Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM JULI 2015

GEBURTSTAGE IM JULI 2015

 Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

1.7. Johanna RUTISHAUSER wird 70

 Sie erhielt ihre Ausbildung seit 1964 in der Musikschule Schaffhausen durch Margit Ebner-Rüegg und war seit 1967 in Düsseldorf Schülerin von Franziska Martienssen-Lohmann, seit 1970 in Berlin von Elisabeth Grümmer, seit 1974 in Frankfurt a.M. von Ernst-Gerold Schramm, später noch von Sena Jurinac in Wien und Augsburg. 1974-76 war sie am Stadttheater von Gießen engagiert, 1977-78 an der Aargauer Oper, einer Schweizer Wanderbühne; in den Jahren 1980-86 war sie als ständiger Gast dem Landestheater Innsbruck verbunden. Sie gab Gastspiele an den Theatern von St. Gallen, Baden bei Wien, Koblenz und in Palermo. Zu ihren Bühnenpartien gehörten die Donna Anna wie die Donna Elvira im »Don Giovanni« (Innsbruck 1984), die Elvira in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, die Eurydike in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, die Agathe im »Freischütz«, die Abigaille in Verdis »Nabucco«, die Luisa Miller, die Aida, die Elisabetta im »Don Carlos«, die Leonore im »Troubadour«, der Octavian im »Rosenkavalier«, die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Kurfürstin im »Vogelhändler« von C. Zeller, die Hanna Glawari in »Die lustige Witwe« und die Anna Elisa in »Paganini« von F. Lehár. Als Konzertsängerin trat sie in einem umfangreichen Repertoire vor ihr Publikum, das Werke von J.S. Bach (Matthäus- und Johannespassion, Hohe Messe, Kantaten), Händel (»Der Messias«, »Samson«, »Acis and Galatea«), Mozart (Requiem, Messen), J. Haydn (»Die Schöpfung«, »Die Jahreszeiten«), Beethoven (9. Sinfonie, Missa solemnis), Mendelssohn (»Elias«, »Paulus«), Rossini (Petite Messe solennelle), Verdi (Requiem), Brahms (Ein deutsches Requiem), Bruckner und César Franck enthielt. Sie trat im Konzertsaal in ihrer Schweizer Heimat (Zürich, Basel, Bern, St. Gallen, Schaffhausen, Winterthur), in Düsseldorf. Frankfurt a.M., Berlin, Hamburg, Freiburg i. Br., Karlsruhe, Heidelberg, Koblenz, Konstanz, Osnabrück und Trier, in Verona. Lucca, Genua und Viareggio, in Paris, Bonn und Worms auf. 1968 wirkte sie in Amriswil (Schweiz) in der Uraufführung der Kantate »Ja, wir sind Wiederhall« von Cesar Bresgen mit.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.operavoice.org/

 2.7. Nazzareno ANTINORI wird 65

 Informationen über den italienischen Tenor auf seiner Homepage: http://www.nazzarenoantinori.com/

 2.7. Rodolfo MERTENS wird 65

 Er studierte an der Opernschule des Teatro Colón in Buenos Aires. Bereits während der Ausbildung trat er mit kleinen Partien auf der Bühne des Teatro Colón auf. Mit einem Stipendium konnte er seine Ausbildung in Madrid und am Mozarteum in Salzburg fortsetzen. Dort debütierte er auch als Gianni Schicchi. Zu seinen Lehrern gehörten Angel Matiello, Lola de Aragon, Erik Werba, Josef Metternich und Joshua Hecht. 1980 nahm er ein festes Engagement in Augsburg an, wo er als Posa in Verdis Don Carlos (neben Waltraut Meier), als Papageno in der Zauberflöte (neben Chris Merritt als Tamino) und als Figaro im Barbier von Sevilla zu erleben war. Diese Partie sang er auch in Bremen und München, hier trat er auch als Marcello in La Boheme, Germont-père in La Traviata und als Rigoletto auf. Sein breites Repertoire erstreckt sich von Dr. Schön in Lulu (1991 St. Gallen) und Alberich im Nibelungenring (Wiesbaden 1994), bis hin zu Don Pizarro in Fidelio (Leipzig 1995) und Pelléas in Pelléas et Mélisande (1979 in Linz und in Heidelberg). Auch in Südamerika kam er zu großen Erfolgen u.a. am Teatro Colón in Buenos Aires mit Dandini in La Cenerentola und in Bogotá mit der gleichen Rolle. Er brillierte in erster Linie im italienischen Repertoire: als Sharpless in Madama Butterfly in Bern (1996), als Luigi in Il Tabarro in Wuppertal und in Augsburg, und als Miller in Luisa Miller in Dessau (1998). Besonders machte er in den Rollen des Dogen in Simon Boccanegra (1992 in St. Gallen und 1997 in Freiburg), als Renato in Un Ballo in Maschera in St. Gallen (1973), als Conte di Luna in Il Trovatore in Schwerin (1997) und als Amonasro in Aida in Prag auf sich aufmerksam. Auch im Konzertfach hat Rodolfo Mertens eine rege Tätigkeit und vertritt die großen Partien seines Faches in Europa sowie in Südamerika. Seit 1998 unterrichtet er Gesang an der Musikakademie und an der DKMS in St. Gallen. 1998 wurde die Petite Messe Solennelle von Rossini mit ihm auf CD aufgenommen. Weitere Aufnahmen folgten mit dem Brahms Requiem und der C-Moll Messe von Paul Huber.

 2.7. Alan CUCKSTON wird 75

 Biographie des englischen Cembalisten und Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Alan_Cuckston  

 3.7. Erich WÄCHTER wird 70

 Er studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin die Fächer Dirigieren, Klavier und Liedbegleitung. Unmittelbar nach dem Abschluss des Studiums erhielt er sein erstes Engagement als Kapellmeister an das Pfalztheater Kaiserslautern. Danach führte ihn sein Weg über die Staatstheater Saarbrücken, Karlsruhe und Darmstadt an das Nationaltheater Mannheim, wo er als 1. Kapellmeister tätig war. 1989 wurde er zum Generalmusikdirektor und Operndirektor der Hansestadt Lübeck berufen. Er blieb in dieser Position bis zum Ende der Spielzeit 2000/01. Eine rege Gastiertätigkeit führte ihn an bedeutende europäische Opernhäuser, wie die Deutsche Oper Berlin, die Semperoper Dresden, die Staatsoper Hamburg, das Nationaltheater München, die Opernhäuser Zürich, Stockholm, Oslo und Wien sowie zu vielen großen Konzertorchestern. Neben diesen künstlerischen Tätigkeiten leitete Erich Wächter an den Hochschulen Karlsruhe und Lübeck Dirigierklassen und Hochschulorchester. Erich Wächter war von August 2002 bis Juli 2013 als Generalmusikdirektor am Theater Detmold tätig. Nach einer erfolgreichen Götterdämmerung-Produktion und einem kompletten Ring-Zyklus in der Spielzeit 2012/13 an der Oper in Sofia, wurde Erich Wächter dort die Position des Generalmusikdirektors angeboten, die er seit September 2013 bekleidet.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.erichwaechter.de/

 5.7. Alexander LAZAREV wird 70

 Biographie des russischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Alexander_Lazarev

 5.7. Ursula SCHIRRMACHER wird 90

 Sie begann ihr Musikstudium an der Musikhochschule von Leipzig, das jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde. Weitere Ausbildung durch Frau Schmitt-de Giorgi in Hamburg. Nachdem sie zwei Jahre am Nordwestdeutschen Rundfunk Hamburg gesungen hatte, begann sie 1952 ihre Bühnenlaufbahn am Stadttheater von Flensburg. Nacheinander sang sie dann 1952-55 am Stadttheater von Mainz, danach wieder 1955-56 in Flensburg, 1956-57 am Stadttheater von Bremen und 1957-61 an der Städtischen Oper Berlin. Als eine der ersten Partien sang sie dort die Susanna in »Figaros Hochzeit«. Seit 1961 trat sie als Gastsängerin, vor allem an Berliner Theatern, auf. Die Künstlerin war zugleich eine geschätzte Operetten- und Konzertsängerin.

Zahlreiche schöne Schallplattenaufnahmen, vor allem auf Eurodisc (u.a. Querschnitte »Undine«, »Faust«, »Carmen«, »Der Zigeunerbaron«, »Schwarzwaldmädel«, »Polenblut« von Nedbal, »Boccaccio«, Gesamtaufnahmen »Hänsel und Gretel« »Der Bettelstudent«) und auf HMV-Electrola (Szenen aus »Carmen«, »Lucia di Lammermoor«, »Der Troubadour«, »Eine Nacht in Venedig«), auch auf Philips.

 5.7. Hertha SCHMIDT wird 95

 Sie war Schülerin der Musikhochschule Frankfurt a.M. Sie begann ihre Bühnenkarriere am Opernhaus von Essen, an dem sie 1942 als Arsena im »Zigeunerbaron« von J. Strauß debütierte und bis 1948 blieb. Über das Stadttheater von Koblenz, dem sie 1948-52 angehörte, kam sie 1952 an das Nationaltheater Mannheim, an dem sie bis 1969 als Sängerin wirkte. Danach betätigte sie sich bis 1979 als Souffleuse an diesem Haus. Auf der Bühne sang sie zahlreiche Partien aus dem Koloratur- wie dem lyrischen Stimmfach: die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Zerline im »Don Giovanni« und die Violetta in »La Traviata«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit« und den Pagen Oscar in Verdis »Maskenball«, die Serpetta in »La finta giardiniera« von Mozart und die Ortensia in »La pietra del Paragone« von Rossini. Sie trat auch gern in Operettenrollen auf und wurde durch Gastspiele, Konzert- und Rundfunkauftritte weiten Kreisen bekannt. – Sie war verheiratet mit dem Operettentenor Günther Klötz. Dieser debütierte 1942 am Theater von Nordhausen, wo er bis 1944 blieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er bis 1948 in Iserlohn (Westfalen) auf, dann 1948-51 am Stadttheater von Trier, 1952-54 am Stadttheater von Koblenz, 1954-55 am Theater von Hof in Bayern. Er gastierte am Nationaltheater von Mannheim und war dann dort auch als Hilfsspielleiter und Abendregisseur tätig; diesen Posten bekleidete er über zwanzig Jahre.

Hertha Schmidt hat auf Philips-Schallplatten in Operettenaufnahmen mitgewirkt.

 6.7. Kārlis ZARIŅS wird 85

 Biographie des lettischen Tenors auf Lettisch: http://www.opera.lv/lv/makslinieki/makslinieku-arhivs/karlis-zarins

 6.7. Verena GOHL wird 90

 Sie studierte bei Annelies Gamper in Winterthur, bei Melitta Hirzel in Zürich, seit 1955 bei Sylvia Gähwiller in Winterthur, außerdem Musiktheorie bei Ernst Hess am Konservatorium von Winterthur. Auf der Opernbühne trat sie nur selten auf, u.a. am Theater von Luzern als Dorabella in »Così fan tutte«. Sie wurde jedoch seit 1945 eine der bekanntesten Schweizer Konzertsängerinnen ihrer Generation. Dabei war ihr Konzert-Repertoire sehr umfangreich und enthielt Werke von Vivaldi (Gloria), Pergolesi (Stabat mater), J.S. Bach (Matthäus- und Johannes-Passion, Weihnachtsoratorium, Kantaten, H-Moll-Messe), Händel (»Der Messias« und weitere Oratorien), J. Haydn, Mozart, Beethoven (9. Sinfonie, Missa solemnis), Schubert, Mendelssohn (»Elias«, »Paulus«), J. Brahms (Alt-Rhapsodie), F. Liszt (Oratorium »Christus«, Ungarische Krönungsmesse), Bruckner (Te Deum, Messen), R. Wagner (Wesendonck-Lieder), Verdi (Requiem) und Gustav Mahler (»Lied von der Erde«). Gern trat sie als Solistin in modernen Werken von B. Britten, Strawinsky, Hindemith, E. Hesse, A. Honegger, H. Sutermeister, S. Prokofieff, Frank Martin und O. Messiaen auf. Ihre Konzertkarriere, die bis 1980 dauerte, entwickelte sich auf internationalem Niveau; sie sang in den Musikzentren in der Schweiz (Zürich, Genf, Luzern, St. Gallen, Basel, Bern, Winterthur), in Berlin, Freiburg i. Br., Hamburg, Kassel, Karlsruhe, Nürnberg und Stuttgart, in Paris und Dieppe, beim Israel Festival in Caesarea, Jerusalem und Tel Aviv, in Madrid und Barcelona, in Mailand, Bologna und Venedig, in Paris, Brügge und Namur. Man hörte sie in Radiosendungen in der Schweiz, in Deutschland, in Frankreich und in Israel. Verheiratet mit dem Dirigenten und Musikpädagogen Willi Gohl (1925-2010); eine Tochter aus dieser Ehe, Verena-Barbara Gohl (* 1959), wurde ebenfalls eine bekannte Mezzosopranistin und hatte eine ganz ähnliche Karriere wie ihre Mutter.

Schallplatten: Hänssler-Verlag (Bach-Kantaten), Bärenreiter-Verlag (»Herbstfeuer« von C. Beck), Turnabout/FSM (»Musikalischer Ehrenstreit« von Meyer von Schauensee), Disco Jecklin (Notturni von Mozart).

 7.7. Matti SALMINEN wird 70

Matti_SALMINEN

 Er arbeitete zunächst als Tischler. Ausbildung am Musikinstitut in Turku, dann an der Sibelius-Akademie in Helsinki, schließlich bei Luigi Ricci in Rom. 1966-69 war er an der Oper von Helsinki als Chorist beschäftigt. Er debütierte dort als Solist 1969, und zwar als König Philipp im »Don Carlos« von Verdi. Er hatte bald große Erfolge bei Gastspielen im deutschen Sprachraum und wurde 1972 Mitglied des Opernhauses von Köln (bis 1976) und 1974 des Opernhauses von Zürich. Er trat als Gast an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart und am Opernhaus von Nürnberg auf. Weitere erfolgreiche Gastspiele an der Covent Garden Oper London (Debüt 1974 als Fasolt im »Rheingold«), an der Niederländischen Oper Amsterdam, an der Königlichen Oper Stockholm, in Budapest und Nancy. 1973 debütierte er an der Mailänder Scala als Fafner im »Rheingold«. Hier sang er in weiterer Folge 1978-79 den Großinquisitor und 2008 den König Philipp im »Don Carlos« von Verdi, 1981 den König Heinrich im »Lohengrin« sowie 2007 und 2009 den König Marke in »Tristan und Isolde«.

Seit 1975 wirkte er mehrfach bei den Opernfestspielen von Savonlinna in Finnland mit, u.a. 1975 in der Uraufführung der Oper »Der Reitersmann« von Aulis Sallinen. Große Erfolge hatte er bei den Festspielen von Bayreuth; dort trat er 1976 und 1979-80 als Fasolt, 1976-80 als Hunding in der »Walküre«, 1976-85 und 1987 als Titurel im »Parsifal«, 1977-78 als Fafner im Nibelungenring, 1978-82 und 1984-85 als Daland in »Der fliegende Holländer«, 1981 als König Heinrich, 1981-83 und 1986-87 als König Marke, 1983 als Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg« und 1985 als Landgraf im »Tannhäuser« auf. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man ihn 1994-95 und 1999 als Commendatore im »Don Giovanni«, 1994 als Teiresias in einer szenischen Aufführung von Strawinskys »Oedipus Rex«, 1995 und 2013 mit dem 1. Akt der »Walküre« (jeweils in konzertanter Form), 1998 als Gurnemanz in einer konzertanten Aufführung von Wagners »Parsifal«, 2000 als König Marke und 2013 als König Philipp. Bereits 1986 sang er bei den Salzburger Osterfestspielen den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos« unter H. von Karajan. 1981 Debüt an der Metropolitan Oper New York als König Marke. Er hatte dort in einer langjährigen Karriere bis 2008 in insgesamt 132 Vorstellungen seine großen Erfolge als Sarastro in der »Zauberflöte«, als Rocco im »Fidelio«, als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, als Fafner, Hagen und Hunding im Ring-Zyklus, als Daland, als Commendatore und als Ramfis in »Aida«. Seit seinem Debüt als König Philipp 1977 der Wiener Staatsoper verbunden, an der er bis 2013 in bisher 132 Vorstellungen gastierte: als Großinquisitor, als Osmin, als Daland, als Sarastro, als Hagen, als Rocco, als Hunding, als König Marke, als Colline in »La Bohème«, als König Heinrich, als Gremin in »Eugen Onegin«, als Pogner, als Fasolt und als Gurnemanz. An der Grand Opéra Paris gastierte er 1983 als Fasolt, 2000 als Sarastro, 2008 als König Marke, 2010 als Daland und 2013 als Hagen. 1983 Gastspiel mit dem Ensemble der Nationaloper Helsinki im Haus der Metropolitan Oper New York. 1984 sang er sehr erfolgreich im Zürcher Hallenstadion den Boris Godunow, ebenso 1986 am Teatro Liceu Barcelona. In Zürich wirkte er auch in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« unter N. Harnoncourt mit (und gastierte mit dieser Produktion auch im Theater an der Wien und an der Mailänder Scala). 1989 war er mit dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin (der er jahrelang verbunden war) an der Oper von Warschau in Aufführungen des Nibelungenrings in den Partien des Fasolt, des Hunding und des Hagen zu hören. 1991 gastierte er am Opernhaus von Köln als Hagen, 1990 wie 1996 bei den Festspielen von Savonlinna als Daland, 1992 als Rocco und als Sarastro, in der Spielzeit 1991-92 am Opernhaus von Zürich als Commendatore, 1994 an der Staatsoper von Hamburg als Iwan Chowanski in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, 1995 an der Deutschen Oper Berlin als Boris Godunow, 1996 in Zürich als Iwan Susanin in »Ein Leben für den Zaren« von Glinka. 1995 war er an der Nationaloper Helsinki als König Philipp zu Gast, 1996 an der Chicago Opera als Fasolt, Hunding, Fafner und Hagen in Aufführungen des Ring-Zyklus. Am 10.11.1996 sang er in der Eröffnungsvorstellung des wieder errichteten Prinzregententheaters in München den König Marke. 1997 gastierte er am Teatro Comunale Ferrara als Commendatore, bei den Festspielen von Savonlinna als Sarastro und als Landgraf, am Opernhaus von Zürich als König Marke, 1998 an der Deutschen Oper Berlin als Gurnemanz und als Hagen, in Savonlinna als Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«. An der Nationaloper Helsinki sang er 1999 den Hagen. In der Spielzeit 1999-2000 trat er an der Staatsoper von München als Rocco auf, an der Deutschen Oper Berlin als Hagen, am Opernhaus Zürich wieder als Sarastro, an der Opéra de Wallonie Lüttich als Daland. Am Teatro Real Madrid gastierte er 2000 als König Marke und als Commendatore. Am 15.9.2000 sang er an der Nationaloper Helsinki die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Lear« von Aulis Sallinen, an der Oper von Washington den Gurnemanz (zusammen mit Plácido Domingo). 2001 hörte man ihn am Opernhaus von Zürich als Hunding. Angesehener Konzertbassist, zumal für den Bereich des Oratoriums.

Seine in ihrer Tonfülle unerschöpfliche, dunkle Bass-Stimme, ein echter Basso profondo, erscheint auf vielen Schallplatten: auf DGG (Matthäuspassion, »Götterdämmerung«, »Don Carlos«, Commendatore im »Don Giovanni«), EMI (Hagen in vollständigem Ring-Zyklus, München 1989), Finlandia (»Der Reitersmann« von Sallinen), Eurodisc (Fafner im Nibelungenring), Philips (Hunding in der »Walküre«, Fasolt im »Rheingold«, Daland in »Der fliegende Holländer«) HMV (Mozart-Requiem), Polarvox-Helikon (russische und finnische Lieder), Telefunken (Osmin in der »Entführung aus dem Serail«), Decca (Sarastro in der »Zauberflöte«), HMV-Electrola (Hunding in der »Walküre«), RCA (9. Sinfonie von Beethoven). BIS (Recital; Opernszenen aus Savonlinna), Teldec (Marke in »Tristan und Isolde«, Max im »Freischütz«), Ondine (»Kullervo« von A. Sallinen); Philips-Video (»Der fliegende Holländer«, »Parsifal«, »Tristan und Isolde«), Decca-Video (»L’Incoronazione di Poppea«), Sony-Video (»Don Carlos« von Verdi).

 7.7. Ivan SARDI wird 85

Ivan_Sardi_als_Leporello

Als Leporello

 Nach seiner Schulausbildung kam er 1948 zum Gesang- und Musikstudium nach Italien. Er wurde am Conservatorio Martini in Bologna durch Antonio Melandri ausgebildet. 1953 erhielt er den ersten Preis beim Gesangwettbewerb von Lausanne. 1951 begann er seine Bühnenkarriere an italienischen Theatern. Debüt als Pater Guardian in Verdis »La forza del destino« am Teatro Grande von Brescia (1951). Er sang am Teatro San Carlo von Neapel, an den Opernhäusern von Bologna, Genua, Triest und Catania, schließlich war er beim Maggio Musicale von Florenz und an der Mailänder Scala (1954 in Strawinskys »Les Noces«) erfolgreich. Die gleichen Erfolge stellten sich bei Konzerten und bei Auftritten am Teatro San Carlos von Lissabon wie bei den Festspielen von Glyndebourne (1956 Don Alfonso in »Così fan tutte«) ein. 1959-61 gehörte der Künstler zum Ensemble der Staatsoper von München. 1961 wurde er Mitglied des Deutschen Opernhauses Berlin. 1971 sang er bei den Festspielen von Schwetzingen in der Uraufführung der Oper »Melusine« von Aribert Reimann, 1976 an der Deutschen Oper Berlin in der Uraufführung von »Der Tempelbrand« von Toshiro Mayuzumi, 1979 am gleichen Haus in der Uraufführung von »Der Untergang der Titanic« von Wilhelm Dieter Siebert. 1977 Gastspiel an der Wiener Staatsoper als Don Alfonso. Konzerte und Gastspiele in München, Hamburg und in den Musikzentren Europas ließen seinen Namen weiten Kreisen bekannt werden.

Schallplatten: DGG (Masetto im »Don Giovanni«, Bartolo in »Figaros Hochzeit«, Verdi-Requiem, »Der junge Lord« von Henze), Philips (Sparafucile in »Rigoletto«), Replica (»Wilhelm Tell« von Rossini) und Ariola-Bertelsmann (»Tiefland« von d’Albert, »Die verkaufte Braut«, »Der Postillion von Lonjumeau« von Adam).

 8.7. Eini LIUKKO-VAARA wird 85

Eini LIUKKO-VAARA

 Nach anfänglicher Betätigung in einem kaufmännischen Beruf ließ sie ihre Stimme an der Sibelius-Akademie in Helsinki durch Ester Rask und durch Jolanda di Maria Petris ausbilden. Sie debütierte 1963 auf der Bühne der Nationaloper von Helsinki als Aida. Sie blieb für viele Jahre diesem Opernhaus als dramatische Sopranistin verbunden. Gastspiele führten sie an die Königliche Oper Stockholm, an die Oper von Oslo und an die Nationaloper Budapest. Höhepunkte in ihrem breit angelegten Repertoire für die Bühne waren die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Tosca, die Marie im »Wozzeck« von A. Berg, die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, die Abigaille in »Nabucco« und die Leonore im »Fidelio«, die sie auch in einer viel beachteten Opernsendung des Finnischen Fernsehen gestaltete. 1975 sang sie an der Oper von Helsinki in der Uraufführung der Oper »Die letzten Versuchungen« von Jooans Kokkonen.

Schallplattenaufnahmen auf finnischen Marken (u.a. »La Voix humaine« von F. Poulenc).

 9.7. Enrique Arturo DIEMECKE wird 60

 Informationen über den mexikanischen Dirigenten auf seiner Homepage: http://enriquearturodiemecke.net/

 9.7. Manfred JUNG wird 75

Manfred_JUNG_als_Siegmund_an_der_Wiener_Staatsoper
Als „Siegmund“ in Wien

 Er ergriff zuerst den Beruf eines Elektroingenieurs. Er arbeitete als solcher am Stadttheater von Essen und war dann, nachdem er sich zur Ausbildung seiner Stimme entschlossen hatte, 1963-69 an der Folkwang-Musikhochschule Essen Schüler von Frau Hilde Wesselmann. 1967-71 hatte er am dortigen Opernhaus sein erstes Engagement (Debüt in »The Fairy Queen« von Purcell). 1970-73 wirkte er bei den Bayreuther Festspielen im Chor mit. Bei den Bayreuther Jugendfestspielen 1967 sang er bereits den Arindal in Wagners früher Oper »Die Feen«. Seit 1971 am Opernhaus von Dortmund engagiert. Er sang dann am Pfalztheater von Kaiserslautern; seit 1977 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Er gastierte mit diesem Ensemble in der UdSSR im Nibelungenring. Der Künstler entwickelte nun sehr schnell eine große internationale Karriere als Wagner-Tenor. Seit 1977 gehörte er zu den ersten Kräften des Bayreuther Festspiel-Ensembles. Hier sang er 1977-81 den Parsifal, 1977-80 und 1983-86 den Siegfried in der »Götterdämmerung«, 1979-80 und 1983-84 den Siegfried auch im »Siegfried«, 1983 und 1985-86 den Loge im »Rheingold« sowie 1994-98 den Mime im Ring-Zyklus. Ähnliche Erfolge erzielte er bei den Osterfestspielen von Salzburg unter Herbert von Karajan (1975 in »Die Meistersinger von Nürnberg«). Eine weltweite Gastspiel- und Konzerttätigkeit kennzeichnete die weitere Karriere des Künstlers: er gastierte an den Opernhäusern von Zürich, Chicago und Toronto, an den Staatsopern von Wien (1976-85 als Barinkay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß, als Parsifal, als Siegmund in der »Walküre«, als 1. Geharnischter in der »Zauberflöte« und als Laça in Janáceks »Jenufa« in insgesamt 12 Vorstellungen), Hamburg, München und Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin, in Brüssel, Göteborg, Barcelona, Köln und Frankfurt a.M., in Karlsruhe, Lissabon, Basel, Rom und Montreal. Sein USA-Debüt fand 1980 an der Oper von Tulsa als Siegmund statt. 1981 debütierte er an der Metropolitan Oper New York in einem Wagner-Konzert an der Seite von Birgit Nilsson. In den Jahren 1981-84 sang er an diesem Haus dann die Titelrolle in Wagners »Siegfried«, den Siegmund, den Parsifal und den Tristan in insgesamt 18 Vorstellungen. Bei Ring-Aufführungen in Düsseldorf und Karlsruhe sang er alle vier großen Tenorpartien des Opernwerks (Loge, Siegmund, beide Siegfriede). 1987 gastierte er am Staatstheater Kassel als Hermann in Tschaikowskys »Pique Dame«, 1988 an der Nationaloper Warschau als Loge und als Siegmund in aufsehenerregenden Aufführungen des Ring-Zyklus, 1990 beim Spoleto Festival als Herodes in »Salome« von R. Strauss. 1992 hörte man ihn am Teatro Bellini Catania und an der Oper von Frankfurt a.M. als Valzacchi im »Rosenkavalier«, am 27.10.1993 in Montpellier in der Uraufführung der Oper »Le Château des Carpathes« von Philippe Hersant. Er setzte seine Karriere im heldischen wie im Charakterfach lange fort; so trat er 1997 an der Staatsoper Dresden als Teiresias in »Die Bassariden« von H.W. Henze auf. Am Staatstheater Kassel hörte man ihn 1997-98 als Mime im Ring-Zyklus, am Teatro Massimo Palermo 1999 als Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg. Konzertauftritte in den europäischen Musikzentren, in der New Yorker Carnegie Hall, in Tokio, Chicago und Toronto.

Schallplatten: Philips (Siegfried in vollständigem Nibelungenring), Koch Records (»Die Dreigroschenoper« von K. Weill), Eterna (»Gurrelieder« von A. Schönberg), Arts (Mime im »Siegfried«, Kassel 1998), MDG/Naxos (Sprecher in der Lukas-Passion von K. Penederecki).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.jung-manfred.de/opernsaenger/

 9.7. John DARRENKAMP wird 80

John_Darrenkamp

 Nachdem er zuvor in anderen Berufen tätig gewesen war, studierte er Gesang bei Frederick Robinson in seinem Heimatort Lancaster, dann an der Academy of Vocal Arts Philadelphia bei Dorothy Di Scala und in New York bei Jerry Forderhase. Bühnendebüt 1966 am Opernhaus von Philadelphia als Zuane in »La Gioconda« von Ponchielli. Er sang an vielen führenden Opernbühnen in Nordamerika: in Baltimore und Boston, in Cincinnati und Miami, in Houston/Texas, San Antonio und San Diego, in New Orleans und Philadelphia, vor allem aber in den Jahren 1969-77 an der City Opera New York. 1979 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Debüt als Montano in Verdis »Otello«); er trat an diesem Haus bis 1995 in insgesamt 506 Vorstellungen in 28 verschiedenen, zumeist kleineren Rollen, auf (u.a. Morales in »Carmen«, Silvano in Verdis »Un Ballo in maschera«, Donald in »Billy Budd« von B. Britten, Baron Douphol in »La Traviata«, Marullo im »Rigoletto«, Rangoni im »Boris Godunow«, Yamadori in »Madame Butterfly«, Ned Keene in »Peter Grimes« von Britten, Biterolf in »Tannhäuser«, Angelotti in »Tosca«, Haly in »L’Italiana in Algeri«). Am 19.12.1991 wirkte er hier in der Uraufführung der Oper »The Ghosts of Versailles« von J. Corigliano mit. Zu Gast an der Oper von Mexico City und am Teatro Liceu Barcelona. Zu seinen großen Rollen gehörten der Wolfram im »Tannhäuser«, der Germont-père in »La Traviata«, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Malatesta im »Don Pasquale«, der Talbot in Donizettis »Maria Stuarda«, der Escamillo in »Carmen«, der Titelheld in »Fürst Igor« von Borodin, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini, der Conte Gil in Wolf-Ferraris »Il segreto di Susanna« und der John Sorel in »The Consul« von Menotti. Auch als Konzert- und Oratoriensolist geschätzt.

Amerikanische Privataufnahmen.

 10.7. Graham JOHNSON wird 65

 Er studierte an der Royal Academy of Music in London und später bei Gerald Moore und Geoffrey Parsons. 1972 war er offizieller Pianist von Peter Pears‘ erstem Meisterkurs, was ihn mit Benjamin Britten in Kontakt brachte und in seiner Absicht bestärkte, sich der Liedgestaltung zu widmen. 1976 gründete er zusammen mit Felicity Lott, Ann Murray, Anthony Rolfe Johnson und Richard Jackson den Songmakers’ Almanac mit dem Ziel, unbekannten und vernachlässigten Liedern zu einem Platz im Repertoire zu verhelfen; in den folgenden Jahrzehnten gingen aus dieser Zusammenarbeit mehr als 250 verschiedene Liederabend-Programme hervor. Im Rahmen von Recitals hat er Sängerinnen und Sänger von Weltrang wie Sir Thomas Allen, Victoria de los Angeles, Elly Ameling, Arleen Auger, Ian Bostridge, Brigitte Fassbaender, Matthias Goerne, Thomas Hampson, Simon Keenlyside, Angelika Kirchschlager, Philip Langridge, Sergej Leiferkus, Edith Mathis, Christopher Maltman, Lucia Popp, Christoph Prégardien, Margaret Price, Dorothea Röschmann, Thomas Quasthoff, Kate Royal, Christine Schäfer, Peter Schreier, Elisabeth Schwarzkopf und Sarah Walker begleitet. Von den Konzerthäusern und Festivals in aller Welt, von denen er eingeladen wurde, ist Graham Johnson der Londoner Wigmore Hall besonders eng verbunden; so konzipierte und begleitete er Konzerte zur Wiedereröffnungs-Serie 1992 sowie zur Hundertjahrfeier 2001 und ist Jury-Vorsitzender des Wigmore Hall Song Competition. Ferner ist er Senior Professor für Korrepetition an der Guildhall School of Music. Beim Oxford Lieder Festival 2014 begleitete er mehrere Liederabende und hielt Vorträge über Schubert und seine Zeit. Im Laufe seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Ted Perry und dem Label Hyperion entstanden unter anderem 37 CDs mit sämtlichen Schubert-Liedern; seine für diese Serie verfassten Einführungstexte wurden 2013/14 von der Yale University Press als mehrbändiges Schubert-Liedlexikon herausgegeben. Zu den zahlreichen Preisen, mit denen er ausgezeichnet wurde, gehören Grammophone Awards für seine Aufnahmen mit Janet Baker, Ian Bostridge, Christine Schäfer und Magdalena Kožená. Seit 1994 ist Graham Johnson Träger des Order of the British Empire und seit 2002 Chevalier des Arts et Lettres; im Februar 2010 wurde er zum Ehrenmitglied der Royal Philharmonic Society ernannt. Er ist Verfasser mehrerer Bücher über das Kunstlied und unterrichtet im Rahmen von Meisterklassen an Musikhochschulen und bei Festivals.

 10.7. Helen DONATH wird 75

 Unbenannt

 Sie entstammte einer ursprünglich armenisch-syrischen Familie. Bereits mit zehn Jahren sang sie in einem Kirchenchor; sie ließ dann später ihre Stimme durch Carl Dapholl ausbilden. Weitere Studien bei Paola Novikova in New York. Sie debütierte sehr früh 1958 als Konzert- und Liedersängerin in New York und blieb bis 1960 in Nordamerika. 1961 kam sie nach Europa und wurde an die Oper von Köln engagiert, wo sie als Wellgunde im »Rheingold« debütierte. Bis 1963 blieb sie in Köln und ging dann an das Staatstheater Hannover, dem sie bis 1968 angehörte. Als Antrittsrolle sang sie hier die Pamina in der »Zauberflöte«; in Hannover heiratete sie den Kapellmeister und Korrepetitor Klaus Donath. Sie wirkte am Staatstheater Hannover in der Uraufführung der Oper »Die Doppelgängerin« von Jan Meyerowitz (29.1.1967) mit. 1965-67 war sie zugleich auch Mitglied der Oper von Frankfurt a.M. 1967 folgte die Künstlerin einem Ruf an die Staatsoper von München und entfaltete jetzt eine große Karriere, nicht allein auf der Opernbühne, sondern auch im Konzertsaal. Mehrfach war sie bei den Festspielen von Salzburg zu hören, so 1967-68 und 1970 als Pamina, 1973 und 1976 als Ilia in »Idomeneo« von Mozart, 2003 (in einer konzertanten Aufführung) als Aithra in »Die ägyptische Helena« von R. Strauss sowie 2004-06 als Despina in »Così fan tutte«; außerdem trat sie dort oft in Konzerten auf, so 1967 in Verdis »Te Deum«, 1968 und 1975-76 in Mozart-Konzerten, 1970 in Beethovens 9. Symphonie, 1975 in Carl Orffs »Carmina burana«; 1975, 1995 und 2002 gab sie dort sehr erfolgreiche Liederabende. Auch bei den Salzburger Osterfestspielen sang sie unter H. von Karajan. Gastspiele führten sie an die Staatsopern von Wien (1973-2006 als Pamina, als Zerline im »Don Giovanni«, als Sophie im »Rosenkavalier«, als Ännchen im »Freischütz«, als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Despina in insgesamt 31 Vorstellungen), Stuttgart, Dresden und Hamburg, an die Deutsche Oper Berlin, an das Theater von Bern (Schweiz), an das Stadttheater (Opernhaus) von Zürich, an die Pariser Grand Opéra (1981 als Sophie) und an viele andere Bühnen von Rang. 1971 sang sie als Gast am Bolschoi Theater Moskau die Sophie, 1974 an der Chicago Opera als erste Partie ebenfalls die Sophie, 1979 an der Covent Garden Oper London die Anne Trulove in Strawinskys »The Rake’s Progress«, 1984 bei der Japan-Tournee der Hamburger Staatsoper die Pamina. 1989 Gastspiel an der Oper von Seattle als Eva. 1991 fand dann auch endlich ihr erstes Auftreten an der Metropolitan Oper New York in der Partie der Marzelline im »Fidelio« statt; anschließend hörte man sie dort bis 1994 auch als Susanna, als Sophie und als Gräfin in »Le nozze di Figaro« in insgesamt 21 Vorstellungen. 1995 sang sie an der Oper von Washington erstmals die Marschallin im »Rosenkavalier«, 1996 an der Miami Opera wieder die Gräfin in »Le nozze di Figaro«. Am 27.4.1996 trat sie in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses von Detroit als Mimi in »La Bohème« auf. 1997 gastierte sie bei der Opera Pacific Costa Mesa als Donna Anna im »Don Giovanni«, an der Oper von Detroit als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1998 an der Oper von Miami als Rosalinde in der »Fledermaus«, an der Berliner Staatsoper als Marschallin. Weitere Bühnenpartien der Künstlerin waren die Eurydike in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, die Micaela in »Carmen«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut« und die Luise in »Der junge Lord« von H.W. Henze. Hervorragende Lied-Interpretin. Dabei wurde sie von ihrem Gatten, dem Pianisten und Dirigenten Klaus Donath, am Flügel begleitet. Auch als Oratoriensängerin war sie international bekannt.

Ihre lyrische Sopranstimme, die auch eine Reihe von Partien aus dem Koloraturfach beherrschte, ist auf vielen Plattenmarken zu hören, auf Decca (»Orpheus und Eurydike« von Gluck, Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, Sophie im »Rosenkavalier«, »Der Freischütz«, »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai), HMV (»Don Giovanni«, »Die Meistersinger von Nürnberg«), Telefunken (»L’Incoronazione di Poppea«), Philips (»La finta giardiniera« von Mozart, »Dido and Aeneas« von Purcell, »La vera costanza« von Haydn, »The Turn of the Screw« von B. Britten, Weihnachtsoratorium von J.S. Bach), DGG (»Palestrina« von H. Pfitzner, »Lucio Silla« von Mozart, »Die lustigen Weiber von Windsor«, Messias), Electrola (»Fidelio«, »Der betrogene Kadi« von Gluck, »Die Zwillingsbrüder« von Schubert, »Arabella« von R. Strauss, »Der Evangelimann« von Kienzl, »Der vierjährige Posten« von Schubert, »Friederike« von Lehár, »Judas Makkabäus« von Händel), Teldec (»Elias« von Mendelssohn), Eurodisc (»Die Zauberflöte«, »Carmen«, »Hänsel und Gretel«, »Gianni Schicchi« von Puccini), Cantate (geistliche Musik), Orfeo (»Orfeo ed Euridice« von J. Haydn, »La finta semplice« von Mozart), Wergo (»Sancta Susanna« von Hindemith, Titelrolle in »Simplicius Simplicissimus« von K.A. Hartmann), RCA (»Le nozze di Figaro«), Schwann (»Der Corregidor« von Hugo Wolf), CBS, Acanta (Mozart-Arien), Voce (»Alessandro Stradella« von Flotow).

 10.7. Jan BLINKHOF wird 75

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger durch Frau Riemersma in Amsterdam und ergänzte sie durch Studien bei Josef Metternich in Köln und bei Luigi Ricci in Rom. Sein Debüt kam 1971 an der Niederländischen Oper Amsterdam als Arturo in »Lucia di Lammermoor« zustande. An diesem Opernhaus entwickelte er sich zu einem führenden Vertreter des heldischen Tenorfachs. Er sang beim Holland Festival 1971 in der Uraufführung der Oper »Spinoza« von Ton de Kruyf und 1974 in Amsterdam in einer zweiten Uraufführung, »Dorian Gray« von Kox. Es kam zu Gastspielen des Künstlers an Bühnen in Deutschland wie in ganz Europa. 1976 gastierte er in Paris in dem Oratorium »Die Jakobsleiter« von Schönberg, 1976 an der Oper von Marseille als Florestan im »Fidelio«, 1979 am Nationaltheater Prag als Laça in »Jenufa« von Janácek und an der Oper von Nizza als Don José in »Carmen«. 1980 gab er ein Konzert in der New Yorker Carnegie Hall; 1986-87 gastierte er in Nizza als Tristan, 1988 an der Covent Garden Oper London als Laça und als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, 1985 bei der Scottish Opera Glasgow als Tristan. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1982 als Hermann, 1984 als Husar in »Mavra« von Strawinsky, 1985 als Tristan, 1988 als Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek, 1991 in der Titelpartie von B. Brittens »Peter Grimes«, 1994 als Tambourmajor in »Wozzeck« von A. Berg und 1996 als Canio im »Bajazzo«. Er war seit 1985 am Opernhaus von Zürich engagiert, wo er u.a. 1986 einmal mehr als Laça beeindruckte, den er auch 1990 am Teatro Liceu Barcelona vortrug. An der Deutschen Oper Berlin trat er 1988, an der Staatsoper Stuttgart 1992 als Sergej in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch auf, 1989 in Florenz als Boris in »Katja Kabanowa«, an der Grand Opéra Paris 1986 als Tambourmajor und 1989 als Mephistopheles in »Doktor Faust« von F. Busoni. 1991 gastierte er an der Oper von Seattle als Florestan, 1994 in Barcelona als Kardinal Albrecht in »Mathis der Maler« von Hindemith, 1996 an der Oper von Rom als Florestan, am Opernhaus von Nizza in Janáceks »Aus einem Totenhaus«. 1998 sang er an der Hamburger Staatsoper den Laça, den Tambourmajor und die Titelrolle in Benjamin Brittens »Peter Grimes«. Am 7.10.1999 sang er in der Eröffnungsvorstellung des nach dem Brand von 1994 wieder aufgebauten Teatro Liceu Barcelona den Kalaf in Puccinis »Turandot«. 2000 debütierte er an der Staatsoper von Wien als Tambourmajor, an der Hamburger Staatsoper gastierte er 2000 als Laça, 2001 als Schuiskij im »Boris Godunow«. Weitere Höhepunkte in seinem reichhaltigen Bühnenrepertoire waren der Cavaradossi in »Tosca«, der Ismaele in Verdis »Nabucco«, der Male Chorus in Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia«, der Julien in Charpentiers »Louise«, der Alexis in »Der Spieler« von Prokofieff und der Wilhelm in »Der junge Lord« von H.W. Henze. Nicht zuletzt kam er als Konzertsänger zu einer bedeutenden Karriere.

Schallplatten: EMI (Tambourmajor im »Wozzeck«); Mitschnitte von Rundfunksendungen auf privaten Marken.

 10.7. Josephine VEASEY wird 85

Josephine_VEASEY_als_Fricka_in_Salzburg
Als Fricka in Salzburg

 Ihre Stimme wurde durch Audrey Langford in London ausgebildet. Sie kam dann an die Covent Garden Oper London, wo sie zunächst 1948-50 im Chor und kleinere Partien sang. 1950-51 war sie bei der Opera for All tätig. 1954 hatte sie an der Covent Garden Oper einen sensationellen Erfolg als Cherubino in »Le nozze di Figaro«. Sie gehörte seitdem zu den prominentesten Sängerinnen der Covent Garden Oper, an der sie bis 1982 60 Partien in 780 Vorstellungen vortrug; zu ihren Glanzrollen zählten die Carmen, der Octavian im »Rosenkavalier«, die Amneris in »Aida«, die Azucena im »Troubadour«, die Brangäne in »Tristan und Isolde« und die Alt-und Mezzosopran-Partien im Ring-Zyklus von R. Wagner. Aus den vielen Partien, die sie an der Covent Garden Oper London übernahm, sind noch die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Marina im »Boris Godunow«, die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Emilia in Verdis »Otello«, die Cassandre wie die Didon in »Les Troyens« von Berlioz und die Eboli in Verdis »Don Carlos« hervorzuheben. Bei den Festspielen von Glyndebourne erschien sie erstmals 1957 als Zulma in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, 1958-59 als Cherubino, 1964 als Clarice in Rossinis »La Pietra del Paragone«, 1965 als Octavian, 1969 als Charlotte im »Werther« ebenso erfolgreich trat sie auch beim Edinburgh Festival (1961 als Berta im »Barbier von Sevilla« und 1963 als Marguerite in »La damnation de Faust« von Berlioz) auf. Bei Gastspielen an der Staatsoper von Wien (1976-77 als Eboli), an der Oper von Köln und bei den Osterfestspielen von Salzburg (Fricka unter Herbert von Karajan) hatte sie wichtige internationale Erfolge. 1971-72 gastierte sie an der Hamburger Staatsoper, 1971 an der Deutschen Oper Berlin. An der Mailänder Scala sang sie 1968 die Fricka in der »Walküre«, an der Grand Opéra Paris die Dido in »Les Troyens« von Berlioz und 1973 die Kundry im »Parsifal«. Auch in Nordamerika hatte sie eine bedeutende Karriere, 1973 gastierte sie an der San Francisco Oper als Eboli, 1975 an der Oper von Dallas als Brangäne, 1980 an der Oper von Boston als Königin Gertrud im »Hamlet« von A. Thomas (die sie im gleichen Jahr auch beim Buxton Festival vortrug). In der Spielzeit 1968-69 gastierte sie auch an der Metropolitan Oper New York als Fricka im Nibelungenring. 1976 wirkte sie an der Covent Garden Oper in der Uraufführung von H.W. Henzes »We come to the River« mit. 1982 sang sie als Abschiedspartie an der Covent Garden Oper die Herodias in »Salome«. Sie wurde dann Gesangsmeisterin an der English National Opera London, seit 1983 wirkte sie an der Royal Academy of Music London als Pädagogin. Zu ihren Schülern gehörten Sänger wie Sally Burgess, Phyllis Cannon, Vivian Tierney, Mary Hegaty, Helen Field, Felicity Palmer, Ethna Robinson, Anthony Mee und Peter Sidhom. Neben ihrem Wirken auf der Bühne war sie eine geschätzte Konzert- und Oratoriensängerin. 1970 wurde sie zum Commander of the British Empire ernannt.

Lit: A. Blyth: Josephine Veasey (in »Opera«, 1969).

Schallplatten auf Philips (Dido in »Les Troyens« von Berlioz, »La dammation de Faust« vom gleichen Meister, »Dido and Aeneas« von Purcell), auf Decca (Agnese in »Beatrice di Tenda« von Bellini, »A Midsummer Night’s Dream« von Benjamin Britten, Geneviève in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, »Salome« von Richard Strauss), MRF (»Pénélope« von Fauré, »Hamlet« von A. Thomas), Myto (Preziosilla in »La forza del destino« von Verdi) und auf DGG (Alt- Partien im Ring-Zyklus aus Salzburg, Verdi-Requiem); Dream Live-Video (Adalgisa in »Norma«, Orange 1974).

 10.7. Der italienische Bariton Alfredo PISTONE wird 85

 11.7. Roberto COVIELLO wird 60

roberto_coviello

 Er debütierte bereits 1980 an der Mailänder Scala, an der er u.a. 1981 den Gasparo in Donizettis »Rita«, 1992 den Nardo in Galuppis »Il Filosofo di Campagna«, 1987 den Masetto im »Don Giovanni« und 1988 den Martino in Rossinis »L’Occasione fa il ladro« sang. Einen frühen Auftritt hatte dieser italienische Sänger 1983 am Teatro San Carlo Neapel. 1984 hörte man ihn am Teatro Petruzzelli Bari als Guglielmo in »Così fan tutte«, auch 1985 trat er an diesem Haus auf. Nachdem er 1984 beim Festival von Macerata mitgewirkt hatte, kam er zu einer schnellen Karriere an den großen Operntheatern in Italien. So sang er am Teatro Comunale Florenz, am Teatro Regio Parma (1986) und trat beim Festival von Spoleto als Figaro im »Barbier von Sevilla« von Paisiello auf, eine Aufführung, die dann am Teatro Liceu Barcelona wiederholt wurde. 1985 war er erstmals an den interessanten Aufführungen am Teatro dell’Opera Giocosa Savona beteiligt, bei denen er in den folgenden Jahren in vergessenen Opernwerken des 18. und 19. Jahrhunderts auftrat und 1989 die Titelpartie in der Oper »Crispino e la Comare« der Brüder Ricci gestaltete. 1986 war er im spanischen Granada zu Gast, 1987 am Opernhaus von Lille. 1988 gastierte er beim Rossini Festival in Pesaro als Germano in Rossinis »La scala di seta«, 1989 in »La gazza ladra«. Neben Auftritten an kleineren italienischen Bühnen (Treviso, Piacenza, Ferrara) unternahm er Gastspiele im Ausland und sang u.a. 1990 am Theater von Bonn und an der Oper von Santiago de Chile. In Italien hörte man ihn 1991 am Teatro Donizetti Bergamo und am Teatro Verdi Triest. Am Teatro Regio in Parma sang er 1988, in Santiago de Chile 1990 den Sulpice in »La Fille du Régiment« von Donizetti, dort auch 1991 den Guglielmo, am Teatro Verdi in Triest den Malatesta im »Don Pasquale«, beim Festival von Martina Franca 1992 den Grafen Robinson in Cimarosas »Il matrimonio segreto«. Am 23.9.1992 wirkte er am Teatro Bellini Catania in der (eigentlichen) Uraufführung der Oper »Adelson e Salvini« von Vincenzo Bellini mit. Aus seinem Repertoire für die Bühne seien ergänzend genannt: der Figaro in »Le nozze di Figaro«, der Belcore in »L‘Elisir d’amore«, der Gherardo in »Tasso« von Donizetti, der Pedro in dessen »Gianni di Parigi«, der Valentin im »Faust« von Gounod, der Mercutio in »Roméo et Juliette« vom gleichen Meister, der Albert in Massenets »Werther« und der Ford im »Falstaff« von Verdi.

Schallplatten: Bongiovanni (»Crispino e la Comare«; Kaidama in »Il furioso all’isola di San Domingo« von Donizetti), Opera Rara (Gherardo in »Torquato Tasso« von Donizetti).

 11.7. Mattiwilda DOBBS wird 90

Mattiwilda_Dobbs

 Ihre Vorfahren waren teils negroider, teils indianischer Abstammung. Sie begann ihr Studium bei N. Maise und W. James in Atlanta, setzte es bei Lotte Lehmann in New York fort und wurde dann in Paris Schülerin von Pierre Bernac. 1947 erhielt sie den Marian Anderson Award für junge, farbige Sänger und begann im gleichen Jahr ihre Karriere, zunächst als Konzert- und vor allem als Liedersängerin. 1947 erregte sie erstes Aufsehen beim Mexico University Festival. 1948 erwarb sie an der Columbia University den akademischen Grad eines Masters of Arts. 1951 erster Preis beim internationalen Gesangwettbewerb von Genf. 1952 erfolgte ihr Bühnendebüt beim Holland Festival in »Le Rossignol« von Strawinsky. 1953 Gastspiel an der Mailänder Scala als Elvira in »L’Italiana in Algeri« von Rossini. 1954-56 und nochmals 1961 gastierte sie bei den Festspielen von Glyndebourne als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« und als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«. 1954 großer Erfolg an der Covent Garden Oper London als Königin von Schemacha in »Der goldenen Hahn« von Rimsky-Korssakow; 1955-56 und 1959 wieder dort zu Gast. 1955 kam es dann auch zu ihrem Bühnendebüt in den USA, als sie an der San Francisco Opera die Königin von Schemacha sang. 1956 erreichte sie die Metropolitan Oper New York, wo sie im November 1956 als Gilda im »Rigoletto« debütierte und 1958 einen ihrer größten Erfolge als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« verzeichnete. Sie trat an der Metropolitan Oper bis 1964 in acht Spielzeiten auf und sang dort sechs Partien in 30 Vorstellungen, neben den bereits genannten Partien auch die Lucia di Lammermoor, den Pagen Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«, die Zerline im »Don Giovanni« und die Zerbinetta. 1959 war sie am Bolschoi Theater in Moskau zu Gast. 1961-63 Mitglied der Hamburger Staatsoper, hier vor allem als Zerbinetta, aber auch als Konstanze und als Königin der Nacht bewundert. 1954 zu Gast am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1963 an der Staatsoper von Wien (als Zerbinetta), 1961 am Teatro Comunale Florenz (als Nachtigall in »Le Rossignol« von Strawinsky). 1957-73 immer wieder an der Königlichen Oper Stockholm und bei den Festspielen von Drottningholm (hier vor allem als Konstanze) aufgetreten. 1967 sang sie bei der Phoenix Opera (Arizona) die Konstanze unter Yehudi Menuhin. Konzertreisen führten sie nach Belgien, Holland, Schweden, Dänemark, durch Nordamerika und Australien. 1953 heiratete sie Louis Rodriguez, der aber bereits im folgenden Jahr starb; darauf heiratete sie 1957 in zweiter Ehe den schwedischen Journalisten Bengt Janzen und nahm ihren Wohnsitz in Stockholm, war aber wegen ihrer Lehrtätigkeit auch immer wieder in ihrer amerikanischen Heimat anzutreffen. Dort wirkte sie 1973-74 als Professorin an der Texas University in Austin, 1975-76 an der University of Illinois, 1976-77 an der University of Georgia, 1977-91 an der Howard University in Washington. – Koloratursopran von brillanter Technik und ausdrucksvoller Musikalität des Vortrages.

Schallplatten: auf Nixa (u.a. vollständige »Les pêcheurs de perles« von Bizet), DGG (Querschnitt »Hoffmanns Erzählungen«), HMV (Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«), Decca (Ausschnitte aus »Porgy and Bess«), Hope (Page Oscar in »Un Ballo in maschera«), Columbia, EJS (»La jolie fille de Perth« von Bizet) und MMS (u a. vollständige Opern »Don Giovanni« und »Hoffmanns Erzählungen«).

 11.7. Nicolai GEDDA wird 90

Nicolai Gedda

 Seine Mutter war Schwedin. Er wurde zuerst von seiner Tante Olga Gedda und nach deren Heirat 1928 durch deren Gatten, den Bassisten Michail Ustinow, adoptiert, der Bassist im Donkosaken-Chor war. Er verbrachte seit 1928 seine Kindheit in Leipzig, wo sein Vater Kantor der russisch-orthodoxen Gemeinde wurde. 1934 kam er nach Schweden zurück und begann später eine Lehre als Bankkaufmann. Zufällig wurde seine Stimme entdeckt und durch Carl Martin Öhmann in Stockholm, später durch Paola Novikowa in New York, ausgebildet. 1950-51 war er in der Opernschule der Stockholmer Oper. Er debütierte 1951 an der Königlichen Oper von Stockholm als Chapelou im »Der Postillon von Lonjumeau« von Adam. Es kam sehr schnell zur Entwicklung einer glänzenden internationalen Karriere. 1959 wirkte er an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von H, Sutermeisters »Der rote Stiefel« mit. 1953 Gastspiel an der Mailänder Scala als Don Ottavio im »Don Giovanni« und in der dortigen Premiere von »Trionfi« von Carl Orff. Hier sang er in weiterer Folge 1955 den Tamino in der »Zauberflöte«, 1958 in Beethovens Missa solemnis, 1966 den Faust von Gounod, 1969 und 1975 in Berlioz-Konzerten, 1974 den Don José in »Carmen« sowie 1976 mit dem Ensemble der Covent Garden Oper London die Titelpartie in »Benvenuto Cellini« von Berlioz; 1975, 1977 und 1993 gab er hier auch sehr erfolgreiche Liederabende. Es folgten Gastspiele in Turin und Rom und 1954 an der Grand Opéra Paris als Hüon im »Oberon« von Weber. An der Covent Garden Oper London sang er 1954 als Antrittspartie den Herzog im »Rigoletto«. Man bewunderte bei den Festspielen von Aix-en-Provence seinen Titelhelden in Glucks »Orfeo ed Euridice«, 1956 sang er dort in der klassischen Oper »Platée« von Rameau, 1954 den Vincent in den denkwürdigen Aufführungen von Gounods »Mireille« im Val d’enfer. Seit 1957 wirkte er bei den Salzburger Festspielen mit, wo man ihn 1957 als Belmonte in Mozarts »Entführung aus dem Serail«, 1958 als Anatol in »Vanessa« von Samuel Barber, 1959 als Ferrando in »Così fan tutte«, 1961 als italienischen Sänger im »Rosenkavalier« und als Don Ottavio, dazu in großen Konzertveranstaltungen (1959 in Beethovens Missa solemnis und 1961 in Bachs H-Moll-Messe) und in erfolgreichen Liederabenden (1959, 1961, 1969, 1971, 1974 und 1996) hörte sowie am 17.8.1957 in der Uraufführung der Neufassung von Liebermanns »Die Schule der Frauen« (als Horace). Regelmäßig war er an der Staatsoper von Wien zu Gast, an der er seit 1962 (Debüt als Tamino) bis 1977 in insgesamt 37 Vorstellungen auftrat, und zwar als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, als Herzog im »Rigoletto«, als Don Ottavio, als Faust von Gounod, als Rodolfo in »La Bohème«, als Cavaradossi in »Tosca«, als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera« und als Alfredo in »La Traviata«. 1967 gastierte er bei den Wiener Festwochen als Titelheld in »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn zusammen mit Joan Sutherland. 1957 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittspartie: Faust von Gounod). Er sang dort länger als fünfzwanzig Jahre und wirkte am 15.1.1958 in der Uraufführung der Oper »Vanessa« von Samuel Barber in der Rolle des Anatol und 1964 in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »The Last Savage« von Menotti als Kodanda mit. Er hat an der Metropolitan Oper bis 1983 in 24 Spielzeiten 28 Partien in 367 Vorstellungen gesungen: den Don Ottavio, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Tamino, den Lenski im »Eugen Onegin«, den des Grieux in Massenets »Manon«, den Barinkay im »Zigeunerbaron« von Johann Strauß, den Alfredo, den Admète in »Alceste« von Gluck, den Dimitrij im »Boris Godunow«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Nemorino in »L’Elisir d’amore«, den Pelléas in »Pelléas et Mélisande«, den Elvino in »La Sonnambula«, den Herzog in »Rigoletto«, den Don José, den Romeo in »Romeo et Juliette« von Gounod, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Rodolfo, den Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, den Riccardo, den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Ernesto im »Don Pasquale« und den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« genannt seien. Er trat auch an den Opern von Chicago (1970 als Alfredo) und San Francisco (1968 als Titelheld in Aubers »Fra Diavolo«, 1971 als italienischer Sänger im »Rosenkavalier« und als des Grieux in Massenets »Manon«) auf. 1961 große Konzert-Tournee durch Nordamerika. 1966 sang er als erste Wagner-Partie in Stockholm den Lohengrin. 1968 an der Covent Garden Oper die Titelrolle in »Benvenuto Cellini« von Berlioz. 1980 Gastspiel am Bolschoi Theater Moskau. Seine Kariere dauerte sehr lange; einen seiner größten Erfolge hatte er in der Spielzeit 1985-86 an der Oper von Stockholm in der Partie des Gustavus (Gustaf III.) in Verdis »Un Ballo in maschera«; 1991 trat er am gleichen Haus als Christian in der vergessenen Oper »Gustaf Wasa« von Naumann auf. Als Konzertsänger setzte er seine Karriere bis in die neunziger Jahre mit anhaltenden Erfolgen fort. 1995 gab er einen sehr erfolgreichen Liederabend in Wien. 1997 trat er an der Londoner Covent Garden Oper in der Partie des Abdisu in »Palestrina« von Hans Pfitzner auf. Kurz vor seinem 75. Geburtstag gab er 2000 in Wien einen glanzvollen Liederabend mit Liedern von Duparc, Tschaikowsky, E. Grieg und Rachmaninoff. Seinen letzten Liederabend in Wien gab er im Juli 2001 an der Wiener Staatsoper. Er nahm seinen Wohnsitz in Morges im Schweizer Kanton Waadt. 1965 wurde er schwedischer Hofsänger, 1966 Mitglied der schwedischen Musikakademie, 1968 Dekoration mit dem Orden »Litteris et artibus«. 1977 veröffentlichte er seine Memoiren (»Gåvan är inte gratis«). – Ausdrucksvolle, musikalisch glänzend geführte lyrisch-dramatische Tenorstimme, besonders erfolgreich in Mozart-Partien und im französischen Repertoire. Großer Konzert- und Liedersänger. Die Vielseitigkeit seines Repertoires ist nicht weniger zu bewundern wie die Intensität seiner Gestaltung all dieser sehr verschiedenen Aufgaben.

Lit: G. Storjohann: Nicolai Gedda (in »Opera«, 1966); Autobiographie »Mein Leben – meine Kunst« (in deutscher Übersetzung 1997).

Bei der Fülle von Schallplattenaufnahmen, die von der Stimme des Sängers vorhanden sind, (darunter viele vollständige Opern) kann hier nur ein annähernder Überblick gegeben werden. Zu nennen sind Aufnahmen auf HMV (»Hoffmanns Erzählungen«, »Boris Godunow«, »Der Barbier von Sevilla«, »Il Turco in Italia« von Rossini, »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, »La damnation de Faust« von Berlioz, »Faust« von Gounod, »Iwan Susanin« von Glinka, »Carmen«, »Les pêcheurs de perles« von Bizet, »Louise« von Charpentier, »Fra Diavolo« von Auber, »Manon« und »Thaïs« von Massenet, »Così fan tutte«, »Don Giovanni«, »Die Zauberflöte«, »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, »Rigoletto«, »Padmâvati« von Roussel, »Der Bettelstudent« von Millöcker, Matthäuspassion von J.S. Bach, Petite Messe solennelle von Rossini), auf Columbia (»La Bohème« und »Carmen« zusammen mit Maria Callas, »Werther« von Massenet, »Der Barbier von Bagdad« von Cornelius, »Der Rosenkavalier« und »Capriccio« von R. Strauss, »Faust« von Gounod, »Die Fledermaus«, »Die lustige Witwe«), auf Philips (»Così fan tutte«, »Benvenuto Cellini« von Berlioz), auf RCA (»Rigoletto«, »Vanessa« von S. Barber), auf Erato (»Krieg und Frieden« von Prokofieff), auf Ariola-Eurodisc (»I Puritani« von Bellini), auf DGG (Titelrolle in »Palestrina« von Hans Pfitzner), auf CBS (»Cendrillon« von Massenet), auf Pathé (»Platée« von Rameau, »Don Giovanni«, »Orfeo ed Euridice« von Gluck), auf HMV-Electrola (»Die Zwillingsbrüder« von Schubert, »Abu Hassan« von Weber, »Der Freischütz«, »Die Entführung aus dem Serail« und »Der Schauspieldirektor« von Mozart, »Der betrogene Kadi« von Gluck, »Undine« und »Zar und Zimmermann« von Lortzing), auf Melodya (Lieder), auf Orfeo (»Alceste« von Gluck; »Die Schule der Frauen« von Liebermann, Salzburg, 1957; Konzert, Hannover 1964), auf BJR (»Le Prophète« von Meyerbeer), auf Cetra Opera Live (»La clemenza di Tito« von Mozart), auf Gala (Admète in »Alceste« von Gluck, Metropolitan Oper New York 1961 mit Eileen Farrell), auf Virgin (»Gustaf Wasa« von Johann Gottlieb Naumann), auf Myto (»Idomeneo« von Mozart, Nemorino in »L’Elisir d’amore«, Theater an der Wien 1973), auf Sony (Lenski im »Eugen Onegin«, 1990 aufgenommen) und auf EMI (Mr. Triquet im »Eugen Onegin«, 1994 aufgenommen!). Hinzu kommen Arien- und Liedaufnahmen auf vielen Marken, Mitschnitte von Rundfunk- und Fernsehsendungen. (Nicolai Gedda soll der Sänger sein, von dem die meisten Schallplattenaufnahmen vorhanden sind).

Weitere Informationen auf folgender Web-Seite: http://www.nicolai-gedda.de/

 12.7. Roger VIGNOLES wird 70

 Er ist einer der renommiertesten Liedbegleiter unserer Zeit und tritt regelmäßig mit bedeutenden Sängerpersönlichkeiten in führenden Konzertsälen und bei Festivals in aller Welt auf. Durch das Spiel von Gerald Moore inspiriert, sich auf Liedbegleitung zu spezialisieren, studierte er am Magdalene College in Cambridge und trat zunächst eine Stelle als Korrepetitor am Royal Opera House Covent Garden an. Er vervollständigte seine Studien beim bekannten Wiener Pädagogen Paul Hamburger. Im Laufe seiner Karriere hat er mit Sängerinnen und Sängern wie Elisabeth Söderström, Dame Kiri Te Kanawa, Sir Thomas Allen, Barbara Bonney, Kathleen Battle, Christine Brewer, Brigitte Fassbaender, Bernarda Fink, Susan Graham, Thomas Hampson, Lorraine Hunt Lieberson, Dame Felicity Lott, Mark Padmore, John Mark Ainsley, Roderick Williams, Joan Rodgers, Sarah Walker, Measha Brueggergosman und Kate Royal zusammengearbeitet und war unter anderem in der Wigmore Hall, im Wiener Konzerthaus und Musikverein, im Amsterdamer Concertgebouw, in der New Yorker Carnegie Hall, an der Mailänder Scala, an der Oper Frankfurt, im Théâtre des Champs-Élysées, beim Bonner Beethovenfest, im Festspielhaus Baden-Baden und am Teatro de la Zarzuela in Madrid zu erleben. Seine umfassende Lehrtätigkeit führte ihn für Meisterkurse nach London, Amsterdam, Brüssel, Valencia, Kopenhagen, Stockholm, New York, Boston, Baltimore, Los Angeles, Montreal und Toronto sowie regelmäßig an die Universitäten von Indiana und Bloomington, zum Britten-Pears Young Artists’ Programme und zum Stimmen-Festival in Freistadt, Oberösterreich. Er hat eine Professur für Liedbegleitung am Royal College of Music in London inne, ist Vizepräsident des Jackdaws Music Education Trust und Ehrenmitglied des Magdalene College. Roger Vignoles‘ umfangreiche Diskographie reicht von deutschen Liedern und französischen Mélodies über spanische Canciones bis hin zu Cabaret Songs. Jüngste Aufnahmen beinhalten Schumann und Brahms mit Bernarda Fink sowie das Britten-Album Before Life and After mit Mark Padmore auf Harmonia Mundi (letzteres erhielt den Diapason d’Or und den Prix Caecilia). Für Hyperion hat er eine viel beachtete Gesamtaufnahme der Lieder von Richard Strauss mit Christine Brewer, Anne Schwanewilms, Andrew Kennedy, Christopher Maltman, Alastair Miles, Kiera Duffy und Elizabeth Watts realisiert. Ferner hervorzuheben sind Schuberts Schwanengesang mit Robert Holl, Balladen mit Florian Boesch sowie eine CD mit Strauss- und Wolf-Liedern mit Angelika Kirchschlager.

 13.7. Jennifer SMITH wird 70

Jennifer_SMITH

 Sie studierte in Lissabon, debütierte 1968 in Lissabon als Voce celesta in Verdis »Don Carlos« und hatte bereits in Portugal wie in einigen europäischen Ländern eine bedeutende Karriere als Konzert- und Schallplattensängerin gehabt, als sie 1971 nach London kam, wo sie nochmals bei Winifred Radford und Pierre Bernac studierte. Sie nahm nun mehrere Opernpartien in ihr Repertoire auf und sang bei der Welsh Opera Cardiff die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die sie bei der Scottish Opera Glasgow und bei der Kent Opera wiederholte. Beim Festival von Wexford gastierte sie 1979 als Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, beim Festival von Aix-en-Provence in »Les Boréades« (1982) und in »Hippolyte et Aricie« von Rameau, an der English National Opera London in Monteverdis »L’Orfeo«, in der Schweiz in »The Rape of Lucretia« von B. Britten (als Female Chorus), bei den Händel-Festspielen von Göttingen in »Hercules« von Händel (1982), in Lissabon als Aminta in »Il Re Pastore« von Mozart, an der Opéra-Comique Paris und später in New York als Cybele in »Atys« von Lully (1988). Sie gab in den Musikzentren Europas glanzvolle Konzerte mit den führenden Orchestern und unter den ersten Dirigenten ihrer Zeit; so unternahm sie 1988-89 eine Europa-Tournee mit 18 Aufführungen der H-Moll-Messe von J.S. Bach. 1989 sang sie in London unter R. Norrington die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, in Versailles mit dem English Baroque Festival in »Flore et Naïs« von Rameau. 1991 gastierte sie in Toronto als Königin der Nacht und an der Opéra-Comique Paris als Reine Berthe/La Vieille in der Barock-Oper »La Fée Urgèle« von Egidio Romualdo Duni. 1992 trat sie in Innsbruck in der Oper »Don Chisciotte in Sierra Madre« von Francesco Conti, in Los Angeles als Helena in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten und als Kristina in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, an der Covent Garden Oper London als Iphigénie in »Iphigénie en Tauride« von Gluck auf. 1997 trat sie bei den Festspielen von Göttingen als Romilda in »Xerxes« (»Serse«) von Händel auf. 1999 trat sie an der Opéra du Rhin Straßburg als Ellen Orford in B. Brittens »Peter Grimes« auf. Im Mittelpunkt ihres Konzertrepertoires standen die großen Meister der Barock-Epoche H. Purcell, J.S. Bach und Händel; sie sang Soli in Werken von Mozart, Berlioz, Janácek, F. Poulenc und B. Britten, ohne dass damit eine Begrenzung ihres Repertoires angezeigt sein sollte. Ihre Konzertreisen führten sie nach Frankreich, Spanien, in die Schweiz, Skandinavien, Belgien und Deutschland. Sie war auch eine bedeutende Liedersängerin (Schubert-Lieder).

Die Zahl der Schallplattenaufnahmen, die von ihrer Stimme vorhanden sind, ist fast unübersehbar. Sie sang auf den Marken Erato (H-Moll-Messe und Magnificat von J.S. Bach, »The Indian Queen« von Purcell, »Hercules« und »The Triumph of Time and Truth« von Händel, »Phaëton« von Lully, »Les Indes galantes« und »Les Boréades« von Rameau, »Jephte« von Carissimi, »Alcione« von Marin Marais), RCA (Cäcilienode von Purcell, H-Moll-Messe von J.S. Bach, Te Deum von Lully, »King Arthur« von Purcell, »Naïs«, »Les Boréades«, »Castor et Pollux« von Rameau und weitere Vokalwerke dieses Meisters), DGG (»Hercules«, »L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato« von Händel, »The Fairy Queen« von Purcell), Argo (»El retablo de Maese Pedro« von de Falla), EMI (Proserpina in »L’Orfeo« von Monteverdi, Diane in »Orphée aux Enfers« von Offenbach), Decca (Messen von J. Haydn), HMV-Portugal (Schubert- Lieder), Koch Records (»Ottone« von Händel), Conifer (Romilda in »Serse«), BMG (»Alfred« von Thomas Arne).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.jennifersmithsoprano.com/

 13.7. Der italienische Bariton Luigi Roberto PIZZAMIGLIO wird 80

 14.7. Francio EGERTON wird 85

Francis_Egerton

 Er ergriff zunächst den Beruf eines Ingenieurs und ließ dann seine Stimme bei Hervey Alan und bei Vera Rozsa in London sowie in Neapel ausbilden. Der sehr vielseitig begabte Künstler sang seit 1965 während fünf Spielzeiten bei der Sadler’s Wells Opera Company London (Debüt als Hirt in Monteverdis »L’Orfeo«), bevor er 1972 an die Covent Garden Oper London verpflichtet wurde (Antrittspartie: Iopas in »Les Troyens« von Berlioz). Bis zur Spielzeit 2005/06 kam er dort zu bedeutenden Erfolgen wie auch bei der Scottish Opera Glasgow (1965-85 als Missail im »Boris Godunow«, als Goro in »Madame Butterfly«, als Bardolfo in Verdis »Falstaff«, als Mr. Upfold in »Albert Herring« von B. Britten, als Sellem in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, als Monostatos in der »Zauberflöte«, als Mime im Ring-Zyklus,  als Captain Henri Joubert in »Violins of Saint-Jacques« von Malcolm Williamson, in der Titelrolle von Rossinis »Le Comte Ory«, als Flute in »A Midsummer Night’s Dream« von Britten, als Lucano in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, als Hexe in »Hänsel und Gretel«, als Mr. Triquet in »Eugen Onegin«, als Spoletta in »Tosca«, als Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, als Dema in Cavallis »Egisto« und als italienischer Tenor im »Capriccio« von Richard Strauss) und bei Gastspielen an der Oper von San Francisco (1978-87 als Red Whiskers in »Billy Budd« von Britten, als Valzacchi im »Rosenkavalier«, als Spoletta, als Gherardo in »Gianni Schicchi«, als 2. Priester in Dallapiccolas »Il Prigioniero«, als Nick in »La Fanciulla del West«, als Trabuco in »La forza del destino«, als Mime im »Siegfried« und mit den vier Dienerrollen in »Hoffmanns Erzählungen«) und in Kanada zu bedeutenden Erfolgen. Er spezialisierte sich in erster Linie auf das Buffo-Repertoire seines Stimmfachs, trat aber auch in lyrischen und dramatischen Partien auf. An der Covent Garden Oper war er in vielen, zumeist kleineren Aufgaben anzutreffen, bei den Festspielen im Schlosstheater von Drottningholm gastierte er 1983 in »Il fanatico Burlato« von Cimarosa und 1986 als Don Curzio in »Figaros Hochzeit«. Am Théâtre Châtelet Paris wirkte er in Aufführungen von Rimsky-Korssakows »Le Coq d’or« mit. 1984 gastierte er am Teatro Massimo Palermo als Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«. Gastspiele am Théâtre de la Monnaie Brüssel, am Teatro Regio Parma (1988), in Los Angeles (1988 als Hauptmann in »Wozzeck«), an den Opern von Nizza und Monte Carlo und Konzertauftritte kennzeichneten den Fortgang der Karriere des Künstlers. 1990 sang er beim Glyndebourne Festival den Mr. Taupe im »Capriccio« von R. Strauss und den Bardolfo, bei den Festspielen von Wexford 1990 in »The Rising of the Moon« von N. Maw. 1990-91 hörte man ihn in Los Angeles in den vier Dienerrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1992 an der Covent Garden Oper in »The Fiery Angel« (»L’Ange de feu«) von Prokofieff, 1995 an der English National Opera London als M. le Comte in der Operette »La belle Vivette« von Offenbach. 1997 sang er an der Londoner Covent Garden Oper in Benjamin Brittens »Paul Bunyan«, 1998 am neu erbauten Festspielhaus von Baden-Baden den Bardolfo. In der Spielzeit 1999-2000 Gastspiel am Kölner Opernhaus als Bardolfo, an der Opéra du Rhin Straßburg als Filch in »The Beggar’s Opera« (in der Bearbeitung durch B. Britten), an der Covent Garden Oper London wie am Opernhaus von Köln als Red Whiskers.

Schallplatten: Kleinere Partien in vollständigen Opernaufnahmen auf DGG (»La Fanciulla del West« von Puccini), Philips (Bardolfo im »Falstaff« von Verdi), Decca (Don Curzio in »Figaros Hochzeit«), Chandos (Red Whiskers in »Billy Budd« von B. Britten) und RCA; Virgin-Video (»Carmen«).

 16.7. Heidrun HALX wird 70

 Sie war an der Dresdner Musikhochschule Schülerin von T. Menzer und debütierte 1968 am Theater von Brandenburg als Eurydike in »Orpheus in der Unterwelt« von Offenbach. Bis 1970 blieb sie an diesem Haus, sang am Theater von Frankfurt a. d. Oder und wurde dann 1971 an die Oper von Leipzig engagiert. Hier vertrat sie in einer über 25jährigen Karriere das Koloratur- und Soubrettenfach in einem weitläufigen Rollenrepertoire. Daraus seien die Atalanta in »Xerxes« von Händel, das Ännchen im »Freischütz«, die Woglinde im Nibelungenring, das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, der Fürst Go-Go in »Le Grand Macabre« von G. Ligeti und die Yvonne in »Jonny spielt auf« von E. Krenek (1990) statt vieler anderer genannt. 1997 sang sie am Opernhaus von Leipzig in der Uraufführung der Oper »Abraum« von Jörg Herchet und in »Die Nase« von Schostakowitsch, auch die Clorinda in »La Cenerentola« von Rossini, 1998 die Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier«. Sie gastierte an der Staatsoper Berlin und unternahm Gastspiele, zumeist mit dem Ensemble des Leipziger Opernhauses, in Dänemark, in der CSSR, in Westdeutschland, Italien, Belgien und Kuba. Auch als Konzertsopranistin kam sie zu einer bedeutenden Karriere.1980 wurde sie mit der Neuberin-Medaille der Leipziger Theater ausgezeichnet.

Schallplattenaufnahmen auf Eterna.

 17.7. Jane THORNER-MENGEDOTH wird 65

 Sie begann ihre Ausbildung in ihrer Heimatstadt Seattle, setzte diese dann in München, Barcelona, Mailand und am Konservatorium von Genf (wo sie 1973-80 im Chor des dortigen Opernhauses sang) fort und hatte erste Bühnenengagements in der Schweiz an den Theatern von Luzern und St. Gallen. Nach Erfolgen als Konzertsolistin in Wien (in der Kantate »Von deutscher Seele« von Hans Pfitzner und als Prinzessin in einer konzertanten Aufführung von Zemlinskys »Das Spielwerk«) sang sie am Grand Théâtre Genf 1984 die Titelpartie in »Alceste« von Gluck, 1986 die 4. Magd in »Elektra« von R. Strauss und 1987 die Helmwige in der »Walküre«. 1985 hörte man sie dann in Seattle als Salome von R. Strauss, in Luzern als Leonore im »Fidelio«, später in Nancy als Andromache in »King Priam« von M. Tippett, am Opernhaus von Wuppertal als Prinzessin in »Das Spielwerk«. Am gleichen Haus wirkte sie in der deutschen Erstaufführung der zeitgenössischen Oper »The Electrification of the Soviet Union« von Osborne mit. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind ergänzend die Titelpartie in »Medea« von Cherubini, die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Sieglinde in der »Walküre« und die Gutrune in der »Götterdämmerung« zu nennen. Bei den Bregenzer Festspielen sang sie 1993-94 die Abigaille in Verdis »Nabucco« und 1995-96 die Leonore im »Fidelio«. Nicht weniger von Bedeutung war ihre Karriere als Konzert- und Oratoriensängerin. Sie trat in Konzerten zusammen mit den Berliner Philharmonikern, dem Metropolitan Orchestra Tokio, dem Orchester der Accademia di Santa Cecilia Rom und anderen angesehenen Orchestern, bei den Festspielen von Luzern, in Bern, Basel, Lausanne und bei einer Japan-Tournee auf.

ORF-Video (Szenen aus »Nabucco«, Bregenz 1994).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://janethorner.com/

 18.7. Giuseppe COSTANZO wird 60

giuseppe-costanzo

 Er begann seine Bühnenkarriere Anfang der achtziger Jahre und sang bereits 1981 und 1983 an der Mailänder Scala einen der brabantischen Edlen im »Lohengrin« sowie 1983 am Teatro Petruzzelli Bari den Arturo in »Lucia di Lammermoor«. 1984 gastierte er beim Festival von Macerata als Graf Almaviva in Rossinis »Barbier von Sevilla«, sang noch im gleichen Jahr am Teatro Comunale Bergamo den Titelhelden in Verdis »Ernani« und wirkte, immer noch 1984, am Teatro Donizetti Bergamo in der Wiederaufführung der vergessenen Oper »Sancia di Castiglia« von Donizetti als Rodrigo mit. 1985 erschien er am Teatro Verdi Triest und an der Oper von Tel-Aviv als Pinkerton in »Madame Butterfly«. 1986 trat er erstmals am Teatro Comunale Florenz auf, 1987 am Teatro San Carlos Lissabon (als Alfredo in »La Traviata«), gleichfalls 1987 am Opernhaus von Dublin. 1988 sang an der Mailänder Scala den Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi«. 1988 war er am Opernhaus Zürich und bei der Operngesellschaft Forum in Enschede in Holland zu Gast. Es folgten Gastspielauftritte am Nationaltheater Mannheim, am Theater von St. Gallen und am Opernhaus von Köln, an dem er 1991 den Gabriel Adorno in Verdis »Simon Boccanegra« sang und 1993 an der Staatsoper Wien (Leicester in Donizettis »Maria Stuarda«). Zu seinen weiteren Partien zählten der Ernesto im »Don Pasquale«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor« und der Rimestino, den er bei der Uraufführung der Oper »Mare nostro« von L. Ferrero 1985 in Alessandria sang. Auch als Konzertsänger hatte er eine erfolgreiche Karriere, wobei seine große Partie hier das Tenorsolo im Verdi-Requiem war, das er u.a. in Parma, Genua, Modena und Washington sang.

 18.7. Paolo VAGLIERI wird 60

 Biographie des italienischen Dirigenten auf Italienisch: http://www.gabrielanechina.com/gabriel_anechina/Paolo_Vaglieri.html

 18.7. Der amerikanische Pianist und Dirigent James DEMSTER wird 60 

 18.7. Ioan HOLENDER wird 80

 Nach der Matura studierte er Maschinenbau mit der Fachrichtung Dampfmaschinen an der Technischen Hochschule in seiner Heimatstadt Timisoara (Rumänien). Mit 22 Jahren wurde er im dritten Studienjahrgang nach der 1. Staatsprüfung wegen seiner Teilnahme an den Studentenbewegungen aus politischen Gründen von allen Hochschulen des Landes exmatrikuliert. Bis 1959 war er Tennistrainer, Regieassistent und begann mit einem Gesangsstudium. Seit Anfang 1959 lebt er in Österreich, studierte Gesang am Konservatorium der Stadt Wien und schloss 1962 mit der Reifeprüfung ab. Von 1962-66 war er als Opernbariton und Konzertsänger tätig, u. a. zwei Spielzeiten am Stadttheater in Klagenfurt. 1966 trat Holender als Mitarbeiter in eine Bühnenvermittlungsagentur für Oper und Sänger ein, die er nach einigen Jahren übernahm und als Opernagentur Holender zu einer der weltbedeutendsten Agenturen für Sänger machte. Im Jahr 1988 wurde er als Generalsekretär an die Wiener Staatsoper und Volksoper Wien berufen und ab 1. April 1992 zum Direktor beider Häuser bestellt. Bei der ersten Verlängerung seines Staatsopernvertrages (1996) bat er um Entbindung aus seiner Tätigkeit als Volksoperndirektor. Er wurde als Direktor der Wiener Staatsoper von drei verschiedenen Regierungen schlussendlich bis zum 31. August 2010 verlängert und ist somit der längst amtierende Direktor seit Bestehen des Hauses (1869). Er ist künstlerischer Direktor des internationalen Musikfestivals und Musikwettbewerbs George Enescu in Bukarest und künstlerischer Berater der Metropolitan Opera New York und des Spring Festivals Tokyo. Für den österreichischen Fernsehsender ServusTV erarbeitet und präsentiert er die wöchentlich ausgestrahlte Kultursendung „kulTOUR mit Holender“. Er ist fünffacher Ehrendoktor, Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien und des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien sowie des Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. 1999 wurde er von der Französischen Republik für seine Verdienste um die französische Kultur zum „Officier de L‘Ordre des Arts et des Lettres“ ernannt. Zudem wurde er mit dem höchsten Orden Rumäniens, dem „Stern am Bande“ geehrt. Für seine Verdienste zur Verbreitung der italienischen Kultur in Österreich wurde ihm im Juni 2004 das Große Goldene Ehrenzeichen (Commenda) der Italienischen Republik verliehen und er somit zum Commendatore ernannt. Im Mai 2005 bekam er den „Europäischen Kultur Initiativ Preis“ der Kulturstiftung Pro Europa überreicht. Im Juni 2011 wurde ihm der hohe japanische „Orden der aufgehenden Sonne am Halsband, goldene Strahlen“ verliehen. Im Oktober 2011 bekam er das Goldene Verdienstkreuz des Verdinestordens der Bundesrepublik Deutschland. Ioan Holender ist Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper und der Volksoper Wien sowie Träger der „Franz-Schalk-Medaille in Gold“ der Wiener Philharmoniker. Er erhielt die „Clemens-Krauss-Medaille“ der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Er ist Ehrenbürger seiner Heimatstadt Timisoara. Seine Autobiografie „Ioan Holender – Der Lebensweg des Wiener Staatsoperndirektors“ ist 2001 im Böhlau Verlag Wien erschienen. 2010 folgte „Ich bin noch nicht fertig“, das Buch ist im Zsolnay Verlag erschienen. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne und eine 1998 geborene Tochter.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.holender.at/

 19.7. Larisa SHEVCHENKO wird 65

 Sie studierte Musik und Gesang am Konservatorium von Leningrad (St. Petersburg) und wurde sogleich an die dortige Kirow-Oper verpflichtet, an der sie bald eine sehr erfolgreiche Karriere hatte. 1978 gewann sie den Internationalen Gesangwettbewerb von s’Hertogenbosch, 1979 den Opern- und Belcanto-Wettbewerb in Ostende. Sie wurde dann 1983 zu einem Gastspiel als Mimi in »La Bohème« an das Théâtre de la Monnaie Brüssel eingeladen und sang diese Partie im gleichen Jahr am Opernhaus von Zürich. Am Opernhaus von Leningrad (später Marienskij Theater genannt) hörte man sie als Tatjana im »Eugen Onegin«, als Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Manon Lescaut von Puccini, als Desdemona in Verdis »Otello«, als Elsa im »Lohengrin« und in weiteren Partien. Dem internationalen Opernpublikum wurde sie bekannt, als sie an den Gastspieltourneen der St. Petersburger Oper teilnahm, bei denen sie in England als Tatjana wie als Lisa große Erfolge erzielte. 1989 sang sie die Lisa am Staatstheater Karlsruhe, 1993 an der Staatsoper von Hamburg. 1991 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Deutschland. 1992-97 war sie dem Opernhaus der Stadt Bonn verbunden, wo auch ihr Gatte, der Tenor Alexei Stebljanko (* 1950) oft auftrat. Als erste Partie sang sie hier 1992 die Desdemona. Nach einem schweren Bühnenunfall konnte sie im Mai 1993 am Opernhaus der Stadt Bonn als Desdemona ihre Karriere wieder aufnehmen; 1994 sang sie dort die Titelrolle in Janáceks »Jenufa«, 1996 die Lisa. 1997 hörte man sie an der Oper von Tel Aviv in der Titelrolle der Oper »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, 1998 an der Oper von Rom als Fata Morgana in »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff. 1999 sang sie (mit dem St. Petersburger Ensemble) in der Londoner Barbican Hall die Titelrolle in »Lady Macbeth von Mzensk«, 2000 an der Oper von St. Petersburg (Marienskij Theater) und bei deren Gastspiel an der Londoner Covent Garden Oper die Akhrossimowa in »Krieg und Frieden« von Prokofieff. 2001 sang sie bei den Salzburger Festspielen die Titelrolle der Oper »Lady Macbeth von Mzensk«. Angesehene Konzertsängerin; als solche sang sie u.a. 1994 in der Beethoven-Halle in Bonn das Sopransolo in der 9. Sinfonie dieses Meisters.

Schallplatten: Philips (Fata Morgana in »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff).

 19.7. Paul BRUGGMANN wird 85

 Er wurde am Konservatorium von Zürich durch Sylvia Gähwiller und Willy Ferenz ausgebildet, studierte dort auch bei Johannes Fuchs und am Mozarteum in Salzburg. 1958-60 gehörte er zum Ensemble des Städtebundtheaters Biel-Solothurn und gastierte dann am Theater von St. Gallen und an der Zürcher Kammeroper. 1964 gründete er die Aargauer Oper, die 1974 in »Schweizer Gastspiel-Oper« umbenannt wurde, und die er als Direktor leitete. Gleichzeitig wirkte er jedoch bei dieser Wanderoper als Sänger und als Regisseur. Seit ihrer Gründung unternahm die Truppe große Tourneen in der Schweiz, in Deutschland und Holland. Von den Partien, die Paul Bruggmann dabei sang, seien der Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Uberto in »La Serva padrona« von Pergolesi, der Don Pasquale von Donizetti, der Dulcamara in »L’Elisir d’amore«, der Mustafà in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, der Bartolo im »Barbier von Sevilla«, der Don Geronio in »Il Turco in Italia« wie der Martino in »L’Occasione fa il ladro« von Rossini, der Falstaff in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, der Kaspar im »Freischütz«, der Baculus im »Wildschütz« von Lortzing, der van Bett in »Zar und Zimmermann« und der Stadinger im »Waffenschmied« genannt. Als Konzertsänger kam er zu erfolgreichen Auftritten nicht nur in den Zentren des Schweizer Musiklebens sondern auch in Paris, Salzburg, Tel Aviv, Haifa und Jerusalem, und zwar sowohl als Solist in Oratorien und religiösen Musikwerken wie auch als Liedersänger. Auch Rundfunksendungen über die Sender Zürich, Saarbrücken, Paris und Jerusalem.

 19.7. Robert MANN wird 95

 Biographie des amerikanischen Geigers und Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Mann

 20.7. Vladimir MALCHENKO wird 70

Wladiimir_Maltschenko

 Er studierte zunächst Ingenieurwissenschaften, ließ dann aber seine Stimme ausbilden. Er war am Konservatorium von Leningrad Schüler von V.G. Sopina. Sein Bühnendebüt fand 1971 sogleich am Bolschoi Theater Moskau in der Partie des Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky statt. Er blieb seitdem Mitglied dieses führenden russischen Opernhauses. Er war Gewinner des 5. Tschaikowsky-Gesangwettbewerbs in Moskau. Er trat als Gast an der Oper von Kiew und an anderen großen russischen Opernhäusern auf. 1990 gastierte er mit dem Bolschoi-Ensemble beim Edinburgh Festival in »Die Verlobung im Kloster« von Prokofieff. Zu seinen großen Bühnenpartien gehörten der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Eugen Onegin, der Herzog Robert in »Jolanthe« von Tschaikowsky und der Sharpless in »Madame Butterfly«. Er kam auch als Konzertsänger zu einer erfolgreichen Karriere.

Schallplatten: Melodiya (Opern- und Lied-Aufnahmen).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://vladimirmalchenko.ru/

 20.7. Bodo SCHWANBECK wird 80

 Gesangstudium an der Musikhochschule München bei Franz-Theo Reuter und bei Karl Heinz Jarius in Stuttgart. Er debütierte 1958 am Bayerischen Städtetheater Landshut und sang dann 1959-61 am Landestheater von Detmold (Antrittsrolle: Warlaam im »Boris Godunow«), 1961-62 am Landestheater Saarbrücken, 1962-66 am Stadttheater von Augsburg, 1965-69 am Opernhaus von Zürich und seit 1969 am Opernhaus von Frankfurt a.M., an dem er eine langjährige, erfolgreiche Karriere hatte. Er gastierte aber auch an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart, in Köln, Hannover, Karlsruhe, Nürnberg, Kassel, Mannheim und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Weitere Gastspiele führten ihn an das Teatro Liceu Barcelona, an das Teatro San Carlos Lissabon, an das Théâtre de la Monnaie Brüssel (1986), an die Opernhäuser von Zürich und Basel und an die City Opera New York. In Zürich wirkte er am 26.5.1967 in der Uraufführung der Oper »Madame Bovary« von H. Sutermeister mit. Im französischen Fernsehen sang er den Mustafà in Rossinis »L’Italiana in Algeri«. An der Wiener Staatsoper (1976-79 als Ochs im »Rosenkavalier« und als Rocco im »Fidelio«), am Grand Théâtre Genf (1985 als Tierbändiger und als Athlet in »Lulu« von A. Berg sowie 1991 als Frank in der »Fledermaus«) und in Madrid (1988 in »Lulu« von A. Berg) zu Gast, 1990 an der Covent Garden Oper London als Waldner in »Arabella« von R. Strauss, am Théâtre de la Monnaie Brüssel in Janáceks »Aus einem Totenhaus«. In Frankfurt sang er in der Uraufführung der Oper »Stephen Climax« von Hans Zender (16.6.1986). An der Pariser Opéra gastierte er 1981 als Waldner in »Arabella« von R. Strauss sowie 1997-98 als Bogdanowitsch in Lehárs »Die lustige Witwe«. 2000 sang er an der Oper von Frankfurt a.M. mehrere kleine Partien in Aufführungen der zeitgenössischen Oper »Die Wände« von Adriana Hölszky, 2001 am Teatro Massimo Palermo den Theaterdirektor in »Lulu« von A. Berg. Aus seinem Repertoire, in dem die Buffo-Partien eine große Rolle spielten, sind als Höhepunkte zu nennen: der Falstaff in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai wie in Verdis »Falstaff«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Bartolo in »Figaros Hochzeit«, der Titelheld im »Don Pasquale«, der Dulcamara in »L’Elisir d’amore«, der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Golaud in »Pelléas et Mélisande«, der Bartolo im »Barbier von Sevilla«, der Don Magnifico in »La Cenerentola« von Rossini, der Baculus im »Wildschütz« von Lortzing, der van Bett in »Zar und Zimmermann«, der Don Pizarro im »Fidelio« und der Titelheld in A. Bergs »Wozzeck«. Auch als Konzertsänger aufgetreten.

Schallplatten: EMI (Polizeikommissar im »Rosenkavalier«, »Lulu« von A. Berg).

 20.7. Maria CROONEN wird 90

 Aufgewachsen in Kleve. Sie kam später nach Leipzig, wo sie am Landeskonservatorium ausgebildet wurde. Nach Engagements in Meißen (1948-49) und Halberstadt (1949-53) wirkte sie 1953-70 am Opernhaus von Leipzig. Seit 1964 bestand ein Gastvertrag mit der Staatsoper Berlin. Ihr ausdrucksstarker lyrischer Sopran wurde vor allem im slawischen Repertoire geschätzt (Tatjana in »Eugen Onegin«, Antonida in Glinkas »Iwan Susanin« (»Ein Leben für den Zaren«), Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofieff, Katja Kabanowa von Janácek), aber auch in Partien wie der Butterfly, der Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Rusalka von Dvorák, der Agathe im »Freischütz«, der Jane in »Der Günstling« von Wagner-Régeny, der Valentine in »Die Hexe von Passau« von O. Gerster und der Dolly in »Sly« von Wolf Ferrari). Seit 1970 Pädagogin an der Leipziger Musikhochschule.

Sie Sang bei Eterna die Micaela in einer Gesamtaufnahme von »Carmen« und in einem Querschnitt des »Eugen Onegin« sowie die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«.

 20.7. Tomiko KANAZAWA wird 100

Tomiko_KANAZAWA_mit_Mario_Lanza
Mit Mario Lanza

 Sie kam früh in die USA, wo sie auch ihre Gesangsausbildung erhielt. Seit Anfang der vierziger Jahre erschien sie an verschiedenen amerikanischen Bühnen, so 1946 an der Oper von Fort Worth, 1950 bei der Pacific Opera Group. Dabei war ihre große Rolle die Titelfigur in Puccinis »Madame Butterfly«, in der sie auch 1952 in einer Vorstellung der New Yorker Metropolitan Oper in Minneapolis auftrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg gastierte sie erfolgreich in Europa, wo sie u.a. in Frankreich, an der Königlichen Oper Stockholm und an der Staatsoper von Wien (1949 als Butterfly) auftrat. Neben der Butterfly waren in ihrem Bühnenrepertoire Partien wie die Pamina in der »Zauberflöte«, der Cherubino in »Le nozze di Figaro«, die Leonore im »Troubadour« und die Liu in Puccinis »Turandot« zu finden. Dazu hatte sie auch als Konzertsolistin eine erfolgreiche Karriere.

 22.7. Der italienische Bariton Giancarlo MONTANARO wird 80

 23.7. Rose WAGEMANN wird 75

Rose_Wagemann_als_Fidelio_mit_Gerd_Brenneis_als_Florestan
Als Fidelio-Leonore mit Gerd Brenneis

 Sie kam als Kind nach Berlin, studierte zunächst einige Semester Maschinenbau, dann Graphik und Malerei, entschloss sich endlich aber zur Sängerlaufbahn. 1961-67 war sie Schülerin von Irma Beilke in Berlin und gehörte 1968-69 dem Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg an, wo man ihr bereits kleinere Partien übertrug. 1969-70 war sie Mitglied der Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach, 1970-73 als dramatischer Alt am Stadttheater von Bielefeld engagiert. Die Stimme der Künstlerin entwickelte sich nach und nach zum hochdramatischen Sopran. Sie trat am Opernhaus von Essen auf und gab sehr erfolgreiche Gastspiele an der Staatsoper von Stuttgart, in Frankfurt a.M., Köln, Düsseldorf und Paris. 1974 feierte man sie in Brüssel als Leonore im »Fidelio«, bei den Luzerner-Festwochen 1974 sang sie die schwierige Alt-Partie des Romeo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini. Als große Oratoriensängerin erwies sie sich bei einer Konzerttournee durch Israel. 1975-79 Gastspiele an der Staatsoper von Wien (als Leonore im »Fidelio« und als Isolde in »Tristan und Isolde«). 1975 erregte sie als Fidelio Aufsehen an der Oper von Chicago. 1976 an die Metropolitan Oper New York berufen, wo sie abermals als Fidelio auftrat. Weitere Gastspiele an der Grand Opéra Paris, an den Opern von Madrid und Rio de Janeiro; später am Stadttheater Aachen und am Landestheater Kiel aufgetreten. 1989 sang sie in Karlsruhe die Isolde.

Schallplatten: Eurodisc (»Lamento d’Arianna« von Monteverdi-Orff), BASF, RCA (»Die tote Stadt« von Korngold), HMV-Electrola (»Mathis der Maler« von Hindemith).

 24.7. Enric SERRA wird 75

 Seine Lehrer waren in Barcelona Elsa Scampini, Maria Valle und Carmen Bracons de Colomer, in Meisterkursen auch Gino Bechi. Er debütierte bereits 1966 am Teatro Liceu Barcelona als Morales in »Carmen«. Er gewann 1969 den ersten Preis beim Gesangwettbewerb des spanischen Rundfunks. Im gleichen Jahr 1969 kam er an das Teatro Liceu Barcelona, an dem er länger als 25 Jahre auftrat. Er sang dort Partien wie den Falstaff von Verdi, den Grand Prêtre in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, den Scarpia in »Tosca«, den Marcello in »La Bohème«, den Lescaut in »Manon Lescaut« von Puccini (1990), den Fabrizio in »La gazza ladra« von Rossini (1992), den de Siriex in Giordanos »Fedora« (1993), den Escamillo in »Carmen«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, den Belcore in »L‘Elisir d’amore«, den Taddeo in Rossinis »L‘Italiana in Algeri«, den Michonnet in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und den Alcandro in »Saffo« von Pacini (1987). Am 20.5.1977 wirkte er am Teatro Liceu in der Uraufführung einer Neu-Bearbeitung von Manuel de Fallas Oper »L’Atlantida« durch E. Halffter als Corfeu mit. Er trat an allen großen spanischen Opernhäusern als Gast auf, darunter in Madrid, Valencia, Saragossa, Bilbao, Oviedo, Las Palmas und La Coruña. Außer den bereits erwähnten Partien sang er hier den Don Carlos in Verdis »La forza del destino«, den Titelhelden im »Don Pasquale«, den Alfonso in »La Favorita« und den Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini. An vielen ausländischen Theatern kam er bei Gastspielen zu bedeutenden Erfolgen. 1972 war er in der Royal Festival Hall in London in »Caterina Cornaro« von Donizetti (mit Montserrat Caballé und José Carreras) zu hören, dann dort wie in Paris in konzertanten Aufführungen von Donizettis »Maria Stuarda«. 1977-82 gastierte er regelmäßig am Opernhaus von Bogotà (Debüt als Escamillo, dann u.a. als Rigoletto, als Graf Luna im »Troubadour«, als Enrico und als Renato im »Maskenball« von Verdi) und sang in Kolumbien bei den Festspielen von Cali und Medellin. 1983 sang er in der Eröffnungsvorstellung des Teatro Carredo in Caracas den Taddeo in Rossinis »L‘Italiana in Algeri« (mit Carmen González, Ernesto Palacio und Enzo Dara), im gleichen Jahr am Teatro Zarzuela Madrid den Malatesta im »Don Pasquale«, 1985 am Teatro San Carlo Neapel den Ford in Verdis »Falstaff«, dann auch den Simon Boccanegra, beim Festival von Perelada 1987 in einem Mozart-Programm. Man hörte ihn an der Staatsoper München (als Taddeo, Don Magnifico in »La Cenerentola« von Rossini, Bartolo im »Barbier von Sevilla« und 1995 als Don Pasquale), an den Opernhäusern von Köln, Frankfurt a.M. und Zürich, an den Opern von Nizza, Tours, Nîmes, Angers und Toulon, am Teatro Fenice Venedig, am Opernhaus von Caracas wie bei den Festspielen von Schwetzingen (1987 als Taddeo). Er gastierte am Teatro Carlo Felice Genua 1992 als Bartolo im »Barbier von Sevilla«. 1997 gastierte er am Opernhaus von Sevilla als Dr. Bartolo im »Barbier von Sevilla«, 1998 an der Hamburger Staatsoper als Don Magnifico. 1999 hörte man ihn am Theater von Maastricht (Opera Zuid) als Belfiore in J. Haydns »Il mondo della luna«. Nicht weniger erfolgreich war er als Konzertsänger. Auf diesem Gebiet gastierte er bei den Festspielen von Granada und Santander, in der Royal Festival Hall London, in Wien und Paris.

Schallplatten: Decca (»Madame Butterfly«, »L‘Italiana in Algeri«), Discover (»Tosca«, »Otello« von Verdi als Herold).

 24.7. Adele ADDISON wird 90

Adele_ADDISON

 Sie erhielt ihre Ausbildung im Westminster Choir College, Princeton (New Jersey) und erwarb den akademischen Grad eines Bachelor of Music. Sie war auch Schülerin von Boris Goldovsky im Berkshire Music Center Tanglewood und von der großen Liedersängerin Povla Frijsh in New York. 1948 erfolgte ihr Debüt als Konzertsängerin in Boston; 1951 sang sie sehr erfolgreich in der New Yorker Town Hall. Seitdem trat sie im Konzertsaal als Solistin mit den großen amerikanischen Orchestern zusammen auf und gastierte an einigen Opernhäusern, u.a. an der City Opera New York (1955-57 sowie 1958 und 1961 als Mimi in Puccinis »La Bohème«, als Liu in »Turandot« und als Micaela in »Carmen«) und an der New England Opera. 1963 unternahm sie eine glanzvolle Tournee durch Sowjetrussland. Sie galt vor allem als hervorragende Liedersängerin. 1960 sang sie mit den New Yorker Philharmonikern in »Time Cycle« von L. Foss, 1961 mit dem Boston Symphony Orchestra als Solistin im Gloria von F. Poulenc. Sie übte eine umfassende pädagogische Tätigkeit aus und war als Lehrerin an der Eastman School of Music Rochester (New York), am Philadelphia College of Performing Arts, an der Aspen Music School und an der New York State University in Stony Brook tätig. Eine ihrer Schülerinnen war die Sopranistin Faith Esham.

Schallplatten: CBS (»Der Messias« von Händel, 9. Sinfonie von Beethoven), RCA (Johannespassion; H-Moll-Messe von J.S. Bach, 1960), Decca (»L’Allegro, il penseroso ed il moderato« und »Israel in Egypt« von Händel), Columbia (Matthäuspassion), Vox, Composers Recordings.

 25.7. Reinhard SEIFRIED wird 70

 Der aus München stammende Dirigent hat sich einen Ruf als vielseitiger und im Opern- wie Konzertbereich gleichermaßen kompetenter Dirigent erworben. Einladungen als Gastdirigent führten ihn neben zahlreichen deutschen Orchestern auch nach Italien, Irland, Japan und den USA. Er dirigierte das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchener Rundfunkorchester, die Münchner Sinfoniker, die Bamberger Symphoniker, das Orchester der Beethovenhalle Bonn, das Slowakische Staatsorchester Kosice, das Irish National Orchestra, das Colorado Festival Orchestra, das Festival Orchestra Takamatsu (Japan), das Orchestra Guido Cantelli Milano und das Orchestre Philharmonique Luxembourg, um nur einige zu nennen. Er studierte Klavier und Dirigieren an der Münchner Musikhochschule bei Jan Koetsier und Kurt Eichhorn, und in Siena bei Franco Ferrara. Nach einem erfolgreichen Meisterklasseabschluss sammelte er seine ersten Erfahrungen als Kapellmeister an verschiedenen Opernhäusern bis er schließlich eine Position als Erster Kapellmeister am Staatstheater am Gärtnerplatz in München antrat (1977-84). Als Assistent stand er Rudolf Kempe, Rafael Kubelik, Karl Richter und Leonard Bernstein zur Seite – letzterem bei seiner unvergessenen Produktion von Tristan und Isolde in München. 1991-93 war er Generalmusikdirektor der Remscheider Symphoniker, und 1993-2000 Generalmusikdirektor des Oldenburgischen Staatstheaters. Nach einer ersten Schallplattenproduktion mit dem Label ORFEO zusammen mit der Sopranistin Lucia Popp entstand eine engere Zusammenarbeit mit dem Label NAXOS. Einer Gesamtaufnahme von Smetanas Zyklus Mein Vaterland mit der Slowakischen Philharmonie Kosice folgte im Mai 1994 die Gesamteinspielung der Mendelschen Symphonien mit dem Irish National Orchestra. Seit September 2001 unterrichtet Reinhard Seifried neben seinen zahlreichen Dirigierverpflichtungen als Ordentlicher Hochschulprofessor an der Universität Mozarteum Salzburg.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://reinhard-seifried.com/

 25.7. Radmila SMILJANIĆ wird 75

Radmila_SMILJANIC

 Sie war an der Musikakademie von Sarajewo Schülerin von Brunay Spiler. Bühnendebüt 1965 am Opernhaus von Sarajewo als Djula in »Ero der Schelm« von Gotovac. 1965 Gewinnerin eines Gesangwettbewerbs in Reggio Emilia, 1966 und 1967 Preisträgerin bei Wettbewerben in Ljubljana und Zagreb. Seit 1968 war sie am Theater von Sarajewo engagiert und wurde dann an die Nationaloper von Belgrad berufen, an der sie eine langjährige Karriere hatte. Sie gastierte u.a. am Teatro Liceu Barcelona (1967), an der Staatsoper von Wien (1979 und 1982 als Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek), an der Oper von Rom (1976) und, zusammen mit dem Belgrader Ensemble, 1969 und 1977 in Lausanne, auch in Zagreb und in Trient. Höhepunkte in ihrem umfangreichen Repertoire waren Rollen wie die Marguerite in Gounods »Faust«, die Antonida in Glinkas »Iwan Susanin« (»Ein Leben für den Zaren«), die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Mimi in »La Bohème«, die Tosca, die Turandot wie die Liu in Puccinis »Turandot«, die Butterfly, die Aida, die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Leonore im »Troubadour«, die Desdemona in »Otello«, die Agathe in Webers »Freischütz«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, die Lisa in »Pique Dame« und die Tatjana im »Eugen Onegin«. Auch als Konzertsängerin kam sie zu einer erfolgreichen Karriere.

Schallplattenaufnahmen bei Jugoton.

 25.7. Bettina JONIC wird 80

 Biographie der Sopranistin auf Englisch : https://en.wikipedia.org/wiki/Bettina_Jonic

 25.7. Jean BELLIARD wird 80

 Er kam frühzeitig nach Frankreich und studierte Musik bei Jean Giroud in Grenoble. In den Jahren 1957-59 war er als Organist in Grenoble tätig, wurde dann Professor für Musikerziehung in Rabat (Marokko) und Beauftragter für Musik im algerisch-französischen kulturellen Zentrum in Oran (1964-70). 1973 gründete er in Paris das Ensemble Guillaume de Machaut, das sich ganz der Interpretation frühmittelalterlicher Musik sowie der Musik der Renaissance und der Gestaltung des Gregorianischen Chorals widmete. Dieses Ensemble bestand aus dem Künstler selbst als Vokalsolisten und einer Instrumentalbegleitung mit mittelalterlichen Instrumenten (Lauten, Flöten, Portativ, Geigen in verschiedenen Tonlagen usw.). Die Stimme von Jean Belliard wies eine ungewöhnliche Tonhöhe auf, so dass er mühelos Altpartien im Originalschlüssel singen konnte. Ähnlich wie die etwa gleichzeitig ablaufenden Bestrebungen in England, die Kunst des Countertenor-Singens neu zu beleben, trat er in der in Frankreich in Vergessenheit geratenen Kunst des Haute-contre-Gesangs hervor. In musikologischer Hinsicht ist sein Auftreten besonders dadurch von Bedeutung, dass er auf Grund seiner reichen Erfahrung mit diesem Kulturkreis die Beziehungen zwischen frühmittelalterlicher und arabisch-spanischer wie arabisch-nordafrikanischer Musik verdeutlichte. Neben seinem Eintreten für das frühe Musikschaffen war er auch ein hervorragender Interpret zeitgenössischer Musik (Strawinsky, Boulez), die er u.a. beim Festival von Avignon 1980 vortrug.

Schallplatten: Timpani (»Socrate« von Satie), Arion, französische Privatmarken.

 26.7. Malcolm WALKER wird 60

Malcolm_WALKER

 Der aus den USA stammende Sänger begann in den achtziger Jahren eine erfolgreiche internationale Bühnenkarriere von Frankreich aus, wo er lebte. Er hatte seine ersten Erfolge an der Opéra du Rhin Straßburg in der Partie des Pelléas in »Pelléas et Mélisande«, die er dann auch an italienischen Theatern, zum Teil in Opernproduktionen von Gian Carlo Menotti, sang. Im Pariser Palais Chaillot war er als Orfeo von Monteverdi und als Testo in »Il Combattimento di Tancredi e Clorinda« vom gleichen Meister zu hören. An der Grand Opéra Paris gastierte er 1980 als Florestan de Valaincourt in »Véronique« von Messager, 1982 als Apollo in Monteverdis »L‘Orfeo« und 1991 als Graf in »Le nozze di Figaro«. Aufsehen erregte er auch durch seine Auftritte beim Glyndebourne Festival, wo er 1985 den Morales in »Carmen« sang und 1987-88 in Aufführungen von Ravels »L’Enfant et les sortilèges« mitwirkte. Mit dem Glyndebourner Ensemble trat er bei dessen Gastspiel in Hongkong als Don Giovanni auf. Am Opernhaus von Lille hörte man ihn in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, am Grand Théâtre Genf 1989 als Brétigny in »Manon« von Massenet und 1992 als Bill in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill. 1988 sang er dann auch an der Wiener Staatsoper den Pelléas in Debussys »Pelléas et Mélisande« vortrug. Diese Glanzrolle in seinem Bühnenrepertoire übernahm er an weiteren Theatern, so beim Maggio Musicale von Florenz (1989), an den Opernhäusern von Bonn (1991) und Seattle (1993) und am Teatro Fenice Venedig (1995). Am Theater von Montpellier gastierte er 1989 als Varbel in »Lodoïska« von Cherubini, am Théâtre des Champs-Élysées in Paris 1989 als Walter Fürst in Rossinis »Wilhelm Tell«, an der Pariser Opéra-Comique Paris 1990 als Lescaut in »Manon« von Massenet. Auch als Konzertsänger aufgetreten.

Schallplatten: TIS-Disque P. Varany (Pelléas in »Pelléas et Mélisande«), ASV (»Les malheurs d’Orphée« von Darius Milhaud), Orfeo (»Les Pèlerins de la Mecque« von Gluck), Erato (»Le Roi malgré lui« von E. Chabrier).

 26.7. Glenville HARGREAVES wird 65

Glenville HARGREAVES

 Er wurde am St. John’s College York, dann am Royal Northern College of Music Manchester (1971-74) und 1980 im Opera Centre London ausgebildet. 1981 sang er als erste Bühnenpartie den Figaro in Rossinis »Barbier von Sevilla«. Bereits im folgenden Jahr debütierte er an der Londoner Covent Garden Oper, und zwar in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. Seit 1982 war er an der English National Opera London in der »Zauberflöte«, in »Krieg und Frieden« von Prokofieff und in »Salome« von R. Strauss zu hören. Er wirkte in mehreren Uraufführungen zeitgenössischer Opernwerke mit, so am 16.3.1974 an der Scottish Opera in »The Catiline Conspiracy« von Iain Hamilton (als Longinus und als Sullas Geist), 1990 an der Welsh Opera in »Tornrak« von John Metcalf (als Sir Charles Keighley); er sang in der Londoner Elizabeth Hall in H.W. Henzes »Elegy for Young Lovers« die Partie des Mittenhofer und in Ullmanns »Kaiser von Atlantis« (Mecklenburgh Opera London, 1988) die Titelrolle. An der Opera North Leeds trat er in »A Village Romeo und Juliet« von Delius, als Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg« und in »Tosca« auf, in Holland und Belgien gastierte er als Figaro im »Barbier von Sevilla«, bei der City of Birmingham Touring Opera als Falstaff von Verdi. 1990 sang er an der Scottish Opera Glasgow den König Priamus in »Les Troyens« von Berlioz. 1998 sang er bei der Opera North Leeds den Kruschina in Smetanas »Die verkaufte Braut«. 1999 gastierte er an der Oper von Lausanne als Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 2000 an der Opera Zuid in Holland als Dr. Kolenaty in »Die Sache Makropoulos« von Janácek, beim Garsington Festival als Bischof Hidulfus in »Genoveva« von R. Schumann, an der Welsh Opera Cardiff als Surin in »Pique Dame« von Tschaikowsky, bei den Rossini-Festspielen von Bad Wildbad als Astarotte in »Armida« von Rossini. Weitere Partien aus seinem Repertoire für die Bühne: der Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, der Nick Shadow in Strawinskys »The Rake’s Progress«, der Don Giovanni, der Germont-père in »La Traviata«, der Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, der Tonio im »Bajazzo«, der Scarpia in »Tosca«, der Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, der Graf in »Figaros Hochzeit« und der Demetrius in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten. 1987 sang er in der englischen Erstaufführung von Smetanas »Die Teufelswand« (»Certona sténa«) die Partie des Vok. Auch als Konzertsolist trat er in einem umfangreichen Repertoire auf (Passionen von J.S. Bach, »Der Messias« und »Judas Makkabaeus« von Händel, »Lieder eines fahrenden Gesellen« von G. Mahler, »The Kingdom« von E. Elgar, »Sea Drift« von Delius, Messa da Gloria von Puccini, »Carmina Burana« von C. Orff).

Schallplatten: Decca (»Purgatory« von Cross), Opera Rara (Rambaldo in »Maria de Rudenz« von Donizetti, Ali in »Zoraide di Granata« von Donizetti), Chandos (Wagner im »Faust« von Gounod).

 27.7. Péter KELEN wird 65

Péter_KELEN

 Er erhielt seine Ausbildung an der Musikhochschule von Budapest und debütierte an der dortigen Nationaloper 1973. Seitdem wirkte er an diesem führenden ungarischen Opernhaus als erster Tenor. Schwerpunkte bildeten in seinem Bühnenrepertoire Partien aus der italienischen wie der französischen Opernliteratur. So sang er 1984 die Titelrolle in der ungarischen Erstaufführung von Massenets »Werther«, weiter den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Alfredo in »La Traviata«, den Titelhelden in Verdis »Don Carlos«, den Herzog im »Rigoletto«, den Alvaro in »La forza del destino«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Nemorino in »L’Elisir d’amore«, den Faust von Gounod, den Roméo in »Roméo et Juliette« vom gleichen Komponisten und den Don José in »Carmen«, auch den Lenski im »Eugen Onegin« (Budapest 1984). Es kam dann auch zur Ausbildung einer internationalen Karriere. 1980 und 1982 gastierte er an der Mailänder Scala als Fenton im »Falstaff« von Verdi, 1981 an der Grand Opéra Paris und am Grand Théâtre Genf als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, 1982-84 an der Staatsoper von Wien als Ernesto im »Don Pasquale« und wieder als Sänger im »Rosenkavalier« (in insgesamt 13 Vorstellungen), am Opernhaus von Zürich, am Opernhaus von Frankfurt a.M. und an der Staatsoper München als Rodolfo in »La Bohème«. 1989 sang er an der New Jersey State Opera in Newark den Flammen in Mascagnis »Lodoletta«, im gleichen Jahr an der Michigan Opera den Don José, in Rio de Janeiro den des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, 1990 in Milwaukee den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, 1991 mit großem Erfolg im Londoner Earl’s Court bei seinem Debüt in England den Cavaradossi in »Tosca«. 1995 wirkte er in Budapest in der Uraufführung der Oper »Karl ér Anna« (»Karl und Anna«) von Sándor Balassa mit. 1999 sang er an der Nationaloper Budapest den Gustavus (Riccardo) in Verdis »Un ballo in maschera«. Auch als Konzertsänger hatte er eine lange, erfolgreiche Karriere (u.a. 1981 im Verdi-Requiem an der Mailänder Scala).

Schallplatten: Hungaroton (Macduff in Verdis »Macbeth«, Flammen in »Lodoletta«, »La Fiamma« von O. Respighi).

 27.7. Richard WOITACH wird 80

 Biographie des amerikanischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Woitach

 28.7. Adelisa TABIADON wird 60

 Biographie der italienischen Sopranistin auf Italienisch:
http://www.gruppomodulo.it/lavori/nicolini/istituto/organigramma/docenti/adelisa-tabiadon/

 28.7. Kenneth ALWYN wird 90

 Biographie des englischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Kenneth_Alwyn

 29.7. Peter SCHREIER wird 80

Peter Schreierals Loge an der Wiener Staatsoper
Peter Schreier als „Loge“ in Wien

 Mit zehn Jahren wurde er Mitglied des Dresdner Kreuzchores, zuerst als Knabenalt, dann bis 1954 als Tenor. 1944 sang er kurz vor der Zerstörung der Dresdner Oper dort einen der drei Knaben in der »Zauberflöte«. Er besuchte die Musikhochschulen von Leipzig und Dresden, war Schüler von F. Polster (1954-56) und H. Winkler (seit 1956), debütierte noch während seiner Ausbildung 1957 an der Staatsoper von Dresden als erster Gefangener im »Fidelio« und hatte dort seinen ersten Erfolg als Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«. 1959 wurde er an die Dresdner Staatsoper verpflichtet; hier hatte er 1962 dann einen sensationellen Erfolg als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«. Nachdem er 1962 in der gleichen Partie an der Berliner Staatsoper gastiert hatte, wurde er 1963 deren Mitglied. Der im lyrischen Fach, namentlich aber als Mozart-Interpret, geschätzte Künstler wurde bei Gastspielen an den Staatsopern von München und Hamburg gefeiert; er gastierte weiter an der Covent Garden Oper London, an den Nationalopern von Budapest, Warschau und Bukarest, am Opernhaus von Lausanne, am Bolschoi Theater Moskau und an der Oper von Leningrad. Dazu hatte er eine glänzende Karriere als Oratorien- und Liedersänger; man schätzte vor allem seine Kunst des Bach-Gesangs. An der Staatsoper Berlin sang er u.a. am 16.2.1974 in der Uraufführung der Oper »Einstein« von Paul Dessau. 1967-91 als ständiger Gast der Wiener Staatsoper verbunden, an der er in insgesamt 201 Vorstellungen als Tamino in der »Zauberflöte«, als Belmonte, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Sänger im »Rosenkavalier«, als Narraboth in der »Salome« von R. Strauss, als David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Da-du in »Die ägyptische Helena« von R. Strauss, als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Jaquino im »Fidelio«, als Steuermann in »Der fliegende Holländer«, als Lenski im »Eugen Onegin«, als Loge im »Rheingold«, als Ferrando in »Così fan tutte«, als Flamand im »Capriccio« von R. Strauss und in der Titelrolle von Mozarts »Idomeneo« zu hören war. In der Spielzeit 1967-68 debütiert er an der Metropolitan Oper New York als Tamino. Hier sang er in der folgenden Spielzeit auch den Don Ottavio. Mit dem Idamante in »Idomeneo« von Mozart leitete er 1969 eine große Karriere an der Mailänder Scala ein; er sang hier auch 1972 das Tenor-Solo im Mozart-Requiem, 1976 den Ferrando und gab 1979, 1983, 1988 und 1992 sehr erfolgreiche Liederabende. 1968-69 sang er auch am Teatro Colón von Buenos Aires. 1966 Gastspiel mit dem Ensemble der Hamburger Staatsoper an der Sadler’s Wells Oper London als Ferrando. Seit 1967 stand er im Mittelpunkt der Salzburger Festspiele, wo er als Tamino (1967-68, 1970, 1981-84), als Titelheld in Mozarts »Mitridate, Re di Ponto« (1971), als Ferrando (1972-77), als Idamante (1973, 1976), als Don Ottavio (1977-78), als Franz I. von Frankreich in einer konzertanten Aufführung der Oper »Karl V.« von E. Krenek (1980) und als Belmonte (1980-81) auftrat. Am 20.8.1973 wirkte er in Salzburg in der Uraufführung des Opernwerks »De Temporum fine comoedia« von C. Orff mit. In den Jahren 1967-98 trat er fast alljährlich in Konzerten (1967 und 1974 in Mozart-Matineen, 1970 und 1976 in Beethovens 9. Sinfonie, 1972 mit Brittens Serenade für Tenor, Horn und Orchester, 1984 mit Mahlers »Lieder eines fahrenden Gesellen« in einer Schönberg-Bearbeitung, 1985 und 1996 in Bach-Konzerten, 1987 mit der Uraufführung des 2. Zyklus der Hölderlin-Lieder von Wilhelm Killmayer), Oratorien (1972 in Mozarts C-Moll-Messe, 1977 in Haydns »Schöpfung«, 1981 im Mozart-Requiem und im »Buch mit 7 Siegeln« von F. Schmidt, 1986 in »Golgotha« von Frank Martin) und namentlich in seinen Liederabenden (1969-72, 1974-80, 1982-83, 1985-87, 1991, 1995, 1998) auftrat. Auch als Dirigent trat er bei den Salzburger Festspiele auf: 1988 mit einem Bach-Konzert, 1989 und 1998 mit Mozarts C-Moll-Messe, 1990 mit dem Stabat mater von A. Dvorák und 1991 mit Haydn Theresienmesse. (Seit 1970 betätigte er sich als Dirigent und dirigierte u.a. die Berliner Staatskapelle). Bei den Salzburger Osterfestspielen von 1974 trat er unter H. von Karajan als David, später auch als Loge, auf. Er war auch bei den Festspielen auf Schloss Drottningholm in Schweden zu hören und sang bereits 1966 bei den Festspielen von Bayreuth den jungen Seemann in »Tristan und Isolde«. 1989-90 gab er Konzerte in der Londoner Wigmore Hall. 1999 hörte man ihn nochmals an der Berliner Staatsoper als Basilio in »Figaros Hochzeit«. Am 6. Juni 2000 gab er an der Berliner Staatsoper seine Abschiedsvorstellung als Tamino und wurde zu deren Ehrenmitglied ernannt, wirkte aber noch als Konzertsänger, als Dirigent und als Pädagoge. 1983 veröffentlichte er ein autobiographisches Werk »Aus meiner Sicht. Gedanken und Erinnerungen«. – Sein Sohn Ralph Schreier (* 1961 Dresden) wurde ebenfalls ein bekannter Tenor. Er studierte bei Johannes Kemter in Dresden, gehörte 1989-92 dem Opernstudio der Dresdner Staatsoper an und gab dann Gastspiele, vor allem Konzerte, in der CSR, in Italien und in den USA. – Der ausdrucksvolle lyrische Tenor von Peter Schreier, seine Stilsicherheit des Vortrages, die Klarheit der Diktion und seine Kunst der Phrasierung wurden auf der Bühne vor allem im Mozart-Repertoire, im Konzertsaal im Bach-Gesang wie im Liedvortrag bewundert.

Lit: G. Schmiedel: Peter Schreier, für Sie persönlich (Leipzig, 1976), W.E. von Lewinski: »Peter Schreier. Interviews, Tatsachen, Meinungen« (1992).

Die ersten Aufnahmen von Peter Schreier erschienen 1948-51 – noch als Knabenalt – auf Eterna; als Tenor sang er auf der gleichen Marke (u.a. den jungen Physiker in der vollständigen Oper »Einstein« von P. Dessau sowie in »Die Hochzeit von Herkules und Hebe« von Gluck), dann auf Columbia (»Der Barbier von Sevilla«, »Die Jahreszeiten« von J. Haydn), Eurodisc (Matthäuspassion von J.S. Bach, »Die Jahreszeiten«, »Die Zauberflöte«, »Così fan tutte«, Johannespassion von Heinrich Schütz, Loge in »Das Rheingold«), DGG (»Der Freischütz«, »Capriccio« von R. Strauss, »Der Wildschütz« von Lortzing, Matthäuspassion, Requiem von Berlioz), Electrola (»Die Meistersinger von Nürnberg«, »Zar und Zimmermann«), Telefunken (»Die Entführung aus dem Serail«, »Lucio Silla« von Mozart), Philips (»Elias« von Mendelssohn), Amadeo-Philips (»Karl V.« von E. Krenek, Weihnachtsoratorium von J.S. Bach), Orfeo (»Das Buch mit sieben Siegeln« von Fr. Schmidt, Lieder von Conradin Kreutzer), Denon (»Das Lied von der Erde« von G. Mahler), Ars Vivendi (Lieder von J. Haydn und J. Brahms, »Der Krämerspiegel« von R. Strauss), BGM-Ariola (Titelrolle in »Palestrina« von H. Pfitzner), Dino (Matthäuspassion von J.S. Bach), Berlin-Classics (»Der Barbier von Sevilla«), Decca (Mime in »Das Rheingold«), Myto (Ferrando in »Così fan tutte«, München 1978). Auf Philips dirigierte er das Mozart-Requiem. Bei der Vielzahl der Schallplatten, die uns seine Stimme überliefert haben, ist es nicht möglich, mehr als eine Auswahl mitzuteilen.

Weitere Informationen auf folgender Web-Seite: http://www.mhalberstadt.net/index.htm

 29.7. Harold ENNS wird 85

Harold_ENNS

 Er war zunächst Schüler von Harry Koehler in Fresno, dann von William Vennard und Ernest St. John Metz in Los Angeles. Nachdem er einen Gesangwettbewerb der San Francisco Opera gewonnen hatte, debütierte er 1954 an diesem Opernhaus als Cappadocier in »Salome« von R. Strauss und als 2. Gefangener im »Fidelio«. Der Künstler ging von seinem Wohnsitz Los Angeles aus einer ausgedehnten Gastspieltätigkeit an den führenden amerikanischen Operntheatern nach. So sang er an den Opern von Boston, Houston (Texas), Milwaukee, Honolulu, San Diego und San Francisco. Am letztgenannten Opernhaus war er 1957-69 zu hören, u.a. als Mr. Javelinot in »Dialogues des Carmélites« (in der amerikanischen Erstaufführung dieser Oper von Fr. Poulenc), als Mönch in Verdis »Don Carlos«, als alter Diener in »Elektra« von R. Strauss, als Guccio in »Gianni Schicchi«, als Marullo in »Rigoletto«, als Reinmar von Zweter in »Tannhäuser«, als Micha in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Ferrando im »Troubadour«, als Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, als Nourabad in »Les pêcheurs de perles« und als Frère Laurent in »Roméo et Juliette« von Gounod. Sein Repertoire bot einen Querschnitt durch die Opernliteratur von Mozart bis zu Wagner und Puccini. Noch 1977 war er an der Oper von San Diego als Gast anzutreffen. Auch als Konzertbassist bekannt geworden.

Schallplatten: Decca (Doktor in vollständiger Aufnahme von Verdis »La Traviata«), Orion (Liedaufnahmen).

 29.7. Mikis THEODORAKIS wird 90

 In seiner Heimat wird er als Volksheld verehrt. Theodorakis gilt als der bekannteste griechische Komponist des 20. Jahrhunderts. Besonders seine Filmmusiken zu Alexis Sorbas, Z und Serpico sowie die Vertonung des Canto General nach Versen von Pablo Nerzda machten ihn weltweit bekannt. Zu seinem über 1000 Werke umfassenden Schaffen zählen symphonische Kompositionen und eine Vielzahl von Liedern. Daneben ist er durch sein politisches Engagement bekannt. Bereits in den frühen 1960er und in den 1980er Jahren wurde Theodorakis in das griechische Parlament gewählt. Bis in die späten 1980er Jahre wurde er ausschließlich mit der Linken identifiziert. Im Jahre 1989 kandidierte er jedoch als Parteiloser für die Liste der konservativen Partei Nea Dimokratia (‚Neue Demokratie‘), um Griechenland bei der Überwindung einer schweren politischen Krise zu helfen, welche durch zahlreiche Skandale der Regierung von Andreas Papandreou und seiner PASOK-Partei ausgelöst worden war. Unter anderem half er, eine große Koalition zwischen Konservativen, Sozialisten und Linken zu bilden: Erstmals seit dem griechischen Bürgerkrieg wurden Kommunisten der KKE wieder an der Macht beteiligt. Im Jahre 1990 wurde Theodorakis erneut ins Parlament gewählt und als Minister ohne Geschäftsbereich beim Premierminister in die Regierung von Konstantinos Mitsotakis berufen. In dieser Funktion setzte er sich gegen Drogen und Terrorismus, für Kultur und Erziehung sowie für verbesserte Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei ein. Seit er sich von der Tagespolitik zurückgezogen hat, äußert sich Theodorakis mit teilweise sehr deutlichen öffentlichen Erklärungen zur aktuellen Politik, vor allem, wenn in seinen Augen der Friede in Gefahr ist (siehe dazu seine Aussagen über den Kosovo-Krieg, zugunsten von Palästina, gegen den Krieg im Irak oder über das Verhältnis Mazedonien – Griechenland – Türkei – Zypern). In den Jahren der Militärdiktatur von 1967 bis 1974 galt er, der jedwede Form von Diktatur stets deutlich ablehnt, als Symbol des Widerstandes.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.mikis-theodorakis.net/

 30.7. Christopher WARREN-GREEN wird 60

 Biographie des britischen Geigers und Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Warren-Green

 31.7. Pedro LAVIRGEN wird 85

Pedro_LAVIRGENB

 Er wurde zunächst Volksschullehrer, ließ dann aber seine Stimme bei Miguel Barrosa in Madrid ausbilden; er war auch Schüler der Pädagogin Carlota Dahmen. 1964 gewann er einen internationalen Gesangwettbewerb in Barcelona. Er debütierte bereits 1959 am Zarzuela-Theater von Zaragoza in der Zarzuela »Marina« von Arrieta. Sein Debüt auf der Opernbühne erfolgte 1964 an der Oper von Mexico City als Radames in Verdis »Aida«. Damit nahm eine glänzende Karriere, vor allem an den großen Theatern in Spanien und Südamerika, ihren Anfang. In den Jahren 1966-82 trat er regelmäßig am Teatro Liceu Barcelona auf, u.a. als Jacopo Foscari in Verdis »I due Foscari« und als Ernani von Verdi, auch in Zarzuelas (»La Dolores« von Bretón, »Marina«). 1968 gastierte er in Madrid, 1969 in Santiago de Chile als Cavaradossi in »Tosca«, 1970 am Teatro Colón Buenos Aires als Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, 1971 als Don Carlos von Verdi. An der Oper von Philadelphia sang er 1969-72, u.a. den Pollione in »Norma« (mit Joan Sutherland in der Titelrolle), in Montreal 1973 den Canio im »Bajazzo«, an der Oper von New Orleans 1975 den Radames, am Opernhaus von Dublin 1970 den Andrea Chénier von Giordano, am Teatro Regio Turin 1971 den Don José in »Carmen«, am Teatro San Carlo Neapel 1972 den Kalaf in Puccinis »Turandot«, am Teatro Margherita in Genua 1975 den Manrico im »Troubadour«, im gleichen Jahr am Teatro Comunale Bologna den Don José, den er auch 1976 an der Oper von Toulouse, 1978 beim Edinburgh Festival, 1979 beim Festival von Macerata und 1973 in Tokio sang, wo er nochmals 1985 mit einer spanischen Zarzuela-Kompanie auftrat. In der Arena von Verona trat er 1974 und 1976 als Kalaf, als Don José, als Alvaro in »La forza del destino« und als Radames auf. 1976 an der Mailänder Scala als Kalaf und als Radames zu Gast. 1967-68, 1971 und 1981 war er an der Nationaloper von Budapest, zwischen 1966 und 1980 mehrfach an der Staatsoper von Wien (als Canio, als Manrico, als Don Carlos, als Don José, als Kalaf, als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Radames, als Cavaradossi und als Pollione in insgesamt 46 Vorstellungen) zu Gast. An der Metropolitan Oper New York sang er 1968 nur einmal den Cavaradossi. An der Covent Garden Oper London hörte man ihn 1976 als Don José, 1978 als Pollione. 1981 war er bei den Festspielen von Bregenz in der Titelrolle von Verdis »Otello« zu Gast. Weitere Gastspiele führten ihn an das Teatro San Carlos Lissabon, an die Staatsopern von München und Hamburg und an die Nationaloper von Prag. Im Mittelpunkt seines umfangreichen Repertoires für die Bühne standen Partien für Heldentenor aus dem Bereich der italienischen wie der französischen Oper. In seinem Repertoire waren auch Partien wie der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Luigi in »Il Tabarro« von Puccini und der Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea zu finden.

Schallplatten: HMV (»El retablo de Maese Pedro« von de Falla), Alhambra, Westminster (Recital), Hispavox (Zarzuela-Aufnahmen).

 

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