Der Neue Merker

DER JUNGE KARL MARX

Film Poster  Der junge Karl Marx~1

Filmstart: 24. März 2017
DER JUNGE KARL MARX
Le jeune Karl Marx  /  Belgien/Deutschland/Frankreich  /  2017
Regie: Raoul Peck
Mit: August Diehl, Stefan Konarske, Vicky Krieps u.a.

Im nächsten Jahr ist Karl-Marx-Jahr, und das wird vielleicht noch explosiver als das Luther-Jahr (nicht nur, weil beide Herren Antisemiten waren – Marx ungeachtet seiner eigenen jüdischen Abstammung). Sie sind ja nun auch noch immer Idole für viele, was den Umgang heikel macht. Na, jedenfalls erwartet die Marx-Geburtsstadt Trier, wo er 1818 zur Welt kam, eine 30 Meter hohe Statue (!) zum Geschenk – von China… Großausstellungen sollen Pilgerströme in Gang setzen. Zu einem Mann, den wir uns mit Rauschebart nur „alt“ vorstellen können…

Es ist ganz hohe „Biopic“-Zeit im Kino, meist für Damen. Jetzt ist Karl Marx an der Reihe, und zwar als junger Mann, Mitte 20, als er mit Gattin Jenny aus dem deutschen Köln geflohen ist, in Paris und dann Brüssel lebte und mit seinem treuen Adlatus Friedrich Engels schon grundlegende Schriften zum später so genannten „Marxismus“ verfasste. Und man will gar nicht – weil man zufällig gerade eine Marx-Biographie gelesen hat – jetzt reklamieren, warum eigentlich der in dieser Zeit so wichtige Heinrich Heine in dem Film nicht vorkommt… Es geht schließlich, abgesehen von den populären Seiten der Marx-Geschichte (dafür steht vor allem seine unbändige Frau Jenny), vor allem um Nachhilfeunterricht fürs Kinopublikum. Und das soll man nicht mit zu vielen Informationen überlasten.

Marx brachte sich in Frankreich als Journalist mehr schlecht als recht über die Runden, wo immer er publizierte, waren Polizei und Zensur hinter ihm her, sowohl von französischer wie auch von preußischer Seite, wo man sehr wohl darauf achtete, was die Dissidenten im fremden Land unternahmen. Infolge seiner Überheblichkeit verliefen die Kontakt von Marx mit anderen radikalen Denkern (der Film nimmt sich da vor allem Pierre Proudhon, gespielt von Olivier Gourmet, vor, aber auch Bakunin und Weitling) stets konfliktreich. Immerhin entstand aus der Zusammenarbeit von Marx und Engels jenes „Kommunistische Manifest“, das später die Welt verändert hat.

Eines zeigt der Film übrigens sehr realistisch: Dass der Mann, der sich das Schicksal der Proletarier zur Aufgabe machte, sein Leben lang mit Geldproblemen zu kämpfen hatte und stets ein intellektueller Großbürger war. Der Fall Friedrich Engels lag noch „schlimmer“: Sein deutscher Vater, der im englischen Manchester gnadenlos seine Fabriken führte, die auf der Ausbeutung der Arbeiter beruhten (die Szenen in den Fabriken blenden am tiefsten in das Elend der „Massen“ dieser Zeit), war schwer reich, und Engels riskierte, wenn er sich lossagte – was er dann doch nicht völlig tat – seine Existenz. Zwei Herren der Weltgeschichte also, deren Namen meist im Doppelpack erscheinen,  bei denen Theorie und Praxis ja doch auseinander klaffte. Das macht den Film von Raoul Peck (geboren in Haiti, aufgewachsen im Kongo, wohnhaft in Paris) nicht nur realistisch, sondern auch auf angenehme Art „menschlich“…

Übereinstimmend wird berichtet, welch unbeschwerter, brillanter, aber auch rücksichtsloser junger Mann dieser Karl Marx war, und das spielt August Diehl mit dem herrlichen Flackern der Überheblichkeit in den Augen, während Stefan Konarske der treue Adlatus einerseits, der widerspenstige Großbürger andererseits ist, der wirklich zu den Proletariern hinabsteigt und sich dort seine Frau, die rebellische Baumwollspinnerin Mary Burns (Hannah Steele), holt. Beide Darsteller sind für ihre Rollen vom Geburtsschein her um Jahrzehnte zu alt, leben aber davon, dass im 19. Jahrhundert auch junge Männer durch Bärte und Kleidung (Marx mit Zylinder) schlechtweg älter wirkten als eine Jeans-Generation.

Entscheidend im Leben von Marx war seine Gattin Jenny, die wahrlich emanzipierte Frau, eine Adelige, die einen mittellosen Juden heiratete, sich absolut auf seinem intellektuellen Niveau befand und vor allem seine kämpferische Attitüde teilte, wie alle Biographien über sie bestätigen: Vicky Krieps sprüht geradezu vor Temperament und Mutwillen, und das muss diese „rote Baronesse“ ausgezeichnet haben, sonst hätte sie das mühsame Leben an der Seite von Marx nicht gewählt.

Wer am Ende des Films Lust hat, noch mehr wissen zu wollen, als er in zwei ansprechenden, die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts unromantisch beschwörenden Kinostunden als temperamentvolle Historie erlebt hat, zieht sicherlich den richtigen Schluß aus dieser Geschichts-Nachilfe. Es gibt immer noch Bücher, aus denen man mehr erfahren kann.

Renate Wagner  

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DIE SCHÖNE UND DAS BIEST

Film Poster  Schöne und das Biest~1

Filmstart: 16. März 2017
DIE SCHÖNE UND DAS BIEST
Beauty and the Beast  /  USA  /  2017 
Regie: Bill Condon
Mit: Emma Watson, Dan Stevens, Luke Evans, Kevin Kline, Josh Gad u.a.

Die Etymologie des neuesten Disney-Musicals ist lang: Zuerst war da eine französische Kinderbuchautorin des 18. Jahrhunderts, Jeanne Marie Leprince de Beaumont, von der das Märchen „La Belle et la Bête“ ursprünglich stammte. Die Verfilmung durch Jean Cocteau 1946 ist ein Klassiker des poetischen Films. 1991 schuf der Disney-Konzern den Zeichentrickfilm, der ein Kunstwerk für sich wurde. Und so populär, dass ein potentes Team ein Musical daraus machte, unter Verwendung der Musik von Alan Menken (die schon den Film begleitet hatte).

Die Uraufführung fand 1994 am New Yorker Broadway statt, und in Wien war man damals sehr schnell: Schon im September 1995 gab es die österreichische Erstaufführung im Raimundtheater, und einige unsagbar köstliche Besetzungen hat man nicht vergessen, etwa Heinz Zuber als die „Uhr“ (Herr von Unruh) oder Viktor Gernot als der „Kerzenleuchter“ (Lumière).

Dass diese „Menschenrollen“ nun in der Disney-Verfilmung des Musicals dank der Trickkiste äußerst lebendige Gegenstände sind (und erst nach der Entzauberung kurz Menschengestalt bekommen), ist schade – hat aber natürlich auch seinen eigenen Reiz. Dabei ist diese Menschen-Verfilmung der Zeichentrick-Musical-Kombination dermaßen nostalgisch märchenhaft, wie man es 2017 fast nicht für möglich gehalten hätte.

Foto  Schöne und das Biest x~1

Nun spielt Emma Watson, in einem Rückfall in die Harry-Potter-Lieblichkeit, die ganz entzückende Belle, die schlichte Uhrmacherstochter in einem kleinen französischen Dorf. Sie kann stellenweise so hinreißend lächeln wie Maria Schell, und das ist wohl ein bisschen zu viel, aber bei ihr wird Belle auch zum wirklich gescheiten Mädchen (Stammgast in der Leihbibliothek, man glaubt es) und zum selbstbewussten, energischen, klugen Geschöpf. Also nicht nur ein hübsches Gesicht, die meiste Zeit im schlichten Gewand, bis sie dann im schwingenden gelben Prinzessinnen-Kleid so hinreißend mit ihrem „Biest“ tanzt, wie es die Musical-Tradition verdankt…

Dieses Biest war einmal ein schöner, aber total verdorbener Prinz, der von einer Fee in ein hässliches tierartiges Geschöpf verwandelt wurde – und seine ganzen Bedienten mutierten zu Gegenständen, während das Schloß in düstere Einsamkeit versank.

Man kennt die Geschichte, Belles Vater (Kevin Kline als nur halb verwirrter Alter) verfährt sich, gerät in den Bann des Schlosses, niemand rettet ihn als Belle, die sich dem „Biest“ als Ersatz anbietet – und das haarigen Monster nach und nach „zähmt“. Dan Stevens, fast eine Spur zu alt für die Rolle, zeigt im schaurigen Ambiente so etwas wie Herz und ist würdig, von Belle gerettet zu werden.

Im übrigen laufen die Szenen auf zwei Ebenen parallel –  mit dem komischen, hier „animierten“ Schloßpersonal (das in Menschengestalt auf der Musicalbühne zu stärkerer Wirkung kam) und die Geschehnisse im Dorf, wo der ekelhaft-eitle, blöde-arrogante Gaston der Mann ist, der Belle um jeden Preis heiraten will und sie, ätsch, natürlich nicht bekommt.

Und hier bricht dann auch das Jahr 2017 durch. Nicht nur, dass sich in einem französischen Dorf des 18. Jahhrunderts ungewöhnlich viele Farbige finden (der Bibliothekar ist schwarz, was unter der weißen Perücke lustig aussieht), man war – für Disneys Verhältnisse – noch kühner: Ob Gaston selbst schwul ist, man weiß es nicht (Luke Evans hat gelegentlich den Hüftschwung dafür), aber mit Sicherheit ist es sein ständiger Begleiter LeFou (Josh Gad spielt es eindeutig, aber mit unendlichem Humor) – und prompt ist das den Disney-Leuten sehr schlecht bekommen. Nicht nur die Russen überlegen sich, ob sie den Film deshalb nicht zeigen werden (!), auch in den puritanischen Trump-Regionen Amerikas hat man gegen den Film gewettert wie einst Frauenvereine gegen Filmstars mit damals anfechtbar scheinender Moral (die arme Ingrid Bergman)… man glaubt es nicht, aber es ist so.

Von derartigem Zeitgeist-Unsinn abgesehen (im Grunde auf beiden Seiten, denn das Schwulität-Motiv bringt eigentlich nichts als die Verbeugung von der politischen Korrektheit), hat Regisseur Bill Condon die ideale Mischung aus Musical, Märchen und Komödie geschaffen, die am Ende für Freunde großer Schauspielernamen noch ein paar beglückende Momente haben – wenn Madame Teetasse sich in Emma Thompson verwandelt, die Uhr in Ian McKellen, der Kerzenleuchter in Ewan McGregor und das Klavier in Stanley Tucci… schade drum. Sie sind die längste Zeit nur Stimmen und hätten viel Schönes spielen können, wären sie nicht vor allem aus dem Computer gekommen.

Es wird gesungen, es wird getanzt, die Gefühle wabbern ganz dick (warum nicht in diesem Zusammenhang?), alle spielen ganz entzückend – ehrlich, was will man mehr? Die Disney-Vorgabe wurde hingestellt und voll und ganz erfüllt. Außer natürlich für Leute, die im Märchen keine Farbigen und keine Schwulen wollen. Aber da besteht in Europa ja hoffentlich keine Gefahr.

Renate Wagner

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THE SALESMAN

Film Poster  The Salesman x~1

Filmstart: 17. März 2017
THE SALESMAN
Forushande  /  Iran  /  2016 
Regie: Asghar Farhadi
Mit: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti u.a.

Filme aus Asien (wenn es nicht Hongkong-Action ist) finden hierzulande im allgemeinen nur ein spezielles Arthouse-Publikum. Wenn man es allerdings mit dem Streifen zu tun hat, der den „Oscar“ für den besten ausländischen Film erhalten hat, wird das Interesse vermutlich steigen. Auch wenn böse Mäuler sofort spekuliert haben (vor allem die „Toni Erdmann“-Verlierer äußerten sich dementsprechend), dass der „Oscar“ nur als Anti-Trump-Demonstration zu werten gewesen sei, da der Iran schließlich zu den Ländern gehört, deren Bürger man in die USA nicht mehr einreisen lassen will…

Wie dem auch sei, der „Salesman“ hat den „Oscar“, der Regisseur Asghar Farhadi ist schließlich kein Neuling und hat bereits vor fünf Jahren mit dem Film „Nader und Simin – Eine Trennung“ den Auslands-„Oscar“ gewonnen.  Und der „Kaufmann“ des Titels bezieht sich auch auf einen eng in die Handlung verwobenen Strang: Da wird nämlich in Teheran von Laien Arthur Millers „Der Tod des Handlungsreisenden“ aufgeführt. Nein, man ist im Iran nicht ausschließlich im Kokon der eigenen Welt eingesponnen, man blickt auch darüber hinaus…

Man hat es als Zuschauer nicht leicht, wenn man die Farsi-Fassung des Films mit Untertiteln erwischt (gibt es überhaupt eine deutsche Synchronisation?) Man lernt also das junge, kinderlose Paar Emad (Shahab Hosseini) und Rana (Taraneh Alidoosti) kennen, er Literaturprofessor, sie Ehefrau, beide bei einer Theatergruppe. Das Alltagsleben, das vermittelt wird, ist eher bescheiden, in unseren Augen ein wenig schäbig – was wissen wir schon vom Leben durchschnittlicher Menschen in Teheran? Zumal versinkt das Haus, in dem sie wohnen, und sie müssen froh sein, dass ein Kollege von der Theatergruppe eine neue Wohnung für sie weiß…

In der Folge geht es um die doppelte Moral einer Gesellschaft, die ihre Frauen wegsperrt und ihnen für alles, was geschieht, die Schuld zuschreibt, den Männern hingegen neben ihren Ehen durchaus Freiheiten gestattet werden. So wird Rana, als sie ihren Mann erwartet und die Türe der neuen Wohnung aufmacht, Opfer einer Vergewaltigung (das heißt, der Gatte findet sie blutend im Bad, was genau passiert ist, zeigt der Film nicht).

Statt des Aufbegehrens, erlebt die gänzlich unschuldige Rana nur Scham und will sich nicht wehren (die Hauptdarstellerin entwickelt die fundamentale Veränderung der Figur durch das traumatische Erlebnis glänzend), und Emad, der früher immer so Ausgeglichene, der sich verändert und nun in wütender Mannesehre auf die Suche nach dem Täter macht (und dramaturgisch nicht so total logisch findet), stößt auf einen ältlichen „Ehrenmann“, der einfach dachte, in der Wohnung lebe, wie früher, eine Prostituierte…

Das ist ein Film, wo sich vieles vor allem in der vertrackten Psychologie der Personen abspielt, die Proben zum „Tod des Handlungsreisenden“, wo sie das Ehepaar Loman spielen (auch das ist recht künstlich), ergeben die Parallelen zum Thema von familiären Lebenslügen. Man merkt, wie sowohl die Frau wie auch der Mann, bis dahin der souveräne Intellektuelle, sich verändern und auseinanderdriften, wie ihre Beziehung an dem Geschehenen, mit dem so schwer umzugehen ist, kaputt geht.  

Und die Frage nach Rache, Strafe, Vergeltung kommt angesichts einen identifizierten Täters auf, macht die Handlung ein wenig dramatischer  und versickert dann, wobei die Geschichte möglicherweise in unserer Welt genau so ablaufen würde wie in der für Frauen so repressiven iranischen Gesellschaft. Das ist auf moderate Art interessant, aber doch nicht so großartig, wie man erwarten könnte. Am Ende begreift man jedenfalls, dass das einstürzende Haus zu Beginn eine Metapher war für alles, was danach kommt…

Renate Wagner

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NERUDA

Film Poster Neruda~1

Filmstart: 17. März 2017
NERUDA
Argentinien/Chile/Frankreich/Spanien  / 2016
Regie: Pablo Larrain
Mit: Luis Gnecco, Gael García Bernal, Mercedes Morán u.a.

Der chilenische Dichter Pablo Neruda (1904.1973), 1971 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, hat seine Mitwelt und seine Nachwelt nicht nur durch seine Werke, sondern auch durch sein Leben fasziniert. In „Der Postmann“ ist er – in der Verfilmung eines Romans von Antonio Skármeta – Leinwandheld geworden, dann auch noch Opernheld, als Daniel Catán 2010 eine Oper für Placido Domingo daraus machte… Skármeta zeigte Neruda in den fünfziger Jahren in seinem Exil auf einer italienischen Insel. Der Film, den Pablo Larrain (der eben erst mit dem Biopic „Jackie“ nachdrücklich auf sich aufmerksam machte) nun vorlegt, spielt früher, zeigt Nerudas Flucht aus seiner chilenischen Heimat im Jahre 1948.

Aber ein richtig handfester biographischer Film ist es nicht geworden – vielmehr eine Dichtung über einen Dichter… Denn die Biographie hätte wohl viel härter ausfallen müssen, da wäre der Polizeistaat anders hinter dem „bedauernswerten“ politischen Opfer her gewesen. Aber nein, hier scheinen zwei Männer in einer seltsamen Beziehung beinahe über die Leinwand zu tänzeln (insofern, und nur insofern, dem „Postino“ verwandt, als Neruda einen für die Geschichte absolut notwendigen Gegenspieler erhält).

Die Ausgangssituation des bemerkenswerten Drehbuchs von Guillermo Calderón ist historisch. Da lebte in der Nachkriegszeit in Chile ein unendlich populärer Dichter, dessen Gedichte sozusagen „jeder“ zitierte – den man auch immer nach einem Gedicht fragte, wenn er irgendwo erschien, und er scheint, glaubt man dem Film, den Bitten gerne nachgekommen zu sein. Wie sehr man der Geschichte glauben kann, ist natürlich in Hinblick auf harte Fakten fragwürdig, aber um die geht es ja wohl nicht.

Das filmische Gedicht über den Dichter und seinen Verfolger handelt erst einmal davon, dass Neruda als erklärter Kommunist überall aneckt, vor allem bei einer Regierung, die sich ja mit Hilfe der Amerikaner immer stärker in deren Richtung bewegte. Bis Neruda den Bogen überspannt und vor der Verhaftung steht. Auf der Flucht mit der schönen Gattin Delia taucht er erst einmal ab, bleibt vorerst im eigenen Land, wo er viele Freunde und Genossen hat und nicht aufhört zu dichten (Freunde verschicken die Werke in vielen Briefen, um sie zu retten).

Aber nun kommt Oscar Peluchonneau ins Spiel, der Polizist, der Neruda fangen soll und der das Geschehen über weite Strecken aus dem Off kommentieren darf. Und wie er so hinter dem Dichter herhetzt, ihn immer versäumend, wird die Gestalt fast drollig und die Geschichte geradezu irreal poetisch…

Gelegentlich werden Szenen aus dem „echten“ Chile eingeblendet, wenn Arbeiter verhaftet werden, aber sie passen fast nicht zu dem Film. Erst am Ende stellt sich eine Spur von hier richtig empfundenem, scheinbarem Realismus ein, da muss Neruda dann wirklich fliehen, weg nach Argentinien, allein in die Berge, wo er wieder Helfer findet, knietief durch den Schnee. Und ihm buchstäblich auf den Fersen der „Jäger“, der es dann ist, der es nicht schafft. Als Neruda vor dessen Leiche steht, fragt man ihn, ob er ihn gekannt hat. Nein, sagt er zuerst. Dann „Ja“. Und: „Er war mein Polizist“. Schnitt – Neruda in Paris, wo er u.a. von Picasso, einem Freund und Bewunderer, aufgenommen wurde. Da erzählt er die Geschichte von sich und seinem Verfolger, als wäre es ein Stück von ihm erfundene Literatur…

Und die schönsten Szenen des Films haben auch mit Literatur zu tun, wie Neruda etwa in ein Bordell kommt (Kommunist zu sein, hat er nicht spartanisch interpretiert…), vom Transvestiten zum Rezitieren seiner Lyrik aufgefordert wird, was dieser mit einem Kuß belohnt – und als Frau verkleidet, übersteht Neruda, dass der Polizist einmal am richtigen Ort wäre, aber ihn nicht erkennt. Der Zauber der Literatur.

Luis Gnecco ist Neruda, dicklich, mittelalterlich, alles andere als ein typischer Kinoheld – aber man glaubt ihm den Dichter, man glaubt ihm auch den Dandy und ebenso die Abgehobenheit vom wahren Leben. Gael García Bernal als Polizist ist wesentlich schneidiger, gespannter, besser aussehend, mit Hut rast er anfangs durchs Geschehen wie in einem Hollywoodfilm der vierziger Jahre (die vierziger Jahre sind es auch, die im Ambiente – Kleidung, Autos – überzeugend beschworen werden). Wenn er immer ratloser wird, weil er scheinbar einem Phantom nachjagt, weil er von Nerudas Gattin, als er sie findet (da ist der Dichter schon weg) so liebevoll belächelt wird, hat man fast Mitleid. Und vergisst, dass die Situation des Gejagten und der Jäger in der Realität vermutlich so lustig nicht war.

Aber ein Regisseur kann die Position wählen, die er einnehmen will, Pablo Larrain hat es getan, und wenn man mit ihm in diese seine Geschichte einsteigt, ist man völlig gefesselt, so langsam sie sich in ihrem hintergründigen Humor auch bewegt…

Renate Wagner

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TRAINSPOTTING 2

FilmPlakat  T2 Trainspotting~1

Filmstart:  10. März 2017 
TRAINSPOTTING 2
T2: Trainspotting 2  /  GB  /  2017 
Regie: Danny Boyle
Mit: Ewan McGregor, Robert Carlyle, Ewen Bremner, Jonny Lee Miller u.a.

Es ist nicht leicht und im Grunde sehr mutig, eine Fortsetzung nach 20 Jahren zu drehen, da man vernünftigerweise davon ausgehen muss, dass das junge Publikum, das angeblich vor allem ins Kino geht, das Original nicht kennt, möglicherweise nicht einmal davon gehört hat – selbst, wenn es sich um einen solchen Kultfilm handelte, wie „Trainspotting“ es im Jahre 1996 war. Irgendwie konnte man damals mit Drogen, Sex und absolut zynischer Unmoral auch noch mehr schocken als heute. Kurz, Regisseur Danny Boyle hat damals eine nicht unbedingt politisch korrekte, aber brillante, decouvrierende, negative Ikone britischen Zeitgeistes geschaffen…

Was jetzt? Man denkt einfach weiter, was aus den damaligen Kerlen aus der Distanz von zwei Jahrzehnten geworden ist (nichts Besseres, ist zu befürchten), und wenn man hinter dem aufräumt, was einst als Rechnung offen geblieben ist, dann erzählt man halt mit den üblichen Tricks, worum es gegangen ist: eine Vergangenheit hat schließlich jeder. Kurz, Danny Boyle hat sein „Trainspotting“ einfach auf der Basis der damaligen Figuren weiter gedacht, und das ist auf andere Art frech, blitzend bösartig und vergnüglich ausgefallen wie damals.

Angeblich ist eine Trainspotting-Fortsetzung auch so lange gescheitert, weil Boyle und Hauptdarsteller Nr. 1, Ewan McGregor, sich überworfen hatten. Nun sind sie wieder zusammen, und Ewan McGregor ist nicht nur unabdingbar, weil er die Zentralfigur ist, sondern weil er sich auch aus der Distanz von zwei Jahrzehnten noch einigermaßen gleichsieht. Von Robert Carlyle kann man das nicht behaupten, da muss man dreimal hinsehen, bis man ihn erkennt, und auch Ewen Bremner und Jonny Lee Miller sind entsprechend gealtert. Aber sie sind da – und haben noch so manches Hühnchen miteinander zu rupfen. Ja, und Danny Boyle inszeniert auch eine gewisse Trostlosigkeit mit: Großbritannien ist heute nicht mehr so lustig wie einst… man weiß es.

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Da sind sie also alle wieder in Edinburgh, denn auch Mark „Rent Boy“ Renton (McGregor) ist wieder heimgekehrt, wenngleich er das missglückte Privatleben erst später zugibt. Allerdings hat Mark, wie man sich erinnert, zwei seiner Freunde (nicht Spud!) bei einem Drogendeal übers Ohr gehaut und ist mit den Anteilen der anderen nach Amsterdam abgedampft. Das vergisst und verzeiht sich nicht, schon gar nicht bei grimmigen Schotten.

Allerdings hat Spud (Ewen Bremner, immer schon der Poet unter ihnen, er ist es geblieben) sowieso andere Sorgen, der möchte sich nämlich gerne umbringen und wird von Mark gerade noch daran gehindert. Pub-Besitzer Simon (Jonny Lee Miller) ist lebendiger und prügelt auf Mark los, sobald er ihn sieht. Wenn nun auch Simons Freundin, die bulgarische Hure Veronika (sehr komisch: Anjela Nedyalkova) eingeführt ist und es Begbie (Robert Carlyle, wie gesagt schwer zu erkennen und ein wirklich durch und durch beängstigender Typ) gelingt, aus dem Gefängnis auszubrechen, sind die nötigen Protagonisten beisammen. Äußerst witzig ist übrigens, dass sich Spud plötzlich entschließt, seine Erinnerungen aufzuschreiben – und die Rührung der anderen angesichts der Ergüsse über ihre Vergangenheit ist auch eine kleine Verbeugung vor der schottischen Liebe zur Literatur (sie hatten ja ein paar ganz Große der englischen Sprache….).

Danny Boyle hat noch immer seine alte Neigung zu absolut verrückten, skurrilen Situationen, dass man angesichts von so viel Absurdität nur erschöpft lachend und staunend im Kinosessel hängen kann. Da fungieren dann auch Kloschüsseln als Kampfwerkzeuge, und die Freunde, die so kriminell sind wie eh und je, gehen am Ende erneut einer ungewissen Zukunft entgegen.

Für die Liebhaber des ersten Teils gibt es zwar ein paar Zitate, aber wirklich nötig ist die Kenntnis des Vorgängerfilms nicht. Und Danny Boyle, mittlerweile 60, ist auch nicht milder geworden: Seine Figuren, nun in den späten mittleren Jahren, haben zwar den jugendlichen Drive verloren, aber dem neuen Erwerbszweig Pornos und Erpressung huldigen sie ohne weiters. Alles beim Alten. Den Zeitgeist von heute streift der Regisseur nur gelegentlich von ungefähr („Choose Facebook, Twitter, Instagram and hope that someone, somewhere cares“).

Also, fassen wir zusammen: Von moralischen Skrupeln darf man sich sein Vergnügen nicht stören lassen. Denn komisch ist die Sache auf ihre Art wieder. Nicht der einstige Film abgekupfert. Sondern der neue im alten Geist weitergedacht. Niemand wird jünger.

Renate Wagner  

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LINA

FilmPlakat  Lina~1

Filmstart: 10. März 2017
LINA
Österreich  /  2016 
Drehbuch und Regie: Walter Wehmeyer
Mit: Sarah Born, Johannes Schüchner, Benjamin Muth, Michaela Ehrenstein, Gerhard Rühmkorf u.a.

Man nannte sie „Silberne Dame“, Dichter wie Peter Altenberg und Franz Theodor Csokor lagen ihr wohl nicht nur metaphorisch zu Füßen, und Adolf Loos, als Architekt eine der bekanntesten Persönlichkeiten des künstlerischen Wien um 1900, bestand darauf, sie zu heiraten: Jene „Kaffeesiederstochter“ Lina, die noch den unromantischen Familiennamen „Obertimpfler“ trug und als eines der schönsten Mädchen von Wien galt: Das sprach sich in diesen Kreisen, den Kaffeehaus- und Gesellschaftskreisen, herum.

Dass man Lina Loos (1882-1950) heute keinesfalls mehr wahrnehmen würde, hätte sie nicht Adolf Loos geheiratet – das war wohl die Tragödie einer jungen Frau, die ein modernes, selbstbestimmtes Leben führen wollte. Nach der Ehe mit Loos – der „Moderne“ mit den altmodischen Lebensformen – , in der sie sich eingeschlossen fühlte, hat sie sich als Schauspielerin und Autorin versucht, aber trotz aller Bemühungen, ihren eigenen künstlerischen Nachruhm zu sichern, ist das wohl nicht gelungen.

Wenn nun Walter Wehmeyer nach zahlreichen Dokumentarfilmen hier (zusammen mit fünf weiteren Autoren/innen) einen Spielfilm über Lina vorlegt, muss er sich natürlich auf die Jahre mit Loos beziehen, nicht das glanzlose Danach, das sie danach zwischen Städten, Kontinenten und einer zweitrangigen Karriere als Schauspielerin, Journalistin und Schriftstellerin hin- und herwarf.

Als Rahmenhandlung wird die noch junge Lina gezeigt, die „am Land“ (offenbar in ihrem Haus in Sievering) ihre Erinnerungen an ihre Ehe niederschreibt. Es beginnt im Kaffeehaus, wie auch anders, wo man neben dem historischen, Lina bewundernden Peter Altenberg noch eine fiktive Dame der Gesellschaft eingefügt hat, die gelegentlich auftaucht.

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Adolf Loos sieht Lina, die hier intelligent, von erlesenem Geschmack erscheint, ungeschliffenes Material, „so jung und unerfahren“, ideal für einen Lebemann (von dem die Nachwelt weiß, dass er sich auch an Kindern vergriffen hat). Die zentralen Sätze der Epoche („Ornament ist Verbrechen“) werden eingefügt, man hält sich ja weitgehend an die wahre Geschichte.

Die zeigt nach kurzer Werbung eine schlechte Ehe, wo der „freie, moderne Mensch“ von Loos zwar postuliert wird, aber nicht für seine Frau vorgesehen ist. Ein dauernd abwesender, von seiner Arbeit okkupierter Ehemann, Geldsorgen – und ein Verehrer.

Die Geschichte mit Heinz Lang ist historisch, der junge Mann liebte Lina und bekannte es, Loos war nicht amused, hat die Gattin unter Psychoterror-Druck gesetzt, damit sie Lang nicht folgte, vielleicht hat Peter Altenberg, der ewige, gewissenlose Schwätzer, tatsächlich „Bring Dich um“ gesagt – in Schnitzlers Stück „Das Wort“ wird die Geschichte konzentrierter erzählt als hier (oder der Realität), Tatsache ist, dass Heinz Lang sich erschoß, vermutlich tatsächlich aus vergeblicher Liebe zu Lina Loos…

Das ist dann auch das Ende des Films, wo viel herumpsychologisiert wird (nicht unwahrscheinlich im Wien des Sigmund Freud), die Personen uns immer expressis verbis wissen lassen, wie es ihnen geht, was nicht der Künstlichkeit entbehrt. Wenn dann beim Heurigen „Das Glück is a Vogerl“ angestimmt wird, dann wird es schon arg mit der Kino-Unnatur…

Und Lina selbst, die von der Südtiroler Schauspielerin Sarah Born ein hübsches, manchmal leeres, manchmal entschlossenes Gesicht erhält, kommt hier nicht so recht als jene Kämpferin heraus, die sie wohl gewesen sein muss. Auch der Loos des Johannes Schüchner wirkt eher harmlos und wenig konturiert, einzig der unglückliche Heinz Lang des Benjamin Muth versprüht einige Intensität. Gerhard Rühmkorf als Altenberg und Michaela Ehrenstein als fiktive Baronin ergänzen, alle braver, als man sich die Originale vorstellt. Es war eine wilde Zeit.

Das soll zweifellos ein Film für Lina Loos sein. Aber es wirkt wie eine zarte Bleistiftzeichnung, wenn man ihr doch mindestens ein Gemälde hätte widmen sollen…

Renate Wagner

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MOONLIGHT

FilmPlakat  Moonlight~1

Filmstart: 10. März 2017
MOONLIGHT
USA  /  2016
Drehbuch und Regie: Barry Jenkins
Mit: Alex R. Hibbert / Ashton Sanders / Trevante Rhodes, Naomie Harris, Mahershala Ali u.a.

Die Zeiten ändern sich, manchmal sogar zum Besseren. Früher wäre ein Film wie „Moonlight“ irgendwo in Independent Filmhäusern gelaufen und hätte kaum Beachtung gefunden. Heute bekommt er wichtige „Oscars“, voran für den „Besten Film“, dazu noch den besten Nebendarsteller und das beste adaptierte Drehbuch. Starke Anerkennung für eine Geschichte, die man heute für erzählenswert hält.

Ein Randschicksal, das vielleicht gar nicht so untypisch ist. Wer fragt sich schon, wie kleine schwarze Jungen, die vom Leben so eindeutig benachteiligt sind, aufwachsen müssen und was dann aus ihnen werden kann? Der 37jährige  farbige Regisseur Barry Jenkins, der mit „Moonlight“ seinen ersten „richtigen“ Spielfilm vorlegt, hat das (nie aufgeführte) Theaterstück „In Moonlight Black Boys Look Blue“ von Tarell Alvin McCraney auf die Leinwand gebracht und die Teilung in „drei Akte“ als drei Lebensstationen seines Helden beibehalten. Es ist, ähnlich wie bei „Fences“, ein Film, dessen Theaterdramaturgie man auch im Setzen der Effekte zwar genau merkt, aber es sind die Figuren, auf die man sich einlässt und die funktionieren.

Zuerst Miami in den Achtzigern, der neunjährige Chiron (Alex R. Hibbert) ist ein typischer Außenseiter, einer, der anders ist als die anderen, von ihnen gemobbt und als „Little“ verspottet wird. Nur einer der Schulkollegen, Kevin (Jaden Piner), schließt sich den alltäglichen Gemeinheiten nicht an. Herzzerreißend die Lebensumstände mit einer Mutter, die dem Crack verfallen ist  – Naomie Harris war für den Nebenrollen-„Oscar“ nominiert. Bekommen hat ihn auf männlicher Seite zu Recht Mahershala Ali, denn es ist keine leichte Sache, einen Drogenhändler zu spielen, der dennoch Gefühle des Mitleids für diesen kleinen Jungen empfindet und ihm Vaterersatz bietet: Dass man gleichzeitig kein wertvolles Mitglied der Gesellschaft und doch ein innerlich gütiger Mensch sein kann, das zählt zu den Erlebnissen des Films. Und die mittlerweile schon berühmt gewordene „Schwimmszene“ (als Juan dem kleinen Chiron ein Gefühl von Schweben und Freiheit vermitteln will) ist unvergesslich. Hier wird auch die im Theaterstück-Titel angesprochene „Farbe“ erklärt – dass schwarze Haut im Mondlicht blau erscheint…

Moonlight

Im zweiten Akt, um es so zu sagen, ist Chiron (Ashton Sanders) ein Teenager, und als ob er in seiner Eigenschaft als schwarzer Unterschichtsjunge nicht schon genügend Probleme hätte – nun zeigt sich, dass er tatsächlich anders ist, und die Qualen, die eigene Homosexualität zu begreifen und dann auch zu erleben, hier zuerst mit Schulkollegen  Kevin (Jharrel Jerome), trifft wohl jeden jungen Menschen, der sich seiner sexuellen Orientierung klar werden muss…

Der nächste Sprung zeigt Chiron zehn Jahre älter und in der Großstadt Atlanta, es ist aus ihm geworden, was die Vorgaben indiziert haben, ein Drogendealer, den man „Black“ nennt (Trevante Rhodes) und der dem eigenen Klischee dieser Kaste entspricht, im Outfit, im Benehmen. Eine späte Konfrontation mit der Mutter, der er nicht verzeihen kann, zeigt ihre Schuld an seinem Werdegang auf. Die ganze Selbstsicherheit des nunmehrigen „Black“ geht allerdings verloren, wenn er in Kevin (nun André Holland) seine Vergangenheit trifft. Geradezu sensibel schwebend geht der Film seinem Ende zu, die beiden Männer mit minimalen Gesten der Annäherung an die einstige Intimität.

Hier werden keine Lösungen geliefert, keine Zukunftsaussichten, der Film hat nur ein „armes“ schwarzes Schicksal in drei Stationen gezeichnet. Und der Regisseur hat es geschafft, die Szenen des Kindes, des Jugendlichen und des jungen Erwachsenen jeweils ihren eigenen Charakter zu geben, die Welt quasi gespiegelt in diesem Chiron, in genau ausgetüfelten Kinobildern, die keine Angst vor Poesie haben, die manchmal an der Kippe zum Kitsch tänzeln, aber letztendlich doch die Kurve bekommen.

Barry Jenkins erreicht, dass auch ein „weißes“ Publikum mit einem schwarzen Jungen mitlebt und mitfühlt, den man auf der Straße vielleicht keines Blickes würdigen würde. Und das ist doch ein Fortschritt…

Renate Wagner

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KONG: SKULL ISLAND

FilmPlakat  Skull Island~1

Filmstart: 10. März 2017
KONG: SKULL ISLAND
USA  /  2016 
Regie:  Jordan Vogt-Roberts
Mit: Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John Goodman, John C. Reilly u.a.

Schon wieder King Kong? Natürlich wieder King Kong! Der ist doch ein King des Kinos, von Zeit zu Zeit verträgt der überdimensionale Affe ein Revival, zumal die Computertricks ja immer exzentrischer werden. Filmemacher wie Jordan Vogt-Roberts verstehen ihr technisches Handwerk (auch wenn er bisher „nur“ Fernsehen gemacht hat). Ein bisschen dürftig ist, wie so oft, nur das Drehbuch, aber letztendlich wartet man ja nur auf den riesigen Affenkönig (oft genug in voller Figur zu sehen und offenbar ein Weibchen, denn von Genitalien ist keine Rede…).

Wie üblich gibt es einen Prolog, dessen Sinn man erst viel später begreift: 1944, Krieg im Südpazifik, erst landet ein amerikanischer Soldat per Fallschirm auf einer wunderschönen, offenbar verlassenen Insel, wenig später ein tut ein japanischer Soldat dasselbe. Die beiden stürzen auf einander los, aber bevor sie dazu kommen, einander in die ewigen Jagdgründe zu schicken, erhebt sich ein haariger Riesenkopf über dem Rand eines Abgrunds… früher Auftritt von King Kong.

Die weitere Handlung spielt dreißig Jahre danach, in den frühen siebziger Jahren, reine Nostalgie für den heutigen Betrachter,  wenn man über das damalige Equipment (seinerzeit das allerneueste) lächelt. Und dann versteht man auch, warum man die Geschichte nicht heute ansiedeln konnte – Computer, Drohnen, King Kong und die Monster auf der Pazifik-Inseln wären vermutlich innerhalb weniger Stunden erledigt. Und man braucht sie doch auf der Leinwand. Fantasy in der Mischung von scheinbarer Realität und wildem Ideenreichtum wird sich im Kino vermutlich niemals überleben.

Scheinbare Realität zuerst, indem die siebziger Jahre mit vielen Dokumentaraufnahmen der damaligen Zeit atmosphärisch beschworen werden. Dann kommt  Bill Randa (John Goodman hat sich mit gefärbtem Bart verjüngt) mit dem Biologen Brooks (Corey Hawkins muss meist drollig dreinsehen) zu den Politikern und erzählt ihnen etwas von geheimnisvollen Geschöpfen auf „Skull Island“, einer von Wetterwänden abgeschlossenen Insel im Pazifik, die er erforschen will. Die Erlaubnis, sich dorthin zu verfügen, gibt es erst, als er auf praktische Dinge (Pflanzen für Medikamente und dergleichen) umschwenkt.

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Eine Staffel von Hubschraubern, gerade untätig nach dem Vietnam-Krieg, stelle man auch bei: Lt. Colonel Preston Packard ist ein unguter Kerl (Samuel L. Jackson spielt ihn auch schonungslos so) und bereit, alles zu tun, wenn er nur nicht nach Hause muss. Schließlich gesellen sich noch Captain James Conrad, ein abgehalfteter Secret Service-Fachmann für schwierige Unternehmungen dazu (vom Typ her nicht unbedingt Tom Hiddleston, aber…),  und mehr oder minder ungefragt eine Fotografin (in Gestalt von Brie Larson, eine unterforderte „Oscar“-Preisträgerin).

Bedenkt man, dass die Herrschaften im Dschungel dann noch Hank Marlow, den überlebenden Amerikaner von 1944, finden (John C. Reilly, unleugbar ein saftiger Komiker-Typ), dann reicht das eigentlich schon für ein Personal, dem man nicht viel zu tun gibt. Denn Kong ist der Held…

Der Riesenaffe macht sich gleich einen Spaß daraus, das runde Dutzend Hubschrauber, die durch die Wetterwand gestoßen sind, mit der Hand wie Vögel oder Minispielzeuge zu fangen und zu zerquetschen, was dann die Anzahl der übrigen militärischen Mitwirkenden reduziert (und jene, die bleiben, gewinnen nur mäßig Profil). Trotzdem soll, und das ist die gedankliche Schwierigkeit des Drehbuchs, Kong „der Gute“ hier sein, der Herrscher der Insel, der sein Territorium verteidigt, der den Stamm der Eingeborenen, die hier leben, vor den wahren Monstern schütze… das sind Riesenspinnen, grausige Wasserschlangen (Kong, von einer umschlungen, die er dann in Stücke reißt und genüsslich mampft, ist ein ziemlich unappetitlicher Anblick).

Aber vor allem das, was in der Originalfassung einfach als „Lizards“ bezeichnet wird, was man aber als drachenartige Riesenechsen schaurigster Natur vorgeführt bekommt, inklusive ihrer Gewohnheit, Menschen mit ihren Riesenzungen zu umwinden und umweglos in die spitzen Riesenmäuler zu stecken…  Darauf kommt es hier an: Es ist wieder einmal eine Monstershow der Special Effects, nichts dagegen zu sagen, außer dass der Film darin erstickt.

Und, wie erwähnt, King Kong ist der Gute, was der böse Militär-Macho nicht einsehen und ihn unbedingt killen möchte, während der Brite und die Fotografin als die Sympathieträger des Geschehens dies natürlich unbedingt verhindern wollen. Sie dürften in der Handlung wenigstens überleben, haben aber wenig zu vermelden: Der Nachspann (wieder im Stil der wackligen Heimkamera-Filme von anno siebziger Jahre) befasst sich vor allem mit Hank Marlows Heimkehr nach dreißig Jahren, mit einer Gattin, die ihn sofort erkennt und ihm um den Hals fällt, und einem Sohn, der dem fremden Mann die Hand drückt… Also doch noch ein wenig „menschlicher Faktor“ nach so viel Tierischem.

Warum Tom Hiddleston, berühmt als „Loki“ in den beiden „Thor“-Filmen und zuletzt wohl auch durch den„Night Manager“-Fernseh-Dreiteiler, sich auf so eine gesichtslose Rolle einlässt, die ihm (der ja wohl kein Abenteuertyp ist) auch nicht wirklich liegt, ist wahrscheinlich leicht zu beantworten: Man muss nehmen, was man bekommt. Ebenso wie Brie Larson, die zwar für ihre Darstellung der eingesperrten Mutter in „Room“ einen „Oscar“ erhielt, aber damit nicht wirklich populär geworden ist. Deshalb darf sie nun, sobald sie auf der Leinwand erscheint, durch eine altmodische Kleinkamera blicken und abdrücken… nicht mehr und nicht weniger.

Aber, was soll’s: Es ist wieder ein King Kong-Film, der Riesenaffe ist da, wir sollen uns ein bisschen fürchten und ihn eigentlich lieb haben, die wahren Monster sind woanders. Das funktioniert, also wird auch der Film die gewünschten Kassen-Ergebnisse zeitigen.

Renate Wagner

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SILENCE

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Filmstart: 3. März 2017
SILENCE
USA  /  2016
Drehbuch und Regie: Martin Scorsese
Mit: Andrew Garfield, Adam Driver, Liam Neeson, Ciarán Hinds u.a

Irgendwo herrscht das Grauen in diesem Jahr 1633, Menschen werden gekreuzigt. Eine Stimme aus dem Off wird zu einem Brief, der in Rom, im Vatikan, vorgelesen wird. Ein Händler hat ihn gebracht, und er besagt, „dass Vater Ferreira für uns verloren ist“. Der Jesuit, einst aufgebrochen, den christlichen Glauben in Japan zu verbreiten, hat angeblich abgeschworen. Das können, das wollen sie nicht glauben – Pater Sebastião Rodrigues und Pater Francisco Garrpe, zwei junge Jesuiten, Schüler des verehrten Mannes. Was bedeutet es, wenn das wahr ist? Sie müssen gehen und ihn finden…

Regisseur Martin Scorsese, einer von Hollywoods Spitzenregisseuren, Spezialist für so vieles, ob Mafia oder Wall Street, Thriller oder Historisches, war in seiner Jugend selbst in einer Jesuitenschule. Das historische Thema um den Versuch, Japan zu missionieren (Pater Cristóvão Ferreira, 1580-1650, gab es wirklich), hat ihn seit Jahren so fasziniert, dass er diesen Film drehen „musste“. Glücklicherweise. Er ist bei aller Grausamkeit, die hier gezeigt wird, einer der tiefsten Eindrücke, die man seit langem von der Leinwand herab empfangen hat.

Es könnte ein „Abenteuerfilm“ sein, voll von billigen Spekulationen. Nichts ist Scorsese (sein eigener Drehbuchautor nach dem Roman des Japaners Endō Shūsaku) ferner. Gewiß, die beiden jungen Jesuiten reisen verkleidet in ein mystisches, nebeliges, regnerisches, bedrückend und faszinierend gefilmtes Japan, treffen auf heimliche Christen, wissen aber nicht, wem sie trauen können, da die japanischen Machthaber diese fremde Religion gnadenlos verfolgen, Katholiken foltern, zum Abschwören bringen oder brutal hinrichten… Und doch sehnt sich diese Gesellschaft im Untergrund nach nichts so sehr wie nach Priestern, denen sie beichten und von denen sie Absolution empfangen können.

Immer wieder fragen die beiden jungen Priester nach Pater Ferreira, verteilen die Perlen ihres Rosenkranzes, erleben grauenvolle Szenen dieses Glaubenskrieges und stoßen letztendlich selbst mit den Machthabenden zusammen, die einen „Inquisitor“ mit dem Problem betraut haben (wie die Europäer bei ihren Glaubenskriegen auch…) Und dennoch wird den „anderen“ nicht die Rolle der problemlos „Bösen“ zugeschoben. Sie erhalten auch eine Stimme, dürfen ihren Standpunkt klarlegen, sehen nicht ein, warum sie sich von dieser fremden Religion ihr eigenes System unterminieren lassen sollen (mit der freien Meinungsäußerung und Glaubensausübung hatte man es im 17. Jahrhundert noch nirgends so richtig auf der Welt…): Das Christentum habe für sie keinen Sinn und keinen Wert, heißt es, es sei einfach eine Gefahr, die ausgemerzt gehört…

Muss man für den Glauben schier unglaublich (unter der Folter) leiden, muss man dafür grauenvoll sterben oder ist das Leben doch der Güter Höchstes? Darauf läuft dieser Film hinaus, ohne dass er mehr an „dramatischer“ Handlung böte als die Situationsschilderung von Verzweiflung und exzessiv auf die Leinwand gebrachten Grausamkeiten, so dass man sich fragt, welche Religion es wert sein kann, dermaßen zu leiden.

Schließlich erlebt einer der Padres, Rodrigues, am eigenen Leib, was es bedeutet, hier unentrinnbar selbst in die Maschinerie zu geraten, eingesperrt in einen Käfig, sein Schicksal immer in Zusammenhang gebracht mit Menschen, die grauenvoll für ihn sterben müssen, wenn er nicht abschwört. Und so tut er es, wie Pater Ferreira es getan hat, mit dem er einmal kurz zusammen treffen darf… und der nun für den japanischen „Inquisitor“ arbeitet. Weil er begriffen hat, dass die Denkungswelt der Japaner so anders ist, dass das Christentum für sie, die Söhne der Sonne, nicht wirklich zu begreifen sei.

Wie alle, die abschwören, muss auch Rodrigues auf ein Bild von Christus treten (nein, Gott schweigt nicht, scheint nicht Christus vom Kreuz herab ihm zu sagen: Mach es, es ist in Ordnung, tritt auf mich!?). Noch tragischer als alles, was man an Brutalitäten Menschen gegenüber erlebt hat, sind die letzten Szenen, die ihn als den angeblich Bekehrten, mehr noch: als Vorzeige-Bekehrten der Herrschenden zeigen: Wie ein Zombie lebt er nach Vorschrift mit einer Ehefrau, die man ihm aufgezwungen hat, nicht den kleinsten Hinweis auf sein ehemaliges Priestertum darf es geben (denn jeder, der ihn diesbezüglich anspricht, könnte ein Agent provocateur sein). Man erfährt nicht, was er denkt, denn er zieht sein Weiterleben bewegungslos durch: Rodrigues und Ferreira sitzen in japanischen Gewändern zusammen, die abtrünnigen Priester…

Am Ende erzählt ein holländischer Händler vom Ende des zum Japaner gewordenen Rodrigues, den die Kamera bis in den Behälter verfolgt, in dem seine Leiche verbrannt wird: Hat ihm seine Frau da noch ein winziges Kreuz in die Hände geschmuggelt? Was die Holländer berichten können, besagt nur, dass der Buddhist Rodrigues mit dem christlichen Glauben nichts mehr zu tun hatte…

Wenn Scorsese im Nachspann dieses Werk auch den japanischen Christen und ihren Priestern widmet, so hat er doch keinen frommen, keinen triefenden, keinen sentimentalen Film gedreht. Man würde ihn nicht einmal für ein Plädoyer für den Katholizismus halten. Es ist die Darstellung einer historischen Situation, einer von vielen in der Geschichte, wo die Religion unendliches Leid über die Menschen gebracht hat. Es ist ein Beitrag zum ewigen Thema der Rolle der Religion im Leben der Menschen. Es ist ein Meisterstück.

Andrew Garfield ist der junge Jesuit, der den langen, schweren, düsteren Weg mit so viel ruhiger Selbstverständlichkeit geht, dass er heute (immerhin liefert er eine ähnlich starke Leistung in Mel Gibsons „Hacksaw Ridge“) einer der bemerkenswertesten jungen Schauspieler Hollywoods ist (der den „Spiderman“-Unsinn weit hinter sich gelassen hat).

Adam Driver ist sein Gefährte, der ihm in Japan im Lauf der dramatischen Ereignisse verloren geht, Liam Neeson der konvertierte Jesuit, der – ohne den geringsten Zynismus – nicht erklären und entschuldigen kann, was er getan hat, Ciarán Hinds der kopfschüttelnde Kapazunder im Vatikan, und eine Reihe japanischer Schauspieler liefern ebenfalls eindrucksvolle Leistungen.

Aber der Film ist ein Gesamtkunstwerk – die Geschichte, die  Atmosphäre, das Land, die wie selbstverständlich hingestellten und teils schier unvorstellbaren Grausamkeiten, die sich in dieser Welt begaben, und mittendrin die einzelnen Menschen. Tief durchatmen – schwer auszuhalten und nie wieder aus dem Kopf zu bekommen. Ein Kunstwerk und ein Denkanstoß ohnegleichen. Nein, keine „Oscar“-Nominierung: kein bester Film, kein bester Regisseur, gerade einmal die beste Kamera. Weiß der Himmel, warum. Zu heikel?

Renate Wagner

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ELLE

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Filmstart: 24. Februar 2017
ELLE
Frankreich 2016
Regie: Paul Verhoeven
Mit: Isabelle Huppert , Laurent Lafitte, Anne Consigny, Charles Berling, Christian Berkel u.a.

Wer außer Isabelle Huppert würde es wagen, mit größter, coolster Selbstverständlichkeit eine so „unsympathische“ Heldin jenseits jeder Moral- und Anstandsvorstellungen auf die Leinwand zu bringen? In Zusammenarbeit mit Regisseur Paul Verhoeven gelingt ihr in „Elle“ (nach dem Roman „Oh …“ von Philippe Djian) Außerordentliches – langsam setzt sich ein Frauenporträt zusammen, das man stückweise begreift, nicht mag, nicht billigt, aber dann doch versteht. Es gibt diese von ihrer Umwelt so stark distanzierten Menschen, denen die Regeln, nach denen unsere Gesellschaft angeblich funktioniert, völlig egal sind…

„Elle“ („Sie“), das ist Michèle Leblanc, Geschäftsfrau, geschieden, in einem schlampigen sexuellen Verhältnis mit dem Mann ihrer besten Freundin und Geschäftspartnerin, umgeben von einer Familie, um die sie nicht zu beneiden ist. Gleich zu Beginn des Films wird sie brutal vergewaltigt. Sie bricht nicht zusammen, ruft nicht die Polizei, heult ihren Bekannten am Telefon nichts vor. Sie hält ganz gelassen still und wartet ab. Er wird wiederkommen. Er kommt wieder. Man weiß, dass sie dazu Pläne hat. Ein Teil des Films ist zweifellos ein erotischer Psychokrimi.

Ein anderer Teil setzt diese Frau aus den Mosaikstücken ihrer Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Das Geheimnis ihres Vaters wird erst gegen Ende bekannt, danach versteht man so einiges, vor allem, wie ein kleines Mädchen einmal sehr stark und selbständig werden musste. Zumal ihre Mutter eine lächerliche Figur ist, die sich nicht schämt, ihren jungen Liebhaber mit sich herumzuzerren (samt Absicht, ihn zu heiraten). Ihr Ex-Mann ist ein „Künstler“ und in Michèles Augen ein Schwächling. Ihr Sohn ist wirklich einer, lässt sich von seiner ekelhaften Freundin vorführen, und als sie ihm ein farbiges Kind angeblich als seines in die Arme legt, spielt er Vater dafür… die Groteske leuchtet. Großbürgerlich, denn Michèles Geld steht ja zur Verfügung.

Man wundert sich nicht, dass sie einer Firma vorsteht, die Gewalt-Computerspiele kreiert – sie will es immer noch schlimmer, ärger, brutaler. Ihre Untergebenen ducken sich, wehren sich höchstens untergriffig. Sie agiert zurück, nimmt nichts hin. Ihre Geschäftskollegin ist eine wahre Freundin, auch als sie entdeckt, dass Michèle mit ihrem Mann schläft. Im übrigen absolviert Michèle, wie es sich gehört,  gesellschaftliche Beziehungen, auch mit den neuen Nachbarn, einem nicht ganz durchschaubaren Ehepaar, sie so erzkatholisch, er so verbindlich. Und im Hintergrund lauert das Warten – wann wird der Vergewaltiger wieder zuschlagen?

Und Isabelle Huppert zeigt uns, wie ihr dieses banale Leben im Grunde auf die Nerven geht, wie gelangweilt sie ist, wie angeödet, ja sogar angewidert von einer Umwelt, in der sie keinen gleichwertigen Widerpart findet. Am Ende ist es auch der Vergewaltiger nicht, der mit Karacho entlarvt wird. Der? Wirklich der?

Neben dem Charakterporträt und der Krimispannung ist es das gesellschaftliche Puzzle kläglicher Figuren, das sich in diesem Film so großartig-beklemmend verdichtet, und da hat der niederländische Regisseur Paul Verhoeven Brillantes geleistet. Der Mann mit der einstigen Hollywood-Karriere (Höhepunkt: Sharon Stone 1992 mit diskret gespreizten Beinen in „Basic Instinct“), der lange verschwunden war, taucht als fast 80jähriger (Jahrgang 1938) wieder auf und zeigt, dass er der richtige Mann für herrlich zynisches europäisches Kino ist. Besser geht’s nicht.

Renate Wagner  

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