Der Neue Merker

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Operndirektor
24. Dezember 2016
09:43
Tristan62
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Forumsbeiträge: 35
Mitglied seit:
30. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Argus!

Eine Findungskommission ist genauso wenig Demokratie wie die Alleinentscheidung eines Ministers Diktatur ist. Denn die Findungskommission wird genau von diesem zusammengestellt, womit man damit rechnen kann, daß das Ergebnis herauskommt, was er sich wünscht.

Ich erinnere nur an die "legendäre" Findungskommission der Salzburger Festspiele, die dann Gerard Mortier "gefunden" hat. Bereits als man hörte, wer in der Kommission sitzt, wußte man, daß es Mortier werden wird.

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23. Dezember 2016
16:37
andronico
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Forumsbeiträge: 65
Mitglied seit:
10. April 2015
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich hätte nichts gegen eine Findungskommission gehabt, aber demokratischer ist es auch nicht unbedingt. Wenn der Minister ein paar Leute (vorzugsweise doch wohl) seines Vertrauens in eine Kommission beruft ist das nicht demokratisch. Wenn es Fachleute sind und sie freie Hand haben, kann es trotzdem sinnvoll sein, aber demokartisch ist es nicht. Genausowenig wie es demokratisch ist, dass der Generalsekretär der KPdSU vom Politbüro gewählt wurde (das selbst natürlich nicht in freien Wahlen zustande gekommen ist) oder der Papst von Kardinälen gewählt wird (die von den Vorgängern, also den Monarchen nach Gutdünken bestimmt wurden).

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23. Dezember 2016
15:51
Argus
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Forumsbeiträge: 172
Mitglied seit:
18. Juni 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

"Eine Findungskommission ist nämlich nichts anderes als die Verteilung von Verantwortung auf mehrere Personen"

Solche Strukturen nennen sich Demokratie. Wenn eine Person top down entscheidet, ist das Diktatur. Sind wir schon wieder so weit?

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23. Dezember 2016
12:07
Tristan62
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Forumsbeiträge: 35
Mitglied seit:
30. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Zu B. Zorns Vorwurf, warum es keine Findungskommission gegeben hat:
Ich finde das richtig. Eine Findungskommission ist nämlich nichts anderes als die Verteilung von Verantwortung auf mehrere Personen. Ähnlich den so geliebten Arbeitskreisen. Denn wie heißt es so schön: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis.

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23. Dezember 2016
11:00
andronico
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Forumsbeiträge: 65
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10. April 2015
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich würde die (gar nicht) kühne Prognose wagen, dass es auch unter Herrn Roscic in der Regel nicht mehr als ein zeitgenössisches Werk pro Saison als Premiere geben wird. Das Gros der Stücke wird dem gängigen Opern-Repertoire angehören, er wird sich um namhafte Sänger bemühen, um gute Dirigenten, und er wird bemüht sein, auch bei der Regie nicht alle zu verschrecken (aber hoffentlich das Haus öffnen für spanndere Regie). Auch im Repertoire wird das gespielt werden, was vorhanden ist, anders geht es ja gar nicht. Jedenfalls wird wohl nicht die Revolution ausbrechen.

Und dass Modernes nicht 10 Jahre immer wieder aufgenommen wird, hat einfach damit zu tun, dass es zum einen schwerer zu verkaufen ist und zum anderen nicht so einfach im Repertoire gespielt werden kann. In München wurden Stücke wie die Soldaten oder die Bassariden oder auch die Uraufführungen, teils trotz großen Erfolgs, auch beim Kartenverkauf, nach einer Wiederaufnahme beerdigt, weil man bei so einem Werk auch für eine Wiederaufnahme viel proben muss. Und weil die Spielpläne schon Jahre in voraus gemacht werden. Wenn es dann zu einem Überraschungserfolg kommt könnte man das Stück trotzdem frühestens wieder 2 oder 3 Jahr später wieder ansetzen, und dann muss man es praktisch neu einstudieren. Und man muss sich überlegen, wie viele probenintensive Werke man neben den Premieren stemmen kann. Also keine Angst, die Wiener Staatsoper wird sich weniger ändern als viele befürchten oder auch hoffen dürften.

Wenn Herr Roscic es schafft, interessantere Premieren zu machen als Herr Meyer und vielleicht sogar noch das musikalische Niveau im Repertoire zu verbessern (so dass jeden Abend gutes Niveau geboten wird, nicht nur an einigen Gala-Abenden), hätte er schon sehr viel erreicht.

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23. Dezember 2016
09:28
Fanny
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Forumsbeiträge: 102
Mitglied seit:
2. Januar 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

BalthasarZorn sagt

Liest dieser Herr Minister seine eigenen Ausschreibungen nicht ?
In welchem Haus hat Herr Roscic irgendwelche Leitungserfahrungen ?
Wieso entscheidet ein Mann und keine Findungskommission ?
Ist der Minister aus einer Partei, die einst alle Bereiche mit Demokratie durchfluten wollte ?

Fassungslos ob dieser Hybris

Balthasar Zorn

Wieso diese Aufregung? Der von Ihnen so heiß geliebte DM war ebenso wenig das Ergebnis einer Findungskommission, sondern wurde von Claudia Schmied sehr eigenmächtig aus dem Hut gezaubert. Wofür ich ihr damals sehr dankbar war, weil ich den favorisierten Shicoff, so sehr ich ihn als Sänger schätze, als Operndirektor für eine Katastrophe gehalten habe. Daher jubelte ich zunächst über die Bestellung von Meyer, allerdings wich der sehr bald der Ernüchterung und nach seinem ersten Jahr im Amte wünschte ich mir, Shicoff wäre es geworden.....

Roscic ist bestimmt nicht mein Wunschkandidat - das wäre eindeutig Bachler gewesen - aber den Untergang der WSO sehe ich mit ihm nicht vorprogrammiert. (Vielleicht schafft den ja noch Monsieur in seinen verbleibenden JahrenCool)
Warten wir doch einmal ab und lassen wir den Mann arbeiten!

lg Fanny

ad Susana: In einem Haus mit 500 Stehplätzen besteht wohl wirklich kein Grund für die Klage, junge Leute könnten sich die WSO nicht leisten! Abgesehen von den billigen Restkarten für Studenten und sonstigen Vergünstigungen! Die hätte ich mir in meiner Studienzeit gewünscht, leider wurden die erst eingeführt, nachdem ich die Altersgrenze überschritten hatte. Ich war, so lange es mir meine Gesundheit erlaubte, eine begeisterte "Stehplatzlerin" und trauere diesen Zeiten immer noch nach.

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23. Dezember 2016
09:13
Susana
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Forumsbeiträge: 45
Mitglied seit:
21. Dezember 2014
sp_UserOfflineSmall Offline

Argus sagt

"Mutige Entscheidung, die für die Zukunft hoffen lässt. Die "Opernmuseumsbesucher" sind entsetzt?"

Wie soll man das interpretieren, copy? Die meisten Werke des weltweiten Opernrepertoires haben 100, 200 oder mehr Jahre auf dem Buckel und sind "museal." Soll man diese Werke auf die Müllhalde der Kulturgeschichte auslagern? Oder soll man die Inszenierungen modernisieren, indem beispielsweise der Don Carlo des 16. Jhdt. in eine spießbürgerliche Idylle der 50er-jahre transferiert wird oder Radames mit dem Moped zu Aida, einer Putzfrau, fährt? Die meisten wissen, was ich damit konkret anspreche. Oder soll man Auftragswerke forcieren, nur um modern zu sein, deren Auslastung dann im mikrobischen Bereich liegen, wenn man die Karten nicht herschenkt.
Die Pyramiden von Gizeh sind fast 5000, die Venus von Milo über 2000 Jahre alt. Soll man jetzt alle musealen Einrichtungen dieser Art schleifen? Sind die Erkenntnisse von Plato oder Pythagoras nicht mehr zeitgemäß?

Lieber Argus, wir sind ja nicht immer auf der gleichen Linie, aber da möchte ich Ihnen mal voll recht geben. Oper ist ein "altes" Genre. Ich hasse es wenn man so von obern herab auf die "Opernmuseumsbesucher" schaut und verächtlich über sie spricht. Sie haben das voll richtig geschrieben.
Im Musical muss man sich diese Müllhalden, oder Cats als Marsmännchen nicht anschauen. Im Gegenteil, das Genre das wesentlich jünger ist darf Kostüme aus der Zeit wo es angesiedelt ist tragen und keiner stösst sich dran. Nur in der Oper , weil manchen Menschen langgweilig ist wenn sie die 50. Tosca sehen, warum gehen sie denn dann wenn sie das Stück langweilig finden. Es kommt IMMER auf die Sänger an die auf der Bühne stehen und auf die Musiker um sie herum..
Ich habe nichts gegen interessante Neuinszenierungen wenn der Inhalt, der Text berücksichtigt wird.. aber um das geht es hier ja nicht so vordergründig. Der neue Direktor hat keinerlei Erfahrung im Repertoirebetrieb, weiss noch nicht was es heisst jeden Tag bestens verkauft zu sein. Bei den nicht gerade niedrigen Preisen. ...
Und dass er die Jugend reinholen will.. mein Gott das versucht man seit 50 Jahren ... die haben nur nicht so viel Geld um sich regelmäßig teuer Karten kaufen zu können.
Ich habe damit beruflich zu tun, und es ist einfach so, dass ein Teil der Jugend durchaus interesse hätte , aber nichts zahlen kann/will für Kultur. Dazu müsste man den Stellenwert von Oper, Theater Kunst in jeder Form in unserer Gesellschaft erhöhen... das ist aber etwas was man neuen Direktor nicht anlasten oder von ihm fordern! Er kann nur mithelfen.
Ich betrachte das alles sehr neutral... in 50 Opernjahren - was kann mich da noch erschüttern. :-) :-) :-)

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22. Dezember 2016
20:07
andronico
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Forumsbeiträge: 65
Mitglied seit:
10. April 2015
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Ich würde die Aussagen aus dieser Pressekonferenz nicht zu hoch aufhängen. Ich begrüße ebenfalls, dass Herr MNeyer nicht verlängert wurde. Was aber dann kommt sehe ich derzeit völlig offen. So viel Gestaltungspielraum wird Herr Roscic gar nicht haben. Es gibt Zwänge durch Gesetze und das Vorhandene Repertoire. Mehr Premieren, Uraufführungen und Ähnliches wird er sich langsam ertotzen müssen, falls ihm das überhaupt gelingt. Er wird die wirtschaftlichen Zwänge erfahren, muss die Ausslastungszahlen halten und vieles mehr. Eine Erneuerung des Repertoirs geht ebernfalls nur langsam über Jahre. Also ich denke, man sollte den Ball flachhalten. Große Visionen sind schnell verkündet. Was davon dann wirklich in den Spielplan einfließt wird man sehen. Auch welchen Regiestil er pfegen wird, ist meiner Meinung nach völlig offen. Er hat ja zumindest kein gesteigertes Interesse an Regie, welcher Art auch immer, erkennen lassen.

Also, nix genaues wissen wir noch nicht und werden wir so schnell auch nicht erfahren.

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22. Dezember 2016
18:27
Argus
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Forumsbeiträge: 172
Mitglied seit:
18. Juni 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

"Mutige Entscheidung, die für die Zukunft hoffen lässt. Die "Opernmuseumsbesucher" sind entsetzt?"

Wie soll man das interpretieren, copy? Die meisten Werke des weltweiten Opernrepertoires haben 100, 200 oder mehr Jahre auf dem Buckel und sind "museal." Soll man diese Werke auf die Müllhalde der Kulturgeschichte auslagern? Oder soll man die Inszenierungen modernisieren, indem beispielsweise der Don Carlo des 16. Jhdt. in eine spießbürgerliche Idylle der 50er-jahre transferiert wird oder Radames mit dem Moped zu Aida, einer Putzfrau, fährt? Die meisten wissen, was ich damit konkret anspreche. Oder soll man Auftragswerke forcieren, nur um modern zu sein, deren Auslastung dann im mikrobischen Bereich liegen, wenn man die Karten nicht herschenkt.
Die Pyramiden von Gizeh sind fast 5000, die Venus von Milo über 2000 Jahre alt. Soll man jetzt alle musealen Einrichtungen dieser Art schleifen? Sind die Erkenntnisse von Plato oder Pythagoras nicht mehr zeitgemäß?

Eben oder "ja eh" hätte der Herr Karl des legendären Qualtinger dazu gesagt, hätte man ihn gefragt.

Ich persönlich stehe dem Herrn Roscic als WSO-Direktor mit den zitierten Ansprüchen äußerst skeptisch gegenüber.

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22. Dezember 2016
18:12
Argus
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Forumsbeiträge: 172
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18. Juni 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

New Deal auch an der WSO?

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22. Dezember 2016
16:54
Michta
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Forumsbeiträge: 125
Mitglied seit:
2. Februar 2013
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Richtig Christine! Diese Redereien von "neuer Ausrichtung" ist doch nur die Quatscherei von einem Minister, der aus einer Regierung kommt, die seit Anfang jedes Jahr "Neubeginne"starten und "jetzt aber wirklich anfangen" etc und in vielen Zusammensetzungen immer wieder nix zusammenbringen und nur von der Trägheit der Leute leben, die soche Dampfplauderer immer wieder wählen.. Aber das ( selbstbereitete ) Ende scheint nahe... !
Drum schnell noch einen linken Macher einsetzen -klar kam auch Meyer von links, wer hat das vergessen copy? -, im "schlimmsten Fall" setzt man dann der Gegenseite einen "Kuckuck" ins Ei, und hat jemanden , der dann - vielleicht - ein "Gegenprogramm" zur neuen Linie fährt. Im Moment sind die ganzen Theaterintendanzen ja nicht "fortschrittlich", sondern einzig darauf bedacht, nur ja mit allen Mitteln die bestehende Kaste zu unterstützen - von denen sie ja auch generös gefüttert werden! Da wird möglichst alles versucht gegen die bösen Störenfriede dieser "Idylle" mobil zu machen.
Dasselbe passiert in nur mit schlimmsten diktatorischen Zeiten vergleichbaren Aktionen des Staatsfernsehens und Rundfunk ( der größte Fehler der schwarz-blauen Regierung war dort nicht alle rauszuwerfen, bis auf wenige blieb das ein Hort der "fortschrittlichen Geister" und jetzt gibt es nur mehr solche dort).
Wer glaubt denn tatsächlich dass sich ein Herr Drozda für Repertoirevorstellungen der Staatsoper interessiert??
Die Vergleiche mit Meyer und Holender hinken so gewaltig , Holender kam vom Theater, Meyer sammelte wie bereits von anderen erwähnt erstmals als Berater an ein Haus, war Direktor und dann nach Wien. Ein Starmaniac und oranger Taxler, der dann zum Klassik-Chef einer heute völlig unbedeutenden Branche wurde - kaum wer kauft noch die "ofiziellen CD, DVDs, drum schliessen auch Geschäfte ( etwa des unvergleichlichen Kenners der Szene G. Cervenka) .
Was dieser Job mit einer Theaterleitung zu tun hat muss mir mal jemand erklären.
Und die "nächste Generation der Stars sollen aus Wien kommen" ??? so etwas zu postulieren, da lachen ja die Hühner. Ich empfinde das eher als gefährliche Drohung, denn wie "Stars" in diesem Business "gemacht" werden, das weiß man ja....!

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22. Dezember 2016
13:31
Christine
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Forumsbeiträge: 56
Mitglied seit:
28. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Wenn ich den Minister und einige Kommentatoren richtig verstehe, erwarten sie vom neuen Direktor die Oper in eine neue, moderne Richtung zu führen. Die Staatsoper hat laut Angaben aus dem Bundeskanzleramt eine Auslastung von 99,02%. Welches Opernhaus mit Repertoirebetrieb kann das von sich sagen? Wie die Auslastung zu Stande kommt, ob da viel verschenkt wird, weiß ich allerdings nicht. Soll der neue Direktor mit mehr Uraufführungen und zeitgenössischen Opern die Auslastung um 0,08 % steigern oder sie zumindest gleich hoch halten? Sollen mehr junge Leute in die Oper gehen? Werden diese genau so viel Geld aufbringen können für die teuren Karten wie die älteren Personen? Wird es billigere Karten für Schüler und Studenten geben? Das wäre ja eine Grundvoraussetzung dafür, dass mehr junge Leute in die Oper kommen. Oder ist nur eine größere Auslastung des Stehplatzes geplant? Wie viele Menschen gehen derzeit widerwillig in die Oper (vielleicht nur um ihre neue Garderobe auszuführen?) und sollen wieder Freude am Opernbesuch bekommen?

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22. Dezember 2016
11:04
michael koling
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Forumsbeiträge: 29
Mitglied seit:
6. Juni 2013
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Ich verrsuche zu differenzieren.
Mir ist die Vergangenheit von Herrn Dr. Roscic (im Gegensatz zu manchen anderen Kritikern) vollkommen egal. Ich bin überzeugt, dass er auf Grund seiner aktuellen Tätigkeit über ein gutes Netzwerk im Bereich der so genannten E-Musik verfügt. Aber es ist eine andere Herausforderung, die Verantwortung für eine gute CD-Produktion zu tragen oder ein Opernhaus zu führen, das per Gesetz zu einem Repertoirebetrieb verpflichtet ist. Für eine CD-Produktion engagiere ich ein paar Solisten, einen Chor und ein Orchester und die wesentliche Schwierigkeit liegt darin, alle Personen/Gruppen für eine Woche (länger dauern CD-Aufnahmen nicht) an einen Ort zu bringen.
In einem Staggione-Theater, wie es das Theater an der Wien etwa ist, gibt es eine Produktion, die wird ein paar Mal gespielt, dann ist ein paar Tage Pause (allenfalls durch ein Konzert unterbrochen) und dann kommt die nächste Produktion. Das ist, mit allen wenn und aber, mit einer CD-Produktion vergleichbar. Und ich weiß, auch dieser Vergleich hinkt. Die Staatsoper muss aber - Gesetzesauftrag - jedenTag spielen und ein breites Repertoire inkl. Ballett abdecken. Und ich bin der festen Überzeugung, dass der Direktor der Wiener Staatsoper nicht an diesem Haus das Geschäft des Operndirektors erlernen soll, daher meine - zugegeben sehr saloppe - Formulierung "Ausbildungsplatz" in einem anderen Forum, sondern bereits an einem anderen Opernhaus zumindest der zweiten Kategorie einschlägig tätig war. Ich erachte übrigens den vom designierten Operndirektor in der Pressekonferenz (ich habe den Stream verfolgt) gebrachten Vergleich mit der Met für falsch. Nicht die Kinoübertragungen führten zum Zuschauerschwund (wer seinen Smoking oder das Abendkleid ausführen möchte oder viel spendet, geht nicht ins Kino), das Problem ist die allgemeine Wirtschaftslage (hohe Lebenshaltungskosten, da überlegt man jede zusätzliche Ausgabe (also eher Kino ums Eck als mehr oder weniger lange Anreise in die Met), und sinkender Tourismus.
Dass ich befürchte, dass die Unabhängigkeit der Staatsoper von Medienproduzenten durch die Bestellung eines wesentlichen Medienmanagers in Zukunft leiden wird (und ja, das ist auch eine Chance, künftig mehr CDs oder Videos der Staatsoper zu produzieren), fällt nicht wirklich ins Gewicht. Auch, wenn ich mich an das seinerzeitige Nahverhältnis der Salzburger Festspiele zur DGG natürlich noch erinnere.

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21. Dezember 2016
22:49
Lucy van Pelt
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Forumsbeiträge: 21
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25. Januar 2012
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Ich bin ebenso wie Fanny vor allem entzückt, dass DM nicht verlängert wurde! Das war aufgrund seiner Anbiederung an die Philharmoniker (man erinnere sich an den Gipfel der Schleimerei, die Bestellung von Maria Großbauer, der Frau des "Ober-Philharmonikers", zur Opernball-Organisatorin) ja durchaus zu befürchten, und ich konnte Renate Wagners diesbezügliche Prognose durchaus nachvollziehen, wenngleich ich auf ein Wunder hoffte, welches sich gerstern am Horizont abzeichnete und heute wahr geworden ist! :-) Die diversen Interviews und die PK mit BoRo lassen mich durchaus hoffnungsfroh in die Opernzukunft blicken.

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21. Dezember 2016
22:25
Christine
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Forumsbeiträge: 56
Mitglied seit:
28. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Auch ich war heute in der Früh total überrascht. Das soeben ausgestrahlte Interview in der ZIB 2 mit Herrn Dr. Roscic hat mich jetzt neugierig gemacht. "Man geht in die Oper weil man sich gar nichts Schöneres vorstellen kann." Ja, so sollte man das sehen. Revolution möchte er keine machen, Evolution sollte es geben. Musik und Dirigent hat er vor dem Regisseur genannt, das gefällt mir auch. Abwarten ...

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21. Dezember 2016
19:04
copy
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Forumsbeiträge: 57
Mitglied seit:
28. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Hätte ich dem Herrn Minister gar nicht zugetraut: Mutige Entscheidung, die für die Zukunft hoffen lässt. Die "Opernmuseumsbesucher" sind entsetzt? Das müssen sie mir einmal klar machen. Warum ein Mann vom Fach und aus einem internationalen Musik-Konzern nicht für den Posten geeignet ist und ein Karrierediplomat aus Paris schon (den Kalauer vom Tennislehrer erspare ich mir in Hinblick auf meine Wertschätzung für Herrn Holender)? Interessant sind auch die Beiträge im Leserforum der "Presse" zu dieser Causa: Roscic wird als Linker mit Protektion dargestellt und Monsieur Meyer als der Bewahrer des Bürgerlichen! Schon vergessen, dass seine Bestellung damals durch eine SP-Ministerin erfolgte und er auch in Frankreich aus dem linken Lager kam?

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21. Dezember 2016
18:11
Fanny
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Forumsbeiträge: 102
Mitglied seit:
2. Januar 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Zitat loldi: Es kann doch niemand glauben, dass Herr Meyer nicht mehr Stars auch in kleineren Rollen bringen würde, oder weniger Regie- Koproduktionen , aber an allen Häusern wird das Geld immer knapper. Und das Fehlen eines GMD fällt wohl auch unter das Thema Einsparungen.

"Stars in kleineren Rollen" verlangt niemand, gute Sänger würden völlig genügen, und gegen Koproduktionen habe ich überhaupt nichts, ganz im Gegenteil. In Zeiten, wo alle Opernhäuser mit ihrem Budget kämpfen, finde ich es sogar höchst vernünftig, auf dieser Ebene zusammenzuarbeiten. Die Frage ist nur, mit WEM man kooperiert, und da beweist DM wie in den meisten Belangen nur wenig Geschick.
Das "Fehlen eines GMD" fällt ganz bestimmt nicht "unter das Thema Einsparungen", sondern unter das Thema "Ich bin der (Größte) Chef und teile meine Macht mit niemandem!"

Schon alleine in diesen drei Punkten erwarte ich mir eine deutliche Verbesserung ab 2020!

lg Fanny<

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21. Dezember 2016
17:44
lohengrin
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Forumsbeiträge: 356
Mitglied seit:
11. Mai 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Wagt jemand eine These, wen Ostermeyer berufen hätte?

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21. Dezember 2016
17:37
BalthasarZorn
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Forumsbeiträge: 23
Mitglied seit:
27. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Hat irgendjemand mitgezählt, wie viele Sätze der Herr Minister in seiner Rede mit "ICH" begonnen hat ?

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21. Dezember 2016
17:31
helixx
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Forumsbeiträge: 20
Mitglied seit:
15. November 2014
sp_UserOfflineSmall Offline

Fanny schreibt: "Aber das ist eben die typische Arroganz, mit der viele Opernfans, die sich gern als kulturelle Elite empfinden, auf alles herabblicken, was nach U-Musik riecht, und jemand wie Roscic, der sich einmal in diesem Metier seine Brötchen verdient hat, lässt diese Herrschaften natürlich hyperventilieren (und gewisse Damen nach dem Riechfläschchen rufen)."

@fanny, wen meinen Sie? Wer in diesem Forum hyperventiliert, weil Herr Roscic von der U-Musik kommt?

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