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EDITA GRUBEROVA : „Ich bin rundherum glücklich“- das Interview zum Jubiläum

EDITA GRUBEROVA: ICH BIN RUNDUM GLÜCKLICH! – DAS INTERVIEW ZUM JUBILÄUM (18.2.2013)


Edita Gruberova. Foto: „Opernfreunde München“

Gestern (18. 2.2013) Abend im Goldenen Musikverein – Edita Gruberova wiederholt ihren Triumph mit der neuen halsbrecherischen Oper von Vincenzo Bellini „La Straniera“. Am Ende gleicht der wohl berühmteste Konzertsaal der Welt einem Hexenkessel der Begeisterung, das Publikum springt von den Plätzen, Jubel, Blumen und Euphorie. Auf den Tag genau vor 45 Jahren stand die slowakische Sopranistin in Bratislava als Rosina in Rossinis Barbier erstmals auf der Bühne, 1970 kam sie nach Wien und es dauerte noch mehr als drei Jahre, bis man sie erstmals Zerbinetta, Glauce oder Sophie singen ließ. Seit 1976 zählt sie zu den echten Stars des internationalen Opernbetriebes . Aber mit der neuen Oper verblüffte sie selbst langjährige Fans, wie sie im folgenden Interview mit Peter Dusek verriet.

P.D. Frau Gruberova, ich beobachte Ihre Karriere seit 1970 – aber sie glücklich wie zur Zeit habe ich Sie noch nie erlebt?

E.G. Da habe Sie recht! Ich bin rundum glücklich und zufrieden – mit meiner eigenen Leistung, mit den Partnern, mit dem Publikum, das voll vibrierender Spannung mitging, mit den Kritikern… Herz, was willst Du mehr?

P.D. Sie reduzieren in den letzten Jahren Ihre Auftritte und Rollen und gleichzeitig weiten Sie das Primadonnen-Fach noch aus – von Norma über Lucretia Borgia bis nun zur Straniera zieht sich hier eine klare Linie.

E.G. Ja und da wechsle ich konzertante Aufführungen mit szenischen Versionen ab; gleichzeitig bemühe ich mich, dass CD- oder DVD-Einspielungen stattfinde…

P.D. Wie finden Sie Opern wie diese Bellini-Rarität, die nicht einmal von der Callas gesungen wurde?

E.G. Sie wissen, dass ich oft lange zögere wie etwa bei der Norma. Im Fall der Straniera hat mir ein Mitarbeiter meines Agenten Germinal Hilbert vor Jahren den Klavierauszug besorgt. Und ich habe immer ein paar davon herumliegen.

P.D. Was liegt derzeit gestapelt?

E.G. Viele Freunde drängen mich zur Pirata – ebenfalls von Bellini. Ich blättere derzeit aber öfters in einem Klavierauszug von Donizetti. Gemma di Vergy!

P.D. Verraten Sie uns das Geheimnis ihrer zeitlosen Kondition?

E.G: Ich lebe einfach diszipliniert, keine Zigaretten, kein Alkohol, wenig Fleisch, täglich Gymnastik…

P.D. Ist nicht auch eine neue Lehrerin – nach Ruthilde Boesch – an Ihrer heutigen Superform beteiligt.?

E.G. Sehr wohl, es handelt sich um Gudrun Ayasse, sie ist in München Gesangspädagogin und Stimmbildnerin – und sie arbeitet sehr an meiner Mittellage und am emotionalen Teil des Singens.

P.D. Sie führen auch ein sehr selbstbestimmtes Single- Leben?

E.G. Ja ich genieße, dass ich mich jetzt um Enkelkinder kümmere, wo doch die Hauptlast der Verantwortung bei den Eltern liegt. Früher habe ich doch immer das Gefühl gehabt, ich schaffe als Mutter nur die Hälfte von den, was ich bieten sollte. Und beruflich war es ebenso.

P.D. Sie wohnen weiter in Zürich?

E.G. Ja, da arbeite ich im Garten oder meiner Bibliothek und die Enkel sind 10 Minuten mit dem Auto entfernt.

P.D. Haben Sie Zeit für Hobbies? Haben Sie überhaupt Hobbies…

E.G. Ich verrate Ihnen heute ein Hobby, für das ich schon viele Nächte geopfert habe: ich sammle Briefmarken – Exoten, Blumen, Tiere…

P.D. Wann werden wir Sie wieder an der Staatsoper auftreten?

E.G. Herr Direktor Meyer will mich doch wieder mit je einem Block pro Saison dabei haben. In der nächsten Saison ist es Norma, dann kommt Roberto Devereux und im Oktober 2015 ist Anna Bolena angesetzt…

P.D. Davor gibt es ein Wiener Jubiläum – am 7.Februar 197O haben Sie an der Staatsoper debütiert.

E.G. Vielleicht lässt sich Herr Direktor Meyer dazu etwas einfallen…

P.D. Ich danke für das Gespräch,

 

 

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