Der Neue Merker

FRANKFURT AM MAIN – a place to go!

 

Spätestens seit die New York Times im vergangenen Jahr die Mainmetropole auf Platz 12 ihrer „52 Places to go“ einstufte, weiß die Welt, dass Frankfurt weitaus mehr als Bankenzentrum, Messestadt und Flughafen ist.

Ich selbst bin lange Zeit nur zum Arbeiten in die Stadt gefahren und habe meine Freizeit woanders verbracht. Doch seit drei, vier Jahren habe ich Goethes Geburtsstadt schätzen und lieben gelernt. An dieser Stelle möchte ich eine ganz subjektive Sicht auf Frankfurt präsentieren.


Das hr-Sinfonieorchester spielt Bolero – mit vielen Frankfurt-Impressionen

 

THEATER

Für Merker-Leser sollte ein Besuch der Oper Frankfurt selbstverständlich zum Pflichtprogramm gehören. Unter Intendant Bernd Loebe sind Aufführungen auf Spitzenniveau garantiert. Das Haus schafft es 2015 erstmals in der Geschichte beider Kritikerumfragen auf den Spitzenplatz der Magazine Opernwelt (Opernhaus des Jahres) und „Die Deutsche Bühne“ (beste Gesamtleistung).

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Die Oper Frankfurt am Willy-Brandt-Platz © Rui Camilo

Die aus der Forsythe Company hervorgegangene Dresden Frankfurt Dance Company präsentiert hingegen packende zeitgenössische Ballettvorstellungen. Unter der künstlerischen Leitung von Jacopo Godani tritt das Ensemble regelmäßig im Bockenheimer Depot – einem ehemaligen Betriebshof der Frankfurter Straßenbahn – auf.

Neben zahlreichen weiteren Theatern ist auch das English Theatre einen Besuch wert. Es ist das größte englischsprachige Theater auf dem europäischen Festland und gehört mit seinem breit gefächerten Repertoire zu den Highlights der Frankfurter Kulturszene.

Selbstverständlich sorgen auch die internationalen Top-Acts in Deutschlands führendem Varietétheater Tigerpalast allabendlich für Gänsehaut.

 

MUSEEN

Die fünftgrößte Stadt Deutschlands, die gerne auch als kleinste Metropole der Welt bezeichnet wird, ist auch Heimat erstklassiger Museen.

In der Schirn erwarten Sie hervorragende Ausstellungen, die national wie international für Aufsehen sorgen. Bei der Veranstaltungsreihe SCHIRN AT NIGHT verbinden sich Kunstbesuch und Clubatmosphäre. Mit Musik, Drinks und vielen Antworten zur Kunst wird der Ausstellungsbesuch zum besonderen Erlebnis.

Das Städel gehört zu den bedeutendsten deutschen Kunstmuseen. In der ständigen Ausstellung werden etwa 1.000 Gemälde gezeigt. Dürer, Rembrandt, Vermeer, Monet, Picasso – sie alle und unzählige mehr sind hier zu Hause.

Das Senckenberg Naturmuseum ist neben dem Berliner Museum für Naturkunde das größte Naturkundemuseum in Deutschland. Regelrechten Kult-Status genießen die Dinosaurier-Skelette. Hier wird eine der umfangreichsten Ausstellungen von Großgruppensauriern in Europa präsentiert. Weniger bekannt, aber dennoch einen Besuch wert ist das Hammermuseum der Schuhmacherei Lenz. Seit nunmehr zehn Jahren werden in der Münchener Straße über 1.000 Hämmer in zahlreichen Größen und Varianten präsentiert.

 

KONZERTE

Die Alte Oper ist Veranstaltungsort für 300 Konzerte pro Jahr. Das Angebot reicht von Frühbarock bis Avantgarde und wird von erstklassiger Unterhaltungsmusik ergänzt. Der Große Saal mit 2.450 Plätzen wird für seine gute Akustik gerühmt.

Wer es etwas größer mag, hat sicher auch in der Festhalle seine Freude. Internationale Stars von Miley Cyrus bis hin zu Deep Purple geben sich in diesem altehrwürdigen Kuppelbau aus dem Jahr 1909 die Klinke in die Hand.

Auch das Programm im intimeren und zentral in der Innenstadt gelegenen Gibson Club sollten Freunde der populären Musik auf jeden Fall in die Abendplanung mit einbeziehen.

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Rapper Teesy bei einem Konzert im Gibson Club © Marc Rohde

 

HOTELS

Eine Messestadt hat natürlich eine Menge an Hotels zu bieten. An Wochenenden kann man hin und wieder echte Schnäppchen in Luxushotels machen. Falls Sie in die Alte Oper möchten und vielleicht sogar aus Ihrem Hotelzimmer auf den Musentempel blicken wollen, so sei Ihnen das Innside Hotel empfohlen. Die Rezeption befindet sich in der 22. Etage eines Wolkenkratzers, die Zimmer in den Stockwerken darüber.

Beschaulicher geht es im Hotel Nizza im Bahnhofsviertel zu. Sie gelangen in wenigen Gehminuten zur Oper Frankfurt und können schon beim Einchecken oder am Frühstücksbüffet Ihrem Lieblingsstar begegnen. Ursprünglich war das individuell eingerichtete Haus für Künstler und Kulturschaffende gedacht, inzwischen tummeln sich aber auch Geschäftsleute, Messebesucher und Touristen in diesem Haus. Die Dachterrasse gehört zu den schönsten Frankfurts.

 

RESTAURANTS & BARS

Auch bei den Restaurants könnte die Auswahl meiner Empfehlungen subjektiver nicht sein. Zu meinen persönlichen Highlights gehört Sternekoch André Großfelds Restaurant in der Villa Merton im Diplomatenviertel. Die Bistrokarte bietet hessische Spezialitäten und raffiniert-saisonale Frischeküche. Auf der Restaurantkarte erwartet Sie kulinarische Perfektion und deutsch-französische Küche. Wollen Sie einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen? Dann reservieren Sie doch den Chef’s Table in der Küche und lassen Sie sich hier mit einem 7-Gang Menü verwöhnen.

In der Basaltstraße in Bockenheim können Sie sich auf eine exotische Reise Richtung Osten begeben. Im liebevoll landestypisch eingerichteten Restaurant Caravan erleben Sie einen kulinarischen Ausflug nach Usbekistan.

Zentraler – in der Nähe des Hauptbahnhofs – essen Sie im Stanley Diamond. Edle Innenarchitektur, nostalgische Gerichte auf hohem Niveau, Ruhe und Gelassenheit und eine Idee von Großstadt: Das Stanley Diamond setzt klare Zeichen in der zeitgeistigen Fine-Dining-Kultur Frankfurts.

Auch das Frankfurter Nachtleben hat viel zu bieten. Nach dem Kino, der Oper, dem Konzert, sollten Sie unbedingt noch eine der trendigen Bars besuchen. Unzählige angesagte Locations befinden sich im Bahnhofsviertel. Einer der dort gelegenen Hotspots ist das Plank!. Tagsüber Café, verwandelt sich das Lokal ab 18:00 Uhr in eine angesagte Bar, in der Sie Künstler wie den Dirigenten Paavo Järvi oder Star-Geigerin Hillary Hahn treffen können. Auch mit dem Bariton Alejandro Marco-Buhrmester habe ich mich hier nachmittags schon auf einen leckeren Cappuccino getroffen.

Die burlesk anmutende Bar im Designhotel Roomers gehört zu den angesagtesten Deutschlands und gilt als Treffpunkt und Bühne für das Frankfurter „who is who“. Sie wurde gerade erst beim Mixology Award zur „Hotelbar des Jahres“ gekürt.

 

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Um sich einen Überblick über die kleine Metropole am Main und die umliegenden Gemeinden zu verschaffen empfehle ich einen Besuch des Maintowers. Von der etwa 200 Meter hohen Aussichtsplattform haben Sie einen phänomenalen Blick. Montags bis freitags können Sie um 19:15 live dabei sein, wenn das hr-Fernsehen von hier oben „alle wetter“ ausstrahlt. Nur bei Gewitter und Sturm zieht sich das Team auf die Zwischenplattform im 55. Stock zurück.

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Frankfurter Skyline © Selman Dogan www.facebook.com/sdoganphotoworks

 

In der 1954 wiedererbauten Kleinmartkhalle findet an allen Werktagen zwischen 8:00 und 18:00 Uhr (samstags bis 16:00 Uhr) ein Wochenmarkt statt. Über 60 Händler bieten hier ihre vielfältigen Waren an.

Auch der Osthafen lohnt einen Besuch. Er wird als Umschlagplatz für Massen- und Stückgut genutzt und ist der größte Hafen Frankfurts. Seit Ende 2014 befindet sich in unmittelbarer Nähe der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank. Die 1928 erbaute Großmarkthalle ist Teil des Ensembles und wurde von den Architekten in den neuen 185 Meter hohen Glasturm integriert.

Und da wir schon beim Thema Geld und Kapitalismus sind: auch ein Abstecher zum historischen Gebäude der Frankfurter Wertpapierbörse in der Innenstadt mit den imposanten Bronzeskulpturen Bulle & Bär dürfen auf keinem touristischen Rundgang fehlen.

Zur Entspannung gönnen Sie sich einen Besuch des Palmengartens im Frankfurter Westend. Mit 22 Hektar ist der botanische Garten einer der größten seiner Art in Deutschland.

 

ROTLICHT

Man muss es nicht mögen und dennoch: das Frankfurter Rotlichtviertel in der Nähe des Hauptbahnhofs gehört ebenfalls zu den Besonderheiten dieser Stadt. Für den schnellen Hunger mit Blick auf rot beleuchtete Fenster, empfiehlt sich ein Besuch im Imbiss Taunus25. Die leckeren Würste kommen vom Landmetzger, die Rezeptur für das Landbauernbrot hat Inhaber Peter mit einem befreundeten Bäcker eigens für seine Gäste entwickelt, ebenso die Soße, bei deren Kreation ein renommierter Sternekoch behilflich war.

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Freitag und Samstag bis 6:00 Uhr morgens geöffnet: Taunus 25 © Simon Fechter

 

Gegenüber befindet sich die Animier- und Sport-Bar My Way. Hübsche, junge Damen gesellen sich für EUR 18,- auf einen Prosecco zum Gast und haben ein offenes Ohr für alles. Wer nur ein Bier trinken oder Fußball gucken möchte, kann dies ebenfalls tun. Auch Damen sind als Gäste willkommen. Im My Way treffen sich Banker und Rocker, Promi-Kicker und Schauspieler. Auch Mitglieder des hr-Sinfonieorchesters werden hier hin und wieder beim Feiern gesehen.

Das Bistro Leierkasten, welches insbesondere in lauen Sommernächten einen herrlichen Logenplatz im Rotlichtviertel bietet, gilt als das Wohnzimmer im Viertel. Ob Sie nur einen Kaffee zwischendurch, eins der wöchentlich wechselnden Speisenangebote oder einen gemütlichen Drink in der Nacht bestellen wollen: hier lässt es sich verweilen.

Einmal im Monat wird aus dem Striplokal Pik Dame ein kleiner Kulturtempel. Vor über neun Jahren wurde aus einer Geburtstagslaune heraus der „Pik Sonntag“ geboren und genießt mittlerweile Kultstatus. Kabarett, Livemusik, Zauberei und natürlich auch einen obligatorischen Strip gibt es zu sehen. Rote Plüschsessel, Tischchen mit kleinen Lampen und zwei Karussellpferde an der Bar sorgen für das nötige Kiez-Ambiente in Frankfurts ältestem Cabaret. Reservierung unbedingt empfohlen.

Der seit Jahren im Bahnhofsviertel lebende Journalist und Fotograf Ulrich Mattner hat einen Führer unter dem Titel 50 Highlights für Szenegänger herausgegeben, von dem im September 2015 eine Neuauflage im altehrwürdigen Societätsverlag erschienen ist.

 

GEHEIMTIPPS

Falls Sie Zeit für einen Abstecher in den Stadtteil Bockenheim haben, besuchen Sie auf jeden Fall die Konditorei Eube in der Leipziger Straße. Unterschätzen Sie keinesfalls die Creme Törtchen mit französischer Buttercreme, Calvados, Himbeere, Nougat und Pistazie. Sie sehen bei weitem nicht so groß aus, wie sie mächtig sind!

Zur Verdauung gönnen Sie sich ein paar Meter weiter am besten einen frisch gebrühten Kaffee der Kaffeerösterei Stern. Es handelt sich um einen kleinen Familienbetrieb, der vor über 60 Jahren von Hermann Wissmüller gegründet wurde.

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Kaffeegenuss im Hinterhof: die Kaffeerösterei Stern © Marc Rohde

 

Nun sollten Sie gestärkt genug sein, um im Zalando Outlet auf Schnäppchenjagd zu gehen. Falls Sie etwas Bestimmtes suchen, werden Sie mir großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht. Stark reduzierte Saisonartikel und Retouren – oft sind es Einzelstücke – warten hier auf neue Besitzer.  

Im Frankfurter Stadtgebiet wird sogar auch Wein angebaut. In Seckbach, einem Stadtteil von Frankfurt, wächst der Riesling “Frankfurter Lohrberger Hang“. In der Weinstube am Römer wird die köstliche halbtrockene Rarität ausgeschenkt.

Eine weitere Oase der Ruhe ist der Chinesische Garten im Bethmannpark in Bornheim. In einer Bauzeit von nur fünf Monaten entstand im Jahr 1989 ein 4.000 Quadratmeter großer „Frühlingsblumenort“ mit 22 Landschaftsfenstern, einer Marmorbrücke, verschiedenen Pavillons, einem großen Teich und sogar einem Wasserfall. Die Fachleute und Facharbeiter, die die fremdartige Gartenwelt entstehen ließen, kamen ebenso aus China wie große Teile des kostbaren Materials.

 

Besuchen Sie unbedingt auch die Seiten www.frankfurt-tourismus.de und www.frankfurter-stadtevents.de um einen umfassenden Überblick über Frankfurt zu erhalten.

 

© Marc Rohde, Oktober 2015

 

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