Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM MAI 2015

GEBURTSTAGE IM MAI 2015

 Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage  ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 2.5. Michael DAVIDSON wird 80

 Er erhielt seine Ausbildung durch Vladimir Dubinsky in Los Angeles. Er kam nach Westdeutschland und debütierte hier 1962 als Opernsänger am Stadttheater von Koblenz in der Partie des Renato in Verdis »Un ballo in maschera«. Seine eigentliche künstlerische Heimat fand er am Nationaltheater Mannheim, dessen Mitglied er seit 1966 für mehr als zwanzig Jahre war. Er sang auch gastweise an den Staatsopern von Wien (1971 den Morone in »Palestrina« von H. Pfitzner), München, Stuttgart und Hamburg, an den Opernhäusern von Köln, Karlsruhe, Hannover, Wuppertal, Frankfurt a.M. und Essen, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, in Nürnberg und Dortmund. Er gastierte weiter am Teatro Liceu Barcelona, in Vancouver und Portland (USA). In seinem umfassenden Bühnenrepertoire standen die heldischen Partien im Vordergrund: der Amonasro in »Aida«, der Don Carlo in »La forza del destino«, der Ford in Verdis »Falstaff«, der Rigoletto, der Graf Luna im »Troubadour«, der Germont-père in »La Traviata«, die Titelfiguren in den Verdi-Opern »Macbeth«, »Nabucco« und »Simon Boccanegra«, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, der Sebastiano in »Tiefland« von d’Albert, der Lescaut in »Manon Lescaut« von Puccini, der Scarpia in »Tosca«, der Faninal im »Rosenkavalier« von R. Strauss, der Graf in dessen »Capriccio«, die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« und der Tonio im »Bajazzo«. Noch 1997 trat er am Mannheimer Nationaltheater als Jago in Verdis »Otello« auf.

Privat-Aufnahmen (Mitschnitte von Opernaufführungen).

 3.5. Stefan DAHLBERG wird 60

Stefan_DAHLBERG

 Er absolvierte sein Gesangstudium an der Königlichen Musikakademie Stockholm bei Hans Wihlborg und war auch Schüler des berühmten Tenors Nicolai Gedda. Er debütierte 1982 bei den Festspielen von Drottningholm als Tamino in der »Zauberflöte«. Er wurde 1982 an die Königliche Oper Stockholm verpflichtet, an der er als lyrischer Tenor und namentlich als Mozart-Sänger bald Aufsehen erregte. Er trat an diesem Opernhaus u.a. als Ferrando in »Così fan tutte«, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Tamino und als Titelheld in »La clemenza di Tito« auf. Die letztgenannte Partie wiederholte er 1987-88 bei den Festspielen im Barocktheater von Drottningholm, bei denen er während mehrerer Jahre mitwirkte (1985-86 Don Ottavio, 1987-88 Titelrolle in »La clemenza di Tito«, 1989 Tamino, 1993-94 Prinz in »Una cosa rara« von Martín y Soler, 1994 auch Orlando in »Orlando paladino« von J. Haydn). An der Stockholmer Oper hörte man ihn weiter als Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« von Rossini, als König Charles VII. in Tschaikowskys »Jungfrau von Orléans«, als Sesto in »Giulio Cesare« von Händel, als Titelhelden im »Faust« von Gounod (1989-90), als Pelléas (1993) und als Beppe im »Bajazzo«. Den Don Ottavio sang er auch 1987 beim Brighton Festival. Bereits 1981 trat er im schwedischen Fernsehen in Offenbach-Operetten auf, im schwedischen Rundfunk sang er in einem Konzert zusammen mit der großen Primadonna Joan Sutherland; er nahm als Solist an Konzert-Tourneen des Männerchors OD unter Eric Ericson teil. 1988 wirkte er in Konzerten beim Festival von Helsinki (»Die Schöpfung« von Haydn), in Stockholm, Göteborg und Basel mit. In der Saison 1988-89 sang er in Amsterdam in einer konzertanten Aufführung der Oper »Armida« von J. Haydn, 1989 am Grand Théâtre Genf den Jaquino im »Fidelio«, in Lyon in »Turandot« von Busoni. Er wirkte in Aufführungen von Opern des schwedischen Komponisten Björn Hallman durch die Kristina Nilssonsällskapet mit. Im Konzertsaal kreierte er Kompositionen der zeitgenössischen schwedischen Komponisten Thomas Jennefelt und Sven-David Sandström.

 Schallplatten: Electrola (»Die großmütige Tomyris« von R. Keiser), Musica Sveciae (Lieder von Emil Sjögren, Gustavian Opera), Caprice, Virgin (»Arlecchino« von F. Busoni), Philips (»Die Zauberflöte«, auch als Video).

 4.5. Charles ROE wird 75

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 Er wurde zunächst Musiklehrer an einem College, ließ dann aber seine Stimme ausbilden. Dies geschah am Baldwin Wallace College und bei dem Pädagogen Burton Garlinghouse in Berea (Ohio), dann an der Illinois University in Urbana bei Bruce Foote, schließlich an der Michigan University Ann Arbor bei John McCollum. Sein Bühnendebüt erfolgte 1971 in Detroit als Rambaldo in Puccinis »La Rondine«. Er hatte seitdem eine erfolgreiche Bühnenkarriere an den verschiedenen Opernhäusern in Nordamerika, vor allem trat er jedoch an der City Opera New York auf. Von seinen Bühnenpartien sind der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Figaro in Rossinis »Barbier von Sevilla«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Ford in Verdis »Falstaff«, der Nero in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« und der John Sorel in »The Consul« von Menotti zu nennen. Gleichzeitige Tätigkeit als Konzertsolist und als Gesanglehrer.

 4.5. Roberta PETERS wird 85

Roberta_PETERS
In „Barbiere di Siviglia mit Cesare Siepi

 Ihre Familie stammte aus Österreich, eigentlicher Name Roberta Petermann. Ihre Eltern betrieben in New York ein Schuhgeschäft. Seit ihrem 13. Lebensjahr wurde sie durch William Hermann in New York ausgebildet. Sie debütierte 1950 im Alter von 19 Jahren an der New Yorker Metropolitan Oper, als sie für die erkrankte Nadine Conner in der Partie der Zerlina im »Don Giovanni« einsprang. Zwei Monate später erfolgte ihr offizielles Debüt als reguläres Ensemble-Mitglied der Metropolitan Oper in der Rolle der Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Seitdem blieb sie für 35 Jahre an diesem Haus. Hier sang sie auch 1964 in der amerikanischen Erstaufführung von Menottis »The Last Savage« die Rolle der Kitty. Bis 1985 trat sie an der Metropolitan Oper in 23 Partien und in insgesamt 515 Vorstellungen auf. Zu den Partien, die sie an der New Yorker Metropolitan Oper sang, gehörten u.a. die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Barbarina wie die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Gilda im »Rigoletto«, die Lauretta im »Gianni Schicchi«, die Despina in »Così fan tutte«, die Sophie im »Rosenkavalier«, der Hirtenknabe im »Tannhäuser«, die Adele in der »Fledermaus«, der Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, der Amor in Glucks »Orfeo ed Euridice«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Norina im »Don Pasquale«, die Lucia di Lammermoor, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, die Amina in »La Sonnambula«, die Nannetta in Verdis »Falstaff« und die Marzelline im »Fidelio«. Gastspiele in Chicago und ihr Auftreten im Konzertsaal brachten ihr weitere bedeutende Erfolge. 1953 sang sie an der Covent Garden Oper in »The Bohemian Girl« von Balfe unter Sir Thomas Beecham. 1957 gastierte sie an verschiedenen italienischen Bühnen, 1961 an der Covent Garden Oper als Gilda, 1971 in Berlin, 1972 am Bolschoi Theater Moskau und an der Kirow-Oper Leningrad sowie an der Stuttgarter Staatsoper (als Gilda). Überaus erfolgreiche Konzertreisen in Sowjetrussland und 1971 in Israel. 1963 gastierte sie als Gilda und als Königin der Nacht an der Wiener Staatsoper. Bei den Salzburger Festspielen 1963-64 als Königin der Nacht, 1964 auch in einem Mozart-Konzert aufgetreten. In den sechziger Jahren gab sie regelmäßig Gastspiele an der Philadelphia Opera (als Lucia di Lammermoor, als Adele und als Traviata), 1965 auch an der Oper von New Orleans (als Gilda), 1961 und 1969 an der Oper von San Antonio/Texas (als Gilda bzw. als Lucia di Lammermoor), an der Oper von Seattle (1964 als Lucia di Lammermoor) und beim Cincinnati Festival (1960 als Rosina im »Barbier von Sevilla«). Auch in Operetten und Musicals feierte man sie; so sang sie 1973 am New Yorker Broadway in dem Musical »The King and I«. Bis 1985 ist sie an der Metropolitan Oper aufgetreten. Später sang sie an anderen Theatern auch die Mimi in »La Bohème«, die Traviata und die Manon von Massenet. 1989 gastierte sie bei der Newark Opera als Adina, 1994 an der Opera Pacific Costa Mesa als Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«. Sie ging einer Lehrtätigkeit an der Ithaka University nach. – Die Künstlerin war kurze Zeit mit dem Bariton Robert Merrill (1917-2004) verheiratet. In zweiter Ehe heiratete sie den Immobilienhändler Bertram Fields; aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Ihre Autobiographie erschien unter dem Titel »A Debut at the Met« (New York, 1967). – Virtuos geführte, brillante Koloraturstimme.

Lit: J. Hines: Roberta Peters (Garden City, NY, 1982); J. Gruen: Lucky Star: Roberta Peters (in »Opera News«, 1975-76), M. de Schauensee: Coloratura (New York, 1967).

Schallplatten: RCA (vollständige Opern »Il Barbiere di Siviglia«, »Rigoletto«, »Un Ballo in maschera« von Verdi, »Orfeo ed Euridice« von Gluck, »Ariadne auf Naxos«, »Lucia di Lammermoor«, »Figaros Hochzeit«), aber auch DGG (»Die Zauberflöte«), CBS (»Così fan tutte«) und Decca (Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«). Sang auf Robin Hood Records die Norina im »Don Pasquale« (Mitschnitt, New York, 1956), auf Cetra Opera Live (»Hoffmanns Erzählungen«, »Un ballo in maschera«), Replica (»Rigoletto«), Historical Performances (Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, Metropolitan Oper, 1956).

 4.5. Paul KUENTZ wird 85

 Biografie des französischen Dirigenten auf Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Kuentz

 8.5. Heather HARPER wird 85

HeatherHarper

 Sie studierte in London zunächst Klavierspiel und nahm nur nebenbei Gesangunterricht, ließ dann aber ihre Stimme durch Helene Isepp und Fred Husler ausbilden. Sie sang zuerst im Chor der Ambrosian Singers und im Radiochor der BBC London. 1954 debütierte sie bei der Oxford Opera Group als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«. Es folgte eine aufsehenerregende Aufführung von »La Traviata« im englischen Fernsehen, bei der sie als Violetta auftrat. 1955 nahm sie an den Festspielen von Glyndebourne als Choristin teil, 1963 bewunderte man sie dort als Anne Trulove in Strawinskys »The Rake’s Progress« und in dem Oratorium »Jephtha« von Händel. 1960 sang sie bei der New Opera Company London Schönbergs Monodrama »Erwartung« (zugleich die englische Erstaufführung des Werks), 1957 bei der Sadler’s Wells Opera in der Uraufführung von Arthur Benjamins »A Tale of Two Cities«. 1962 trat sie erstmals an der Londoner Covent Garden Oper auf (Antrittsrolle: Helena in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten), im gleichen Jahr sang sie in der Uraufführung des War Requiem von Benjamin Britten in der Kathedrale von Coventry. 1967-68 wirkte sie bei den Festspielen von Bayreuth als Elsa im »Lohengrin« mit. 1969 gastierte sie mit der English Opera Group in der Londoner Covent Garden Oper in »The Rake’s Progress«. An der Covent Garden Oper war sie immer wieder zu hören, u.a. am 7.7.1977 in der Uraufführung der Oper »The Ice Break« von Tippett als Nadia (eine für sie komponierte Partie). 1969-72 Gastspiele am Teatro Colón von Buenos Aires als Vitellia in Mozarts »La clemenza di Tito«, als Marguerite im »Faust« von Gounod und als Arabella in der gleichnamigen Richard-Strauss-Oper; 1969 unternahm sie eine ausgedehnte Nordamerika-Tournee. Dort sang sie u.a. an der Oper von San Francisco (1975 die Charlotte im »Werther« von Massenet und 1976 die Ellen Orford in »Peter Grimes« von B. Britten) und an der New Yorker Metropolitan Oper (1977 die Gräfin in »Le nozze di Figaro« und die Ellen Orford in insgesamt neun Vorstellungen). Am 16.5.1971 sang sie in der Fernseh-Uraufführung von B. Brittens »Owen Wingrave« bei der BBC London die Rolle der Mrs. Coyle und gestaltete diese Partie dann auch bei der Bühnenuraufführung des Werks an der Covent Garden Oper (10.5.1971). Neben ihrem Wirken auf der Bühne stand eine zweite gleich bedeutende Karriere als Konzert- und vor allem als Oratoriensopranistin. 1972 sang sie in London in der Uraufführung der 3. Sinfonie von Michael Tippett. Ihre großen Bühnenpartien waren (neben den bereits genannten Rollen) die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Gutrune in der »Götterdämmerung« und die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«. 1966 wurde sie zum Ehrendoktor (Hon. D. Mus.) der Universität Belfast ernannt; seit 1971 Ehrenmitglied der Royal Academy of Music London. 1984 zog sie sich aus ihrer Opernkarriere zurück, trat aber 1990 nochmals bei den Londoner Promenade Concerts als Nadia in einer konzertanten Aufführung von M. Tippetts »The Ice Break« auf.

Schallplatten: Philips (»Der Messias«, »Die Jahreszeiten« von Haydn, C-Moll-Messe von Mozart, »The Turn of the Screw« von B. Britten), Concert Hall (Mozart-Requiem), HMV (»Le nozze di Figaro«, »Don Giovanni«, Vokalwerke von Vaughan Williams), Cardinal (»Theodora« von Händel), Myto (»Idomeneo« von Mozart), Melodram (Elsa im »Lohengrin«, Bayreuth 1967), Virgin (»The Ice Break« von M. Tippett); die meisten Aufnahmen auf Decca (9. Sinfonie von Beethoven, 2. und 8. Sinfonie von Gustav Mahler, »Israel in Egypt« von Händel, »The Rape of Lucretia«, »Owen Wingrave« und »A Midsummer Night’s Dream« von Benjamin Britten, »King Priam« von Tippett).

 9.5. Anne Sofie von OTTER wird 60

Anne Sofie von Otter

 Als Tochter eines schwedischen Diplomaten wuchs sie in Bonn, London und Stockholm auf. Sie begann ihre Ausbildung 1974 am Königlichen Konservatoriums Stockholm, studierte weiter bei Erik Werba in Wien und bei Geoffrey Parsons in London, seit 1981 auch Schülerin von Vera Rozsa in London. Nachdem sie bereits früh bei Konzertveranstaltungen mit dem Drottningholm-Ensemble aufgetreten und 1981 wie 1982 Preisträgerin bei internationalen Gesangwettbewerben geworden war, begann sie ihre Bühnenkarriere mit einem Engagement am Stadttheater von Basel 1982-84. Hier sang sie Partien wie den Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck, die Alcina in »Orlando Paladino« von J. Haydn, den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, den Sesto in »La clemenza di Tito« von Mozart und den Titelhelden in Glucks »Orpheus und Eurydike«. 1984 gastierte sie an der Oper von Marseille als Cherubino, im Sommer des gleichen Jahres bei den Festspielen von Aix-en-Provence als Don Ramiro in »La finta giardiniera« von Mozart. 1985 internationale Erfolge bei Gastspielen in Genf (Dorabella in »Così fan tutte«), an der Deutschen Oper Berlin und an der Covent Garden Oper London (als Cherubino). 1987 Gastspiel an der Mailänder Scala als Ismene in Glucks »Alceste« und als Cherubino. 1987 sang sie in Lyon in einer konzertanten Aufführung von »La damnation de Faust« von Berlioz und hatte im gleichen Jahr an der Münchner Staatsoper als Cherubino große Erfolge. In der gleichen Partie debütierte sie 1988 an der Metropolitan Oper New York, an der sie bis 2010 in insgesamt 50 Vorstellungen auch den Octavian im »Rosenkavalier«, den Idamante in Mozarts »Idomeneo«, den Sesto in »La clemenza di Tito« von Mozart, die Mélisande in »Pelléas et Mélisande« und die Geschwitz in A. Bergs »Lulu« sang. Mit dem Orchester der Metropolitan Opera unter James Levine sang sie 2000 in der Carnegie Hall (konzertant) die Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bártok. 1989 trat sie an der Covent Garden Oper London als Sesto in »La clemenza di Tito« auf. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1989 (konzertant) die Marguerite in »La damnation de Faust«, 1992 den Don Ramiro in »La finta giardiniera«, 2001 (konzertant) die Titelrolle in Händels »Ariodante« sowie 2012 die Cornelia in Händels »Giulio Cesare« und trat dort oft auch in Konzerten auf (1994 in Mozarts C-Moll-Messe, 1996 in Beethovens Missa Solemnis, 1997 in einem Schubert-Konzert sowie 1996 und 2001 mit sehr erfolgreichen Liederabenden). 1990 am Grand Théâtre Genf in der Titelpartie von Rossinis »Tancredi« zu Gast. An der Grand Opéra Paris debütierte sie 1990 (konzertant) als Marguerite in »La damnation de Faust« und sang hier 1997 den Sesto in »La clemenza di Tito«, 1998 den Octavian, 2001 die Titelrolle in Händels »Ariodante« und Anna I in K. Weills »Die 7 Todsünden«, 2002 den Sesto in Händels »Giulio Cesare«, 2004 die Clairon in »Capriccio« von R. Strauss und 2012 die Geneviève in »Pelléas et Mélisande«. 1991 übernahm sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel die Partie des Don Ramiro in Mozarts »La finta giardiniera«, 1991 an der Covent Garden Oper die Titelrolle in »La Cenerentola« von Rossini. 1994 debütierte sie als Idamante an der Wiener Staatsoper, an der sie bis 1999 in insgesamt 19 Vorstellungen auch den Octavian und den Komponisten in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss sang. 1997 sang sie im Goethe-Theater in Bad Lauchstädt die Titelrolle in »Ariodante« von Händel. 1998 nahm sie an der Königlichen Oper Stockholm an der Uraufführung der Oper »Staden« von Sven-David Sandström teil. 1999 Gastspiel am Théâtre Châtelet Paris in der Titelrolle der Oper »Alceste« von Gluck, 2000 am Opernhaus von Lyon als Dejanira in »Hercules« von Händel. Zu ihrer Bühnenkarriere gesellte sich eine nicht weniger bedeutende Laufbahn als Konzertsängerin. So sang sie bei Konzerten an der Accademia di Santa Cecilia Rom (1984), in der Royal Festival Hall London in Prag, Wien, Stockholm, München, Frankfurt a.M., Stuttgart, Kopenhagen, Chicago (1985) und Philadelphia (H-Moll Messe von J.S. Bach, 1985). Große Liederabende in Barcelona, London und in anderen Brennpunkten des internationalen Musiklebens. 1992 sang sie in einem Konzert der BBC London Lieder von E. Grieg und von Gustav Mahler. 1997 sang sie in Wien das Alt-Solo in der Matthäuspassion von J.S. Bach.

Lit: A. Clark: Anne-Sofie von Otter (in »Opera«, 1991).

Sehr viele Schallplatten: Proprius (Arien von Händel, Monteverdi und Telemann; Oratorio de Noel von Saint-Saens), Caprice (»Sången« von Stenhammar, »Singoalla« von G. de Frumerie), DGG (»L‘Orfeo« von Monteverdi, »Dido and Aeneas« von Purcell, Olga im »Eugen Onegin«, Octavian im »Rosenkavalier«, 8. Sinfonie von G. Mahler, Lieder von R. Strauss, A. Berg und E.W. Korngold, Lieder von E. Grieg, Lieder von Ravel, Chausson, Martin, Delage, Saint-Saëns, Poulenc und G. Fauré, Matthäuspassion von J.S. Bach, 9. Sinfonie von Beethoven, »Roméo et Juliette« von Berlioz, Lieder schwedischer Komponisten, »Lieder eines fahrenden Gesellen« von G. Mahler, Maeterlinck-Gesänge von A Zemlinsky, Schubert-Lieder, »Atalanta« von Händel, »Aleko« von Rachmaninoff, »La Damnation de Faust« von Berlioz; Lamenti e Cantate, »Des Knaben Wunderhorn«, Lieder von Gustav Mahler; Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky; Titelrolle in »Ariodante« von Händel; Deidameia in »Hercules« von Händel), Harmonia mundi (»I Cinesi« von Gluck), Philips (Weihnachtsoratorium von J.S. Bach, »Der Messias« von Händel, Mozart-Messen, »La Damnation de Faust«, »Così fan tutte«, »Hoffmanns Erzählungen«, Requiem von Verdi), Erato (»L’Enfance du Christ« von Berlioz, »Iphigénie en Tauride« von Gluck), Musica Sveciae (Lieder von Emil Sjögren), Decca (Matthäuspassion), HMV (»Hänsel und Gretel«), EMI (Octavian im »Rosenkavalier«, »Götterdämmerung«, »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók), Sony (»Oedipus Rex« von Strawinsky), BIS (Lieder von J. Sibelius); Arthaus-Video (»Alceste« von Gluck).

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.annesofievonotter.com/

 9.5. Guy GABELLE wird 70

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 Er studierte Musik und Gesang am Konservatorium von Avignon und nahm dann erfolgreich an mehreren Gesangwettbewerben teil. So gewann er den Prix Caruso beim Wettbewerb »Voix d‘Or«. Zu Beginn seiner Karriere trat er im Théâtre Châtelet Paris in einigen Operetten auf, wandte sich dann aber der Oper zu. Zu seinen Bühnenpartien gehörten u.a. der Nicias in »Thais« von Massenet, der Alfredo in »La Traviata«, der Vincent in »Mireille« und der Faust von Gounod, der Rodolfo in »La Bohème«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Noctambule wie der Pape des Fous in »Louise« von Charpentier und der Chevalier de la Force in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc. Er trat an den großen Opernhäusern in Frankreich auf, darunter an der Grand Opéra (u.a. 1986 als Gastone in »La Traviata«, 1986-87 als Gherardo in »Gianni Schicchi«, 1987 als Tinca in Puccinis »Il Tabarro« und als Flavio in »Norma«, 1989 als Augustin Moser in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Wagner/Nereo in A. Boitos »Mefistofele«) wie an der Opéra-Comique Paris (hier in »Esclarmonde« von Massenet), am Théâtre Châtelet Paris, an den Opernhäusern von Bordeaux (in »Madame Butterfly«, »Carmen« und »L’Heure Espagnole« von Ravel), Toulouse, Nizza, Straßburg, Toulon (in Verdis »Nabucco«), Montpellier (1990 in »Volo di notte« von Dallapiccola), St. Étienne (1992 Éneas in »Esclarmonde«), Lyon und Marseille (in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch). Er gastierte am Teatro Colón Buenos Aires, am Teatro San Carlos Lissabon, an den Opernhäusern von Dublin und Bonn, beim Festival von Parma, vor allem aber an der Opéra de Wallonie in Lüttich. Hier hörte man ihn in Verdis Oper »Stiffelio«, in »Carmen«, »Norma«, »La Traviata« (als Gastone), »Tosca« (als Spoletta), im »Falstaff« von Verdi (als Dr. Cajus) und 2001 als Steuermann in »Der fliegende Holländer«. Hinzu trat eine bedeutende Karriere als Konzert- und Rundfunksänger. Sein Konzertrepertoire war sehr umfangreich und enthielt Solopartien in Beethovens 9. Sinfonie, im Mozart-Requiem wie in »L’Enfance du Christ« von Berlioz, in den »Carmina burana« von Carl Orff und in »Le Roi David« von A. Honegger.

Schallplatten: EMI (»Louise« von Charpentier), auch vollständige Aufnahmen »Esclarmonde« und des Musicals »Der Mann von La Mancha«.

 9.5. Ramon REMEDIOS wird 75

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 Er war der jüngere Bruder des bekannten Tenors Alberto Remedios (* 1935). Seine Familie stammte aus Malta; Ausbildung zum Sänger an der Guildhall School of Music London bei Joseph Hislop und Parry Jones, dann im London Opera Centre bei Joan Cross und Anne Wood. Bühnendebüt 1965 bei der Opera for All als Alfredo in »La Traviata«. In den beiden folgenden Jahren trat er bei dieser Gesellschaft, bei der Morley Opera und bei der Opera of West Ireland auf. 1967 sang er bei der Scottish Opera Glasgow den Froh im »Rheingold« und war dann 1968-73 an der Welsh Opera Cardiff in zahlreichen Partien zu hören: als Ismaele in Verdis »Nabucco«, als Alfredo, als Dimitrij im »Boris Godunow«, als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Tamino in der »Zauberflöte«, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Herzog im »Rigoletto«, als Radames in »Aida«, als Skuratow in Janáceks »Aus einem Totenhaus« und 1971 in der englischen Premiere der Neufassung von A. Bergs »Lulu«. Seit 1968 sang er an der Covent Garden Oper kleinere Rollen. 1973-75 war er am Opernhaus von Köln engagiert (Antrittsrolle: Ernesto im »Don Pasquale«). Hier sang er u.a. den Lenski im »Eugen Onegin«, den Froh und den Pinkerton in »Madame Butterfly«. 1975-77 trat er an der English National Opera London als David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Vitek in Smetanas »Dalibor«, als Lenski, als Caramello in der Johann Strauß-Operette »Eine Nacht in Venedig« und als Narraboth in »Salome« von R. Strauss auf. Als Narraboth hörte man ihn auch 1980 an der Oper von Marseille und 1982 an der Covent Garden Oper. Weitere Gastspiele am Opernhaus von Frankfurt a.M., in Avignon (1981 als Cassio in Verdis »Otello«), in Jerusalem (1985 als Don José in »Carmen«) und an der Oper von Monte Carlo. Bei der New Sadler’s Wells Opera übernahm er Partien in Operetten. Auch als Konzertsänger und bei Rundfunk- und Fernsehauftritten kam er zu Erfolgen. So sang er 1991 das Tenor-Solo im Verdi-Requiem in der Royal Festival Hall in London.

Schallplatten: TER (»Gräfin Mariza« von E. Kálmán).

 9.5. Rico SERBO wird 75

Rico_SERBO

 Er war zunächst Chemiker, studierte dann Gesang an der University of the Pacific Stockton bei Henry Welton, bei Mabel Riegelmann in San Francisco und bei Robert Weede in Concord (Kalifornien). In seiner amerikanischen Heimat trat er vor allem an der Oper von San Francisco (1967-69 als Beppe im »Bajazzo«, als Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen«, als Haushofmeister der Marschallin im »Rosenkavalier«, in einer kleinen Partie in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »The Visitation« von G. Schuller sowie als Iopas in »Les Troyens« von Berlioz), dann auch an den Opern von Seattle und Santa Fé auf. Große Erfolge erzielte er in Europa; hier sang er an der Niederländischen Oper Amsterdam, am Stadttheater von Koblenz (1970-72), am Opernhaus von Essen und war 1972-75 Mitglied des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Dort wirkte er auch 1975 in der szenischen Uraufführung von H.W. Henzes »Rachel la Cubana« mit. Er setzte seine Gastspieltätigkeit mit Auftritten in San Diego (1978-80), an der City Opera New York (1979-85), in Philadelphia (1981), Houston (1981), Detroit (seit 1981), in Toronto (1979-80) und Vancouver (1981) fort. 1982 sang er an der Oper von New Orleans den Arvino in der amerikanischen Premiere von Verdis »I Lombardi«. Er gastierte an der Deutschen Oper (1982) und am Theater des Westens (1981-83) Berlin, 1984-86 auch in Belfast. Seine Stimme fand ihre Aufgaben namentlich im lyrischen Repertoire in Rollen wie dem Ferrando in »Così fan tutte«, dem Tamino in der »Zauberflöte«, dem Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« von Rossini, dem Ernesto im »Don Pasquale«, dem Lyonel in Flotows »Martha«, dem Fenton in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai wie in Verdis »Falstaff«, dem Alfredo in »La Traviata«, dem Filipeto in »I quattro rusteghi« von E. Wolf-Ferrari, dem Tom Rakewell in Strawinskys »The Rake’s Progress«, dem Tony in »Elegy for Young Lovers« von H.W. Henze, dem Lord Barrat in »Der junge Lord« vom gleichen Komponisten, dem Rodolfo in Puccinis »La Bohème« und dem Faust in »Mefistofele« von A. Boito. Angesehener Konzerttenor; verheiratet mit der Sängerin Carol Kirkpatrick.

Schallplatten: Opera Rara (»L’Assedio di Calais« von Donizetti).

 10.5. Dieter BUNDSCHUH wird 75

 Er studierte 1962-65 am Konservatorium von Würzburg Gesang und war auch Schüler von F. Tietjen-Steyer in Wiesbaden. Er war zunächst 1962-65 als Chorsänger, dann 1965-68 als Solist am Stadttheater von Würzburg tätig, 1968-72 dann am Stadttheater von Münster (Westfalen), 1973-82 als erster lyrischer Tenor am Staatstheater von Wiesbaden. Hier wirkte er 1981 in der Uraufführung der Oper »Das kalte Herz« von V.D. Kirchner mit. Er schloss dann Gastverträge mit dem Opernhaus von Köln und dem Nationaltheater Mannheim ab. Er gastierte am Opernhaus von Frankfurt a.M., an den Theatern von Bremen, Nürnberg, Basel und Gelsenkirchen, am Grand Théâtre von Genf (1973 als Arbace in Mozarts »Idomeneo«), am Théâtre de la Monnaie in Brüssel und an der Oper von Lyon. 1968 wirkte er bei den Festspielen von Salzburg als Inteletto in »Rappresentazione di Anima e di Corpo« von Cavalieri mit. 1984-87 trat er an der Staatsoper von Wien in insgesamt 17 Vorstellungen als Flamand im »Capriccio« von R. Strauss, als Matteo in »Arabella« vom gleichen Komponisten, als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, als Alfred in der »Fledermaus« und als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut« auf. Am Nationaltheater Mannheim, übernahm er 1987 die Bravourrolle des Arnoldo in Rossinis »Wilhelm Tell«. 1990-92 war er Mitglied des Nationaltheaters Mannheim. In der Eröffnungsvorstellung des wieder aufgebauten Opernhauses von Frankfurt a.M. sang er den Monostatos in der »Zauberflöte« (6.4.1991). An der Stuttgarter Staatsoper wirkte er in der Uraufführung der Oper »Don Quichote de la Mancha« von Hans Zender mit (3.10.1993). 1997 hörte man ihn in Stuttgart als Gottesnarren im »Boris Godunow«, in Darmstadt als Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, 1998 in Wiesbaden als Herodes in »Salome« von R. Strauss. Von seinen Bühnenrollen sind noch Charakterpartien wie der Zwerg in »Der Geburtstag der Infantin« von Fr. Schreker, der Capitain Vere in B. Brittens »Billy Budd« und der Inspektor in »Die Nase« von Schostakowitsch nachzutragen. Auch als Konzertsänger und durch Rundfunksendungen (u.a. bei ORTF Paris) wurde er bekannt.

 10.5. Peter KÜCHLER wird 75

 Er war an der Musikhochschule Dresden Schüler von Harry Schwickardi und von Margarethe Kupfer. Im Jahre 1969 erfolgte sein Bühnendebüt am Sächsischen Landestheater Dresden-Radebeul als Don Curzio in »Figaros Hochzeit«. Er blieb Mitglied dieses Theaters, war aber als ständiger Gast der Dresdner Staatsoper verpflichtet, an der er eine bedeutende Karriere absolvierte. Auch am Opernhaus von Leipzig wie an anderen Theatern trat er gastweise auf. Sein Repertoire enthielt Partien aus dem lyrischen wie aus dem Buffo-Fachbereich; im Einzelnen sind zu nennen: der Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, der Monostatos in der »Zauberflöte« (Staatsoper Dresden 1992), der Wenzel in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Basilio in »Figaros Hochzeit«, der Paolino in »Die heimliche Ehe« von Cimarosa, der Ernesto im »Don Pasquale«, der Peter Iwanow in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, der Fenton im »Falstaff« von Verdi wie in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai, die Hexe in »Hänsel und Gretel«, der Truffaldino in »Die Liebe zu den drei Orangen« von Prokofieff (Staatsoper Dresden, 1990) und der Beppe im »Bajazzo«. Auch als Konzertsolist erfolgreich aufgetreten.

 10.5. Judith BECKMANN wird 80

 Judith_Beckma

 Tochter eines Opernsängers und einer Pianistin. Ausbildung an der University of Southern California und an der Music Academy of the West in Santa Barbara, u.a. bei Lotte Lehmann. Auch Schülerin ihres Vaters, des Sängers und Pädagogen Harold Reed. 1961 gewann sie einen Gesangwettbewerb in San Francisco und kam mit einem Fulbright-Stipendium nach Deutschland, wo sie Schülerin von Henny Wolff in Hamburg und Franziska Martienssen-Lohmann in Düsseldorf wurde. Bühnendebüt 1962 am Staatstheater von Braunschweig als Fiordiligi in »Così fan tutte«. Schnell entwickelte sich eine große Karriere der Künstlerin an den führenden deutschen Bühnen, vornehmlich an den Staatsopern von München und Stuttgart, in Köln, Kassel, Hannover, Frankfurt a.M., Mannheim, Dortmund, und an der Deutschen Oper Berlin. 1964 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, 1967 der Staatsoper von Hamburg. 1969 hörte man sie bei den Festspielen von Schwetzingen in der Uraufführung der Oper »Das Märchen von der schönen Lilie« von G. Klebe. 1969-85 gastierte sie an der Wiener Staatsoper in insgesamt 83 Vorstellungen als Mimì in »La Bohème«, als Violetta in »La Traviata«, als Pamina in der »Zauberflöte«, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Agathe im »Freischütz«, als Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, als Arabella in der gleichnamigen Oper von R. Strauss, als Tatjana im »Eugen Onegin«, als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, als Saffi im »Zigeunerbaron«, als Gräfin im »Capriccio« von R. Strauss und als Marschallin im »Rosenkavalier«. An der Covent Garden Oper London gastierte sie 1974 als Tatjana. Sie sang auch als Gast in Nancy, Genf (1971 die Pamina und 1979 die Arabella), Venedig, beim Maggio Musicale von Florenz und am Opernhaus von San Francisco (1970 die Marguerite im »Faust« von Gounod). 1984 sang sie in Köln die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1988 an der Staatsoper München die Arabella und, ebenfalls 1988, am Opernhaus von Dortmund die Ariadne in »Ariadne auf Naxos«. 1986 Gastspiel am Teatro Regio von Turin als Marschallin, 1989 wieder zu Gast an der Münchner Oper, 1990 am Théâtre de la Monnaie Brüssel und am Staatstheater Hannover. 1990 hatte sie an der Münchner Staatsoper außergewöhnliche Erfolge als Marschallin. Ihr Bühnenrepertoire umfasste eine Vielfalt von Aufgaben, namentlich aus dem lyrischen Fachbereich; gefeierte Konzertsopranistin, zumal Bach-Interpretin. Lehrtätigkeit an der Musikhochschule von Hamburg. Verheiratet mit dem Dirigenten Irving Beckmann.

Schallplatten: Claudius-Verlag (Bach-Kantaten).

 10.5. Nicola TAGGER wird 85

 Seine Eltern wanderten nach Israel aus, wo er anfänglich in einem Kibbuz arbeitete. Ausbildung der Stimme am Konservatorium von Tel Aviv bei R. Rosenstein, dann bei Maestro Binetti in Mailand. Er debütierte 1956 am Teatro Eliseo in Rom als Herzog im »Rigoletto«. 1957 sang er an der Oper von Rom den Pinkerton in »Madame Butterfly«, 1958 trat er dort in der Oper »L’Assassinio nella cattedrale« von I. Pizzetti auf. In dieser Oper hörte man ihn auch 1960 in Genua und in einer Sondervorstellung vor Papst Johannes XXIII. im Vatikan in Rom. Beim Maggio Musicale von Florenz gastierte er 1960 in »Salome« von R. Strauss und in »Wozzeck« von A. Berg. 1965 wirkte er am Teatro San Carlo in Neapel in Aufführungen der wieder entdeckten Oper »Zelmira« von Rossini mit. Große Erfolge an italienischen wie an deutschen Bühnen, darunter der Wiener Staatsoper (1971 als Herzog im »Rigoletto«), der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper von Dresden, der Opernhäuser von Frankfurt a.M. und Nürnberg. Längere Zeit Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. An der Mailänder Scala sang er 1967 den Grafen Neipperg in »Madame Sans-Gêne« von Giordano, 1970 den Eurimaco in der italienischen Erstaufführung der Oper »Ulisse« von Dallapiccola, 1979 den Belial in »Paradise Lost« von Penderecki, 1979-80 den Sellem in Strawinskys »The Rake’s Progress«, 1979 und 1981 den Leibbojar in »Boris Godunow« und 1982 den Ugo in »La Vera Storia« von Berio. Er gastierte an den Opern von Rom, Neapel, Turin (u.a. 1983 in »Lulu« von A. Berg) und Monte Carlo, am Teatro Colón von Buenos Aires, in Lüttich, Amsterdam, Lissabon, Warschau, Stockholm, Zürich, Sofia und am Opernhaus von Chicago. Er trat bei den Festspielveranstaltungen von Florenz, Rom und Edinburgh (1972 als junger Graf de la Roche in B.A. Zimmermanns »Die Soldaten« mit dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein) in Erscheinung. Sein Repertoire umfasste in erster Linie die klassischen lyrischen Partien der italienischen Oper, doch widmete er sich auch gern der Interpretation moderner Kompositionen. So hatte er in Bühnen- wie in Konzertwerken von Busoni, Pizzetti, Prokofieff, Schostakowitsch, Penderecki und B.A. Zimmermann seine Erfolge. Im Vatikan sang er auch vor Papst Paul VI. in einer Aufführung von Pendereckis »Paradise Lost«. 1973 und 1976 wirkte er in Opernsendungen des italienischen Rundfunks RAI mit. Geschätzter Konzert-Tenor.

Schallplatten: EJS (»Maria de Rohan« und »Maria Stuarda« von Donizetti), MRF-Melodram (»Madame Sans-Gêne« von Giordano, »Zelmira« von Rossini in einer Aufnahme aus Neapel von 1965).

 10.5. Carla CARSANA-ZANNONI wird 100

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Mailand und schloss sie 1934 mit dem Diplom für Gesang, Klavierspiel und Komposition ab. Im gleichen Jahr gewann sie den Corso Nazionale di Canto in Mailand und begann nun eine erfolgreiche Bühnen- und Konzertlaufbahn in Italien wie im Ausland. 1939 erregte sie großes Aufsehen in einem Rundfunkkonzert mit Werken von Pietro Mascagni, das vom Sender EIAR Turin übertragen wurde. Sie gab Konzerte im Quirinal-Palast in Rom, und 1961 trug sie über Radio Vaticana Werke von Verdi vor. 1963 sang sie bei der Krönung von Papst Paul VI. in Rom als Solistin zusammen mit der Cappella Sistina. Bereits in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg arbeitete sie zusammen mit dem Komponisten Franco Alfano eine Serie von Lektionen aus, in denen sie das Musikschaffen alter wie moderner Komponisten dem Publikum zu vermitteln suchte. Auf der Bühne sang sie Partien aus dem Lirico-leggero-Fach wie die Mimi in Puccinis »La Bohème«, die Magda in »La Rondine« und die Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini, die Gilda im »Rigoletto«, die »Traviata«, die Manon von Massenet, die Micaela in »Carmen«, die Suzel in Mascagnis »L’Amico Fritz« und die Titelfigur in »Lodoletta« vom gleichen Komponisten. Später war sie als Pädagogin tätig.

 11.5. Ross POPLE wird 70

 Biographie des neuseeländischen Dirigenten auf Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Ross_Pople

 11.5. Arnold VOKETAITIS wird 85

Arnold_VOKETAITIS

 Er entstammte einer litauischen Familie. Er war zunächst Verkäufer für Autos, dann Trompeter in einer Jazzband, schließlich Radioansager. Ausbildung der Stimme durch Elda Ercole, Leila Edwards und Kurt Saffir in New York. Nachdem er 1957 mehrere Gesangwettbewerbe gewonnen hatte, debütierte er 1958 an der New York City Opera als Vanuzzi in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss. Seitdem bedeutende Erfolge an nordamerikanischen Opernhäusern: in Houston (Texas), Miami, Pittsburgh, San Antonio, zumal aber an der City Opera New York, an der er 1959 in der Uraufführung der Oper »Six Characters in Search of an Author« von Hugo Weisgall mitwirkte. An der City Opera New York trat er auch als Creon in Strawinskys »Oedipus Rex«, als Theseus in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten und 1968 als Vater in der New Yorker Premiere von »Carry Nation« von Douglas Moore auf. Bei der Metropolitan Opera Touring Company hörte man ihn als Don Magnifico in Rossinis »La Cenerentola« (1965), an der Chicago Opera 1968-73 als Zuniga in »Carmen«, als Loredano in Verdis »I due Foscari«, als Onkel Bonze in »Madame Butterfly«, als Bailli im »Werther« von Massenet und als Mr. Ratcliffe in der amerikanischen Erstaufführung von Benjamin Brittens »Billy Budd« (1970). Gastspiele an den Opern von Montreal, Vancouver und Mexico City. Er gastierte 1989 an der Oper von Chicago als Abimelech in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, 1990 an der Miami Opera als Basilio im »Barbier von Sevilla«. Weitere Bühnenrollen: der Don Pasquale, der Dulcamara in »L’Elisir d’amore« und der John Hale in »The Crucible« von Robert Ward, den er 1976 in Milwaukee sang. Man schätzte auf der Bühne nicht zuletzt seine Darstellungskunst. Er sang auf der Bühne die großen Bass-Baritonpartien in Werken von Beethoven bis Benjamin Britten, zumal auch das italienische Fach, auf dem Konzertpodium gleichfalls ein weit reichendes Repertoire, in dem sich auch Lieder fanden.

Schallplatten: Desto, CBS (kleine Partie in »Le Cid« von Massenet), FSM (Lieder von Rachmaninoff).

 12.5. Dalmacio GONZÁLEZ wird 70

Dalmacio_Gonzale

 Er erhielt seine Ausbildung in Barcelona und gewann dort den Francesco Viñas-Concours. Er debütierte 1973 am Teatro Liceu Barcelona, ging dann aber zur weiteren Ausbildung nach Salzburg, wo er am dortigen Mozarteum Schüler von Arleen Auger und Paul Schilhawsky war; Anton Dermota in Wien führte ihn in den Liedgesang ein. Als erste größere Partie sang er auf der Bühne des Teatro Liceu Barcelona 1977 den Ugo in »Parisina« von Donizetti als Partner der großen Primadonna Montserrat Caballé. Im gleichen Jahr sang er auch am Opernhaus von Nizza den Ugo. 1979 gastierte er an der City Opera New York als Alfredo in »La Traviata«. An der San Francisco Opera gastierte er in den Rossini-Opern »Tancredi« (als Argirio, 1979) und »Semiramide« (als Idreno als Partner von Marilyn Horne, 1981). 1979 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Ernesto im »Don Pasquale«. Bis 1986 sang er an diesem Haus in insgesamt 39 Vorstellungen auch  den Nemorino in »L’Elisir d’amore«, den Herzog im »Rigoletto«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« und den Fenton im »Falstaff« von Verdi. An der Mailänder Scala debütierte er 1981 als Lurcanio in »Ariodante« von Händel; hier sang er dann auch 1983 den Lindoro in Rossinis »L’Italiana in Algeri« und 1993 den Argirio. In Europa sang er 1980 am Teatro Verdi von Triest und 1981 bei den Festspielen von Aix-en-Provence (wieder in »Tancredi« von Rossini). An der Wiener Staatsoper gastierte er 1980-89 als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Ernesto und als Leicester in Donizettis »Maria Stuarda« in insgesamt 19 Vorstellungen. 1982 gastierte er in Los Angeles als Fenton. 1984 sang er beim Rossini Festival in Pesaro in den Aufführungen der wieder entdeckten Oper »Il Viaggio a Reims« des großen Meisters die Partie des Belfiore. 1988 sang er bei den Festspielen von Pesaro in Rossinis »Il Signor Bruschino«, 1990 beim Maggio Musicale Fiorentino den Ugo, 1990 bei den Festspielen von München den Catullus in »Catulli Carmina« von C. Orff, 1991 am Teatro Colón Buenos Aires den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, 1992 bei den Festspielen von Martina Franca den Demetrio in Rossinis »Demetrio e Polibio«, 1995 in Madrid den Oedipus in Strawinskys »Oedipus Rex«. Am 7.10.1999 sang er in der Eröffnungsvorstellung des nach dem Brand von 1994 wieder aufgebauten Teatro Liceu Barcelona den Kaiser in »Turandot« von Puccini. Zu seinen Bühnenrollen gehörten der Don Ramiro in »La Cenerentola« und der Giacomo in »La donna del lago« von Rossini, der Rinaldo in »Armida« von Händel, der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, der Ferrando in »Così fan tutte« und der Ford in der Oper »Falstaff« von Antonio Salieri, den er 1987 am Teatro Regio in Parma sang. Erfolgreiche Konzerte, u.a. in London und in Radiosendungen der BBC London; in Rom gab er viel beachtete Liederabende. – Der Künstler verfügte über eine lyrische Tenorstimme von ungewöhnlicher Schönheit und einer souveränen Beherrschung der Gesangstechnik, die ihn zum berufenen Interpreten der schwierigen italienischen Belcanto-Partien machte.

Schallplatten: DGG (Solo im Verdi-Requiem, vollständige Oper »Falstaff« von Verdi, »Il Viaggio a Reims«), CBS (»La Donna del Lago« von Rossini), Dynamic (»Demetrio e Polibio« von Rossini), Columbia (spanische Zarzuelas).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://dalmaciogonzalez.blogspot.com/

 13.5. Der russische Bariton Anatoly LOSHAK wird 65

 13.5. Andreas BECKER wird 75

Andreas_BECKER

 Er übte zunächst den Beruf eines Werbungsberaters aus, studierte dann jedoch Gesang am Städtischen Konservatorium Berlin bei Eugen von Kovatsy. Sein Bühnendebüt erfolgte 1966 am Stadttheater von Osnabrück als Landgraf im »Tannhäuser«. Er sang an mehreren deutschen Opernbühnen, darunter den Stadttheatern von Bielefeld und Krefeld, am Opernhaus von Essen und wurde dann langjähriges Mitglied des Opernhauses von Dortmund, wo er seit 1972 für mehr als zwanzig Jahre wirkte. Später auch der Münchner Staatsoper verbunden. Er trat als Gast an der Staatsoper von Hamburg, in Paris, in Holland, Guatemala, Indien, Singapur und Malaysia auf. Aus seinem Bühnenrepertoire sind hervorzuheben: der Don Pizarro wie der Rocco im »Fidelio«, der Hunding wie der Fasolt im Nibelungenring, der König Marke in »Tristan und Isolde«, der König Philipp im »Don Carlos« von Verdi, der Zaccaria im »Nabucco«, der Escamillo in »Carmen«, der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Kaspar im »Freischütz« von Weber, der Mordred in »Le Roi Arthus« von Ernest Chausson (Dortmund 1996) und der Collatinus in »The Rape of Lucretia« von B. Britten. 1991 sang er am Opernhaus von Dortmund die Köchin in Prokofieffs »Die Liebe zu den die Orangen«. 1997 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Kniefall in Warschau« von Gerhard Rosenfeld als Herbert Wehner mit (Aufnahme auf Thorofon). 2000 trat er dort als Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut« auf, 2001 in der Uraufführung der Oper »Wallenberg« von Erkki-Sven Tüür. Gleichzeitig Konzertsänger und Lehrer an der Pädagogischen Hochschule Dortmund.

Schallplatten: BASF (»Trionfo di Afrodite« von C. Orff).

 

 13.5. Dominic COSSA wird 80

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 Da seine Heimatstadt Jessup (Pennsylvania) zu 90 Prozent eine italienische Bevölkerung hatte, wuchs er in einem ganz italienischen Milieu heran. Seine Familie stammte ursprünglich aus Perugia. Er studierte Psychologie an den Universitäten von Scranton und Detroit und Gesang bei Anthony Marlow und Robert Weede. Debüt 1961 an der New York City Opera als Morales in »Carmen«; er sang dann dort den Sharpless in »Madame Butterfly«. 1963 gewann er den ersten Preis im Gesangwettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper Auditions of the Air. 1964 kam er nach Europa und sang am Teatro Nuovo in Mailand; im gleichen Jahr unternahm er eine Nordamerika-Tournee. An der Oper von San Francisco gastierte er 1967 als Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, als Alfio in »Cavalleria rusticana« und als Silvio im »Bajazzo« sowie 1970 als Valentin im »Faust« von Gounod. 1968 wirkte er in New York in einer konzertanten Aufführung von Meyerbeers »Hugenotten« mit. 1969 hörte man ihn an der City Opera in »Lucia di Lammermoor«, 1970 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Silvio). Er sang dort bis 1978 in insgesamt 107 Vorstellungen außerdem noch den Germont-père in »La Traviata«, den Marcello in »La Bohème«, den Albert im »Werther« von Massenet, den Masetto im »Don Giovanni«, den Valentin, den Mercutio in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Sharpless, den Jeletzky in Tschaikowskys »Pique Dame«, den Figaro im »Barbier von Sevilla« und den Lescaut in »Manon Lescaut« von Puccini. 1976 wirkte er in Philadelphia in der Uraufführung von Gian Carlo Menottis »The Hero« mit. 1976 gastierte er an der Opéra du Rhin Straßburg. Er wirkte später im pädagogischen Bereich an der Manhattan School of Music und an der University of Maryland in Baltimore.

Schallplatten: Decca (»L’Elisir d’amore« von Donizetti, »Les Huguénots«, beide zusammen mit Joan Sutherland), RCA (»Giulio Cesare« von Händel).

 14.5. Peter WIMBERGER wird 75

Peter_Wimberger

 Er studierte an der Musikakademie in Wien Gesang bei Paul Schöffler und Adolf Vogel. Peter Wimberger gab 1963 sein Bühnendebüt am Opernhaus von Dortmund in der Rolle des Pietro in »Simon Boccanegra«. Gastspiele führten ihn in der weiteren Folge an die Opernhäuser von Karlsruhe, Kassel, an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Oper Frankfurt und an die Bayerische Staatsoper München. 1972-2002 war er festes Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Er debütierte im September 1972 als Sprecher in der »Zauberflöte«. Seine am häufigsten gesungen Partie ist mit 133 Abenden jene des Polizeikommissärs im »Rosenkavalier«. Von insgesamt 55 Partien des Künstlers an der Wiener Staatsoper seien u. a. der Bartolo in »Le nozze di Figaro«, der Monterone im »Rigoletto«, der Ferrando im »Troubadour«, der Minister im »Fidelio«, der König in »Aida«, der  Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, der Jochanaan in »Salome«, der Titurel im »Parsifal«, der Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Graf Walter in »Luisa Miller«, der Rangoni in »Boris Godunow«, der König Heinrich im »Lohengrin« und der Wotan in der »Walküre« genannt. An der Volksoper Wien ist Peter Wimberger u. a. als Zaccaria in »Nabucco«, als Komtur im »Don Giovanni«, als Sarastro in der »Zauberflöte«, als Bartolo in »Die Hochzeit des Figaro«, als Nourabad in »Die Perlenfischer«, als Inquisitor in Prokofiews Oper „Der feurige Engel“, als Monterone, als Onkel Bonze in »Madame Butterfly« und als Wotan/Wanderer in Loriots „Ring an einem Abend“ aufgetreten. Er war auch dem Landestheater von Linz/Donau verbunden. Peter Wimberger gab Gastspiele an der Metropolitan Opera New York (1984 Wotan in der »Walküre«), an der Mailänder Scala (1984 Landgraf im »Tannhäuser«), an der Nationaloper Warschau, dem Königlichen Opernhaus Kopenhagen, am Teatro Massimo in Palermo (1988), am Teatro San Carlo Neapel (1988 Amfortas in »Parsifal«), an den Opernhäusern von Lyon, Marseille, Nizza, Basel, Barcelona (1985 Wanderer in »Siegfried«), Köln (1987), Toronto und Tokyo, an der Opéra de Wallonie Lüttich (1992 Wotan in der »Walküre«), am Théatre Capitole de Toulouse (Athlet in »Lulu«), beim Maggio Musicale Fiorentino, am Teatro Colon in Buenos Aires (1997 Rocco im »Fidelio«), bei den Bregenzer Festspielen (1972 in Henry Purcells »Die Feenkönigin«, 1973 Daland in »Der fliegende Holländer«, 1974 Zuniga in »Carmen«, 1976 Crespel in »Hoffmanns Erzählungen«, 1979 Timur in Puccinis »Turandot« und 1979-80 in Konzerten) sowie den Wagnerfestspielen in Erl. Auf der Bühne übernahm er in erster Linie die dramatischen Bariton- und Basspartien in Opern von Beethoven, Mozart, Mussorgsky, Richard Wagner, Verdi, Rossini und R. Strauss. Abseits des Operngesanges erfreut sich der Künstler an einer ebenso erfolgreichen Karriere als Konzert- und Oratoriensänger.

Schallplatten: Christophorus-Verlag (Solo in der Harmoniemesse von Haydn), HRE (Geisterbote in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss).

 14.5. Patrice MUNSEL wird 90
Patrice_MUNSEL

 Gesangstudium 1938-40 an der Lewis & Clark School in Spokane, seit 1940 bei dem Pädagogen William Hermann, dann noch bei Charlotte Grannis Lange, Renato Bellini und G. Spadoni in New York. 1943 gewann sie einen Gesangwettbewerb der Metropolitan Oper New York (Auditions of the Air). Darauf debütierte sie im Dezember 1943 als jüngste Sängerin, die je dort aufgetreten war (im Alter von 19 1/2 Jahren), an der Metropolitan Oper in der Rolle der Philine in »Mignon« von A. Thomas. Eine Woche später hatte sie dort große Erfolge als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«. Sie trat an der Metropolitan Opera bis 1958 in insgesamt 225 Vorstellungen in 16 verschiedenen Partien auf: als Gilda im »Rigoletto«, als Blumenmädchen im »Parsifal«, als Lucia di Lammermoor, als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Königin von Schemacha in »Der goldene Hahn« von Rimsky-Korssakow, als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Lakmé in der gleichnamigen Oper von Delibes, als Adina in »L’Elisir d’amore«, als Zerlina im »Don Giovanni«, als Musetta in »La Bohème« und als Despina in »Così fan tutte«. 1948 unternahm sie ihre erste Europa-Tournee. 1950 hatte sie an der Metropolitan Oper einen überwältigenden Erfolg als Adele in der »Fledermaus« von Johann Strauß, der sich 1956 in der Offenbach-Operette »La Périchole« wiederholte. Sie gastierte in Kopenhagen und gab 1948 Konzerte in Schweden und Norwegen. 1956 gastierte sie an der San Francisco Opera als Despina und als Adina. Bekannt wurde sie dann vor allem durch ihr Auftreten in musikalischen Filmen. In einem derartigen amerikanischen Film stellte sie 1953 die Sopranistin Nellie Melba dar. Ähnlich wie bei Marion Talley, die auch ganz jung an der Metropolitan Oper debütiert hatte, war ihre Karriere nur von relativ kurzer Dauer. 1958 sang sie letztmalig an der Metropolitan Oper und ging schließlich ganz zu einer Film- und Kleinkunsttätigkeit über. Man führte die Beendigung ihrer Opernkarriere, zu der es bereits 1960 kam, darauf zurück, dass sie ihre großen Partien zu früh und zu oft gesungen hat. – Koloratursopran von schwebender Leichtigkeit der Tongebung und silberheller Klangtönung.

Lit: J. Hines: Patrice Munsel (Garden City, NY, 1982).

Schallplatten ausschließlich auf RCA (vollständige »Fledermaus«-Aufnahme); VAI-Video (»Naughty Marietta«).

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.patricemunsel.com/

 15.5. Ursula DORATH wird 70

 Sie studierte bei Walter Werner in Braunschweig, bei Fritz Lunzer und Emmy Loose an der Musikakademie in Wien, bei Conchita Badia in Spanien und bei Gino Bechi in Rom. In der Spielzeit 1970-71 gehörte sie dem Zürcher Opernstudio an. 1973-78 war sie am Stadttheater von Ulm engagiert. Sie trat als Gast an den Stadttheatern von Augsburg, Heidelberg, Hagen (Westfalen), an den Staatstheatern von Karlsruhe (mit dem Ulmer Ensemble 1979 in der Uraufführung der Oper »Jagdszenen aus Niederbayern« von F. Silhanek) und Saarbrücken, am Nationaltheater von Mannheim, am Opernhaus von Frankfurt a.M., an der Oper von Rom, am Teatro Fenice Venedig (1981), bei der Operngesellschaft Forum im holländischen Enschede, bei der Gastspieloper Aargau, in Luzern und Zürich auf. Dabei trug sie ein vielgestaltiges Opern- und Operettenrepertoire vor mit Partien wie der Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, der Susanna in »Figaros Hochzeit«, der Donna Elvira im »Don Giovanni«, der Fiordiligi in »Così fan tutte«, der Adina in »L’Elisir d’amore«, der Titelfigur in Flotows »Martha«, der Marguerite im »Faust« von Gounod, der Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, dem Hänsel in »Hänsel und Gretel«, der Rosalinde in der »Fledermaus«, der Kurfürstin im »Vogelhändler« von Zeller, der Desdemona in Verdis »Otello« und der Ophelia in »Hamlet« von Mario Zafred. Im Konzertsaal trat sie in einem nicht weniger umfangreichen Repertoire auf, das von den Barock-Meistern über die Klassik und die Romantik bis hin zu modernen Werken von Honegger, Carl Orff, H. Villa-Lobos und Alban Berg reichte. Zugleich war sie eine bedeutende Lied-Interpretin. Sie gab Konzerte u.a. in Zürich, Wien, Hamburg und Ulm, in Barcelona, Salzburg, Peking, Shanghai und beim Festival von Cadaques. Sie wirkte in Rundfunksendungen in der Schweiz, in Österreich, Italien und Spanien mit.

Schallplatten: Concert Hall (»Bachianas Brasileiras« von H. Villa-Lobos).

 15.5. Andrei Jakowlewitsch ESCHPAI wird 90

 Er erhielt seinen ersten Musikunterricht von seinem Vater Jakow Andrejewitsch Eschpai, der ebenfalls Komponist und ein bedeutender Folkloresammler war. Seit 1928 lebte die Familie in Moskau. 1934-41 erhielt Eschpai Klavierunterricht am Gnessin-Institut. 1943 zog er als Freiwilliger in den Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende studierte er zunächst an der Moskauer Musikfachschule. Ab 1948 besuchte er das Moskauer Konservatorium, wo er Unterricht bei so prominenten Lehrern wie Wladimir Sofronizki (Klavier), Nikolai Mjaskowski, Jewgeni Golubew und Nikolai Rakow genoss. 1953 schloss er seine Studien ab, blieb jedoch bis 1956 im Rahmen einer Aspirantur bei Aram Chatschaturjan am Konservatorium. Danach war Eschpai überwiegend als freischaffender Komponist tätig. Lediglich in den Jahren 1965-70 nahm er eine Lehrtätigkeit am Moskauer Konservatorium wahr. Er wirkte sowohl im russischen als auch im sowjetischen Komponistenverband als hoher Funktionär, unterstützte jedoch oft jüngeren Komponisten, deren Werke von moderner Tonsprache ausgeprägt wurden. Eschpai genießt in Russland hohe Anerkennung und erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen 1975 den Titel Volkskünstler der RSFSR, 1981 den Titel Volkskünstler der UdSSR und 1986 den Leninpreis. Eschpai gehört dem Volke der Mari an, was seine Musik entscheidend geprägt hat. Nicht nur seine explizit auf die Musik dieses Volkes verweisenden Werke, sondern fast sein gesamtes Œuvre greift auf Mari-Folklore zurück. Damit trat Eschpai in die Fußstapfen seines Vaters, der sich in besonderem Maße für diese Kultur einsetzte. Andere Komponisten, die Eschpai beeinflussten, waren Béla Bartók, Aram Chatschaturjan, Sergei Prokofjew und Nikolai Mjaskowski. Doch gerade in der prägnanten Rhythmik vieler Werke lassen sich auch Elemente von Jazzmusik feststellen. Insgesamt ist seine Musik sehr vital, oft tänzerisch und besitzt eine konzertante Schreibweise, die sich in Eschpais ausgiebiger Beschäftigung mit der Gattung des Konzerts manifestiert. Spätere Werke greifen zum Teil auf religiöse Thematik zurück, wie sich in den Kompositionen nach 1990 überhaupt eine größere Schroffheit und ein höherer Dissonanzgrad feststellen lässt. Dennoch ist seine Musik immer der Tonalität verpflichtet, auch wenn manchmal deren Grenzen ausgelotet werden. Neben seiner Komponistentätigkeit machte Eschpai auch als Pianist auf sich aufmerksam, beschränkte sich allerdings auf die Interpretation eigener Werke.

 16.5. Olli KORTEKANGAS wird 60

 Informationen über den finnischen Komponisten auf seiner Web-Seite: http://ollikortekangas.com/

 16.5. Jaakko HIETIKKO wird 65

 Er studierte an der Sibelius-Akademie in Helsinki Musik und Gesang. 1975 wurde er als Chorist an die finnische Nationaloper Helsinki verpflichtet, in den folgenden Jahren aber auch in kleineren Solo-Aufgaben beschäftigt. 1980 wurde er endgültig als Solist in das Ensemble des Hauses übernommen. Hier trat er in zahlreichen Partien auf und wirkte in mehreren Uraufführungen zeitgenössischer finnischer Opernwerke mit, so in »Der rote Strich« (»Punainen viiva«) von Aulis Sallinen (31.11.1978) und in »Vincent« von Einojuhani Rautavaara (17.5.1990), auch in »Das Buch Jonah« von O. Kortekangas (6.10.1995). Er übernahm Partien bei den Festspielen von Savonlinna und kam auch als Konzertsänger zu beachtlichen Erfolgen.

Schallplatten: Finlandia (»Der rote Strich« von Aulis Sallinen), Ondine (»Vincent« und »Thomas« von E. Rautavaara).

 17.5. Brian Rayner COOK wird 70

 Er studierte an der Bristol University Orgel und Dirigieren, ließ dann am Royal College of Music London seine Stimme ausbilden und wurde 1969 mit dem Kathleen Ferrier-Preis ausgezeichnet. Er kam bald zu einer internationalen Karriere als Konzert- und namentlich als Oratoriensänger und trat als solcher in England, in West- und Osteuropa, im Mittleren wie im Fernen Osten, in den USA, in Kanada, in Südamerika und in Afrika in Erscheinung. Auch auf der Bühne konnte er eine erfolgreiche Karriere entwickeln; so sang er 1977 in der Uraufführung von »An Occurence at Owl Creek« von Thea Musgrave beim Cheltenham Festival. Er widmete sich gern dem zeitgenössischen Musikschaffen und wurde zumal als Interpret von Komponisten wie Maxwell Davies und Hans Werner Henze bekannt. Anderseits sang er aber auch viele Werke aus der Barock-Epoche. Im belgischen Fernsehen wirkte er in der 8. Sinfonie (»Sinfonie der Tausend«) von Gustav Mahler mit, in New York sang er 1988 im »Elias« von Mendelssohn; er trat beim Hongkong Festival und am Opernhaus von Malta auf und sang als Solist mit den großen englischen Orchestern. Er ging einer intensiven pädagogischen Tätigkeit nach, zunächst am Welsh College of Music in Cardiff, seit 1980 am Konservatorium von Birmingham, dazu veranstaltete er Meisterkurse für junge Sänger. Er veröffentlichte auf schriftstellerischem Gebiet musikologische Essays.

Seine Stimme erscheint auf vielen Schallplattenaufnahmen und verschiedenen Marken, u.a. auf HMV (Niels Lynne in »Fennymore and Gerda« von Delius, Requiem von G. Fauré, Biblische Lieder von Dvorák), TIS (Lieder von Coates; Werke von Vaughan Williams und E. Elgar) und Decca.

 17.5. Massimiliano MALASPINA wird 90

 Er war zuerst als Antiquitätenhändler tätig, wurde dann aber durch die berühmte Koloratrice Lina Pagliughi ausgebildet und debütierte 1959 in Lupi-Guggia-Rola als Colline in Puccinis »La Bohème«. Es kam zur Entwicklung einer langjährigen Opernkarriere an den führenden italienischen Operntheatern, darunter der Mailänder Scala (1960 Jurist in Busonis »Doktor Faust«, 1961 Henker in »Il Calzare d‘Argento« von I. Pizzetti), der Oper von Rom, dem Teatro San Carlo Neapel, dem Teatro Fenice Venedig, dem Teatro Regio Parma, den Opernhäusern von Genua, Turin und Triest. Er war zu Gast an der Grand Opéra Paris, am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an der Staatsoper München, an der Komischen Oper Berlin, am Teatro Liceu Barcelona, an den Opern von Frankfurt a.M., Rio de Janeiro, Montreal, Toulouse und Miami. Er sang das Repertoire für seriösen Bass der italienischen Oper mit Höhepunkten wie dem Oroveso in Bellinis »Norma«, dem Ptolemeo in »Giulio Cesare« von Händel, dem Pater Guardian in »La forza del destino« von Verdi, dem Banquo in dessen Oper »Macbeth«, dem Ramphis in »Aida« und dem Sarastro in der »Zauberflöte«. Er wirkte später in Mailand als Pädagoge. Verheiratet mit der Sopranistin Rita Orlandi Malaspina (* 1937), die eine große internationale Karriere auf der Opernbühne hatte.

Schallplatten: Auf MRF wurde eine vollständige Aufnahme von Verdis »I Masnadieri« veröffentlicht, Mitschnitt einer Rundfunksendung der RAI von 1971.

 18.5. Eszter KOVÁCS wird 75

Eszter_KOVACS

 Sie absolvierte ihr Gesangstudium an der Franz Liszt-Musikakademie in Budapest bei O. Maleczky und J. Sipos. Sie debütierte 1965 an der Budapester Nationaloper als Mercedes in »Carmen«. Sie hatte an diesem Haus seitdem eine sehr erfolgreiche Karriere. Sie sang dort wie bei ihren Gastspielen auf internationaler Ebene die großen Rollen des hochdramatischen Fachs und wurde vor allem als Wagner-Interpretin bekannt. Sie gastierte an den Nationalopern von Prag, Warschau und Bukarest, am Bolschoi Theater Moskau, an der Berliner Staatsoper, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und am Grand Théâtre Genf (1976 Brünnhilde im »Siegfried«). Sie sollte 1974 bei den Festspielen von Bayreuth die Brünnhilde in der »Walküre« singen, doch kam dieser Auftritt letztlich nicht zustande. Sie gastierte 1974 in Washington als Brünnhilde in der »Walküre«, an der Covent Garden Oper London 1975 als Sieglinde in der gleichen Oper, 1978 am Staatstheater Braunschweig und 1981 beim Maggio Musicale von Florenz als Brünnhilde in der »Götterdämmerung«, 1979 an der Staatsoper von Hamburg, 1983 am Teatro San Carlos Lissabon als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók. 1983 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Brünnhilde in der »Walküre«; diese Partie wiederholte sie 1984 in vier Aufführungen anlässlich der Tournee der Metropolitan Oper in Atlanta, Memphis, Minneapolis und Cleveland. Weitere Höhepunkte in ihrem Bühnenrepertoire waren die Leonore im »Fidelio«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Elsa im »Lohengrin«, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Jenufa in Janáceks gleichnamiger Oper und die Santuzza in »Cavalleria rusticana«. Auch als Konzertsängerin hatte sie eine bedeutende Karriere.

Schallplatten: Hungaroton (u.a. Lieder von Béla Bartók und Szenen aus Wagner-Opern).

 19.5. Steven RICKARDS wird 60

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 Ausbildung in der amerikanischen Heimat des Sängers an der Indiana University Bloomington, durch den bekannten Countertenor Russell Oberlin, dann an der Guildhall School of Music London durch Peter Pears und Robert Spencer. Er trat zusammen mit dem Waverley Consort New York auf, wobei die Beschäftigung mit früher und barocker Musik bestimmend war, dann mit weiteren Ensembles ähnlicher Richtung (Chicago’s Music of the Baroque, Consert Royal, Ars Musica, Chanticleer). In England sang er zusammen mit den Bach-Chören von Ipswich und East Cornwall und trat in Tourneen mit der Lauten-Virtuosin Dorothy Linell auf. 1981-82 nahm er an einer Tournee mit Händels »Messias« in Frankreich und in den USA teil. 1987 gastierte er bei einem Konzert in der Carnegie Hall New York zusammen mit der Oratorio Society of New York. Beim Boston Festival of Early Music wirkte er in »Teseo« von Händel mit, 1985 an der Santa Fé Opera als Ariel in der Uraufführung der Oper »The Tempest« von John Eaton, an der Oper von Philadelphia als Apollo in Benjamin Brittens »Death in Venice«.

Schallplatten: Decca (Bach-Kantaten), Harmonia mundi (Matthäuspassion von J.S. Bach, Gradualia von Byrd).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.stevenrickards.com/

 19.5. Hans KOX wird 85

 Kox, dessen Vater Chordirigent und Organist war, studierte 1948-51 in Amsterdam Klavier bei Jaap Spaanderman und empfing 1951-55 Kompositionsunterricht bei Henk Badings. Im Jahre 1953 debütierte er als Komponist bei der Stichting Gaudeamus mit einem Streichtrio. 1957-70 war er Direktor der Musikschule in Doetinchem, 1970-74 Berater beim Noorhollands Philharmonisch Orkest (Haarlem) und 1974-84 Dozent für Komposition am Utrechts

Conservatorium. Hans Kox bekam viele Kompositionsaufträge, sowohl aus den Niederlanden wie aus dem Ausland (u.a. vom Concertgebouw Orkest, vom Cultuurfonds Buma, der nieder- ländischen Regierung, aus Deutschland, Belgien, Venezuela und den Vereinigten Staaten). Für das Internationale Muziekconcours Scheveningen schrieb Kox 1987 das vorgeschriebene Werk Le Songe du Vergier, für Cello und Orchester. Vom Jahre 1989 datiert das Oratorium Sjoah für Solisten, Chor und Orchester. Zum Andenken an die Befreiung vor 40 Jahren komponierte Kox die Anne Frank Kantate, welche am 4.Mai 1985 uraufgeführt wurde. Dieses Werk gehört zum Kriegstriptychon, das sich aus den Kompositionen In those Days, Requiem for Europe und der Anna Frank Kantate zusammensetzt. Weiter schrieb er Opern, u.a. Dorian Gray und Das grüne Gesicht, die Kantate Credo quia absurdum, drei Symphonien und die Violin- und Cellokonzerte. Seine Kompositionen werden regelmäßig im Inland und im Ausland aufgeführt. Kox empfing mehrere Preise. So wurde 1954 u.a. sein Preludium und Fuga beim Internationale Orgelconcours in Haarlem mit einem Preis ausgezeichnet; 1956 empfing er den Muziekprijs der Stadt Amsterdam, im Jahre 1959 den Visser-Neerlandiaprijs für seine Erste Symphonie, 1970 den Prix Italia für In those Days und 1974 den ersten Preis des Rostrum of Composers für L’Allegria.

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://hanskox.nl/home-2

 21.5. Juha KOTILAINEN wird 60

Juha_KOTILAINEN

 Er studierte in den Jahren 1978-82 an der Musikakademie von Kuopio, dann an der Sibelius-Akademie in Helsinki, wo er Schüler von Matti Tuloisela war. 1985 schloss er seine Ausbildung mit dem Diplom als Sänger und Gesanglehrer ab; er war auch Schüler des englischen Pädagogen Peter Berner. Nachdem er zunächst als Konzert- und Oratoriensänger in Erscheinung getreten war, debütierte er 1986 auf der Bühne der Nationaloper Helsinki als Dandini in Rossinis Märchenoper »La Cenerentola«. Seither hatte er an diesem Haus eine erfolgreiche Karriere; einen seiner größten Erfolge erzielte er in der Partie des Grafen in »Figaros Hochzeit«. Er wirkte an der Oper von Helsinki auch in der Uraufführung der Oper »Vincent« von Einojuhani Rautavaara mit (17.5.1990), in Los Angeles in der von Aulis Sallinens Oper »Kullervo« (25.5.1992 durch ein finnisches Ensemble). Auch bei den Festspielen von Savonlinna konnte er erfolgreich auftreten. 1994 übernahm er am Opernhaus von Essen, dem er seit 1992 verbunden war, die Titelpartien in den Opern »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók, »Don Giovanni« von Mozart und »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, ebenfalls 1994 am Theater von Tampere den Tomsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky; 1996 trat er dort als Tonio im »Bajazzo« und in L. Dallapiccolas »Il Prigioniero« auf. 1996 hörte man ihn in Essen als Gunther in der »Götterdämmerung« und als Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1997 bei den Festspielen von Savonlinna als Alfio in »Cavalleria rusticana«, am Opernhaus von Oulu in der Titelpartie der Oper »Juha« von Merikanto. 1998 gastierte er am Theater von Mulhouse (Elsass) in der Titelrolle der Oper »Aleksis Kivi« von E. Rautavaara, 1999 am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Polizeichef in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. Am 10.12.1999 sang er am Théâtre de la Monnaie Brüssel in der Uraufführung der Oper »Wintermärchen« von Philippe Boesmans den Antigonus, 2000 an der Oper von Lyon in der gleichen Oper den Leontes, am 17.7.2000 bei den Festspielen von Savonlinna den Blazer in der Uraufführung von »Marias Liebe« von Olli Kortekangas. An der Oper von Helsinki trat er 2000 als Sharpless in »Madame Butterfly« auf, 2001 als Mamoud in »The Death of Klinghoffer« von John Adams.

Dazu setzte er seine Konzertkarriere weiter fort.

Schallplatten: Ondine (»Kullervo« von Aulis Sallinen; »Vincent« von E. Rautavaara), DGG (»Wintermärchen« von Philippe Boesmans als Antigonus).

 21.5. Wolfgang HELLMICH wird 80

 Er sang als Knabe im Dresdner Kreuzchor. Ausbildung zum Sänger an der Carl Maria v. Weber-Musikhochschule in Dresden, in der Hauptsache durch Helga Fischer. Debüt 1960 am Stadttheater von Zittau als Ottokar im »Freischütz«. 1962-66 sang er in Dessau und kam 1966 an die Staatsoper Dresden. Seitdem er Mitglied der Dresdner Staatsoper geworden war, wurde sein Name allgemein bekannt. Er wirkte dort in der Uraufführung der Oper »Levins Mühle« von Udo Zimmermann mit (21.3.1973) mit. Er trat auch regelmäßig an der Staatsoper Berlin und an der Oper von Leipzig auf. Gastspiele am Opernhaus von Leningrad, in Prag, Lausanne, Wiesbaden und Budapest. Auf der Bühne in einem ausgedehnten Repertoire, das seriöse wie Buffo-Partien umfasste, aufgetreten. Dazu angesehener Konzertsänger. Konzertreisen führten den Künstler in die Sowjetunion, nach Indien und Ceylon. Seit 1974 pädagogische Tätigkeit an der Musikhochschule von Dresden. Bis 1981 war er Mitglied der Dresdner Oper, trat aber noch weiter als Gast auf. So sang er am 28.9.1985 an der Staatsoper Berlin in der Uraufführung der Oper »Judith« von S. Matthus die Partie des Kämmerers. 1987 gastierte er an der Wiener Volksoper; in der Spielzeit 1988-89 trat er an der Komischen Oper Berlin als Don Carlos in »Der steinerne Gast« von Rimsky-Korssakow, 1993 als Don Alfonso in »Così fan tutte« auf. Partien aus seinem Repertoire für die Bühne: der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Marcello in »La Bohème«, der Tonio im »Bajazzo«, der Barbier in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, der Graf in dessen »Capriccio«, der Poquelin in »Die Schule der Frauen« von Liebermann.

Aufnahmen auf Eterna (»Die Kluge« von Carl Orff, Szenen aus »Die Meistersinger von Nürnberg« und aus »Judith« von S. Matthus) und Berlin Classics (vollständige Oper »Judith« von S. Matthus als Kämmerer). Sang auf DGG den Steuermann in einer vollständigen Aufnahme von »Tristan und Isolde«.

 21.5. Martha ARAZYM-HAAPE wird 100

 Sie war die Tochter eines Wiener Kaufmanns und erhielt ihre Ausbildung durch den berühmten Tenor und Pädagogen Alexander Kirchner in Wien. 1936 begann sie ihre Bühnenkarriere am Opernhaus von Brno (Brünn); von dort ging sie 1937 an das Theater von Reichenberg (Liberec). 1938-43 war sie am Stadttheater von Duisburg engagiert. 1943-50 wirkte sie sehr erfolgreich an der Staatsoper von Stuttgart. Ihre Gastspiele führten sie an die großen Opernbühnen des deutschen Sprachgebiets. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind als Höhepunkte Partien wie die Nedda im »Bajazzo«, die Aida, die Carmen, die Titelfigur in »Mignon« von A. Thomas, die Butterfly und die Tosca in den gleichnamigen Opern von Puccini hervorzuheben. Neben ihrem Wirken auf der Bühne genoss sie auch als Konzertsängerin hohes Ansehen. Seit 1942 war sie mit dem Arzt und Verleger Heinrich Haape verheiratet.

 22.5. Jaroslav OPĚLA wird 80

 Er erhielt als Kind in seiner Geburtsstadt Mährisch Ostrau im Stadtteil Grabau Geigenunterricht. Er studierte an der Janacek Akademie der Musischen Künste in Brünn bei Bretislav Bakala und machte sein Diplom mit Auszeichnung. 1958 wurde er Dirigent und Leiter der tschechoslowakischen Staatlichen Philharmonie in Gottwaldov. Er gastierte zwischen 1958 und 1966 in allen Landesteilen und im Ostblock. Schon vor dem Prager Frühling siedelte er 1966 nach Deutschland um und wurde Meisterschüler von Rafael Kubelik und Franco Ferrara. 1968 berief ihn Rafael Kubelik an den Bayerischen Rundfunk nach München, wo er bis zum Jahr 2000 tätig war, zuerst als Assistent der Chefdirigenten des Symphonieorchesters Rafael Kubelik, Sir Colin Davis und Lorin Maazel. In dieser Zeit arbeitete er auch eng mit Leonard Bernstein zusammen. 1992-2000 war er Direktor des Münchner Rundfunkorchesters. Konzerte, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen führten ihn nach Italien, Großbritannien, Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Finnland, Jugoslawien, Slowenien, Mazedonien, in die Türkei und die Schweiz, nach Taiwan und Südkorea, wo er in der Saison 1971/72 Gastchefdirigent des National Symphony Orchestra in Seoul war. 1986-95 war er als Dozent an der Hochschule für Musik und Theater München und Chef des Hochschulorchesters engagiert. 1986 gründete er die Camerata Nucleare, das Kammerorchester der Energiewirtschaft Deutschlands. Außerdem leitet er seit 1969 das traditionelle Symphonieorchester Wilde Gungl München.

 22.5. Norberto CARMONA wird 90

 Schüler von Marcelo Urizar, Jerome Haine und Julio Perceval in Buenos Aires. Debüt 1955 am Teatro Colón von Buenos Aires als Germont-père in »La Traviata« von Verdi. Seitdem war er für mehr als zwanzig Jahre einer der beliebtesten Sänger dieses führenden Opernhauses des südamerikanischen Kontinents. Bei Gastspielen hatte er an der Oper von Rio de Janeiro und an anderen großen Theatern in Südamerika seine Erfolge. In Europa trat er an den Opern von Paris, Nizza, Lyon, Bordeaux, Bologna, Neapel, Monte Carlo, Brüssel, Barcelona und Zürich auf und wirkte beim Maggio Musicale Fiorentino sowie bei den Festspielen von Aix-en-Provence mit. Auf der Bühne gestaltete er eine Vielzahl von Partien, vor allem aus dem heldischen Fach, in Opern von Mozart, Verdi, Puccini, Mascagni, Bizet, Leoncavallo, Giordano, aber auch in modernen Werken. Neben seinem Wirken im Konzertsaal auch als Pädagoge im Opernstudio des Teatro Colón in Buenos Aires beschäftigt.

Aufnahmen auf argentinischen Marken.

 23.5. Csilla ZENTAI wird 75

Csilla_Zentai

 Sie studierte am Konservatorium von Szeged Gesang, Klavierspiel, Komposition und Chorleitung, seit 1964 an der Franz Liszt-Musikakademie Budapest bei Eva Kutrucz und erhielt 1967 ihr Diplom als Gesanglehrerin in Szeged. 1967 verließ sie Ungarn und setzte ihre Ausbildung an der Musikhochschule Stuttgart, u.a. bei Lore Fischer und Hubert Giesen, fort. 1968 gewann sie den Gesangwettbewerb von s’Hertogenbosch, wurde Preisträgerin beim Concours von Toulouse (1968) und wiederum Gewinnerin des Wettbewerbs Francisco Viñas in Barcelona (1969). Nachdem sie bereits in der Stuttgarter Opernschule in »Angélique« von Ibert 1969 debütiert hatte, war sie 1969-74 am Stadttheater von Ulm, 1973-79 am Stadttheater von Bremen engagiert. 1979 wurde sie Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der ihre Karriere seitdem den Höhepunkt erreichte. Internationale Gastspiele bestätigten ihr Ansehen für den Bereich der Oper wie auch des Konzerts. So trat sie als Gast an den Staatsopern von Hamburg, Stuttgart und München auf. Am Opernhaus von Köln hörte man sie als Fiordiligi in »Così fan tutte«, als Agathe im »Freischütz«, als Butterfly, als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, an der Wiener Staatsoper 1979 als Luise in »Der junge Lord« von H.W. Henze sowie 1987 als Gräfin in »Le nozze di Figaro« und als Fiordiligi. Im Salzburger Festspielhaus sang sie in einer konzertanten »Don Giovanni«-Aufführung die Donna Anna im »Don Giovanni«, in Zürich die Marschallin im »Rosenkavalier«, an der Deutschen Oper Berlin die Donna Elvira im »Don Giovanni« und die Kundry im »Parsifal«. 1988 sang sie in Düsseldorf in der deutschen Erstaufführung von L. Berios »Un Re in ascolta«, 1989 hatte sie dort abermals einen glänzenden Erfolg in der Titelpartie von Verdis »Aida«, 1992 in der Titelrolle in R. Schumanns »Genoveva« in einer konzertanten Aufführung der Oper, 1993 als Marschallin. 1997 sang sie an der Deutschen Oper am Rhein die Titelrolle in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1998 die Ludmila in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Weitere Gastspiele an der Oper von Bordeaux, bei der Operngesellschaft Forum in Enschede (Holland), in Brüssel, Gent und Antwerpen, in Luxemburg, in St. Gallen und Bern, bei den Schönbrunner Schlossfestspielen, in Kolumbien und bei einem Gastspiel mit dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein in Moskau. Konzert- und Rundfunkauftritte in Deutschland, Holland, Belgien, Italien (RAI Turin), Spanien, Mexico und Ungarn. Aus ihrem Repertoire für die Bühne seien noch ergänzend die Titelfigur in Verdis »La Traviata«, die Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Amaranta in »La fedeltà premiata« von Haydn und die Fin in »Schneider Wibbel« von Mark Lothar genannt. Verheiratet mit dem Arzt Dr. A.K. Zentai.

Mitschnitte von Rundfunkaufnahmen.

 23.5. Emma SARKISSIAN wird 80

Emma_SARKISIAN

 Sie studierte 1954-60 am Konservatorium von Moskau, hauptsächlich bei Anatolij Doliwo. Sie zeichnete sich bei Gesangwettbewerben in Prag und in Bukarest (1961) aus. 1960 erfolgte ihr Bühnendebüt am Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater in Moskau, dessen Mitglied sie für viele Jahre blieb. Sie sang hier als erste Partie die Sita in der Oper »Owod« (»Die Stechfliege«) des russisch-italienischen Komponisten Antonio Emanuilowitsch Spadavecchia und trat seitdem dort in einem Repertoire von großer Vielseitigkeit auf. Am Stanislawski-Nemirowitsch-Dantschenko-Theater sang sie auch die Olga im »Eugen Onegin«, die Arminda in Mozarts »La finta giardiniera«, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Titelrolle in der Offenbach-Operette »La Périchole«, die Carmela wie die Olympia in der Operette »Donna Juanita« von Fr. von Suppé, die Tonja in »Die Stadt der Jugend« von Schantyrj und die Clara in »Die Verlobung im Kloster« von Prokofieff. Zu ihren Glanzrollen gehörte die Carmen, die sie an diesem Haus auch in einer viel bewunderten Inszenierung unter Walter Felsenstein zum Vortrag brachte. Seit 1972 war sie als ständiger Gast an der Komischen Oper Berlin anzutreffen; weitere Gastspiele in Prag, Bukarest und in westdeutschen Musikzentren. 1970 wurde ihr der Titel einer Verdienten Künstlerin der UdSSR verliehen. Seit 1991 trat sie am Städtischen Neuen Opernhaus Moskau auf; 1992 gab sie im Rossini-Jahr mehrere Konzerte mit Werken dieses Meisters. 2007 gastierte sie als Filipjewna im »Eugen Onegin« bei den Salzburger Festspielen.

Von der auch als Konzertsängerin geschätzten Künstlerin existieren Schallplattenaufnahmen auf Melodiya (Staatliche sowjetrussische Plattenherstellung) und Audiophil (Larina im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky).

 24.5. David ARONSON wird 65

 Der aus New York stammende Dirigent und Pianist absolvierte seine Ausbildung an der Manhattan School of Music und der Crane School of Music. Seine Karriere begann als freischaffender Korrepetitor in New York City mit weiteren Engagements in Kansas City und Miami. 1978 zog er nach Zürich, wo er in kurzer Zeit zum stellvertretenden Chordirektor und Dirigenten am Opernhaus Zürich wurde. 1982 begann sein Engagement als Kapellmeister in Luzern, wo er mehr als 40 Opern, Operetten und Ballette dirigierte. Weiters war er Gastdirigent in Darmstadt und Stuttgart sowie Assistent von Herbert von Karajan bei den Salzburger Festspielen. Seit 1991 ist er Solorepetitor und Kapellmeister an der Wiener Staatsoper. Er ist ein begehrter Continuospieler sowie Liedbegleiter und gibt regelmäßig Meisterkurse bzw. Kurse am Konservatorium Wien Privatuniversität. Er ist verheiratet mit der Sopranistin Sylvia Greenberg.

 24.5. Hans-Martin LINDE wird 85

 Er hat das Spiel von Blockflöte und Traverso auf neue Weise geprägt. Als Solist und Kammermusiker trat er weltweit auf und spielte viele Platten und CDs ein, darunter zahlreiche Aufnahmen mit dem Linde-Consort. Zudem blickt Linde auf eine reiche Tätigkeit als Dirigent zurück. Er arbeitete mit namhaften Orchestern, Chören und für die Oper. 1984-2000 war er Hauptdirigent der Cappella Coloniensis des WDR Köln, die Vorbild wurde für andere Barockorchester. Anschließend wirkte er mehrfach als Dirigent bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Sein kompositorisches Schaffen umfasst Kammermusik, oft mit Block- oder Querflöte, sowie Lieder, Chorwerke und Orchestermusik. In Lindes Werken begegnet man zwar neuen kompositorischen Strukturen und avantgardistischen Spieltechniken. Dabei behält seine Sprache jedoch Nähe zur Tonalität und zu überlieferten Formen. Linde hat an der Musik-Akademie Basel eine langjährige Lehrtätigkeit ausgeübt. Ab 1957 unterrichtete er an deren Schola Cantorum Basiliensis historische Flöteninstrumente und Ensemble. Anschließend übernahm er die Leitung des Konservatoriums (heute Musikhochschule). Ab 1979 baute er eine Klasse für Chorleitung auf, die er bis 1995 betreute. Nach wie vor ist er der Akademie verbunden als Gastdozent und Prüfungsexperte.

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.hansmartinlinde.ch/

 25.5. Martin PETZOLD wird 60

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 Er gehörte bereits als Knabe 1965-74 dem berühmten Leipziger Thomanerchor an und studierte dann Musik und Gesang an der dortigen Musikhochschule bei Eva Schubert, später bei Bernd Siegfried Weber. Zugleich studierte er protestantische Theologie an der Leipziger Universität. 1987 war er Preisträger bei einem Gesangwettbewerb in Gera. In der Spielzeit 1985-86 kam es zu seinem Bühnendebüt am Stadttheater von Halle/Saale, dem er bis 1988 angehörte. Seit 1988 war er Mitglied des Opernhauses von Leipzig. Hier sang er Partien wie den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, den Monostatos in der »Zauberflöte«, den Jaquino im »Fidelio«, den Georg im »Waffenschmied« und den Châteauneuf in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, den Christel in »Die Jagd« von Johann Adam Hiller, den Toni in »Elegie für junge Liebende« von H.W. Henze und den David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, also vor allem Aufgaben im Charakter- und Buffo-Fach. 1997 wirkte er am Leipziger Opernhaus in der Uraufführung der Oper »Abraum« von Jörg Herchet mit und sang dort den Iwan in »Die Nase« von Schostakowitsch, 1998 den Valzacchi im »Rosenkavalier«.

Man hörte ihn als Gast an zahlreichen Theatern in Deutschland. Er wurde noch mehr als Konzert- und Oratoriensolist bekannt. Er trat oft zusammen mit dem Thomanerchor Leipzig, dem Dresdner Kreuzchor und mit verschiedenen Barock-Ensembles auf; diese Konzerttätigkeit erstreckte sich über die Musikzentren in ganz Europa, in Nordamerika und Japan. Dabei stand das Werk Johann Sebastian Bachs im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit (Evangelist in den Passionen wie im Weihnachtsoratorium). Er beherrschte im Konzertsaal ein sehr umfassendes Repertoire, das auch eine Vielzahl von Liedern enthielt. Auf pädagogischem Gebiet in Deutschland wie in Italien tätig.

Schallplatten; Oiseau Lyre (Monostatos in der »Zauberflöte«), Decca (Estrugo in »Der gewaltige Hahnrei« von Berthold Goldschmidt, junger Mensch in »Das Wunder der Heliane« von Korngold, »Der Kaiser von Atlantis« von V. Ullmann, »Jonny spielt auf« von E. Krenek).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.martinpetzold.com/

 25.5. Julie KAUFMANN wird 65

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 Sie begann ihre Ausbildung an der Iowa University und kam zu deren Fortsetzung nach Europa. Hier studierte sie an der Musikhochschule Hamburg bei Judith Beckmann und war dann im Opernstudio des Opernhauses von Zürich. Sie sang zunächst im Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg. Nach ihrem Solistendebüt am Stadttheater von Hagen (Westfalen) wurde sie an das Opernhaus von Frankfurt a.M. engagiert, wo sie aufsehenerregende Erfolge hatte. Sie sang dort u.a. den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Despina in »Così fan tutte« und die Norina im »Don Pasquale« von Donizetti. 1983 kam sie an die Staatsoper von München, wo sie u.a. als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, als Zdenka in »Arabella« von R. Strauss und 1988 als Aminta in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss auftrat. 1987 sang sie bei den Salzburger Festspielen das Blondchen, bei den Festspielen von Wiesbaden die Despina, bei den Ludwigsburger Festspielen 1989 die Susanna in »Figaros« Hochzeit. 1987 gastierte sie an der Staatsoper Berlin in Rossinis »La Cenerentola«, 1988 Gastspieltournee mit der Münchner Oper in Japan. Sie trat als Gast an den führenden deutschen Opernhäusern auf, in Hamburg und Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. In München sang sie u.a. den Walter in einer konzertanten Aufführung von Catalanis »La Wally« und am 22.7.1985 in der Uraufführung der Oper »Le Roi Béranger« von H. Sutermeister. An der Mailänder Scala gastierte sie 1988 (mit dem Ensemble der Bayerischen Staatsoper) als Aminta und 1992 als Zdenka. 1990 trat sie am Opernhaus von Essen als Sophie im »Rosenkavalier« auf. Bei den konzertanten Aufführungen des Nibelungenrings in der Salle Pleyel Paris wirkte sie 1992 als Woglinde und als Waldvogel mit, am Opernhaus von Dortmund sang sie 1993 die Despina. 1995 übernahm sie in München die Partie der Luise in H.W. Henzes »Der junge Lord«, 1996 die Atalanta in »Serse« von Händel, 1995 an der Deutschen Oper Berlin die Zdenka (mit Kiri Te Kanawa als Arabella). 1999 gastierte sie am Opernhaus von Köln als Musetta in »La Bohème«, zuvor bereits als Susanna und als Pamina in der »Zauberflöte«, an der Staatsoper Dresden als Zdenka. 2000 trat sie an der Münchner Staatsoper in der Händel-Oper »Ariodante« als Ginevra auf, 2001 wieder als Despina. – Ihre Schwester Elise Kaufman (die ihren Familiennamen amerikanisiert mit einem »N« schrieb) war als Sopranistin u.a. in Gelsenkirchen engagiert.

Schallplatten: Harmonia mundi (Despina in »Così fan tutte«, Amor in »Orpheus und Eurydike« von Gluck), HMV (Stimme des Falken in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss), Philips (Echo in »Ariadne auf Naxos«), BMG-Eurodisc (Walter in »La Wally« von Catalani), RCA-Ariola (»Lobgesang« von Mendelssohn, Nannetta in Verdis »Falstaff«), Orfeo (»Don Giovanni« von Gazzaniga, »Les pèlerins de la Mecque« von Gluck, Lieder von Beethoven, Lieder von R. Strauss, Debussy und Schönberg), EMI (»Götterdämmerung«), CPO (Lieder von Hans Pfitzner), Farao (»Ariodante« von Händel).

 27.5. Susan BICKLEY wird 60

Susan_Bickley

 Sie erlernte zunächst den Beruf einer Fotografin, studierte dann aber 1977-80 an der City University London und 1980-81 an der dortigen Guildhall School Musik und Gesang. Zu ihren Lehrern gehörte Noelle Barker. 1984 trat sie erstmals beim Maggio Musicale von Florenz als Proserpina in Monteverdis »L‘Orfeo« auf. Es kam dann zu einer bedeutenden Karriere der Sängerin in England; hier sang sie seit 1984 beim Festival von Aldeburgh, ebenso seit 1984 bei der Glyndebourne Touring Opera und seit 1989 auch beim Festival von Glyndebourne. Mit dem Glyndebourner Ensemble hörte man sie als Hippolyta in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten, als Mrs. Sedley in dessen »Peter Grimes«, als Küsterin in Janáceks »Jenufa«, als Kabanicha in »Katja Kabanowa« vom gleichen Komponisten, als Marcellina in »Le nozze di Figaro« und als Anna in der zeitgenössischen Oper »The Electrification of the Soviet Union« von Nigel Osborne. Bei der Gesellschaft Opera 80 trat sie als Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera« und als Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky auf, beim Festival Alter Musik in Innsbruck 1990 als Dido in »Dido and Aeneas« von H. Purcell, an der Opéra Bastille Paris 1990 als Kabanicha. Weitere Auftritte an der Covent Garden Oper (1991) und an der English National Opera London (1992, 1994 als Dorabella in »Così fan tutte«, 1996 als Kurfürstin in »Der Prinz von Homburg« von H.W. Henze). 1997 gastierte sie bei den Händel-Festspielen in Göttingen als Amastre in »Serse« von Händel, in der Londoner Albert Hall in einer konzertanten Aufführung von »Die Verschworenen« von F. Schubert, beim Festival Vieux Lyon als Königin von Saba in Händels »Salomon«. 1998 sang sie in Lissabon die Penelope in Monteverdis »Il ritorno d‘ Ulisse in patria«, an der English National Opera London die Meg Page im »Falstaff« von Verdi, 1999 an den Opernhäusern von Antwerpen und Gent die Gräfin Geschwitz in »Lulu« von A. Berg, bei der English National Opera London die Juno in »Semele« von Händel. Sie wirkte an der Niederländischen Oper Amsterdam in der Uraufführung der Oper »Writing to Vermeer« von Louis Andriessen mit (1.12.1999); an der Berliner Staatsoper sang sie in der Uraufführung von Harrison Birtwistles »The Last Supper« die Partie des Ghost (18.4.2000; im gleichen Jahr auch bei der Glyndebourne Touring Opera). Beim Glyndebourne Festival 2000 trat sie als Küsterin und in »The Rake’s Progress« von Strawinsky auf. An der English National Opera nahm sie an der Uraufführung der Oper »From Morning to Midnight« von David Sawer teil (21.4.2001).  

Schallplatten: Collins (»Dido and Aeneas«), Opera Rara (Szenen aus italienischen Opern; »Maria Regina d’Inghilterra« von G. Pacini), Factory (»Socrate« von Satie), EMI (»The Fairy Queen« von Purcell),  Hyperion/Koch (»Sappho« von Granville Bantock, »Juditha triumphans« von Vivaldi), Conifer (Amastre in »Serse« von Händel), DGG (»Solomon« und  »Theodora« von Händel), Harmonia mundi (Sorceress in »Dido and Aeneas« von H. Purcell).

 27.5. Thomas MOSER wird 70

Thomas_MOSER

 Er begann seine Ausbildung am Richmond Professional Institute in seiner Heimatstadt. Er wurde dann in Kalifornien Schüler der berühmten Sänger Lotte Lehmann und Gérard Souzay, auch von Martial Singher. 1974 erregte er Aufsehen bei einem Gesangwettbewerb der Metropolitan Oper New York und kam 1975 mit einem Stipendium zur weiteren Ausbildung nach Europa. 1975 bereits kam es zu seinem Debüt am Opernhaus von Graz. 1976-77 gab er Gastspiele an der Staatsoper München (Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«) und am Opernhaus von Frankfurt a.M. 1977 debütierte er an der Staatsoper von Wien als Iopas in »Les Troyens« von Berlioz. Er wurde dann reguläres Mitglied der Staatsoper Wien, an der er bis heute in 43 Rollen in mehr als 460 Vorstellungen zu sehen war, u.a. als Belmonte, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Flamand im »Capriccio« von R. Strauss, als Arturo in »Lucia di Lammermoor«, als Henry in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, als Titelheld in Mozarts »La clemenza di Tito«, als Tamino in der »Zauberflöte«, als Narraboth und später als Herodes in »Salome« von R. Strauss, als Cassio in Verdis »Otello«, als Elemer in »Arabella« von R. Strauss, als Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, als Jaquino und später als Florestan im »Fidelio«, als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Tambourmajor in A. Bergs »Wozzeck«, als Paul in Korngolds »Die tote Stadt«, als Alfred in der »Fledermaus«, als Arbace und später in der Titelrolle in Mozarts »Idomeneo«, als Achill in Glucks »Iphigenie in Aulis«, als Erik in »Der fliegende Holländer«, in der Titelpartien von Schuberts »Fierrabras« und Mozarts »Lucio Silla«, als Fritz in Schrekers »Der ferne Klang«, als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Max im »Freischütz«, als Peter Grimes von B. Britten, als Lohengrin, als Palestrina von H. Pfitzner, als Parsifal, als Kaiser in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, als Tristan und als Aron in Schönbergs »Moses und Aron«. Bei den Salzburger Festspielen wirkte 1976 und 1983 als Monsieur Vogelsang in konzertanten Aufführungen von Mozarts »Der Schauspieldirektor« mit und sang dort 1978 den Adrasto in Stefano Landis »Il Sant’ Alessio«, 1979-80 den Boten in »Aida«, 1980 den Ferdinand in einer konzertanten Aufführung von Kreneks »Karl V.« und in einem Mozart-Konzert, 1982-83 in der C-Moll-Messe von Mozart, 1983 den Jaquino, am 7.8.1984 den Tenor in der Uraufführung von L. Berios »Un Re in ascolto«, 1984 in Mendelssohns »Elias« und den Menaldo Negroni in einer konzertanten Aufführung der Oper »Die Gezeichneten« von Fr. Schreker, 1989 den Tiresias in einer konzertanten Aufführung der Oper »Antigonae« von C. Orff, 1989 in Schönbergs »Die Jakobsleiter« und in »Grand Messe des Morts« von H. Berlioz, 1990 den Florestan, 1992 den Kaiser in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1994 die Titelrolle in »Oedipus Rex« von Strawinsky und in der 9. Sinfonie von Beethoven, 1996 den Waldemar in Schönbergs »Gurre-Lieder« und 2000 den David in einer konzertanten Aufführung der Oper »Saul und David« von C. Nielsen An den führenden Opernhäusern in England wie in Deutschland und Österreich hatte er anhaltende Erfolge, ebenso auch bei den Festspielen von Dubrovnik. 1979 bewunderte man ihn an der New Yorker City Opera in der Titelrolle von »La clemenza di Tito« von Mozart. 1983 wirkte er bei den Salzburger Mozartwochen in »La finta semplice« von Mozart mit. 1984 an der Oper von Rom als Don Ottavio zu Gast, 1986 als Pylades in »Iphigenie auf Tauris« von Gluck. 1985 debütierte er als Tamino an der Mailänder Scala, an der er dann auch 1990 und 1999 als Florestan, 1991 als Titzikan in  »Lodoiska« von Cherubini, 1999 als Oedipus Rex in einer konzertanten Aufführung der gleichnamigen Oper von Strawinsky sowie 1990 in einem Liederabend zu hören war. 1985 debütierte er an der Opéra-Comique Paris gleichfalls als Tamino. 1987 gastierte er am letztgenannten Haus als Idomeneo und als Tito. An der Opéra de Paris debütierte er 1985 als Pylades und sang dort 1986 den Tamino, 1987 und 1991 den Idomeneo, 1987 den Titus von Mozart, 1990 (konzertant) den Faust in »La damnation de Faust« von Berlioz, 1997 den Parsifal und den Lohengrin, 2000 den Erik, 2003 den Kaiser in »Die Frau ohne Schatten«, 2006 den Arbace und 2009 den Herodes. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1989 und 1994  als Florestan, 1989 als Flamand, 1992 als Kaiser in »Die Frau ohne Schatten«, 1993 als Don José in »Carmen«, 1994 als Lohengrin und mit einem Liederabend. 1990 sang er bei den Osterfestspielen von Salzburg, 1991 in Amsterdam und 1992 in Zürich den Florestan. An der Covent Garden Oper London hörte man ihn 1991 in der Titelrolle von Mozarts »Lucio Silla«. 1992 war er in München als Don José und 1993 als Faust in »La damnation de Faust« zu Gast. 1993 sang er als Antrittsrolle an der New Yorker Metropolitan Oper den Bacchus in »Ariadne auf Naxos«. Bis 2002 sang er an diesem Haus außerdem noch den Don José und den Kaiser. 1993 gastierte er beim Festival von Aix-en-Provence als Adolar in Webers »Euryanthe«, 1995 am Théâtre Châtelet Paris als Peter Grimes von B. Britten; an der Staatsoper Hamburg 1996 als Don José. 1997 sang er an der Covent Garden Oper London die Titelrolle in »Palestrina« von Hans Pfitzner, 1998 an der Staatsoper Hamburg den Lohengrin, an der Covent Garden Oper (konzertant) den Max im »Freischütz«, 1998 an der Münchner Staatsoper den Bacchus, an der Deutschen Oper Berlin den Kaiser. 1998 debütierte er an der Oper von San Francisco als Peter Grimes, an der er dann auch 2002 den Bacchus, 2005 den Florestan und 2006 den Tristan sang. 1999 trat er an der Staatsoper München als Florestan sowie bei den Ludwigsburger Festspielen als David in einer konzertanten Aufführung der Oper »Saul und David« von Carl Nielsen auf. Am Teatro Liceu Barcelona gastierte er 2000 als Kaiser, am Teatro Real Madrid als Florestan (mit Deborah Voigt als Leonore). Gleichzeitig kam es zur Entwicklung einer großen Karriere als Konzert- und Oratoriensänger. Man hörte ihn u.a. in der Missa solemnis von Beethoven, im Mozart-Requiem, in den Passionen von J.S. Bach, im »Buch mit sieben Siegeln« von Fr. Schmidt und im Requiem von Gabriel Fauré.

Schallplatten: Philips (»Tristan und Isolde«, Mozart-Messen, »Stiffelio« von Verdi; Ferdinand in »Karl V.« von E. Krenek, Salzburg 1980), Preiser (»Mozart und Salieri« von Rimsky-Korssakow in russischer Sprache), Orfeo (»Zaïde« und »La finta semplice« von Mozart, »Le Cinesi« von Gluck, »Jessonda« von L. Spohr, »Oedipus Rex« von Strawinsky), DGG (»La finta giardiniera« von Mozart, »Die Freunde von Salamanka« von Schubert, »Genoveva« von Schumann, 9. Sinfonie von Beethoven) Ariola-Eurodisc (Don Ottavio im »Don Giovanni«, »La finta giardiniera« von Mozart), Erato (»La damnation de Faust« von Berlioz), Supraphon-Eurodisc (Requiem von Dvorák), Amadeo (Arien), Saphir-Intercord (Glagolitische Messe von Janácek), Capriccio (»Der ferne Klang« von Schreker), Sony (»Lodoïska« von Cherubini), Teldec (»Gurrelieder« von Schönberg, Don José in »Carmen«), Calig-Verlag (»Königskinder« von Humperdinck), Col Legno (»Un Re in ascolto« von L. Berio), Nightingale (Eisenstein in der »Fledermaus« mit Edita Gruberová).

 27.5. Glória QUEIROZ wird 85

 Sie war an der Nationalen Musikschule von Rio de Janeiro Schülerin von Reis E. Silva und Ernest Tempele, an der Brasilianischen Bundesuniversität von Roberto Miranda. Debüt 1954 an der Oper von Rio de Janeiro als Lola in »Cavalleria rusticana« von Mascagni. Sie hatte in Rio de Janeiro eine über zwanzigjährige erfolgreiche Bühnenkarriere und war beim dortigen Publikum sehr beliebt. Zu ihren Glanzrollen gehörten die Carmen, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Isabella in »L’Italiana in Algeri« (mit allen technischen Schwierigkeiten dieser Koloratur-Alt-Rollen), die Amneris in »Aida«, die Preziosilla in »La forza del destino«, die Waltraute im Ring-Zyklus und die Sekretärin in Menottis »Konsul«. Dazu traten Aufgaben in Opern- und Konzertwerken brasilianischer Komponisten wie Carlos Gomes, Heitor Villa-Lobos, Francisco Braga oder O. Laurenço Fernandez. Auch an der Oper von Säo Paulo gefeiert, wo sie 1957 in der Uraufführung der Oper »Anita Garibaldi« von Geyer mitwirkte. Bedeutende Interpretin von Volks- und Kunstliedern.

Schallplatten brasilianischer Marken.

 28.5. Gian KORAL wird 70

Gian_KORAL

 Er begann seine Ausbildung im Opernstudio von Istanbul. kam dann aber nach Frankreich und studierte dort am Conservatoire National und an der École Normale de la Musique Paris. Sein Bühnendebüt fand 1965 am Opernhaus von Istanbul als Sharpless in »Madame Butterfly« statt. Seine großen Erfolge hatte er jedoch an Bühnen in Frankreich, wo er auch seinen Wohnsitz nahm. Er sang an den Opernhäusern von Marseille, Lyon, Rouen, Nizza, Nancy, Toulouse und auch an der Grand Opéra Paris. Seine hauptsächlichen Bühnenpartien waren der Escamillo in »Carmen«, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, der Alfio in »Cavalleria rusticana«, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Ehemann in »Amelia al Ballo« von Menotti, der Mann in Schönbergs »Die glückliche Hand« und der Robineau in »Volo di notte« von Dallapiccola. Verheiratet mit der französischen Sopranistin Hélia T‘ Hézan (* 1934).

 28.5. Erika SCHUMANN wird 75

 Sie absolvierte ihr Gesangstudium in Berlin als Schülerin von T. Dickson und von Johannes Kemter. 1968 erfolgte ihr Bühnendebüt am Elbe-Elster-Theater Wittenberg in der Partie der Mimi in Puccinis »La Bohème«. 1969-70 war sie am Theater von Brandenburg engagiert und ging dann an das Stadttheater von Cottbus, dessen Mitglied sie für viele Jahre blieb. Seit 1975 war sie gleichzeitig auch Mitglied der Staatsoper von Dresden. Hier erwies sie sich in Rollen wie der Agathe im »Freischütz«, der Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, der Titelheldin in Janáceks »Jenufa«, der Leonore in Verdis »La forza del destino« und der Elisabetta im »Don Carlos« als hervorragende Vertreterin ihres Stimmfachs, dazu auch als große Darstellerin. Ergänzt wurde diese Bühnentätigkeit durch eine entsprechende Konzertkarriere.

 28.5. Vernon MIDGLEY wird 75

 Biographie des englischen Tenors auf Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Vernon_Midgley

 28.5. Franca FABBRI wird 80

 Sie erhielt ihre Ausbildung durch die Mailänder Pädagogen Adelina Fiori, Adelaide Saraceni, Giuseppe Pais und Alberto Soresina. 1963 kam es beim Festival von Spoleto zu ihrem Debüt als Violetta in »La Traviata«. Im Laufe ihrer langen Karriere sang sie an allen großen italienischen Opernbühnen: an der Mailänder Scala (1970 eine kleine Partie in »Der feurige Engel« von Prokofieff, 1971 eines der Blumenmädchen im »Parsifal«, 1972 Tochter der Podtotschina in »Die Nase« von Schostakowitsch, 1972 die Hélène de la Cerisaie in »Une éducation manquée« von Chabrier, 1973 die Donna Anna in »Don Giovanni« von Gazzaniga, 1974 die Criside in »Satyricon« von Maderna, 1975 und 1978-79 verschiedene Partien in Ravels »L’Enfant et les sortilèges«, 1977 eine der nackten Jungfrauen in Schönbergs »Moses und Aron«, 1977 die Branghien in Frank Martins »Le vin herbé«, 1979 die Giannetta in »L’Elisir d‘amore«; 1974 gab sie hier sehr erfolgreich einen Liederabend), am Teatro San Carlo Neapel, an der Oper von Rom, am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Regio Parma, dazu bei den Festspielen von Florenz (Maggio Musicale) und Spoleto. Weiter zu Gast am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an der Deutschen Oper Berlin, an der Hamburger Staatsoper, den Opernhäusern von Köln und Toulouse, der Nationaloper Budapest, der Oper von Warschau und beim Festival von Aix-en-Provence. Sie galt als Spezialistin für zeitgenössische Opernwerke und sang in mehreren Uraufführungen, so an der Scala am 26.3.1970 La Donna in »Count Down« von Bettinelli, am 30.4.1973 die Nastenka in »Le notti bianche« von Cortese, am 16.12.1974 die Euridice in »Orfeo vedovo« von Savinio, am 4.4.1975 den 3. Sopran in »Al gran sole carico d’amore« von Luigi Nono, 1970 an der Oper von Rom in »Idiota« von Chailly und 1972 in Treviso in »Riva delle sirti«, gleichfalls von Chailly. Aus ihrem Repertoire sind hervorzuheben: die Titelheldin in »Lucia di Lammermoor«, die Musetta in Puccinis »La Bohème«, die Nedda im »Bajazzo«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Palmira in Rossinis »L’Assedio di Corinto«, die Gilda im »Rigoletto«, die Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer, die Frau in »La Voix humaine« von Poulenc, die Lucy in »The Telephone« von Menotti, die Gouvernante in »The Turn of the Screw« von B. Britten, Partien in Opern von Malipiero, Schostakowitsch, Hazon, Maderna und Debussy. Sie ging von Mailand aus, wo sie lebte, einer ausgedehnten Konzerttätigkeit nach.

Schallplatten: Fratelli Fabbri, RAI; Privatmitschnitte von Aufführungen moderner Opern.

 29.5. Pascal DUSAPIN wird 60

 Er studierte Kunst und Ästhetik an der Université de Paris IV-Sorbonne und besuchte 1974-78 die Seminare von Iannis Xenakis, den er als seinen „musikalischen Vater“ bezeichnet, Edgar Varèse nennt er seinen „musikalischen Großvater“. Später besuchte er die Kurse von Franco Donatoni. Wie beispielsweise Karlheinz Stockhausen gehört er zu den Wenigen, die ihre materielle Existenz ohne amtliche Bestallung nur der eigenen Produktivität verdanken.

Dusapin gewann mehrere Preise, unter anderem den Prix Hervé Dujardin von SACEM (1979), und 1981 ein Stipendium der Villa Medici. 1993/94 war er Composer in Residence beim Orchestre National de Lyon. Pascal Dusapins Schaffen ist in besonderem Maße angeregt durch außermusikalische Inspirationen aus den Bereichen der Literatur, des Theaters sowie der bildenden Künste. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang seine Zusammenarbeit mit Dominique Bagouet, Olivier Cadiot sowie James Turrell. Die starke Betonung des kompositorischen Handwerks schlägt sich nieder in Partituren, in denen sich Polyphonie als Resultat sorgsam gezeichneter Stimmverläufe und ins Einzelne verästelter Kontrapunktik ergibt. Er schafft rhythmisch hochkomplexe, für die Musiker aufwendig zu erlernende Partituren. Seine Musik lässt sich der mathematisch-intellektuellen Strömung zuordnen.

 29.5. Ira d’ARÈS wird 80

Ira d'Arès

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Brüssel. 1957 erfolgte ihr Debüt als Konzertsängerin. 1958 debütierte sie dann auch als Opernsängerin, als sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel den Hänsel in »Hänsel und Gretel« sang. Seit 1964 gehörte sie als Mitglied dem Ensemble dieses Theaters an, wo sie in den folgenden 25 Jahren vor allem Partien aus dem Charakterfach übernahm. Dazu gehörten u.a. die Ragonde in »Le Comte Ory« von Rossini, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, die Zita in Puccinis »Gianni Schicchi«, die Principessa in »Suor Angelica« vom gleichen Meister, die Mary in »Der fliegende Holländer«, die Hata in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Amme im »Boris Godunow«, die Kartenaufschlägerin in »Arabella« von R. Strauss, die Marthe im »Faust« von Gounod, die Rosette in »Manon« von Massenet, die Mme. de Haltière in »Cendrillon«, ebenfalls von Massenet, die Margret im »Wozzeck« von A. Berg und die Annina im »Rosenkavalier«. Sie trat aber auch manchmal als Azucena im »Troubadour«, als Amneris in »Aida«, als Ortrud im »Lohengrin« und als Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg« auf. Neben ihrer Tätigkeit in Brüssel bestand bis in die siebziger Jahre zugleich ein Gastvertrag mit der Oper von Antwerpen. Sie war als Gast an weiteren Theatern in Belgien anzutreffen, so an der Opéra de Wallonie Lüttich, an der sie 1980 in der europäischen Erstaufführung von Menottis »The Hero« mitwirkte.

 30.5. Angelo ROMERO wird 75

 Er wollte zunächst Schauspieler werden, studierte dann aber Gesang bei Elena d’Ambrosio in Rom. Sein Debüt fand 1966 an der Opera di Camera in Rom in der Titelpartie von Monteverdis »L’Orfeo« statt. Er sang mit großem Erfolg an den führenden italienischen Operntheatern Partien aus dem seriösen wie dem Buffo-Fach, wobei er sich als glänzender Darsteller erwies. So ist er an der Mailänder Scala (1971, 1976 und 1985 Figaro im »Barbier von Sevilla«, 1972 Cantastorie in »Una Notte in Paradiso« von V. Bucchi und Ulisse in Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in Patria«, 1973 Haly in »L’Italiana in Algeri«, 1974 Figaro in »Le nozze di Figaro«, 1975 Alidoro in »La Cenerentola«, 1976 Guglielmo in »Così fan tutte«, 1976-77 Marcello und 2003 Alcindoro in »La Bohème«, 1978 Lescaut in Puccinis »Manon Lescaut«, 1983 Leporello in »Der steinerne Gast« von Dargomyschski, 1984-85 Malatesta in »Don Pasquale«, 1986 Titelrolle in »Eugen Onegin«, 1987 Silvio im »Bajazzo«, 1988 Titelrolle und 2004 Notar in »Gianni Schicchi«) und an der Oper von Rom aufgetreten; er sang an den Opernhäusern von Palermo, Genua, Bologna, Turin und Venedig und wirkte bei den Festspielen in der Arena von Verona (1982), beim Festival von Spoleto wie beim Maggio Musicale Fiorentino mit. Auch bei Auslandsgastspielen hatte er großen Erfolg: am Teatro Colón Buenos Aires, an den Opern von Monte Carlo, Genf (1975 Figaro im »Barbier von Sevilla« und Lescaut in Puccinis »Manon Lescaut«) und Cincinnati und bei den Festspielen von Aix-en-Provence. Von Rom aus, wo er seinen Wohnsitz nahm, ging er dieser ausgedehnten Gastspieltätigkeit nach. So gastierte er 1988 am Teatro Fenice Venedig als Raimbaud in Rossinis »Le Comte Ory«, 1990 am Teatro Regio Parma als Dandini in »La Cenerentola«, 1991 am Teatro Municipale von Reggio Emilia als Malatesta im »Don Pasquale«, 1993 in Lausanne als Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto«. 1997 trat er am Teatro Regio von Parma in »Amelia al Ballo« von G.C. Menotti auf. An der Oper von Rom sang er 1999 (und wieder 2001) die Titelrolle in Cimarosas »Il maestro di Cappella«.

Schallplatten: Italia (»La gazza ladra« von Rossini), CBS (»Il Campanello« von Donizetti), Nuova Era (»L’Elisir d’amore« und »Gianni di Parigi« von Donizetti), Fonit-Cetra (»Le Maschere« von Mascagni), Naxos (»Il Barbiere di Siviglia«), Cascavelle (»Il matrimonio segreto« von Cimarosa), Mondo Musica (Lescaut in »Manon« von Massenet, Teatro Fenice Venedig, 1981).

 31.5. Bruce ADOLPHE wird 60

 Informationen über den amerikanischen Komponisten auf seiner Web-Seite: http://bruceadolphe.com/

 

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