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Waru geht jemand in die Oper?
14. Dezember 2016
23:39
Lucy van Pelt
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Forumsbeiträge: 19
Mitglied seit:
25. Januar 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Wow, das sind ja sensationelle Infos! Ein Michieletto Ring am TaW ist ja fast zu schön um wahr zu sein
@Fanny: berichte gerne demnächst über Michielettos "viaggio", nun ist die Zeit zu knapp. Kennen Sie seine Venediger Zauberflöte? auch sehr sehenswert.
Seinen "Ballo" in Mailand habe ich keider nicht gesehen, die Rezensionen haben mich aber begeistert. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Inszenierung wieder irgendwo gespielt wirsd, zumal Ballo mein Lieblings-Verdi ist.

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14. Dezember 2016
22:54
andronico
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Forumsbeiträge: 65
Mitglied seit:
10. April 2015
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich weiß nicht, vermutlich ist es schon bekannt, aber falls nicht: das hier könnte Sie freuen, Fanny:

(Von der Agentur-Seite von Damiano Michieletto):
Future plans include Wagner’s Ring at the Theater an der Wien, ... Major debuts on the horizon will find Mr. Michieletto at the Metropolitan Opera, the Vienna State Opera and the Santa Fe Opera.

https://imgartists.com/roster/damiano-michieletto/

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14. Dezember 2016
21:26
Tenorissimo
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Forumsbeiträge: 36
Mitglied seit:
14. Oktober 2015
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich stimme auch mit Argus überein. Dazu ein kleines Besipiel: ich komme auch nicht aus Wien sondern muss 200 km anreisen, um in die Oper zu gehen. Für die Manon Lescaut der Netrebko bin ich also extra angereist und dies nicht weil mich die Inszinierung so begeistert (um nicht das Wort "interessiert" zu benutzen) sondern weil ich Netrebko live in ML hören wollte. Und da s hätte genauso konzertant oder in sonst einer Inszinierung stattfinden können. Eventuell hätte mir die Inszinierung von der Met oder aus London mehr gefallen (oder die aus München noch weniger).
Genauso wäre mir egal ob Gheorghiu und Kaufmann die Tosca konzertant aufführen würden, ich würde kommen...
Mir persönliche ist die Musik das um und auf, die Regie kann von Vorteil sein um ein perfektes Gesamtkunstwerk zu erstellen, ist aber kein Muss.
Den neuen Rigoletto finde ich nicht unbedingt überragend aber ok. Dagegen ist die Travuata eine der schlechtesten, die ich je gesehen habe...

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14. Dezember 2016
15:04
Fanny
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Forumsbeiträge: 95
Mitglied seit:
2. Januar 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Wieder 100%ige Übereinstimmung mit Andronico!
Leider gestattet mir meine Gesundheit keine weiteren Opernreisen mehr, daher leide ich auch so unter der immer uninteressanteren Performance der WSO.

Und Lucy van Pelt beneide ich um die Viaggio (Bitte berichten!), denn Damiano Michieletto zählt zu meinen absoluten Lieblingsregisseuren der Gegenwart!

lg Fanny

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14. Dezember 2016
13:30
Christine
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Forumsbeiträge: 42
Mitglied seit:
28. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich stimme mit Argus voll überein.
An Fanny: Auch ich bin von der derzeitigen Direktion der Staatsoper oft enttäuscht, fand z. B. die Rigoletto Inszenierung gar nicht gut, die Macbeth Inszenierung löste auch keine große Begeisterung bei mir aus um einmal bei Verdi zu bleiben. Aber mit dem Falstaff bin ich einverstanden, da wurde das Werk inszeniert. Ist halt meine Meinung. Ich gehe wegen der Musik in die Oper, das schließt Sänger und Dirigenten natürlich mit ein. Ich freue mich, wenn die Sänger nicht nur großartig singen sondern auch spielen können und da kann ein guter Regisseur auch einiges bewirken.

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14. Dezember 2016
10:49
andronico
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Forumsbeiträge: 65
Mitglied seit:
10. April 2015
sp_UserOfflineSmall Offline

Wie ich schon geschrieben habe, ist auch mir die Regie wichtig, obwohl die Musik für mich auch im Vordergrund steht. Aber das volle Opernerlebnis bekomme ich nur, wenn alles passt, Musik und Regie. Und ich reise defintiv eher zu eine besonderen Inszenierung als um Netrebko in London zu hören (bei aller Wertschätzung für sie).

Der erste Ring, den ich als Jugendlicher (im Fernsehen) gesehen habe war der Chereau-Ring. Und ich war enttäuscht, dass das vermeintlich so gar nicht das war, was ich im Libretto gelesen habe. Mein Traum war dann ein ganz naturalistischer Ring, so eine Art "Herr der Ringe" als Oper. Umso gespannter war ich auf den Schenk-Ring an der MET. Und der war für mich eine ganz große Enttäuschung, weil er weitgehend einfach langweilig war. Also auch nicht das, was ich mit vorgestellt hatte. Beim zweiten und dritten sehen des Chereau-Rings hab ich dann schon mehr verstanden und war zunehmend davon fasziniert. Dann kam der Ponnelle-Tristan, später dann Kupfer und dann endlich auch live Konwitschny.

Ich mochte Barock-Oper zu der Zeit nicht besonders, aber dann kamen die Alden-Montevedis in Münchchen, wo ich mehr rein bin, um es mal gesehen zu haben. Hatte aber Angst davor - 3 Stunden Rezitative. Und dann wurden das mit die spannendsten und kurzweiligsten Opernabende, die ich je erlebt hatte. Auch die Händel-Produktionen im Nationaltheater und die Wagner-Inszenierungen von Konwitchny waren mir unvergesslich. Oder Gruberova in der Loy-Produktionen. Der Wozzeck von Kriegenburg (da war ich tagelang wie paralysiert) etc. Oder Kusejs Rusalka. Auch der Lohengrin von Konwitschy.

Und ich hab immer mehr verstanden, wie sehr eine gute Regie zu einem guten Opernabend gehört. Klar gibt es auch die Abende, wo ich einfach Kaufmann, Harteros, Papa, Netrebko, Gerhaher, Terfel, Stemme etc. hören will. Oder Petrenkos oder Thielemanns Dirigat. Ich bin auch auf einem Hörerplatz nicht gelangweilt. Und diese ganz großen Abende, die einen in Mark und Bein erschüttern, gibt es halt nicht auf Wunsch und nicht so oft. Aber das ist es, was ich immer wieder suche und was auch immer wieder mal passiert. Es kann auch was Heiteres sein, das einfach rundherum auf den Punkt passt.

Es geht auch gar nicht per se um "modern" oder "traditionell". Ich denke, wenn heute ein Ponnelle noch da wäre, wären viele seine Arbeiten genau so spannend wie vor 40 Jahren. Leider sind in meiner Erfahrung einfach die meisten Regisseure heute, die eher konventionell inszenieren, halt nicht besonders gut. Das gewisse Etwas, das einen Abend unvergesslich macht, finde ich halt eher beim sog. Regietheater - und das heißt natürlich nicht, dass alles "moderne" auch gut ist und alles konventionelle schlecht. Aber ein Intendant sollte versuchen, Leute zu verpflichten, die diese besondere schaffen können (in welchem Stil auch immer). Dann wird immer noch nicht jede Arbeit gut werden. Das Scheitern ist immer möglich. Aber dann ist wenigstens die Chance für das Besondere da. Wenn ich den Kunsthandwerker verpflichte, dann weiß ich in der Regel, was ich bekomme: solides, gediedenes Mittelmaß. Wenn ich der genialischen Künstler verpfllichte, kann ich den großen Geniestreich bekommen, vielleicht aber auch das totale Misslingen.

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14. Dezember 2016
09:30
Argus
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Forumsbeiträge: 127
Mitglied seit:
18. Juni 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Die Dinge sind einfacher, als man glaubt: Vielleicht geht man primär in die Oper um der Musik willen und freut sich über gelungene bzw. ärgert sich über misslungene Inszenierungen. Das ist zumindest meine Gedankenwelt und wenn ich einer Produktion nachreise, dann wegen der Besetzung und nicht wegen der Regie, heuer erfolgreich nach Paris, Rom und Salzburg.
Leider muss ich mich der Meinung einiger in diesem Forum anschließen, dass die WSO massiv abgebaut hat und das TaW dem "ersten Haus" in Wien zumindest musikalisch schon fast den Rang abgelaufen hat.

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14. Dezember 2016
00:14
Lucy van Pelt
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Forumsbeiträge: 19
Mitglied seit:
25. Januar 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Also ich zähle zu der Fraktion, die zu Inszenierungen reist: zB sogar 2x zur genialen Logengrin-Inszenierung von Konwitschny nach Hamburg.
Einmal hab ich allerdings mein blaues Wunder erlebt: Die Robert Carsen-Inszenierung des Tannhäuser in Paris hat mich so begeistert, dass ich sie unbedingt nochmal sehen musste - und sie war für Rom angekündigt. In Rom angekommen, musste ich erfahren, dass man aus Kostengründen die Neuinszenierung angeblasen hatte und eine schreckliche, uralte Inszenierung wiederbelebt hatte....
Eine aktuelle Inszenierung, der ich nachreisen würde/werde ist "Il Viaggio a Reims" von Michieleletto für Amsterdam inszeniert - ein Opernerlebnis, von dem ich, zurück in Wien, lange gezehrt habe.

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13. Dezember 2016
21:29
Fanny
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Forumsbeiträge: 95
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2. Januar 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Auch wenn Christine noch so viele Zweifel anmeldet, es gibt eine Menge Wiener Opernfans, die dem Opernmuseum WSO den Rücken kehren, ihr Glück anderswo suchen und auch finden. (Siehe copy!) Eine interessanter Inszenierung ist für mich ebenso wichtig wie eine interessante Besetzung, weil nur beides zusammen einen spannenden Opernabend garantiert. Wenn ich nur im Wohlklang schöner Stimmen baden und von keiner Interpretation belästigt werden will, lege ich mir daheim eine CD ein - von einem Opernbesuch erwarte ich mir entschieden mehr.

lg Fanny

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13. Dezember 2016
09:38
copy
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Forumsbeiträge: 44
Mitglied seit:
28. Dezember 2011
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Die Streiparteien haben ihre Positionen bezogen. Leider bringt so eine Diskussion nur wenig, da ein dialektischer Zugang zu einer Forumsdebatte vor allen von den "Bewahrern des Reinen und Guten" verweigert wird. Na klar, auch Karl Marx war ja ein Dialektiker! Aber im Ernst: Ich kann unserem Münchner Freund "andronico" nur betätigen, dass es keine Zahlen über "Reisende zu neuen Ufern im Opernalltag" gibt. Ich bin aber einer davon: Die derzeitige Aufführungspraxis an der Wiener Staatsoper veranlasste mich dazu den Weg in die "deutsche Provinz" anzutreten. Und ich wurde dort immer wieder aufs Neue positiv überrascht: Sei es durch spannende Inszenierungen (die nicht einmal den Nimbus von RT aufweisen müssen), interessante Stückauswahl oder auch Entdeckung toller Stimmen. Die sich vielleicht nicht an "großen Häusern" bewähren müssen, die es aber wert sind entdeckt zu werden. Ich kann für mich nur sagen, meine Opernbegeisterung (die schon weit über 50 Jahre andauert) hat dadurch eine neuerliche Bereicherung erfahren. Aber wie heißt es so schön in Wien: Gusto und Ohrfeigen sind verschieden! Und mein Missionarseifer hält sich ebenfalls in Grenzen: Chacun a son gout!

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13. Dezember 2016
09:25
Christine
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Forumsbeiträge: 42
Mitglied seit:
28. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

An Andronico: Ich glaube, es gibt eine Vielzahl an Gründen, warum jemand in die Oper geht. Man kann Karten geschenkt bekommen und geht dann vielleicht in eine Aufführung, die man sich selbst nicht ausgesucht hätte. Man ist in einer fremden Stadt und besucht aus Neugierde das Opernhaus, egal, was gerade gespielt wird, wer inszeniert hat oder wer singt. Das wird wohl auf die vielen Touristen zutreffen, die man in Wien beobachten kann. Nicht viele Leute können es sich finanziell und zeitlich leisten interessanten Aufführungen überallhin nachzureisen. Ob es allerdings viele Wiener Opernliebhaber gib,t die wegen einer "interessanten Regieleistung" bei der das Stück "entstaubt und umgedeutet" wird und die Sängerbesetzung durchschnittlich ist, in die Oper gehen oder gar extra in eine andere Stadt reisen, wage ich zu bezweifeln. Die findet man wohl eher bei der Tosca oder Boheme. Ich habe leider für mich persönlich bei vielen Neuinszenierungen feststellen müssen, dass mir die frühere Produktion viel besser gefallen hat und ich nicht verstanden habe, warum sie durch eine neue ersetzt werden musste während andere Opern gar nicht gespielt werden.

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12. Dezember 2016
17:13
Tenorissimo
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Forumsbeiträge: 36
Mitglied seit:
14. Oktober 2015
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich habe nicht einzuwenden gegen eine alte Tosca, schliesslich geht es doch primär bei der Oper um die Musik und die Stimmen. Dass ich eine Tosca lieber in Rom sehe als in einer angedeuteten modernere Kirche ist doch wohl klar. Und wenn es in der Oper um Palazzo Farnese und Castell Sant Amgelo geht, dann sind diese nun mal nicht in einer modernen Grossstadt in Asien, auch nicht auf dem Mond oder nie einem neutralen Nirgendwo... genauso wünsche ich mir bei Manon Lescaut die Wüste im letzten Akt und nicht eine Einkaufspassagen oder in der Fanciulla Kaliforniene und nicht den Mount Everest usw.
Es gibt Opern die man zeitlich versetzen kann, aber ich finde man sollte sich an Orte und Gegebenheiten halten. So sollte eine Traviata nicht an HIV oder Alkohol sterben sondern an Tuberkulose und wenn möglich auch in Paris (da im Libretoo nicht zufällig Paris erwähnt wird).
Obwohl mir zB Deckers Traviata gefallen hat (ale winzige Ausnhame deren "modernen" Traviatas), bevorzuge ich doch Schenk, Zeffirelli und co.
Und da höre ich lieber Gheorghiu-Kaufmann -Terfel in der Wallmann Inszinierung in einer Regie die eine Kombination aus Wallmann und Eigenregie (vielleicht" Erfahrungsregie")" als eine Tosca irgendwo im Nirgendwo oder auf einer asphaltierten Autobahn an. Aida gehört nun mal nach Ägypten und in kein Großraumbüro.
Aber im Vergleich zu Wallmann, Zeffirelli oder auch (neuer) Kent (ROH), ist Bondys Tosca wirklich hässlich und man geht da nur hin wegen der Musik und der Stmmne, sicher nicht weil die Regie so toll ist...

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12. Dezember 2016
16:35
lohengrin
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Forumsbeiträge: 224
Mitglied seit:
11. Mai 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Tosca 1958: da war im April die Personen-Regie aus London auf der Bühne zu sehen ................

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12. Dezember 2016
15:28
spiderman
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Forumsbeiträge: 38
Mitglied seit:
22. Februar 2012
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Es ist genauso dumm, alle neuen Deutungen von Bühnenwerken pauschal abzukanzeln wie pauschal alle alten Inszenierungen zu verteufeln. Denn auch die alten Produktionen (Frau Lohengrin hat die Wallmann Tosca genannt) haben durchaus etwas für sich. In den Bühnenbildern und Kostümen (die viellecht "alt" sind, aber durch jahrelange Auffrischung sicher nicht "verstaubt", zumal die Kostüme auch immer neu angefertigt werden) können oft mit wenig Proben stimmungsvolle Abende geschehen, wenn Partner zusammengewürfelt werden, die sich gut kennen und im Zusammenspiel besonders harmonieren. Zigfach erlebt. Und auf einige Regiedetails wird auch nach Jahren noch zu achten sein, weil sie durch Licht, Bühne etc. einfach vorgegeben sind.
Insofern ist die Fragestellung auch absurd, da es vermutlich 100 Gründe gibt, warum einzelne Besucher in die Oper gehen, andronico hat es hierbei mit dem gewissen "Reiz" wohl am besten zusammengefasst, sei es für eine Reise oder einen Besuch im "Heimatopernhaus".

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12. Dezember 2016
10:24
andronico
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Forumsbeiträge: 65
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10. April 2015
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Ja, es gehen durchaus auch Leute wegen der Regie in die Oper und reisen mitunter dafür sogar weit. Wie große der Prozentsatz ist kann ich nicht sagen. Es wird sicher auf regional verschieden sein. Ein Beispiel aus München - die ganze Barock-Begeisterung der Ära Peter Jonas hatte sehr viel mit den Inszenierungen zu tun. Der Giulio Cesare in Egitto wäre in einer weniger spritzigen und witzigen Inszenierung als der von Richard Jones nicht über so viele Jahr immer und immer wieder ausverkauft gewesen. Gleiches gilt für Aldens Monteverdi-Zyklus, für den kaum Karten zu bekommen waren. Ich denke, dass es auch nicht wenige Leute gab, die den Chéreau-Ring live sehen wollten oder auch jetzt die Chéreau-Elektra. Auch gibt es sicher nicht wenige, die die Everding-Zauberflöte oder die Schenk-Boheme oder auch die Kupfer Elektra nochmal sehen wollten. Und jedenfalls ist eine Regie, die mich nicht interessiert für mich ein guter Grund, nicht weit zu Reisen.

Aber klar, das gilt vor allem für besonders gelunge Produktionen, dass man wegen der Regie fährt. Aber es gilt auch nur für besondere Besetzungen. Man reist wohl nicht für einen durschnittlich besetzten Liebestrank hunderte Kilometer oder für eine Repertoire-Boheme, mit Sängern, die man schon x-mal gehört hat. Sowas nimmt man mit, wenn man eh in der Stadt ist. Aber dafür reist man nicht an mit dem ganzen Aufwand und den Kosten für Reise und Hotel etc.

Aber es geht um das Gesamtprodukt, die Mischung, die ein Haus anbietet. Ich denke, unabhängig vom Inszenierungsstil finden sich derzeit für mich an der Wiener Staatsoper auch nicht so viele Konstellationen (Werk, Dirigent, Sänger, Regie), die mich eine Reise buchen lassen. Klar, es gibt immer wieder gute Besetzungen, gute Dirigenten. Aber die Sänger kann ich in der Regel auch näher an meinem Wohnsitz (z.B. in München) erleben. Beispiel: im März gibt es einen Repertoire-Falstaff mit Maestri und auch sonst schön besetzt (Vassallo, Breslik, Barcellona, Siurina) in München. Und die Münchner Produktion ist nicht schlecht, eine relativ alte, gemäßigt moderne Regie, sehr spritzig und immer wieder gut einstudiert. Gut, Asher Fisch ist nicht Mehta, aber Mehta hat der Falstaff in München über viele Jahre als GMD immer wieder dirigiert. Oder Stemme wird die Kundry auch bald in München in einer NP singen, dann mit Petrenko, Pape, Kaufmann und Gerhaher, wie kolportiert wird.

Es braucht halt immer noch so den besonderen Reiz, um einer weitere Reise zu tun, und das muss gar nicht unbedingt die Regie sein. Es kann z.B. auch ein besonderes Werk sein, dass anderswo kaum gespielt wird etc.

Klar, Wien kann es egal sein, ob ich komme oder nicht. Aber ich weiß, dass es nicht wenigen anderen Opern-Freunden aus Bayern auch so geht. Wien ist ja nicht so weit, aber viele fahren derzeit kaum mal hin zum Opernbesuch.

Gut, das Stammpublikum der Wiener Staatsoper ist vor Ort, da nimmt man eine schöne Besetzung mit, für die man aber wohl kaum nach München oder Paris reisen würde. Und den Touristen ist wohl relativ egal, was gespielt wird.

Aber das würde ich mir von einem neuen Direktor wünschen: dass er diese besonderen Konstellationen wieder mal schafft. Ein seltenes Belcanto-Werk mit guten Sängern, eine Grand Opera, die man mal live sehen möchte etc. Dann kann es auch gern traditionell inszeniert sein, das ist ja ok. Richtig schön wäre es natürlich, wenn das traditionell und gut inszeniert wäre. Und ich denke auch, dass die Wiener Staatsoper wieder einen GMD haben sollte. Man muss natürlich den richtigen finden. Aber seit Petrenko in München ist blüht das Haus richtig auf. Also ein besonderer Dirigent kann auch das gewisse Etwas sein, das das Haus stahlen lässt.

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12. Dezember 2016
10:14
alcindo
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Forumsbeiträge: 57
Mitglied seit:
27. Dezember 2011
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lieber Michta, Sie meinen doch nicht die Madame?...

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12. Dezember 2016
09:27
Michta
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Forumsbeiträge: 95
Mitglied seit:
2. Februar 2013
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Doch, das würde ich nicht sagen, eine Handvol wird es sicher geben, die auch wegen einer Regie wohin fahren... die sind aber im Rahmen der ohnedies verschwindenden Minderheit,. die in die Oper gehen, nur im Promillebereich anzusiedeln und daher - Verzeihung - vernachlässigbar...!

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12. Dezember 2016
08:11
lohengrin
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Forumsbeiträge: 224
Mitglied seit:
11. Mai 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Thomas Prochazka: "......Wilhelm Sinkovicz: »Kein Mensch auf der Welt fährt zu irgendeiner Opernaufführung, weil Herr X oder Frau Y das inszeniert hat.«"
Ich weiss ja nicht, warum Herr Sinkovicz in die Vorstellung einer schon 100 Mal gesehenen/gehörten Oper geht, wenn nicht wegen der Besetzung, wegen des Dirigenten und/oder wegen einer neuen Inszenierung. Die Tosca-Inszenierung in Wien ist nur in verstaubten Kulissen anwesend, die Carsen-Inszenierung in Zürich hat das Museum durchgelüftet. Von dieser Güte stelle ich mir eine Erneuerung vor (könnte noch mehr Beispiele aufzählen, ist aber schade um die Zeit).

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