Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM AUGUST 2015

GEBURTSTAGE IM AUGUST 2015

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er.

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 1.8. Elinor ROSS wird 85

Elinor_ROSS_als_Tosca

 Nachdem sie zunächst in einem kaufmännischen Beruf gearbeitet hatte, ließ sie ihre Stimme durch William P. Herman, durch Zinka Milanov und Dick Marzollo in New York ausbilden. Bühnendebüt 1958 an der Oper von Cincinnati als Leonore im »Troubadour« von Verdi mit Jussi Björling, Giulietta Simionato und Ettore Bastianini als Partnern. Die Künstlerin hatte eine große Karriere als dramatische Sopranistin, vor allem für das italienische Fach, und sang an den Opern von Boston, Chicago, Baltimore, Philadelphia, San Antonio, Seattle und San Francisco (1961-62 die Aida und die Leonore im »Troubadour«), in New Orleans, Hartford und Houston/Texas. 1968 wirkte sie in der New Yorker Carnegie Hall in der amerikanischen Premiere der Oper »Alzira« von Verdi mit. Seit 1970 ebenso erfolgreich an der Metropolitan Oper New York aufgetreten, wo sie während des June Festivals als Titelheldin in »Turandot« von Puccini debütierte und bis 1979 als Tosca, als Amelia im »Maskenball« von Verdi, als Aida, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Elisabetta im »Don Carlos«, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Lady Macbeth, als Leonore im »Troubadour« und als Titelheldin in Ponchiellis »La Gioconda« große Erfolge hatte. In Europa gastierte sie an der Mailänder Scala (1970 als Santuzza), an den Opernhäusern von Bologna, Palermo, am Teatro Fenice Venedig, bei den Festspielen von Verona (1966), in den römischen Thermen des Caracalla und beim Maggio Musicale Fiorentino. Auch an der Staatsoper Wien (1967 als Santuzza und als Amelia im »Maskenball«), am Teatro Colón Buenos Aires, in Amsterdam, Budapest, Zagreb und Toronto als Gast aufgetreten. Weitere Höhepunkte in ihrem Repertoire waren die Norma, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Abigaille in »Nabucco«, die Leonora in »La forza del destino« und die Titelheldin in Cherubinis »Medea«. Sie ging von ihrem Wohnsitz New York aus auch einer intensiven Konzerttätigkeit nach.

Schallplatten: Desto, Mitschnitte von Opernaufführungen auf Privatmarken, u.a. von Verdis »Troubadour« 1974 am Teatro Colón Buenos Aires, auf Bella Voce Titelpartie in Bellinis »Norma« (Teatro Fenice Venedig 1968), auf Mondo Musica Leonore in Verdis »La forza del destino« und Titelrolle in »Norma«.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://elinorross.org/

 1.8. Václav VĚŽNÍK wird 85

 Biographie des tschechischen Opernregisseurs auf Tschechisch:

http://www.narodni-divadlo.cz/cs/umelec/vaclav-veznik

 4.8. Guy DE MEY wird 60

 Nach einer ersten Ausbildung bei Stella Dalberg studierte er Gesang am Konservatorium von Brüssel und am Konservatorium von Amsterdam, wo Erna Spoorenberg seine Lehrerin war; er war auch Schüler von Peter Pears und Eric Tappy. 1975 begann er eine Karriere, die sich in erster Linie auf den Konzertgesang erstreckte. Er wurde ein bekannter Oratorien- und Liedersänger und spezialisierte sich in besonderer Weise auf Werke aus der Barock-Epoche. Seit 1978 wirkte er selbst im pädagogischen Bereich am Konservatorium Brüssel. Auf der Bühne gab er Gastspiele in geeigneten Partien. Man hörte ihn in Berlin, Hannover und Zürich, in Paris, Straßburg und beim Festival von Spoleto, am Teatro Fenice Venedig und am Teatro Comunale Bologna, in der Grange de Mézières (1989 in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«), am Theater von Reggio Emilia (1987) und in Utrecht (1988). 1986 hörte man ihn in London in der Titelpartie von Monteverdis »L‘Orfeo«, 1986 in Innsbruck in »Orontea« von Marc‘ Antonio Cesti, 1988 am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Maler in »Lulu« von A. Berg. 1989 gastierte er in Montpellier in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi; am 16.11.1990 wirkte er in Amsterdam in der Uraufführung der Oper »Un Malheur vêtu de Noir« von Jan van Vlijmen mit. 1991 sang er an der Oper von Antwerpen den Oronte in »Alcina« von Händel, in Innsbruck den Cassandro in »La finta semplice« von Mozart, 1995 in Innsbruck und 1996 bei den Schwetzinger Festspielen den Farnace in »Mitridate Eopatore« von A. Scarlatti, 1996 an der English National Opera London wieder die Titelrolle in Monteverdis »L‘Orfeo«. 1997 sang er in Reggio Emilia den Hyppolite in der gleichnamigen Oper von Rameau, 1998 an der Oper von Antwerpen den Gran Sacerdote in »Idomeneo« von Mozart, 1999 dort und am Opernhaus von Gent zwei Partien (Maler, Neger) in »Lulu« von A. Berg, in Gent auch den Tschekalinsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky.2000 gastierte er an der holländischen Opera Zuid als Hauk-Sendorf in »Die Sache Makropoulos« von Janácek, an der Oper von Antwerpen wie am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Hirt in »Oedipus Rex« von Strawinsky, bei den Festspielen der Frühen Musik in Innsbruck als Corrado in »La Griselda« von Alessandro Scarlatti. 2001 hörte man ihn in Brüssel als Mr. Triquet im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, an den Opernhäusern von Antwerpen und Gent als Schulmeister in »Das schlaue Füchslein« von Janácek. Im Konzertsaal schätzte man ihn als Evangelisten in den Bach-Passionen und, wie bereits ausgeführt, in einer Vielfalt von Vokalwerken der Barockzeit.

Zahlreiche Schallplatten auf den Marken HMV (»Le Cinesi« und »La Rencontre imprévue« von Gluck, Motetten von Rameau, Kaffee-Kantate von J.S. Bach, Psalmen von B. Marcello), Hungaroton (»La Giuditta« von A. Scarlatti, »Der geduldige Sokrates« von Telemann), Harmonia mundi (Eumene in »Xerse« von Cavalli, Efeo/Sole in »Giasone« von Cavalli, »Atys« von Lully, »Il ritorno d’Ulisse in patria« und »L‘Incoronazione di Poppea« von Monteverdi), Erato (Religiöse Musik von Mozart, darunter »Davidde penitente«, Matthäuspassion und Kantaten von J.S. Bach), Cascavelle (Mozart-Arien), Donemus (»Un Malheur vêtu en Noir«), EMI (Monostatos in der »Zauberflöte«), HEK (Mozart-Lieder), Ricercar (Liebesliederwalzer von J. Brahms), Pavane.

 4.8. Jo Ann PICKENS wird 65

Jo_Ann_PICKENS

 Die farbige Sängerin absolvierte ihre Ausbildung zu Sängerin teils in den USA, teils in Europa. Sie kam zunächst zu einer erfolgreichen Konzertkarriere. In ihrer amerikanischen Heimat sang sie u.a. mit dem Chicago Symphony Orchestra unter G. Solti, mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra unter Kurt Sanderling und mit dem Baltimore Symphony Orchestra. 1984 debütierte sie in Deutschland, wo sie dann später als Bess in Gershwins »Porgy and Bess« große Erfolge hatte; 1987 bereiste sie mit dem Orchestre Symphonique Paris Frankreich als Solistin im Verdi-Requiem. Auch in England hatte sie in Zusammenarbeit mit führenden Orchestern und Dirigenten ihre Erfolge. 1990 sang sie in der Londoner Festival Hall in dem Oratorium »Christus« von F. Liszt. In London trat sie weiter als Solistin in »A Child of Our Time« von M. Tippett und in einer konzertanten Aufführung von Verdis »Nabucco« (mit dem Ensemble der Welsh Opera Cardiff) auf. In Lyon gastierte sie in Aufführungen von »Les Troyens« von Berlioz, beim Buxton Festival als Titelheldin in »Armida« von Haydn, in Nancy und an weiteren französischen Theatern 1990 als Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell. Auch auf der Bühne der Lyric Opera Chicago und in spanischen Operntheatern aufgetreten.

Schallplatten: RCA (Quattro Pezzi Sacri von Verdi).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://joannpickens-quartet.com/jazz/

 5.8. Eva DEPOLTOVÁ wird 70

Eva_DEPOLTOVA_als_Fidelio
Als Leonore/ Fidelio

 Sie war an der Musikakademie von Prag u.a. Schülerin von Zdenek Otava. Sie begann ihre Bühnenlaufbahn in den Jahren 1974-76 am Opernhaus von Ostrava (Mährisch Ostrau), sang dann am Nationaltheater Bratislava (Preßburg) und am Opernhaus von Brno (Brünn). Es kam darauf zu erfolgreichen Gastspielen an Bühnen in der CSSR wie im Ausland; schließlich wurde die Künstlerin im August 1979 an das Nationaltheater Prag berufen. Hier war sie im jugendlich-dramatischen Fach sehr erfolgreich tätig, wobei sie namentlich Partien aus dem italienischen Repertoire gestaltete, aber auch als Rusalka in der gleichnamigen Oper von Dvorák, als Milada in »Dalibor« und als Krasava in »Libuse« von Smetana hervortrat. 1984 sang sie in Prag die Donna Anna im »Don Giovanni«, die sie im Oktober 1987 in einer Gala-Vorstellung zur 200-Jahrfeier der Prager Uraufführung des Werks wiederholte. Bühnengastspiele in Ost- und Westdeutschland, in Österreich, in Polen und in der Türkei. 1990 gastierte sie bei den Festspielen von Wiesbaden als Vendulka in »Hubicka« (»Der Kuss«) von Smetana, 1991 mit dem Ensemble der Prager Oper in Stockholm als Donna Anna. Von ihren Bühnenpartien seien ergänzend die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, die Traviata, die Titelheldinnen in den Opern »Manon Lescaut«, »Tosca« und »Turandot« von Puccini genannt. Ausgedehnte Konzerttätigkeit im In- wie im Ausland; so sang sie zusammen mit der Tschechischen Philharmonie bei deren Japan-Tournee.

Sehr viele Schallplattenaufnahmen unter dem Etikett von Supraphon (u.a. vollständige Opern »Dalibor«, »Libuse«, »Der Kuss« von Smetana, Titelpartien in »Sarka« von Fibich und in »Eva« von Foerster, »Der listige Bauer« von Dvorák, »Marienlegenden« (»Hry o Marie«) von B. Martinù, »Griechische Passion« von Martinù, »Die Laterne« von Novák, »Don Giovanni«).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://depoltova.wz.cz/

 5.8. Gottfried HORNIK wird 75

 Bereits während seines Studiums, das er in Wien als Schüler von Paula Köhler und Josef Witt absolvierte, konnte er am Stadttheater von Klagenfurt seine ersten Bühnenerfahrungen sammeln. Er trat dort als Papageno in der »Zauberflöte« und als Silvio im »Bajazzo« auf. Seit 1965 trat er (bis 1976) am Opernhaus von Graz auf, wo er zugleich auch pädagogisch tätig war. Hatte man ihn anfänglich dort u.a. als Don Giovanni, als Moralès in »Carmen«, als Figaro in »Figaros Hochzeit«, als Fernando Villabella in Rossinis »Die diebische Elster«, in den Titelrollen von Puccinis »Gianni Schicchi« und von A. Bergs »Wozzeck«, als Herr Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, in den Rollen der vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, als Faninal im »Rosenkavalier« und als Don Alfonso in »Così fan tutte« hören können, so wandte er sich bald mehr und mehr dem Wagner-Repertoire zu. Zuerst sang er den Alberich im Nibelungenring, dann den Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg«, seine besondere Glanzrolle, am Stadttheater von Aachen, dann 1977 in Graz und 1981 mit großem Erfolg an der Deutschen Oper Berlin und an der Oper von San Francisco. Bei den Salzburger Osterfestspielen wirkte er 1980 und 1981 als Klingsor im »Parsifal« unter Herbert von Karajan mit. Der Alberich wie die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« brachten ihm am Opernhaus von Leipzig großen Beifall ein. 1976 kam er für mehr als 25 Jahre an die Wiener Staatsoper (Debüt in einer kleinen Partie in »Moses und Aron« von Schönberg). Hier sang er mehr als 45 Partien, darunter den Faninal, den Schaunard in Puccinis »La Bohème«, den Angelotti in »Tosca«, die vier Dämonen wie den Spalanzani in »Hoffmanns Erzählungen«, den Malatesta im »Don Pasquale«, den Ottokar im »Freischütz«, den Baron Douphol in »La Traviata«, den Don Alfonso, den Olivier im »Capriccio« von R. Strauss, den Sprecher wie den Papageno in der »Zauberflöte«, den Luna wie den Kardinal von Lothringen in »Palestrina« von H. Pfitzner, den Lehrer im »Besuch der alten Dame« von G. von Einem, den Beckmesser, den Morbio in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, den Spinelloccio in »Gianni Schicchi«, den Manfredo in Mercadantes »Il Giuramento« (konzertant), den Grafen in »Figaros Hochzeit«, den Dr. Stone in Menottis »Hilfe, Hilfe, die Globolinks«, den Kurwenal wie den Melot in »Tristan und Isolde«, den Alberich im »Rheingold«, den Roucher in »Andrea Chénier« von Giordano, den Klingsor, den Tomski in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Lescaut in Massenets »Manon«, den Rangoni in »Boris Godunow«, den Orest in »Elektra« von R. Strauss, den Albert im »Werther« von Massenet, den Grafen in Schrekers »Der ferne Klang«, den Frank in der »Fledermaus«, den Wozzeck, den Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, den Kuligin in Janáceks »Katja Kabanowa«, den Führer der Prévôté in Hindemiths »Cardillac«, den Vitellius in »Hérodiade« von Massenet, den Kaiser Altoum in Puccinis »Turandot« und den König im »Traumfresserchen« von Hiller. Er wirkte bei den Uraufführungen von Ernst Kreneks »Kehraus um St. Stephan« (am 6.12.1990 im Wiener Ronacher in der Partie des Moritz Fekete) und von »Gesualdo« von Alfred Schnittke (am 26.5.1995 in der Wiener Staatsoper als Don Giulio Gesualdo) mit. Zuvor wirkte er schon bei den Österreichischen Erstaufführungen von Ernst Kreneks »Orpheus und Eurydike« (1973 an der Grazer Oper als Narr), von Fritz Geisslers »Der zerbrochen Krug« (1974 an der Grazer Oper als Walter), von B. Brittens »Der Tod in Venedig« (ebenfalls 1974 an der Grazer Oper in mehreren Partien) sowie von H.W. Henzes »Der junge Lord« (1978 an der Wiener Staatsoper als Scharf) mit. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1983-84 den Faninal und 1989 den Angelotti. Er gastierte auch beim Festival von Aix-en-Provence. Seit den achtziger Jahren bestand ein Gastvertrag mit der Deutschen Oper Berlin. 1976 gastierte er am Teatro Liceu Barcelona (als Beckmesser mit dem Ensemble des Stadttheaters von Aachen), 1978 am Teatro San Carlos Lissabon (wieder als Beckmesser), 1979 an der Oper von Rom (als Beckmesser), 1983 am Teatro Colón Buenos Aires (als Papageno), 1981 an der Grand Opéra Paris (als Faninal). An der Metropolitan Oper New York hörte man ihn 1986-95 in insgesamt 52 Vorstellungen als Faninal (sein Debüt an diesem Haus), als Frank in der »Fledermaus«, als Wozzeck von Alban Berg, als Papageno und als Beckmesser. 1983 sang er an der Oper von Köln den Klingsor, 1987 an der Covent Garden Oper London den Faninal, 1988 an der Deutschen Oper Berlin den Alberich. 1992 trat er in der Neuen Musikhalle in Athen (Megaron Mousikis Athenon) als Orest auf, 1993 an der Staatsoper München als Beckmesser. Am Opernhaus von Graz übernahm er 1998 die Rolle des Moses in »Moses und Aron« von Schönberg.

Schallplatten: DGG (Papageno in der »Zauberflöte«, Angelotti in »Tosca«, Faninal im »Rosenkavalier«, Ping in Puccinis »Turandot«, alle unter Herbert von Karajan), Berlin Classics (Graf in Lortzings »Wildschütz«), Telarc (Sprecher in der »Zauberflöte«), Nightingale (»Die Fledermaus«).

 6.8. Claude MÉLONI wird 75

 Er studierte zuerst Klavierspiel, dann Gesang am Konservatorium von Marseille, schließlich am Conservatoire National de Paris bei Janine Micheau. Er debütierte 1966 an der Oper von Lyon als Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen«. Seit 1969 wichtige Erfolge an den beiden großen Opernbühnen der französischen Metropole, der Grand Opéra und der Opéra-Comique in Paris. Er trat an der Grand Opéra bis 1982 u.a. als Figaro im »Barbier von Sevilla«, überwiegend aber in Charakterrollen, auf (Morales wie Dancaire in »Carmen«, Pompeio in »Benvenuto Cellini« von Berlioz, Brétigny in »Manon« von Massenet, Hermann wie Schlemihl in »Hoffmanns Erzählungen«), an der Opéra-Comique als Sharpless in »Madame Butterfly«, als Albert im »Werther« von Massenet, als Marcello wie als Schaunard in »La Bohème« und als Graf in »Le nozze di Figaro«. Gastspiele an den führenden französischen Opernhäusern, in Brüssel und Lüttich. An den Opernhäusern in der französischen Provinz übernahm er Partien wie den Ourrias in »Mireille« und den Valentin im »Faust« von Gounod, den Frédéric in »Lakmé« von Delibes, den Lescaut in »Manon« von Massenet, den Dapertutto in »Hoffmanns Erzählungen« und den Escamillo in »Carmen«. Mitwirkung in Opernaufführungen im holländischen Rundfunk. Sein Bühnenrepertoire umfasste zahlreiche Partien aus der französischen wie der italienischen Opernliteratur, dazu geschätzter Operetten- und Konzertsänger. Seit den achtziger Jahren wirkte er als Pädagoge am Konservatorium von Marseille.

Schallplatten: Der Künstler wirkte in mehreren integralen Opernaufnahmen auf verschiedenen Marken mit, auf RCA (»La Navarraise« von Massenet), HMV (Morales in »Carmen«) und CBS (»Cendrillon« von Massenet, »La Grande Duchesse de Gerolstein« von Offenbach).

 6.8. Irma CAPECE MINUTOLO wird 80

 Sie studierte zuerst klassischen Tanz, ließ dann aber ihre Stimme bei den berühmten Sopranistinnen Toti Dal Monte und Maria Caniglia in Rom ausbilden. Debüt am Teatro Verdi Vicenza 1965 als Mimi in »La Bohème« von Puccini. Nachdem sie Preise bei Gesangwettbewerben in Brescia und Rom gewonnen hatte, kam sie zu einer bedeutenden Karriere an der Oper von Rom, am Teatro Regio Turin, am Teatro Comunale Florenz, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Regio Parma, am Teatro Massimo Palermo und an weiteren italienischen Opernhäusern. Sie gastierte an der Opéra du Rhin Straßburg, an den Operntheatern von Frankfurt a.M. und Basel. 1972 sang sie am Teatro Petruzzelli von Bari in der Uraufführung der Oper »Una storia d’altri tempi« von Milella. Aus dem Repertoire der in Rom wohnenden Künstlerin sind hervorzuheben: die Marguerite in Gounods »Faust«, die Nedda im »Bajazzo«, die Titelheldin in »Thaïs« von Massenet, die Lauretta in Puccinis »Gianni Schicchi«, die Liu in »Turandot«, die Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, die Titelheldinnen in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und in »Suor Angelica« von Puccini, die Leonore in Verdis »Troubadour«, die Desdemona im »Otello« von Verdi und die Ginevra in »La cena delle beffe« von Giordano. Sie war auch eine geschätzte Konzertsopranistin.

Von ihrer Stimme existieren Mitschnitte von Rundfunksendungen.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.irmacapeceminutolo.eu/

 6.8. James Benjamin DAVIS wird 80

 Nach Tätigkeit als Schauspieler Ausbildung der Stimme durch die Pädagogen Frantz Proschowski, Ruth Pinkerton und John Harris in New York. Zu seinem Debüt als Opernsänger kam es 1961 bei der Kentucky Opera als Enrico in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti. Seine Karriere entwickelte sich in seiner amerikanischen Heimat, wo er an der New York City Opera (Debüt an diesem Haus 1973), an den Opern von Dallas, Houston (Texas), Miami, Philadelphia, St. Paul und Seattle auftrat. Sein Repertoire enthielt viele Basspartien, angefangen mit den Opern der Barockepoche über Mozart, Donizetti, Rossini, Verdi und Wagner bis hin zu den Kompositionen von Benjamin Britten. Erfolgreich auch im Konzertfach.

Schallplatten: CRI.

 7.8. Der Tenor Vito GOBBI RIBICHESU wird 75

 7.8. Veljo TORMIS wird 85

 Er wurde als Sohn eines Küsters und Chorleiters geboren. Er spürte früh eine Neigung und Begabung für die Musik. 1942-44 lernte er Orgel am Tallinner Konservatorium bei August Topman. 1950/51 studierte er das Fach Komposition am Staatlichen Tallinner Konservatorium bei Villem Kapp. Er schloss sein Studium 1956 am Moskauer Konservatorium in der Kompositions-Klasse von Wissarion Schebalin ab. 1955-60 war Tormis Dozent an der Tallinner Musikschule. 1956-69 arbeitete er als Konsultant bei der Komponistenvereinigung der Estnischen SSR (estnisch ENSV Heliloojate Liit) in Tallinn. Ab 1969 war er als freischaffender Komponist tätig. 1974-89 bekleidete Tormis das Amt des ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Estnischen Komponistenverbands.

1974 erhielt Tormis den Staatspreis der UdSSR, nachdem ihm bereits 1970 und 1972 der Staatspreis der Estnischen SSR verliehen worden war. 1980 und 1986 wurde er mit dem Jahrespreis Musik der Estnischen SSR ausgezeichnet. 1987 erhielt Tormis den Titel eines „Volkskünstlers der UdSSR“. 1989 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Estnischen Musikakademie verliehen. Es folgten 1995 der Kulturpreis der Republik Estland und 1998 die Auszeichnung für sein Lebenswerk durch die Stiftung für estnische Volkskultur (Eesti rahvuskultuuri fond). 2009 erhielt er den Kompositionspreis des Estnischen Musikrats und 2010 den Orden des Staatswappens I. Klasse.

 9.8. Geoffrey CHARD wird 85

 Nachdem er anfänglich als kaufmännischer Angestellter gearbeitet hatte, ließ er seine Stimme am New South Wales Conservatory in Sydney ausbilden. Bühnendebüt 1951 bei der National Opera of New South Wales als Dancairo in »Carmen«. Er sang an dieser Opernbühne Partien wie den Don Giovanni, den Jago in Verdis »Otello«, den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Rigoletto, den Grafen Luna im »Troubadour« und den Escamillo in »Carmen«. 1956 Teilnahme an der Australien-Tournee der Elizabethan Trust Opera Company, bei der auch die Sopranistin Marjorie Conley (1933-59) zum Ensemble gehörte, die er dann heiratete. Diese starb schon 1959 plötzlich während eines Urlaubs an einer Gehirnblutung. 1961 kam er nach England und wurde dort Mitglied der Sadler’s Wells Opera (der späteren English National Opera London). Er wirkte hier in mehreren Opern-Uraufführungen mit: 1969 als Peter in »Lucky Peter’s Journey« von Malcolm Williamson, 1977 in »The Royal Hunt of the Sun« von Iain Hamilton, 1977 als Dessalines in »Toussaint« von L. Blake, 1981 als Karenin in »Anna Karenina« von Iain Hamilton, auch in den englischen Erstaufführungen der Opern »Die Teufel von Loudun« von Penderecki (1973 als Grandier), »Bomarzo« von A. Ginastera (1976 als Silvio de Narni) und »Le Grand Macabre« von G. Ligeti (als Nekrotzar). Weiter an der Welsh Opera Cardiff, bei den Festspielen von Glyndebourne und Edinburgh und namentlich beim Aldeburgh Festival aufgetreten. Hier sang er 1967 bzw. 1968 in den Uraufführungen der Opern »Castaway« von Berkeley und »Punch and Judy« von Birtwistle. 1978-79 trat er bei der Opera North Leeds auf, auch am Opernhaus von Dublin. Er blieb während seiner Karriere seiner australischen Heimat verbunden, gastierte u.a. 1986 beim Adelaide Festival in der Uraufführung der Oper »Voss« des australischen Komponisten Richard Meale (in der Titelrolle), 1988 in Sydney als Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1989 bei der Victoria State Opera als Bartolo im »Barbier von Sevilla« und 1992 in Brisbane als Sharpless in »Madame Butterfly«, 1996 in Sydney als Tonio im »Bajazzo«. Er nahm an mehreren Gastspiel- und Konzerttourneen in Australien und Neuseeland teil. Auf der Bühne gestaltete er vor allem Partien aus dem heldischen Fachbereich, angefangen bei Gluck und Mozart bis hin zu Benjamin Britten, Carl Orff, Menotti, Schostakowitsch, Janácek und zeitgenössischen Komponisten. Von seinen weiteren Bühnenrollen sind noch zu nennen: der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Germont sr. in »La Traviata«, der Marcello in »La Bohème«, der Scarpia in »Tosca«, die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, der Kurwenal in »Tristan und Isolde«, der Gunther in der »Götterdämmerung« und die Titelrolle in »König Roger« von K. Szymanowski. Von Bedeutung auch als Konzertsänger.

Schallplatten: HMV, Philips (Titelrolle in Gesamtaufnahme der Oper »Voss«, 1987).

 10.8. Gija KANTSCHELI wird 80

 Er wurde als Sohn eines Arztes geboren. Er studierte zunächst Geologie, bevor er 1959 an das Staatliche Konservatorium Tiflis wechselte. Dort studierte er bei Iona Tuskia Komposition. Anschließend arbeitete er als freischaffender Komponist, komponierte Film- und Bühnenmusik. Ab 1966 arbeitete er mit dem Chefregisseur des Staatlichen Akademischen Rustaweli-Theaters in Tiflis, Robert Sturua. Aufsehen erregte seine Musik für eine moderne Shakespeare-Inszenierung. 1971 wurde er musikalischer Leiter der Bühne. 1971-78 arbeitete er als Lehrer für Komposition am Staatlichen Konservatorium Tiflis. 1984-89 war er Vorsitzender der Georgischen Komponistenunion. 1991 verließ Kantscheli Georgien. Seither lebt er in Westeuropa. 1991-92 wohnte er auf Einladung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Berlin. 1995 wechselte er als Komponist zur Königlich Flämischen Philharmonie nach Antwerpen. Seit 1996 lebt er freischaffend in Belgien. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Kantscheli komponierte bereits in seiner Studentenzeit Pop und Chansons. Zwischen 1967 und 1986 schrieb er sieben Symphonien und erwarb sich den Ruf eines Avantgardisten. Die Oper Musik für die Lebenden wurde 1984 in Tiflis uraufgeführt. Er komponierte Musik zu zahlreichen Filmen und Schauspielen, darunter zu Blaue Berge oder Eine unwahrscheinliche Heschichte (Eldar Schengelaja, 1984) und zu Der Kuss des Bären (Sergei Bodrow sen., 2002), sowie zu vielen Filmen des georgischen Regisseurs Georgi Dabelija. Ab 1971 entstand Musik zu Theaterstücken wie Der Kaukasische Kreidekreis von Bertolt Brecht (1975) und Richard III. von William Shakespeare (1979). Seine Kompositionen verbinden moderne Elemente wie Cluster mit archaisierenden Melodiebögen und weisen meistens eine Atmosphäre auf, die von tiefer Trauer geprägt ist.

 10.8. Assen SELIMSKI wird 85

Assen_SELIMSKI

 Er wurde durch den Pädagogen Christo Brambaroff in Sofia ausgebildet. Nachdem er diese Ausbildung 1956 zum Abschluss gebracht hatte, war er 1956-60 am Theater von Russe engagiert. 1960 wurde er an die Nationaloper von Sofia berufen, an der er bald zu den führenden Sängern des Ensembles gehörte. Länger als zwanzig Jahre wirkte er an diesem Opernhaus und wurde durch Gastspiele international bekannt. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang er 1968 den Titelhelden im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, 1971 den Jeletzky in »Pique Dame«, ebenfalls von Tschaikowsky. Er gastierte mit dem Ensemble der Nationaloper Sofia in Belgien (1966) und in Paris. Neben Partien aus dem slawischen Repertoire sang er vor allem Rollen aus dem italienischen Fach. So hörte man ihn als Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini, als Rigoletto, als Grafen Luna im »Troubadour«, als Germont-père in »La Traviata«, als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, als Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano und als Escamillo in »Carmen«. Zu seinen Erfolgen auf der Bühne kamen ähnliche Erfolge im Konzertbereich.

Schallplatten: Balkanton (vollständige Oper »Krieg und Frieden« von Prokofieff), Eterna (Duette mit Ljubomir Bodurow).

 10.8. Jorma PANULA wird 85

 Er studierte Kirchenmusik und Dirigieren an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Zu seinen Lehrern zählten Leo Funtek, Dean Dixon, Albert Wolff und Franco Ferrara. Er war künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Turku (1963-65), des Philharmonischen Orchesters Helsinki (1965-72) und des Sinfonieorchesters Aarhus (1973-76). 1973-94 lehrte Jorma Panula als Professor für Dirigieren an der Sibelius-Akademie, der Königlichen Musikhochschule in Stockholm und der Königlich Dänischen Hochschule für Musik in Kopenhagen. Durch seine Schule ging eine ganze Reihe heute bekannter Dirigenten, darunter Esa-Pekka Salonen, Mikko Franck, Sakari Oramo, Jukka-Pekka Saraste, Osmo Vänskä und Markus Poschner. In den letzten Jahren hat Jorma Panula seine eigene Dirigenten-Tätigkeit stark eingeschränkt und leitet hauptsächlich Meisterkurse auf der ganzen Welt.

Panula hat auch eine Vielzahl eigener Stücke komponiert. Die Oper Jaako Ilkka wurde 1977 von der Finnischen Nationaloper mit ihm selbst am Dirigentenpult uraufgeführt. Diese Oper und die Jokiooppera (Fluss-Oper) stellen mit ihrer Verbindung von Musik, visuellen Eindrücken und volkstümlichen Anklängen ein neues, dem Singspiel ähnliches Opern-Genre dar. Seine weiteren Kompositionen umfassen Musicals, Kirchenmusik, ein Violinkonzert, ein Jazz-Capriccio und zahlreiche Vokalwerke. Im Herbst 1997 wurde Jorma Panula Preisträger des von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften verliehenen Rolf-Schock-Preises.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.jormapanula.com/

 11.8. Barbara CONRAD wird 70

 Sie wurde hauptsächlich an der University of Texas in Austin ausgebildet. Die farbige Sängerin begann ihre Bühnenkarriere 1965 als Sopranistin unter dem Namen Barbara Smith-Conrad an der City Opera New York in der Rolle der Bess in »Porgy and Bess« von Gershwin. Sie sang an diesem Haus auch die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, wechselte dann aber zu Beginn der siebziger Jahre ins Mezzosopran-Fach und erschien 1976 wieder an der City Opera, jetzt als Carmen. 1974 sang sie an der Jackson Opera South in der Uraufführung der Oper »A Bayou Legend« von William Grant Still die Partie der Clothilde, 1976 an der Philadelphia National Opera Ebony die Amneris in »Aida«, 1980 an der Tulsa Opera die Fricka in der »Walküre«. 1982 kam es zu ihrem Debüt an der Metropolitan Oper New York in der Partie der Annina im »Rosenkavalier« von R. Strauss (nachdem sie schon zuvor bei einer konzertanten Aufführung der Metropolitan Opera in der Bronx die Azucena im »Troubadour« gesungen hatte). Sie hatte an diesem Opernhaus eine erfolgreiche Karriere und sang dort bis 1986 die Preziosilla in Verdis »La forza del destino«, das Eichhörnchen in Ravels »L’Enfant et les Sortilèges«, die Hecuba in »Les Troyens« von Berlioz, die Maddalena im »Rigoletto« und die Maria in »Porgy and Bess« von Gershwin. 1989 übernahm sie an der Metropolitan Oper kurzfristig für die erkrankte Dolora Zajick die Amneris. Bei Gastspielen kam sie an Bühnen in den USA (1989 Miami Opera) wie in Europa zu weiteren Erfolgen; so gastierte sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Azucena, am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Fricka in der »Walküre« (1981), an den Staatsopern von München (als Eboli im »Don Carlos«) und Wien (1983 als Azucena); auch als Konzertsolistin brachte sie es zu einer internationalem Karriere.

Schallplatten: Decca (»Hamlet« von A. Thomas, »Porgy and Bess« von Gershwin).

 12.8. Lia FREY-RABINE wird 65

Lia_FREY-RABINE

 Sie erhielt ihre Ausbildung an der Indiana University und bei dem Pädagogen Eugene Rabine, den sie 1976 heiratete. Sie begann ihre Bühnenkarriere 1973 am Stadttheater von Bern, dem sie bis 1975 angehörte. 1975-77 war sie am Stadttheater von Flensburg tätig, 1977-79 am Opernhaus von Nürnberg, 1979-84 am Stadttheater von Hagen (Westfalen). Seit 1984 Mitglied des Opernhauses von Frankfurt a.M. 1985 gastierte sie am Teatro Liceu Barcelona (als Brünnhilde in der »Walküre«), 1988 an der Oper von Rom (als Salome in der gleichnamigen Oper von R. Strauss), 1989 an der Staatsoper Dresden (als Senta in »Der fliegende Holländer«) und am Stadttheater von Basel (als Salome). Weitere Gastspiele am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Regio Turin (1989 als Marie im »Wozzeck«) und an der Oper von Gent. Bei den Bayreuther Festspielen von 1988 hörte man sie als Ortlinde und als 3. Norn im Nibelungenring, am Opernhaus von Nürnberg 1990 wieder als Salome, am Nationaltheater Mannheim und in Mainz 1990 als Senta, in Innsbruck als Elektra von R. Strauss. In der letztgenannten Partie gastierte sie bereits 1986 an der Oper von Rom. 1991 Gastspiel am Opernhaus von Leipzig als Herzogin von Parma in »Doktor Faust« von Busoni, 1992 am Opernhaus von Nürnberg als Isolde in »Tristan und Isolde«, 1992 an der Wiener Staatsoper als Salome von R. Strauss, 1994-95 in Wiesbaden und in Dortmund als Brünnhilde im Nibelungenring. 1994 sang sie die Brünnhilde in den denkwürdigen Aufführungen des Nibelungenrings in Reykjavik (in der Inszenierung durch Wolfgang Wagner). Auch als Konzertsolistin kam sie zu einer erfolgreichen Karriere.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.frey-rabine.de/de/chasan/

 12.8. Dorothea CHRYST wird 75

 Schülerin von Frau Gernot-Heindl in München, von Clemens Glettenberg und Josef Metternich in Köln. Sie debütierte 1964 am Theater am Gärtnerplatz München als Jungfer Anne in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai und blieb länger als zwanzig Jahre an diesem Haus tätig. Gastspiele an den Staatsopern von München und Wien (1969 als Adele in der »Fledermaus«), von Hamburg und Stuttgart, an den Opernhäusern von Köln, Dortmund, Frankfurt a.M., Kassel, Nürnberg, Hannover und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, bei den Festspielen von Bregenz (1975 als Ciboletta in »Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß), an der Wiener Volksoper, am Stadttheater von Basel und am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1968 und 1969). Dabei gestaltete sie auf der Bühne wie im Konzertsaal ein sehr vielseitiges Repertoire. Von ihren Bühnenrollen sind zu nennen: die Zerline in »Fra Diavolo« von Auber, die Norina im »Don Pasquale«, die Marie in den Lortzing-Opern »Zar und Zimmermann« und »Der Waffenschmied«, die Despina in »Così fan tutte«, das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« das Ännchen im »Freischütz« von Weber, die Zdenka in »Arabella« von R. Strauss, die Noémie in »Le Testament de Tante Caroline« von Roussel, die Nedda im »Bajazzo«, das Füchslein in Janáceks »Das schlaue Füchslein«, die Frau Fluth in »Die lustigen Weiber von Windsor«, die Olympia in Hoffmanns Erzählungen und der Page Oscar in Verdis »Maskenball«, dazu auch Aufgaben aus dem Bereich der Operette.

Schallplatten: Ariola-Eurodisc (»Die lustige Witwe«), Philips (Ausschnitte aus Musicals).

 12.8. György FISCHER wird 80

 Biographie des ungarischen Pianisten und Dirigenten auf Englisch:

https://en.wikipedia.org/wiki/Gy%C3%B6rgy_Fischer

 12.8. Harry KUPFER wird 80

 Er stammt aus Berlin und studierte an der Theaterhochschule Hans Otto in Leipzig. 1958-62 war er Oberspielleiter der Oper Stralsund, 1962-66 erfüllte er die gleiche Funktion in Chemnitz und war anschließend in Weimar und als Operndirektor in Dresden engagiert. Ab 1981 war er Leiter der Komischen Oper Berlin und Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Für seine letzte Inszenierung als Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, Brittens The Turn of the Screw, wurde ihm 2002 der Bayerische Theaterpreis verliehen. Er ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste in Hamburg und der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden. 2004 wurde er mit dem Silbernen Blatt der Dramatiker-Union ausgezeichnet. Harry Kupfer zählt zu den international bedeutendsten Opernregisseuren und hat mit seinen von größter psychologischer Genauigkeit geprägten, oft neue Perspektiven auf scheinbar wohlbekannte Werke eröffnenden Arbeiten wesentlich zur Wahrnehmung von Oper als Musiktheater beigetragen und die Gattung heutigen Sichtweisen geöffnet. Im Laufe seiner Karriere hat er über 200 Inszenierungen im In- und Ausland erarbeitet, darunter 1978 Der fliegende Holländer und 1988 Der Ring des Nibelungen in Bayreuth und 1986 die Uraufführung von Pendereckis Die schwarze Maske bei den Salzburger Festspielen, wohin er 1989 mit Elektra zurückkehrte. An der Berliner Staatsoper inszenierte er einen ganzen Wagner-Zyklus unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim. Weitere Arbeiten umfassen Die Jungfrau von Orléans, Macbeth und die Uraufführung von Reimanns Bernarda Albas Haus an der Bayerischen Staatsoper sowie Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny und Pendereckis Die Teufel von Loudon an der Semperoper in Dresden. Im Musicalbereich inszenierte er die Uraufführungen von Sylvester Levays Elisabeth und Mozart! am Theater an der Wien, wo er zuletzt 2010 mit Ariadne auf Naxos zu Gast war. Zu Harry Kupfers Arbeiten der letzten Jahre zählen Die lustige Witwe in Hamburg, Palestrina, La Damnation de Faust und Prokofjews Der Spieler in Frankfurt, Die Meistersinger von Nürnberg in Zürich und Les Contes d’Hoffmann in Tel Aviv. Zukünftige Projekte sind Parsifal in Tokio, Die Meistersinger von Nürnberg in Helsinki, Ein Leben für den Zaren in Frankfurt und Fidelio in Berlin. 2014 inszenierte er bei den Salzburger Festspielen Der Rosenkavalier; diese erfolgreiche Produktion steht auch 2015 auf dem Programm der Salzburger Festspiele.

 13.8. Anne Marie OWENS wird 60

 1971-77 Gesangstudium an der Newcastle School of Music bei Mary Bullock, 1977-79 an der Guildhall School of Music London bei Laura Sarti und 1980-81 im National Opera Studio London. Sie sang bereits in Schüleraufführungen den Orpheus von Gluck, die Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und die Titelfigur in Rossinis »La Cenerentola«. Ihr offizielles Bühnendebüt erfolgte bei der Glyndebourne Touring Opera als Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff«. Sie kam dann zu einer bedeutenden Karriere an Operntheatern in ihrer englischen Heimat, in erster Linie seit 1982 an der English National Opera London. Dort hörte man sie als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Charlotte in »Werther« von Massenet, als Maddalena im »Rigoletto«, als Suzuki in »Madame Butterfly«, als Bianca in Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia« (1987), als Solocha in der englischen Erstaufführung von Rimsky-Korssakows »Die Nacht vor Weihnachten« (1989), als Geneviève in »Pelléas et Mélisande« und als Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«. 1983 sang sie bei den Festspielen von Aix-en-Provence die Tisbe in »La Cenerentola« von Rossini, 1984 am Theater von Metz die Marcellina in »Le nozze di Figaro«.

An der Scottish Opera Glasgow trat sie 1985-2015 als Metella in »La Vie Parisienne« von Offenbach, als Suzuki, als Jocasta in »Oedipus Rex« von Strawinsky, als Azucena im »Troubadour«, als Hexe in »Hänsel und Gretel«, als Amneris in »Aida« und als alte Buryja in »Jenufa« von Janácek auf. 1989 trat sie an der Covent Garden Oper London als 3. Dame in der »Zauberflöte« und als eine der Walküren in der »Walküre« auf. An der Opera North Leeds war sie als Jocasta und 1990 in der Titelrolle von »Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas zu Gast, bei den Festspielen von Glyndebourne als Arnalta in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea« (1986), an der Covent Garden Oper als Clotilde in Bellinis »Norma« und als Wirtin im »Boris Godunow«, am Théâtre de la Monnaie Brüssel 1992 als Türkenbaba in Strawinskys »The Rake’s Progress« und in Lausanne als Fidalma in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa. Sie sang an der English National Opera in der Uraufführung der Oper »Blond Egbert« von Judith Weir am 20.4.1994 die Berthe. In Brüssel hörte man sie 1994-95 auch als Brangäne in »Tristan und Isolde«. 1996 wirkte sie beim Santa Fé Festival in der Uraufführung der Oper »Emmeline« von Tobias Picker mit, 1998 bei einer Aufführung der gleichen Oper an der City Opera New York. 1997 trat sie bei der Opera North Leeds als Venus im »Tannhäuser« auf. 1999 sang sie bei der Welsh Opera Cardiff die Brangäne, beim Santa Fé Opera Festival die Herodias in »Salome« von R. Strauss, bei der Glyndebourne Touring Opera die Geneviève. 2000 trat sie beim Edinburgh Festival als Kundry im »Parsifal«, an der English National Opera London als Laura in »La Gioconda« von Ponchielli (zusammen mit Jane Eaglen und Dennis O’Neill) und als Arnalta auf. 2001 gastierte sie bei der Opera North Leeds als Brangäne, an der English National Opera als Zita in Puccinis »Gianni Schicchi« und als Principessa in »Suor Angelica« vom gleichen Komponisten. Zu ihrer Karriere auf der Bühne gesellte sich eine zweite Karriere als Konzert- und Oratoriensolistin. Sie trat in England mit führenden Orchestern und Dirigenten zusammen auf (Promenade Concerts London), sang Konzerte in Aix-en-Provence, San Sebastian, Rouen und Detroit (USA-Debüt im »Messias« von Händel).

Schallplatten: DGG (»L’Enfant et les sortilèges« von M. Ravel), Chandos (»The Pilgrim’s Progress« von Vaughan Williams), NMC (»The Mask of Orpheus« von H. Birtwistle), Albany Records (Aunt Hannah in »Emmeline« von Tobias Picker), Conifer (»The Wreckers« von Ethel Smyth; Petite Messe solennelle von Rossini; geistliche Musik von A. Bruckner), Cascavelle (»Il matrimonio segreto« von Cimarosa), Collins (»Blond Egbert« von J. Weir); Video-Aufnahmen aus der ENO London und aus Glyndebourne.

 13.8. Joseph EVANS wird 70

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 Gesangstudium an der Texas University. Er hatte seine ersten Erfolge an der New York City Opera, an der er seit 1976 Partien in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, im »Don Giovanni«, in »Maria Stuarda« von Donizetti, in »Attila« und »La Traviata« von Verdi und in Prokofieffs »L’Amour des trois oranges« sang. An der Boston Opera hörte man ihn im »Don Pasquale« von Donizetti, in »Benvenuto Cellini« von Berlioz, als Cavaradossi in »Tosca« (1986), als Herzog in Verdis »Rigoletto« und in »Krieg und Frieden« von Prokofieff. Er sang dort auch (bis in die achtziger Jahre) in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka, in »Die Soldaten« von B.A. Zimmermann, in »Montezuma« von Sessions und in der Offenbach-Operette »Orphée aux Enfers«. Er gastierte an der Oper von Houston/Texas, in San Diego (1978 als Alfredo, 1982) Boston (immer wieder seit 1978), Cincinnati, Cleveland, bei der Fort Worth Opera und bei der Hawaii Opera. Am Grand Théâtre Genf sang er 1984 den Prinzen in Prokofieffs »L’Amour des trois oranges« und 1985 den Caprice in Offenbachs »Le Voyage dans la lune«, in Venedig in »The Prodigal Son« von B. Britten, in Nancy 1987 in der Uraufführung der Oper »Persephone« von A. Ban. An der Mailänder Scala trat er 1989 in Rimsky-Korssakows »Märchen vom Zaren Saltan« als Guidon auf. Beim Wexford Festival hörte man ihn 1988 als Jirka in der »Teufelskäthe« (»Cert a Káca«) von Dvorák, 1989 in H. Marschners »Der Templer und die Jüdin«. An der Oper von Nantes 1989 als Alwa in »Lulu« von A. Berg, an der Welsh Opera Cardiff als Max im »Freischütz«, am Opernhaus von Toulouse 1994 als Captain Vere in »Billy Budd« zu Gast. 1996 gastierte er in Cleveland als Faust von Gounod. 2001 sang er an der Oper von Seattle den Captain Vere. Auch als Mozartsänger und als Interpret italienischer Belcanto-Partien wurde er geschätzt. Als Konzertsänger hatte er in seiner amerikanischen Heimat wie auch auf internationaler Ebene (u.a. in Frankreich) eine bedeutende Karriere.

Schallplatten: Columbia (»The American Flag« von Dvorák).

 14.8. Jean STILWELL wird 60

 Informationen über die kanadische Mezzosopranistin auf ihrer Homepage:

http://www.jeanstilwell.com/Home.html

 15.8. Robert MASSARD wird 90

Robert_MASSARD_in_Iphigenie_en_Tauride

In Iphigenie en Tauride

 Er war zuerst Automechaniker und begann nebenher in Pau ein Gesangstudium. Nachdem er einen Gesangwettbewerb in Bayonne gewonnen hatte, wurde er an die Grand Opéra Paris verpflichtet, wo er 1952 als Antrittsrolle den Grand Prêtre in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns sang, und deren Mitglied er bis 1978 blieb. Er sang zunächst kleineren Partien an der Grand Opéra Paris, wo er auch noch Schüler von Madeleine Mathieu war. Seine Karriere entwickelte sich schnell dahin, dass er als einer der bedeutendsten Vertreter seines Stimmfachs in Frankreich galt. Er sang an der Grand Opéra den Rigoletto, den Germont-père in »La Traviata«, den Mercutio in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Escamillo in »Carmen«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor« (1957 zusammen mit Maria Callas und 1960 zusammen mit Joan Sutherland), auch in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, den Posa in Verdis »Don Carlos«, den Fieramosca in »Benvenuto Cellini« von Berlioz, den Sancho Panza in Massenets »Don Quichotte« (1964 zusammen mit Nicolai Ghiaurov), den Lescaut in »Manon« von Massenet und den Faninal im »Rosenkavalier«. 1955 wirkte er an der Grand Opéra in der Uraufführung der Oper »Numance« von H. Barraud mit. Daneben trat er auch ständig an der Opéra-Comique auf, u.a. als Figaro im »Barbier von Sevilla«, als Zurga in »Les pêcheurs de perles«, als Ourrias in »Mireille« von Gounod und als Silvio im »Bajazzo«. 1957 sang an der Opéra-Comique in der französischen Erstaufführung der Richard Strauss-Oper »Capriccio«. Seit 1952 hatte er bei den Festspielen von Aix-en-Provence große Erfolge, als Thoas in Glucks »Iphigénie en Tauride«, 1962 als Orphée in »Les Malheurs d‘ Orphée« von D. Milhaud sowie 1962 und 1964 als Nerone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. Man hörte ihn beim Festival von Edinburgh und an der Covent Garden Oper London 1961 ebenfalls als Thoas in »Iphigénie en Tauride« (zusammen mit Sena Jurinac), dort auch 1966-69 und 1976 in »Benvenuto Cellini« und 1968-69 als Escamillo. An der Mailänder Scala gastierte er 1958 als Ramiro in »L’Heure espagnole« von Ravel, 1967 als Valentin im »Faust« von Gounod, 1970 als Grand Prêtre in »Samson et Dalila« und 1976 als Fieramosca in »Benvenuto Cellini« (anlässlich eines Gastspiels der Londoner Covent Garden Opera), am Teatro San Carlo Neapel 1958 als Escamillo, 1970-71 in »Samson et Dalila«, beim Maggio Musicale von Florenz 1962 in »Iphigénie en Tauride«; er sang in Italien auch an der Oper von Rom, am Teatro Regio Turin und am Teatro Massimo Palermo. 1962 Gastspiel am Bolschoi Theater Moskau als Rigoletto. 1968 hörte man ihn bei den Festspielen von Glyndebourne in »Alceste« von Gluck. Am Teatro Colón Buenos Aires trat er 1964 in »Iphigénie en Tauride«, 1966 als Marouf von H. Rabaud, 1971 als Valentin und 1982 in »Benvenuto Cellini« auf, an der Chicago Civic Opera 1963 als Valentin, 1964 als Escamillo, in der New Yorker Carnegie Hall in »Hérodiade« von Massenet, am Teatro San Carlos Lissabon 1970 einmal mehr als Thoas in »Iphigénie en Tauride«, 1971-74 in »L’Heure espagnole«, 1975 in »Samson et Dalila«, am Teatro Liceu Barcelona 1965 in »L’Heure espagnole« und 1969 als Germont-père. Er gastierte 1954-78 am Grand Théâtre Genf (als Figaro im »Barbier von Sevilla«, als Marcello in »La Bohème«, als Schaklowity in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, als Valentin, als Germont-père, als Ramiro, als Escmillo, als Chorèbe in »Les Troyens« von Berlioz und als Oreste in »Iphigénie en Tauride« von Gluck), 1979-81 an der Opéra de Wallonie Lüttich, 1981 in Montreal (als Valentin) und 1983 in Bilbao (als Mercutio), auch in Leningrad und Kiew, in Tokio und Osaka, dazu an den großen französischen Provinztheatern (Marseille, Lyon, Bordeaux, Toulouse, Nancy, Straßburg) sowie oftmals 1955-77 bei den Festspielen von Orange. Sein letzter Auftritt als Sänger fand 1984 statt. Er war auch als Operettensänger tätig. Seine warm timbrierte, mit großer dramatischer Ausdruckskraft geführte Stimme wurde auf der Bühne durch ein bedeutendes darstellerisches Talent ergänzt. 1978-86 wirkte er als Pädagoge am Konservatorium von Bordeaux.

Von seiner Stimme sind sehr viele Schallplattenaufnahmen vorhanden, darunter auch vollständige Opern. Sie erschienen auf Pathé (»Iphigénie en Tauride« von Gluck), Véga (»Mireille« von Gounod, »Thaïs« mit Michel Sénéchal und Renée Doria, »Rigoletto«, dazu Querschnitte durch sehr viele Opern aus der französischen wie der italienischen Opernliteratur), Decca (Athanaël in »Thaïs« von Massenet), Philips (»Benvenuto Cellini« von Berlioz), Philips/PMS (Querschnitt »Faust« von Gounod), BLVD (»Samson et Dalila«), Disques Montaigne (»Christophe Colomb« von D. Milhaud), Mondiophone (Recital), Chant du monde (»Le Roi d’Ys« von Lalo, »Le Comte Ory« von Rossini, »Sigurd« von Reyer), PPV (»Les Huguénots« von Meyerbeer, »Andrea Chénier« von Giordano), Bella Voce (Valentin im »Faust« von Gounod, Amsterdam 1972); Operetten-Aufnahmen auf mehreren französischen Marken.

 15.8. Annette BRUN wird 105

 Sie studierte in Zürich am Konservatorium Klavierspiel bei Emil Frey, privat Gesang bei Alice Frey-Knecht. 1934-35 hatte sie ihr erstes Bühnenengagement am Stadttheater von Luzern; 1935-38 sang sie am Stadttheater von Bern und 1939-46 am Stadttheater Basel. Seitdem ging sie einer Gastspieltätigkeit nach, die sie vor allem an das Opernhaus von Zürich, nach Genf (1943 und 1946 als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« sowie 1945 als Gretel in »Hänsel und Gretel«) und Lausanne, aber auch an das Théâtre de la Monnaie Brüssel und an die Oper von Antwerpen führte. Am 1.6.1954 sang sie in der konzertanten Uraufführung der Oper »David« von Darius Milhaud in Jerusalem anlässlich der 3000-Jahrfeier der Gründung der Stadt die Partie der Abishag. Sie trat auch 1946 in einem Mozart-Konzert im Rahmen der Salzburger Festspiele auf. Ihr Bühnenrepertoire enthielt vor allem Koloraturrollen wie die Zerline im »Don Giovanni«, die Despina in »Così fan tutte«, die Marzelline im »Fidelio«, die Titelpartie in Flotows »Martha«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Gilda im »Rigoletto«, den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Nannetta in dessen »Falstaff«, das Ännchen im »Freischütz«, die Norina im »Don Pasquale«, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Marie in Donizettis »La fille du régiment«, die Marie in »Zar und Zimmermann«, die Baronin im »Wildschütz«, die Titelfigur in »Manon« von Massenet, die Musetta in »La Bohème«, die Butterfly, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Zdenka in »Arabella« von R. Strauss, die Adele in der »Fledermaus«, die Prothoë in »Penthesilea« von Othmar Schoeck und die Miranda in der »Zauberinsel« von H. Sutermeister. Sie wirkte am Stadttheater von Basel in den Schweizer Erstaufführungen der Opern »Das Gespensterschloss« von St. Moniuszko (Spielzeit 1939-40 als Hanna), »Fortunat« von Schnyder von Wartensee (1941-42 als Alida) und »Der goldene Hahn« von Rimsky-Korssakow (1943-44 als Königin von Schemacha) mit, am Stadttheater von Bern in der Uraufführung der Operette »Match und Meitschi« von Hans Haug/B. Maeglin (Spielzeit 1936-37 als Vreni). Seit 1969 pädagogische Tätigkeit in Zürich und Basel.

 16.8. Alexandru AGACHE wird 60

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In Rom im  „Ballo“

 Sein Vater war Rechtsanwalt, seine Mutter einige Jahre als Tänzerin aufgetreten. Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger an der Musikhochschule seiner Heimatstadt Cluj (Klausenburg). 1979 debütierte er am Opernhaus von Cluj, Als erste Partie sang er hier den Silvano in Verdis »Un ballo in maschera«, dann den Sharpless in »Madame Butterfly« und in den folgenden Jahren den Don Giovanni, den Malatesta im »Don Pasquale«, den Germont-père in »La Traviata«, den Grafen Luna im »Troubadour«, den Nabucco von Verdi, den Posa in dessen »Don Carlos« und den Schaunard in »La Bohème«. Nach ersten Erfolgen an diesem Theater wie bei Bühnen- und Konzertauftritten in seiner rumänischen Heimat wurde er 1983 erster Preisträger beim Internationalen Gesangwettbewerb von Lucca. Er gastierte dann 1986 als Don Giovanni bei den Festspielen von Livorno, auch an den Staatsopern von Berlin und Dresden (1985-86). 1987 kam er zu einem großen Erfolg, als er am Opernhaus von Toulon den Titelhelden im »Don Giovanni« sang. 1988 trat er an der Covent Garden Oper London als Renato in Verdis »Un ballo in maschera« auf. Ebenfalls 1988 gab er sein Debüt an der Mailänder Scala als Belcore in »L‘Elisir d’amore« von Donizetti. Hier sang er auch 1992 den Enrico in »Lucia di Lammermoor« und den Posa sowie 2004 den Sharpless. An der Staatsoper Hamburg hörte man ihn als Posa, als Grafen Luna und als Silvio im »Bajazzo« (1988), am Opernhaus von Zürich als Renato im »Maskenball« (1989). Diese Partie sang er auch 1989 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, 1990 in Zürich den Enrico. An der Staatsoper Wien war er 1990-96 in insgesamt 26 Vorstellungen zu Gast, er sang hier den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Marcello in »La Bohème« von Puccini, den Belcore, den Germont-père, den Enrico, den Grafen Luna und den Renato. An der Pariser Oper gastierte er 1992 als Renato, 1997 als Simon Boccanegra in der Verdi-Oper gleichen Namens sowie 1998 als Germont-père und als Rigoletto. Am Stadttheater von Bern (Schweiz), am Teatro Fenice Venedig, an der Londoner Covent Garden Oper und an der Oper von Chicago (1995) gastierte er als Simon Boccanegra, an der Oper von Lyon als Marcello, beim Las Palmas Festival wieder als Renato. 1993 hörte man ihn an der Staatsoper Berlin als Germont-père, am Opernhaus von Köln 1994, am Teatro Comunale Florenz 1995 als Verdis Macbeth, an der Covent Garden Oper als Nabucco, 1995-96 an der Deutschen Oper Berlin als Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano. 1997 Gastspiel in Amsterdam (und 1998 beim Edinburgh Festival) als Vater Miller in Verdis »Luisa Miller«, am Teatro Comunale Bologna als Simon Boccanegra, an der Staatsoper von München als Amonasro in »Aida«, an der Chicago Opera als Nabucco, 1998 in der Londoner Albert Hall sowie im neuen Festspielhaus von Baden-Baden als Germont-père. 1999 debütierte er an der New Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Simon Boccanegra), an der er bis 2002 in insgesamt 26 Vorstellungen auch als Graf Luna, als Amonasro und als Renato aufgetreten war. 1999 erschien er am Teatro Colón Buenos Aires als Partner von José Cura in der Rolle des Jago in Verdis »Otello«, an der Oper von Rom wie am Teatro Comunale Florenz als Amonasro, an der Münchner Staatsoper als Carlos in »La forza del destino«. 2000 sang er an der Deutschen Oper Berlin wie bei den Festspielen von Verona die Titelrolle in Verdis »Nabucco«, in Verona auch den Carlos in »La forza del destino«, am Teatro Liceu Barcelona den Enrico, am Teatro Real Madrid den Carlos in »La forza del destino«, an der Oper von Chicago den Rigoletto. 2001 hörte man ihn an der Covent Garden Oper London als Jago (wieder mit José Cura zusammen).

Schallplatten: Opus (Alfio in vollständiger Aufnahme »Cavalleria rusticana«), Teldec (Titelrolle im »Rigoletto«, Enrico in »Lucia di Lammermoor«, Valentin im »Faust« von Gounod), Electrecord (»Der Golem« von N. Bretan), Hänssler-Verlag (Messa per Rossini); Decca-Video (»Simon Boccanegra«).

 16.8. Yoel LEVI wird 65

 Biographie des israelischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Yoel_Levi

 16.8. Evelyn MANDAC wird 70

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Evelyn Mandac mit Placido Domingo

 Sie begann ihr Gesangstudium bei Antonio Estanislao in Manila, kam dann in die USA und war in New York Schülerin von Hans Heinz und Daniel Ferro. 1965 gewann sie einen Gesangwettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper, einen zweiten im gleichen Jahr in Brüssel. Sie sang bereits 1968 in Mobile (Alabama) in C. Orffs »Carmina Burana«. 1968 erfolgte ihr eigentliches Bühnendebüt in Washington als Mimi in »La Bohème«; ebenfalls 1968 sang sie in Santa Fé in der amerikanischen Premiere der Oper »Die Bassariden« von H.W. Henze. 1969 Tournee mit dem Juilliard-Streichquartett als Solistin im 2. Streichquartett von A. Schönberg. Es kam zu einer erfolgreichen Karriere an den Opernhäusern von Baltimore, Houston/Texas, Miami, St. Paul, Santa Fé und San Francisco (1969 als Susanna in »Le nozze di Figaro«, 1972 als Ines in Meyerbeers »Afrikanerin« und 1973 als Despina in »Così fan tutte«). An der Metropolitan Oper New York debütierte sie 1975 als Lauretta in Puccinis »Gianni Schichi«; hier hörte man sie 1976 auch als Gretel in »Hänsel und Gretel«; 1978 sang sie im Rahmen der jährlichen Tournee der Metropolitan Oper in Minneapolis auch die Zerlina im »Don Giovanni«. Sie gastierte in Europa in Amsterdam, Toulouse, Genf (1973 als Gilda im »Rigoletto«), Turin und Rom. Bei den Festspielen von Salzburg trat sie 1972-73 als Barbarina in »Le nozze di Figaro« auf, beim Glyndebourne Festival sang sie 1974 die Susanna und 1975 die Despina. Sie sang 1972 an der Oper von Seattle die Berta in der Uraufführung der Oper »The Black Widow« von Thomas Pasatieri, 1976 in Baltimore die Titelrolle in dessen Oper »Inez de Castro«. Sie wirkte auch in den amerikanischen Erstaufführungen der Opern »Pasaggio« von Luciano Berio und »The Mines of Sulphur« von Richard Rodney Bennett (als Jenny) mit. 1975 hatte sie in Houston einen besonderen Erfolg in »Rinaldo« von Händel. 1977 übernahm sie im amerikanischen Fernsehen die Rolle der Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Sie sang mit Vorliebe Partien aus dem lyrischen wie aus dem Koloratur-Fach, wobei man sie namentlich als Mozart-Interpretin schätzte. Auch als Konzertsängerin in einem umfangreichen Repertoire erfolgreich aufgetreten.

Schallplatten: Philips, RCA (Carmina Burana von C. Orff), Morgan (Inez in »L’Africaine« von Meyerbeer).

 16.8. Kirke MECHEM wird 90

 Er wuchs in einer musikalischen Familie auf und erhielt als Kind Klavierunterricht von seiner Mutter, die in Deutschland Klavier studiert hatte. Nachdem er sich an der Stanford University zunächst für Englisch eingeschrieben hatte, um wie sein Vater Schriftsteller zu werden, wechselte er nach einigen Jahren das Studienfach und studierte Harmonielehre und Kontrapunkt. 1953 schloss er sein Master-Studium an der Harvard University ab. Nachdem er drei Jahre lang an der Stanford University als Chorleiter gearbeitet hatte, zog er für mehrere Jahre nach Wien, bevor er 1963 nach Kalifornien zurückkehrte und als Komponist und Dozent an der University of San Francisco arbeitete. Er lebt bis heute mit seiner Familie in San Francisco. Für seine Verdienste um die Chormusik und die Oper wurde Mechem 2012 die Ehrendoktorwürde der University of Kansas verliehen.

Mechems OEuvre umfasst vor allem Chorwerke, darunter Frauenchöre, Männerchöre und Stücke für gemischten Chor a cappella sowie Chorwerke mit Klavier- oder Orchesterbegleitung. Außerdem schrieb Mechem Klavierstücke, Werke für unterschiedliche kammermusikalische Besetzungen, Orchesterstücke (darunter zwei Symphonien) sowie vier Opern, zu denen er auch die Libretti verfasste. Bekannt wurde er vor allem mit der Oper Tartuffe, die auf der Komödie Tartuffe von Molière basiert und seit der Uraufführung 1980 über 400 Male aufgeführt wurde.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.kirkemechem.com/

 17.8. Martha DEWAL wird 80

Martha_DEWAL

 Sie begann ihre Ausbildung 1960 bei Frau Elsa Schwientek-Würtenberger in Wien und war 1965-70 an der Wiener Musikakademie Schülerin von so bedeutenden Sängern wie Josef Witt, Anton Dermota und, für das Wagner-Repertoire, von Josef Greindl. In der Spielzeit 1969-70 war sie am Landestheater von Salzburg engagiert, 1970-72 am Staatstheater von Oldenburg und seit 1975 für mehr als 25 Jahre am Stadttheater von Ulm. Sie wurde durch Gastspiele bekannt; sie gastierte am Opernhaus von Wuppertal, am Grand Théâtre Genf (1972 als Eurydice in »Antigone« von A. Honegger), an den Staatstheatern von Kassel und Saarbrücken, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Stadttheatern von Heidelberg und Regensburg, in Reims, Metz und Limoges. Sie nahm an einer Südamerika-Tournee der Austria Opera Wien teil. Auf der Bühne trat sie in einem sehr umfangreichen Repertoire auf, in Opern von Mozart, Verdi, Puccini, Richard Wagner, Richard Strauss, Tschaikowsky und in Opern vieler weiterer Komponisten. Hinzu kamen Aufgaben in zeitgenössischen Opern von B. Britten, Fr. Poulenc, G. von Einem, P. Burkhard und A. Honegger. Im Konzertsaal trat sie sowohl als Oratorien- wie als Liedersängerin in einem umfangreichen Repertoire vor ihr Publikum. In Ulm wirkte sie in der Uraufführung der Oper »Der lange Weg zur großen Mauer« von K. Schwertsik und in Karlsruhe (mit dem Ulmer Ensemble) in der von »Jagdszenen aus Niederbayern« von F. Silhanek (1979) mit. Sie begann ihre Bühnenkarriere unter dem Namen Martha Hürlimann.

Schallplatten: Ucord (»Marienlieder« von W. Görl).

 17.8. Ilse HÜBENER wird 95

 Sie war eine Ur-Urgroßnichte von Richard Wagner. Ihre Ausbildung zur Sängerin erfolgte bei Cornelis Bronsgeest und bei Maria Koppenhöfer in Berlin. 1945 debütierte sie an der Berliner Staatsoper als Amor in »Orfeo ed Euridice« von Gluck. Sie blieb an diesem Haus bis 1947 engagiert und verkörperte dort vor allem kleinere Partien wie die Pepa in »Tiefland« von E. d’Albert, die Nanetta im »Wildschütz« von Lortzing, die Zofe in G.C. Menottis »Amelia al Ballo« und wirkte in der Uraufführung der Oper »Postmeister Wyrin« von Florizel von Reuter mit (12.11.1946). Sie trat danach nur noch gastierend auf und widmete sich in erster Linie einer Tätigkeit als Rundfunksängerin, wobei nun die Operette in den Vordergrund ihrer künstlerischen Arbeit trat. Ihre Sendungen, insbesondere über die Radiosender RIAS Berlin, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg, vor allem (seit 1950) beim Westdeutschen Rundfunk Köln, trugen ihr große Popularität ein. Sie hatte gleichzeitig eine erfolgreiche Karriere beim Film (»Hochzeitsnacht im Paradies«) und als Sängerin von Unterhaltungsliedern und Chansons.

Schallplatten: Zahlreiche Operettenaufnahmen, zumeist in Form von Querschnitten, auf den Marken Polydor, Bertelsmann und Baccarola, Unterhaltungslieder bei Odeon.

 18.8. Enrique BARRIOS wird 60

 Informationen über den mexikanischen Dirigenten auf seiner Homepage: http://enriquebarrios.net/

 18.8. Giuseppe MORINO wird 65

Giuseppe_MORINO

 Er war u.a. Schüler von Rodolfo Celletti und debütierte erst mit 31 Jahren 1981 beim Festival von Spoleto als Titelheld im »Faust« von Gounod. 1986 gastierte er bei den Festspielen von Martina Franca als Idreno in der Rossini-Oper »Semiramide« und sang im folgenden Jahr 1987 dort den Gualtiero in »Il Pirata« von Bellini. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1986-90 sehr erfolgreich in der Partie des Herzogs im »Rigoletto« und als Sänger im »Rosenkavalier«. An der Mailänder Scala trat er 1987 als Admète in »Alceste« von Gluck und als Tebaldo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«, 1988 als Orcane in »Fetonte« von Jommelli, 1990 in der Titelrolle von Mozarts »La clemenza di Tito«, 1992 als Edgardo in »Lucia di Lammermoor« und 1998 als Gennaro in »Lucrezia Borgia« von Donizetti auf. 1987 sang er bei den Rossini-Festspielen in Pesaro den Pylades in »Ermione« von Rossini und am Teatro Regio Turin den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«. Am Teatro San Carlo Neapel gastierte er als Edgardo (1989), am Teatro Donizetti Bergamo als Titelheld in »Gianni di Parigi« von Donizetti. Bei den Festspielen von Valle d’Itria (Martina Franca) trat er 1985 als Idreno, 1989 als Fernando in Donizetis »La Favorita«, 1990-91 als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet (konzertant), 1992 als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, 1993 als Gennaro auf. 1993 hörte man ihn am Teatro Coccia von Novara als Raoul in Meyerbeers »Hugenotten«. 1995 gastierte er an der Oper von Rom als Astrologe in »Der goldene Hahn« von Rimsky-Korssakow, am Teatro Comunale von Canale Monferrato und am Teatro Coccia von Novara als Mascarille in »Le preziose ridicole« von Felice Lattuada.

Schallplatten: Nuova Era (»La Favorita«, »Maria di Rohan« und »Gianni di Parigi« von Donizetti, Elvino in »La Sonnambula« von Bellini, »Les pêcheurs de perles« von Bizet; Arien-Platte), TIS (»Didone« von Marcello), Orpheus (»Lucrezia« von O. Respighi), Memories (»La Cecchina« von Piccinni), Berlin Classics (Sempronio in »Lo Speziale« von J. Haydn), Bongiovanni (»Lucrezia« von O. Respighi).

 18.8. Joy DAVIDSON wird 75

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 Sie erhielt ihre Ausbildung durch Howard S. Swan in Los Angeles, an der Florida State University bei Elena Nikolaidi und in Miami bei Irma McDaniels und Daniel Harris. Bühnendebüt 1965 an der Oper von Miami als Angelina in Rossinis »La Cenerentola«. 1968 gewann sie einen internationalen Gesangconcours in Sofia. In ihrer amerikanischen Heimat sang sie an den Opern von Dallas, Houston (Texas), Miami, New Orleans, San Francisco (1969-70 die Sekretärin in Menottis »The Consul« und die Carmen) und seit 1969 an der New York City Opera (Debüt als Kontschakowna in Borodins »Fürst Igor«), an der sie bis 1981 häufig auftrat, u.a. auch als Carmen. 1969 wirkte sie an der Oper von Santa Fé in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Die Teufel von Loudon« von Penderecki mit, wobei diese Aufführung privat auf Schallplatten aufgenommen wurde. Gastspiele brachten der Künstlerin an den Staatsopern von Wien (1974 als Carmen und als Preziosilla in »La forza del destino«), München und am Teatro Liceu Barcelona, an der Welsh Opera Cardiff, am Teatro San Carlos Lissabon, an der Nationaloper Sofia, in Amsterdam, Lyon und Turin, vor allem aber an der Mailänder Scala (1971 als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und 1979 als Sünde in »Paradise Lost« von Penderecki) und bei den Festspielen von Florenz und Spoleto (1972 Sekretärin in Menottis »The Consul«), bedeutende Erfolge. 1984 trat sie am State Theatre New York als Türkenbaba in Strawinskys »The Rake’s Progress« auf. Sie sang auf der Opernbühne neben den klassischen Partien ihres Stimmfachs wie der Charlotte in Massenets »Werther«, der Eboli im »Don Carlos« und dem Orpheus von Gluck auch die schwierigen Rollen für Koloratur-Alt und zahlreiche Aufgaben in modernen Werken. Auch als Konzertsängerin bekannt geworden.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://joydavidsonpresents.com/

 18.8. Dmitrij KITAJENKO wird 75

 Er studierte an der Glinka-Musikschule und am Rimskij-Korsakow-Konservatorium seiner Heimatstadt Leningrad, außerdem bei Hans Swarowsky und Karl Österreicher in Wien. 1969 war er Preisträger beim 1. Internationalen Herbert von Karajan-Dirigierwettbewerb und wurde mit 29 Jahren Chefdirigent des Stanislawski-Theaters. 1976 übernahm er die Chefdirigenten-position der Moskauer Philharmoniker. 1990 ging er in den Westen und wurde u.a. Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters, des Bergen Philharmonic Orchestra sowie Erster Gastdirigent des Dänischen Nationalen Radiosymphonieorchesters. Als Juror des Internationalen Malko-Wettbewerbs engagiert er sich für den Dirigentennachwuchs. Dmitrij Kitajenko gehört zu den großen Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit. Er dirigiert die bedeutenden Orchester Europas, Amerikas und Asiens. Mit dem Gürzenich-Orchester Köln, dessen Ehrendirigent er seit 2009 ist, verbindet Dmitrij Kitajenko eine jahrzehntelange Zusammenarbeit, die u.a. herausragende CD-Einspielungen hervorbrachte. Ihre Gesamtaufnahme der Schostakowitsch-Sinfonien wurde mit renommierten Preisen ausgezeichnet, ihr Prokofjew-Zyklus stieß auf große Begeisterung. Ihr bereits als Referenzeinspielung gehandelter Tschaikowsky-Zyklus wurde Anfang 2014 mit der 7. Symphonie und dem 3. Klavierkonzert abgeschlossen. Fortgesetzt wird die höchst erfolgreiche künstlerische Zusammenarbeit mit einem Rachmaninow-Zyklus auf CD: Als erstes wurde im Herbst 2014 die Symphonie Nr. 1 zusammen mit „Der Fels“ veröffentlicht. Außerdem wird demnächst auch Tschaikowskys Operneinakter „Jolanthe“ erscheinen. Zahlreiche CDs liegen außerdem u. a. mit den Moskauer Philharmonikern, dem RSO Frankfurt, dem Bergen Philharmonic Orchestra und dem Dänischen Nationalorchester vor. Für seine herausragenden Schallplattenaufnahmen wurde er im März 2015 mit dem Lifetime Achievement Award der ICMA (International Classical Music Awards) ausgezeichnet. Seit 2012 ist Dmitrij Kitajenko Erster Gastdirigent des Konzerthausorchesters Berlin, mit dem er im Februar 2015 auch auf Spanientournee gegangen ist. Außerdem stand er in der Spielzeit 2014|15 u.a. am Pult der Göteborger Symfoniker, des NDR Sinfonieorchesters, des Radiosinfonieorchesters Stuttgart und der Dresdner Philharmonie und leitete einen Brahms-Zyklus beim Qatar Philharmonic Orchestra. In Japan ist er für 2016 zu mehreren Konzerten bei den führenden Sinfonieorchestern eingeladen.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.kitajenko.com/

 19.8. Kay CREED wird 75

 Sie studierte Gesang an der Oklahoma City University, wo sie Schülerin von Inez Silberg und Anna Hamlin war. Sie absolvierte weitere Studien an der Musikhochschule München. 1965 kam es an der City Opera New York zu ihrem Bühnendebüt als Siebel im »Faust« von Gounod. Seitdem bedeutende Karriere an diesem Opernhaus wie auch an den Operntheatern von Cincinnati, Dallas, Pittsburgh, Philadephia, New Orleans, San Antonio, Houston (Texas), San Diego und bei der Hawaii Opera. Sie wirkte 1966 in der Eröffnungsvorstellung der neu erbauten City Opera New York in der Oper »Don Rodrigo« von Ginastera mit. Sie trat auch bei den Festspielen von Las Palmas auf. Sie sang ein umfassendes Rollenrepertoire mit Partien wie der Kontschakowna in »Fürst Igor« von Borodin, der Charlotte im »Werther« von Massenet, der Dorabella in »Così fan tutte«, dem Cherubino in »Le nozze di Figaro«, der Marina im »Boris Godunow«, der Angelina in Rossinis »La Cenerentola«, der Clairon in »Capriccio« von R. Strauss, der Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, dem Hänsel in »Hänsel und Gretel« und der Fortuna in »Don Rodrigo« von Ginastera. Die auch als Konzertsängerin angesehene Künstlerin nahm einen Lehrauftrag für Gesang und Katholische Kirchenmusik an der Oklahoma City University wahr. Sie betätigte sich in der Verwaltung mehrerer amerikanischer Operngesellschaften, darunter der Oklahoma Opera und der Tulsa Opera, zu deren Gründern sie gehörte.

Zweifellos existieren Mitschnitte von Rundfunksendungen.

 21.8. Inger PAUSTIAN wird 85

Inger_PAUSTIAN

 Sie erhielt ihre Ausbildung in Kopenhagen, war an der Hofoper der dänischen Metropole engagiert und zugleich 1965-67 Mitglied des Stadttheaters von Kiel. 1967-69 wirkte sie am Staatstheater Hannover und dann in den Jahren 1969-78 am Opernhaus von Frankfurt a.M. 1976-77 war sie als Gast dem Opernhaus von Zürich verbunden. 1970 gastierte sie an der Staatsoper von Hamburg, 1971 an der Bayerischen Staatsoper München, 1968 mit dem Ensemble der Hamburger Oper bei den Festspielen von Edinburgh (als 5. Magd in »Elektra« von R. Strauss). Auch an der Wiener Staatsoper trat sie als Gast auf (1975 als Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Herodias in »Salome« von R. Strauss), 1976 an der Oper von Valencia als Ortrud im »Lohengrin«. Bei den Festspielen von Bayreuth sang sie 1968-71 die Siegrune und 1970-71 auch die Wellgunde im Nibelungenring, 1970-71 eins der Blumenmädchen sowie 1971 auch einen der Knappen im »Parsifal«. Ihre Karriere dauerte bis zum Ausgang der siebziger Jahre; dabei sang sie ein vielseitiges Bühnenrepertoire mit Rollen wie der Penelope in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«, der Fidalma in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, der Marcellina in »Le nozze di Figaro«, der Venus im »Tannhäuser«, der Brangäne in »Tristan und Isolde«, der Amme in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, der Azucena im »Troubadour«, der Amneris in »Aida«, der Prinzessin Eboli in Verdis »Don Carlos«, der Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, der Larina im »Eugen Onegin« und der Agave in »Die Bassariden« von H.W. Henze. Sie kam auch im Konzertsaal zu einer erfolgreichen Karriere.

Schallplatten: DGG (Blumenmädchen im »Parsifal«).

 22.8. Derek CLARK wird 60

 Biographie des schottischen Dirigenten und Pianisten auf Englisch: http://www.operascotland.org/person/88/Derek-Clark

 23.8. Renate FRANK-REINECKE wird 80

 Tochter des bekannten Tenors und Opernsängers Paul Reinecke (1902-67), der vor allem am Opernhaus von Leipzig wirkte. Sie studierte in Leipzig bei Rita Meinl-Weise, dann in Dresden bei Johannes Kemter und debütierte 1958 an der Staatsoper von Dresden. Sie blieb Mitglied dieses Opernhauses bis 1965. Seit 1969 war sie durch einen Gastspielvertrag der Berliner Staatsoper, in den Jahren 1970-76 auch der Dresdner Oper verbunden. Die Künstlerin hatte bei Gastspielen an den Nationalopern von Prag und Budapest bedeutende Erfolge. Neben ihrem Wirken auf der Opernbühne hatte sie eine zweite ebenso wichtige Karriere im Konzertsaal. Dabei trat sie vor allem in Oratorien und geistlichen Musikwerken von Bach, Händel, Mozart und auch in Kompositionen neuerer Meister hervor. Auf der Bühne bevorzugte sie das Repertoire für lyrischen wie für jugendlich dramatischen Sopran, wobei sie eine Vielzahl sehr verschiedenartiger Aufgaben bewältigte.

Schallplatten: Philips (Religiöse Vokalmusik von Mozart).

 24.8. Klaus BURON wird 85

 Er erhielt ersten Gesangunterricht durch Frau Jung-Steinbrück in Leipzig, kam 1952 als Chorsänger an das Theater von Altenburg (Thüringen) und studierte dann seit 1953 in Berlin bei H. Skoda. 1955 erfolgte sein Bühnendebüt als Solist am Theater von Güstrow (Mecklenburg) in der Rolle des Omar in »Abu Hassan« von Weber. Er blieb bis 1958 in Güstrow, sang darauf 1958-63 am Theater von Frankfurt a.d. Oder und 1963-69 am Theater von Altenburg in Thüringen. Er betrieb während dieser Zeit eine weiterführende Ausbildung in Leipzig und Berlin. 1969 wurde er an das Opernhaus von Leipzig berufen, an dem er eine über 25jährige, erfolgreiche Karriere hatte. Sein Bühnenrepertoire enthielt eine Vielzahl von Partien aus dem seriösen und namentlich aus dem Buffo- und Charakterfach, darunter den Hans Sachs wie den Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg« und den van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing. Den Staatsopern von Berlin und Dresden war er als ständiger Gast verbunden. Gastspiele und Konzertauftritte trugen dem Künstler zusätzliche Erfolge ein.

 25.8. Michail RYSSOV wird 60

Michail_RYSSOV

 Nach seiner Ausbildung begann er seine Sängerkarriere 1983 am Opernhaus von Minsk, dessen Mitglied er bis 1987 blieb. Er gewann eine Anzahl von internationalen Gesangwettbewerben, so 1984 den Glinka-Wettbewerb, 1987 den Concours von Verviers in Belgien, 1987 den Ettore Bastianini-Wettbewerb in Siena, 1988 den Concours von Parma und 1989 den Toti dal Monte-Concours in Treviso. Er sang dann auch 1989 am Theater von Treviso den Commendatore im »Don Giovanni« und kam jetzt sehr schnell zu einer internationalen Karriere. Bei den Festspielen von Verona übernahm er den Sparafucile im »Rigoletto« (1991), den Zaccaria in Verdis »Nabucco« und den Ramfis in »Aida«, den er auch an der Deutschen Oper Berlin vortrug. An der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg hörte man ihn 1991 als König Philipp in Verdis »Don Carlos«, am Opernhaus von Frankfurt a.M.1991 als Gremin im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, am Teatro Fenice Venedig, ebenfalls 1991, als Großinquisitor im »Don Carlos«, an der Opéra du Rhin Straßburg 1992 als Dosifej in »Chowanschtschina«, am Teatro San Carlos Lissabon 1993 als Gremin. 1995-96 trat er in der Arena von Verona als König in Verdis »Aida« auf. 1999 sang er bei der Scottish Opera Glasgow wie beim Festival von Edinburgh den Ramfis und an der Mailänder Scala den Commendatore. 2000 gastierte er bei den Festspielen in der Arena von Verona als Ramfis und als Pater Guardian in »La forza del destino« von Verdi, am Theater von St. Gallen als Procida in Verdis Oper »Les Vêpres Siciliennes«. Am 20.10.2000 wirkte er an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »Tatjana« von Azio Corghi als Kutzma mit. Seine weiteren großen Partien, die er auch bereits in seiner russischen Heimat gesungen hatte, waren der Mephisto im »Faust« von Gounod wie in Boitos »Mefistofele«, dazu zahlreiche Partien aus dem Bereich der russischen Oper. Auch im Konzertsaal erfolgreich aufgetreten.

 25.8. José van DAM wird 75

José van Dam

 Ausbildung durch Frédéric Anspach am Konservatorium von Brüssel, wo er sein Diplom für Operngesang und als Gesangslehrer erhielt. Nachdem er mehrere Gesangwettbewerbe gewonnen hatte, debütierte er 1960 am Opernhaus (Opéra de Wallonie) von Lüttich als Basilio im »Barbier von Sevilla«. 1961 kam er an die Grand Opéra Paris (Antrittsrolle: Wagner im »Faust« von Gounod), an der er bis 1965 blieb, und u.a. in »Les Troyens« von Berlioz auftrat und den Escamillo in »Carmen«, aber auch kleinere Partien sang. 1965-67 sang er am Grand Théâtre Genf; hier wirkte er 1966 in der Uraufführung von »La Mère coupable« von Darius Milhaud als Maître Fal mit. Weiters sang er an diesem Haus u.a. den Sprecher in der »Zauberflöte«, den Lodovico in Verdis »Otello«, den Bailli im »Werther« von Massenet, den Crespel in »Hoffmanns Erzählungen«, den Baron Douphol in »La Traviata«, den Sebastien in »La Tempête« von Frank Martin, den Fiesco in »Simon Boccanegra«, den Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg« und den Masetto im »Don Giovanni«; auch später gastierte er noch oft an diesem Haus, so 1968 als Sancho Panza in »Don Quichotte« von Massenet, 1970 und 1977 als Figaro in »Le nozze di Figaro«, 1972 als Leporello im »Don Giovanni«, 1988 als Frère Laurent in »Roméo et Juliette« von Berlioz und als Hérode in »L’Enfance du Christ«, ebenfalls von Berlioz, 1991 in den Titelrollen von Rossinis »Wilhelm Tell« und Wagners »Der fliegende Holländer«, 1997 als Barak in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1998 und 2003 als Mephisto in »La Damnation de Faust« von Berlioz, 2000 als Golaud in »Pelléas et Mélisande«, 2001 in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, 2006 als Claudius in »Hamlet« von A. Thomas und 2010 als Baron Mirko Zeta in Lehárs »Die lustige Witwe«; dazu gab er hier mehrfach sehr erfolgreiche Liederabende. 1967 wurde er an die Deutsche Oper Berlin berufen und begann nun eine große internationale Karriere. In Berlin sang er den Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, den Leporello und den Don Alfonso in »Così fan tutte«. Er gab Gastspiele in Brüssel, Stockholm, an der Covent Garden Oper London (Debüt 1973), in Lissabon und München, bei den Festspielen von Aix-en-Provence und an der Oper von Santa Fé (1967 als Escamillo, zugleich sein USA-Debüt). Er gastierte an den Opernhäusern von Lüttich und Zürich, von San Francisco (1970 als Escamillo, als 1. Nazarener in »Salome« von R. Strauss und als Angelotti in »Tosca« sowie 1988 als Fliegender Holländer) und Dallas, in Amsterdam und Monte Carlo. Bei den Festspielen von Salzburg trat er 1968-73 in »Rappresentatione di Anima e di Corpo« von E. de Cavalieri, 1972 sowie 1974-76 als Titelheld in »Le nozze di Figaro«, 1974 und 1978-81 als Sprecher in der »Zauberflöte«, 1975-78 als Mönch im »Don Carlos« von Verdi, 1977-78 als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, 1980-82 in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, 1982 als Don Alfonso, 1985-86 als Escamillo, 1989 als Mephisto in einer konzertanten Aufführung von »La damnation de Faust« von H. Berlioz, 1992 und 1998 in der Titelrolle der Oper » Saint François d’Assise « von O.Messiaen und 1993 als Falstaff von Verdi auf. Seit 1970 wirkte er länger als zwanzig Jahre in den Konzertveranstaltungen der Salzburger Festspiele mit: in Mozarts Krönungsmesse und Bruckners Te Deum (1972), in Bruckners F-Moll-Messe (1972), in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler (1975), in Beethovens 9. Sinfonie (1976), in der »Schöpfung« von J. Haydn (1977, 1982), in den »Jahrezeiten« von J. Haydn (1981), in Strawinskys »Oedipus Rex« (1982), im Deutschen Requiem von J. Brahms (1983), im Verdi-Requien (1984), im »Elias« von Mendelssohn (1984), in der Hohen Messe von J.S. Bach (1985), in Beethovens Missa Solemnis (1986) und in einem Konzert mit Mahler-Liedern (1992). Er trat dort auch in Mozart-Konzerten (1970, 1972) auf und gab 1977 einen viel beachteten Liederabend. Bei den Osterfestspielen von Salzburg hörte man ihn als Ferrando im »Troubadour«, als Rocco im »Fidelio«, als Amfortas im »Parsifal« und 1992 als Fliegenden Holländer. 1972 debütierte er an der Wiener Staatsoper als Titelheld in »Le nozze di Figaro« und sang dort bis 1991 in insgesamt 29 Vorstellungen außerdem noch den Colline in »La Bohème«, den Leporello, den Mönch im »Don Carlos« von Verdi, den Fliegenden Holländer, den Jochanaan, den Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg« und den Golaud. An der Mailänder Scala debütierte er 1972 als Escamillo; hier hörte man ihn auch 1974 als Figaro in »Le nozze di Figaro« und wieder als Escamillo, 1987 als Don Giovanni und 1995 als Mephisto in »La damnation de Faust« von H. Berlioz, außerdem trat er hier bis 2006 auch oft in Konzerten und Liederabenden auf. 1973 gastierte er am Teatro Fenice Venedig als Kaspar im »Freischütz« von Weber, 1973-74 glanzvolle Gastspiele an der Grand Opéra Paris und am Opernhaus von Straßburg. 1975 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, wo er im November diesen Jahres als Escamillo debütierte und bis 2005 in insgesamt 75 Vorstellungen außerdem noch den Golaud, den Colline, den Fliegenden Holländer, den Wozzeck von A. Berg, den Figaro in »Le nozze di Figaro« und die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« sang. Nachdem er während zwanzig Jahren dort nicht mehr aufgetreten war, sang er 1981 am Théâtre de la Monnaie Brüssel den König Philipp im »Don Carlos« von Verdi. Sehr oft ist er an der Pariser Oper aufgetreten, so hörte man ihn dort bis 2008 u.a. als Isménor in »Dardanus« von Rameau, als Fliegenden Holländer, als Escamillo, als Figaro in »Le nozze di Figaro«, als Mephisto sowohl im »Faust« von Gounod als auch in »La damnation de Faust« von Berlioz, in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, als Golaud, als Leporello, in der Titelpartie von Massenets »Don Quichotte«, als Alexander Gorjantschikow in Janáceks »Aus einem Totenhaus«, als Tschelio in Prokofieffs »L’amour des trois oranges«, als Vater in »Louise« von Charpentier, als Germont-père in »La Traviata« und als Sprecher in der »Zauberflöte«. Am 28.11.1983 sang er an der Grand Opéra Paris die Titelpartie in der Uraufführung des Opernwerks »Saint François d’Assise« von Olivier Messiaen und wiederholte diese bei Aufführungen an der Opéra Bastille Paris (1992). 1986 sang er in Brüssel den Boris Godunow von Mussorgsky. Er trat auch als Gast am Opernhaus von Köln und am Nationaltheater Mannheim auf. Beim Festival von Orange sang er 1990 den Mephisto im »Faust« von Gounod, am Teatro Colón Buenos Aires 1995 den Titelhelden in Verdis »Simon Boccanegra«, 1996 am Théâtre Châtelet Paris und an der Covent Garden Oper London den König Philipp. 1997 gastierte er an der Oper von Rom als Fliegender Holländer, 1998 am Opernhaus von Toulouse als Boris Godunow, 1999 an der Oper von Monte Carlo den Escamillo. 1999 sang er am Théâtre de la Monnaie Brüssel den Golaud, an der Oper von Lyon den Falstaff von Verdi. 2000 hörte man ihn am Opernhaus von Toulouse und am Théâtre Châtelet Paris als Claudius in »Hamlet« von A. Thomas, am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Hans Sachs und als Falstaff, bei den Festspielen von Orange in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, 2001 am Teatro San Carlo Neapel als König Philipp. Zu seinen Hauptrollen gehörte neben den bereits genannten Partien auch der Alfonso in »Lucrezia Borgia« von Donizetti. Große Erfolge als Konzertsänger in Chicago, Boston, Los Angeles, Tokio und in den europäischen Musikmetropolen.

Lit: A. Clark: José van Dam (in »Opera«, 1993).

Schallplatten: HMV (vollständige Opern »Carmen«, »Fidelio«, Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, »Pelléas et Mélisande«, »Die Zauberflöte«, »Ciboulette« von Reynaldo Hahn, »Così fan tutte«, »Aida« und »Simon Boccanegra« von Verdi, »Louise« von Charpentier, »Mireille« und »Roméo et Juliette« von Gounod, »La jolie fille de Perth« von Bizet, »Hoffmanns Erzählungen«, »Guercoeur« von A. Magnard, »Oedipe« von Enescu, Requiem von Gabriel Fauré), Decca (»Un Ballo in maschera« von Verdi, »Carmen«, »La damnation de Faust« von Berlioz, »Le nozze di Figaro«, »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«), RCA (Verdi-Requiem), DGG (»Parsifal«, »Die Zauberflöte«, »L’Heure espagnole« von Ravel, »Pelléas et Mélisande«, Titelrolle in »Saint François d’Assise« von O. Messiaen, 9. Sinfonie und Missa solemnis von Beethoven, »Roméo et Juliette« von Berlioz, 8. Sinfonie von G. Mahler), CBS (»Don Giovanni«), Erato (»Pénélope« von Gabriel Fauré, »Dardanus« von Rameau, H-Moll Messe von Bach, »L’Enfance du Christ« von Berlioz, Sprecher in der »Zauberflöte«, vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«), Philips (»Le nozze di Figaro«, »Così fan tutte«), IMS (»Saint François d’Assise«), EMI (»Faust«, Frère Laurent in »Roméo et Juliette« und »Mors et vita« von Gounod, Comte des Grieux in »Manon« von Massenet, »Don Quichotte« und »Hérodiade« von Massenet, »Moses und Aron« von Schönberg, »Don Carlos« von Verdi, Nilakantha in »Lakmé« von Delibes, Titelrolle in Puccinis »Gianni Schicchi«), Ricercar (»Simon Boccanegra«), Forlane (»Elias« von Mendelssohn), Bella Voce (Escamillo in »Carmen« mit Régine Crespin, Metropolitan Oper New York, 1978). Bondy-Video (König Philipp im »Don Carlos« von Verdi, Paris 1996), Arthaus-Video (Golaud in »Pelléas et Mélisande«, Oper von Lyon). Auch hier kann nur ein annähernder Überblick über die Schallplattenaufnahmen des Sängers gegeben werden.

 25.8. Elisabeth BREUL wird 85

Elisabeth_BREUL

 Sie studierte an der Musikhochschule Gera bei Marta-Luise Fink, dann an der Dresdner Musikhochschule bei Klara Elfriede Intrau. Debüt 1958 in Greiz als Donna Anna im »Don Giovanni« seit 1960 Mitglied des Opernhauses von Leipzig. Sie erhielt 1968 den großen Kunstpreis der DDR, 1973 Gewinnerin des Schumann-Wettbewerbs in Zwickau. Zu Gast vor allem an den Staatsopern von Dresden und Berlin, an der Berliner Komischen Oper, am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an den Opern von Brno (Brünn), Lodz, in Budapest, Genua und bei den Festspielen von Wiesbaden. Auch in den Musikzentren Rumäniens, Frankreichs, Spaniens und der UdSSR als Gast aufgetreten, zum Teil auch im Konzertsaal. Auf der Bühne sang sie vorzugsweise das lyrische Repertoire: die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Gräfin wie die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Agathe im »Freischütz«, die Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofieff, die Marguerite in Gounods »Faust«, die Titelfigur in »Jenufa« von Janácek, die Mimi in »La Bohème«, die Tosca, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut« und die Djula in »Ero der Schelm« von Gotovac. Als Konzertsängerin trat sie namentlich im Bach- und Händel-Repertoire hervor. Pädagogische Tätigkeit an den Musikhochschulen von Dresden und Leipzig.

Schallplatten: Eterna (Marzelline in »Fidelio«, Lauretta in »Le Docteur Miracle« von Bizet, vollständige Oper »Die Bürger von Calais« von Wagner-Regény, Werke von Hanns Eisler), Koch Records (»Parsifal«), Berlin Classics (Deutsche Sinfonie von Hanns Eisler).

 27.8. Ulrich STUDER wird 70

 Er studierte zunächst am Konservatorium von Bern bei Suzanne Eggli Klavierspiel, dann an der Musikhochschule von München Gesang bei Hanno Blaschke (1970-76). Weitere Ausbildung durch Henry Bataille und durch Jean Stawsky. 1972 begann er seine Konzertkarriere. Er trat in den Musikzentren in der Schweiz wie in Westdeutschland auf und kam auf internationaler Ebene zu großen Erfolgen in Amsterdam und Den Haag, in Rom, Triest, Vicenza, Turin, Neapel und Palermo, beim Flandern Festival in Gent und beim Internationalen Festival für Alte Musik in Innsbruck, in Sydney, Melbourne, Perth und Adelaide, in Paris und Lüttich, in Bologna, Mantua und Piacenza, beim Festival von Brno (Brünn) und bei Radio- und Fernsehauftritten in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, Australien und Italien. Er galt als großer Bach-Interpret, beherrschte aber ein Repertoire, das auf den Gebieten des Oratoriums wie der religiösen Vokalmusik von der Barockzeit bis zu zeitgenössischen Meistern (Willy Burkhard, D. Milhaud, H. Studer, K. Huber) reichte. Auf dem Gebiet des Liedgesangs zeichnete er sich in Liedern von Schubert, R. Schumann, Hugo Wolf, von Debussy, Gabriel Fauré, Ravel, Poulenc, Duparc und de Falla aus. Als Opernsänger war er in den Jahren 1979-83 am Theater der Schweizer Bundeshauptstadt Bern engagiert. Er gab Bühnengastspiele an den Theatern von Basel, Biel-Solothurn, Lausanne und St. Gallen, an der Oper von Nizza und bei den Münchner Opernfestspielen im historischen Cuvilliés-Theater. Von den Partien, die er auf der Bühne vortrug, seien der Morales in »Carmen«, der Belcore in Donizettis »L’Elisir d’amore«, der Malatesta im »Don Pasquale«, der Valentin im »Faust« von Gounod, der Creonte in »Orfeo ed Euridice« von Haydn, der Titelheld in Monteverdis »L’Orfeo«, der Masetto im »Don Giovanni«, der Manz in »Romeo und Julia auf dem Dorfe« von F. Delius und der Titelheld in Suppés Operette »Boccaccio« genannt. Am Théâtre Municipal Lausanne nahm er 1986 an der Uraufführung der Oper »Tom Paine« von J.F. Bovard und P. Foster teil, am Stadttheater von Bern an der Schweizer Erstaufführung von »The Prodigal Son« von Benjamin Britten (1984 in der französischen Kirche in Bern), am Theater von St. Gallen in der von A. Stradellas »San Giovanni Battista« (1980). 1996 wirkte er am Pfalztheater Kaiserslautern in der Uraufführung der Oper »Gesualdo« von Franz Hummel in der Titelrolle mit. 1997 sang er am Stadttheater von Halle/Saale den Marquis de la Force in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc und den Nottingham in »Roberto Devereux« von Donizetti, bei den Göttinger Händel-Festspielen des gleichen Jahres den Elviro in »Serse« von Händel, 1998 in Halle den Wozzeck von A. Berg, den Timagene in der Händel-Oper »Poro« und die Titelrolle in »Der Vampyr« von H. Marschner. 2000 sang er am Theater von Halle/Saale den Don Alfonso in »Così fan tutte« und den Escamillo in »Carmen«, 2001 wirkte er an diesem Haus in der Uraufführung der Oper »Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung« von Detlev Glanert mit, auch in einer konzertanten Aufführung von Rossinis »Otello« als Elmiro.

Schallplatten: HMV (Bach-Kantaten, Werke von M.A. Charpentier und Dumont), DGG (»Messe des morts« von Gilles), CBS (Kantaten und Arien von Vivaldi, Elviro in »Serse« von Händel), Erato (»Armide« von Lully), Ex Libris-Schwann (Markus-Passion von A. Brunner, Erode in »San Giovanni Battista« von A. Stradella), Ars Nova (Titelrolle in »Gesualdo« von F. Hummel)..

 29.8. Bernarda FINK wird 60

Bernarda_FINK

 Sie entstammte einer ursprünglich slowenischen Familie. Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin am Instituto Superior de Arte del Teatro Colón in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, wo sie auch am Teatro Colón debütierte, dessen reguläres Mitglied sie 1983 wurde. Hier sang sie u.a. 1986 die Tisbe in Rossinis »La Cenerentola«. Nachdem sie 1985 in Buenos Aires den Gesangwettbewerb Nuevas Voces Liricas gewonnen hatte, ging sie zu weiteren Studien nach Europa. Sie wurde hier durch Michel Corboz entdeckt und trat nun vor allem als Oratoriensolistin in Erscheinung. Als solche gastierte sie in den Zentren des internationalen Musiklebens, u.a. in Paris und Genf, in Berlin und Warschau, in Amsterdam, Lissabon und Tokio. Sie setzte bald auch ihre Bühnenkarriere mit internationalen Gastspielen fort. Nachdem sie am Opernhaus von Montpellier als Penelope in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria« unter René Jacobs Aufsehen erregt hatte, sang sie 1993 diese Partie auch bei den Festspielen Alter Musik in Innsbruck, ebenfalls 1993 am Teatro Liceu Barcelona die Speranza in »L‘Orfeo« vom gleichen Meister, in der Spielzeit 1993-94 an der Staatsoper Berlin die Messagera in der gleichen Oper und hatte seit 1994 besondere Erfolge in der Koloraturpartie der Angelina in Rossinis »La Cenerentola«. 1995 trat sie in Amsterdam als Proserpina in Monteverdis »L‘Orfeo« auf. 1997 sang sie an der Staatsoper Berlin mehrere Partien (Prolog, Bote, Ninfa, Proserpina) in der Renaissance-Oper »Euridice« von J. Peri, in der Friedrichswerderschen Kirche in Berlin den Caino in dem Oratorium »Caino, overo il Primo Omicidio« von Alessandro Scarlatti. 1998 trat sie in Köln als Dorabella in einer (konzertanten) Aufführung von »Così fan tutte« auf, 1999 in Sydney als Penelope in Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in patria«. 1999 sang sie bei den Salzburger Festspielen das Altsolo im »Messias« von Händel, 2000 in Berlin das Altsolo in der Matthäuspassion von J.S. Bach unter René Jacobs, bei den Festspielen von Aix-en-Provence die Dorabella. 2000 nahm sie an einer Europa-Tournee mit (konzertanten) Aufführungen von Glucks »Orfeo ed Euridice« (als Orfeo) unter René Jacobs teil, bei der sie u.a. im Teatro Olimpico in Rom auftrat. Sie gastierte am Landestheater Salzburg und am Ständetheater Prag. Bekannt wurde die Künstlerin nicht zuletzt durch zahlreiche schöne Schallplattenaufnahmen.

Diese erschienen auf Erato (»Zelmira« von Rossini, »Amadis de Gaula« von Händel), Harmonia mundi (»Giulio Cesare« und »Flavio« von Händel, »L‘Orfeo« und »Il ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi, »Maddalena ai piedi di Cristo« von Caldara, Dorabella in »Così fan tutte«), Cascavelle (C-Moll-Messe von Mozart), Berlin Classics (H-Moll-Messe von J.S. Bach), DGG (Phèdre in »Hippolyte et Aricie« von Rameau, Amalta in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi, »Messias« von Händel, Osterkantaten und Pfingstkantaten von J.S. Bach, D-Moll-Messe von A. Bruckner), Astrée (»Messias« von Händel), Matous/Note (Lieder von A. Dvorák), Hyperion/Koch (Eichendorff-Lieder von Hugo Wolf), Accord (Lieder von Ernest Chausson), Decca (Goffredo in »Rinaldo« von Händel), Teldec (Matthäuspassion von J.S. Bach).

 30.8. Dominique VISSE wird 60

dominique-visse

 Er war Chorsänger an Notre Dame in Paris und studierte dann am Konservatorium von Versailles Orgelspiel, Flöte und Gesang. Er spezialisierte sich auf das Stimmfach des Countertenors und widmete sich in erster Linie der Interpretation von Vokalwerken aus den Epochen der Renaissance und des Barock. In den Jahren 1976-78 war er Schüler der bekannten Countertenöre Alfred Deller und René Jacobs, auch von Nigel Rogers und seit 1980 von Jean Laurens. 1978 gründete er das Ensemble Clément Janequin, mit dem er in Werken aus dem Bereich der alten Musik auftrat und Schallplattenaufnahmen herstellte. Er sang zu Beginn seiner Karriere viel mit dem Ensemble »Les Arts Florissants« unter William Christie zusammen. Er arbeitete auch mit anderen Gruppen zusammen, die sich mit Aufgaben musikhistorischer Art befassten (u.a. unter der Leitung von René Jacobs, Philippe van Herreweghe und Ton Koopman). Auf der Bühne übernahm er gerne Buffo- und Charakterrollen in Opern aus der Barockzeit. Eigentliches Bühnendebüt 1982 in Tourcoing in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. Beim Edinburgh Festival gastierte er 1985 in »Actéon« von Charpentier in der Titelrolle und in »Anacréon« von Rameau als Agathocles sowie 2012 in »David et Jonathas« von Charpentier. An der Pariser Oper war er 1987-2013 oft zu hören: als Nireno in Händels »Giulio Cesare«, als Cupidon in Offenbachs »Orphée aux enfers« und als Arnalta wie als Amme in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. Am 24.2.2003 wirkte er an der Pariser Oper in der Uraufführung der Oper »Perelà, l’homme de fumée« von P. Dusapin in der Partie des Erzbischofs mit. 1987 sang er mit dem Tourcoing Ensemble, 1989 am Opernhaus von Lausanne den Annio in »La clemenza di Tito« von Gluck, ebenso 1987 am englischen Rundfunk BBC den Alexander in »Cleofide« von J. A. Hasse. Beim Festival Alter Musik in Innsbruck sang er 1989 die Amme in »Giasone« von Cavalli, 1992 in »Don Chisciotte in Sierra Madre« von Francesco Conti, 1993 in Monteverdis »L’Orfeo« und in »I Disingamati« von Caldara. Beim Festival von Aix-en-Provence wirkte er 1989 in der Uraufführung der Oper »Le Rouge et le Noire« von Claude Prey als Geronimo mit, beim Holland Festival des gleichen Jahres in »King Arthur« von Purcell, in Montpellier als Amme Ottavias in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« (die er auch 1996 am Teatro Colón Buenos Aires übernahm). 1990 sang er mit dem Ensemble »Les Arts Florissants«, mit dem er oft zusammen auftrat, in der Greenwich Chapel die Zauberin in »Dido and Aeneas« von Purcell, 1992 an der Oper von Monte Carlo die Titelrolle in der Oper »Montezuma« von Vivaldi (in der Bearbeitung von Malgoire), 1993 in der Queen Elizabeth Hall in London in Händels »Ottone«, am Théâtre de la Monnaie Brüssel in »La Calisto« von Cavalli. In der Spielzeit 1993-94 war er am Opernhaus von Köln zu Gast; 1995 gastierte er am Théâtre des Champs Élysées in Paris als Valentiniano in Händels »Ezio«, 1996 an der Staatsoper Berlin als Satirino und als Furie in »La Calisto« von Cavalli. 1997 hörte man ihn am Prinzregententheater München als Amalta, in Lausanne als Lurcano in »Rinaldo« von Händel, bei den Festspielen von Innsbruck in der Opera buffa »L‘ Opera seria« von Florian Gassmann, 1999 an der Oper von Lyon als Satirino in »La Calisto« von Cavalli. 1999 sang er bei den festspielen von Aix-en-Provence, 2000 bei den Salzburger Festspielen den Orest in »La belle Hélène« von Offenbach, 2000 am Théâtre de la Monnaie Brüssel den Narciso in »Agrippina« von Händel. – Verheiratet mit der bekannten Sopranistin Agnès Mellon (* 1958).

Schallplatten: Harmonia mundi (»Giulio Cesare« von Händel, »L’Incoronazione di Poppea«, »La Calisto« und »Giasone« von Cavalli, Elviro in »Xerse« von Cavalli, Hexe in »Dido and Aeneas« von Purcell, »Amours de Ronsard« von Bertrand, »L’Incoronazione di Dario« von A. Vivaldi, »L’Amfiparnasso« von Vecchi, Chansons von Desprez, Psalmen und Chansons der französischen Reformation), Capriccio (»Cleofide« von Hasse), Astrée (»Montezuma« von Vivaldi), Hyperion (»Ottone« von Händel), CBS (Mozart-Requiem), Koch Records (»Ottone« von Händel), FNAC Music (Requiem von Campra), Astrée (»Giulio Cesare« von Händel), Farao (Amalta in »L‘ Incoronazione di Poppea«, München 1997); Arthaus-Video (Amme in Monteverdis »L’incoronazione di Poppea«, Schwetzingen 1993).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.dominique-visse.com/

 30.8. Siegfried LORENZ wird 70

Siegfried_LORENZ

 Er erhielt bereits während seiner Schulzeit Unterricht in Klavier-, Orgel- und Cellospiel, seit 1962 Gesangsausbildung durch Alois Orth in Berlin. Er zeichnete sich in mehreren Gesangwettbewerben (1969 in Toulouse, 1970 in Budapest) aus und legte 1969 sein Examen als Gesangslehrer ab. Er debütierte 1969 an der Komischen Oper Berlin in Prokofieffs »L’Amour des trois oranges« und blieb bis 1973 deren reguläres Mitglied. Seitdem gab er als Opernsänger nur noch Gastspiele, vor allem seit 1978 als ständiger Gast an der Staatsoper Berlin zu hören. 1992 Gastspiel an der Staatsoper von Wien als Wolfram im »Tannhäuser«. Von seinen Bühnenpartien sind zu nennen: der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Germont-père in »La Traviata«, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Agamemnon in Glucks »Iphigenie in Aulis« (Staatsoper Berlin 1987) und der Graf in »Capriccio« von R. Strauss. 1972 wirkte er an der Komischen Oper Berlin in der Uraufführung von »Noch einen Löffel Gift, Liebling?« von Siegfried Matthus mit. Seine eigentliche Bedeutung lag jedoch auf den Gebieten des Konzert-, Oratorien- und Liedgesangs, auf denen er ein hohes Ansehen genoss. Seit 1974 war er als Solist bei den Leipziger Gewandhauskonzerten tätig; er unternahm eine Anzahl von Konzerttourneen, u.a. mehrere mit Liederabenden in der Sowjetunion und in Polen. Er galt vor allem als hervorragender Bach-Interpret. Er wirkte in Weimar im pädagogischen Fach.

Seine ausdrucksvolle, warm timbrierte Baritonstimme findet man vor allem in Oratorien- und Liedaufnahmen bei Eterna/Berlin Classics (»Israel in Ägypten« von G.F. Händel), auf Capriccio (»Winterreise« und »Die schöne Müllerin« von Schubert, »Ein Deutsches Requiem« von J. Brahms, »Arlecchino« von Busoni), DGG (Weltliche Kantaten von J.S. Bach, »L’Ange de feu« von Prokofieff), Philips (»Die Kluge« von C. Orff, Ottokar im »Freischütz«, »La finta giardiniera« von Mozart), Ars vivendi (Schubert-Lieder), Wergo (»Das Unaufhörliche« von P. Hindemith) und auf HMV-Electrola (»Genoveva« von R. Schumann).

 31.8. Marie KOBAYASHI wird 60

Marie_KOBAYASHI

 Sie studierte an der Nationalen Kunst- und Musik-Universität Tokio und kam dann nach Frankreich, wo sie ihre Ausbildung am Conservatoire National de Paris fortsetzte. Sie debütierte 1983 in einem Konzert beim Festival zeitgenössischer Musik in Straßburg. Preisträgerin bei mehreren Gesangwettbewerben (Prix Gabriel Fauré 1984, Concours Maîtres de Chant Français, Concours von Clermont-Ferrand 1988). Sie widmete sich in ihrer Konzertkarriere gern dem modernen Musikschaffen. So trat sie 1985 in einem Konzert im französischen Rundfunk auf und sang 1989 bei Radio France in »La Mort de Socrate« von Satie. Auf der Opernbühne hörte man sie 1989 am Theater von Nîmes als Smeton in »Anna Bolena« von Donizetti, 1990 am Théâtre Châtelet Paris in »Meridian« von H. Birtwistle. Im belgischen Rundfunk RTBF Brüssel sang sie in dem Vokalwerk »Roses de Sable« der Komponistin Jacqueline Fontyn. Sie übernahm Solopartien in Oratorien und geistlichen Musikwerken von J.S. Bach, Händel, Mozart und Rossini.

Schallplatten: »Les Madrigaux« von G. Arrgo, Motetten von Vivaldi, Mozart-Requiem, Mitschnitte von Radiosendunge

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