Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM APRIL 2016

GEBURTSTAGE

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 

1.4. Barbara FUCHS wird 60
Barbara-Fuchs

Sie war die Tochter der bekannten Sopranistin Hedda Heusser (* 1921). Sie erhielt ihre Ausbildung im Internationalen Opernstudio Zürich und in Frankfurt a.M. bei dem Pädagogen Franz H. Hasl, dazu in Meisterkursen bei Erik Werba, Sena Jurinac und Elisabeth Schwarzkopf. Sie bekam zweimal einen Förderpreis der Stadt Salzburg. Sie wirkte bereits in der Spielzeit 1979-80 (noch während ihrer Ausbildung am Internationalen Opernstudio Zürich) am Opernhaus von Zürich in der Schweizer Erstaufführung der (von Fr. Cerha ergänzten) Oper »Lulu« von A. Berg mit, die in Lausanne wiederholt wurde. Ihre eigentliche Bühnenkarriere begann mit einem Engagement am Stadttheater von Ulm in den Jahren 1981-85. Hier sang sie das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Adele in der »Fledermaus«, die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto« und die Rosina im »Barbier von Sevilla«. 1985-87 sang sie am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen weitere Partien aus dem Koloraturfach: die Sophie im »Rosenkavalier«, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte« und die Annina in der Strauß-Operette »Eine Nacht in Venedig«. 1987-89 war sie am Theater der Schweizerischen Bundeshauptstadt Bern tätig; hier hörte man sie als Königin der Nacht und als Vreli in »Romeo und Julia auf dem Dorfe« von Delius. 1990 wurde sie an das Opernhaus Frankfurt a.M. berufen, wo sie als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Helena in der zeitgenössischen Oper »Troades« von Aribert Reimann auftrat. 1996 sang sie bei den »Carmen«-Aufführungen in der Arena von Avenches (Schweiz) die Frasquita. In ihrer großen Glanzrolle, der Königin der Nacht, war sie u.a. in Köln, Mannheim, Darmstadt, Stuttgart, München, Wien und Dresden zu Gast. Erfolgreiche Konzertauftritte, Liederabende und Rundfunkaufnahmen in Deutschland wie im Ausland. Verheiratet mit dem Schauspieler Michael Schlegelberger.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.barbara-fuchs.com/

 

1.4. Michel BRODARD wird 70

Er wurde am Conservatoire von Fribourg in den Jahren 1965-74 ausgebildet, begann aber bereits 1971 eine ausgedehnte Tätigkeit als Konzert- und vor allem als Oratoriensänger. Er trat nur selten als Gast auf der Bühne in Erscheinung (u.a. in Genf, Lausanne, Luzern, Nancy und Metz), sang aber Opernpartien in konzertanten Aufführungen und in Rundfunksendungen sowie auf Schallplatten. Im Konzertsaal kam er zu einer internationalen Karriere mit Auftritten in den Mittelpunkten des Schweizer Musiklebens, in Brüssel, Marseille, Paris, Toulouse, Lyon und Straßburg, in Bologna, Rom und Lucca, in Frankfurt a.M., Hannover und Stuttgart, in Barcelona, Granada und Lissabon, in Buenos Aires, Madrid, Tel Aviv und Wroclaw (Breslau). Teilnahme an vielen internationalen Musikfestspielen. Sein Repertoire im Konzertsaal reichte von den Barock-Werken eines J.S. Bach und Händel bis zu zeitgenössischen Vokalwerken; auch als Lied-Interpret geschätzt. Er lebte in La Roche im Schweizer Kanton Fribourg.

Schallplatten: Erato (»L’Enfant et les sortilèges« von Ravel, »Pelléas et Mélisande«, Weihnachtsoratorium von J.S. Bach, Theresien-Messe von J. Haydn, Madrigale und Marienvesper von Monteverdi, Messe Es-Dur von Schubert, Psalm 110 von Vivaldi), Editions Rencontre (»Renard« von Strawinsky), VDE-Gallo (Mozart-Messen, »Les Noces« von Strawinsky), Cascavelle (»Judith« von A. Honegger, »In Terra Pax« von Frank Martin, Mozart-Arien, Messe C-Moll von Mozart, Carmina Burana von C. Orff).

 

2.4. Die Mezzosopranistin Claudia Nicole BANDERA wird 60

 

3.4. Jorma HYNNINEN wird 75

Jorma HYNNINEN

Sein Vater war Bauer und Waldarbeiter; er ergriff zuerst den Beruf eines Volksschullehrers. Man wurde jedoch auf seine schöne Stimme aufmerksam, und er ließ diese am Kuopio-Konservatorium, dann an der Sibelius Akademie in Helsinki durch Matti Tuloisela und Antti Koskinen ausbilden. Abschluss des Gesangstudiums bei Luigi Ricci in Rom und bei Clemens Kaiser-Breme in Essen. 1969 Debüt an der Finnischen Nationaloper Helsinki als Tonio im »Bajazzo« von Leoncavallo. Erfolgreiche Karriere als Mitglied dieses Opernhauses sowie bei Gastspielen an der Königlichen Oper Stockholm. Am 30.11.1978 sang er an der Oper von Helsinki den Topi in der Uraufführung der Oper »Der rote Strich« (»Punainen viiva«) von Aulis Sallinen. Er gastierte an der Wiener Volksoper (als Graf in »Figaros Hochzeit«) und 1977-87 an der Wiener Staatsoper (als Valentin im »Faust« von Gounod, als Graf in »Le nozze di Figaro«, als Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Guglielmo in »Così fan tutte« und als Wolfram im »Tannhäuser« in insgesamt 54 Vorstellungen). 1986 nahm er an der Japan-Tournee der Wiener Staatsoper teil. Er gastierte Er gastierte mit großem Erfolg an der Grand Opéra Paris (1980 als Pelléas in »Pelléas et Mélisande« von Debussy sowie 1991-92 als Graf in »Le nozze di Figaro«). 1983 Gastspiel mit dem Ensemble der Nationaloper Helsinki in der Metropolitan Oper New York in der zeitgenössischen finnischen Oper »Der rote Strich« von Sallinen. 1984 wurde er als reguläres Mitglied an die Metropolitan Oper verpflichtet, an der er als Antrittsrolle den Posa in Verdis »Don Carlos« sang und dann bis 1992 in insgesamt 27 Vorstellungen als Graf in »Le nozze di Figaro«, als Wolfram und als Eugen Onegin große Erfolge hatte. Diese stellten sich auch bei den Festspielen von Savonlinna ein, wo er u.a. 1983 als Posa, 1984 in der Uraufführung einer weiteren Oper von Aulis Sallinen »Der König geht nach Frankreich«, 1992 als Sprecher in der »Zauberflöte«, 1993-98 als Macbeth in der gleichnamigen Verdi-Oper und 1996-98 als Wolfram auftrat. Seit 1984 künstlerischer Direktor der Oper von Helsinki. Er wirkte 1985 in der Uraufführung der Oper »Thomas« von Einojuhani Rautavaara in Joensuu (Nord-Karelien) mit und sang 1986 den Titelhelden in einer viel beachteten Aufführung der Oper »Juha« von A. Merikanto, die 1987 beim Edinburgh Festival wiederholt wurde, bei dem er im gleichen Jahr auch als Rigoletto (bei einem Gastspiel der Finnischen Nationaloper) auftrat. Am Teatro Liceu Barcelona 1988 als Wolfram zu Gast, an der Oper von San Francisco 1988 als Amfortas im »Parsifal« und 1994 als Wolfram, an der Chicago Opera 1989 als Posa. Am 17.5.1990 gestaltete er an der Oper von Helsinki die Titelpartie in einer weiteren Uraufführung einer zeitgenössischen finnischen Oper, »Vincent« von Einojuhani Rautavaara. 1990 sang er an der Deutschen Oper Berlin die Titelpartie in »Mathis der Maler« von Hindemith. 1992 war er bei einem Gastspiel der Nationaloper Helsinki in Los Angeles der Titelheld in der Uraufführung der Oper »Kullervo« von Aulis Sallinen. Am 30.11.1993 sang er die gleiche Partie bei der Eröffnung der neu erbauten Nationaloper in Helsinki, 1995 in der französischen Erstaufführung der Oper in Nantes. 1994 gastierte er am Teatro Colón Buenos Aires als Wolfram, 1995 beim Maggio Musicale von Florenz als Roland in »Fierrabras« von Schubert. Bei den Festspielen von Savonlinna sang er am 8.7.1997 in der Uraufführung der Oper »Aleksis Kivi« von E. Rautavaara die Titelrolle, die er 1998 an der Opéra du Rhin Straßburg wiederholte. In Los Angeles hörte man ihn in der Spielzeit 1998-99 als Germont sr. in »La Traviata«, 1999 am Opernhaus von Antwerpen als Amfortas. 2000 sang er an der Nationaloper von Helsinki die Titelrolle in Verdis »Simon Boccanegra«, bei den Festspielen von Savonlinna den Papageno in der »Zauberflöte« und in den Uraufführungen der Opern »… nunc et semper …« von Hermann Rechberger (den Betrand Person, 17.7.2000) und »Lear« von Aulis Sallinen (den Gloucester, 15.9.2000). Bedeutende Karriere auch als Konzertsänger, namentlich auch als Lied-Interpret. Er gab Liederabende in den skandinavischen Ländern, in Deutschland, Österreich und Russland, in Italien, in Kanada und in den USA. Dabei trug er Liedzyklen von Schubert, R. Schumann (»Dichterliebe«), J. Brahms (»Die schöne Magelone«), Lieder von Sibelius, Kilpinen und Liedkompositionen zeitgenössischer skandinavischer Komponisten vor. 1983 wirkte er in der Uraufführung des Requiems von Joonas Kokkonen mit.

Lit: H. Finch: Jorma Hynninen (in »Opera«, 1995).

Schallplatten: Finnlevy, Finlandia (»Pohjalaisia« von L. Madetoja, Lieder von Sibelius, Requiem von Joonas Kokkonen, »Der rote Strich« von A. Sallinen, Lieder von Hugo Wolf, Carlo Collan und Toivo Kuula, Kullervo-Sinfonie von Sibelius, Johannes-Passion von Paert), Ondine (»Vincent« und »Thomas« von E. Rautavaara, Arien-Platte, »Juha« von Merikanto, Titelrolle in »Kullervo« von A. Sallinen, »Songs of Life and Death« von Sallinen; Lieder von R. Schumann, Lieder von Sibelius, Lieder finnischer Komponisten), Ondine/Note I (Recital), HMV (Graf in »Le nozze di Figaro«), BIS (Opernszenen aus Savonlinna), Fuga (»Die schöne Müllerin« und »Winterreise« von Schubert), Philips (»Elektra« von R. Strauss, Deutsches Requiem von J. Brahms zusammen mit Jessye Norman), Acanta (Barockmusik), BIS (»Jungfruburen« von Sibelius), Sony (»Il Prigioniero« von L. Dallapiccola), Chandos (8. Sinfonie von G. Mahler), DGG (Sinfonie von C. Nielsen).

 

4.4. J. Patrick RAFTERY wird 65

J. Patrick Raftery

 Er war Schüler des Pädagogen Armen Boyajian. 1979 debütierte er an der Oper von San Diego in Verdis »I Lombardi alla prima crociata«, 1980 sang er an der Lyric Opera Chicago den Schtschelkalow im »Boris Godunow« von Mussorgsky. In der Saison 1981-82 erfolgte sein Europa-Debüt, als er am Théâtre Châtelet in Paris den Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet sang. 1984 wirkte er bei den Festspielen von Glyndebourne als Guglielmo in »Così fan tutte« mit, 1984 an der Santa Fé Opera in Verdis »Il Corsaro« und in »Gwendoline« von Emmanuel Chabrier, in Los Angeles als Germont-père in »La Traviata«. 1985 kam es zu einem ersten Auftreten an der Covent Garden Oper London als Graf in »Le nozze di Figaro«. Er war zu Gast an der City Opera New York, an der Staatsoper von Hamburg (»Amadige di Gaula« von Händel, 1983-84), am Théâtre de la Monnaie Brüssel und am Opernhaus von Köln. An der Pariser Oper gastierte er 1985 als Figaro im »Barbier von Sevilla« und 1991 als Lescaut in »Manon Lescaut« von Puccini. 1985 trat er in Washington als Eugen Onegin von Tschaikowsky, in San Diego als Germont-père auf, 1986 in Chicago als Enrico in »Lucia di Lammermoor«, 1988 an der Oper von Santiago de Chile als Graf Luna im »Troubadour« und, ebenfalls 1988, an der Oper von Rom als Lescaut in »Manon Lescaut« von Puccini, den er dann auch 1990 bei seinem Debüt im Haus der New Yorker Metropolitan Oper sang (nachdem er bereits 1989 bei Freiluftaufführungen der Metropolitan Oper den Enrico in »Lucia di Lammermoor« gesungen hatte). 1986 gastierte er beim Rossini Festival von Pesaro in »Il Turco in Italia«. 1989 übernahm er in Genua die Partie des Belcore in »L’Elisir d’amore«, die er auch 1990 an der Hamburger Staatsoper vortrug; am Teatro San Carlo Neapel 1990 als Lescaut in »Manon« von Massenet zu Gast, in Lausanne als Germont-père. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1991 als Figaro im »Barbier von Sevilla« und als Eisenstein in der »Fledermaus«. 1992 trat er an der Münchner Staatsoper als Scarpia auf, ebenfalls 1992 an der Staatsoper Hamburg als Malatesta im »Don Pasquale«. Weitere Gastspiele in Wien, Monte Carlo, Nizza und Bonn (als Belcore, Don Pasquale und als Marcello in »La Bohème«). 1992 wechselte er ins Heldentenor-Fach. Als erste Tenor-Partie sang er 1992 in New York die Titelrolle in »Lucio Silla« von Mozart und sang nun u.a. an der Oper von Nizza den Parsifal, am Opernhaus von Leipzig den Erik in »Der fliegende Holländer«, den Florestan im »Fidelio«, den Max in »Jonny spielt auf« von Krenek und den Dimitrij im »Boris Godunow«, in Hamburg den Andrej Chowanski in »Chowanschtschina« von Mussorgski, 1993 am Teatro Regio Turin den Eisenstein und an der Mailänder Scala den Cinna in »La Vestale« von Spontini, 1995 an der Oper von Frankfurt a.M. den Lucio Silla, in Seattle den Siegmund in der »Walküre« und an der Covent Garden Oper London zwei Partien in »Arianna« von A. Goehr, 1996 in Toronto den Erik. 1997 hörte man ihn am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Florestan und am Opernhaus von Dublin als Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe«, 1998 an der Oper von Santiago de Chile als Eisenstein. An der Opéra-Bastille Paris sang er am 16.5.1998 in der Uraufführung der Oper »Salammbô« von Ph. Fénelon den Mâtho. 1999 gastierte er am Opernhaus von Köln als Falsacappa in der Offenbach-Operette »Die Banditen« (»Les Brigands«), 2001 am Opernhaus von Lausanne wieder als Lucio Silla. Aus seinem Repertoire aus dem Bariton-Fach sind noch der Escamillo in »Carmen«, der Silvio im »Bajazzo«, der Sharpless in »Madame Butterfly« und der Mercutio in »Roméo et Juliette« von Gounod zu nennen. Nicht weniger erfolgreiche Karriere im Konzertsaal.

Schallplatten: Sony (»La Vestale« von Spontini).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.jpatrickraftery.com/

 

4.4. Sergei LEIFERKUS wird 70

Sergei Leiferkus
Als Rangoni/ Boris Godunow

 Er sang im Universitätschor in Leningrad und studierte 1967-70 am dortigen Konservatorium, wo er Schüler von Barsow und Schaposchnikow war. Während dieser Zeit übernahm er gelegentlich kleinere Rollen am Maly Theater in Leningrad. 1971 gewann er den Glinka-Gesangwettbewerb, 1973 den Wettbewerb beim Weltjugend-Festival in Belgrad, 1974 den Schumann-Wettbewerb in Zwickau, 1976 einen internationalen Concours in Paris. Am Opernhaus (Kirow-Theater) von Leningrad sang er seit 1977 u.a. den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Don Giovanni, den Prinzen Andrej in Prokofieffs »Krieg und Frieden« und den Robert in »Jolanthe« von Tschaikowsky. In Westeuropa wurde er zunächst durch seine Gastspielauftritte beim Wexford Festival in Irland bekannt; dort sang er den Marquis in »Grisélidis« von Massenet, den Titelhelden in »Hans Heiling« von Marschner (1984), den Boniface in Massenets »Le jongleur de Notre Dame« (1985) und den Spielmann in »Königskinder« von Humperdinck (1986). 1985 gastierte er als Germont-père in »La Traviata« in Paris. Er hatte große Erfolge bei der Scottish Opera Glasgow (1985 als Don Giovanni, 1986 als Escamillo in »Carmen«, 1988 als Eugen Onegin von Tschaikowsky und in »Hans Heiling« von C. Orff). Als Eugen Onegin wie auch als Tomsky in »Pique Dame« feierte man ihn 1987 bei einem Gastspiel der Leningrader Oper im Haus der Covent Garden Oper London, an der er auch 1989 als Gast den Grafen Luna im »Troubadour« vortrug. Er gastierte bei der English National Opera London (1987 als Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet und als Escamillo) und an der Opera North Leeds (Scarpia in »Tosca«, Zurga, 1988). 1987 Gastspiel mit der Oper von Leningrad bei den Festspielen von Wiesbaden. An der Oper von San Francisco gastierte er 1989 als Telramund im »Lohengrin« (zugleich sein US-Debüt), 1992 als Rangoni im »Boris Godunow«, 1994 als Ruprecht in » L’Ange de feu « von Prokofieff, 1996 als Titelheld in Borodins »Fürst Igor«, 1998 als Scarpia, 1999 als Renato in Verdis »Un ballo in maschera« und 2002 als Jago in Verdis »Otello«. 1990 gastierte er an der Covent Garden Oper London und an der Oper von Dallas als Fürst Igor«. An der Wiener Staatsoper hörte man ihn 1990-99 in insgesamt 22 Vorstellungen als Eugen Onegin, als Tomsky, als Scarpia, als Amonasro in »Aida«, als Escamillo, als Grafen Luna und als Jago. Bei den Salzburger Osterfestspielen gastierte er 1990 als Don Pizarro im »Fidelio« und 1998 als Rangoni im »Boris Godunow«. An der Pariser Oper war er 1991 als Graf in »Le nozze di Figaro« und als Tomsky, 1994 als Scarpia, 1997 als Titelheld in Verdis »Nabucco« und 1999 als Telramund zu Gast. Bei den Festspielen von Bregenz sang er 1991 den Mazeppa in der gleichnamigen Oper von Tschaikowsky und 1994 den Nabucco. In Amsterdam sang er 1991 den Mazeppa und 1993 den Telramund, am Teatro Colón Buenos Aires 1991 den Grafen Luna. 1992 trat er an der Oper von St. Petersburg als Ruprecht in »L’Ange de feu«, an der Covent Garden Oper London als Jago (mit Placido Domingo als Otello) auf. Beim Glyndebourne Festival gastierte er 1992 und 1995 als Tomsky, 2004 als Baron in Rachmaninows »Der geizige Ritter« und 2012 als Förster in Janáceks »Das schlaue Füchslein«. 1992 debütierte er als Eugen Onegin an der Metropolitan Oper New York, an der er bis 2004 in insgesamt 86 Vorstellungen auch als Jago, als Escamillo, als Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, als Rangoni, als Grand-prêtre in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und als Don Pizarro auftrat. An der Mailänder Scala hörte man ihn 1994 und 1999 als Ruprecht in »L’Ange de feu«, 1994 in Prokofieffs »Iwan der Schreckliche« und 1998 mit einem Liederabend. 1995 gastierte er an der Berliner Staatsoper als Amonasro, 1996 an der Oper von Dallas als Don Giovanni. Er wirkte 1997 an der Londoner Covent Garden Oper (später auch in New York) in Aufführungen der Oper »Palestrina« von H. Pfitzner als Luna mit und sang dort im gleichen Jahr den Telramund und den Simon Boccanegra in der Oper gleichen Namens von Verdi, an der Oper von Houston/Texas die Titelpartie in Verdis »Macbeth«. 1998 sang er in der Royal Festival Hall in London den Klingsor in einer konzertanten Aufführung des »Parsifal«, an der Deutschen Oper Berlin 1998 den Eugen Onegin, an der Berliner Staatsoper 1999 den Telramund. 1999 gastierte er an der Oper von Tel Aviv als Eugen Onegin. Am Marienskij Theater St. Petersburg trat er 1999 als Don Giovanni auf. 2000 gastierte er an der Oper von Washington als Scarpia, an der Deutschen Oper Berlin als Telramund, an der Staatsoper München als Jago, an der Oper von Houston/Texas als Nabucco. Ebenfalls 2000 sang er in der Londoner Albert Hall den Klingsor im »Parsifal« (in einer konzertanten Aufführung), 2001 an der Oper von Melbourne den Simon Boccanegra, an der Oper von Houston/Texas den Fürsten Igor, am Teatro Real Madrid den Don Pizarro. 2003 sang er bei den Salzburger Festspielen den Grand-prêtre in »Samson et Dalila« und in einem Rachmaninow-Konzert. Neben seinem Wirken auf der Opernbühne wurde er als Konzertsänger bekannt. So sang er 1983 in Berlin und 1987 in Boston das Bariton-Solo in der 13. Sinfonie von Schostakowitsch und war 1989 in England als Konzertsolist erfolgreich; auch als Liedersänger wurde er international bekannt. 1983 erhielt er den Titel eines Volkskünstlers der UdSSR, 1985 den Staatspreis der UdSSR (für seine Gestaltung des Eugen Onegin von Tschaikowsky). Seit 1990 lebte er in London.

Lit: E. Forbes: Sergej Leiferkus (in »Opera«, 1990).

Schallplatten: Decca (Glagolitische Messe von Janácek, Werke von Rachmaninoff), RCA (»Pique Dame«, Lieder von Mussorgsky, 14. Sinfonie von Schostakowitsch, 8. Sinfonie von G. Mahler), Sony (Rangoni im »Boris Godunow«), Philips (Ruprecht in »L’Ange de feu« von Prokofieff, »Pique Dame«, auch als Video), DGG (Orchesterlieder von Schostakowitsch, Titelrolle in »Mazeppa« von Tschaikowsky, Titelrolle in »Aleko« und Gianciotto in »Francesca da Rimini« von Rachmaninoff), Ariola/BGM (Telramund im »Lohengrin«), Conifer/Ariola (Lieder von Mussorgsky, Lieder von Tschaikowsky), Teldec (Don Pizarro im »Fidelio«), Chandos/Koch (Lieder von Rachmaninoff), BGM/RCA (»Rothschilds Geige« von B. Flejschman, Arien und Duette aus Opern von Tschaikowsky); Decca-Video (»Fürst Igor«), Pioneer-Video (Jago in Verdis »Otello« mit Placido Domingo und Kiri Te Kanawa), ORF-Video (Auszüge aus Verdis »Nabucco«, Bregenzer Festspiele 1994).

 

5.4. Alfred ŠRAMEK wird 65

Alfrted SRAMEK

 Erster Gesangunterricht durch den Wiener Pädagogen Weber, dann Schüler von Hilde Zadek. Nach einem ersten Engagement 1974-75 am Stadttheater von St. Pölten wurde er 1975 an die Wiener Staatsoper verpflichtet, deren Mitglied er seitdem blieb. Er debütierte hier als einer der Meister in »Palestrina« von Pfitzner. Er entwickelte an diesem Opernhaus eine schnelle Karriere als erster Bass-Buffo. Sehr erfolgreich in Partien wie dem Don Pasquale, dem Bartolo im »Barbier von Sevilla«, dem Masetto wie dem Leporello im »Don Giovanni«, dem Titelhelden in »Figaros Hochzeit«, dem Don Alfonso in »Così fan tutte«, dem Taddeo in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, dem Don Magnifico in »La Cenerentola«, dem Fra Melitone in »La forza del destino« und in einer Anzahl weiterer Partien, u.a. als Mathieu in »Andrea Chénier« von Giordano, als Graf Waldner in »Arabella« von R. Strauss, als Graumann in »Der ferne Klang« von Fr. Schreker, als einer der Handwerksburschen in »Wozzeck«, als Theaterdirektor und als Schigolch in »Lulu« von A. Berg, als Benoit und als Alcindoro in Puccinis »La Bohème«, als Mesner in »Tosca«, den Dansker in »Billy Budd« von B. Britten, als Frank in der »Fledermaus« und als Baron Zeta in Lehárs »Die lustige Witwe«. Er trat an der Wiener Staatsoper bisher in mehr als 2200 Vorstellungen auf, sein Repertoire umfasst mehr als 100 Partien. Er nahm auch mehrmals bei Gastspieltourneen der Wiener Staatsoper ins Ausland teil (u.a. 1978 als 2. Gefangener in »Fidelio« unter Leonard Bernstein an der Mailänder Scala). Er trat auch gastweise an der Wiener Volksoper auf. Bei den Salzburger Festspielen trat er 1976-78 als einer der flandrischen Deputierten in Verdis »Don Carlo«, 1978-79 und 1984 als Notar im »Rosenkavalier«, 1979-82 als Lakai in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1980 als Sultan Soliman in einer konzertanten Aufführung der Oper »Karl V.« von E. Krenek sowie als Mutter in einer konzertanten Aufführung von K. Weills »Die sieben Todsünden der Kleinbürger«, am 7.8.1981 in mehreren Partien in der Uraufführung der Oper »Baal« von F. Cerha, 1984-85 in Verdis »Macbeth« sowie 1980 und 1984 in Mozart-Konzerten auf. 1998 gastierte er in Baden bei Wien als Ollendorf in Millöckers »Der Bettelstudent«. Am 21.3.2000 aus Anlass seines 25-jährigen Hausjubiläums sang er in einer ihm gewidmeten Festvorstellung den Dulcamara in Donizettis »L’Elisir d’amore«. Konzert- und Oratoriensänger von großer Begabung.

Schallplatten: Decca (Masetto in vollständiger Oper »Don Giovanni«, kleinere Aufgaben in vollständigen Aufnahmen von »Lohengrin«, »Wozzeck«, »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai), Amadeo-Philips (»Karl

V.« von Krenek), DGG (»Ariadne auf Naxos«), EMI (Notar im »Rosenkavalier«), Virgin (»Wozzeck«); Pioneer-Video (»La Gioconda« von Ponchielli).

 

6.4. Rosario ANDRADE wird 65

 Sie erhielt ihre erste Ausbildung am Konservatorium ihrer Geburtsstadt Veracruz und war dann Schülerin der Accademia di Santa Cecilia Rom. 1974 debütierte sie am Teatro de las Bellas Artes in Mexico City als Butterfly. Sie kam bald zu einer großen Bühnenkarriere in Europa wie in Nordamerika. So gab sie Gastspiele an der Opéra de Wallonie in Lüttich (1977), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1978), an der Oper von Lyon (1979 in »La Calisto« von Cavalli), an der Nationaloper von Warschau (1981, 1982), an der Oper von Pittsburgh (1988), bei der Mississippi Opera Company Jackson (1986 und 1988 u.a. als Traviata) und bei der Connecticut Opera (1987). Bei den Festspielen von Glyndebourne hörte man sie 1977-78 als Donna Elvira im »Don Giovanni«. 1982 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«. Bis 1987 sang sie hier in insgesamt 23 Vorstellungen auch die Traviata, die Mimi in »La Bohème«, die Titelrolle in »Arabella« von R. Strauss und die Micaela in »Carmen«. 1984 und 1985 bereiste sie Ostasien mit einer Operngesellschaft; auch an südamerikanischen Opernhäusern trat sie mit großen Erfolgen in Erscheinung. Aus ihrem Repertoire sind ergänzend die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Aida, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Tosca und die Marguerite sowohl im »Faust« von Gounod als auch in »La damnation de Faust« von Berlioz zu nennen. Nicht zuletzt kam sie zu einer internationalen Karriere als Konzertsolistin.

Schallplatten: Muza (Recital).

 

6.4. André BERNARD wird 70

 Informationen über den französischen Dirigenten auf seiner Homepage:

http://www.andre-bernard.com/

 

6.4. Joan CARLYLE wird 85

Joan CARLYLE

 Sie erhielt ihre Ausbildung in Cardiff und London, dann auch in Berlin. 1955 Debüt an der Covent Garden Oper London als Frasquita in »Carmen«. In den folgenden Jahren hatte sie hier große Erfolge in Partien wie der Mimi in »La Bohème«, der Nedda im »Bajazzo«, der Desdemona im »Otello«, der Pamina in der »Zauberflöte«, der Zdenka und später der Arabella in »Arabella« von R. Strauss, der Sophie und später der Marschallin im »Rosenkavalier« (1968), der Adriana Lecouvreur in der gleichnamigen Oper von Cilea (1970), der Donna Anna im »Don Giovanni« (1970), der Rusalka in Dvoráks Märchenoper (1975) und der Elisabetta in Verdis »Don Carlos« (1975). Von den vielen Partien, die sie hier übernahm, seien ergänzend die Micaela in »Carmen«, der Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Titelrolle in Puccinis »Suor Angelica« und die Lauretta in »Gianni Schicchi« genannt. 1958 sang sie hier in Cherubinis »Medea« als Partnerin der großen Maria Callas. 1958 wirkte sie an der Covent Garden Oper in der englischen Erstaufführung der Oper »Dialogues des Carmélites« von Poulenc, 1957 in der Premiere von »Les Troyens« von Berlioz mit. 1975 trat sie letztmalig an der Covent Garden Oper als Freia im »Rheingold« auf. 1961 sang sie bei den Festspielen von Edinburgh die Tytania in »A Midsummer Night’s Dream« von Benjamin Britten (im Rahmen eines Gastspiels der Covent Garden Oper), 1965 beim Glyndebourne Festival die Gräfin in »Le nozze di Figaro«. Bei der Scottish Opera Glasgow gastierte sie 1967 als Desdemona und als Mimì. Es kam auch zu einer internationalen Karriere der Künstlerin mit Gastspielen an den Staatsopern von Wien (1961-63 als Nedda, als Mimi und als Page Oscar) und München (1968), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1969), im Lincoln Centre New York und am Teatro Colón von Buenos Aires (1968). Sie sang auch bei der English National Opera sowie 1970 in einer Rundfunksendung über BBC London die Rezia im »Oberon« von Weber. Zugleich war sie eine geschätzte Konzertsopranistin.

Schallplatten: DGG (Nedda im »Bajazzo« als Partnerin von Carlo Bergonzi), Decca (»Mavra« von Strawinsky), Philips (»A Midsummer Marriage« von Tippett), Foyer (»Medea« von Cherubini mit Maria Callas).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.joancarlyle.co.uk/

 

7.4. Die russische Mezzosopranistin Marina SHUTOVA wird 60

 

7.4. Walter HOOK wird 75

 Ausbildung an der University und dem Conservatory of Missouri in Kansas City, dann in der Schule der New Yorker Metropolitan Oper bei Cornelius Reid und Daniel Ferro. 1958 kam es zu seinem Debüt an der Oper von Kansas City als Colline in Puccinis »La Bohème«. Seine Karriere spielte sich vorzugsweise an den Opernhäusern von Kansas City und Baltimore ab. 1972 sang er im Juilliard Opera Center New York in der Uraufführung der Oper »Lord Byron« von Thomson. Auch an der New York City Opera aufgetreten. Sein reichhaltiges Repertoire umfasste Aufgaben aus dem lyrischen wie aus dem heldischen Baritonfach von Mozart und Pergolesi bis zu zeitgenössischen Komponisten. Ein ebenso umfassendes Repertoire brachte er auf dem Konzertsektor zum Vortrag. Er war später in New York pädagogisch tätig.

Schallplatten: CRI (vollständige Oper »The Taming of the Shrew« von Vittorio Giannini), Desto.

 

8.4. Violetta MADJAROWA wird 70

Violetta MADJAROWA

 Sie erhielt ihre Ausbildung im Wesentlichen durch Z. Diakowitsch in Sofia. 1971 erfolgte ihr Bühnendebüt am Stadttheater von Halle (Saale) in der Rolle der 3. Dame in der »Zauberflöte«, nachdem sie bereits in ihrer bulgarischen Heimat als Konzertsängerin aufgetreten war. Bis 1982 blieb sie in Halle, wo sie vor allem als Mozart- und Verdi-Interpretin hervortrat und bei den alljährlichen Händel-Festspielen in den Barock-Opern dieses Meisters ihre Erfolge hatte. Seit 1982 Mitglied der Komischen Oper Berlin. Sie wurde durch Gastspiele an den Opernhäusern von Dresden und Leipzig, an der Nationaloper von Sofia wie an Opernhäusern in der CSSR ebenso bekannt wie durch ihre Auftritte als Konzertsolistin.

Schallplatten: Balkanton.

 

8.4. Emma RENZI wird 90

Emma RENZI

 Sie erhielt ihre Gesangsausbildung 1943-47 am College of Music in Kapstadt, dann weiterführend bei Joan Cross im London Opera Centre. Seit 1951 war sie unter ihrem eigentlichen Namen Emma Schepers bei der Carl Rosa Opera Company in England engagiert (Antrittsrolle: Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«). Sie blieb dort bis 1954 und sang dann bis 1958 bei der English Opera Group. 1958 unternahm sie eine große Konzerttournee durch Südafrika; danach ergänzte sie ihre Ausbildung bei Santo Santonotico in Catania und bei Virginia Borroni in Mailand. Wenig später trat sie, jetzt unter dem Künstlernamen Emma Renzi, wieder auf. 1961 sang sie am Staatstheater von Karlsruhe die Sieglinde in der »Walküre«. Von Mailand aus, wo sie ihren Wohnsitz nahm, gastierte sie an den großen Opernhäusern in aller Welt. Sie erschien an der Mailänder Scala (1967 in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 1968 in der Titelrolle von Catalanis »Loreley«, 1970 und 1976 als Turandot von Puccini sowie 1970 als Leonore im »Troubadour«), in Genua, Palermo, Neapel, Parma und Rom; Gastspiele an der Staatsoper von München, an den Opern von Bordeaux, Nizza, Rouen, am Teatro Colón Buenos Aires, am Teatro San Carlos Lissabon, am Teatro Liceu Barcelona, in Hartford (USA), beim Festival von Edinburgh, an der Oper von Mexico City und am Opernhaus von Johannesburg. 1978 gastierte sie am Opernhaus von Graz als Anna Bolena in der gleichnamigen Oper von Donizetti. 1979 wirkte sie bei den Festspielen in der Arena von Verona als Margherita in »Mefistofele« von Boito mit. In einem zweiten Abschnitt ihrer Karriere trat sie dann viele Jahre hindurch in Südafrika an den Opernhäusern von Johannesburg und Kapstadt auf. Höhepunkte in ihrem Repertoire für dramatischen Sopran waren die Titelpartie in »Norma«, die Amelia im »Maskenball«, die Elvira in Verdis »Ernani«, die Tosca, die Maddalena in »Andrea Chénier«, die Titelheldin in »La Gioconda« von Ponchielli, die Herzogin in »Doktor Faust« von Busoni, die Elisabeth im »Tannhäuser« und die Gräfin in »Figaros Hochzeit«. 1979-80 leitete sie die Opernabteilung an der Universität von Witwatersrand, seit 1980 war sie Direktorin des Opera Center in Pretoria. Noch 1981 ist sie in Kapstadt als Aida aufgetreten. Auch im Konzertsaal erfolgreich aufgetreten.

Schallplatten: MRF (»Parisina« von Mascagni, Mitschnitt einer Aufführung im italienischen Rundfunk RAI, 1977).

 

9.4. Jerzy MAKSYMIUK wird 80

Er studierte an der staatlichen Musikhochschule in Warschau Komposition bei Piotr Perkowski bis 1962, Klavier bei Jerzy Lefeld bis 1964 und Dirigieren bei Boguslaw Madey bis 1969. 1970–72 war er Dirigent am Operntheater Warschau, ab 1972 Chef der Gruppe der Musiker der Warschauer Kammeroper, 1973 in Polnisches Kammerorchester und 1984 in Sinfonia Varsovia umbenannt. Ab 1973 war er bei dem Großen Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks, 1981 auf Tournée mit dem Polnischen Kammerorchester in Japan, Australien, Neuseeland, den USA und Deutschland, 1983-93 Leiter des Scottish Symphony Orchestra in Glasgow. 1991 führte er Mozarts Don Giovanni und 1993 Johann Strauss’ Die Fledermaus an der English National Opera auf. Jerzy Maksymiuk war als Mitglied der Spielplan-Kommission des Festivals zeitgenössischer Musik Warschauer Herbst tätig. Er erhielt 1990 die Ehrendoktorwürde der University of Strathclyde in Glasgow und 1993 den Titel Conductor Laureate BBC Scottish Symphony Orchestra.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://jerzymaksymiuk.pl/

 

10.4. Gertrud OTTENTHAL wird 65

Gertud_Ottenthal

 Sie wurde zunächst Arzthelferin, entschloss sich dann jedoch zur Ausbildung ihrer Stimme an der Musikhochschule in Lübeck sowie bei Prof. Theo Lindenbaum in Detmold und Susanna Eken in Kopenhagen. 1979 erhielt sie ein Stipendium des Deutschen Musikrates. 1980 sang sie ihre ersten Partien am Staatstheater von Wiesbaden. 1981-82 war sie mit einem Anfängervertrag an der Staatsoper Hamburg engagiert. 1982-90 war sie an die Wiener Volksoper verpflichtet, an der sie bald sehr bekannt wurde und Partien wie die 1. Dame in der »Zauberflöte«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Fiordiligi in »Cosi fan tutte«, die Donna Elvira in »Don Giovanni«, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Kurfürstin im »Vogelhändler« von Zeller, die Agathe im »Freischütz«, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Mimì in »La Bohème« und das Nettchen in »Kleider machen Leute« sang. 1984 wirkte sie bei den Salzburger Festspielen im »Rosenkavalier« unter Herbert von Karajan sowie in einem Kirchenkonzert mit Werken von J. Haydn und Mozart mit, 1986-88 bei den Wiener Sommer-Festwochen. 1986 gastierte sie an der Komischen Oper Berlin, der sie seither verbunden blieb, in der Regie von Harry Kupfer als Gräfin in »Figaros Hochzeit« und 1990 als Donna Elvira im »Don Giovanni«, ebenfalls in einer Inszenierung von Harry Kupfer. Weitere Gastspiele am Tiroler Landestheater (1990 in »Jenufa«), am Schauspielhaus Berlin (1993 in einer konzertanten Aufführung von »Der Cid« unter Gustav Kuhn), in St. Gallen (1995 in »Ariadne auf Naxos« unter Neschling), am Teatro San Carlo Neapel (1995 als Elsa im »Lohengrin« unter Kuhn, 1997 als Elisabeth im »Tannhäuser«, ebenfalls unter Kuhn), an der Staatsoper Berlin (1996 als Freia im »Rheingold« und als eine der Walküren in der »Walküre« unter der Leitung von Barenboim/Kupfer), am Opernhaus Köln (in Smetanas »Die verkaufte Braut«), an der Opéra de Wallonie Lüttich (als Agathe), an der Mailänder Scala (1998 als 3. Norn in der »Götterdämmerung« unter Muti) und in Kassel (1999 als Gutrune und als 3. Norn in der »Götterdämmerung«). An der Komischen Oper Berlin sang sie 1999 die Elisabeth in Verdis »Don Carlos« unter der Leitung von Vladimir Jurowski, sowie in »Così fan tutte«, »La Bohème«, und »Das Märchen vom Zaren Saltan«. Weitere Gastspiele am Opernhaus Wuppertal (1990 als Donna Elvira), am Theater am Gärtnerplatz München, am Theater von Klagenfurt (u.a. 1984 in »Figaros Hochzeit«), am Teatro Liceu Barcelona, bei den Festspielen von Schwetzingen, in Lissabon und Japan. 1997 sang sie an der Wiener Volksoper in der österreichischen Erstaufführung der Oper »Der König Kandaules« von Zemlinsky die Partie der Königin Nyssia. 2000 hörte man sie bei den Festspielen von Erl in Tirol als Gutrune. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind noch zu nennen: die Sandrina in »La finta giardiniera« von Mozart, die Rosalinde in der »Fledermaus« und die Arianna in »Giustino« von Händel. Fast noch umfangreicher war ihr Repertoire als Konzert-, Oratorien- und Liedersängerin, zumal als Interpretin der Werke von J.S. Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert und Bruckner.

Schallplatten: Koch Records (»Der Cid« von P. Cornelius), Capriccio (»Der ferne Klang« von Fr. Schreker); Videoland Wien (»Tannhäuser«, Teatro San Carlo Neapel, 1998).

 

11.4. Margareta HINTERMEIER wird 65

 Sie studierte am Konservatorium der Stadt Wien bei Traute Skladal und erhielt bereits 1972 ein erstes Engagement am Theater an der Wien (Kinderoper). 1976 trat sie in das Opernstudio der Wiener Staatsoper ein, wo sie mit der berühmten Sopranistin Hilde Konetzni zusammen arbeitete. 1977 debütierte sie an der Wiener Staatsoper als Siegrune in der »Walküre«. 1982 erhielt sie als beste Nachwuchssängerin den Förderungspreis der »Freunde der Wiener Staatsoper«. An der Wiener Staatsoper kam sie neben vielen kleinen und mittleren Rollen in Partien wie der Dorabella in »Così fan tutte«, dem Cherubino in »Figaros Hochzeit«, dem Annio in »La clemenza di Tito« von Mozart, der Fremden Fürstin wie der Hexe in »Rusalka« von Dvorák, der Herodias in »Salome« von R. Strauss, dem Octavian im »Rosenkavalier«, dem Komponisten in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, der Clairon in dessen »Capriccio«, dem Orlofsky in der »Fledermaus«, dem Adriano in »Rienzi«, der Venus im »Tannhäuser«, der Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Fricka im Nibelungenring, der Erda im »Siegfried«, der Waltraute in der »Götterdämmerung«, dem Silla in »Palestrina« von H. Pfitzner, der Federica in Verdis »Luisa Miller«, der Maddalena im »Rigoletto« und der Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen« zu Erfolgen. Bei der Japan-Tournee der Wiener Staatsoper hörte man sie als Cherubino. Sie trat an der Wiener Staatsoper bis 2010 in über 80 Partien in rund 1000 Vorstellungen auf. Sie gastierte am Grand Théâtre Genf (1985 als Gymnasiast und als Groom in »Lulu« von A. Berg), am Teatro San Carlos Lissabon (Orlofsky), in Lüttich (Solo im Verdi-Requiem, Idamante in »Idomeneo« von Mozart) und in Luxemburg. An der Staatsoper Dresden hörte man sie als Octavian. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie 1980-81 die 2. Dame in der »Zauberflöte«, 1983-84 eine der Kreterinnen in »Idomeneo« von Mozart, 1989 eine der Mägde in »Elektra« von Richard Strauss, am 7.8.1981 in der Uraufführung der Oper »Baal« von Friedrich Cerha, 1980 in einem Mozart-Konzert, 1984 als Solistin in einem Kirchenkonzert mit Musik von Mozart und Haydn. An der Mailänder Scala gastierte sie 1992 als Adelaide in »Arabella« von R. Strauss und 1994 als Waltraute in der »Walküre«. Im Konzertsaal trat sie als Solistin in oratorischen Werken wie als begabte Lied-Interpretin hervor. So sang sie 1989 bei den Wiener Festwochen das Alt-Solo in Beethovens 9. Sinfonie und beim Wiener Richard Wagner-Kongress die Wesendonck-Lieder. Sie wirkte bei der Schubertiade in Hohenems, beim Carinthischen Sommer, beim Festival von Flandern mit und gab Konzerte in Istanbul, Nizza und Bologna. Bekannt wurde die Künstlerin auch durch eine Reihe von Rundfunk- und Fernsehsendungen.

Schallplatten: HMV-Electrola (»Die Walküre«), Amadeo (Arien, »Vom Tode« von Schiske), CBS (Arien-Aufnahmen), Denon (9. Sinfonie von Beethoven), Decca (Floßhilde im »Rheingold«), Teldec (»Die sieben letzten Worte unseres Erlösers« von J. Haydn), Calig (»Das Buch mit sieben Siegeln« von Fr. Schmidt); Virgin-Video (»Elektra«).

 

11.4. Arthur DAVIES wird 75

Arthur DAVIES

 Er wurde ausgebildet am Royal Northern College of Music und begann seine Bühnenlaufbahn 1973 bei der Welsh Opera Cardiff (Debüt als Squeak in »Billy Budd«). Bei dieser Gesellschaft trat er, bereits sehr erfolgreich, als Nemorino in »L’Elisir d’amore«, als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, als Rodolfo in »La Bohème«, als Don José in »Carmen« und in der Titelpartie der Oper »Albert Herring« von Benjamin Britten auf. 1976 erfolgte sein Debüt an der Londoner Covent Garden Oper in der Uraufführung von H.W. Henzes »We come to the River«. Er sang an diesem Opernhaus in den folgenden Spielzeiten den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Alfredo in »La Traviata«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Stewa in Janáceks »Jenufa« und 1988 den Pinkerton in »Madame Butterfly«. Beim Edinburgh Festival trat er 1980 als Fuchs in »Das schlaue Füchslein« von Janácek und 1990 als Yannakos in B. Martinùs »The Greek Passion« in Erscheinung, bei der Scottish Opera Glasgow 1983 als David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1990 als Cavaradossi in »Tosca« und als Pinkerton sowie 1993 als Don José. Bei der English National Opera London gastierte er als Herzog im »Rigoletto«, als Alfredo, als Titelheld im »Faust« von Gounod wie im »Werther« von Massenet und 1989 als Lenski im »Eugen Onegin«. Bei der Opera North Leeds war er als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Nadir, als Pinkerton und als Don José anzutreffen. 1978 sang er im englischen Rundfunk BBC London in der Radio-Uraufführung der Oper »Maddalena« von Prokofieff. Seine Karriere erreichte internationales Niveau mit Gastspielen an den Opern von Chicago, Cincinnati (1985 als Don José, sein US-Debüt; 1995 als Andrea Chénier von Giordano), Connecticut und New Orleans, am Bolschoi Theater Moskau, an den Opernhäusern von Leipzig und Gent, am Teatro San Carlos Lissabon und an der Oper von Santiago de Chile. Mit dem Ensemble der English National Opera London gastierte er im Haus der New Yorker Metropolitan Oper. 1991 hörte man ihn an der Covent Garden Oper, 1994 am Teatro Colón Buenos Aires als Foresto in Verdis »Attila«. An der Opera North Leeds, an der er seit 1981 auftrat, wirkte er in der englischen Premiere von Verdis »Jérusalem« (1991) als Gastone mit und sang dort 1991, wie bereits 1990 in Cincinnati, den Faust von Gounod. Er gastierte 1997 in Cincinnati als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«. Nicht weniger erfolgreich verlief seine Karriere als Konzert- und Oratoriensänger; einen Höhepunkt auf diesem Sektor bezeichnete die Aufführung des Verdi-Requiems in der Londoner Festival Hall unter Carlo Maria Giulini.

Schallplatten: HMV (»Rigoletto« in englischer Sprache), Chandos (»The Dream of Gerontius«, »Cataractus« und »The Kingdom« von Elgar, »Troilus and Cressida« von Walton, Stabat mater von Rossini, »Elias« von Mendelssohn, »Hiawatha« von C. Taylor, »Light of Life« von Elgar, Herzog im »Rigoletto«), Supraphon (Yannakos in »Griechische Passion« von B. Martinù, 1981), TIS (»Tristan und Isolde«); Thames-Video (»La Traviata«), SL Longman-Video (»Don Pasquale«).

 

11.4. Gervase de PEYER wird 90

Er studierte an der Bedales School. Er gewann dort ein Stipendium für das Royal College of Music, wo er Klarinette bei Frederick Thurston und Klavier bei Arthur Alexander studierte. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs diente er in der Royal Marines Band Service. Nach dem Krieg kehrte er an das Royal College of Music zurück und begann zwei Jahre später, in Paris bei Louis Cahuzac zu studieren. 1950 war er einer der Musiker, die das Melos Ensemble gründeten, mit dem er bis 1974 spielte. Er leitete 1963-73 das Aufnahmeprogramm des Ensembles. Josef Krips gewann ihn 1956 als Ersten Klarinettisten für das London Symphony Orchestra. Er spielte mit dem LSO bis 1973. Er dirigierte das English Chamber Orchestra, das London Symphony Orchestra, die Melos Sinfonia und das London Symphony Orchestra Wind Ensemble. 1959 begann er, an der Royal Academy of Music zu lehren. Seit den 1970er Jahren lebt er in den USA. Er war 1969 Gründungsmitglied von The Chamber Society of Lincoln Center in New York und spielte 20 Jahre mit dem Ensemble.

Gervase de Peyer spielte die Uraufführung von Klarinettenkonzerten der Komponisten Arnold Cooke, Sebastian Forbes, Alun Hoddinott, Joseph Horovitz, Thea Musgrave, Elizabeth Maconchy, William Mathias und Edwin Roxburgh. 1987 spielte er die Uraufführung der Sonata for Clarinet Solo von Miklós Rózsa. Er war Solist der Konzerte von Aaron Copland und Paul Hindemith unter Leitung des Komponisten.

 

13.4. Della JONES wird 70

Della Jones

 Sie war Schülerin des Royal College of Music in London. 1969 erhielt sie ein Kathleen Ferrier-Stipendium für ihre weitere Ausbildung, worauf sie im Centre Lyrique Genf ihre Studien fortsetzte. 1970 kam es zu ihrem Bühnendebüt am Grand Théâtre von Genf als einer der Knappen im »Parsifal«. 1970-71 sang sie in Genf bereits eine Anzahl großer Partien (Fjodor in »Boris Godunow« von Mussorgsky, Florence Pike in »Albert Herring« von B. Britten, Gymnasiast in »Lulu« von A. Berg und Olga in »Eugen Onegin«); 1972 wirkte sie im Ensemble der Oxford Opera Company mit und gastierte an der Oper von Bordeaux als Suzuki in »Madame Butterfly«. 1973-82 war sie sehr erfolgreich bei der Sadler’s Wells und der English National Opera in London. 1976 sang sie in Brighton in der Uraufführung der Oper »Tom Jones« von Stephen Oliver. An der Scottish Opera Glasgow gastierte sie 1978 als Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck, 1982 und 1984 als Clori in Cavallis »L‘Egisto«, 1985 als Rosina im »Barbier von Sevilla« und 1990 als Preziosilla in »La forza del destino«. 1981 nahm sie an der English National Opera London an der Uraufführung der Oper »Anna Karenina« von Iain Hamilton teil. 1987 übernahm sie an der Welsh Opera Cardiff die Partie der Didon in »Les Troyens« von Berlioz; im gleichen Jahr sang sie bei der English National Opera die Rosina, 1988 bei der Welsh Opera die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die sie dann auch an der Covent Garden Oper London vortrug. 1990 war sie am Théâtre Châtelet Paris in der Händel-Oper »Alcina« zu Gast. 1990 wirkte sie an der Covent Garden Oper in der Premiere der vergessenen Rossini-Oper »Il Viaggio a Reims« als Marchesa Molibea, in Versailles in der Titelrolle einer weiteren Oper von Rossini, »Armida«, mit. 1996 sang sie bei der Opera North Leeds die Klytämnestra in »Iphigénie en Aulide« von Gluck. 1996 sang sie bei der English National Opera die Isabella in Rossinis »L’Italiana in Algeri«; weitere Partien, die sie während ihrer langen Karriere dort übernahm, waren die Dorabella in »Così fan tutte«, der Cherubino in »Le nozze di Figaro«, der Sesto in Händels »Giulio Cesare«, der Page Isolier in »Le Comte Ory«, die Rosina, die Titelrolle in »La Cenerentola« wie die Ninetta in »La gazza ladra« von Rossini. Bei den Händel-Festspielen in Halle/Saale übernahm sie 1997 die Titelrolle in »Ariodante« von Händel, 1998 in Gent die Juno in Händels »Semele«. 1998 wirkte sie an der English National Opera London in der Uraufführung der Oper »Doctor Ox’s Experiment« von Gavin Bryar mit und sang die Wirtin im »Boris Godunow«, 1999 an der Covent Garden Oper London die Ludmilla in Smetanas »Die verkaufte Braut«. 1999 sang sie mit dem Ensemble British Bach Festival im Haus der Sadlers’s Wells Opera London die Titelrolle in »Dido and Aeneas« von Purcell, 2000 am Muziektheater Amsterdam die Auntie in »Peter Grimes« von B. Britten. Sie gab Gastspiele an den Opern von Bordeaux und Genf (1983 als Sesto in »Giulio Cesare« von Händel, 1985 als Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1989 als Marcellina in »Le nozze di Figaro«, 1990 als Ruggiero in »Alcina« von Händel, 1991 als Zerlina im »Don Giovanni« und 2003 als Mrs. Grose in »The Turn oft he Screw« von B. Britten), am Teatro Fenice Venedig und im spanischen San Sebastian, in Los Angeles, bei den Festspielen von Aldeburgh, Athen und Orange. Sie unternahm eine sehr erfolgreiche Russland-Tournee und bereiste in ähnlicher Weise Deutschland und die USA. Bekannt wurde die Künstlerin auch durch ihr Auftreten im englischen und irischen Rundfunk, wobei sie gern schwierige Koloraturpartien wie die Angelina in Rossinis »La Cenerentola« zum Vortrag brachte. Auch als Interpretin barocker Musik hatte sie auf der Bühne wie im Konzertsaal bedeutende Erfolge. Dabei schätzte man die technische Perfektion ihrer Stimme und deren variantenreichen Ausdruck ebenso wie ihr dramatisches und zugleich temperamentvolles Bühnenspiel.

Lit: H. Canning: Della Jones (in »Opera«, 1990).

Schallplatten: RCA-Erato (Hera in »Semele« von Händel, »Cavalleria rusticana«), Erato (»Teseo« von Händel), Virgin (»L’Incoronazione di Poppea«), Oiseau-Lyre (Donna Elvira im »Don Giovanni«, »La clemenza di Tito«), Philips (»Agrippina« von Händel, »L’Incontro improviso« von Haydn, »Dido and Aeneas« von Purcell), Decca (Jemmy in Rossinis »Wilhelm Tell«, »La Traviata«, »Mefistofele« von Boito, »Gloriana« von B. Britten, Marcellina in »Le nozze di Figaro«), HMV (»Alcina« und »Giulio Cesare« von Händel, »La Sonnambula« von Bellini), Opera Rara (Arien aus italienischen Opern, Arien aus Opern von Donizetti, »L’Assedio di Calais«, »Maria Padilla« und »Ugo, Conte di Parigi« von Donizetti, »Ricciardo e Zoraide« von Rossini), Chandos (»Sancta Susanna« von P. Hindemith als Klementia, Rosina im »Barbier von Sevilla« in englischer Sprache, Lieder von Debussy, Duparc, Poulenc und Satie; Lieder spanischer Komponisten; Opern-Recital), Chandos/Koch (Lieder von Ella Grainger), Virgin-EMI (»Susannah« von C. Floyd, »A Midsummer Night’s Dream« von Britten), Collins (»Albert Herring« von B. Britten, »Resurrection« von P. Maxwell-Davies), Mondo Musica (Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, Teatro Fenice Venedig, 1986); bereits 1974-76 erschienen in der Schweiz Aufnahmen mit Händel- und Rossini-Arien.

 

13.4. Kari TIKKA wird 70

Er studierte in Helsinki, Sankt Petersburg und Rom Musik und war danach zunächst Oboist. 1970-72 war er Dirigent an der Finnischen Nationaloper. Danach war er 1975-76 Dirigent des Finnischen Radio-Sinfonieorchesters. Zusätzlich dirigierte er 1975-77 an der Stockholmer Oper. In dieser Zeit komponierte er sein wohl bekanntestes Werk, das Gnadenlied, welches in mehr als zehn Sprachen übertragen wurde. Seit 1979 an dirigiert er wieder an der Finnischen Nationaloper. 1986 gründete er das Symphonieorchester Vivo, das er bis 1996 leitete. 1995 wurde seine Oper Frieda und 2000 Luther uraufgeführt. In die Oper Luther fügte er sein Gnadenlied ein. Seine Oper Luther wurde auch verfilmt. Damit war Tikkas Oper Luther die erste finnische Oper die auf DVD erschien. Seit Herbst 2005 ist er künstlerischer Leiter des Urkuyö ja aaria – Festival (übersetzt: Orgel- und Arien-Festival).

 

14.4. Barbara BONNEY wird 60

Barbara Bonney

Erste Studien (Violoncello und Gesang) an der New Hampshire University. Sie kam 1977 nach Salzburg, wo sie Germanistik, aber auch am dortigen Mozarteum Gesang bei Walter Raninger sowie Cellospiel studierte. 1979 Debüt am Staatstheater Darmstadt als Jungfer Anne in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«. Sie sang dort Partien wie das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Nathalie in Hans Werner Henzes »Der Prinz von Homburg« und die Titelheldin in Massenets »Manon«. 1983-84 war sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. verpflichtet, seit 1984 an den Staatsopern von Hamburg und München, aber auch weiter der Oper von Frankfurt verbunden. 1984 Gastspiel an der Covent Garden Oper London als Sophie im »Rosenkavalier«, 1985 an der Mailänder Scala als Pamina in der »Zauberflöte« 1985 bei den Festspielen von Ludwigsburg in »Semele« von Händel bewundert. 1985 debütierte sie als Sophie an der Wiener Staatsoper, an der sie bis 1999 in insgesamt 62 Vorstellungen auch die Pamina, die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Adina in »L’Elisir d’amore« und die Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe« sang. Am Grand Théâtre Genf gastierte sie 1986 als Nannetta in Verdis »Falstaff«, 1987 als Pamina, 1988 als Tebaldo und als Stimme vom Himmel in Verdis »Don Carlos«, 1995 als Eurydice in Glucks »Orphée et Eurydice« (in der Berlioz-Fassung) sowie 1988-89 und 2003 mit Liederabenden. 1987 sang sie an der Oper von Monte Carlo die Sophie, an der Covent Garden Oper das Blondchen; 1988 hörte man sie in Lausanne als Adina, in Zürich als Susanna. 1988 debütierte sie als Najade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss an der Metropolitan Oper in New York, an der sie bis 2001 in insgesamt 58 Vorstellungen auch die Adele in der »Fledermaus«, die Sophie, die Nannetta, die Adina, die Susanna, die Pamina und die Zdenka in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss sang. 1989 gastierte sie in Chicago als Adele und 1991 in San Diego als Nannetta. 1995 an der Covent Garden Oper als Susanna zu Gast. An der Pariser Oper gastierte sie 1997 als Susanna und als Sophie, 2002 als Pamina, 2003 als Alphise in »Les Boréades« von Rameau (die sie bereits 1999 bei den Salzburger Pfingstfestspielen sang) und 2005 als Despina in »Così fan tutte«. 1999 gastierte sie an der San Francisco Opera als Ilia in »Idomeneo« von Mozart. Auch als Konzertsängerin erfolgreich, und zwar sowohl als Oratorien- wie als Liedersängerin. So gab sie 1987 und 1989 Konzerte im Rahmen der Salzburger Festspiele. Zeitweilig verheiratet mit dem bekannten schwedischen Bariton Håkan Hagegård (* 1945). Sie lebte, zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, dem Violinisten und späteren Musikmanager Maurice Whitaker, in London. Nach Abschluss ihrer Bühnenkarriere übersiedelte sie nach Salzburg, unterrichtete am dortigen Mozarteum Gesang und eröffnete in Salzburg eine Boutique

Lit: J. Allison: »Barbara Bonney« (in »Opera«, 1999).

Schallplatten: Decca (»Moses und Aron« von Schönberg, Susanna in »Le nozze di Figaro«, Pamina in der »Zauberflöte«, Schubert-Lieder, Nelson-Messe von J. Haydn, Lieder von Robert und Clara Schumann, »Hymnus amoris« von C. Nielsen, American Songs; Stabat mater und Salve Regina von Pergolesi; Vier letzte Lieder und Klavierlieder von Richard Strauss; »Diamonds in the snow«, Lieder von E. Grieg, Stenhammar, Alfvén, Sjöstedt und Sibelius; Sinfonie Nr. 4 von G. Mahler), HMV-Electrola (»Zar und Zimmermann«, »Hänsel und Gretel«), DGG (»Ariadne auf Naxos«, »L’Elisir d’amore«, Sophie im »Rosenkavalier«, Hirtenknabe im »Tannhäuser«, Matthäuspassion von J.S. Bach, Ein deutsches Requiem von J. Brahms, Musik zu »Peer Gynt« von E. Grieg, Lieder von Hugo Wolf, »Die lustige Witwe« von Lehár; »Das Paradies und die Peri« von R. Schumann), Philips (Mozart-Requiem, Magnificat und Kantaten von J.S. Bach, Sandmännchen in »Hänsel und Gretel«, Thérèse in »Les Mamelles de Tirésias« von Fr. Poulenc), Oiseau-Lyre (Susanna in »Le nozze di Figaro«, Zerline im »Don Giovanni«, »La clemenza di Tito«), Telefunken (»Die Fledermaus«, C-Moll-Messe von Mozart, Bach-Kantaten), Teldec (Stabat mater von J. Haydn, Marzelline im »Fidelio«, »The Fairy Queen« von H. Purcell), Telarc (»Elias« von Mendelssohn); DGG-Video (Nannetta im »Falstaff« von Verdi), TDK-Video (Ein deutsches Requiem von J. Brahms, Wien 1997).

 

14.4. Guido PAEVATALU wird 65

 

Guido Paevatalau  5/2009

Guido Paevatalau 5/2009

Er erhielt seine Ausbildung an der Musikakademie von Kopenhagen. Sein Bühnendebüt fand 1981 an der Königlichen Oper Kopenhagen in der Oper »Animalen« von L.J. Werle statt. 1984 erregte er an diesem Haus als Figaro im »Barbier von Sevilla« großes Aufsehen und kam seither dort zu einer bedeutenden Karriere. Von den Partien, die er an der Kopenhagener Oper gesungen hat, sind der Graf in »Le nozze di Figaro«, der Germont-père in »La Traviata« (1996), der Titelheld im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, der Silvio im »Bajazzo«, der Marcello in »La Bohème«, der Aeneas in »Dido and Aeneas« von Purcell, der Wolfram im »Tannhäuser« und der Don Giovanni hervorzuheben. 1997 hörte man ihn an der Oper von Kopenhagen als Ford im »Falstaff« von Verdi. 1999 gastierte er an der Oper von Dublin als Germont-père. 2000 sang er an der Oper von Kopenhagen den Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky und den Escamillo in »Carmen«. In Sendungen des dänischen Fernsehens trat er als Henrik in »Maskarade« von C. Nielsen und als König Erik in »Drot og marsk« von Heise auf. Gastspiele und Konzertauftritte begleiteten seine Karriere an der Kopenhagener Oper.

Schallplatten: Dacapo (»Holger Danske« von F.L. Ae. Kunzen), Dacapo/Naxos (Werke von Peter Erasmus Lange-Müller), Marco Polo/Da Capo (»Jugend und Torheit« von Jean-Baptiste-Édouard Dupuy), Chandos (»Der Rose Pilgerfahrt« von R. Schumann, Bühnenmusik zu dem Schauspiel »Gurre« von Christian Frederik Emil Horneman).

 

15.4. Irena WELHASCH wird 60

Irena Welhasch

Sie wurde an den Universitäten von Toronto und Manitoba sowie am Curtis Institute of Music in Philadelphia ausgebildet. 1978 debütierte sie bei der Manitoba Opera und trat dort zunächst in kleineren Partien auf. 1982 hatte sie bei der Canadian Opera Company ihren ersten großen Erfolg als Liu in Puccinis »Turandot«. Sie sang danach bei dieser Gesellschaft u.a. die Mélisande in »Pelléas et Mélisande«, die Blanche in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc, die Rosalinde in der »Fledermaus« und die Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«. Gastauftritte, auch als Konzert- und Oratoriensängerin, führten sie in die USA und nach Frankreich. – Verheiratet mit dem kanadischen Bariton Theodore Baerg (* 1952).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://baergarts.com/

 

15.4. Stefania KALUZA wird 65

Stefania-Kaluza

 Sie studierte Musik und Gesang in Wroclaw (Breslau) und schloss diese Ausbildung mit dem Diplom als Magister ab. Bereits während ihres Studiums trat sie in kleineren Partien an den Opernhäusern von Wroclaw, Warschau und Poznan (Posen) wie auch im polnischen Fernsehen auf. 1972 gewann sie den Concours Jan Kiepura in Polen und war Preisträgerin beim internationalen Wettbewerb von s’Hertogenbosch. Sie studierte weiter bis 1975 in Wien, u.a. bei Anton Dermota und Hans Hotter. Sie unterbrach dann jedoch ihre Bühnenkarriere aus familiären Gründen und trat nur noch als Konzertsängerin in Erscheinung. Erst als sie 1983 den großen internationalen Belvedere-Wettbewerb in Wien gewonnen hatte, entschloss sie sich, wieder die Bühne zu betreten und nahm 1984 ein Engagement am Landestheater von Salzburg an. Bei den Salzburger Festspielen wirkte sie 1985 in szenischen Aufführungen des Oratoriums »Saul« von Händel mit. Durch Gastspiele wurde ihr Name international bekannt. So gastierte sie 1987 an der Wiener Staatsoper als Berta im »Barbier von Sevilla«. Am Théâtre de la Monnaie Brüssel trat sie in Janáceks »Das schlaue Füchslein« auf, am Opernhaus von Zürich (dem sie verbunden blieb) in der Spielzeit 1988-89 als Marcellina in »Le nozze di Figaro«. Dort sang sie 1989-90 dann auch die Marta wie die Pantalis in »Mefistofele« von Boito und die Pamela in »Fra Diavolo« von Auber, in der Spielzeit 1990-91 die Larina im »Eugen Onegin«, 1996 die Fidalma in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa. Beim Festival von Versailles sang sie 1989 die Bersi in »Andrea Chénier« als Partnerin von Placido Domingo und Katia Ricciarelli. Seit 1989 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der sie als Amneris in »Aida« einen ersten großen Erfolg hatte. 1990 sang sie am Theater von Basel die Marina im »Boris Godunow«, in Toulouse wie am Teatro Verdi Triest 1991 de Isoletta in »La Straniera« von Bellini. Weitere Gastspiele an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. und Genua und am Teatro Bellini Catania. An der Oper von Warschau sang sie 1994 die Charlotte im »Werther« von Massenet, in San Antonio (Texas) 1996 die Amneris. 1998 trat sie am Opernhaus von Zürich als Wirtin in »Sly« von E. Wolf-Ferrari auf, 1999 als Venus im »Tannhäuser«, als Marchesa del Poggio in Verdis »Oberto« und als Enrichetta in Bellinis »I Puritani«, 2000 als Maddalena im »Rigoletto« und als alte Gräfin in Tschaikowskys »Pique Dame«. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind noch die Dorabella in »Così fan tutte«, die Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, die Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera«, die Principessa in Puccinis »Suor Angelica« (Zürich 1996) und die Rosina im »Barbier von Sevilla« zu nennen. Sie gastierte, auch als Konzertsolistin, in Polen, in Italien, in Ungarn und in Russland.

Schallplatten: Marco Polo (»Lucrezia« von O. Respighi).

 

15.4. Konstantin PLUZHNIKOV wird 75

Konstantin PLUZHNIKOV

Er studierte 1964-70 am Konservatorium von Leningrad bei Jewgenij Olschowski und begann dort auch 1969 am Maly-Theater seine Bühnenkarriere. 1971 wurde er als erster Tenor an das Opernhaus von Leningrad (Kirow-Oper, später Marienskij-Theater St. Petersburg) berufen. Er gewann mehrere internationale Gesangwettbewerbe, darunter den Glinka-Wettbewerb, den Concours von Genf und den von Bukarest. Er beherrschte ein sehr umfangreiches Repertoire für die Bühne mit Partien wie dem Lenski im »Eugen Onegin«, dem Wladimir in »Fürst Igor« von Borodin, dem Gottesnarren im »Boris Godunow«, dem Afanassij Iwanowitsch im »Jahrmarkt von Sorotschinzy« von Mussorgsky, dem Don Ottavio im »Don Giovanni«, dem Herzog im »Rigoletto«, dem Alfredo in »La Traviata«, dem Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, dem Ernesto im »Don Pasquale«, dem Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, dem Faust von Gounod und dem Lohengrin. Er trat als Gast an den führenden russischen Opernhäusern wie im Ausland auf und war an den Gastspieltourneen beteiligt, die das Petersburger Ensemble seit etwa 1990 in Europa wie in Nordamerika unternahm. An der San Francisco Opera sang er 1994 den Mephisto und den Agrippa von Nettesheim in »L’Ange de feu« von Prokofieff, 1996 den Jeroschka in »Fürst Igor« von Borodin und 1998 den Don Jerome in »Verlobung im Kloster« von Prokofieff. Er gastierte an der Mailänder Scala 1994 als Mephisto und als Agrippa von Nettesheim in »L’Ange de feu«, 1994 als Grischka Kutjerma in »Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch« von Rimsky-Korssakow, 1998 als Schreiber in »Chowanschtschina«, 1999 nochmals als Mephisto in »L’Ange de feu« und 2002 als Schuiskij im »Boris Godunow«. 1997 gastierte er (mit den Ensemble der Petersburger Oper) am Londoner Drury Lane Theatre als Schuiskij, den er 1998 auch am Teatro Colón Buenos Aires sang. 1997 debütierte er als Schuiskij an der Metropolitan Oper in New York, an der er 1999 auch den Schreiber in »Chowanschtschina« sang. An der Oper von Rom gastierte er 1998 als Truffaldino in »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff. Bei den Salzburger Festspielen hörte man ihn 1999 als Schreiber in »Chowanschtschina«, 2000 als Grischka Kutjerma sowie 2001 als Schäbigen in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. An der Opéra Bastille Paris gastierte er 2000 in mehreren Partien in Prokofieffs »Krieg und Frieden« sowie 2000 als Schuiskij und als Schreiber in »Chowanschtschina«. Neben seinem Wirken auf der Bühne kam eine zweite, nicht weniger bedeutende Karriere als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger zustande. Er wurde 1983 zum Vokskünstler der Russischen Sowjetrepublik ernannt und kam einem Lehrauftrag am Konservatorium von Leningrad (St. Petersburg) nach.

Schallplattenaufnahmen bei Melodiya (Lieder von Guvrilew, Warlamow, Alabieff, Glinka, Dargomyschski, Arenskij, Tanejew, Ippolitow-Iwanow, Gretchaninow, Glasunow und Medtner, »Canzoni d’Amore« und »Zigeunerlieder« von Dvorák, vollständige Opern »Rusalka« von Dargomyschski, »Chowanschtschina« von Mussorgsky, »Rita« von Donizetti), Philips (Mephistopheles in »L’Ange de feu« von Prokofieff, »Ruslan und Ludmilla«, Schuiskij im »Boris Godunow«), BMG/RCA (»Rothschilds Geige« von Benjamin Flejschman).

15.4. Die mexikanische Sopranistin Maritza ALEMÁN wird 80

 

16.4. Theo ALCÁNTARA wird 75

 Er studierte am Madrider Konservatorium und nahm dann am Mozarteum in Salzburg Kurse in Dirigieren. Seine eigentliche Laufbahn als Dirigent begann beim Frankfurter Opernorchester (1964-66). Danach ging er in die USA, wo er als Direktor des Orchesters der University of Michigan in Ann Arbor (1968-73) und dann als musikalischer Direktor des Grand Rapids Symphony Orchestra (1973-78) tätig war. 1978 wurde er musikalischer Direktor und Erster Dirigent des Phoenix Symphony Orchestra sowie Künstlerischer Leiter der Music Academy of the West in Santa Barbara (1981). Er dirigierte 1978 zwei Vorstellungen der Metropolitan Opera in Detroit (Michigan) und Vienna (Virginia) bei deren alljährlichen Tour. Er trat an der New York City Opera, der San Diego Opera und anderen auf; außerdem dirigierte er die Orchester von Philadelphia, Pittsburgh, Detroit, sowie Orchester in Europa.

 

16.4. Erika RADERMACHER wird 80

 Sie studierte 1953-54 in Berlin bei Ria Schmitz-Gohr, 1959-60 in Wien bei Eugenie Besalla, später auch bei Jolanda Rodio in Bern, bei Sylvia Gähwiller in Zürich und bei Niklaus Tüller in Bern. Die Künstlerin, die auch als Pianistin und Komponistin in Erscheinung trat, nahm ihren Wohnsitz in der Schweiz und ging einer internationalen Konzerttätigkeit nach. Seit 1968 war sie Mitglied des Ensembles »Neue Horizonte« in Bern, das durch ihren Gatten, den Komponisten und Pianisten Urs Peter Schneider geleitet wurde. (Sie kreierte eine Anzahl von Kompositionen ihres Gatten im Konzertsaal). Ihr Repertoire für die Bereiche des Oratorien- wie des Liedgesangs reichte von den Meistern der Barock-Epoche (J.S. Bach) bis zu zeitgenössischen Komponisten (A. Webern, A. Berg, A. Schönberg, W. Lutoslawski, H. Eisler, M. Kelemen, J.M. Hauer). Sie gab Konzerte in der Schweiz (Zürich, Basel, Bern, Luzern, Schaffhausen), in Wien und Innsbruck, in Mailand und beim Autunno musicale di Como, in Barcelona und Athen, in Bremen, Kiel, Köln und Kassel, beim Cage Festival in Paris, beim Septembre musical in Montreux, in Klagenfurt und bei den Heidelberger Bachtagen. Sie trat in Rundfunksendungen in der Schweiz, in Deutschland und Österreich auf.

Schallplatten: Disco Jecklin/Fono (Lieder von A. Berg, H. Eisler, Debussy, U.P. Schneider, Schubert, Strawinsky, P. Streiff und A. Webern).

 

17.4. Paul CROOK wird 80

 Er arbeitete zunächst zehn Jahre lang 1951-61 als Bergmann. Man entdeckte jedoch seine schöne Stimme, und nun erhielt er seine Ausbildung zum Sänger durch Herbert Caesari in London (1964-68), dann im International Opera Centre in Genf (1969-72). Er debütierte bereits während dieser Ausbildung 1969 am Grand Théâtre Genf als Spoletta in Puccinis »Tosca«. Am Grand Théatre Genf sang er dann in den Spielzeiten 1969-71 auch einen der Knappen im »Parsifal«, den Gottesnarren im »Boris Godunow«, die Titelpartie in B. Brittens »Albert Herring«, den Richter in Verdis »Un ballo in maschera«, den Prinzen im A. Bergs »Lulu«, den Monostatos in der »Zauberflöte« und den Dancairo in »Carmen«. 1961-69 sang er im Chor der Sadler’s Wells Opera London, an der er dann seit 1973 auch in größeren Rollen auftrat. Er hatte bald in seiner englischen Heimat bedeutende Erfolge als lyrischer Tenor wie auch im Charakterfach. Dort war er 1972-75 Mitglied der English National Opera London, sang aber auch seit 1975 an der Covent Garden Oper London. Gastspiele am Teatro San Carlo Neapel (bereits 1971 als Mime im »Rheingold«), an den Opern von Palermo und Brüssel, in San Diego und Seattle, wo er 1974 ebenfalls den Mime im »Rheingold« vortrug. 1976 war er an der San Francisco Opera zu Gast (als Bob Boles in »Peter Grimes« von B. Britten und als Hauk-Sendorf in »Die Sache Makropoulos« von Janácek). Weitere Auftritte an der Grand Opéra Paris (1981 als Valzacchi im »Rosenkavalier«, 1983 als Dr. Blind in der »Fledermaus« und als Don Curzio in »Le nozze di Figaro«), an der Deutschen Oper Berlin (1986), an der Metropolitan Oper New York (1987 als Mime im »Rheingold«), an der Oper von New Orleans (1988) und an der Oper von Warschau (1989). 1990 gastierte er an der Oper von Santiago de Chile als Herodes in »Salome« von R. Strauss. 1996 wirkte er bei den Aufführungen des Ring-Zyklus durch die Arizona Opera in Flagstaff (am Grand-Canyon) als Mime mit. Verheiratet mit der Sopranistin Lorna Haywood (* 1942).

Schallplatten: DGG (kleine Partie in Puccinis »La Fanciulla del West«), CBS (»Norma«), RCA (»Otello« von Verdi).

 

18.4. Marijke HENDRIKS wird 60

Sie begann 1975 ihr Musik- und Gesangstudium an der Musikhochschule Maastricht und schloss es 1979 mit ihrem Diplom ab. 1979-81 war sie im Opernstudio des Kölner Opernhauses engagiert und wurde dann 1981 als Solistin in das Ensemble des Hauses übernommen. Sie sang dort bis 1985 Partien wie die Nancy in Flotows »Martha«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, den Hänsel in »Hänsel und Gretel«, die Meg Page in Verdis »Falstaff« und die Olga im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky. Seit 1985 war sie der Kölner Oper durch regelmäßige Gastspiele verbunden. Am Grand Théâtre Genf gastierte sie 1981 als Fjodor in »Boris Godunow«, 1983 als Page der Herodias in »Salome« von R. Strauss und 1983 als Cherubino. 1981 übernahm sie beim Festival von Edinburgh die Partie der Marchesa Bianca Bianchi in »The Voice of Ariadne« von Thea Musgrave; 1986 bei den Festspielen von Salzburg als zweite Dame in der »Zauberflöte« zu Gast, im gleichen Jahr beim Barock-Festival von Innsbruck als Orontea in der gleichnamigen Oper von Cesti. 1987 sang sie an den Opernhäusern von Bordeaux und Lyon den Ramiro in »La finta giardiniera« von Mozart und gab sehr erfolgreiche Konzerte in der Londoner Queen Elizabeth Hall wie in Amsterdam. Dort übernahm sie, ebenfalls 1987, in einer konzertanten Aufführung der Oper »Tancredi« von Rossini die Rolle der Isaura. Sie wirkte bei den Festspielen von Orange mit, gastierte in Barcelona und mit dem Ensemble der Kölner Oper 1984 in Tel Aviv. 1988 hörte man sie an den Opern von Antwerpen und Gent als Dulcinée in »Don Quichotte« von Massenet; es folgten 1989 Gastspiele in Rom, Köln und Maastricht (»La belle Hélène« von Offenbach). Rundfunkaufnahmen im holländischen wie im deutschen Rundfunk, Fernsehaufzeichnungen von Opern im Österreichischen und Schweizer Fernsehen ließen den Namen der Künstlerin international bekannt werden.

Schallplatten: »La Tentation de Saint Antoine« von W. Egk (mit dem Märkl-Quartett).

 

18.4. Igor FILIPOVIC wird 65

 Er studierte zunächst Chemie, besuchte aber zugleich in Ljubljana eine private Musikschule und dann das dortige Konservatorium; er war Schüler der Pädagoginnen Milla Sepek-Ferelli und Xenia Vidalki-Zebre. Er ging dann zur Vervollständigung seiner Ausbildung nach Italien. Hier konnte er sich bei mehreren Gesangwettbewerben auszeichnen, u.a. in Adria, beim Concours Villa Manin in Udine und beim Concorso Toti dal Monte in Treviso. 1976 debütierte er am Theater von Maribor (Marburg a.d.Drau) als Ernesto in Donizettis »Don Pasquale«. Wenig später nahm er seine Tätigkeit in Wien auf (Mitglied der dortigen Kammeroper 1976-77), dann 1977-78 am Theater von Luzern tätig. Er trat seitdem an führenden Opernhäusern in Europa, in den USA wie in Kanada in Erscheinung. Von seinem Wohnort Regensburg aus ging er seit 1978 dieser umfangreichen Gastspieltätigkeit nach, die sich auch auf den Konzertgesang erstreckte. Seit etwa 1990 nahm er zu den ursprünglich gesungenen lyrischen Partien auch dramatische Partien aus dem italienischen Stimmfach in sein Repertoire auf. Bei den Festspielen von Heidenheim trat er 1990 als Edgardo in »Lucia di Lammermoor« auf, am Opernhaus von Dortmund 1991 als Pollione in Bellinis »Norma«, 1992 am Opernhaus von Leipzig als Cavaradossi in »Tosca«, 1992 am Staatstheater Hannover als Avito in »L’Amore dei tre Re« von Montemezzi, 1992 bei den Bregenzer Festspielen als Don José in »Carmen«, 1996 am Staatstheater von Wiesbaden als Alfredo in »La Traviata« und als Pinkerton in »Madame Butterfly«. 1997 trat er am Staatstheater Kassel als Alvaro in »La forza del destino« von Verdi auf, am Theater von Lübeck als Herzog im »Rigoletto«. Von den Partien, die er auf der Bühne gesungen hat, sind zu nennen: der Amenofi in »Mosè in Egitto« und der Arnoldo in »Wilhelm Tell« von Rossini, der Arturo in Bellinis »I Puritani«, der Enrico in »Maria di Rudenz« und der Tonio in »La fille du régiment« von Donizetti, der Herzog im »Rigoletto« (Darmstadt 1996), der Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera« (Dortmund 1990, Staatsoper Dresden 1995, Stadttheater Halle/Saale), der Rodolfo in »Luisa Miller«, der Macduff in »Macbeth« und der Radames in »Aida«, der Rodolfo in Puccinis »La Bohème« und der Kalaf in »Turandot«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Titelheld in »Andrea Chénier« von Giordano, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, der Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut« und der italienische Sänger im »Rosenkavalier«. Er gastierte u.a. in Zagreb, in Sofia und Prag, in Venedig, Mailand, Turin, Rom und Palermo, an der Volksoper Wien, in Frankfurt a.M., Mannheim, Stuttgart, Karlsruhe, Dortmund und Graz, in Brüssel, Antwerpen, Gent und Amsterdam, in Bern und Oslo, an der City Opera New York, in Chicago, Los Angeles, Quebec und Toronto. Bekannt wurde er durch Rundfunk- und Fernsehsendungen im Niederländischen und Belgischen Rundfunk, in Wien, bei der RAI Turin und Rom, in Deutschland, im Kroatischen wie im Slowenischen Radio und Fernsehen.

Schallplatten: Stax (Italienische Arien).

 

18.4. Robin LEGGATE wird 70

 Er studierte zuerst Ingenieurwissenschaft und Ökonomie und erwarb in diesen Fächern den akademischen Grad eines Master of Arts. Er ließ dann aber 1973-75 seine Stimme am Royal College of Music in London ausbilden. 1975 war er Preisträger beim Richard Tauber-Concours in London. Er sang bereits 1975 an der Sadler’s Wells Opera London den König Richard II. in »Wat Tyler« von Alan Bush. 1977 debütierte er an der Covent Garden Oper London als Cassio in Verdis »Otello«. An diesem Haus sang er u.a. den Narraboth in »Salome« und den Elemer in »Arabella« von R. Strauss, den Tamino in der »Zauberflöte« (1979), den Maler in »Lulu«, den Mime im Ring-Zyklus (1994), den Pang in Puccinis Oper »Turandot« (1996) und Partien im »Troubadour« von Verdi. Er trat hier in einer langen Karriere von 35 Jahren in mehr als 900 Vorstellungen auch als Malcolm in Verdis »Macbeth«, als Jaquino im »Fidelio«, als Andrej Chowanski in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, als Edmondo in »Manon Lescaut« von Puccini, als Lysander in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, als Ovlur in »Fürst Igor« von Borodin, als Gastone in »La Traviata« und als Gottesnarr im »Boris Godunow« auf. 1982 Gastspiel an der South Australian Opera Adelaide als Ferrando in »Così fan tutte«, am Théâtre Châtelet Paris als Tamino. Er sang an der Scottish Opera 1979 den Don Ottavio im »Don Giovanni«, 1981-82 den Ferrando, 1982 den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, 1985 den Tamino in den Titelhelden in »Oberon« von Weber sowie 1988 den Eisenstein. Er gastierte an der Staatsoper Hamburg (1978), in Amsterdam, im Theater des Herodes Atticus in Athen (1985 als Malcolm), bei den Salzburger Festspielen (1992-93 als 2. Jude in »Salome« von R. Strauss, 1993 als Eurymachos in »Ulisse« von L. Dallapiccola und 2006 als Gran Sacerdote in Mozarts »Idomeneo«) und bei der holländischen Opera Zuid (1991 als Basilio in »Le nozze di Figaro«). Am Théâtre de la Monnaie Brüssel wirkte er 1986 in der Uraufführung der Oper »Das Schloss« von André Laporte mit, in Madrid 1991 in der Uraufführung von »The Duenna« von Robert Gerhard, am Muziektheater Amsterdam 1992 in der Uraufführung von Alfred Schnittkes »Life with an Idiot«. An der Opéra Bastille sang er 1992 den Frère Elie in »Saint François d’Assise« von O. Messiaen sowie 2010-11 den Basilio in »Le nozze di Figaro«. Beim Maggio Musicale von Florenz sang er 1994, an der Londoner Covent Garden Oper 1995 den Narraboth, an der Covent Garden Oper auch den Raffaele in »Stiffelio« von Verdi, 1996 in Brüssel den Schreiber in Mussorgskys »Chowanschtschina«. 1998 übernahm er an der Covent Garden Oper London die Rolle des Basilio in »Le nozze di Figaro«, in Lissabon den Eumete in Monteverdis »Il ritorno d‘ Ulisse in patria«, am neuen Festspielhaus in Baden-Baden den Arminio in Verdis »I Masnadieri«, 1999 am Opernhaus von Kapstadt den Herodes in »Salome« von R. Strauss und bei der Garsington Opera den Pollux in »Die Liebe der Danae« von R. Strauss. Am 6.12.1999 (und nochmals 2001) übernahm er in der Eröffnungsvorstellung der umgebauten Covent Garden Oper den Dr. Cajus im »Falstaff« von Verdi, 2000 dort den Dogen in Rossinis Oper »Otello«, den Spoletta in »Tosca« und den Panait in »Griechische Passion« von B. Martinu, 2001 den Tschekalinsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky. 2000 gastierte er am Muziektheater Amsterdam als Adams in »Peter Grimes« von B. Britten. Im Juli 2011 gab er an der Covent Garden Oper seinen Bühnenabschied als Goro »Madame Butterfly«. Als Konzertsänger hörte man ihn u.a. 1981 in Florenz in Mendelssohns »Elias«, in London in der C-Moll-Messe von Mozart. Bekannt wurde er auch durch Radio- und Fernsehsendungen.

Schallplatten: DGG (»La Fanciulla del West«), Philips (»Armida« von J. Haydn, »Il Trovatore«, Lerma in Verdis »Don Carlos«), Decca (»Mefistofele« von A. Boito, »Light of Life« von E. Elgar, »Salome« von R. Strauss), Opera Rara (Arien aus italienischen Opern), Sony (»Life with an Idiot« von A. Schnittke), Koch/Chandos (»Martin’s Lie« von Menotti), GAOO (Pollux in »Die Liebe der Danae«); Pioneer-Video (Cassio in Verdis »Otello«, Narraboth in »Salome«).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.robinleggate.com/

 

18.4. Leni MÜNCH wird 100

 Tochter des Bildhauers Otto Münch und der Konzertsängerin Maria Münch, die später Leiterin der Kunstschule Zürich war. Leni Münch studierte bei Alice Frey-Knecht in Zürich, dann bei Albina Jäger in Wien und erhielt auch Unterricht durch Emmy Krüger. 1942 begann sie ihre Bühnentätigkeit am Opernhaus (Stadttheater) Zürich und sang dann 1945-52 am Stadttheater Luzern (wo sie gelegentlich auch Schauspielrollen übernahm), 1952-58 am Landestheater Innsbruck. Sie gastierte im Ablauf ihrer Karriere an der Volksoper Wien, am Landestheater Salzburg, am Opernhaus von Graz, an der Mailänder Scala und am Opernhaus von Zürich. Während ihres Luzerner Engagements sang sie u.a. die Irmentraud im »Waffenschmied« von Lortzing, die Fidalma in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, die Bostana im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, die Madelon wie die Contessa in »Andrea Chénier« von Giordano, die Marcellina in »Figaros Hochzeit«, die Nancy in Flotows »Martha«, den Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen«, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Czipra im »Zigeunerbaron« von J. Strauß, die Amneris in »Aida«, die Ulrica in Verdis »Maskenball«, die Azucena im »Troubadour«, die Maddalena im »Rigoletto«, die Eboli im »Don Carlos«, die Preziosilla in »La forza del destino« und die Annina im »Rosenkavalier«. Sie sang am Opernhaus von Zürich in der Schweizer Erstaufführung der Oper »Schloss Dürande« von Othmar Schoeck (1943 die Priorin von Himmelpfort), am Stadttheater von Luzern in der von »The Medium« von G.C. Menotti (Spielzeit 1950-51 die Mme. Nolan). Im Konzertsaal trat sie in Oratorien (Händel, Alt-Rhapsodie von J. Brahms) und als Liedersängerin hervor. Sie nahm an Rundfunksendungen in Österreich wie in der Schweiz teil.

 

19.4. Bernhard KLEE wird 80

Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei den Thomanern in Leipzig. Er studierte Klavier, Komposition Orchesterleitung und Kammermusik an der Musikhochschule Köln. Bernhard Klee war mit der Sängerin Edith Mathis verheiratet. Seine musikalische Karriere begann er an der Kölner Oper als Assistent von Otto Ackermann und Wolfgang Sawallisch. 1965 wurde er für sieben Jahre Generalmusikdirektor an der Oper in Lübeck. 1976-79 war er Leiter des Rundfunkorchesters Hannover des NDR (heute NDR Radiophilharmonie). 1977-87 war er Generalmusikdirektor der Düsseldorfer Symphoniker. Klee leitete als Gastdirigent zahlreiche namhafte Orchester in Europa und den USA, darunter die Wiener Philharmoniker, die Berliner Philharmoniker, das London Symphony Orchestra und das Concertgebouw-Orchester Amsterdam. Er konzertierte u.a. auf den internationalen Festivals Salzburg, Edinburgh, Luzern und bei den Londoner Proms.

 

20.4. Walter KOBÉRA wird 60

Er besuchte das Musikgymnasium Wien, studierte Violine und war ab 1978 Mitglied des Niederösterreichischen Tonkünstler-Orchester, auch als Dirigent und musikalischer Assistent von Isaac Karabtchevsky und Fabio Luisi. 1986 gründete er sein amadeus ensemble-wien, das sich in den letzten Jahren besonders auf zeitgenössisches Musiktheater spezialisiert hat. Walter Kobéra ist Lehrbeauftragter für Moderne Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seit 1991 ist er musikalischer Leiter der Neuen Oper Wien, seit 1993 auch deren Intendant. Von Presse und Publikum geschätzt wurden seine Interpretationen von unter anderen Alban Bergs Lulu, Benjamin Brittens Billy Budd, Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, György Ligets Le Grand Macabre,  Friedrich Cerhas Baal und Gerhard Schedls Triptychon. In Bratislava, Prag und Dublin leitete er zuletzt eine Neuproduktion von Strauss‘ Ariadne auf Naxos. Walter Kobéra ist künstlerischer Leiter der seit 2008 stattfindenden Konzert-Serie Klangerlebnis Stephansdom. Er hat u. a. mit dem Niederösterreichischen Tonkünstler-Orchester, dem Wiener Concert-Verein, dem Radio-Symphonieorchester Wien und dem Ensemble die reihe gearbeitet. Zuletzt erfolgte auf Einladung des Theaters an der Wien die Ersteinspielung von Iain Bells Liederzyklus A Hidden Place mit Diana Damrau als Solistin.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.kobera.at

 

20.4. Paul FREY wird 75

Paul FREY als Lohengrin in Bayreuth

 Der Künstler, dessen Familie aus der Schweiz stammte, arbeitete zuerst in der Speditionsfirma seines Vaters und war zugleich als Eishockeyspieler bekannt. Als er sich bei diesem Sport 1963 eine schwere Verletzung zuzog, wandte er sich dem Gesangstudium zu und wurde am Konservatorium von Toronto Schüler von Louis Quilico. Er sang dann in seiner kanadischen Heimat kleine Tenorrollen und Partien in Oratorien und hatte seinen ersten größeren Erfolg in Toronto als Titelheld im »Werther« von Massenet. 1978 kam er nach Europa und wurde an das Stadttheater von Basel verpflichtet. 1979-85 sang er dort u.a. den Idomeneo von Mozart, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, die Titelrolle in »La clemenza di Tito« von Mozart, den Florestan im »Fidelio«, den Herzog im »Rigoletto«, den Macduff in »Macbeth« und den Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra« von Verdi, den Canio im »Bajazzo«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Don José in »Carmen«, den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Flamand im »Capriccio« von R. Strauss, auch den Lancelot in der Uraufführung der Oper »Der Drache« von Jost Meier (24.5.1985). Nachdem er dort fünf Jahre lang Tenorpartien aus allen Bereichen der Opernliteratur je nach dem Bedarf des Repertoires gesungen hatte, spezialisierte er sich auf das deutsche heldische Fach. 1984-85 hatte er in Heidelberg als Florestan großen Erfolg; seine Glanzrolle wurde jedoch der Lohengrin in der gleichnamigen Wagner-Oper, den er 1985 am Staatstheater Karlsruhe, 1986 am Nationaltheater Mannheim, 1987 an der Oper von Lyon sang. Darauf trat er 1987-1991 und 1993 bei den Festspielen von Bayreuth als Lohengrin auf. 1986 gastierte er beim Edinburgh Festival als Hüon im »Oberon« von Weber. 1986 Gastspiel an der Münchner Staatsoper als Apollo in »Daphne«, 1988 als Midas in »Die Liebe der Danaë« von R. Strauss. An der Wiener Staatsoper debütierte er bereits 1986 als Max im »Freischütz«, danach gastierte er hier mehrfach in den Jahren 1989-93 (als Parsifal, als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Matteo in »Arabella«, als Kaiser in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss und als Lohengrin). 1987 Debüt an der Metropolitan Oper New York in der Rolle des Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss mit Jessye Norman als Partnerin; dort sang er auch 1994 den Énée in »Les Troyens« von H. Berlioz. An der Covent Garden Oper London debütierte er 1988 als Lohengrin. 1988 sang er in Karlsruhe erstmalig den Walther von Stolzing, den er 1989 auch am Teatro Liceu Barcelona sang. Er gastierte 1988 zur australischen Zweihundertjahrfeier in Sydney (Walther von Stolzing). Ebenfalls 1988 gastierte er in Santiago de Chile als Lohengrin, 1989 an der Mailänder Scala als Hüon. 1989 gab er als Lohengrin an der Oper von San Francisco sein US-Debüt. 1989 hörte man ihn an der Oper von Nizza als Énée, 1990 am Theater von Bonn als Kaiser in der »Frau ohne Schatten«, 1991 als Tamino in der »Zauberflöte«, 1992 als Siegmund in der »Walküre«. An der Oper von Köln übernahm er 1990 den Siegmund, 1988 Gastspiel mit dem Ensemble der Kölner Oper in Tel Aviv (Florestan). Er gastierte an der Deutschen Oper Berlin 1991 als Lohengrin, 1992 am Staatstheater Karlsruhe und an der Covent Garden Oper London als Kaiser in der »Frau ohne Schatten«, in Los Angeles 1992 als Albert in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, in Caracas 1994 als Lohengrin. 1995 hörte man ihn in der Megaron Halle in Athen als Florestan, 1995 auch am Teatro Colón Buenos Aires als Loge im »Rheingold«, 1995 in Lüttich als Siegmund und als Tristan. 1997 sang er am Grand Théâtre Genf den Horace in der Oper »Venus« von Othmar Schoeck, 1998 am Teatro Colón Buenos Aires den Siegfried in der »Götterdämmerung«. Ein weiterer Höhepunkt im Repertoire des Sängers war der Titelheld in »Peter Grimes« von B. Britten; auch als Konzertsänger von Bedeutung.

Schallplatten: HMV (»Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss), Philips (»Lohengrin«, auch als Video), Denon (»Gurrelieder« von Schönberg).

 

20.4. Christopher ROBINSON wird 80

 Biographie des britischen Dirigenten auf Englisch:

http://www.naxos.com/person/Christopher_Robinson_30462/30462.htm

 

21.4. Galya YONCHEVA wird 70

Galya Yoncheva

 Sie erlernte zunächst den Beruf eines Dekorateurs, dann Ausbildung der Stimme bei Cristo Brambaroff in Sofia, am Konservatorium von Athen bei Spiliopoulou, endlich bei Maria Brand in Wien. Gewinnerin des internationalen Gesangwettbewerbs von Sofia; Bühnendebüt 1969 an der Nationaloper von Sofia als Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky. Sie blieb Mitglied dieses Hauses und gab erfolgreiche Gastspiele an den Nationalopern von Belgrad und Warschau und am Smetana Theater in Prag. 1975 sang sie bei den Festspielen von Glyndebourne die Tatjana im »Eugen Onegin«. Auf der Bühne in einer Fülle von Partien, namentlich aus dem lyrischen Fachbereich, aufgetreten (Butterfly, Gräfin in »Figaros Hochzeit«, Mimi in »La Bohème«, Micaela in »Carmen«, Desdemona in Verdis »Otello«, Lisa in »Pique Dame«, Rusalka in der Oper gleichen Namens von Dvorák). Sie wirkte als Pädagogin in Sofia.

Schallplatten: Balkanton.

 

21.4. Ulrich DÜNNEBACH wird 70

Ulrich DÜNNEBACH

 Im Alter von drei Jahren kam er nach Hagen/Westfalen, wo er aufwuchs. Er erhielt dort ersten Gesangunterricht bei Frau Helene Laugs-Gollmer. 1969 Debüt am Stadttheater von Hagen; weitere Ausbildung durch den Pädagogen Francesco Carrino in Düsseldorf. 1975-80 wirkte er als Bariton am Stadttheater von Aachen; 1976 kam es dort zum Wechsel ins seriöse Bass-Fach. 1980-85 am Theater von Detmold, seit 1985 für mehr als zehn Jahre am Opernhaus von Nürnberg engagiert. (1992 musste er krankheitshalber für einige Zeit seine Karriere unterbrechen). Gastspiele u.a. in Barcelona, Lüttich, Hasselt und Spa, an den Opernhäusern von Reims und Dortmund, am Stadttheater von Krefeld und an der Staatsoper München, an der er 1990 den Kardinal von Lothringen in H. Pfitzners »Palestrina« übernahm. Am Münchner Gärtnerplatztheater hörte man ihn 1995 als Eremiten im »Freischütz«. Große Erfolge 1996 zuerst an der Opéra de Wallonie Lüttich, dann am Grand Théâtre Reims und schließlich an der Oper von Rom in seiner Glanzrolle, dem Rocco im »Fidelio«. Dort gastierte er dann auch als Daland in »Der fliegende Holländer«, am Teatro San Carlo Neapel trat er in einem Konzert auf. 1998 gastierte er an der Opéra de Wallonie in Lüttich als Landgraf im »Tannhäuser« und als Mesner in »Tosca«, 1999 zu Gast am Teatro Verdi Triest; 1999 sang er in Perth den Landgrafen, an der Mailänder Scala den Rocco. 2000 Gastspiel am Teatro Comunale Bologna als Daland, den er auch 2001 an der Opéra de Wallonie in Lüttich sang. Aus seinem umfangreichen Bühnenrepertoire sind noch hervorzuheben: der König Philipp im »Don Carlos« von Verdi, der Banquo in Verdis »Macbeth«, der Ferrando im »Troubadour«, der Pater Guardian in »La forza del destino«, der Zaccaria im »Nabucco«, der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Oroveso in »Norma«, der Arkel in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, der Tommaso in »Tiefland« von d’Albert, der Lunardo in E. Wolf-Ferraris »I quattro rusteghi«, der Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Stadinger im »Waffenschmied« von Lortzing, der Direktor Rivière in »Volo di notte« von Dallapiccola und der Doktor im »Wozzeck« von A. Berg. Seine groß dimensionierte, dabei ungewöhnlich ausdrucksvolle Stimme fand dazu eine Vielzahl von Aufgaben im Bereich des Oratorien-, Konzert- und Liedgesangs. So sang er das Bass-Solo im »Polnischen Requiem« von K. Penderecki in Nürnberg unter der Leitung des Komponisten.

Schallplatten: Electrola (Stabat mater von Dvorák mit dem Domchor von Aachen), Rundfunk- und Fernseh-Aufnahmen.

 

22.4. Jukka-Pekka SARASTE wird 60

Er studierte zunächst Violine und begann seine Berufslaufbahn als Geiger im Finnischen Radiosinfonieorchester. In der Klasse des Pädagogen Jorma Panula ließ er sich an der Sibelius-Akademie in Helsinki zum Dirigenten ausbilden und wechselte dann Mitte der 1980er Jahre das Metier. 1983 gründete er gemeinsam mit Es-Pekka Salonen das Avanti! Chamber Orchestra, das sich vor allem der Interpretation zeitgenössischer Musik widmet. 1987 wurde er zum Chefdirigenten des Finnischen Radiosinfonieorchesters berufen, dem er bis 2002 vorstand. Parallel dazu amtierte er 1994-2002 als Musikdirektor des Toronto Symphony Orchestra. Als Erster Gastdirigent war er 2002-05 dem BBC Symphony Orchestra verbunden, seit 2006 hat er die Chefposition beim Oslo Philharmonic Orchestra inne. Bei vielen renommierten Ensembles und Orchestern hat Jukka-Pekka Saraste Konzerte geleitet: voran zu nennen wären das Concertgebouw-Orchester Amsterdam, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Boston Symphony Orchestra und das Chicago Symphony Orchestra, das Orchestre National de France, das London Philharmonic Orchestra und das Philharmonia Orchestra London, die Filarmonica de la Scala in Mailand und die Staatskapelle Dresden. Unter seinen zahlreichen Platteneinspielungen seien vor allem die Gesamtaufnahmen der Sinfonien von Jean Sibelius und Carl Nielsen hervorgehoben. Seit 2008 ist Jukka-Pekka Saraste Künstlerischer Leiter des Sibelius-Festivals in Lahti. Im Jahr 2000 wurde er mit dem Finnischen Staatspreis für Musik ausgezeichnet, ferner wurden ihm in Finnland die Sibelius-Medaille und in Norwegen der Sibelius-Preis verliehen. Mit Beginn der Saison 2010/11 hat er die Stelle als Chefdirigent des WDR Sinfonieorchester Köln angetreten. Sein Vertrag wurde im Mai 2012 bis 2016 verlängert. Am 28. April 2015 wurde der Vertrag mit dem WDR noch einmal bis zur Spielzeit 2018/19 verlängert.

Weitere Informationen auf seiner Homepage; http://jukkapekkasaraste.com/

 

22.4. Galina BORISOWA wird 75

Galina_BORISOWA

 Zuerst Schülerin ihrer Mutter, der Sängerin Olga Borisowa, danach studierte sie 1961-66 am Konservatorium von Moskau bei Faina Sergejewna Petrowa und wirkte bereits 1966 am Bolschoi Theater Moskau als Otrok in »Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch« von Rimsky-Korssakow mit. 1967 wurde sie als reguläres Mitglied in das Ensemble des Bolschoi Theaters berufen. Sie trat dort länger als 25 Jahre in mehr als 50 verschiedenen Partien auf, auch in Opern zeitgenössischer sowjetrussischer Komponisten. Neben den klassischen Alt-Partien aus dem Bereich der russischen Oper feierte man sie als Carmen, als Cherubino in »Figaros Hochzeit« von Mozart, als Amneris in »Aida«, als Ulrica in Verdis »Maskenball«, als Azucena im »Troubadour«, als Eboli im »Don Carlos« und als Suzuki in »Madame Butterfly« von Puccini. Gastspiele in Sofia und Budapest wie auch an den großen russischen Bühnen. Am Theater von Frunze in Kirgisien gastierte sie sehr erfolgreich als Marta-Ekaterina in der Oper »Peter I.« von Andrej Petrow. 1971 trat sie anlässlich eines Gastspiels der Moskauer Bolschoi-Theaters an der Wiener Staatsoper als Sonja in Prokofieffs »Krieg und Frieden« auf. 1988 gastierte sie in Boston in einer konzertanten Aufführung der Oper »Die toten Seelen« von Rodion Schtschedrin. Beim Edinburgh Festival trat sie 1990 als Duenna in »Verlobung im Kloster« von Prokofieff und als Morena in »Mlada« von Rimsky-Korssakow sowie 1991 als Solokha wie auch als Tsarina in Rimsky-Korssakows »DiE Nacht vor Weihnachten« bei Gastspielen des Moskauer Bolschoi-Theaters auf. Bedeutende Konzert- und Liedersängerin. Im Konzertsaal zeichnete sie sich als Solistin im Verdi-Requiem, in der Kantate »Alexander Newskij« von Prokofieff und in vielen anderen Werken aus. 1976 erfolgte ihre Ernennung zur Verdienten Künstlerin, 1987 zur Volkskünstlerin der UdSSR.

Schallplatten der staatlichen sowjetrussischen Plattenproduktion (u.a. integrale Opern »Ruslan und Ludmilla« von Glinka, »Pique Dame« von Tschaikowsky, »Die toten Seelen« von Rodion Schtschedrin und »Madame Butterfly«), einiges davon auf Philips übernommen; auf Le chant du monde »Aleko« von Rachmaninoff, Melodiya/BMG (»Die Verlobung im Kloster« von Prokofieff).

22.4. Der ungarische Tenor Lajos PÁSZTOR wird 90

 25.4. Seppo RUOHONEN wird 70

Seppo_Ruohonen

 Die Ausbildung seiner Stimme wurde in Helsinki begonnen, dann Schüler von Luigi Ricci in Rom, von Anton Dermota in Wien, schließlich von Lea Piltti in Helsinki. Er debütierte 1973 an der Nationaloper von Helsinki als Alvaro in Verdis »La forza del destino«, nachdem er sich zuvor als Chorleiter und Musiklehrer betätigt hatte. Der Künstler hatte als erster lyrisch-dramatischer Tenor in den folgenden Jahren eine sehr erfolgreiche Karriere an der Oper von Helsinki wie in den finnischen Musikzentren. Im finnischen Fernsehen sang er den Herzog in einer Aufnahme von Verdis »Rigoletto«. 1977 sang er bei den Festspielen von Savonlinna den Juhana in der Oper »Die letzten Versuchungen« von Joonas Kokkonen. Gastspiele und Konzerte in den skandinavischen Ländern. Seit 1978 Mitglied der Oper von Frankfurt a.M. Ständiger Gast an der Deutschen Oper Berlin; Gastspiele am Teatro Fenice Venedig, an den Staatsopern von Berlin und Dresden, in Stuttgart und Wiesbaden. Ander Scottish Opera Glasgow gastierte er 1980 und 1986 als Cavaradossi in »Tosca«, 1987 und 1990-91 als Pinkerton in »Madame Butterfly« sowie 1990 als Énée in »Les Troyens« von Berlioz. An der Oper von San Diego als Riccardo in Verdis »Maskenball« zu Gast. 1983 Gastspiel mit dem Ensemble der Nationaloper von Helsinki im Haus der New Yorker Metropolitan Oper in den finnischen Opern »Die letzten Versuchungen« von Kokkonen und »Der rote Strich« von Sallinen. Bei den Opernfestspielen von Savonlinna, an denen er fast alljährlich teilnahm, sang er 1983 den Titelhelden in Verdis »Don Carlos« und den Erik in »Der fliegende Holländer«. 1986 Gastspiel bei der Opera North Leeds als Radames in »Aida«; 1988 auch am Staatstheater Darmstadt als Radames zu Gast. 1997 trat er an der Oper von Helsinki als Schuiskij im »Boris Godunow« auf. Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire waren der Don José in »Carmen«, der Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Faust von Gounod, der Don Ottavio im »Don Giovanni« sowie die Helden in den Opern von Verdi. Begabter Interpret zeitgenössischer Bühnen- und Konzertwerke (Inquisitor in Dallapiccolas »Il Prigioniero«, 1996 Tampere); auch als Pädagoge tätig.

Schallplatten: DGG (»Die letzten Versuchungen« von Kokkonen), BIS (Opernszenen aus Savonlinna), Finnlevy (Operetten-Aufnahmen).

 

26.4. Roland BUFKENS wird 80

 Er erhielt seine Ausbildung am Conservatoire von Brüssel, die er durch Kurse bei dem deutschen Pädagogen Clemens Glettenberg ergänzte. Er begann dann eine sehr erfolgreiche Konzertkarriere, wobei er zumal in Deutschland auftrat. Im Mittelpunkt seiner Konzertauftritte stand die Interpretation der Werke von J.S. Bach, insbesondere seiner Passionen. Er sang das Tenorsolo in »Roméo et Juliette« von Berlioz bei einer Japan-Tournee und anschließend am Théâtre des Champs Élysées in Paris unter Lorin Maazel. Im Concertgebouw Amsterdam wirkte er in einer konzertanten Aufführung von Strawinskys »Mavra« mit, in Madrid in »Le Mystère de la Nativité« von Frank Martin. In Brüssel sang er in de Fallas »La vida breve« er trug in seinen Konzerten wie in zahlreichen Radiosendungen Werke von Schubert, Grétry, Gossec, Lully, Heinrich Schütz, Dumont und Carl Orff sowie Kompositionen der belgischen Komponisten André Laporte und Willem Kersters vor. Er trat beim Holland Festival, beim Festival von Lourdes, bei den Festspielen von Flandern und Schwetzingen und bei der Biennale von Zagreb auf. Er wirkte dazu als Pädagoge am Konservatorium von Brüssel, wo er eine Professur wahrnahm, ebenso am Lemmens-Institut in Löwen (Louvain).

Schallplatten: HMV (Azor in »Azor et Elmire« von Grétry, 1975), Schwann (Totenmesse von Gossec).

 

27.4. Liat HIMMELHEBER wird 60

Liat HIMMELHEBER

Sie war in Berlin Schülerin von Margarethe von Winterfeldt, in Hamburg von Judith Beckmann. Den Liedgesang studierte sie in Meisterkursen bei dem Komponisten Aribert Reimann (dessen Werke sie oft vortrug) und bei dem großen Liedersänger Dietrich Fischer-Dieskau; weitere Kurse bei Marianne Schech und Martial Singher. Sie sang bereits in den Jahren 1982-83 bei den Festspielen von Eutin, war dann 1983-84 im Opernstudio des Opernhauses von Köln tätig und wurde für die Spielzeit 1984-85 an das Staatstheater von Oldenburg verpflichtet. Seit 1985 war sie Mitglied des Theaters am Gärtnerplatz in München. Hier wie bei Gastspielen sang sie eine Vielfalt von Opernpartien, darunter die Fidalma in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, die Dorabella in »Così fan tutte«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit« und den Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck. Sie gastierte u.a. 1984 an der Staatsoper von Hamburg und war auch in Italien bei Gastspielen erfolgreich. In besonderer Weise setzte sie sich auf der Bühne wie im Konzertsaal für zeitgenössische Musik ein. Sie wirkte in Uraufführungen von Vokalwerken moderner Komponisten wie Aribert Reimann, Jürgen von Bose und Manfred Trojahn mit; 1987 sang sie in München die Titelpartie in der Oper »Fräulein Julie« von A. Bibalo. Seit 1992 am Stadttheater Augsburg tätig. 1997 sang sie dort die Margret im »Wozzeck« von A. Berg.

Schallplatten: Wergo (Lieder von A. Reimann), Orfeo (Lieder von V. Ullmann).

 

27.4. Mady URBAIN wird 70

Mady Urbain in LOUISE mit Nicolas Christou
In Louise mit Nicolas Christou

 Sie erhielt am Konservatorium von Lüttich eine sehr umfassende musikalische Ausbildung, studierte Klavier- und Cellospiel, Musikwissenschaft und Gesang; 1967 erwarb sie ihr Diplom als Bühnen- und Konzertsolistin. Ergänzende Studien 1967-68 in Wien und Salzburg; 1969 gewann sie einen Gesangwettbewerb in Brüssel. 1967 begann sie eine sehr erfolgreiche Karriere an der Opéra de Wallonie Lüttich, an der sie länger als 25 Jahre wirkte. Sie unternahm Gastspiele mit dem Ensemble dieses Hauses und trat darüber hinaus als Gast an den Opernhäusern von Lille, Avignon, Metz, Nancy und Lyon auf. Aus ihrem umfangreichen Repertoire für die Bühne sind als Höhepunkte die Amneris in »Aida«, die Preziosilla in Verdis »La forza del destino«, die Mrs. Quickly im »Falstaff«, die Carmen, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Marcellina in »Figaros Hochzeit«, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Principessa in Puccinis »Suor Angelica«, die Taven in »Mireille« von Gounod, die Margared in »Le Roi d’Ys« von Lalo, die Mutter in Charpentiers »Louise«, die Adelaide in »Arabella« von R. Strauss, die Mère Marie in Poulencs »Dialogues des Carmélites«, die Mutter in »The Consul« von Menotti und die alte Buryja in »Jenufa« von Janácek hervorzuheben. Im Konzertsaal trat sie u.a. im »Messias« von Händel, in der Hohen Messe von J.S. Bach, in Beethovens 9. Sinfonie und im Verdi-Requiem auf. Sie widmete sich auch gern dem zeitgenössischen Musikschaffen. Bereits frühzeitig entfaltete sie eine ausgedehnte Tätigkeit auf pädagogischem Gebiet und nahm seit 1970 eine Professur an der Académie Grétry in Lüttich wahr.

 

27.4. Judith BLEGEN wird 75

Judith BLEGEN

 Ursprünglich wollte sie Geigerin werden, dann aber Ausbildung am Curtis Institute of Music in Philadelphia (bei Eufemia Giannini-Gregory) und an der Music Academy of the West in Santa Barbara (Kalifornien); sie war auch Schülerin von Martial Singher, dessen Sohn sie heiratete. Sie kam 1962 mit einem Fulbright-Stipendium nach Europa, studierte bei Luigi Ricci in Italien und debütierte 1963 beim Spoleto Festival in »La Madre« von Hollingswaith. 1966-68 war sie am Opernhaus von Nürnberg engagiert, wo sie als erste Partie die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« sang. Sie sang in Europa u.a. beim Festival von Spoleto (1964 als Mélisande in »Pelléas et Mélisande«), an der Wiener Volksoper (1968-70, Debüt als Rosina im »Barbier von Sevilla«, danach sang sie hier u.a. auch die Zerline in »Fra Diavolo« von Auber und die Carolina in Cimarosas »Die heimliche Ehe«), bei den Salzburger Festspielen (1967 als Papagena in der »Zauberflöte«, 1974 als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« und 1975 als Solistin in der 8. Sinfonie von G. Mahler) und am Opernhaus von Genf (1969 als Blondchen). An der Wiener Staatsoper hörte man sie 1969-70 als Olympia, als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Blondchen, als Papagena, als Stimme vom Himmel in Verdis »Don Carlo« und 1986 nochmals als Pamina in der »Zauberflöte«. Eine glanzvolle internationale Karriere begann für die Künstlerin mit ihrer Verpflichtung an die New Yorker Metropolitan Oper 1970. Hier debütierte sie als Papagena und übernahm dann bis 1991 in insgesamt 284 Vorstellungen eine Vielzahl von Partien: die Marzelline im »Fidelio«, die Sophie im »Werther« von Massenet, die Zerlina im »Don Giovanni«, das Ännchen im »Freischütz«, die Mélisande, die Nannetta in Verdis »Falstaff«, den Amor in Glucks »Orfeo ed Euridice«, den Waldvogel im »Siegfried«, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Lauretta in »Gianni Schicchi«, die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Gilda im »Rigoletto«, den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Gretel in »Hänsel und Gretel«, das Blondchen und die Adele in der »Fledermaus«. 1973 sang sie an der Metropolitan Oper in der Premiere von »Les Troyens« von Berlioz den Ascanius. Seit 1975 auch große Erfolge an der Covent Garden Oper London, an der sie als Antrittsrolle die Despina in »Così fan tutte« sang. 1969 wirkte sie an der Oper von Santa Fé in der amerikanischen Premiere der Oper »Help! Help! The Globolinks« von Gian Carlo Menotti mit und spielte dabei selbst ein Violinsolo. Erfolgreiche Auftritte auch an den Opernhäusern von Chicago, San Francisco (1972 als Susanna, 1973 als Adele und 1975 als Adina), New Orleans und Santa Fé, so dass sie als eine der bedeutendsten amerikanischen Koloratricen ihrer Generation galt. 1976 zu Gast bei den Festspielen von Edinburgh als Susanna in »Le nozze di Figaro«, 1977 an der Grand Opéra Paris als Sophie im »Rosenkavalier«, 1986 am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Adele in der »Fledermaus«. Ihr ausgebreitetes Repertoire reichte von Mozart über Partien von Donizetti, Rossini, Verdi, Weber, Gounod, Massenet bis zu modernen Opern von Menotti, H.W. Henze und Strawinsky. Dazu war sie auch im Konzertsaal erfolgreich tätig. Man schätzte sie vor allem als große Liedinterpretin. In zweiter Ehe verheiratet mit dem Konzertmeister der Metropolitan Oper Raymond Gniewek.

Schallplatten: CBS (Duette mit Frederica von Stade, Lieder), RCA (Lieder von H. Wolf und R. Strauss, »Der Messias« von Händel), Philips (8. Sinfonie von G. Mahler, Harmonie-Messe von J. Haydn), DGG, Telarc (Requiem von G. Fauré), DGG (Musik zu »Ein Sommernachtstraum« von Mendelssohn und »Rosamunde« von Schubert), Koch Records (Lieder von J. Brahms). Mercury, Turnabout (»The Old Maid and the Thief« von Menotti), Orfeo (»Zaide« von Mozart). Unter ihren vielen Aufnahmen finden sich eine Anzahl von vollständigen Opern, u.a. »The Medium« von Menotti, »La Bohème« (als Musetta), »Fidelio« (als Marzelline), »Figaros Hochzeit« (als Susanna), Carmina Burana von C. Orff; Sony-Video (Magnificat von J.S. Bach, Berlin 1984).

 

27.4. Carmen REPPEL wird 75

Carmen Reppel

 Sie studierte zunächst bei Gisela Aulmann und war darauf an der Hamburger Musikhochschule Schülerin von Erna Berger. 1968 fand ihr Bühnendebüt am Stadttheater von Flensburg als Elisabetta in Verdis »Don Carlos« statt. Ihre erfolgreiche Karriere führte sie dann an das Staatstheater Hannover. Gastspiele an der Hamburger Staatsoper, an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. und Köln, am Nationaltheater Mannheim, in Dortmund, Wiesbaden und Kassel. Sie erschien als Gast an den Opern von Lodz und Warschau und war seit 1977 bei den Festspielen von Bayreuth zu hören: 1977-80 als Blumenmädchen im »Parsifal«, als Freia im »Rheingold« und als Gerhilde in der »Walküre«, 1978 auch als Gutrune in der »Götterdämmerung«. 1983 gestaltete sie in einer konzertanten Aufführung der Oper »Schwarzschwanenreich« von Siegfried Wagner am Opernhaus von Wuppertal die Partie der Hulda, ebenfalls 1983 in San Francisco die Titelfigur in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1984 an der Staatsoper Stuttgart die Elettra in »Idomeneo«. 1984 an der Oper von Santiago de Chile die Chrysothemis (in der dortigen Erstaufführung der Richard Strauss-Oper »Elektra«). 1984-91 gastierte sie an der Wiener Staatsoper in insgesamt 23 Vorstellungen als Sieglinde in der »Walküre«, als Chrysothemis, als Arabella von R. Strauss, als Elsa im »Lohengrin«, als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Salome von R. Strauss. 1985 zu Gast in Hamburg und Zürich (Fidelio). 1986 sang sie in Zürich die Titelrolle in »Salome« von R. Strauss. An der Mailänder Scala gastierte sie 1986 als Kaiserin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1987 als Salome und am 27.1.1987 als Anna in der Uraufführung der Oper »Riccardo III.« von Flavio Testi. 1986 wirkte sie in München in der Uraufführung von A. Reimanns Oper »Troades« in der Partie der Andromache mit. 1988 sang sie am Teatro Comunale Bologna die Sieglinde. 1989 gastierte sie an der Hamburger Staatsoper, 1992 an der Oper von Marseille als Kaiserin, 1990 in Zürich als Chrysothemis, beim Puccini Festival in Torre del Lago 1989 als Salome von R. Strauss. 1996 Gastspiel am Opernhaus von Marseille als Freia, 1997 als Sieglinde. Höhepunkte in ihrem lyrisch-dramatischen Repertoire waren Aufgaben wie die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Donna Anna wie die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Mélisande, die Mimi in »La Bohème«, die Liu in »Turandot« von Puccini, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut« (die sie auch in einer Fernsehaufnahme der Oper sang), die Traviata, die Desdemona in Verdis »Otello« und die Leonore im »Troubadour«.

Schallplatten: In der integralen Ring-Aufnahme auf Philips singt sie die Freia und die Gerhilde, auf HMV in »Troades« von A. Reimann, auf EMI in »Les Troyens« von Berlioz.

 

27.4. Werner ERNST wird 95

 Er begann eine Lehre als Musikalienhändler in dem Zürcher Musikhaus Hug, studierte dann aber Klavier- und Cellospiel und seit 1944 Gesang bei Elisabeth Bosshardt in Zürich. Seit 1948 trat er als Konzertsänger auf, wobei er im Lauf der Zeit ein sehr umfangreiches Repertoire zum Vortrag brachte. Dieses enthielt vor allem Partien in Oratorien und religiösen Musikwerken von J.S. Bach, G.F. Händel, J. Haydn, Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Schubert, Verdi, Brahms und Berlioz, aber auch in Kompositionen moderner Meister wie A. Honegger, Frank Martin, Othmar Schoeck, W. Burkhard, H. Suter und R. Oboussier. Er sang in den großen Städten in der Schweiz, in Berlin, Freiburg i. Br., Stuttgart und Remscheid, in Amsterdam, Den Haag und Rotterdam, in Innsbruck, Bozen und Meran. Bekannt wurde er auch durch Sendungen im Schweizer Rundfunk. Er betätigte sich dazu als Opernsänger und gehörte 1960-76 dem Ensemble des Opernhauses von Zürich an. Gastspiele führten ihn an die Stadttheater von Basel und Bern, an das Grand Théâtre Genf (1965 als Marmeladow in »Raskolnikow« von H. Sutermeister) und an die Wiener Staatsoper (1972 als Lehrer in »Der Besuch der alten Dame« von G. von Einem). Von seinen Bühnenpartien sind zu nennen: der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Masetto im »Don Giovanni«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Eremit im »Freischütz«, der Dr.Cajus in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai, der Lamoral in »Arabella« von R. Strauss, der Dr. Falke in der »Fledermaus«, der Doktor in A. Bergs »Wozzeck«, der King Balthazar in »Amahl and the Night Visitors« von Menotti und der Onkel Fritz in »Feuerwerk« von F. Burkhard. Am Opernhaus von Zürich nahm er 1961 an der Uraufführung der Oper »Griechische Passion« von B. Martinù teil und wirkte in den Premieren von »Volo di notte« von Dallapiccola, »Der Besuch der alten Dame« von G. von Einem, »Elisabeth Tudor« von Fortner, »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff, »Le Mystère de la Nativité« von Frank Martin und »Karl V.« von Krenek mit.

 

29.4. Zubin MEHTA wird 80

Der ältere von zwei Söhnen einer vermögenden Familie erhielt im Alter von sieben Jahren den ersten Geigen- und Klavierunterricht und wurde früh mit der europäisch-klassischen Musik vertraut. Er besuchte während des ersten bis fünften Schuljahres (1942–46) die private „Campion School“ Bombay unter Leitung von Jesuiten-Priestern. Sein einziges sportliches Interesse galt dem Cricket. Im Jahr 1947 trat Zubin in die St. Mary’s High School in Mumbai ein, wo er vier Jahre später seine Hochschulreife erlangte. Als Schüler seines Vaters Mehli Mehta, eines Geigenvirtuosen, der viele Jahre in den USA verbrachte, dirigierte er mit 16 Jahren erstmals das Symphonieorchester von Bombay. Auf Wunsch seiner Eltern begann er ein Medizinstudium am St. Xavier’s College der University of Mumbai. Nach zwei Semestern konzentrierte er sich jedoch ganz auf die Musik. Mit 18 Jahren kam er nach Wien und belegte an der Wiener Musikakademie die Fächer Klavier, Komposition und Kontrabass. Bei Hans Swarowsky absolvierte er eine Dirigentenausbildung. 1958 gewann er den Internationalen Dirigentenwettbewerb von Liverpool und wurde dort stellvertretender Kapellmeister. Als Mittzwanziger hatte er bereits die Wiener und die Berliner Philharmoniker, denen er bis heute verbunden ist, dirigiert. In den USA belegte er beim Wettbewerb in Tanglewood/Massachusetts den zweiten Platz. Zu dieser Zeit lernte er auch den Leiter des Boston Symphony Orchestra, Charles Münch, kennen, der großen Einfluss auf seine weitere Karriere hatte. 1960 debütierte Zubin Mehta beim New York Philharmonic Orchestra, dem Philadelphia Orchestra sowie beim Orchestre symphonique de Montréal, dessen Chef er 1962-66 war. Zubin Mehta war 1962-78 Musikdirektor des Los Angeles Philharmonic Orchestra. 1969 wurde er außerdem musikalischer Berater des Israel Philharmonic Orchestra, wo man ihn 1977 zum Chefdirigenten und 1981 zum Music Director auf Lebenszeit ernannte. 1978 wurde er Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra und blieb 13 Jahre lang, bis er von Kurt Masur abgelöst wurde. Seit 1985 ist er Chefdirigent des Maggio Musicale in Florenz. Als Operndirigent arbeitete Zubin Mehta in Montréal, an der Metropolitan Opera in New York (1965-71 Aida, Turandot, Otello, die Uraufführung der Oper Mourning Becomes Electra von Marvin David Levy, Carmen, Tosca und Il Trovatore), an der Wiener Staatsoper (1975 Lohengrin, 1977-83 Salome, 1980-97 Tristan und Isolde, 1981 Das Rheingold und Die Walküre, 1987 Otello und Tosca, 1993-94 Il Trovatore, 1995-2001 Jérusalem, 1997-98 Rienzi, 2008 Aida und La forza del destino),  an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, an der Bayerischen Staatsoper, am Londoner Royal Opera House Covent Garden, an der Mailänder Scala (viele Konzerte seit seinem Debüt 1962 sowie 1974 Salome, 1976 Turandot, 1978 Il Trovatore, 2001 Jérusalem anlässlich eines Gastspiels der Wiener Staatsoper, 2010 Tannhäuser und 2015 Aida) und den Opernhäusern von Montréal, Chicago, Berlin (Deutsche Oper) und Florenz sowie bei den Salzburger Festspielen (viele Konzerte seit seinem Debüt 1962 sowie 1965-67 und 1970 Die Entführung aus dem Serail und 2013 Falstaff). Von September 1998 bis 2006 war Zubin Mehta Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper. Zubin Mehta dirigierte bereits fünf Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Wiener Musikverein, in den Jahren 1990, 1995, 1998 und 2007 sowie das Neujahrskonzert 2015. Mehta ist seit dem 19. Juli 1969 mit der Schauspielerin Nancy Kovack verheiratet. Aus erster Ehe mit Carmen Lasky stammen zwei erwachsene Kinder. Sein Sohn Mervon Mehta ist Vizepräsident des Kimmel Centers in Philadelphia. Sein Vetter Dady Mehta ist Pianist, dessen Sohn Bejun Mehta ist ein weltweit bekannter Countertenor.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.zubinmehta.net/

 

30.3. Ferruccio MAZZOLI wird 85

Ferruccio Mazzoli mit Rolando Ribichesu

Ferruccio Mazzoli mit Rolando Ribichesu

Am Konservatorium von Bologna Schüler von Antonio Melandri, dann in Verona von Rina Malatrasi. Debüt 1954 am Teatro Comunale von Bologna als Palemon in »Thaïs« von Massenet. Bedeutende Karriere an den großen italienischen Opernhäusern: an den Opernhäusern von Rom, Bologna, Neapel, Parma, Palermo, Triest und Turin, beim Maggio Musicale von Florenz, bei den Festspielen von Verona (1971) und beim Festival von Spoleto. An der Mailänder Scala hörte man ihn 1956 als Nireno in Händels »Giulio Cesare«, 1962 als Oroe in Rossinis »Semiramide«, 1965 als Timur in Puccinis »Turandot«, 1966 als König in »Aida«, 1978 in Rossinis »Petite Messe Solennelle«, 1979-80 in weiteren Rossini-Konzerten sowie als Trulove in Strawinskys »The Rake’s Progress«. 1960 sang er bei einem Konzert im Vatikan vor Papst Johannes XXIII. Im Ausland gastierte er an der Wiener Staatsoper (1962 als Lodovico in Verdis »Otello«, als Angelotti in »Tosca«, als Sparafucile in »Rigoletto« und als Sam in Verdis »Un ballo in maschera«), an der Deutschen Oper Berlin, am Teatro Colón von Buenos Aires, in Mexico City, Chicago, Budapest, Zagreb, Lissabon, Bukarest, Sofia, Athen und Zürich. Er setzte seine erfolgreiche Karriere bis 1985 fort. Er beherrschte neben dem klassischen italienischen Bass-Repertoire auch Partien in Opern von Wagner, Mussorgsky, Rimsky-Korssakow, Richard Strauss und in modernen Opernwerken.

Schallplatten: Cetra, RCA (»Lucrezia Borgia« von Donizetti, »Un ballo in maschera« und »Otello« von Verdi), Decca (»Wilhelm Tell« von Rossini), Foyer (»I Puritani«), EJS (»Semiramide« von Rossini), Replica (»Macbeth« von Verdi), HMV (Colline in »La Bohème«, König in »Aida«, Ferrando im »Troubadour«), HMV Classics (Ferrando im »Troubadour«), Tryphon Classics (»Sakuntala« von Fr. Alfano), Fonit Cetra (»Guglielmo Ratcliff« von Mascagni).

 

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