Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM DEZEMBER 2015

GEBURTSTAGE IM DEZEMBER 2015

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung: Walter Nowotny

 

2.12. Günter KRÄMER wird 75

 Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Freiburg und war zunächst Lehrer in Mannheim. 1970 begann seine Regietätigkeit (u. a. Uraufführungen von Friederike Roth und Tankred Dorst). Erste Stationen waren Wiesbaden, Köln, Hannover, 1975-79 die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. 1980-84 war er Oberspielleiter am Staatstheater Stuttgart; 1984-89 Leiter des Bremer Schauspiels. Am Berliner Theater des Westens inszenierte er 1987 Die Dreigroschenoper. 1979 begann Günter Krämer auch Oper zu inszenieren. Sein Operndebüt gab er am Staatstheater Darmstadt mit Kreneks Karl V. Er war 1995-2002 Generalintendant der Bühnen der Stadt Köln, davor seit 1990 Intendant des Kölner Schauspielhauses. Sein Repertoire umfasst klassische wie zeitgenössische Werke. Er wurde mehrfach für seine Arbeiten zum „besten Regisseur“ ernannt, so in der Opernwelt und in Capital u. a. für Janáceks Die Sache Makropulos an der Deutschen Oper Berlin, Pendereckis Die Teufel von Loudon in Düsseldorf und Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny in Hamburg. An der Deutschen Oper Berlin inszenierte Günter Krämer seit 1986 sieben Opern: einen „slawischen Zyklus“ mit Katja Kabanowa, Lady Macbeth von Mzensk und Die Sache Makropulos; zum Mozart-Jahr 1991 als seine ersten Mozart-Opern Die Entführung aus dem Serail und Die Zauberflöte, 1999 Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny sowie 1994 Francis Poulencs selten gespielte Oper Dialoge der Karmeliterinnen, die seine Fähigkeit zur intensiven Personenführung besonders herausstellte. Für die Hamburgische Staatsoper erarbeitete er 1984 Luigi Nonos Intolleranza, 1989 Franz Schrekers Der Schatzgräber, 1992/93 Richard Wagners Der Ring des Nibelungen und 1996 die Uraufführung von Alexander Zemlinskys König Kandaules, für die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg 1986 Erich Wolfgang Korngolds Die tote Stadt, 1987 Franz Schrekers Die Gezeichneten, 1988 Giuseppe Verdis Macbeth, an der Komischen Oper Berlin 1989 Carl Maria von Webers Der Freischütz, für die Bayerische Staatsoper München 1993 La Traviata und 1995 Hans Werner Henzes Der junge Lord, für die Kölner Oper 1995 Elektra und für die Pariser Opéra Comique die Uraufführung von Lars Gefors’ Clara. An der Semperoper Dresden inszenierte er Die Liebe der Danae, Die Fledermaus, Schoecks Penthesilea sowie Franz Schmidts Notre Dame. Weitere wichtige Inszenierungen hatte er an der an der Opéra Bastille in Paris (2010 Der Ring des Nibelungen) sowie bei den Schwetzinger Festspielen. Bei den Salzburger Festspielen inszenierte er 2002 Richard Strauss‘ Die Liebe der Danae und 2005 Mozarts Mitridate, Re di Ponto. An der Wiener Staatsoper inszenierte er 1999 Halévys La Juive, 2001 Nabucco, 2002 Jonny spielt auf von Erst Krenek und 2003 Tristan und Isolde.

 

2.12. Jürg WYTTENBACH wird 80

Er studierte an der Hochschule der Künste Bern bei Kurt Fischer Klavier und Komposition bei Sándor Veress sowie am Conservatoire de Paris. Es folgten Lehrtätigkeiten an der Musikschule Biel und am Berner Konservatorium. Seit seiner Jugend hat er eine rege Konzerttätigkeit als Pianist und Dirigent insbesondere zeitgenössischer Werke. Jürg Wyttenbach lebt heute in Basel. Als Dirigent hat er weit über 100 Werke zeitgenössischer Komponisten aufgeführt; die meisten in Ur- oder Erstaufführungen. Er konzertierte u.a. mit der Dresdner Philharmonie, dem Südwestfunk-Orchester, dem Hessischen Rundfunk-Orchester und dem Sinfonieorchester Krakau. Jürg Wyttenbach hat viele Konzerte mit kleineren, spezialisierten Ensembles für neue Musik wie u.a. dem Ensemble Modern, Klangforum Wien, Ensemble recherche, Ensemble der IGNM Basel, Ensemble l‘Itinéraire Paris und dem Ensemble Forum Lyon geleitet. 1967-2003 unterrichtet er eine Konzertklasse für Klavier und seit 1970 die Interpretation zeitgenössischer Musik am Konservatorium der Musik-Akademie der Stadt Basel. Er ist regelmäßiger Gast bei den Donaueschinger Musiktagen, dem Festival d’Automne in Paris, bei Wien modern, dem Festival musica in Strassburg und dem Warschauer Herbst. Mit dem Orchester basel sinfonietta arbeitet der Musiker immer wieder zusammen. So war er beispielsweise mit dem Orchester zu Gast am Festival Archipel in Genf und am Festival Octobre en Normandie in Rouen. Als Komponist zuerst von Béla Bartók, später von Mauricio Kagel beeinflusst, schreibt Jürg Wyttenbach mehrheitlich Werke, die sich mit Theaterformen (Theatercollagen) auseinandersetzen. Unter seinen vielen CD-Einspielungen, vor allem zeitgenössischer Musik, spielte er das Gesamtwerk von Giacinto Scelsi für Chor und Orchester ein, ausgezeichnet mit dem Grand Prix du Disque und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik. 1993 erhielt Jürg Wyttenbach den Kunstpreis der Stadt Basel und im Jahr 2003 den Komponistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins.

 

3.12. Jeanne PILAND wird 70

 Sie erhielt ihre Ausbildung hauptsächlich an der East Carolina University und begann ihre Karriere in den Jahren 1972-77 an der New York City Opera. Sie kam dann aber nach Europa und war seit 1977 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg; seit 1981 war sie gleichzeitig der Staatsoper Hamburg, seit 1985 auch der Bayerischen Staatsoper München vertraglich verbunden. Nachdem sie bereits 1975 beim Caramoor Festival (im Staat New York) und 1978 beim Colorado Festival erfolgreich aufgetreten war, brachten Gastspiele ihr weitere internationale Erfolge. 1979 gastierte sie an der Wiener Volksoper (als Rosina im »Barbier von Sevilla«), 1981 an der Mailänder Scala (als Cherubino in »Le nozze di Figaro«), 1984-93 an der Staatsoper von Wien (als Dorabella in »Così fan tutte«, als Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Octavian im »Rosenkavalier« in insgesamt 16 Vorstellungen), 1984 bei den Ludwigsburger Festspielen (als Dorabella). 1985 war sie zu Gast an der Covent Garden Oper London, hier als Komponist in »Ariadne auf Naxos«. Diese Partie sang sie auch 1985 bei den Festspielen von Aix-en-Provence; dort bewunderte man 1986 ihren Idamante in »Idomeneo« von Mozart, 1988 ihren Sesto in »La clemenza di Tito«. 1985-86 trat sie bei den Festspielen von Salzburg in Mozart-Konzerten auf. An der Pariser Oper gastierte sie 1986 als Komponist in »Ariadne auf Naxos«, 1992 als Cherubino und 2001 als Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«. Den Octavian sang sie 1986 an der Staatsoper von Dresden, 1989 an der Oper von Santa Fé und 1992 an der Oper von Antwerpen, die Dorabella in Los Angeles, 1990 in Düsseldorf die Clytemnestre in Glucks »Iphigénie en Aulide«, 1991 in Vancouver die Carmen, ebenfalls 1991 an der Hamburger Staatsoper (und 1995 an der Staatsoper München) die Marguerite in »La damnation de Faust« von Berlioz, 1992 am Opernhaus von Köln die Mélisande in »Pelléas et Mélisande«. 1995 wirkte sie am Théâtre Carré in Amsterdam in der Uraufführung der Oper »Esmée« von Theo Loevendie mit; im gleichen Jahr sang sie in Montpellier in »La finta giardiniera« von Mozart, 1996 an der Miami Opera die Charlotte in Massenets »Werther«. 1996 sang sie an der Oper von Lyon die Marina im »Boris Godunow«, 1997 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg den Komponisten und die Marschallin im »Rosenkavalier« von R. Strauss, am Opernhaus von Montpellier die Clytemnestre in »Iphigénie en Aulide«. 1998 wirkte sie an der Münchner Staatsoper in der Uraufführung von Manfred Trojahns Oper »Was ihr wollt« (als Olivia) mit, 1999 an der Hamburger Staatsoper in der Uraufführung der rekonstruierten Erstfassung von »Hoffmanns Erzählungen« als Giulietta, in Düsseldorf als Brangäne in »Tristan und Isolde«. 2000 sang sie (konzertant) in Montpellier die Neris in »Medea« von Cherubini, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der sie seit 2000 wieder fest engagiert war, die Eboli in der französischen Erstfassung von Verdis »Don Carlos«. Neben den bereits aufgezählten Partien enthielt ihr Repertoire die schwierigen Rollen für Koloratur-Contralto (Angelina in Rossinis »La Cenerentola«), weiter den Silla in »Palestrina« von Hans Pfitzner, den Fjodor im »Boris Godunow«, die Preziosilla in Verdis »La forza del destino«, den Annio in »La clemenza di Tito« und Partien in Opern aus der Barock-Epoche. Zugleich hatte sie eine erfolgreiche Konzertkarriere.

Schallplatten: Canal Grande (»Thérèse« von Massenet).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.jeanne-piland.de/

 

4.12. William HOLLEY wird 85

 Er erhielt in seiner amerikanischen Heimat Gesangunterricht bei Anna Kaskas, bei Frank St. Leger und bei Louis Cunningham. Er sang 1958-59 am Theater von Flensburg, dann 1959-67 am Theater von Gelsenkirchen, 1965-67 am Opernhaus von Essen und war in den langen Jahren von 1966 bis 1984 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg verpflichtet. Bereits 1961 gastierte er am Landestheater Salzburg als Titelheld im »Faust« von Gounod. Durch Gastverträge war er der Deutschen Oper Berlin (1971-79), der Bayerischen Staatsoper München (1971-76) und der Staatsoper Stuttgart (1973-82) verbunden. Gastspiele führten ihn u.a. an das Opernhaus von San Francisco (1968 als Don Ottavio im »Don Giovanni«), an die Staatsoper Wien (1971-77 als Cavaradossi in »Tosca«, als Laça in Janáceks »Jenufa«, als Froh im »Rheingold«, als Rodolfo in »La Bohème« und Don Carlos in Verdis gleichnamiger Oper), an die Königliche Oper Kopenhagen, an das Opernhaus von Nizza, an die Hamburger Staatsoper, an die Niederländische Oper Amsterdam (1973), an das Teatro San Carlo Neapel, an das Teatro Liceu Barcelona, an die Oper von Houston/Texas (1976) und zu den Festspielen von Athen. Bei den Salzburger Festspielen wirkte er 1969-73 in den Aufführungen der Barock-Oper »Rappresentatione di Anima e di Corpo« von Cavalieri (1970 auch als 1. Geharnischter in der »Zauberflöte«) mit. Sein Rollenrepertoire für die Bühne war sehr umfangreich und enthielt Partien wie den Tamino in der »Zauberflöte«, den Ferrando in »Così fan tutte«, den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, den Belfiore in »La finta giardiniera« von Mozart, den Herzog im »Rigoletto«, den Alfredo in »La Traviata«, den Titelhelden in »Hoffmanns Erzählungen«, den Narraboth in »Salome« von R. Strauss, den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Ismaele in Verdis »Nabucco«, den Riccardo in »Un Ballo in maschera«, den des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, den Dick Johnson in »La Fanciulla del West«, den Kalaf in »Turandot«, den Luigi in Puccinis »Il Tabarro«, den Andrea Chénier in Giordanos bekannter Oper, den Don José in »Carmen«, den Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und den Hermann in dessen »Pique Dame«. Er war zeitweilig mit der Sängerin Carin Schroeder verheiratet, die in den sechziger Jahren am Stadttheater von Gelsenkirchen wirkte.

Schallplatten: Orfeo (Angelo custode in »Rappresentazione di anima e di corpo« von Cavalieri, Salzburg 1971).

 

4.12. Paul-Heinz DITTRICH wird 85

Er studierte 1951-56 Komposition bei Fidelio F. Finke und Dirigieren bei Günther Ramin an der Hochschule für Musik Leipzig und war bis 1958 Chordirigent beim FDGB-Ensemble in Weimar. 1958-60 studierte er als Meisterschüler bei Rudolf Wagner-Régeny und war bis 1963 Leiter des Ernst-Moritz-Arndt-Ensembles in Berlin. 1960-76 war er Assistent an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, danach arbeitete er freischaffend. 1979 wurde er Professor für Komposition in Berlin. 1981 war er Scholar-in-Residence am Bellagio Center in Italien. 1984 hielt er sich am IRCAM und der Sorbonne in Paris auf. 1983-91 bildete er an der Akademie der Künste der DDR Meisterschüler aus. 1990 wurde Dittrich Professor an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Zu seinen Schülern gehören Péter Köszeghy, Annette Schlünz und Hannes Zerbe. 1991 gründete er das Brandenburgische Colloquium Neue Musik an der Musikakademie Rheinsberg, dessen künstlerischer Leiter er war.

Dittrich komponiert Werke der Orchester- und Kammermusik, Kantaten und Lieder. Die Kammermusiken I (mit Tonband), III (mit Gesang), V (mit Live-Elektronik), VII Die Blinden (mit 5 Sprechern) und XI Journal de poemes entstanden als Auftragswerke für die Bläservereinigung Berlin. Dittrich ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden. Er gilt als einer der prägenden und bekanntesten Komponisten für ernste zeitgenössische Musik in Deutschland und steht bzw. stand im Kontakt mit Persönlichkeiten wie Carlfriedrich Claus, Burkhard Glaetzner, Vinko Globokar, Sofia Gubaidulina, Hans Peter Haller, Hans Werner Henze, Heinz Holliger, Herbert Kegel, Marek Kopelent, Aurèle Nicolet, Luigi Nono, Heinrich Schiff und Karlheinz Stockhausen. Ein umfassendes Archiv befindet sich an der Akademie der Künste in Berlin.

2014 wurde in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin Dittrichs Kompositionen Kammermusik VII zum Thema Die Blinden von Maurice Maeterlinck aus dem Jahre 1984 und Kafig-Musik aus dem Jahre 1986 auf der Grundlage der Erzählung Die Verwandlung von Franz Kafka aufgeführt,

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.paulheinzdittrich.de/

 

5.12. Tamara HERT wird 75

 Sie besuchte das Konservatorium von Basel und ließ ihre Stimme durch Margarethe Haeser in Zürich und am Salzburger Mozarteum bei Rita Schmitz-Gohr ausbilden. Stationen ihrer Bühnenkarriere waren das Städtebundtheater Hof (1970-71), das Stadttheater von Lübeck (1971-73), das Stadttheater von Basel (wo sie ihren Wohnsitz hatte, 1974-75 und seit 1982) sowie das Staatstheater von Kassel (1978-79). Sie gastierte an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der Wiener Staatsoper (1977 als Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«) wie an der dortigen Volksoper, an der Oper von Frankfurt a.M., am Staatstheater Darmstadt, am Grand Théâtre Genf (1978 als Hüter der Schwelle in »Die Frau ohne Schatten« und 1980 als Echo in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss), in Bonn, Bern, St. Gallen und Zürich. 1979 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Theaters von Winterthur die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Ihr Bühnenrepertoire setzte sich aus einer Vielzahl von Partien aus dem Koloratur- wie dem lyrischen Repertoire zusammen. Sie trat am Stadttheater von Basel in den Schweizer Erstaufführungen der Opern »Die Sache Makropoulos« von L. Janácek (Spielzeit 1981-82 als Christa) und »Orlando Paladino« von J. Haydn (1982-83 als Angelica) auf. Fast noch mehr von Bedeutung war ihre Tätigkeit im Konzertbereich. Sie sang Partien in Oratorien und geistlichen Vokalwerken aus allen Epochen der Musikgeschichte und war eine begabte Lied-Interpretin. Als Konzertsolistin hörte man sie in den Mittelpunkten des Musiklebens in der Schweiz und in Deutschland, in Amsterdam und Brüssel, in Bordeaux, Nizza, Monte Carlo und Paris, in Straßburg wie beim Festival von Wroclaw (Breslau).

Schallplatten: Arion (Stabat mater von Boccherini), Erato (Blumenmädchen und 1. Knappe im »Parsifal«).

 

6.12. Bright SHENG wird 60

Er hatte ab dem vierten Lebensjahr Klavierunterricht bei seiner Mutter. Während der Kulturrevolution lebte er sieben Jahre in der Provinz Qinghai, arbeitete am Theater der Provinz als Pianist und Perkussionist und studierte die Musik der Revolution. Nach der Wiedereröffnung der Universitäten in China 1978 studierte er am Konservatorium von Shanghai. 1982 ging er in die USA und studierte bis 1984 am Queens College der City University of New York Komposition bei George Perle und Hugo Weisgall und Musikanalyse bei Carl Schachter. Den Grad des Doctor of Musical Arts erhielt er 1994 an der Columbia University, wo er Komposition bei Chou Wen-chung, Jack Beeson und Mario Davidovsky studierte. 1985 lernte er im Tanglewood Music Center Leonard Bernstein kennen, der sein Mentor wurde und bis zu seinem Tod 1990 privaten Kompositionsunterricht gab. Seit 1995 unterrichtet er als Leonard Bernstein Distinguished University Professor of Music Komposition an der Columbia University. Zu den Werken Shengs zählen mehrere Opern, Ballettmusiken, Orchesterwerke und Kammermusik. 1989-91 war er Composer-in-Residence der Lyric Opera of Chicago. Hier entstand 1992 in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Andrew Porter seine erste Oper Song of Majnun. Es folgten The Silver River nach einem Libretto von David Henry Hwang (UA 2000) und Madam Mao (UA 2003), ein Porträt von Maos Frau Jiang Qing. Als Composer-in-Residence des New York City Ballet komponierte er für den Choreographen Christopher Wheeldon das Ballett The Nightingale and the Rose. Wie seine Oper Madame Mao befasst sich auch sein Orchesterwerk H’un: In Memoriam 1966-76 (1988) mit den Ereignissen der chinesischen Kulturrevolution. Naking! Nanking! — a Threnody for Pipa and Orchestra war ein Auftragswerk für Christoph Eschenbach und wurde von diesem 2000 mit der NDR Radiophilharmonie uraufgeführt. Red Silk Dance, ein Capriccio für Klavier und Orchester, wurde im gleichen Jahr von Emanuel Ax mit dem Boston Symphony Orchestra unter Robert Spano uraufgeführt. 2003 fand in der Carnegie Hall ein Portraitkonzert für Sheng statt, und kurz danach wurde Song and Dance of Tears, ein Konzert für Cello, Klavier, Pipa und Sheng unter der Leitung von David Zinman mit den Solisten Yo-Yo-Ma (an dessen Silk Road Project er 1999-2003 beteiligt war), Emanuel Ax, Wuman und Wutong uraufgeführt. Zum einhundertjährigen Bestehen des Seattle Symphony Orchestra komponierte Sheng 2004 Phoenix nach einem Gedicht von Hans Christian Andersen; das Werke wurde mit der Sängerin Jane Eaglen und unter Leitung von Gerard Schwarz uraufgeführt. Zum achtzigjährigen Bestehen des Konservatoriums von Shanghai entstand 2007 die Shanghai Ouverture. Als Komponist für Kammermusik arbeitete er u. a. mit dem Takasc Quartet, dem Emerson Quartet, dem Shanghai Quartet, dem St. Petersburg String Quartet und dem Daedalus Quartet zusammen.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.brightsheng.com/

 

6.12. Franz LINDAUER wird 85

 Er war Schüler von Margarethe Haeser in Zürich und von Erna Westenberger in Frankfurt a.M. 1958-59 war er am Städtebundtheater Biel-Solothurn, 1959-60 am Stadttheater von Bern (Schweiz), 1969-72 bei der Deutschen Gastspieloper (einer Wanderbühne), 1973-74 beim Deutschen Tournee-Theater engagiert. 1973-81 gehörte er dem Stadttheater von Mainz, 1981-83 dem Stadttheater von Heilbronn an, wo er auch als Organisations- und Werbeleiter eingesetzt war. Er betätigte sich dazu als Regisseur für Operetten und Musicals. Von seinen Opernpartien seien genannt: der Graf wie der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Ernesto in »Il mondo della luna« von J. Haydn, die Mamma Agata in »Viva la Mamma« von Donizetti, der Malatesta im »Don Pasquale«, der Graf Eberbach im »Wildschütz«, der Marcello in »La Bohème«, der Mesner in »Tosca«, der Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Pfarrer in »Die schwarze Spinne« von H. Sutermeister und der Poquelin in »Die Schule der Frauen« von Liebermann. Mit besonderer Vorliebe trat er in Operetten auf, und auch hier besaß sein Repertoire einen großen Umfang. Er sang in Operetten von J. Strauß, Offenbach, F. von Suppé, C. Zeller, F. Lehár, E. Kálmán, P. Burkhard und in Musicals. Er wirkte in Mainz in der Uraufführung der Oper »Soldat Postnikow« von E. Amend mit. Sehr erfolgreich war er als Konzertsänger, sowohl als Oratoriensolist wie als Lied-Interpret, und auch auf diesen Gebieten in einem weitläufigen Repertoire. Er trat im Konzertsaal in seiner Schweizer Heimat, in Deutschland (Frankfurt a.M., Mainz, München, Stuttgart), Belgien (Antwerpen, Gent), Holland (Amsterdam, Rotterdam, Maastricht), Frankreich (Paris, Marseille, Festival von Besançon), Österreich (Wien, Salzburg, Linz), Italien (Rom, Venedig, Bologna, Turin) und England (London, Oxford, Coventry) auf. Mit dem Goethe-Institut München unternahm er Tourneen durch Afrika, Asien, Australien, Neuseeland und in die USA.

 

6.12. Hanns-Martin SCHNEIDT wird 85

 Seine Kindheit verlebte er in Leipzig. 1940 wurde er Mitglied des Thomanerchores der Thomasschule und Schüler von Thomaskantor Günther Ramin. Sein weiteres Musikstudium absolvierte er 1949-52 an der Münchner Musikhochschule. Noch während seines Studiums begann er als Chorleiter und Organist an der Münchner Erlöserkirche zu arbeiten. 1954 gewann er den Richard-Strauss-Preis der Stadt München. Im Jahre 1955 berief man den gerade erst 25 Jahre alten Schneidt zum Direktor der Kirchenmusikschule in Berlin. 1961–63 leitete er das von ihm gegründete Bach-Collegium und den Bach-Chor an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Danach wechselte er nach Hamburg und lehrte 1971-78 als Professor an der dortigen Musikhochschule. 1963–85 war Schneidt GMD des Sinfonieorchesters Wuppertal. 1984-2001 war er als Nachfolger des 1981 verstorbenen Karl Richter Künstlerischer Leiter des Münchener Bach-Chores, ab 1985 zugleich auch Professor für Orchesterleitung und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater München. 2001 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden. Hanns-Martin Schneidt arbeitete immer wieder mit vielen deutschen Sinfonieorchestern als Gastdirigent, unter anderem mit den Berliner Philharmonikern, den Münchner Philharmonikern oder dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB). Eine umfangreiche Diskografie zeugt von seinem langjährigen künstlerischen Schaffen.

 

7.12. Gregg BAKER wird 60

 Gregg_BAKER

Er studierte an der Northwestern University und bei dem Pädagogen Andrew Smith. Er begann seine Karriere als Sänger am New Yorker Broadway, wo er in Musicals wie »The Wiz«, »Timbuktu« und »Raisin« auftrat. Der junge, farbige Sänger debütierte im Februar 1985 an der Metropolitan Oper sehr erfolgreich als Crown in »Porgy and Bess« von Gershwin. Er sang an diesem traditionsreichen Opernhaus bis 2001 in insgesamt 77 Vorstellungen weiter den Escamillo in »Carmen«, den Hohenpriester in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, den Belcore in »L’Elisir d‘amore«, den Donner im »Rheingold«, den Silvio im »Bajazzo«, den Grafen Luna im »Troubadour« und den Amonasro in »Aida«. 1986 gastierte er bei den Festspielen von Glyndebourne wiederum in der Partie des Crown in »Porgy and Bess«. Er trat als Crown auch in Helsinki und Tulsa und am Pariser Théâtre Châtelet auf, als Escamillo in Tel Aviv, den er auch 1994 als Partner von Denyce Graves in der Deutschland-Halle in Berlin sang. Bei den Festspielen im Amphitheater von Caesarea hörte man ihn 1993 als Amonasro, 1995 an der Oper von Philadelphia, 1996 in Detroit als Jochanaan in »Salome« von Richard Strauss. 1998 gastierte er in Vancouver als Graf Luna und als Jochanaan. 2000 sang er an der Oper von Houston/Texas den Amonasro, am Opernhaus von Philadelphia den Scarpia in »Tosca« und den Jochanaan, am Teatro San Carlo Neapel den Escamillo. Aus seinem umfangreichen Opernrepertoire sind weiter der Ford im »Falstaff« von Verdi, der Graf Almaviva in »Le nozze di Figaro« und der Marcello in Puccinis »La Bohème« hervorzuheben.

Schallplatten: HMV (Crown in »Porgy and Bess«), Telarc (»Blue Monday« von G. Gershwin).

 

7.12. Kathleen KUHLMANN wird 65

Kathleen Kuhlmann als Penelope

 

Ihre Großeltern waren deutscher Abstammung, ihre Mutter stammte aus Mexiko. Zuerst studierte sie Medizin, dann Ökonomie. Ein gelegentliches Auftreten in einem Musical brachte sie auf den Gedanken, ihre Stimme ausbilden zu lassen. Sie besuchte die Opernschule der Lyric Opera Chicago, musste aber, um ihre Ausbildung finanzieren zu können, gleichzeitig als Buchhalterin arbeiten. Noch während ihres Studiums sang sie an der Oper von Chicago die Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. Ihr eigentliches Bühnendebüt erfolgte 1979 an der Oper von Chicago als Maddalena im »Rigoletto«. An der Chicago Opera sang sie seit 1979 die Bersi in »Andrea Chénier« von Giordano und die Prinzessin Clarice in »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff. In Chicago sang sie auch die Carmen in einer Freiluft-Aufführung vor 20.000 Zuhörern. Ihre große internationale Karriere kam jedoch in Europa zur Entwicklung, wo sie Mitglied der Oper von Köln wurde (Antrittsrolle 1980: Preziosilla in Verdis »La forza del destino«). Sie zeichnete sich jetzt besonders in den schwierigen Partien für Koloraturalt aus. An der Mailänder Scala sang sie bereits 1980 die Meg Page in Verdis »Falstaff« und 1982 die Bersi, am Teatro Regio Parma 1983 die Rosina im »Barbier von Sevilla«. An der Oper von San Francisco gastierte sie 1982 als Rosina, 1989 als Alcina in Vivaldis »Orlando Paladino«, 1991 als Carmen und 1992 als Andromaca in Rossinis »Ermione«. 1982 gastierte sie erstmals in England, und zwar an der Covent Garden Oper London in »Semele« von Händel, 1985 am gleichen Haus als Rosina, die sie auch 1984 in Chicago zum Vortrag brachte. 1983-85 hörte man sie beim Glyndebourne Festival als Angelina in »La Cenerentola« von Rossini, 1984-85 in Köln als Carmen. 1986 Gastspiel beim Wexford Festival in der Titelpartie von Rossinis »Tancredi«, 1987 am Teatro San Carlo Neapel und 1988 in Bonn als Arsace in »Semiramide«, gleichfalls von Rossini. 1987 gastierte sie am Teatro Regio Parma als Orpheus von Gluck, dann auch in Rossinis »La Donna del Lago«, an der Oper von Sydney als Carmen, 1989 in Stuttgart als Angelina. An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1983 als Rosina und 1987 als Carmen. Bei den Salzburger Festspielen trat sie 1985 und 1987 als Penelope in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria« auf. An der Metropolitan Oper New York hörte man sie 1989 als Charlotte in Massenets »Werther«. Sie gastierte 1990 am Théâtre Châtelet Paris und 1992 an der Covent Garden Oper London als Bradamante in »Alcina« von Händel. Im gleichen Jahr sang sie am Opernhaus von Köln den Orpheus von Gluck, an der Hamburger Staatsoper die Charlotte, 1992 an der Staatsoper Dresden und am Teatro Liceu Barcelona einmal mehr die Angelina, 1996 an der Staatsoper von München den Amastre in »Serse« von Händel, bei den Festspielen von Aix-en-Provence 1996 die Juno in »Semele« von Händel. An der Grand Opéra (Salle Garnier) Paris gastierte sie 1997 als Cornelia in »Giulio Cesare« von Händel und 1999 als Bradamante sowie 2003 an der Opéra Bastille als Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff«. Die Cornelia in »Giulio Cesare« sang sie auch 1998 an der Oper von Rom und 1999 in Bordeaux, 1997-98 an der Staatsoper Dresden die Isabella in »L‘ Italiana in Algeri« von Rossini. 1999 gastierte sie auch an der Chicago Opera als Bradamante, in New York mit dem American Symphony Orchestra (konzertant) als Nutrice in »Ariane et Barbe-bleue« von Dukas. 2000 hörte man sie am Opernhaus von Köln als Mrs. Quickly. Neben ihrem Wirken auf der Bühne kam eine zweite, gleichwertige Karriere als Konzert- und Oratoriensängerin zustande.

Schallplatten: RCA (Krönungsmesse von Mozart), HMV (Alisa in »Lucia di Lammermoor«, »Alcina« von Händel), Eurodisc (eine der Walküren in einer Gesamtaufnahme des Ring-Zyklus), Decca (Bersi in »Andrea Chénier«), Orfeo (Lieder und Duette von J. Brahms, letztere mit Marilyn Schmiege; »Il ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi als Penelope, Salzburg 1985), Koch Rec. (»The Secular Masque« von W. Boyce); Arthaus-Video (Ottavia in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, Schwetzingen 1993).

 

7.12. Heather THOMSON wird 75

 Heather Thompson

Sie wurde in der Opernklasse des Konservatoriums von Toronto durch Herman Geiger-Torel und durch Irene Jessner ausgebildet. 1961 gewann sie die Gesangwettbewerbe der Metropolitan Oper und der Oper von San Francisco;. 1962 debütierte sie bei der Canadian Opera Toronto als Taumännchen in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck. In der folgenden Saison hatte sie als Mimi in »La Bohème« ihren ersten großen Erfolg. Sie blieb seither Mitglied dieses Hauses, war aber seit 1969 auch an der New York City Opera verpflichtet, wo sie u.a. als Traviata, als Nedda im »Bajazzo«, als Donna Anna wie als Donna Elvira im »Don Giovanni«, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Rosalinde in der »Fledermaus« und in der Spielzeit 1993-94 als Agathe im »Freischütz« auftrat. 1966 kam es zu einem Gastspiel an der Sadler’s Wells Opera London; weitere Gastspiele bei der Scottish Opera Glasgow (1964 als Micaela in »Carmen« und 1965 als Marguerite im »Faust« von Gounod), der English National Opera London, der Welsh Opera Cardiff, in Montreal, Vancouver, Ottawa, Boston, Pittsburgh, Portland, Houston (Texas), New Orleans und in Amsterdam. 1973 sang sie in Toronto die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Heloise and Abelard« von Wilson. Sie zeichnete sich auf der Bühne in einer Vielzahl von lyrischen Partien aus: als Tatjana im »Eugen Onegin«, als Fiordiligi in »Così fan tutte«, als Pamina in der »Zauberflöte«, als Musetta in »La Bohème«, als Butterfly, als Liu in »Turandot«, als Anne Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und als Hanna Glawari in Lehárs »Die lLustige Witwe«. Am Stadttheater von Chemnitz gastierte sie als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, in Toledo (Ohio) als Traviata. Gefragte Konzert- und Oratoriensolistin. Verheiratet mit dem amerikanischen Tenor Perry Price (* 1942).

Schallplatten: Mitschnitte von Opernaufführungen auf CBC (»Manon« von Massenet, Lady Billows in »Albert Herring« von B. Britten, Mutter in »Hänsel und Gretel«).

 

7.12. Jean-Claude CASADESUS wird 80

 

Der Sohn der Schauspielerin Gisèle Casedesus und Großneffe des Pianisten Robert Casadesus studierte bis 1958 am Conservatoire de Paris Schlagzeug. Er komponierte Film- und Schauspielmusiken und erlernte das Dirigieren bei Pierre Dervaux und Pierre Boulez. 1969 wurde er Dirigent der Opéra National de Paris und der Opéra-Comique. 1971 gründete er mit Pierre Dervaux das Orchestre Philharmonique des Pays de la Loire, dessen Direktor er bis 1976 war. Danach gründete er das Orchestre National de Lille, mit dem er seither zusammenarbeitet und jährlich mehr als einhundert Konzerte weltweit gibt. Daneben wirkt er als Gastdirigent der großen Sinfonieorchester und der bedeutenden Opernhäuser Europas.

Mit dem Orchestre National de Lille spielte er mehr als zwanzig Aufnahmen ein (u.a. Gustav Mahlers Rückert-Lieder und Kindertotenlieder sowie die 1., 2., 4. und 5. Sinfonie, Pelléas et Mélisande von Claude Debussy und Clovis et Clotilde von Georges Bizet). Er verfasste die Autobiographie Le plus court chemin d’un cœur à un autre. Seine Kinder sind ebenfalls kreativ, so ist seine Tochter Caroline Casadesus Sängerin, sein Sohn Olivier Casadesus Schauspieler und sein anderer Sohn Sebastian Copeland Fotograf und Dokumentarfilmer. Sein Neffe ist Orlando Bloom.

Weitere Informationen auf seiner Homepage:

http://www.casadesus.com/famille/jeanclaude-casadesus.html

 

7.12. Richard CROSS wird 80

 Richard_CROSS

Ausbildung hauptsächlich am Cornell College von Mount Vernon (Iowa). Debüt am Teatro Caio Melisso beim Festival von Spoleto am 20.6.1958 in der Uraufführung der Oper »The Scarf« von Lee Hoiby. Am 20.8.1958 wirkte er bei der Weltausstellung von Brüssel in der Uraufführung der Oper »Maria Golovin« von Gian-Carlo Menotti mit. 1959 sang er dann in dieser Oper auch an der New York City Opera. Nach einer Tournee mit der NBC-Opera-Company durch Nordamerika gastierte er in Baltimore, Houston (Texas) und an der Oper von San Francisco; hier sang 1963 den Conte Rodolfo in Bellinis »La Sonnambula« als Partner von Joan Sutherland. 1966-79 war er am Opernhaus von Frankfurt a.M. engagiert, seitdem wirkte er wieder ständig in Nordamerika. 1970-71 gastierte er an der Oper von Mexico City, 1971 sang er beim Spoleto Festival den Boris Godunow, 1974 in »Lulu« von A. Berg. Gastspiele an der Deutschen Oper Berlin, in Dortmund, Stuttgart, Hamburg, Triest, Budapest und Vancouver. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang er 1976-77 den Titelhelden im »Falstaff« von Verdi, 1977 den Morosus in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss. 1979 wirkte er an der City Opera New York in der Uraufführung von Dominick Argentos Oper »Miss Havishams Fire« mit. An diesem Haus trat er in den folgenden zehn Jahren immer wieder auf, noch 1990 als Moses in »Moses und Aron« von Schönberg. 1982 Gastspiel an der Miami Opera in der Uraufführung der Oper »Minute Till Midnight« von Robert Ward, 1984 an der Oper von Pittsburgh als Barbarossa in Verdis »La battaglia di Legnano«, 1987 im Artspark Lewistone (New York) als Wotan in der »Walküre«.

Decca-Aufnahmen, darunter vollständige Opern (»Maria Golovin« von Menotti, Oroveso in »Norma« als Partner von Joan Sutherland).

 

7.12. Breda KALEF wird 85

Breda_Kalef_als_Carmen

 

Sie machte zunächst als Tennisspielerin von sich reden und brachte es in dieser Sportart zu einer internationalen Karriere. Sie ließ dann aber ihre Stimme ausbilden, und zwar zunächst an der Musikakademie von Belgrad bei Frau Zlata Gjungenac, dann am Conservatorio Benedetto Marcello, wo sie Schülerin von Maria Carbone war. Sie wurde Preisträgerin beim Gesangwettbewerb von s’Hertogenbosch. Bühnendebüt 1960 an der Nationaloper Belgrad als Mercedes in »Carmen«. Sie kam an diesem Haus zu einer großen Karriere, dann aber auch zu einer Gastspielkarriere auf internationalem Niveau. Sie gastierte an den Nationalopern von Budapest und Zagreb, an den Opernhäusern von Kopenhagen, Oslo, Bordeaux, an der Oper von Rom, in Neapel, Palermo, an der Deutschen Oper Berlin und an der Berliner Staatsoper, in Leipzig und Barcelona und bei den Festspielen von Athen. Zu ihren Glanzrollen gehörten die Carmen, die Dulcinée in »Don Quichotte« von Massenet, die Amneris in »Aida«, die Azucena im »Troubadour«, die Ulrica in Verdis »Maskenball«, die Kontschakowna in Borodins »Fürst Igor«, die Marina im »Boris Godunow« und die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns. Sie wurde auch als Konzertsängerin bekannt.

Schallplatten: Jugoton; auf der Marke Everest singt sie die Dulcinée in einer vollständigen Aufnahme von Massenets »Don Quichotte«.

 

8.12. Michael EBBECKE wird 60

Michael_EBBECKE

 Bereits mit sechs Jahren kam er in den Kinderchor des Staatstheaters seiner Heimatstadt Wiesbaden, verzog dann mit seiner Familie nach München und erhielt dort eine erste Ausbildung zum Sänger am Richard-Strauss-Konservatorium. Entscheidend für seine Entwicklung wurde jedoch eine siebenjährige Ausbildung durch den berühmten Bariton Josef Metternich in Köln. Er wechselte vom Tenor- zum Baritonfach und gewann 1982 einen Gesangwettbewerb in Berlin. 1982 wurde er sogleich an die Staatsoper von Stuttgart engagiert, wo er als Graf in »Figaros Hochzeit« debütierte und eine erfolgreiche Karriere aufbauen konnte. 1983-85 gehörte er gleichzeitig dem Ensemble des Staatstheaters Karlsruhe an. An der Grand Opéra (Salle Garnier) Paris gastierte er 1985 als Orest in Glucks »Iphigénie en Tauride«, den er 1988 auch an der Deutschen Oper Berlin sang, 1984 an der Komischen Oper Berlin als Guglielmo in »Così fan tutte«. Weitere Gastspiele an den Opernhäusern von Lyon und Lüttich (Wolfram im »Tannhäuser«). 1987 hörte man ihn in Stuttgart als Stolzius in der zeitgenössischen Oper »Die Soldaten« von B.A. Zimmermann (1988 Gastspiel mit dem Stuttgarter Ensemble in dieser Partie an der Opéra du Rhin Straßburg), 1989 und 1993 an der Mailänder Scala als Scherasmin im »Oberon« von Weber. 1990 gastierte er an der Wiener Staatsoper in der Partie des Stolzius, den er 1994 auch an der Opéra Bastille Paris sang. In Stuttgart hörte man ihn 1990 als Papageno in der »Zauberflöte« und 1991 als Germano in Rossinis »La scala di seta«, 1992 bei den konzertanten Aufführungen des Nibelungenrings in der Salle Pleyel in Paris als Donner im »Rheingold«. Er wirkte in Stuttgart in der Uraufführung der Oper »Don Quichote de la Mancha« von Hans Zender (3.10.1993) mit; 1998 trat er dort als Minister im »Fidelio« und als Melisso in »Alcina« von Händel auf. 2000 hörte man ihn an der Staatsoper Stuttgart als Dr. Falke in der »Fledermaus« und in der Uraufführung der Oper »Giuseppe e Sylvia« von Adriana Hölszky (17.11.2000 als Verdi), beim Edinburgh Festival als Melisso (im Rahmen eines Gastspiels der Stuttgarter Oper). 2001 sang er an der Stuttgarter Staatsoper den Blinval in Donizettis »I Pazzi per progetto«. Von den vielen weiteren Partien, die er auf der Bühne sang, sind zu nennen: der Belcore in Donizettis »L‘Elisir d’amore«, der Giulio Cesare in Händels bekannter Oper, der Arsamenes in »Serse« von Händel, der Titelheld in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, der Silvio im »Bajazzo«, der Pantalone in Prokofieffs »Liebe zu den drei Orangen« (Stuttgart 1995) und der Popolani in der Offenbach-Operette »Ritter Blaubart« (Stuttgart 1996). Als Konzertsänger erschien er u.a. 1987 in Amsterdam in der Johannes-Passion von J.S. Bach.

Schallplatten: Telefunken/East West Records (»Die Soldaten« von B.A. Zimmermann), Sonopress (»Neue Stimmen«).

 

9.12. Gertrude NAUMBURG wird 95

 Sie hieß eigentlich Gertrude Nemeo-Schubert; sie studierte an der Universität von Leipzig Germanistik, ließ aber auch gleichzeitig ihre Stimme ausbilden. Sie war Schülerin der Leipziger Pädagogen Polster und Hauschild. Ihr Bühnendebüt fand 1946 an der Staatsoper Berlin statt, wo sie als erste Partie die Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen« übernahm. Sie sang dann bis 1956 an der Staatsoper von Dresden. Hier hörte man sie u.a. als Orpheus in der gleichnamigen Oper von Gluck, als Fricka wie als Grimgerde im Nibelungenring, als Gräfin im »Wildschütz« von Lortzing, als Eboli in Verdis »Don Carlos«, als Emilia in dessen »Otello«, als Bostana im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius und als Küsterin in Janáceks »Jenufa«. Sie wurde bekannt durch Gastspiele an deutschen Theatern, durch Konzerte und Rundfunkauftritte.

 

10.12. Robert JOHNSON wird 75

 Nach anfänglicher Tätigkeit in mehreren Industrieunternehmen ließ er seine Stimme an der Northwestern University in Evanston (Illinois) durch Norman Gulbrandsen und durch die New Yorker Pädagogen Edward J. Dwyer und Richard Fredricks ausbilden. Er debütierte 1971 an der New York City Opera in der Rolle des Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« von Rossini. An diesem Opernhaus hatte er in der Folgezeit eine erfolgreiche Karriere, ebenso an den Opern von Chicago, Baltimore, New Orleans, Houston/Texas und Washington. Sein Repertoire hatte seine Höhepunkte im lyrischen Stimmfach, in Partien wie dem Tamino in der »Zauberflöte«, dem Ferrando in »Così fan tutte«, dem Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, dem Ernesto im »Don Pasquale«, dem Beppo in »Rita« von Donizetti, dem Alfredo in »La Traviata«, dem Fenton in Verdis »Falstaff«, dem Titelhelden in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, dem des Grieux in »Manon« von Massenet, dem Rodolfo in »La Bohème«, dem Sali in »A Village Romeo and Juliet« von Delius und dem Tom Rakewell in »The Rake’s Progress« von Strawinsky. Von seinem Wohnsitz New York aus ging er einer intensiven Konzert- und Gastspieltätigkeit nach.

 

10.12. Michel BOUVIER wird 80

 Er studierte in Paris Gesang bei Mme. Gordon-Beckmans, Klavierspiel bei Mme. Anchisi und nahm an Perfektionskursen der Académie Internationale du Théâtre Lyrique in Vichy teil. Er begann seine Bühnenkarriere 1963 und trat in den Jahren 1965-81 ständig am Grand Théâtre Genf auf, wo er auch seinen Wohnsitz nahm. Er sang an diesem Haus eine Vielzahl von kleineren wie großen Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur, u.a. den Wagner im »Faust« von Gounod, den Donner im »Rheingold«, den König in »Aida«, den Heerrufer im »Lohengrin«, den Biterolf im »Tannhäuser«, den Abimélech in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, den Bill in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill und den Angelotti in »Tosca«. In seinem Repertoire fanden sich weiter der Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, der Nourabad in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, der Arkel in »Pelléas et Mélisande«, der Ramon in »Mireille« von Gounod, der Vitellius in Massenets »Hérodiade«, der Comte des Grieux in dessen »Manon«, der Basilio im »Barbier von Sevilla« von Rossini wie von Paisiello und der Ferrando im »Troubadour«. In diesen Rollen trat er gastweise in Paris, Nancy, Rouen, Avignon, Dijon, Nantes, St. Étienne, an der Oper von Monte Carlo und beim Festival von Carpentras auf. Hinzu kam eine bedeutende Karriere als Konzertsänger in Werken von J.S. Bach, M.A. Charpentier, Beethoven (9. Sinfonie), J. Haydn, Rossini (Stabat mater) und Berlioz (»Enfance du Christ«). Er trat bei Konzertveranstaltungen in Frankfurt a.M., Paris, Valence, Annecy, vor allem natürlich in Genf, in Erscheinung.

 

12.12. Der italienische Bassist Teodoro ROVETTA wird 90

 

13.12. Karin OTT wird 70

Sie begann mit sechs Jahren ihre Ausbildung im Klavierspiel, später studierte sie Gesang, Violoncello und Orgelspiel am Konservatorium von Winterthur und schloss ihr Musikstudium in Zürich mit dem Diplom ab. Sie trat dann in das Opernstudio der Zürcher Oper ein. Sie begann ihre Bühnenkarriere als Solistin am Städtebundtheater Biel-Solothurn, ging aber ein Jahr später nach Deutschland und widmete sich einem weiteren Studium des Opernrepertoires. 1970 gewann sie in Reggio Emilia einen internationalen Gesangwettbewerb (Concours Achille Peri). Am Staatstheater Braunschweig sprang sie ganz kurzfristig in einer Aufführung von Mussorgskys »Jahrmarkt von Sorotschinzy« in der Partie der Parassja ein; in drei Tagen übernahm sie für eine indisponierte Kollegin die schwierige Partie der Tove in einer Aufführung der »Gurrelieder« von Schönberg in Zürich. 1977 großer Erfolg an der Pariser Grand Opéra als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«; diese Partie wurde zu ihrer besonderen Glanzrolle. Seit 1978 durch Verträge der Stuttgarter Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin verbunden, gleichzeitig an der Oper von Zürich engagiert. 1981 Gastspiel als Königin der Nacht an der Niederländischen Oper Amsterdam. Sie gastierte an der Wiener Staatsoper 1982-83 als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Königin der Nacht, als Aminta in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss und als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail« in insgesamt 29 Vorstellungen. Sie gastierte an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, in Frankfurt a.M. und in Karlsruhe, in Bordeaux und Brüssel und in Atlanta City. Sie wirkte am der Staatsoper von Stuttgart 1985 in der deutschen Erstaufführung von H.W. Henzes Oper »König Hirsch« mit (als Scoltarella 1). Auch als Konzert- und Liedersängerin angesehen. Auf den Gebieten des Oratoriums und der geistlichen Musik zeichnete sie sich als Bach-Interpretin aus. Zusammen mit ihrem Gatten, dem Regisseur Eugen Ott, entfaltete sie auch eine rege musikwissenschaftliche Tätigkeit und gab im Schweizerischen Rundfunk Sendereihen über Interpretationsprobleme. Sie lebte abwechselnd in Spreitenbach im Kanton Zürich und in Ponte Capriasca im Kanton Tessin.

Schallplatten: DGG (»Die Zauberflöte« unter von Karajan, »Die lustige Witwe«), Ex Libris (Konzertarien von C.M. von Weber, »Frauenliebe und -leben« von R. Schumann), Nuova Era (Lieder von Schönberg und H. Eisler).

 

13.12. Pinchas STEINBERG wird 70

Er studierte Violine in den USA und Komposition in Berlin. 1974 gab er sein Debüt als Dirigent mit dem RIAS-Symphonie-Orchester, es schlossen sich Dirigate bei zahlreichen Orchestern an (u. a. Berliner Philharmoniker, London Symphony Orchestra, Philharmonia Orchestra, London Philharmonic, Israel Philharmonic, Gewandhausorchester Leipzig, Orchestre National de France, Santa Cecilia Orchestra Roma, Münchner Philharmoniker, Orchestre de Paris). Seit 2001 steht er auch regelmäßig am Pult des Cleveland Orchestra. Er dirigierte bei den Festspielen in Salzburg (1991 Julietta von Martinů, 1992 Tancredi von Rossini, 1994 Le Rossignol von Strawinsky und La Voix Humaine von Poulenc, alles in konzertanten Aufführungen), Berlin, Prag, Wien, Orange, Verona, Bregenz (1987 Ernani, 1990 La Wally von Catalani, 1991 Mazeppa von Tschaikowsky, sowie 1989-90 und 1993 Konzerte), Flandern und beim Richard Strauss Festival in Garmisch. 1988-92 war er Ständiger Gastdirigent der Wiener Staatsoper, dirigierte ferner u. a. am Royal Opera House Covent Garden, in Paris (1986 Medée von Cherubini, 1995 und 1997 Nabucco, 1998 Madama Butterfly, 2001 Attila, 2002 Simon Boccanegra, 2003 Ariadne auf Naxos, 2009 Die tote Stadt von Korngold, 2011 Salome), München, San Francisco (1981 Il trovatore), Berlin, am Teatro Real in Madrid und am Gran Teatre del Liceu in Barcelona. 1989-96 war Steinberg Chefdirigent des Radio-Symphonieorchesters in Wien, 2002-05 Musikalischer Leiter des Orchestre de la Suisse Romande in Genf. Gefeierte Opern-Einspielungen entstanden, sein Chérubin (Massenet) gewann den Grand Prix du Disque, den Diapason d’Or, den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und den Caecilia Prize in Brüssel. An der Deutschen Oper Berlin dirigierte er 2008|09 Turandot und Tristan und Isolde. 2012-13 gastierte er nochmals an der Wiener Staatsoper.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.pinchas-steinberg.com/

 

13.12. Urszula KOSZUT wird 75

 Sie studierte bei Maria Eichler-Cholewa in Kattowitz und bei Bogdan Ruskiewicz in Warschau. Sie hatte ihr erstes Engagement 1964-65 an der Nationaloper Warschau. Seit 1967 war sie für dreißig Jahre Mitglied der Staatsoper Stuttgart (Antrittsrolle: Lucia di Lammermoor), durch Gastverträge war sie der Staatsoper München (1968-72), der Staatsoper Hamburg (1970-74) und dem Opernhaus von Köln (1977-80) verbunden. Die Sängerin kam schnell zu einer großen Karriere an Theatern in Deutschland wie in ihrer polnischen Heimat. 1967 sang sie an der Oper von New Orleans die Norina im »Don Pasquale« (ihr US-Debüt), 1969 in Houston/Texas die Gilda im »Rigoletto«, 1970 bei den Münchner Festspielen die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, 1972 an der Lyric Opera Chicago die Despina in »Così fan tutte« und den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, 1972 in Toronto die Mimi in »La Bohème«, 1973-74 an der Scottish Opera Glasgow wie an der Oper von Warschau die Traviata, 1980 am Teatro Fenice Venedig die Königin der Nacht, 1982 an der Covent Garden Oper London die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1983 an der Oper von Rom die Elettra in »Idomeneo« von Mozart, 1986 in Südafrika die Traviata. Sie trat als Gast an der Deutschen Oper Berlin, an der Berliner Staatsoper, an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. (wo sie ihren Wohnsitz nahm), Zürich, in Amsterdam, Lissabon und Genua auf. 1972-90 gastierte sie an der Wiener Staatsoper in insgesamt 32 Vorstellungen als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Königin der Nacht, als Gilda, als Antonia wie als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail« und als Gräfin de la Roche in »Die Soldaten« von B.A. Zimmermann; 1973 trat sie hier auch bei einem Gastspiel der Stuttgarter Staatsoper als Philippe in »Die Teufel von Loudon« von K. Penderecki auf. Bei den Festspielen vom Glyndebourne sang sie u.a. 1970 die Königin der Nacht; sie trat auch bei den Festspielen von Edinburgh auf. 1976 übernahm sie bei den Festspielen von Bregenz die vier Frauenrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, die sie im gleichen Jahr auch am Grand Théâtre Genf sang, wo sie dann auch 1979 als Philippe in Pendereckis »Die Teufel von Loudon« und 1981 als Miss Wordsworth in B. Brittens »Albert Herring« auftrat. An der Hamburger Staatsoper wirkte sie in Uraufführungen von mehreren Opern mit: 1970 in »Ein Stern geht auf aus Jacob« von Paul Burkhard, 1971 in »Staatstheater« von M. Kagel, 1973 in »Unter Milchwald« von Steffens. An der Opéra du Rhin Straßburg gastierte sie 1996 als Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier«. Ihr weit gespanntes Bühnenrepertoire enthielt Partien aus dem Koloratur- wie dem lyrischen Stimmfach (nachzutragen sind noch die Titelrolle in »Anna Bolena« von Donizetti und die Nannetta im »Falstaff« von Verdi); bedeutende Erfolge auch als Konzertsolistin. Verheiratet mit dem Dirigenten Gerhard Geist (* 1932).

Sie sang auf HMV das Sopransolo in der 9. Sinfonie von Beethoven unter Rudolf Kempe, auf HMV-Electrola die Donna Anna im »Don Giovanni« und in »Mathis der Maler« von Hindemith, auf Ex Libris die Julia in »Romeo und Julia« von H. Sutermeister, auf Decca in »Leonore« von F. Paër, auf Teldec in »Intolleranza 1960« von Luigi Nono; Teldec-Video »Die Soldaten« von B.A. Zimmermann.

 

13.12. Hella RUTTKOWSKI wird 95

 Sie wurde am Konservatorium von Nürnberg sowie durch die Pädagogin Julie Schützendorf-Koerner ausgebildet. 1944 debütierte sie am Stadttheater von Nürnberg. Sie blieb diesem Haus bis zu ihrem Abschied von der Bühne zu Beginn der achtziger Jahre als Mitglied verbunden. Sie sang in dieser langen Zeit hier eine Fülle von Rollen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen wie den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, die Mary in »Der fliegende Holländer«, die Maria von Magdala in »Die toten Augen« von E. d’Albert, den Hänsel in »Hänsel und Gretel«, die Amneris in »Aida«, die Mariana in »Die vier Grobiane« von E. Wolf-Ferrari, die Carmen, die Mignon von A. Thomas, die Hexe in »Rusalka« von Dvorák und die Marina im »Boris Godunow«. 1962 wirkte sie in Nürnberg in der Uraufführung von Mark Lothars Oper »Der Glücksfischer« mit. 1963 Gastspiel am Teatro Comunale Florenz. Sie hatte auch als Konzertsängerin eine Karriere von Bedeutung. Verheiratet mit dem Schauspieler Hans Rüssel.

 

14.12. Christian PAPIS wird 60

Er studierte zuerst Saxophonspiel am Konservatorium von Metz, seit 1976 das gleiche Fach am Conservatoire National de Paris. 1978 wechselte er ins Gesangsfach. Weitere Ausbildung in der École de Chant der Pariser Grand Opéra durch den berühmten Tenor Michel Sénéchal. Er begann seine Bühnenlaufbahn 1981 mit Auftritten am Théâtre Châtelet Paris in K. Weills »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« und in »Fürst Igor« von Brorodin. Er sang dann an den Opernhäusern von Lille, Toulouse, Marseille, Rouen, Lyon und Metz. Er kam bald auch an der Opéra-Comique Paris zu ersten Erfolgen. Er sang dabei vor allem das lyrische Fachgebiet, Partien wie den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Tamino in der »Zauberflöte«, den des Grieux in »Manon« und den Nicias in »Thaïs« von Massenet. Auch in Operetten demonstrierte er eine große Begabung für dieses Fach; so sang er in Lehárs »Land des Lächelns« und in den Offenbach-Operetten »La Grande-Duchesse de Gerolstein« und »La Périchole«. An der Opéra de Wallonie Lüttich hörte man ihn als Vincent in »Mireille« von Gounod. Seit 1989 trat er mehrfach am Stadttheater von Basel auf, u.a. als Cassio in Verdis »Otello«, als Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« und als Narraboth in »Salome« von R. Strauss. 1990 sang er an der Opéra-Comique Paris (und zuvor am Theater von Metz sowie 1991 in St. Étienne) den des Grieux in »Manon« von Massenet, 1991 in Toulouse den Bénédict in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz, an der Opéra du Rhin Straßburg den Tamino, 1992 in St. Étienne den Phaon in »Sapho« von Gounod, bei den Festspielen von Glyndebourne den Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek. 1996-97 übernahm er die letztgenannte Partie auch an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisbug, an der Opéra de Wallonie in Lüttich die des Narraboth, bei der Glyndebourne Touring Opera 1997 den Albert Gregor in Janáceks »Sache Makropoulos«, 1998 den Boris in dessen »Katja Kabanowa«.

Schallplatten: EMI (»Samson et Dalila« von Saint-Saëns), Koch Records (»Sapho« von Gounod), Cascavelle (»Mireille« von Gounod), Auvidis/Valois (Don José in »Carmen«).

 

14.12. Rosanna CARTERI wird 85

Rosanna CARTERI

 Ihre musikalische Begabung zeigte sich sehr früh. Bereits mit zwölf Jahren gab sie ein aufsehenerregendes Konzert. Sie studierte bei Cusinati, auch bei Nino Ederle, und gewann 1948 einen Gesangwettbewerb des italienischen Rundfunks. 1949 debütierte sie auf der Bühne, und zwar bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom als Elsa im »Lohengrin«. Es folgte eine Gastspielreise durch Spanien, dann Engagements an den großen italienischen Theatern. Vor allem war sie seit 1951 an der Mailänder Scala erfolgreich. Ihr Debüt an der Scala erfolgte als Cecchina in der Oper »La buona figliola« von Piccinni. An diesem Haus sang sie dann 1952 die Nannetta in Verdis »Falstaff«, 1952, 1955 und 1959 die Mimì in »La Bohème«, 1953 die Manon von Massenet und die Gilda im »Rigoletto«, 1954 die Lucieta in »I quatro rusteghi« von E. Wolf-Ferrari, 1954 und 1956-57 die Adina in »L’Elisir d‘amore«, 1955 die Micaela in »Carmen«, die Silvia in »Zanetto«  von Mascagni und die Parasja in »Der Jahrmarkt von Sorotschinzy« von Mussorgski, 1956 die Zerlina im »Don Giovanni« sowie 1958 und 1962 die Liù in Puccinis »Turandot«. Sie wirkte hier auch in mehreren Uraufführungen mit: am 17.3.1952 als Flavia in  » Proserpina e lo straniero « von Juan José Castro, am 23.3.1961 als Metarosa in »Il calzare d‘argento«  von Ildebrando Pizzetti und am 8.2.1963 als Donna Rosita in »Il linguaggio die fiori«  von Renzo Rossellini. Sie gehörte zu den bedeutendsten italienischen Konzertsopranistinnen ihrer Generation; so sang sie oft bei den Konzertveranstaltungen der Accademia di Santa Cecilia in Rom unter Francesco Molinari-Pradelli und wirkte in Neapel in einer wichtigen Aufführung des Requiems von Donizetti mit. 1952 sang sie bei den Festwochen von Zürich die Nannetta, 1952 bei den Salzburger Festspielen die Desdemona im »Otello« von Verdi unter W. Furtwängler, 1953 beim Maggio Musicale von Florenz die Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofieff, 1958-59 bei den Festspielen von Verona. An der Oper von San Francisco gastierte sie 1954-55 als Mimì, als Susanna in »Le nozze di Figaro«, als Donna Gabriela in der amerikanischen Erstaufführung von Cherubinis »L’hôtellerie portugaise«, als Manon von Massenet, als Micaela, als Zerlina und als Marguerite im »Faust« von Gounod. 1960 erschien sie als Mimi an der Covent Garden Oper London. 1955 an der Chicago Opera als Marguerite im »Faust« von Gounod, 1964 an der Wiener Staatsoper als Liù zu Gast. 1950 sang sie im italienischen Rundfunk die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »Ifigenia« von Ildebrando Pizzetti, 1957 am Teatro San Carlo Neapel die Titelpartie in »Vivi« von Franco Mannino, 1961 am Teatro Comunale Florenz in »Il Mercante di Venezia« von M. Castelnuovo-Tedesco. Am 25.10.1962 wirkte sie am Théâtre des Champs Élysées Paris in der Uraufführung von Gilbert Bécauds »L’Opéra d’Aran« mit. Gastspiele und Konzerte trugen ihr in Spanien, England, Frankreich, in Nord- und Südamerika immer wieder Erfolge ein. Mitte der sechziger Jahre gab sie ihre Karriere auf.

Ihre Schallplatten kamen auf RCA (»La Traviata«), Cetra (»Falstaff«, »Wilhelm Tell«, »Suor Angelica«, »La Bohème«) und auf Columbia (»La serva padrona«) heraus. Auf Fonit-Cetra singt sie das Solo im Deutschen Requiem von Brahms unter Bruno Walter (Rom, 1952). Auf der gleichen Marke in »I quattro rusteghi« von Wolf-Ferrari, auf Cetra Opera Live in »Carmen« und »Turandot«, auf EJS in »La donna del lago« von Rossini zu hören.

 

14.12. Ruggero BONDINO wird 85

Ruggero BONDINO

 Nachdem er sich zuerst als Fußballspieler betätigt hatte, wurde seine Stimme durch Bruno Carmassi in Mailand und durch Luigi Ricci in Rom ausgebildet. Er debütierte 1957 am Teatro Nuovo in Mailand als Faust von Gounod. Er hatte eine sehr erfolgreiche Karriere an den großen italienischen Operntheatern, darunter an der Mailänder Scala (1967 Paco in »La vida breve« von M. de Falla), an der Oper von Rom, bei den Festspielen von Verona und in den Caracalla-Thermen in Rom. Für seine internationale Anerkennung sorgten Gastspiele an den Staatsopern von Wien (1966-78 als Pinkerton in »Madame Butterfly«, als Herzog im »Rigoletto«, als Alfredo in »La Traviata« und als Riccardo in Verdis »Maskenball« in insgesamt 10 Vorstellungen) und Stuttgart, an der Niederländischen Oper Amsterdam, am Teatro Liceu Barcelona, am Teatro San Carlos Lissabon, an der Nationaloper von Belgrad, in Köln, Frankfurt a.M., Hannover, Marseille, Nancy, Toulouse, Genf (1964 als Rodolfo in »La Bohème«), Basel, bei der Welsh Opera Cardiff, in Kopenhagen, Rio de Janeiro und Toronto. Dabei trug er ein umfangreiches Repertoire vor, das Partien in Opern von Boito, Berlioz, Donizetti, Bellini, Giordano, Gounod, de Falla, Puccini, Verdi, Zandonai, Menotti und Aufgaben aus der zeitgenössischen Opernliteratur enthielt. 1961 sang er an der Oper von Rom in der Uraufführung von »Sguardo dal ponte« von Renzo Rossellini, am 1.3.1965 an der Mailänder Scala in »Clitennestra« von Ildebrando Pizzetti die Partie des Oreste. Er trat auch in mehreren Fernsehaufführungen von Opern in Erscheinung.

Schallplatten: RAI, TIS (»Roberto Devereux« von Donizetti), Rodolphe Records, Bongiovanni (»Nozze Istriane« und »Falena« von Smareglia); Privatmitschnitte von Opern (u.a. »Francesca da Rimini« von Zandonai, »La damnation de Faust« von Berlioz).

 

16.12. Magda NÁDOR wird 60

Magda Nador als Oscar
Als „Oscar“ im „Ballo“

Sie war an der Budapester Musikakademie Schülerin von Edith Fabry, nachdem sie bereits zuvor im Monteverdi-Chor und bei gelegentlichen Anlässen in der ungarischen Metropole gesungen hatte. 1979 begann sie ihre Karriere an der Nationaloper Budapest, wo sie als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail« debütierte. 1981-82 gastierte sie an der Staatsoper von Dresden. Sie kam dann an die Komische Oper Berlin, zu deren Ensemble sie seit 1982 gehörte. Hier sang sie Partien wie die Konstanze, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte« und die Gilda im »Rigoletto«. Gastspiele brachten der Koloratrice an den Opernhäusern von Amsterdam (Adele in der »Fledermaus«) und Zürich, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und in München Erfolge. 1984-86 gastierte sie in insgesamt 10 Vorstellungen als Königin der Nacht, als Konstanze und als Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera« an der Wiener Staatsoper. 1986 trat sie bei den Festspielen von Salzburg in einem Mozart-Konzert auf. 1987 gastierte sie an der Stuttgarter Staatsoper als Königin der Nacht, ebenso war sie 1987 am Opernhaus von Graz als Gast zu hören. 1991 sang sie an der Komischen Oper Berlin, 1992 bei den Festspielen von Wiesbaden die Isotta in »Die schweigsame Frau« von Richard Strauss. 1986 gastierte sie an der Mailänder Scala als Königin der Nacht. 1997 trat sie am Landestheater von Dessau, dessen Mitglied sie für mehrere Jahre war, als Luisa Miller von Verdi, als Mimi in »La Bohème« und 1998 als Clorinda in Rossinis »La Cenerentola« auf. 1999 nahm sie dort ihren Bühnenabschied in »Il Campiello« von E. Wolf-Ferrari und wurde zum Ehrenmitglied des Hauses ernannt. Auch als Konzertsopranistin wurde sie bekannt.

Schallplatten: Hungaroton, Eterna (Arien der Königin der Nacht), Telefunken (»Der Schauspieldirektor« von Mozart); Video-Aufnahme »Un ballo in maschera« (Wien, 1986).

 

17.12. Ludmilla SERGIENKO wird 70

Sie begann frühzeitig das Klavierstudium, das sie an der Staatlichen Musikschule in Charkow fortsetzte. Sie wechselte aber dort ins Gesangsfach und wurde Schülerin von Tamara Jakowlewna Veske. 1971-77 war sie am Opernhaus (Lyssenko-Theater) von Charkow engagiert, wo sie als Leonore im »Troubadour«, als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, als Tosca, als Tatjana im »Eugen Onegin« und als Nastasja in »Die Zauberin« von Tschaikowsky ihre Erfolge hatte. Sie zeichnete sich bei mehreren Gesangwettbewerben aus, 1971 beim nationalen Glinka-Wettbewerb in Moskau, 1972 beim internationalen Concours von Genf, 1974 beim internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Zwischenzeitlich ergänzte sie 1972 ihre Ausbildung im Opernstudio des Bolschoi Theaters Moskau, 1973 in der Opernschule der Mailänder Scala bei Renato Pastorino. 1977 wurde sie reguläres Mitglied des Bolschoi Theaters Moskau (Debüt als Tatjana), dem sie bis zur Beendigung ihrer Karriere 1994 angehörte. Dort sang sie eine Vielzahl von Partien, darunter die Iphigenie in »Iphigenie in Aulis« von Gluck, die Cleopatra in »Giulio Cesare« von Händel, die Micaela in »Carmen«, die Traviata, die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, die Nedda im »Bajazzo«, die Tosca, die Donna Anna in »Der steinerne Gast« von Dargomyschski, die Kupawa in »Schneeflöckchen« und die Fevronia in der »Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch« von Rimsky-Korssakow, die Maria in »Mazeppa« von Tschaikowsky, die Titelrolle in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch und die Luisa in »Die Verlobung im Kloster« von Prokofieff. In den letzten Jahren ihrer Karriere übernahm sie Rollen wie die Larina im »Eugen Onegin«, die Saburowa in der »Zarenbraut« von Rimsky-Korssakow und die Susanna in »Chowanschtschina« von Mussorgsky. Als Larina gastierte sie mit dem Ensemble des Bolschoi Theaters 1991 beim Edinburgh Festival. Sie wurde 1987 zur Verdienten Künstlerin der Ukrainischen Sowjetrepublik, 1985 zur Volkskünstlerin der UdSSR ernannt.

Schallplattenaufnahmen bei Melodiya.

 

17.12. Hugh BERESFORD wird 90

Hugh_Beresford_als_Tannhäuser_in_Bayreuth

 Er begann sein Gesangstudium am Royal College of Music in Manchester, kam dann an die Musikakademie von Wien und war in London, Mailand und Düsseldorf Schüler von Dino Borgioli, Alfred Piccaver, Melchiorre Luise, Francesco Carino und Wolfgang Steinbrueck. 1951 wurde er mit dem Richard Tauber-Preis ausgezeichnet. 1953 debütierte er (als Bariton) am Landestheater von Linz/Donau als Wolfram im »Tannhäuser«. Er sang dann an den Stadttheatern von Graz und Augsburg sowie 1958-60 am Opernhaus von Wuppertal. 1960 wurde er Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Jetzt begann für den Künstler eine große internationale Karriere. Seit 1960 gastierte er mehrfach an der Londoner Covent Garden Oper, weitere Gastspiele führten ihn an die Staatsopern von Wien (1961-64 als Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, 1973 als Florestan im »Fidelio«), München und Stuttgart, an die Opernhäuser von Frankfurt a.M. und Zürich und an die Grand Opéra Paris. 1963 und 1966 wirkte er beim Holland Festival mit. 1966 sang er am Teatro Fenice Venedig den Mandryka. 1969 war er in Amsterdam als Rigoletto zu Gast, 1964 und 1965 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel als Rigoletto und 1981 als Siegmund in der »Walküre«, 1966 am Teatro Verdi in Triest als Wolfram. 1968 gastierte er an der Deutschen Oper Berlin, seit 1967 oft an der Staatsoper Hamburg, 1970 am Staatstheater von Karlsruhe, an der Scottish Opera Glasgow 1969 als Alvaro in »La forza del destino« und 1975-76 als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Dabei galten als seine weiteren großen Rollen im Bariton-Fach der Nabucco wie der Posa im »Don Carlos« von Verdi, der Graf Luna im »Troubadour«, der Ford im »Falstaff« von Verdi, der Jago im »Otello« vom gleichen Meister, der Alfio in »Cavalleria rusticana«, der Eugen Onegin von Tschaikowsky und der Don Giovanni. Seine Stimme wandelte sich dann jedoch zum Heldentenor. Als Tenor sang er u.a. den Peter Grimes in der gleichnamigen Oper von Benjamin Britten, den Herodes in »Salome« von R. Strauss und den Canio im »Bajazzo«. Er blieb bis 1970 an der Deutschen Oper am Rhein engagiert und sang dann 1971-76 und nochmals 1978-84 am Opernhaus von Köln. Bei den Bayreuther Festspielen 1972-73 übernahm er den Tannhäuser, 1981 in Köln den Florestan und den Erik in »Der fliegende Holländer«.

Schallplatten: Eurodisc (Querschnitte durch »Rigoletto« und »Faust« von Gounod, als Bariton), Mondo Musica (Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, Teatro Fenice Venedig 1966).

 

18.12. Maria PARAZZINI wird 75

Maria_PARAZZINI

 Ausbildung am Conservatorio Rossini in Pesaro, dann an der Accademia Chigiana in Siena. Sie trat in das Opernstudio des Teatro Massimo in Palermo ein, wo sie auch als Violetta in Verdis »La Traviata« debütierte. Sie gewann den Gesangwettbewerb von Vercelli und den Verdi-Concours in Parma und gastierte 1972 mit dem Ensemble des Teatro Massimo Palermo an der Nationaloper von Sofia wie beim Edinburgh Festival als Odabella in »Attila« von Verdi. Sie trat an der Bayerischen Staatsoper München (1976 als Traviata), am Teatro Fenice Venedig (1976 als Odabella und 1977 als Lucrezia in Verdis »I due Foscari«), an der Oper von Rom (1976 in der Oper »Il Bravo« von Mercadante, 1980 als Lucrezia, 1981 als Odabella und ebenfalls 1981 als Elvira in »Ernani«), bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom (1977 als Aida), an der Mailänder Scala (1971 als Blumenmädchen im »Parsifal«, 1979 als Anai in der Oper »Mosè« von Rossini und 1987 als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«), am Teatro San Carlo Neapel (1982 als Elvira in »Ernani«), am Opernhaus von Bilbao (1983 als Lucrezia), beim Festival von Ravenna (1984 als Leonore im »Troubadour«), am Teatro Massimo Palermo (1984 und 1986 als Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano), am Teatro Margherita Genua (1985 als Maddalena in »Andrea Chénier«), am Theater von Novara (gleichfalls als Maddalena) und bei den Festspielen in der Arena von Verona (1987 als Aida) auf. Sie sang während ihrer Karriere an weiteren großen Opernhäusern in Italien u.a. in Turin, Bologna und beim Maggio Musicale Fiorentino, in Deutschland auch am Opernhaus von Frankfurt a.M. Sie übernahm in der Hauptsache Partien für Soprano Lirico Spinto, konnte aber infolge ihres weit reichenden Stimmumfangs sogar Mezzosopranrollen singen.

Schallplatten: Italia (»Il Bravo« von Mercadante), Mondo Musica (»I due Foscari« von Verdi).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.mariaparazzini.com/en/

 

21.12. Ján GALLA wird 60

Er studierte an der Hochschule für Musische Künste in Bratislava bei Prof. Ida Černecká. Während des Studiums absolvierte er einen Stipendium-Aufenthalt in Siena, Italien. Als bester Absolvent der Hochschule im Jahre 1981 wurde er sofort Mitglied des Solistenensembles des Nationaltheater Bratislava. Im Jahre 1985 gewann er beim Internationalen Wettbewerb von Rio de Janeiro und die Goldene Medaille für die beste Interpretation eines brasilianischen Liedes. Es folgten Engagements in der Oper von Rio de Janeiro und in der Arena di Verona. Im gleichen Jahr sang Jan Galla die Partie des Gremin in »Eugen Onegin« neben Mirella Freni und Peter Dvorský. 1988 trat er im Teatro Comunale in Bologna auf – wieder neben Mirella Freni und Peter Dvorský – und nahm an einer Konzerttournee in China teil. 1989 sang er mit den Münchner Philharmonikern im »Stabat Mater« von Dvořák sowie in Verdis »Aida« in Chicago, 1990 sang er mit dem Slowakischen Nationaltheater beim Edinburgh Festival den Galitzky in Borodins »Fürst Igor«. 1991 sang er mit Katia Ricciarelli in Ludwigshafen in »Adriana Lecouvreur«, »Attilla« in Leeds und den Raimondo in »Lucia di Lammermoor« in Dublin. Im Wiener Musikverein interpretierte er die »Glagolitische Messe«, weiter sang er in Bologna, bei den Salzburger Festspielen und mit dem Ensemble der Oper des SND am Jerusalem Festival. Im Jahre 1992 war er u. a. in Rossinis »Stabat Mater« in Athen, in »Il Barbiere di Siviglia« in Madrid und in »Simon Boccanegra« in Bremen zu hören. Im Jahre 1993 sang er in Janáčeks »Aus einem Totenhaus« im Barbican Centre in London sowie im Verdi-Requiem in Amsterdam und in Straßburg. In der nächsten Zeit kehrte er wieder auf englisches Territorium zurück, sehr erfolgreich war auch sein Mitwirken mit der Oper des SND im Dezember 1996 an der Opera Comique in Paris in der Partie der Vier Bösewichte in Offenbachs »Les Contes d’Hoffmann«. Als Philipp in »Don Carlo« debütierte er in Bratislava. Er sang »Stabat Mater« in Oviedo, die Partie des Sarastro in »Die Zauberflöte« in Seoul, den Dikoj in »Katja Kabanowa« in Antwerpen und Gent, den Gremin in »Eugen Onegin« in einer Inszenierung von Peter Konwitschny sowie die Partie des Timur in »Turandot« unter Ondrej Lenárd in Bratislava. 2007 nahm er als Tschekunow an der Neuproduktion »Aus einem Totenhaus« von Patrice Chéreau und Pierre Boulez bei den Wiener Festwochen, in Amsterdam und Aix-en-Provence (mit DVD-Aufzeichnung) teil, 2008 ging Jan Galla mit dem Nationaltheater Prag als Sarastro auf Japan-Tournee und sang den Kecal in Smetanas »Die verkaufte Braut« in der Suntory Hall in Tokyo. Zu seinen größten Erfolgen im Ausland gehören seine Auftritte an der Pariser Opéra (1986 als Mönch wie als Großinquisitor in „Don Carlos“) und an der Wiener Staatsoper (2001 als Conte Rodolfo in »La Sonnambula«). Sein breites Repertoire enthält ferner Rollen wie Don Basilio in „Il Barbiere di Siviglia“, die Titelrolle in Boitos „Mefistofele“, Ramfis in „Aida“, Loredano in »I due Foscari«, Méphistophélès in Gounods »Faust«, Richtár in »Jenůfa«, Geronte in »Manon Lescaut« und viele andere.

 

21.12. Peter OUNDJIAN wird 60

 Biographie des kanadischen Dirigenten auf Englisch:

https://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Oundjian

 

21.12. Ian CAMPBELL wird 70

 Biographie des australischen Opernregisseurs und Operndirektors auf Englisch:

https://en.wikipedia.org/wiki/Ian_Campbell_(opera_director)

 

21.12. Domenico TRIMARCHI wird 75

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Mit Marilyn Horne in „L’Italiana in Algeri

Er wurde zunächst Schauspieler, dann Ausbildung der Stimme am Konservatorium San Pietro a Majella in Neapel und bei dem Pädagogen Gino Campese. Bühnendebüt 1964 am Teatro Fenice Venedig als Belcore in »L’Elisir d’Amore« von Donizetti. Seine Karriere spielte sich vorzugsweise an den großen italienischen Operntheatern ab. So sang er an der Mailänder Scala (1968 den Arbace in Mozarts »Idomeneo« und den Kommandanten in der italienischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Die Bassariden«, 1972 den Apollo in Glucks »Alceste« und 1979 den Dulcamara in »L’Elisir d’Amore«), beim Maggio Musicale von Florenz, bei den Festspielen in der Arena von Verona (1975-76, 1978), an den Opernhäusern von Rom, Genua, Neapel, Venedig, Triest und Turin. Er sang 1972 beim Edinburgh Festival (zusammen mit dem Ensemble des Teatro Massimo Palermo) den Valdeburgo in »La Straniera« von Bellini, dann an der Covent Garden Oper London den Bartolo im »Barbier von Sevilla« (1987) und den Fra Melitone in Verdis »La forza del destino«. Er war zu Gast an den Opernhäusern von Dortmund, Stuttgart und Frankfurt a.M., in Chicago und Dubrovnik. 1976-77 gastierte er mehrmals als Fra Melitone an der Wiener Staatsoper. In der Spielzeit 1986-87 trat er am Teatro Regio in Parma als Falstaff in den beiden gleichnamigen Opern von Verdi und von A. Salieri auf. 1989 hörte man ihn in Rom, in Parma und in Madrid als Leporello im »Don Giovanni«. Am Teatro Verdi Triest gastierte er 1989 als Marchese in Donizettis »Linda di Chamounix«, 1991 am Teatro Regio Parma und 1993 am Teatro San Carlos Lissabon als Don Magnifico in »La Cenerentola«. Er sang eine große Zahl von Partien aus dem seriösen wie dem komischen Fachbereich in Opern von Cimarosa, Mozart, Puccini, Donizetti, Rossini und Verdi, aber auch in modernen Werken.

Schallplatten: Philips (»La vera costanza«, »L’incontro improviso« und »Il mondo della luna« von Haydn, »Il barbiere di Siviglia«, »Tito Manlio« von Vivaldi, »Tosca« von Puccini); weiter auf MRF (»Elisa e Claudio« von Mercadante, »La Straniera« von Bellini), Melodram (»Werther« von Massenet), TIS (Enrico in »Lucia di Lammermoor«), Bongiovanni (»Viva la mamma«, »I due Baroni di Rocca azzurra« von Cimarosa), Fonit-Cetra (»La Cenerentola«), Naxos (Titelrolle in Verdis »Falstaff«)und CBS (»La Cenerentola«) anzutreffen.

 

23.12. Glenn WINSLADE wird 60

Glenn_WINSLADE_als_Tannhäuser_in_Bayreuth

 Er studierte am New South Wales Conservatory in Sydney und am Konservatorium der Stadt Wien. Er debütierte in England, wo er 1982 bei der Glyndebourne Touring Opera den Don Ottavio im »Don Giovanni«, 1983 bei der English National Opera London den Tamino in der »Zauberflöte«, beim Glyndebourne Festival des gleichen Jahres den Stroh im »Intermezzo« von R. Strauss, 1984 den Elemer in »Arabella« vom gleichen Komponisten übernahm. In seiner australischen Heimat sang er 1987 am Opernhaus von Sydney den Giasone in »Medea« von Cherubini (mit Elizabeth Connell in der Titelpartie) und den Oronte in der Händel-Oper »Alcina«. In Perth hörte man ihn, ebenfalls 1987, als Alfredo in »La Traviata«, in Sydney 1985 und in Wellington (Neuseeland) 1988 als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«. Diese Rolle übernahm er auch bei der Victoria State Opera Melbourne, an der er 1989 den Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser« sang. Er hatte dann auch eine sehr erfolgreiche Karriere in England. An der Scottish Opera Glasgow sang er 1989 und 1992 den Don Ottavio sowie 1991 den Titelhelden in »La clemenza di Tito« von Mozart. An der Covent Garden Oper London sang er als erste Partie 1990 den Kunz Vogelsang in »Die Meistersinger von Nürnberg« im gleichen Jahr trat er in der Londoner Elizabeth Hall in einer konzertanten Aufführung von Mozarts »Idomeneo« als Gran Sacerdote auf, 1991 bei der English National Opera London als Ferrando in »Così fan tutte«. Weitere Gastspiele an der New Sadler’s Wells Opera (in Lehárs »Die lustige Witwe«), an der Staatsoper Dresden (als Belmonte), an der Stuttgarter Staatsoper (1991) und am Theater von Freiburg i.Br., an der Niederländischen Oper Amsterdam (1991 in »Idomeneo«), bei der Glyndebourne Touring Opera und an der Opéra du Rhin Straßburg (1996 als Admète in »Alceste« von Gluck). 1997 Gastspiel an der Oper von Rom als Erik in »Der fliegende Holländer«, an der Welsh Opera Cardiff als Titelheld in Mozarts »La clemenza di Tito«, 1998 an den Opernhäusern von Antwerpen und Gent (Vlaamse Opera) als Hüon im »Oberon« von Weber, am Opernhaus von Nancy als Max im »Freischütz«. 1999 sang er in Wien (konzertant)  den Apollo in »Daphne« von R. Strauss, in der Royal Festival Hall London (gleichfalls konzertant) den Prinzen in »Es war einmal« von Zemlinsky. An der Wiener Staatsoper trat er 1998-2003 in insgesamt 23 Vorstellungen als Rienzi von R. Wagner, als Erik, als Florestan im »Fidelio« und als Kaiser in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss auf. In der letztgenannten Partie debütierte er 2003 auch an der Metropolitan Oper New York. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 2002-03 den Tannhäuser. Aus seinem Repertoire für die Opernbühne sind noch der Fracasso in »La finta semplice« von Mozart, der Ernesto im »Don Pasquale«, der Nemorino in »L‘Elisir d’amore«, der Lindoro in »La Cenerentola«, der Amenofi in »Mosè in Egitto« von Rossini, der Jaquino im »Fidelio«, der Steuermann in »Der fliegende Holländer« und der Prinz in Prokofieffs »L‘Amour des trois oranges« hervorzuheben. Im Konzertsaal kam er zu einer nicht weniger bedeutenden Karriere; so sang er zusammen mit dem Ensemble Musica Antiqua Wien, mit der Duke University North-Carolina, trat im italienischen Rundfunk RAI Mailand und im englischen Radio BBC auf. Er war verheiratet mit der australischen Sopranistin Amanda Thane (1953-2012).

Schallplatten: DGG (Gran Sacerdote in »Idomeneo«), TER (»Die lustige Witwe«), EMI (9. Sinfonie von Beethoven); Pickwick (»Messias« von Händel), Arte Nova/BMG (»Von deutscher Seele« von Hans Pfitzner).

 

23.12. Georges ASPERGHIS wird 70

 

Der Sohn des Bildhauers Achille Aperghis und der Malerin Irène Aperghis bildete sich weitgehend autodidaktisch als Maler und Komponist aus. 1963 übersiedelte er nach Paris, wo er 1965 die Schauspielerin Édith Scob heiratete. Musikalisch wurde er von Komponisten wie Pierre Schaeffer, Pierre Henry, Iannis Xenakis, John Cage und Mauricio Kagel beeinflusst.

1971 erschien mit La Tragique histoire du nécromancien Hieronimoet et de son miroir sein erstes Werk für das Musiktheater, dessen profiliertester Vertreter in Frankreich er wurde.

1976 gründete er die Theatergruppe Atelier Théâtre et Musique (ATEM) in Bagnolet (seit 1991 am Théâtre des Amandiers in Nanterre). Hier wurden bis zur Auflösung der Gruppe mehr als zwanzig Stücke aufgeführt, darunter La bouteille à la mer (1976), Conversations (1985), Enumérations (1988), Jojo (1990), H (1992), Sextuor (1993) und Commentaires (1996).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.aperghis.com/

 

24.12. Helmut DEUTSCH wird 70

Er unterrichtete 1967-79 an der Musikhochschule Wien und hatte 1986-2011 eine Professur für Liedgestaltung an der hochschule für Musik und Theater München inne. Der Hochschule in München und anderen deutschen Hochschulen (Frankfurt und Nürnberg) ist er weiterhin durch Gastprofessuren verbunden und gibt Meisterkurse in ganz Europa. Deutsch ist bzw. war Liedbegleiter von zahlreichen Sängerinnen und Sängern an vielen Häusern und Festivals internationalen Ranges. Mit Hermann Prey arbeitete er zwölf Jahre lang intensiv zusammen. Weitere bedeutende Sänger, die Deutsch begleitete, waren Irmgard Seefried, Ileana Cotrubas, Grace Bumbry, Barbara Bonney, Angelika Kirchschlager, Annette Dasch, Diana Damrau und Ekaterina Sementchuk, Olas Bär, Bo Skovhus, Michael Volle, Matthias Goerne, Bernd Weikl, Andreas Schmidt und Jonas Kaufmann. Für viele seiner zahlreichen Einspielungen bekam er Schallplattenpreise.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://helmutdeutsch.at/

 

24.12. Luca LOMBARDI wird 70

Er besuchte ab 1955 die deutsche Schule in Rom. Nach einem Klavier- und Kompositionsstudium in Rom, Florenz, Wien, Köln und Berlin promovierte Luca Lombardi an der Universität Rom. 1966-72 lebte er in Köln und studierte dort in den Kölner Kursen für Neue Musik mit Karlheinz Stockhausen, Henri Pousseur, Mauricio Kagel, Dieter Schnebel, und Frederic Rzewski. An der Hochschule für Musik Köln studierte er bei Bernd Alois Zimmermann. 1973 ging er als Meisterschüler von Paul Dessau nach Berlin (Ost), wo er auch Kontakte zu Heiner Müller, Friedrich Goldmann und zur Gruppe Neue Musik Hanns Eisler knüpfte. 1973-93 war er an den Konservatorien von Pesaro und Mailand als Dozent für Komposition tätig, seither arbeitet er freischaffend. Lombardi ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München. Im Jahr 2008 erwarb Lombardi die israelische Staatsbürgerschaft; er lebt zeitweise in Rom sowie in Tel Aviv. Seine starke Abneigung gegen den Antisemitismus findet auch in seinen Werken ihren Ausdruck (z. B. im Streichquartett WARUM?, komponiert für Robert Schumanns 200. Geburtstagsjubiläum). Er spricht und komponiert in verschiedenen Sprachen wie italienisch, deutsch, hebräisch und englisch, und arbeitet zurzeit an seiner fünften Oper, Eine Frau flieht vor einer Nachricht nach einem Roman von David Grossmann.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.lucalombardi.net/home/it_IT/

 

24.12. Ingrid PALLER wird 90

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Salzburger Mozarteum und an der Musikakademie in Wien. 1948 debütierte sie (noch als Ingrid Petschaller) am Stadttheater von Klagenfurt als Zerline im »Don Giovanni«. Sie war engagiert 1948-52 am Theater von Klagenfurt, 1952-53 am Stadttheater von Basel, 1953-54 am Stadttheater von Heidelberg, 1954-68 am Opernhaus von Düsseldorf, 1967-72 an der Wiener Volksoper (wo sie große Erfolge u.a. in Aufführungen der Operette »Der Bettelstudent« hatte). 1953 gastierte sie in Zürich, 1956 in Amsterdam als Pamina in der »Zauberflöte«, 1961 am Alhambra Theater Paris in der »Fledermaus«. Weitere Gastspiele trugen der Künstlerin an den Opernhäusern von Köln und Frankfurt a.M., an den Staatsopern von Wien (1962-70 als Micaela in »Carmen«, als Pamina und als Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«), München, Stuttgart und Hamburg, in Rom, Genf (1963 als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«), Dublin, Nizza, Lyon und Brüssel große Erfolge ein. Sie übernahm sowohl Partien für lyrischen Sopran wie auch Aufgaben aus dem Koloraturfach (Glanzrollen: Violetta in »La Traviata«, Gilda im »Rigoletto«, Mimi in »La Bohème«). Am 14.6.1959 sang sie am Opernhaus von Düsseldorf in der Uraufführung der Oper »Die tödlichen Wünsche« von G. Klebe. Auch als Konzertsopranistin angesehen. Nach Abschluss ihrer Bühnenkarriere bekleidete sie eine Professur am Salzburger Mozarteum.

Schallplatten: Electrola (Querschnitt »Rigoletto«), Eurodisc (Querschnitt »Don Giovanni« als Zerline, vollständige Oper »Rigoletto«).

 

25.12. Richard GOODMAN wird 80

Richard GOODMAN

 Er studierte an der Cornell University und an der University of California in Berkeley und erwarb den akademischen Grad eines Master of Science. Bereits als Kind erhielt er Klavier- und Musikunterricht bei Hedy Spielter, danach bei Alexander Aronowsky. Die Ausbildung seiner Stimme erfolgte durch die Pädagogen Janet Parlova, Frederick Sharp und Lenoir Hosack. Er ergänzte seine Studien in Graz. Er war der Gründer und der künstlerische Direktor der Berkeley Opera Company, in deren Ensemble er mehr als 40 große Partien zum Vortrag brachte. Er trat auch als Gast bei der West Bay Opera und bei anderen Operngesellschaften in Nordamerika auf und gastierte in London wie in Österreich. Seine großen Bühnenrollen waren der Figaro in »Le nozze di Figaro«, der Rigoletto, der Rocco im »Fidelio«, der Bartolo im »Barbier von Sevilla« von Rossini wie von Paisiello, der Falstaff in der gleichnamigen Verdi-Oper wie in »Sir John in Love« von Vaughan Williams und der George in »Of Mice and Men« von C. Floyd.

 

26.12. Kay GRIFFEL wird 75

Kay GRIFFEL

Sie begann mit 18 Jahren das Studium der Schulmusik an der Northwestern University Chicago und wurde dann Schülerin der berühmten Lotte Lehmann in Santa Barbara (Kalifornien), die sie zur Mezzosopranistin ausbildete. 1960 kam es zu ihrem Bühnendebüt an der Oper von Chicago als Mercedes in »Carmen«. Mit Hilfe eines Fulbright Stipendiums kam sie zu weiteren Studien an die Musikhochschule Berlin und sang hier einige Partien an der Deutschen Oper. Weitere Ausbildung durch Jan Tamaro in Köln. Über das Stadttheater von Bremen (1961-65) gelangte sie an das Stadttheater von Mainz (1965-67), wo sich ihre Mezzosopran-Stimme zum lyrischen und jugendlich dramatischen Sopran wandelte. Es folgten Verpflichtungen am Staatstheater Karlsruhe (1967-71) und abermals am Stadttheater Bremen (1971-73) bis sie dann 1973-84 Mitglied des Opernhauses von Köln wurde. Am 20.8.1973 wirkte sie bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung von C. Orffs »De Temporum fine comoedia« mit. Internationale Erfolge bei Gastspielen an der Berliner Staatsoper, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am Teatro Liceu Barcelona, an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart, an der Welsh Opera Cardiff (1975), bei den Festspielen von Glyndebourne (1976-77 als Alice Ford in Verdis »Falstaff«), bei einer Japan-Tournee der Staatsoper Berlin (1977 als Marschallin im »Rosenkavalier«, als Donna Elvira im »Don Giovanni« und als Gräfin in »Figaros Hochzeit«), in Lissabon (1978 als Eva in »Die Meisteringer von Nürnberg«) und am Teatro Comunale Bologna (1982 als Donna Elvira). 1982 Debüt an der Metropolitan Oper New York als Elettra in »Idomeneo« von Mozart. Sie sang dort im weiteren Verlauf ihrer Tätigkeit bis 1989 die Arabella in der gleichnamigen Oper von R. Strauss, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Gräfin in »Le nozze di Figaro« und die Rosalinde in der »Fledermaus« in insgesamt 17 Vorstellungen. 1985 gastierte sie an der English National Opera. 1987 Teilnahme an einer Japan-Tournee der Deutschen Oper Berlin (als Freia im »Rheingold«), 1988 Gastspiel in Santiago de Chile als Alice Ford, 1989 beim Maggio Musicale von Florenz als Elettra in »Idomeneo«. 1989 trat sie an der Oper von Boston als Marschallin auf, beim Wellington Festival auf Neuseeland 1990 als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Zu ihren Bühnenpartien gehörten auch die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Miss Jessel in »The Turn of the Screw« von B. Britten, die Elisabeth Zimmer in H.W. Henzes »Elegie für junge Liebende« und die Frau des zweiten Soldaten in »We Come to the River« vom gleichen Komponisten. Begabte Konzert- und vor allem auch Liedersängerin; bei ihren Liederabenden wurde sie zumeist durch ihren damaligen Gatten, den Pianisten Eckart Sellheim, am Klavier begleitet.

Schallplatten: DGG (»Tagebuch eines Verschollenen« von Janácek, »De Temporum fine comoedia«), FMS (Barock-Arien); Pickwick-Video (»Falstaff«, Glyndebourne 1976).

 

26.12. Viorica CORTEZ wird 80

Viorica_CORTEZ

 Sie begann ihre Ausbildung am Konservatorium von Jassy und schloss sie an der Musikakademie von Bukarest bei Arta Florescu ab. Während ihres Studiums gehörte sie dem Moldova-Chor Jassy, dann dem Philharmonischen Chor in Bukarest an. 1964-65 gewann sie mehrere Gesangwettbewerbe und erhielt beim Concours von ’s-Hertogenbosch als besondere Auszeichnung den Kathleen Ferrier-Preis. 1965 debütierte sie am Opernhaus von Toulouse als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns. Im gleichen Jahr wurde sie Mitglied der Nationaloper Bukarest, wo sie 1965-70 bedeutende Erfolge hatte. 1968 debütierte sie an der Covent Garden Oper London, 1969 Italien-Debüt am Teatro San Carlo Neapel. 1970-76 trat sie an der Wiener Staatsoper als Eboli in Verdis »Don Carlos«, als Carmen, als Amneris in »Aida« und als Azucena im »Troubadour« in insgesamt 19 Vorstellungen auf. 1971 sang sie erstmals in den USA, und zwar an der Oper von Seattle. Seit 1971 große Erfolge an der Metropolitan Oper New York, an der sie als Antrittsrolle die Carmen vortrug und in den folgenden Jahren bis 1983 in insgesamt 64 Vorstellungen als Azucena, als Amneris, als Dalila, als Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen« und als Principessa in »Adriana Lecouvreur« von Cilea zu hören war. 1973 debütierte sie an der Oper von Chicago als Maria Stuarda in der gleichnamigen Donizetti-Oper. An der Mailänder Scala war sie 1971 als Dalila, 1972 als Carmen und als Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera« sowie als Iocasta in Strawinskys »Oedipus Rex«, 1973 als Amneris, 1975 als Adalgisa in »Norma« (mit der berühmten Montserrat Caballé als Partnerin), 1976 als Concepcion in Ravels »L’Heure Espagnole«, 1977 als Eboli, 1978 als Azucena zu Gast. 1980 gastierte sie an der Grand Opéra Paris als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, in »Oedipe« von Enescu und im »Boris Godunow«. An der Pariser Oper hörte man sie dann auch 1981 als Ulrica und als Carmen, 1986 als Äbtissin in Prokofieffs »Der feurige Engel« und als Herodias in »Salome« von R. Strauss. Bei den Festspielen in der Arena von Verona sang sie in den Jahren 1972-73, 1975 (die Carmen), 1977-78 und nochmals 1988 (La Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli und die Amneris). Weitere Gastspiele in den Niederlanden und in Irland, an den führenden französischen Operntheatern und 1979 am Opernhaus von Köln. Am Teatro Liceu Barcelona als Giulietta, als Adalgisa, als Cieca (1988) und als Azucena aufgetreten, 1990 am Teatro Regio Turin als Königin in »Hamlet« von A. Thomas, beim Festival von Las Palmas 1991 als Ulrica, ebenso 1991 an der Oper von Rom als Maddalena im »Rigoletto«. Am Teatro Gran Guardio Livorno übernahm sie die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »La Lupa« von Marco Tutino (4.9.1990). 1994 trat sie am Teatro Regio Turin, 1996 an der Oper von Monte Carlo als Marquise in Donizettis » La fille du régiment « auf, 1993 am Teatro Grande Palermo als Anais in »Zazà« von Leoncavallo, 1995 an der Oper von Marseille als Uta in »Sigurd« von Reyer, 1996 beim Festival von Montpellier als Rosa Mami in »L’Arlesiana« von Cilea. 1997 hörte man sie am Teatro San Carlos Lissabon als Principessa in »Suor Angelica« von Puccini, 1998 an der Oper von Rom als Amme im »Boris Godunow«. 2000 gastierte sie an der Opéra du Rhin Straßburg als Marquise in »La fille du régiment«, beim Festival von Orange als Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen«, 2001 am Opernhaus von Marseille als Lia in »Bérénice« von Albéric Magnard. Mit ihrer dunkel timbrierten, ausdrucksstarken Altstimme meisterte sie ein umfassendes Repertoire mit Höhepunkten in weiteren Partien wie der Dulcinée in »Don Quichotte« und der Charlotte im »Werther« von Massenet, dem Orpheus von Gluck, der Leonora in »La Favorita« von Donizetti, der Marguerite in »La damnation de Faust« von Berlioz, der Brangäne in »Tristan und Isolde«, der Fricka in der »Walküre«, der Kundry im »Parsifal« und der Marina im »Boris Godunow«. Dazu war sie eine geschätzte Konzertsängerin (Verdi-Requiem). Seit 1974 verheiratet mit dem Komponisten und Dirigenten Emmanuel Bondeville (1898-1987); in der Uraufführung von dessen Oper »Antoine et Cléopatre« 1974 an der Oper von Rouen sang sie die Titelpartie. Das Künstlerehepaar lebte in Paris, wo sie seit 1985 als Pädagogin am Conservatoire National wirkte.

Schallplatten: Auf der rumänischen Marke Electrecord sang sie bereits die Lola in »Cavalleria rusticana«, dann auf HMV die Mercedes in einer integralen »Carmen«-Aufnahme, ferner die Amneris in »Aida«. Weitere Aufnahmen auf Ariola-Eurodisc (»Il trovatore«), Italia (»Oberto« von Verdi), Decca (Requiem von Donizetti), Alienor/Helikon (Arien-Recital, Radio France 1977), Bellaphon (»Rigoletto«, »Il trovatore«), RCA-Erato (»Jolanthe« von Tschaikowsky).

 

27.12. Jan ŠTYCH wird 80

 Biographie des tschechischen Dirigenten auf Tschechisch:

http://www.narodni-divadlo.cz/cs/umelec/jan-stych

 

27.12. Lamara CHKONIA wird 85

Lamara_CHKONIA

 Sie studierte in den Jahren 1951-56 am Konservatorium von Tblissi (Tiflis) bei G.M. Gogitschadze und bei V.S. Kaschakaschwili. 1956-60 war sie am Opernhaus von Tblissi engagiert, wo sie als Maro in der georgischen Oper »Daisi« von Paliaschwili debütierte und dann u.a. in »Abessalom i Eterio« von Paliaschwili, in »Arsen« von Bukija und in »Die Braut des Nordens« von Toradze auftrat. Sie wurde Preisträgerin bei Gesangwettbewerben in Moskau (Glinka-Concours 1960), in Sofia (1963), in Prag (1966) und im Butterfly-Wettbewerb in Tokio (1967). 1960-68 war sie Mitglied des Opernhauses von Kiew; hier hörte man sie als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Traviata, als Micaela in »Carmen«, als Butterfly, als Marfa in der »Zarenbraut« von Rimsky-Korssakow, als Tatjana im »Eugen Onegin« und als Jolanthe von Tschaikowsky. Seit 1968 wieder Mitglied des Opernhauses von Tblissi. 1969 trat sie bei einem Gastspiel des Georgischen Operettentheaters in Moskau sehr erfolgreich auf. 1963 wurde sie Verdiente Künstlerin der Ukrainischen Republik, 1970 Volkskünstlerin der Georgischen Republik, 1976 Volkskünstlerin der UdSSR.

 

28.12. Giorgio ARISTO wird 65

Giorgio_ARISTO

 Sein Vater war aus Griechenland in die USA eingewandert, der eigentliche Name des Sängers war Giorgios Crucicos. Seine Mutter war ausgebildete Sängerin, hatte aber aus familiären Gründen keine Karriere begonnen. Er studierte an der New York State University Tenor-Saxophon und Klarinette und erwarb für das letztgenannte Instrument ein Diplom. Im Vietnam-Krieg wurde er zur amerikanischen Armee in Vietnam eingezogen, wo er eine Band zusammenstellte. Nach seiner Heimkehr ließ er an der Manhattan School of Music in New York seine Stimme durch Gabor Carelli ausbilden. Nachdem er bereits in New York gelegentlich aufgetreten war, erhielt er ein Stipendium für seine Weiterbildung im Opernstudio von Zürich. Studien bei Arturo Merlini in Mailand führten zu einem ersten Engagement am Stadttheater von Passau (1979-81). Er sang dort Partien wie den Herzog im »Rigoletto«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Rodolfo in Puccinis »La Bohème« und den Danilo in Lehàrs »Die lustige Witwe«. 1981-83 war er am Opernhaus von Essen engagiert und gehörte 1983-94 als erster Tenor dem Staatstheater Hannover an. Er gab Gastspiele an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (als Don José in »Carmen«), an den Staatsopern von Wien (1988 als Titelheld im »Werther« von Massenet), München (als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, 1992 als Cavaradossi in »Tosca«) und Hamburg (als Don José), an der Wiener Volksoper, an der Königlichen Oper Kopenhagen (als Cavaradossi), in Zürich und Berlin. 1988 sang er am Opernhaus von Nantes den Kalaf in Puccinis »Turandot«, 1989 in Toulon und in Lüttich den Titelhelden in »Andrea Chénier« von Giordano; zu den weiteren Glanzrollen des Künstlers, der auch als Konzertsänger eine bedeutende Karriere hatte, gehörten der Alfredo in »La Traviata« und der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, später auch der Manrico im »Troubadour« (Hannover, 1991). Nachdem er während mehrerer Jahre ausschließlich als Konzertsänger aufgetreten war, sang er 1999 wieder am Staatstheater Hannover den Ismaele in Verdis »Nabucco«. Verheiratet mit der Sopranistin Melody Kielisch, die am Opernhaus von Essen engagiert war.

Schallplatten: Amadeo (Arien).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.giorgioandmelody.com/

 

28.12. Kurt WIDMER wird 75

Kurt_Widmer

 Er besuchte das Lehrerseminar in Rorschach und unterrichtete sechs Jahre lang in Zürich. Er studierte am Konservatorium von Zürich Violinspiel und Gesang (bei Ria Ginster), dann bei Paul Lohmann und Franziska Martienssen-Lohmann in Luzern und Wiesbaden und bei Burga Schwarzbach in Wien. Seit 1966 kam er als Konzertsänger in der Schweiz, dann auch auf internationaler Ebene, zu einer großen Karriere. 1967 gewann er den Solistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins. Er wirkte bei den Festwochen von Montreux und beim English Bach-Festival in London, bei den Festwochen von Luzern, beim Israel Festival, bei den Schwetzinger Festspielen, beim Brighton Festival und beim Festival von Straßburg mit. Man hörte ihn in der Schweiz (Basel, Bern, Zürich, Genf, Lugano, Lausanne) und in Deutschland (Berlin, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Stuttgart), in Wien und Graz, in Mailand, Rom, Turin, Triest und Neapel, in Paris, Brüssel und Lüttich, in Amsterdam, London und Rotterdam, in Dresden, Leipzig und Bratislava, in Madrid, Valencia und Lissabon, bei den Salzburger Festspielen (1978 in einem Mozart-Konzert) und beim Cleveland Festival, in Budapest, beim Festival von Wroclaw (Breslau) und beim Deutschen Bachfest in Mainz. Sein Repertoire auf den Gebieten des Oratoriums und der religiösen Vokalmusik hatte einen fast unerschöpflichen Umfang und enthielt Werke von J.S. Bach, Händel und Meistern der Barock-Epoche bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Er kreierte mehrere Vokalwerke moderner Komponisten wie R. Kelterborn, Armin Schibler, H. Sutermeister und Klaus Huber. In seinen Liederabenden brachte er die Lieder des Schweizer Komponisten Othmar Schoeck ebenso zum Vortrag wie Lieder von Schubert, R. Schumann, J. Brahms, Mussorgsky, Richard Strauss, A. Honegger und B. Britten. Auf der Bühne gastierte er nur gelegentlich, sang aber Partien in konzertanten und Radio-Aufführungen von Opern. Auch als Rundfunksänger hatte er eine große, internationale Karriere. Er sang über die Radiostationen in der Schweiz (Zürich, Basel, Genf, Bern, Lugano), über die Sender Baden-Baden, Köln, Berlin, Hilversum, Brüssel, Madrid, Barcelona, Kol Israel Jerusalem und über die RAI Turin, Mailand und Rom. Seit 1968 wirkte er als Pädagoge an der Musikakademie von Basel. Sein Sohn Oliver Widmer (* 1965) wurde wie sein Vater ein bekannter Bariton.

Nicht zuletzt wurde Kurt Widmer durch eine Vielzahl von Schallplattenaufnahmen bekannt; diese erschienen auf Harmonia mundi (»Die Schöpfung« von Haydn, Ein deutsches Requiem von J. Brahms, Johannes-Passion von Scarlatti, Missa solemnis von Beethoven), Toccata (»Winterreise« von Schubert), Electrola (Werke von Carissimi und Heinrich Schütz), Philips (Requiem von Cimarosa), BASF (»Penthesilea« von O. Schoeck), Vox (Oratorien »Die Schöpfung« und »Die Jahreszeiten« von Haydn), DGG (Werke von G. de Machaut, B. Marcello), HMV (Johannes-Passion von J.S. Bach), Jecklin-Disco (Lieder von Schubert, Mozart und A. Zemlinsky), Erato (Werke von M.A. Charpentier, »Der Tod Jesu« von Graun, Werke von H. Schütz und Zelenka), Calig-Verlag (Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns), Schwann (Requiem von Gabriel Fauré), Pan (Lieder von O. Schoeck und W. Burkhard), Amati (»Mozart und Salieri« von Rimsky-Korssakow).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.musaios.ch/index1.htm

 

30.12. Janis KELLY wird 60

Janis Kelly

Sie absolvierte ihre Ausbildung 1972-76 an der Royal Scottish Academy of Music in Glasgow, 1976-79 am Royal College of Music in London und 1980-83 in Paris. In Frankfurt a.M. war sie Schülerin von Elisabeth Grümmer und in London von Audrey Langford. Sie debütierte 1979 bei der Musical Theatre Company als Yum-Yum in der Operette »The Mikado« von Gilbert & Sullivan. 1981 vertrat sie England beim Enesco-Forum junger Musiker in Bratislava. Sie kam schnell in England zu einer bedeutenden Karriere im Bereich der Oper. Sie sang die Serpetta in Mozarts »La finta giardiniera« beim Camden Festival und bei den Festspielen von Glyndebourne (1991), bei der Opera Factory London die Flora in »The Knot Garden« von M. Tippett, die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Zerline im »Don Giovanni« und die Despina in »Così fan tutte«. An der English National Opera London war sie seit 1980 als Amor in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea«, als Flora in »The Turn of the Screw« von Benjamin Britten, als Bekhetaten in »Akhnaten« (»Echnaton«, 1985 in der englischen Erstaufführung) von Philip Glass, als Barbarina in »Le nozze di Figaro«, als Papagena in der »Zauberflöte«, als Kitty in »Anna Karenina« von Iain Hamilton (in der Uraufführung der Oper 1981), als Rose in »Street Scene« von K. Weill und in weiteren Rollen zu hören. 1986 wirkte sie dort in der Uraufführung von Birtwistles »The Mask of Orpheus« mit. An der Opera North Leeds trat sie als Magnolia in dem Musical »Show Boat« (und 1996 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«) auf, in Anchorage (Alaska) bereits 1982 als Despina. 1997 trat sie bei der English National Opera als Yum-Yum, 1998 als Romilda in der Händel-Oper »Xerxes« (»Serse«) auf, 1999 als Iris in »Semele« von Händel, beim Buxton Festival 1998 als Rosina in »La finta semplice« von Mozart. 1999 sang sie an der Opera North Leeds die Traviata, dort auch 2000 die Magda in Pucinis »La Rondine«. 2000 übernahm sie an der English National Opera die Titelrolle in »Alcina« von Händel und die Pat Nixon in »Nixon in China« von John Adams. Als Pat Nixon debütierte sie auch 2011 an der Metropolitan Opera New York. Als Konzertsolistin kam sie in ihrer englischen Heimat, in Paris, in den USA, in der Tschechoslowakei und in Kanada zu Erfolgen.

Schallplatten: TER (»Street Scene« von K. Weill).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.janiskellysoprano.com/

 

30.12. Alfonso ECHEVERRÍA wird 65

 Biographie des spanischen Baritons, der 1981-82 auch an der Wiener Staatsoper engagiert war, auf Spanisch: http://www.iberkonzert.com/biografia/38/ALFONSO-ECHEVERRIA.html

 

30.12. Nancy Van de VATE wird 85

Sie erhielt eine Ausbildung im Konzertfach Klavier an der Eastman School of Music und der Musiktheorie an der Wellesley College Bachelor of Arts. Ihren Magister in Musikkomposition machte sie an der Universität von Mississippi und einen Doktor in Musikkomposition an der Florida State University. Danach folgten weitere Studien für Elektronische Musik am Dartmouth College und an der Universität von New Hampshire.

De Vate wurde besonders bekannt für ihre Kompositionen für großes Orchester. Sie war Fakultätsmitglied an elf Universitäten und Colleges in den Vereinigten Staaten und auch am Jakarta Konservatorium (Yayasan Pendidikan Musik) in Indonesien. Heute unterrichtet Nancy Van de Vate Musikkomposition am Institut für Europäische Studien in Wien. Die Premiere ihrer Oper Im Westen nichts Neues (All Quiet on the Western Front) fand 2003 in Osnabrück statt. Das Werk wurde im Mai 2003 von der New York City Opera in ihr Programm aufgenommen. Im Januar 2005 wurde ihre neue Kammeroper Where the Cross Is Made, basierend auf einem Stück von Eugene O‘Neill, von der National Opera Association (USA) im Rahmen ihres internationalen, biennalen Wettbewerbs für neue Kammeropern, preisgekrönt. Eine gekürzte Version wurde in New York City vorgestellt. Die gesamte Oper wurde auch im Januar 2006, bei der 51. jährlichen Zusammenkunft der National Opera Association in Ann Arbor (Michigan), aufgeführt. Tschernobyl ist eins ihrer bisher 26 Orchesterwerke, das in Wien, Hamburg, der Tschechischen Republik, Bulgarien, in den USA (Chautauqua Festival) und in Maine (Portland Symphony Orchestra) gespielt wurde. Als Teil eines Sonderkonzerts spielte es das Portland Symphony Orchestra unter der Leitung von Toshiyuki Shimada, am 25. Februar 2006, dem 20. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl. Seit seiner Veröffentlichung 1987 auf CD wird Tschernobyl von Radiosendern gespielt. Van de Vate komponierte Soli und Kammerwerke für unterschiedliche Instrumente und Ensembles, darunter das vom Wiener Mozartjahr 2006 in Auftrag gegebene String Quartet No. 2 und das Brass Quintet No. 2: Variations on the „Streets of Laredo“, ein Auftragswerk der Universität Mississippi für deren Musikfestival 2005. Als Rednerin nahm sie am World Music Council Treffen in Los Angeles im Oktober 2005 teil. Seit der Verleihung des Kyoto-Preises für Musik ist sie auch hier als Nominatorin tätig. Mit ihrem verstorbenen Ehemann, Clyde Smith, gründete sie 1990 die CD-Firma Vienna Modern Masters, deren Präsidentin und künstlerische Leiterin sie ist.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.nancy-vandevate.at/

 

31.12. Rudolf KREČMER wird 65

Er wurde in einer Familie mit langer Musiktradition geboren. Den ersten Musikunterricht und den Kontakt mit dem Konzert- und Opernleben hat ihm sein Stiefvater, der Dirigent Václav Neumann, vermittelt. Nach seinem Abitur am Gymnasium und Abschluss des Studiums am Prager Konservatorium setzte Rudolf Krečmer seine musikalische Ausbildung an der Akademie der musischen Künste in Prag fort, wo er bei Alois Klíma im Jahre 1978 das Fach Dirigieren absolvierte. 1970–75 konnte er seine ersten Erfahrungen als Dirigent mit dem Kammerensemble Camerata Nova sammeln; einen seiner Auftritte mit diesem Ensemble hat Hans Swarovsky besucht und ihm die Möglichkeit geboten, an seinen Meisterkursen an der Wiener Musikhochschule (1974) teilzunehmen. Noch während seines Studiums war Rudolf Krečmer an der Gründung des Opernorchesters in Hradec Králové beteiligt, mit dem er die folgenden zehn Jahre als Dirigent, später als Chefdirigent verbunden blieb. Mit diesem Orchester, der heutigen Philharmonie Hradec Králové, begründete Krečmer die Tradition der Abonnenten-Konzerte und absolvierte mit ihm auch eine Reihe erfolgreicher Gastspiele im Ausland. Außerdem gastierte er bei mehr als 40 Orchestern, darunter bei fast allen renommierten seiner Heimat (z.B. Prager Symphoniker, Symphonisches Orchester des Prager Rundfunks, Prager Kammerorchester, Slowakische Philharmonie Bratislava, Staatsphilharmonie Brno, Janáček Philharmonie Ostrava, Philharmonie Košice und Symphonisches Orchester Karlovy Vary). Im Ausland ist Rudolf Krečmer wiederholt mit den Hamburger Symphonikern, der Bochumer Symphonie, der Philharmonie Bremen, dem Rundfunkorchester Leipzig, der Schweriner Philharmonie, dem Bruckner-Orchester Linz aufgetreten. Mit den Bamberger Symphonikern hat er die beiden Violoncellokonzerte Antonín Dvořáks eingespielt, und mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München Werke von Bohuslav Martinů, Luboš Fišer und Otmar Mácha. Er absolvierte im Jahre 1984 in Italien eine Tournee von zwölf Konzerten mit dem Orchestra Siciliana Palermo, auf deren Programm der symphonische Zyklus von Bedřich Smetana Mein Vaterland stand. Er arbeitet regelmäßig auch mit Orchestern in Japan zusammen: In den Jahren 1982–96 hat er wiederholt das Rundfunk-Symphonieorchester Sapporo dirigiert, weiters das Schinsei Symphonieorchester Tokyo und das Philharmonieorchester Tokyo. Mit diesem und dem Symphonischen Orchester NHK hat Rudolf Krečmer in den Jahren 1991 und 1992 mehrere weitere Konzerte in ganz Japan gegeben. Ebenso intensiv ist Rudolf Krečmer als Operndirigent tätig. Im Jahre 1981 absolvierte er auf Einladung von Wolfgang Sawallisch einen sechsmonatigen Studienaufenthalt als Dirigierassistent an der Bayerischen Staatsoper in München. In dieser glanzvollen Ära der Münchener Oper konnte er so prominente Dirigenten wie Wolfgang Sawallisch, Rafael Kubelík, Riccardo Muti, Nello Santi, Carlos Kleiber und nicht weniger bedeutende Opernregisseure wie August Everding, Bohumír Hrdlička und Jean-Pierre Ponnelle bei ihrer Arbeit persönlich erleben. Im Jahre 1988 wurde Rudolf Krečmer Dirigent der Oper des Nationaltheaters Prag. Bereits am Beginn seines Engagements hat durch seine Einstudierung der Neuinszenierung der Griechischen Passion von Bohuslav Martinů auf sich aufmerksam gemacht, er hat auch die von Alberto Zedda revidierte Fassung von Rossinis Il barbiere di Siviglia vorstudiert. Im Jahre 1989 dirigierte er an der Neuen Bühne des Nationaltheaters die Premiere von Martinůs Alexander bis und Purcells Dido and Aeneas. In dieser Zeit lernte er den Dirigenten Bohumil Gregor kennen, der ihn als 2. Dirigenten für die neuen Produktionen von Leoš Janáčeks Die Ausflüge des Herrn Brouček und Aus einem Totenhaus einsetzte. Während seiner drei Jahren am Nationaltheater hat Krečmer auch Rigoletto, Rusalka und Tosca dirigiert und sich an der von Zdeněk Košler geleiteten Produktion von Così fan tutte beteiligt. Im Jahre 1997 hat er Mozarts Don Giovanni für die Stagione des Ensembles „Opera Mozart“ am Ständetheater einstudiert. Rudolf Krečmer war auch Gast an bedeutenden Opernbühnen im Ausland. Im Jahre 1989 hat er Eugen Onegin am Teatro Municipale Rio de Janeiro einstudiert, 1990 die Tosca an der Staatsoper Hannover mehrmals dirigiert, 1991 sechs Vorstellungen und die Fernseh-Übertragung von Janáčeks Jenůfa am Teatro del Liceu in Barcelona, 1992 zwölf Mal Die verkaufte Braut am Opernhaus Bonn, mehrmals Die Zauberflöte an der Staatsoper Stuttgart, 1993 mehrere Vorstellungen von Humperdincks Hänsel und Gretel an der Staatsoper Hamburg und Janáčeks Die Sache Makropulos am Teatro Nacional de São Carlos Lissabon. Eine große Herausforderung war für ihn der Zyklus von Janáček-Opern an der Opèra du Rhin Strasbourg in den Jahren 1992–95. Im Jahre 2000 folgte dann Das schlaue Füchslein am Teatro Colón Buenos Aires als Erstaufführung in Südamerika. Im Jahre 1999 wurde Rudolf Krečmer als Dirigent an die Staatsoper Prag engagiert und nach der Ernennung von Bohumil Gregor als Musikdirektor von diesem zu seinem Vertreter gewählt. An diesem Haus hat Krečmer bis jetzt Der Freischütz (1999), Ein Maskenball (2001), Die Zauberflöte (2002), Tosca, Carmen, Rigoletto, Turandot, Aida, Pique Dame einstudiert und dirigiert und auch die Operette Die Fledermaus musikalisch geleitet.

 

31.12. Birgit Louise FRANDSEN wird 70

 Sie erhielt ihre Ausbildung in Aarhus und am Salzburger Mozarteum. 1981 begann sie ihre Bühnenkarriere am Stora Theater von Göteborg. Sie trat als Gast an der Königlichen Oper Kopenhagen auf, wo sie in der Spielzeit 1985-86 als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« ihrer großen Glanzrolle, besonders erfolgreich war. Sie trug diese Partie während zwei Spielzeiten an der Königlichen Oper Stockholm und 1989 bei den Festspielen im Barocktheater von Drottningholm vor. In ihrem Repertoire für die Bühne fanden sich zahlreiche weitere Rollen aus dem Koloraturfach, darunter die Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, die Gilda im »Rigoletto«, die Traviata und die Zerbinetta in der Richard Strauss-Oper »Ariadne auf Naxos«. 1993 gastierte sie in Göteborg als Alice Ford im »Falstaff« von Verdi. Auch als Konzertsolistin geschätzt.

Schallplatten: Philips (»Die Zauberflöte« aus Drottningholm, auch als Video).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://birgitlouise.se/

 

31.12. Jaap SCHROEDER wird 9

Er studierte Violine bei Jos de Clerck am Konservatorium seiner Heimatstadt Amsterdam und später in Paris an der École Jacques Thibaud bei Joseph Calvet (1897–1984) und Jean Pasquier (1904–92), außerdem studierte er Musikwissenschaften an der Pariser Sorbonne. Nach der Ausbildung war er Konzertmeister beim Kammerorchester von Radio Hilversum. Gleichzeitig regten befreundete Musiker ihn an, mit ihnen das „Nederlands Strijkkwartet“ zu gründen, mit diesem Streichquartett gab er zahlreiche Konzerte in Europa und Nordamerika. 1960 gründete er das Ensemble „Concerto Amsterdam“, dessen Leiter er wurde. Die Konversion des Ensembles in ein Barockorchester erfolgte etwa 1969. So verfolgte er während 17 Jahren die Laufbahn eines klassischen Geigers, bis er, inzwischen zum Kreis von Musikern um Frans Brüggen und Gustav Leonhardt gehörend, sich ab Ende der 1960er Jahre intensiv mit der Barockvioline und der historischen Aufführungspraxis auseinandersetzte. 1973 erhielt er die Einladung, an der Schola Cantorum Basiliensis eine Klasse für Barockvioline zu gründen. 1975 gründete er das „Esterházy Quartett“ welches bis 1981 bestehend, auf Originalinstrumenten musizierte. 1981 berief ihn Christopher Hogwood als Konzertmeister der Academy of Ancient Music. 1982 wurde er für sechs Jahre zum Gastleiter der neu gegründeten „Smithsonian Chamber Players“ in Washington berufen. Jaap Schroeder unterrichtete an zahlreichen Musikfakultäten amerikanischer Universitäten, so an der Yale University, der Virginia und Maryland Hochschule, sowie am Peabody Conservatory, der Banff School of the Arts und dem Konservatorium der Stadt Luxemburg. Er widmete sich intensiv der Wiederentdeckung der vergessenen Violinliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts. Schroeder ist regelmäßig Gastdirigent bei führenden Kammerensembles.

 

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