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Tosca - wie wir sie nicht lieben
4. Februar 2017
20:25
alcindo
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Forumsbeiträge: 52
Mitglied seit:
27. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

lieber Argus, habe mir auf youtube noch einige andere Macbethexzerpte angeschaut, da gefaellt mir " pieta, rispetto" noch am besten, in den meisten anderen passagen klingt es nach Othello. der grund liegt in den registern: in der uebergangslage, die bei einem bariton bei es und e und bei einem tenor ca 3 halbtoene hoeher liegt. PD ist bei seinem ueber 40 jahren im tenorfach auf einen hoeheren uebergang eingestellt, der ihm jetzt als bariton erhalten geblieben ist, und so gewissen phrasen einen sound gibt, den wir halt anders in ohr haben, und den die komponisten wahrscheinlich auch anders geahnt haben. und in unteren bereichen muss er haeufig stossen, staccatieren, wo ein normaler Verdibariton es fliessen lassen kann. Da aber PD eine phantastische konstitution hat, kommt er damit irgendwie zurecht, andere bekommen halt stimmbandprobleme...
gruesse alcindo

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4. Februar 2017
18:15
Argus
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Forumsbeiträge: 106
Mitglied seit:
18. Juni 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Tristan62, wusste ich nicht, danke, aber trotzdem hat ihn diese Rolle überfordert und deshalb hat er sie auch nicht repertoiremäßig gepflegt. Auch als Manrico hat er mich 1977 in Wien trotzdem nicht wirklich überzeugt, obwohl ich LP immer sehr geschätzt habe.
Lieber alcindo, wir sind uns zumindest einig, dass PD ein ganz außergewöhnlicher Sänger, aber kein Dirigent ist, und als Tenor meistens beste Figur gemacht hat, doch kein ausgesprochener Bariton ist, obwohl er in dieser Stimmlage begonnen hat.

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3. Februar 2017
19:46
Tristan62
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Forumsbeiträge: 27
Mitglied seit:
30. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Argus!

Ich muß sie leider korrigieren. Pavarotti hat sehr wohl zumindest einmal den Otello gesungen und zwar 1991 in Chicago in einer konzertanten Aufführung unter Geoerg Solti.

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3. Februar 2017
19:07
alcindo
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Forumsbeiträge: 52
Mitglied seit:
27. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

lieber Argus, habe mir die youtubeaufnahme von "pieta, rispetto" vom Macbeth im ThadW angehoert und muss sagen, dass ich positiv ueberrascht war...auf jeden fall besser als der unglueckliche Rigoletto, Luna oder Germont. zum Macbethausschnitt: das rezitativ klingt etwas seltsam tenorig, aber die arie ist gut angelegt und gesungen, nur im charakter nicht unbedingt die eines koenigsmoerders, eher die eines liebhabers, schicke Ihnen im anhang eine aufnahme von Leonard Warren, er sowie Taddei, Capucilli, Horostovsky haben fuer mich den stimmcharakter fuer den Macbeth, auch Kostas Paskalis, der vielejahre in Wien der hausbariton war, hatte das rechte timbre fuer diese partie. ich muesste mir und werde es tun von PD noch einige andere stellen aus Macbeth anhoeren, kann mir aber einiges nicht so richtig vorstellen. ich kann ihn mir auch nicht neben einer Lady vom kaliber Ludwig, Rysanek oder Nilsson in einem grossen haus vorstellen. zu Pavarotti: da muessen Sie pech gehabt haben, ich habe ihn in seiner glanzzeit oft und ganz ausgezeichnet gehoert...als echte tenorstimme, so wie Jussi Bjoerling. PD war nach meinung vieler ein sehr hoher bariton, der die kraft hatte die tenorlage zu schaffen und das gleuck einer einzigartigen konstitution, die das aushielt...da war er auf jeden fall jahrhundertweltmeister, niemand hat sein pensum auch nur annaehernd erreicht.
mit gruss alcindo

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3. Februar 2017
15:50
Argus
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Forumsbeiträge: 106
Mitglied seit:
18. Juni 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Das sehe ich ein wenig anders, alcindo, auch wenn PD zugegebenermaßen kein lupenreiner Bariton ist. Aber wie er als 75-Jähriger zuletzt den Macbeth im TaW angelegt hat, war allerfeinst. Als Tenor war er v.a. in den dramatischen Rollen zu seiner zeit der Beste, etwa als Otello, Chenier oder Caveradossi. Den Otello hat der von Ihnen erwähnte und auch von mir hochgeschätzte Pavarotti sicherheitshalber nicht gesungen, aber ich habe seinen Manrico life erlebt, und da hat er in der Stretta, pardon, gequietscht wie ein abgestochenes Tier. Als Dirigent mach PD übrigens eine eher schlechte Figur, dieses Metier beherrscht er weniger.
Die anderen Herren habe ich nie auf der Bühne erlebt, Jussi Björling war überhaupt weit vor meiner Zeit.

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3. Februar 2017
10:15
Susana
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Forumsbeiträge: 18
Mitglied seit:
21. Dezember 2014
sp_UserOfflineSmall Offline

Christine sagt

Es muss sich da um eine schon bemerkenswerte Fangemeinde handeln. Aber dass er sich selbst so gar nicht einschätzen kann beziehungsweise will?

Naja schaut doch mal was Frau Wagner über diejenigen geschrieben hat, die es wagen sich über seine Baritonauftritte zu mokieren, ihn zu kritisieren.. wenn eine so renommierte Kritikerin ihn in Schutz nimmt und von seinen Mankos als Bariton einfach weghört.. wie sollen da die "normalen" Fans weghören.. die sind doch froh wenn er noch auf der Bühne steht, egal wie .. und er füllt die Häuser zu Höchstpreisen, somit brauchen ihn auch die Opernhäuser.. ist doch eine reine Geldfrage - und es gibt sogar böse Stimmen die behaupten Domingo hätte Meyer "bestochen" od wie immer man es nennen will, dass er wieder dirigieren darf....
Ich habe PD wirklich sehr sehr geschätzt, habe wirklich viel traumhafte Auftritte mit ihm erlebt, aber jetzt ekelt mich das nur noch an... und so wie ihr gesagt habt, hätte er als Bariton kaum Karriere gemacht, und nie im Leben soviel mit seinen Baritonauftritten verdient. Aber solange es Leute gibt die mit seinen Auftritten zufrieden sind und dafür Geld ausgeben.... ja und da es dort auch ja enrome PR gibt kann man das natürlich auch ordentlich bewerben.. jeder glaubt er ist sowas von aussergewöhnlich und der einzige .. er ist nur der der am meisten Wirbel um sich machen kann... ist halt so.. sei ihm vergönnt.. wenn er damit glücklich ist .. mir muss er ja nicht mehr gefallen, auch wenn es für mich sehr bedauerlich ist das ganze .. und es gibt eine Menge guter (jüngere) Baritone und viele gute Dirigenten... die bringen aber kein Geld ein,...
Ich habe große Hochachtung vor einem meiner Lieblingssänger, der im selben Alter ist und nur noch wenige Auftritte hat, in Rollen die seinem Alter angepasst sind, und sich daneben mit Freude seiner Familie widmet. Nach 50 Jahren auf der Bühne hat man das auch schon mal verdient ...

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2. Februar 2017
16:34
Christine
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Forumsbeiträge: 42
Mitglied seit:
28. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Es muss sich da um eine schon bemerkenswerte Fangemeinde handeln. Aber dass er sich selbst so gar nicht einschätzen kann beziehungsweise will?

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2. Februar 2017
15:23
andronico
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Forumsbeiträge: 65
Mitglied seit:
10. April 2015
sp_UserOfflineSmall Offline

Das bestreite ich ja gar nicht. Vielleicht muss man ihm ja Auftritte als Dirigent geben, damit er auch wieder mal singt? Wer weiß, was für Deals da laufen.

Und wenn er singt: Beispiel: Traviata (alle Vorstellungen diese Saison mit Yoncheva) in München
- mit Ambrogio Maestri oder Leo Nucci als Germont: Preise bis 132,- Euro
- mit Domingo als Germont: Preise bis 264,- Euro

Die Vorstellungen werden jeweils problemlos ausverkauft sein, bei Domingo ist es wohl bereicht jetzt vor Vorverkaufsstart mehrfach überbucht. Und ich wage die Aussage, dass die sechsstelligen Mehreinnahmen nicht komplett Domigo erhalten wird.

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2. Februar 2017
15:13
lavoce
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Forumsbeiträge: 14
Mitglied seit:
10. März 2012
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Die Kassa stimmt auch ohne Domingo am Pult,keine Sorge.

Gruß,lavoce

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2. Februar 2017
14:00
andronico
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Forumsbeiträge: 65
Mitglied seit:
10. April 2015
sp_UserOfflineSmall Offline

Placido Domingo war ohne Zweifel einer der ganz großen Sänger der letzten ca. 50 Jahre, aber er hat deutlich den Punkt verpasst, wo er aufhören hätte sollen. Ich habe ihn vor jetzt auch schon einigen Jahren im 1. Akt Walküre konzertant (dürfte einer seiner letzten Auftritte als Wagner-Tenor) gewesen sein gehört und schon da hat es mich mit Wehmut erfüllt, weil er nur noch ein Schatten seiner selbst war.

Andererseits, wer kann ihm verdenken, dass er auftritt, solange er noch gute Angeboten bekommt. Und er füllt nach wie vor die Häuser bei Höchstpreisen, also zumindest wirtschaftlich eine Win-Win-Situation. Und er bekommt ja immer noch zum Teil geradezu hymnische Kritiken für seine Bariton-Auftritte. Offenbar traut sich da auch keiner so Recht, am Denkmal zu rütteln. Er ist ja nicht er einzige, der nicht aufhören kann. Das gibt es auch nicht nur in der Oper. Beim Chicago Symphony hat z.B. Adoplph Herseth fast bis 80 Solo-Trompete gespielt und nur hinter vorgehaltener Hand war zu hören, dass der legendäre Trompeter die letzten Jahre nicht mehr gut gespielt hat. Im Gegenteil, es wurde als Errungenschaft gefeiert, dass er in dem Alter noch so spielen kann. Ähnlich macht es derzeit Jay Friedman an der Solo-Posaune, der seit über 50 Jahren diese Position inne hat. Er ist jetzt 75 Jahre alt und spielt ohne Zweifel immer noch gut. Angesichts einer großen Zahl erstklassiger junger Posaunisten und weniger Stellen dennoch ein sehr zweischneidiges Schwert.

Aber wie gesagt, es ist legitim, und man weiß nicht, wie man selber agieren würde. Dass Domingo auch noch dirigiert ist ja nochmal ein anderes Thema. Gerade in der Oper und im Repertoire ist Handwerk das Um und Auf. Mit genug Proben kann auch ein technisch nicht so guter Dirigent seine Ideen umsetzen. Aber es wäre ja die Dirigenten, die jahre- und jahrzehntelang studieren und lernen und die Ochsentour in der Opernhäuser machen Stümper, wenn ein - sicher erfahrener und sehr musikalischer - Sänger das alles einfach so könnte.

Aber am Ende des Tages - das Haus ist voll und die Kasse stimmt.

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2. Februar 2017
11:29
alcindo
Member
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Forumsbeiträge: 52
Mitglied seit:
27. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Placido Domingo konnte ueber so viele jahre meine bewunderung bekommen. bewunderung, vor allem, weil kein anderer saenger seiner zeit so viel leisten konnte: zb heute probe in Wien fuer Tosca, am naechsten tag Chenier in London und 2 tage spaeter ein auftritt in NY. das hat ausser ihm niemand geschafft und ausgehalten. seit er Bariton singt kann ich nur noch seine unverfrorenheit bewundern: er klingt immer wie ein ausgedienter Otello; die wichtigste lage fuer einen bariton ( die mittellage es bis es) schwaechelt und so leiden die grossen kantilenen. zu verwundern ist, dass nach seinem schlechten Rigoletto niemand den mut hatte ihm weitere experimente auszureden.... ja aber da geht es auch um viel geld, und nicht nur fuer ihn. PD hat ja ueber jahre mit allen grossen baritonen das vergnuegen gehabt...hat er da vergessen koennen, wie ein Bastianini, Protti, Capucilli oder Taddei geklungen hat. neben diesen waere er als Bariton wohl nie viel weiter als bis zum Fiorillo, Silvano oder einer rolle in einer Deutschen spieloper gekommen, oder haette sein jetziges baritonrepertoire in der provinz exekutieren muessen.
als Dirigent fehlt ihm einiges an handwerklichem koennen und wenn es unbedingt sein muss, sollte er komplizierte werke meiden, und Puccini ist immer kompliziert. ueber die Tosca in Wien kann ich nichts sagen, da ich z zeit weit weg bin. was aber Elena Habermann und Stefan Ender im Standart berichten, spricht baende.
apropos zu meiner bewunderung fuer Placido als tenor: ich habe ihn oft sehr gut erlebt, nur waren mir echte tenoere im stile von Jussi Bjoerling, Pavarotti, Corelli und auch M de Monaco lieber. bei PD klang vieles sehr schoen, aber etwas erzwungen, und dank seiner aussergewoehnlichen konstitution hat er es so lange ausgehalten

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2. Februar 2017
10:06
Christine
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Forumsbeiträge: 42
Mitglied seit:
28. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Die Tosca am 31. Jänner - ein Trauerspiel im wahrsten Sinn des Wortes. Bitte nicht in dieser Besetzung, bitte nicht mit diesem Dirigenten! Da zählt die Staatsoper nicht zu den ersten Häusern der Welt! Wobei man zwei Einspringern und einem verkühlten Tenor vielleicht gar nicht so große Vorwürfe machen sollte. Im kalten Jänner kann das passieren. Aber Domingo sollte als Dirigent und als Sänger aufhören! Wieso finden manche Menschen einfach nicht den richtigen Zeitpunkt? Er hat mir und sicher vielen anderen Opernfans wunderschöne Abende geschenkt, aber jetzt ist das alles nur mehr traurig. Seine "Fans" sind auch schuld daran. So lange er den Eindruck hat, er darf alles, wird er weitermachen. Nicht auszumalen wie es jemand anderem ergangen wäre der in gleicher Weise dirigiert hätte, aber nicht Domingo heißt!

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