Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM APRIL 2015

GEBURTSTAGE IM APRIL 2015

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er.
Zusammenstellung: Walter Nowotny

 1.4. Kevin LANGAN wird 60

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 Er studierte 1973-75 am New England Conservatory Gesang und setzte seine Ausbildung in den Jahren 1975-80 an der Indiana University fort, wo er Schüler von Margaret Harshaw war. Er brachte seine Ausbildung mit den akademischen Graden des Bachelor of Music und des Master of Music zum Abschluss. Er erregte Aufsehen bei Gesangwettbewerben in New York und San Francisco. 1979 debütierte er bei der New Jersey State Opera in Verdis »Don Carlos«. 1980 wurde er Preisträger beim Gesangwettbewerb der Metropolitan Oper New York. 1980 sang er am Opernhaus von St. Louis den Sarastro in der »Zauberflöte«. 1980 hatte er seine ersten großen Erfolge an der Oper von San Francisco (Antrittsrolle: Alter Hebräer in »Samson et Dalila« von Saint-Saens; es folgten u.a. der Lamoral in »Arabella« von R. Strauss, der Dr. Grenvil in »La Traviata«, der Pietro in »Simon Boccanegra«, der König in »Aida«, der Zuniga in »Carmen«, der alte Gefangene in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, der Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Samuel in Verdis »Un ballo in maschera«, der Truffaldin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, der Pistola in Verdis »Falstaff«, der Mönch in Verdis »Don Carlos« und der Ashby in »La Fanciulla del West«), an der er bis 2010 oft in großen Bass-Partien auftrat (u.a. als Masetto in »Don Giovanni«, als Bartolo in »Le nozze di Figaro«, als Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, als Timur in Puccinis »Turandot«, als Warlaam in »Boris Godunow«, als Colline in »La Bohème«, als Enrico in »Anna Bolena« von Donizetti, als Ramfis in »Aida«, als Frank in der »Fledermaus«, als Zoroastro in Händels »Orlando« und als Astolfo in Vivaldis »Orlando Furioso«). Er sang an der City Opera New York, an der Oper von Houston/Texas (seit 1985), in Philadelphia (1982), Detroit, Miami, an der Oper von Dallas und bei der Canadian Opera Toronto (1986). In Europa erschien er als Gast am Grand Théâtre Genf (1988 als Inquisitor in »L’ange de feu« von Prokofieff und als Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«) und an der Oper von Lyon (1982). Seine Karriere hatte jedoch ihre Höhepunkte in seiner amerikanischen Heimat. Hier gastierte er auch an den Opernhäusern von St. Louis, Pittsburgh, Santa Fé (seit 1984; u.a. 1986 als Sarastro und als Seneca in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 1994 als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, 1995 als Gonzalo in der Uraufführung der Oper »The Tempest« von John Eaton und als Bartolo in »Le nozze di Figaro«), San Diego (seit 1986), in Seattle (1988), Los Angeles (1987), Washington und Tulsa, in Vancouver und Winnipeg. Zu großen Erfolgen kam er an der Oper von Chicago, und schließlich wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Colline). Hier trat er bis zum Jahr 2002 in insgesamt zehn Vorstellungen auch als Basilio im »Barbier von Sevilla« auf. 1990 sang er in Houston/Texas den Mephisto im »Faust« von Gounod, in San Diego den Colline, 1992 in Santa Fé den Leporello im »Don Giovanni«, 1993 den Ariodate in »Serse« von Händel, 1995 in Washington den Wurm in Verdis »Luisa Miller«, 1996 an der Miami Opera den Figaro in »Le nozze di Figaro«, in San Diego den Alidoro in Rossinis »La Cenerentola«, an der Santa Fé Opera den Leporello. 1997 sang er in San Diego den Timur, 1997-98 an der Oper von Dallas die gleiche Partie und den Sarastro, 1998 an der Oper von Antwerpen wieder den Timur, an der Chicago Opera den Ezra in »Mourning Becomes Electra« von Levy, ebenfalls 1998 an der City Opera New York in der zeitgenössischen Oper »Emmeline« von Tobias Picker (Schallplattenaufnahme auf Albany/Liebermann CD). 1999 trat er bei der Miami Opera als Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli auf, 2000 hörte man ihn an der Oper von Seattle als Pimen im »Boris Godunow«, an der Santa Fé Opera als Bartolo in »Le nozze di Figaro«, 2001 an der Oper von San Diego als Sarastro. Er brachte auf der Bühne ein umfangreiches Rollenrepertoire zum Vortrag: den Komtur im »Don Giovanni«, den Daland in »Der fliegende Holländer«,den Sparafucile im »Rigoletto«,den Gremin im »Eugen Onegin«, den Pimen im »Boris Godunow«, aber auch Buffo-Partien wie den Kammersänger im »Intermezzo« von Richard Strauss. Auch sein jüngerer Bruder David Langan trat als Bassist auf.

 1.4. Claude CORBEIL wird 75

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 Er war der Sohn des Bassisten und Radioleiters Paul-Émile Corbeil (1908-65). Seine Ausbildung erfolgte durch die Pädagoginnen Diana Maria Narici und Ruzena Herlinger. 1962 debütierte er am Opernhaus von Quebec als Schaunard in »La Bohème«. 1963 sang er in Montreal, bereits 1965 an der Covent Garden Oper London (den Silvio im »Bajazzo«). 1965 und 1967 hörte man ihn als Gast am Opernhaus von Lausanne, 1972 an der Oper von New Orleans (als Frère Laurent in »Roméo et Juliette« von Gounod, 1975 als St. Bris in den »Hugenotten« von Meyerbeer). In den Jahren 1969, 1971 und 1973 gastierte er an der Oper von Philadelphia, 1977 an der Santa Fé Opera, 1979 an der Oper von Houston/Texas in der Offenbach-Operette »La Grande Duchesse de Gerolstein«, an der City Opera New York 1969 und 1982 (Graf in »Manon« von Massenet). 1986 trat er am Opernhaus von Belfast als Falstaff von Verdi auf, 1987 bei der Opera 80 in London als Bartolo im »Barbier von Sevilla«, an der Welsh Opera Cardiff als Rocco im »Fidelio«. 1988 hörte man ihn in Montreal als Dandini in Rossinis »La Cenerentola« und als Escamillo in »Carmen«, 1989 als Colline in Puccinis »La Bohème«, 1994 in den vier dämonischen Rollen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1995 als Basilio im »Barbier von Sevilla«. In Vancouver gastierte er 1988 als Leporello im »Don Giovanni«, in Toronto 1991 als Rocco, 1992 als Basilio, an der Hamilton Opera (Kanada) 1993 als Dandini. An der Philadelphia Opera sang er 1987 den Leporello und den Capulet in »Roméo et Juliette« von Gounod, in Santa Fé 1988 und 1990 den Don Alfonso in »Così fan tutte«, an der Oper von Tel-Aviv 1988 den Basilio, in Amsterdam 1991 den Balducci in »Benvenuto Cellini« von H. Berlioz. An der Oper von Pittsburgh trat er 1991 als Don Magnifico in Rossinis »La Cenerentola« auf, in Portland (Oregon) 1992 als Sulpice in »La Fille du Régiment« von Donizetti, 1992 an der Oper von Belfast und 1994 an der Miami Opera als Mephisto im »Faust« von Gounod, 1994 an der Scottish Opera Glasgow als Dulcamara in Donizettis »L’Elisir d’amore«. An den kanadischen Opernhäusern (Vancouver, Ottawa, Quebec, Montreal, Hamilton) trat er im Ablauf seiner Karriere regelmäßig in einer Vielzahl von Rollen auf. Auch als Konzert- und Liedersänger bekannt geworden.

Schallplatten: RCI (Lieder).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://claudecorbeil.com/

 2.4. Fernando LOZANO RODRÍGUEZ wird 75

 Biographie des mexikanischen Dirigenten, der 1974 mit Tosca an der Wiener Staatsoper debütiert hat, auf Spanisch: http://es.wikipedia.org/wiki/Fernando_Lozano_Rodr%C3%ADguez

 2.4. Barbro ERICSON wird 85

Barbro_ERICSON_als_Ortrud
Als „Ortrud“ in Lohengrin

 Seit 1950 Gesangstudium an der Musikakademie von Stockholm und an der dortigen Königlichen Schwedischen Opernschule bei Arne Sunnegårdh. 1956 Bühnendebüt an der Königlichen Oper Stockholm als Eboli im »Don Carlos« von Verdi, seit 1958 gefeiertes Mitglied der Stockholmer Oper, an der sie bereits 1956 in der Uraufführung der Oper »Porträttet« von H. Rosenberg, 1965 in der Uraufführung von K.B. Blomdahls Oper »Herr von Hancken« und am 12.4.1978 in der Uraufführung der Oper »Le grand Macabre« von G. Ligeti in der Partie der Mescalina mitwirkte. Sie wirkte hier auch in mehreren schwedischen Erstaufführungen von Opern mit: 1961 als Mother Goose in Strawinskys »The Rake’s Progress«, 1965 als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, 1967 als Leda in »The Mines of Sulphur« von R.R. Bennett, 1975 als Amme in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1976 als Kabanicha in Janáceks »Katja Kabanowa«. Sie gastierte (mit dem Ensemble der Stockholmer Oper) 1959 beim Edinburgh Festival als Giovanna wie als Maddalena im »Rigoletto« und als Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera«, 1960 an der Covent Garden Oper London als Mary in »Der fliegende Holländer«, 1967 bei der Weltausstellung von Montreal wieder als Ulrica und als Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1974 als Klytämnestra. Durch Gastspiele wurde die Künstlerin international bekannt. So gastierte sie in Berlin und Hamburg, in Helsinki, Kopenhagen und Oslo, an Bühnen in Frankreich, Italien und Holland. 1964 sang sie an der Grand Opéra Paris die Venus im »Tannhäuser«, die gleiche Partie wie auch die Kundry im »Parsifal« übernahm sie bei den Bayreuther Festspielen von 1964. 1966 wirkte sie bei den Festspielen von Athen als Eboli mit, 1967 bei den Osterfestspielen von Salzburg unter H. von Karajan in der »Walküre«. Debüt an der Metropolitan Oper New York 1967 als Siegrune in der »Walküre« (ebenfalls unter H. von Karajan), bis 1977 dort in insgesamt 14 Aufführungen auch als Herodias in »Salome« sehr erfolgreich. 1969 debütierte sie als Kundry an der Wiener Staatsoper, an der sie 1985 nochmals als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss gastierte; als Klytämnestra gastierte sie bereits 1981 in Madrid. Mit ihrer umfangreichen, kraftvollen Stimme meisterte die Künstlerin ein Repertoire, das neben Alt- auch mehrere dramatische Sopranpartien umfasste, vor allem aber Wagner-Heroinen, enthielt. Von ihren großen Bühnenpartien sind noch der Orpheus in der gleichnamigen Oper von Gluck, die Carmen, die Amneris in »Aida«, die Mrs. Quickly im »Falstaff« von Verdi, die Marie im »Wozzeck« von A. Berg, die Madame de Croissy in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc, die Miss Jessel in »The Turn of the Screw« von B. Britten und die Mutter in »Il Prigoniero« von Dallapiccola nachzutragen. Dazu hatte sie auch als Konzert- und Oratoriensängerin eine große Karriere. 1968 Ernennung zur schwedischen Hofsängerin, 1978 Verleihung des Ordens »Litteris et artibus«.

Schallplatten: DGG (»Die Walküre« unter H. von Karajan), Wergo (Requiem und andere Werke von György Ligéty), BIS (Giovanna im »Rigoletto«, Stockholm 1959).

 2.4. Girolamo ARRIGO wird 85

 Biographie des italienischen Komponisten auf Englisch:

http://www.musicsalesclassical.com/composer/long-bio/Girolamo-Arrigo

 3.4. Renate BEHLE wird 70

Renate BEHLE
Mit Sohn Daniel

 Nach ihrem Gesangstudium in Graz und Rom sang sie zuerst im Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg. Als Solistin debütierte sie 1968 am Staatstheater von Karlsruhe. Hier wirkte sie bis 1973 und gastierte während dieser Zeit u.a. am Opernhaus von Graz, in Klagenfurt und am Teatro San Carlos Lissabon. 1974-79 war sie Altistin im Chor des Norddeutschen Rundfunks. 1979 wurde sie wieder als Solistin, und zwar an das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, verpflichtet. Hier trat sie in Rollen wie der Olga in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, der Carmen, der Rosina im »Barbier von Sevilla« und der Penelope in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria« hervor. Dazu sang sie eine Anzahl von Travestierollen, u.a. den Komponisten in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, den Siebel im »Faust« von Gounod und den Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck. 1982 folgte sie einem Ruf an das Staatstheater Hannover, wo sie für die nächsten 15 Jahre Ensemblemitglied war. Gastspiele an der Hamburger Staatsoper (wo sie wohnte), am Opernhaus von Essen, dem sie vertraglich verbunden war, und an weiteren deutschen und ausländischen Bühnen in Verbindung mit einer ausgedehnten Konzerttätigkeit. 1987 sang sie am Landestheater von Detmold mit der Sieglinde in der »Walküre« ihre erste Sopranpartie. 1987 sang sie in Hannover wie am Berliner Theater des Westens die Kassandra in der zeitgenössischen Oper »Troades« von A. Reimann, 1990 in Hamburg in einer konzertanten Aufführung der Oper »Jessonda« von L. Spohr die Amazili. Sie nahm dann auch Sopranpartien in ihr Repertoire auf und trat u.a. 1990 in Hannover als Minnie in Puccinis »La Fanciulla del West« auf. 1992 wirkte sie an der Hamburger Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Die Eroberung von Mexiko« von W. Rihm in der Partie des Montezuma mit; in Hannover sang sie 1992 die Brünnhilde im »Siegfried«, in Hamburg die Titelfigur in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, bei den Festspielen von Savonlinna in Finnland 1992-93 die Leonore im »Fidelio«, in Antwerpen die Chrysothemis in der Richard Strauss-Oper »Elektra«, in Hannover und an der Mailänder Scala 1995 die Titelrolle in dessen Oper »Salome«, an der Staatsoper Dresden 1995 die Leonore im »Fidelio«, am Opernhaus von Köln die Senta in »Der fliegende Holländer«. An der Berliner Staatsoper war sie als Marschallin im »Rosenkavalier« zu Gast, als Sieglinde hörte man sie in Köln, Stockholm und Brüssel. 1995 Gastspiel an der Wiener Staatsoper als Leonore im »Fidelio« und als Salome von R. Strauss. Seit 1996 war sie als freischaffende Künstlerin im Rahmen einer ganz internationalen Karriere tätig. 1997 gastierte sie in Los Angeles als Isolde in »Tristan und Isolde« und sang an der Staatsoper von Hamburg die Senta sowie die Ariane in »Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas, am Opernhaus von Köln die Kundry im »Parsifal«. Im gleichen Jahr sang sie im Theater des Herodes Atticus in Athen die Titelrolle in »Salome« von R. Strauss, in Graz die Leonore im »Fidelio«, die sie auch 1998 an der Stuttgarter Staatsoper vortrug. Bei den Salzburger Festspielen 1998 sang sie die Leonore im »Fidelio«. An der Staatsoper von Dresden gastierte sie 1998 als Isolde. An der Deutschen Oper Berlin und an der Staatsoper Hamburg trat sie 1998 als Senta auf, am Opernhaus von Köln als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, 1999 an der Staatsoper von Dresden als Salome von R. Strauss. 1999 sang sie an der Stuttgarter Staatsoper die Brünnhilde in der »Walküre«, in New York mit dem American Symphony Orchestra (konzertant) die Titelrolle in »Ariane et Barbe-Bleue«, am Theater von Luzern die Prothoe in »Penthesilea« von O. Schoeck, an der Staatsoper Dresden die Färberin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, schließlich am Teatro Colón Buenos Aires die Salome von R. Strauss. 2000 war sie an der Oper von Houston/Texas als Isolde zu Gast, am Opernhaus von Köln wie in Bonn übernahm sie 2000 die Brünnhilde in der »Götterdämmerung«. 2001 debütierte sie als Leonore im »Fidelio« an der Metropolitan Oper New York. Sie sang 2013 beim Festival von Aix-en-Provence und 2014 an der Mailänder Scala die Vertraute in »Elektra« von R. Strauss in der Inszenierung von P. Chéreau. Sie war in Hamburg als Pädagogin tätig. Ihr Sohn Daniel Behle wurde ein bekannter Tenor.

Schallplatten: Orfeo (Amazili in »Jessonda«, Margaretha in »Genoveva« von R. Schumann), Capriccio (»Der Kreidekreis« von Zemlinsky), CPO (»Die Eroberung von Mexiko«), Pan (Prothoe in »Penthesilea« von Othmar Schoeck).

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.renatebehle.de/

 3.4. Willibald VOHLA wird 100

 Er begann seine Bühnentätigkeit 1937 mit einem Engagement am Stadttheater von Nordhausen (Thüringen), wurde aber 1939 zum Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg einberufen. Nach Kriegsende wirkte er 1946-48 an der Schauspielbühne Braunschweig und war dann in der Spielzeit 1948-49 am Stadttheater von Würzburg engagiert, danach 1949-52 am Landestheater Darmstadt. 1952 folgte er einem Ruf an das Opernhaus von Düsseldorf. Hier wirkte er 1954 in der Uraufführung der Oper »Die Heimkehr« von Marcel Mihalovici und 1955 in der deutschen Erstaufführung von »Street Scene« von Kurt Weill mit. 1957 ging er an das Nationaltheater Mannheim, an dem er für die folgenden zehn Jahre tätig blieb. Er beherrschte ein sehr umfangreiches Repertoire, zu dem Partien wie die Titelrolle in »Julius Cäsar« von Händel, der Sprecher in der »Zauberflöte«, der Minister im »Fidelio«, der Fliegende Holländer, der Telramund im »Lohengrin«, der Wotan und der Wanderer im Nibelungenring, der Hans Sachs in »DieMeistersinger von Nürnberg«, der Kurwenal in »Tristan und Isolde«, der Orest in »Elektra« von R. Strauss, der Musiklehrer in dessen »Ariadne auf Naxos«, der Faninal im »Rosenkavalier«, der Wozzeck von A. Berg, der Rigoletto, der Macbeth in der Oper gleichen Namens von Verdi, der Graf Luna im »Troubadour«, der Amonasro in »Aida«, der Posa im »Don Carlos« und der Titelheld im »Falstaff« von Verdi, der Tonio im »Bajazzo«, der Scarpia in »Tosca«, der Jago im »Otello« von Verdi, die vier Dämonen in »Hoffmans Erzählungen«, der Tomsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Titelrolle in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók und der Frank in der »Fledermaus« gehörten. Nach dem Ende seines Mannheimer Engagements gastierte er von dort aus noch bis zum Anfang der siebziger Jahre, wobei er jetzt auch manchmal Buffo-Rollen (Fra Melitone in »La forza del destino«) übernahm. Seit 1967 wirkte er als Dozent an der Musikhochschule in Mannheim.

Schallplatten: Heliodor (»Der Ja-Sager« von K. Weill).

 4.4. Der französische Bassist Fernand DUMONT wird 75

 4.4. Angelo MARCHIANDI wird 90

 Nach seiner Ausbildung durch die Pädagogen O. Giacoboni und A. Costaguta trat er 1949 und 1950 am Teatro Sant‘ Agostino in Genua auf. Bis gegen Ende der sechziger Jahre trat er an zahlreichen italienischen Opernhäusern auf und brachte hier lyrische Partien wie den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Herzog im »Rigoletto«, den Alfredo in »La Traviata«, den Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Prunier in »La Rondine« von Puccini und den Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea zum Vortrag. Den Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini sang er auch 1962 an der Mailänder Scala, 1965 am Teatro Comunale Florenz. Im Ausland gastierte er u.a. 1958 in Kopenhagen, 1962 in Dublin und Belfast, 1964 auf Malta, 1970 an der Oper von Rio de Janeiro. In den siebziger Jahren verlegte er sich dann zunehmend auf Buffo- und Charakterrollen, in denen er vor allem an der Oper von Rom auftrat, dazu am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Verdi Triest, am Teatro Bellini Catania und 1974 an der Oper von Monte Carlo (Bardolfo im »Falstaff« von Verdi, den er dort auch 1987 sang, und wo er 1988 in »Madame Butterfly« als Goro auftrat). Er sang jetzt den Gasparo in Donizettis »La Favorita«, den Polegana in »Il Campiello« von Wolf-Ferrari, den Nick in Puccinis »La Fanciulla del West«, den Pang in dessen »Turandot«, den Don Basilio in »Le nozze di Figaro«, den Mr. Triquet im »Eugen Onegin« (Maggio Musicale Fiorentino 1975) und ähnliche Rollen.

Schallplatten: MRF (»La cena delle beffe« von Giordano, Mitschnitt einer Radiosendung von 1977).

 5.4. Mary COSTA wird 85

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 Sie studierte am Konservatorium von Los Angeles bei Mario Chamlee und bei Ernest St. John Metz. Sie trat zuerst in Konzerten und in kleineren Bühnenpartien in ihrer Heimat Kalifornien auf. Einen entscheidenden Erfolg hatte sie 1958 bei den Festspielen von Glyndebourne als Susanna in »Le nozze di Figaro«. 1959-65 und 1968-70 trat sie an der Oper von San Francisco auf (u.a. als Micaela in »Carmen«, als Musetta in »La Bohème«, als Despina in »Così fan tutte«, als Violetta in »La Traviata«, als Gilda im »Rigoletto«, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Anne Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, als Alice Ford in Verdis »Falstaff«, als Margherita wie als Elena in A. Boitos »Mefistofele«, als Nedda im »Bajazzo«, als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Rosalinde in der »Fledermaus« und als Zerlina in »Fra Diavolo« von Auber). 1961 kreierte sie an der San Francisco Opera für Amerika in der Oper »A Midsummer Night’s Dream« von Benjamin Britten die Ttytania und wirkte in der Uraufführung der Oper »Blood Moon« von Norman Dello Joio in der Partie der Ninette mit. 1962 Gastspiel an der Covent Garden Oper London als Concepcion in »L’Heure Espagnol« von Ravel und als Violetta in »La Traviata«. 1964 wurde sie an die New Yorker Metropolitan Oper berufen, wo sie als Traviata debütierte und bis 1977 bedeutende Erfolge hatte (als Manon von Massenet, in der Titelpartie von Samuel Barbers »Vanessa«, als Alice Ford, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Rosalinde und als Musetta. Gastauftritte auch an den anderen großen amerikanischen Operntheatern, so in Cincinnati, in Los Angeles (u.a. 1959 als als Euridice in Glucks »Orfeo ed Euridice« und 1969 als Rosina im »Barbier von Sevilla«), in Seattle (1969 als Adina in »L‘Elisir d’amore«), 1970 an der Oper von Pittsburgh (als Rosina), 1973 an der Philadelphia Grand Opera (als Traviata), 1972 an der Boston Opera (als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«), an der Oper von New Orleans (1971 als Traviata) und am Opernhaus von Vancouver (1959 als Euridice, 1977 als Rosalinde). 1959 nahm sie in London an der englischen Erstaufführung von L. Bernsteins »Candide« in der Partie der Cunegonde teil, 1970 unternahm sie eine Russland-Tournee.

Auf RCA ist ihre Stimme in einer vollständigen Aufnahme von »La Bohème« in der Partie der Musetta zu hören.

 6.4. Krzysztof MOLEDA wird 60

 Er gehörte 1963-72 dem bekannten Knabenchor von Poznan an. Er wurde seit 1972 an der Musikhochschule Lodz als Schüler von A. Dankowska ausgebildet; er studierte neben Gesang dort auch Flötenspiel. 1975 kam es in Lodz zu seinem Bühnendebüt als Wenzel in Smetanas »Die verkaufte Braut«. 1978-80 war er bei der Warschauer Kammeroper verpflichtet, 1980-82 sang er am Opernhaus von Szczecin (Stettin) und wurde dann für die Spielzeit 1982-83 an das Theater von Freiberg in Sachsen engagiert. Seit 1983 Mitglied der Staatsoper von Dresden. Hier kam er zu großen Erfolgen, vor allem in Partien aus dem lyrischen italienischen Fach und aus dem Bereich der Belcanto-Oper (Nemorino in »L‘Elisir d’amore«), aber auch in Opernwerken von Verdi (Herzog im »Rigoletto«, Alfredo in »La Traviata«, Riccardo in »Un Ballo in maschera«, Cassio im »Otello«, Fenton im »Falstaff«), Puccini (Rodolfo in »La Bohème«, Pinkerton in »Madame Butterfly«, Cavaradossi in »Tosca«), Prokofieff (»L’Amour des trois oranges«), Richard Strauss (Narraboth im »Salome«, italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, Elemer in »Arabella«) und in Opern anderer Meister. Er trat als Gast am Opernhaus von Leipzig, am Staatstheater Schwerin, am Theater von Frankfurt a.d. Oder, am Opernhaus von Lille, an den Opernhäusern von Debrecen (Ungarn) und Bratislava auf; seit 1990 ständiger Gast an der Staatsoper von Prag. 2001 trat er am Theater von Halberstadt als Schulmeister und als Mücke in Janáceks »Das schlaue Füchslein« auf. Dazu war er ein geschätzter Konzertsolist.

Schallplatten: Eterna (»Il Signor Bruschino« von Rossini).

 6.4. Erika SCHUBERT wird 95

Erika_SCHUBERT

 Sie war am Konservatorium von Graz Schülerin von H. Thöny und Franz Mixa. 1940-41 war sie als Elevin am Opernhaus von Graz engagiert. 1942-44 sang sie am Stadttheater von Straßburg. 1945 kam sie wieder an das Opernhaus von Graz, an dem sie jetzt in einer langjährigen Karriere bis 1998 sehr beliebt wurde. Bei den Festspielen von Bayreuth wirkte sie 1953 und 1964 als Rossweiße, 1962 als Schwertleite in der »Walküre« mit. 1953 gastierte sie mit dem Bayreuther Ensemble am Teatro San Carlo Neapel, 1955 beim Wagner Festival in Barcelona. Sie war zu Gast an der Grand Opéra Paris (1957), am Opernhaus von Nürnberg (1959), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1960, 1964, 1966), an der Staatsoper Wien (1955 als Czipra im »Zigeunerbaron«, 1960 als Schwertleite, 1960-63 als 3. Magd in »Elektra« und 1968 als Annina in »La Traviata«), an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Opern von Rom, Toulouse und Lyon. Von den vielen Partien, die sie auf der Bühne gesungen hat, sind zu erwähnen: die Marcellina in »Figaros Hochzeit«, die Irmentraud im »Waffenschmied« von Lortzing, die Frau Reich in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai, die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Mary in »Der fliegende Holländer«, die Erda wie die Flosshilde im Nibelungenring, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Klytämnestra in »Elektra«, die Maddalena im »Rigoletto«, die Ulrica in Verdis »Maskenball«, die Mrs. Quickly in dessen »Falstaff«, die Marthe im »Faust« von Gounod, der Nicklaus in »Hoffmanns Erzählungen«, die Wirtin im »Boris Godunow« und der Orlofsky in der »Fledermaus«. Auch als Konzertsängerin kam sie zu einer bedeutenden Karriere.

Schallplatten: Westminster (Nibelungenring).

 7.4. Der britische Tenor Peter John HALL wird 75

 7.4. Luigi LEGA wird 75

 Gesangstudium bei Salvatore Salvati in Rom und Basel sowie bei Leni Neuenschwander in Mannheim. Erster Bühnenauftritt 1961 am Stadttheater von Oberhausen als Pinkerton in Puccinis »Madame Butterfly«. Er kam zu einer erfolgreichen Karriere in Westdeutschland. Er war 1961-62 am Stadttheater von Oberhausen, 1962-64 am Theater von Saarbrücken, 1964-73 am Opernhaus von Wuppertal engagiert und setzte dann seine Karriere mit Gastspielen an den Staatsopern von München, Hamburg und Stuttgart, am Nationaltheater Mannheim, an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatstheatern von Karlsruhe, Kassel und Wiesbaden, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, in Köln, Frankfurt a.M. und Hannover fort. Internationale Erfolge bei Gastspielen an der Wiener Staatsoper (1970-73 als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, als Manrico im »Troubadour« und als Kalaf in Puccinis »Turandot«), an der Niederländischen Oper Amsterdam, am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Liceu Barcelona, in Graz, Rio de Janeiro und Triest. Sein Repertoire war umfangreich und enthielt sowohl heldische wie lyrische Partien. Davon seien genannt: der Radames in »Aida«, der Herzog im »Rigoletto«, der Alfredo in »La Traviata«, der Alvaro in Verdis »La forza del destino«, der Titelheld in Verdis »Don Carlos«, der Jacopo Foscari in »I due Foscari«, der Don José in »Carmen«, der Florestan im »Fidelio«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Titelheld in Giordanos »Andrea Chénier«, der Canio im »Bajazzo«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, der Cavaradossi in »Tosca«, der des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, der italienische Sänger im »Rosenkavalier« von R. Strauss und der Herodes in »Salome«. Geschätzter Konzertsänger. In Wuppertal, wo er seinen Wohnsitz hatte, wirkte er auch als Gesanglehrer.

Schallplatten: Holländische Privataufnahme eines Konzerts in Amsterdam mit Magda Olivero.

 7.4. Marie VESELÁ wird 80

 Sie war in Prag Schülerin der Pädagogen Terezie Blumová und Premysl Koci, sowie Absolventin der Prager Musikakademie. Bühnendebüt 1967 am Nationaltheater von Prag als Ulrica im »Maskenball« von Verdi. Sie blieb seitdem Mitglied dieses Opernhauses, wo sie in einer Vielzahl von Rollen aus allen Bereichen der Opernliteratur auf der Bühne erschien. Geschätzte Konzert- und Oratoriensängerin. Neben ihrer aktiven Sängertätigkeit wirkte sie in Prag als Pädagogin.

Schallplatten: Supraphon (Hata in »Die verkaufte Braut« von Smetana, »Der listige Bauer« von Dvorák, »Jenufa« von Janácek); Topaz-Video (»Die verkaufte Braut«).

 7.4. Wilfried SCHAAL wird 85

 Er war Absolvent der Dresdner Musikhochschule; zu seinen Lehrern gehörten dort die Pädagogen Meißner, Focke und Winkler, später noch Ausbildung durch Johannes Kemter in Dresden. Seit 1956 war er im Opernstudio der Dresdner Staatsoper als Anfänger beschäftigt. 1959 wurde er reguläres Mitglied der Staatsoper von Dresden, an der er bis 1972 eine bunte Vielfalt von Partien aus dem deutschen wie dem italienischen Repertoire zum Vortrag brachte. Seit 1972 war er durch Vertrag als ständiger Gast auch an der Komischen Oper Berlin verpflichtet. Gastspiele, zumeist mit dem Dresdner Ensemble zusammen; auch als Konzertsänger hatte er eine bedeutende Karriere.

Schallplatten: Philips (Valentin im »Faust« von Gounod, »Der Mond« von Carl Orff), Telefunken (Rangoni in Szenen aus »Boris Godunow«).

 8.4. Leo Marian VODIČKA wird 65

Leo_Marian_Vodicka_als_Walther_von_Stolzing
Als Walther von Stolzing

 Er erhielt bereits frühzeitig Klavierunterricht und wurde im jugendlichen Alter auch schon im Gesangsfach ausgebildet. Er absolvierte dann eine reguläre Ausbildung zum Sänger an der Janácek-Akademie in Brno als Schüler von Josef Válka. Nachdem er bereits bei Schüleraufführungen aufgetreten war, erfolgte sein offizielles Debüt 1971 am Theater von Ceske Budejovice (Budweis), dem er bis 1972 angehörte. 1972-79 war er am Theater von Olomouc (Olmütz) tätig, wo er Partien wie den Dalibor in der gleichnamigen Oper von Smetana, den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Laça in »Jenufa« von Janácek, den Boris in »Katja Kabanowa«, den Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Radames in »Aida« und Partien in Opern von Puccini sang. 1979-82 am Opernhaus (Janácek-Theater) von Brno engagiert; hier hatte er einen besonderen Erfolg als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Er gastierte von Brno aus am Nationaltheater Prag, u.a. als Dalibor, als Lukas in »Der Kuss« von Smetana und als Prinz in »Rusalka« von Dvorák. 1982 wurde er an das Nationaltheater Prag berufen; hier sang er bei dessen Wiedereröffnung am 18.11.1984 den Stáhlav in Smetanas Oper »Libussa«. Er war an diesem Haus bis 1987 und wieder seit 1990 im Engagement, zwischenzeitlich nochmals in Brno, wo er als Otello von Verdi sehr erfolgreich war. Seine großen Partien am Prager Nationaltheater waren der Rinaldo in »Armida« von Dvorák, der Laça, der Rodolfo in »La Bohème«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Cavaradossi in »Tosca« und der Manrico im »Troubadour«. An der Wiener Staatsoper gastierte er als Dalibor (1986 im Rahmen eines Gastspiels des Prager Nationaltheaters) und 1990-91 als Prinz in »Rusalka«, an italienischen Opernhäusern als Hermann in »Pique Dame«. Gastspiele führten ihn, zum Teil mit dem Ensemble des Prager Nationaltheaters, nach Holland, Italien, (Bologna, Rom) in die Schweiz (Zürich, Bern), nach Frankreich (Paris, Nizza), Deutschland (Köln), Japan (Tokio, Osaka) und Österreich (Graz, Salzburg). Den Prinzen in »Rusalka« sang er auch 1991 bei den Festspielen von Savonlinna in Finnland. 1998 sang er beim Edinburgh Festival den Titelhelden in »Dalibor«. In der Spielzeit 1999-2000 trat er an der Staatsoper von Prag als Don José in »Carmen«, als Cavaradossi und als Max im »Freischütz« auf, 2000 bei den Antiken-Festspielen in Trier als Narraboth in »Salome« von R. Strauss, bei den Festspielen von Furth im Wald wieder als Cavaradossi. Sein umfangreiches Repertoire für die Opernbühne enthielt dazu Partien wie den Titelhelden in Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in patria«, den Herzog im »Rigoletto«, den Alfredo in »La Traviata«, den Don Carlos in der Verdi-Oper gleichen Namens, den Dick Johnson in Puccinis »La Fanciulla del West«, den Jiri in »Der Jakobiner« von Dvorák, und den Titelhelden in Dvoráks »Dimitrij« (den er auch 1990 bei einem Gastspiel der Oper von Brno in Ludwigshafen sang). Als Konzert- wie als Liedersänger in seiner Heimat wie im Ausland bekannt geworden.

Schallplatten: Supraphon (Gesamtaufnahmen der Opern »Eva« von J.B. Foerster, »Hubicka« und »Tajemstvì« von Smetana, Titelrolle in »Dimitrij«, »Der listige Bauer« von Dvorák; »Libussa«, Mitschnitt der erwähnten Aufführung von 1983; Titelrolle in »Dalibor« von Smetana, »Gevatterin Tod« von Rudolf Karel), Unicorn (Mährische Volkslieder), Decca (»Sarlatán« von Pavel Haas).

 8.4. Ronald ZOLLMANN wird 65

 Biographie des belgischen Dirigenten auf Englisch:

http://en.wikipedia.org/wiki/Ronald_Zollman

 8.4. Meriel DICKINSON wird 75

 Sie studierte Klavierspiel und Gesang zunächst 1958-63 am Royal Manchester College of Music, dann mit Hilfe einer Countess of Munster-Scholarship 1964-66 an der Wiener Musikakademie und erwarb ihr Diplom als Gesanglehrerin. 1964 debütierte sie in London und begann nun eine Konzertkarriere, in der sie sich vor allem mit der Interpretation zeitgenössischer englischer Musik befasste. Sie trug dabei namentlich Werke ihres Bruders, des Komponisten Peter Dickinson (* 1934) vor, mit dem sie ausgedehnte Konzertreisen in England wie auf dem europäischen Kontinent unternahm. Ihre Programme enthielten dazu Kompositionen von Gordon Crosse, Michael Berkeley, Vokal- und Klaviermusik von Eric Satie und Brecht-Weill-Serien. Auch auf der Bühne kam sie zu einer erfolgreichen Karriere. 1987 sang sie am Palace Theatre London, 1989 bei der Scottish Opera Glasgow die Emma Jones in »Street Scene« von Kurt Weill, 1987 beim Camden Festival in »Der Silbersee«, ebenfalls von Weill. 1988 unternahm sie ausgedehnte Reisen in Nordamerika; sie trat in Leningrad, Paris, Bologna und Beauvais auf. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind die Amneris in »Aida«, die Larina im »Eugen Onegin«, die Magdelone in »Maskarade« von C. Nielsen (in der englischen Erstaufführung der Oper 1990 bei der Opera North) sowie zahlreiche Partien in Händel-Opern zu nennen. Sie hatte auch als Schauspielerin bedeutende Erfolge. Sie trat in Rundfunksendungen in England und in weiteren europäischen Ländern auf.

Schallplattenaufnahmen auf Conifer-Records (»Songcycles« von Peter Dickinson, Lieder von E. Satie), Decca (»Street Scene«), TER (ebenfalls in »Street Scene«); DGG-Video (»On the Town« von Bernstein).

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.foxborough.co.uk/merialdickinson.php

 9.4. Regina WERNER wird 65

Regina_WERNER

 Ihr Vater war Kapellmeister. Sie erhielt mit zehn Jahren Klavierunterricht und besuchte 1964-68 die Leipziger Thomasschule, gleichzeitig begann sie mit dem Gesangstudium. Sie wurde dann an der Musikhochschule von Leipzig Schülerin von Eva Fleischer und gewann 1972 einen Preis beim Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig. 1973 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Leipziger Musikhochschule und war 1974-87 als Solistin in den dortigen traditionsreichen Gewandhauskonzerten zu hören. Sie nahm dann auch eine erfolgreiche Bühnenkarriere auf; 1975-77 und wieder seit 1989 war sie durch einen Gastvertrag der Komischen Oper Berlin verbunden, seit 1979 gastierte sie am Theater von Halle (Saale). Seit 1986 regelmäßige Gastspiel-Auftritte an den Opernhäusern von Leipzig und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). 1987 wurde sie zur Dozentin an der Musikhochschule Leipzig ernannt. Konzertreisen brachten der Künstlerin in Russland, Polen, in der CSSR, in Bulgarien, Rumänien, Korea und Finnland, in Holland und Belgien, in der Schweiz, Italien, Spanien und Portugal, in Japan, Westdeutschland, Österreich und Ungarn große Erfolge. Dabei sang sie auf dem Konzertpodium ein reichhaltiges Repertoire, das aus Werken von J.S. Bach (Matthäuspassion, Johannespassion, Weihnachtsoratorium, H-Moll-Messe und zahlreichen Kantaten), Händel (»Der Messias«, »Semele«, »Saul«, »Alexanderfest«), Haydn (»Die Schöpfung«, »Die Jahreszeiten«, Messen), Mozart (Messen, Requiem), Brahms (Ein deutsches Requiem), A. Dvorák (Requiem, Stabat mater), Mendelssohn (»Elias«), Debussy, Gustav Mahler (Lieder aus »Des Knaben Wunderhorn«, 4. Sinfonie), Schostakowitsch, A. Diepenbrock (Te Deum) und Carl Orff (Carmina Burana) bestand. Dazu war sie eine angesehene Liedersängerin, die auch auf diesem Gebiet eine große Vielseitigkeit aufzuweisen hatte. Von ihren Bühnenrollen sind die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Bastienne in »Bastien und Bastienne« von Mozart, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Marzelline im »Fidelio«, die Gilda im »Rigoletto«, die Adele in der »Fledermaus« von J. Strauß und die Sophie im »Rosenkavalier« von R. Strauss zu nennen. Sie wirkte in Rundfunk- und Fernsehsendungen mit.

Schallplatten der Marke Eterna (»Der Messias«, »Die Schöpfung«, Kantaten von J.S. Bach).

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.reginawernerdietrich.de/190936956

 9.4. Neil JENKINS wird 70

Neil_JENKINS

 Er war 1963-66 Choral Scholar am King’s College in Cambridge, 1966-68 studierte er am Royal College of Music London; er erwarb den akademischen Grad eines Master of Music. 1967 debütierte er in einem Konzert in den Purcell Rooms in London. 1968-69 betätigte er sich als Solist beim Israel Chamber Orchestra, 1967-76 gehörte er dem bekannten Vokal-Ensemble des Deller Consort an. 1971 und 1973 unternahm er USA-Tourneen als Solist der Londoner Bach Society. Er sang beim Three Choirs Festival, beim Aldeburgh Festival, beim Festival du Marais Paris, in Florenz wie in Israel und bereiste als Konzertsänger Australien und Neuseeland, Island, Frankreich, Dänemark und Holland. Er kam aber zugleich auch zu einer erfolgreichen Bühnenkarriere. Beim Edinburgh Festival wirkte er 1980 als Testo in Monteverdis »Il combattimento di Tancredi e Clorinda«, 1987 als Lord Puff in H.W. Henzes »The English Cat« (bei einem Gastspiel der Oper von Frankfurt a.M.) und 1999 als Hexe von Endor in Händels »Saul« mit. Bei der Scottish Opera Glasgow hörte man ihn 1981-82 als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, 1985, 1988 und 1990 als Monostatos in der »Zauberflöte«, 1987 und 1990 als Goro in »Madame Butterfly« und 1993 als Herodes in »Salome« von R. Strauss. Er gastierte an der Welsh Opera Cardiff als Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, bei der Opera North Leeds in Janáceks »Das schlaue Füchslein« und als Lenski im »Eugen Onegin«. Bei den Festspielen von Glyndebourne wirkte er in Aufführungen der Opern »Where the Wild Things Are« und »Higgelty, Piggelty, Pop!« von Oliver Knussen mit. Er sang in den Jahren 1972-88 bei der Kent Opera die Titelrolle in Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in patria«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Ferrando in »Così fan tutte«, die Titelpartie in Rossinis »Le Comte Ory« und den Achilles in »King Priam« von M. Tippett. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1986 und 1990 als junger Diener in »Elektra« von R. Strauss, 1989 in mehreren Rollen in »L’Enfant et les sortilèges« und als Torquemada in »L’Heure Espagnole« von Ravel, 1989 und 1993 als Don Curzio in »Le nozze di Figaro«, 1991 als Rev. Adams in »Peter Grimes« und 1994 als Squeak in »Le nozze di Figaro« von B. Britten. 1989 trat er beim Wexford Festival als Don Jeronimo in Prokofieffs »Verlobung im Kloster« auf. 1990 gastierte er bei der Glyndebourne Touring Opera als Monostatos, 1991 bei der Welsh Opera Cardiff als Herodes, 1994 als Valzacchi im »Rosenkavalier« von R. Strauss, 1995 als General Wingrave in »Owen Wingrave« von B. Britten. 1996 übernahm er beim Glyndebourne Festival drei kleinere Partien in »Lulu« von A. Berg. 1997 gastierte er bei der Welsh Opera Cardiff als Arnalta in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 1998 als Schuiskij im »Boris Godunow«. 1999 übernahm er beim Spoleto Festival die Partie des Karatajew in »Krieg und Frieden« von Prokofieff. 2000 sang er beim Aldeburgh Festival in »Peter Grimes« von B. Britten, an der Welsh Opera Cardiff den Tschaplitzki in Tschaikowskys »Pique Dame«, 2001 an der Academy of Music New York den Vitek in »Die Sache Makropoulos« von Janácek. Weitere Bühnenpartien: der Peter Quint in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten und die Titelfigur im »Oberon« von Weber. Vielleicht mehr noch genoss er als Konzert- und namentlich als Oratoriensänger hohes Ansehen.

Schallplatten: Chandos (Cäcilien-Ode von Purcell, Matthäuspassion, »Acis and Galatea« von Händel, Platon Karatajew in »Krieg und Frieden« von Prokofieff), DGG (Admiral Cockburn in »A White House Cantata« von L. Bernstein), Harmonia mundi (»The Fairy Queen« von Purcell), Philips (Don Curzio in »Le nozze di Figaro«), HMV (»Hugh the Drover« von R. Vaughan Williams), Edition Schwann, Decca (»La Gioconda« von Ponchielli, »Kammermusik« von H.W. Henze), TER-Fono (»The Student Prince« von Romberg), Collins (»Resurrection« von P. Maxwell Davies), Supraphon/Koch (Lieder mit Gitarrenbegleitung); NVC/Arts-Video (drei Partien in »Lulu« von A. Berg).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.neiljenkins.com/

 9.4. Der Bariton Arturo NIETO wird 75

 9.4. Aulis SALLINEN wird 80

 Er wurde in Salmi am Ladogasee (1940 von der Sowjetunion annektiert) geboren. Er studierte ab 1955 an der Sibelius-Akademie unter Aarre Merikanto und Joonas Kokkonen und machte dort 1960 seinen Abschluss. 1960-70 war Sallinen Intendant des Radion sinfoniaorkestri (RSO). Er unterrichtete 1965-76 an der Sibelius-Akademie Tonsatz und Komposition. 1971-76 war er Präsident des finnischen Komponistenverbandes. 1978 erhielt Sallinen den Musikpreis des Nordischen Rates, für seine Oper Ratsumies. 1983 wurde er zusammen mit Krzysztof Penderecki mit dem Wihuri-Sibelius-Preis ausgezeichnet.

 10.4. Lesley GARRETT wird 60

Lesley_GARRETT

 Sie studierte an der Royal Academy of Music London, war Schülerin von Flora Nielsen, Henry Cummings und Joy Mammen und gewann 1979 die Kathleen Ferrier Memorial Competition. Sie debütierte 1979 beim Batignano Festival als Amor in »Orontea« von A. Cesti. 1980 gastierte sie beim Wexford Festival als Dorinda in »Orlando« von Händel. 1980 sang sie als erste Partie bei der English National Opera (ENO) London die Alice in Rossinis »Le Comte Ory« und trat seit 1984 regelmäßig bei dieser Gesellschaft auf. Von den vielen Partien, die sie dort sang, seien die Bella in »The Midsummer Marriage« von Tippett, die Atalanta in »Xerxes« von Händel, die Papagena in der »Zauberflöte« (1988), die Zerline im »Don Giovanni« (1987, 1989), die Titelpartie in »Das schlaue Füchslein« von Janácek, die Yum-Yum in der Sullivan-Operette »The Mikado« (1986), die Eurydice in »Orpheus in der Unterwelt« von Offenbach, die Titelrolle in dessen Operette »La belle Vivette« (1995), die Valencienne in F. Lehárs »Die lustige Witwe«, die Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck (1997) und die Rosina im »Barbier von Sevilla« (1998) genannt. 1988 wirkte sie an diesem Haus in der englischen Erstaufführung der Oper »The Making of the Representative for Planet 8« von Philip Glass in der Rolle der Alsi mit; in der Spielzeit 1989-90 sang sie dort den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, 1990 die Susanna in »Le nozze di Figaro«, 1996 die Dalida in Händels »Ariodante«. Sie wirkte am 12.6.1981 an der Welsh Opera Cardiff in der Uraufführung der Oper »The Journey« von Metcalf als Nicola mit und trat dort als Esmeralda in Smetanas »Die verkaufte Braut« auf. Beim Buxton Festival sang sie 1981-84 die Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto« und die Isifile in »Giasone« von Pier Francesco Cavalli. Am Grand Théâtre Genf gastierte sie 1987 als Servilia in »La clemenza di Tito« von Mozart, 1989 als Barbarina in »Le nozze di Figaro« und 1991 als eine der Nichten in »Peter Grimes« von B. Britten. 1987 gastierte sie beim Maggio Musicale von Florenz in »The Fairy Queen« von Purcell. Bei der Opera North Leeds hörte man sie als Susanna in »Le nozze di Figaro« und als Sophie im »Werther« von Massenet (1982), beim Wexford Festival in der Titelrolle der Mozart-Oper »Zaïde«, bei den Festspielen von Glyndebourne als Zerline im »Don Giovanni« und 1984 in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea«. Mit der Glyndebourne Touring Opera gastierte sie als Despina in »Così fan tutte«. Sie nahm an einer Russland-Tournee mit der Händel-Oper »Atalanta« teil. 1997 trat sie im Londoner Shaftesbury Theatre (mit dem Ensemble der Covent Garden Oper) als Valencienne auf. Im englischen Fernsehen BBC konnte man die Künstlerin, die als große Darstellerin galt, als Damigella in Monteverdis »Incoronazione di Poppea« erleben. Auch als Konzertsängerin aufgetreten; so gab sie in Paris ein Recital mit kabarettistischen Vokalwerken von A. Schönberg.

Lit: R. Milnes: Lesley Garrett (in »Opera«, 1996).

Schallplatten: TER (»The Mikado«, Operette von Gilbert & Sullivan), Silva Screen (»Wuthering Heights« von Taylor), Conifer/BMG (Arien und Lieder); Video-Aufnahmen vom Glyndebourne Festival und aus der ENO London.

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.lesleygarrett.co.uk/

 10.4. Zora JEHLIČKOVÁ wird 65

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Prag bei J. Rohan. Noch vor ihrer Abschlussprüfung wurde sie 1974 an das Nationaltheater von Prag berufen. Hier debütierte sie 1974 als Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofieff und hatte bald eine große Karriere, wobei sie sich in erster Linie in Aufgaben aus dem lyrischen Repertoire auszeichnete: als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Rusalka in der Oper gleichen Namens von Dvorák, als Pamina in der »Zauberflöte«, als Donna Elvira wie als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Tatjana in Tschaikowskys »Eugen Onegin« und als Mimi in »La Bohème«. 1987 erlebte man sie dort als Armida in der Oper gleichen Namens von Dvorák, 1992 am Prager Smetana-Theater als Prinzessin in der Oper »Der Zwerg« von Zemlinsky. Ständige Gastspielverpflichtung an der Staatsoper von Dresden wie an der Komischen Oper Berlin. Große Erfolge bei Auslandsgastspielen, u.a. auch an der Mailänder Scala (1982 als Parascha in Strawinskys »Mavra« und 1983 als Lauretta in »Gianni Schicchi«) und am Nationaltheater Mannheim. Dazu als Konzertsängerin bekannt geworden.

Schallplatten: Supraphon.

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.jehlickova.cz/

 10.4. Ingrid HAUBOLD wird 75

Ingrid_Haubold_als_Jenufa

 Sie verbrachte ihre Kindheit in Oberbayern und durchlief zunächst das Studium der Kirchenmusik an der Akademie von Detmold. Dann wechselte sie an die Musikhochschule München und ließ dort ihre Stimme durch die berühmte Sopranistin Annelies Kupper ausbilden. Sie wurde in das Studio der Bayerischen Staatsoper München aufgenommen und sang in der Spielzeit 1965-66 am Münchner Theater am Gärtnerplatz. 1970 begann sie dann ihre eigentliche Karriere mit einem Engagement am Landestheater von Detmold, dem sie bis 1972 angehörte. Seit 1972 wirkte sie am Stadttheater von Bielefeld. Eine schwere Erkrankung zwang sie jedoch 1978 zu einer einjährigen Pause. Erst 1979 konnte sie ihre Karriere am Stadttheater von Lübeck wieder aufnehmen. Sie schloss jetzt Gastspielverträge u.a. mit dem Staatstheater Hannover (seit 1981) und dem Staatstheater Karlsruhe (1981-84) ab. Seit Mitte der achtziger Jahre kam es zur Ausbildung einer großen Karriere auf internationalem Niveau. So gastierte sie 1986 in Madrid (Isolde in »Tristan und Isolde«), 1988 am Teatro Regio Turin, 1989 bei den Festspielen von Luzern. Bei den Festspielen von Bayreuth sang sie 1986 und 1998 die Ortlinde in der »Walküre«. Man hörte sie als Gast an der Wiener Staatsoper (1990-92 als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, als Isolde, als Elsa im »Lohengrin«, als Senta in »Der fliegende Holländer«, als Marschallin im »Rosenkavalier«, als Kaiserin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss und als Leonore im »Fidelio« in insgesamt 15 Vorstellungen), an der Deutschen Oper Berlin (1988 als Isolde), am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Comunale Bologna, an der Oper von Antwerpen und in San Sebastian (Spanien). 1991 sang sie an der Metropolitan Oper New York in einer einzigen Vorstellung die Leonore im »Fidelio«. In Saarbrücken trat sie 1990 als Brünnhilde, 1991-92 als Kaiserin, in Kassel 1992 als Isolde auf. Bei den Festspielen von Salzburg wirkte sie 1990 in der Uraufführung des Requiems »Mein Tod« von W. Rihm mit. 1990 sang sie beim Festival von Savonlinna die Senta, 1992 bei den Festspielen auf der Feste Koblenz-Ehrenbreitstein die Leonore im »Fidelio«, 1993 am Theater von St. Gallen die Rezia im »Oberon« von Weber. Bei den Festspielen von Wiesbaden hörte man sie 1996 als Brünnhilde im »Siegfried«. 1998 trat sie am Stadttheater von Ulm als Elektra in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper auf. Sie beherrschte ein Bühnenrepertoire von einem erstaunlichen Umfang, das Partien wie die Pamina in der »Zauberflöte«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Freia, die Sieglinde, die Gutrune wie die Brünnhilde in den Opern des Ring-Zyklus, die Irene in Wagners »Rienzi«, die Ada in dessen Jugendoper »Die Feen«, die Titelfigur in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss (Festspiele von Schwetzingen, 1989), die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut« sowie die Titelrollen in den Janácek-Opern »Jenufa« und »Katja Kabanowa« enthielt. Eine nicht weniger erfolgreiche Karriere hatte sie als Interpretin moderner Vokalmusik wie als Konzert- und Oratoriensängerin. Verheiratet mit dem aus Finnland stammenden Bassisten Heikki Toivanen (5.2.1948-25.8.2006), der 1975-76 am Opernhaus von Wuppertal, 1976-78 in Bielefeld, 1978-82 am Staatstheater Karlsruhe engagiert war und seitdem, wie seine Gattin, einer intensiven Gastspieltätigkeit nachging.

Von dieser existieren Schallplattenaufnahmen bei Aulos (Haydn-Messen), DGG (Polnisches Requiem von K. Penderecki), Naxos (Senta in »Der fliegende Holländer«) und Philips.

 10.4. Jorge MESTER wird 80

 Bereits in seiner Jugend spielte er Violine und Viola. Nach dem Besuch der Amerikanischen Schule in Mexico City und der Militärakademie in Hollywood schrieb er sich 1952 an der Juilliard School of Music in New York ein. Dort nahm er Unterricht in Dirigieren bei Jean Morel. Während seiner Studienzeit in New York besuchte er auch Kurse bei Leonard Bernstein in Tanglewood. Bereits 1955 gab er in Mexico City sein Debüt als Orchesterdirigent. Nach seinem Abschluss unterrichtete er bis 1967 an der Juilliard School Dirigieren. 1967 wurde er zum Dirigenten und musikalischen Direktor des Orchesters von Louisville ernannt. Diese Stellung behielt er bis 1979. Er wirkte zudem noch als Erster Dirigent der Kansas City Philharmony (1971-74) und seit 1970 als musikalischer Direktor des Aspen Music Fetsival; 1980 reorganisierte er das Casals Festival in Puerto Rico. Seine Lehrtätigkeit an der Juilliard School nahm er 1982 wieder auf.

 11.4. Vanessa SCOTT wird 60      

 Sie absolvierte ihre Ausbildung zur Sängerin 1973-79 an der Royal Academy of Music London, erwarb dort den Grad eines Bachelor of Music und ihr Diplom als Gesanglehrerin. Sie ergänzte diese Ausbildung bei dem bekannten Bariton Gérard Souzay in Frankreich. Bereits 1979 hatte sie in Edinburgh einen ersten Erfolg in dem Liederzyklus »Illuminations« von Benjamin Britten. Dieser wiederholte sich 1982 bei einem Konzert in den Londoner Purcell Rooms. Sie trat in der englischen Hauptstadt wie in den übrigen Musikzentren des Landes als Oratorien- wie als Liedersängerin hervor, dazu kam es zu viel beachteten Radio- und Fernsehauftritten. 1983-84 wirkte sie bei den Festspielen von Glyndebourne mit und nahm 1982-83 an Gastspielen der Glyndebourne Touring Opera teil. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet (Minnie Hauk-Goldmedaille, Flora Nielsen-Preis).

 11.4. Pavel HORÁČEK wird 60

 Biographie des tschechischen Bassisten auf Englisch:

http://www.musictheatre.cz/en/horacek-pavel-bas/

 12.4. Laurence DUTOIT wird 90

 Sie debütierte 1960 als Schleppträgerin in »Elektra« von R. Strauss an der Wiener Staatsoper, deren Mitglied sie bis 1981 blieb. Hier übernahm sie vor allem kleinere Partien wie die Modistin im »Rosenkavalier«, den Pagen im »Rigoletto«, den Tebaldo in Verdis »Don Carlos«, die Flora Bervoix in »La Traviata«, die Inès im »Troubadour« und die Najade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Am 23.5.1971 wirkte sie in der Uraufführung der Oper »Der Besuch der alten Dame« von G. von Einem mit. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1962-63 die Inès und 1963-64 die Modistin unter H. von Karajan. Sie wirkte dort am 16.8.1961 in der Uraufführung der Oper »Das Bergwerk zu Falun« von Rudolf Wagner-Régeny in der Partie der Kathrine mit. In den Jahren 1955 und 1958-60 sang sie bei den Salzburger Festspielen in Mozart-Konzerten und 1959 auch das Sopran-Solo in Händels »Alexanderfest« (in der Bearbeitung von Mozart) sowie 1964-67 alljährlich das Sopran-Solo im Mozart-Requiem. 1961 wirkte sie dort auch im Ferdinand Raimunds »Der Bauer als Millionär« (als die Nacht) mit.

 13.4. Mario D’ANNA wird 75

 Nchdem er zuerst Sprachwissenschaft studiert hatte, kam es zur Ausbildung seiner Stimme an der Accademia Chigiana Siena und durch so bedeutende Sängerpersönlichkeiten wie Ettore Bastianini und Adelaide Saraceni. Debüt 1963 in Mailand als Giacomo in Verdis Oper »Giovanna d’Arco«. Im Lauf seiner Karriere sang er in Italien an den Opernhäusern von Florenz, Palermo, Genua, Neapel, Triest und Rom, bei den Festspielen von Florenz und Verona. Erfolgreiche Gastspiele an der Nationaloper von Sofia, an den Staatsopern von München und Stuttgart, in Köln, Leipzig, Toulouse, Nizza, am Teatro Liceu Barcelona, an der Budapester Nationaloper und am Opernhaus von Cincinnati. Von den vielen Partien, die er auf der Bühne gesungen hat, sind zu nennen: der Graf Luna im »Troubadour« von Verdi, der Amonasro in »Aida«, der Ezio in Verdis »Attila«, der Renato in »Un ballo in maschera«, der Jago im »Otello«, die Titelfiguren in den Verdi-Opern »Nabucco« und »Macbeth«, der Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli, der Escamillo in »Carmen«, der Alfonso in Donizettis »La Favorita«, der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Nottingham in »Roberto Devereux«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Scarpia in »Tosca«, der Figaro in Rossinis »Barbier von Sevilla«, der Titelheld in »Giulio Cesare« von Händel, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano und der Nevers in Meyerbeers »Hugenotten«.

Mitschnitte von Rundfunksendungen.

 14.4. Matthias AESCHBACHER wird 70

 Er wurde als Sohn des Pianisten Adrian Aeschbacher geboren, der auch sein erster Lehrer war. Seit 1964 war er Korrepetitor am Opernhaus Zürich, 1968 wurde er Kapellmeister. 1976 wurde er musikalischer Oberleiter an den Bühnen der Stadt Essen. 1978-87 wirkte er als Generalmusikdirektor, Operndirektor und Leiter des städtischen Konzertwesens in Lübeck. 1991-97 war er erster Dirigent am Musiktheater Essen

 16.4. Der englische Opernregisseur Mike ASHMAN wird 65

 16.4. Lamberto FURLAN wird 80

 Seine Ausbildung fand durch die Pädagogen Riccardo Zama, Maria Teresa Pediconi und Luigi Malatesta in Rom statt. 1972 wurde er, nach einigen vorausgegangen Auftritten in Italien, an die Australian Opera Sydney verpflichtet, an der er bis Ende der achtziger Jahre in einem weitläufigen Repertoire auftrat. Zu seinen Rollen, die ihren Schwerpunkt im italienischen Repertoire hatten, gehörten der Pollione in »Norma«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor« (Opéra du Rhin Straßburg 1995), der Ismaele in Verdis »Nabucco«, der Gennaro in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, der Macduff in »Macbeth« von Verdi, der Herzog im »Rigoletto«, der Riccardo in »Un Ballo in maschera«, der Des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, der Rodolfo in »La Bohème«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Luigi in »Il Tabarro«, der Rinuccio in »Gianni Schicchi«, der Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und der italienische Sänger im »Rosenkavalier«. Er war verheiratet mit der Sopranistin Beryl Furlan, die ebenfalls in den Jahren zwischen 1970 und 1980 dem Ensemble der Australian Opera angehörte und Partien wie die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Mimi in »La Bohème« und die Nedda im »Bajazzo« übernahm.

 17.4. Anja SILJA wird 75

Anja_SILJA
Als Leonore in „Fidelio

 Beide Eltern waren Schauspieler; die stimmliche Begabung des Kindes wurde durch den Großvater Egon van Rijn erkannt, der auch ihre Ausbildung einleitete. Mit acht Jahren begann sie ihr Gesangstudium, mit zehn gab sie 1950 im Berliner Titania-Palast ein Konzert, dem ein weiteres in Hamburg folgte. In den Jahren 1952-56 gab sie 80 Konzerte in Deutschland, Dänemark und Finnland. 1956 erfolgte ihr Bühnendebüt am Staatstheater Braunschweig als Rosina im »Barbier von Sevilla«. 1957 sang sie am Staatstheater von Braunschweig, wenige Wochen vor ihrem 17. Geburtstag, die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Bereits 1958 gastierte sie an der Grand Opéra Paris als Marie im »Wozzeck«. Seit 1958 blieb sie für viele Jahre der Staatsoper Stuttgart verbunden, an der sie u.a. die Königin der Nacht in der »Zauberflöte« und die Leonore im »Troubadour«, später die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Salome von R. Strauss, die Lulu von A. Berg und die Jenny in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill (1968) sang. 1959 kam sie an die Oper von Frankfurt a.M. Hier sang sie u.a. die Brünnhilde im Ring-Zyklus, die Isolde in »Tristan und Isolde«, die Marie im »Wozzeck« und die Titelfigur in »Lulu« von A. Berg, die Renata in »Der feurige Engel« (»L’Ange de feu«) von Prokofieff, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Katja Kabanowa von Janácek, die Salome und die Elektra von R. Strauss. 1959 debütierte sie als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« an der Wiener Staatsoper, an der sie bisher außerdem noch die Senta, sowohl die Titelfigur als auch die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die 3. Norn in der »Götterdämmerung«, die Elektra von R. Strauss, die vier Frauenrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, die Lulu, Milas Mutter in »Osud« von Janácek und die Gräfin in »Pique Dame« gesungen hat. Am 17.12.1976 wirkte sie hier in der Uraufführung der Oper »Kabale und Liebe« von G. von Einem in der Partie der Luise mit. 1959 sang sie bei den Festspielen von Aix-en-Provence die Königin der Nacht. Ihre größten Erfolge hatte sie bei den Festspielen von Bayreuth, wo sie durch Wieland Wagner in großen Aufgaben herausgestellt wurde. In Bayreuth sang sie 1960-61 und 1965 die Senta im »Fliegenden Holländer«, 1961-67 eins der Blumenmädchen im »Parsifal«, 1962 die Elsa im »Lohengrin«, 1962 und 1966-67 die Elisabeth sowie 1964-66 die Venus im »Tannhäuser«, 1963-64 die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1965-67 die Freia und die 3. Norn sowie 1966-67 den Waldvogel im Ring-Zyklus. Sie gastierte 1963 (mit dem Frankfurter Ensemble) an der Sadler’s Wells Opera London als Leonore im »Fidelio«, bei den Festspielen von Edinburgh 1966 (mit dem Stuttgarter Ensemble) als Lulu, 1968 (mit dem Frankfurter Ensemble) als Senta und 1970 (ebenfalls mit dem Frankfurter Ensemble) als Renata in »Der feurige Engel«. 1968 gastierte sie beim Holland Festival als Salome von R. Strauss. Sie sang 1968 bei ihrem Nordamerika-Debüt an der Oper von Chicago die Senta. An der Oper von San Francisco gastierte sie 1968 und 1970 als Salome, 1971 als Lulu, 1976 als Emilia Marty in »Die Sache Makropoulos« von Janácek, 1981 als Katerina Ismailowa in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, 1983 in der Titelpartie von Janáceks »Katja Kabanowa«, 1985 als Regan in A. Reimanns »Lear« und 1989 als Amme in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss. Sie sang 1969 an der Covent Garden Oper London die Leonore im »Fidelio«, 1970 die Cassandra in »Les Troyens« von Berlioz, 1972 die Senta, 1975 die Marie im »Wozzeck«, eine weitere Glanzrolle der Künstlerin. Bei den Salzburger Festspielen wirkte sie 1971-72 als Marie im »Wozzeck«, 1978 in einem Konzert mit Orchesterliedern von A. Schönberg und 1992 in einem Konzert mit Kurt Weills »Die sieben Todsünden« mit. 1972 debütierte sie als Leonore im »Fidelio« an der Metropolitan Oper New York und sang dort bis 2007 auch die Salome, die Marie im »Wozzeck« und die Küsterin in Janáceks »Jenufa«. Mit dem Orchester der Metropolitan Oper sang sie in der Carnegie Hall 2006 A. Schönbergs »Erwartung« und 2008 »Pierrot Lunaire«, ebenfalls von A. Schönberg. Seit 1974 Mitglied der Staatsoper von Hamburg, an der sie 1960-69 regelmäßig gastiert hatte. An der Grand Opéra Paris trat sie 1985 wieder als Marie im »Wozzeck« auf, 2003 als Herodias in »Salome« von R. Strauss und als Gräfin Geschwitz in »Lulu« von A. Berg, 2004 als Mère Marie in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc und 2013 als Knusperhexe in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck. 1987 trat sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth« und als Küsterin, 1988 als Grete in »Der ferne Klang« von Fr. Schreker auf. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang sie 1989, 1992 und 2001 die Küsterin, 1995 und 1997 die Emilia Marty (die sie 1986 auch an der Oper von Boston übernahm). 1992 hörte man sie am Opernhaus von Leipzig als Elektra in der gleichnamigen Oper von R. Strauss, 1994 am Théâtre Châtelet Paris als Amme in der »Frau ohne Schatten«. 1994 gastierte sie an der Wiener Volksoper in Prokofieffs »Der feurige Engel« (später hier auch als Emilia Marty), 1995 an der Covent Garden Oper als Herodias, 1995 in Frankfurt a.M. und 1996 am Théâtre Châtelet Paris sowie am Nationaltheater in Prag einmal mehr als Küsterin. 1996 Gastspiel an der Chicago Opera als Herodias, 1997 an der Oper von Frankfurt a.M. und 1998 am Opernhaus von Zürich als Küsterin. 1998 sang sie bei den Festspielen im römischen Amphitheater in Trier erstmals die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, in Barcelona die Herodias in einer konzertanten Aufführung von »Salome« von R. Strauss, 1999 die gleiche Partie (in einer Bühnenaufführung) am Teatro Municipal Rio de Janeiro. 1999 hörte man sie bei den Antiken-Festspielen in Trier als Jocaste in »Oedipus Rex« von Strawinsky, bei den Festspielen von Wiesbaden als Herodias. 2000 sang sie an der Staatsoper von Hamburg und beim Festival von Aix-en-Provence die Emilia Marty (die sie auch 2001 an der Academy of Music New York übernahm), am Teatro Massimo Palermo die Frau in dem Monodrama »Erwartung« von A. Schönberg, gleichfalls 2000 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg die Gräfin Geschwitz. 2001 hörte man sie am Opernhaus von Graz wieder in Schönbergs »Erwartung«. 2009 sang sie an der Komischen Oper Berlin und am Teatro Regio Turin die alte Gräfin in »Pique Dame«, 2010 in Madrid die Küsterin, in Toulouse in einer szenischen Aufführung von Schönbergs »Pierrot lunaire« und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg die Mme. de Croissy in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc, 2011 an der Berliner Staatsoper (im Schillertheater) die alte Lady in L. Bernsteins »Candide«. An der Frankfurter Oper gastierte sie 2013 als Babulenka in Prokofieffs »Der Spieler« und 2014 als Mumie in A. Reimanns »Die Gespenstersonate«. Am 23.7.2013 wirkte sie bei den Bregenzer Festspielen in der Uraufführung der Oper »Geschichten aus dem Wiener Wald« von HK Gruber als Großmutter mit (diese Partie wiederholte sie 2015 im Theater an der Wien). Sie betätigte sich auch als Regisseurin, u.a. 1990 in Brüssel. Zeitweilig verheiratet mit dem Dirigenten und Direktor der Hamburger Oper Christoph von Dohnányi (* 1929). Die dramatische Ausdruckskraft ihrer Stimme wurde durch eine eminente darstellerische Begabung wirkungsvoll unterstützt. Sie gab »Die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren. – Erinnerungen« (Berlin, 1999) heraus. –

Lit.: J. Heinzelmann: »Anja Silja« (Berlin, 1965), Anja Silja (in »Opera«, 1969).

Schallplatten: Sang auf Philips die Senta in »Der fliegende Holländer« (1961), die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Elsa im »Lohengrin«, die Kundry im »Parsifal« und Partien im Ring-Zyklus, auf Electrola nochmals die Senta, auf Decca Szenen aus »Tosca«, den dramatischen Monolog »Erwartung« von Schönberg, die Marie im »Wozzeck«, die Titelpartie in »Lulu« von A. Berg und die Fricka in der »Walküre« (1997), auf Chandos die Herodias in »Salome«, auf Capriccio in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, auf Koch in »Erwartung« von A. Schönberg, auf Avidi Lumi in »Erwartung« (Mitschnitt aus dem Teatro Massimo Palermo); Virgin-Video (»Jenufa«).

 17.4. Siegfried JERUSALEM wird 75

Siegfried_JERUSALEM
Als Siegfried

 Er studierte an den Essener Folkwangschule Violin- und Klavierspiel sowie als Hauptfach Fagott. Seit 1961 Fagottist am Städtebundtheater Hof (Bayern), 1962-71 im Schwäbischen Sinfonieorchester Reutlingen, 1972-77 im Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart. 1972 begann er mit der Ausbildung seiner Stimme bei Hertha Kalcher in Stuttgart. Bereits seit 1975 erschien er gelegentlich an der Stuttgarter Staatsoper (erste Rolle: 1. Gefangener in Beethovens »Fidelio«). In einem Tonfilm sang er den Barinkay im »Zigeunerbaron«. 1976 sang er an den Bühnen von Darmstadt und Aachen, bei den Zürcher Opernfestspielen und an der Staatsoper Hamburg den Lohengrin, eine seiner Glanzrollen. Er kam dann zu einer großen Karriere im Wagner-Fach bei den Festspielen von Bayreuth. Dort sang er 1977 den jungen Seemann in »Tristan und Isolde«, 1977-80 den Froh im »Rheingold«, 1979-80 den Lohengrin, 1979-80, 1982 und 1987-88 den Parsifal, 1981-84 und 1986 den Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1983-86 den Siegmund in der »Walküre« und 1988-92 den Siegfried in »Siegfried« sowie 1989-92 den Siegfried in der »Götterdämmerung«, 1993-97 und 1999 den Tristan, 1994-97 den Loge im »Rheingold«. Nachdem er zunächst Gastspielverträge mit den Staatsopern von Stuttgart und München und mit der Deutschen Oper Berlin abgeschlossen hatte, gab er 1977 seine Tätigkeit als Fagottist auf und war 1977-80 Mitglied der Deutschen Oper Berlin. 1978 gastierte er am Opernhaus von Bordeaux, bei den Münchner Festspielen als Lohengrin sowie an der Hamburger Staatsoper als Max im »Freischütz«. 1979 debütierte er als Parsifal an der Wiener Staatsoper, an der er dann bis 2002 in insgesamt 131 Vorstellungen aufgetreten ist, und zwar als Tamino in der »Zauberflöte«, als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Siegmund, als Lohengrin, als Max, als Loge, als Siegfried, als Idomeneo in der gleichnamigen Mozart-Oper, als Eisenstein in der »Fledermaus« und als Titelheld in »Rienzi« von R. Wagner. Bei den Festspielen von Salzburg wirkte er 1979 in der Uraufführung einer Konzertsuite aus der Oper »Paradise Lost« von K. Penderecki mit. 1980 wurde an die New Yorker Metropolitan Oper berufen (Antrittsrolle: Lohengrin). Hier trat er bis 2004 vor allem in seinen großen Wagner-Partien (Loge, Siegfried, Parsifal), aber auch als Idomeneo, als Eisenstein, als Ägisth in »Elektra« und als Herodes in »Salome« von R. Strauss auf. An der Oper von Genf gastierte er 1980 als Lohengrin, 1982 als Parsifal und 1984 als Idomeneo. 1981 gastierte er an der Oper von New Orleans als Florestan im »Fidelio«, 1983 an der Grand Opéra Paris als Alfred in der »Fledermaus« und als Loge, 1985 an der Wiener Volksoper als Sou-Chong in Franz Lehárs »Das Land des Lächelns«, 1986 an der Covent Garden Oper London als Erik in »Der fliegende Holländer«, im gleichen Jahr an der English National Opera London und 1989 am Teatro Fenice Venedig als Parsifal, 1990 in Los Angeles als Idomeneo. 1995-96 trat er in Chicago als Siegfried in den Opern des Nibelungenrings auf, 1994-95 auch an der Covent Garden Oper, 1996 an der Staatsoper Berlin. Bei den Maifestspielen von Wiesbaden übernahm er 1996 den Loge, den Siegmund wie den Siegfried im Nibelungenring. 1996 hörte man ihn am Teatro Colón Buenos Aires als Siegmund, 1998 an der Münchner Staatsoper als Tristan. An diesem Haus übernahm er 1999 den Siegmund wie den Siegfried in Aufführungen des Ring-Zyklus. An der Berliner Staatsoper sang er 1999 den Thusman in »Die Brautwahl« von F. Busoni, 2000 dort wie am Teatro Real Madrid den Tristan. Erfolgreiche Bühnengastspiele und Konzerte in den europäischen und amerikanischen Musikzentren, wobei er sich auch als großer Lied-Interpret auszeichnete.

Schallplatten: Eurodisc (Lyonel in vollständiger Oper »Martha«, Florestan in »Fidelio«, Siegmund in der »Walküre«), Decca (»Leonore« von Paër), HMV (»Hoffmanns Erzählungen«, »Tannhäuser«, »Die lustige Witwe«, »Die Zauberflöte«, »Der Evangelimann« von Kienzl), Hungaroton (Assad in Goldmarks »Die Königin von Saba«), DGG (»Gurrelieder« von A. Schönberg, Ägisth in »Elektra« von R. Strauss), CBS (»Schwanda der Dudelsackpfeifer« von Weinberger, »Violanta« von Korngold, Mozart-Requiem), Philips (Froh im »Rheingold«), EMI (Siegfried im »Siegfried« wie in der »Götterdämmerung«), Teldec (»Parsifal«, »Tristan und Isolde«), Erato (»Dichterliebe« und Liederkreis op. 39 von R, . Schumann, 9. Sinfonie von Beethoven), DGG (»Lohengrin«); Philips-Video (»Parsifal«; »Die Meistersinger von Nürnberg«, Bayreuth 1984), Teldec-Video (»Siegfried« und »Götterdämmerung«).

 17.4. Wolfram ZIMMERMANN wird 95

Wolfram-Zimmermann

 Sohn des Kammermusikers Richard Zimmermann. Ausbildung durch seinen Vater sowie durch Inna von Grinfeld und Anna Bahr-Mildenburg in Wien. Er debütierte 1944 am Deutschen Theater in Bukarest als Sparafucile im »Rigoletto«. 1944-46 war er in Rumänien interniert. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er in den Jahren 1946-51 hauptsächlich als Konzert- und Rundfunksänger tätig. 1947 gastierte er an der Stuttgarter Staatsoper als Basilio im »Barbier von Sevilla«. 1952-53 war er am Stadttheater von Gießen engagiert, 1953-55 am Staatstheater von Darmstadt, 1955-61 am Opernhaus von Graz, 1961-73 am Opernhaus von Nürnberg (wo er 1962 an der Uraufführung von Mark Lothars »Der Glücksfischer« teilnahm). 1952 sang er an der Mailänder Scala unter Wilhelm Furtwängler (Hans Schwarz in »Die Meistersinger von Nürnberg«), 1956 an der Oper von Rom. 1957-62 Gastspiele an der Staatsoper von Wien (als Leporello im »Don Giovanni«, als Doktor in Alban Bergs »Wozzeck«, als Figaro in »Figaros Hochzeit« und als Papageno in der »Zauberflöte« in insgesamt 12 Vorstellungen). 1960-64 alljährlich zu Gast bei den Opernfestspielen von Barcelona, 1958 bei den Sommerfestspielen von Graz. 1966 in Mexiko City als Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Doktor in »Wozzeck« aufgetreten. Neben seinem Wirken auf der Bühne große Erfolge als Konzert- und Oratoriensänger. Er wirkte als Pädagoge, seit 1980 als Professor an der Musikhochschule Nürnberg. – Sein Bruder Richard Zimmermann (1921-97) trat als Tenor auf. Er debütierte 1952 am Stadttheater von Pforzheim und war dann in Detmold, Mainz, Klagenfurt und Graz engagiert; er wurde vor allem als Operettensänger bekannt.

Schallplatten: DGG (integrale Opern »Tannhäuser« und »Zar und Zimmermann«).

 18.4. Gerd WOLF wird 75

 Er studierte an der Musikhochschule Berlin zuerst bei H. Trommler und wurde weiter durch die Pädagogen Plehn und J. Kemter ausgebildet. 1970 debütierte er beim Sächsischen Landestheater Dresden-Radebeul als Eremit im »Freischütz« von Weber und blieb Mitglied dieses Ensembles. Seit 1982 bestand ein Gastvertrag mit der Staatsoper Berlin; 1984 wurde er reguläres Mitglied dieses Hauses, an dem seine Karriere ihren Höhepunkt erreichte. Er sang dort u.a. Partien wie den Leporello im »Don Giovanni«, den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, den Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, den König Ludwig in »Euryanthe« von Weber, den Eremiten, den Falstaff in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai, den Skula in »Fürst Igor« von Borodin, den Tommaso in »Tiefland« von E. d’Albert, den Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, den Petrus in »Der Mond« von C. Orff und den Bauern in »Die Kluge« vom gleichen Komponisten. Er wirkte als ständiger Gast am Opernhaus von Leipzig und gastierte mit diesem Ensemble wie mit dem der Berliner Staatsoper in Neapel und Messina, in Las Palmas und Teneriffa, in Prag und Bratislava (Preßburg), in Westdeutschland, Japan (1987) und Holland. Bei den Salzburger Festspielen wirkte er 1995 und 1999 in Aufführungen von A. Bergs »Lulu« (als Theaterdirektor und als Bankier) mit. 1997 sang er an der Berliner Staatsoper den Kuno im »Freischütz«, den Bartolo im »Barbier von Sevilla« und den van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, 1999 den Haushofmeister im »Capriccio« von R. Strauss, 2000 den Bartolo in »Figaros Hochzeit«, 2001 wieder den Kuno. Weiten Kreisen wurde er auch als Konzertsänger wie durch sein Mitwirken in Rundfunk- und Fernsehsendungen bekannt.

Schallplatten: BGM-Ariola (»Palestrina« von H. Pfitzner), Eterna (»Graf Mirabeau« von Siegfried Matthus), Philips (»Ariadne auf Naxos« von R. Strauss), Decca (»Flammen« von E. Schulhoff), Teldec (»Elektra« von R. Strauss).

 20.4. Francisco VALLS wird 60

 Biographie des spanischen Bass-Baritons, der u.a.1982-87 an der Wiener Staatsoper engagiert war und 1987 auch bei den Salzburger Festspielen aufgetreten ist, auf Spanisch:

http://es.wikipedia.org/wiki/Francisco_Valls_(cantante_l%C3%ADrico)

 20.4. Elisabeth LACHMANN wird 75

Elisabeth_LACHMANN

 Der Vater der Sängerin war Schauspieler am Wiener Burgtheater, die Mutter Sängerin an der Volksoper Wien. Mit sechs Jahren erhielt sie Klavierunterricht, 1944-51 gehörte sie dem Kinderballett der Wiener Staatsoper an. Seit 1956 war sie Schülerin der bekannten Sopranistin Esther Réthy, seit 1957 Musik- und Gesangstudium an der Wiener Musikakademie bei Elsa Schwientek-Würtenberger und bei Christian Moeller. 1961 begann sie ihre Bühnenkarriere am Stadttheater der Schweizer Bundeshauptstadt Bern (Debütrollen: Cagliari in »Wiener Blut« von J. Strauß und Despina in »Così fan tutte«). 1962-64 war sie als erster lyrischer Sopran am Staatstheater Karlsruhe engagiert; hier sang sie Partien wie die Micaela in »Carmen«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit« und die Regina in »Mathis der Maler« von Hindemith. 1964-68 gehörte sie dem Opernhaus von Graz an, wo sie als Susanna in »Figaros Hochzeit«, als Pamina in der »Zauberflöte«, als Frau Fluth in »Die lustigen Weiber von Windsor«, als Rosalinde in der »Fledermaus« und als Zdenka in »Arabella« von R. Strauss auftrat. 1968 folgte sie einem Ruf an das Opernhaus von Dortmund, an dem sie eine über 25jährige große Karriere hatte. Hatte sie dort zunächst lyrische Partien wie die Marzelline im »Fidelio« (ihre Antrittsrolle), die Mimi in »La Bohème«, die Pamina und die Sophie im »Rosenkavalier« gesungen, so übernahm sie seit etwa 1972 jugendlich-dramatische Rollen (Butterfly, Nedda im »Bajazzo«, Sieglinde in der »Walküre«, Desdemona im »Otello« von Verdi), dann dramatische Partien wie die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Leonore im »Troubadour«, die Martha in »Tiefland« von d’Albert, die Aida, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Seit 1985 sang sie auch Rollen wie die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Venus im »Tannhäuser«, die Tosca, die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Abigaille in dessen »Nabucco«, die Brünnhilde im Nibelungenring und die Marschallin im »Rosenkavalier« (1994), ihre wohl größte Kreation. 1991 hörte man sie am Opernhaus von Dortmund als Fata Morgana in Prokofieffs »Die Liebe zu den drei Orangen«. 1997 sang sie sehr erfolgreich an den Vereinten Theatern Mönchengladbach/Krefeld die Titelrolle in »Elektra« von R. Strauss, in Dortmund die Hecuba in »Les Troyens« von Berlioz. 2000 sang sie in Dortmund die Kathinka in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Insgesamt ist die Künstlerin in 120 großen Sopranpartien aufgetreten. Zahlreiche Gastspiele an der Staatsoper Wien (1983 als Ariadne), an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an den Staatstheatern von Braunschweig, Hannover und Kassel, an den Opernhäusern von Köln und Frankfurt a.M., in Bremen, Nürnberg, Zürich und Antwerpen. Opern- und Konzerttourneen (Oratorien- und Liedgesang) führten die Künstlerin nach Belgien, Holland, Frankreich, Österreich, in die Schweiz, bis nach Asien (Seoul, Singapur, Taiwan), Afrika (Nairobi, Abidjan) und Südamerika (Santiago de Chile, Lima, Guatemala). Seit 1984 Dozentin an der Musikhochschule Detmold (Institut Dortmund). Zeitweilig verheiratet mit dem Tenor Claude Heater (* 1927).

 20.4. Nora de ROSA wird 90

 Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin in ihrer Heimatstadt Triest, u.a. bei den Pädagogen Bevilacqua und Toffolo. 1945 debütierte sie am Teatro Comunale Triest als Margherita in »Mefistofele« von Boito. Sie vervollständigte ihre Ausbildung durch ein weiteres über zweijähriges Studium bei Bruno Bartoletti und bei Ersilde Cervi-Caroli in Florenz. Dort trat sie dann 1947 als Charlotte im »Werther« von Massenet, 1948 in Mussorgskys »Chowanschtschina« auf. 1955 gastierte sie am Teatro Comunale von Bologna als Francesca da Rimini in der gleichnamigen Oper von R. Zandonai, 1958 an der Oper von Rom als Nedda im »Bajazzo«. 1955 debütierte sie an der Mailänder Scala als Monica in »La Fiamma« von Respighi und sang hier 1956 in der Oper »La Figlia di Jorio« von I. Pizzetti die Ornella, 1959 in der Oper »La Figlia del Re« von Adriano Lualdi die Damara, 1960 die alte Mutter in »Sette Canzone« von G. Malipiero und 1966 in der Uraufführung der Oper »L’Albergo dei poveri« von Flavio Testi die Natascia. Sie sang im Lauf ihrer Karriere an den großen italienischen Theatern; u.a. gastierte sie am Opernhaus auf Malta (1964 in »Fedora« von Giordano), am Teatro Margherita Genua (1967) und am Theater von San Remo (1968). Dabei sang sie Partien wie die Manon von Massenet, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Leonore im »Troubadour«, die Alice Ford im »Falstaff« von Verdi, die Titelfigur in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, die Silvana in »La Fiamma« von Respighi und traten die großen Partien in Opern von Puccini, die sie nicht nur in Italien sondern auch bei Gastspielauftritten in Spanien und Holland (1960), an der Wiener Staatsoper (1960 als Nedda), in Deutschland und in der Schweiz, in Dublin und namentlich in Argentinien vortrug. Nach ihrer Heirat ist sie auch unter dem Namen Nora de Rosa Lenotti aufgetreten. Noch in den Jahren 1973-74 übernahm sie am Teatro Comunale Bologna die Partie der Renata in »L’Ange de feu«.

Schallplatten: Cetra (Solo-Platte), Standing Room Only (»Il Tabarro« von Puccini als Giorgetta, Aufzeichnung einer Fernsehsendung von 1954; Arien-Recital), Myto (eine weitere Aufnahme als Giorgetta in »Il Tabarro« vom Norddeutschen Rundfunk Hamburg, 1953).

 21.4. Richard BERNAS wird 65

Biographie des amerikanischen Dirigenten auf Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Bernas

 22.4. Fiorenza COSSOTTO wird 80

Fiorenza_COSSOTTO
Als Prinzessin de Bouillon in „Adriana Lacouvreur

 Ausbildung am Konservatorium von Turin bei Paola della Torre, dann bei Mercedes Llopart und Sergio Ravazzin in Mailand. Nachdem sie einen Gesangwettbewerb gewonnen hatte, kam sie 1956 als Elevin an die Mailänder Scala. Hier sang sie zuerst kleinere (u.a. den Madrigalisten in »Manon Lescaut« von Puccini, die Nina in der Uraufführung der Oper »La donna è mobile« von R. Malipiero, die Teresa in Bellinis »La Sonnambula«, die Wowkle in »La Fanciulla del West«, die Speranza in Monteverdis »L‘Orfeo«, die Madama Rosa in Donizettis »La Campanello«, die Marguerite in Charpentiers »Louise«, die Diana in Glucks »Iphigénie en Tauride«), dann immer größere Partien (die Zaida in Rossinis »Il Turco in Italia«, die Ragonde in dessen »Le Comte Ory«, den Federico in »Mignon« von A. Thomas, die Suzuki in »Madame Butterfly«, den Pantalis in A. Boitos »Mefistofele«, die Laura in Dargomyschskis »Der steinerne Gast«, die Fenena in Verdis »Nabucco«, die Ludmila in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Hortigosa in G. Petrassis »Il Cordovano«, die Marinetta in der Uraufführung der Oper »La scuola degli mogli« von V. Mortari, der Wanja in Glinkas »Ein Leben für den Zaren«, die Clarice in Rossinis »La pietra del paragone«, den Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck, die Madelon in »Andrea Chénier« von Giordano, die Leonora in Cimarosas »Le astuzie femminili«, die Mutter in Strawinskys »Mavra«, den Feodor im »Boris Godunow«, die Lucrezia in Pergolesis »Lo frate ´nnamorato«, der Ascanio in »Les Troyens« von Berlioz, die Meg Page in Verdis »Falstaff«, die Atalanta in Händels »Serse«, die Ernestina in Rossinis »L’Occasione fa il ladro«, den Pagen Urbain in Meyerbeers »Hugenotten«), u.a. auch am 26.1.1957 in der Uraufführung der Oper »Dialogues des Carmélites« von Poulenc die Schwester Matilde. 1962 hatte sie an der Scala großen Erfolg, als sie, alternierend mit Giulietta Simionato, die Leonora in »La Favorita« von Donizetti sang. Bis 1991 hatte sie hier nun eine große Karriere und sang hier die Azucena im »Troubadour«, die Fidalma in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, die Amneris in »Aida«, die Eboli in Verdis »Don Carlos«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, den Cherubino in »Le nozze di Figaro«, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Statira in Spontinis »Olimpia«, den Orfeo in Glucks »Orfeo ed Euridice«, die Carmen, die Adalgisa in »Norma«, die Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera« und die Principessa di Bouillon in »Adriana Lecouvreur« von Cilea sowie das Alt-Solo im Verdi-Requiem. Bereits 1958 debütierte sie an der Wiener Staatsoper als Maddalena im »Rigoletto«, an der sie dann bis 1990 auch als Amneris, als Preziosilla in »La forza del destino«, als Eboli, als Azucena, als Santuzza, als Ulrica, als Carmen und als Adalgisa in insgesamt 62 Vorstellungen gastierte. 1958 gastierte sie beim Wexford Festival als Giovanna in »Anna Bolena« von Donizetti. 1959 Gastspiel an der Covent Garden Oper London als Neris in »Medea« von Cherubini und als Azucena, später als Eboli, als Amneris und als Santuzza. In der langen Zeitspanne von 1960 bis 1989 war sie immer wieder bei den Festspielen in der Arena von Verona anzutreffen, wo man vor allem ihre Amneris bewunderte. 1960 und 1962 hörte man sie am Teatro Liceu Barcelona, 1963 am Teatro Fenice Venedig als Santuzza. 1964 kam sie an der Oper von Chicago zu großen Erfolgen, an der sie als Leonora in »La Favorita« debütierte und dann immer wieder auftrat. An der Grand Opéra Paris trat sie 1964 und 1965 (als Adalgisa), 1972 und 1985 (als Ulrica) auf. Sie sang bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom sowie bei Gastspielen an großen Operntheatern in Deutschland, namentlich an der Hamburger Staatsoper, an der Oper von Monte Carlo (1973 als Santuzza, 1976 als Azucena), in Österreich, England, Frankreich und Südamerika (hier seit 1967 oft am Teatro Colón Buenos Aires). Große Erfolge hatte sie dann seit 1968 auch an der New Yorker Metropolitan Oper. Hier sang sie als Antrittsrolle die Amneris und war bis 1989 in insgesamt 148 Vorstellungen als Laura in »La Gioconda«, als Eboli, als Santuzza, als Adalgisa, als Azucena, als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, als Principessa di Bouillon, als Carmen und als Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff« besonders erfolgreich. Bei den Festspielen von Salzburg trat sie 1975 als Solistin im Verdi-Requiem, 1976-77 als Prinzessin Eboli auf. 1986 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des (nach dem großen Erdbeben von 1908) wieder aufgebauten Teatro Vittorio Emanuele in Messina die Amneris. 1989 gastierte sie in Lissabon als Ulrica, in Buenos Aires als Amneris, bei den Festspielen von Verona als Santuzza, Sie galt allgemein als eine hervorragende Darstellerin auf der Opernbühne. Nicht weniger erfolgreich gestalteten sich ihre Konzertauftritte. Die Sängerin, die als bedeutendste italienische Altistin ihrer Generation galt, war seit 1958 zeitweilig mit dem Bassisten Ivo Vinco (1927-2014) verheiratet. – Ausdrucksvolle, warm timbrierte Altstimme von bezwingender Dramatik des Vortrags, deren Repertoire nahezu alle großen Partien der italienischen Opernliteratur umfasste.

Lit: R. Celletti & G. Gualerzi: Fiorenza Cossotto (in »Le grandi Voci«, Rom 1964).

Schallplatten: Decca (kleine Partie in vollständiger Oper »Andrea Chénier«, Adalgisa in »Norma«, Suzuki in »Madame Butterfly«), Columbia (kleine Rolle in »La Sonnambula«, Cherubino in »Le nozze di Figaro«), HMV (»Macbeth« von Verdi), DGG (große Partien in »Don Carlos«, »Il Trovatore«, »Cavalleria rusticana«), Harmonia mundi, RCA (»Norma«, »Medea« von Cherubini, »Il Trovatore«), Cetra (Commandante in Zandonais »I Cavalieri di Ekebù«). Auch viele Mitschnitte von Opernaufführungen (u.a. auf DSW »Les Troyens« von Berlioz, auf Foyer »Medea« von Cherubini, auf Morgan »Les Huguenots« von Meyerbeer, auf Melodram »Olimpia« von Spontini und ebenfalls »Les Huguénots«, auf Frequenz »Cavalleria rusticana«; auch Aufnahmen auf EJS); Hardy-Video (»Aida«, Verona 1966), Warner-Video (Amneris in »Aida«, Verona 1984; Azucena im »Troubadour«, Verona 1985).

 22.4. Richard BEST wird 80

 Er studierte anfänglich Orgelspiel und Piano, erwarb darin sein Diplom und trat als Klavierbegleiter auf. Danach Ausbildung der Stimme durch Lola Fletcher und Hermanus Baer in Chicago, durch Audrey Langford in London und Margaret Harshaw in New York. Debüt auf der Bühne 1959 bei der Santa Fé Opera als Bonze in »Madame Butterfly« von Puccini. Preisträger beim Chicagoland Music Festival. Er sang an den großen amerikanischen Opernhäusern: in Chicago, Philadelphia, Santa Fé, Seattle und kam 1969 an die Metropolitan Oper New York (Debüt als Handwerksbursch in »Wozzeck« von A. Berg), der er bis 1978 angehörte. Er sang an diesem Haus u.a. den Benoit in »La Bohème«, den Marquis D’Obigny in »La Traviata«, den Bonze, den Fouquier Tinville in »Andre Chénier« von Giordano, den Luther in »Hoffmanns Erzählungen«, den Johann im »Werther« von Massenet, den Grafen Ceprano im »Rigoletto«, den Pistola im »Falstaff« von Verdi, den Antonio in »Le nozze di Figaro«, den Mesner wie den Angelotti in »Tosca«, den Grégorio in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Tom in Verdis »Un ballo in maschera«, den Alessio in Bellinis »La Sonnambula«, den Polizeikommissar im »Rosenkavalier« (auch gelegentlich den Ochs in dieser Oper), den Spinelloccio in »Gianni Schicchi«, den Omar in Rossinis »L’Assedio di Corinto«, den Zuniga in »Carmen«, den Theaterdirektor in »Lulu« von A. Berg, den Swallow in »Peter Grimes« von B. Britten, insgesamt 39 Partien in 545 Vorstellungen. Zu Gast bei der Niederländischen Oper Amsterdam. Neben vielen kleinen Partien sang er bevorzugt Rollen aus dem Buffo-Fach wie den Titelhelden im »Don Pasquale« von Donizetti, den Bartolo in »Le nozze di Figaro« oder den Don Alfonso in »Così fan tutte«. Der auch im Konzertsaal erfolgreiche Künstler war zeitweilig als Pädagoge am American Institute of Musical Studies in Graz tätig.

Seine Stimme erscheint auf Privataufnahmen aus der Metropolitan Oper.

 24.4. Klára TAKÁCS wird 70

Klára TAKÁCS

 Sie sang zuerst im Budapester Madrigalchor, wurde darauf an der Franz Liszt-Musikakademie von Budapest zur Solistin ausgebildet. 1975 war sie Preisträgerin beim Internationalen F. Erkel-Wettbewerb in Budapest. Seit 1973 bekanntes Mitglied der Nationaloper Budapest, an der sie als Lola in »Cavalleria rusticana« debütierte. Hier hatte sie als Orpheus von Gluck, als Adalgisa in Bellinis »Norma«, als Titelheldin in Goldmarks »Die Königin von Saba«, als Titelfigur in Rossinis »La Cenerentola«, als Cherubino in »Figaros Hochzeit« und in einer Fülle weiterer Partien sehr große Erfolge. Ähnliche Erfolge ergaben sich bei Gastspielen in Ungarn wie im Ausland und auf den Gebieten des Konzert- und Oratoriengesanges. Sie gastierte an der Wiener Staatsoper (1985-89 als Judith in »Herzog Blaubarts Burg«, als Cherubino, als Romeo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« und als Maddalena im »Rigoletto« in insgesamt 16 Vorstellungen) und nahm 1986 an deren Japan- Tournee teil. 1987 Gastspiel am Teatro Colón Buenos Aires als Charlotte im »Werther« von Massenet und als Eudoxia in »La Fiamma« von O. Respighi. 1991-92 sang sie bei den Festspielen von Salzburg die Marcellina in »Le nozze di Figaro«. – Sie sollte nicht mit der jüngeren Sängerin Tamara Takács (* 1950) verwechselt werden, die fast gleichzeitig, und auch als Mezzosopranistin, in Budapest tätig war.

Schallplatten der Marke Hungaroton, darunter mehrere integrale Opernaufnahmen: »Medea« von Cherubini als Partnerin von Sylvia Sass, »Die Königin von Saba« von Goldmark, »Nerone« von Boito, »Hunyadi László« von Erkel, »Der Apotheker« von Haydn, »Belfagor« von O. Respighi, »Andrea Chénier« von Giordano, Mozart-Requiem, »Die Legende der hl. Elisabeth« von F. Liszt, Missa Solemnis von Beethoven, »Lieder eines fahrenden Gesellen« von G. Mahler, »Hary János« von Kodály, geistliche Musik von J. Haydn, Suzuki in »Madame Butterfly«, Krönungsmesse von F. Liszt, Petite Messe Solennelle von Rossini; auf Ariola-Eurodisc Maddalena im »Rigoletto«, auf Legato Zaida in »Dom Sébastien« von Donizetti.

 25.4. Rudolf RIEMER wird 80

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger in Dresden durch D. Schröter, H. Winkler und W. Klemm und debütierte 1959 am Opernhaus von Leipzig. 1960 sang er dort als erste größere Partie den Titelhelden in »Boccaccio« von F. von Suppé. Er blieb Mitglied dieses Opernhauses und hatte hier seine Erfolge als Papageno in der »Zauberflöte«, als Titelheld in Rossinis »Barbier von Sevilla«, als Enrico in »Lucia di Lammermoor«, als René im »Maskenball« von Verdi, als Graf Luna im »Troubadour«, als Carlos in »La forza del destino« von Verdi, als Germont sr. in »La Traviata«, als Zar in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, als Malatesta in »Don Pasquale«, als Belcore in »L’Elisir d’amore« und als Herr Fluth in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai. Noch 1999 hörte man ihn am Opernhaus von Leipzig als Marullo in Verdis »Rigoletto«. Den Guglielmo in »Così fan tutte« wie den Sid in »Albert Herring« sang er in Opernaufnahmen des Fernsehens der DDR. Am 31.5.1969 nahm er in Leipzig an der Uraufführung der Oper »Griechische Hochzeit« von Robert Hanell teil. Gastspiele an der Komischen Oper Berlin, an der Staatsoper von Dresden, an der Nationaloper Prag, in Brno (Brünn) und Genua, bei den Festspielen von Wiesbaden, in Jugoslawien und Belgien. Geschätzter Konzertsänger. Seit 1972 gleichzeitig Lehrauftrag an der Leipziger Musikhochschule, seit 1992 bekleidete er dort eine Professur.

Schallplatten: Eterna.

 26.4. Sten SJÖSTEDT wird 70

 Zunächst Schüler der Opernschule Malmö (1961-65) bei Lehrern wie T. Hofstadius, B. Östlund-Levinsohn und I. Linden; weitere Ausbildung 1966-69 am Salzburger Mozarteum. Bühnendebüt 1969 am Stadttheater von Trier als Rodolfo in Puccinis »La Bohème«. 1969-74 am Stadttheater von Malmö engagiert, seit 1974 Mitglied des Stora Theater Göteborg. 1971 sang er in Vadstena in der Barock-Oper »Dal male il bene« von Abbatini/Mazzaroli. 1971 Gastspiel an der Oper von San Diego (USA) als Ferrando in »Così fan tutte«. An der Oper von Oslo gastierte er in der Partie des Des Grieux in Massenets »Manon«, an der Jütländischen Oper Aarhus als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«. Aus den zahlreichen Opern- und Operettenpartien, die er beherrschte, sind der Tamino in der »Zauberflöte«, der Manrico im »Troubadour«, der Riccardo im »Maskenball« von Verdi, der Cavaradossi in »Tosca«, der Don José in »Carmen«, der Lenski in »Eugen Onegin« und der Faust von Gounod hervorzuheben. Er übernahm auch Aufgaben in zeitgenössischen Werken, so u.a. die Titelrolle in der Oper »The Voyage of Edgar Allan Poe« von D. Argento.

Schallplatten: Philips (vollständige Oper »Tintomara« von Werle).

 26.4. Wilma LIPP wird 90

Wilma_LIPP

 Ausbildung durch die Pädagogen Friedel Sindel und Paola Novikova in Wien; abschließende Studien bei Toti dal Monte in Mailand. Sie debütierte 1943 in Wien als Rosina im »Barbier von Sevilla«. 1945 wurde sie an die Wiener Staatsoper engagiert, deren Mitglied sie dann für Jahrzehnte blieb. Nachdem sie dort zuerst in kleineren Rollen aufgetreten war (Debüt als Kate Pinkerton in »Madame Butterfly«), hatte sie 1948 als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« einen glänzenden Erfolg. Sie blieb bis 1981 Mitglied der Wiener Staatsoper, an der sie als letzte Partie die Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier« vortrug. Dort hatte sie bis dahin 54 verschiedene Partien in rund 1200 Vorstellungen gesungen, u.a. das Blondchen wie die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Nedda im »Bajazzo«, die Zerlina wie die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Antonia wie die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Adele wie die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Martha in der gleichnamigen Oper von Flotow, die Barbarina wie die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Marzelline im »Fidelio«, die Musetta wie die Mimì in »La Bohème«, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Christel im »Vogelhändler« von C. Zeller, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Gilda im »Rigoletto«, den Pagen Oscar in Verdis »Maskenball«, die Frasquita wie die Micaela in »Carmen«, die Zerline in »Fra Diavolo« von Auber, die Rosina, die Najade wie die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Alice Ford in Verdis »Falstaff«, die Regina in »Mathis der Maler« von Hindemith, die Tochter in Hindemiths »Cardillac«, die Adina in »L’Elisir d‘amore« und die Titelpartie in Pfitzners »Das Christelflein«. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1948 die Konstanze, 1949 den Amor in Glucks »Orfeo ed Euridice« und die Servilia in »La clemenza di Tito« von Mozart, 1949-52 die Königin der Nacht, 1950 die italienische Sängerin im »Capriccio« von Richard Strauss, 1961 die Donna Elvira und nach langer Pause 1983-84 die Marianne Leitmetzerin; außerdem trat sie 1951 als Solistin in Beethovens Oratorium »Christus auf dem Ölberg« auf. Gastspiele trugen der Künstlerin überall Erfolge über Erfolge ein. 1949 gastierte sie am Teatro Comunale Florenz und an der Oper von Rom in der »Entführung aus dem Serail«. 1950 gastierte sie sehr erfolgreich an der Mailänder Scala als Königin der Nacht und als Konstanze. 1950, 1951 und 1956 am Teatro Liceu Barcelona zu Gast. 1951 sang sie als Antrittsrolle an der Covent Garden Oper London die Gilda, 1955 die Traviata. Sie sang an den großen italienischen Opernhäusern, am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an den Staatsopern von Hamburg und München, an der Städtischen Oper (später Deutsche Oper) Berlin. 1951 wirkte sie bei den Festspielen von Bayreuth als Waldvogel im »Siegfried« mit. 1953 gastierte sie am Teatro San Carlo Neapel in der »Zauberflöte« (dortige Premiere der Oper!). An der Oper von Rio de Janeiro sang sie 1953 die Zerbinetta und 1965 die Donna Elvira, am Teatro Colón Buenos Aires 1963 die Donna Elvira und die Ilia in Mozarts »Idomeneo«. 1962 gastierte sie an der Oper von San Francisco (US-Debüt) als Micaela, als Sophie, als Alice Ford und als Nedda. Bei den Festspielen von Bregenz hörte man sie 1954 als Adele und 1970 als Rosalinde in der »Fledermaus«, 1955 als Annina in »Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß und als Rosina, 1956 als Frau Fluth in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai, 1956 und 1972 als Laura in Millöckers »Der Bettelstudent«. 1956 stand sie im Mittelpunkt der Kopenhagener Mozart-Woche. 1957 hörte man sie auch bei den Festspielen von Glyndebourne als Konstanze. Seit etwa 1958 begann sie damit, in ihr Koloratur-Repertoire lyrische Sopranpartien einzugliedern. An der Mailänder Scala sang sie 1960 die Marzelline im »Fidelio«, 1962 die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« und die Euridice in Glucks »Orfeo ed Euridice«. 1968 an der Berliner Staatsoper als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« zu Gast. Noch 1986 gastierte sie am Teatro Regio Turin als Marianne Leitmetzerin. Man bewunderte die technische Perfektion und die mühelose Beweglichkeit ihrer virtuosen Koloraturstimme in einem Repertoire, dessen Höhepunkte Mozart-Partien bildeten. Nicht zuletzt erfolgreiche Konzert-, Oratorien- und Liedersängerin. Konzerttourneen trugen ihr in Nord- wie in Südamerika große Erfolge ein. Sie wirkte seit 1982 im pädagogischen Bereich als Professorin am Salzburger Mozarteum. Sie war zeitweilig mit dem späteren Direktor der Wiener Staatsoper Rudolf Gamsjäger (1909-85) verheiratet. Ihren Ruhestand verbrachte sie in der Nähe von München.

Viele Schallplattenaufnahmen auf den Marken DGG, Decca, Philips (Ein deutsches Requiem von J. Brahms), Vox und Ariola, darunter vollständige Opern wie »Die Zauberflöte«, »Die Entführung aus dem Serail«, »Die Fledermaus«, »Fra Diavolo« von Auber u.a. Auf Columbia und Decca sang sie die Adele in der »Fledermaus«, später auf Ariola-Eurodisc die Rosalinde. Weitere Aufnahmen auf Europäischer Phonoclub (9. Sinfonie von Beethoven), HRE (Marzelline im »Fidelio«, Scala 1960), BWS Hope (Königin der Nacht), Discocorp (ebenfalls Königin der Nacht, Aufnahmen von den Salzburger Festspielen), Orfeo (»Die Ausflüge des Herrn Broucek« von Janácek), Gebhardt (Königin der Nacht, Salzburg 1949), Ariola/BMG (Pepi in »Wiener Blut« von J. Strauß), Myto (Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, Westdeutscher Rundfunk Köln 1954); 1984 sang sie auf DGG die Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier«.

 27.4. Christian ZACHARIAS wird 65

 Integrität kombiniert mit Individualität, brillante sprachliche Ausdrucksfähigkeit, tiefes musikalisches Verständnis gekoppelt mit einem sicheren künstlerischem Instinkt, sowie eine charismatische und einnehmende Bühnenpräsenz zeichnen Christian Zacharias‘ Künstlerpersönlichkeit aus. Diese Fähigkeiten erlaubten ihm, sich sowohl als einer der weltweit führenden Pianisten zu etablieren als auch einen bedeutenden Ruf als Dirigent, und musikalischen Denker zu  erlangen. Seine internationale Karriere begann als Pianist. Zahlreiche umjubelte Rezitale, Konzerte mit den weltbesten Orchestern und Dirigenten sowie viele mit Preisen ausgezeichnete Aufnahmen bestimmten von Anfang an seinen künstlerischen Weg. Zacharias‘ Wunsch, langfristig mit gleichgesinnten Musikern künstlerisch zu arbeiten, wird in seinem Wirken als Dirigent deutlich. In seiner Zeit als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Orchestre de Chambre de Lausanne entstanden zahlreiche, von der internationalen Presse hoch gelobte Einspielungen. Besonders hervorzuheben ist die Gesamtaufnahme aller Klavierkonzerte Wolfgang Amadeus Mozarts, die Auszeichnungen wie den Diapason d’Or, den Choc du Monde de la Musique und den ECHO Klassik erhielt. Seine neusten Einspielungen sind den vier Schumann Sinfonien und den Berliner Sinfonien von C.P.E. Bach gewidmet. Seit Beginn der Saison 2009/10 ist Christian Zacharias „Artistic Partner“ des St. Paul Chamber Orchestra. Mit den Göteburger Symphonikern, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dem Het Residentie Orkest Den Haag, sowie den Bamberger Symphonikern pflegt er eine intensive Zusammenarbeit. Vermehrt widmet er sich auch dem Opernrepertoire und leitete Produktionen von Mozarts Opern La Clemenza die Tito und Le nozze di Figaro sowie Offenbachs La Belle Hélène. Otto Nicolais Die lustigen Weiber von Windsor dirigierte er Anfang 2015 an der Opéra Royal de Wallonie in Liège. Seit 1990 entstanden diverse Filme mit ihm: Domenico Scarlatti in Sevilla, Robert Schumann – der Dichter spricht (beide für INA, Paris), Zwischen Bühne und Künstlerzimmer (für WDR-arte), De B comme Beethoven à Z comme Zacharias (für RTS, Schweiz) sowie die Aufnahme aller Klavierkonzerte von Beethoven (für SSR-arte).

Christian Zacharias‘ Karriere ist begleitet von zahlreichen Auszeichnungen, wie z. B. dem Midem Classical Award „Artist of the Year“ 2007. Eine Ehrung für seine Verdienste um die Kultur erhielt er 2009 aus Rumänien. Vom französischen Staat hat Christian Zacharias die große und ehrenvolle Auszeichnung eines „Officier dans l’Ordre des Arts et des Lettres“ erhalten. Die Saison 2014/15 begann für Christian Zacharias als artist in residence beim Menuhin Festival Gstaad, wo er sich als Pianist, Kammermusiker und Dirigent präsentierte. Mit dem Kammerorchester Basel ist er 2014/15 gleich zweimal auf Tour und mit den Stuttgarter Philharmonikern mit Mozart und Bruckner unterwegs. Zudem wird er diese Saison u.a. die Boston und San Francisco Symphony sowie  das Orchestre de Paris dirigieren.  In Moskau ist Christian Zacharias mit einem Rezital im Puschkin Museum und als Dirigent zu Gast. Daneben wird er mit dem Leipziger Streichquartett und Alois Posch sowie im Duo mit Frank Peter Zimmermann Europa bereisen. Seit 2011 hat Christian Zacharias an der Hochschule für Musik und Theater Göteborg eine Professur für Orchesterspiel inne.

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://christian-zacharias.com/

 27.4. Clarity JAMES wird 70

Clarity_JAMES

 Sie studierte an der University of Wyoming in Laramie, dann an der Indiana University in Bloomington, schließlich bei Daniel Ferro, Margaret Harshaw und Michael Trimble in New York. Sie erwarb die akademischen Grade eines Bachelors und eines Masters of Music. Zuerst pädagogisch an der Iowa University in Iowa City tätig, begann sie die Solistenlaufbahn 1971 bei der St. Paul Opera, wo sie als Mme. Flora in Menottis »Medium« debütierte. Es kam zur Ausbildung einer erfolgreichen Karriere in ihrer amerikanischen Heimat. Sie trat an den Opern von Boston und Cincinnati, in Houston (Texas) und Kansas City, in Chicago, Dallas und St. Louis, vor allem aber an der New York City Opera auf. 1985 sang sie in Santa Fé die Leda in der Richard Strauss-Oper »Die Liebe der Danaë« und die Lady Toodle in der amerikanischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Die englische Katze«, 1986 die Amme in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« und die Allwissende Muschel in »Die Ägyptische Helena« von R. Strauss. In Europa gastierte sie an der Staatsoper von Wien (1986 als Mrs. Doc in »A Quiet Place« von L. Bernstein) und an der Niederländischen Oper Amsterdam. Auf der Bühne gestaltete sie in erster Linie Partien für dramatischen Mezzosopran und Alt, dazu meisterte sie ein weit gespanntes Konzertrepertoire. Sie sang u.a. zusammen mit dem Philadelphia und dem San Francisco Symphony Orchestra. Sie ist auch unter dem Namen Carolyne James aufgetreten. (Sie sollte jedoch nicht mit der jüngeren amerikanischen Sopranistin Carolyn James verwechselt werden).

Schallplatten: Desto, FSM (»A Christmas Carol« von Thea Musgrave), DGG (»A Quiet Place« von Bernstein), RCA.

 27.4. Tom McDONNELL wird 75

 Er erhielt seine Ausbildung am Melba-Konservatorium in Melbourne durch Lennox Brewer. Sein Bühnendebüt erfolgte bei der Sutherland-Williamson Opera Company in Australien 1965 in der Rolle des Belcore in »L’Elisir d’amore« von Donizetti. Seine Karriere wurde durch die berühmte australische Sopranistin Joan Sutherland gefördert. Er trat zuerst an der Oper von Sydney auf. Am 28.9.1973 sang er dort in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses den Andrej Bolkonsky in »Krieg und Frieden« von Prokofieff. Nach seinen ersten Erfolgen an der Oper von Sydney und bei Gastspielen an englischen und australischen Bühnen wurde er 1967 Mitglied der Sadler’s Wells Opera, der späteren English National Opera, in London. Als erste große Partie sang er dort den Figaro in »Le nozze di Figaro«, dann den Germont sr. in »La Traviata«, den Schaunard in »La Bohème«, den Escamillo in »Carmen« und den Papageno in der »Zauberflöte«. Bereits 1966 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »The Violins of St. Jacques« von Malcolm Williamson als Marcel Sciocca und 1974 in der der Oper »Story of Vasco« von Crosse mit. Bereits 1972 sang er an der Sadler’s Wells Oper London in der englischen Premiere von »Krieg und Frieden« von Prokofieff, 1977 am Londoner Collegiate Theatre in der von »Saul og David« von Carl Nielsen. 1974 trat er am Londoner Coliseum Theatre in der englischen Erstaufführung von H. W Henzes »Die Bassariden« auf, an der Covent Garden Oper 1976 in der Uraufführung von »We come to the River« von H.W. Henze (zugleich das Debüt des Sängers an diesem Haus). Dort wirkte er am 7.7.1977 in der Uraufführung der Oper »The Ice Break« von M. Tippett mit. 1977 nahm er bei der English National Opera an der Uraufführung von »The Royal Hunt of the Sun« von Iain Hamilton teil, 1985 beim Arundel Festival an der von »Lancelot« vom gleichen Komponisten (als King Arthur), 1986, wieder an der English National Opera, an der Uraufführung von »The Mask of Orpheus« von H. Birtwistle. An der Scottish Opera Glasgow gastierte er 1980 als Theseus in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, 1981-82 als Don Alfonso in »Così fan tutte« und 1982 den Lidio und den Apollo in Cavallis »Egisto«. 1981 trat er an der Opera North Leeds als Don Giovanni, in der Spielzeit 1982-83 in Borodins »Fürst Igor« auf, bei der Opera Factory London 1990 als Commendatore im »Don Giovanni«, bei der Chelsea Opera Group als Silva in Verdis »Ernani«. Bei der Opera Factory London sang er als weitere Partien den Faber in »The Knot Garden« von M. Tippett, den Don Alfonso und den Seneca in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«; 1986 trat er hier in der Premiere von Nigel Osbornes »Hell’s Angels« auf. Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire bildeten die mehr lyrisch gearteten Baritonpartien wie der Eugen Onegin von Tschaikowsky, den er bereits 1969 bei der Glyndebourne Touring Opera sang; später übernahm er Partien für Bass. Auch als Konzertsänger von Bedeutung.

Schallplatten: DGG (kleine Partie in Puccinis »La fanciulla del West«), Arion (»Tancredi« von Rossini), Argo (»Israel in Egypt« von Händel).

 28.4. Tiziana SOJAT wird 60

 Sie war eine Tochter der berühmten Koloratursopranistin Alda Noni (1916-2011), durch die sie auch auf den Beruf der Sängerin vorbereitet wurde. Sie studierte jedoch zunächst an der Universität von Rom Sport und Sportmedizin sowie Pädagogik und erwarb in beiden Disziplinen das Doktorat. Neben ihrer Mutter gehörte auch die große Sopranistin Elisabeth Schwarzkopf zu ihren Lehrern. Nachdem sie bereits als Liedersängerin aufgetreten war, debütierte sie 1984 am Opernhaus von Dublin als Elsa im »Lohengrin«. Ebenfalls 1984 sang sie an der Oper von Ljubljana (Laibach) die Mimi in »La Bohème«. 1985 folgten beim Operettenfestival von Triest Partien in Operetten von Nico Dostal, in Lausanne wirkte sie in konzertanten Aufführungen von »Dido and Aeneas« von Purcell und von Puccinis »Suor Angelica« mit. Sie gastierte mit dem Ensemble des Teatro San Carlo Neapel in New York mit dem Stabat Mater von Pergolesi. In der Spielzeit 1988-89 gastierte sie an der Kroatischen Nationaloper Zagreb als Sieglinde in der »Walküre« und sang an der Oper von Marseille die Elena in »Mefistofele« von Boito. 1989 wurde sie an das Staatstheater von Karlsruhe verpflichtet; hier sang sie die Titelrollen in Puccinis »Madame Butterfly« und in »Arabella« von Richard Strauss, 1991 die Titelpartie in »Ariadne auf Naxos« und die Chrysothemis in »Elektra«, ebenfalls von R. Strauss. Als Konzertsopranistin trat sie in Oratorien, Messen und sinfonischen Werken u.a. in Turin, Rom, Mailand, Dubrovnik und im italienischen Rundfunk RAI auf. Auch als Liedersängerin wurde sie bekannt.

Schallplatten: Auf der italienischen Marke Fone erschienen 1985 Lieder von Robert Schumann, Hugo Wolf, Gustav Mahler und Franz Liszt auf Koch Records Lieder und Songs von Kurt Weill und Franz Lehár sowie die fremde Fürstin in »Rusalka« von Dvorák.

 28.4. Frieder LANG wird 65

Frieder_Lang

 1960-68 sang er als Knabe im Dresdner Kreuzchor. 1968 kam er nach Westdeutschland und durchlief an der Musikhochschule Köln eine sehr umfassende Ausbildung für Chor- und Orchesterleitung, Schulmusik, Orgelspiel und Gesang (bei Margit Kobeck). Zugleich studierte er an der Universität Köln 1969-75 Germanistik und Musikwissenschaft. Ergänzende Gesangstudien bei Paul Lohmann in Thun (Schweiz) und bei Hans Hotter in München. 1977 gewann er einen Gesangwettbewerb für Operngesang in Bonn und leitete damit seine Karriere ein. 1983-86 Mitglied des Stadttheaters von Bern. Hier sang er in der Schweizer Erstaufführung von »The Prodigal Son« von B. Britten (1984 in der französischen Kirche als Younger Son). Als Opernsänger gastierte er an der Staatsoper Hamburg, am Opernhaus von Köln, beim Holland Festival, in Klagenfurt und Tel Aviv. In der Spielzeit 1988-89 sang er am Stadttheater von Heidelberg den Horace in der deutschen Erstaufführung von Othmar Schoecks »Venus«. Seine eigentliche internationale Karriere kam jedoch im Bereich des Konzertgesangs zustande. Er trat in diesem Bereich in den Zentren des Schweizer wie des deutschen Musiklebens auf, u.a. in Basel, Bern, Zürich, Genf, in Köln, Düsseldorf, Frankfurt a.M., Hamburg, Stuttgart, Wiesbaden, in Dresden, Leipzig und Berlin. Man hörte ihn bei den Luzerner Festwochen, beim Bach- und Händelfest München, bei den Lüneburger Bach-Wochen, beim Festival von Wroclaw (Breslau) und bei den Salzburger Festspielen, wo er 1986 als Solist in einem Kirchenkonzert auftrat. Weitere Konzertauftritte in Aix-en-Provence, Marseille, Paris und Toulouse, in Antwerpen und Gent, in Turin und Rom, in Wien, Rio de Janeiro und Buenos Aires. Sowohl als Oratoriensolist wie als Lied-Interpret beherrschte er ein geradezu unerschöpfliches, dabei überaus vielseitiges Repertoire. Er nahm in Richterswil im Schweizer Kanton Zürich seinen Wohnsitz.

Schallplatten: CBS (Matthäuspassion von J.S. Bach), DGG (Werke von Heinrich Schütz und H.W. Henze), Schwann (»Jephte« von Carissimi/Henze; Sinfonie Nr.2 (»Lobgesang«) von Mendelssohn, Messe D-dur von O. Nicolai, Oratorium »Christi Himmelfahrt« von Lortzing), RBM (»Doktor und Apotheker« von Dittersdorf), Cascavelle (»Die erste Walpurgisnacht« von Mendelssohn), Opus 111 (»Die sieben letzten Worte Jesu Christi am Kreuz« von J. Haydn).

 29.4. Gino QUILICO wird 60

Gino_QUILICO

 Er war der Sohn des berühmten kanadischen Baritons Louis Quilico (1925-2000) und der Pianistin Lina Pizzolongo (1925-1991). Er erhielt seine erste Ausbildung durch seine Eltern und war anschließend an der Toronto University Schüler von James Craig und Constanze Fisher. 1977 debütierte er bei der Canadian Opera Company in Toronto als Mr. Gobineau in »The Medium« von Menotti. Er sang an diesem Theater dann den Grafen in »Le nozze di Figaro«, den Escamillo in »Carmen«, und den Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, zum Teil an der Seite seines Vaters. 1978 Preisträger beim Concours Opera America; im gleichen Jahr sang er in Milwaukee den Papageno in der »Zauberflöte« und gastierte dann in Vancouver. Er kam anschließend nach Frankreich und studierte dort nochmals 1979-80 an der École d’Art Lyrique der Pariser Oper. Seit 1980 trat er dann an der Grand Opéra Paris wie auch an der dortigen Opéra-Comique auf; an der Pariser Opéra debütierte er als Morris Townsend in »L‘Héritière« von Jean-Michel Damase (zugleich sein Europa-Debüt); bis 1997 hörte man ihn dort auch als Florestan de Valaincourt in »Véronique« von Messager, als Ned Keene in B. Brittens »Peter Grimes«, als Graf Dominik in »Arabella« von R. Strauss (in der französischen Erstaufführung dieser Oper), als Direktor in »Les Mamelles de Tirésias« von Poulenc, als Ping in Puccinis »Turandot«, als Moralès wie als Escamillo in »Carmen«, als Figaro im »Barbier von Sevilla«, als Mercutio in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Eisenstein in der »Fledermaus«, als Silvio im »Bajazzo«, als Oreste in Glucks »Iphigénie en Tauride«, als Albert im »Werther« von Massenet, als Belcore in »L’elisir d‘amore«, als Gautier des Ormes in »Montségur« von Marcel Landowski (den er zuvor am 1.2.1985 an der Oper von Toulouse in der Uraufführung dieser Oper kreiert hatte), als Jeletzki in Tschaikowskys »Pique Dame« und als Enrico in »Lucia di Lammermoor«. 1982 gastierte er an der Scottish Opera Glasgow, dann auch beim Festival von Edinburgh als Lescaut in Puccinis »Manon Lescaut« und an der Oper von Dallas; 1983 debütierte er an der Covent Garden Oper London als Valentin im »Faust« von Gounod. Er trat an diesem Haus auch in den Jahren 1985-87 auf und nahm an den Tourneen des Ensembles in Japan und Korea (1986) teil. 1983 war er in Montreal, 1984 in Philadelphia und Washington wie auch am Teatro Comunale Bologna anzutreffen. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence sang er 1985 die Titelpartie in Monteverdis »L‘Orfeo«, 1986 den Don Giovanni, 1988-89 bei den Festspielen von Salzburg den Dandini in »La Cenerentola« von Rossini. Weitere Gastspiele am Theater von Bonn (1985), an den Opernhäusern von Köln und Hamburg, an der Deutschen Oper Berlin (1988 als Valentin), bei den Festspielen von Schwetzingen (1988 als Figaro im »Barbier von Sevilla«), an der Wiener Staatsoper (1989 als Marcello in »La Bohème«) und an der Königlichen Oper Stockholm (1989 ebenfalls als Marcello). 1987 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Debüt als Lescaut in Massenets »Manon«). Bis 2003 sang er an diesem Haus in insgesamt 103 Vorstellungen auch den Enrico, den Belcore, den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Valentin, den Ford in Verdis »Falstaff«, den Escamillo, den Marcello, den Roucher in »Andrea Chénier« von Giordano und den Chorèbe in »Les Troyens« von Berlioz. Am 23.12.1991 sang er an der Metropolitan Oper in der Uraufführung der Oper »The Ghosts of Versailles« von John Corigliano den Figaro. 1990-91 sang er in Toronto und 1992 in Toulouse den Figaro im »Barbier von Sevilla« zusammen mit seinem Vater Louis Quilico in der Rolle des Dr. Bartolo. 1991 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Escamillo. An der Mailänder Scala gastierte er 1991 und 1994 als Marcello in »La Bohème«, 1992 als Lescaut in Puccinis »Manon Lescaut« und 1999 als Lescaut in Massenets »Manon«. In Montreal sang er 1992 den Jeletzki und den Eugen Onegin von Tschaikowsky. In San Francisco und am Teatro Colón Buenos Aires (1993) hörte man ihn als Don Giovanni, beim Festival von Orange 1992 als Escamillo. 1997 gastierte er in Amsterdam als Eugen Onegin, 1998 in Chicago als Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, bei den Festspielen von Orange wieder als Escamillo, am Teatro Colón Buenos Aires als Valentin. 1999 hörte man ihn in Los Angeles als Enrico, 2000 an der Oper von Montreal als Jago in Verdis »Otello« (den er bereist 1996 in Köln sang), an der Staatsoper München als Escamillo. Auf der Bühne sang er ein sehr vielseitiges Repertoire, darunter den Riccardo in »I Puritani« von Bellini (Philadelphia 1995) und den Ramiro in »L’Heure espagnole« von Ravel.

Lit: R. Mercer: »The Quilicos« (Toronto, 1991).

Schallplatten: DGG (Dancairo in »Carmen«, 1983), HMV (»Roméo et Juliette«, »La jolie fille de Perth« von Bizet, »Manon« von Massenet), Erato (»Le Roi malgré lui« von Chabrier, »L‘Orfeo« von Monteverdi, »Don Pasquale«, »L’Heure espagnole«, Titelpartie in »Le Roi Arthus« von Chausson), RCA-Erato (Marcello in »La Bohème«), Decca (»Les Troyens« von Berlioz), TIS (»Saffo« von Pacini), Philips (»Le Comte Ory« von Rossini, »Les pêcheurs de perles«), Cybelia (»Montségur« von Landowski), Teldec (»La Cenerentola«, »La Bohème«), Sony (»Manon Lescaut« von Puccini), Koch (Lieder von Gabriel Fauré, Reynaldo Hahn und Payette); Virgin-Video (»Carmen«), DGG-Video (»The Ghosts of Versailles«), Pioneer-Video (»La Bohème«), Castle-Video (»The Rake’s Progress«), Arthaus-Video (Escamillo in »Carmen«, Covent Garden Oper London; »Il Barbiere di Siviglia«, Schwetzinger Festspiele).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.ginoquilico.com/

 

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