Der Neue Merker

Online Merker-Forum

Wir begrüßen Sie beim Forum des „ONLINE-MERKER“. Sie sind eingeladen, in dieser Website Themen (vorwiegend aus dem Opern- und Theaterbereich) zu diskutieren.  

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Dissertation und Redlichkeit
16. März 2017
12:13
Klein Zack
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Forumsbeiträge: 34
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29. Juni 2016
sp_UserOfflineSmall Offline

Nun ja, G. nicht zu mögen heißt nicht F. zu mögen. Zu Fischer fällt mir als bester Sager ein Satz ein, der von Helmut Schmidt gelegentlich seines 90.?? Geburtstages dem "Spiegel" gespendet wurde: Auf die Frage, wer den "Mr. Außenpolitik der EU" werden solle, vielleicht Joschka Fischer, antwortete der Altkanzler nur: "Ich bin heute nicht zu Scherzen aufgelegt".
Oder auch: ich halte beide für hochgradige Scharlatane und Lügner - G aufgrund der nachgewiesenen groben Unsauberkeiten nicht nur in seiner Diplomarbeit sondern auch in der Amtsführung, Fischer aufgrund seiner nie abgelegten Vergangenheit (nicht als Linker, sondern als Schläger!). Einiges dazu auch im vielleicht nicht erstklassig wissenschaftlichen, sondern aufgrund der eigene Involviertheit durchaus polemischen Buch von Götz Aly "Unser Kampf".
Nicht rasend hochklassig vorgebildete Ministerinnen und Minister hats schon viele gegeben, die Diskussion ist mindestens so alt wie der Amtsantritt von Friedrich Ebert, abgesehen von der international üblichen (Un)Sitte, Ministerposten keineswegs nach fachlich einschlägiger Vorerfahrung zu vergeben: Ein paar schaffens aufgrund ihrer (sozialen) Intelligenz trotzdem, das Amt ordentlich zu führen.
Und daß die ENA nicht nur Ausbildung, sondern auch Einbildung vermittelt, sieht man ja an Leuten wie Fillon...

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16. März 2017
11:36
zerbino
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27. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Klein Zack sagt

zerbino: Den letzten Satz kann ich freilich vollinhaltlich unterschreiben - leider aber bringt es wenig, bei länger zurückliegenden Fällen Gräber anzubellen oder Pensionisten zu peinigen, wie gerechtfertigt das auch sein könnte. Habe gestern noch ein paar Infos zum mutmaßlichen Dr.-Vater von Roscic (und vielen anderen) bekommen - wenn die Identifikation korrekt ist, ein klarer Fall von Na Seawas. Da müßte man dann aber schon bei der seinerzeitigen Berufungskommission und Institutsleitung und sicherlich auch der zuständigen Politik ansetzen... führt dann vollends ins Aschgraue.
Eine - möglichst unabhängige - (und zeitnahe!) Qualitätskontrolle von Doktorarbeiten ist jedenfalls eine gute Sache, jedoch lag und liegt dabei in vielen Instituten einiges im argen.
Der Guttenberg-Fall ist sehr detailliert belegt; es ist vielmehr unerhört, daß er erst recht wieder ein politisches Amterl zugeschanzt bekam. Wieso konnte man sich von dem falschen Sonnyboy mit gegelter Affenpopo-Frisur nicht sauber trennen?
Und ob ein Verfassungsrichter etwas am Grundgesetzt (Sie scheinen hier von D zu sprechen) auszusetzen hat oder nicht, ist ziemlich irrelevant, solange er seine Urteile im Einklang mit dem Gesetz fällt. Jeder Bezirksrichter erlaubt sich, in der Urteilsbegründung mitunter anklingen zu lassen, daß er die eine oder andere im gegenständlichen Fall anzuwendende Gesetzesstelle für suboptimal hält - das fällt unter "freie Richterschaft" und ist unter anderem ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur Erdogan-Türkei...

Danke für die Zustimmung zu meinem letzten Satz. Aber warum denigrieren Sie Herrn von G. (den ich im übrigen gar nicht näher kenne) so sehr. Was ihm übel genommen wurde, war , wie ich meine, dass er eine zu hübsche Frau hat, die sich zudem gegen eine bestimmte Sorte pädophiler Männer stellte. Man meinte den Esel und schlug den Sack.
Warum soll er nicht in die Politik zurück? Intelligente und gut ausgebildete Männer braucht das Land in der Politik, in dem man sich in dem Bereich z. Zt. brüsten kann, dass man nicht wenigstens zweimal in der Schule sitzen geblieben ist. Ich denke noch daran, wie man sich in Frankreich seinerzeit wunderte, dass ein so ungebildeter Mann wie Joschka Fischer Außenminister werden konnte. In Frankreich haben die meisten Politiker die ENA besucht; für nicht Eingeweihte: eine spezielle Elitehochschule für Politik und Verwaltung, die man auch noch besuchen muss, wenn man zuvor z.B. Normalien (Absolvent der Elitehochschule Ecole Normale Superieure) gewesen ist. Hollande und Ségolène Royal , davor Pompidou etc. , waren das. Und alle können und konnten trefflich argumentieren und reden.Und unterhielten sich im TV auch mit Leuten wie Frau Le Pen auf argumentativer Ebene, ohne gleich voller (vorgespielter) Schrecken die Flucht zu ergreifen und aus dem Dunkel heraus zu schimpfen.

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16. März 2017
09:49
Amfortas
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Forumsbeiträge: 10
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16. März 2017
sp_UserOfflineSmall Offline

Die Tatsache, dass Roscic seine Dissertation oder Teile davon abgeschrieben hat, ist das eine. Das andere ist die Tatsache, dass das Thema der Doktorarbeit tiefe Einblicke in die politische Haltung des Herrn Roscic gibt. Schon die Äußerung von ihm, die Produktion einer Trump-Bashing-Oper wäre wünschenswert, erklärt, wieso Roscic ohne jegliche einschlägige Erfahrung von einem linkssozialistischen Minister für dieses Amt vorgeschlagen wurde. Die Staatsoper soll offenbar - ganz nach dem Modell des Ö3 - zu einer politisch korrekten Meinungsfabrik umgestaltet werden. Und Political Correctness kommt ohne die Verdrehung von Wahrheiten nicht aus. Dass Roscic solche Wahrheitsverdrehung beherrscht, beweist die Art und Weise, wie seine Dissertation zustande gekommen ist.

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16. März 2017
08:52
Klein Zack
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Forumsbeiträge: 34
Mitglied seit:
29. Juni 2016
sp_UserOfflineSmall Offline

zerbino: Den letzten Satz kann ich freilich vollinhaltlich unterschreiben - leider aber bringt es wenig, bei länger zurückliegenden Fällen Gräber anzubellen oder Pensionisten zu peinigen, wie gerechtfertigt das auch sein könnte. Habe gestern noch ein paar Infos zum mutmaßlichen Dr.-Vater von Roscic (und vielen anderen) bekommen - wenn die Identifikation korrekt ist, ein klarer Fall von Na Seawas. Da müßte man dann aber schon bei der seinerzeitigen Berufungskommission und Institutsleitung und sicherlich auch der zuständigen Politik ansetzen... führt dann vollends ins Aschgraue.
Eine - möglichst unabhängige - (und zeitnahe!) Qualitätskontrolle von Doktorarbeiten ist jedenfalls eine gute Sache, jedoch lag und liegt dabei in vielen Instituten einiges im argen.
Der Guttenberg-Fall ist sehr detailliert belegt; es ist vielmehr unerhört, daß er erst recht wieder ein politisches Amterl zugeschanzt bekam. Wieso konnte man sich von dem falschen Sonnyboy mit gegelter Affenpopo-Frisur nicht sauber trennen?
Und ob ein Verfassungsrichter etwas am Grundgesetzt (Sie scheinen hier von D zu sprechen) auszusetzen hat oder nicht, ist ziemlich irrelevant, solange er seine Urteile im Einklang mit dem Gesetz fällt. Jeder Bezirksrichter erlaubt sich, in der Urteilsbegründung mitunter anklingen zu lassen, daß er die eine oder andere im gegenständlichen Fall anzuwendende Gesetzesstelle für suboptimal hält - das fällt unter "freie Richterschaft" und ist unter anderem ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur Erdogan-Türkei...

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15. März 2017
22:38
spiderman
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22. Februar 2012
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Mir scheint diese ganze Geschichte eine typisch wienerische Intrige zu sein, aus welchem Eck auch immer.
Herrn Roscic wird es vermutlich nicht vom Posten stürzen, zumal man für den Staatsoperndirektor wahrlich keinen Doktor braucht, es macht mich ehrlich gesagt aber ein bisschen hämisch in Richtung Bundesminister und dessen Freunderlwirtschaft, da es mir noch immer leid um Elisabeth Sobotka tut, die wahrlich verdient gehabt hätte, die erste StaatsoperndirektorIN zu werden!

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15. März 2017
20:55
andronico
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15. März 2017
20:53
andronico
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Ja, was denn sonst? In seiner Arbeit findet sich kaum eine Seite, auf der kein Plagiat ist. Sicher keine Absicht und reiner Zufall! Aber offenbar fällt es schwer, diesen Blender als das zu sehen, was er ist: eine einzige große Luftblase. Aber Guttenberg ist ja hier nicht das Thema, deswegen wollen wir es dabei belassen.

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15. März 2017
19:40
zerbino
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27. Dezember 2011
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andronico sagt

Tatsache ist aber, dass zu Guttenberg betrogen hat, und zwar in erheblichen Ausmaß. Wer ihn jetzt hingehängt hat oder auch nicht ist sekundär. Kann natürlich auch ein Parteifreund gewesen sein. Letzten Endes war er aber ein Opfer seiner Eitelkeit und Substanzlosigkeit - hätte er sauber gearbeitet, oder halt keinen Doktor gemacht, wenn es dazu nicht gereicht hat wäre er heute wo anders. Und sein Krisenmanagement war ebenso ein Katastrophe. Der Hype um ihn war genauso mediengemacht wie der derzeitige Hype um Schultz. Aber das ist ein anderes Thema.

Woher will man wissen, dass Herr von Guttenberg abgeschrieben hat, ohne seine Quellen anzugeben? Man hat ihn dazu nie selbst sprechen lassen, ihn auch im Bundestag einfach fertig gemacht und dabei darauf gebaut, was er in aller Bescheidenheit selbst gesagt hat. All das kann man in seinem gescheiten Rechtfertigungsbuch nachlesen, in dem er z.B. vorträgt, dass ein bestimmter Richtung mit dem Urteil gegen ihn gerne Verfassungsrichter werden wollte. Ich kenne Verfassungsrichter, die nachweislich und offen vom Grundgesetz nichts halten und trotzdem im Amt bleiben. Hier wäre eine Betrachtung über unseren Rechtsstaat einmal angebracht. Im übrigen bin ich als Hochschullehrer der Ansicht, dass für die Annahme oder Ablehnung einer Dissertation die betreffende Universität und der Betreuer und die resp. Prüfer zur Verantwortung gezogen werden müssen, nicht post festum der geprüfte Doktorand selbst.

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15. März 2017
17:14
andronico
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10. April 2015
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Tatsache ist aber, dass zu Guttenberg betrogen hat, und zwar in erheblichen Ausmaß. Wer ihn jetzt hingehängt hat oder auch nicht ist sekundär. Kann natürlich auch ein Parteifreund gewesen sein. Letzten Endes war er aber ein Opfer seiner Eitelkeit und Substanzlosigkeit - hätte er sauber gearbeitet, oder halt keinen Doktor gemacht, wenn es dazu nicht gereicht hat wäre er heute wo anders. Und sein Krisenmanagement war ebenso ein Katastrophe. Der Hype um ihn war genauso mediengemacht wie der derzeitige Hype um Schultz. Aber das ist ein anderes Thema.

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15. März 2017
16:22
Tristan62
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Forumsbeiträge: 22
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30. Dezember 2011
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Bei Gutenberg hat man ja auch erst begonnen nachzuprüfen, als er ein populärer Politiker wurde, und zwar konkret als er bei der Bundestagswahl 2009 eines der besten Direktmandatsergebnisse aller Zeiten erreicht hatte und dadurch fast zum logischen Nachfolger von Angela Merkel wurde. Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß das ein Partei"freund" von der CDU angezündelt hat, denn mit ihm wäre dann womöglich erstmals - horribile dictu - ein CSU-Politiker Kanzler geworden.

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15. März 2017
13:52
Klein Zack
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29. Juni 2016
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Als Ergänzung sei verlinkt auf:
http://www.zeit.de/studium/hoc.....raet-weber
und
https://kurier.at/wissen/plagiate-an-universitaeten-bis-zu-30-prozent-der-arbeiten-sind-unsauber/227.956.946

... selbst wenn man da noch mißtrauisch 50 % wg. Eigenwerbung abzieht, bleibt immer noch gewaltig was über - relativiert aber auch die Vorwürfe gegenüber Roscic bzw. seinem Doktorvater.

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15. März 2017
13:34
ac
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Forumsbeiträge: 59
Mitglied seit:
8. November 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Liebe Diskutierer

Mit meinem bescheidenen Intellekt verstehe ich nachstehend zitierte Zeilen so, dass eine Aberkennung des akademischen Grades die Öffentlichkeit nichts angeht. Das mag auch die Erklärung dafür sein, dass wir nur von "prominenten" Fällen hören:

"In diesem Falle würde ein externer Gutachter bestellt, der idealerweise aus dem Ausland stammt und den Stand des wissenschaftlichen Arbeitens vor 30 Jahren berücksichtigen kann. Auf Basis dieses Gutachtens entscheidet der Studienpräses dann, ob der Titel aberkannt werden muss oder nicht – wobei auch diese Entscheidung der Verschwiegenheitspflicht unterliegt.

Erfahrungsgemäß dauert es bis zu diesem Zeitpunkt allerdings Monate."

Grüße Cupak

PS: Wenn as Ergebnis des Verfahrens die Öffentlichkeit nichts angeht, dann frage ich mich, warum die Einleitung publik gemacht wird. Das ist doch irgendwie unlogisch. Wenn wir wüssten, wer das der APA "gesteckt" hat, wüssten wir auch, "woher der Wind weht"

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15. März 2017
13:33
Klein Zack
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Forumsbeiträge: 34
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29. Juni 2016
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Herr Cupak, als Klein Zack bin ich nicht promoviertLaugh, da knickknacke ich nur am Hofe von Eisenack und anderswo herum!!
"eine Universitäts - interne oder "staatliche" Stelle, die zumindest stichprobenartig oder bei Verdacht überprüft" - genau das wäre ja so eine Lehrkanzel, beispielsweise. Und wenns so eine Aufgabenstellung oder Fachrichtung der philosophischen Faktulät, die dann sich vielleicht "Raodioyrgiologie" (verzweifelter Ableitungsversuch aus einem online-Altgriechisch-Wörterbuch) nennen könnte, gäbe, könnte man das sicher nicht weit hergeholte Odium der "(böswillig) ad personam zielgerichteten Recherche" von solchen Aktionen durch breitere Streuung der Aktivitäten ein bissl relativieren.

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15. März 2017
13:18
Klein Zack
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Forumsbeiträge: 34
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29. Juni 2016
sp_UserOfflineSmall Offline

Werter Schwanenritter, kann Ihnen durchaus folgen. Aber vielleicht hilft auch schon eine gewisse Zuschärfung der einschlägigen Bestimmungen, ohne gleich eine entsprechende (von Instituten notwendigerweise unabhängige, wie immer das gehen soll) Behörde zu installieren? Ein von Herrn Weber angedachtes (schon installiertes?) Institut wäre dafür aber sicher ein methodologischer und wissenschaftlicher Angelpunkt.
Die Thematik ist ja meiner Erinnerung nach erst so richtig mit Guttenberg und einer Ministerkollegin von ihm kurz danach "hochgekocht", und ist seither ein Thema, das allgemeines Interesse (= clicks, Auflagenzahlen, Einschaltziffern) hervorrufen kann. Und natürlich hat es "a Gschmäckle", wenn immer nur exponierte und als Intrigenziel lohnende Personen drankommen. Andererseits ist mir komplett unbekannt, ob es nicht vielleicht doch hier oder anderswo schon weiter reichende Überprüfungen gegeben hat, deren Ergebnisse (und Betroffene) halt unter der üblichen jounaillistischen Wahrnehmungsschwelle geblieben sind...

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15. März 2017
13:10
ac
Administrator
Forumsbeiträge: 59
Mitglied seit:
8. November 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Sehr geehrter Herr (Dr.)Klein-Zack
ich schreibe eine Kolumne - da muss ich provozieren, denn sonst bräuchte ich diese nicht zu schreiben. Nackte und unkommentierte Fakten findet man bei uns unter Aktuelles/ Infos des Tages.

Gerade ich als Nicht-Akademiker müsste mich darüber besonders aufregen, wenn jemand zu Unrecht einen akademischen Grad erlangt hat und aus diesem Profit zieht. Wenn ich nun den "Plagiatsjäger" angreife, dann gerate ich zumindest nicht in den Verdacht, dies zu tun, weil der eben auch in meiner (nicht bestehenden) Dissertation "rumstierln" könnte. Zugegeben, in meiner Familie gibt es Akademiker, aber da habe ich keinerlei Bedenken.

Gegen eine Universitäts - interne oder "staatliche" Stelle, die zumindest stichprobenartig oder bei Verdacht überprüft, ist ja überhaupt nichts einzuwenden.

Aber unser Plagiatsjäger erinnert mich - und da provoziere ich "von Amts wegen" wieder - an den längst verstorbenen "Pornojäger" Humer, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, zu kontrollieren und unzählige Anzeigen zu erstatten.

Der Herr Roscic ist weder mein Freund und schon gar nicht Parteigenosse, mich stören aber Art und Zeitpunkt der Aktion.

Grüße Cupak

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15. März 2017
13:00
lohengrin
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Forumsbeiträge: 174
Mitglied seit:
11. Mai 2012
sp_UserOnlineSmall Online

Klein Zack: ich bin für flächendeckende Überprüfung der Dissertationen und der annehmenden Wissenschaftler. Da ist es ganz egal,ob die Kapaitäten da sind oder nicht. Immer wieder werden Prominente mit dieser Frage konfrontiert, das ist doch kein Zufall; der ist jedoch keine wissenschaftliche Kategorie, mit Ausnahme der Zufalls- und Chaosforschung. Die Diss von Herr Roscic interessiert eben auch erst jetzt, wo er in Wien in eine einflußreiche Position kommt. Schon interessant!

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15. März 2017
12:15
Klein Zack
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Forumsbeiträge: 34
Mitglied seit:
29. Juni 2016
sp_UserOfflineSmall Offline

Noch eine Nachbemerkung: "Der Herr Weber soll einen Lehrstuhl für verzwickte Gschaftlhuberei anpeilen!" DAmit liegen Sie definitiv falsch, Herr Cupak.
Denn erstens ist der Erwerb eines akademischen Titels ein Rechtsakt, und der muß eben innerhalb der gesetzlich vorgegebene Erfordernisse korrekt ablaufen - und auch die Erstellung und Bewertung von Doktorarbeiten ist entsprechend geregelt. Wer so etwas überprüft, nimmt also damit eine ähnliche Aufgabe wie beispielsweise der Rechnungshof wahr - und wenn der Gesetzgeber auch hier auf Selbstüberprüfung des Systems setzt, dann schadet ein ggf. korrigierender Kontrollblick von dritter Seite absolut nicht.
Und zweitens sollte man gerade als "Merker" nicht allzu harsch über einen "Beckmesser" herziehen, und dabei auch bedenken, daß (zumal eng gefaßte) Regeln in der Kunst wohl für deren Entwicklung und die Phantasie im Allgemeinen hinderlich sein können, in anderen Fragen Regeln aber sehr wohl aus Gründen der Chancengleichheit, des Anstandes, der Fairness und der Vergleichbarkeit von Qualifikationen einzuhalten sind.
Aber, wie schon eingangs geschrieben, nur ein gerade "politisch interessantes" Individuum herauszupicken, kann Person und Sache nicht gerecht werden, da muß schon das breitere Umfeld mitbeurteilt werden - und dann sind wir schon dort, wo die Kapazitäten einer Einzelperson möglicherweise nicht mehr ausreichen, sondern eine Gruppe, ein Institut oder was immer her sollte.

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15. März 2017
11:19
Christine
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Forumsbeiträge: 42
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28. Dezember 2011
sp_UserOfflineSmall Offline

Als jemand der selbst einen Doktortitel erworben hat, bin ich schon etwas erstaunt, dass hier von Herrn Cupak, dessen Kommentare ich meist sehr schätze, etwas leichtfertig darüber geschrieben wird welchen Wert er denn hätte. Natürlich kann man ohne Doktortitel Großartiges leisten, aber auch der Erwerb des Doktorates setzt im Normalfall viel Arbeit und eine gewisse Leistung voraus. Leider wird der Begriff Leistung zunehmend abgewertet wenn er mit wissenschaftlicher oder auch schulischer Arbeit in Verbindung steht. Bei Herrn Roscic geht es aber um einen anderen Aspekt. Hat er seine Arbeit selbst geschrieben oder hat er abgeschrieben und das nicht angegeben? Selbstverständlich kann zitiert werden und wenn es schon eine Dissertation zu einem ähnlichen Thema gab, ist es ja wohl selbstverständlich, dass man diese gelesen hat. Offenbar wurden aber nicht alle benutzten Quellen angegeben und das wäre für eine Diss. schon eine sehr eigenartige Vorgangsweise. Dass der Doktorvater das nicht bemerkt hat, ist ebenfalls eigenartig. Aber ich weiß, dass die Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten sehr unterschiedlich ist. Ein Operndirektor braucht keinen akademischen Titel, aber er sollte meiner Meinung nach nicht persönlich in Dinge verwickelt sein bei denen man vermuten könnte, dass er es weder mit der Ehrlichkeit noch mit der Sorgfalt sehr genau nimmt. Aber es muss geklärt werden, ob das überhaupt zutrifft!

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15. März 2017
11:08
Klein Zack
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Forumsbeiträge: 34
Mitglied seit:
29. Juni 2016
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Herr Cupak,

ja, stimmt, da habe ich Sie nicht korrekt zitiert Frown, bitte um Entschuldigung. Als Ausweg habe ich mir allerdings ein kleines "quasi" offengehalten...
Wobei: ein (ehrlich erworbener, und vor dem Dr. steht ohnedies irgend ein zweifelsfreies Diplom/Magister) akademischer Titel soll ja eigentlich, weit abseits von Türlschnapper- und anderen Schmattesheischerpromotionen, anzeigen, daß sich jemand über eine ordentliche Allgemeinbildung hinaus mit einem Gebiet vertieft auseinandergesetzt hat, den nötigen Hosenboden & die Frustrationstoleranz für den Umgang mit komplexeren Materien hat und dgl. (Was freilich auch nicht immer und für alle Zeit garantiert werden kann.) Also könnte so ein Titel, auch wenn er nicht unbedingt fachspezifisch ist, ein entsprechendes Signal an eine Bestellungskommission sein.
Die "konventionellerweise" für den Operndirektorsposten in Frage Kommenden haben meist eh irgend einen akademischen Abschluß als Dirigent, Theaterwissenschafter/schafterin etc. - muß ja nicht explizit "Dr." sein.
Was nicht heißen soll, daß die jahrelange erfolgreiche Führung eines Betriebes zwischen Scilla Bank und Charybdis Gewerbeaufsicht (und ein paar anderen Hyänen) nicht eine sehr gute Managementakademie sein und ähnliche Fähigkeiten wie angeführt trainieren, und damit jemanden auch für die Leitung eines großen Betriebes qualifizieren kann!

"Copy" und "Lohengrin" bringen die Sache mit der Letztverantwortlichkeit einer Doktorarbeit absolut auf den Punkt.

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15. März 2017
10:56
andronico
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Forumsbeiträge: 53
Mitglied seit:
10. April 2015
sp_UserOfflineSmall Offline

Erstmal abwarten, was raus kommt. Natürlich braucht man keinen Doktortitel, um Direktor der Staatsoper zu sein. Auch nicht, um Minister, Kanzler oder Vorstandsvorsitzender zu sein. Ich persölich kann mit solchen Titeln eh nicht viel anfangen, womit ich keinem den Wert seiner wissenschaftlichen Arbeit absprechen will. Aber ich kenne großartige und hochkompetente Menschen mit und ohne solche Titel, und auch das Gegenteil davon. Solche Geschichten wie die von Karl Böhm lassen diesen jedenfalls wenig sympatische erscheinen und lassen eher auf einen Minderwertigkeitskomplex schließen, wenn er es braucht, mit diesem Titel angeredet zu werden.

In gewissen Fällen (nicht nur Guttenberg lässt grüßen) musste der Titel nur deswegen her, weil er sich gut macht in der Vita. Und wenn man es sich leisten kann, lässt man halt schreiben (was bei Guttenberg wahrscheinlich der Fall war mit hunderten Plagiaten - wobei der Doktorvater nicht mal wörtliche Zitate aus seinem eigenen Buch bemerkt hat). Man kann in dem Fall schon fragen, ob die Arbeit des spendenfreudigen Multimillionärs-Sprössling (auch die Uni wurde großzügig bedacht) überhaupt jemand gelesen hat.

Ein anderer macht den Doktor vielleicht irgendwo an einer Uni im Ausland (wie der aktuelle CSU-Generalsekretär, der an der Uni Prag über die CSU und Franz Josef Strauß einen sog. "kleinen" Doktor gemacht hat).

Aber beides dürfte jetzt in Fall Roscic wohl nicht der Fall sein.

Das Problem würde, wenn sich denn der Plagiatsvorworf mit entsprechender Betrugsabsicht erhärten sollte, allenfalls im Betrug ansich liegen, also dass sein Leumund geschädigt wäre. Der Staatsopern-Direktor steht nun nicht so im Fokus der Öffentlichkeit. Er muss nur seinen Job gut machen, und dazu ist Herr Roscic mit und ohne Doktortitel gleich geeignet oder ungeeignet.

Außerdem ist auch ein Unterschied, ob es ein Plagiat ist oder hunderte, ob die Arbeit auch ohne die Plagiate Substanz hat etc.

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