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Gypsy an der Volksoper
14. September 2017
02:38
Gianni Roccanova
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Forumsbeiträge: 13
Mitglied seit:
14. Januar 2012
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maison_usher: Danke für die freundlichen Worte! Ansonsten: Natürlich hat Happel eminente schauspielerische Qualitäten, aber gewiss auch Mängel etwa in stimmlicher Hinsicht. Tania Golden würde ich prinzipiell einiges zutrauen ... man wird sehen!

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13. September 2017
10:55
maison_usher
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Forumsbeiträge: 11
Mitglied seit:
14. Juni 2017
sp_UserOfflineSmall Offline

Gianni Roccanova: Toller Beitrag und sehr richtig! Es bleibt aber die Hoffnung, dass diese Genregrenzen irgendwann auch einmal in Deutschland aufbrechen.
Ich würde zu Frau Happel einfach noch hinzufügen wollen, dass mir persönlich u.a. ihre stimmlichen Qualitäten für diese Rolle einfach nicht ausgereicht haben (in einer "Dreigroschenoper" kann ich mir vorstellen, dass das viel besser passt). In der Premiere fiel mir öfters aus, dass ihr schlichtweg die Gesangstechnik für so eine Partie fehlt und sie falsch atmet und der Atem dann weg bleibt oder aber Nummern im Tempo bis zur Entstellung verlangsamt werden müssen (Mr Goldstein), weil ihrer Stimme im Tempo dann die Attacke fehlt. Die Anforderung der Rolle ist nun mal Schauspiel und Gesang.
Mich würde sehr interessieren, wie sich ihre Zweitbesetung Tania Golden schlägt, gebürtige Australierin und ausgebildete Musical-Darstellerin. Vielleicht kann jemand berichten?

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13. September 2017
03:31
Gianni Roccanova
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Forumsbeiträge: 13
Mitglied seit:
14. Januar 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Die weiter unten erwähnte Imelda Staunton ist eine ganz große Schauspielerin, weltberühmt, tätig für Theater und Film gleichermaßen, unter anderem mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.
Natürlich kann die Volksoper mit einer solchen Besetzung niemals ganz mithalten. Wobei zwei Dinge hinzukommen: erstens sind Schauspieler aus dem englischsprachigen Raum vielseitiger (ausgebildet und tätig); zweitens gibt es dort nicht den im deutschsprachigen Raum noch immer vorhandenen Unterschied zwischen der sogenannten "E-Musik/Kultur" und der sogenannten "U-Musik/Kultur". Dort wird jede Art von Theater, Musical, Musik, Film usw. einfach so gut wie nur möglich produziert. Allererste Kräfte, etwa auch in der Regie, sind im Theater genauso tätig wie im Musical oder im Film. Trevor Nunn etwa wurde bekannt als großer Shakespeare-Regisseur, später hat er Musicals (Lloyd-Webber!) genau so inszeniert wie Opern (etwa bei den Salzburger Osterfestspielen), und weiter immer wieder Shakespeare oder Tschechow. Dergleichen ist im deutschsprachigen Raum fast völlig unvorstellbar. Und das hat natürlich Konsequenzen. Wer Shakespeare inszeniert hat, inszeniert auch Musicals ganz anders als Leute, die immer nur Musicals und Operetten betreuen.
Im deutschsprachigen Raum bleiben meistens alle in ihrem jeweiligen Genre-Schrebergarten. Wer Musical macht, macht nicht Shakespeare, wer Tschechow spielt oder inszeniert, widmet sich nicht Lloyd-Webber oder Franz Lehár usw. Ausnahmen wie der große Michael Heltau bestätigen die Regel.
Deswegen gibt es die intelligente Professionalität, die im englischsprachigen Raum vorhanden ist, im deutschsprachigen Raum einfach nicht. Deswegen fehlt, wenn bestimmte Musicals auf Deutsch aufgeführt werden, immer eine Dimension. Mit der Übersetzung hat das auch zu tun, aber nur am Rande.
Wobei Maria Happel, die am Burgtheater etwa schon in der "Dreigroschenoper" gut spielte und sang (in einer natürlich völlig verkannten und unterschätzten Inszenierung), eine für den deutschsprachigen Raum sehr adäquate und intelligente Besetzung ist.

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12. September 2017
12:39
Susana
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Forumsbeiträge: 45
Mitglied seit:
21. Dezember 2014
sp_UserOfflineSmall Offline

Jetzt nur eine allgemeine Frage weil hier auch über Maria Happel unterschiedliches geschrieben wurde:
Auch egal ob man sie kennt oder nicht (Theatergeher kennen sie sicher besser, da sie viel im Burgtheater spielt )
glaubt ihr nicht auch, dass sehr vieles von ihrer Darstellung und Umsetzung auch von der Intension des Regisseurs kommt ??

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12. September 2017
09:01
lavoce
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Forumsbeiträge: 31
Mitglied seit:
10. März 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Ich werde mich im Netz schlau machen.
Mit Übersetzungen habe ich auch so meine Mühe.Meiner Meinung nach bedarf es begabte Librettisten (Dichter) um musikalische Stücke übersetzen zu können.Was heutzutage wohl eine Mangelware ist (und viel Arbeit,wenn man es gut machen will).
Ich mache mich auf die Suche nach dem Gipsy Original!

mit lieben Grüßen,lavoce

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11. September 2017
17:18
maison_usher
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Forumsbeiträge: 11
Mitglied seit:
14. Juni 2017
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Liebe lavoce, ich habe das Original vor einigen Jahren in London und gesehen und es als eine gelungene Mischung aus Drama und Komödie wahrgenommen. Es stimmt, dass sich alles um die Hauptfigur Mamma Rose dreht, aber umso faszinierender empfand ich damals den Sog, den diese Frau um sich schafft, der ihre beiden Töchter, aber auch den gutmütigen Herbie aufsaugt – und letztendlich alle von sich treibt. Frau Happel hat – in meinen Augen, ich gebe Ihnen absolut recht, dass der Abend beim Publikum dem Applaus und der Reaktion nach, sehr gut ankam – es nicht geschafft, diese Begeisterung für die Bühne/Theater/Vaudeville, die dann ins Fanatische umschlägt, glaubhaft darzustellen. Sie war entweder komisch und fast ein wenig albern oder laut, drohend und exaltiert. Dass diese Mamma Rose eine verpasste Karriere, aber wie man im Lauf des Stückes erfährt, eben auch ein verkorkstes, persönliches Leben, antreibt und sie in all ihrer Schroffheit dadurch berührt, war für mich in der Volksoper nicht zu spüren, auch weil Frau Happel ihrer Rose keine Verletzlichkeit zugelassen hat. Insofern würde ich Ihnen antworten, dass die Nebengeschichten die der beiden Töchter und von Herbie sind, die man im Laufe des Abends immer näher kennnenlernt und die sich dann traurigerweise auf unterschiedlichste Weise von ihr lossagen. Zum Stück kann ich Ihnen noch sagen, dass -immer ein Problem bei Übersetzungen- vom Übertrag aus dem Englischen, sehr viel Wortwitz und tiefere Bedeutung durch den Zwang passende Reime zu finden, verloren gegangen ist. Der Regie würde ich vor allem ankreiden, dass sie es nicht geschafft hat, die Dialoge mit Spannung zu füllen und auch an der ein oder anderen Stelle den Rotstift anzusetzen. Ich kann Ihnen bei weiterem Interesse nur empfehlen mal auf youtube „Gypsy“ und „Imelda Staunton“ einzugeben (die Darstellerin der Londoner Aufführung, die ich sah) – dort bekommt man eine gute Ahnung, was da noch „möglich wäre“.

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11. September 2017
12:20
lavoce
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Forumsbeiträge: 31
Mitglied seit:
10. März 2012
sp_UserOfflineSmall Offline

Man muss den Namen Maria Happel nicht kennen um eine Meinung über ihre Leistung haben zu können/dürfen.

Ich bin kein Experte für Musical.
Zur Meinung vom maison-usher: Ihnen gefällt die Frau Happel nicht,dennoch hatte ich gestern Abend nicht den Eindruck,dass das Publikum enttäuscht war 😉
Was mich interessiert : was ist im englischen Original anders? Generell, bezüglich Plot,meine ich.
Mir kam das Stück von der Dramaturgie her nämlich sehr lahm vor.Mit einem einzigen Thema: eine verrückte Mutter,die sich durch ihre Kinder verwirklichen versucht. Ein Konflikt,ein Thema,den ganzen Abend durch.Das nutzt sich mit der Zeit ab.
Es gibt keine Nebengeschichten (vielleicht meinte Frau Wagner das mit der Behauptung,es handelt sich NUR um eine Nummer)....ab und zu ein "lustiges Intermezzo" so zu sagen um die Gschichte aufzupäppeln...das war's dann schon.
Was liesse sich aus dem Stück sonst noch machen,das frage ich mich.
Ich kenne das Original leider nicht,vielleicht erzählen Sie mehr darüber, maison-usher.

Gruß,lavoce

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11. September 2017
10:34
uweberlin
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Forumsbeiträge: 269
Mitglied seit:
2. Februar 2016
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Ich sage, dass mir der Name "Maria Happel", die die Hauptrolle der Mamma Rose spielt - mit der das Stück steht oder fällt- vorher nicht gekannt habe.

Dieser Satz sagt mir nur eines, das jemand, der so einseitig "gebildet" ist, sich dann lieber nicht zu solch Themen äussern sollte.

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11. September 2017
08:31
maison_usher
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Forumsbeiträge: 11
Mitglied seit:
14. Juni 2017
sp_UserOfflineSmall Offline

Mit Erstaunen habe ich die Kritik zu "Gypsy" an der Volksoper hier gelesen. Ich sage, dass mir der Name "Maria Happel", die die Hauptrolle der Mamma Rose spielt - mit der das Stück steht oder fällt- vorher nicht gekannt habe. Umso überraschter bin ich, zu lesen, dass diese Dame quasi "der Motor" des Abends sein soll. Ich habe mich drei Stunden lang gefragt: wer ist diese Frau, die so offensichtlich nicht singen kann (schreit in Text-Szenen herum, dann beim Gesangseinsatz ein dünnes, zitterndes Stimmchen, absolut kein Atem eine Note mal länger zu halten), sich in musikalischen Nummern nicht gut bewegen kann und schauspielerisch völlig kurzatmig durch jede Szene stampft? Aha, ein "Burgtheater-Star" höre und lese ich später. Hier ist meine Meinung: ein Star sollte auch die Zuschauer, die ihn nicht kennen, überzeugen. Das ist Frau Happel, in dieser zweifelsohne lahmen und nicht sonderlich inspirierten Inszenierung, überhaupt nicht gelungen. Ihrer Mama Rose nimmt man keine Sekunde ab, dass ihr Herz für das Theater schlägt oder in ihrem Fanatismus für die Karriere ihrer Kinder ein wirklicher Mensch dahinter steht, sondern nur dafür wie sie als Schauspielerin beim Publikum den nächsten, billigen Gag landen kann. Frau Wagner, der Kritikerin hier, sei einmal das Studium des englischen Originals empfohlen, dass sie von der fragwürdigen Behauptung, das Stück hätte nur eine wirkliche Nummer abrückt...

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