied des Studios der dortigen Staatsoper. Im Jahre 1958 engagierte sie Intendant Hans Pitra nach Berlin, wo sie zunächst im klassischen Operettenfach reüssierte. In der Uraufführung des DDR-Erfolgsmusicals MEIN FREUND BUNBURY von Gerd Natschinski hatte sie als Cecily einen so nachhaltigen Erfolg, dass ihr bereits zwei Jahre später, 1966, die Rolle ihres Lebens anvertraut wurde: in ca. 300 Vorstellungen sang, spielte und tanzte sie sich als Eliza Doolittle in die Herzen des Publikums, weitere interessante Partien in Operette und Musical folgten, u. a. die Titelpartien in ANNIE GET YOUR GUN und HALLO DOLLY. Legion sind ihre Auftritte bei Funk und Fernsehen der DDR, selbst die DEFA zog sie für einige Filmaufgaben heran, u. a. im Antikriegsfilm  DIE ABENTEUER DES WERNER HOLT; immer wieder fand man sie auch in den Studios für Synchronisation und bei der Schallplatte. In den Jahren „des Überganges“ vom jugendlichen zum Charakterfach erschloss sie sich in der so genannten „kleinen Form“ eine beispiellose gesangliche und gestalterische Vielseitigkeit. Schon während ihrer langjährigen Zugehörigkeit zum Metropol-Theater gastierte sie an verschiedenen Bühnen, u. a. an  Staatsoperette Dresden. Als sie – altersgemäß – in der späteren Inszenierung von MY FAIR LADY die Ms Pearce übernahm, gelang ihr dies mit so großem Erfolg, dass die Theater in Essen und Halle sich durch Gastverträge ihrer Mitwirkung versicherten. Dabei kam sie immer und in jeder Situation ohne jede Star-Allüre aus, es gab keine Skandale, sondern – wie selbstverständlich – eine intakte, fast 42-jährige Ehe mit ihrem (2011 verstorbenen) Kollegen Wolfgang Ostberg. In der schwierigen Zeit der Wende kämpfte sie mit Sachverstand und Nachdruck für den Erhalt ihres Theaters, scheute als Vorsitzende des von den Kolleginnen und Kollegen demokratisch gewählten „Theaterrates“ (die DDR-Gewerkschaft war abgeschafft, eine westliche Gewerkschaft und somit auch ein Personalrat noch nicht etabliert!) keinerlei Konflikte und schonte weder ihre Nerven noch ihre Stimme, wenn es galt, so manchem „Besserwisser“ zu erklären, was Operette und Musical bedeuten und wie wichtig ein intaktes Ensemble ist, das diese Kunstgattungen pflegt. Noch heute ist sie bei Lesungen und Gesprächen aktiv und vermittelt Heiteres und Besinnliches in gekonnter Weise, nun auch hin und wieder mit ihrem Sohn, dem Schauspieler Marcus Ostberg. Viele Kolleginnen und Kollegen verdanken ihr viel und werden in den Satz einstimmen: Danke, Maria – und alles Liebe für weitere erfolgreiche und gesunde Jahre.
Werner P. Seiferth

 29.5. Ivan KONSULOV wird 70

 Gesangstudium bei Jossifow in Sofia, weiterführende Ausbildung bei Aldo Protti in Italien. 1971 kam es zu seinem Bühnendebüt am Opernhaus von Russe in Bulgarien. Er sang dann auch an der Nationaloper von Sofia und gewann mehrere internationale Gesangwettbewerbe (1975 Concours Maria Callas in Athen, 1976 München, 1981 Concours Pavarotti in Philadelphia). 1977 Gastspiel am Stadttheater von Bern (Schweiz), wo er seinen Wohnsitz nahm, als Simon Boccanegra in der gleichnamigen Verdi-Oper. In den folgenden zehn Jahren sang er in Bern Partien wie den Don Giovanni, den Marcello in »La Bohème«, den Scarpia in »Tosca«, den Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, den Tonio im »Bajazzo« (1982 als Partner von Placido Domingo), den Don Carlos in Verdis »La forza del destino«, den Don Pizarro im »Fidelio«, den Alfio in »Cavalleria rusticana« und den Jago im »Otello« von Verdi (1986 zusammen mit Katia Ricciarelli). Er wirkte in der Spielzeit 1984-85 am Theater von St. Gallen in der Schweizer Erstaufführung von Rimsky-Korssakows »Die Zarenbraut« als Grjasnoi mit. Große Erfolge bei Gastspielen am Teatro Comunale Bologna (1980 als Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet), am Teatro San Carlos Lissabon (1980), an der Oper von Philadelphia (1982 mit Luciano Pavarotti), an den Opernhäusern von Genf und Lüttich (1984 als Simon Boccanegra), an der Stuttgarter Staatsoper (1985 als Don Giovanni), an der Deutschen Oper Berlin (1985 als Don Giovanni), in Karlsruhe, Bratislava (1984 als Eugen Onegin von Tschaikowsky mit Mirella Freni als Tatjana), Graz (1985), am Teatro Liceu Barcelona, in Madrid, am Opernhaus von Dublin (1991 als Nabucco von Verdi) und an der Oper von Monte Carlo (1986 als Grjasnoj). 1992 gastierte er am Teatro Verdi Triest in »Mozart und Salieri« von Rimsky-Korssakow. Er sang auch als Gast an der Oper von Washington (1986) und an der Staatsoper von Wien (1987 den Schaunard in »La Bohème«).

Schallplatten: Balkanton (Posa in »Don Carlos«, Tomsky in »Pique Dame«, Arien und Duette mit Stefka Evstatieva), Opus (Marcello in Puccinis »La Bohème« mit Peter Dvorsky als Partner), Erato (»Krieg und Frieden« von Prokofieff), Arte Nova (Herzog Robert in »Guntram« von R. Strauss); Videoland Wien (»Tannhäuser«, Teatro San Carlo Neapel, 1998).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://konsulov.ch/

 

30.5. Olivia STAPP wird 80

Olivia-Strapp

 Studium bei Oren Brown in New York, bei Ettore Campogalliani und Rodolfo Ricci in Italien. Bühnendebüt beim Festival von Spoleto 1960 als Beppe in »L’Amico Fritz« von Mascagni. 1970 sang sie als erste Partie an der City Opera New York die Carmen. 1971 sang sie bei der Indiana University Opera Bloomington in der Uraufführung der Oper »Heracles« von Eaton. Sie trat in Europa an der Wiener Volksoper (u.a. wirkte sie hier am 11.2.1972 in der Uraufführung der Oper »König Nicolo« von Weishappel in der Partie der Eleonore von Medici mit), an der Deutschen Oper Berlin, am Opernhaus von Wuppertal, am Teatro Regio Turin und am Stadttheater von Basel auf. Sie trat zu Beginn ihrer Karriere als Mezzosopranistin auf, wechselte dann aber ins Sopranfach. Als ihre große Partie galt die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, die sie u.a. in Berlin und Washington, in Philadelphia (1984), in Genua (1986) wie am Teatro Fenice Venedig, in Zürich und an der Grand Opéra Paris zum Vortrag brachte. Sie debütierte in dieser Rolle auch 1982 an der New Yorker Metropolitan Oper, an der man sie bis 1989 in insgesamt zwölf Vorstellungen außerdem noch in der Titelrolle in »Elektra« von R. Strauss, als Tosca und als Giorgietta in Puccinis »Il tabarro« hörte. Gastspiele an den Opern von San Francisco (1978 als Donna Anna im »Don Giovanni«, 1980 als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, 1982 als Abigaille in »Nabucco«, 1984 in der Titelpartie von Donizettis »Anna Bolena« und 1987 alös Tosca) und Chicago, an der Connecticut Grand Opera (1984 als Norma) wie an der Wiener Staatsoper (1979 als Santuzza und 1982 als Elektra von R. Strauss) schlossen sich an. 1981 sang sie bei den Festspielen in der Arena von Verona die Aida, 1986 die Minnie in Puccinis »La Fanciulla del West«. An der Mailänder Scala gastierte sie 1983 und 1985 als Turandot von Puccini sowie 1984 als Elettra in »Idomeneo« von Mozart. 1985 sang sie in Nîmes wiederum Puccinis Turandot und in Genf die Elena in Verdis »I Vespri Siciliani«, am Teatro Comunale Treviso 1985 die Titelrolle in Donizettis »Anna Bolena«, 1988 an der Oper von Frankfurt die Elektra von R. Strauss. 1989 trat sie an der Covent Garden Oper London, an der Hamburger Staatsoper und bei den Puccini-Festspielen in Torre del Lago als Turandot von Puccini auf, im Zürcher Hallenstadion als Abigaille. 1990 sang sie in Hamburg die Katarina in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, am 24.11.1989 an der Oper von Nancy in der Uraufführung der Oper »La Noche triste« von Jean Prodromidès. Ihr weit gespanntes Bühnenrepertoire enthielt Partien wie die Dorabella in »Così fan tutte«, die Fidalma in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Magda Sorel in Menottis »The Consul«, die Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini, die Isabella in »L’Italiana in Algeri«, die Olga in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, die Katjuscha in »Risurrezione« von Alfano und die Jocasta in »Oedipus Rex« von Strawinsky. Erfolgreiche Karriere als Konzertsängerin. Sie trat auch unter dem Namen Olivia Brewer-Stapp auf.

Schallplatten: MRF (»Cyrano de Bergérac« von Alfano, Mitschnitt einer Aufführung aus Turin, 1975), Opus (Duette aus Opern von Bellini und Donizetti mit Ida Kirilová).

 

30.5. Marc VENTO wird 80

Marc VENTO

 Er studierte zunächst am Konservatorium von Toulouse bei Mme. Shauny-Lasson, dann am Conservatoire von Paris Schüler von Jean Giraudeau und Louis Noguéra. 1958 gewann er den Grand Prix des Toulouser Konservatoriums, 1961 erster Preisträger am Conservatoire von Paris. Bühnendebüt 1959 an der Oper von Toulouse als Nilakantha in »Lakmé« von Delibes. Mittelpunkt seiner erfolgreichen Künstlerlaufbahn waren die beiden großen Opernhäuser von Paris, die Grand Opéra (bis 1983 u.a. als Ephraimit in »Moses und Aron« von A. Schönberg, als Lindorf in »Les Contes d‘Hoffmann«, als Montano in Verdis »Otello«, als Donner im »Rheingold«, als Liberto in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, als Antonio in »Le Marchand de Venise« von R. Hahn, als Gran Sacerdote im »Nabucco«, als Dr. Sloper in »L‘Héritière« von Jean-Michel Damase, als Léandre in »L’Amour des trois oranges« von Prokofjew und als Escamillo wie als Zuniga in »Carmen«) und die Opéra-Comique. Er gastierte an den Opernhäusern von Bordeaux, Lyon, Marseille, Rouen, Straßburg, Nancy und bei den Festspielen von Aix-en-Provence. Dazu Gastspiele an der Scala in Mailand (1973 als Golaud in »Pelléas et Mélisande«), an den Opern von Rom, Neapel, Palermo, Monte Carlo, Brüssel, Lüttich, Lissabon, an der Nationaloper Warschau und am Opernhaus von Rio de Janeiro. Sein Repertoire enthielt vor allem Partien aus der französischen und aus der italienischen Opernliteratur, darunter auch Werke zeitgenössischer Komponisten.

Schallplatten: CBS (»Alceste« von Lully), HMV (Wagner im »Faust« von Gounod, »Padmâvati« von A. Roussel, kleine Partie in »Mireille«).

 

31.5. Hans NEUENFELS wird 75

Er veröffentlichte schon in frühen Jahren Lyrik und Prosa, 1991 erschien sein Roman »Isaakaros«, 2001 seine Erzählung »Neapel oder die Reise nach Stuttgart«. Seine Schauspiel- und Regieausbildung erhielt er am Max Reinhardt Seminar in Wien. Er inszenierte u. a. am Schauspiel Frankfurt, das er unter der Leitung von Peter Palitzsch mitprägte, in Stuttgart, Hamburg, Berlin, München, Zürich und Wien. 1986-90 war er Intendant der Freien Volksbühne Berlin. Er drehte Filme über Heinrich von Kleist, Robert Musil, Jean Genet und August Strindberg. 1994 erhielt er die Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien. Seit 1974 führt er Opernregie, er erarbeitete u. a. in Frankfurt Giuseppe Verdis »Aida« und »Macbeth«, Franz Schrekers »Die Gezeichneten« und Ferruccio Busonis »Doktor Faust«; in Paris die Uraufführung von York Höllers »Der Meister und Margarita«, an der Oper Stuttgart Richard Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg«, Wolfgang Amadeus Mozarts »Die Entführung aus dem Serail«, »Don Giovanni« und die Uraufführung von Adriana Hölszkys Oper »Giuseppe e Sylvia«, zu der er das Libretto schrieb. Für die Wiener Festwochen inszenierte er die Uraufführung von Adriana Hölszkys »Die Wände« nach Jean Genet, in der Volksoper Wien »Der König Kandaules« von Alexander von Zemlinsky und in der Wiener Staatsoper Giacomo Meyerbeers »Le Prophète«, bei den Salzburger Festspielen 2000 Wolfgang Amadeus Mozarts »Così fan tutte« und im Jahr darauf Johann Strauss’ »Die Fledermaus«.
An der Deutschen Oper Berlin inszenierte er Giuseppe Verdis »La forza del destino«, »Rigoletto«, »Il trovatore«, »Nabucco«, Bernd Alois Zimmermanns »Die Soldaten« und im Frühjahr 2003 Wolfgang Amadeus Mozarts »Idomeneo«; an der Oper Stuttgart 2004 »Die Sache Makropoulos« von Leoš Janáček und an der Staatsoper Hamburg Ludwig van Beethovens »Fidelio«. Am Nationaltheater Mannheim inszenierte er die Uraufführung von »Die Schnecke« von Moritz Eggert, für die er das Libretto schrieb und im Winter 2004 erarbeitete er an der Komischen Oper Berlin »Lady Macbeth von Mzensk« von Dmitri Schostakowitsch. Bei der Ruhr­triennale inszenierte er in Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin »Schumann, Schubert und der Schnee«, eine Oper für Klavier nach seinem eigenen Libretto, 2006 an der Komischen Oper Berlin »Die Zauberflöte« von Wolfgang Amadeus Mozart, in Basel 2007 »Penthesilea« von Othmar Schoeck, 2008 »Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg« von Richard Wagner am Aalto Theater in Essen und Giuseppe Verdis »La traviata« in Berlin. Bei den Schwetzinger SWR Festspielen brachte er 2009 Wolfgang Rihms Oper »Proserpina« zur Uraufführung und inszenierte an der Komischen Oper Berlin Aribert Reimanns »Lear«. Seine Inszenierung von Richard Wagners »Lohengrin« eröffnete die Bayreuther Festspiele 2010. Sein Wagner-Projekt »Richard Wagner – Wie ich Welt wurde« hatte bei den Festspielen Zürich 2013 Premiere. Zuletzt arbeitete er an der Oper Frankfurt (»Œdipe« von George Enescu) und an der Bayerischen Staatsoper München (»Manon Lescaut« von Giacomo Puccini).

Er ist Mitglied der Akademie der Künste und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 2005 und 2008 wurde er zum »Opernregisseur des Jahres« gewählt. 2009 erschienen seine Essays unter dem Titel »Wie viel Musik braucht der Mensch?: Über Opern und Komponisten«. Im Sommer 2011 folgte »Das Bastardbuch: Autobiographische Stationen«, seine viel beachtete Autobiographie.Er ist mit der Schauspielerin Elisabeth Trissenaar verheiratet. Der gemeinsame Sohn ist der Kameramann Benedict Neuenfels.

 

31.5. Yves BISSON wird 80

 Er trat zunächst als Sänger von Chansons und Unterhaltungsliedern auf, doch riet man ihm zu einer weitergehenden Ausbildung seiner Stimme, die dann 1960-63 am Conservatoire National Paris durch Renée Gilly-Musy und durch Louis Noguéra stattfand. Nachdem er dort abschließend mit einem Preis ausgezeichnet worden war, wurde er 1963 an die Opéra-Comique Paris für kleinere Rollen engagiert. Seit 1965 übertrug man ihm an diesem Haus große Partien wie den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Marcello in »La Bohème«, den Silvio im »Bajazzo« und den Jean in »Les Noces de Jeannette« von V. Massé. Seit Ende der sechziger Jahre bis 2002 erschien er auch regelmäßig an der Grand Opéra Paris. Dort sang er u.a. den Marcello wie den Schaunard in »La Bohème«, den Valentin im »Faust« von Gounod, den Lescaut in »Manon« von Massenet, den Raimbaud in Rossinis »Le Comte Ory«, den Momus in »Platée« von Rameau, den Yamadori in »Madame Butterfly«, den Albert im »Werther« von Massenet, den Moralès wie den Dancaire in »Carmen«, die Standuhr in Ravels »L’Enfant et les sortilèges«, den Masetto im »Don Giovanni«, den Capulet in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Faust in »L‘Ange de feu« von Prokofjew, den Pompeo in »Benvenuto Cellini« von Berlioz und den Vater der Jugend in »Juliette« von Martinu. Er gastierte an den führenden Operntheatern in der französischen Provinz, so in Bordeaux, Marseille, Nizza, Lyon, Nantes, Avignon, in St. Étienne, Rouen und Straßburg, bei den Festspielen von Orange und Carpentras. Beim Festival von Aix-en-Provence trat er als Rodolphe in der vergessenen Oper »Les Fêtes Vénitiennes« von Campra auf. Im Ausland war er u.a. an der Opéra de Wallonie Lüttich, in Amsterdam und Brüssel, an der Covent Garden Oper London, an den Opernhäusern von Zürich und Genf (1971 Lescaut in »Manon« von Massenet, 1972 und 1980 Valentin, 1974 Homonay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß, 1976 Sonora in »La Fanciulla del West«, 1977 Schaunard, 1981 Yamadori, 1996 Grégorio in »Roméo et Juliette« von Gounod), in Barcelona, Madrid und Neapel, in Washington, an der Wiener Staatsoper (1972 als Lescaut in »Manon« von Massenet), an der Oper von Monte Carlo, am Teatro San Carlos Lissabon, in Palermo, Catania und Sofia, in Teheran und an russischen Bühnen anzutreffen. Bei den Festspielen von Bregenz sang er 1988-89 den Abimelech in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, 1990 an der Oper von Lyon in »Salome« von R. Strauss, 1996 in Marseille den François in »Le Chemineau« von Xavier Leroux. Von den vielen Partien, die Bestandteil seines Bühnenrepertoires waren, sind noch der Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, der Nilakantha in »Lakmé« von Delibes, der Escamillo in »Carmen«, der Lescaut in »Manon Lescaut« von Auber, der Caoudal in »Sapho« von Gounod, der Figaro in »Le nozze di Figaro«, der Rangoni im »Boris Godunow«, der Germont-père in »La Traviata«, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Ford in dessen »Falstaff«, der Grand Prêtre in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, der Oromases in »Zoroastre« von Rameau, der Citéron in »Platée« vom gleichen Meister und der Sander in »Zémire et Azor« von Grétry nachzutragen.

Schallplatten: Barcley Records (»Le maître de chapelle« von F. Paër), EMI (»Manon Lescaut« von Auber), Koch/Schwann (Abimelech in »Samson et Dalila«), MRF (»Benvenuto Cellini«, Mitschnitt einer Aufführung an der Covent Garden Oper von 1966).

 

 

 

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