23. JÄNNER 2018

by ac | 23. Januar 2018 08:32

»Peer Gynt«, 1. Akt: Peer (Jakob Feyferlik) im Land der Trolle mit der Frau in Grün (Rebecca Horner) © Wiener Staatsballett/Ashley Taylor
Peer Gynt /Jakob Feyferlik) im Land der Trolle – mit der „Frau in Grün“ Rebecca Horner. Copyright: Ashley Taylor/Wiener Staatsoper

„Peer Gynt“ ist das vielleicht komplexeste, schwierigste Stück von Henrik Ibsen. Es ist fröhlich und ironisch, poetisch und tief tragisch, mythisch, mystisch und vor allem philosophisch. Vor allem Letzteres kann man sich „getanzt“ nicht so wirklich vorstellen. Also kann das Ballett, das der Rumäne Edward Clug jetzt auf die Bühne der Staatsoper bringt (es wurde 2015 in Maribor uraufgeführt, wo Clug seit langen Jahren Ballettdirektor ist), auch nur die wesentlichsten (und berühmten) Handlungspunkte nachzeichnen…

Bedenkt man aber, dass es in Wien an „Modernem“ sonst immer nur Abende gibt, die aus Einzelstücken zusammen gesetzt sind, und dass man als Handlungsballette vor allem die alten, bunten Klassiker zeigt, ist „Peer Gynt“ zumindest eine Abwechslung und für das Corps und die Solisten eine Herausforderung, der sie sich absolut gewachsen zeigten. Viel Applaus auch bei der zweiten Aufführung.

Zum Bericht von Renate Wagner

Weitere Berichte:

Wiener Staatsballett in der Staatsoper: PEER GYNT. Premiere am 21.1.2018

Norwegen — das Land der Feen und Trolle, der Fjorde und rauhen Landschaften. Dies die Assoziationen, die sicher viele mit dem Land im Norden verbinden. Edward Clug nimmt uns in seinem Handlungsballett, 2015 in Maribor uraufgeführt, mit auf die Reise Peer Gynts…

Zum Premierenbericht von Ulrike Klein

Auch ein Bericht in englischer Sprache liegt uns vor:

Zum Bericht von Ricardo Leitner

Ab heute /Dienstag: Carmen an der Wiener Staatsoper mit Gritskova & Beczala

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Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Bizets Carmen steht ab Dienstag, 23. Jänner 2018 wieder auf dem Spielplan des Hauses am Ring – in der Titelpartie ist erstmals an der Wiener Staatsoper Margarita Gritskova zu erleben; als Don José gibt Piotr Beczala sein weltweites Rollendebüt. Weiters verkörpern erstmals am Haus Olga Bezsmertna die Micaëla, Margaret Plummer die Mercédès, Ayk Martirossian den Zuniga, Carlos Osuna den Remendado und Igor Onishchenko den Dancaïro. KS Carlos Álvarez ist als Escamillo zu erleben. Jean-Christophe Spinosi leitet erstmals Carmen an der Wiener Staatsoper.
Reprisen: 26. und 29. Jänner

Die Vorstellungen im Haus am Ring sind bereits ausverkauft – die OMV, Generalsponsor der Wiener Staatsoper, lädt alle interessierten Zuseherinnen und Zuseher ein, die Übertragung der Vorstellung am 29. Jänner 2018 mit WIENER STAATSOPER live at home kostenlos live bzw. innerhalb von 72 Stunden live-zeitversetzt zu erleben:
www.staatsoperlive.com
Die Fledermaus“ erstmals an der Mailänder Scala: Dirndl, Hirschgeweihe und moderne Architektur

"Die Fledermaus" an der Mailänder Scala; Paolo Rossi als Frosch | Bildquelle: Mailänder Scala / Brescia Amisano
Der Mailänder „Frosch“ in der Uniform der österreichischen Justizwache. Copyright: Brescia & Amisano
Seit ihrer Uraufführung 1874 gehört Johann Strauß‘ „Fledermaus“ zu den bekanntesten Musiktheaterwerken überhaupt. An der Scala wurde sie allerdings noch nie gespielt, und so kam es am 19. Januar zur Mailänder Erstaufführung. Intendant Alexander Pereira hat das Stück auf Deutsch auf den Spielplan gesetzt und Burgschauspieler Cornelius Obonya Regie führen lassen. Eigentlich sollte Zubin Mehta das Orchester der Scala dirigieren, denn mit ihm zusammen hatte Pereira das ganze ausgeheckt. Wegen Mehtas Erkrankung hat nun der zukünftige Stuttgarter GMD Cornelius Meister das Dirigat übernommen.
BR-Klassik

VENEDIG/ Teatro Malibran: LE METAMORFOSI DI PASQUALE von Gaspare Spontini. „Ur“-Aufführung eines Karnevalwerks

Zum Bericht von Dr. Hermann Becke

Vienna, Musikverein: 77th Vienna Philharmonic Ball – 18.01.2018

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Placido Domingo dirigiert die Wiener Philharmoniker. Foto: Richard Schuster

Wiener Mitarbeiter waren nicht am Philharmoniker-Ball, dafür die polnische Berichterstatterin Iwona Karpinska

Zu deren Bericht in englischer Sprache

Elina Garanca Confirms Big Metropolitan Opera News For 2018-19


Elina Garanca eröffnet die Saison 2018/19 mit der „Dalila“

In an interview with the Informador, the mezzo-soprano noted that she will open the season singing the role of Dalila in “Samson et Dalila.”

http://operawire.com/elina-garanca-confirms-big-metropolitan-opera-news

New York/Metropolitan Opera: 2017-18 Review – L’Elisir D’Amore: Polenzani Leaves Audience Drunk on Love
http://operawire.com/metropolitan-opera-2017-18-review-lelisir-damore-polenzani

IN EIGENER SACHE: AN UNSERE LESER UND MITARBEITER

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Liebe Leser und Mitarbeiter!

Der Online-Merker muss technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Es wurden Schadcodes gefunden, die eine Neuinstallation des Programms „word press“ erfordern.  Da werden viele Inhalte verschwinden, aber ein Internetmedium soll und kann kein Archiv sein. Das widerspricht auch der Philosophie eines schnellen, modernen Mediums.

Wir müssen in etwa einem Monat WordPress erneuern und können nur die wichtigsten Inhalte einzeln übertragen (das ist eine irre Arbeit, was sich leider auch monetär niederschlagen wird).  Zu den wichtigen Inhalten gehören sicher keine Alt- bzw. Uralt-Kritiken, wir werden diese Kritiken also nur ab Beginn der Saison 2017/2018 in das neue (und besser geschützte) WordPress übertragen

Ich teile Euch dies rechtzeitig mit und empfehle, Euch wichtig erscheinende Inhalte auf einem Stick zu speichern – oder eben ganz einfach auszudrucken, solange dies noch möglich ist.

Bitte um Verständnis, die Seite ist bereits viel zu schwer und wir finden kaum Fachleute, die sich bei dieser ungeheuren Datenmenge das Risiko einer Reparatur bzw. Wartung antun.

Sichert Euch  also „Eure“ Inhalte – und sagt später nicht, dass ich Euch nicht gewarnt habe!

A.C. im Namen des Redaktionsteams!

Bitte vormerken: MORGEN, MITTWOCH, IN DER ONLINE-MERKER-GALERIE

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HEUTE: Oscar-Nominierungen werden bekanntgegeben

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Beverly Hills (APA) – Heute, Dienstagnachmittag (MEZ), werden die Nominierungen für den Oscar, den wichtigsten Filmpreis der Welt, bekanntgegeben. Mehrfachnennungen sind unter anderem für das im Vorfeld hoch gehandelte Drama „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, das bereits bei den Golden Globes reüssieren konnte, sowie „Die dunkelste Stunde“ und „The Shape of Water“ zu erwarten.

Bereits klar ist, dass sich Österreich nicht auf der Liste für den besten fremdsprachigen Film finden wird. Der heimische Kandidat, Michael Hanekes „Happy End“, hat es nicht auf die im Dezember veröffentlichte Shortlist geschafft. Dafür darf sich der deutsche Regisseur Fatih Akin mit seinem NSU-Drama „Aus dem Nichts“ gute Chancen ausrechnen – auch er konnte bereits bei den Golden Globes punkten. Verkündet werden die Nominierungen für die Academy Awards in 24 Kategorien. Die 90. Oscar-Gala geht dann am 4. März über die Bühne und wird von Comedian Jimmy Kimmel moderiert.

Regisseur Dieter Wedel tritt nach umstrittenen wiederholten Vorwürfen von Schauspielerinnen wegen angeblicher sexueller Übergriffe als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurück.

Er könne seine Aufgaben nicht weiter wahrnehmen, teilte eine Sprecherin Wedels mit. Er lege sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. „Derzeit befindet sich Dieter Wedel in einem Krankenhaus. Nach den Ereignissen der letzten zwei Wochen ist er gesundheitlich angeschlagen“, sagte die Sprecherin.

 Zu den Gründen für seinen Rückzug äußert sich der Regisseur in einer ausführlichen Stellungnahme, die auf der Internetseite der Festspiele veröffentlicht wurde. Darin schreibt Wedel von einem „Klima der Vorverurteilung, der sogenannten ‚Verdachtsberichterstattung'“. Angesichts eines solchen Klimas könne er den „Kampf gegen meine Reputation nicht gewinnen – weder mit juristischen Mitteln noch mit medialen Stellungnahmen“.
Dieter Wedel tritt als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurück
Der Regisseur Dieter Wedel legt das Amt als Intendant der Festspiele nieder. In einer Stellungnahme beklagt er ein „Klima der Vorverurteilung“.
Die Zeit
Nach heftigen Vorwürfen: Dieter Wedel tritt zurück
Tagesspiegel
Dieter Wedel tritt als Intendant in Bad Hersfeld zurück
Die Welt.de
Hinkel wird Nachfolger von Wedel
Sueddeutsche Zeitung
Dieter Wedel wirft also die Nerven weg. Im ORF war gestern ein Beitrag über Toni Sailer zu sehen. Zwei junge Journalisten sind offenbar so unausgelastet, dass sie in diesem Dreck rund um eine Prostituierte und einem längst verstorbenen Skifahrer herumwühlen. Wem ist mit diesen „Enthüllungen“ gedient, wen interessiert das?
Ganz ehrlich, bevor ich diesem Redaktionsauftrag (wenn es überhaupt einer war) nachgehe, arbeite ich lieber „Unter Tag“ in einem Bergwerk.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/23-jaenner-2018


22. JÄNNER 2018

by ac | 22. Januar 2018 07:56

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Gestern Premiere an der Komischen Oper Berlin: Die Gezeichneten von Franz Schreker
. Copyright: Iko Freese/drama_berlin.de

Calixto Bieito hat inszeniert. Auszug aus dem Premierenbericht von Ingobert Waltenberger: Der Hintergrund des Librettos, das der Komponist selbst verfasst hat und auf dem Theaterstück Hidalla oder Sein und Haben von Frank Wedekind beruht, ist ein ganz und gar grausiger, leider heute aktueller denn je: Entführung und Einsperren von Kindern zwecks sexuellen Missbrauchs bis hin zu deren Ermordung. Die Oper, ganz eine Tochter ihrer Zeit, der zwanziger Jahre, mischt verschiedene Ebenen: das Künstlerdrama einer herzkranken Malerin mit den pädophilen Phantasien eines reichen Mannes und einer kitschigen Dreiecks-Liebesgeschichte…

Ein adeliger Zirkel (sechs genuesische Edelleute: Adrian Strooper, Ivan Tursic, Tom Eric Lee, Johnathan McCullough, Önay Köse, Samuli Taskinen) missbraucht auf der Insel systematisch Kinder, organisierter Kindesmissbrauch, wie er in Familien oder in größeren Organisationen stattfindet. Drei Hauptpersonen tragen das Stück: Nach der Beschreibung des Regisseurs sind dies der körperlich schöne, attraktive Mann, Tamare (Michael Nagy als die große Sensation des Abends mit mächtigem, unglaublich verführerischem Bariton), bösartig und von innerer Hässlichkeit, ihm gegenüber Alviano (der gestalterisch intensive Peter Hoare mit Problemen in der extremen Höhe und Tiefe), äußerlich missgestaltet, aber von innerer Güte und irre und Carlotta (enttäuschend Ausrine Stundyte mit überwiegend Sprechgesang im mezzavoce und übertriebenen Portamenti), die ambivalente Verbindung zwischen den beiden.

Zum Premierenbericht von Ingobert Waltenberger

Wien/ Theater an der Wien: „Maria Stuarda“. Bericht über die zweite Vorstellung am 21.1.

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Copyright: Monika Rittershaus

Renate Wagner besuchte diese zweite Vorstellung: …Schaurig und doch szenisch wenig, wenig, Minimalismus (Loy schätzt ihn, wie man weiß) ist kein Äquivalent für Einfallsreichtum, es ist bloßer Stil, der ins Leere zielt. Der vielleicht von einem sprühenden, den Raum sprengeden Sängerfest kompensiert werden könnte (es gab Sängerinnen, die waren für Donizetti geboren wie die Gruberova in ihrer besten Zeit) – aber hier nur davon leben kann, dass die beiden Damen ja doch große Persönlichkeiten sind. Obwohl beider Stimmen an Schönheit und auch an technischer Makellosigkeit nicht den allerhöchsten Standards entsprechen. Aber Alexandra Deshorties als Elizabeth und Marlis Petersen als Maria vibrieren gleicherweise in ihren Charakteren und Schicksalen, und ja, das ist auch etwas.

Einen wirklich tollen Tenor hätten sie nicht verdient und bekommen ihn auch nicht: Norman Reinhardt ist in Ordnung mit Stahlkern in der Stimme, wie ein schmelzender Liebhaber singt er nicht…

Zum Bericht von Renate Wagner

„Maria Stuarda“ im Theater an der Wien: Endstation Kopflosigkeit
Christof Loy setzt auf Bühnenleere und die Intensität von Marlis Petersen und Alexandra Deshorties –
Der Standard
Musikalisch nur wenig packender Belcanto
Maria Stuarda freundlich angenommen
Oberösterreichische Nachrichten

München/ Bayerische Staatsoper: „Die Walküre“ (am 19.1.)

Die Bayerische Staatsoper streamt die heutige Vorstellung (ab 17 h, Einstieg über die Webseite der Bayerischen Staatsoper). Kostenlos! Wer heute keine Zeit hat: Am Dienstag (und nur am Dienstag) steht der Stream noch zur Verfügung)

Richard Wagner, Die Walküre, Bayerische Staatsoper
Schlussapplaus mit Nina Stemme, John Lundgren, Kirill Petrenko und Anja Kampe . Foto: Tim Theo Tinn

Einen hochkarätig besetzten Ring des Nibelungen gibt es zurzeit in München zu sehen. Die Besetzung wäre – abgesehen von einem Sänger, aber davon später mehr – auch festspielwürdig. Bei den Opernfestspielen im Juli 2018 wird es noch einmal eine Aufführung des gesamten Zyklus geben, dann mit Jonas Kaufmann als Siegmund. Vielleicht war deshalb der Ansturm beim diesjährigen Erstverkauf der Festspielkarten so groß, wie selten in den letzten Jahren. Wagners Ring und Jonas Kaufmann, das sind die Zugpferde beim Kartenverkauf!..

Zum Bericht von Susanne Kittel-May

Eine weitere Meinung

München/ Bayerische Staatsoper: Eine Walküre der Superlative
Das war riesengroß – großartig – einzigartig! Dieser Abend im Nationaltheater bot ein übervolles Füllhorn tiefen Empfindens, weckt Begeisterung aus intellektueller, kulinarischer, optisch-akustischer Ansprache. Tiefes Erleben und Genießen kann wunderbares Essen, pralle Erotik und so ein Musiktheater bieten.
Tim Theo Tinn berichtet aus der Bayerischen Staatsoper in München
münchendiewalküre.klassik-begeistert

Berlin/ Deutsche Oper: „Carmen“ an Deutscher Oper Berlin: Sänger begeistern – Buhs für Regie
Mit großem Applaus ist am Samstagabend die Premiere von Georges Bizets „Carmen“ an der Deutschen Oper Berlin gefeiert worden. Der begeisterte Beifall und die vielen Bravorufe galten aber vor allem den vier Solo-Sängern und dem Chor der Deutschen Ope
Musik heute
Liebe geht durch die Nieren
Ole Anders Tandberg bringt in der Deutschen Oper eine neue „Carmen“ auf die Bühne
Tagesspiegel

Karlsruhe: Premiere SIMON BOCCANEGRA am 20.1.

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Nicholas Brownlee (Paolo Albiani), Ks. Barbara Dobrzanska (Amelia Grimaldi), Seung-Gi Jung (Simon Boccanegra), Yang Xu (Pietro), Rodrigo Porras Garulo (Gabriele Adorno), BADISCHER STAATSOPERNCHOR, EXTRACHOR

Foto: Falk von Traubenberg

Im ersten Finale zitiert David Hermann Leonardos „Abendmahl“. Und der religiöse Aspekt des Werkes wird bei dieser interessanten Aufführung stets ernst genommen. Man spürt auch, dass sich Genua im Bürgerkrieg befindet. Simon hat heimlich Maria Fiesco geheiratet, die stirbt. Gabriele hat ein persönliches Rachemotiv gegen Boccanegra, denn dieser verurteilte seinen Vater zum Tode. Diese „Komtur“-Szene erinnert sogar an Mozarts „Don Giovanni“. Und die Vorgeschichte wird gleichsam zur Erinnerung eines Politikers. Die ganze Inszenierung ist so aus einem besonderen Raum heraus entwickelt. Die alten Gemäuer haben Geschichte absorbiert. Und die aktuell politisch handelnden Personen werden dadurch massiv beeinflusst…

Zum Bericht von Alexander Walther

Diese Szenerie kenne ich, es dürfte sich um eine „Wanderinszenierung“ handeln.

Magdeburg: DANTONS TOD von Gottfried von Einem. Premiere am 20.1.

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Noa Danon. Copyright: Kirsten Nijhof

…In Magdeburg tut Intendantin Karen Stone gut daran, die Handlung nicht eindeutig zu verorten, weder im Paris des 18. Jahrhunderts noch im Ambiente einer der Diktaturen der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit. Die Szene von Ulrich Schulz, eine Brücke aus kaltem Metall, flankiert von zwei Treppen, öffnet oder schließt je nach Bedarf einen flexiblen Spielraum, der sich mit einer Tapete mit französischen Lilien in einen Wohnraum oder mit einem hochgefahrenen Lichtkäfig in ein Gefängnis verwandeln lässt. Auch Requisiten und Kostüme spielen mit den Zeitebenen, lassen an Barock, 68er oder die uniformierten Einheitsschnitte östlicher Diktaturen denken…

Zum Premierenbericht von Werner Häußner
Kritik – „Der Wildschütz“ am Münchner Gärtnerplatztheater: Null Bock auf Biedermeier
Albert Lortzing war ein Theatertier, Erfolgsgarant und Spaßmacher, an dem sich die Operettenwelt orientierte: Doch sind seine Werke heute noch aktuell genug? Das Gärtnerplatztheater versuchte es mit dem „Wildschütz“. Regie führte Georg Schmiedleitner, Premiere war am 20. Januar. Die Inszenierung versuchte das ein wenig altbackene Stück zu psychologisieren – mit bestenfalls gemischtem Erfolg.
BR-Klassik
„Der Wildschütz“ von Albert Lortzing – die AZ-Kritik
Lauter nette Pappnasen
Münchner Abendzeitung
Theatralischer Fehlschuss
Lortzings „Wildschütz“ am Münchner Gärtnerplatztheater
Neue Musikzeitung/nmz.de

Baden bei Wien: MASKE IN BLAU von Fred Raymond. Premiere am 20.1.

Unterhaltsam, schwungvoll und „voll Paprika“ ist die Neuinszenierung der „Maske in Blau“ von Fred Raymond, die am Samstag-Abend in Baden bei Wien  -mit Oliver Ostermann am Pult – stattfand. Der neue Intendant Michael Lakner holte seinen Ischl-Nachfolger Thomas Enzinger  als Regisseur und der orientierte sich an der Beliebtheit der „Gattung“ Musical und an der unspektakulären Karriere des 1900 in Wien-Landstraße geborenen Komponisten, der eigentlich Friedrich Raimund Vesely hieß und bis heute im Schatten von Lehar, Kalman und Stolz steht, obwohl er jede Menge „Ohrwürmer“ schrieb: oder haben Sie gewusst, dass Schlager wie „Die Juliska, die Juliska aus Buda- Budapest“ oder „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“ bzw. „Salzburger Nockerln, süß wie die Liebe“ von diesem  österreichischen Musiker stammt, der als Jurist und Bankbeamter seine Karriere begann, ehe er  über den Umweg Kabarett (mit Fritz Grünbaum) beim Tonfilm landete…

Zum Premierenbericht von Peter Dusek

Valletta startet in das Jahr als Europäische Kulturhauptstadt

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Valetta, die Hauptstadt von Malta. Foto: Wikipedia

Valletta (APA/dpa) – Valletta hat sich mit spektakulären Shows als Europas Kulturhauptstadt 2018 gefeiert. In der Hauptstadt Maltas und auf der gesamten Inselgruppe im Mittelmeer sind das Jahr über rund 400 Events geplant. Es soll sich dem Vernehmen nach aber eher um Feuerwerke und Touristenspektakel handeln. Die Hauptstadt wird von nur 6000 Menschen bewohnt, eine Kulturmetropole nimmt man ihr ohnedies nicht ab. Wozu also einen falschen Anschein erwecken und dabei womöglich pleite gehen

Apropos Pleite: Der Sonnenkönig ist pleite, Hannes Kartnigs tiefer Fall
Hannes Kartnig musste Insolvenz anmelden. Vom dekadenten Fußball-Macher bei Sturm Graz zum Pleitegeier – eine Chronologie.
Heute.at

Es ist für mich manchmal beängstigend, wie knapp ich kalkuliere. Kartnig und ich starteten ihre Fußballfunktionärskarriere etwa zum gleichen Zeitpunkt und unter ähnlichen Voraussetzungen. Hannes Kartnig nahm volles Risiko und hievte seinen Verein Sturm Graz in die Champions-Liga. Ich landete mit meinem Club bloß in der dritthöchsten österreichischen Spielklasse. Als ich gemerkt habe, dass ich auf dem Scheideweg von einem finanziellen Hasard zu einem gesicherten Rückzug stehe, bin ich abrupt auf die Bremse gestiegen. Hannes Kartnig gab weiter Gas – und landete im Gefängnis und nun in der Insolvenz. Monetär hat er sich nicht persönlich bereichert, er hat sich seine Anerkennung teuer erkauft. Soll ich nun froh und glücklich sein, weil ich so berechnend bin? Also, ich weiß nicht. Jedenfalls wünsche ich Hannes Kartnig, dass er nicht so pleite ist, wie er vorgeben muss.

Venedig: Rechnung von 1100 Euro: Restaurant in Venedig angezeigt
Ein einfaches Restaurant in Venedig soll japanischen Studenten für vier Koteletts, vier Fischplatten und ein wenig Mineralwasser 1100 Euro in Rechnung gestellt haben.
Die Presse

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/22-jaenner-2018


21. JÄNNER 2018

by ac | 21. Januar 2018 08:09

Dresden: Der von Christian Thielemann geleitete „Ring“ endete am Samstag-Abend mit Ovationen. Foto: Ernst Kopica

Ernst Kopica (aus Wien) leistete sich auf eigene Kosten eine Woche Dresden und verfolgte dort den „Thielemann-Ring“: Nun, es ist also vollbracht! Der erste komplette Thielemann-Ring an seinem Stammhaus, der Semperoper Dresden, ging am Samstag mit der „Götterdämmerung“ zu Ende. Zwei Tage zuvor wurde „Siegfried“ quasi „vom Winde verweht“! Draußen tobte Sturmtief „Friederike“, im Haus selbst konnte man dem Orchester-Sturm namens „Christian“ lauschen. Der Maestro, der zu Beginn der Tetralogie ein wenig kränkelte („Absagen tut man aber nur mit dem Kopf unter dem Arm“, Originalzitat C.T.) fegte durch die Wagner’sche Partitur als gäbe es kein Morgen. Da bedurfte es schon stimmgewaltiger Sänger, die da bestehen konnten, nicht zuletzt weil Thielemann auch immer wieder mit spektakulären Ritardandi und Generalpausen aufwartete, die man in dieser Form nur selten hört…

Ernst Kopica hat vor einigen Jahren Andreas Schager für unser Medium entdeckt – und nach eigenen Angaben animiert, Wagner zu singen. Das war zu jenem Zeitpunkt, als Schager in St. Margarethen den „Ersten Geharnischten“ in der Zauberflöte gesungen hat. Wieviel Kopica tatsächlich in Schagers Wagner-Helden steckt, vermag ich nicht zu sagen, dass der „Merker“-Mitarbeiter mit Schager aber sehr ausführlich geredet hat, später immer wieder in Kontakt blieb, kann ich aus eigener Wahrnehmung bestätigen.

Nun liegt uns wohl als erstem Medium der Abschlussbericht dieses Rings vor, zu dem übrigens nicht nur Herr Kopica, sondern Wagnerianer aus aller Welt angereist waren.

Zum Bericht von Ernst Kopica

Wien/Theater an der Wien: Rasende Königinnen auf knarzender Bühne – „Maria Stuarda“


Alexandra Deshorties und Marlis Petersen. Copyright: Monika Ritterhaus

Dominik Troger in www.operinwien.at:

Man könnte aber argumentieren, dass die Inszenierung von Christof Loy etwas ganz anderes aus dieser Oper gemacht hat: nämlich einen aufwendigen Zickenkrieg und kein gesangliches Psychoduell von Königinnen! Wer kümmert sich noch um „Belcanto“, wenn die beiden Sängerinnen dauern in Bewegung sein müssen, wenn der Chor sie bedrängt, da oder dorthin zerrt, wenn sie sich oft so exaltiert zeigen müssen, dass die entscheidende Szene – ihre Begegnung am Schluss des ersten Teils – als Kulminationspunkt praktisch untergeht. Die Gefühle sollten aus der Musik erwachsen, aus ihrer gesanglichen Vermittlung und nicht aus einer Bewegungschoreographie, die in ihrer übertriebenen Darstellungssucht manchmal fast schon an Satire grenzte. Die Personenführung war aber gut durchgearbeitet, der Chor zum Beispiel – als Hofstaat eingesetzt – wurde individuell geführt. Doch erst im zweiten Teil, mit seinem leicht oratorienhaften Anstrich, stellte sich szenisch mehr Ruhe ein, die der Aufführung insgesamt sehr gut tat.
Der Abend zerfiel szenisch also in zwei Teile – vor und nach der Pause..

Auszug aus „ORF.at“: Mit Donizettis „Maria Stuarda“ steht im Theater an der Wien seit gestern eine Belcanto-Rarität auf dem Spielplan. Der Premierenabend gelang unter der musikalischen Leitung von Paolo Arrivabeni und dank der herausragenden Leistung von Marlis Petersen zu einem musikalischen Highlight und tröstete über die recht einfallslose Regie Christof Loys hinweg…

Zickenkrieg der Königinnen?
Das Theater an der Wien macht mit seiner aktuellen Produktion einen Abstecher ins italienische romantische Repertoire: „Maria Stuarda“ von Gaetano Donizetti bringt den Machtkampf zwischen der englischen Königin Elisabeth I. und ihrer schottischen Gegenspielerin Maria Stuart auf die Bühne.
„Maria Stuarda“, Premiere, Theater a.d. Wien
http://www.operinwien.at/werkverz/donizett/amaria.htm
Rasende Königinnen auf knarzender Bühne
Mit Donizettis „Maria Stuarda“ steht im Theater an der Wien seit gestern eine Belcanto-Rarität auf dem Spielplan. Der Premierenabend gelang unter der musikalischen Leitung von Paolo Arrivabeni und dank der herausragenden Leistung von Marlis Petersen zu einem musikalischen Highlight und tröstete über die recht einfallslose Regie Christof Loys hinweg.
http://orf.at/stories/2423242/
Zwei Königinnen auf leerer Bühne
Die Presse

Heute Ballettpremiere in der Wiener Staatsoper: PEER GYNT
Jakob Feyverlik und Alice Firenze. Copyright: Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Choreograph Edward Clug sagte im Gespräch mit Ira Werbowsky:

„Wir hatten einen intensiven Prozess, wir erarbeiten das Stück mit einigen kurzen Unterbrechungen seit September. Ich habe zwei Besetzungen ausgewählt, beide Casts sind prädestiniert für ihre jeweiligen Rollen, aber doch in ihren Persönlichkeiten sehr unterschiedlich, also habe ich auch unterschiedlich mit ihnen die Partien erarbeitet. Die Tänzer entdecken sich selbst in den jeweiligen Rollen. Jakob Feyferlik wird die Premiere tanzen, die Alternativbesetzung ist Denys Cherevychko. Das sind zwei komplett verschiedene Tänzer, die in ihrer Interpretation durch ihre Bewegungen die Gedanken des Peer Gynt überbringen. Ich bin sehr glücklich und zugleich schon ungeduldig und neugierig, die Premiere mit der Compagnie und dem Publikum zu erleben.“

Kartenbüros – eine langsam dahinsiechende Branche?

Der Rechnungshof-Rohbericht über die Kartenverkauf-Usancen der Wiener Staatsoper wirbelt in der Oper nahestehenden Kreisen jede Menge Staub auf. Im konkreten Fall sollte man sich eher die Rolle der beteiligten Vereine ansehen (Karten zu 60 % verbilligt als Jugendkarten einkaufen und dann mit 40 % Aufschlag „verbilligt“ um 20%“ an Erwachsene weiterverkaufen), ins Gerede kommen aber in erster Linie die „bösen Kartenbüros“, die Aufschläge auf Opernkarten verrechnen. No na, das ist ja deren Geschäft – und außerdem scheint es, als würde man auf einen toten Hund einprügeln, denn in Zeiten des Online-Verkaufs wird es den Kartenbüros so ergehen wie dem „Greißler ums Eck“ (für Nichtösterreicher: gemeint sind die Kleinkrämer). Eine absolute Insiderin lässt uns in die Szenerie blicken:

„Ich habe ja u.a. dort, wo ich arbeite, ein Kartenbüro angeschlossen gehabt, das haben wir dann vor 10 Jahren aufgegeben, als alle begonnen haben Online Karten zu kaufen. Daher gibt es nur noch wenige Kartenbüros

Auch wenn sich vieles verändert hat, in der Staatsoper hat sich nicht so viel verändert. Ich kann nicht beschwören ob alles noch immer genauso ist – aber ich weiss dass es für gewisse Plätze im Haus einen gewissen „Pool“ gab – ich weiss nicht ob es das exakte Wort ist. Der Pool bewegte sich in verschiedenen Preislagen

Kartenbüros haben ganz gewisse Plätze für eine Saison gehabt, die haben sie fix gekauft, da gab es auch keine Möglichkeit des Tausches oder der Rückgabe. Das Risiko blieb komplett beim Kartenbüro, dafür hatten sie auch für beliebte Vorstellungen Karten in allen Kategorien und durften preislich nach Gutdünken disponieren.

Da sie aber auch Vorstellungen kaufen mussten, die nicht so gut verkaufen waren – mussten diese erzwungenen und vorhersehbaren Fehlinvestitionen durch die begehrten Karten wieder ausgeglichen werden.  Das konnten sich aber nur sehr gut vernetzte und große Kartenbüros leisten. Auch das ist ein Grund warum es kaum mehr Kartenbüros gibt.

Eines der – immer noch ganz großen Kartenbüros ist das Kartenbüro Jirsa, das war aber auch immer extrem vernetzt. Und verrechnete  auch hoch erscheinende Preise, was auch damit zusammenhängt, dass sie das alleinige Risiko tragen. Das wiederum verstehen viele „normale“ Kunden nicht, früher gab es auch wesentlich mehr Vorstellungen, bei denen  es sich lohnte,  Poolkarten zu haben. Heute sind es nur noch wenige Vorstellungen, bei denen es sich auszahlt. Ein sehr schwieriges Geschäft. Aber nicht nur bei der Staatsoper. Ich hoffe, ich habe es halbwegs erklärt.

Sprachregelungen – oder bereits Sprachdiktatur?

Dr. Renate Wagner ist Klartext gewohnt, besser gesagt, wir sind gewohnt, dass sie Klartext schreibt. Damit eckt sie manchmal an, so wie im konkreten Fall „Werk X“:

 

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, lautet ein Grundsatz der „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, und man wünschte sich, das wäre nicht nur ein idealistisches Postulat, sondern die Realität. Wie man hingegen weiß, ist die Freiheit vieler absolut nicht gewährleistet, es gibt reale Sklaverei heutzutage, es gibt die Sklaverei, in totalitären Staaten leben zu müssen, es gibt die Sklaverei, die durch ökonomische Verhältnisse hervorgerufen wird. Und ob allen Menschen ihre Würde und ihre Rechte gegeben werden, kann angezweifelt werden.

Nun hat eine größere Anzahl brutaler Kriege die Soziologie der Welt schweren tektonischen Veränderungen unterworfen, die Welt ist durch Flüchtlingsströme auf einmal durcheinander gemixt, wir leben in einer neuen Völkerwanderung, die für niemanden gut ist – nicht für jene, die wandern müssen, nicht für jene, die ungefragt überlaufen werden. Dabei wird niemand einem Menschen sein Menschen- und Lebensrecht absprechen, vor Bedrohung an Leib und Leben, aber auch vor der absoluten Chancenlosigkeit einer Existenz davonzulaufen.

Die neue Problematik bringt allerdings viele Schwierigkeiten mit sich, allein in der Sprachregelung. Verlangt wird, dass die „anderen“, die da kommen, nicht mehr als solche definiert werden…

...Ist uns eigentlich klar, was wir da tun? Sagen wir damit nicht: „Schwarz darf nicht sein“? Was bedeutet das? Wäre die logische Konsequenz nicht: Schwarz darf nicht sein, weil es schlecht ist? Merken die Menschen, die dergleichen fordern, nicht, in welch gedankliches und ideologisches Chaos sie da hineingeraten? Wir dürfen nicht mehr unterscheiden, weil automatisch impliziert wird, dass Unterscheidung Diskriminierung bedeutet. Wohin sind wir geraten, wohin führen die Unterstellungen?

Um zum Ausgangspunkt, dem Telefonat des Werk X-Pressechefs, zurück zu kehren: Es steht jedermann absolut frei, jeden Migranten, der nach Österreich kommt, sofort als Landsmann zu begrüßen und zu betrachten. Wenn ich das nicht tue, wünsche ich allerdings, nicht dafür gemaßregelt zu werden. Die Freiheit der Meinung, die ich jedermann zugestehe, verlange ich auch für mich persönlich.

Heute Premiere/Berlin/ Deutsche Oper: Bei „Carmen“ hängt alles an der Drehbühne
Die „Carmen“-Premiere an der Deutschen Oper kämpft mit technischen Problemen. Eine Reportage.
Berliner Morgenpost

München: Anja Kampe zur Bayerischen Kammersängerin ernannt
Musik heute

Endloscausa um (angeblich) gefeuerten Dramaturgen-Spaßvogel
Arno Lücker mit Daniel Hope. Foto: Facebook

We went to the Philharmonie Essen, where Daniel Hope played tonight. After his concert we met him, we apologized and we made this nice pic together as a sign of respect! We all agreed to put this behind us and return to music.

Dazu ist zu sagen, dass der Mann natürlich nicht gefeuert wurde, er darf als freier Mitarbeiter bloß nicht mehr für das Berliner Konzerthaus arbeiten. Es lebe der Unterschied!

Ich bemühe mich, die Dinge von allen Seiten zu betrachten. Herr Lücker hat mit seiner als Satire gemeinten „Lustigkeit“  über das Ziel hinaus geschossen. Ich denke, dass er das weiß und künftig gebremster agieren wird. Daniel Hope wiederum hat mit seinem Protestgeheul erst auf diese Sache weltweit (ja, weltweit, Sie lesen richtig. Mittlerweile hat der Guardian und die New York Times über diesen Fliegenschiss berichtet) aufmerksam gemacht – und spielt nun den „Guten“. Der Konzerthaus-Intendant hat nun den Schwarzen Peter – aber auch der hat diesen redlich verdient. Der Herr Lücker ist freier Mitarbeiter des Konzerthauses, es war also gar nicht nötig, ihn mit Pomp und Fanfare zu feuern. Ein Taktiker macht das anders.

Und nochmals zu Herrn Lücker: Der hat eine unbezahlbare Werbung völlig gratis geschenkt bekommen – und wenn er nicht ganz blöd ist, dann nützt er diese Chance.

Angst, Kleinmut und ein viraler Scherbenhaufen
Update zum Fall Lücker/Hope – für den Teil der Blog-Leserschaft, der nicht die Weltpresse verfolgt: Denn über die Sache mit dem Moderator, den das Konzerthaus Berlin wegen eines satirischen und/oder schmähenden Videos über Daniel Hope rausschmeißen will (siehe hier und hier), berichtet mittlerweile nicht nur BR Klassik, sondern auch die Londoner Times und die New York Times.
https://hundert11.net/hope-luecker-nordmann-zum-dritten/
Geht doch!
Der Dramaturg und Daniel Hope haben sich offenbar ausgesöhnt
Konzertgänger

OPER FRANKFURT: HEUTE PREMIERE „ENRICO“
Holger Falk (Enrico) und Juanita Lascarro (Marchesa Matilda Spina). Copyright: Barbara Aumüller

Premiere / Frankfurter Erstaufführung am 21. Januar 2018

WIEN / Vestibül des Burgtheaters: SATURN KEHRT ZURÜCK von Noah Haidle

Österreichische Erstaufführung. Premiere: 20. Jänner 2018  

Zum Bericht von Renate Wagner

Berlin/ Deutsches Theater: ULYSSES nach James Joyce
Ulysses mit Edgar Eckert, Cordelia Wege, Ulrich Matthes, Benjamin Lillie, Manuel Harder, Birgit Unterweger. Foto Arno Declair

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Deutscher Skifahrer gewinnt die schwerste Abfahrt der Ski-Welt

Ich bin Lichtjahre davon entfernt, Chauvinist zu sein. Das Geplärre von Polzer und Co. bei TV-Übertragungen halte ich nur schwer aus. Deshalb freue ich mich, dass ein bisher wenig bekannter deutscher Skifahrer die Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel gewonnen hat. In nachstehedem Video sehen Sie, wie er unmittelbar nach seiner Fahrt die Hände gen Himmel streckt. Melodramatisch legen das Zeitungen als Gruß für seinen in Sölden vor wenigen Jahren tödlich verunglückten Vater aus. Mag sein, dass es auch diesem galt. Aber der Himmel hat bei dieser Siegesfahrt eindeutig mitgespielt. Unmittelbar vor und während seiner Fahrt bestrahlte nämlich die Sonne den Hang, während es zuvor bei den Konkurrenten ziemlich düster war. Der Sieger wusste also sehr wohl, bei wem er sich zu bedanken hat.

Thomas Dreßen gewinnt die schwierigste Ski-Abfahrt der Welt
Deutscher Abfahrer fuhr den ÖSV-Läufern „um die Ohren“
Youtube-Video der Siegesfahrt

Folgende Beamtenverordnungen gibt es immer noch – in Deutschland. Sie sind nach wie vor nicht aufgehoben!

 

„Die Dienstreise eines Beamten endet mit seinem Tod“

„Das generelle Rauchverbot ist bei Ausbruch eines Brandes aufgehoben“

Quelle: „Der Opernfreund“

Haben Sie einen schönen Sonntag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/21-jaenner-2018


20. JÄNNER 2018

by ac | 20. Januar 2018 08:33

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Wiener Staatsballett: Sonntag Premiere „Peer Gynt“. Alice Firenze, Jakob Feyferlik. Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Das Interview, das Ballett-Expertin Ira Werbowsky mit dem Chreographen Edward Clug gemacht hat, können Sie heute in voller Länge in unseren „Infos des Tages“ bzw. unter „Interviews“ lesen. Die Premiere ist morgen, Sonntag – bereits um 18.30 h.

Zum Interview mit Edward Clug

Heute (19 h) Stream aus der Wiener Staatsoper: DON GIOVANNI

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„Don Giovanni“: Ludovic Tezier und Luca Pisaroni. Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn.

Die Kritik (Wolfgang Habermann) über die erste Aufführung der Serie hat bei mir das Interesse an anderen Meinungen geweckt, besonders die über Annette Dasch, die mit der Donna Elvira ihr Wiener Staatsoperndebüt beging. Ich schreibe bewusst nicht „feierte“, denn dazu besteht wenig Anlass. Tatsächlich fand ich sehr viel Übereinstimmung in nunmehr drei Meinungen von drei Rezensenten, die einander persönlich gar nicht kennen.

Thomas Prochazka schreibt über Annette Dasch: Annette Dasch, die Donna Elvira des Abends, debutierte in dieser Serie an der Staatsoper. Auch in der zweiten Vorstellung schien sie nicht angekommen zu sein im Haus am Ring. Oder, anders formuliert: So eilig hätt’ ich es mit dem Debut nicht gehabt…

Daschs Stimme: Den ganzen Abend über unruhig, flackernd; zuweilen irrlichternd. Mit offenen und dadurch schrillen Höhen, (zu)wenig Volumen in der Tiefe und einigen selbst für vazierende Beobachter hörbaren … äh … Intonationstrübungen.

Zum Bericht von Thomas Prochazka in dessen eigener Website.

Dominik Troger stellt uns ebenfalls (und das seit vielen Jahren) die Berichte in seinem Opernblog www.operinwien.at zur Verfügung

Annette Dasch gibt als Donna Elvira in dieser Aufführungsserie ihr (viel zu) spätes Staatsoperndebüt. Die Sängerin ist in Wien bereits vor mehr als zehn Jahren im Theater an der Wien und an der Volksoper aufgetreten. Damals lag Mozart noch in überzeugenderer Reichweite ihres Soprans. Bereits das gesanglich sehr unausgewogen dargebrachte „Ah! chi mi dice mai” verhieß für diesen Abend nichts Gutes und das „Mi tradì, quell’alma ingrata“ musste Dasch ihrer Stimme (und dem zähen Dirigat) fast schon „abtrotzten“. Mit Nachdruck gesungene Höhen, eine kaum mehr vorhandene Tiefe, dann und wann rutschende Intonation sowie wenig Gestaltungsvermögen trübten insgesamt ihre Darbietung.

Und Ludovic Tezier? Aus nicht leicht erklärbaren Gründen nimmt man ihm den Frauenhelden nicht so ganz ab:

Téziers Organ verströmte denn auch im Ständchen lyrische Üppigkeit wie Schokocreme, sie zeigte sich heroisch standhaft gegenüber dem Komtur und sie umschnurrte zielbewusst Zerlina.

Trotzdem vermochte Téziers Rollenporträt nicht wirklich zu überzeugen, der Schaumwein, den er mit seiner Champagnerarie kredenzte, brachte das Publikum nicht in Wallung. Der Szenenapplaus war mäßig, nur ein einsamer Bravorufer tönte von der Galerie. Fehlte Tézier die Aura des verruchten Verführers, des lockeren Showstars, der dem „odor die femina“ begierig folgt? …

Zum Bericht von Dominik Troger

Sie haben heute die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen!

Wiener Staatsoper: Das Problem Kartenvergabe ist doch nicht so ein „Klacks“, wie ich gestern vermutet habe

Auch mir wurden Details zugespielt. Die Reise- und Kartenbüros werden meist mit Karten der teuersten Preiskategorie beteilt, was den meisten Wiener Opernfreunden – soferne diese nicht in Geld schwimmen – eher wenig ausmachen wird. Die mit dem Tourismus in Verbindung stehenden Karten betrachte ich deshalb als eher nicht einer kritischen Betrachtung wert. Die beteilten Kartenbüros sind aber angeblich auch „verpflichtet“, als Ausgleich für die „Superevents“ Karten für schwer verkäufliche Vorstellungen zu übernehmen.

Ich kenne nun die Gepflogenheiten nicht und bitte um Aufklärung aus dem Leserkreis (die Staatsoper will ich diesbezüglich nicht fragen): Übernehmen die Kartenbüros die Karten bloß in Kommission (und können sie bei Unverkäuflichkeit zurückgeben), oder tragen sie das Risiko, mit Schaden aus diesem aufgezwungenen (?) Geschäft auszusteigen?

Aber da gibt es andere Gepflogenheiten, die bereits an Betrug grenzen. So soll der Verein „Jeunesse“ 2014/2015 1000 mit Karten für Jugendliche, die zu 60 % ermässigt sind, mit einer Ermäßigung von nur 20 % an Erwachsene weitergegeben haben! Die Differenz von 40 % verblieb dem Verein. Heinz Sichrovsky listet das in News genau auf, ich will da keine Klage riskieren.

Meine Tochter, Juristin, meint (ohne genaue Kenntnis der Sachlage), dass das glatter Betrug ist! Wenn dem so wäre, müsste es personelle Konsequenzen beim Verein geben!

Neu: Bezüglich der Gepflogenheiten habe ich bereits Antwort erhalten. Diese stelle ich morgen an dieser Stelle ein. Dass das Geschäft mit Theaterkarten heute sehr mühsam ist, leuchtet mir ein. Durch die Möglichkeit der Online-Bestellung konnten nur wenige Büros überleben – und das „Anstellgeschäft“ für Studenten ist auch „im Eimer“.

AMSTERDAM: Premiere TRISTAN UND ISOLDE (Albrecht; Audi;Merbeth, Breedt; Gould, Groissböck, Paterson)

Stephen Gould (Tristan), Ricarda Merbeth (Isolde), Günther Groissböck (König Marke) © DNO 2018
Stephen Gould, Ricarda Merbeth, Günther Groissböck. Copyright: DNO 2018

Von dieser Premiere bieten wir eine Kritik wie auch einen Trailer an

ZUM TRAILER

Amsterdam: Tristan und Isolde smoulders at Dutch National Opera
bachtrack

Torino: Bühnenteil stürzt in Turiner Oper herab. Zwei Verletzte
Mitten bei einer Aufführung von Puccinis Oper „Turandot“ ist in Turin ein Bühnenteil von der Decke gestürzt und hat zwei Menschen verletzt. Die beiden Chorsänger seien am Donnerstagabend ins Krankenhaus gekommen, wurden aber nicht schwer verletzt, teilte das Teatro Regio in der norditalienischen Stadt mit. Ein Teil, das den Mond darstellen sollte, war am Ende des zweiten Aktes herabgestürzt. Es entstand Panik. Die Aufführung wurde abgebrochen, die Zuschauer nach Hause geschickt.
Musik heute

In Wiener Konzerthaus beginnen heute die „Resonanzen“

Festival „Resonanzen“: Der ferne Klang ganz nah
Wiens Festival Alter Musik lockt unter dem Motto „Eurovisionen“ von 20. bis 28. 1. ins Wiener Konzerthaus
Der Standard

Bariton Georg Nigl über die Oper: Wühlen wie besessen
Der Bariton Georg Nigl ist Spezialist für große Schmerzensmänner. Hier erklärt er die Geheimnisse seines Opernextremismus.
Sueddeutsche Zeitung
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PILSEN/ TSCHECHIEN: HEUTE PREMIERE „HAMLET“ VON AMBROISE THOMAS
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Thomas Weinhappel als Hamlet. Foto: Oper Pilsen
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Am Samstag, den 20.1.2018, feiert Ambroise Thomas französische Oper „Hamlet“ an der Nationaloper Josef Kajetán Tyl Theater (benannt nach dem Autor der tschechischen Nationalhymne) in ihrer 2014 eröffneten zweiten Spielstätte, der Nova Scena, im tschechischen Pilsen Premiere.
Regie führt der Direktor des Hauses Martin Otava. Am Pult steht Norbert Baxa. Für die Bühne zeichnet Pavel Kodewa, für die Kostüme Aleš Valášek verantwortlich.Der österreichische Thomas Weinhappel singt – wie bereits 2016 am Opernhaus Ostrau und 2017 in Prag – die Rolle des dänischen Prinzen.
Thomas Weinhappel ist am 6.4. in unserer Online-Galerie für ein öffentliches Künstlergespräch zu Gast.
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HEUTE STREAM: „SWR YOUNG OPERA STARS“

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It gives us great pleasure to announce that we will be streaming the Emmerich Smola Award 2018 live on sonostream.tv  on Jan. 20 at 7 p.m. from the Jugendstil Festival Hall-Landau.

Along with our own sono artists virtuoso soprano Cecilia Lee, „SWR YOUNG OPERA STARS“ will be showcasing the following five exceptional young opera singers:

Carolina López Moreno, soprano (Germany). Josy Santos, mezzosoprano (Brazil). Gyula Rab, tenor (Hungary). Ilya Kutyukhin, baritone (Russia). Samuel Hasselhorn, baritone (Germany)

 Broadcast Times
Internet live-streaming on the evening of the concert, January 20th, 2018, 7-10:30 p.m. on www.sonostream.tv . The stream is available as video on demand from January 24th for seven days.

Filme der Woche

FilmPoster Die dunkelste Stunde~1
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Winston Churchill ist jener britische Staatsmann, der während des Zweiten Weltkriegs einige Entscheidungen getroffen hat, die sich im Nachhinein als richtig erwiesen haben (darunter jene, mit Adolf Hitler um keinen Preis zu verhandeln). Schon das macht ihn zu einem nationalen Helden und zu einer großen Figur der Weltgeschichte. Aber wie sah die Realität hinter den Geschichtsbüchern aus? Das fragt dieser Film von Regisseur Joe Wright, und obwohl man ganz schön „Nachhilfeunterricht“ erhält (wogegen ja nichts zu sagen ist!), sind es letztendlich zwei geradezu unterhaltende Stunden Weltgeschichte geworden… gebrochen durch die Persönlichkeit eines großen Mannes.

Denn Churchill, der ewig Zigarren paffende Alkoholiker, der den Tag mit einem Glas Whisky begann, ist natürlich auch eine köstliche, gewissermaßen leinwandgerechte Figur, in seiner eher unappetitlichen Rundlichkeit und schnaubenden Schwerfälligkeit, vor allem in seiner Direktheit, ja Rücksichtslosigkeit im täglichen Umgang mit der Mitwelt. Er hatte zu Kriegsbeginn nichts zu verlieren, er war über 60 und einer der bestgehassten Männer seiner Zeit. Aus der englische Hocharistokratie stammend, dekorierter Militär, Journalist und Schriftsteller, hatte er es nie darauf angelegt, sich Freunde zu machen. Das Amt des Premierministers schob man ihm 1940 zu, weil der Vorgänger es vergeigt hatte und sich niemand um die Verantwortung riß, England gegen ein über die Maßen gerüstetes Drittes Reich durch den Krieg zu führen…

So politisch dieser Film in den gezeigten Abläufen auch ist, so erlebt man doch „Churchill privat“ …

Wien: Wienwert: Hochtrabende Baupläne, tiefer Fall
Schlaflose Nächte für betroffene Anleger, Schuldenberg wird Wienwert intern mit 32,5 Millionen Euro beziffert. Haftungen, Bürgschaften und etwaige Bankschulden nicht eingerechnet.
Kurier

Ein direkter Zusammenhang mit der Wiener SPÖ besteht augenscheinlich nicht, wohl aber wurde von Betreibern die Nähe zur SPÖ gesucht (in Wien geht nichts ohne die „Roten“) und auch gefunden. Auch der Firmenname wurde bewusst „Wien-nahe“ gewählt. Wer von den Anlegern sich aber von der Nähe zur Stadtpartei beeindrucken hat lassen, ist igendwie selbst schuld – und darf sich auf 3 – 5 Prozent freuen!

Übrigens: Hannes Kartnig, ehemaliger Präsident des Fußballclubs Sturm Graz, ist (offiziell) pleite und in Insolvenz und bietet seinen Gläubigern satte 2 (!) Prozent an. Dass dieses neue Privat-Insolvenzrecht solche Figuren zuerst anlocken wird, war wohl klar. Im Grunde genommen ist jeder ein Volltrottel, der seine Schulden bezahlt!

London: Prinz William: Neuer Look! Aber ist diese Frisur wirklich 200 Euro wert?

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Der Briten-Prinz machte kurzen Prozess und ließ sich Haare abrasieren. Das Internet ist voll des Lobes für den neuen Look, William selbst bezahlte aber einen stolzen Preis.
Kleine Zeitung

Kommt ein Glatzkopf zum Friseur. „Was wünschen der Herr?“ – Abstauben bitte!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/20-jaenner-2018


19. JÄNNER 2018

by ac | 19. Januar 2018 08:53

37grad
Grüße von einem ständigen Online-Merker-Leser aus Rio. Bei uns wird es kalt, in Rio hat es 37 Grad. Foto: Fritz Krammer

Es steht Ihnen frei, Fritz Krammer deshalb zu beneiden. Ich tu es nicht, denn ich gewinne auch dem Winter angenehme Seiten ab. Wie herrlich ist es doch in meiner Wiener Dachgeschoßwohnung, wenn der Regen auf das Dach prasselt (wie soeben um 7 h früh )- und ich sitze an meinem Vormittags-Arbeitsplatz mit Blick über Wien in der  gutgeheizten Wohnung – der Redaktionshund Theo räkelt sich neben mir. Auch der Winter ist auszuhalten!

Wiener Staatsoper: Der Rechnungshof kritisiert die Kartenvergabe

Es handelt sich – das sei vorausgeschickt – vorerst um den Roh-Bericht. Wesentliche Änderungen sind jedoch im Schlussbericht auch nicht zu erwarten.

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Die Vergabe von Tickets der Wiener Staatsoper an externe Kartenbüros und Vereine beschäftigt den Rechnungshof (RH).

Wie laut „News“ aus einem Rohbericht zur RH-Prüfung der Staatsoper hervorgehe, würden hohe Kontingente bereits zu Saisonbeginn ausgegeben und zu weitaus höheren Preisen weiterverkauft. Bei der Vergabe gebe es keine Verträge oder Richtlinien…

Einer der Hauptkritikpunkte betreffe die ungeregelte Vergabe von etwa 45.000 Eintrittskarten an Kartenbüros und Vereine. Der RH bezeichne die Vorgänge wörtlich “als intransparent und grundlegenden Elementen eines internen Kontrollprinzips (…) widersprechend. Außerdem barg diese Vorgangsweise Risiken hinsichtlich Korruption und Nichteinhaltung von Compliance-Regeln.”…

Dazu ist zu sagen, dass man der Staatsoper nicht vorwirft, selbst diese Karten zu erhöhten Preisen zu verscherbeln. Ein Kartenbüro lebt von den Aufpreisen – dafür bietet es dem Käufer Bequemlichkeit (auch Opernfreunden, die sich mit Online-Bestellungen nicht so gut auskennen). Zu den Vereinen: Überall dort, wo Karten knapp sind, gibt es „Freunde-Vereine“. Deren Mitglieder erwarten Bevorzugung beim Kartenkauf – und diese erfolgt in der Regel auch. Wozu soll sonst so ein „Freundschaftsverein“ gut sein? Die Staatsoper hat eben ein Luxusproblem, denn dort, wo es Karten in Hülle und Fülle gibt, wird niemand zu erhöhten oder überhöhten Preisen verkaufen können. Die Karten, die an diverse Touristikorganisationen gehen, sind deswegen absolut gerechtfertigt, weil Wien und auch der Bund durch den Fremdenverkehr einen nicht unbeträchtlichen Mehrwert erzielen.

Man kann der Staatsoper eventuell vorwerfen, dass sie es sich zu leicht macht und auf den Verkauf durch diese Partner baut. Man muss aber auch nach den neuesten News-Veröffentlichungen (mir eben zugegangen) sagen,  dass ein vertragsloser Zustand mit den Kartenverteilern fahrlässig ist, wenngleich auch der penibelst ausgetüftelte Vertrag bei einer Insolvenz eines Kartenbüros (kürzlich in Salzburg/Polzer erlebt) – nicht vor Schaden schützt. Betrug kann man der Staatsoper sicher nicht vorwerfen, aber entweder Blauäugigkeit oder Schlamperei.  – Der Rechnungshofbericht wird zu einem (teilweisen) Umdenken führen – dazu wird er nämlich erstellt.

Dazu passend: Elbphilharmonie warnt vor betrügerischen Leerverkäufen
Die Hamburger Elbphilharmonie warnt vor betrügerischen sogenannten Leerverkäufen mit noch gar nicht existierenden Konzerttickets.
Oberösterreichischen Nachrichten

Die Staatsoper verteidigt das ebenfalls kritisierte Live-Stream-Projekt

Ich bin Abonnent der Staatsoperstreams und lege Wert auf die Feststellung, dass ich mir von der Staatsoper nichts schenken lasse – ich bezahle also das Abo. Verstehen kann ich die Vorgangsweise eher nicht, weil es sich dabei in Summe eigentlich um „Peanuts“ handelt, für die die Zeit der Rechnungshof-Prüfer zu schade ist. Ich weiß nicht, wer der Staatsoper eingeredet hat, dass die Streams ein Bombengeschäft werden können. Das habe ich nie geglaubt, glaube es auch jetzt nicht und werde es wohl nie glauben. Die Verantwortlichen leben anscheinend in ihrem eigenen Kosmos und bedenken nicht, dass Oper ein Minderheitenprogramm ist, das bis auf ganz wenige Menschen niemand wirklich interessiert. Damit lässt sich nicht großes Geld machen. Ich war zeitlebens Kaufmann und kann rechnen. Die Streams sind ein notwendiges Prestigeprojekt, lassen sich problemlos unter „Werbung“ auch in der Bilanz unterbringen und eignen sich nicht dafür, medial hochgespielt zu werden.

Die wichtigsten Opernhäuser der Welt bieten Streams kostenlos an – freilich nicht so viele (auch meist in der technischen Auswahlmöglichkeit), wie es die Staatsoper tut. Die Met hat das Kino für sich entdeckt und macht damit angeblich satte Gewinne. Aber die Met hat das „Opernkino“ eben erfunden, war der Erste am Platz und ist somit das Original. London versucht die Met zu kopieren, kann aber mit dem Original nicht mithalten. Auch dieser Rahmen ist also ausgeschöpft.

Die Wiener Staatsoper kontert den Vorwürfen (oder Anregungen) wie folgt:

Bezüglich des Livestream-Projekts legt die Staatsoper Wert auf die Feststellung, dass dafür 1,4 Millionen Euro an Sponsorengeldern lukriert und dadurch unter anderem sämtliche Investitionen getragen wurden. Die Erlöse kämen daher direkt dem Haus zugute. Diese seien zudem seit der ersten Saison des Vollbetriebs (2013/14) deutlich gestiegen. “Viele Opernhäuser bieten Livestreamings von Vorstellungen als Marketingmaßnahme an, wir sind aber das einzige Haus, das Einnahmen daraus erzielt”, so ein Staatsopern-Sprecher.

Gut, das klingt einleuchtend, dennoch ist das Projekt „Geschäft mit dem Live-Streams“  bestenfalls eine Spielerei und wird deshalb offenbar aus diesem Grund nicht von anderen Häusern verfolgt.

Auch wir vom Online-Merker wollten einmal den Zugriff auf unsere Seite von einem kleinen Obolus abhängig machen, sind aber dann davon abgekommen, weil wir die Relationen begriffen haben (Minderheitenprogramm). Wir haben ein Spendenkonto eingerichtet. Ich halte die Staatsoperstreams für eine gute Sache und würde sie deswegen sogar auf freiwilliger Basis finanziell unterstützen. Würde das seitens der Staatsoper so gehandhabt, kann sich der Rechnungshof mit seiner Kritik „brausen“!

Der Rechungshof kritisiert Karten-Vergabepolitik und Live-Stream-Gebaren der Wiener Staatsoper
http://www.vienna.at/kartenvergabe-der-wiener-staatsoper-von-rechnungshof-rohbericht-kritisiert/5633799
Rechnungshof-Rohbericht kritisiert Kartenpolitik der Staatsoper
Weitergabe an externe Kartenbüros mit hohen Aufschlägen
Der Standard
Rechnungshof-Rohbericht: Kritik an Staatsopern-Ticketvergabe
Laut News auch Kritik an Livestreaming-Projekt
Kurier

Klassische Musik in der Krise?“ Das Opernpublikum läuft davon“
Berthold Seliger im Gespräch mit Mascha Drost
Deutschlandfunk/Kultur

Heute im Theater an der Wien: MARIA STUARDA


Marlis Petersen. Copyright: Monika Rittershaus

Marlis Petersen: Im Königreich der Koloraturen
Die Starsopranistin gibt ab 19. Jänner die Titelpartie in Donizettis „Maria Stuarda“. Ein Gespräch über den Reiz leerer Bühnen, die opernhaften Emotionen und die Verbindung von Psychologie und Gesang
Der Standard
Zwischen Opern und Oliven
Interview mit Marlis Petersen
Kleine Zeitung

Wien: Placido Domingo gab am Philharmoniker-Ball den Takt an
Kleine Zeitung

Dieser Mann ist ein Phänomen. Er hat überall seine Finger drin und wird erst Ruhe geben, wenn er nicht mehr kann.

Daniel Hope – Streit um Internet-Video: Satire oder Beleidigung

Auszug aus BR-Klassik: Vor knapp drei Wochen postete der Dramaturg und Komponist Arno Lücker, der für das Konzerthaus Berlin bislang eine Veranstaltungsreihe moderierte, ein sogenanntes Shred-Video auf dem „Bad Blog of Musick“, einem Blog der Neuen Musikzeitung unter Federführung des Komponisten Moritz Eggert. Bei einem Shred-Video werden die Bilder humoristisch nachsynchronisiert. Eine der vielen Kunstformen im Netz, für die Kreative sich Materials aus den Weiten des Internets bedienen – in den allermeisten Fällen ohne die Betroffenen um ihr Einverständnis zu bitten.

Im Falle des Videos mit Daniel Hope sah das wohl ungefähr so aus – lässt sich aus der Berichterstattung herauslesen (der Redaktion liegt das Video nicht vor): Hope kommt auf die Bühne, spricht statt über die Musik unter anderem über Genitalien, danach hört man eine grauenhafte Performance des Geigers mit dem Pianisten Ludovico Einaudi, die so natürlich nie stattgefunden hat.

Nach drei Stunden nimmt Arno Lücker selbst das Video wieder vom Netz. Um die 70 Mal wurde es angeklickt bis ihn ein Bekannter bereits vor den Folgen warnte, wie Lücker selbst gegenüber BR-KLASSIK erklärt.
BR-Klassik

Gar so harmlos ist dieser Scherz nicht und die „Freiheit der Kunst“ wird da arg strapaziert. Ich bin ein sehr humorvoller Mensch (den erkennt man daran, dass er über sich selbst lachen kann), aber ich kann verstehen, dass Herr Hope etwas frustriert war. Deswegen muss man den Herrn Lückert nicht um seinen Arbeitsplatz bringen, was aber angeblich nicht Daniel Hope, sondern der Arbeitgeber Berliner Konzerthaus machen will. Vielleicht gibt es doch noch einen versöhnlichen Schluss – oder Herr Lückert nutzt seine nun gewonnene Popularität dazu, lukrativer unterzukommen!

WIEN/ WERK X: HOMOHALAL von Ibrahim Amir
Österreichische Erstaufführung

HOMOHALLAL
Ein Swimmingpool, an dem lässt es sich schon lustig sein. Nicht immer allerdings. Foto © Yasmina Haddad

Premiere war am  18. Jänner 2018

Wenn man Ibrahim Amirs „Homohalal“ nun im Werk X (endlich! Zwei Jahre nach der beabsichtigten Uraufführung im Volkstheater) gesehen hat, versteht man schon, dass ein Theaterdirektor den Kopf schüttelt und „Nein, danke“ sagt. Nicht, weil das Stück so radikal wäre. Nicht, weil es als „Futter für die Rechten“ missverstanden werden könnte. Sondern weil man nach den 80 Minuten so wenig damit anfangen kann.

Wobei Amir im Werk X dasselbe Pech hatte wie neulich im Volx: eine Inszenierung, die mit aller Überdrehung der Welt, mit ärgerlicher, permanent gebrüllter, sprachlicher Unsauberkeit und ununterbrochenem Geblödel eigentlich dafür sorgt, dass von der Substanz des Stücks nichts übrig bleibt…

Zur Premierenkritik von Renate Wagner

FILME DER WOCHE

Auf den dritten Fim der Woche gehe ich erst morgen näher ein. Die Kritik steht aber bereits online!

Zur Filmrubrik

WIEN: Tausende Anleger könnten nach Pleite bei Wienwert Millionen verlieren
Umstrittener Immobilienentwickler kann Anleihen nicht mehr zurückzahlen.
Oberösterreichische Nachrichten
Wienwert sorgt für Millionenpleite. Kontakte zur Wiener SPÖ sorgen für Aufregung
Die in der Kritik stehende Immo-Gesellschaft ist insolvent. Mehreren tausend Anlegern droht ein Totalverlust. Wienwert hatte Kontakte zur SPÖ Wien. Das sorgt nun für Aufregung.
Die Presse

Brigitte Bardot: #MeToo-Debatte „scheinheilig“
Filmdiva hält Klagen über sexuelle Belästigung für unglaubwürdig.
Die französische Schauspiel-Legende Brigitte Bardot hält die Debatte über sexuelle Belästigung im Filmgeschäft für übertrieben. Die Anschuldigungen der meisten Schauspielerinnen seien „scheinheilig und lächerlich“, sagte die 83-Jährige dem Magazin „Paris Match“.
Wiener Zeitung

Laut BB stehen Frauen vor den Produzenten wegen einer Rolle in Warteschlangen angestellt und würden viel dafür tun, um die Rolle auch zu bekommen. Eine Frau darf so etwas behaupten, sagt es ein Mann, dann ist er „geliefert“

Übrigens: Wegen der Vorwürfe gegen den verstorbenen Ski-Kaiser Toni Sailer haben sich angeblich acht Journalisten für Recherchen nach Polen begeben. Wie gelingt es Journalisten, ihrem Chef einen derartigen Gruppenurlaub herauszulocken?

Britischer Schauspieler Peter Wyngarde gestorben

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„Jason King“ – der Exzentriker. Das Alter des Schauspielers war unklar. Bildquelle: APA (PA/picturedesk.com)/PA

London (APA) – Der britische Schauspieler Peter Wyngarde ist nach Medienberichten gestorben. Dabei wird ein Alter von 90 Jahren angegeben, anderen Quellen zufolge wäre Wyngarde erst 84 Jahre alt.

Bekannt geworden ist er mit TV-Serien wie „Department S.“ und „Jason King“, die auch im ORF zu sehen waren. Laut „Variety“ sei Wyngarde bereits Montagabend (15.1.) in einem Londoner Spital „friedlich entschlafen“.

Ein Vorfall Mitte der 1970er-Jahre, bei dem ihm öffentliche homosexuelle Handlungen vorgeworfen wurden, bedeutete mehr oder weniger sein Karriereende. Spätere Mitwirkungen in Filmen und im TV sind kaum noch registriert, Wyngarde spielte meist unter Pseudonym an kleinen Theatern.

VIDEO (Peter Wyngarde als „Jason King“)

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/19-jaenner-2018


18. JANNER 2018

by ac | 18. Januar 2018 08:29

HOLENDER AUF TOUR in „Servus TV“ kulTour mit Holender – Heute in der Staatsoper Berlin

In seiner ServusTV-Sendung „kulTour mit Holender“ ist der ehemalige Chef der Wiener Staatsoper heute (23.25 Uhr) in der um 435 Millionen Euro renovierten und im Herbst 2017 wiedereröffneten Berliner Staatsoper Unter den Linden zu Gast. Mit den OÖN sprach der 82-Jährige unter anderem über die Unterschiede zu seiner ehemaligen Wirkungsstätte am Ring und seine Meinung über die Konstellation der österreichischen Bundestheater-Holding.

Holender nimmt sich kein Blatt vor den Mund, nicht nur das unterscheidet ihn von diversen Kulturberieslern und Schönrednern:  Sieben Jahre war die Oper Unter den Linden nun geschlossen. Ein Jahr hat Friedrich II. gebraucht, um die Oper vor 275 Jahren zu errichten. Nur so viel zur Geschwindigkeit des heutigen Bauwesens. Was die heutige Akustik betrifft, ist der Nachhall von 1,1 Sekunden auf 1,6 Sekunden – durch die Erhöhung des Daches um fünf Meter – verlängert worden. Mein Eindruck ist, dass diese Veränderung niemand wahrnimmt. Nach sieben Jahren kann das auch niemand mehr vergleichen…

…Die Oper Unter den Linden in Berlin nennt sich Staatsoper, obwohl sie das nicht ist. Ein Modell wie die Wiener Oper gibt es dort nicht. In Deutschland wird kein einziges Opernhaus vom Bund betrieben, der Bund zahlt auch nicht dafür. Es heißt zwar Bayerische Staatsoper, aber gemeint ist das Land Bayern. Und für die Oper Unter den Linden ist Berlin zuständig.

Und wie steht’s um die künstlerischen Unterschiede?

Erstens hat die Linden-Oper mit Daniel Barenboim einen Musikdirektor, der ein hervorragender Musiker, Dirigent und Humanist ist. So einen hat die Wiener Staatsoper nicht, sie hat überhaupt niemanden in dieser Funktion. Wir sprechen vom gegenwärtigen Zustand. Wie Sie wissen, ändert sich das 2020, wenn Philippe Jordan Musikdirektor wird, ein langjähriger Assistent von Barenboim…

Merken Sie sich den Termin vor. Wenn es für Sie zu spät wird (es gibt ja Opernfreunde, die morgen arbeiten müssen) gebe ich den Tipp, die Sendung am Sonntag vormittag anzusehen.

„In Deutschland wird kein einziges Opernhaus vom Bund betrieben“
Heute porträtiert Ioan Holender in „kulTOUR“ auf ServusTV die Staatsoper Berlin.
Oberösterreichische Nachrichten

Wien/Staatsoper/Staatsballett: Warum Tante Sophie Edvard Grieg auf dem Gewissen hat
Vielleicht tut eine Ehrenrettung der Wunschkonzert-Melodie not, wenn an der Staatsoper zur „Peer-Gynt“-Musik getanzt wird. Melodische Klänge wie diese gelten Ästhetik-Wächtern seit langem als verdächtig. Dabei braucht’s handwerkliches Können und Inspiration, um einen echten Ohrwurm zu erfinden.
Die Presse

Der Choreograph Edward Clug bietet dem Publikum am Sonntag vor der Premiere einen Einführungsvortrag (18 h im Mahlersaal)

Simon Keenlyside beeindruckt auch mit „Schonkost“

Auf ärztlichen Rat gönnte sich der Brite nach seinem „Rigoletto-Ausstieg“ im Folgejahr eine Schonzeit, mittlerweile ist er wieder ein aktives und energiereiches Rädchen im Operngetriebe: Das bewies nicht zuletzt die Vehemenz, mit der sich Keenlyside 2017 in der Wiener „Pelléas“-Premiere als Golaud zurückmeldete. Nun gastierte er im Wiener Konzerthaus:

Stimme schonen mit Charme
Opernstar Simon Keenlyside als Swing-Entertainer im Wiener Konzerthaus.
Wiener Zeitung

Jazz-Klassiker: Thomas Quasthoff nach langer Pause wieder im Aufnahmestudio

Thomas Quasthoff (58) nimmt nach einer jahrelangen Pause wieder eine Gesangs-CD auf. Im Mai erscheint eine Neuproduktion mit Jazz-Klassikern, teilte die Plattenfirma Sony Classical in Berlin mit. 2012 hat sich Thomas Quasthoff von der Opernbühne zurückgezogen, auch wegen des Todes seinen Bruders Michael, der ihm sehr nahestanden ist.
Hamburger Abendblatt

„Konzertgänger in Berlin“
Weder ängstlich noch kleinlich? Daniel Hope grollt nicht
Zum Fall des Dramaturgen Arno Lücker, der wegen Beleidigung des Geigers Daniel Hope vom Konzerthaus Berlin rausgeschmissen werden soll, gibt es jetzt eine Stellungnahme des Intendanten – und eine von Daniel Hope selbst, die auf eine besonnenere Lösung hoffen lässt
https://hundert11.net/daniel-hope-konzerthaus-stellungnahmen/

Dresden / Semperoper: „DIE ZAUBERFLÖTE“ – mit einigen Überraschungen – 15.1.2018

Die Inszenierung der „Zauberflöte“ in Koproduktion mit der Opéra du Rhin und den Schwetzinger Festspielen, die seit 2006 auf dem Spielplan der Semperoper steht, ist, was Regie, Bühnenbild und Kostüme von Achim Freyer betrifft, nicht gerade ein „Publikumsrenner“ und schon gar nicht zauberhaft, aber musikalisch immer wieder ein Genuss, denn W. A. Mozarts Musik ist „nicht tot zu kriegen“. Sie begeistert und „entschädigt“ immer wieder von Neuem, auch wenn man sie noch so oft gehört hat, was nicht zuletzt vor allem der Sächsischen Staatskapelle Dresden zu danken ist, die Mozarts Musik immer wie „Sterbliche den Göttern gleich“ musiziert, ganz gleich, unter welchem Dirigenten, in diesem Falle mit Christoph Gedschold am Pult…

Zum Bericht von Ingrid Gerk

Chemnitz: EIN MASKENBALL (mit Paolo Rumetz)

Zum Bericht von Joachim Weise

Deutsche Oper am Rhein: Premiere: „Don Pasquale“ im Theater Duisburg
Rolando Villazon zeigt seinen „Rheinoper-Don Pasquale“ nun auch in Duisburg. Copyright: Thomas Endermann/ Rheinoper

Der aus Mexiko stammende Tenor Rolando Villazón ist seit mehreren Jahren auch als Opernregisseur erfolgreich. Seine erste Inszenierung für die Deutsche Oper am Rhein – Gaetano Donizettis „Don Pasquale“ – feiert am Donnerstag, 22. Februar, um 19.30 Uhr im Theater Duisburg Premiere. In neuer Besetzung unter der musikalischen Leitung von David Crescenzi singt Günes Gürle die Titelpartie. Richard Šveda ist Don Pasquales Doktor Malatesta, Lavinia Dames spielt Norina, Ibrahim Yesilay ihren Liebsten Ernesto.

„Donizetti lässt uns echten Menschen mit ihren Wünschen, Träumen und Traurigkeiten begegnen“, sagt Rolando Villazón, der den Figuren in Zusammenarbeit mit Johannes Leiacker (Bühnenbild) und Thibault Vancraenenbroeck (Kostüme) ganz eigene Charaktere gegeben hat. Wenn der antiquierte Kunstsammler Don Pasquale am Ende ziemlich „alt“ aussieht, dann nicht aus Altersgründen, sondern weil seine konservativen Kunst- und Lebensauffassungen gründlich durcheinander gewirbelt wurden.

Vor etwa einem Jahr hatte diese Produktion bereits in Düsseldorf Premiere. So macht man aus einer Inszenierung zwei Premieren!

WIEN / Freie Bühne Wieden: METTERNICH von Reinhard Hauser
Uraufführung. Premiere: 17. Jänner 2018
Reinhard Hauser. Foto: Freie Bühne Wieden

Wenn es um die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts geht, dann ist Klemens Wenzel Fürst Metternich eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Zeitalters, „Statthalter“ Habsburgs, Antagonist Napoleons, keinesfalls erfolglos, einem zerrissenen Europa beim Wiener Kongress eine neue Struktur zu geben. Doch Metternich ist auch eine der umstrittensten Figuren der Zeit, der schon zu Lebzeiten wenig Sympathie genoß (es sei denn bei der holden Weiblichkeit) und in der Nachwelt vor allem als Schöpfer eines restriktiven Systems, von dem sich bis zur Stasi alle Geheimdienste etwas abkupfern konnten, einen äußerst schlechten Ruf genießt.

Wenn sich ein Schauspieler / Dramatiker / Regisseur wie Reinhard Hauser  nun Metternich für einen seiner One-Man-Abende vornimmt, darf er natürlich versuchen, einen positiven Blick auf den in allen Farben schillernden Mann zu werfen. Freilich geht er dabei ziemlich weit – da wird Metternich zum Vordenker der EU und zu einem engagierten Feministen, was trotz einschlägiger eigener Aussagen zweifellos übertrieben ist und wohl zu direkt-zeitgeistig in der Bemühung, ihn „heutig“ zu machen. Hingegen wird kein einziges Wort darüber verloren, wie er – mit seinem Spitzelsystem – Habsburgs Ruhe und Ordnung mit Gewalt erzwang, bis die Revolution von 1848 auch ihn wegfegte. Und das ist ja dann doch eine eher schiefe Optik…

Das Publikum zeigte sich von dem pausenlosen Eineinhalbstunden-Monolog (allemale eine Leistung) beeindruckt, obwohl man nicht so viel von Metternich erfahren hat, wie es zu hoffen gewesen wäre.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Kulturminister unter sich – hey, Mr. Blümel, #It’s you, too!
Erster Vernissagen-Showdown des Jahres, die Galerien der Eschenbachgasse eröffneten Dienstag abend gemeinsam.
Die Presse

Es fehlte der Kulturminister Blümel. Recherchen ergaben, dass er zeitgleich in Straßburg war. Seine Vorgänger Drozda, Scholten und Ostermayer waren anwesend, die haben aber auch wohl mehr Zeit. Blümels Ressort ist aus meiner Sicht ein Himmelfahrtskommando, dem Minister darf man andere Sorgen zubilligen, als bei jeder Eröffnung anzutanzen. Nächste Chance für Blümel, ein wenig Stellung zu beziehen, wäre heute beim Schleifmühlgassen-Opening. Ob er kommt? Vielleicht hätten wir doch noch einen „Seitenblicke-Ministerium“ installieren sollen!

Umfassende Biografie über Gustav Klimt erschienen =
Mit einigen Legenden soll aufgeräumt werden. Bildquelle: APA (AFP)/MARCO BERTORELLO

Wien (APA) – Mit „Gustav Klimt. Die Biografie“ sind Alfred Weidinger und Mona Horncastle angetreten, eine umfassende Biografie auf dem aktuellen Forschungsstand vorzulegen und mit einigen Legenden rund um den Malerfürsten der Wiener Moderne aufzuräumen.

Entstanden ist ein informatives Werk über die Entwicklung des Künstlers und sein Umfeld. Die Person Klimt bleibt an vielen Stellen aber eher farblos.

WIEN/ LIFE BALL: Conchita, Herbert Föttinger und junge ÖsterreicherInnen als Botschafter des Life Ball

 

Wien. Für den 25. Life Ball mit seiner Hommage an The Sound of Music wurde heuer eine Life Ball-Familie gecastet. Sie begleitet das Life Ball-Team und seine Anliegen als Botschafter durch das Jubiläumsjahr und wird am Charity-Event am 2. Juni 2018 selbst Teil der Eröffnungsshow sein. Neben Conchita als Fräulein Maria übernimmt Schauspieler und Theaterdirektor Herbert Föttinger die Rolle des Kapitän Georg von Trapp. Den Familienchor komplettieren Vera Doppler als Liesl, Markus Freistätter als Friedrich, Zoe Straub as Louisa, Nathan Trent als Kurt, Verena Altenberger als Brigitta, Rose Alaba als Marta und Missy May als Gretl.

Filme der Woche
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Das Thema ist alt, ob als Märchen vom „Kleinen Däumling“, ob in Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“ (wo er entweder winzig im Riesenland oder riesig im Land der Winzlinge ist) – und auf der Filmleinwand wurde schon zahllose Male „geschrumpft“, im Grunde immer nur als albere Lustspielkonstellation.

Dieser Film von Alexander Payne will einmal grundsätzlich mehr. Ein Thema, das Wissenschaft und Sci-Fi (in jeder Form) seit langem beschäftigt. Was tun gegen die Überbevölkerung, die der Mensch (wie so viele andere Dinge auch) einfach nicht in den Griff bekommt? In Flugzeugladungen wurde man im Kino schon auf Mond, Mars und andere Planeten verfrachtet, um menschliche Kolonien zu etablieren. Was wäre, so fragt dieser Film (Payne hat auch das Drehbuch geschrieben), wenn wir die Erde ungleich größer machten, indem wir uns, den Menschen, klein machen? Genau gesagt, 5 Zoll, also etwa 12 cm groß… wie grenzenlos wären auf einmal die Ressourcen?

Anfangs gehört das Ehepaar Paul und Audrey Safranek (Matt Damon und Kristen Wiig) zu jenen schwer arbeitenden Durchschnittsbürgern, die es im „normalen Leben“ zu nichts Ordentlichem bringen können und die mit Bewunderung auf die Mini-Menschen starren, die in ihrer Mini-Welt ein angeblich so luxuriöses Leben führen… Und der Kinobesucher weiß gleich, was den beiden (jedenfalls Paul) erst später klar wird: So ideal wird es nicht sein. Dennoch melden sie sich zum „Downsizing“ an.

MeToo-Debatte: Auch Iris Berben meldet sich wegen Dieter Wedel zu Wort

Auszug aus „Die Zeit“: Im Gespräch schildert Berben, wie Wedel sie Ende der 70er Jahre am Set der TV-Serie Halbzeit demütigte, nachdem sie seine Einladung zum Essen abgelehnt hatte. Wedel habe ihr damals einen großen Film in Aussicht gestellt, den er mit ihr drehen wolle. Darüber könne man gemeinsam im Restaurant sprechen. Sie habe geantwortet, dass sie gerne dabei sei, aber eine Bitte habe: „Ob ich meinen Mann kurz anrufen könne, ‚der würde Sie so wahnsinnig gerne kennenlernen‘.“  

Daraufhin habe Wedel sich wegen des angeblichen Filmprojekts nie wieder gemeldet, sie aber am Set der aktuellen TV-Produktion eine Szene „sicher mehr als dreißig Mal“ wiederholen lassen. Sie habe in der Szene nur ein Wort zu sagen gehabt – „Hallo“…

#MeToo-Debatte: Iris Berben berichtet von Schikane durch Dieter Wedel
Die Schauspielerin wirft Dieter Wedel im Gespräch mit der ZEIT vor, sie am Set gedemütigt zu haben. Sie bewundere die Frauen, die den Regisseur öffentlich beschuldigen.
Die Zeit

SALZBURG: Geldmangel. Das „Odeion“ muss zusperren
Die Kulturstätte Odeion in Salzburg-Mayrwies muss zusperren. Es fehlt an Geld, weil Daniell Porsche aus der gleichnamigen Auto-Dynastie seine Unterstützung reduziert. Er war Hauptsponsor des Odeion.
http://salzburg.orf.at/news/stories/2889857/

Deutschland: Österreichs neuer Kanzler wird als „Wunderkind“ gefeiert und als Wegbereiter des Rechtspopulismus kritisiert.
Was Sebastian Kurz wirklich ist, wollte Sandra Maischberger nun herausfinden.
Der Spiegel

Ich habe mir gestern unseren Kanzler bei „Maischberger“ im TV trotz der späten Beginnzeit angesehen. Er hat Gegner wie auch Anhänger zufriedengestellt, jedenfalls war sein Auftritt weit spannender als die Präsentation der Schlaftabletten, die uns Frau Maischberger aus der deutschen Politik anbietet. Den Kanzler des Nachbarstaates stellte diese Dame, die ihre Wichtigkeit weit überschätzt, mit „die zarteste Versuchung, seit es Populismus gibt“ vor.  Der Kanzler hat immens gute Nerven, denn das war kein Interview, sondern ein Verhör. Das Fazit daraus wird je nach Parteipräferenz unterschiedlich ausfallen.

Ein Mail an die Redaktion (Name der Red. Bekannt): „Der Fairness wegen  muss man aber sagen, dass es in den Foren aller deutschen Zeitungen mit Rang und Namen nur Lob und Ehrenbekundungen gibt. Auf der Facebook Seite von Kurz entschuldigen sich die Deutschen für die Behandlung von Kurz durch Maischberger & Co. Das sind nicht die Deutschen, sondern nur die Medien – und selbst das nur teilweise. Es wäre nett, wenn darüber berichtet wird!“

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/18-janner-2018


17. JÄNNER 2018

by ac | 17. Januar 2018 08:49

pererg

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Probenfoto aus „Peer Gynt“. Nina Polakova und Choreograph Edward Clug. Copyright: Ashley Taylor/Wiener Staatsoper

Sonntag ist Premiere. Ich werde dann auf das Interview mit dem Choreographen Edward Clug zurückkommen.

Vor der Premiere findet um 18 h eine Werkeinführung mit dem Choreographen im Mahler-Saal der Wiener Staatsoper statt!

Wiener Staatsoper: „La Fille du Règiment“ – Vorstellung vom 16.1.2018

Johannes Marksteiner rezensiert die gestrige Vorstellung: Die Inszenierung von Laurent Pelly bietet nicht gerade leuchtende Farben, aber solide Basis für eine komische Oper. Weniger grau wirkte vielleicht weniger militärisch, was von vielen Pazifisten gewünscht wird. Andererseits ist dieses Werk keine Verherrlichung des Militärwesens, eher eine Persiflage, zu weit sind Realität vom Bühnengeschehen entfernt…

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Marjana Lipovsek spielte die Herzogin von Crakendorp.
Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn


Ihre große Vorgängerin in dieser Rolle,  Ljuba Welitsch,  betonte seinerzeit immer, dass man Craakendorp mit Doppel-A schreibt. Eine von beiden hat Recht.

Die Welitsch hat in jedem Fall recht, aber Frau Lipovsek deshalb nicht unrecht. Sie hat ja den Besetzungszettel nicht geschrieben.

Zum Bericht von Johannes Marksteiner

Berlin/ Staatsoper: Matthias Schulz tritt seine Intendantenamt am 1. April an

Zur „Anhörung“ ist Matthias Schulz am Montag vom Kulturausschuss geladen – atmosphärisch erlebt der künftige Intendant der Staatsoper, der den Job ab 1. April von Jürgen Flimm übernimmt, im Abgeordnetenhaus aber ein klassisches erstes Date. Geradezu zuckerschnäuzig verhalten sich die Parlamentarier ihm gegenüber, loben viel, zeigen sich offen, formulieren Kritik äußerst vorsichtig.

Was Matthias Schulz dazu bringt, erstaunlich offen über die „Frustrationen“ zu sprechen, die es derzeit Unter den Linden noch gibt. Weil zwar der Betrieb läuft, aber Teile der Garderoben und Werkstätten noch nicht eingerichtet sind, weil die Ticketverkäufer weiter in einem Container vor der Tür sitzen, das Inspizientenpult nicht funktioniert. Hier müssten die Arbeiten zügig zu Ende geführt werden, fordert er: „Wir dürfen uns nicht an Unfertiges gewöhnen.“

Berliner Staatsoper: „Wir sind im Zentrum des Zentrums“
Ab April ist er der alleinige Chef. Jetzt hat der künftige Staatsopernintendant Matthias Schulz seine Pläne dem Kulturausschuss im Abgeordnetenhaus vorgestellt
Tagesspiegel
„Capriccio“ in Frankfurt : Ein Abschied mit politischem Entschluss
Frankfurter Allgemeine
Die leisen Stiche der Dissonanz
Szenisch und musikalisch meisterhaft: Richard Strauss’ „Capriccio“ an der Oper Frankfurt
Frankfurter Rundschau

BÜHNEN GRAZ : Eine Frau und ihr Telefon

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„Die menschliche Stimme“: Copyright: Oper Graz

Die Oper Graz und die Kunstuniversität Graz erheben sich mit dem nächsten OpernKurzgenuss am 20. Jänner über die Dächer von Graz: Dieses Mal wird in der Needle des Kunsthauses Graz die Kurzoper „Die menschliche Stimme“ von Francis Poulenc in Szene gesetzt.

Mehr Informationen

Peter Paul Kainrath wird Intendant des Klangforums Wien
Der Leiter der Festivals Klangspuren Schwaz und Transart in Südtirol übernimmt 2020 von Sven Hartberger
Der Standard

AUS DEM ROYAL OPERA-HOUSE COVENT GARDEN/LONDON: „TOSCA“ AM 7. FEBRUAR

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Schon kurz nach Rigoletto (am 16. Januar) geht die Kinosaison des Royal Opera House mit dem nächsten Highlight am 7. Februar weiterweiter.

Tosca review at Royal Opera House, London – “a confident staging’
https://www.thestage.co.uk/reviews/2018/tosca-review-royal
Tosca at Covent Garden with Calleja, Finley and Pieczonka: promise as yet unfulfilled
bachtrack
Puccini’s Tosca at the Royal Opera House
http://www.operatoday.com/content/2018/01/puccinis_toscat.php
Review: Tosca (Royal Opera House)
The ninth revival of Jonathan Kent’s production stars Joseph Calleja as Cavaradossi
http://www.whatsonstage.com/london-theatre/reviews/review-tosca

Moskau: Neue Vorwürfe gegen Regisseur Serebrennikov
Jetzt soll er sogar 133 Millionen Rubel unterschlagen haben: Behörden erheben neue Vorwürfe gegen Kirill Serebrennikow.
Tagesspiegel

133 Millionen Rubel sind 2 Millionen Euro – das zur Relation. In den Medien scheint der Fall klar: Serebrennikov ist völlig unschuldig, die Beschuldigungen ausschließlich politisch motiviert. Auf den Gedanken, dass denn doch an der Sache etwas dran sein könnte, darf kein Journalist und vor allem kein Künstler kommen. Ist Herr Serebrennikov politisch so wichtig, dass es sich Russland leistet, wegen ihm in negative Schlagzeilen der internationalen Presse zu kommen?

Dabei scheint die Sache doch leicht zu lösen: Herr Serebrennikov hat Geld für Veranstaltungen für sein Theater bekommen – das ist Fakt. Streitpunkt ist, ob er (bzw. sein Theater) dafür ausreichend „Künstlerische Ware“  geliefert haben. Das ist nun keine „künstlerische Frage“, die Ausgaben müssen durch Rechnungen belegt werden. Das ist bei Subventionen überall so, nicht nur in Russland. Gibt es nun Belege über die bezahlten Rechnungen – oder gibt es sie nicht? Meinem Finanzamt musste ich auch Belege vorweisen, sogar darüber, was ich mit eigenem Geld gemacht habe.

Ich denke da schon etwas nach, bevor ich vorschnell urteile und verurteile!

Burgtheater sucht Statistenpaar für Nacktszene

Die Proben finden zwischen 17. und 26. Jänner statt Wien – Das Burgtheater sucht für die Produktion Hotel Strindberg (Regie: Simon Stone) für eine intime Nacktszene ein heterosexuelles Statistenpaar (zwischen 25 bis 40 Jahren). Die Proben finden im Zeitraum von 17. bis 26. Jänner statt. Vorstellungen im Akademietheater: 26. und 27. Jänner, 2., 4., 24. und 25. Februar sowie 4. März.

Interessenten mögen sich unter Angabe einer Telefonnummer an komparserie@burgtheater.at wenden. Gehalt: 20 Euro pro Stunde.

Filme der Woche

FilmPoster Der andere Liebhaber~1
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Zwillinge sind immer gut, für die Wissenschaft sowieso. Aber auch für die Literatur – Shakespeare hat ein ganzes Stück über zwei Zwillingspaare geschrieben und gezeigt, worum es geht: um die Fragwürdigkeit der Identität. Wo sitzt der Menschen, außen – wo er einem anderen gänzlich gleichen kann – oder innen? Natürlich gibt es Zwillinge auch immer wieder im Kino, geliebt von guten Schauspielern, die sich auf die Möglichkeit der Verwandlung stürzen. (Aber selbst Marika Rökk, die niemand je für eine gute Schauspielerin gehalten hat, leistete in „Kora Terry“, wo sie die Geschwister Kora und Mara spielte, darstellerisch mehr als sonst in ihrem Leben.) Und Jeremy Irons war in Cronenbergs Zwillings-Klassiker „Die Unzertrennlichen“ unvergesslich gänsehaut-erzeugend.

Zwillinge auch hier, wenn François Ozon den Roman von „Der Andere“ von Joyce Carol Oates verfilmt. Da steckt nun mal vieles drin, aber mehr als ein Erotik-Thriller ist allemale gemeint, wenn der Film auch die längste Zeit so aussieht und scheinbar nur erzählen will – Gott o Gott, wie verschieden können (Zwillings-)Brüder doch sein! Tatsächlich aber legt schon der Grund dafür, warum die Chloé (schön und absichtsvoll im Grunde leer: Marine Vacth) zum Psychiater kommt, eine Spur für später: Sie hat entsetzliche Bauchschmerzen, für die es offenbar keinn reale medizinische Ursache gibt. Also – psychosomatisch? Also: Psychiater…

MeToo-Vorwürfe gegen Österreichs Ski-Sportidol Toni Sailer

Unbenannt

Toni Sailer ist 2009 verstorben. Österreichs Jahrhundertsportler soll im März 1974 in Zakopane eine 28-jährige Polin verletzt haben. Ein Akt des Justizministeriums zeigt nun erstmals, wie die Regierung Kreisky intervenierte, um den Volkshelden vor den Folgen einer im Akt beschriebenen Gewalttätigkeit zu bewahren – derstandard.at/2000072293048/Der-Akt-Toni-Sailer-Wie-man-einen-fallenden-Stern-auffaengt

Auch der „KURIER“ berichtet darüber

https://kurier.at/sport/wintersport/causa-sailer-nicht-viel-neues-in-einem-alten-fall/306.882.046

Dazu ist – für jüngere Leser – zu bemerken, dass Toni Sailer ein schöner Mann war, der von sehr vielen Frauen angehimmelt wurde. Dass er Gewalt nötig hatte, hätte ich nie vermutet.

Die „Neue Zürcher Zeitung“ hinterfragt die Rolle der Journalisten in der MeToo-Situation

Dienen die diversen angeblichen Enthüllungen nach «MeToo» noch der Debatte, oder bedienen sie einfach die allgemeine Empörung? Weshalb breiten Journalisten so gerne Geschichten aus, in denen Frauen angefasst werden?

#MeToo war von Beginn weg ein digitaler Pranger. Während also diese Bewegung immer mehr Machtmissbrauch entlarvt, missbraucht sie zunehmend selbst ihre Macht.

Hier komme ich auf Österreichs Innenpolitik zu schreiben. Hat Peter Pilz tatsächlich völlig das politische Gespür verloren? Auf dem Höhepunkt der Diskussion verkündet er seine Rückkehr in den Nationalrat. Seinen Verzicht hat er seinerzeit vollzogen, als MeToo eher noch ein zartes Pflänzchen war. Also ich verstehe ihn nicht, hätte er nicht noch zumindest ein halbes Jahr warten können?

Politik: Frau Kanzlerin Dr.Merkel und Herr Kanzler Kurz trafen einander

Video: Wunderknabe oder politischer Scharfmacher
Kurz-Video

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/17-jaenner-2018


16. JÄNNER 2018

by ac | 16. Januar 2018 08:31

MAILAND UND VENEDIG: Scala und Fenice-Theater im Operettenfieber: Cornelius Meister dirigiert an der Scala „Die Fledermaus“. Copyright: Teatro alla Scala Milano

Mailand/Venedig (APA) – In Italien ist Operettenfieber ausgebrochen. Ab dem 19. Jänner wird an der Scala acht Mal „Die Fledermaus“ von Johann Strauss Sohn unter dem Dirigat von Cornelius Meister und der Regie von Cornelius Obonya aufgeführt. Meister ersetzt Zubin Metha, der wegen einer Schulteroperation pausieren muss. Auf der Besetzungsliste sind die österreichischen Sänger Daniela Fally, Michael Kraus, Marcus Werba und Peter Sonn.
Michael Kraus bei seinem Besuch beim Online-Merker. Copyright: Barbara Zeininger

Bisher war „Die Fledermaus“ noch nie an der Scala aufgeführt worden. „Die Scala brauchte einen österreichischen Intendanten wie Alexander Pereira, um ‚Die Fledermaus‘ zu inszenieren“, kommentierte die Tageszeitung „La Stampa“. Obonya setzt auf eine zeitgenössische Inszenierung.

Das Fenice-Theater in Venedig präsentiert am 2. Februar inmitten des Faschings Lehars „Die lustige Witwe“ in der deutschen Version.

Regie führt Damiano Michieletto. Auf dem Podium steht der italienische Dirigent Stefano Montanori. Die Hauptrollen übernehmen die deutschen Sänger Nadja Mchantaf und Christoph Pohl.

Operetten inszenierten zuletzt auch das Bellini-Theater von Catania und das Opernhaus Verdi von Padua. Auch das namhafte Theater Petruzzelli in Bari inszenierte zuletzt „Die Fledermaus“.

Wiener Staatsoper: „Don Giovanni“ – durchwachsen


Ludovic Tezier (Don Giovanni) und Luca Pisaroni (Leporello). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Auszug aus der Besprechung von Wolfgang Habermann:  Der Franzose Ludovic Tézier war in Wien schon in sehr verschiedenen Partien zu hören. Mit dem Giovanni hat man ihn bislang nicht assoziiert, obwohl es die erste Partie war, die er studierte (siehe Interview im Online-Merker http://der-neue-merker.eu/ludovic-tezier-soll-ich-klagen-weil-ich-verdi-singen-darf) und er bei einer Giovanni-Aufführung seine Gattin kennenlernte, die damals Zerlina sang. Er bringt die samtige Stimme für den Verführer mit, aber den #metoo-gefährdeten Frauenjäger kann ich ihm nicht abnehmen.

Da ist sein Diener Luca Pisaroni aus einem anderen Holz geschnitzt. Ein agiler und spielfreudiger Leporello mit schönem Bassbariton, der diese Partie bislang in Wien auch noch nicht gesungen hat, obwohl er sich bei Mozart hörbar wohl fühlt. Auch bei dem Chinesen Jinxu Xiahou denkt man zunächst nicht an Mozart. Doch der junge Mann erweist sich auch in dieser Rolle als positive Überraschung. Beim Dalla sua pace war zwar die Nervosität noch zu spüren, aber im Laufe des Abends sang er sich frei und das Il mio tesore geriet sehr schön. Dieser erste Ottavio ist ein schönes Versprechen. Ein wenig mehr Praxis in diesem Fach und Wien hat eine weitere Alternative für diese Rolle.

Eine sehr fein geführte Sopranstimme ließ Ekaterina Siurina hören. Das Non mi dir war zart gesponnen. Problematisch wird es, wenn sie zu viel Druck gibt, da neigt die Höhe sehr zur Schärfe. Bei Annette Dasch war es aber egal, ob mit zu viel oder wenig Druck. Sie ließ es mehr als verständlich erscheinen, dass Giovanni sie verlassen hat und nichts mehr von ihr wissen will. Hier gelang nahezu keine Linie und in der tiefen Lage war mehr Sprechgesang zu hören…

Zum Bericht von Wolfgang Habermann


Annette Dasch (Donna Elvira)
. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Mit breitem Pinsel dünn aufgetragen
Don Giovanni“ unter Dirigent Sascha Goetzel an der Staatsoper.
Dass in einem schiefen Bühnenbild allerhand schiefgehen kann, ist zwar eine recht plumpe Metapher, traf für die 48. Staatsopern-Aufführung von Mozarts „Don Giovanni“ in Jean-Louis Martinotys solider, mit einigen einfallsreichen Details gespickten Inszenierung aber leider zu.
Wiener Zeitung

Frankfurt: CAPRICCIO – Premiere am 14.1.2018
Copyright: Monika Rittershaus

Friedeon Rosén schreibt in seinem Premierenbericht: Das ist eine absolut spannende Sichtweise der Regisseurin und ehemaligen Sängerin Brigitte Fassbaender auf diese in gewisser Nähe zu den Nazis stehende letzte Oper R.Strauss‘. Sie spielt bei ihr in einem Schloß bei Paris in den 1940er Jahren, in denen Frankreich unter deutscher Besatzung steht. Der kleine Sohn des Haushofmeisters (Filip Niewiadomski) fährt einen Spielzeugpanzer auf dem Boden des großen Salons herum und macht schon mal den Hitlergruß. Hinter den Glaswänden des Salons, die teils wie zugefroren wirken, sind Schemen der Diener oder wartender Musiker zu erkennen, es sind aber auch Plakate mit dem Aufdruck ‚Liberation‘ geklebt. Am Ende entledigt sich die Gräfin ihrer großen Barockrobe, umarmt einzeln alle acht Diener, legt Trenchcoat und Baskenmütze an und lässt sich zum Treffen der Resistance führen…

Zum Bericht von Friedeon Roen

Presseberichte:

Vom Rokoko in den Zweiten Weltkrieg
Am Sonntag hatte Birigitte Fassbaenders Neuinszenierung von Richard Strauss“ Alterswerk „Capriccio“ an der Oper Frankfurt Premiere. Die Regisseurin verlegte das Stück in das von den Deutschen besetzte Frankreich der 1940er Jahre – und dies auf intelligente Art und Weise. In der weiblichen Hauptrolle der Gräfin Madeleine brillierte die finnische Sopranistin Camilla Nylund. Generalmusikdirektor Sebastian Weigle leitete die ungekürzte Partitur mit viel Fingerspitzengefühl.
BR-Klassik
Von Wort und Ton – und Tat: „Capriccio“ von Richard Strauss an Frankfurts Oper beeindruckt
Neue Musikzeitung/nmz.de

„Der Ring des Nibelungen“: Gleichzeitig in Dresden und in München (13. und 14.1.)

Ernst Kopica ist unserer Rezensent in Dresden (dabei wohnt er in Essling im 22. Wiener Bezirk, aber interessanten Vorstellungen reist er nach): Es ist wahrlich ein Stelldichein der Wagnerfreunde aus aller Welt in Dresden. Endlich ist er da, der viel erwartete gesamte Ring-Zyklus von Richard Wagner unter Christian Thielemann an „seinem“ Haus, der Semperoper an der Elbe. Während draußen klirrende Minusgrade herrschen und die Nordischen Langläufer am jenseitigen Ufer Weltcuppunkten nachrennen, sorgt der Stardirigent, der im nächsten Jahr das Wiener Neujahrskonzert leiten wird, in der Oper für eine brodelnde Stimmung. Bereits nach den ersten beiden Abenden erhebt sich das Auditorium zu „standing ovations“, die einerseits dem Maestro gelten, andererseits einem Wotan, wie man ihn schon lange nicht gehört und gesehen hat: Vitalij Kowaljow. Schon im Rheingold ließ der schweizerisch-ukrainische Bass seine Stimme mit verdi-haftem Belcanto fließen, in der Walküre setzte er noch einen drauf und punktete mit Stimme und Darstellungskraft. Seine Göttergefolgschaft hat es da manchmal schwer zu folgen, aber Christa Mayer als Fricka hält trotz manchmal flackernder Stimme erstaunlich gut gegen ihren Gemahl, auch Derek Weltons Hammerschläge als Donner können sich hören lassen und bestehen gegen den wuchtigen Klang der Staatskapelle Dresden. Tansel Akzeybek als Froh und die Österreicherin Regina Hangler als Freia machen das Beste aus (ihren) kleinen Rollen…

Zum Bericht „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ in Dresden

München: Das Rheingold“ (13.1.)
Der Rhein ist dicht besiedelt. Foto: Wilfried Hösl/Bayerische Staatsoper

Gisela Schmöger ist glückliche Besitzerin von Ring-Karten – und schreibt:

…So ist der am Ende des „Rheingoldes“ ruhig dahinfließende Rhein dargestellt durch Hunderte (?) von halbnackten Menschen, die über die ganze Bühnenbreite hintereinander kauern und sich nacheinander in den Knien leicht erheben, so dass der Eindruck von Wellenbewegungen entsteht. Das ist faszinierend anzusehen, aber jeder Zuschauer muss für sich selbst entscheiden, wieweit er sich durch diesen Anblick vom musikalischen und inhaltlichen Geschehen des Bühnenwerkes ablenken lässt.

Die rasch dahinfließende klare Musik, die in der begeisternden Interpretation von Kirill Petrenko und dem Bayerischen Staatsorchester auch das Pathos des „Abendlich strahlt …“nicht ausspart, und die Leistungen der Sänger wecken große Vorfreude auf die weiteren Abende der Tetralogie – soweit man denn Eintrittskarten sein eigen nennt.

Großer, langanhaltender Applaus für das gesamte Ensemble und vor allem für Kirill Petrenko und das Bayerische Staatsorchester.

Zum Bericht von Gisela Schmöger

Bitte vormerken: Am kommenden Montag (22.1.) streamt die Bayerische Staatsoper kostenlos „Die Walküre“. Der Stream steht dann noch 24 Stunden für jene offen, die zum Aufführungszeitpunkt verhindert sind!

Hannover: „Gehirnwäsche bei „Die Zauberflöte“

Auszug aus „nmz.de„: Frank Hilbrich thematisiert das Erwachsenwerden bei Tamino und Pamina, bei Papageno und Papagena. Es ist mehr als brutal, was sie vier dabei erleben müssen. Die Königin der Nacht und Sarastro: Zwei unfähige Erzieher. Die Mutter Paminas ist keine in irgendeiner Weise mächtige Frau, sie trägt ein graues Gouvernantenkleid und einen Knoten im Haar. Im zweiten Teil zeigt die große, sonst auch siegessichere Rache-Arie ihren Wahnsinn. Die Gehirnwäsche bei den Prüfungen durch Sarastro ist nackte Gewalt, Gewalt braucht auch Monostatos, von Sarastro am Ende verstoßen. Sarastro bricht zusammen, aber auch die „Machtübernahme“ durch das Paar bleibt fragwürdig: in braven grauen Internatskostümen mit weißem Kragen stehen Pamina und Tamino da. Tamino bekommt von einem Kind einen Dirigentenstab überreicht…

Die Gehirnwäsche der Erziehung – „Die Zauberflöte“ an der Staatsoper Hannover
Neue Musikzeitung/nmz.de

Berlin/ Konzerthaus – und ein Eklat. Daniel Hope scheint völlig humorbefreit!

Haarsträubender Vorgang am Konzerthaus Berlin: Offenbar weil der berühmte Geiger Daniel Hope sich über eine Satire (oder auch bloß Allerweltsblödelei) ärgert, wird ein unberühmter Dramaturg gefeuert. Darauf macht der Komponist Moritz Eggert in einem offenen Brief  im „Bad Blog“ der neuen musikzeitung aufmerksam.

Zum Offenen Brief

Angstkleinlich: Ein Star schießt mit Kanonen auf Satirespatzen
Haarsträubender Vorgang am Konzerthaus Berlin: Offenbar weil der berühmte Geiger Daniel Hope sich über eine Satire (oder auch bloß Allerweltsblödelei) ärgert, wird ein unberühmter Dramaturg gefeuert. Darauf macht der Komponist Moritz Eggert in einem offenen Brief im „Bad Blog“ der neuen musikzeitung aufmerksam.
https://hundert11.net/daniel-hope-konzerthaus/

ORF-Millionenshow: Hätten Sie die Millionenfrage geknackt?

Für uns, die wir uns überdurchschnittlich mit Musik befassen, wäre die Beantwortung dieser Frage ein Klacks gewesen. Nicht aber für den Kandidaten, auf den es angekommen ist. Der kniff und ließ deswegen 700 00 Euro liegen, um 300 000 nicht zu verlieren.

Und das war die Millionenfrage

1,000.000 Euro: 
Welche Musikrevolutionäre wären – hätten sie zur selben Zeit gelebt – in der Londoner Brook Street Nachbarn gewesen? 
A: Lehár und Lennon B: Mozart und Madonna C: Beethoven und Bowie D: Händel und Hendrix

Fußballstar Lionel Messi und der Benefizgedanke
Messi und seine „Amigos“ auf Benefiztour

Der Benefizgedanke hat inflationäre Ausmaße angenommen, nicht alles, was als Benefiz ausgegeben wird, ist auch ein ehrlich gemeinter: Landet das Geld auch dort, wofür die Benefizveranstalter aufgerufen haben?

Die Messi-Stiftung hat mit Benefizspielen viele Millionen eingenommen, der Weltstar schillerte als Mäzen. Dabei ging nur ein kleiner Teil der Erlöse an Bedürftige. Ermittler vermuten: Der Rest könnte in Steueroasen versickert sein.

Lesen Sie mehr darüber im Spiegel!

Merker-Kunstsalon: Die Winterreise war gut besucht
Hubertus Reim, Mitglied der Wiener Volksoper. Foto: Herta Haider

Der Merker-Kunstsalon (mit Schwerpunkt Belcanto und hier vor allem Donizetti) lud zur Winterzeit den Volksopern „Edel-Choristen“ Hubertus Reim zur „Winterreise“ ein. Trotz winterlicher Temperaturen war der Abend weit besser besucht, als die Veranstalter erwartet haben. Der Sänger brachte selbst viel an Fangemeinde mit! Dank an alle, die gekommen sind – sie mussten den Besuch nicht bereuen!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/16-jaenner-2018


15. JÄNNER 2018

by ac | 15. Januar 2018 08:49

Bildergebnis für kritiker karikatur

Was in der Opernszene wirklich zu erneuern wäre. Die Erkenntnisse des Dr. Sinkovicz

„Zwischentöne“ heißt die Artikelserie, die Dr. Wilhelm Sinkovicz von „Die Presse“ gestartet hat. Die Artikel sind „Bezahlartikel“, mir stehen daher nur die Schlagzeilen zur Verfügung. Aber wenn Sie investieren wollen, dann bitte:

Von den Lügengeschichten, die uns Kulturpolitiker Marke 4.0 in Sachen Musiktheater auftischen, ist die von der Notwendigkeit ständiger „Neudeutungen“ der wichtigsten Repertoirewerke die dreisteste. Sie stammt aus der Hexenküche jener Journalisten und Intendanten, die von Musik so wenig verstehen, dass sie sich trotz hauptamtlicher Beschäftigung mit Oper die Regie zur Hauptsache erklären müssen, um ihre Daseinsberechtigung zu untermauern“…

Ab jetzt müssten Sie bezahlen, wenn Sie wissen wollen, was der Ressortchef der „Presse“ gemeint hat. Ich vergleiche zwangsläufig unsere Kritikerschaft (nein, nicht nur jene des „Online-Merkers“, sondern der gesamten österreichischen Kulturpresse) mit dem deutschen „Feuilleton“ – und da bestehen schon gewaltige Unterschiede. Die deutschen Schreiber halten ihre Leserschaft für derart unbedarft, dass sie glauben, Meinungen vorgeben zu müssen. In Österreich beschränkt man sich doch eher darauf, zu berichten, was man gehört bzw. gesehen hat, ob das nun richtig oder falsch ist. Wer weiß, was richtig oder falsch ist?

Bedenklich ist freilich da wie dort das Publikum. Was sich da vornehmlich nach Premieren – also dort, wo die „gescheiten, ganz zeitgeistig denkenden Leute“ in Eintrittskarten investiert haben (soferne man  ihnen diese nicht nachgeworfen hat) – abspielt, ist schon bemerkenswert.

Aber vielleicht hat es Dr. Sinkovicz völlig anders gemeint, ich habe besonders am Montag keine Zeit, andere Zeitungen eingehend zu studieren.

Was in der Opernszene wirklich zu erneuern wäre
Vergangene Woche hat man zum 600. Mal Margarete Wallmanns „Tosca“-Inszenierung gespielt. Hoffentlich bleibt sie uns noch lang erhalten.
Die Presse

Wiener Staatsoper: Bericht über den gestrigen DON GIOVANNI online. Eine Aufführung mit Nebengeräuschen.

Mehr darüber morgen (der Bericht ist eben erst eingelangt

Zum Bericht von Wolfgang Habermann

München/ Bayerische Staatsoper: Petrenko startet neuen Ring


Der neue Göttervater in Nöten: Wolfgang Koch als Wotan (u.) mit Alexander Tsymbalyuk als Riese Fasolt (li.) und Ain Anger als sein Bruder Fafner. © Foto: Wilfried Hösl

Diese „Ring“-Wiederaufnahme mit Kirill Petrenko ließ die Kartenserver heißlaufen. Der „Rheingold“-Auftakt zeigte: Da ist noch Luft nach oben.

 Markus Thiel schreibt im „Münchner Merkur“: Als Beförderung lässt sich die Sache kaum einordnen. Bekanntlich erwischt’s beim Weltenbrand im Finale der „Götterdämmerung“ das gesamte sündige Personal. Und trotzdem: Wolfgang Koch, in der Premierenserie des Münchner „Ring des Nibelungen“ vor sechs Jahren noch als Alberich aktiv, ist jetzt Wotan, und zwar einer der anderen Art. Das Schluffige, Missmutige hat er von Frank Castorfs Bayreuther Version mitgebracht, passt aber zur Münchner Regie von Andreas Kriegenburg nur bedingt. Als „modernes“ Porträt eines Normalos mit Speer mögen das manche einordnen. Doch Koch fehlt – zumindest wie jetzt im „Rheingold“ – eine stimmliche Dimension: die Grandezza, das Gebieterische, das vokale Erz, all das, was Wotan zum – wenn auch vorläufigen – Triumphator macht.

Petrenkos „Rheingold“: Verschnürt ins Korsett
Diese „Ring“-Wiederaufnahme mit Kirill Petrenko ließ die Kartenserver heißlaufen. Der „Rheingold“-Auftakt zeigte: Da ist noch Luft nach oben.
Münchner Merkur
Feines Blech für saubersten Klang
Sueddeutsche Zeitung

Stuttgart: Neuer Ballettchef kündigt weitere personelle Änderungen an

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Tamas Detrich hat künftig das Sagen. Copyright: Stuttgarter Ballett

Das Stuttgarter Ballett ist nicht irgendein Ballett, denn die Medienpräsenz (nicht nur bei uns – Stuttgart ist stark in unserer Mitarbeiterschaft vertreten – ist überdurchschnittlich. Nun erfolgt ein Intendantenwechsel, und da muss es natürlich Veränderungen geben.

Noch einige Monate vor der gesamtheitlichen Presse-Konferenz des Staatstheaters Stuttgart hat der mit Beginn der Saison 2018/2019 amtierende Tamas Detrich einen Überblick über seine erste Spielzeit vorgestellt.

Nach der Trennung von den beiden Hauschoreografen Marco Goecke und Demis Volpi hat Stuttgarts designierter Ballettchef Tamas Detrich weitere personelle Veränderungen angekündigt. „Es wird Änderungen geben, aber nicht so krass wie damals, als Reid Anderson das Ballett übernahm“, sagte Detrich am Samstag in Stuttgart.
Sueddeutsche Zeitung

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 Bildband von Monika Rittershaus zu den Berliner Philharmonikern: Simon lacht? Blende acht
Monika Rittershaus ist eine jener Fotografinnen, die es den „kleinen Medien“ nicht schwer machen. Der Merker hat bei ihr sozusagen „stillschweigende Duldung“, wir verwenden ihre Fotos ja auch nicht zu Werbezwecken, sondern für die Berichterstattung über Theater, die Frau Rittershaus als Fotografin engagiert haben.
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Wo bitte geht’s hier zur Bühne? Tubist Alexander von Puttkamer 2011 in Peking.
Wo bitte geht’s hier zur Bühne? Tubist Alexander von Puttkamer 2011 in Peking.Foto: Monika Rittershaus
Jetzt hat Monika Rittershaus ihren Blick auf Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker veröffentlicht, in einem edel aufgemachten, schwergewichtigen Coffee-Table-Book. Die Fotografin hat allerdings einen anderen Weg eingeschlagen als ihre Vorgänger. Statt einen nach dem anderen ins Studio zu bitten, ist sie den Philharmonikern gefolgt, war mit ihnen seit 2006 immer wieder auf Tournee, in 47 verschiedenen Städten, von Abu Dhabi über Paris bis Sydney. Als stille Beobachterin ist sie den Musikerinnen und Musikern gefolgt, hat sie bei der Arbeit beobachtet, im Konzertsaal wie auch hinter der Bühne.
Panorama einer einmaligen Instrumentalisten-Gemeinschaft
Die Fotografin Monika Rittershaus hat die Berliner Philharmoniker für einen prächtigen Bildband auf ihren Reisen rund um die Welt begleitet
Tagesspiegel
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Wien: Teodor Currentzis: Festliche Stunden alter Musik
Die Camerata Salzburg und Teodor Currentzis in Wien –
https://derstandard.at/2000072253525/Festliche-Stunden-alter-Musik
Camerata und Currentzis: Keine Chance, dass man sich zurücklehnt
Salzburger Nachrichten
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Basel: ELEKTRA -Premiere in der Bösch-Inszenierung (12.1.2018)
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Bild Elektra Basel
Rachel Nicholls in der Titelrolle. © Sandra Then

Alice Matheson berichtet aus Basel: Die Beklemmtheit des Zuschauers stellt sich unmittelbar ein: Man wähnt sich in einem überdimensionalen vor Blut triefenden Schlachthaus, mit abgerundeten unteren Ecken, als sässe man selbst in einer Wanne voll Blut (Bühne: Patrick Bannwart, Maria Wolgast). An die Wand ist „Mama, where is Papa?“ mit Blut geschmiert. Im Laufe der Handlung hängen gehäutete Tieropfer von der Decke, laufen Opferschlächter in Metzgeroutfits herum, und zu guter Letzt wankt eine Klytämnestra über die Bühne, deren Arme durch Schläuche mit ihren Opfertieren verbunden sind, als würden deren Blutinfusionen sie reinwaschen von dem Gattenmord.

Und das ist nicht einmal das Beklemmendste an dieser Inszenierung, die von David Bösch für die Opera Vlaandern in Antwerpen konzipiert, dann am Aalto Theater in Essen gezeigt, und schliesslich für das Theater Basel neu einstudiert wurde…

Zum Bericht von Alice Matheson

KÜNSTLER IN DIE POLITIK? DAS BEISPIEL PAATA BURCHULADZE IN GEORGIEN

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Paata Burchuladze

Paata Burchuladze (geb. 1955) erklärt die Situation in seiner Heimat Georgien. Er selbst stieg in die Politik ein – und hat die Wahl verloren!

Er sagt: „In Deutschland wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich mit Politik zu beschäftigen – aber in Georgien ist das anders! Dort geht es immer nur um Politik!“

Wer die Gegebenheiten kennt, der kennt auch die Gründe. Georgien ist ein reiches Land, ein Land, von dessen Schönheit und Potential die wenigsten Menschen auch nur eine Ahnung haben. Aber alles liegt völlig brach. Seit 2012 herrscht (nicht bloß „regiert“) die Partei „Georgischer Traum“ des Milliardärs und Geschäftsmannes Bidsina Iwanischwili (Siehe: Die Mini-Trumps in Osteuropa)

Für Paata Burchuladze ist es ein „Georgischer Albtraum“ des politischen Stillstands und der Selbstbereicherung im Amt…

Soweit die Sicht das Künstlers. Manchmal denke ich mir, dass die Probleme der Welt raschest gelöst würden, wenn man Künstler an die Macht ließe.

In unserer heutigen Presseschau lesen Sie, was Paulus Manker und auch Peter Turrini in der Politik besser als die gewählten machen würden. Aber ich räume die Möglichkeit ein, dass wir dann erst so richtig in das Chaos schlittern würden. Die Welt ist nämlich keine Bühne!

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Freilich war bereits einmal ein Western-Held und somit ein Schauspieler mächtigster Mann der Welt. Ronald Reagan war sicher nicht der schlechteste Präsident der USA. Was aber die Herren Manker und Turrini von Ronald Reagan halten, möchte ich gar nicht wissen.

Tatsache ist, dass Paata Burchluladze in Georgien an der 5 % -Hürde gescheitert ist. Seine Popularität hat er also überschätzt. Aber er ist auch kein Western-Held!

Gestohlene Lüpertz-Skulptur „Athene“ bleibt verschwunden

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Markus Lüpertz. Copyright: Andrea Matzker

Die Polizei sucht weiter nach einer gestohlenen Bronzefigur des Künstlers Markus Lüpertz. Bisher gebe es keine neuen Erkenntnisse, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag in Düsseldorf. Die Skulptur „Athene“ war vergangene Woche aus einer Düsseldorfer Kunstgießerei entwendet worden. Erst Anfang Dezember wurde eine Bronzeskulptur des deutschen Künstlers am Wiener Beethovenplatz enthüllt.

Ob es den Tätern in Düsseldorf nur um die Bronze ging oder ob sie es auf das Kunstwerk abgesehen hatten, ist unklar. „Beides ist möglich“, sagte die Polizeisprecherin. Der Wert der Bronze liegt demnach bei ein paar Tausend Euro. Das Kunstwerk, von dem es mehrere Ausführungen gibt, werde dagegen von Lüpertz auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt.

Die Skulptur wiegt mehrere 100 kg. Ob sich da die Mühe wegen des Materialwerts auszahlt?

Die Wiener Beethoven-Skulptur des Herrn Lüpertz stößt – vorsichtig ausgedrückt – auf endenwollende Zustimmung. Bei dieser käme als dritte-Variante Anstiftung durch Kritiker, Beethoven-Fans oder sonstige Ästheten hinzu!

Letztmaliger Aufruf: DIE WINTERREISE heute im Merker-Kunstsalon in der Gatterburggasse

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Nicht vergessen! Die Veranstalter haben es gestern eigens schneien lassen, um Sie in Winterstimmung zu versetzen.

Österreich: Proteste gegen das Pilz-Comeback
Die Presse

Hat Peter Pilz sein politisches Gespür verloren – oder kann er es gar nicht mehr erwarten, in das Parlament zurückzukehren? Ich an seiner Stelle hätte die weltweite Sexismus-Debatte zumindest noch ein halbes Jahr abklingen lassen. Und die wird abklingen, wenn da nicht ganz große Kaliber einbezogen werden. Ich habe jedenfalls beschlossen, nicht auf täglich neue Anschuldigungen zu reagieren – und andere Medien werden es wohl auch so machen

Niederösterreich: Das erste TV-Duell um Niederösterreich
oe24.at

Wahlen im Jänner, die sind herrlich, besonders wenn man plakatieren muss – für einen warmen Händedruck oder nicht einmal den als Lohn. Bis jetzt sind wir vom „großen Schnee“ auch am Stadtrand Wiens verschont geblieben – aber bis zum Wahltermin sind es noch 13 Tage

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/15-jaenner-2018


14. JÄNNER 2018

by ac | 14. Januar 2018 07:24

Mariss Jansons feiert heute seinen 75. Geburtstag.  © Peter Meisel (BR)

Die Salzburger Festspiele zum heutigen Jansons-Geburtstag: „Mariss Jansons ist einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit und ein wirklicher Freund der Salzburger Festspiele. Seine Ernsthaftigkeit, seine tiefe Empfindsamkeit, sein ethischer Anspruch und seine künstlerische Klasse geben der Musik eine ebenso seltene wie kostbare Wahrhaftigkeit. Mariss Jansons‘ Leben ist eine einzige Liebeserklärung an die Musik, er gehört zu jenen Künstlerpersönlichkeiten, die aus den Festspielen ein Epizentrum des Besonderen machen“, sagt Intendant Markus Hinterhäuser.

Wiener Staatsoper: Weiterer Bericht über die „Jubiläums-Tosca“
Angela Gheorghiu: „Die Art wie Gheorghiu ihr Dekolleté an diesem Abend „vorantrug“... Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Die 600. Vorstellung begann unter anderen Vorzeichen als die 599. letzten Montag: Der Dirigent musste krankheitsbedingt getauscht werden und anstelle von Jesús López-Cobos leitete Frédéric Chaslin den Abend. Diese Konstellation mag nicht ideal gewesen sein, das spannungslose Dirigat bezeugte es. Außerdem eilte die Sopranistin dem Orchester oft voraus und machte die Sache dadurch nicht einfacher. Angela Gheorghiu hat vor viereinhalb Jahren an der Wiener Staatsoper mit ihrem kostbaren Sopran eine „Tosca“ gesungen, die man als „delikat“ bezeichnen kann. An diesem Abend war von dem leicht seidigen Timbre ihrer Stimme leider kaum mehr etwas zu hören, so als hätte man den hüllenden Stoff weggezogen. Gheorghiu hatte ihren Sopran außerdem stark zurückgekommen, „sparte“ sich durch den ersten Akt, und setzte ihn den ganzen Abend über mit bewundernswertem Kalkül nur dort in Szene, wo es ihrer Meinung nach auch wirklich nötig war: kräftige Spitzentöne, leicht geschärft, machten dann wieder auf Tosca aufmerksam und lenkten von ihrem affektierten Spiel ab, das vielleicht als Ersatz für die schaumgebremste stimmliche Präsenz gedacht war.

Die Art wie Gheorghiu ihr Dekolleté an diesem Abend „vorantrug“ war bezeichnend, und wie sie es halbliegend Scarpia darbot, während sie ihren Verrat an Cavaradossi beging. Scarpia beugte sich zu ihr hinab – dass ihn Toscas „Umfaller“ vor allem erotisch interessierte…

Zuletzt aber noch ein großes Dankeschön an die Direktion, dass die im ersten Akt in die Kirche einziehenden Ministranten eine gehörige Portion Weihrauch verpulvern durften. Der Weihrauch zog sich auf die Galerie, man konnte ihn in der ersten Pause auch im Foyer erschnuppern. Eine Staatsopern Jubiläums-„Tosca“ ohne viel Weihrauch, das wäre ein Fauxpas gewesen – nicht auszudenken! Am Schluss gabs den erwarteten Jubel für eine insgesamt eher mäßige „Tosca“-Vorstellung.

P.S.: In der 500. Staatsopern-„Tosca“ im Jänner 2006 hat der früh verstorbene Tenor Salvatore Licitra den Cavaradossi gesungen. Man könnte ein Buch über diese „Tosca“-Produktion schreiben, in dem nicht nur der verpasste Auftritt des Erschießungskommandos, sondern auch der eines bestimmten Soprans seinen Platz hätte. Und ein dickes Lexikon der Opernstars der letzten 60 Jahre würde es auch abgeben. 

Zum Bericht von Dominik Troger/ www.operinwien.at

Wiener Staatsoper: „La Fille du Régiment“

Inwieweit die Besucher der gestrigen „Fille“ durch die doch personell sehr starken Proteste gegen die Regierung beeinträchtigt waren, weiß ich nicht (offziell war die Demo ja bereits um 18 h zu Ende.


Sabine Devieilhe. Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Bericht Dominik Troger: http://www.operinwien.at/werkverz/donizett/afille6.html

Darauf ist das ganze Regiment stolz
Staatsoper. Fulminantes Debüt von Sabine Devieilhe in einer rundum amüsanten „Fille du régiment“ unter Evelino Pidò – nebst nostalgischen Tönen mit Marjana Lipovsek
Die Presse

„Konzertgänger in Berlin“: Lädiert: Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ an der Staatsoper Unter den Linden
Schön und recht pfiffig, dass die heimgekehrte Staatsoper Unter den Linden den anfangseuphorischen Andrang nutzt, um als eine der ersten Wiederaufnahmen eine Inszenierung des alten Abo-Schrecks Hans Neuenfels auf die sanierte Bühne zu hieven.

Und passt die aus unvereinbaren Gegensätzen verquickte Ariadne auf Naxos von Richard Strauss nicht ganz besonders in diesen Historienhybrid von Lindenoper, der in seiner seltsamen Disproportionalität das Gegenteil des Gewünschten bewirkt: nämlich statt Kontinuität das Lädierte des Hauses hervorzuheben?

Aber so wenig wie über vergossne Milch lohnt es, weiterhin über verpasste Chancen zu lamentieren, einen zuschauerfreundlichen Saal etwa. (Das wäre höchstens was für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.) Im Publikum, das sich ölsardinesk in den Fluren an- und ineinanderschmiegt, vernimmt man doch so einiges an Schillertheater-Nostalgie, wer hätte das erwartet?
Zum Bericht des „Konzertgängers“

München
Die Sängerin und Dirigentin Barbara Hanningan: Eine Musikerin mit Prinzipien
Als Dirigentin und Solistin ist die Sopranistin Barbara Hanningan am 14. und 15. Januar zu Gast bei den Münchner Philharmonikern. Über diese spannende Doppelrolle, aber auch über die derzeit aktuelle „Me Too“-Diskussion spricht sie im BR-KLASSIK-Interview.
BR-Klassik

Salzburg/Mozarteum bleibt weiterhin ohne Rektor
Ein erneuter Anlauf zur Bestellung eines Leiters der Salzburger Musikuniversität ist gescheitert. Im März werden alle Uniräte des Landes neu besetzt
Der Standard

WIEN: TENOR OTONIEL GONZAGA GESTORBEN.

Ein Nachruf der Wiener Volksoperfreunde


Otoniel Gonzaga starb gestern in Wien

Zum Tod von Otoniel Gonzaga am 13.Jänner 2018

Voll Trauer haben die Volksopernfreunde vom Tod unseres Ehrenmitgliedes und langjährigen Ensemblemitgliedes der Volksoper Otoniel Gonzaga am Nachmittag des 13. Jänner erfahren.

Es gibt kaum ein bedeutendes Opernhaus weltweit, in dem der auf den Philippinen gebürtige Amerikaner nicht aufgetreten ist und zumindest eine seiner mehr als 70 Rollen verkörpert hat. Seine Ausbildung erhielt der Tenor am Curtis Institute of Music in Philadelphia unter anderem bei Margaret Harshaw, eine langjährige Stütze der Metropolitan Opera in New York. Andere bedeutende Absolventen sind die Sopranistin Anna Moffo oder die Tenöre Michael Schade oder Juan Diego Flórez. Bereits als Student gewann er den ersten Preis beim Marian Anderson International Singing Competition und war zwei Jahre später Preisträger beim ARD Gesangswettbewerb in München, was seinen Durchbruch in Europa bewirkte. Seine zahlreichen Engagements führten Otoniel Gonzaga um die ganze Welt; mit großem Erfolg sang er nicht nur an den wesentlichen europäischen und amerikanischen Opernhäusern, seine künstlerischen Wege führten ihn bis nach Peking.

Der charismatische Tenor hat mit so bedeutenden Dirigenten wie Eugene Ormandy, Giuseppe Patane, Alberto Erede, Michael Gielen, Pablo Casals oder Herbert von Karajan gearbeitet und seine BühnenpartnerInnen spiegeln das who is who der Opernwelt wider. Von den vielen Rollen, die Gonzaga gesungen hat, können nur ein paar angeführt werden: Cavaradossi („Tosca“), Calaf („Turandot“), Manrico („Trovatore“), Don José („Carmen“), Florestan („Fidelio“), Hoffmann („Hoffmanns Erzählungen“), Otello („Otello“) oder Radames („Aida“). Und auch in zahlreichen Operetten, wie beispielsweise „Zigeunerbaron“, „Die lustige Witwe“ oder „Das Land des Lächelns“, ist er auf den Brettern, die die Welt bedeuten, gestanden. Der Künstler war auch auf der Konzertbühne zu Hause und sang mit verschiedenen Orchestern in Europa, Amerika und Asien…

Ausführlicher finden Sie den Nachruf, verfasst  von Michael Kolig namens der Volksopernfreunde, in unseren heutigen „Infos des Tages“

OPER FRANKFURT: HEUTE PREMIERE „CAPRICCIO“
Inszenierung: Brigitte Fassbaender
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Camilla Nylund (Gräfin Madeleine) und Alfred Reiter (La Roche). Copyright: Monika Rittershaus im Auftrag der Oper Frankfurt

München: Bayerisches Staatsballett: „SPARTACUS“ –  10.01.2018: martialisch und monumental, romantisch und berührend   
Vladimir Shklyarov als heldenhafter Spartacus. Copyright: Wilfried Hösl

Zum Bericht von Ira Werbowsky

Wien: Für Kurzentschlossene und deren Kinder: Heute um 16 h im MuTh : HEXE HILLARY GEHT IN DIE OPER
Nicole Tobler (Hillary), Rebeca Olvera. Copyright: Oper Zürich

Viel Applaus von den Kindern. Sie waren sehr aufmerksam und gaben auch ihrer Zufriedenheit mit Zurufen („Hallo, Hexe!“) Ausdruck. Für Erwachsene ist es in diesem Zusammenhang besonders vergnüglich, Kinder zu beobachten, wenn diese andere Kinder beobachten…

Für Kurzentschlossene (wenn Sie meine „Frühabend-Kritik“ womöglich noch heute Abend oder morgen Vormittag lesen können): Sonntag (um 16.00 Uhr) gibt’s noch eine Vorstellung, empfohlen für Kinder ab 6, Spieldauer: 50 Minuten.

Wie gesagt im MuTh, dem Konzertsaal der Wiener Sängerknaben, Am Augartenspitz 1, 1020 Wien. (Wiener Taschenoper)

Zum Bericht von Karl Masek

Montag im Merker-Kunstsalon: „Die Winterreise“

 

Der „Merker-Kunstsalon“ bewegt sich diesmal außerhalb des Belcanto. Zersteuen Sie bitte die Befürchtungen, dass es nur mit italienischer Oper geht! Zudem ist der Winter gerade aktuell – bei mir im „Wintersportort vor den Toren Wiens“, in Mauerbach,  liegt Schnee und ich komme gerade von der Gehsteigreinigung zurück!

Apropos Mauerbach: Vor zwei Tagen begab sich dort die „Liste Pilz“ in Klausur (im Seminarhotel). Das Auftreten des ins Gerede gekommenen Listengründers nahm der Ex-Bundeskanzler Christian Kern anderswo zum Anlass, das „Pilz-Verhalten“ wie folgt zu kritisieren: Ich war noch nie so betrunken, dass ich später nicht gewusst hätte, ob ich „anlassig“ geworden bin oder nicht“.

Das glaube ich dem nunmehrigen Klubobmann aufs Wort! Aus der Aussage geht aber nicht eindeutig hervor, ob er nun „anlassig“ geworden ist – oder nicht.

Fußball: „Videobeweis“ nicht immer ein Segen. Eine interessante Statistik

 

Ganz konkret wurden in den 153 Spielen der Bundesliga-Hinrunde 1.041 Schiedsrichter-Entscheidungen überprüft. In 50 Fällen empfahl der Videoassistent dem Referee auf dem Platz, seine Entscheidung zu korrigieren. 48 Mal wurde die Entscheidung auch tatsächlich korrigiert, 37 Mal erwies sich dieser Eingriff als richtig.

Konkret bedeutet dies: Laut DFB-Statistik wurden in der Hinrunde 37 Fehlentscheidungen durch den Einsatz des Videobeweises verhindert. Umgekehrt wurden aber auch elf Fehlentscheidungen auf diesem Weg erst herbeigeführt. Diese elf Entscheidungen, die nicht korrekt waren, müssen in der Rückrunde gegen Null gehen”, forderte Schwenken. “Denn sie führen zum Teil zu dem schlechten Bild, das es über den Videobeweis gibt.”…

Videobeweis verhindert 37 Fehlentscheidungen
Und verursacht aber auch 11 falsche Entscheidungen
Sky-Sport

Das bedeutet, dass auch der Videobeweis uns Zuschauern nicht die Möglichkeit nimmt, uns über den Schiedsrichter zu empören und die Schuld nicht bei den „eigenen Spielern“ zu suchen. 37:11, die Zahl 11 ist in Relation zu 37 beängstigend – eine enorme Fehlerquote trotz Beiziehung modernster Technik. Aber soll der Fußball ohne Fehlentscheidungen bleiben? Berauben wir uns doch nicht hitziger Debatten!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/14-jaenner-2018


13. JÄNNER 2018

by ac | 13. Januar 2018 08:37

Oper pikant und auch süß: Stefan Herheim.
Wien/Theater an der Wien: Herheim hielt Hof. Foto: APA

Vorweg, ich war bei der Pressekonferenz nicht dabei, habe aber den vorliegenden Berichten anderer Medien entnommen, dass Stefan Herheim nicht vorhat, das Theater an der Wien „so nebenbei“ zu leiten und weiterhin als Regisseur durch die Welt zu touren. Vielmehr will er an „seinem“ Haus zwei Inszenierungen pro Saison machen und die „Fremdaufträge“ weitgehend einstellen. Wenn sich die Arbeit in Wien einmal eingespielt hat, kann er ja immer noch darüber nachdenken, ob er nicht doch „fremdgehen“ könnte (das hat er nicht gesagt, das ist meine Interpretation). Bekanntlich lässt die Katze das Mausen nicht. Außerdem ist ein kleines Stagionehaus vom direktoralen Arbeitsaufwand sicher nicht mit dem „Operntanker“ Staatsoper vergleichbar.

Wer weiß, vielleicht hat er dann ein Team beisammen, bei dem es ihm so geht wie einem Ehemann, der zuviel zu Hause ist: Den schickt die Ehefrau vormittags weg, damit sie in Ruhe arbeiten kann! Nur in das Wirtshaus sollte der Göttergatte wiederum auch nicht gehen.

Hier die gesammelten Eindrücke der Medien:

Wien/ Theater an der Wien
Künftiger Chef Herheim im Theater an der Wien vorgestellt
Am Freitag ist mit Stefan Herheim der designierte Intendant des Theaters an der Wien vorgestellt worden. Er habe zunehmend ein Bedürfnis nach künstlerischer Heimat entwickelt, begründete der Regisseur seine Bewerbung. Diese war kurz vor Weihnachten von Erfolg gekrönt. Er verspreche dem Opernpublikum unter seiner Ägide ab 2022 nun „nicht nur kunstvoll Süßes, sondern auch Pikantes und Scharfes“.
Salzburger Nachrichten
Stefan Herheim: Der „Diener“ als Chef
Der Opernregisseur besucht „sein“ Theater, das er ab 2022 leiten wird –
derstandard.at/2000072166390/Stefan-Herheim-Der-Diener-als-Chef
Künstlerische Heimat im Theater an der Wien
Wiener Zeitung
Die Eier des „Wikinger-Piefke“
Stefan Herheim, ab 2022 Intendant des Theaters an der Wien, sucht eine Möglichkeit, Menschen zu einen.
Wiener Zeitung

WIEN/Staatsoper: Vom jetzigen Direktor droht der „Tosca keine Gefahr mehr

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Benedikt Kobel (Spoletta), Erwin Schrott (Scarpia). Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Renate Wagner in ihrem Bericht: Vor der Vorstellung kam Direktor Meyer mit einem Kardinal vor den Vorhang. Dass es nicht unser „echter“ von Wien war, sah man gleich, aber immerhin eine würdevolle Erscheinung. Er halte nichts von Jubiläen, meinte der Direktor, aber dieses sei doch ein besonderes. Die 600. Vorstellung von Giacomo Puccinis „Tosca“ in der Regie von Margarethe Wallmann und der Ausstattung von Nicola Benois an diesem Haus. Nicht die älteste noch existierende Produktion (das ist die „Butterfly“ von Gielen, seit 1957 auf dem Spielplan, allerdings nur mit lumpigen 379 Vorstellungen), aber die gewichtigste unter den „Oldies“. Seit am 03.April 1958 hier Herbert von Karajan am Pult stand und Renata Tebaldi, Giuseppe Zampieri und Tito Gobbi sangen, sind in 60 Jahren alle großen Sänger der Welt in diesen Partien hier „durchmarschiert“. Und Herr Fiala, wie der Kardinal im bürgerlichen Namen heißt, war von Anfang an als Statist dabei. Nur dass er vom Ministranten zum Kirchenfürsten geworden ist – welch wunderbare Kontinuität auch in 60 Jahren Staatsoper, wo die Dinge quasi zum persönlichen Besitz von Menschen werden, dem Publikum ebenso wie den Mitwirkenden.

Er wünsche dieser Wallmann-„Tosca“ noch ein langes Leben, meinte Direktor Meyer schließlich. (Anm.d. Red.: Das bedeutet, dass die liebgewonnene Inszenierung die Ära Meyer überstehen und der Nachfolgedirektor nicht so ungeschickt sein wird, sich zu Beginn seiner Direktionszeit gleich mit einem Denkmalsturz einzuführen. Mit dem Ruf nach Veränderung gewinnt man Wahlen in Österreich und Frankreich, aber nicht den überwiegenden Teil des Opernpublikums, zumindest nicht den, der in „Tosca“ geht)

Der „Debutant“ (es war zwar sein zweiter Scarpia nun, aber gewissermaßen doch der erste) verdient es hervorgehoben zu werden, denn Erwin Schrott war wahrlich exzeptionell. Ich sage es gleich – ich habe nichts gegen einen „lauten“ Scarpia (kein gebrüllter natürlich, da gibt es Unterschiede, die ich nicht erklären muss), denn die Brutalität der Figur kommt hier auch aus der Kraft der Stimme, und darüber verfügen wenige Kollegen im nötigen Ausmaß. Schrott hat genau den richtigen Zeitpunkt abgewartet, um seinen großen, beweglichen, in allen Registern sitzenden Bassbariton mit dieser Rolle zu konfrontieren, deren Niedertracht er nicht nur darstellerisch, sondern auch stimmlich konturiert. Einer, dem man den gnadenlosen Sadisten glaubt, den er nuanciert aufblättert  – und den Tod von Herzen gönnt… (Wenn er dann wieder aufsteht, den jubelnden Applaus entgegennimmt und die Rolle nächstes Mal wieder so Gänsehaut-erzeugend verkörpert…)

Zum Bericht von Renate Wagner

Die anderen Mitwirkenden hielten sich achtbar bis sogar mehr als das. Ich will hier nicht die ganze Kritik anführen, sonst halten Sie mir zu Recht vor, dass ich mir meine Arbeit zu leicht mache.

Interessant ist aber das von Renate Wagner hinzugefügte PS.: P.S. Zwei Pausen lang auf dem Platz geblieben (um mich in die Buffeträume zu stürzen, bin ich viel zu klaustrophobisch), vertiefte ich mich in den Eisernen Vorhang, kam aber trotz heftigen Grübelns nicht darauf, was diese Schar amerikanischer College-Absolventen mit ihren charakteristischen Talaren und Hüten für uns bedeuten soll und warum wir angehalten sind, uns dafür zu interessieren. Ist alles allein dadurch Kunst, dass behauptet wird, es sei Kunst?

Der Leser Hubert Partl hat die Präsentation aufmerksam verfolgt und erklärt die Gedankengänge der Initiatoren: Das Bild zeigt College-Studenten, die von ein paar bunt markierten Ausnahmen abgesehen, genau nach der Größe aufgestellt sind. Das soll einerseits daran erinnern, dass auch bei Chor-Konzerten innerhalb der jeweiligen Stimmlagen die kleineren Sänger/innen vorne und die größeren hinten stehen (stimmt das überhaupt?) und es soll zum Nachdenken anregen, dass im Publikum nicht die kleineren Zuschauer vorne und die größeren hinten, sondern die, die mehr bezahlen, vorne und die, die weniger bezahlen, hinten sitzen.

Aber offenbar machen sich nur sehr wenige Betrachter diese Gedanken, und wenn, dann werden sie trotzdem nicht für eine Abkehr von den verschiedenen Preisgruppen für die verschiedenen Sitzplätze plädieren. (Zitat Ende)

Ich denke, dass sich mit der Verhüllungs-Idee  jemand ein Denkmal setzen wollte. Von Herrn Eisenmenger, dessen Lebenslauf belastet ist, stammen noch andere Arbeiten in der Staatsoper. Will man diese auch verkleben oder konsequenterweise das Haus abreißen? Ganz ohne Nazis wird der Wiederaufbau unserer Staatsoper wohl nicht stattgefunden haben. Oder ist das eine Aktion „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“?

Zum „Kardinal“ äußerte sich die „Statisten-Expertin“ Elena Habermann wie folgt: Das freut mich doch für meinen alten Kollegen Fiala, dass diese treue Seele zu Ehren kommt. Er spielt auch immer noch in „Boheme“, zur Premiere einen jungen Kellner, heute einen alten hatscherten. Er war immer ein lieber,  feiner Kerl.

Damen unter den Statisten haben da einen schwereren Stand mit dem „Fachwechsel“. Vom schönen Mäderl zur komischen Alten ist nahezu nicht machbar.

NEU: Otoniel Gonzaga (als Tenor auch Mitglied der Wiener Volksoper, ist heute gestorben

Aktuell – WIEN: TENOR OTONIEL GONZAGA (auch Wiener Volksoper) GESTORBEN

Der Tenor Otoniel Gonzaga ist heute (Samstag) Nachmittag in einem Wiener Krankenhaus im Alter von 75 Jahren verstorben.

Mehr darüber morgen!

Aktuell: „Kinderoper „HEXE HILLARY GEHT IN DIE OPER“ noch Sonntag um 16 h im MuTh

Für Kurzentschlossene (wenn Sie Karl Maseks „Frühabend-Kritik“ womöglich noch heute Abend oder morgen Vormittag lesen können): Sonntag (um 16.00 Uhr) gibt’s noch eine Vorstellung, empfohlen für Kinder ab 6, Spieldauer: 50 Minuten.

Wie gesagt im MuTh, dem Konzertsaal der Wiener Sängerknaben, Am Augartenspitz 1, 1020 Wien.

HEUTE: LIVE ALS STREAM AUS DER ELBPHILHARMONIE: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Mariss Jansons mit Musik von Strauss und Prokofjew

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Elbphilharmonie. Copyright: Ursula Wiegand

Das Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung seines Chefdirigenten Mariss Jansons im Großen Saal der Elbphilharmonie am Samstag, den 13. Januar 2018 um 20.00 Uhr kann hier im Livestream mitverfolgt werden:

https://www.elbphilharmonie.de/de/worldwide/symphonieorchester-des-bayerischen-rundfunks/112

Die Ritter des hohen C
Die Tenöre Jonas Kaufmann, Juan Diego Flórez und Daniel Behle überraschen mit Seltenem auf neuen CDs.

Uih, der traut sich was, der Herr Wruss von den „Oberösterreichischen Nachrichten“. Der verteilt „Sterne“ an Tenöre und gewichtet bzw. reiht dabei nach Gutdünken und ohne viel nachzudenken. Das kommt davon, wenn man kein Forum hat bzw. per Mail nicht so leicht erreichbar ist. Unsereins ist da schon vorsichtiger, ich habe auch anderes zu tun, als den ganzen Tag Fans zu beschwichtigen.
Oberösterreichische Nachrichten

Zürich: Der Lyrische Tenor in dramatischeren Gefilden

Piotr Beczala gab in der Zürcher Oper einen sehr anspruchsvollen Liederabend. Merker-Mitarbeiter Dr. John H. Mueller berichtet: Nach seinem Liederabend vom 21.12.2015 hat man Piotr Beczala letzte Saison als Sou.Chong und Lohengrin bewundern können. Seit 2015 hat die lyrisch timbrierte Stimme – eine Stimme wie Samt und Seide – deutlich an Kontur und dramatischer Kraft gewonnen. Sicher kann Beczala, der wirklich eine der schönsten Tenorstimmen der Jetzt-Zeit besitzt, auch Lieder singen. Er tut dies auch auf seine individuelle Weise…
Zum Bericht von John H. Müller

Und es blitzen die Sterne
Strahlkraft und Ausdrucksintensität: Der Tenor Piotr Beczala wird bei einem anspruchsvollen Liederabend im Opernhaus Zürich gefeiert.
https://www.nzz.ch/feuilleton/und-es-leuchten-die-sterne-ld.1346892

Graz/ Stephaniensaal: Liederabend Simon Keenlyside. Ruheloser Wanderer im Schubert-Universum

Zum Bericht von Dr. Hermann Becke/ www.deropernfreund.de

„Konzertgänger in Berlin“
Vernichtungsblühend: Berliner Philharmoniker, Antonio Pappano, Véronique Gens mit Ravel, Duparc, Mussorgsky, Skrjabin
Für den Konzertgänger immer ein Extrapunkt, wenn bei den Berliner Philharmonikern ein Komponist auf dem Programm steht, von dem er noch nie gehört hat. Das ist der Fall beim ersten Gastdirigat von Antonio Pappano seit 12 Jahren. Mag das Orchester den Pappano nicht, wie Brug meinte? Und ist der Konzertgänger der einzige im Saal, der den Franzosen Henri Duparc (1848-1933) nicht kennt? Fragen über Fragen.
https://hundert11.net/bph2018-pappano/

Plácido Domingo To Sing ‘Gianni Schicchi’ At Metropolitan Opera


Placido Domingo

The tenor revealed in an interview with Beckmesser that he will portray the title character in celebration of “Il Triticco’s” centenary in the 2017-19 season.

Domingo has already portrayed Gianni Schicchi to great success at the Los Angeles Opera where he scored rave reviews. Critics said, “Domingo still sings with impressive heft in the upper ranges of his voice.”

Wien/ Konzertaus: Wiener KammerOrchester am kommenden Sonntag: Vadim Gluzman und seine Stradivari

Am Sonntag, den 14. Jänner wird Vadim Gluzman gemeinsam mit dem Wiener KammerOrchester auftreten.
Im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses erleben Sie den Ausnahmekünstler nicht nur als Geiger sondern auch als Dirigent. Vadim Gluzman spielt die legendäre Stradivari “ex-Leopold Auer” (1690), die ihm von der Stradivari Gesellschaft von Chicago zur Verfügung gestellt wird.

Mehr Information zum Konzert auf der Website des Wiener KammerOrchesters

Website des Wiener Konzerthauses:
Tickets für 10:30 Uhr
Tickets für 15:30 Uhr

Manhattan: Primaballerina Karin von Aroldingen gestorben

Ihre Rolle als Anna neben Lotte Lenya (rechts) wurde für Karin von Aroldingen 1960 zum Schlüsselmoment ihrer internationalen Tanzkarriere. (Bild: dpa)
Ihre Rolle als Anna neben Lotte Lenya (rechts) wurde für Karin von Aroldingen 1960 zum Schlüsselmoment ihrer internationalen Tanzkarriere. (Bild: dpa)

Im thüringischen Greiz geboren, in New York zum Star greift – Karin von Aroldingen war eine der besten Ballett-Tänzerinnen der Welt. Nun ist sie im Alter von 76 Jahren gestorben.
Frankfurter Allgemeine

Französische Sängerin France Gall in Paris beigesetzt =

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Gall wurde in einem Familiengrab beigesetzt. B
ildquelle: APA (AFP)/ERIC FEFERBERG

Fünf Tage nach ihrem Tod ist die französische Sängerin France Gall in Paris beigesetzt worden. An der Beerdigung auf dem Friedhof von Montmartre nahmen am Freitag nur die engsten Verwandten und Freunde der Sängerin teil. Unter den Trauergästen waren die Sängerin und Schauspielerin Jane Birkin, der Sänger Matthieu Chedid und der Fotograf Yann Arthus-Bertrand.

Gall wurde in einem Familiengrab beigesetzt, in dem bereits ihr Mann und ihre Tochter Pauline bestattet sind. Vor den Toren des Friedhofs erwiesen auch hunderte Fans der Sängerin die letzte Ehre.

Politik /Deutschland

Jetzt beginnt das Buhlen um die Basis der SPD
Die SPD-Spitze, die Kanzlerin und selbst die CSU loben das Ergebnis ihrer Verhandlungen. Doch die Reaktionen auf das Sondierungspapier zeigen vor allem eines: die Furcht vor der SPD-Basis.
T-online

Gestern haben sich alle drei Verhandlungspartner als Sieger bezeichnet. Wo es Sieger gibt, muss es auch Verlierer geben. Das sind doch hoffentlich nicht die Wähler!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/13-jaenner-2018


12. JÄNNER 2018

by ac | 12. Januar 2018 08:17

Heute Jubiläumsvorstellung „600 Mal die „Wallmann-Tosca“ an der Wiener Staatsoper. Gemeint ist natürlich die Wallmann-Inszenierung, denn „Tosca“ ist immer noch von Puccini.

Margarethe Wallmann in einer Zeichnung

Die Frage dabei ist, ob es sich tatsächlich um die „Wallmann-Tosca“, oder nur um deren Skelett handelt. Margarethe Wallmann schreibt bereits 1976 in ihren Erinnerungen:

“ Meine Inszenierung von TOSCA ist in Wien , zwanzig Jahre später (1976) , immer noch populär . Aber nach dem Abgang von Karajan und von mir  ist in dieser Aufführung nichts mehr intakt geblieben. Das ist das undankbare an meinem Beruf :  man bleibt immer verantwortlich für eine Inszenierung , während (  auch  als Folge wechselnder Künstler)  alle  Einfälle, die Bewegungsabläufe, die Intensität der Interpretation mit der Zeit verblassen. Nehmen wir ein Beispiel:
In dem Augenblick, als Tosca  ansetzt, Scarpia zu ermorden , versteckt sie das Messer in ihrem langen Schleier aus grünem Tüll.  Scarpia, beim Versuch, ihr die Klinge zu entwenden, die ihn durchbohrt,  verfängt sich in ihm . Er bricht zusammen und  verwickelt sich in dem Stoff : der Schleier, wie eine giftige grüne Schlange wickelt sich um seinen schwarzen Frack.  Als Tosca fliehen will,  versucht sie vergeblich,  ihren Schal  wieder zu bekommen, die erstarrten Händen des Toten halten ihn fest.  Sie zieht heftig daran , der Arm hebt sich wie in einer letzten finsteren Drohung, und fällt zurück, ohne  das verräterische Gewand loszulassen. Das ist der Beweis, der es den Schergen  ermöglicht, sofort die Identität des Mörders  festzustellen.  Diese Schergen, wie große schwarze Vögel, eine albtraumhafte   kafkaeske  Zwangsvorstellung, nisten sie auf dem Weg  im Rundgang der Engelsburg , sie brauchen nur mehr auf ihre Beute warten.  Von all dem, nichts mehr: Im Allgemeinen, in solchen Fällen,  verfällt die Aufführung in den Schlendrian der Routine, der ärgste Feind der Kunst. Für mich,  professionell aus Berufung, ist das sehr schmerzlich :  bin ich nicht manchmal wie eine arme Mutter, gezwungen, ihre Kinder zu verlassen, und die  zu ihrer vielfachen Reproduktion zulassen muß, dass man ihnen Arme und Beine  abschlägt…

Wie Margarethe Wallmann diese Szene angelegt hat, werden die Zuschauer heute nicht sehen. Längst hat sich in dieser Inszenierung eine eigene entwickelt, zahlreiche Diven haben ihr eigenes „Süppchen gekocht“.

Elena Habermann hat früher – wie viele unserer Mitarbeiter – in der Wiener Staatsoper statiert – und konnte den Weg dieser „Tosca“ mitverfolgen:

Die Wallmann Inszenierung hat einen sehr guten Grundriss. Glaubt mir, ich kenne sie sehr gut, von der Premiere an. Tebaldi, Zampieri, Gobbi, Dönch, Weber, Majkut ect., von Karajan am Pult, eine tolle Sache. Mitgespielt habe ich ab 1964 – 1991 bei nahezu jeder Vorstellung.

Bis zur Holender Direktion wurde auch daran nie gerüttelt. Vorher wurde kein einziger Auftritt weggespart oder vereinfacht, da stimmte alles. Das Regiebuch ist sehr sorgsam geführt, wer das damals geschrieben hat,  weiß ich nicht, Peter Busse denke ich nicht. Holender räumte die rechte Seite im ersten Bild, wo die „Maddalena“ steht, völlig leer, alle Kompaserieauftritte wurden weggespart, sogar der Weihrauch in der Prozession, die Prozession selber sehr stark bechnitten. Heute taumelt eine Nonne mit schlechtgetragener großer Fahne über die Bühne, ORIGINAL WAR:  24 KINDER GINGEN PAARWEISE; ALSO 12 PAARE ÜBER DIE BÜHNE.
Die Gänge der Sänger sind gut verzeichnet und auch immer von der Abendregie gut weitergegeben.

Der 2. Akt ist bis auf das 2. Kostüm des Scarpia genau wie bei der Premiere. Wobei das Privatgewand des Polizeichefs für die Situation der Szene sehr wichtig ist, es ist auch für den Künstler ungemein bequemer zu tragen. Ich weiß, dass es den sängern nicht einmal mehr angeboten wird. 

Dass man früher in der Maske bei Bärten zu weißer Barockperücke strenger, war ist bekannt. Da mußten sich Träger mit großen Namen rasieren.

Der dritte Akt ist szenisch nach wie vor in Ordnung, das Hinrichtungskommando tritt auch immer auf, und nach 60 Jahren Aufführungspraxis gab es auch nur einen Sprungunfall. Bei diesem war viel Pech dabei. Die Schergen Michael Burggasser & Co. gestalten ihre Auftritte nach wie vor sehr gekonnt und der Inszenierung entgegenkommend – also etwas überzeichnet.

Wenn man den ersten Akt wieder normal herstellt, wäre die Sache wie bei der Premiere. Einige Proben – und schon läuft es. Eine schöne, praktisch zu bauende Produktion.

 

Wir weisen auf unsere Veranstaltung über Margarethe Wallmann am 24.1. in unserer Galerie/Geschäftsstelle hin. Merken Sie sich den Termin dick vor. Der Eintritt ist wie immer frei!

Wiener Staatsoper: LA FILLE DU RÈGIMENT


Sabine Devieilhe, John Tessier, Carlos Alvarez.  Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Ein erster Bericht liegt schon vor, weitere werden folgen. Sieglinde Pfabigan schreibt in ihrer „Nachtkritik“: Abermals erlebten wir eine Marie, der vom ersten Auftreten an alle Herzen zuflogen – nicht nur die der französischen Soldaten und die des jungenTiroler Lebensretters, sondern auch die des Publikums:die Pariserin Sabine Devieilhe. Was attraktive junge Damen betrifft, kann man unserem Herrn Direktor einen  guten Geschmack nicht absprechen. Ein reizendes, quicklebendiges Geschöpf mit klarem, bravourös alle Höhen erklimmendem, sehr beweglichem Sopran, temperamentvoll, selbstbewusst, von einem Gefühl zum anderen so jäh wechselnd, dass das immer Lacher hervorruft, und als liebendes Mädchen nicht sentimental, sondern mit jugendlichem Übermut sich in die Arme ihres Tonio werfend. Der war uns kein Unbekannter. Der Kanadier John Tessier, großgewachsen, mit fliegenden blonden Haaren, überaus sportlich und durchwegs sympathisch, schaffte er mit angenehmem Tenor auch seine hohen Cs sicher. Dass sie weicher klangen als Flòrez sie mit seiner unglaublichen Strahlkraft zum Besten gab, soll Tessier keine Vorwürfe eintragen…

Zum Bericht von Sieglinde Pfabigan

Der Wiener Opernball 2018 wurde gestern vorgestellt:
Dominique Meyer und Maria Großbauer stellen sich den Fotografen. Foto: Ernst Kopica

Über den Opernball und dessen Verlauf wird wohl noch viel zu berichten sein. Insgeheim hoffe ich, dass es nicht gar zu viel wird, denn das würde bedeuten, dass sonst nicht viel in der Oper los ist! Sie finden in unseren heutigen „Infos des Tages“/ Aktuelles eigentlich sämtliche Details.

Auch der „Kurier“ fasst die Erkenntnisse der Präsentation, die ich traditionell nicht besucht habe, zusammen

So wird der Opernball 2018 (8. Februar)
Kurier

Salzburgt: Heute neuer Anlauf zur Rektorenbestellung am Mozarteum

Sollte heute das Gremium beschlussfähig gemacht werden (ein Mitglied fehlt noch zur Beschlussfähigkeit, nachdem die Vertragsbedingungen drei Entscheider das Handtuch haben werfen lassen) könnte in einer Sitzung des Unirats noch im Jänner der Rektorenvertrag für Elisabeth Gutjahr beschlossen werden, vorausgesetzt wiederum, die Deutsche gibt es ein bisschen billiger.

Genau das wird passieren, aber auf österreichische Art. Die Dame wird beim Grundbezug nachlassen, die entgangenen Finanzleistungen aber über Sonder-Zulagen wieder bekommen. Das wäre doch gelacht, wenn das nicht möglich wäre.

Das ist so wie mit den Stundensätzen bei öffentlichen Aufträgen: Der Stundensatz wird sehr niedrig angesetzt – und alle jubeln ob der Sparsamkeit. Dafür werden dann eben zur Erbringung der Leistung mehr Stunden als vorgesehen nötig sein – und wir sind schon wieder dort, wo wir hingehören. Dafür gibt es eine treffende Bezeichnung: „Augenauswischerei“

Am Freitag soll eine Sitzung des Universitätsrats stattfinden, die die überlange Vakanz beenden könnte –
Der Standard

ONLINE IN UNSEREN INTERVIEWS: KATERYNA KASPER . In Frankfurt habe ich meine musikalische Heimat gefunden

Die in der Ostukraine geborene Sopranistin Kateryna Kasper ist seit der Spielzeit 2014/2015 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt. Für mich zählt ihr Sopran zu den schönsten Stimmen, die ich kenne und da sie noch am Anfang ihrer Karriere steht, bin ich zuversichtlich, dass wir noch viel von ihr hören werden…

Kateryna Kasper. (c) Andreas Kasper

http://der-neue-merker.eu/kateryna-kasper-in-frankfurt-habe-ich-meine-musikalische-heimat-gefunden

Interview von Marc Rohde im Januar 2018

„Konzertgänger in Berlin“: Nachtluftig echoend: Notos Quartett spielt Schumann, Brahms, Garth Knox
Tja, Kammermusik habe leider keine Zukunft, schrieb einmal der törichtste unbefangenste Kritiker einer großen Berliner Tageszeitung. Von wegen: Hier ist sie, die Zukunft, das Berliner Notos Quartett. Jüngst mit dem allseits beliebten ECHO Klassik gezüchtigt ausgezeichnet etc pp.
https://hundert11.net/dlf-debuet-notosquartett/

Dresden: Vertrag mit Janowski für Dresdner Philharmonie
Der Vertrag der Stadt Dresden mit Marek Janowski (78) als Chefdirigent der Dresdner Philharmonie ist unter Dach und Fach. Das habe Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) bestätigt, berichtet die „Dresdner Morgenpost“ (Freitag). Aus dem Geschäftsbereich Kultur und Tourismus hieß es allerdings am Donnerstagabend, dass die Verhandlungen noch laufen. Laut dem Zeitungsbericht sind noch steuerrechtliche Details zu klären. Die Vertragsdauer betrage drei Jahre ab der Saison 2019/20. Der Stadtrat muss der Entscheidung noch zustimmen.
Musik heute

London: Dirigent Dutoit verlässt RPO nach Vorwürfen sexueller Übergriffe
Vier Frauen beschuldigen den 81-Jährigen Chefdirigenten des Royal Philharmonic Orchestras in London, übergriffig geworden zu sein.
Die Presse

Dabei ist es doch so einfach und ich stelle mir das sehr romantisch vor:

Die App „LegalFling“ http://legalfling.io bietet ihren Nutzern die Möglichkeit, die Zustimmung für einvernehmlichen Sex auf Knopfdruck zu erteilen und gegebenenfalls zu widerrufen. In der Anwendung lässt sich ein detaillierter Vertrag über gemeinsamen Geschlechtsverkehr erstellen, bei dem unter anderem Kriterien wie Filmdreh, Verhütung und Küssen gewählt oder ausgeschlossen werden können…

Neue App: Sex-Zustimmung und auch Widerruf auf Knopfdruck
https://www.pressetext.com/news/20180111008

Wohl verspätet: Weihnachtsgeschenke aus dem sexuellen Umfeld der Alten Musik
Weihnachten liegt zwar hinter uns, ich gehe aber davon aus, dass auch heuer wieder Weihnachten kommen. Ob bis dahin die „Sex-Welle“ wieder abgeebbt ist, vermag ich nicht zu sagen. Es wäre jedenfalls schlecht für das Geschäft!
http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/12/20/weihnachtsgeschenke-aus

Filme der Woche:
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Die optimistischen Zeiten sind lange vorbei, wo man in die Zukunft als wunderbare Utopie geblickt hat. Heute sind nur noch die „Dystopien“ angesagt, die negativen Angstbilder in die Richtung, wohin sich eine Gesellschaft entwickeln kann. Dabei findet die österreichische Regisseurin Ruth Mader in dem Film „Life Guidance“ einen bemerkenswerten Schnittpunkt – manches, was sie hier in ihrer Hyper-Zukunftsgesellschaft schildert, gibt es schon, etwa die weitgehend strikte Trennung der Gesellschaft in „gute Viertel“ und schäbiges Prekariat, an das man als wohlbestallter Bürger möglichst nicht anstreift.

Andererseits zeigt die Regisseurin die perfekte neue Welt, die sich völlig in die Unfreiheit ihrer Entscheidungen und ihres Verhaltens begeben hat, die den gesellschaftlichen Druck zur Uniformität akzeptiert, ziemlich althergebracht und eindimensional. Die Familie wirkt so flach wie das modern-kühle Haus, in dem sie wohnen – Alexander (ein in der richtigen Attitüde steifer Fritz Karl) und Anna (Katharina Lorenz, undurchschaubar glatt), wie geschleckt, samt Vorzeige-Sohn Franz (Nicolas Jarosch). Spätestens, als man erfährt, dass in der Schule genau nach dem Verhalten und den Äußerungen der Eltern gefragt wird, erhält man bestätigt, was man ohnedies vermutet – das ist eine weitgehend totalitäre, überwachte, in ihren Lebensäußerungen genormte Welt (später wird man Aufzeichnungen der Ehefrau über den Mann finden… für wen wohl?).

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/12-jaenner-2018


11. JÄNNER 2018

by ac | 11. Januar 2018 08:46

Ab heute an der Wiener Staatsoper: Die Regimentstochter“ in der Wanderinszenierung. John Tessier (Tonio). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

La Fille du régiment in der beliebten Inszenierung von Laurent Pelly wird am Donnerstag, 11. Jänner 2018 an der Wiener Staatsoper wiederaufgenommen. Die vielversprechende junge französische Sopranistin Sabine Devieilhe gibt als Marie ihr Hausdebüt an der Wiener Staatsoper, KS Marjana Lipovšek gibt als Duchesse de Crakentorp ihr Rollendebüt am Haus. John Tessier verkörpert den Tonio, KS Carlos Álvarez den Sulpice, Donna Ellen die Marquise de Berkenfield und Marcus Pelz den Hortensius. Es dirigiert: Evelino Pidò.

Reprisen: 13., 16., 19. Jänner. Die Vorstellung am 13. Jänner wird ab 19.00 Uhr live in Radio Ö1 (+EBU) übertragen.
Die Titelrolle spielt und singt Sabine Devieilhe. Copyright: Molina-Visuals

Sabine Devieilhe studierte am Pariser Konservatorium und schloss preisgekrönt ab. In ihrer bisherigen Laufbahn hat sie u. a. Amina (La sonnambula), Mélisande (Pelléas et Mélisande), Serpetta (La finta giardiniera), die Titelrolle in Lakmé, die Königin der Nacht (Die Zauberflöte), Constance (Dialogues des Carmélites), Eurydice (Orphée et Eurydice), Adele (Die Fledermaus), Nannetta (Falstaff), Ismene (Mitridate), Hero (Béatrice et Bénédict), Blondchen (Die Entführung aus dem Serail), Marie (La Fille du régiment) gesungen. Dabei führte sie ihr Weg an Theater und zu Festivals wie zum Beispiel zum Festival von Aix-en-Provence, an die Opernhäuser von Avignon, Montpellier, Toulon, Marseille, und Lyon, ans Monnaie in Brüssel, zum Glyndebourne-Festival, an die Pariser Oper, ans Théâtre des Champs-Elysées und nach Amsterdam. Aktuelle Projekte führen die Sängerin an das Royal Opera House Covent Garden in London, die Zürcher Oper und an die Mailänder Scala. Sophie Devieilhe ist auch als Konzertsängerin international erfolgreich, so trat sie u. a. in Stockholm, Paris, London, Lyon, New York auf.

Wiener Staatsoper: I PURITANI – ein Abend der Irrtümer (10.1.)
Jongmin Park, Venera Gimadieva, Dmitry  Korchak. Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Groß war die Vorfreude auf das Wiedersehen mit Bellinis selten gespieltem Meisterwerk. Ebenso groß die Enttäuschung am Ende. Man könnte abergläubisch werden, wenn man schon zu Beginn falsche Bläsertöne zu hören bekommt, als schlechtes Omen für weitere Missgeschicke. Das erste war, ein ziemlich willkürlich zusammengewürfeltes Ensemble auf die Bühne zu stellen, und zu hoffen, dass alles klappt.

Zum Bericht von Johannes Marksteiner

Der Rezensent ist unzufrieden, sogar das Orchester (diesmal unter dem vielgerühmten Maestro Pidó) soll – zum zweiten Mal in dieser Woche  – in Unterform agiert haben. Venera Gimadieva hat es schwer, gegen den übermächtigen Schatten der Gruberova anzukämpfen. Das meint übrigens auch ein Forumsdiskutant, von dem ich weiß, dass er von Stimmen schon berufsbedingt viel versteht.

Erstes Foto von der heutigen Pressekonferenz zum Opernball
Ball-Lady Maria Großbauer zeigt sehr viel Knie. Copyright: Ernst Kopica
Auf diesem Tisch sind die Damen- und Herrenspenden aufgebahrt. Copyright: Ernst Kopica

Stuttgart:  Hervorragender „Tosca“-Dirigent

Während in Wien morgen Frederic Chaslin an Stelle des am Montag sichtlich indisponierten Maestro Puccinis Reißer dirigieren wird, ist unser Rezensent in Stuttgart vor allem vom Dirigenten angetan: Die komplette Erfüllung des Puccini-Reißers bot indes der inzwischen am Haus viel beschäftigte Giuliano Carella. Erst vor wenigen Tagen ließ er Händels „Ariodante“ erfrischend sprühen, jetzt bewegte er sich mit dem wiederum gut aufgelegten Staatsorchester Stuttgart in der dazu völlig konträren Stimmungswelt Puccinis mit viel Intuition und Geschick für die wesentlichen Sinnfälligkeiten der Partitur. Dazu gehörte vor allem die spürbar mit Liebe heraus gekitzelte Lautmalerei der atmosphärisch unterschiedlich ausgerichteten Akte, das Umschmeicheln der Sänger hinsichtlich Tempi und individueller Bedürfnisse, und besonders auffallend, weil oft verhetzt herunter dirigiert – der massig schwere Ausklang des Te Deums und die letzten Takte nach Toscas Todessprung, in denen Carella das Entsetzen der zurück Gebliebenen so erschütternd nachklingen läßt, als ob der Zuhörer selbst in die Tiefe gerissen würde…

Zum Bericht von Udo Klebes

Unsichere Lage in Venezuela: Dudamel und sein Orchester gastieren nicht am Lucerne Festival
Neue Zürcher Zeitung

Saarbrücken: Sébastien Rouland wird GMD
Das Saarländische Staatstheater bekommt einen neuen Generalmusikdirektor. Mit Sébastien Rouland (45) binde man „einen international renommierten Künstler“, sagte Kulturminister Ulrich Commerçon (SPD) am Mittwoch in Saarbrücken. Der französische Dirigent solle mit der Spielzeit 2018/19 antreten und „für die kommenden mindestens vier Jahre“ an dem Haus wirken. Die Vertragsunterzeichnung ist für Ende Januar geplant. Der bisherige GMD Nicholas Milton lässt sein 2014 begonnenes Engagement in diesem Sommer auslaufen.
Musik heute

Elbphilharmonie: Probleme mit den selbst aufgestellten Regeln – und mit den Hörgeräten der Besucher

Auszug aus einem Bericht der „Welt.de“:.. Mit dem Ende der ganz präzise nur 20 Minuten dauernden Pause befanden sich noch Trauben von festlich gestimmten Klassikenthusiasten vor oder in den Toiletten oder waren noch dabei, ihre Erfrischungen zu sich zu nehmen.

 Doch die Türen zum Saal waren bereits verschlossen. Mochten die Karten für den glanzvollen Abend auch den Preis eines Businessclass-Flugscheins gehabt haben, der junge Mann am Einlass hatte eben seine Anweisungen: „Da kommt niemand mehr rein!“ Während der Hüter der Schwelle des Tempels nun mittels seines Walkie-Talkie hektisch das offensichtliche Problem eine Hierarchieebene nach oben melden wollte, entstand ein hierzulande seltener Blitz der Revolution.

Hanseatischer Freiheitssinn traf auf die plumpe Erkenntnis: „Wir sind viele, er ist allein.“ Und so betraten unsere Kleingruppe gallisch gestimmter Musikfreunde perfekt getimt gemeinsam mit dem Maestro den Saal. Geht doch…

Probleme gibt es auch mit der einzigartigen Akustik: Die Geräusche der Hörgeräte werden auch Besuchern, die nicht schwerhörig sind, deutlich vor Ohren geführt.

Hamburg/ Elbphilharmonie: Man hört alles – auch die Hörgeräte der Besucher
Die Welt

 

Pranger? Hexenjagd? Vernichtungsfeldzug?

Noch nie war es so leicht, einen Menschen zu ruinieren. An einem Tag steht ein Schauspieler im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, bekommt einen „Golden Globe“ als bester Hauptdarsteller (ich erwähne gleich, dass ich „The Desaster Artist“ für einen ziemlich katastrophalen Film halte, aber das steht hier nicht zur Diskussion) – am nächsten Tag sagt die New York Times eine Veranstaltung mit eben diesem James Franco ab, weil zwei Damen gegen ihn Vorwürfe sexueller Nötigung eingebracht haben. Er leugnet das, was von seinem Standpunkt aus vermutlich das einzig Richtige ist, ob er aus der Affäre unbeschädigt herauskommt, ist zu bezweifeln, „angepatzt“ (nach dem Motto „Wird schon was dran sein“ und „Kein Rauch ohne Feuer“) ist er zweifellos.

Wir haben es erlebt, seit „#metoo“ zur Weltmacht wurde: die Throne stürzen, und das mit erschütternder Schnelligkeit. Was war Kevin Spacey, wenn man seine Karriere verfolgt, für ein hoch geachteter, bewunderter Mann, abgesehen von seinen Filmen als der brillante Hauptdarsteller des „House of Cards“ im Mittelpunkt aller Hollywood-Ereignisse. Und gab es keinen mehr bewunderten Dirigenten als James Levine, den Mann, dem die Met mehr verdankt als jedem anderen, den Künstler, der sich im Weltrepertoire der Oper bewegte wie ein Fisch im Wasser?…

Die „Hexenjagd“ ist vermutlich noch lange nicht ausgestanden, aber die Reizlatte liegt immer höher. Wenn es nicht gelingt, mindestens Obama, Prinz Charles oder Trump der Nötigung oder Vergewaltigung zu überführen, werden die Schlagzeilen schwächer, wird das Thema uninteressanter werden. Auch das ist ein Zeichen unserer wirklich schrecklichen Medienwelt. Eines steht jedenfalls fest: Böse, sehr böse Mittel werden benutzt, das Böse zu bekämpfen.

Lesen Sie den gesamten Artikel in inseren FEUILLETONS

Renate Wagner hat sich über dieses Thema, das scheinbar die gesamte (Kunst)-Welt bewegt, getraut. Sie hat mir gegenüber den Vorteil, Frau (und Mutter) zu sein. Einem Mann nimmt man diesbezüglich überhaupt keine Meinung ab, wenn es nicht die gerade in Mode befindlich „erwünschte“ ist.

Aber auch Frauen wurden bereits genötigt (diesmal nicht von Männern), ihre Meinung zu relativieren. Schauspielerin Nina Proll musste einen Rückzieher machen, die große Catherine Deneuve bringt Feministinnen derart auf die Palme, dass sie ihre niedergeschrieben Ansichten als Pamphlet bezeichnen

Deneuve bringt Feministinnen auf die Palme
Ein Pamphlet gegen die #MeToo-Bewegung, unterzeichnet von Schauspielerin Deneuve, heizt die Kontroverse an.
Die Presse

Und es geraten immer neue Promis in die Schusslinie

Michael Douglas wehrt sich gegen Masturbationsvorwürfe
„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das ist eine komplette Lüge, ein Hirngespinst, da ist kein Funken Wahrheit.“ Hollywoodstar Michael Douglas geht in die Offensive und wehrt sich präventiv gegen Vorwürfe einer ehemaligen Mitarbeiterin, er hätte vor ihr onaniert. Er ist nicht der einzige Star, der derzeit gegen Vorwürfe der sexuellen Nötigung vorgeht. Auch James Franco und Stan Lee dementieren Übergriffe auf Frauen.
http://www.krone.at/1610750

Kunst- und Kulturverbände äußern Forderungen an Regierung

Die Kunst- und Kulturverbände sind Subventionsempfänger. Als solche fühlen sie sich allerdings nicht, sie wollen das Ansuchen um Subvention in eine Forderung umwandeln:

„Wir eröffnen den Dialog. Man braucht mit uns nicht gönnerhaft reden, man kann mit uns ganz normal verhandeln, wir sind Profis“, sagte Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren bei einer Pressekonferenz in Wien. Man sei im Vorfeld als Verhandlungspartner nicht eingebunden gewesen und wolle einen Termin bei Blümel und anderen zuständigen Ministern wie Justizminister Josef Moser (ÖVP), da der großen und wichtigen Materie Urheberrecht entscheidende Bedeutung zukäme. Es sei geplant, einen „ständigen Katalog der offenen Forderungen“ zu eröffnen, der jeweils aktualisiert werden soll…

…„Uns stört, dass wir als Bittsteller hingestellt werden, die subventioniert werden müssen, weil sie es sonst nicht schaffen“, sagte Peter Paul Skrepek von der Musikergilde. „Es geht nicht darum, dass Kunst und Kultur subventioniert werden muss. Sie müssen finanziert werden, wie etwa das Spitalwesen auch.“

Mit dieser Formulierung habe ich Probleme. Kunst und Kultur sind eine zwar wichtige, aber doch eine Nebensache. Mit dem Spitalwesen kann das wirklich nicht verglichen werden – meiner bescheidenen Meinung nach.

Übrigens: In Regierungsverhandlungen als Interessenvertretung eingebunden zu werden, ist ein kühnes Verlangen.

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“ / Aktuelles

Pianist Buchbinder: „Schande, wie mit Kultur teilweise umgegangen wird“
Kurier

Dem Herrn Buchbinder wurde sein Grafenegg-Projekt von einem Politiker, der einer der derzeitigen Regierungsparteien angehört (wenngleich im Ruhestand), mit großem finanziellen Aufwand mit Hilfe der Steuerzahler ermöglicht. Wäre der Politiker Populist und hätte er sich in erster Linie um billige Stimmenmaximierung gekümmert, hätte er die Blasmusiken und Trachtentanzgruppen in seinem Bundesland gefördert – mit dem Grafenegg-Geld. Gerade von Herrn Buchbinder verstehe ich die Kritik an den Politikern also nicht!

Filme der Woche
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Letzten Dezember ist Woody Allen 82 Jahre alt geworden, und von dem „ein Film pro Jahr“-Motto geht er schon lange nicht mehr ab. Wie viele Filme hat er schon gemacht? Kommt darauf an, wie man zählt – ob es nur jene sind, die er auch geschrieben und inszeniert hat, oder auch jene, in denen er „nur“ gespielt hat… wie immer, alles in allem sind es mehr als 60, er hinterlässt ein gewaltiges Werk. Ob es auch ein gewichtiges ist? Schon seit langem plätschert ein Woody-Allen-Film nach dem anderen unter dem Motto „belanglos“ und „weniger gelungen“ vorbei. Und mit „Wonder Wheel“ ist das leider nicht anders.

Woody Allen war immer am besten, wenn er das zeigte, was er am besten kannte und konnte – wie es im Kopf von jüdischen Intellektuellen mit ihrer spritzigen Argumentation und ihrem verdrehten Gefühlsleben zugeht. Da scheinen ihm schon lange die Ideen ausgegangen – jedenfalls zumindest seit er erkannt hat, dass er selbst zu alt ist, sich selbst (also seine „Woody Allen auf den Leib geschrieben“-Figuren) zu spielen. Die Ersatzmänner, die immer wieder in seinen späten Filmen auftauchen, haben es noch nie geschafft, ihm auch nur in die Nähe zu kommen…

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C.

 

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/11-jaenner-2018


10. JÄNNER 2018

by ac | 10. Januar 2018 08:03

Jesus Lopez-Cobos war bei „Tosca“ sichtlich angeschlagen und sagt die „Jubiläumsvorstellung“ am Freitag ab

 

Es kursiert eine lustige Geschichte  über die Aussage der Musiker eines Spitzenorchesters: Diese ist dem Buch „Musizieren geht übers probieren oder Viel Harmonie mit kleinen Dissonanzen“—die Geschichte der Wr. Philharmoniker in Anekdoten und Geschichten von Alexander Witeschnik (1967; Neff-Verlag) entnommen. Heinrich Schramm-Schiessl hilft mir mit seinem Wissen wieder einmal aus:

Beiner Probe für ein philharmonisches Konzert klopfte der Dirigent – sein Name wird nicht genannt – immer wieder ab. Nach einiger Zeit erhob sich der Konzertmeister und sagte: „Wenn Sie noch einmal abklopfen, dann spielen wir das, was sie dirigieren“.

Was die offenbar „uninspirierte Leistung“ des Orchesters in besagter „Tosca“ betrifft, so war das früher – so in den 60er- und frühen 70er-Jahren – leider durchaus öfter der Fall. Ich selbst habe solche Vorstellungen miterlebt. Ähnliches kann man übrigens auch über manche Repertoirevorstellungen in der digitalisierten Form des Heft-Merkers von 1956-1964 lesen. Man kann nur hoffen, dass das nicht wieder einreißt. (Quelle: HSS). Mit der „digitalisierten Form des Merker-Hefts ist folgender Link von Hedda Hoyer gemeint: Zum „HUNDERTER“ von Herbert von Karajan habe ich den Großteil der MERKER, die seine Ära behandeln, digitalisiert. Ein Jahr später folgten die restlichen zwei Saisonen, und zu seinem HUNDERTZWEITEN GEBURTSTAG findet Ihr nun auch die Zusammenfassung (Zahlen, Daten, Fakten) ausgehend von der Seiten „INHALT“wiederum unter   http://members.chello.at/hedda.hoyer/index.htm. Es gibt viel Interessantes zu finden.

Ich habe gedacht, dass ein Orchester der Weltspitze auch einen indisponierten Dirigenten locker verkraften kann. Dem war am Montag aber anscheinend nicht so, Thomas Prochazka schreibt in seinem Blog www.dermerker.com wie folgt

Jesús López Cobos wirkte sehr fragil auf seinem Weg durch den Orchestergraben, als koste ihn der Abend fast unüberwindliche Anstrengungen. Zweimal war der Applaus versiegt, ehe der Dirigent das Pult erreichte. Der weitere Eindruck: eine rein gestische Begleitung des Abends. Keine Akzente.

Die ersten drei Takte waren kaum verklungen, da tat das Blech auch schon seine Anwesenheit durch einen gröberen Patzer kund. Es sollte nicht der einzige bleiben an diesem Abend mit seiner uninspirierten Orchesterleistung. Selten noch lauschte man einem derart gewöhnlichen, sich in den Vordergrund drängenden Klang der Soloklarinette in »E lucevan le stelle«, ward das Solo-Cello mit soviel Druck gespielt. — Man tat »Dienst«, nicht mehr…

Zum Bericht von Thomas Prochazka

Dieser Meinung ist übrigens auch der Berichterstatter im „Standard“ – er formuliert sogar drastischer: Denn was das Staatsopernorchester am Montagabend unter der Leitung von Jesús López Cobos bot, war oft eine Peinlichkeit, gelegentlich eine Farce und vereinzelt eine Bankrotterklärung. Gut: Bezüglich des 77-jährigen Spaniers fragte man sich, warum eine Direktion ohne Not einen Dirigenten engagiert, dessen Fähigkeiten sich im Lauf der Jahrzehnte offensichtlich erschöpft haben. Hätte man an seiner Stelle irgendwen ans Dirigentenpult gesetzt, hätte derjenige die Aufführung wahrscheinlich präziser, definitiv aber in emotional vielfältigerer Weise geleitet. Und flexibler auch: López Cobos waren Dehnungen und Ritardandi der Sänger bei Phrasenenden wurscht – es wurde drübergebügelt.derstandard.at/2000071784520/Tosca-Zwischen-Glanz-und-Tiefpunkt

Nun, Jesus Lopez-Cobos ist tatsächlich gesundheitlich nicht auf voller Höhe und hat für Freitag abgesagt, Frederic Chaslin wird die 600. „Tosca“ in der Wallmann-Inszenierung leiten. Da die Sänger souveräne Leistungen boten, steht einer dem Anlass entsprechenden Vorstellung nichts im Wege:
Angela Gheorghiu. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
Massimo Giordano. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
Erwin Schrott. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

HEUTE Stream aus der Wiener Staatsoper: I PURITANI . Beginn 19 h

Anmeldung über die Website der Wiener Staatsoper
https://www.wiener-staatsoper.at/staatsoper-live/wiener-staatsoper-livehome/

Bachtrack gibt die Klassik-Statistik 2017 bekannt

 

LONDON:  The Beauty is the Beast: Malin Byström sings a chilling Salome
Masterful … Malin Byström as the eponymous antiheroine in Salome at Royal Opera House, London. Photograph: Clive Barda

On the face of it, Malin Byström doesn’t seem an obvious choice for the title role of Salome: her home territory has been on lighter lyric fare, with Mozart at the top of the list. But her role debut last year in Amsterdam made audiences sit up and listen, and at Covent Garden last night, she was sensational.

The Royal Opera’s Salome still packs a punch – review
The Telegraph
Salome review at Royal Opera House, London – “fails to deliver’
The Guardian
Salome review – an injection of fresh blood for chilling, gory Strauss
The Guardian
The Beauty is the Beast: Malin Byström sings a chilling Salome
bachtrack

New York/ Metropolitan Opera: Cavalleria Rusticana / Pagliacci: Roberto Alagna Triumphs With Two Incredible Divas 
Alagna mit Elina Garanca und Alexandra Kurzak. Copyright: Ken Howard/ Metopera

“Pagliacci” and “Cavalleria Rusticana” is one of the signature double bills in opera that show offs the many qualities of a leading tenor. Both parts are known for their demanding vocal challenges and in many cases are sung by two different tenors.

However, in the Metropolitan Opera’s current revival of David McVicar’s production, Roberto Alagna triumphed in two of his best performances in recent Met history alongside two incredible divas…

Review: Met Opera’s Dreary January Is Brightened by “Cav/Pag’
The New York Times
Metropolitan Opera 2017-18 Review – Cavalleria Rusticana / Pagliacci
Roberto Alagna Triumphs With Two Incredible Divas
http://operawire.com/metropolitan-opera-2017-18-review-cavalleria-rusticana
Alagna and Kurzak make Met’s devastating “Pagliacci” a night to remember
http://newyorkclassicalreview.com/2018/01/alagna-and-kurzak-make-mets

OPER GRAZ: Das Musical der Saison hat Premiere: „Ragtime“   
Copyright: Oper Graz

Am Samstag, 13. Jänner, ist es soweit: „Ragtime“, das Musical der Saison – übrigens eine österreichische Erstaufführung – bringt den amerikanischen Swing auf die Opernbühne. Die Schicksalslinien dreier Familien treffen im New York des beginnenden 20. Jahrhunderts auf politische und soziale Umbrüche, die schließlich zur Bürgerrechts- und Arbeiterbewegung, aber auch zum Erstarken der amerikanischen Wirtschaft führen. Zerissene Zeiten – „Ragtime“ eben!

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Filme der Woche
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Das Phänomen ist nicht neu, es gibt es auch im Kino, wenn auch weit seltener als im Theater: Dass man sich mit Kopfgeburten von Regisseuren herumquält, auch wenn man gar nichts damit anfangen kann. Wie hat man sich – vor ein paar Menschenleben – an Alain Resnais’ „Letztes Jahr in Marienbad“ festgebissen, ist an jeder Interpretation gescheitert und hatte doch das Gefühl, es vielleicht mit einem Kunstwerk zu tun zu haben? Ähnlich geht es uns immer wieder mit den Filmen von Terrence Malick… Die Quälerei, die Regisseur Yorgos Lanthimos bereitet, ist ähnlich – nur dass man nicht den Verdacht schöpfen wird, es mit einem wirklichen Kunstwerk zu tun zu haben, wenn man sich „The Killing of a Sacred Deer“ antut… Mit einem affektierten Kunststück schon eher.

Der 45jährige Grieche hat uns schon mit seinem Film „The Lobster“ völlig ratlos hinterlassen. „The Killing of a Sacred Deer“ (das Töten eines heiligen Hirsches) hat zumindest eine glaubhafte Ausgangsposition, wenngleich die amerikanische Ärztefamilie von Steven und Anna Murphy mit den jugendlichen Kindern Bob und Kim ein bisschen künstlich anmutet. Künstlich perfekt. Und seltsam, wenn etwa die Sex-Rituale des Paares angedeutet werden, wo Steven die Gattin offenbar am liebsten völlig unbeweglich am Bett vorfinden möchte und sie, nach nüchterner Nachfrage, cool diese Stellung einnimmt

MeToo-Debatte

Brigitte Karner über Dieter Wedel: „Ich wollte mich von Herrn Wedel nicht antatschen lassen“
Die Schauspielerin Brigitte Karner erhebt neue Vorwürfe gegen den Regisseur Dieter Wedel. Es geht nicht um sexuelle Übergriffe, sondern um Psychoterror, Demütigung und sexuelle Erwartungen.
Sueddeutsche Zeitung

Von Catherine Deneuve: Harter Protest aus Paris gegen #MeToo-Bewegung
Schauspielerin Nina Proll sorgte in Österreich im Rahmen der #MeToo-Debatte für große Aufregung. In einer Diskussionssendung sagte sie etwa, das ganze Leben sei eine sexuelle Belästigung. In eine ähnliche Kerbe schlagen nun ihre französische Kollegin Catherine Deneuve und weitere Promis. Sie fordern die „Freiheit zu belästigen“.
http://www.krone.at/1610471

Die Debatte über dieses Thema geht munter weiter. Ich habe  zwei Artikel zur Lektüre eingestellt, deren Aussage sich unterscheidet.

Die aktuelle „Denunziations-Kampagne“ gegen Männer spiele nur Moralaposteln und religiösen Extremisten in die Hände, heißt es in einem von rund 100 Frauen unterschriebenen offenen Brief, der in der Zeitung „Le Monde“ am Mittwoch erscheint. „Freiheit zu belästigen“- das fordern keineswegs Männer, deren Ego so unterentwickelt ist, dass sie Gewalt anwenden müssen – sondern Frauen!

Nervenkitzel bei der „Millionenshow“! Sprühen zum achten Mal die Funken? Am Montag, dem 15. Jänner 2018, ist es bei Armin Assinger wieder so weit – dann stellt er zum 23. Mal die Millionenfrage. Sieben Kandidatinnen und Kandidaten haben es bereits geschafft und alle Fragen richtig beantwortet. Fünfzehn weitere Male wurde in der Showgeschichte die Millionenfrage gestellt, doch die Kandidaten entschieden sich dafür, keine Antwort zu geben und das Studio mit dem sicheren Gewinn von 300.000 Euro (bzw. 5.000.000 Schilling).

Eine, die die Millionenfrage riskiert hat, war Dr. Heide Gondek (mittlerweile leider verstorben) aus Wien, die mit mir einige Sträuße in unserem Forum ausgefochten hat. Daneben lief aber auch eine private Korrespondenz, abseits der „Showbühne“ und recht herzlich. Einmal habe ich sie gefragt, inwieweit der Millionengewinn ihr Leben verändert hat. Die Antwort: Nicht wirklich, außer dass ich mir jetzt bedenkenlos ein Taxi nach einem Opernbesuch gönne, während ich früher die Spar-Variante „Öffis“ wählen musste“.

Die ORF-Info sagt nicht aus, ob bzw. wie viele Kandidaten die letzte Frage riskiert und mit einer falschen Antwort sehr viel Geld verloren haben. Kann sich da jemand erinnern?

Wien: Niemand kam zur Anti-JVP-Demo vor das „Schikaneder“
Aus Formalgründen abgelehnt. Der Antrag war nicht unterschrieben. Trotzdem waren 60 Polizisten dort
Kurier

Kurios: 60 Polizisten sind aufgeboten, um keinen einzigen Demonstranten in Schach zu halten. Die Demo wurde von der Polizei untersagt, weil die Antragsteller nicht wussten, dass man einen Antrag unterschreibt! Dabei waren Studenten am Werk! Das sind schöne Aussichten für die Zukunft.

Allerdings ist es auch überraschend, dass sich die Damen und Herren Protestierenden zu 100 % an eine polizeiliche „Nichtgenehmigung“ gehalten haben.

Mein Baustellenreport: Der Abriss der Häuser vis a vis unserer Geschäftsstelle/ Galerie geht eher mühsam weiter. Der Baggerfahrer muss genau die Materialien sortieren und in die entsprechenden Container verladen. . Mein Enkel, der „Demolator“, verfolgt fasziniert das Geschehen.

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/10-jaenner-2018


9. JÄNNER 2018

by ac | 9. Januar 2018 08:48

TOSCA in Wien: Erwin Schrott, Angela Gheorghiu, Massimo Giordano. Foto: Facebook

Peter Skorepa liefert einen Kurzbericht (ausführlicher will er über die „Jubiläumsaufführung“ am kommenden Freitag berichten): Gestern Abend begann eine kleine Jubiläumsserie der TOSCA mit der 599. Aufführung in der Inszenierung von Margarethe Wallmann, in einer Regiearbeit, die mit der 600. Aufführung seit 1958 am kommenden Freitag ein seltenes Jubiläum feiern kann.

Eine recht einfache aber wirkungsvolle Regiearbeit, einst von Herbert von Karajan aus der Taufe gehoben, die in den erhaltenen Kulissen von Nicola Benoit seither stattfindet, in der Personenführung schon abgeschliffen und längst zum Nutzen eines ständig bereitgestellten Repertoirefüllers, der in den sechzig Jahren seines Bestehens von nahezu allen bekannten Weltstars in diesem Zeitrahmen bespielt wurde.

Von Tebaldi und di Stefano und Pavarotti und Domingo bis Kaufmann und Gheorghiu und und und … sind diese Kulissen getränkt mit Erinnerungen an vergangene und gegenwärtige Zeiten und man darf gespannt sein, welcher Direktor sich je zu einer zeitgemäßen und erneuerten Sicht auf diesen Puccini-Reisser einlassen wird…

Ein Sopranstar, der schon einmal einen Herrn Kaufmann auf der Bühne öffentlich versetzte, stimmlich hörbar aber mit Erfolg auf dem Weg in den Verismo, ein Tenor, bemüht aus der übergangenen Stimmkrise herauszufinden, mit wuchtigen Vittoria-Rufen und überraschend zarten Dolci Mani – Anhimmelungen aber wenig Schmelz in der Kehle und ein stimmstarker Bassbariton ohne viele Zwischentöne für seine Opfer, ein eiskalter Schurke also.

Zum Kurzbericht von Peter Skorepa
Benedikt Kobel (Spoletta), Erwin Schrott (Scarpia). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zur Frage unseres Rezensenten, welcher Direktor denn nun diese von großen Teilen des  Publikums heißgeliebte Inszenierung entsorgen wird, liegt als Antwort Bogdan Roscic nahe. Die 700. Aufführung wird die Wallmann-Tosca wohl nicht erleben. Ich gehe eher nicht davon aus, dass der amtierende Staatsopernchef in seiner letzten Saison („eh schon wurscht“) an dieser „denkmalgeschützten“ Inszenierung rütteln wird – er will ja, dass ihn die Wiener Opernfreunde in akzeptabler Erinnerung behalten. „Also nur keine Wellen!“

Hamburg: DIE WALKÜRE – mit Matthias Goerne und einer sensationellen Sieglinde (7.1.)
Jennifer Holloway. Foto: Agentur

Dreimal steht sie auf dem Programm der Hamburger Staatsoper, „Die Walküre“ aus der Hamburger Ring-Inszenierung 2008-2010 von Claus Guth (7., 14. und 20.1.2018). Nach Simone Young setzt nun Kent Nagano mit wohl überlegtem dramaturgischem Aufbau schlank und sehnig-muskulös die großartige Partitur in Klang. Teils verlangsamt er wie Barenboim vor allem das Tempo in den monologischen Passagen extrem, das Ende des ersten Aktes oder der Walkürenritt ringen dafür in galoppierender Dynamik Gänsehaut ab. Nicht alles kommt perfekt aus dem Orchestergraben bei dieser ersten Aufführung der Serie, vor allem das Blech erlaubt sich den einen oder anderen Schnitzer. Insgesamt musiziert das Philharmonische Staatsorchester Hamburg aber auf hohem Niveau, ohne je die samt-seidig bis furiose Farbmagie, wie man sie aus Wien oder Bayreuth kennt, zu erreichen…

Zum Bericht von Dr. Ingobert Waltenberger

Hinten ist die Ente fett. Im letzten Aufzug von Wagners „Walküre“ an der Staatsoper Hamburg haben die Sänger noch einmal alles gegeben und durch die Bank überzeugt. Auch die Aufzüge eins und zwei boten große Momente – allerdings hier und da mit Abstrichen, angefangen bei der Inszenierung von Claus Guth. Leon Battran berichtet aus der Staatsoper Hamburg

Zum Bericht von Leon Battran

Weltweit gefeierter Maestro: Dirigent Mariss Jansons wird 75
Mariss Jansons führte das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zu Weltruhm. Seine Interpretationen der Symphonien von Gustav Mahler und Dimitri Schostakowitsch sind legendär. Doch seine größte Liebe gilt der Oper.
https://www.hna.de/kultur/star-dirigent-mariss-jansons-wird-75-zr-9505422.html

WIENER STAATSOPER: WIEDERHOLUNG DES FLEDERMAUS-LIVE-STREAMS (infolge eines technischen Problems am Silvesterabend)

 

Aufgrund eines technischen Problems der externen Streaming-Plattform, über die Wiener Staatsoper live@home die Live-Übertragungen aus der Wiener Staatsoper sendet, hat bedauerlicherweise am Silvesterabend der Livestream der Fledermaus teilweise nicht funktioniert: Sie konnten nur die gesamte Bühne sehen und nicht wie üblich auch auf den geschnittenen Film umschalten.

Inzwischen konnte dieses Problem behoben werden. Wir möchten Sie sehr herzlich einladen, Die Fledermaus am Dienstag, 9. Jänner 2018 (19:00) in der live geschnittenen Regiefassung zu genießen.

Feiern Sie heute abend nochmals Silvester (warum auch nicht?), aber schießen Sie nicht mit Böllern herum – das könnte missverstanden Werden.

Im Ernst, Fehler können passieren. Die Staatsoper ist aber bestrebt, ihre Kunden König sein zu lassen und setzt den reparierten Stream nun nochmals an. Das ist seriös und professionell!

Florenz: Carmen tötet Don José: Buhs für geändertes Opern-Finale
Es sollte ein Zeichen gegen die Gewalt gegen Frauen sein – doch bei der Premiere des umgeschriebenen Klassikers „Carmen“ hat die Oper in Florenz Buh-Rufe geerntet. Intendant Cristiano Chiarot hatte Regisseur Leo Muscato angewiesen, das Finale des berühmten Werkes von Georges Bizet (1838-1875) so zu verändern, dass nicht Carmen am Ende von ihrem Ex-Liebhaber Don José getötet wird, sondern sie ihn erschießt. Bei der Erstaufführung am Sonntag habe es nicht nur Buh-Rufe gegeben, weil die Pistolen-Attrappe nicht wie geplant funktionierte, berichteten italienische Medien am Montag. Vielen im Publikum habe die Neufassung schlicht nicht gefallen.
Musik heute

Linz:„Der Mann hinter dem Monokel“ – Richard Tauber zum 70. Todestag

 

Eine Veranstaltung der Freunde des LinzerMusiktheaters im Orchestersaal des Musiktheaters, 08. 01.2018

Am 8.1.  vor 70 Jahren schloß der Sänger, Dirigent und Komponist, der am 16. Mai 1891 in Linz geboren worden war, im Londoner Exil die Augen für immer. Die „Freunde des Linzer Musiktheaters“, deren Beharrlichkeit wir nicht nur das großartige Haus verdanken, sondern die sich auch dem Andenken Richard Taubers widmen, haben zu diesem Anlaß in Zusammenarbeit mit Opern-Chefdramaturg Christoph Blitt einen Erinnerungsabend organisiert.

Zum Bericht von Petra und Helmut Huber

HAMBURG / Staatsoper: LA BELLE HÉLÈNE, 6.1.2018
Jennifer Larmore und Oleksiy Palchykov begeistern als Hélène und Paris
Copyright: Klaus Lefebvre

Ce n’est qu’un rêve, un doux rêve d’amour“ Duett Hélène Paris 2. Akt

Natürlich kennen Offenbach Freunde die quirlige Produktion der schönen Helene in der Regie von Laurent Pelly mit Felicity Lott in der Titelpartie. Dafür hat der für schrägen Humor bekannte frz. Bühnenmagier Laurent Pelly (man erinnere sich an Rameaus Platée, beides erhältlich auf DVD) die Figur der schönsten Frau der Welt nicht einer jungen Sängerin, sondern einer Frau eines gewissen Alters mit einer gewissen Erfahrung anvertraut. Renaud Doucet, dem man in Hamburg Inszenierung und Choreografie anvertraut hat, eignete sich im Grunde das durchaus campe Pelly-Konzept an und verlegt nun das fatalistische Treiben der „Götter“ auf das Kreuzfahrtsschiff „Jupiter Stator“. Eine perfekte Metapher für das skurrile Gehabe auf heutigen Bespaßungs-Ozeanriesen als auch eine augenzwinkernde  Hommage an den Hamburger genius loci…

Zum Bericht von Ingobert Waltenberger

Lemberg/ Ukraine: Wiederauferstehung nach Verbot und Vergessenheit: die erste szenische Premiere der ukrainischen Folk-Oper „Wenn der Farn blüht“ von Yevhen Stankovych an der Lemberger Staatsoper (Lwiw, Ukraine

„Wenn der Farn blüht“ – Folk-Oper von Yevhen Stankovych. Copyright: Staatsoper Lemberg

Jedes Volk pflegt seine Mythen. Jede Nation bewahrt ihre Historie, indem sie diese niederschreibt. Beinahe jeder Künstler spiegelt im Kunstwerk seine Suche nach der originären Identität in tiefer Verbundenheit zu seinem Heimatland wider. Deshalb hinterlässt jeder an Ursprünglichkeit (sowie Gegenwart und Zukunft) interessierte Künstler in seinem Erneuerungsstreben, avantgardistischen, postavantgardistischen Denken eigene Spuren über die archaische Quellen-Suche, das Wesen, den Glauben, die Riten und Geschichte seines Volkes…

Dr. Adelina Yefimenko berichtet aus Lemberg

Zum Bericht

HEUTE im Wien „MuTh“ – Augarten

 

Sebastian Kranner ist erst 17 – und stellt bereits künstlerisch etwas „auf die Beine“. Er entstammt ja einer bekannten Künstlerfamilie, ist also vorbelastet. Ich lege Ihnen den Termin nahe!

Eine Kritik bringen wir nicht, das ist so überhaupt nicht abwertend gemeint. Aber wir täten uns schwer, zumal Sebastian Kranner gelegentlich Berichte für unser Medium liefert. Aber wir werden den Weg des Jung-Theatermachers aufmerksam verfolgen!

Berlin/ Deutsches Theater: : PHÄDRA von Jean Racine


‚Alexander Khuon, Corinna Harfouch, Kathleen Morgengeyer. Copyright: Arno Declair

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Theater Freiburg: William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum. In einer Bearbeitung von Magda Kupryjanowicz, Ewelina Marciniak & Michael Billenkamp – Pr. 6.1.2018

Uns legen zwei ziemlich unterschiedliche Ansichten über diesen „Sommernachtstraum“ vor, eine von unserer Mitarbeiterin Alice Matheson, die zweit aus dem deutschen Fuilleton.

Wollen die Zuschauer Shakespeare sehen?

Der polnischen Regisseurin Ewelina Marciniak ist das aber gleichgültig. Für sie ist das Shakespeare’sche Stück eine leere Leinwand, auf der sie das Thema vorgibt, und nicht der Autor. Und ihre Hauptthemata (denn derer gibt es viele) sind offenbar die Funktion der Kunst und die Beziehung zwischen Kunst und Politik. Dafür wildert sie ungeniert in Shakespeares Meisterwerk, zerpflückt es in kleine Fetzen und pickt sich heraus, was ihr in ihre Interpretation passt. Der Rest wird gnadenlos entsorgt – die Lücken aufgefüllt mit Platituden aus eher sinnfreien Kunstmanifesten vom Beginn des letzten Jahrhunderts oder – noch schlimmer – eigenen Texten (Lysander zu Helena: „Kaffee?“ Helena: „Ja, Kaffee!“)…

Zum Bericht von Alice Matheson

Ein Sommernachtstraum“: Vortanzen zur Dreifachhochzeit
Ein Stück wie ein Renaissancegemälde voller Grazie, Schönheit und gebändigter Leidenschaft: Shakespeares „Sommernachtstraum“ am Theater Freiburg.
Frankfurter Allgemeine

Vor unserer Geschäftsstelle/ Galerie ist der Abriss der gegenüberliegenden Häuser (nach dem Krieg mühsam von den Eigentümern ohne jedwede staatliche Hilfe wiederaufgebaut) in vollem Gange. So eine Abrissbirne übt ein enorme Anziehungskraft auf Schaulustige aus. Auch mein Enkel, ein berühmter „Demolator“, kann sich kaum vom Bagger trennen. Für mich sind Erinnerungen mit diesen Häusern verbunden, ich habe als Kind oft die Nachbarschaft besucht. Damals war der Zusammenhalt ein weitaus größerer im Vergleich zu heute.

Was solls, die Zeit sucht neue Wege. Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/9-jaenner-2018


8. JÄNNER 2018

by ac | 8. Januar 2018 08:12

Heute TOSCA an der Wiener Staatsoper.

Floria Tosca     Angela Gheorghiu
Mario Cavaradossi     Massimo Giordano
Baron Scarpia     Erwin Schrott
Cesare Angelotti     Clemens Unterreiner
Mesner     Alexandru Moisiuc
Spoletta     Benedikt Kobel
Sciarrone     Igor Onishchenko
Schließer     Ayk Martirossian
Hirte     Helena Magdic
Die Titelrolle singt Angela Gheorghiu. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Gheorghius „Verspätung“ bei der „Kaufmann-Tosca“ machte in der Opernwelt die Runde. Wird sie heute wieder in Versuchung kommen? Wohl kaum, denn ihr Cavaradossi ist Massimo Giordano – und der wird die Sternenarie wohl nicht wiederholen (müssen/dürfen).

WIR LADEN HERZLICH ZUM WALLMANN-HOMMAGE MIT FOTOCOLLAGEN ANLÄSSLICH DER 600. AUFFÜHRUNG VON WALLMANNS WIENER „TOSCA“ IN DIE GALERIE DES ONLINE-MERKER EIN (24.1.)

 

BERLIN: Mehr Geld für die Opern

Auszug aus „Berliner Morgenpost“: Drei Opernhäuser in einer Stadt, das ist ein künstlerischer Luxus, um den Berlin weltweit beneidet wird. Die Stadt lässt sich das Angebot ihrer Stiftung Oper in Berlin auch einiges kosten. Der Landeszuschuss betrug im vergangenen Jahr 141,7 Millionen Euro, dazu kamen vom Bund 1,8 Millionen Euro für Daniel Barenboims Orchester an der Staatsoper. Im neuen Jahr beträgt der Gesamtzuschuss 152,3 Millionen Euro inklusive der zehn Millionen Euro vom Bund, die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) über den neuen Hauptstadtfinanzierungsvertrag beisteuert. Eine Vertragsklausel sieht vor, dass drei Millionen Euro davon direkt für die Staatskapelle bestimmt sind. Barenboims Orchester bekommt also real noch einmal 1,2 Millionen Euro mehr…

Mehr Geld für die Berliner Opern
Die Berliner Häuser bekommen in diesem Jahr mehr Geld. Davon profitieren vor allem die Staatsoper und die beiden großen Orchester.
Berliner Morgenpost

Auch Wien hat übrigens drei Opernhäuser – das nur zur Klarstellung! Ob Berlin und Wien darum „weltweit zu beneiden“ sind, ist allerdings eine Frage, die so salopp sicher nicht zu beantworten ist. Drei Opernhäuser bedeuten dreifachen Luxus, denn Oper ist die unrentabelste Kunstform, weil wahnsinnig teuer. Oper ist Luxus pur – und Luxus erweckt nicht nur die oben angesprochenen Neidgefühle, sondern zieht auch Menschen aus allen Gegenden, die nicht so mit Luxus punkten können, an. Wegen der drei Opernhäuser kommen diese aber weder nach Berlin noch nach Wien. Etwas weniger mit Hochkultur protzen wäre klüger!

Oper: Wir haben ein Problem
Wo nehmen Opernregisseure die Anregung für ihre Inszenierungen her? Vermutlich sind die Quellen oft Fernsehen und Filme. So zumindest sieht die neue „Bohème“ an der Bastille-Oper in Paris aus, die Claus Guth inszeniert hat.
Sueddeutsche Zeitung

Vorstehender Artikel ist eine ziemlich verspätete Kritik über die Pariser Bohème , aber immerhin in der „Sueddeutschen“

Merker-Heft Jänner 2018 geht am 15.1. zum Versand

 

Werden Sie Mitglied beim „Merker-Verein“. Damit helfen Sie zwar dem „Online-Merker“  überhaupt nicht, aber ich möchte auch nicht die Sorgen eines Printmediums haben. Zum Jahreswechsel hat auch die Druckerei Lischkar (die einst das mittlerweile aufgelassene Merker-Beiblatt gedruckt hat) in Wien-Meidling die Rollläden heruntergelassen. Die Firma kannte man in Wien meist aus traurigem Anlass – dort wurden die Parten der Städtischen Bestattung gedruckt. Die Firma musste nicht deswegen aufhören, weil weniger Menschen sterben, sondern weil sich die tieflauernden Hinterbliebenen die Parten mittels PC selbst erstellen.

Infos zur Merker-Mitgliedschaft/ ABO

Französische Sängerin France Gall 70-jährig gestorben
Gall gewann auch den Songcontest für Luxemburg. Bildquelle: APA (AFP)/FRANCOIS GUILLOT

Ella, elle l’a

Paris (APA/dpa/ag) – Die französische Sängerin France Gall („Ella, elle l’a“) ist am Sonntag im Alter von 70 Jahren in Paris einem Krebsleiden erlegen, wie ihre Sprecherin mitteilte. Gall hatte 1965 mit Serge Gainsbourgs Titel „Poupée de cire, poupée de son“ für Luxemburg den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewonnen. Mit dem Musical „Résiste“ hatte sie 2015/16 nach Jahren der Krise einen Comeback-Erfolg gefeiert.

Das Musical, das den Titel ihres Hits aus dem Jahr 1981 trägt, war in Frankreich, der Schweiz und in Belgien von mehr als 350.000 Zuschauern bejubelt worden und bestand aus Songs, die sie und ihr Mann Michel Berger geschrieben und gesungen hatten, darunter Welthits wie „Aime-la“ und „Tout pour la musique“. Gall sang darin nicht, sondern trat als Erzählerin auf. Die rund 30 Hits wurden von Sängern interpretiert, die damals, als die Songs um die halbe Welt gingen, noch nicht geboren waren.

Der Siegertitel des Eurovisions-Song Contest 1965

WIEN: Der „Super-Theatergänger“ Martin Thomas Pesl
Der Wiener Kulturjournalist Thomas Pesl ging im Vorjahr 258 Mal ins Theater. Dabei dachte ich, dass der Einsatz unserer Renate Wagner nicht zu überbieten ist – aber man kann sich kräftig irren:

Der Wiener Theaterkritiker Martin Thomas Pesl hatte sich für 2017 vorgenommen, weniger ins Theater zu gehen als im Vorjahr. Am Ende wurde es knapp. Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur erklärt Pesl, warum er „nie“ im Theater einschläft, wie er sich auf die Vorstellungen vorbereitet, wer sein Lieblingsschurke auf der Bühne ist und warum er aufgehört hat, die Programmhefte zu sammeln. 

Martin Thomas Pesl, der unter anderem für den Wiener Falter schreibt und für nachtkritik.de, gefällt am Theater vor allem:

„Dieser Zustand, dass hier mehrere Menschen zusammenkommen und wieder andere Menschen denen etwas vorspielen, und dass sie jedesmal so tun, als wäre es das erste Mal, obwohl da ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Erwartungen und Kenntnissen drinnen sitzen. Das ist einfach etwas Schönes. Theater hat ja auch normalerweise die Aufgabe nicht zu langweilen, (…) deswegen ist es auch etwas, was Spaß machen kann, sich anzusehen, wenn jemand einen nicht langweilen will.“

DeutschlandfunkKultur

Mir ist Herr Pesl unbekannt, auch weil ich die Blätter, die er beliefert, nicht lese, aber eine Leistung sind 258 Theaterbesuche innerhalb eines Jahres allemal!

HOLLYWOOD: Golden Globe für „Three Billboards Outside Ebbing“
Freude bei der gesamten Crew: Bildquelle: APA (AFP)/KEVIN WINTER

Hollywood/Wien (APA/dpa) – Der Kriminalfilm „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ von Regisseur Martin McDonagh hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Das gab der Verband der Auslandspresse in Beverly Hills bekannt. Der Kriminalfilm holte drei weitere Trophäen, unter anderem für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin in einem Filmdrama.

Die 60-jährige Amerikanerin spielt in dem Independent-Film eine kämpferische Mutter, die nach der Ermordung ihrer Tochter gegen die inkompetente Polizei vorgeht. Es war ihre sechste Nominierung seit „Fargo“ (1997) und ihr erster Globe-Gewinn. McDormand setzte sich in der Drama-Sparte damit gegen Meryl Streep („Die Verlegerin“), Sally Hawkins („Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“), Jessica Chastain („Molly’s Game“) und Michelle Williams („Alles Geld der Welt“) durch.

Auch der britische Schauspieler Gary Oldman (59) kann sich über die erste Golden-Globe-Trophäe seiner Laufbahn freuen. Er wurde zum besten Hauptdarsteller in einem Drama gekürt. In „Churchill – Die dunkelste Stunde“ verwandelt er sich in den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill. Oldman schlug bei er 75. Globe-Gala die Mitstreiter Tom Hanks („Die Verlegerin“), Daniel Day-Lewis („Der seidene Faden“), Timothee Chalamet („Call Me By Your Name“) und Denzel Washington („Roman J. Israel, Esq.“) aus dem Rennen.

Gestern war „Abrissparty“ in der „Online-Merker-Galerie“

 

Spontan ergab sich gestern eine Party, bei der so viele Besucher wie nie zuvor bei uns in der Galerie waren. Die Anrainer der Gebäude im Bereich Vivenotgasse/ Zeleborgasse hatten für die Abrissparty ein Wirtshaus gebucht, der Wirt hat allerdings den Termin vergessen! Also landeten die „Feiernden“ bei uns. Der Grund ist der heute begonnene Abriss der beiden hässlichen Gebäude gegenüber unserer Geschäftsstelle/Galerie. Nun leben wir einige Monate neben einer Baustelle (hoffentlich lässt man keinen Bau-Manager deutscher Flughäfen oder Opernhäuser an die Bauleitung ran, sonst werden Jahre daraus), bekommen für unsere Geduld aber ein neues Glasportal. Das ist auch dringend nötig, denn die schwere Eisentüre mit Innenverriegelung wirkt etwas „russisch“.

In jedem Fall wird die Gegend weiter aufgewertet – und die Grundstückspreise steigen in luftige Höhen.

 

Früh übt, wer Meisterschaft erlangen will. Emma Koromilas aus Athen gehört zur Online-Merker-Fangemeinschaft und schickt dieses Foto.

 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/8-jaenner-2018


7. JÄNNER 2018

by ac | 7. Januar 2018 08:49

Er machte auch aus Göttern Menschen: Chéreaus Skizzen zu Wagners „Rheingold“

Patrice Chereau: Skizzen zu Wagners „Rheingold“. Bis zum 3. März ist eine Ausstellung über den Regisseur in Paris zu sehen.

Auszug aus „Die Welt“: …Einer, der immer mal wieder abgetaucht war, sich dem Betrieb entzog, der sich mit Theater- wie Operninszenierungen und Filmen im bisweilen entrückten Elfenbeinturm der Hochkultur bewegte und trotzdem ein populärer, bis heute geliebter Name in Frankreich war, von der Pariser Intellektuellenszene bis zum Boulevardzeitungsleser, das ist Patrice Chéreau.
Chéreau starb im Oktober 2013

Als der lebenslang schwere Raucher im Oktober 2013 an Lungenkrebs gestorben war, lasen sich viele der französischen Nekrologe wie Poesie. So heißblütig wurde von seiner Kunst geschwärmt, von seiner Liebe zu den Menschen und Charakteren, der ewigen, niemals erfolgreichen Suche nach dem Makellosen, die ihn immer wieder neue Anläufe nehmen ließ…

…Er haderte beispielsweise stets mit der Oper, aber gab zu: „Sie ist eine gute Schule, denn die theatralische und die musikalische Form stellen enorme Zwänge dar. Sie muss man schöpferisch einbeziehen. Die Aufgabe eines Opernregisseurs besteht darin, die Musik absolut notwendig zu machen. Ich muss den Grund erfinden, aus dem das so und nicht anders gesungen wird. Beim Film habe ich dagegen totale Freiheit, denn die Musik, den Rhythmus, schreibe ich dort selber, bei der Montage.“ Er hasste den Betrieb, ließ sich aber immer wieder von ihm verführen. Weil er offen, weil er verführbar war: durch Geschichten, durch Menschen.

„Patrice Chéreau, mettre en scène l’opéra“, Palais Garnier, Paris. Bis zum 3. März 2018

Patrice Chéreau, der Jahrhundert-Ringer
Transzendentes Leuchten: Egal, ob er eine Oper inszenierte oder einen Film, immer stand der Mensch im Mittelpunkt seiner Kunst. Eine Pariser Ausstellung feiert den Ausnahmeregisseur Patrice Chéreau.
Die Welt.de

Neu: Die französische Eurovisions Song Contest-Siegerin France Gall ist gestorben

Ella, elle l’a

Zum Eurovisions Song Contest 1965 – der Sieger-Song

Zum 75. Mal werden in der Nacht auf Montag (MEZ) in Los Angeles die Golden Globes vergeben.

Ein Augenmerk wird dabei heuer nicht alleine auf den Filmen, sondern auch der Garderobe der Damen und einiger Männer liegen, haben Aktivisten doch dazu aufgerufen, im Zuge der #MeToo-Debatte in Schwarz zu erscheinen, um gegen sexuellen Missbrauch in Hollywood zu protestieren.

Neu eingelangte Opernkritiken:

Wiener Volksoper: Wiederaufnahme  „DIE HOCHZEIT DES FIGARO“ am 5.1.

Die Inszenierung des Marco Arturo Marelli mit der Premiere am 25.11. 2012 wurde als 32. Vorstellung wiederaufgenommen. Marelli hat ja (und das war mir neu!) eine Vergangenheit an der Wiener Volksoper, die bis ins Jahr 1973 zurückreicht. Damals arbeitete er noch im Technischen Büro. Also hat er „sein Theaterhandwerk“ von der Pike auf (und in allen seinen Facetten) gelernt …

Eine hochästhetische Bühnenlösung, weit mehr als bloße Bebilderung einer „Komischen Oper in 4 Akten“. Zudem vorzüglich bespielbar. Die Komödie schnurrte „gut geölt“ ab, man hatte das Gefühl, da wurde detailliert geprobt…

Anja Bihlmaier war die neue Dirigentin. Schon die Ouvertüre lieferte eine Ahnung des kommenden „Tollen Tages“. Gestaltungswille der u.a. am Salzburger Mozarteum ausgebildeten Kapellmeisterin war von den ersten Takten an zu spüren: Tempi: mit „Augenmaß“, weder hetzend noch schleppend. Crescendi und decrescendi kamen akkurat. Das Orchester: einen Abend lang animiert und präzise klingend. Mozart in schlanker, eleganter Ausformung. Mit Akzentuiertheit, aber ohne übertriebene Sforzato-Ruppigkeit. Ein durchaus gelungener Einstand!…

Bildergebnis für peter kellner
Peter Kellner, der „Figaro“. Foto: Volksoper

Peter Kellner war der neue „Figaro“. Slowakische Wurzeln, Ausbildung in Košice und im Mozarteum Salzburg, aktuell Ensemblemitglied an der Grazer Oper. War die Cavatine „Will er gern tanzen, mein Herr Gebieter“ vorbei – die ging der Debütant noch etwas vorsichtig an – sang und spielte er sich rasch frei und war ein darstellerisch gebührend aufmüpfiger Untertan mit stilsicherer, elegant geführter, fürs Haus volumensmäßig ausreichender Stimme. Auf weiteren Werdegang bleibt man neugierig.

Zum Bericht von Karl Masek

STUTTGART: Händels ARIODANTE. Wiederaufnahme am 5.1.

Darüber liegen uns bereits zwei Berichte vor:

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Ana Durlovsky (Ginevra), Matthew Brook (König). Copyright: Christoph Kalscheuer

Udo Klebes schreibt: Welche Funktion Händels Opern zu seiner Zeit, darunter speziell thematisch auch der 1735 uraufgeführte „Ariodante“, ausgefüllt hatten, wurde von Jossi Wieler und Sergio Morabito in ihrer Inszenierung aufgegriffen und in eine moderne, von Technik geprägte Präsentationsform umgewandelt…

...das Ergebnis zeitigte auch jetzt bei der zweiten Begegnung einen etwas uneinheitlichen, auch durch die von Polinesso dazwischen gesprochenen erwähnten Roussau-Texte gebrochenen Eindruck, was aber über weite Strecken durch die gewohnt intensive, Drama und unfreiwillige Komik aufeinander prallen lassende Personenführung des Regie-Duos ausgeglichen wird…

Zum Bericht von Udo Klebes

Auszug aus dem Bericht von Alexander Walther: …Musikalisch ist diese Interpretation noch mehr aus einem Guss wie die Inszenierung. Das liegt vor allem auch am temperamentvoll und einfühlsam zugleich agierenden Dirigenten Giuliano Carella, der die Sängerinnen und Sänger zusammen mit dem Staatsorchester glänzend zu führen versteht. Die dynamischen und kontrapunktischen Spitzfindigkeiten von Händels Musik nehmen so immer mehr Gestalt an. Man begreift auch, wie stark Händel überhaupt die moderne Musik beeinflusst hat. Eine hervorragende Sängermannschaft stellt sich hier vor. Allen voran zu nennen sind Ana Durlovski als feinnervige Ginevra und Diana Haller als Ariodante, die beide ein beispielloses Koloraturfeuerwerk abbrennen, dessen Funken sofort in den Zuschauerraum überspringen. Und die zahlreichen tonmalerischen Effekte geraten so nie aus der Balance. Die Rolle des Königs von Schottland wird hier von Matthew Brook (der erkältungsbedingt nur die Rezitative singt) und Simon Bailey (Arien) gemeinsam gestaltet. Sie finden im Laufe der Aufführung auch darstellerisch so kongenial zusammen, dass man kaum einen Unterschied wahrnimmt. In weiteren Rollen fesseln Lauryna Bendziunaite, Kai Kluge als Lurcanio, Gerald Thompson als Polinesso und Philipp Nicklaus als Odoardo…

Zum Bericht von Alexander Walther

Operettenkritiken:

Köln/ Staatenhaus: ORPHEUS IN DER UNTERWELT. Premiere am 6.1.2018

Die Kölner Kinderoper ist – mit Überzeugung euphorisch ausgedrückt – eine einzige Erfolgsgeschichte. Erst war sie in einem Foyerzelt der „alten“ Oper am Offenbachplatz untergebracht, siedelte dann ins südstädtische „Pfandhaus“ um (besonders intimer Rahmen) und residiert jetzt wie das gesamte Opernarsenal im Ausweichquartier “Staatenhaus“ bis noch mindestens 2022. Das künftige unterirdische Domizil der Kinderoper am Offenbachplatz gab es als Architektur-Entwurf immerhin schon mal zu sehen, aber nun ist weiteres Warten auf ein endgültiges Opening nach der sich hinschleppenden Restaurierung angesagt…

Zum Bericht von Christoph Zimmermann

Würzburg: DIE CSARDASFÜRSTIN am 5.1.2018

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Copyright: Nik Schölzel /Mainfrankentheater Würzburg

O alte Operettenseligkeit! Wie viele elende Zeiten hast du mit ein wenig Glanz erleuchtet, hinter wie viel falschem Glanz hast du das Elend zu entdecken geholfen. Wie vielen unglücklich Verliebten haben deine Illusionen die leise Hoffnung auf eine glückliche Liebe ins Herz gesenkt? Und wie viele aufgeblasene Mächtige der Welt mussten sich durch deinen Spott entlarven lassen? Mit Glanz und Elend spielt auch die Neuinszenierung von Emmerich Kálmáns „Csardasfürstin“ am Mainfrankentheater Würzburg…

Zum Bericht von Werner Häußner

ARTE  strahlt am heute „DAS LAND DES LÄCHELNS mit Piotr Beczala aus

Franz Lehár: Das Land des Lächelns: Sonntag, 07.01.18 23:45 – 01:30 Uhr 

Keine weiteren Ausstrahlungen in den nächsten 6 Wochen

Prinz Sou-Chong  Piotr Beczala
Lisa  Julia Kleiter
Mi  Rebeca Olvera
Graf Gustav von Pottenstein  Spencer Lang
Tschang  Cheyne Davidson
Obereunuch  Martin Zysset

Fabio Luisi dirigiert, Andreas Homoki hat inszeniert!

NEU EINGESTELLT IN UNSERE WEBSITE: DIE „IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE“ JÄNNER 2018

Opernfreunde sind mehrheitlich Nostalgiker, auch wenn sich manche davon aufgesetzt fortschrittlich geben. Deshalb ist die Nachfrage nach unseren „In memoriam-Geburtstagen“ sehr groß.

Zu unseren Jubiläen/in memoriam-Geburtstagen

Die dunkle Seite des Kunstmarktes
Die Kunstmarktexpertin Georgina Adam beleuchtet in ihrem neuen Buch, „Dark Side of the Boom“, anhand vieler konkreter Fälle die unethischen und illegalen Geschäfte des Kunstmarktes.
Die Presse

DRESDEN: Die Hauptstadt der Kleingärten?

…„Es gibt in dieser Stadt keine Vision und keinen Mut; der Dresdner Bürger macht auch selbst wenig, sondern wartet noch immer, was von oben kommt“, konstatiert Bernd Klempnow, Kulturredakteur der „Sächsischen Zeitung“. Selbst die Spenden zum Wiederaufbau der Frauenkirche seien damals vor allem von außen gekommen. Dieses für Dresden typische obrigkeitshörige Denken der Residenzstädter, deren Vertrauen in die Politik umso schneller schwindet, je mehr Mitbestimmung und gedankliche Freiheit ihnen zugemutet wird, macht es jedem schwer, der eine offene Gesellschaft anstrebt und zum Mittun einlädt. Die lokale Identität erschöpft sich nur allzu oft im Festhalten an Bewährtem und Traditionellem...

Kulturmetropole Dresden: Hauptstadt der Kleingärten
Das Pegida-Image verblasst: Die Kulturtouristen strömen wieder nach Dresden. Trotzdem steht nicht alles zum Besten. Über Traditionsliebe, Aleppo-Busse und fehlenden Mut in Elbflorenz
Tagesspiegel

STRICHELEI“ – GALERIE DES ONLINE-MERKER. AUSSTELLUNG CHARLOTTE POHL TÄGLICH GEÖFFNET. MALEREI UND DRUCKGRAPHIK

Täglich 15 bis 20 h (Dienstag nur bis 18 h) oder nach telefonischer Anmeldung (8136285/ Cupak


Charlotte Pohl: „Fata Morgana“ aus der „Äthiopien-Serie“.
Acryl auf Jute. Copyright: Barbara Zeininger

Besuchen Sie die Ausstellung in unserer Geschäftsstelle und lassen Sie sich auf ein Getränk einladen. Und wenn Sie mit mir nicht immer oder selten einer Meinung sind, dann reden wir darüber. Offen und ehrlich, von Angesicht zu Angesicht – wie es sich für zivilisierte Menschen eigentlich gehört.

Zum Beispiel über dieses Thema:

Prozess gegen Musikprofessor: Mausers Ehefrau spricht vor Gericht von einem „Königsmord“
Sueddeutsche Zeitung

Eine Formulierung von mir hat in unserem Forum zu einer Diskussion geführt. Nein, ich rede mich nicht auf ein Missverständnis aus, ich stehe zu dem, was ich geschrieben habe. Es ist kein Missverständnis, sondern ein gewolltes Missverstehen. Wenn ich jemand missverstehen will, dann genügt dazu die Antwort auf die Frage nach dem Wetter.

Es gibt Foren, da wird zensuriert, wenn es nur die leiseste Kritik an der Redaktion gibt. Unser Forum gehört nicht dazu. Es gibt Foren, in denen sich die Teilnehmer  unter einem Falschnamen selbst zujubeln, der Betreiber hätte es in dieser Rolle besonders leicht! Nichts davon gibt es im Forum des Online-Merker, denn dass ich nicht „Michta“ bin, der bewusst oder auch unbewusst Öl in das Feuer gießt und mir damit wenig hilft, wissen die meisten Teilnehmer, zumal auch „Michta“ namentlich den meisten Diskutierern bekannt ist und so mit offenem Visier kämpft.

Es gibt aber auch Leute, die verschanzen sich unter ihrem Falschnamen und feuern von dem aus  munter drauf los. Dies geschieht absolut vorsätzlich, denn bereits die Mailadresse ist ein Fantasieprodukt. Gut, das sind Forenregeln. Ich habe mich nie bemüht, hinter diese Mailadressen zu kommen, das wäre gegen jede Forenregel – und ich halte mich an Regeln.  Es gibt aber auch Diskutanten, die mir ihren Echt-Namen bekanntgegeben haben – und mir trotzdem kritisch gegenüberstehen. Dass mir deren Meinung wichtiger als die der Anonymen ist, ist wohl klar.

Ich biete meine Meinung an und dränge  Ihnen diese nicht auf. Ich bin weit davon entfernt, die Leser missionieren zu wollen. Aber das Recht, mir eine eigene Meinung zu bilden, nehme ich für mich in Anspruch. Ihnen bleibt es unbenommen, auf meine persönliche Meinung nicht neugierig zu sein. Den Sinn einer Kolumne haben Sie dann aber vielleicht missverstanden. Eine Kolumne gibt in überspitzter Form die persönliche Meinung des Autors wider. Diese ist keineswegs mit jener der Redaktion und schon gar nicht mit der der „gesamten Wiener Opern-Community“ gleichzusetzen.

Die Aussage der Ehefrau des Musikprofessors Mauser muss aber auch Gewicht haben, sie kennt ihren Mann ja sicher besser als die Anschuldigerinnen. Bleiben wir daher fair und sind wir froh, in einem Rechtsstaat zu leben. Das Gericht wird ein Urteil fällen, beruflich „vernichtet“ ist der Beschuldigte ohnedies bereits!

Kommen Sie anonym zu dieser oben angeführten  Ausstellung und entscheiden Sie dort spontan, ob Sie mit mir über Ihre/meine Meinung diskutieren wollen. Einfacher geht es wohl nicht mehr! Ich bin übrigens auch telefonisch erreichbar, was bei meiner Tätigkeit, bei der ich es mit vielen Anonymen zu tun habe, eher ungewöhnlich ist!

Adriano Celentano ist 80 – und singt immer noch =

Bildergebnis für adriano celentano
„Azzurro“ machte Celentano weltberühmt. Copyright: Youtube

Rom (APA/dpa) – Das muss Adriano Celentano erstmal einer nachmachen: Als er Mitte November 2016 mit seiner Duettpartnerin Mina das Album „Le migliori“ („Die Besten“) herausbrachte, reichte die verbleibende Zeit bis Neujahr völlig aus, um auf das meistverkaufte Album des Jahres in Italien zu kommen. Das Rentenalter hatte der mit „Azzurro“ berühmt gewordene Cantore da längst überschritten. Am Samstag wurde er 80.

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/7-jaenner-2018


6. JÄNNER 2018 – DREIKÖNIGSTAG

by ac | 6. Januar 2018 10:15


Heute Stream aus der Wiener Staatsoper: Der Nussknacker (bereits um 14 h)

Ich verstehe zwar überhaupt nichts von Ballett, ein „Handlungsballett „ist aber schon drin“. Manuel Legris werden wir vielleicht (oder ziemlich sicher) noch nachweinen, zumindest so lange wir nicht wissen, wen Bogdan Roscic als Chef für das Ballett  „aus dem Hut zaubert“. Der ärgste „Kelch“ ist aber an den Wiener  bereits vorübergegangen, denn Martin Schläpfer, der sich in seiner Bescheidenheit für den besten Choreographen der Welt hält, wurde in Düsseldorf bis 2024  „verlängert“. Dabei hält dieser Mann so überhaupt nichts von klassischen Ballett – als Laie bezeichne ich seine Kreationen als „Ausdruckstanz“.

Aus Deutschland erreichen uns „Hilferufe“ (als ob in Düsseldorf und Umgebung jemand auf den Online-Merker“ hören würde:

Seine unfassbare Arroganz nicht nur auf die Frage nach Handlungsballetten – „entschuldigen Sie bitte, meine Tänzer sind alles Spitzenkönner, kleine Megakünstler, die könne nicht so banal in Linie tanzen!“ – treibt alle Rheinopernballettfans, die schönen Tanz sehen wollen, in die Nachbarhäuser nach Essen, Gelsenkirchen und Dortmund.

Für Schläpfer sind Handlunsgballette out („völlig überholt“) – die sind nicht mehr zeitgemäß. Wer einen Herrn Schläpfer als Ballettchef beschäftigt weiß, dass es bei ihm so etwas nicht gibt – hat er mal empörend erklärt.

Ein Ballettchef einer großen Compagnie, die keine Handlunsgballette seit 8 Jahren mehr spielt.

JA WO GIBT ES DENN SOWAS.???
Wiener Staatsoper: Belcanto-Fest bei „I Puritani“
Adam Plachetka und Venera Gimidieva. Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Karl Masek war unser „Merker am Amt“: Nach der bejubelten Vorstellung war mir selbst ein Rätsel, warum ich in meinen früheren Opernzeiten den Belcanto des Vincenzo Bellini mit seinen unendlichen Melodien, dem vollendet traurigen Weltschmerzgestus, zwar meist als sehr schön  (Sänger/innen wie Gruberova, Bonfadelli, Dessay, Flórez,Sabbatini, einmal auch die Netrebko in „Sonnambula“, waren daran „schuld“), aber mitunter auch als ein bissl fad empfand.

Wie kam dieser Meinungsschwenk? Dirigent Evelino Pidò und das Orchester der Wiener Staatsoper haben ihn bewirkt. Da war vom ersten Takt an tiefes Eindringen in die Klangwelten des genialenMelodikers aus Catania, die ganz spezielle Ästhetik, die Instrumentationsfeinheiten, zu spüren. Da gab es keinen Moment der „Begleiter-Beiläufigkeit“, keine Spur von orchestraler Banalität.Pidò spürte den Orchestervaleurs nach, unterlegte mit größtmöglicher Sensibilität die Stimmungen und seelischen Befindlichkeiten der Protagonisten auf der Bühne durch einen orchestralen Farbenbogen, der einen Abend lang in Bann hielt…

Authentisch und ehrlich klingende Bravi-Rufe und kein forciert-aufgesetzter Jubel, in den Chor, Orchester und (besonders verdient das Kraftzentrum Evelino Pidò am Pult) einbezogen wurde(n).

Zum Bericht von Karl Masek

Auch Thomas Prochazka kommt in seiner eigenen Website auf diese „Puritani zu schreiben:

Man traut sich etwas im Haus am Ring: In unserer, jeder Romantik abholden Zeit gibt man I puritani; ein Werk der Hochblüte des bel canto. Das Ergebnis: oberflächlich betrachtet gutes Repertoire-Niveau. Im Detail allerdings: ein zwiespältiges…

Zum Bericht von Thomas Prochazka

Belcantofest im Haus am Ring
Die Staatsoper spielt Bellinis „Puritani“ auf exquisitem Niveau. Zu verdanken haben wir das zu einem nicht geringen Teil Maestro Evelino Pidò.
Die Presse

Venera Gimadieva kennen wir vom „Online-Merker“ bereits seit fünf Jahren. Sune Manninen hat Venera Gimadieva bereits im Oktober 2013 in seinem Bericht über das Eurasia-Festival 2013 in Yekaterinburg ausgesprochen positiv erwähnt. Später schrieb Mitarbeiter Dr. Hermann Becke aus Graz bereits am 8.3.2014 anlässlich einer „Traviata“ in Venedig:

Im Mittelpunkt des Interesses steht in der von mir besuchten Aufführung die 29-jährige russische Sopranistin Venera Gimedieva, die nach ihrem kurzfristigen Einspringen am Bolschoi-Theater vor einer Weltkarriere zu stehen scheint. „Die Erfolgsgeschichte der Venera Gimadieva ist wie ein Hollywood-Film. Im letzten Moment ersetzte sie eine kranke Sängerin, die die Premiere der ‚La Traviata‘ singen sollte. Am nächsten Tag, wachte Venera, wie es so heißt, berühmt auf.“ So berichtete im November 2012 die Stimme Russlands – und Hollywood-mäßig wird der neue Star auch von seiner Agentur präsentiert..

 

Na ja, etwas übertrieben – und auf die Callas sollte man nie verweisen. Immerhin hat es aber vier Jahre bis nach Wien gedauert. So schnell schießen die „Welt-Karrieren“  auch wiederum nicht in den Himmel!

Calixto Bieito übernimmt „Tannhäuser“ in Leipzig
Der katalanische Regisseur Calixto Bieito übernimmt die ursprünglich mit Katharina Wagner geplante Produktion von Richard Wagners „Tannhäuser“ an der Oper Leipzig. Wie das Haus am Freitag mitteilte, findet am 17. März 2018 die Deutschland-Premiere von Bieitos Inszenierung statt. Seine Deutung war in der Spielzeit 2015/16 bereits in Gent und Antwerpen sowie im vorigen Jahr in Venedig und Bern zu erleben.
Musik heutehttp://www.musik-heute.de/17184/calixto-bieito-uebernimmt-tannhaeuser-in-leipzig/

In der Verzweiflung hat Leipzig eine „Wanderproduktion“ eingekauft (Gent/Antwerpen/Venedig und Bern). Bei Nichtgefallen trägt die Intendanz somit die alleinige Verantwortung, denn sie konnte sich ja die Szenerie anschauen. Allerdings: Besser eine herumgereiste ansehliche Inszenierung als ein exklusiver Schmarren!

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Vorläufige Propheten-Dernière an der wiedergetauften Deutschen Oper
Letzter Aufruf an den Berg, sich zum Propheten zu begeben. Denn am Sonntag gibts zum letzten Mal in dieser Spielzeit (und wahrscheinlich bis zur angekündigten Grand-Giacomo-Meyerbeer-Sause anno 2020) Le Prophète an der Deutschen Oper. Dass das Haus nach weihnachtlicher Wasserhavarie noch immer nicht ganz auf dem Damm ist, passt atmosphärisch ja zum Wiedertäufer-Spektakel
https://hundert11.net/letzter-prophete/

MAILAND: Die Scala startet unter dem Dirigat von Manfred Honeck mit Musik von Johann und Josef Strauss sowie Franz Lehar ins neue Jahr.

Der österreichische Dirigent leitet drei Konzerte am 7., 11. und 12. Jänner, teilte die Scala mit. Honeck ersetzt den Stardirigenten Zubin Mehta, der sich im November einer Schulteroperation unterziehen mussten und drei Monate lang ausfällt.

Beim Strauss-Konzert ist der Auftritt der Sopranistin Mandy Fredrich, der Mezzosopranistin Judit Kutasi und des Tenors Tomislav Muzek geplant. Bei den Aufführungen von Johann Strauss‘ „Die Fledermaus“ in der Regie von Cornelius Obonya und Carolin Pienkos, die Mehta zwischen 19. Jänner und 11. Februar dirigieren hätte sollen, wird der RSO-Chefdirigent Cornelius Meister auf dem Podium stehen. Die „Adele“ ist übrigens Daniela Fally, der „Frank“ wird vom Wiener Bariton Michael Kraus verkörpert.   An der Scala hat Meister bereits 2015 die Premier der zeitgenössischen Oper „Co2“ von Giorgio Battistelli dirigiert.

Am 16. Jänner live in den Kinos: RIGOLETTO aus London

 

Die Royal Opera präsentiert Giuseppe Verdis Rigoletto – ein Werk, das der Komponist selbst als seine “beste Oper” bezeichnete – weltweit live im Kino am Dienstag, dem 16. Januar 2018, um 20.15 Uhr.

FRANKFURT: Premiere / Frankfurter Erstaufführung am 21.1.2018:  ENRICO von Manfred Trojahn
Dramatische Komödie in neun Szenen von Manfred Trojahn
Text von Claus H. Henneberg nach dem Drama Enrico IV (1922) von Luigi Pirandello
Mit Übertiteln
Manfred Trojahn. Copyright: Dietlind Konold

Enrico ist die erste Oper des deutschen Komponisten Manfred Trojahn (*1949), entstanden als Auftragswerk des Süddeutschen Rundfunks und der Musikfestspiele in Schwetzingen, wo sie am 11. April 1991 im Schlosstheater unter Mitwirkung des Ensembles der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wurde.

Zum Inhalt: Nachdem Enrico anlässlich eines historischen Festumzugs als Heinrich IV. verkleidet vom Pferd stürzte, glaubt er tatsächlich, jener Salierkaiser zu sein, dessen Gang nach Canossa inzwischen sprichwörtlich ist. Zwanzig Jahre später hat Enrico seinen Verstand längst wiedergefunden, aber er lässt die ihn umgebenden Menschen darüber im Ungewissen. In einer Art Schocktherapie will ihn sein Umfeld – darunter auch die von ihm ehemals verehrte Matilda – mit seiner Vergangenheit konfrontieren und „heilen“. Doch als es tatsächlich um Leben und Tod geht, bleibt Enrico kaum mehr eine andere Wahl, als weiterhin die Identität Heinrichs IV. aufrecht zu erhalten.

Wien

WIEN / Volkstheater im Volx/Margareten: HEIMWÄRTS von Ibrahim Amir


Copyright: Alexi Pelekanos
Österreichische Erstaufführung
Premiere: 5. Jänner 2018

Worüber darf man lachen? Nun, wie wir wissen: Über alles, es geht schließlich um die Freiheit der Kunst. (Natürlich in den Grenzen der Politischen Korrektheit – man versuche einmal, über „#metoo“ zu lachen…) Migranten der ersten Stunde, die in ihren Heimatländern begraben werden wollen, als „tote Onkel“ quietschlebendig über die Bühne gezerrt – das geht? Natürlich, wenn es ein Betroffener und nicht ein Außenstehender so sieht. Ibrahim Amir hat schon Ehrenmorde verjuxt und sich mit wenigen Stücken  bereits sein ganz eigenes, provokantes Image aufgebaut. Und das ist bekanntlich wichtig in der Theaterlandschaft…

…Am Ende hält man sich an Erkenntnisbrocken über das Leben der Migranten anderswo, aber diese sind dürftig. Ein Theaterstück ist es nicht geworfen. Und die Direktion, die sich so viel Mühe macht, im Haupthaus Übertitel für polnische oder arabische Zuschauer beizustellen, auch wenn möglicherweise nur eine Handvoll davon im Zuschauerraum sitzt, könnte im Volx vielleicht an ihr ganz normales, heimisches, Deutsch sprechendes Publikum denken und die endlosen, unverständlichen türkischen Passagen hilfreich übersetzen? Vielleicht käme man dann auch dem „Stück“ näher? Vielleicht aber auch nicht…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Schauspieler und Heltau-Partner Loek Huisman verstorben
Loek Huisman ist tot. Der holländische Schauspieler, Regisseur, Autor und Übersetzer verstarb, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am 29. Dezember im Alter von 91 Jahren. Das teilte das Burgtheater am Freitag mit. Der in Wien lebende Huisman war als Schauspieler an der Burg, am Salzburger Landestheater, dem Münchner Residenztheater und den Salzburger Festspielen zu sehen.
Besonders bekannt wurde Huisman allerdings für die textlichen wie musikalischen Dramaturgien für die Soloabende seines Lebenspartners Michael Heltau, mit dem er Jahrzehnte verbunden war.
Salzburger Nachrichten

Wien-Politik: Dr. Häupl gibt sein Amt als Bürgermeister früher als angekündigt ab
Heute.at

Politik war auch schuld, dass Sie heute länger auf diesen Kommentar warten mussten. Ich bin auch für die Aufstellung der Wahlplakate einer politischen Partei für die Niederösterreichische Landtagswahl (am 28.1) in meiner Umgebung zuständig. Gestern spätabends bekam ich die Plakate, heute früh sollten sie angebracht werden. Doch welch Schreck, welch Themenverfehlung. Im „Speckgürtel“ rund um Wien-West, dort wo die meisten „Gstopften“ leben, die sich selbst sehr lieb haben und wo sich deshalb fünf Ärzte für keine 5000 Ortsbewohner angesiedelt haben, sollte ich die fehlende medizinische Versorgung anprangern. Nicht mir mir, denn gehirnamputiert bin ich noch nicht.

Also wurden schnurstracks andere Plakate angefordert (und geliefert). Da steht zwar auch ein Blödsinn drauf, aber zumindest nicht einer, der im Ort leicht widerlegbar ist.

Man hat es im Leben bekanntlich nicht leicht!

Einen schönen Feiertag wünscht

A.C.

 

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/6-jaenner-2018-dreikoenigstag


5. JÄNNER 2018

by ac | 5. Januar 2018 08:01

Juan Diego Florez und seine Gitarre mussten in Rom Jonas Kaufmann ersetzen

Wenn Jonas Kaufmann absagt, bedeutet das zumindest in Rom noch keine Katastrophe, solange ein Musikchef vom Range Antonio Pappanos die Kräfte seiner Accademia di Santa Cecilia richtig zu bündeln weiß – und wenn Juan Diego Flórez mit seiner Gitarre in der Nähe ist.

Etwas anders als auf dem Wunschzettel vermerkt, aber fulminant begingen die Musikfreunde in der italienischen Hauptstadt die Feiertage. Aus einem geplanten luxuriösen Tenor-Doppelpack wurde allerdings nichts, denn zwei Tage vor der geplanten Richard-Strauss-Gala im Parco della Musica sagte Jonas Kaufmann seine Mitwirkung ab. Er sollte – wie im Frühjahr 2017 schon in London – die (ausdrücklich für Sopran komponierten) „Vier letzten Lieder“ singen. Wie schon in London gab Kaufmann nicht nur seinen – teils von weit her angereisten – Fans einen Korb, sondern auch Antonio Pappano, dem Chefdirigenten in Covent Garden wie an der Accademia di Santa Cecilia… (Quelle: „Die Presse“)

Wie es dann weitergegangen ist, weiß ich nicht. Aber mittlerweile ist eine Info eingetroffen (siehe etwas weiter unten. „Die Presse“ hat daraus einen „Bezahlartikel“ gemacht. Wem es das wert ist, der kann tiefer schürfen:

Die ewige Stadt kümmert sich nicht um Kurzfristiges
Musikleben in Rom.
Die Presse

Juan Diego Florez wird für die Kaufmann-Fans sicher kein bzw. bestenfalls ein schwacher Trost gewesen sein. Seine Gitarre sollte er aber im Hotel vergessen, dann ist er nämlich besser!

Aber so wie beschrieben war es nicht, wie uns eine gut informierte Quelle berichtet:

Florez hat Kaufmann keineswegs „ersetzt“, sondern bei seinem Konzert wurde „Indisposition“ angesagt…..Florez hatte sein Konzert am 20. Dezember, Kaufmann sollte am 22. Dezember singen.

Wie es weiter gegangen ist? Florez hat sein Silvesterkonzert abgesagt!

Apropos Tenöre. In einer Kritik zu „Andrea Chenier“ (2.1.) fand ich folgene Passage:

Ein glänzender Darsteller ist Herr Eyvazov nicht, aber er traf fast jeden Ton haargenau, auch die Spitzentöne. Das Publikum dankte es ihm mit großem Schlussapplaus. Der Tenor beschränkt sich auf wenige Rollen des italienischen Repertoires, verfügt über ein passables Stimmmaterial und wird sich noch weiterentwickeln.

Kribbelfeeling wie seine Liebste erzeugt er nicht: „Herr Netrebko“ ist ein Sänger, kein Künstler. Frau Netrebko ist eine Künstlerin.

Das ist eine heikle Passage. Jeder Sänger fühlt sich wohl als Künstler. Sie haben Erklärungsbedarf, lieber Herr Rezensent!

Franco Bastiano reagiert auf diese Passagen: Die Behauptung des Rezensenten, es gäbe mindestens 30 Tenöre, die die Rolle Chénier besser als Yusef Eyvazov singen, kann ich als berufsbedingter Stimmenkenner so nicht stehen lassen. Es gibt nicht einmal 30 Sänger weltweit, die die Rolle überhaupt angemessen singen. Sechs Namen sind ernstzunehmen. Mehr nicht.

Übrigens, manche Elogen zu Netrebko sind derart übertrieben, dass man die Kritiker zur wet-pants-Fraktion rechnen muss!

Neu: Rezension I PURITANI gestern an der Wiener Staatsoper ist online!


Jongmin Park, Venera Gimadieva, Dmitry Korchak. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Karl Masek berichtet. Ich gehe am Samstag näher darauf ein.

Zum Bericht von Karl Masek)

STAATSBALLETT BERLIN IN DER DEUTSCHEN OPER BERLIN OHNE BÜHNENDEKORATION
„SCHWANENSEE“-AUFFÜHRUNGEN FINDEN STATT

 

Berlin, 04. Januar 2018 — Die Vorstellungen des Staatsballetts Berlin von „Schwanensee“ im Januar 2018 in der Deutschen Oper Berlin finden statt. Da die Bühnenmaschinerie aufgrund des Wasserschadens weiterhin nicht funktionsfähig ist, werden die Aufführungen ohne Bühnendekoration und mit eingeschränkter Beleuchtung, aber mit Orchester, Kostüm und Maske stattfinden.

Die Vorstellungen des Staatsballetts Berlin von „Schwanensee“ am 19., 21. und 25. Januar 2018 können stattfinden. Da aufgrund des Wasserschadens in der Deutschen Oper Berlin die Bühnenmaschinerie weiterhin nicht funktionsfähig ist, werden die Aufführungen auf „schwarzer Bühne“, also ohne Bühnendekoration und mit eingeschränkter Beleuchtung gespielt. Die Choreographie von Patrice Bart, die Musik von Peter I. Tschaikowsky, gespielt vom Orchester der Deutschen Oper Berlin, sowie Kostüme und Maske sprechen in dieser Aufführungsform also ganz für sich. Choreograph Patrice Bart zeigte sich verständnisvoll gegenüber der aktuellen Situation und gab aktiv Hinweise, wie seine Choreographie und Inszenierung dennoch gespielt werden können.

Deutsche Oper: Ballette auf schwarzer Bühne“
Bühnenmaschinerie noch immer defekt
Musik Heute

All new-to-Seattle productions in 2018/19—including opera about tech icon Steve Jobs

Robust community engagement work continues to expand with new operas for youth

 

 The Gershwins‘® Porgy And Bess℠, The Turn of the Screw, Il trovatore, The (R)evolution of Steve Jobs, Carmen come to McCaw Hall

Sie finden den Premierenplan mit sämtlichen Besetzungen in unseren heutigen „Infos des Tages“

 Der junge griechische Tenor Marinos MATZANAS (22) schickt uns (verspätet) ein Weihnachtslied. Die Orthodoxen feiern Weihnachten nämlich morgen!
Die orthodoxen Kirchen feiern Weihnachten später als die übrigen Christen. Das liegt daran, dass sie das Fest nach einem älteren Kalender berechnen. Einige orthodoxe Gemeinden, darunter etwa die griechische, übernahmen den „neuen“ gregorianischen Kalender, der in Europa seit 1582 benutzt wird.https://www.youtube.com/watch?v=cBjempZ00SA&feature=youtu.beNavidad Nuestra (deutsch: Unsere Weihnacht) ist eine Weihnachtskantate des argentinischen Komponisten Ariel Ramírez und Texters Félix Luna.
El nacimiento („Die Geburt“) – Vidala catamarqueña

Wien Albertina: Ansturm bei „Raffael“: Albertina hat länger offen (nur noch bis 7. Jänner!)
Die Albertina verlängert zum Ende der Raffael-Ausstellung wegen des Andrangs die Öffnungszeiten. Die Schau, die noch bis 7. Jänner läuft, ist mit erwarteten 350.000 Besuchern eine der erfolgreichsten in der Museumsgeschichte.
http://wien.orf.at/news/stories/2887641/

Sie sollten sich also beeilen, wenn Sie die Raffael-Ausstellung sehen wollen! Diese ist nur mehr dieses Wochenende geöffnet

Metoo-Debatte: Die Kultur des Schweigens brechen
Mit Dieter Wedel fällt zum ersten Mal ein Name in der deutschen Debatte über sexuelle Belästigung. Das ist Chance und Risiko zugleich
Sueddeutsche Zeitung

Das erfordert Mut in einem Land, in dem Bundespräsident Joachim Gauck höchstselbst die Debatte, die vor fünf Jahren unter dem Schlagwort „Aufschrei“ zu diesem Thema geführt wurde, mit dem Wort „Tugendfuror“ deklassiert und niedergebügelt hat. Eine solche Reaktion fördert eine Kultur des Schweigens – von Frauen und Männern… (Quelle: Sueddeutsche Zeitung“)

Drei Jahre nach seinem Tod: Das Erbe von Udo Jürgens zerfällt
Drei Jahre nach dem Tod von Udo Jürgens († 21. Dezember 2014) ist sein Erbe noch immer nicht geregelt. Das belastet nicht nur seine Kinder John, Jenny und Gloria, sondern ist auch eine kostspielige Angelegenheit.
http://www.krone.at/1606645

Wie die „Bunte“ berichtet, sind seine Häuser versiegelt und der Nachlass – geschätzt auf rund 60 Millionen Schweizer Franken (rund 51 Millionen Euro) – hinter bürokratischen Mauern eingefroren, während die Anwälte sich die Hände reiben.

Was nun mich betrifft, habe ich meinen Nachlass geregelt. Allerdings bin ich Lichtjahre von 51 Millionen entfernt.  Ich habe nur eine einzige Tochter als Erbin, die wiederum hat nur einen einzigen Sohn. Der lacht sich mit seinen 3 Jahren bereits krumm und dämlich, wenn er sieht, wie Mama und Opa sparen.  Als ich mit der Tochter wegen einer Vertragsangelegenheit bei einem Notar war, sagte sie dort voll Überzeugung: „ich bin das einzige Kind meines Vaters“. Diese Bestimmtheit hat mich etwas geärgert, und so warf ich vor dem Notar ein „Glaubs’t“ ein. Daraufhin hat sie mich wochenlang damit sekkiert, dass ich es ihr sagen müsste, wenn das nicht so wäre. Tatsächlich ist es aber so! Es geht nichts über geordnete Verhältnisse

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/5-jaenner-2018


4. JANUAR 2018

by ac | 4. Januar 2018 09:06


HEUTE in der Wiener Staatsoper: I PURITANI. Venera Gimadieva dem Staatsopernpublikum vor.
Foto: Staatsoper

Drei großteils neu besetzte Vorstellungen von Bellinis  I PURITANI stehen ab Donnerstag, 4. Jänner 2018 auf dem Spielplan des Hauses am Ring: Als Elvira stellt sich die russische Sopranistin Venera Gimadieva dem Staatsopernpublikum vor; ihre Rollendebüts am Haus geben Dmitry Korchak als Lord Arturo Talbo, Adam Plachetka als Sir Riccardo Forth, Ryan Speedo Green als Lord Gualtiero Valton und Leonardo Navarro als Sir Bruno Roberton. Jongmin Park verkörpert den Sir Giorgio und Ilseyar Khayrullova die Enriquetta di Francia. Evelino Pidò dirigiert erstmals I puritani an der Wiener Staatsoper. Reprisen: 7. und 10. Jänner 2018

Venera Gimadieva stammt aus Russland und studierte am Kazan Music College und am Konservatorium in St. Petersburg. Sie gewann internationale Gesangswettbewerbe und erhielt 2014 die Goldene Maske, die wichtigste Kultur-Auszeichnung Russlands. Sie wurde 2011 Mitglied des Bolschoi und sang dort u. a. Gilda (Rigoletto), Marfa (Die Zarenbraut), Amina (La sonnambula), Violetta (La traviata), Serpina (La serva padrona). Weitere Auftritte führten sie u.a. ans Teatro La Fenice, zum Glyndebourne Festival, an die Pariser Oper, die Budapester Staatsoper, an das ROH Covent Garden und an die Dresdner Semperoper.

Die Vorstellung am 10. Jänner wird mit WIENER STAATSOPER live at home weltweit live in HD gestreamt: www.staatsoperlive.com

Die nächsten Streams aus der Wiener Staatsoper

Samstag, 6. Jänner 2018 | 14:00* Rudolf Nurejew: Der Nussknacker

Mittwoch, 10. Jänner 2018 | 19:00* Vincenzo Bellini: I puritani

Samstag, 20. Jänner 2018 | 19:00* Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni

Montag, 29. Jänner 2018 | 19:00* Georges Bizet: Carmen

OMV – Generalsponsor der Wiener Staatsoper – wünscht eine schöne Vorstellung!

* Die Live-Übertragungen aus der Wiener Staatsoper werden innerhalb von 72 Stunden auch zeitversetzt gesendet. Mit einem Abo sind Sie dabei. Erkundigen Sie sich bei Culturall.

Wenn es Probleme mit manchen Streams gibt, ist die Staatsoper ansprechbar und bemüht sich um Lösungen. Dass sich die Qualität der Streams verbessert, ist logisch und dem technischen Fortschritt geschuldet.

Sind wir schon bei „Staatsoper 4.0“ angekommen oder ist das weitreichender gemeint? Auf eine Erklärung dieses Begriffes warten wir nun bereits über ein Jahr. Mir ist bei der anlässlich der Vorstellung des künftigen Staatsoperndirektors aufgefallen, dass nur der damalige Minister Dr. Drozda mit dem Begriff jongliert hat. Bogdan Roscic war diesbezüglich eher „schmähstad“ und hat sich auch bis heute nicht dazu geäußert. Dabei wäre das wohl das einzige Thema, mit dem er bereits jetzt Presse und Publikum „füttern“ könnte, denn es handelt sich um keine Programmvorhaben und keine Personalia, weder im künstlerischen wie auch im administrativen Berich.

WIEN/Staatsoper: „Hänsel und Gretel“ – ohne tiefenpsychologischen Überbau (Vorstellung vom 2.1.)

Adrian Noble beließ es beim Märchen in der gegenüber der Gebrüder-Grimm-Original entschärften Version von Engelbert Humperdincks Schwester Adelheid Wette. Ohne Siegmund Freuds „Traumdeutung“ oder Bruno Bettelheim („Kinder brauchen Märchen“) hinein zu interpretieren. Altdeutsche Märchenbuch-Bebilderung lässt er allerdings auch hinter sich und siedelt das Stück vom „Prolog“ weg im viktorianischen England  (letztes Jahrzehnt des 19. Jhts) an. Eine Familie der upper class feiert gediegen Weihnachten. Der Ausstatter Anthony Ward lässt mittels einer Laterna magica wundersame Bilder an die Wand projizieren. Man wird während der Ouvertüre gleich in eine „märchenhafte Welt“ mitgenommen. Einstieg also mit „Als-die-Bilder-laufen-lernten“ (Video: Andrzej Goulding) und aparter Scherenschnitt- und Schattenbildästhetik (Lichtregie: Jean Kalman). Ich mag „bebilderte Ouvertüren“ im Prinzip nicht so besonders, muss aber im speziellen Fall zugeben: Ein idealer Beginn, von der ersten Sekunde an „aufmerksamkeits-fördernd“ …

Zum Bericht von Karl Masek

 

Auch wenn man gewohnt ist, im allgemeinen ziemlich unverblümt seine Meinung zu sagen (ist der Ruf einmal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert), gibt es Fälle von Selbstzensur, wo man sich zurückhält. Weil man sich nicht wohl dabei fühlt, große Künstler, die man selbst als solche anerkennt und bewundert, unverblümt zu kritisieren. Andererseits, wenn es die Sache will…

Immerhin war es eine Erleichterung, sich nicht ganz allein mit seiner Meinung fühlen. „Nun sagt mal, hat Euch das Konzert wirklich gefallen? Ich kanns nicht glauben“, fragt Lohengrin im „Merker“-Forum und spricht mir aus der Seele. Die Rede ist natürlich vom Silvesterkonzert aus Dresden, das am 31. am Spätnachmittag im ZDF meine erste Wahl war (so dass ich zu den Berlinern auf arte erst verspätet einsteigen konnte – auch nicht die wahre Rücksichtnahme der Programmierer überall). Erstens halte ich viel von guter Filmmusik, und zweitens erschien mir die Idee, einmal mit „100 Jahre UFA“ ein paar Schätze zu heben, einfallsreich. Und dazu „unsere“ Elisabeth Kulman, dazu Angela Denoke und Daniel Behle, ganz zu schweigen von Christian Thielemann am Pult „seiner“ Staatskapelle Dresden… da gab es nur Erwartungen und keine Befürchtungen… (Renate Wagner)

Renate Wagner hat zum Dresdner Silvesterkonzert Stellung bezogen, weil in unserer Forum-Diskussion die unterschiedlichen Meinungen aufeinander prallen – stärker als sonst üblich. Der Grund hierfür ist, dass bei diesen Konzert Künstler mitgewirkt haben, die eine starke Lobby unter unserer Leserschaft haben.

Renate Wagner schreibt keine Gefälligkeitsberichte. Kritik ist ihr daher so gut wie sicher. Aber das nimmt sie in Kauf, auch auf die Gefahr hin, den einen oder anderen Gegner mehr zu haben. Die „Schönschreiber“ machen es sich leicht – und sind überall wohlgelitten. Viel entnehmen kann deren Berichten freilich nicht.

Aber auch die „kritischen Kritiker“ haben es heutzutage nicht leicht. Jeder Leser kann sich auch seine eigene Meinung bilden und die Meinung des Kritikers entweder teilen oder sie verdammen. Wie zum Beispiel bei diesem Silvesterkonzert, von dem es natürlich eine Aufzeichnung gibt. : Zur Aufzeichnung des Konzerts.

Lesen Sie den gesamten Beitrag in unseren heutigen „Infos des Tages“

Ein Leser (Bernd Thorsten Freter) deponiert ebenfalls eine Beobachtung:  Ich fand es bei der Silvestergala an der Semperoper vor allem befremdlich, dass durchwegs (auch bei Operette) mit Mikroports gesungen wurde – und  das an einem Opernhaus mit bekannt guter Akustik und eigentlich mit versierten (Opern-)Sängern. Ich dachte, das sei verpönt.

Graz/ Musikverein für Steiermark/ Graz: Liederabend Simon Keenlyside (11.1.)

LIEDERABEND SIMON KEENLYSIDE
Do 11.01.2018
Uhrzeit: 19.30 Uhr
Ort: Stephaniensaal

SIMON KEENLYSIDE Bariton
MALCOLM MARTINEAU Klavier
Lieder von Franz Schubert
Ein seltenes Foto: Simon Keenlyside mit Familie. Foto: Homepage Keenlyside

Mir fällt auf, dass Simon Kennlyside sehr „luftig“ bekleidet ist und zudem ein Eis isst. Die Kleidung der übrigen auf dem Foto befindlichen Personen lässt erahnen, dass es wohl nicht sonderlich warm war. Ein „Naturbursche, dieser „Sir Simon“? Oder etwas leichtsinnig?

Berlin/ Staatsoper: Dohnányi übernimmt für Mehta  „Salome“
Bei der Neuproduktion von Richard Strauss‘ „Salome“ an der Berliner Staatsoper übernimmt Christoph von Dohnányi die musikalische Leitung. Der 88-Jährige springe für Zubin Mehta ein, teilte das Haus am Mittwoch mit. Der aus Indien stammende Ehrendirigent der Berliner Staatskapelle musste wegen einer Schulteroperation seine Verpflichtungen bis März 2018 absagen.
Musik heute

Der Meister zwischen allen Stühlen: HK Gruber ist 75
HK Gruber. Copyright: Sony/DSC

Mit HK Gruber feiert eine der schillerndsten Persönlichkeiten in Österreichs Musikszene ihren 75. Geburtstag. Seine Musik scheint aus allen Stilrichtungen zu kommen.

Die Presse

Neujahrskonzerte in Venedig und Parma
Es war wie ein ferner Gruß aus Wien, wo am folgenden Tag das legendäre Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker aus dem Goldenen Saal des Musikvereins stattfinden sollte, als am Silvesterabend in Parma das Orchestra dell’Opera Italiana die „Fledermaus“-Ouverture von Johann Strauß und „Lippen schweigen“ aus Franz Lehàrs „Lustiger Witwe“ anstimmte. Natürlich klang das auch hier, weit weg von der Donaumetropole, vorzüglich (aber doch ziemlich anders als bei den Wiener Philharmonikern) . Aber die grandiose, in Kasachstan geborene und in Mailand ausgebildete Sopranistin Maria Mudryak und der phänomenale, aus Rumänien stammende Tenor Stefan Pop legten ins Lehàr-Duett so viel Innigkeit, dass einem buchstäblich die Tränen kamen.
Charles E. Ritterband berichtet aus Venedig und Parma.
Klassik-begeistert: Neujahrskonzerte
Neujahrskonzert der Komischen Oper: Sektlaune und Champagner-Lob
Mit Strauss’schen und Offenbachschen Operetten geht es an der Komischen Oper ins neue Jahr. Highlight ist die Rede von Barrie Kosky
Tagesspiegel

Review: The Met’s New ‚Tosca‘ Leaps to Safety
Tosca (Sonya Yoncheva) meuchelt den Sexstrolch Scarpia (Zeljko Lucic)  – politisch ist das ganz korrekt! Copyright: Metopera

https://www.wqxr.org/story/review-metropolitan-opera-new-tosca-leaps-to-safety

TODESMELDUNG: Professor Uwe Faerber
Prof. Uwe Faerber. Foto: Privat

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Professor Uwe Faerber, Ehrenvorsitzender der Deutschen Richard-Wagner-Gesellschaft, bereits am 18. Dezember 2017 im Alter von 93 Jahren in Berlin verstorben. Er wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er als einer der Initiatoren des „Aktionskreises für das Werk Richard Wagners“  nicht nur öffentlich gegen den so genannten „Jahrhundert-RING“ in Bayreuth protestierte, sondern seinen Protest mit profunder Sachkenntnis untermauerte und publizierte.

Salzburger „Stille Nacht Gesellschaft“ für Auszeichung nominiert
Präsident Michael Neureiter: „Schon das ist ein Kompliment. Es verpflichtet zu einer Stille-Nacht-Kultur mit Tiefgang!“ Vergeben wird der Preis von der Gesellschaft „Europa Nostra.“ Deren Vorsitzender ist Placido Domingo.
Salzburger Nachrichten

Wo mischt Domingo sonst noch mit – oder halten wir die Liste kürzer: Wo hat Placido Domingo nicht seine Finger im Spiel?

Filme der Woche
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Wieder einmal ist man nicht gut beraten, wenn man der Werbung glaubt oder sogar Kritikern, die offenbar etwas missverstanden haben („A crushingly funny Alzheimer’s comedy“) – und sich einreden lässt, „Leuchten der Erinnerung“ sei ein Film über fröhliche Oldies. Mitnichten, es ist eine Tragödie von Anfang bis zum Ende, und das in vieler Hinsicht. Der Regisseur hat einiges missverstanden und liefert einen total unausgegorenen Genre-Mix.

Vielleicht ist auch der Mix der Kulturen und der Sentiments dem Ganzen nicht gut bekommen. Da war zuerst ein offenbar schnulziger Absterbens-Amen-Roman des Amerikaners Michael Zadoorian, der schon viele Bücher der sentimentalen Art geschrieben hat. Den nahm sich der italienische Regisseur Paolo Virzì mit Hilfe mehrerer Drehbuchschreiber für einen englischsprachigen, aber französisch/italienisch produzierten Film vor. Ein uramerikanisches altes Ehepaar besetzte er mit der Engländerin Helen Mirren und dem Kanadier Donald Sutherland. Vor allem der versuchte Südstaaten-Akzent von Helen Mirren scheint amerikanische Kritiker mit Schauder erfüllt zu haben, alle erwähnen ihn negativ – was nur beweist, dass auch die beste Schauspielerin nicht alles kann. Auch sprangen sie und Sutherland nicht wirklich über die bemühte Künstlichkeit von Dialog und Story: Das Geschehen hat etwas Forciertes, Vorgespieltes, das schnell auf die Nerven geht…

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Ex-Kanzler Christian Kern als Bürgermeister nach Wien: Da gäbe es Brösel
Oe24-Kultur

Kein Kommentar. Politisch dürfen sich nur Künstler und Theaterdirektoren äußern! Diese dafür umso ausgiebiger.

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/4-januar-2018


3. JÄNNER 2018

by ac | 3. Januar 2018 08:05

So wollen wir die Oper künftig haben: Frau erdolcht Mann, nicht umgekehrt. Gleiches Recht für alle!

Renate Wagner, die viel mehr Zeit in Theatern verbracht hat als die „Normalverbraucher“, ist geschockt. In der „Nach Harvey Weinstein-Zeit“ ist nichts mehr, wie es früher war. Sogar Opern-Handlungen müssen umgeschrieben werden:

Cristiano Chiarot, der Intendant des Florentiner Theaters, hat meine Phantasie vor ungeheure Herausforderungen gestellt. Seine dezidierte Anweisung an den (anfangs selbst erschrockenen) Regisseur nach einer „feministischen“ Umdeutung des „Carmen“-Finales eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für die Opernliteratur. Wenn Carmen nun Don José erschießen darf, weil sich die Frauen solche Behandlung einfach nicht mehr gefallen lassen können, dann gilt das ja auch für andere Ladies der Opernliteratur?

Also: Gilda erdolcht den Herzog und Desdemona erwürgt Othello – das ist leicht. Aida könnte mit Radames (wir sind ja nicht grundsätzlich männerfeindlich) aus ihrer Totenkammer schleichen und Amneris dort einsperren (es gibt ja auch böse Frauen, die bestraft gehören). Azucena freilich wird sich schon schwerer dabei tun, den Grafen Luna ins Feuer zu schleudern… Und wem kann Violetta ihren Schwindsucht-Tod anlasten? Natürlich dem fortgesetzten Missbrauch durch die gesamte Männerwelt. Nur – wie macht man das jetzt?…

Die Liste könnte man endlos fortsetzen, die gängigsten Opern-Finali hat Renate Wagner in unseren „Infos des Tages“ „bearbeitet“:

...Und bei Mozart? Da fährt der Weiber-Benützer und Weiber-Vernichter Don Giovanni ohnedies in die Hölle – aber hoppla, wie wäre es denn, ihn am Leben zu lassen? Dann kann er nämlich zum Schluß-Sextett hereinschleichen und Zerlina (oder Anna oder Elvira oder alle drei?) in den Hintern kneifen. Die kreischen dann auf, möglichst mit ein paar Koloraturen, und jodeln „#metoo“! Dann wäre die Sache doch noch feministisch auf den Punkt gebracht…

Ich bezweifle gar nicht, dass wir der einen oder anderen Möglichkeit irgendwann auf einer Bühne begegnen werden. Und dass sich Journalistenkollegen finden, die dergleichen schönschreiben. Ist ja auch nicht schwer. Könnte ich auch. Jederzeit. Ich will nur nicht.

Ja, Frauen wehrt Euch! Vor allem gegen den Unsinn, der da in Eurem Namen unternommen wird.

Den gesamten Beitrag von Renate Wagner finden Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“

Gegen Frauengewalt: Florenz inszeniert „Carmen“ mit neuem Finale
„In einer Zeit, in der die Plage der Frauenmorde akut ist, wie kann man bei der Ermordung einer Frau klatschen?“, fragt Intendant Cristiano Chiarot – und zeigt eine neue Version der Oper.
Die Presse
Gewalt gegen Frauen. Oper Carmen mit neuem Finale
http://orf.at/#/stories/2420942/

Passend dazu: Nun Missbrauchsvorwürfe gegen den Chef des New York City Ballet

In diesem Fall regen sich aber nicht nur Frauen auf, Tänzerinnen und Tänzer (!) erheben die Vorwürfe gegen den Mann, der das Ballett seit 30 Jahren leitet. Der will sich gegen die Vorwürfe wehren!

Missbrauchsvorwurf gegen Chef des New York City Ballet
Wiener Zeitung

Schüttet Bogdan Roscic die (Staatsopern)Suppe weg und kocht sich eine neue?

 

Die Audienz, die das designierte Staatsopernduo Roscic/Jordan beim berühmten Selbstdarsteller Ioan Holender gewährt bekam, bietet Stoff für mehrere Betrachtungen. Nun hat sich Renate Wagner des Themas angenommen:

Üblicherweise dienen die Gespräche, die Ioan Holender für Servus TV führt, ihm selbst: Sie beweisen ihm und den anderen, dass er noch kein „Has been“ ist, der unbeachtet am Altenteil sitzt. Diesmal allerdings hat er Wiens Opernfreunde mit einer wichtigen Information versorgt. Er hat uns gezeigt, wer die beiden Herren sind, die in ziemlich genau zwei Jahren und neun Monaten die „Herrschaft“ in der Wiener Staatsoper antreten werden…

Positiv fiel auf, dass die beiden sich offenbar wirklich gut verstehen. Bedenkt man, wie sich der vorige GMD hinausgemobbt fühlte, weil man nie mit ihm redete, ihn nie zu Entscheidungen heranzog, ihn Dinge aus der Zeitung erfahren ließ, dann wird das bei Roscic / Jordan vermutlich nicht passieren. Die reden miteinander und liegen offenbar auf einer Wellenlänge...

Wobei sie auch geschickt genug waren, sich jeden Seitenhieb auf die gegenwärtige Direktion zu schenken. Vielleicht denken die beiden wie Martin Kusej, der im Hinblick auf seine künftige Burgtheaterdirektion sagte: „Ich schütte da sicher mal die Hälfte oder zwei Drittel von diesem Suppentopf aus und koche mal eine neue Suppe auf“, aber sie waren wirklich nicht so geschmacklos, es auszusprechen. Sie werden sicherlich einiges ändern – knapp drei Jahre davor Details zu nennen, wäre unverantwortlicher Wahnsinn…

Lesen Sie die gesamten Ausführungen von Renate Wagner in unseren Staatsopern-Reflexionen  und heute auch in unseren „Infos des Tages“.

Theaterdirektor werden, ist nicht schwer (wenn man politisch entsprechend vernetzt ist), Theaterdirektor sein hingegen sehr! Was sich der Herr Kusej da geleistet hat, ist eigentlich unglaublich – wenn man für den Posten des Burgtheaterdirektors ein gerüttelt Maß an Intelligenz voraussetzt. Die Formulierung mit der auszuschüttenden Suppe, die durch eine neu gekochte ersetzt werden muss, war mäßig intelligent! Natürlich wird die neue Staatsoperndirektion einiges ändern, aber sie ist klug genug, das zum gegenwärtigen Zeitpunkt (und noch lange darüber hinaus) nicht in die Opernwelt zu posaunen. Deshalb bremse ich auch Mitarbeiter ein, die unbedingt ein Interview mit Bogdan Roscic machen wollen. Sinnlos, Leerkilometer. Der Mann wird dann reden, wenn er es für taktisch richtig hält!

Zum Staatsoper-Stream „Die Fledermaus“ (es war nur die „Totale“ einstellbar).

Info der Wiener Staatsoper: Bei unserem technischen Partner Ooyala hat einer der beiden Kanäle nicht gespielt, nämlich der Regiekanal (die Totale hat funktioniert), der als erstes geöffnet wird, wenn man die Übertragung startet. Es wurde umgehend so vielen Kunden wie möglich (eben über FB und Culturall) die Info gegeben, dass man auf die Totale umschalten soll. Es wird nun geprüft, was Auslöser dieses Fehlers war – und es soll morgen ein „Restream“ der „Fledermaus“ geben (Infos folgen so rasch wie möglich).

Das Opernjahr 2018 – ein Ausblick: Geballte Star-Power
Neo Rauch inszeniert „Lohengrin“ in Bayreuth, Georg Baselitz bringt gemeinsam mit Pierre Audi in München den „Parsifal“ auf die Bühne. Neue Opern von Toshio Hosokawa und Heinz Holliger werden uraufgeführt. Und natürlich sind große Stars zu erleben: von Anna Netrebko bis Plácido Domingo. Und auch sonst hat das Opernjahr 2018 einiges zu bieten.
https://www.br-klassik.de/themen/oper/opernjahr-2018-ausblick-100.html

Silvester/Neujahrs-Nachwehen

Hamburg/Laeiszhalle: Die Neunte, die die Herzen öffnet
Mit der traditionellen Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie haben die Symphoniker Hamburg und der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg e.V. dem Jahr 2018 in der Laeiszhalle einen prachtvollen Empfang bereitet. Schillers Ode „An die Freude“ ist ein Appell an die Menschlichkeit, Beethovens Musik ein Ohrenschmaus.
Leon Battran berichtet aus der Laeiszhalle in Hamburg
Beethovens Neunte – klassik begeistert

Wien/ Konzerthaus: Alle Jahre wieder zünden die Symphoniker den „Götterfunken“
Die Presse

St. Pölten/Festspielhaus. Neujahrskonzert auch im Zeichen der NÖ-Wahl

Am Montag, 01. Jänner 2018, 18.00 Uhr fand im Festspielhaus St. Pölten das traditionelle Neujahrskonzert mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich statt.
Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat sich am 28.1. der Landtagswahl zu stellen. Alt-Landeshaupftmann und NÖ-Ikone Erwin Pröll nimmt mit ihr ein Gesichtsbad – beim Neujahrskonzert. Foto: Peter Artzberger

ORF: Bis zu 1,246 Millionen für Riccardo Mutis „Neujahrskonzert“ im ORF
1,006 Millionen sahen ORF-Film „Wiener Moderne 1918 · 2018“ in der Pause

Wien (OTS) – Als traditioneller TV-Fixpunkt erwies sich ein weiteres Mal das „Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker“ am 1. Jänner 2018 – und begeisterte dabei wieder ein Millionenpublikum. Die 60. ORF-Live-Übertragung des weltweit meistübertragenen Klassikereignisses – zum fünften Mal geleitet von Maestro Riccardo Muti – erreichte in ORF 2 bis zu 1,246 Millionen Zuseherinnen und Zuseher (Spitzenwert des zweiten Teils). Durchschnittlich sahen den zweiten Konzertteil 1,135 Millionen Klassikinteressierte, der Marktanteil lag bei 49 Prozent (33 bzw. 31 Prozent in den jungen Zielgruppen).

Das sind natürlich die Österreich-Zahlen, für unser Mini-Land sind die imponierend (wenn man bedenkt, dass zum Beispiel ich die Übertragung ausgespart habe). Weltweit sollen 50 Millionen das Konzert erlebt haben!

Yusif Eyvazov Confirms “La Forza Del Destino’
http://operawire.com/yusif-eyvazov-confirms-la-forza-del-destino/

Nun macht der Netrebko-Ehemann auch den Alvaro an der Seite seiner Gattin – als Zweitbesetzung nach Jonas Kaufmann. Vielleicht spekuliert er damit, dass der Startenor wegen eines anderen Engagements absagt.  Jonas Kaufmann hätte ja eigentlich zur Zeit den Cavaradossi an der Met singen sollen, tourt aber statt dessen derzeit mit Recitals durch Japan und die USA (zum Jahreswechsel sollte er in Moskau auftreten). Angeblich soll Peter Gelb mächtig „angefressen“ sein und verzichtete auf Kaufmanns Angebot, bei den letzten drei Vorstellungen  inklusive Kino-Übertragung aufzutreten. Das ginge sich nämlich terminlich nach der Tournee aus. Aber der Groll des Mister Gelb wird sich wieder legen, Kaufmann macht das, was er sich leisten kann – füllt er doch auch das riesige Met-Haus (was allzuoft nicht der Fall sein soll).

Dazu kommt eine Richtigstellung aus dem „Kaufmann-Lager:

Mit der derzeitigen Tour in Japan und USA ( 3 x Opernkonzert in Japan und 2 x Schöne Müllerin in USA) liegen Sie insofern falsch, als die Japan-Termine und Californien erst reinkamen (Ersatz für letzes Jahr abgesagte Auftritte), als klar war, dass Gelb längst Grigolo im Ärmel hatte und die Teilzeit-Tosca nicht erwünscht war (wer da „angefressen“ war, sei dahingestellt).

Der Carnegie Hall Termin war zur Tosca dazugefügt gewesen und passt nun zu den Nachholterminen zuvor.

Für die Fanciulla im Herbst hat Gelb angeblich die „Bedingungen“ von Kaufmann akzeptiert. Ich interpretiere das so: der Folge-Dick Johnson probt, Kaufmann kommt kurz vor der Premiere, macht ein paar Vorstellungen und die Kino-Übertragung; das wars.

So kanns bei Forza auch gehen (vermutlich London). Ob er allerdings überhaupt Lust hat, mit AN aufzutreten, wage ich zu bezweifeln. An der Scala scheint ja ganz ursprünglich auch diese Kombination gewesen zu sein. Weshalb die nicht zustande kam, keine Ahnung (oder doch?)…

Metropolitan-Opera: TOSCA-Neuinszenierung
Vittorio Grigolo, Sonya Yoncheva. Copyright: Ken Howard/Metopera

The Met Opera brought Puccini’s Tosca back home to Rome in a smashing new production by Sir David McVicar that overcame a spate of adversity to be cheered at a New Year’s Eve gala premiere along with its excellent cast led by a magnificent Sonya Yoncheva in the title role, Vittorio Grigolo as her lover Cavaradossi and Zeljko Lucic as the nefarious Scarpia…

Met Opera: Yoncheva, Grigolo, Lucic & McVicar Save Puccini’s “Tosca”
Huffington Post

Bitte Termin unbedingt vormerken – und kommen! Eintritt frei

 

Schuberts WINTERREISE ist derzeit schwer in Mode – so auch im Merker-Kunstsalon

 

Diesen Termin lege ich Ihnen besonders ans Herz, weil das Publikum des Kunstsalons eher dem Belcanto zugeneigt ist. Jeder Versuch, auch abseits davon anzubieten, ist daher zu unterstützen!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/3-jaenner-2018


2. JÄNNER 2018

by ac | 2. Januar 2018 08:10

Christian Thielemann dirigiert das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2019, Copyright: Staatskapelle

Das Gerücht, das von uns an dieser Stelle bereits vorgestern an Sie herangetragen wurde, hat sich nun bewahrheitet. Christian Thielemann wird erstmals das Neujahrskonzert zum Jahreswechsel zu 2019 dirigieren. So sehr ich den Wunsch der Wiener Philharmoniker nachvollziehen kann, umso weniger verstehe ich die Entscheidung des Herrn Kapellmeisters. Dresden (und Berlin) sollten als echte Alternative zum traditionsreichen Wiener Konzert aufgebaut werden – und sind auf gutem Weg (gewesen, was Dresden betrifft). Wenn nun Herr Thielemann – die „Marke“ des Dresdner Silvesterkonzerts – Hals über Kopf bei der „Konkurrenz“ anheuert, dann stellt auch er das Wiener Konzert über das Dresdner – und gerade er sollte das nicht tun! Das Wiener Konzert ist damit aufgewertet, die Dresdner Bemühungen erleiden einen empfindlichen Rückschlag. Gibt es in Dresden niemand, der auf Thielemann Einfluss nehmen kann? Ist er dort der allein entscheidende Chef? Wäre er an mich mit diesem Ansinnen herangetreten, hätte er auf Granit gebissen!

Heinrich Schramm-Schiessl hat in unseren heutigen „Infos des Tages“ /Aktuelles die Konzerte in Wien und Dresden aus der Sicht des TV-Zuschauers gegenübergestellt. Zum Wiener Konzert: Es war ein  sehr ausgewogenes Konzert mit sieben Stücken die noch nie gespielt wurden, aber auch zahlreichen „Schlagern“. Die Einstudierung war, wie bei Muti nicht anders zu erwarten, präzise, sodass man bei manchen Stücken Feinheiten heraushörte, die man so noch nicht kannte… (weiterlesen in unseren „Infos des Tages“)

H.S.S hat auch eine mögliche Erklärung für Thielemanns Präsenz beim Wiener Konzert:

Nächstes Jahr kommt die TV-Übertragung von der ARD mit den Berlinern und zudem ist es das erste Silvesterkonzert unter Petrenko, da interessiert in Deutschland das Dresdner Konzert – trotz Thielemann – kein Mensch. Und selbst wenn ARTE überträgt – so wie heuer das Berliner Konzert – bleibt das ein Minderheitenprogramm. Und 2020, wenn wieder das ZDF mit den Dresdnern unter Thielemann dran ist, ist der Hype um Petrenko vorbei.

Machen wir nun einen Blick in die Kulturseiten der Tageszeitungen. Der Grundtenor: Präzise – aber etwas fad!  Ich selbst habe mir das Konzert bewusst nicht angesehen, weil ich einen selbst bei Walzern ganz ernst dreinschauenden Maestro nicht aushalte.

Muti adelte Neujahrskonzert 2018 mit Noblesse und Dolce Vita
La Dolce Vita, das süße Leben, das ist für einen Italiener eine ernste und eine Ehrensache. Und für einen Italiener mit der Umsicht, der Noblesse und der Erfahrung von Riccardo Muti auch eine musikalische Neujahrswürde. Sein bereits fünftes Neujahrskonzert im Wiener Musikverein hat der 76-jährige Muti am Montag mit jener edlen Süße versehen, die Italianita und Wiener Walzerseligkeit eint.
Kleine Zeitung
Ohne Firlefanz. Neujahrskonzert mit Noblesse und Dolce Vita
Heute.at
Neujahrskonzert: Topseriös, fein musiziert – und ein bissl fad
Der italienische Dirigent Riccardo Muti anl. des Neujahrskonzert 2018 der Wiener Philharmoniker
Ein erster Eindruck vom heurigen Konzert der Wiener Philharmoniker – Langkritik folgt
Kurier
Ein Traum im Walzertakt – Wiener Philharmoniker weihen neues Jahr musikalisch ein
Alle Sorgen sollten nach Wunsch von Riccardo Muti mit den beschwingt-lieblichen Stücken der Strauß-Dynastie für einen Tag wegdirigiert werden. Der italienische Maestro wollte mit dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker am Montag Schönheit und Leichtigkeit in die Welt tragen.
Musik heute
Grüße aus dem Walzer-Palast: Viel Würde, wenig Überschwang
Wiener Zeitung
Ein eleganter Fußtritt für die schlechte Laune
Der Standard
Flucht vor der Welt
Kurier

Wiener Neujahrskonzert: Alle bisherigen Dirigenten im Überblick
BR-Klassik

Im TV: Balletteinlagen – ein nicht unwichtiger Bestandteil des Konzerts

Wien/ Neujahrsballett: Italienische Techtelmechtel
Das Wiener Staatsballett walzt unkonventionell, aber edel.
Wiener Zeitung

Silvesterkonzert „100 Jahre UFA“ jetzt online ansehen!
Die große ZDF-Gala mit Filmschlagern aus der Semperoper Dresden

Angela Denoke, Elisabeth Kulman, Daniel Behle und die Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Christian Thielemann interpretieren Hits wie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Kann denn Liebe Sünde sein“, „Ein Freund, ein guter Freund“.

Der Live-Mitschnitt ist bis zum 30. Januar 2018 online in der ZDFmediathek abrufbar.

ZDF-Silvesterkonzert jetzt ansehen!

Weitere Silvesterveranstaltungen:

Vier Stunden Wagner und keine „Fledermaus“ in Sicht

Das Theater an der Wien hat den dritten Teil seines ambitionierten „Ring“-Projekts als „Silvestervorstellung“ gegeben.
Wien/ Theater a.d. Wien: „Wagner am Silvesterabend“
http://www.operinwien.at/werkverz/wagner/aringbrunn.htm

München/ Bayerische Staatsoper: So ist die Staatsoper in das neue Jahr gepoltert
Münchner Merkur

Sternstunde zum Jahreswechsel im Wiener Konzerthaus
Kann es einen würdigeren Weg geben, das zurückliegende Jahr zu verabschieden als mit den hoffnungsvoll emphatischen Klängen der 9. Symphonie Ludwig van Beethovens? Die Zuhörerschaft, die am Sonntagabend in den Großen Saal des Wiener Konzerthauses geströmt war, war einer Meinung: Beethoven sollte das letzte symphonische Wort des Jahres 2017 gegeben werden.
Bianca Schumann berichtet aus dem Wiener Konzerthaus.
Klassik-begeistert

Gedanken zum Interview mit dem designierten Staatsoperndirektor
Peter Skorepa kommt in unseren „Reflexionen“ auf das Holender-Interview in „Servus-TV zu schreiben:

Wenn auch wenig Konkretes und zum Teil auch schon bekannt gewordenes in dem Gespräch zu Tage kam, dann war doch ein wichtiges Detail von und über Bogdan Roščić zu erfahren, nämlich sein Bekenntnis zum „Gemeinschaftserlebnis Oper, das nur wahr auf einer Bühne stattfindet“. Das scheint insofern wichtig, als der ministerielle Auftrag, die Oper 4.0 zu generieren, leicht zu elektronisch unterstützten und Musikantenstadel artigen Auswüchsen an Massenunterhaltung neigen könnte. Hier zu unterscheiden zwischen musikalischer Qualität vor Ort, also einem theatralischem Erlebnis und andererseits aber geforderter Massenverbreitung, das wird viel Fingerspitzengefühl verlangen.

Man sollte sich auf gute Arbeit auch der kommenden Direktion Bogdan Roščić einstellen können, beschwört er doch mit Adornos Worten „Die unvergleichliche Autorität des Genius Loci“, weiters versichert uns in einer Seiteneinspielung Franz Welser-Möst, dass Bogdan Roščić „für die Wiener Staatsoper brenne“…

Zu den Staatsopern-Reflexionen

Man kann zumindest von unserem Medium sagen, dass die Bestellung des Herrn Herr Dr. Roscic wohlwollend aufgenommen wurde. Beweisen muss er sich freilich selbst. Was „Staatsoper 4.0“ heißt, hat er aber bis dato nicht beantwortet. Vielleicht weiß er selbst nicht, was Herr Dr. Drozda, sein „Erfinder“, damit gemeint hat. Es ist an der Zeit, dass er sich eine Erklärung zurechtlegt, denn die lästigen Journalisten werden ihn immer darauf ansprechen (Holender hat das nicht getan) !

Die Befürchtung, dass Oper künftig überwiegend im digitalen Raum stattfindet, hat er jedoch bei diesem Gespräch zerstreut!

HEUTE Stream aus der Wiener Staatsoper: HÄNSEL UND GRETEL

Beginn: 19 h

http://www.staatsoperlive.com/de/

Unsere Rubrik „Jubiläen“: Die Geburtstage Jänner 2018 sind online!

ZU DEN GEBURTSTAGEN IM JÄNNER 2018 (berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er)

Lyon: „LA CENERENTOLA“ – Opéra. Übernahme der Herheim-Inszenierung aus Oslo  28.12.2017

Der Intendant der Opéra de Lyon, Serge Dorny, konnte seinem Publikum wohl kein schöneres Weihnachtsgeschenk bereiten, als Herheims in Co-Produktion mit dem Opernhaus in Oslo entstandene Inszenierung von Rossinis „La Cenerentola“ zu übernehmen. Diese Produktion versprüht so viel Humor, dass man sie getrost auch noch zum Jahresausklang als Silvesterprogramm präsentieren kann. Der Theatermagier Stefan Herheim, der erst vor wenigen Tagen zum neuen Intendanten des Theaters an der Wien ab der Saison 2022/23 bestellt wurde, hat wieder einmal zugeschlagen…

Zum Bericht von Walter Nowotny

New York/ Metropolitan Opera: Erste Tosca-Kritiken im Netz
Sonya Yoncheva und Zeljko Lucic. Copyright: Sara Krulwich

Review: The Met Opera’s “Tosca’ Overcomes Months of Chaos
https://www.nytimes.com/2018/01/01/arts/music/tosca-metropolitan-opera.html
Yoncheva triumphs in premiere of Met’s new and dazzling “Tosca”
http://newyorkclassicalreview.com/2018/01/yoncheva-triumphs-in-premiere

»Window Waltz« MUSIKALISCHER Neujahrsgruß von den Fensterputzern der Elbphilharmonie Hamburg

 

 Hamburg, den 1. Januar 2018: Seit ihrer Eröffnung im Januar 2017 sorgt die Elbphilharmonie Hamburg für unvergessliche musikalische Erlebnisse. Nun bringt das Konzerthaus einen musikalischen Neujahrsgruß der besonderen Art heraus: den »Window Waltz«. Als augenzwinkernde Hommage an Wiener Neujahrsgepflogenheiten intonieren vier Industriekletterer aus dem Fassadenreinigungsteam von Hamburgs neuem Wahrzeichen in schwindelerregender Höhe »An der schönen blauen Donau« – mit ihrem Arbeitsgerät…

Zum Video:

https://youtu.be/O2Ch167xlMo

Silvester im Wiener Schauspielhaus: „Elektra“ verblödelt

Auszug aus „Die Presse“: „Elektra – Was ist das für 1 Morgen“ im Wiener Schauspielhaus folgt genau diesem Schema. „Sieh, wie die Tomate schwillt“, singt Elektra, eine begeisterte Biobäuerin: „Ich hab sie gedüngt mit Urin und Asche.“ Ihr Bruder Orest, soeben aus Amerika heimgekehrt, ein in Harvard ausgebildeter Agrartechniker, reißt daraus den alten Scherz mit „Ur-Instinkt“ und „Urin stinkt“ und will, weil er ein fanatischer Neoliberaler ist, gleich alles kaufen: „If you wanna get something, you gotta buy it“, singt er, trägt einen Aktenkoffer und sieht aus und spricht, wie man in den goldenen Siebzigerjahren einen Amerikaner zu parodieren pflegte…

Bei der Premiere quittierte ein gut gelauntes Silvesterpublikum all das haltlose Geblödel mit Lachen und Applaus, ein längeres Leben ist diesem Stück weder vorherzusagen noch zu wünschen.

„Witz, Witz“: Elektra will nur Paradeiser züchten
Eine „elektronische Kammeroper“ verblödelt im Schauspielhaus Wien den Mythos von der Rächerin Elektra. Und sich selbst gleich dazu.
Die Presse

Endlich hat sich ein Journalist nicht vom Premieren-Publikum in seiner Meinung umkehren lassen. Das Premierenpublikum – sicher nicht „gekauft“ und gerade deswegen ein eigenes Kapitel!

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK – 2.-8.JÄNNER 2018

 

Lesen Sie die Zusammenstellung von Heinrich Schramm-Schiessl in unseren Infos des Tages/ Aktuelles

TV: Aussetzer in Silvestershow: Roberto Blanco lässt seinen Text weg
Ein bisschen Spaß muss sein … und ein bisschen weniger Text!
Berliner Zeitung

Roberto Blanco ist 80, da darf er schon mal den Text vergessen. Er hat den „Hänger“ mit Routine überspielt und später sogar gesagt, dass das Publikum eben nur den Refrain hören wollte. Zuzutrauen wäre es ihm – dem Publikum!

Türkei ruft deutsche Touristen zur Rückkehr auf
Der türkische Außenminister appelliert an die Deutschen, doch wieder in der Türkei Urlaub zu machen.
Die Presse

Sie können es natürlich halten wie Sie wollen, aber ich gebe den Herrn Außenminister einen Korb. Gut, ich bin auch kein Deutscher und lebe ohnedies in der „Wiener Türkei“. Das sind die Bezirke Favoriten, Meidling, Hernals und Ottakring.

Österreich (Silvesternacht]: Zahlreiche schwere Sachbeschädigungen in Wien
Der Standard

Ich habe die Silvesternacht in Mauerbach verbracht. Um Mitternacht kamen dann die Enttäuschungen: Enkel Raffael pfiff auf das Feuerwerk und wollte ein Puzzle legen (dabei wurde er extra wegen dieses Feuerwerks wachgehalten) und Hund Pino – eigentlich als Schutzhund engagiert – verkroch sich unter dem Sofa und war nicht hervorzulocken. Gelassener reagierte der Galeriehund Theo, nämlich mit „net amal ignorieren“.

Der Zauber dauerte nur 20 Minuten, dann schliefen unsere Mauerbacher bereits fest! Auch in Wien soll das Raketengewitter kürzer als sonst gedauert haben. In meiner unmittelbaren Umgebung musste ich beim Eintreffen am Neujahrsmorgen keine einzige Rakete wegräumen (Kunststück, die vis a vis-Häuser werden ab 8.1. abgerissen und ein Glaspalast erbaut). Nur 50 Meter weiter, vor einer sogenannten „Lounge“, sah es nach Krieg aus. Die bevorzugten Gäste dieses Lokals: Bereits etwas angejahrte Kleinkinder mit Migrationshintergrund.

Alles in allem: wir sind wieder einmal davongekommen!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/2-jaenner-2018


1. JÄNNER 2018

by ac | 1. Januar 2018 08:13

 

Allen unseren Lesern und Freunden wünschen wir ein schönes und gutes Jahr 2018.

Bleiben Sie uns gewogen!

Wiener Staatsoper: Silvestervorstellung: „Die Fledermaus“.

Der Überraschungsgast war keine Überraschung mehr (Andreas Schager). Überraschend war, dass ihn seine Gattin Lidia Baich mit ihrer Violine begleitete

 

Das Meisterstück von Johann Strauss „Die Fledermaus“ kam nicht ganz 1 Jahr nach dem fatalen Börsenkrach des Jahres 1873 im Theater an der Wien mit triumphalen Erfolg heraus. Das Motto „Glücklich ist wer vergisst, was nicht zu ändern ist!“ war offenbar genug Basis für diese Sternstunde des Musiktheaters. Und der Slogan war vermutlich auch zu Sylvester 2017 der „Erfolgs-Motor“– und da eine hochkarätige musikalische Wiederaufnahme der unverwüstlichen bald 40jährigen Otto Schenk/Günther Schneider-Siemssen-Produktion zu erleben war, herrschte im überbuchten Haus am Ring einen „Bomben-Stimmung“…

Zum Bericht von Peter Dusek

Vielleicht sollte man doch den „Überraschungsgast wieder Überraschung sein lassen (wie das früher durchaus war, da konnte gerätselt und gewettet werden). Es ist wie beim „Christkind“ in meiner Kindheit. Als ich die Weihnachtsgeschenke schon am Vormittag des 24. Dezember gesehen habe, wusste ich, dass es das Christkind nicht gibt. Das war für mich ein Schock!

Heute Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Wer aber dirigiert 2019?

Seit 1959 überträgt der ORF das traditionelle „Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker“ live im Fernsehen – am 1. Jänner 2018 ist es zum 60. Mal so weit. Ab 11.15 Uhr in ORF 2 (sowie Ö1) begleitet das glanzvolle Konzertereignis aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins das Publikum beschwingt in das neue Kulturjahr. Die ORF-Produktion, die Regisseur Henning Kasten mit 14 Kameras erstmals in Szene setzt, wird diesmal in insgesamt 95 Ländern auf allen fünf Kontinenten ausgestrahlt. Zum fünften Mal steht Riccardo Muti, den rund 48 Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern verbinden, am Dirigentenpult.

„Das Programm, das Riccardo Muti gemeinsam mit den Philharmonikern gestaltet hat, hat natürlich einen starken italienischen Bezug.“ Dominiert wird die Auswahl von Kompositionen der Strauß-Dynastie, aber auch Werke von Franz von Suppé und Alfons Czibulka sind vertreten. Zur Kooperation mit dem ORF sagt Philharmoniker-Vorstand Daniel Froschauer: „Dass heuer wieder 95 Länder dabei sind, wäre nicht möglich ohne unseren langjährigen geschätzten Partner ORF. Mit den ORF-Bildern verwandeln wir die ganze Welt in einen großen Konzertsaal.“

Neue Info: Christian Thielemann dirigiert 2019 das Neujahrskonzert =

Mit Christian Thielemann steht 2019 wieder ein Debütant am Pult des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker.

Freilich ein sehr erfahrener: Mit dem 58-jährigen Deutschen haben die Philharmoniker bereits viel musiziert. Der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und künstlerische Leiter der Salzburger Osterfestspiele ist auch dem heimischen Publikum wohlbekannt.

Gespräch von Ioan Holender mit Bogdan Roscic und Philippe Jordan auf „ServusTV“
Copyright: „Servus TV“

Heinrich Schramm-Schiessl analysiert: Na ja, da war viel heisse Luft dabei. In den ersten zwei Dritteln hörte man eigentlich nur schon Bekanntes aus dem Leben der beiden Herren. Erst im letzten Drittel ging es tatsächlich um die Staatsoper, ohne allerdings wirklich Neues zu hören, was ich allerdings auch nicht wirklich erwartet habe. Eigentlich hörte man nur die Gemeinplätze, die noch jeder neue Direktor vor Amtsantritt von sich gegeben hat. Was Staatsoper 4.0 bedeutet, hat sich mir immer noch nicht erschlossen. Das Interessanteste und Bemerkenswerteste war für mich die Aussage, dass beide die Staatsoper zu 100% als geeignwet für die Aufführung von Mozart-Opern erachten. Ich habe das ja nie angezweifelt, aber in den letzten Jahren waren ja viele Dirigenten und sonstige (selbsternannte) Fachleute der Ansicht, dass das nicht der Fall sei…

Meine Ergänzungen zu diesem Gespräch: Beide Herren kamen recht sympathisch rüber und bezüglich Bogdan Roscic wurde mit der immer noch in zunehmend kleineren Kreisen herrschenden Meinung, dass sich da einer aus der Unterhaltungsbranche in die Heiligen Hallen verirrt hat, gründlich aufgeräumt. Dem Mann ist Kompetenz in keinem Fall abzuschreiben, dazu bedurfte es gar nicht der „Bestätigung“ von Künstlern aus der Opernbranche, denen er in deren Anfangszeit mit seiner Tonträger-Firma Wege geebnet hat.

Holender erwähnte das Gerücht, dass Bogdan Roscic vor einigen Jahren das Angebot, den ORF als Generalintendant zu übernehmen abgelehnt habe – mit dem Hinweis, dass ihn in Österreich nur die Staatsoper interessieren würde.

Das ist – vorausgesetzt es stimmt – ein ganz starkes Bekenntnis, denn der ORF bietet doch viel mehr Gestaltungsmöglichkeit und wohl auch Einfluss. Roscic hat aber nun, was er wollte und die Wiener Opernfreunde dürfen ihn mit Spannung und doch einer gewissen Vorfreude erwarten.

Berlin/ Komische Oper: „Märchen im Grand-Hotel“ von Paul Abraham (30.12,2017)

Zum Bericht von Ursula Wiegand

METROPOLITAN OPER NEW YORK – Premiere TOSCA war zu Silvester!

Sonya Yontcheva. Copyright: Met Opera

Wir wissen bei Erstellung dieses Kommentars noch nichts, außer der persönlichen Einschätzung, dass die Besetzung zu beweisen scheint, dass selbst die hochdotierte Met „nur mit Wasser kocht“.

Diese TOSCA sehen Sie am 27. Jänner in den Kinos!

Wiener Staatsoper: HÄNSEL UND GRETEL am 30.12.
Monika Bohinec als „Knusperhexe“. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Hänsel und Gretel verirrten sich nicht im Wald, sonder sehr erfolgreich (auch ein Publikumsrenner mit prall gefülltem Stehplätzen). Entzücken entsteht schon bei der Ouvertüre, die bezaubernd bebildert ist (an sich bin ich nicht immer von solchen Unternehmen angetan) und Kinderaugen können staunend auf die Bühne blicken und die doch sehr lange Ouvertüre wird nie durch unüberhörbare Langeweile gestört. Diese wurde wie auch die ganze Aufführung von Patrick Lange sehr schön musiziert. Nie zu pathetisch und mit viel Heiterkeit bei den „Kinderliedern“…

Zum Bericht von Elena Habermann

Klagenfurt: DON GIOVANNI am 29.12.2017
Don Giovanni“ in Klagenfurt. Copyright: Aljosa Reboj

„Wir haben ein Auto auf der Bühne und wir spielen mit dem Mythos des Roadmovie. Aber der Inbegriff der Bühne ist ja ein statischer, das heißt, wir leihen uns das Tempo und den Wunsch nach der Weite, aber das Stück gehorcht trotzdem den statischen Gesetzen der Bühne. Unser Auto auf der Bühne, das steht ja, das fährt ja nicht.“  Solches äußert die Regisseurin Florentine Klepper in einem ausführlichem Zeitungsinterview . Wikipedia beschreibt den Begriff Roadmovie so:

Roadmovie ist die Bezeichnung für ein in den 1960er Jahren in den Vereinigten Staaten aufgekommenes Filmgenre. Die Handlung spielt dabei überwiegend auf Landstraßen und Highways, die Reise wird zur Metapher für die Suche nach Freiheit und Identität der Protagonisten…

Zum Bericht von Hermann Becke/ www.deropernfreund.de

Parteipolitik in der Wiener Festwochenszene?

Ich habe die Überschrift mit einem Fragezeichen versehen, obwohl ein Ausrufungszeichen angebracht wäre. Aber wie immer gilt die „Unschuldsvermutung.

Der Wiener Festwochenintendant Thomas Zierhofer-Kin gibt nun erstmals Fehler in der Programmierung des von ihm verantworteten Festivals zu – deswegen hat er auch die von ihm bestellten Programm-Macher gefeuert.

Immer wieder wird von Lesern eingemahnt, dass Parteipolitik in Kunst und Kultur nichts verloren hat. Politisch war Kunst und Kultur immer, parteipolitische Komponente werden aber nun in verstärktem Maß eingebracht.

Frage an Herrn Zierhofer-Kin bezüglich der von der „roten“ Stadt Wien veranstalteten Festwochen:

Erwartet das „rote“ Wien, dass die Festwochen Widerstand gegen Türkis-Blau leisten?

Nicht explizit. Ich will mich nicht auf der Banalitätsebene bewegen, so ein Festival als tagespolitische Bühne zu missbrauchen. Was hingegen beim kommenden Festivalprogramm klar ist, dass wir sehr stark die Künstlerinnen und Künstler sprechen lassen – ohne ideologischen Überbau. Denn wir haben festgestellt, dass sehr viele Künstler eine sehr unangenehme Erscheinung unserer Zeit interessiert, nämlich das Phänomen Angst und das Schüren von Angst. Sie beschäftigen sich damit, was dieses Schüren mit einer Gesellschaft macht. Viele werden sich aber auch damit auseinandersetzen, was Demokratie ist, gewesen ist – und sein könnte…

Wiener Festwochen-Chef: „Das böse Blut war nicht beabsichtigt“
Die Erneuerung der Wiener Festwochen klappte im Mai 2017 nicht wunschgemäß. Der Intendant gesteht Fehler ein und gelobt Besserung.
Kurier

Das klingt ja recht plausibel, aber der einzuschlagende Weg wird klar aufgezeigt: Die Künstler sollen in Eigeninitiative gegen das auftreten, was den Auftraggebern nicht genehm ist – sonst werden sie eben nicht engagiert.  Das  Konzept wird wohl vorher zur Begutachtung eingereicht werden müssen und auf die politische Aussage überprüft. Das nennt man dann „Freiheit der Kunst“ .

Anthony Hopkins ist 80

 

Über hundert Film- und Fernsehauftritte hat Anthony Hopkins in seiner 50-jährigen Karriere absolviert. Seine Paraderolle war der psychopathische Hannibal Lecter in „Das Schweigen der Lämmer“, mit der er 1992 den Oscar als bester Hauptdarsteller holte. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag.

Gerade einmal 16 Minuten ist er in dem Psychothriller auf der Leinwand zu sehen. Das Duell zwischen dem mörderischen Kannibalen und der standfesten FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster) schrieb Filmgeschichte…

Anthony Hopkins ist 80
http://orf.at/stories/2420593/

Gegenderte Bibel – Tassilo Wallentin antwortet Kardinal Schönborn
Die neue Einheitsübersetzung der Bibel wurde gegendert! Das ist nicht nur mir aufgefallen, sondern auch zahlreichen internationalen Zeitungen, die meine Kritik teilen. Hier einige Schlagzeilen: „Genderwahn nun auch in der Bibel“, „Katholiken streichen Adam aus der Bibel“, „Irrer Gender-Streit um Bibel-Neuübersetzung“.
http://www.krone.at/1603354

Verbringen Sie einen schönen Neujahrstag – mit oder ohne den Philharmonikern!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/1-jaenner2018


31. DEZEMBER 2017

by ac | 31. Dezember 2017 07:38

 

Die Redaktion des Online-Merker wünscht allen Lesern, Mitarbeitern, Freunden und solchen, die es noch werden wollen, einen guten Rutsch in das neue Jahr!
Berlin startete die Reihe der Silvesterkonzerte bereits am 29.12. Simon Rattle applaudiert Joyce DiDonato. Copyright: Monika Rittershaus

Von diesem Konzert liegt uns bereits ein Bericht vor. Joyce DiDonato nützte ihr Auftreten auch zu einem musikalischen Appell in Präsident Trump.

Starker Applaus gleich zu Beginn, als Simon Rattle zum Podium eilt. Wohl alle wissen es, letztmalig dirigiert er das Silvesterkonzert mit den Berliner Philharmonikern, bevor er in London weiter arbeitet. Als Gastdirigent wird er noch in Berlin zu erleben sein, aber – wie vorab zu hören ist – wird er nicht das Silvesterkonzert 2018 leiten. Also heißt es, diese drei Konzerte zu genießen. Das letzte, am 31.12. nachmittags, wird in viele Kinos übertragen…

Zum Konzertbericht von Ursula Wiegand

Berlin/Philharmonie
Buntes Programm bei Simon Rattles letztem Silvesterkonzert
Berliner Morgenpost

Aus Dresden: TV-Tipp: Silvesterkonzert „100 Jahre UFA“ live im ZDF
Elisabeth Kulman singt Zarah Leander-Hits in Neubearbeitungen
Das ZDF und die Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Christian Thielemann feiern das 100-Jahr-Jubiläum des deutschen Filmunternehmens UFA mit einer großen Schlager-Gala, die auch live im Fernsehen übertragen wird. Mit Angela Denoke, Elisabeth Kulman und Daniel Behle darf man sich auf hervorragende Sänger freuen, die die großen Hits wie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Kann denn Liebe Sünde sein“, „Ein Freund, ein guter Freund“ u.v.a. interpretieren werden.

ZDF-Silvesterkonzert aus der Semperoper Dresden
31. Dezember 2017, 17:30 Uhr, ZDF

Dresden/Seperoper
Christian Thielemann: „Wir nehmen diese Musik ernst“
Zum Silvesterkonzert der Dresdner Semperoper dirigiert Christian Thielemann Schlager aus der UFA-Zeit, die auch der Propaganda dienten. Wie riskant ist das?
Die Zeit

Apropos Christian Thielemann: Unbestätigten Gerüchten zufolge soll er das Neujahrskonzert 2019 leiten. Für mich ist allein schon das Gerücht eine Überraschung, denn wie soll das funktionieren? In Dresden wird er sicher nicht mit der Tradition brechen wollen. Zwischen Dresden und Wien für die Proben womöglich zweimal täglich hin und herpendeln?

Mein Tipp für Wien wäre Philippe Jordan gewesen, aber offenbar liege ich da falsch!

Heinrich Schramm-Schiessl bringt seine Meinung ein: Zum Gerücht Thielemann: Ich glaube es eigentlich auch nicht und habe auch Philipp Jordan auf der Rechnung.

ALLERDINGS: Turnusmäßig überträgt das ZDF nächstes Jahr das Silvesterkonzert aus Berlin. Da wäre es für Thielemann durchaus möglich, dass er ein Jahr ausetzt und einen Gast dirigieren läßt. Beides dirigieren geht sicher nicht: Schließlich hat er in Wien nicht nur das Neujahrskonzert, sondern auch das Silvesterkonzert (Beginn: 19.30 Uhr) und die sogenannte öffentliche Generalprobe am 30.12., deren Reinerlös „Licht ins Dunkel“ zu Gute kommt, zu dirigieren.

Aber warten wirs ab, in ein paar Stunden wissen wir mehr.

Prosit 2018 – mit der Wiener Staatsoper und der Fledermaus in das neue Jahr

 

Fast undenkbar ist der Jahreswechsel an der Wiener Staatsoper ohne Die Fledermaus in der legendären Inszenierung von Otto Schenk – und so beschließt das Haus am Ring auch das Jahr 2017 mit Johann Strauß’ beliebter Operette. Ihre Rollendebüts an der Wiener Staatsoper geben in der ersten Vorstellung der Serie am Silvesterabend, 31. Dezember 2017, Laura Aikin als Rosalinde, Benjamin Bruns als Alfred und Maria Nazarova als Adele. KS Michael Schade verkörpert den Eisenstein, Jochen Schmeckenbecher den Frank, Stephanie Houtzeel den Orlofsky, Clemens Unterreiner den Dr. Falke, Lydia Rathkolb die Ida und KSCH Peter Simonischek den Frosch…

…Die Silvestervorstellung wird live bzw. innerhalb von 72 Stunden live-zeitversetzt via WIENER STAATSOPER live at home weltweit in HD übertragen (www.staatsoperlive.com) und ist darüber hinaus ein Fixpunkt am Silvesterpfad der Stadt Wien: Die Aufführung kann live und kostenlos am Herbert von Karajan-Platz erlebt werden, wo am Nachmittag des 31. Dezembers sowie nach der Live-Übertragung von Die Fledermaus ein Potpourri-Programm historischer und aktueller Produktionen gezeigt wird.

Live am Platz werden weiters noch Hänsel und Gretel  am 2. Jänner sowie am 1. Jänner 2018 vormittags das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und abends erneut Die Fledermaus zu erleben sein.

HEUTE auf „Servus-TV: Interview mit Bogdan Roscic . Beginnzeit  nun doch 11 h

Der frühere Staatsoperndirektor spricht mit dem künftigen! Für Freunde der Wiener Oper ist das ein Pflichttermin!

Große Preisunterschiede bei Konzert- und wohl auch Opernkarten
Konzertkarten werden von vielen online erworben. Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ haben fünf große Ticket-Anbieter miteinander verglichen und dabei festgestellt, dass manche bis zu dreimal so viel verlangen wie der Veranstalter.
http://ooe.orf.at/news/stories/2886676/

Nun, ich sehe die Kartenbeschaffung als Dienstleistung an – und diese kostet eben Geld. Als Wiener würde ich auch zuerst den Kartenverkauf unserer hiesigen Theater kontaktieren und nur im „Notfall“ die Dienste dieser „Online-Shops“ in Anspruch nehmen. Anders ist es wohl  bei den im Artikel erwähnten Popkonzerten, da gibt es beim Kartenverkauf oft lange Anstellzeiten (berechnen Sie diese mit einem Stundensatz) und regelrechte Schlachten. Es hat eben im Leben alles seinen Preis – auch die Bequemlichkeit – und vor allem diese!

Die nicht ganz Lustige Witwe all’italiana in Padua
Eines – und nicht nur eines – muss man den Italienern auf jeden Fall lassen: Sie sind hochmusikalisch. Ob Verdi, Puccini, Donizetti, Bellini oder Rossini – es klingt immer hervorragend, temperamentvoll oder zutiefst emotional, je nachdem. Und so war denn auch der Transfer der „Lustigen Witwe“ von Wien, wo die Operette 1905 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde, nach Padua musikalisch überaus erfolgreich.
Charles E. Ritterband berichtet aus dem Teatro Comunale Giuseppe Verdi in Padua.
Klassik begeistert

Diese großen Stimmen feiern 2018 Jubiläen
„Glücklich ist, wer nie vergisst!“
„Ich kriege immer wieder Fanpost“, erzählte Birgit Nilsson lange nach ihrer großen Karriere. „Aber die meisten Briefe sind eigentlich für Brigitte Nielsen bestimmt und die Fans haben den Namen verwechselt.“ Also Busen- statt Stimmwunder. 2018 wäre die Sängerin Birgit Nilsson 100 Jahre alt geworden. Ein Überblick zu den anstehenden Jubiläen im kommenden Jahr
BR-Klassik

Meran/ Teatro Puccini.
Innenraum des Theaters. Foto: Klaus Billand

Einige Fotos rund um das von Klaus Billand besuchte Musical „Gigi“ finden Sie unseren „Infos des Tages“.

Aus gegebenem Anlass (Nachfragen). Die „Infos des Tages“ sind Bestandteil unserer Rubrik „Aktuelles“, die aus diesen Infos und aus der täglichen Presseschau besteht

Linz/ Kulturpolitik: Brucknerhaus-Chef Dietmar Kerschbaum in der „Zwickmühle“

Der neue Linzer Brucknerhaus-Chef Dietmar Kerschbaum ist entweder ein streitbarer Geist – oder sehr „patschert“. Zuerst blieb er der Verabschiedung seines Vorgängers Hans-Joachim Frey (der künftig in Sotschi/Russland einen wohl lukrativeren Job antritt) demonstrativ fern, dann bezeichnete er den Chefdirigenten des Brucknerorchesters als drittklassig. Bei Herrn Poschner hat er sich (eher halbherzig) entschuldigt), auch mit Herrn Frey wird er es künftig aber zu tun haben. Der sitzt nämlich – obwohl die meiste Zeit in Sotschi tätig –  künftig in jenem Linzer Aufsichtsrat, der für Herrn Kerschbaums Wirkungsstätte zuständig ist. Seine Linzer Wohnung gibt Hans-Joachim Frey erst gar nicht auf, mit dem Gehalt als Aufsichtsrat lässt sich diese locker bezahlen.

Verrückt! Was meinen Sie? Auf Kerschbaum sei das Zitat eines deutschen Fußballstars bezogen: „Zuerst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu“!

Man kann auch noch sagen: „Jedem sein Holender“

FPÖ nominiert Frey für Linzer Aufsichtsrat
Hans-Joachim Frey wird weiterhin im künstlerischen Gefüge der Stadt Linz mitmischen. Mit Dezember wurde er von Dietmar Kerschbaum als künstlerischer Direktor des Brucknerhauses abgelöst.
Oberösterreichische Nachrichten

Österreich/Thema ORF
Blümel: „ORF muss sich in vielem weiterentwickeln“

Die Agenden Medien, aber auch Kunst und Kultur liegen beim Kanzleramtsminister, wie es übrigens auch in der Vorgänger-Regierung so gehandhabt wurde. Angeblich ist Minister Gernot Blümel – ein für einen Minister sehr junger Mann und Vertrauter des Kanzlers Sebastian Kurz – kein begeisterter Theatergeher. Dies scheint auch zweitrangig zu sein, der Minister muss im ORF auf Ordnung achten. Dieser Verein liegt uns Steuerzahlern „schwer im Sack“.

Der Kanzleramtsminister für EU, Kultur und Medien über Oper, Fernsehen und seine Diplomarbeit zur christlichen Soziallehre.
Kurier

Der Ursprung unserer Silvesterbräuche

Auszug aus dem „Kurier“: Das Anstoßen geht auf das Mittelalter zurück, wobei es für den Ursprung dieses Rituals mehrere Erklärungen gibt. Eine geht davon aus, dass irdene Gefäße schwungvoll aneinander geschlagen wurden, bevor getrunken wurde. Dabei schwappte immer Bier oder Wein in den Becher des Mittrinkers – für beide eine Garantie, dass kein Gift im Getränk war. Möglich auch, dass das Klirren der Gläser auf die großen Festbankette der Adeligen zurückgeht, wo Vorkoster den Wein testeten. Sobald diese das Getränk für ungefährlich erachteten, begann die Tafelmusik. Das Klirren der Gläser könnte eine Reminiszenz daran sein…
Kurier

So ein Vorkoster hatte aber zumindest alle Getränke frei, auch das letzte! Früher musste man offenbar immer und überall um sein Leben fürchten. Mir wurde gesagt, dass auch das Händeschütteln einer Vorsichtsmaßnahme entspricht. Man hat sich die Hände gereicht, um diese damit zu blockieren und „Entwarnung“ zu signalisieren. Immerhin war man früher mit der Keule rasch zur Hand!
In Italien wechseln die Frauen gerne in roter Unterwäsche in das neue Jahr

Wer in roter Unterwäsche den Silvesterabend verbringt, dem steht ein glückliches und erfülltes Jahr bevor! Das glaubt man zumindest in Italien.

Jedes Land hat andere Silvesterbräuche und doch haben alle eines gemeinsam: Sie sollen den Menschen dabei helfen, glücklich und zufrieden in das neue Jahr zu rutschen. Oder zumindest hofft man das. Und bekanntlich versetzt der Glaube ja Berge. Sprich: Wenn man an die Vorhersage von ganz viel Glück glaubt, geht man auch beschwingter ins nächste Jahr.

Ab 2018: Bleigießen verboten

Man glaubt es kaum, aber die EU verbietet ab 2018 das Bleigießen, einen uralten Silvesterbrauch. Decken Sie sich noch heute bei den diversen „Standl“ mit mehreren Jahresvorräten an Blei ein, wenn Sie den Brauch erhalten wollen!

In der Silvesternacht die Zukunft zu erkennen, gehört in vielen Familien zur Tradition und sie möchten daher nicht darauf verzichten. Blei bedeutet allerdings für Umwelt und Gesundheit keine gute Zukunft. Eine gute Alternative zu Blei ist Wachs. Die beim Ausgießen entstehenden Figuren sind zwar nicht ganz so formenreich wie beim Blei, hier ist Ihre Phantasie aber umso mehr gefragt.

http://www.heute.at/welt/news/story/EU-Verbot–Heuer-letztes-Mal-Bleigie-en-51462944
Das gesamte Programm des Wiener Silvesterpfades
Heute.at

Verbringen Sie den Jahreswechsel eher aktiv oder gemütlich? Es muss ja nicht eben Fernsehen sein! Früher bin ich auch auf den Silvesterpfad gegangen, das ist aber bereits lange her. Heuer ist der engste Familienkreis angesagt, auch der Großstadtrummel mit der Knallerei ist nichts mehr für mich. Also flüchte ich nach Mauerbach an den Stadtrand Wiens. Die Gemeinde rangiert bundesweit unter den 10 Gemeinden mit dem höchsten Bruttoeinkommen der Gemeindebürger (nur ich bin da als“Alt-Mauerbacher – seit 1951 – leider eine Ausnahme). Mauerbach gilt als „Beamtenschlafstätte“, die Silvesterknallerei ist den dortigen Gegebenheiten angepasst. Feuerwerk: eher in dezenter Dosierung – aber sauteuer!

Guten Rutsch!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/31-dezember-2017


30. DEZEMBER 2017

by ac | 30. Dezember 2017 08:13

serv
Morgen (Silvestertag) in SERVUS-TV: Ioan Holender interviewt Bogdan Roscic und dessen Musikchef. Copyright: „Servus TV)

Ab 2020 liegen die Geschicke der Staatsoper in den Händen von Musikmanager Bogdan Roščić und Dirigent Philippe Jordan. Das zukünftige Leitungsteam der Wiener Staatsoper stellt sich den Fragen des früheren Staatsoperndirektors Ioan Holender und gibt nähere Einblicke in Pläne und Vorstellungen (Sendetermin 31.12. um 10,20h).

Im Gespräch mit dem früheren Staatsoperndirektor und intimen Kenner des Hauses, Ioan Holender, und mit Hilfe vieler Einspieler geben beide Einblicke in ihre beruflichen und künstlerischen Werdegänge, ihr Verständnis von Musiktheater und ihre Pläne und Vorstellungen für die Staatsoper. Außerdem gewähren Einschätzungen von Jonas Kaufmann, Franz Welser-Möst, Christian Gerhaher, Elīna Garanča und Sonya Yoncheva einen Blick auf die Erwartungen innerhalb der Branche.

Diese Einschätzungen sind nicht wirklich ernstzunehmen, denn immerhin ist der Wiener Staatsopernchef einer der wichtigsten Player im Operngeschäft und auch kein Star will es sich mit ihm verscherzen. Ich habe mit Künstlern gesprochen, die mit ihm bereits beruflich zu tun hatten und die mein Versprechen besitzen, sie nicht namentlich zu erwähnen – und deren Einschätzung ist positiv. Ein Mann mit Handschlagqualität – in unserer Zeit der peniblen Verträge ist diese geradezu altmodisch und selten.

Welche Rolle Ioan Holender im Staatsopern-Direktorenspiel gespielt hat, werden wir weder bei dieser Sendung nocht sonstwann erfahren, angeblich war die Rolle groß. Die Rede ist von einem Anruf bei Sony in New York (Roscic ist dort ein „Präsident“, wie es die Amerikaner so hochtrabend nennen) mit dem Vorschlag bzw. der Aufforderung, Roscic möge sich doch bewerben (was er angeblich bis dahin nicht getan hatte). Roscic wich der Frage, wer denn der mysteriöse „Anrufer aus Wien „war, bisher immer aus – und wird es wohl auch weiterhin tun. Insider glauben zu wissen, dass der „Ermunterer“ Ioan Holender war. Retourkutsche? Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Also bitte nicht versäumen: Sonntag 10,20 h /Servus TV.

Die nächste Staatsoperndirektion. „Servus TV“ am Sonntag um 10.20 h)
Holender interviewt Bogdan Roscic –
am Vormittag des Silvestertages in Servus-TV zu erleben
https://presse.servustv.com/News_Detail.aspx?id=57123&menueid=8004

Wien/ Neujahrskonzert: Riccardo Muti liegt im Clich mit der RAI, die nicht direkt überträgt. Walzertanzen kann er übrigens auch nicht

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Der Wiener Musikvereinssaal. Foto: ORF

Dass er nicht Walzertanzen kann, macht ihn mir sogar sympathisch, auch mich hat dieser Tanz immer wieder „abgeworfen“ – obwohl sich meine Frau redlich bemüht hat. Gut, das Walzer-Gedränge, das beim Opernball zu Zeiten der TV-Übertragung angesagt ist, würden sogar Riccardo Muti und ich schaffen.

Verärgert ist Maestro Muti über seinen heimischen TV-Sender RAI, der das Wiener Konzert nur zeitversetzt überträgt, weil ein Konzert aus Venedig mit italienischen Opernmelodien den Vorzug genießt.

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Riccardo Muti ist verärgert – über seine Italiener. Foto: Andrea Matzker

Der Intendant des Fenice-Theaters in Venedig, Fortunato Ortombina, hat Stardirigent Riccardo Muti das Dirigat eines Neujahrskonzerts in seinem Opernhaus angeboten. „Wenn Maestro Muti ein Neujahreskonzert bei uns dirigieren will, ist er willkommen. So wird er auch live übertragen werden“, so Ortombina.

Nun denn, nach Venedig. Dort kann er dann zu Neujahr den unvermeidlichen Gefangenenchor aus „Nabucco“ dirigieren. Ob er das macht? Erst kürzlich hat er gesagt, dass er künftig den Jahreswechsel mit seiner Familie in kleinem Kreis verbringen möchte!

Riccardo Muti gesteht: „Ich kann nicht Walzer tanzen“
„Ich kann nicht Walzer tanzen“, gestand am Freitag Neujahrskonzert-Dirigent Riccardo Muti in der Pressekonferenz für das musikalische Großevent: „Ich habe mich mit meiner Frau vor der Hochzeit bemüht, wir haben aber aufgehört, weil ich ihre Füße ruinierte.“ Und so steht der 76-Jährige zu den Strauß-Weisen – am Pult der Wiener Philharmoniker und zum fünften Mal beim Neujahrskonzert im Musikverein.
Salzburger Nachrichten
Sieben Premieren: Das Neujahrskonzert-Programm im Detail
Familie Strauß steht im Fokus, wenn Riccardo Muti am 1. Jänner im Wiener Musikverein den Taktstock schwingt. Sieben Werke erklingen dabei zum ersten Mal bei einem Neujahrskonzert.
Die Presse

Berliner Silvesterkonzert: Für Sir Simon Rattle ist es das letzte

Mit Musik ins neue Jahr – Simon Rattle sagt bye-bye
Filmmusik, Abschiedsstimmung und immer wieder Walzer. Die Silvester- und Neujahrskonzerte in Berlin, Dresden und Wien kann man wie stets bei Sekt auch vor dem heimischen Fernseher genießen.
Hamburger Abendblatt
Sir Simon Rattle leitet sein letztes Silvesterkonzert
Berliner Zeitung

In Berlin dabei: Joyce DiDonato

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Joyce DiDonato. Foto: DiDonato.com

Ich liebe das Abenteuer
Joyce DiDonato ist eine große Opernsängerin. Jetzt singt sie in den Silvesterkonzerten der Berliner Philharmoniker. Ein Interview
Berliner Morgenpost

Bilanz 2017: Die Berliner Staatsoper erreicht im Schiller Theater und in der wiedereröffneten Staatsoper Unter den Linden eine Auslastung von 94 Prozent.

Die Staatsoper Unter den Linden blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück: Sie erreicht im Schiller Theater und im wiedereröffneten Stammhaus Unter den Linden eine Auslastung von 94 Prozent (2016: 88 Prozent).

Staatsopern-Bilanz

Duisburg: Maria Stuarda – Neuinszenierung

Es ist bekannt, dass die Begegnung von Maria Stuart, Königin von Schottland, und Elisabeth, Königin von England, nie stattgefunden hat. Sie ist eine Erfindung Friedrich Schillers. Aber diese Freiheit war sein gutes Recht, zumal eine große dramatische Szene entstand. Gaetano Donizetti hat für seine „Maria Stuarda“ aus operndramaturgischen Gründen weitere Modifikationen vorgenommen…

Zum Bericht von Christoph Zimmermann

Zürich/ Opernhaus/ Box: „La vie parisienne“ . Premiere am 28.12.

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Christa Fleischmann als Gabrielle: Die Party gerät aus den Fugen. Copyright. Thomas  Etzeroth

Diesmal hat sich das auf Initiative des Direktors des ZKO (Zürcher Kammerorchester) Michael Bühler gegründende Opernunternehmen OperaBox Zürich in dankenswerter Weise der leider selten aufgeführten Operette von Jacques Offenbach „La vie parisienne“ angenommen. Das Werk stellt enorme Ansprüche an die Ausführenden, erfordert einen riesigen „Personal-Aufwand“ und verfügt über eine Spieldauer von gut 3 Stunden…

Zum Bericht von John H. Mueller

Meran: Musical Gigi (29.12.)

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Teatro Puccini in Meran. Foto: Klaus Billand

Zum Bericht von Klaus Billand

Ich veröffentliche in den morgigen Tagesinfos mehrere Fotos rund um das Teatro Puccini.

Buchvorstellung

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Renate Wagner hat das Buch rezensiert: Wie lange noch (die klassische „Quo usque tandem“-Frage der römischen Rhetorik) werden Opernwerke so manipuliert, wie man es heute in der Regel auf den Opernbühnen sieht? Das ist nicht – grundsätzlich auch, aber hier nicht – die Frage eines verärgerten Opernbesuchers, der wieder einmal nicht weiß, was er gesehen hat. Die Argumentation, auf breitester inhaltlicher und gedanklicher Ebene über ein Buch hindurch ausgeführt, stammt von Ileana Cotrubas, immer noch ein berühmter Name in der Welt der Oper, und von ihrem Gatten, dem Dirigenten Manfred Ramin.

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Ileana Cotrubas und ihr Gatte Manfred Ramin

Die Cotrubas – sie war ein knappes Vierteljahrhundert ein Liebling des österreichischen Opernpublikums, bis sie sich (im jugendlichen Alter von nur 51 Jahren) 1990 von der Bühne zurückzog. Mehr als ein Vierteljahrhundert nun sieht sie sich die Opernwelt von außen an – und ist entsetzt von dem, was sie da findet. Erstmals hat sie das schon 1999 in ihren „Memoiren“ namens „Opernwahrheiten“ ausgesprochen, die schon mehr demagogische Wut enthielten als den (bei anderen Künstlern so verbreiteten) Wunsch, sich selbst ins beste Licht zu rücken. Dass sie ein Spitzenstar an der Seite aller großer Partner (Pavarotti, Domingo, Carreras und der Rest der damaligen Crème de la Crème) war, ist dennoch nicht zu verheimlichen. Sie steckte mitten im „Betrieb“, hat alles schon erlebt, und sie hatte schon „zu ihrer Zeit“ Zweifel an der Entwicklung, die der Opernalltag nahm…

Zur Buch-Rubrik

Wiener Wut: Österreich dreht die Zeit zurück
Österreichs Regierung kassiert das Rauchverbot und lockert vielleicht das Tempolimit. Sie reagiert damit auf die Stimmung im Land – und wirkt entschlossen, die Zeit zurückzudrehen.
Tagesspiegel

Die deutschen Zeitungen orten offenbar im eigenen Land keine Sorgen und befassen sich mit Österreich. Ja, wenn man stete Verordnungen und Vorschriften/ Reglementierungen als Fortschritt ansieht, dann macht Österreich einen Rückschritt. Nicht alle Österreicher sehen das aber so!

Niki-Verkauf: 740 der 1000 Mitarbeiter gehen mit
Aber der Name wird wohl verschwinden
Die Presse

Wenn die neuen Inhaber auf die Marke „Niki“ verzichten zu können glauben, werden sie wohl gute Gründe haben.

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/30-dezember-2017


29. DEZEMBER 2017

by ac | 29. Dezember 2017 08:58

Heute Stream aus der Wiener Staatsoper: „Die Zauberflöte“.

http://www.staatsoperlive.com/de/live/

Jetzt geht es voll los mit den Streams. Bereits am 31.12. können Sie die Silvester-Fledermaus erleben, am 2.1. steht als erste Übertragung im Neuen Jahr „Hänsel und Gretel“ auf dem Programm.

Wenn Sie – wie ich – die Silvester-Nacht nicht vor der Glotze mit einer Operettenübertragung erleben wollen, dann haben Sie mit einem Abo die Möglichkeit, diese „Fledermaus“ binnen 72 Stunden zu einem der vielen angebotenen Termine zu genießen. Ich werde das am Neujahrstag mittags machen, weil den sogar beim Neujahrskonzert stets griesgrämig dreinschauenden Riccardo Muti tue ich mir wirklich nicht an.

Wien/ Neujahrskonzert: Stardirigent Riccardo Muti mag keine Scherze
Riccardo Muti, der am 1. Jänner zum fünften Mal das Neujahrskonzert im Wiener Musikverein dirigiert, plant keine Scherze vor Beginn der Zugabe. „Ich habe stets Scherze und Spiele vermieden. Höchstens kann man mit einem Glas Champagner anstoßen“, so Muti im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Donnerstag.
Salzburger Nachrichten
Riccardo Muti: „Man kann diesen Rhythmus nicht erklären“
Zum fünften Mal haben die Wiener Philharmoniker Riccardo Muti für ihr Neujahrskonzert eingeladen. Mit der „Presse“ sprach er über die musikalische Seele Wiens, über Vorbilder, Wünsche und 50 Jahre Dirigieren
Die Presse
Riccardo Muti: Walzer ist keine Unterhaltungsmusik
Kleine Zeitung

Dass Muti ein Kellerlacher und eine Spaßbremse ist, war mir ohnedies klar. Dass er Kollegen, die (zugegeben meist schwache) Scherze eingestreut haben, offen kritisiert und somit bloß stellt, ist offenbar sein Stil.

Im Moment liegt Riccardo Muti auch mit seinen Landsleuten bei RAI im Clinch, weil diese das Konzert in Venedig (mit italienischen „Opernhadern“) direkt übertragen, das Wiener Neujahrskonzert jedoch nur zeitversetzt zeigen. Mehr darüber morgen!

Jahresrückblick: Oliver Py (Regisseur) Und Riccardo Muti (Dirigent der Salzburger „Aida“) „Reinfälle des Jahres“

DeutschlandfunkKultur befragt eine Kritikerrunde: Der Tiefpunkt des Opernjahres 2017 ist für Uwe Friedrich „Der Prophet“ an der Deutschen Oper in Berlin. Das Werk von Meyerbeer sei von Regisseur Olivier Py „auf wirklich klischeehafteste, unüberlegteste, unfreiwillig komischste Weise“ inszeniert worden. Sein Kollege Jörn Florian Fuchs fand die „Aida“ bei den Salzburger Festspielen mit Anna Netrebko einen „Reinfall“ und macht den Dirigenten dafür verantwortlich: „Das Ärgernis des Jahres ist für mich Riccardo Muti„, sagte Fuchs…

Opernrückblick 2017: Sternstunden und Reinfälle des Musiktheaters
DeutschlandfunkKultur

Das kann wohl nur eine Falschmeldung sein: Domingo will 2021 den „Ochs“ im Rosenkavalier in Barcelona und Madrid singen:
Role over hoax? Domingo is to sing Baron Ochs
http://slippedisc.com/2017/12/roll-over-rofl-domingo-is-to-sing-baron-ochs/

Vorsicht, der 28. Dezember ist für Spanien das, was in unseren Breiten der 1. April ist. Nun macht man sich bereits in Spanien über Placido Domingo lustig. Ein Hoax ist eine Falschmeldung, die aber manchen Menschen glaubhaft erscheinen könnte. PD ist alles zuzutrauen!

Ballettabsagen in Berlin. Was bei Oper gerade noch durchgeht, ist bei bei Ballett unmöglich

 

Die Vorstellungen des Staatsballetts Berlin von „Der Nussknacker“ am 01. und 03. Januar 2018 müssen leider entfallen, da durch den am 24. Dezember 2017 entstandenen Wasserschaden in der Deutschen Oper Berlin die Bühnenmaschinerie und der Schnürboden nicht nutzbar sind. Im Gegensatz zu den Opernaufführungen kann eine halbszenische Umsetzung einer Tanzaufführung nicht gerecht werden, da die wesentlichen Merkmale visuell und räumlich zum Ausdruck kommen.

Am 3. Januar findet eine moderierte Ballettprobe vor Publikum statt! Alle Inhaber eines Tickets für den 03. Januar 2018 können die Probe kostenfrei besuchen und ihren Ticketpreis per Auszahlungsformular in der Pause, oder nach der Vorstellung postalisch oder per Mail zurückerstattet bekommen. Die Veranstaltung dauert bis 22.00 Uhr mit einer Pause, Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Dresdener Silvesterkonzert: Unbedenkliches Programm oder „Manuel Brug macht sich wieder einmal wichtig“

Heinrich Schramm-Schiessl hat das Programm in Erfahrung gebracht und gibt Entwarnung: Unter den Filmliedern, die von Angela Denoke, Elisabeth Kuhlman und Daniel Behle gesungen werden, befindet sich kein einziges aus einem NS-Propagandafilm. Natürlich könnte man einwenden, dass die Filme, die während der Kriegsjahre 1939-1945 entstanden sind, dazu dienten, die Bevölkerung bei Laune zu halten, aber sie werden heute noch im Fernsehen und/oder manchen auf Nostalgie ausgerichteten Kinos, wie z.B. dem Wiener Bellaria-Kino gezeigt. Die Aufregung ist m.E. nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas und Herr Brug wollte sich nur wieder einmal wichtig machen. Einzig Theo Mackeben könnte man vorwerfen, dass er auch Musik zu Propagandafilmen geschrieben hat.

Das genaue Programm finden Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“

Salzburger Vorschau: DIE ZAUBERFLÖTE mit Erzähler
Regisseurin Lydia Steier. Copyright: Sandra Then

Regisseurin Lydia Steier vertraut den Zauberflöte-Dialogen in der Festspielproduktion nicht und baut einen Erzähler ein. Dieser wird Iffland Ring-Träger Bruno Ganz sein.

Steier: Ich habe von Anfang an eine Art Übererzähler im Kopf gehabt und so war die Idee geboren, einen Großvater die Geschichte erzählen zu lassen. Wir sind sehr glücklich, dass wir Bruno Ganz für diese Rolle gewinnen konnten. Das Konzept dahinter ist, dass die Zauberflöte wie in einem Märchenbuch erzählt wird. Es ist eine Gute-Nacht-Geschichte für die Drillinge – die drei Knaben – die im Zentrum unserer Inszenierung stehen. Sie werden fast durchgängig auf der Bühne präsent sein sowie auch Bruno Ganz als deren Großvater. Diese vier Figuren sind ganz eng miteinander verknüpft. Die Kinder fungieren fast wie eine Art vierte Wand, die sich auf das Publikum hinzu bewegt. Das heißt, der Großvater erzählt nicht direkt dem Publikum diese Geschichte, sondern seinen Enkelkindern und über diese wirkt die Geschichte auf das Publikum mit einem ganz anderen, einem märchenhafteren Charme…

Mehr darüber im Interview in unseren „Infos des Tages“

Regisseur und Sänger Selcuk Cara und Heldentenor Andreas Schager mit gemeinsamen Wagner-Projekt

SELCUK CARA hat ein außergewöhnliches Konzept für ein Regie-Konzert zum Thema „Der Ring des Nibelungen“ für Heldentenor ANDREAS SCHAGER entwickelt. Dieses interdisziplinäre Opern-Projekt unterscheidet sich maßgeblich von den gängigen Wagner-Konzert-Formaten.
Selcuk Cara

Selcuk Cara ist für das dramaturgische Konzept, die Bühnenregie und die Lichtgestaltung verantwortlich; zudem wird er einen parallel mitlaufenden, kommentierenden Film, der in erster Linie durch assoziative Sequenzen und Bilder die Innenwelt Siegfrieds und Siegmunds offenlegt, an Drehorten wie Deutschland, Österreich, Island, Frankreich und Skandinavien als Regisseur und Editor vorbereiten.
Andreas Schager. Copyright: David Jerusalem

Andreas Schager ist der neue Stern am Wagner-Himmel, seine außergewöhnliche Stimme mit dem „goldenen Ton“ vermittelt die Kraft und den Reichtum der Musik, seine natürliche Ausstrahlung gewinnt die Sympathie der Zuhörer in aller Welt und lässt die Faszination des Wagner’schen Gesamtkunstwerkes unmittelbar erleben.

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

New York/ Metropolitan Opera: „Tosca“ wird die „Produktion des Jahres“


The soprano Sonya Yoncheva practicing her final leap in the title role of a tumultuous new production of Puccini’s “Tosca” at the Metropolitan Opera.
Credit Todd Heisler/The New York Times

There is never a shortage of backstage drama at the Metropolitan Opera. But in the company’s 137-year history, there has likely never been a production with a birth as tumultuous as that of the high-stakes new staging of Puccini’s “Tosca,” opening on New Year’s Eve.

See How the Met Built “Tosca,’ Its Biggest Production of the Season
The New York Times

Behind the Scenes of “Tosca,’ the Messiest Production in Met History
The New York Times

Filme der Woche
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Schon wieder ein Maler – was ja nicht erstaunt, sie sind ja allesamt interessante, skurrile Persönlichkeiten. In den letzten Jahren sind sie (von Turner bis Monet) im Dutzend billiger in „Biopics“ über die Kinoleinwand marschiert. Dass man sich Vincent van Gogh vorgenommen hat, ist schon lange her (1956, sehr eindrucksvoll mit Kirk Douglas als van Gogh und Anthony Quinn als Gauguin). Nun ist er erneut an der Reihe, aber in einem Film, der so gar nichts mit den üblichen Lebensgeschichten dieser Art zu tun hat. Inhaltlich nicht – und schon gar nicht formal. Imd darauf kommt es an.

Die beiden Filmemacher Dorota Kobiela und Hugh Welchman hatten für die polnisch / britische Co-Produktion „Loving Vincent“ eine noch nie da gewesene Idee: Es ist, auf der Basis eines mit Menschen gedrehten Spielfilms, dann am Ende doch ein „animiertes“ Kunstwerk geworden. Jedes Bild wurde – in der Arbeit von mehr als 100 Künstlern, die mit der Hand, nicht mit dem Computer unterwegs waren – im Sinne van Goghs „übermalt“, wobei man oft von berühmten Gemälden ausging, die jeder kennt. Und die dann zu „leben“ beginnen. Der Effekt ist verblüffend, auch wenn dem Zuschauer gelegentlich die Augen weh tun, weil van Goghs Farben in der Bewegung dann arg „flimmern“…

Was kann man auf diese Art erzählen? Nun, wann immer eine Berühmtheit unter nicht ganz geklärten Umständen gestorben ist, halten sich Gerüchte und Spekulationen über Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte. Van Gogh, der sich selbst in den Bauch schoß und daran starb, ist so ein Fall. Ob der scheinbar eindeutige Selbstmord vielleicht ein Mord oder nur ein tragischer Unfall war – wer weiß es schon?

Auszüge aus dem Silvester- bzw. Neujahrstagprogramm des ORF in unseren „Infos des Tages“

Die Ankündingungen des ORF haben wir in unseren Tagesinfos für Sie bereitgestellt. Wählen Sie aus!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/29-dezember-2017


28. DEZEMBER 2017

by ac | 28. Dezember 2017 08:22

Deutsche Oper Berlin: Es geht wieder los – trotz Wasserschaden

Aller Einsatz zeigt erste Wirkungen! Das intensive Trocknen und Belüften – nach dem am 24. Dezember aufgetretenen großen Wasserschaden auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin – führte heute dazu, dass sich erstmalig der Eiserne Vorhang wieder heben und einige Züge fahren ließen. Das heißt, alle Künstler und Mitarbeiter stehen bereit, damit ab dem 28. Dezember die ersten Vorstellungen halbszenisch für unser Publikum über die Bühne gehen können. Da der Orchestergraben unbeschadet blieb, können damit die geplanten Aufführungen von Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ am 28. Dezember, von Puccinis „La Boheme“ am 29. Dezember sowie Silvester um 15 und 19.30 Uhr und Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ am 30. Dezember halbszenisch (mit Künstlern in Kostüm und Maske und in improvisiertem Bühnenlicht) stattfinden. Gleichzeitig lädt die Deutsche Oper Berlin jeden Zuschauer zu einem Glas Sekt oder einem anderen Getränk ein.

Wer diese Art der Vorstellungen nicht sehen will, dem wird selbstverständlich der Eintrittspreis rückerstattet, natürlich vor und nicht nach der Vorstellung. Ich gehe davon aus, dass die Berliner so neugierig wie die Wiener sind, also werden doch die meisten „in’s Wasser gehängte Oper“ schauen wollen.

Wiener Neujahrskonzert: Bald eine Frau am Pult?

Der Vorstand der Wiener Philharmoniker, Daniel Froschauer, will künftig mehr Junge und Frauen dirigieren sehen. „Wir brauchen Dirigenten der älteren Generation genauso wie die der jungen Generation“, sagte Froschauer der dpa in Wien. „Wir würden uns zudem freuen, wenn auch einmal eine Dame am Pult steht.“

Philharmoniker: „Freuen uns auf Damen am Pult“
Der Vorstand der Wiener Philharmoniker, Daniel Froschauer, will künftig mehr Junge und Frauen dirigieren sehen.
http://orf.at/stories/2420323/

Jetzt frage ich mich, ob der Zeitpunkt dieser Ankündigung zufällig und ohne jeden Anlass gewählt ist.  Spätestens am Neujahrstag steht nämlich der Dirigent oder auch die Dirigentin des Neujahrskonzerts 2019 fest. Wird es eine Frau sein? Auf gar keinen Fall sollte es nach der Ankündigung des obersten Philharmonikers wieder ein Oldie sein!

Konter auf Manuel Brug

 

Was täten wir ohne Manuel Brug? Wir wüssten nicht, was uns zu gefallen hat, wem wir zujubeln dürfen, was wir besser meiden sollten! Wer gäbe uns die Meinung vor?

Beim Programm des Silvesterkonzerts der Staatskapelle Dresden fand Herr Brug gleich „mehrere Haare in der Suppe“. Hält Herrn Brugs Meinung aber einer seriösen Begutachtung stand? Dr. Helmut Huber, Oberarzt am Linzer Landeskrankenhaus, befasst sich seit vielen Jahren (nebenberuflich) mit der Materie und schreibt:

: Ich habe es mir angetan, Brugs gesamten Artikel zu lesen – samt der angehängten Leserkommentare, die samt und sonders von einer recht soliden, jedenfalls der Position Brugs deutlich überlegenen Wissensbasis aus dagegen argumentieren.

Also, ich sammle nicht nur Schellacks (mit weit überwiegend den Nazis nicht geheurer bis von diesen verabscheuter Musik drauf), sondern hab inzwischen auch rund 1000 DVDs und blurays daheim stehen, zu einem kleinen Teil auch mit UFA-Filmen. Und natürlich hab ich sowohl zu Musik als auch Filmen seit Anfang der 70er alles mögliche gelesen, was man auf Buchseiten oder im www findet, z. B. Geschichten von Swings und Schlurfs behandeln. Brug hätte sich ruhig und einfacherweise die wikipedia-Seite über Bruno Balz durchlesen können, aber hat das wohl böswilligerweise nicht getan oder diese ignoriert.

Wo der Artikel völlig bizarr wird, ist, wenn er sich drüber aufregt, daß „Die Drei von der Tankstelle“ und der „Blaue Engel“ (beide von 1930) zitiert werden sollen – gerade DAS genau sind Filme, die Goebbels ab 1933 so nicht mehr haben wollte…

Silvester- und Neujahrskonzerte mit eigenen Linien
Anthony Bramall. Copyright: Christian POGO Zach/Gärtnerplatztheater

Weg von der Wiener Walzerseligkeit, mit dieser  wollen andere Orchester gar nicht mithalten. Am Münchner Gärtnerplatztheater lässt es Chefdirigent Anthony Bramall diesmal britisch angehen, in den kommenden Jahren sollen auch andere Städte wie in diesem Fall London im Fokus stehen.

An sich ist die Info nicht aufregend. Im Tageskommentar ist sie mir deshalb eine Erwähnung wert, weil Herr Bramall einen köstlichen Humor hat.

Auszüge gefällig?

Warum haben so viele Dirigenten Angst davor, sich dem Publikum zuzuwenden und auch einmal etwas zu sagen?

Bramall: Bei uns Ausländern ist das ein spezieller Fall. Nehmen Sie deutsche Magazin-Moderatoren: Die finden beim Sprechen mühelos den Weg von A nach B. Wir haben das Problem: Wenn wir im falschen Teil eines Satzes gelandet sind, finden wir nicht mehr die Ausgangstür…

Es ist so wunderbar in Deutschland: Die Leute sind sehr gnädig, wenn man sprachliche Fehler macht.

In anderen Ländern etwa nicht?

Bramall: Eher nicht. Es gibt hier eine unglaubliche Großzügigkeit.

Weil etwa die Bayern selbst dauernd sprachliche Fehler machen?

Bramall: (Lacht.) Okay, das haben Sie gesagt…

…aber diese sprachliche Wendigkeit fehlt mir. Es ist ein bisschen wie Einparken. Bis man in der Lücke steht, dauert es eben. Ich lande noch zu häufig auf dem Bordstein.

Anthony Bramall: „Deutsch sprechen ist wie Einparken“
Seit einem Vierteljahr ist er mittlerweile Chefdirigent an Münchens Volksoper. Anthony Bramall, gebürtiger Londoner mit dementsprechendem Humor, bietet trotz Brexit ein Neujahrskonzert von der Insel.
Münchner Merkur

Hamburg: Elbphilharmonie ständig ausverkauft, egal wer konzertiert

Auszug aus der Frankfurter Allgemeinen“: Alle Konzerte waren „eine halbe Stunde nach Öffnung der Konzertkassen ausverkauft, ob für Konzerte mit internationalen Stars oder für kaum bekannte Ensembles“, sagt Hans-Werner Funke, Seniorchef der Konzert-Direktion Goette, „das habe ich in fünfzig Jahren als Konzert-Impresario noch nicht erlebt.“
Ein Jahr Elbphilharmonie: Klassik light
Seit einem Jahr werden Konzerte in der Hamburger Elbphilharmonie gespielt. Ständig ist das Haus ausverkauft. Doch vielen Gästen scheint egal zu sein, was sie zu hören bekommen.
Frankfurter Allgemeine

Wiener Staatsoper: Hänsel und Gretel – so ganz ohne Pädagogik
Margaret Plummer (Hänsel), Monika Bohinec (Hexe), Chen Reiss (Gretel). Copyright: Wiener Staatsoper/ Christian Pöhn

Warum die Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck (UA 1893) seit ihrer Premiere vor gut 2 Jahren so selten gespielt wird, ist unerklärlich. Für die erst 10.Reprise – nun am 2. Weihnachtsfeiertag – prügelten sich Touristen mit Schwerpunkt Russland oder Fern Ost jedenfalls an der Abendkassa wie sonst nur bei Vorstellungen mit Anna Netrebko oder Jonas Kaufmann. Vielleicht war auch der frühe Beginn um 17 Uhr ein Grund für den extragroßen Andrang. Motto: „Bring Your Kids“!

Immerhin bekamen die Zuschauer eine stimmungsvolle Wiederaufnahme präsentiert, die in vokaler Hinsicht mitunter sogar besser war als die Neuproduktion unter Christian Thielemann im November 2015. Diese Qualitätsverbesserung bezieht sich selbstredend nicht auf den Dirigenten…

Zum Bericht von Peter Dusek

Weitere Pressekritiken

Schnurstracks durch den Orchesterwald
Schön gesungen, aber zu rasch am Ziel: „Hänsel und Gretel“ an der Wiener Staatsoper.
Wiener Zeitung

Wilhelm Sinkovicz spricht mir vor allem mit den zuletzt zitierten Satz aus der Seele: Alle Jahre wieder verirren sich Hänsel und Gretel im Wald – seit die Staatsoper Engelbert Humperdincks Märchenoper nach Jahrzehnten der Abstinenz wieder ins Programm genommen hat, stürmen zur Weihnachtszeit Kinder auch das Haus am Ring; zumindest wenn eine Nachmittagsvorstellung avisiert ist. Und sie verfolgen die Vorgänge auf der Bühne beinah mucksmäuschenstill, was nur beweist, wie gut dieses Stück ist; und wie liebenswert falsch alle seit mindestens zwei Generationen unternommenen Versuche, Theater speziell für den Nachwuchs zu arrangieren.


Hänsel und Gretel brauchen keine Pädagogik
Die Presse

Mehr Geld für Berlins Opern: Klingende Münze
Aus dem Hauptstadtfinanzierungsvertrag erhält die Berliner Opernstiftung ab 2018 zehn Millionen Euro. Was die Häuser mit dem Geld vorhaben.
Tagesspiegel

NÖ: Grafenegg wartet 2018 mit Neuerungen auf:

Erstmals findet der Grafenegger Frühling statt, eine Novität ist auch die Grafenegg Academy im Rahmen des Campus Grafenegg. Außerdem folgt Philipp Stein im zweiten Quartal 2018 als operativer Geschäftsführer der Grafenegg Kulturbetriebsges.m.b.H. auf Paul Gessl. 2017 war mit über 150.000 Besuchern laut Aussendung von Mittwoch ein „sehr erfolgreiches Jahr“…

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

Ersuchen eines Maturanten um Beantwortung  eines Fragebogens für eine Maturaarbeit

Guten Tag !

Die Feiertage sind hoffentlich gut vorüber gegangen , der Alltag ist kurzzeitig wieder da und wir bitten Euch um 5 Minuten Eurer Zeit :

Thomas Krol maturiert im Mai an der HAK Auhof Linz. Dazu haben er und zwei Kollegen eine vorwissenschaftliche Projektarbeit zum Thema Staatsverschuldung – zukunftsorientiert, die Jungen !!!! – gestartet. Er ist für den ( anonymen ) Fragebogen zuständig. Wir ersuchen Euch daher, diesen – siehe LINK UNTEN – auszufüllen. Eine mindestens dreistellige Teilnehmerzahl wollen wir – ehrgeizig wie die Krol’s nun einmal sind – erreichen.

Liebe Grüße und vielen Dank

https://www.umfrageonline.com/s/cc6a010

Bitte kommen Sie diesem Wunsch nach, der Fragebogen ist total anonym – und es tut gar nicht weh!

Filme der Woche

FilmCover Greatest Showman~1
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

In den USA ist sein Name weit eher ein Begriff als hierzulande, aber man verbindet „Barnum“ schon mit Showbusiness. Und tatsächlich könnte man über Phineas Taylor Barnum (1810-1891) ein wirklich interessantes (und in alle Richtungen – er als Unternehmer, das gierige Publikum – kritisches) Biopic drehen. Was nun in unsere Kinos kommt, ist hingegen etwas anderes: eine in Zuckersüße und Zuckerfarben getauchte, eigens für das Kino geschaffene Musical-Version von Elementen seines Lebens, die Multi-Kulti- und Gutmenschen-Botschaften verkündet, was natürlich gut und edel ist – aber die wahre Geschichte strandet irgendwo.

Macht nichts, das Kino kann sich entscheiden, was es zeigen will. Also erlebt man den armen Jungen, Sohn eines verachteten Schaustellers, und das blonde Töchterchen aus reichem Haus, die sich schon im Kindesalter lieben – und sie bleibt ihm treu. Als er erwachsen wieder kommt, lässt sie Eltern und reiches Leben hinter sich und geht in eine höchst ungewisse Zukunft. Dazu bekommen sie noch zwei hübsche blonde Töchter – aber was daraus werden soll, ungeachtet von Gesang und Tanz, in den sie immer wieder ausbrechen? (Wobei die extra für den Film geschaffene, überbordende, mit tänzerischem Schwung geschriebene Musik im „LaLaLand“-Stil einfach nur schlicht-begleitende Melodik ist und nicht das Zeug hat, auf der Bühne zu landen.)…

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/28-dezember-2017


27. DEZEMBER 2017

by ac | 27. Dezember 2017 08:20


Christian Thielemann dirigiert beim Dresdener Silvesterkonzert UFA-Schlager.
Copyright: Sächsische Staatskapelle
Dresden/ Semperoper: Die Ufa, die SS und das Dresdner Silvesterkonzert

„Davon geht die Welt nicht unter“? Das Dresdner Silvesterkonzert ist dieses Mal der Ufa gewidmet. Auf dem Programm stehen auch kontaminierte Titel aus NS-Propagandafilmen. Und das in der Pegida-Hochburg!

Auszug aus „Die Welt“/ natürlich Manuel Brug: Muss das wirklich sein? Christian Thielemann und die Dresdner Staatskapelle widmen ihr diesjähriges, vom ZDF am 31. Dezember ab 17.30 Uhr deutschlandlandweit und ins Ausland übertragenes, später auch für eine DVD-Veröffentlichung vorgesehenes Silvesterkonzert dem 100. Ufa-Jubiläum. So weit und schön.

Man hat dazu ein feines, abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Mit Höhepunkten aus den Filmklassikern „Frauen sind keine Engel“, „Die Drei von der Tankstelle“, „Der blaue Engel“, „Münchhausen“ oder „Tanz auf dem Vulkan“ verabschiedet man beschwingt das Jahr 2017…

Bertelsmann hat sich schon schwergetan, als Rechtenachfolger das problematische Ufa-Erbe zum Jubiläum angemessen zu feiern. Ein Silvesterkonzert ist dafür noch weniger der richtige Ort. Müssen also nun in einem deutschen Opernhaus in den letzten Stunden dieses nachdenklich stimmenden Jahres 2017 wirklich dezidierte Nazischlager erklingen? Was gibt es dann als Nächstes? Die Rhapsodie über Themen aus „Jud Süß“ im „Kurkonzert“ oder „Kolberg“ – eine klingende Küstenskizze aus Hinterpommern im „Musikantenstadl“?

Die Welt

Das meint Manuel Brug – und das sei ihm unbenommen. Allerdings – 100 Jahre UFA sind aus Deutschlands Geschichte nicht wegzudenken. Angeblich soll es auch Leute geben – und darunter befinden sich auch Wiener – denen die dort demonstrierte Walzerseligkeit schon zum Hals heraushängt.

Mein sozusagen Ko-Kommentator Heinrich Schramm-Schiessl hat sich auch Gedanken über dieses Konzert gemacht:

Das ganze ist natürlich – wie so oft bei solche Themen – ein zweischneidiges Schwert. Wenn man „100 Jahre UFA“ begeht, dann kann und darf man natürlich die finstere Zeit des Unternehmens nicht aussparen. Andererseits ist auch eine gewisse Sensibilität gefragt, wobei es mir hier weniger um die sogenannte „Political correctness“ , sondern um jene Menschen bzw. deren Vorfahren geht, die unter der menschenverachtenden Poltik des NS-Staates gelitten bzw. ihr Leben verloren haben. Noch wissen wir ja nicht, wie das Konzert ablaufen wird. Wenn man die entsprechenden Titel einfach ohne entsprechenden Kommentar spielt, ist das sicher problematisch. Es wäre sinnvoll, würde man dem entsprechenden Programmblock einen durch einen geübten Sprecher zu verlesenden historisch fundierten Kommentar voranstellen.

Da das Konzert ja vom ZDF live übertragen wird, glaube ich nicht, daß da völlig unkritisch gesendet wird.

Neuest Info: Die Deutsche Oper Berlin spielt ab 28.12. wieder (halbszenisch)!

Deutsche Oper Berlin: Die Polizei ermittelt auch wegen Sachbeschädigung/ Vandalismus
Deutsche Oper Berlin: Der Schaden ist enorm, das Ende der Sperre noch nicht absehbar

Auszug aus „Tagesspiegel“: Laut Polizei wird derzeit auch „wegen Sachbeschädigung ermittelt“. Deshalb sei nicht auszuschließen, „dass da etwas Mutwilliges passiert ist“. Wer die Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet hat, konnte die Sprecherin der Polizei nicht sagen. Auch über die Ursache des Schadens gibt es derzeit noch keine Erkenntnisse. Es kann sich genauso gut um einen technischen Defekt gehandelt haben.

Die Leiterin des Pressebüros der Oper, Kirsten Hehmeyer, sagte, bei dem Vorfall sei eine enorme Wassermenge heruntergekommen und großer Schaden entstanden. Auch die Beleuchtung wurde in Mitleidenschaft gezogen. Verletzt wurde niemand. Alarmiert wurden Feuerwehr und Polizei nahezu gleichzeitig über eine Brandmeldeanlage in der Oper sowie über den Hausmeister des Musikhauses.

Bei der Feuerwehr ging der Alarm um 8.24 Uhr ein. Bei einer solchen Benachrichtigung ist für die Feuerwehr allerdings nicht erkennbar, ob es sich um einen Brand oder, wie im Fall Deutsche Oper, um einen Wasserschaden handelt. Da die Feuerwehr erstmal von einem Brand ausgehen musste, rückte sie mit vier Lösch- und zwei Führungsfahrzeugen sowie mit insgesamt 40 Mann aus.

Als klar war, dass es sich um einen Wasserschaden handelte, wurde das Personal reduziert. „Wir haben dann versucht zu retten, was noch zu retten ist“, sagte ein Mitarbeiter der Feuerwehr. Im Klartext: Die Feuerwehr pumpte so viel Wasser ab wie möglich.

„Das geht aber nur bis zu einem bestimmten Wasserniveau. Danach greifen die Pumpen nicht mehr.“ Dieses Niveau ist erreicht, wenn das Wasser nur noch knöcheltief steht. „Danach muss sich der Eigentümer um das restliche Wasser kümmern“, sagte der Mitarbeiter. In welcher Form und in welcher Höhe die Versicherung einspringt, ließ sich über die Weihnachtstage nicht klären.

Wasserschaden: Weitere Vorstellungen abgesagt
Mittlerweile ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung. Dabei muss eine Oper unter Wasser nicht immer ungewollt sein…
Tagesspiegel

Dass eine Sprinkleranlage so ganz ohne menschliches Zutun anspringt, glaube ich eher nicht. Zumindest eine Fehleinstellung muss vorgelegen sein. An Vandalismus glaube ich auch nicht so ganz, also eher menschliches Versagen als eine beabsichtigte Aktion. Es wird also spannend.

Verheerende Schäden richtete ein solcher Sprinklerdefekt erst vor wenigen Monaten in der Staatsoperette Dresden an. In diesem Fall war die Schuldfrage aber schnell klar. Bei einer Routineprüfung hatte ein externer Techniker vom TÜV versehentlich einen falschen Knopf gedrückt: Binnen Sekunden ergossen sich 16 000 Liter Wasser auf die Bühne. Davon hat sich die Staatsoperette bis heute nicht erholt, der Spielbetrieb kann voraussichtlich erst im Februar in vollem Umfang wieder aufgenommen werden.

Alternative: Auch mit Vorsicht zu genießen.

 

Zum Hausgebrauch (in jeder Firma hängt so ein Feuerlöscher – übrigens auch in der Online-Merker-Galerie) Unproblematisch sind die Löscher, die mit Pulver das Feuer ersticken sollen, auch nicht. Ich habe das einmal bei einem Kunden erlebt. Besagter Brand hätte leicht anders eingedämmt werden können, zum Beispiel mit einem simplen, wenn möglich feuchtem Handtuch. Doch Spaßvögel im Personal wollten endlich einmal einen Feuerlöscher ausprobieren , mit eben diesem wurde das Feuerchen „bekämpft“. Das war völlig idiotisch und mehr als Spielerei gedacht.

Die Folge: Ein Totalschaden, der Raum musste total evakuiert und später aufwendig renoviert, die Möbel weggeschmissen werden. Der Gestank im ganzen Haus war bestialisch. Überlegen Sie also gut, mit was Sie ein Feuer bekämpfen. Ich zum Beispiel hatte in der Firma (und nun immer noch), einen ständig  mit der Wasserleitung (Nebenstelle) verbundenen Schlauch liegen, der sich schon einmal bewährt hat.

Mailand: Mozart jubiliert weihnachtlich an der Mailänder Scala
Wer in Wien wohnt und das Glück hat regelmäßig Opernaufführungen der Wiener Staatsoper beizuwohnen, ist überwältigt, wenn er den prachtvollen Zuschauerraum des Teatro alla Scala betritt: Deutlich voluminöser, weist er mehr Sitzplätze (über 2000 ) auf, als das Haus am Ring – und statt der Ränge hat die Scala ausschließlich Logen, angeordnet in sechs Stockwerken, was dem Haus eine unvergleichliche Eleganz verleiht.
http://klassik-begeistert.de/wolfgang-amadeus-mozart-teatro-alla-scala-milano/

Wien/ Staatsoper/ „Die Zauberflöte“:  Hier bezaubern nur Stimmen, nicht Bilder
Charmanter Papageno und koloratursichere Königin der Nacht bei der „Zauberflöte“ in der Staatsoper
Die Presse

Wien/ Staatsballett in der Staatsoper: Mädchenträume, ganz aus Musik geboren
Im Haus am Ring demonstriert die Compagnie Manuel Legris‘ anhand von Rudolf Nurejews stimmungsvoller Umsetzung von Peter Iljitsch Tschaikowskys „Nussknacker“ ihren Rang. Natascha Mair brilliert als hochsensible Clara.
Die Presse

„Konzertgänger in Berlin“: Großkopfert: „Hänsel und Gretel“ an der Staatsoper Unter den Linden
Na endlich ist die Staatsoper Unter den Linden, nachdem sie schon im Oktober wiedereröffnet und gleich wieder zugemacht wurde, wirklich offen. Am ersten Weihnachtsfeiertag schaut der Konzertgänger sich die Neuinszenierung von Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel an, gemeinsam mit dem Konzertgängerkind – obwohl das nicht gern in Kinderopern geht, weil es in Kinderopern immer so laut ist.
https://hundert11.net/staatsoper-humperdinck/

DORTMUND: „EUGEN ONEGIN“: Tatjana als Liebingsspielzeug eines reichen Oligarchen
Zigarren rauchende Frauen – und das in Zeiten der Diskussion über das totale Rauchverbot. Copyright: Oper Dortmund

 Für Aufführungen seines „Eugen Onegin“ auf ein Libretto, das er selbst zusammen mit Konstantin Schilowski nach Puschkin erstellt hat, hielt Peter Iljitsch Tschaikowsky  „einen sparsamen Etat und eine kleine Bühne“ für ausreichend. Beides trifft nicht zu auf das Opernhaus Dortmund. Sehr sängerfreundlich wurde deshalb dort die riesige Bühne  für die „lyrischen Szenen“ verkleinert, indem darauf ein drehbarer Würfel gestellt war, der  in den ersten beiden Akten nach drei Seiten geschlossen war und nach vorne  einen grossen inneren holzgetäfelten Raum offen liess. (Bühne Jens Kilian) Dieser  diente dann im ersten Akt abwechselnd als Zimmer im Landgut, abgeerntetes Getreidefeld und Tatjanas Schlafzimmer, im zweiten als Ballsaal und Raum für das Duell. Im dritten Akt „sechsundzwanzig Jahre später“  – gemeint war heutige  Zeit – wurde der Würfel zu einer Art durchsichtigem, käfigartigem Glaspalast   mit ganz schmalem Zugang nach draussen. Dies zeigte, wie sich Tatjana als  Gremins ( mit markantem Baß  Luke Stoker) Luxusweibchen eingezwängt fühlte. Als solches räkelte sie sich dann zur Freude ihres dabei Sekt trinkenden Ehemanns  auf einem Luxus-Oldtimer –  Kenner sprachen von einem Ford-Mercury – dies beides  die Lieblingsspielzeuge des reichen Oligarchen…

Zum Bericht von Sigi Brockmann

Stichwort Zigarrenrauchen: Mich besucht in der Online-Galerie manchmal der Chef einer Künstlervereiningung – ein berüchtigter Zigarrenraucher. Er sagt, dass er zum Gedankenaustauch kommt, in Wahrheit will er seine Zigarren rauchen. Soll sein. Zu diesem Behufe habe ich eine extra starke Absauganlage, ausgerichtet für einen Lackierraum, der binnen Sekunden von Lackdämpfen befreit werden musste. Die Anlage funktioniert immer noch, binnen weniger Sekunden vergisst man, dass an dieser Stelle noch vor kürzester Zeit eine schwere „Havanna“ gepafft wurde.

Warum lässt sich das nicht in Restaurants einbauen? Nun, der Lärm ist beträchtlich, sämtliche Türen müssen geschlossen sein, weil sie sonst durch den Luftzug zuknallen. Und Damenhütchen sind auch nicht sicher, die machen sich schon mal selbständig. Ganz peinlich wird es bei Toupet-Trägern – aber das können Sie sich ja vorstellen. Wenn Sie nächstens zu mir kommen, probieren wir das mal aus (aber nicht den Feuerlöscher!)

TV / Film: Opulentes TV-Spektakel „Maria Theresia“ startet heute
Robert Dornhelms prominent besetzter Event-Zweiteiler „Maria Theresia“ soll vor allem unterhalten (Mi./Do., 20.15)

Der Event-Zweiteiler über deren junge Jahre, der am Mittwoch und Donnerstag jeweils um 20.15 Uhr in ORF2 zu sehen ist, soll aber keine Geschichtslehrstunde sein. „Es ist eine Liebesgeschichte. Ich wollte einen lustigen und amüsanten Unterhaltungsfilm machen“, so Dornhelm.
Kurier

Der doppelte Kottan: Schauspieler Franz Buchrieser wurde 80
Franz Buchrieser. Foto: TMD

Wien (APA) – Ein Frühstarter im Schauspielmetier war Franz Buchrieser nicht: Den Beruf brachte er sich selbst bei, seine erste größere Rolle nahm er erst mit 39 Jahren an. Und doch schrieb der gebürtige Grazer als zweiter Kottan im ORF-Kultformat „Kottan ermittelt“ Fernsehgeschichte. Am Stefanitag feierte Buchrieser nun seinen 80. Geburtstag.

Filme der Woche:
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Keine Frage – wohlhabende alte Herrschaften, die sich in noble Seniorenresidenzen einkaufen, werden sich dort wohlfühlen und auch mit Respekt behandelt werden (sie zahlen ja). Alte Leute, die (meist von ihren Kindern) in Altersheime zweiter Klasse abgeschoben werden, haben da schon mehr Grund zur Beschwerde – nicht zuletzt für die andauernde Verletzung ihrer Menschenwürde, wenn man sie wie im Kindergarten reglementiert.

Das ist das Ausgangspunkt von „Alte Jungs“ des Luxemburgischen Drehbuchautors / Regisseurs Andy Bausch. Allerdings leidet auch dieser Film unter Werbesprüchen, die ihn als weit lustiger und schaumgebremster darstellen, als er ist – und auch vom Filmemacher gemeint ist. Aber wie will man etwas, das letztendlich Alltagstragödien abbildet, schon verkaufen? Zumal, wenn die „alten Jungs“ nicht im Leben Robert De Niro oder Morgan Freeman heißen, die mit (verlogenen) Filmen dieser Art so viel Erfolg haben?

Andy Baum nimmt die Geschichte ernst: Das Altersheim, das er zeigt, ist nicht gemütlich, auch wenn gleich zu Beginn das Faktotum Nuckes (der wunderbare Bühnenschauspieler André Jung ist tatsächlich das einzige Gesicht, das man hier kennt) eine eindeutige Dame bei der Tür hereinlässt und voraus bezahlt – sie wäre als Geburtstagsgeschenk für einen der alten Herren gedacht, aber die überhebliche junge Direktrice des Unternehmens, die so gerne alle herunterputzt, hat dafür gar kein Verständnis…

Haben Sie einen schönen Tag! Ich bin heute wieder ein paar Lebensweisheiten (Feuerlöscher, Absauganlage) losgeworden.

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/27-dezember-2017


26. DEZEMBER 2017 – Zweiter Weihnachtsfeiertag

by ac | 26. Dezember 2017 08:21

Wien/ Theater an der Wien: Teodor Currentzis wollte mit eigenem Orchester anrücken. Foto: Youtube

Nun kommen Details über den Deal rund um die künftige (ab 2022) Direktion des Theaters an der Wien zutage. Bemerkenswert daran ist, dass der derzeitige Direktor offenbar fest in die Verhandlungen eingebunden war (an sich ein völlig unüblicher Vorgang) und nun zu plaudern beginnt. Ob das im Sinne der Entscheidungsträger liegt, vermag ich nicht zu sagen, Stillschweigen ist in solch einem Fall der übliche Vorgang. Aber Wien ist eben anders – und das Theater an der Wien ist keine Angelegenheit des Bundes, sondern der Stadt Wien.


Roland Geyer hängt wegen Herheim noch zwei Saisonen an. Bildquelle: APA/Hans Punz

Auch Geyers Bereitschaft, noch zwei Jahre anzuhängen,  ist bemerkenswert, weil Roland Geyer seinen offenbar freiwilligen Abgang mit der Suche nach einer neuen Herausforderung begründet hat. Diese neue Herausforderung dürfte also offenbar noch nicht an ihn herangetragen worden sein – oder sie ist an ihm bereits vorbeigezogen. Für die Übernahme der Staatsoper galt er als einer der aussichtsreichsten Kandidaten. Ich schreibe bewusst „Kandidat“, weil beworben soll er sich dem Vernehmen nach nicht haben. Nun, wie dem auch sei, Herr Geyer ist nun zwei Jahre später für eine neue Herausforderung frei und ist dann vielleicht schon am Ende seiner „besten Jahre“.

Auszug aus dem Geyer-Interview: Insofern unterstütze er die Wahl eines Künstlerintendanten nach dem Intendantenmanager Geyer: „Bei der Frage, ob man einen Dirigenten oder einen Regisseur nimmt, muss man allerdings sagen, dass das Theater an der Wien natürlich ein besserer Nährboden für einen Regisseur ist.“ Ein Dirigent habe im TaW ohne eigenes Orchester keinen wirklichen Einfluss auf die Klangkörper. Mit dem greco-russischen Dirigenten Teodor Currentzis, mit dem ebenfalls verhandelt wurde, sei er befreundet und hoffe, ihn als Dirigent bald ans Theater holen zu können. „Aber ich glaube, dass seine Wünsche der Ausrichtung so extrem waren, dass das dieses Haus nicht geschafft hätte.“ Die Idee, das Currentzis-Orchester MusicAeterna ans Haus zu holen, wäre ein finanzieller Brocken gewesen, der nicht zu stemmen gewesen sei…

Jetzt wissen wir also, was hinter doch nicht so ganz verschlossenen Türen verhandelt wurde. Damit wird auch verständlich, warum Bogdan Roscic, der Teodor Currentzis auffallend oft genannt hat, letztlich bei Philippe Jordan ankerte. Die Philharmoniker durch „Music Aeterna“ zu ersetzen wäre zwar ohnedies schon aus Gründen der Tradition nicht möglich gewesen, aber Currentzis hätte seine Truppe sicher so oft als möglich „reinzupressen“ versucht. Dieses Vorhaben wäre sicher mit Konflikten verbunden gewesen und Roscic ist ja alles andere als blöd.

Heinrich Schramm-Schiessl kommentiert das „System Currentzis“ wie folgt:

Das Engagement von Currentzis und die damit einhergehende Orchesterfrage hätte nicht nur zu Konflikten der Orchester untereinander geführt, sondern wäre auch eine enorme finanzielle Belastung gewesen. Denn wenn das „Currentzis-Orchester“ gespielt hätte, hätte man das Staatsopernorchester, dessen Mitglieder ja keine Abendgagen beziehen sondern einen Monatsgehalt erhalten (zu dem auch noch die ganzen Lohnnebenkosten kommen), trotzdem bezahlen müssen. Das passiert ja schon heute, wenn Herr Meyer für seine Händel- und Gluck-Produktionen die sogenannten Spezialensembles – die bei Gluck eigentlich unnötig sind– engagiert. Er kann das allerdings damit rechtfertigen, dass er die dann die im „Rest“-Staatsopernorchester einzusetzenden Substitute – in der Regel pensionierte Mitglieder des Orchesters – auch nicht extra zahlen müsste.

DEUTSCHE OPER BERLIN: VORSTELLUNGSABSAGEN AUCH AM 26. und 27.vm

Da durch den Wasserschaden auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin sowohl die Beleuchtungstechnik als auch die Kommunikations- und Datentechnik in Mitleidenschaft gezogen wurden, müssen die Vorstellungen von „Der Barbier von Sevilla“ am 26. Dezember sowie der „Ballettschule am Staatsballett“ am 27. Dezember um 11 Uhr abgesagt werden. Ob und in welcher Form die weiteren Vorstellungen stattfinden, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt leider nur kurzfristig entschieden werden – wir informieren täglich auf unserer Website www.deutscheoperberlin.de.

Glück im Unglück: durch den Wasserschaden wurden keine Bühnendekorationen beschädigt!

Bayerische Staatsoper: Die Streams sind technisch Spitze!

Die Vorstellung der neuen Produktion „Il Trittico“ wurde am Vorweihnachtsaben gestreamt. Eine Besprechung dieser Vorstellung, vor der Pavol Bresliks Stimme den Dienst verweigerte,  liegt auch vor.

IL TRITTICO an der Bayerischen Staatsoper/ 23.12.

Für mich war es insoferne eine Premiere, als ich das erste Mal erlebte, dass ein Sänger nur mimte und vom Bühnenrand seine (Ersatz)Stimme ertönte. Dieser Vorgang ist wegen der immer schwieriger werdenden Inszenierungen derzeit gar nicht selten, trotzdem war er für mich neu. Ich bin kurz nach Beginn von Gianni Schicchi eingestiegen, habe deswegen die Ansage nicht gehört – und eigentlich lange nichts bemerkt. Das ist als großes Kompliment zu werten,  denn das muss für den, der bloß mimt, furchtbar schwierig sein.

Nepotismus?

Ein etwas überschwängliches Bravo evoziert oft ein Buh. Durch die Hymnen auf Klaus Florian Vogts Berliner „Lohengrin“ (Deutsche Oper) entbrannte in unserem Forum eine Diskussion über eine andere Vorstellung, an der Herr Vogt gemeinsam mit seiner Ehefrau in einem Operettenkonzert zu hören und zu sehen war.  Angeblich war er zu hören und zu sehen, seine Bühnen- und Ehepartnerin nur zu sehen.

Berlin/Deutsche Oper: Klaus Florian Vogt in der Deutschen Oper
Es könnte alles ganz anders sein
Ein piefiger Abend: Wagner-Tenor Klaus Florian Vogt versucht sich in der Deutschen Oper vergeblich an der Operette.
Tagesspiegel

Und da wären wir schon bei einem anderen Sängerpaar, dem Nepotismus vorgeworfen wurde, der allerdings durch eine mehr als achtbare Leistung des „zu fördernden Teils“ des Gespanns weitestgehend abgemildert wurde.

Anna Netrebko: Küsse auf der Bühne sind echt
Sopranistin Anna Netrebko verrät in einem Interview intime Details über ihr Privatleben:

„Unsere Küsse sind echt“, verrät Eyvazov gegenüber dem Blatt. Kennengelernt haben sich die beiden vor vier Jahren. Und Netrebko soll sogar den ersten Schritt gemacht haben. „Ich habe natürlich gemerkt, dass da ein gewisses Interesse war. Andernfalls hätte ich es nie gewagt, auf Anna zuzugehen“, so Eyvazov.

Weihnachten verbringen die beiden gemeinsam mit der Familie und Freunden, Anna kocht. „Zu Weihnachten gibt es etwas vom Schwein aus dem Ofen. Ich nehme Rezepte von Anderen und kombiniere daraus etwas Eigenes.“, verrät die Opernsängerin

Heute.at

Intime Details? Dass es zu Weihnachten „Schwein aus dem Ofen“ gibt – ist das intim? Da verspricht wieder die  Überschrift – zumindest der Untertitel – mehr, als der Artikel zu halten vermag.

Musikblogothek:
Die großen Unterschiede – Ernste Musik verkommt mehr und mehr zur Kuschelklassik
Ernste Musik verkommt mehr und mehr zur Kuschelklassik, kritisiert Berthold Seliger in seinem aktuellen Buch „Klassikkampf“.
Wiener Zeitung

HEUTE START: 70 JAHRE KONZERTDIREKTION SCHMIDTKE GmbH. Mit „DIE CSARDASFÜRSTIN“ durch Deutschland (26.12.2017 bis 10.2.2018)

fgt

Die Operette unterwegs durch Deutschland (aktuelle Produktion: „Die Csardasfürstin“

1948 hat Erich Schmidkte die Agentur gegründet, unter der Bezeichnung „Mozartoper Salzburg“. Von Operette war damals noch nicht viel die Rede, die Agentur spielte „Große Oper“. Erich Schmidtke lernte während des Krieges, wo er für Fronttheater zuständig war und mithalf, das Leben der Soldaten in diesem unseligen Krieg erträglicher zu gestalten, viele UFA-Stars und auch berühmte Opernsänger kennen und nützte diese Kontakte später für die Agentur. Ein Höhepunkt war wohl der Auftritt des Tenorstars Benjamino Gigli in Kassel, wozu dieser im Salonwagen angereist kam.

Erich Schmidtke starb 1995 während einer Tournee, ein „starker Abgang“ für einen Theatermenschen. „Die Fledermaus“ stand an Schmidtkes Sterbetag auf dem Programm, mit Evelyn Lennert als Rosalinde. Evelyne Lennert war seit 1989 Frau Schmidtke-Lennert – und hat die „Rosalinde“ auch an diesem Abend gespielt und gesungen. Ab dem Todestag übernahm sie das Kommando und führt die Operettenbühne nun zum 70er-Jubiläum…

Mehr und den gesamten Tourneeplan finden Sie in unseren heutigen Infos des Tages. Mit Evelyn Lennert verbindet mich eine jahrelange Freundschaft, so war ich auch bei der in Wien angesetzten Generalprobe dabei. Wer Operette „vom alten Schlag“ liebt, wird bestens bedient.

Die nächsten Auftritte bis zum Jahreswechsel. „Die Csardasfürstin in 

26.12.17    Erding    19:00    Stadthalle   Karten/ Mehr Info

27.12.17    Garmisch-Partenkirchen    19:30    Festsaal Werdenfels   Karten/ Mehr Info

28.12.17    Bad Nauheim    19:30    Jugendstil – Theater   Karten/ Mehr Info

29.12.17    Paderborn    19:30    Paderhalle   Karten/ Mehr Info

30.12.17    Recklinghausen    15:00     Ruhrfestspielhaus    Karten/ Mehr Info

30.12.17    Recklinghausen    19:00    Ruhrfestspielhaus     Karten/ Mehr Info

31.12.17    RüŸsselsheim    18:00    Theater     Karten/ Mehr Info

Bis in den Februar hinein tourt die Truppe mit der „Csardasfürstin durch ganz Deutschland. Tourneeplan in unseren Tagesinfos

Wien/ Albertina: Luxusschmuck à la Venezia – gezeigt 2007

Die Ausstellung war bereits 2007, der Hinweis darauf soll nur dokumentieren, dass es sich bei Nardi-Schmuck um Kunstwerke handelt. Eines dieser Kunstwerke wurde dieser Tage in London als „Symbol des Rassismus“ bezeichnet.

Erstmals in der Wiener Albertina zu sehen – Kostbarer Schmuck des italienischen Juweliers Giulio Nardi
http://derstandard.at/2664017/Luxusschmuck-a-la-Venezia
The original Nardi Moretto
http://www.nardi-venezia.com/en/dettaglio-categoria-gioielli-46

Fürstin Gracia Patrizia mit Nardi-Schmuck. Wegen so einer Brosche gibt es in London einen „Rassismus-Skandal

Markenzeichen von Nardi ist der Mohrenkopf, der nicht als Diskriminierung von irgendwem gedacht ist, sondern Shakespeares Mohren von Venedig  (Othello) als Inspirationsquelle hat.

Und jetzt hat’s sogar eines der ältesten, sehr bekannten Schmuckstücke auf die „Watchlist“ geschafft. Seit dem 18. Jahrhundert ist der gute alte „Moretto“ das Aushängeschild der sehr berühmten venezianischen Juwliersfamile Nardi. Und der liebe (und wahrscheinlich extrem wertvolle) venezianische Mohr hat eigentlich nur mit Shakespeare und seinem Othello zu tun. Allerdings ist es ja heute auch schon recht problematisch einen „Othello“ in einem Opernhaus zu bringen, selbes Thema!

Vergleichen Sie bitte:

Rassismusdebatte um Meghan Markle: Die Prinzessin und die Brosche
Eine Cousine der Queen hat eine Brosche mit offenbar rassistischem Motiv getragen. Und das ausgerechnet anlässlich eines Besuchs bei Prinz Harry und Meghan Markle – deren Mutter dunkelhäutig ist.
Der Spiegel

Die Schauspielerin Jane Birkin zur Sexismus-Diskussion:
Jane Birkin

Auszug aus dem „Kurier“: Die Filmschauspielerin Jane Birkin (71, „Tod auf dem Nil“) sieht in ihrer Wahlheimat Frankreich einen gewaltigen Nachholbedarf, was den Umgang mit Frauen angeht. „Ich glaube, in Frankreich sind wir, was das Thema der sexuellen Belästigung betrifft, 20 Jahre hinterher“, sagte die Britin in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“).

Auf die Frage, ob die in Hollywood losgetretene Debatte in Frankreich viel bewegt habe, sagte der Filmstar: „Ehrlich gesagt nein. Wenig.“ Es sei „einfach nicht in der französischen Mentalität, den Leuten öffentlich den Prozess zu machen“, sagte Birkin. „Man regelt das anders. Und so großartig ich es finde, dass all die Frauen, die bedroht, angefasst, gedemütigt wurden, sich äußern, so sicher bin ich mir auch, dass ein paar Unschuldige unters Messer kommen werden.“

So sei es immer mit Revolutionen: „Man will, dass die Dinge sich ändern, und denkt sich trotzdem: Mist, hoffentlich geht es nicht zu weit.

KURIER

Vatikan: Femen-Aktivistin klettert in die Weihnachtskrippe
Barbusige Aktivistin in der Vatikan-Weihnachtskrippe

Die Aktivistin wurde vor dem „Urbi et Orbi“-Segen festgenommen.
Kurier

Genießen Sie den zweiten Weihnachtsfeiertag

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/26-dezember-2017-zweiter-weihnachtsfeiertag


25. DEZEMBER 2017 – Erster Weihnachtsfeiertag

by ac | 25. Dezember 2017 08:04

„Mythos-Bier“. Weihnachten ist mit Mythen behaftet (das Bier gehört nicht dazu). Erfahren Sie „Die Wahrheit über Weihnachten“

Heiligabend ist vorbei – ein paar Legenden halten sich hartnäckig. Zeit, damit aufzuräumen: War der Stern von Bethlehem ein Komet? Ist das Christkind katholisch? Und warum gibt’s schon wieder keinen Schnee? Die Wahrheit über Weihnachtsmythen.

„Der Spiegel“ und „Die Wahrheit über Weihnachten“

Deutsche Oper Berlin: HEUTE VORSTELLUNGSABSAGE
Sprinkleranlagen sind kleine Multifunktionstalente: im Erstfall erkennen sie einen Brand, beginnen unverzüglich mit den Löschmaßnahmen und alarmieren die Feuerwehr

Aufgrund eines technischen Defekts der Sprinkleranlage wurde die Bühne der Deutschen Oper Berlin unter Wasser gesetzt. Die Vorstellungen des „Nussknackers“ am 25. Dezember müssen deshalb bedauerlicherweise abgesagt werden. Ob die Vorstellungen vom 26. bis 31. Dezember stattfinden können – und wenn, in welcher Form – kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, wir halten Sie darüber auf unserer Website www.deutscheoperberlin.de auf dem laufenden. Der Vorverkauf für die Tage bis Silvester wird einstweilen ausgesetzt.

Für dringende Fragen erreichen Sie den telefonischen Kartenservice der Deutschen Oper Berlin ab 25.12. um 11 Uhr unter 030-34384 343.

Diese Sprinkleranlagen haben schon sehr viel Schaden angerichtet, sie sind aber eine verpflichtende Brandschutzmaßnahme. Es scheint wohl klar, dass das Problem bei der Branderkennung liegt. Der Schaden, den sie anrichten, ist riesig. Gegen Feuer kann man sich igendwie noch wehren, gegen Wasser hat man keine Chance!

THEMA „ZUGABEN“: Musik schenkt man Königen und dem Publikum

Ein kleiner Versuch über die musikalische Zugabe, die in früheren Zeiten meist üppiger ausfiel als heutzutage – und gern auch mitten in einem Konzert gewährt wurde. Nicht nur zu Neujahr.

Die Presse

Strasbourg: „FRANCESCA DA RIMINI“ – 23.12.2017

Une production exceptionelle !
Saioa Hernández (Francesca), Marcelo Puente (Paolo). Copyright: Klara Beck

Le Opéra national du Rhin servierte zum Jahresabschluss eine höchst selten szenisch aufgeführte Oper des Verismo, jedoch bevor ich meine Rezension beginne noch einige Zeilen zum Werk: Eine Episode aus Dantes „Göttlicher Komödie“ fächerte Gabriele d´Annunzio zum dramatischen Schauspiel auf, um seiner Lebensgefährtin der Actrice Elonora Duse eine Freude zu bereiten. Der Komponist Francesco Zandonai schuf zu dem blutigen Drama „Francesca da Rimini“ eine Partitur voll veristischer Explosivität. Uraufgeführt wurde das Werk 1914 in Turin. Kurz zum Inhalt der leider selten aufgeführten Oper: Aus politischen Interessen soll Francesca mit Gianciotto dem Sohn Malatestas aus dem Hause der Polentani vermählt werden. Der Auserwählte ist jedoch missgestaltet und sendet seinen Bruder den Beau Paolo als Brautwerber, er tritt Francesca gegenüber, beide verlieben sich und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Auch der dritte Bruder Malestino liebt die Schöne wird jedoch zurück gewiesen. Der Verschmähte rächt sich, erzählt dem Missgestalteten von der Liaison des Liebespaares, beide werden vom gehörnten Ehemann überrascht und in einem Schwertstreich erstochen…

Zum Bericht von Gerhard Hoffmann

Wuppertal: HÄNSEL UND GRETEL – am 23.12.
Foto aus Wikipedia

 Die Konjunktur von  „Hänsel und Gretel“ in der Weihnachtszeit ist nicht unbedingt logisch, hat aber nun einmal Tradition. Natürlich wäre es mutiger, etwa Menottis „Amahl“ zu spielen (wie jüngst in Graz) oder die „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens, vor kurzem als Musical in Oberhausen, wo vor langer Zeit auch eine Oper mit diesem Stoff aufgeführt wurde. Wie auch immer: im auslaufenden Jahr 2017 wird die Humperdinck-Oper u.a. an drei Bühnen gespielt, wo namentlich prominente Regisseure das Sagen hatten. Brigitte Fassbaender modernisierte in Braunschweig, Achim Freyer machte an der Berliner Staatsoper aus dem Werk einen „traumhaften Elfenzirkus“, wie in einer maßgeblichen Rezension zu lesen war. Auch die nur halbfertig gewordene Stuttgarter Arbeit von Kirill Serebrennikow machte Schlagzeilen.

Das dürfte im Falle der Wuppertaler  Arbeit von DENIS KRIEF  wohl nicht passieren, ungeachtet bemerkenswerter Arbeiten von ihm, beginnend mit dem „Benvenuto Cellini“ von Berlioz 1993 an der Pariser Opéra Bastille. Doch fand die Aufführung auch noch am Tag vor Heilig Abend (Ausweichtermin für den durch Winterwetter torpedierten Premierenbesuch) beim Publikum großen Anklang. Es gab sogar Bravorufe, wie sie in einer Repertoireaufführung eher selten vorkommen. Der besuchte Abend besaß auch einen besonderen Erinnerungswert, denn exakt an diesem Tag wurde 1893 am Hoftheater Weimar unter der Leitung von Richard Strauss das Werk aus der Taufe gehoben…

Zum Bericht von Christoph Zimmermann

Berlin/ Pierre Boulez Saal: Marta Argerich und Daniel Barenboim: „Weihnachtsbaum“ am 23.12.
Vierhändig. Daniel Barenboim und Martha Argerich. Foto: Peter Adamik

„Weihnachtsbaum“ heißt das Konzert einen Tag vor Heiligabend im schönen Pierre Boulez Saal, und den schmücken vierhändig Martha Argerich und Daniel Barenboim für die in Scharen herbeiströmenden Fans. Vielleicht wollen einige auch nicht bis zu den FESTTAGEN 2018 warten, bei denen die beiden wie seit einigen Jahren erneut als Duo auftreten.

Namensgeber  an diesem Abend ist Franz Liszt mit seiner Sammlung „Weihnachtsbaum“ S 613, fertig gestellt nach längerer Schaffenspause 1874 als 62Jähriger…

Zum Bericht von Ursula Wiegand

BADEN BADEN:  Romeo und Julia (Ballett). Eine Orgie aus Schönheit, Tragik und totaler Überwältigung – 22. Dezember 2017


Copyright: Mariinski-Ballett/ Razhina

Mariinsky Ballett im Festspielhaus Baden-Baden: Sie tränken den Raum mit Gefühl…  Selbst wer kein Ballett mögen sollte, dürfte diesen Abend lieben … lieben, lieben, lieben!

Alleine schon die Musik ist vom Feinsten. “Das ist große Oper, aber doch keine Ballettmusik”, sagten Zeitgenossen über Sergei Prokofjews Komposition. Tänzer wollten es nicht tanzen und lange Zeit wollte es kein russisches Haus auf die Bühne bringen…
Zum Bericht von Sebastian Koik (klassik-begeistert)

Sexuelle Übergriffe: Dirigent Dutoit weist Vorwürfe zurück
Charles Dutoit reagierte geschockt auf die Vorwürfe, er habe Musikerinnen bedrängt.

Nach Bekanntgabe der Vorwürfe waren mehrere internationale Auftritte des Schweizers abgesagt worden. Er soll Sängerinnen und eine klassische Musikerin in US-Städten zwischen 1985 und 2010 bedrängt haben, zum Beispiel in einem Ankleideraum und in einem Fahrstuhl.

Dutoit ist Chefdirigent am Royal Philharmonic Orchestra in London. Dort wurde er sofort von allen Konzertverpflichtungen entbunden. Die Vorwürfe müssten rasch geklärt werden, hieß es.

Hamburger Abendblatt

Jetzt will er mit rechtlichen Mitteln gegen die Vorwürfe ankämpfen. Sein Wort steht aber gegen das von mehreren Frauen, die in keinem Zusammenhang zueinander stehen.

Das wird schwierig, Herr Dutoit! Mit 81 können Sie auf eine schöne Karriere zurückblicken – und sich zurückziehen (Normalsterbliche gehen in Rente oder Pension, ein Promi zieht sich ganz einfach zurück).

TV-Filmhit „Sissi“ 2017: Die TV-Sendetermine zu Weihnachten und Neujahr
Der Filmhit „Sissi“ mit Romy Schneider in der Titelrolle erzählt die Geschichte der österreichischen Kaiserin Elisabeth. Wann läuft der Kult-Film 2017 im TV?
Augsburger Allgemeine

Der erste Sechsfach-Jackpot in der Geschichte des österreichischen Lottos wurde geknackt.

Für einen Spieler aus der Steiermark und einen Spieler aus Niederösterreich bedeutet das ein Weihnachtsgeschenk von über 6,1 Millionen Euro. Beide Gewinner kamen laut Österreichischen Lotterien  mit Quick-Tipp zum Erfolg. Insgesamt gab es 17,9 Millionen Tipps, ein Rekord für das heurige Jahr. Die Lotterien hatten ursprünglich mit etwa 11 Millionen Euro für den Sechser gerechnet.

Lotto: 7  8  14  33  38  40   Zusatzzahl 2

Diese Zahlen wären es gewesen – mit denen Sie ausgesorgt gehabt hätten. Wir kennen die Glückszahlen nun nun, aber leider zu spät. Ich habe noch nie Lotto gespielt, meine Frau hat es diesmal versucht – einen Einser hat sie gemacht!

Trösten wir uns also damit, dass Geld allein nicht glücklich macht!

Einen schönen Feiertag wünscht

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/25-dezember-2017-erster-weihnachtsfeiertag


24. DEZEMBER 2017 (Heiliger Abend)

by ac | 24. Dezember 2017 08:22

 

Esskultur – aber in Litauen

Keine Sorge, liebe Hausfrauen und Hausmänner, liebe Köchinnen und Köche. Obige Empehlung stammt aus Litauen. In meinem Haushalt steht heute Weihnachtskarpfen bzw. auch Scholle auf dem Tisch. Köchinnen und Köche wollen auch Weihnachten ohne größeren Stress feiern. Soweit das eben möglich ist!

Ich wünsche allen Lesern und Mitarbeitern einen schönen und geruhsamen Heiligen Abend!

A.C

Der „Konzertgänger in Berlin“ (Albrecht Selge) bietet Ihnen sogar „das schönste Weihnachtsoratorium“ im Video an.
Jauchzet, frohlocket
Schönstes Weihnachtsoratorium ever. Frohes Fest allen Lesern und SDG!
https://hundert11.net/jauchzet-frohlocket/

DEUTSCHE  OPER BERLIN: VORSTELLUNGSABSAGE AM 25.12.

aufgrund eines technischen Defekts der Sprinkleranlage wurde die Bühne der Deutschen Oper Berlin unter Wasser gesetzt. Die Vorstellungen des „Nussknackers“ am 25. Dezember müssen deshalb bedauerlicherweise abgesagt werden. Ob die Vorstellungen vom 26. bis 31. Dezember stattfinden können – und wenn, in welcher Form – kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, wir halten Sie darüber auf unserer Website www.deutscheoperberlin.de auf dem laufenden. Der Vorverkauf für die Tage bis Silvester wird einstweilen ausgesetzt.

Für dringende Fragen erreichen Sie den telefonischen Kartenservice der Deutschen Oper Berlin ab 25.12. um 11 Uhr unter 030-34384 343.

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Heute haben die Opernhäuser weitestgehend (oder allumfassend?) geschlossen. Kritiken vom 22.12. können wir Ihnen aber dennoch anbieten:

Wiener Staatsoper: DIE ZAUBERFLÖTE mit Hila Fahima als „Königin der Nacht“ und  Thomas Tatzl als „Papageno“ – 22.12.2017
Ileana Tonca (Papagena) und Thomas Tatzl (Papageno). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wolfgang Amadeus Mozart’s „Zauberflöte“ lockt auch junge Menschen in die Staatsoper – und kulturaffine Touristen, die ein Adventwochenende in Wien nicht nur mit Punch und Vanille-Kipferl verbringen wollen. An der Abendkassa prangte prompt die Tafel „ausverkauft“ und am Ende erlebte man großen Jubel – wie bei einem Pop-Konzert.
Hila Fahima (Königin der Nacht). Copyright: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

Immerhin gab es – neben einer hochkarätigen Standard-Besetzung – eine neue Königin der Nacht und einen Papageno, der mit dieser Partie an der Staatsoper überhaupt debütierte: Hila Fahima funkelte souverän mit den gefürchteten Spitzentönen und der Steirer Thomas Tatzl brillierte in der Rolle, die Emanuel Schikaeder für sich selbst geschriebenen hat – im Porträt  des „Vogelfängers“  – mit   einer ungewöhnlichen Mischung aus Naturbursche und Charmeur…

Zum Bericht von Peter Dusek

Opernhaus Zürich: LA FILLE DU RÉGIMENT– Konzertante Aufführung 22.12. 2017

Konzertant – ein ungetrübtes Vergnügen…  
Speranza Scapucci (Dirigentin), René Barbera, Sabine Devieilhe. Copyright: Opernhaus Zürich

Gerade die komische Oper «La Fille du Régiment» als konzertante Aufführung anzubieten – etwas merkwürdig schien das schon. Offenbar war man auf der Direktions-Étage Javier Camarena entgegengekommen, der den Tonio konzertant singen wollte. Dass aber gerade er aus gesundheitlichen Gründen die Waffen strecken musste, war zuerst mal eine grosse Enttäuschung. Aber sie wurde mehr als durch den «Ersatz» aufgewogen, der in dem in Zürich am Opernhaus debütierenden René Barbera gefunden wurde. Der junge Sänger, der schon auf einen beachtlichen Leistungsausweis seiner ein paar Jahre dauernden Karriere zurückblicken kann, hat die in ihn gesetzten Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern auch weit übertroffen…

Zum Bericht von John H. Mueller

Aachen: LA TRAVIATA – Neuinszenierung (Vorstellung vom 22.12.2017)

Die Projektion eines gestirnten Himmels lässt sogleich ahnen, dass die neue Aachener „Traviata“ nicht aus einem erzählerisch konkreten Blickwinkel geboten wird. Unterstrichen wird das dann durch das Bühnenbild von ELISABETH PEDROSS: ein nacktes helles Bodenrund, nach vorne geschrägt, gelegentlich in Drehbewegung gesetzt. Außerdem sticht sogleich eine kompakte, düstere Figur ins Auge, welche man anfangs als Germont père deutet. Aber der reale Darsteller dieser Partie ist ein hochgewachsener, schlanker Mann. Fotos im Programmheft klären schließlich auf. Es handelt sich um Doktor Grenvil. Er steht Violetta durch seine medizinische Kunst nahe (möglicherweise auch durch persönliche Bonhomie) und wird von der Regisseurin EWA TEILMANS als Mahnfigur immer wieder auf die Bühne geschickt. Vielleicht auch eine Art Todesgott, wie sie vor dem letzten Bild in den Sternenhimmel eingeblendet wird…

...Verdi über alles, wirklich. Aber „Traviata“ enthält auch Längen, (vor allem szenisch) gefährliche Längen, um es mit Straussens „Ariadne“ auszudrücken (so diverse Cabalettas, zumal die von Germont père). Trotz ihrer musikalischen Wertigkeit gilt also die „Ariadne“-Empfehlung: man lässt sie (besser) weg.

Zum Bericht von Christoph Zimmermann

Krefeld: HAMLET von Ambroise Thomas  am 22.12.2017

Der Thron schwebt über der Szene. Unter ihm kauern Lemuren, weisen mit ausgestreckten Armen auf den Sessel, kriechen auf einen undefinierbaren Gegenstand im Zwielicht zu. Sobald der erste zuschnappt, erkennen wir: Es ist eine Krone. Wie mit einer Waffe hält der schwarze Mensch die Menge mit dem Reif in Schach. Fanfaren. Ein Königsmantel. Eine Frau, die mit hartem Griff in Besitz genommen wird. Der Thron gleitet herab, der Hof von Dänemark feiert sein neues Königspaar…

Zum Bericht von Werner Häußner

Mazedonien: Opernsängerin Durlovski erlebt Drama in mazedonischer Heimat
Ana und Igor Durlovsky. Der Bassist sitzt in Haft!

Mit Dramen auf Opernbühnen kennt sich die mehrfach ausgezeichnete Sängerin Ana Durlovski aus – doch nun ist die politische Wirklichkeit in Mazedonien ihre persönliche Tragödie. Am Rande eines Gastauftritts in Stuttgart beklagt die 39-Jährige offen Repressionen gegen Andersdenkende in ihrer Heimat.
Salzburger Nachrichten

Das Vergehen von Igor Durlovsky dürfte darin gelegen haben, dass er „den Mund zu weiter aufgemacht“ hat. Das meint auch seine Gattin: „Vielleicht haben wir uns wegen unserer Jahre im Westen zu sehr schon in Freiheitsgedanken sicher geglaubt und den Mund zu weit aufgemacht.“

Jetzt habe ich natürlich nachgeforscht, welch böse Regierung in Mazedonien am Werken ist: Seit Mai regieren die Sozialdemokraten unter Zoran Zaev in einer Koalition mit Parteien der albanischen Minderheit.

Mecklenburg/Vorpommern/Theater Stralsund: Theaterfusion „auf Eis gelegt“, dennoch sind große Vorhaben möglich

Soweit mir aus mehreren Besuchen ist Stralsund (eine herrliche Altstadt – mit Stadtmauer und altem Pförtnerhaus!) bekannt ist, gab es dort immer eine enge Zusammenarbeit der Theater Stralsund, Greifswald, Putbus. Was man nun als „Fusion“ versteht, ist für mich nicht leicht verständlich. Aber die „Frankfurter Allgemeine“ berichtet über ein gelungenes Projekt in Stralsund, nämlich über die deutschsprachige Erstaufführung von Andre Previns „Endstation Sehnsucht“:

Um nicht schon wieder sofort bei den Problemen anzufangen, sondern auch einmal das Gelingen zu würdigen, beginnen wir mit einer überzeugenden Operninszenierung: Widersinnig, aufreizend, geradezu pervers ist die gute Laune von Stella Kowalski mit ihren glücksglucksenden Räkel-Vokalisen, die sie beim Ankleiden zwischen Ehebett und Kombi-Herd aus ihrem biegsamen Körper entlässt…

Theaterfusion Mecklenburg : Sehnsucht ist hier keine Endstation
Die Pläne zur Fusion der Theater in Ost-Mecklenburg und in Vorpommern sind jäh auf Eis gelegt worden. Probleme schiebt man damit zwar vor sich her, doch große Vorhaben schließt das nicht aus.
Frankfurter Allgemeine

Der Theaterkritiker Alfred Kerr: Vom Drang, Stellung zu nehmen


Alfred Kerr
(1932). Geboren v0r 150 Jahren, am 25.12.1867

Auszug aus dem „Tagesspiegel“: Als Carl Zuckmayers Lustspiel „Der fröhliche Weinberg“ 1925 in Berlin uraufgeführt wurde, saß auch Alfred Kerr (1867-1948) im Theater am Schiffbauerdamm. In seiner Nähe hatte die Mutter des Autors ihren Platz. „Kerr hat zweimal gelächelt“, beruhigte sie ihren Sohn in der Pause hinter der Bühne. Alfred Kerr war der Großkritiker der Weimarer Republik, auf dem alle Augen ruhten. Tatsächlich lobte er am nächsten Morgen das Stück. Zuckmayer gelang damit der Durchbruch als Schriftsteller.

Noch heute gilt Kerr, der vor 150 Jahren am 25. Dezember 1867 in Breslau geboren wurde, vielen Theaterkritikern als Vorbild. Er fühlte sich besessen von „dem Drang, Stellung zu nehmen“, wie er es einmal selbst formulierte. Der Kritiker war für ihn ein „Wahrheitssager“, der auf Wesentlichkeit aus ist. Sein Selbstbewusstsein gipfelte in dem Satz: „Dichter haben keine Sprachkraft. Sprachkraft ist in der Kritik.“

Geliebt und gefürchtet: zum 150. Geburtstag von Alfred Kerr, dem legendären Großkritiker der Weimarer Republik
Tagesspiegel

Jetzt packt Harvey Weinsteins Assistentin Zelda Perkins aus
Trotz Verschwiegenheitsklausel und 168 000 Dollar
Kurier

Die Dame hat 168 000 Dollar angenommen, um den Mund zu halten. Hätte sie auf das Geld verzichtet, wäre sie für mich eine hochintegere und glaubhafte Zeugin. So aber…

Fest der Liebe: Darum steigt die Lust auf Sex zu den Feiertagen
Weihnachten ist das Fest der Liebe – und das im doppelten Sinn. Denn laut Forschern steigt zu bestimmten Feiertagen das Interesse an Sex bei den Menschen, und zwar weltweit. Warum und was die Folgen sind, lesen Sie hier.
T-online.de

Vorliegende Behauptung wird durch Wissenscaft und Statistik untermauert!

Fußball: Barcelona gewinnt Classico gegen Real Madrid mit 3:0
Die Presse

Das war mehr als ein Fußballspiel, hier geht es neuerdings auch um Weltanschauungen. Man kann nicht gerade behaupten, dass diese Woche mit den Wahlen in Katalonien und nun mit dem verlorenen „Classico“ für Herrn Rajoy erfolgreich verlaufen ist.

Machen Sie aus dem heutigen Abend einen besonderen, auch wenn Sie ihn allein verbringen!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/24-dezember-2017-heiliger-abend


23. DEZEMBER 2017

by ac | 23. Dezember 2017 08:38


Heute als Stream aus München: IL TRITTICO. Gianni Schicchi: Bunt wie mittelalterliche Altartableaus – Ensemble © Wilfried Hösl

Giacomo Puccini
Il trittico
Sa, 23. Dezember 2017, 19.00 Uhr
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko, Inszenierung: Lotte de Beer
Mit Wolfgang Koch, Eva-Maria Westbroek, Yonghoon Lee, Pavol Breslik, Ermonela Jaho, Michaela Schuster, Ambrogio Maestri, Rosa Feola

Video-on-demand (VoD)
So, 24. Dezember 2017, 11.00 Uhr bis Mo, 25. Dezember 2017, 10.59 Uhr

Zeitgerecht dazu bieten wir eine „Online-Merker-Eigenrezension“ von Susanne Kittel-May:

Die niederländische Regisseurin Lotte de Beer stellt in diese Umgebung genau beobachtete Menschen, sie kennt kein Gut und Böse in diesen drei Werken, sondern hat großes Einfühlungsvermögen für alle Charaktere, ob das der traurige, eifersüchtige Michele im Tabarro ist oder die Fürstin in Suor Angelica, alle zeichnet sie als Individuen und macht die Motive hinter der Fassade sichtbar. Bei letzterer wird mit kleinen Gesten der Zuwendung, die so kurz sind, dass Suor Angelica sie gar nicht bemerken kann, deutlich, dass die Konvention es ihr verbietet, Mitgefühl zu zeigen. Die Konvention, in die die so eingeschnürt ist, wie in ihr Kleid. So ist es nur folgerichtig, dass sie es ist, die als Erscheinung in einem hell erleuchteten Kreuz der sterbenden Nichte den Sohn zuführt. Das beeindruckendste Bild dieses Dreierabends…

Zum Bericht von Susanne Kittel-May

Dazu passend ein Interview mit „Suor Angelica“:

Interview mit der Sopranistin Ermonela Jaho: Die Tragödie als Therapie
https://www.merkur.de/kultur/tragoedie-als-therapie-9472843.html

Wien/ Staatsoper: Kritik bezüglich „Die Zauberflöte“ vom gestrigen Abend online
Olga Bezsmertna (Pamina). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wir widmen uns morgen ausführlicher der Rollendebüts.

Zum Bericht von Peter Dusek

Dirigent Charles Dutoit sexueller Übergriffe beschuldigt
Charles Dutoit ein Nötiger?

Drei Opernsängerinnen und eine Musikerin behaupten, der weltberühmte Dirigent Charles Dutoit habe sie sexuell angegriffen – sie festgehalten, seinen Körper gegen den ihren gedrängt, ihnen die Zunge in den Mund gestoßen und in einem Fall eine seiner Hände in die Hose gesteckt… (Quelle: „Die Welt“)

Leider ist das keine Weihnachtsgeschichte, die uns da just einen Tag vor Weihnachten aufgetischt wird. Manchmal frage ich mich, ob sich Frauen schlecht und nicht begehrenswert fühlen, wenn sie nicht mit derartigen, womöglich schon Jahrzehnte zurückliegenden Erlebnissen aufwarten können. Herr Dutoit ist bereits 81, diese Nötigungen müssen also bereits viele Jahre zurückliegen – anderfalls ich ihn – ganz ehrlich gesagt – sogar beneiden müsste. Ich war nie wirklich der Chef von Frauen, beim Fußball sowieso nicht und in der Firma, in der schwere körperliche Arbeit verrichtet werden musste, auch nicht. Im Büro arbeiteteten gelegentlich Frau oder Tochter – so richtig in Versuchung, „Macht auszuspielen“, kam ich daher gar nicht. Ich denke allerdings, dass ich vermutlich nie Druck ausgeübt hätte, zumal ich mit einem „Na, dann eben nicht“ relativ schnell zur Hand bin. Aber um mich geht es ja zum Glück gar nicht.

Den „Fall Dutoit“ kann man aber nicht mit dem „Fall Levine“ vergleichen, dazu möchte ich mich allerdings nicht äußern, auch wegen des Weihnachtsfriedens.

BR-Klassik ergeht sich übrigens in Details, die ich hier nicht publiziere, die Sie aber natürlich lesen können, wenn es Sie interessiert.

Die Symphonieorchester von San Francisco und Boston die Zusammenarbeit nach Auftauchen der Vorwürfe mit dem Maestro Dutoit beendet. Die „ernsthafte Natur“ der Anschuldigungen habe zu dieser Entscheidung geführt, teilte das Ensemble von San Francisco am Donnerstag mit. Das Boston Symphony Orchestra bezeichnete die Vorwürfe als „extrem beunruhigend“.

Sind nun die Amerikaner wirklich so prüde, wie ihnen nachgesagt wird? Etwas Wahres muss wohl daran sein, wenn sich Sponsoren vor ihren Kunden fürchten und deshalb Druck auf die Met (im Fall Levine) wie auch auf diese Orchester ausüben.

Stardirigent Charles Dutoit sexueller Übergriffe beschuldigt
Vom Star zum Paria: Mehrere Musikerinnen erheben schwere Vorwürfen gegen Charles Dutoit und schildern Vorfälle: Der weltberühmte Dirigent habe sie wiederholt sexuell belästigt und genötigt. Die Orchester ziehen Konsequenzen.
Die Welt.de
metoo – auch Dirigent Charles Dutoit beschuldigt- Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe
Dem 81-jährigen Dirigenten Charles Dutoit wird sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. Die Symphonieorchester von San Francisco und Boston haben inzwischen die Zusammenarbeit mit Dutoit aufgrund der Vorwürfe beendet.
BR-Klassik

Ein Theater an der Wien. Ist der Neue stark genug, mit Altem aufzuräumen und Bogdan Roscic Paroli zu bieten?

Auszug aus dem „Kurier“: Die Branche steht, auch wenn die Fans das nicht so gerne hören, vor großen Herausforderungen. Nicht umsonst soll in der Staatsoper das (bisher recht leere) Schlagwort Oper 4.0 die Amtszeit von Bogdan Roščić (2020–2025) bestimmen. Im derzeit noch innovativeren Haus an der Wien zielt man von vornherein nur auf Oper 2.5 ab: Halb innovativ.

Denn Herheim ist zwar ein toller Regisseur, der Aufsehen erregende Inszenierungen geliefert hat. Aber kein Revoluzzer: Er ist innovativ im Rahmen dessen, was der Betrieb zulässt. Und bis Herheim überhaupt antritt, gibt es quasi noch eine volle Amtszeit Roland Geyer. Der ist seit 2006 und, dank Vertragsverlängerungen, noch fünf Jahre im Amt. Sein Opernhaus muss aufpassen, dass man die ersten zwei Jahre nicht Roščić von der Ersatzbank aus zuschaut: Hier Weiterschreibung eines ursprünglich innovativen, nun festgefahrenen Ansatzes; dort frischer Wind (wenn auch in engen Grenzen)…

Vieles bleibt beim Alten, ein Neuer – ist das genug?
Wissen Sie schon, was Sie 2027 machen? Nein? Stefan Herheim weiß es.
https://kurier.at/kultur/kommentar-ein-theater-an-der-wien/303.268.599
Zwischen Lorbeeren und Harakiri
Theater-an-der-Wien-Chef Roland Geyer über seinen Nachfolger und Pläne bis 2022.
Wiener Zeitung

Die Klassik-Plattform „fidelio“ bietet um die Weihnachtsfeiertage herum Kulturgenuss an:

„fidelio“, die ORF/Unitel-Klassikplattform, bietet Klassikgenuss pur rund um die Festtage: Live erleben Musikinteressierte auf www.myfidelio.at  die Kerstmatinee aus dem Concertgebouw Amsterdam am Montag, dem 25. Dezember, um 14.15 Uhr und das Silvesterkonzert der Staatskapelle Dresden aus der Semperoper am 31. Dezember 2017 um 17.30 Uhr. Zusätzlich findet sich in der „fidelio“-Klassithek „Die Ring-Trilogie“ aus dem Theater an der Wien, „Christmas in Vienna“ aus dem Wiener Konzerthaus (2008/09/10/12/13/14) und „Hollywood in Vienna“ (2011/12/13) auf Abruf. Außerdem gibt es exklusiv für „fidelio“-Abonnentinnen und -Abonnenten 1×2 Tickets für das Neujahrskonzert 2018 zu gewinnen.

Wien/Neujahrskonzert: Pausenfilm beleuchtet die Wiener Moderne
Georg Riha wird am 1. Jänner zum fünften Mal für einen der Pausenfilme bei der Übertragung des traditionellen Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker aus dem Musikverein verantwortlich zeichnen. Unter dem Titel „Wiener Moderne 1918 – 2018“ widmet sich der 66-Jährige den Jahresjubilaren Otto Wagner, Gustav Klimt, Egon Schiele und Koloman Moser, deren 100. Todestag sich 2018 jährt.
Salzburger Nachrichten

Amsterdam: The Golden Cockerel Bedazzles in Amsterdam
http://www.operatoday.com/content/2017/12/the_golden_cock.php

Leontyne Price, Legendary Diva, Is a Movie Star at 90
https://www.nytimes.com/2017/12/22/arts/music/leontyne-price-met-opera.html

Wien/ Burgtheater: Für Luk Percevals Inszenierung Rosa oder Die barmherzige Erde mit Tobias Moretti werden hochbetagte Statist*innen gesucht

Erstmals arbeitet der belgische Regiestar Luk Perceval an der Burg. Für die Rolle des Bibliothekars kehrt Tobias Moretti auf die Bühne zurück. Für die Produktion werden hochbetagte Statist*innen gesucht.

Das Casting findet Anfang Jänner statt. Interessenten wenden sich bitte bis 8. Jänner an den Komparserieleiter des Burgtheaters, Paul Lutzeier, per Email: komparserie@burgtheater.at. Mobil 0676/89964112. Bitte max. eine DIN A4 Seite mit Angaben zu Name, Alter, Körpergröße sowie Kontaktdaten und Foto.

Rosa oder Die barmherzige Erde
nach Dimitri Verhulst und William Shakespeare (Fassung von Luk Perceval)
Uraufführung am 10. März im Akademietheater

Berlin/ Deutsches Theater; „Der Hauptmann von Köpenick“ in einer Bearbeitung von Armin Petras
Milan Peschel als „Hauptmann von Köpenick. Copyright: Arno Declair

Arbeiten will er, unbedingt, der 46jährige, gerade nach langer Haft aus der Strafanstalt Plötzensee entlassene Schuster Wilhelm Vogt. Im Knast gelandet ist er eigentlich nur, weil er krumme Wege gegangen ist, um eine Aufenthaltsgenehmigung und einen Pass zu bekommen. Beides braucht er, um im militärisch und bürokratisch geführten, damaligen law-and-order-Berlin arbeiten zu dürfen oder ausreisen zu können. Seine ersten Erfahrungen mit preußischer Strenge mitsamt Gefängnisaufenthalt machte er schon als Jugendlicher bei einer Rangelei nach einem Fußballspiel bei Hansa Rostock. So die heutige Variante.

Als Carl Zuckmayer dieses Stück schrieb, gab es den genannten Club noch gar nicht. Dieser Einschub und andere – hinzugefügt vom Theaterregisseur Armin Petras – modernisieren das bekannte Stück ein bisschen, öffnen die Augen und Ohren, die jedoch ohnehin die nahe liegenden Vergleiche mit der Gegenwart ziehen…

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Bis Ende Jänner: Ausstellung Malerei und Druckgraphik von Charlotte Pohl in der „Strichelei“ – Galerie des Online-Merker

Kommen Sie doch vorbei, die Ausstellung ist auch zeitweise während der kommenden Feiertage geöffnet. Rufen Sie doch an (813 62 85 – Wiener Festnetznummer) und vereinbaren Sie einen Termin!


Günther Fritsch (Präsident der „Gemeinschaft bildender Künstler“), Charlotte Pohl, Erich Frey (Vizepräsident).
Copyright: Barbara Zeininger

Sehen Sie eine große Auswahl an Arbeiten:

FOTOS ONLINE-GALERIE „STRICHELEI“ – ALBUM 10

Kulturschaffende mahnen Mut zum Zeitgenössischen ein
Das Regierungsprogramm stößt bei Kreativen auf Skepsis – befürchtet werden Stagnation und Einsparungen –

...Viel konkreter als im doch recht allgemein gehaltenen Regierungsprogramm wollte er dabei noch nicht werden. Klar sei, er habe „um die Kultur gekämpft“ und werde sich beim Finanzminister einsetzen, um budgetär „möglichst viel herauszuholen“. „Spielraum“ werde es allerdings in den nächsten beiden Jahren „kaum geben“, schränkt er schon jetzt ein. Für die Phase danach gebe es „schon Überlegungen“. Vordringlich scheint Blümel zunächst der EU-Ratsvorsitz und das Jubiläumsjahr 2018, in dem die Republik und die 100. Todesjahre von Klimt, Schiele und Otto Wagner gefeiert werden wollen…
Der Standard

Ist ja klar, dass es nun losgeht, die Kritik aus allen Kunstrichtungen. Ob Herr Blümel ein großer Theatergeher ist, weiß ich nicht (eher nicht, wie ich gehört haben), aber Kunst und Kultur bestehen nicht nur aus Theater. Der neue Oberkultivierer hat aber angeblich gute Nerven. Die wird er auch brauchen bei all den Leuten, die wirklich nicht leicht zu „handeln“ und oft noch schwerer zu verstehen sind!

Österreich/ Kulturpolitik: Blümel will Kultur als „Asset“ für EU-Ratsvorsitz nutzen
Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) hat vielfältige Aufgaben: Zu seinen Agenden zählen die EU, Medien sowie Kunst und Kultur, zudem ist er für Regierungskoordination zuständig. Vierteilen kann er sich nicht, doch wie er sein Zeitbudget aufteilen wird, hat er noch keine Ahnung. Sicher ist: „Kultur war der einzige Bereich, um den ich wirklich gekämpft habe“, sagt er im Interview mit der APA.
Salzburger Nachrichten

Beispiel Berlin: An diesen Stellen investiert der Senat in Berlins Kultur
Der Senat investiert so viel Geld in Berlins Kultur wie nie seit dem Mauerfall. Ein Überblick, wohin das Geld fließt.
Berliner Morgenpost

Ich hoffen Sie haben bereits alle Geschenke für Ihre Lieben beisammen und lassen sich heute nicht stressen.

Einen schönen Samstag wünscht

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/23-dezember-2017


22. DEZEMBER 2017

by ac | 22. Dezember 2017 08:16

Bildergebnis für stefan herheim
Stefan Herheim. Foto: APA/ Neubauer

Bildergebnis für roland geyer
Hängt zwei Jahre an: Roland Geyer. Copyright: Klaus Billand

Christian Struppeck, Musiker Reinhard Fendrich und Autor Titus Hoffman
Christian Struppeck geht in die Verlängerung. Copyright: APA/ Neubauer

STEFAN HERHEIM WIRD AB 2022 DIREKTOR DES THEATER AN DER WIEN, ROLAND GEYER DARF NOCH ZWEI SPIELZEITEN „ANHÄNGEN“ UND MUSICAL-CHEF CHRISTIAN STRUPPECK „WIRD VERLÄNGERT“ (der Vertrag natürlich)

Lange hat es nun gedauert, bis die Führungslösung für das kommende Jahrzehnt gefunden wurde. Nun ist klar, dass Gründungsintendant Roland Geyer um zwei weitere Jahre verlängert, bevor dann 2022 der norwegische Regisseur Stefan Herheim das Haus übernimmt. Aber das TaW hat ja schon viel gesehen. 1801 von Emanuel Schikaneder und Bartholomäus Zitterbarth gegründet, zählte das Haus zu den wenigen „Vorstadttheatern“, die sich außerhalb der Wiener Innenstadt dauerhaft behaupten konnten. Eng verbunden ist das Haus mit Ludwig van Beethoven, der von Schikaneder bereits 1803 als Hauskomponist und Kapellmeister engagiert wurde. Zu seinen Uraufführungen am Theater an der Wien zählen etwa der „Fidelio“ oder die „Eroica„. (Quelle: Wiener Zeitung)

Herheim wird Intendant des Theater an der Wien
Der Opernregisseur Stefan Herheim (47) wird neuer Intendant des Theater an der Wien. Der Norweger übernehme die Position ab der Saison 2022/23, teilte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) am Donnerstag mit. Der bisherige Intendant Roland Geyer werde das Amt bis dahin weiterführen. Sein Nachfolger werde voraussichtlich im Januar der Öffentlichkeit vorgestellt.
Musik heute
Ein Traditionshaus der Richtungswechsel
Stefan Herheim wird ab 2022 im Theater an der Wien den Ton angeben.
Wiener Zeitung
Stefan Herheim übernimmt 2022 das Theater an der Wien
Intendant Roland Geyer verlängert um zwei Saisonen, Musicalchef Christian Struppek bleibt im Amt –
Der Standard
Vereinigte Bühnen: Struppeck bleibt, Herheim kommt
Kurier

Bericht vom Publikumsgespräch in der Wiener Staatsoper online (21.12.)

Bildergebnis für publikumsgespräch wiener staatsoper
Dominique Meyer, Thomas Platzer. Foto: Facebook (dieses Foto stammt von einem früheren Gespräch, ein aktuelles liegt mir nicht vor)

Kurz vor Weihnachten wollte die Direktion der Wiener Staatsoper das Publikum noch einmal auf den neuesten Stand der Dinge bringen und auch das im letzten Quartal Erreichte Revue passieren lassen. Das Gespräch fand auf der Agrana Studiobühne in der Walfischgasse statt, deren Plätze etwa zur Hälfte besetzt waren.

Gleich zu Beginn kommt D. Meyer auf die überaus erfolgreiche Japan-Mission zu sprechen, in deren Rahmen es neun Vorstellungen gab und die einen guten finanziellen Ertrag erbrachte. „Also die Regierung darf nicht jammern“…

Ausführliches lesen Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“. Dr. Klaus Billand fügt sich also auch in die Reihe unserer „rasenden Reporter“ ein, die damit immer länger wird!

Überraschend ist für mich der schwache Besuch. Gewiss, wenn der Termin ausgewählt wurde, um lästige Fragesteller fernzuhalten, dann ist die Rechnung voll aufgegangen. Das Theater Walfischgasse fasst exakt 192 Besucher, also waren bestenfalls 100 anwesend. Für Wiens Opernfreunde spricht das nicht unbedingt, es könnte freilich auch sein, dass sie rundum glücklich sind – oder dass sie resigniert haben.

Diese Publikumsgespräche sind nämlich keine PR-Veranstaltungen, sondern Verpflichtung. Jeder Veranstalter weiß, dass Termine kurz vor Weihnachten eher nicht viel Publikumszuspruch erhalten, wenn man nicht der Unterreiner ist.

Thomas Tatzl debütiert heute an der Wiener Staatsoper als „Papageno“


Thomas Tatzl bei seinem Besuch beim Online-Merker (30.11.2017). Copyright: Barbara Zeininger

Staatsoperdirektor Dominique Meyer hat bei seinem Publikumsgespräch das Debüt des jungen Steirers extra erwähnt! Zudem ist heute der neue Kulturminister Gernot Blümel in der Staatsoper!

ZUM INTERVIEW mit Thomas Tatzl

Terminänderung: Die heutige „Winterreise“, gesungen vom österr. Bariton Thomas Weinhappel findet nicht im Alten Rathaus, sondern um 20 h im Ehrbar-Saal statt

Der kürzlich – neben dem Thalia-Award („bester Opernsänger des Jahres“) –  mit dem Libuska-Award zum besten Sänger des Festivals OPERA 2017 gekürte Bariton Thomas Weinhappel singt am Freitag, 22.12.2017, 20:00 Uhr, mit  dem Auner-Quartett Schuberts »Winterreise« in der neuen Fassung für Streichquartett im EHRBAR Saal in Wien 4, Mühlgasse 30. Bei »Licht ins Dunkel« ist er am Sonntag, 24.12.2017(ORF 2 NÖ 16 – 18 Uhr) mit »Stille Nacht«, »I’m Dreaming Of A White Christmas« und »Ave Maria« (Schubert – in der lateinischen Fassung) zu hören. Nach einigen Abenden in Kanada und Dänemark zum Jahresbeginn feiert er am 20.1.2018 mit seinem neuen »Hamlet« am Opernhaus in Pilsen Premiere.

Thomas Weinhappel ist am 9. März 2018 zu einem Künstlergespräch beim Online-Merker

Auch eine „Götterdämmerung“: Die Zeit der Despoten am Dirigentenpult ist vorbei

Die Bescheidenheit gehört inzwischen zum guten Ton. Wenn Dirigenten nach vollbrachter Arbeit heute den Applaus in Empfang nehmen, steigen sie meist schnell vom Podium herab und reihen sich in das Orchester ein. Der Maestro auf Augenhöhe mit seinen Musikern. Das war nicht immer so.

Noch lange nach der Aufklärung verstanden sich Dirigenten als höherstehende Wesen und Sachwalter der Musen – nicht immer mit den besten Manieren. Dass es in Proben oder anderswo zu mehr oder weniger kleinen Tobsuchtsanfällen am Pult kam, wissen viele Musiker zu berichten.

Von Sergiu Celibidache (1912-1996) ist der Satz überliefert: „Jeder Dirigent ist ein verkappter Diktator, der sich glücklicherweise mit der Musik begnügt.“ Er lässt erahnen, wie sich Vertreter der Zunft zumindest zeitweise selbst sehen…

Zeitalter der Despoten am Dirigentenpult ist vorbei
Hamburger Abendblatt

Schicksalshafte Begegnung mit einer russischen „Carmen“

Am 16. Dezember wurde der russische Komponist Rodion Shchedrin 85 Jahre alt. Ihm zu Ehren fand im Tschaikowsky-Konzertsaal der Philharmonie seiner Geburtsstadt Moskau ein Jubiläumskonzert statt, bei dem Orchester und Chor des Mariinsky-Theaters, von Valery Gergiev geleitet, unter anderem Shchedrins wohl berühmtestes Werk, die Carmen-Ballettsuite, aufführten. Nur drei Tage später weilte Shchedrin wieder in seiner Wahlheimat München, und dort präsentierte Gergiev mit seinen Münchner Philharmonikern und dem Philharmonischen Chor im Gasteig ein gänzlich anderes Programm für den umjubelten Ehrengast: seine Konzert-Oper The Enchanted Wanderer, die wegen der umfangreichen Zahl der Mitwirkenden und komplexen Handlung nur selten gespielt wird… (Quelle: bachtrack)

Schicksalhafte Begegnung mit einer russischen Carmen
bachtrack

„Konzertgänger in Berlin“: Oboenrein vielfältig: Ensemble Berlin Prag spielt Zelenka, Isang Yun, Bach, F. Couperin
Isang Yun und Jan Dismas Zelenka im Kammermusiksaal, zwei Komponisten mit der stärksten Sogwirkung überhaupt – eine glühende Kandidatur für die schönste Kombination des Jahres!
https://hundert11.net/berlin-prag-yun-zelenka/

Bayreuther Festspiele 2018 – Rechnungsversand für Tickets hat begonnen

baye

Wiederum weit mehr Kartenwünsche sind für die Bayreuther Festspiele 2018 eingegangen, als für die 32 Aufführungen des nächstjährigen Sommers Plätze zur Verfügung stehen. Und natürlich konzentriert sich das hauptsächliche Interesse der Wagner-Begeisterten aus aller Welt vor allen Dingen auf die Neuinszenierung „Lohengrin“, gefolgt von der durch Publikum und Presse gleichermaßen gefeierten Inszenierung „Die Meistersinger von Nürnberg“.

Zahlreiche Bestellungen können wunschgemäß oder nahezu wunschgemäß erfüllt werden, was uns sehr freut, aber sicherlich wird der eine oder andere auch enttäuscht sein, wenn in diesem Jahr keine der häufig sehnsüchtig erwarteten Zusagen für Tickets eintrifft. Selbstverständlich berücksichtigen wir erneut vorrangig das Kriterium der „Wartezeit“ und darüber hinaus versuchen wir, die vorhandenen Karten auf möglichst viele Interessenten und Besteller im In- und Ausland zu verteilen – das bedeutet in unserem Verständnis ein Mehr an Wunscherfüllung und Gerechtigkeit für alle.

In diesen Tagen sind die Rechnungen versandt worden, teils per Post und in diesem Jahr erstmals und sogleich in erfreulich großem Umfang auch per E-Mail. Wenn Sie zu den Empfängern gehören, möchten wir Sie bitten, unsere beigefügten „Hinweise“ aufmerksam und gründlich zu lesen, da diese einige wichtige Informationen zu Neuerungen im kommenden Jahr beinhalten. Übrigens: Zwar sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht unbedingt eine Feiertagslektüre, aber auch sie enthalten manch Wichtiges und wissenswert Nützliches, das zu kennen Ihnen möglicherweise manche Unklarheit oder Nachfrage ersparen kann.

Sollten sich Ihnen jedoch wider Erwarten dennoch Fragen oder Probleme im Zusammenhang mit Ihrer Kartenrechnung stellen, können Sie gern eine E-Mail schreiben an ticket@bayreuther-festspiele.de. Allerdings sind wir vom 23. Dezember 2017 bis zum 7. Januar 2018 im Betriebsurlaub, das Kartenbüro bleibt bis einschließlich 10. Januar geschlossen. Dafür bitten wir um Verständnis. Ihre Nachrichten werden im Anschluss an den Urlaub beantwortet. Und ab 8. Januar bzw. 11. Januar erreichen Sie uns auch wieder telefonisch (das Kartenbüro von Montag bis Freitag jeweils zwischen 10 und 12 Uhr).

Alle, deren Bestellung jetzt noch nicht erfüllt werden konnte, möchten wir schon heute auf den Online-Sofortkauf hinweisen, bei dem Eintrittskarten ohne Wartezeit und Bestellformalitäten direkt verkauft werden, und zwar nach dem First come-first-serve-Prinzip. Der Termin dafür wird voraussichtlich Ende Februar/Anfang März sein.

WIEN / Werk X: DER SCHWEINESTALL von Pier Paolo Pasolini
Gastspiel des Münchner Residenztheaters (im Marstall) 21.
Dezember 2017

DER SCHWEINESTALL von Pier Paolo Pasolini Premiere am 25. November im Marstall Mit Götz Argus (Hans Günther), Nora Buzalka (Zaúm), Sibylle Canonica (Spinoza), Philip Dechamps (Julian), Juliane Köhler (Mutter Bertha), Genija Rykova (Ida), Götz Schulte (Vater Klotz), Jürgen Stössinger (Maracchione), Bijan Zamani (Herdhitze) Regie Ivica Buljan Bühne Aleksandar Denić Kostüme Ana Savić Gecan Musik Mitja Vrhovnik-Smrekar Licht Gerrit Jurda Dramaturgie Laura Olivi v.l. Philip Dechamps (Julian)

Es ist immer und überall wichtig, über den Tellerrand hinaus zu schauen, zumal im Theater: Was die anderen machen, wird zum Vergleichparameter der Arbeit bei uns. Nun kann man ja leider nicht ununterbrochen herumreisen, um Vorstellungen zu sehen, darum sind Gastspiele so kostbar. Wenn sich nun gar das Münchner Residenztheater aufmacht, nach Wien zu kommen, hätte man erwartet, es wieder in den Räumlichkeiten des Burgtheaters zu sehen. Nun – man ist dem Werk X dankbar, dass Pasolinis „Der Schweinestall , eine Produktion im „kleinen Haus“, dem Marstall, nun zumindest im Kabelwerk Einzug fand…

…Wahre Theaterfreunde sind durch nichts abzuhalten, nicht von Vorweihnacht-Streß und nicht von scheußlichem Regenwetter. Viele waren ins Werk X gekommen, um den Münchnern und Pasolini zu begegnen. Mit Gewinn. Der Beifall für die Gäste war so herzlich wie heftig.

P.S. Das, was die Münchner als Programmheft anbieten, so rappelvoll von faktischer, brauchbarer Information – dergleichen bekommt man in keinem Wiener Theater in die Hand…

Zum Bericht von Renate Wagner

Katalonien hat gewählt: Puigdemont: „Der spanische Staat wurde bezwungen“
Bei den Regionalwahlen in Katalonien erlangen die Separatisten die absolute Mehrheit der Parlamentssitze, stärkste Partei wird jedoch die prospanische Ciutadans. Bleibt nun alles beim Alten?
Die Presse
Separatisten jubeln: „Eine Ohrfeige für Rajoy
Frankfurter Allgemeine

Dieser Schuss des Herrn Rachoy ging gewaltig nach hinten los. Wichtiges Gebot: Du sollst nicht irren!

Niki-Übernahme für heute erwartet
Die – laut Medienberichten vier – eingegangenen Angebote für Niki sollten noch heute geprüft, „vergleichbar gemacht“ und dem Gläubigerausschuss am Freitag vorgelegt werden, erklärte Lucas Flöther.
Oberösterreichische Nachrichten

Peinliches ereignete sich gestern beim Talk im Hangar 7 (Servus TV)

Eine Frau (die offenbar ihr Buch bewerben will) versuchte anfangs dieser Woche ihren Bekanntheitsgrad zu heben, indem sie die Medien darauf hinwies, dass sie die Cousine eines der neuen österreichischen Minister ist und von diesem nicht viel hält. Ihren Cousin hat sie angeblich nur einmal im Leben getroffen, die Verwandtschaft scheint total zerstritten zu sein. Daraufhin stürzten sich einige Medien aus „Sensationsgier“ auf sie (was ist an Verwandtschaftsstreitereien sensationell?), gestern war sie sogar beim Talk in „Servus-TV“ zu Gast. Nun, der Auftritt verlief kläglich bis peinlich. Rasch erkannten die übrigen Diskussionsteilnehmer und der Moderator, dass die Dame bloß die Verwandtschaftsstreiterein öffentlich austragen wollte und richteten in den letzten zwei Drittel der Diskussion keine einzige Frage an sie. Sie war isoliert – das war die allein richtige Reaktion.

Dass sich Servus-TV aber für einen derart kuriosen Auftritt hergegeben hat, stimmt mich nachdenklich. Auch einer der anderen Diskussionsteilnehmer, der die der Dame gegenteilige Meinung  vertrat, sich dabei aber in einen Wirbel redete, erwies sich nicht als Ruhmesblatt für die Sendungsmacher. Schade, ich habe bislang viel von diesem Sender gehalten!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/22-dezember-2017


21. DEZEMBER 2017

by ac | 21. Dezember 2017 08:53

 

Zuwächse und Abstiege: Die Einkommen der Kulturmanager 2016
Im Jahr 2016 verdiente man als Bundeskanzler der Republik Österreich 304.019,80 Euro. Die meisten Spitzenkulturmanager des Landes kommen zwar in die Nähe dieser Summe, halten jedoch einen gewissen Respektsabstand, wie der aktuelle Einkommensbericht des Rechnungshofes (RH) zeigt. Einzig Gabriele Zuna-Kratky, Langzeitdirektorin des Technischen Museums, hat sich an den Regierungschef herangepirscht.
Salzburger Nachrichten

Ich bin weit davon entfernt, billige Neidgefühle zu schüren. Mehr noch, wiederholt habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass es Manager gibt, die zwar viel, aber dennoch zu wenig für das verdienen, was sie leisten und für was sie Verantwortung tragen. Wenn nun der österreichische Bundeskanzler im Jahr so viel verdient wie der Ösi-Kicker Marko Arnautovic in der englischen Fußball-Liga im Monat, dann stimmt die Relation nicht. Gehen wir also davon aus, dass das Kanzlergehalt zu gering ist, weil der Kanzler ja unseren Staat „managt“.

Wenn aber die Direktorin mit dem Zuständigkeitsbereich Vogelweidplatz in der selben Gehaltsgruppe wie der Kanzler mit dem Zuständigkeitsbereich Österreich ist, dann verdient entweder der Kanzler (viel) zu wenig – oder die Direktorin zu viel.

Immer wieder gibt es – besonders aus unseren kulturnahen Kreisen das schon unerträgliche Lamento, dass Kunst und Kultur im Vergleich zum Gesamtbudget erbärmlich unterrepräsentiert sei. Auch hier stimmt die Relation und somit die Sicht darauf nicht.
Ich biete meine Meinung dazu an, Sie müssen diese natürlich nicht teilen.

NEUESTE INFO: Stefan Herheim übernimmt 2022 das Theater an der Wien
Nach langen Monaten ist die Entscheidung gefallen. Der norwegische Regisseur Stefan Herheim übernimmt das Theater an der Wien – allerdings erst mit der Saison 2022/23. Als Überbrückung verlängert der amtierende Opernintendant Roland Geyer, der 2020 hätte aus dem Amt scheiden sollen, laut APA-Informationen um weitere zwei Saisonen

Weihnachtsfeiertage und Jahreswechsel 2017/2018 mit der Wiener Staatsoper

Auch in diesem Jahr bietet die Wiener Staatsoper rund um die anstehenden Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie mit Opern- und Ballettwerken sowie Live-Übertragungen – und auch heuer ist das Haus am Ring wieder Fixpunkt am Silvesterpfad der Stadt Wien.

Eine detaillierte Aufstellung finden Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“.
Hänsel und Gretel an der Wiener Staatsoper – zu den Weihnachtsfeiertagen. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wir erlauben uns, Sie aktualitätsbezogen mit dem Programm zu konfrontieren.

WIEN/ Lutherische Stadtkirche: ADVENT-BENEFIZKONZERT MIT CLEMENS UNTERREINER & FREUNDEN (20.12.)

Zum Bericht von Peter Dusek

Zum Bericht von Maria und Johann Jahnas

NANTES:   Théatre Graslin „MAM’ZELLE NITOUCHE“ von Hervé
Aufführung vom 14. Dezember 2017

Wiederentdeckung der am meisten erfolgreichen „Vaudeville-opérette“
des „Rivalen von Offenbach

Nantes erinnert in vieler Hinsicht an Bordeaux: beide Städte sind ungefähr gleich groß, liegen an einer Flussmündung (in Nantes ist es die Loire) und erlebten ihre Blütezeit im achtzehnten Jahrhundert dank des „commerce triangulaire“ – den man inzwischen unverblümt „Sklavenhandel“ nennt. In beiden Städten wurden in 1780 und 1788 zwei wunderschöne Opernhäuser eröffnet, die beide in den letzten Jahren hervorragend restauriert wurden und allein schon als Gebäude die Reise wert sind. Das Théâtre Graslin in Nantes (benannt nach dem Hofgesandten und Spekulanten Jean-Joseph-Louis Graslin, dem auch das ganze Viertel seinen Namen verdankt), wurde 1785 vom Architekten  Mathurin Crucy entworfen, ebenso wie die umliegenden Strassen und Plätze. Das Innere des Theaters ist ein Juwel, mit einem großen Deckengemälde von Hippolyte Berteaux und neuerdings wieder Sessel in „bleu roy“ (Königsblau), so wie es im achtzehnten Jahrhundert üblich war und wie man es heute noch in den Opern von Bordeaux und Versailles erleben kann. Ursprünglich ein Dreispartenhaus, leidet die Oper seit zwanzig Jahren – wie Bordeaux und viele andere französische „Provinzopern“ – unter extremen Sparzwängen, die 2002 zur Fusion der Opern von Nantes und Angers führten. Der nun scheidende Intendant Jean-Paul Davois setzte auf besonderes Repertoire und initiierte in 14 Jahren ein Dutzend Uraufführungen (!). 2018 kommt nun Alain Surrans, Direktor der Oper in Rennes – mit dem Auftrag, aus dem Duo Nantes/Angers ein Trio Angers/Nantes/Rennes zu machen…

Louis-Auguste-Florimond Ronger, genannt Hervé (1825-1892), der ein abenteuerliches Doppelleben geführt hat: tagsüber war er Organist in der bedeutenden Eglise Saint Eustache in Paris, abends war er – unter einem Decknamen – Operettenkomponist. Hervé soll nun eine ganze Reihe gewidmet werden und der wissenschaftliche Direktor des Palazzettos Alexandre Dratwicki will in den nächsten Jahren zehn Operetten Hervés wieder in Umlauf bringen. Letztes Jahr gab es einen vorsichtigen Anfang mit „Les Chevaliers de la Table ronde“, nun werden alle Register gezogen mit „Mam’zelle Nitouche“, der in Frankreich am meist bekannten Operette Hervés (die auch zwei Mal verfilmt wurde mit Raimu und Fernandel in der Rolle des Orgel spielenden Operettenkomponisten)…

Zum Bericht von Waldemar Kamer

„ONLINE-MERKER“: EINLADUNG ZUM VORTRAG  über MARGARETHE WALLMANN

Bitte vormerken: Mittwoch 24. Jänner. In der Oper wird an diesem Tag das Ballett „Peer Gynt“ gezeigt.

 

Tänzerin, Choreografin und die erste Opern – Regisseurin

präsentiert  von  Ulrike Messer – Krol
Fotocollagen von Erwin Messer

Dr. Ulrike Messer – Krol , Kulturjournalistin mit über 30 Jahren ORF- Erfahrung und ihr Mann haben über ein Jahr gearbeitet, um bisher nicht bekannte Daten und Abläufe im Leben dieser zu Unrecht nur  mehr wenig bekannten Frau  zu  erforschen. Sie schildern  das persönliche Schicksal  und das erfolgreiche Wirken dieser im internationalen Kulturbetrieb  des 20. Jahrhunderts herausragenden Künstlerin : Ihre Karriere begann in den 30er Jahren bei den Salzburger Festspielen  und ging weiter  an der Wiener Staatsoper als  Ballettchefin.  Nach dem  2. Weltkrieg feierte sie an der Mailänder Scala die ersten großen Regie – Erfolge. Unter Herbert von Karajan kam Margarethe Wallmann für sechs Inszenierungen  wieder an die Wiener Staatsoper . Mit ihr ein  großer europäischer Bühnenbildner, Nicolas Benois  aus einer russischen Künstlerfamilie .  Bei der Premiere und noch bei 14 Aufführungen am Pult einer der besten Dirigenten Herbert von Karajan.

Ihre Inszenierung der TOSCA  vom April 1958 steht im Jänner 2018 zum 600. Mal auf dem Programm.
1. Auftritt in Salzburg   bzw Österreich : Archiv der Salzburger Festspiele , Foto Karl Ellinger

Neu in unseren Kritiken:

Dortmund/ Konzerthaus: IL BARBIERE DI SIVIGLIA – konzertant

Zum Bericht von Sigi Brockmann

Wien/ Theater an der Wien: RING-TRILOGIE „BRÜNNHILDE“

Zum Bericht von Harald Lacina

Basel und Lyon: Der Komponist, der aus der Wolke steigt
Märchen haben Weihnachtskonjunktur: In Basel und Lyon ist Rossinis «La Cenerentola» in überraschend konträren Inszenierungen von Antonio Latella und Stefan Herheim zu sehen.
https://www.nzz.ch/feuilleton/der-komponist-der-aus-der-wolke-stieg-ld.1341372

Ewa Strusinska wird GMD der Lausitzer Philharmonie
Ewa Strusinska (Foto: © Mateusz Nasternak)

Die polnische Dirigentin Ewa Strusinska (41) wird Generalmusikdirektorin der Neuen Lausitzer Philharmonie. Sie habe sich in einem längeren Auswahlverfahren gegen eine Reihe von Bewerbern durchgesetzt, teilte das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau am Mittwoch mit.
Musik heute

Also bitte, wieder eine Frau als Generalmusikdirektorin. Es geht doch auch ohne Quotenregelung!

Hanjo Kesting über Oper und Literatur
Der opernliebende Mensch hat sich auf ein Urteil verständigt: Es kommt zuerst und zuletzt auf die Komponisten an, also auf die Musik. Wenn es einer wirklich kann, versetzt er uns in Ekstase, da mag das Libretto noch so dürftig sein. Merkwürdig nur, dass manche Komponisten ein Leben lang nach besten Librettisten suchten. Ist etwa das beliebte Urteil in Wahrheit ein Vorurteil? Hanjo Kesting, langjähriger Leiter des Kulturellen Worts von NDR Kultur, macht die Probe aufs Exempel in seinem neuesten Werk: „Bis der reitende Bote des Königs erscheint. Über Oper und Literatur“.
NDR-Kultur

WIEN/ Akademietheater: VOR SONNENAUFGANG. Österreichische Erstaufführung am 20.12.
Markus Mayer, Michael Maertens. Copyright: Barbara Zeininger

Als Gerhart Hauptmanns Stück „Vor Sonnenaufgang“ 1889 in Berlin unter Skandal uraufgeführt wurde, war der schlesische Autor berühmt. Er war auf den Ibsen-Zug aufgesprungen und zeigte dem Publikum, was es nicht sehen wollte: eine dem Alkohol (und dem Kapitalismus) verfallene Familie… Der Linzer Ewald Palmetshofer, nächstes Jahr 50, österreichischer Erfolgsdramatiker, der gerne auf Vorlagen zurückgreift, will in seiner Version des Stücks, die mit dem Original nicht mehr allzu viel zu tun hat, zeigen, wie „heutig“ die Figuren Hauptmanns sind. Sind sie es wirklich?…

Als Gerhart Hauptmann einst seinem Publikum die Familie Krause vor die Füße knallte, wussten er und die Zuschauer, was damit gemeint war. Die Aussagekraft von Palmetshofers Hysterikern ist geringer bis nicht vorhanden. Abgesehen natürlich von der Polit-Predigt, dass „Links“ gut und „Rechts“ schlecht ist. Das Premierenpublikum, das alle Beteiligten inklusive Autor feierte, bejubelte zweifellos auch die Tatsache, dass das Burgtheater auf der Seite der „Guten“ positioniert ist…

Zur Premierenkritik von Renate Wagner

Mehr FOTOS AUS DIESER PRODUKTION finden Sie im Album Barbara Zeininger/ Sprechtheater 28

Berlin/ Volksbühne: Chris Dercon engagiert Helmut Berger an die Volksbühne
Helmut Berger galt als schönster Mann der Welt. Dann machte er mit Drogen- und Alkoholexzessen Schlagzeilen. Nun kommt er nach Berlin.
Berliner Morgenpost
Helmut Berger spielt an der Berliner Volksbühne
Der Standard

Film/ TV: Hollywood. Star und Aktivistin Jane Fonda ist 80 Jahre alt
Jane Fonda ist heute 80
http://orf.at/stories/2419640/

Europäische Union/Experten: Warschau lässt es auf „Showdown“ mit EU ankommen
Erstmals in der Geschichte hat die Europäische Union am Mittwoch ein Verfahren gegen ein EU-Mitgliedsland wegen schwerer Grundrechtsverstöße eingeleitet. Doch in Warschau setzte der Staatspräsident noch am selben Tag Teile der Reform in Kraft.
Kleine Zeitung

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/21-dezember-2017


20. DEZEMBER 2017

by ac | 20. Dezember 2017 08:34


Heute / Wiener Staatsoper: Im Rahmen der Richard-Strauss-Tage steht das Ballett „Josephs Legende“ noch einmal auf dem Programm.

Richard Strauss‘ biblisches Tanzstück gehört zu den wienerischen Musiktheaterlegenden, spätestens seit John Neumeier seine inhaltliche Neudeutung in der Staatsoper zur Uraufführung gebracht hat. Mit Spannung beachtet das Wiener Publikum seither jede Neubesetzung der Hauptpartien und hat am vergangenen Sonntag in der Nachmittagsvorstellung eine Heimkehrerin bejubelt: Patricia Friza, in Wien geboren, in Neumeiers Hamburger Compagnie groß geworden, hat erstmals im Haus am Ring Potiphars Weib gegeben und dank immenser Bühnenpräsenz und tänzerischer Virtuosität beeindruckt. (Quelle: Die Presse)

WIENER STAATSOPER: PUBLIKUMSGESPRÄCH AM DONNERSTAG, 21.12.2017

Staatsopern-Direktor Dominique Meyer und der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Platzer laden am 21. Dezember zum ersten Publikumsgespräch dieser Saison. Die Zuschauer können dabei Fragen stellen und erhalten einen Überblick über aktuelle Staatsopern-Themen.

Kostenlose Zählkarten sind an allen Bundestheaterkassen erhältlich.

Katharina Engelbrecht gewinnt Probespiel für 1. Geige im Staatsopernorchester / Wiener Philharmoniker

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Katharina Engelbrecht. Foto: Website Engelbrecht

Die junge österreichische Geigerin Katharina Engelbrecht, seit 2013 Mitglied des Bühnenorchesters der Wiener Staatsoper, gewann das gestrige, 19. Dezember 2017, Probespiel für eine vakante Stelle in der Gruppe der 1. Geigen im Staatsopernorchester / Wiener Philharmoniker. Katharina Engelbrecht wird die Stelle am 1. September 2018 antreten.

Wien/ Theater an der Wien: Ring-Trilogie „Siegfried“

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Liene Kinča (Sieglinde), Daniel Johansson (Siegmund). Copyright: Herwig Prammer

Zum Bericht von Harald Lacina

Oper Frankfurt: WERTHER – habemus Maestro

Es ist ein Jammer! Die französische Oper wird in Deutschland nicht heimisch. Vor weniger als halbvollem Haus zeigt die Oper Frankfurt Jules Massenets Meisterwerk „Werther“. Die kluge Inszenierung von Willy Decker und die fabelhafte Bühnenraum- und Kostümgestaltung durch Wolfgang Gussmann überzeugen. In der Entstehungszeit der Oper verortet erzählt das Decker das Werk. Die Personenführung ist immer aus dem Geist der Musik gestaltet. Sie bietet mit der stimmungsvollen Beleuchtung und üppigem Schneegestöber eindrucksreiche Schauwerte…

Zum Bericht von Dirk Schauß

BERLIN/Philharmonie: „L’ENFANCE du CHRIST“ von Hector Berlioz, halbszenisch, 17.12.2017

DSO, Jacques Imbrailo als Joseph und Sasha Cooke als Maria, copyright KaiBienert
DSO, Jaques Imbrailo (Joseph), Sasha Cooke (Maria). Copyright: Kai Bienert

Maria und Josef wandern durch die Philharmonie. Sie trägt das Baby Jesus im Arm, Er schleppt das Notwendigste zum Überleben bei der Flucht durch die Wüste nach Ägypten. Beide  wollen den winzigen Sohn retten, hat doch Herodes, um seine Macht fürchtend, die Tötung aller Neugeborenen angeordnet.

Auf ihrem strapaziösen Weg werden sie von dem hilfreichen Erzähler begleitet, musikalisch jedoch von Hector Berlioz und seinem romantischen Oratorium „L’Enfance du Christ“ für Soli, Chor und Orchester op. 25. In drei Etappen hat Berlioz dieses opernähnliche Stück komponiert. Teil I, das Hirtenstück, wurde 1853 in Paris uraufgeführt, Teil II in Leipzig, und das Gesamtwerk mit großem Erfolg am 10. Dezember 1854 in Paris unter der Leitung von Berlioz…

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Berlin/ Deutsche Oper: „Klaus Florian Vogt ist der beste Lohengrin unserer Zeit“

Auszug aus dem Blog „Klassik begeistert“: Klaus Florian Vogt ist DER Lohengrin unserer Zeit. Das beweist er immer und immer wieder. So auch an diesem Abend mit Starbesetzung in der Deutschen Oper Berlin. Wenn er im ersten Akt zur Errettung der unschuldigen Elsa als geflügelte Lichtgestalt erscheint, dann sieht er nicht nur so aus, sondern singt auch wie ein Engel! Die ätherische Reinheit, Zartheit und Schönheit in seiner Stimme sind nicht von dieser Welt…

 Sebastian Koik berichtet aus der Deutschen Oper Berlin.
Bitte weiterlesen:
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KLASSIK BEGEISTERT

Daniel Barenboim für Anerkennung des Staates Palästina
Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim (75) hat sich für die internationale Anerkennung des Staates Palästina ausgesprochen. „Man kann einen Kompromiss zwischen zwei Völkern, noch nicht einmal zwischen zwei Menschen, erwarten, die einander nicht anerkennen“, schreibt Barenboim in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“. Der Musiker reagiert damit auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen.
Musik heute

Berlin: „Märchen im Grand-Hotel“ in der Komischen Oper: Trinkgeld regiert die Welt
Eine rasante Feier der Lebensfreude: Die Komische Oper zeigt Paul Abrahams „Märchen im Grand-Hotel“.
Tagesspiegel

Buchvorstellung: Michael Kraus: DIE MUSIKALISCHE MODERNE AN DEN STAATSOPERN VON BERLIN UND WIEN 1945–1989

BuchCover Kraus Musikalische Moderne
Paradigmen nationaler Kulturidentitäten im Kalten Krieg
537 Seiten, J.B. Metzler, 2017

Autor Michael Kraus (Jahrgang 1957) ist ein nicht nur in Wien, sondern international bekannter Opernsänger, der auch als Regisseur, Übersetzer von Libretti und Historiker tätig ist.  Komparatistisch die Staatsopern von Berlin und Wien nebeneinander stellend, befasst er sich mit ihrem „modernen Repertoire“ und Uraufführungen. Dabei geht es ihm nicht in erster Linie um die theaterwissenschaftlich akkurate Schilderung des künstlerischen Impakts einer Aufführung.

In diesem Werk, das er als seine Dissertation vorlegte, will er vielmehr erzählen, wie es zu den jeweiligen Produktionen kam und was sie erreichten…


Michael Kraus bei seinem Besuch beim „Online-Merker“ (2017). Copyright: Barbara Zeininger

Michael Kraus war bereits in unserer Galerie zu Gast, sein Auftritt zählte zu den Sternstunden in der bisherigen (kurzen) Geschichte unseres Veranstaltungsortes.

Buchvorstellungen:

BuchCover Holm, Renate seele

http://der-neue-merker.eu/renate-holm-wer-seiner-seele-fluegel-gibt

BuchCover Horowitz, Leonard Bernstein

http://der-neue-merker.eu/michael-horowitz-leonard-bernstein

BuchCover WagnerTrenkw Orchester nie schläft

http://der-neue-merker.eu/christoph-wagner-trenkwitz-das-orchester-das-niemals-schlaeft

ORF/ Heute: „Adventsingen aus Grafenegg 2017“ (20.15 Uhr)

– Am Mittwoch, dem 20. Dezember 2017, präsentiert ORF III Kultur und Information bereits zum zweiten Mal das traditionelle „Adventsingen aus Grafenegg 2017“ (20.15 Uhr). Auch in diesem Jahr erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches Programm zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest. Adventlieder und weihnachtliche Weisen mit dem Chor der Chorszene Niederösterreich, den Mostviertler BlechMusikanten, dem Kinderchor Krems, D’Schlofhaumbuam, der Ybbstaler Lehrermusi und den Rossatzer Bläsern. Lesungen des Schriftstellers und Erzählers Folke Tegetthoff runden das Programm ab. Durch den Abend führen Dorli Draxler und Edgar Niemeczek.

Adventstimmung kommt auf Umwegen auch bei der anschließenden Komödie „Das Weihnachts-Ekel“ (21.40 Uhr) von Regisseur Joseph Vilsmaier auf…

Heute im Wiener Musikverein: MAHLER „ACHTE“ – geglückt gewagt!

Andrès Orozco-Estrada, kolumbanisches Energiebündel, aufgestiegen aus der Wiener Musikhochschule in eine Weltkarriere, hat für seine Rückkehr an das Pult des Tonkünstler Orchesters mit Mahlers „Achter“ Risiko wie Herausforderung gesucht. Als so flinker wie geschickter Disponent gewann er mit dezidiertem Blick auf Tempi und Lautstärken die Materialschlacht zwischen Sängern und Instrumentalisten…

Sängerisches Glück bei Mahler zu finden, ist heikel: die Sopranistinnen Catherine Foster und Heidi Melton wagten sich mit wechselnden Erfolgen an Unsingbares, Sunhae Im pries keusch die Gottesmutter, Tenor Robert Dean Smith schien sympathisch deplaciert, Bariton Jochen Schmeckenbecher uninteressiert, nur Günther Groissböck glänzte als Einspringer. Verwirrung bei den Mezzos: Kelley O’Connor war anwesend, für die verletzte Janina Baechle wurde Theresa Kronsteiner eingeflogen. Das wurde nur dem Publikum nicht mitgeteilt, Schlamperei hat in Wien doch gewissen Charme. Schlussendlich dankbare Jubelstürme für alle.

Wiederholung im Wiener Musikverein heute, Mittwoch. Übertragung auf Ö 1 am 7. Jänner 2018, 11.03.

https://diepresse.com/home/kultur/klassik/5341314/Mahlers-Achte-im-Musikverein-geglueckt-gewagt

VIDEOAUSSCHNITT

Matthias Hartmann scheint auf die Butterseite gefallen zu sein: Didi Mateschitz macht es möglich

Hartmann: Auf die Butterseite gefallen
Münchner Beta Film und Energydrink-Produzent haben Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens bei Kartellbehörde angemeldet.
https://www.leadersnet.at/news/29326,ex-burgtheaterdirektor-soll-globales-tv

Filme der Woche

FilmCover Jumanji~1
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Vor 22 Jahren, 1995, als Robin Williams noch auf der Höhe seines Ruhmes war und dennoch manchen dummen Film drehte, gab es die erste Fassung von „Jumanji“, wobei mit Hilfe der phantastischen Idee, dass Menschen sich „in“ einem Spiel wieder finden, sehr viel reales Geld in den Kinokassen landete.

Heute ist Jumanji kein schlichtes Brettspiel mehr, sondern – zeitgemäß upgedated – ein Videogame reinsten Wassers, das seine vier jungen Spieler in das Spiel hineinzieht – aber nicht in ihrer eigenen Gestalt, sondern in jener der Spielfiguren, die sie angenommen haben. Diese haben nun die Aufgabe, die unsichtbaren Originalcharaktere, die in diametralem Gegensatz zu ihrem nunmehrigen Aussehen stehen, quasi mitzuspielen… das ist die Pointe der Geschichte, und wohl auch die einzige…

Schweden: „Vertragsschluss“ vor dem Sex
Sexualstrafrecht vor massiver Verschärfung: Die Partner müssen vor jedem Mal explizit um Erlaubnis bitten und sie auch erhalten. Sonst könnte Vergewaltigung vorliegen.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5341292/Schweden_Vertragsschluss-vor-dem-Sex

Verrückt, man kann auch übertreiben! Ich werde meinen Enkel warnen müssen, er soll immer einen Vertragsentwurf und Kugelschreiber bei sich haben. Und um ganz sicher zu gehen, soll sich die Dame vorher ausweisen, man kann ja nie wissen, ob man nicht vielleicht „gelegt werden“ soll.

Zum Glück habe ich andere Zeiten erlebt.

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/20-dezember-2017


19. DEZEMBER 2017

by ac | 19. Dezember 2017 09:05

 

Kunst kämpft in Mammons Schatten

„Kunst und Kultur“ kommen oft vor im neuen österreichischen Regierungsprogramm. Von „Künstlerinnen und Künstlern“ ist seltener die Rede. Die neue Regierung möchte sie gern mit öffentlichen Förderungen in die wirtschaftliche Unabhängigkeit schicken.
https://www.sn.at/kultur/kunst-kaempft-in-mammons-schatten-21854017

Heinrich Schramm-Schiessl hat sich darüber Gedanken gemacht. HSS ist eher dem bürgerlichen Lager zuzuordnen, stimmt also nicht in das zu erwartende Lamento der nunmehrigen Opposition ein – sondern versucht eine faire Betrachtung:

Die Absichtserklärungen – denn mehr war ein Regierungsprogramm noch nie – zu diesem Thema umfassen innerhalb des über 180 Seiten starken Papiers gerade einmal 5 Seiten. Das führt uns wieder einmal vor Augen, in welchem Mikrokosmos wir uns mit unserer Kunst- und Kulturbegeisterung eigentlich befinden.

Was steht als nun in diesem Kapitel: Na ja, es sind sehr viele Selbstverständlichkeiten , die eigentlich keiner eigenen Erwähnung bedürfen. Das Interessante kann man – wie so oft – im Detail erkennen und da wird manches durchaus für Diskussionen sorgen. Da wäre zum Beispiel die „Einbindung des Kunst- und Kulturprogrammes in die EU-Ratspräsidentschaft im 2. Halbjahr 2018“. Was man darunter versteht, wird nicht ausgeführt. Man kann nur hoffen, dass man hier nicht nur auf die bekannten Klischees setzt, sondern auch zeigt, dass es in Österreich auch eine innovative und aktive Kunst- und Kulturszene gibt. Für viel Diskussion wird auch die Absicht der „Prüfung der Einrichtung einer Bundesstiftung für die Finanzierung von zentralem Erwerb bedeutender Kunst- und Kulturprojekte (…)“ sorgen. Wenn man hier am internationalen Kunstmarkt – man weiss, was da zum Teil für bedeutende Kunstwerke bezahlt werden muss – mitspielen will, wird man viel Geld in die Hand nehmen müssen, und so lobenswert diese Absicht auch ist, das Verständnis dafür bei einem großen Teil der Bevölkerung wird wohl endenwollend sein…

Lieber Heinz, 5 von 180 Seiten sind gar nicht so wenig, jedenfalls mehr, als man beim Kunst- und Kulturverständnis der österreichischen Gesamtbevölkerung erwarten würde. Wie Du richtig folgerst, ist das Verständnis der Steuerzahler für Investitionen in Kunst und Kultur, vor allem aber über Investitionen am Internationalen Kunstmarkt „endenwollend“.

Außerdem: Was fällt unter Kunst und Kultur? Nur Hochkultur? Etwa auch Andreas Gabalier? Sicher auch Brauchtum.

Weiter in den Ausführungen von HSS: Zwei geplante Maßnahmen könnten von weniger wohlmeinenden Beobachtern der Szene durchaus als „Angriff“ auf die Freiheit der Kunst, zu der sich die Regierung natürlich bekennt, kritisiert werden. Da ist einmal die „Förderung von Kunstschaffenden unter klar definierten Qualitätskriterien“. Da wäre natürlich zu hinterfragen, wer diese Kriterien erstellt. Ähnliches gilt für die beabsichtigte Änderung des Kunstförderunggesetzes, in deren Rahmen eine Evaluierungen aller Förderungen ab 100.000 Euro vorgesehen ist…

Jetzt aber ganz ehrlich, wer erstellte bis jetzt die Kriterien für den Förderungskatalog? Das waren doch auch Menschen, die politisch orientiert waren, anderfalls sie gar nicht in die Lage gekommen wären, über Förderungen zu entscheiden. Wie soll man sonst entscheiden? Im Sport ist das einfach, da entscheiden Uhr, Meter oder auch Tore. Danach richtet sich der Kriterienkatalog. Aber bei Kunst und Kultur, was gibt da den Ausschlag?

Mir gefällt,  dass die Förderung von Kunstschaffenden „auch als Sprungbrett in die wirtschaftliche Unabhängigkeit“ gesehen werden müsse. Dazu müssen wir aber wirklich weg vom „Gießkannenprinzip“. Diese Forderung höre ich aber, seit ich denken kann. Ich bezweifle, dass die neue Regierung das schafft. Aber der Versuch, Kunstschaffende aus der bequemen lebenslangen Hängematte zu holen, ist zu begrüßen.

Wien ist anders, deswegen erhöht Wien die Subventionen für die „Freien Gruppen“. Das wird aus dem Stadtbudget bezahlt, hat daher mit der Regierung nichts zu tun.

Wien/ Kulturpolitik
Die Mittel für freie Gruppen werden erhöht“
Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny antwortet auf Kritik an der Theaterreform: Vergabe der Fördermittel, Transparenz, kurze Spielserien.
Wiener Zeitung

München/ Bayerische Staatsoper: „Il Trittico“ ist medial gesehen „ein Wurf“
„Der Mantel“: Wolfgang Koch (Michele) und Eva-Maria Westbroek (Giorgetta). Copyright: Wilfried Hösl/ Bayerische Staatsoper

Tod im Zeittunnel: Lotte de Beer inszeniert Puccinis „Trittico“ an der Münchner Staatsoper
Neue Musikzeitung/nmz.de
Bayerische Staatsoper rockt Puccinis Trittico
Sueddeutsche Zeitung
Im Riesen-Trichter durch Puccinis Welten
Die Presse
„Il trittico“ in der Staatsoper: Jubel für Puccini
Münchner Abendzeitung
Petrenko herausragend, de Beer harmlos
BR-Klassik
Klamotte gegen Klangerotik
Puccinis selten gezeigte dreiteilige Oper „Il trittico“ ist in München mit allen Wassern gewaschen, dank dem Dirigenten-Meister Kirill Petrenko. Es gibt verrückte Obelix-Momente sowie tiefste Verzweiflung.
Sueddeutsche Zeitung

Am Samstag können wir uns den neuen „Münchner Wurf“ mittels kostenlosem Stream ansehen!

Auch ein Kriterium für Erfolg: Der Schlussapplaus.
Wien/ Theater an der Wien: Hagen und „die Mannen“ – im putzigen Outfit. Copyright: Herwig Prammer

Ernst Kopica ist als (mittlerweile pensionierter) Beamter des Stadt-Rechnungshofes gewohnt, zu beobachten und zu analysieren. Nach „Hagen“ in der neuen „Ring-Trilogie fiel ihm Folgendes auf: Gestern besuchte ich nach langer Zeit wieder einmal das Theater an der Wien. Meine Körpergröße (knapp 190) verelidet mir normalerweise das Sitzen, diesmal hatte ich die Gelegenheit einen fußfreien Platz zu ergattern. Den ersten Teil der Hagen-Trilogie fand ich spannend, hätte mir nicht gedacht, dass die Neuzusammenstellung der Szenen so gut passen könne. Ein paar Regiekalauer (der hopsende Männerchor der Mannen) waren überflüssig, die sängerischen Leistungen auch nicht immer ganz top, aber alles in allem ein gelungenes Experiment. Soweit, so gut! Aber was ich beim Schlussapplaus erlebte ließ mich ratlos zurück. Ein Jubelgeschrei, als hätten man die besten Wagnersänger der Welt an einem Abend erlebt, wer je in Italien Claqueure erlebte, hatte ein Deja vu! Daher meine Frage an die Insider am Naschmarkt: Werden von der VBW Claqueure in JEDE Vorstellung beschickt, bisher erlebte ich dort sowas nur bei Premieren. Nachsatz: Ehrlicher Jubel klingt anders, hunderte Mal gehört, da macht der Vergleich sicher!

Eine Kritik über die vorhin erwähnte Aufführung haben wir auch anzubieten.

Im Abgehen konnte ich noch eine Bemerkung eines jungen Opernbesuchers aufschnappen, der meinte, er kenne sich überhaupt nicht aus und müsse das Ganze erst zu Hause nachlesen. Und damit hat dieser Besucher den Nagel dieser Produktion auf den Kopf getroffen. Sie wendet sich an Wagner, respektive Ring-Kenner und Kennerinnen. Wer zum ersten Mal mit diesem Stoff konfrontiert wird, verlässt das Theater wohl ebenso ratlos wie der junge Besucher. (Harald Lacina)

Zum Bericht von Harald Lacina

Allerdings, wer von Oper „Auskennen“ im Sinn von Logik erwartet, geht an der Realität vorbei. Gestern war ich bei „Arabella“ in der Staatsoper. Die Handlung ist wirklich schwer auszuhalten und noch schwerer zu verstehen. Mich würde die Fortsetzung interessieren. Wieso fühlt sich der gute Waldner saniert? Bekommt er künftig Geld aus Slawonien überwiesen? Hält es Arabella mit diesem eifersüchtigen Choleriker überhaupt so lange aus, bis die Waldners saniert sind? Auch ich gehe bei „Arabella“ immer völlig ratlos aus der Oper, obwohl ich das Werk gute 20 Mal gesehen habe!

Tiroler Festspiele: Der „Erlkönig“ ordnet sein Reich

Früher hat Kuhn in Erl irrsinnig viel dirigiert und inszeniert, nämlich alles. Mittlerweile dirigiert und inszeniert er nur noch sehr viel: diesen Winter etwa den Puccini, zwei Abende mit den vier Brahms-Symphonien und das Neujahrskonzert. Das Dirigat der zweiten szenischen Produktion, Rossinis Barbiere di Siviglia, bestreitet Andreas Leisner, das Silvesterkonzert leitet Patrick Hahn. Gibt er langsam Verantwortung ab, macht er sich daran, Nachfolger aufzubauen? „Ja, klar“, meint Kuhn fröhlich, „das tun wir schon die ganze Zeit.“ Auf den erst 22-jährigen Patrick Hahn – der gebürtige Grazer ist bei den Winterfestspielen auch solo mit Georg-Kreisler-Chansons zu erleben – hält der gebürtige Steirer Kuhn große Stücke, wie auch auf Beomseok Yi, den musikalischen Referenten der Festspiele. Es beruhige ihn sehr, dass hier fähige Kräfte bereitstünden, so Kuhn. Zudem beabsichtigt der 72-Jährige, sich ab 2020 sukzessive aus dem Leitungsgremium der Festspiele zurückzuziehen. -( Quelle: Der Standard)

Der Standard

Am Freitag debütiert ein junger Österreicher (Steirer) an der Wiener Staatsoper: Thomas Tatzl
Thomas Tatzl beim Interview in der Galerie des „Online-Merker“. Copyright: Barbara Zeininger.

Drei Wochen vor diesem Debüt als „Papageno“ in der Zauberflöte war er bei uns und es entstand ein von Renate Publig geführtes Interview.

ZUM INTERVIEW

DRESDEN/ Semperoper: DIE TOTE STADT. Premiere

Die nicht gerade sehr einfallsreichen Kostüme von Falko Herold bringen den Opernbesucher dann sehr schnell wieder auf den Boden der üblichen Theater-Realität. Paul schlendert in alten, seine Figur unvorteilhaft unterstreichenden Hosen mit den üblichen Hosenträgern, über die Bühne, später mit wehendem Mantel, wobei man sich fragt, wieso diese junge, hübsche, von ihren Theaterkollegen vergötterte Marietta, die schon eher verführerisch in ihren kurzen Kleidchen und erst recht in ihrem mondänen Morgenmantel wirkt, alles tut, um diesen, hier alt und verschlampt erscheinenden Mann ganz für sich zu gewinnen, aber das existiert vielleicht nur in seiner Fantasie. Im starken Kontrast dazu geht es sehr bunt im wahrsten Sinne des Wortes und mit sehr farbenfreudigen Kostümen wie zu einer Harlekinade im Stil der Commedia dell’arte bei Mariettas Theatertruppe zu, die gerade die „Totenerweckung von Helene“ aus der Oper „Robert der Teufel“ von G. Meyerbeer probt!

Etwas zwiespältig war auch der musikalische Eindruck…

Zum Premierenbericht von Ingrid Gerk

Onassis Cultural Centre, Athen: „Das Buch der Unruhe“ von Michel Van der Aa

Die neue Musik bestreitet oft ungewöhnliche Wege und erweitert beständig das Spektrum an Aufführungsästhetiken und -formen. Musiktheater kann dabei experimentelle Züge annehmen, so dass dessen Werke nurmehr partiell der tradierten Form der Oper ähnlich erscheinen. Das Athener Onassis Cultural Centre öffnet einmal mehr der Neuen Musik das Haus und bringt mit einigem Aufwand das 2008 uraufgeführte Stück „Das Buch der Unruhe“ von Michel van der Aa auf die Bühne. Dabei handelt es sich um ein Werk des Musiktheaters für einen Schauspieler, Ensemble und Film…

Zum Bericht von Ingo Starz

Erfurt: „Die lustige Witwe“-
Copyright: Theater Erfurt

Regisseur Axel Köhler nutzt die Gunst der Stunde, um aktuelle politische Bezüge satirisch zu analysieren. Der Staat Pontevedro ist pleite und es wird der Rauswurf, der „Ponteve-Drexit“, aus der Europäischen Union, unweigerlich folgen. Dazu werden in der Inszenierung natürlich jede Menge Späße gemacht…

Zum Premierenbericht von Larissa Gawritschenko und Thomas Janda

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK – 19.-25. DEZEMBER 2017
(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

 

Das gesamte Programm finden Sie heute in den Infos des Tages.

Eine Besprechung eines  weiteren FILMS DER WOCHE ist online.

Mehr darüber morgen.

Den Link dazu kann ich aber anbieten:
http://der-neue-merker.eu/allgemein/filmtv

HEUTE: Im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Charlotte Pohl, Malerei und Druckgrafik“ findet eine improvisierte Weihnachtsfeier in der „Strichelei“ statt, zu der Freunde des Online-Merker herzlich eingeladen sind! Beginn 19 h. Mitzubringen ist nur gute Laune! Getränke und Weihnachtsbäckerei sind vorhanden! (Galerie des „Online-Merker, Zeleborgasse 20, Eck Vivenotgasse) U6 Station Bahnhof Meidling. Die Kurzparkzone gilt nur bis 19 h!

 

Haben Sie einen schönen Tag. Wenn Sie Zeit haben, schauen Sie doch bei uns vorbei. Gilt auch für Kurzentschlossene!

A.C.

 

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/19-dezember-2017


18. DEZEMBER 2017

by ac | 18. Dezember 2017 08:48

München: Jubel wie bei einem Rockkonzert an der Bayerischen Staatsoper: „Il Trittico!“ – Gianni Schicchi. Copyright: Bayerische Staatsoper/Wilfried Hösl

Heinrich Schramm-Schiessl hört sich jede größere Opernpremiere im Radio an und berichtet von großem Jubel beim Schlussapplaus. Die Meldung wird von der Süddeutschen Zeitung bekräftigt, dieses Blatt schreibt sogar von „Applaus wie nach einem Rockkonzert“. Der Bayerischen Staatsoper dürfte somit eine gelungene Neuinszenierung geglückt sein. Samstag (23.12.) können wir uns alle mittels kostenlosem Stream davon überzeugen.

Applaus wie bei einem Rockkonzert: Puccinis „Trittico“ in München

Jubel wie nach einem Rockkonzert hat das Münchner Nationaltheater nach der Premiere von Giacomo Puccinis Spätwerk „Il Trittico“ (Das Triptychon) am Sonntagabend erfüllt. Die letzte Neuinszenierung dieses Jahres stand unter musikalischer Leitung von Kirill Petrenko, der die gegensätzlichen Stücke des Dreiteilers ebenso unpathetisch wie emotional packend dirigierte. Unter den Darstellern auf der Bühne war die albanische Sopranistin Ermonela Jaho als Suor (Schwester) Angelica unbestrittener Star des Abends. In der Rolle des Gianni Schicchi glänzte der italienische Bariton Ambrogio Maestri.

Regie führte die Niederländerin Lotte de Beer. Die künstlerische Leiterin des niederländischen Ensembles Operafront heimste für ihr Münchner Operndebüt ebenfalls begeisterten Beifall ein… (Quelle: „Süddeutsche Zeitung)

Sueddeutsche Zeitung

München/ Bayerische Staatsoper
Erster Kurzbericht zur Premiere „Il Trittico: Euphorie im Kühlschrank
http://www.musik-heute.de/17091/muenchner-il-trittico-premiere-euphorie-im-kuehlschrank/

Diese Premiere wird uns wohl in den nächsten Tagen nach Vorliegen eines ausführlichen Pressespiegels noch beschäftigen.

GRAZ: „EUGEN ONEGIN“ aus etwas alternativer Sicht (Premiere 16.12.)

Aus dem Polizeiprotokoll: „Der hierorts von St.Petersburg zugezogene Edelmann Eugen O. wurde gestern bei der Familie Larin während einer Ballveranstaltung vom Schriftsteller Lenski zu einem Ehrenhandel auf Pistolen gefordert. Heute morgen um sieben Uhr fand unter Beisein des Sekundanten Lenskis, Hauptmann Saretzki im nahen Stadtwald ein Duell statt. Nach Eintreffen der Polizei fand man Lenski tot auf, aus der Pistole des Eugen O. war kein Schuss gefallen, die Kugel befand sich noch im Lauf. Schmauchspuren auf der Hand und im Gesicht des Toten ließen keinen Zweifel aufkommen, dass sich Lenski im Verlauf der Auseinandersetzung selbst getötet hat. Die Kugel stammte ohne Zweifel aus dessen Pistole.“

So, oder so ähnlich hätte ein Polizeibericht aus der Entstehungszeit von Puschkins Versepos ausfallen können, zumindest aber so sieht die niederländische Regisseurin Jetske Mijnssen den dramatischen Höhepunkt dieser Oper in ihrer Inszenierung für die Grazer Oper, tatsächlich ein mit spannender Personenführung gelöster Zugang zu diesem Drama, in welchem die Ehre eine tragend-tragische Rolle spielt. Einerseits der vermeintliche Ehrverlust des Dichters Lenski, der zu dem einleitend fiktiv geschilderten Duell führt und andererseits die von Tatjana beschworene Ehre, die sie an der Unerschütterlichkeit ihrer Treue zu dem alten und kriegsversehrten Fürsten glauben lässt…

Auch final überrascht, neben dieser Deutung über den Tod Lenskis, die Regisseurin mit einer weiteren, ungewöhnlichen Lesart – dargestellt als ein Aufwachen Tatjanas aus einer letzten Liebesnacht mit Onegin! Ein Wunschdenken Tatjanas? Ein Traum, oder aber als Tatsache gemeint? Es kann dieser Ausgang der Phantasie dem Zuschauer anheim gestellt sein, grundsätzlich ändert es nichts am Ausgang der Handlung.

Zum Premierenbericht von Peter Skorepa

Auszug aus dem Premierenbericht der „Salzburger Nachrichten“,  auf die Situation Tatjanas mit Gremin besonders eingehend: …Tatjanas Ehemann
Fürst Gremin ist hier ein Pflegefall, und sie selbst ihm keineswegs treu sondern sie gönnt sich eine Liebesnacht mit Onegin. Zur Polonaise im dritten Akt wird ein Tisch gedeckt, das ist dann auch schon alles, kein Ball, kein Tanz, gar nichts. Was schade ist, so eindrucksvoll wie Lyniv diese Musik dirigiert…

Tschaikowskys „Eugen Onegin“ trumpfte in Graz auf
Tschaikowskys Werk rund um die Seelenqualen von vier jungen Menschen geriet für die Chefdirigentin der Grazer Oper, Oksana Lyniv, bei der Premiere am Samstag zu einem großen Erfolg. „Eugen Onegin“ in schlichtem Birkenholz und mit Kostümen der Entstehungszeit konnte mit guten Sängern und ganz besonders mit ausgefeiltem Dirigat punkten, die Inszenierung steuerte einige befremdliche Details bei
Salzburger Nachrichten

KÖLN/ Staatenhaus: RIGOLETTO- Wiederaufnahme am 17.12.

Auszug aus dem Bericht von Christoph Zimmermann: Die Kölner Oper hatte in der laufenden Saison nicht eben viel Glück mit ihren Produktionen, jedenfalls aus der Sicht des hier zeichnenden Rezensenten. Umso erfreulicher ist es, mit der Wiederaufnahme von Verdis „Rigoletto“ einen Abend zu bilanzieren, der in vieler Hinsicht echtes Weltklasse-Niveau besitzt.  Von „Trovatore“ wurde einmal gesagt, für eine stimmige Wirkung genüge die Verfügbarkeit von optimalen Sängerprotagonisten. Das läuft der Auffassung des Theatermenschen Verdi freilich zuwider und würde im Falle des Kölner „Rigoletto“ auch die Qualitäten von KATHARINA THALBACHs Inszenierung verkleinern.  Aber es ist tatsächlich so, dass für die Hauptpartien Künstler zur Verfügung stehen, wie sie besser auch an der Met, der Scala oder am Bolschoi kaum geboten werden könnten…

Zum Bericht von Christoph Zimmermann

Im Opern-Olymp agiert niemand anarchischer als Anna Netrebko.

Aber sie kann sich alles leisten. Die Diva mit der Goldstimme hat sichtlich Spaß an ihrem Superstar-Dasein – und ihr Publikum auch.
Anna Netrebko auf einem Mailänder Weihnachtsmarkt. Foto: Facebook

Auszug aus einem Artikel des Nachrichtenmagazins „Profil“

…Künstlerin und Mutter

Noch größer ist dieser freilich, wenn man Anna ohne Filter und Schminke als Fast-Normalsterbliche zu sehen bekommt – wie sie etwa durch die Salzburger Hofstallgasse im kühnen Mustermix aus Babuschka und Badenixe schreitet oder sich auf der Wiener Kärntner Straße (sie wohnt ja gleich in Opernnähe) den begeisterten Fans präsentiert. Aber auch auf dem dauerpräsenten Smartphone. Denn sie lebt lustvoll beides: das durchaus anstrengende Artistinnendasein und die sich um gar keinen neugierigen Blick von außen scherende Existenz einer Mutter mit Kind und dritter Liebe.

Freut sich die Anna, dann freut sich auch ihr Publikum. Es verzeiht ihr all die modischen Irrungen und Wirrungen, auch all die bei anderen verteufelten musikalischen Seitensprünge – sei es der russische Bombast-Pop mit ihrem fast so stark wie sie selbst geschminkten Trauzeugen Filipp Kirkorow, sei es volkstümelnder Schrott unplugged à la „Amoi Seg‘ Ma Uns Wieder“ mit Andreas Gabalier, wo sie den Dialekt wie Pelmeni kaut – obwohl sie den österreichischen Pass hat. Und erst recht „Romanza“, die aktuelle, von ihrer Plattenfirma Deutsche Grammophon fast schamhaft auf einem Unterlabel veröffentlichte Duo-Platte mit schwülstigen Liebesliedern des Filmkomponisten Igor Krutoi als kalorienschweres Kitschgericht im Synthesizer-Rand…

Oper: Die anarchische Diva Anna Netrebko
Im Opern-Olymp agiert niemand anarchischer als Anna Netrebko. Aber sie kann sich alles leisten. Die Diva mit der Goldstimme hat sichtlich Spaß an ihrem Superstar-Dasein – und ihr Publikum auch.
https://www.profil.at/kultur/oper-diva-anna-netrebko-8573837

Dresden: Premiere „Die tote Stadt“ in Dresden: Die Abgründe einer Mannespsyche
DeutschlandfunkKultur
Die Semperoper landet mit Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die Tote Stadt“ einen Coup!
Neue Musikzeitung/nmz.de

WIEN/ Musikverein:  MAHLERS „ACHTE“ am 19. und 20.Dezember im Wiener Musikverein, (heute, am 18. im Festspielhaus St. Pölten)
Andres Orozco-Estrada. Foto: Oroczo-estrada.com

MEHR INFO

Timmendorfer Strand: Maritim Musikpreis 2017


Rainer Wulff (Juryvorsitz), Shuang Zhang, Irina Bogdanova, Yinghao Liu . Copyright: Krause

Die Sopranistin Irina Bogdanova (24) gewann am Sonnabendabend im Konzertsaal des Maritim Seehotels in Timmendorfer Strand den Maritim Musikpreis 2017 (Oper, Operette, Oratorium, Lied) in Höhe von 5 000 Euro. Irina Bogdanova stammt aus Wolgograd, ging aber in Hamburg zur Schule und studierte Systematische Musikwissenschaft, bevor sie ein Gesangsstudium an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater begann.

Ich wundere mich als ehemaliger Kaufmann immer wieder, mit welch eher bescheidenen Mitteln Institutionen (wie in diesem Fall die „Maritim-Hotelgruppe) auf sich medial aufmerksam machen. Um ein Preisgeld von 5000 Euro machen der Veranstalter ein Riesen-Brimborium. Wenn der Online-Merker darüber berichtet, dann nicht wegen der Veranstalter, sondern wegen der jungen Künstler.

München/ Residenztheater: Theaterstück über Philipp Lahm: Was macht ein Ex-Fußballstar eigentlich den ganzen Tag?
Kein Drama, keine Konflikte: „Philipp Lahm“ ist ein Theaterstück, in dem nichts passiert. Jetzt hat das Stück am Münchner Residenztheater Premiere gefeiert – und selten war das Nichts unterhaltsamer.
Salzburger Nachrichten
Wir sind alle Philipp Lahm
Sueddeutsche Zeitung

Nun erweist sogar das Münchner „Resi“ dem Fußballer Philipp Lahm mit einem Theaterstück die Ehre. Für mich war Philipp Lahm immer der Inbegriff des braven, seriösen Jungen, den sich jede Schwiegermutter als Schwiegersohn wünscht. Dass er einmal Stoff für ein Stück, „in dem nichts passiert“ am  „Resi“ abgeben würde, hätte ich zwar nicht vermutet, aber nachdem „nichts passiert“ ist es wohl wieder typisch für den ehemaligen Kapitän der deutschen Weltmeister-Elf.

WIEN/ Akademietheater: Mittwoch Premiere „Vor Sonnenaufgang“ von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann
Markus Mayer, Michael Maertens. Copyright: Barbara Zeininger

Filme der Woche
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Zu Beginn erfährt man nicht ohne Erstaunen etwas Neues: Dass es nämlich in der Bretagne immer noch Räumungskommandos gibt, die verbuddelte Sprengköpfe aus den Kriegen suchen und diese entschärfen. Diesem erstaunlichen Beruf geht unser Held Erwan nach – François Damiens ist alles andere als ein spektakulärer Typ, aber ein ruhiger, sympathischer Mann. Er hat einen ebenso sympathischen alten Vater (der großartige Guy Marchand) und eine quengelige junge Tochter – schwanger, aber sie weiß nicht, von wem, will es auch nicht wissen. Bei irgendeinem Fest hatte er halt eine Zorro-Maske auf… und das war’s dann.

In diesem Film von Regisseurin Carine Tardieu sieht man (leider) nicht allzu viel von der Bretagne, erfährt aber glücklicherweise viel über die bretonischen Menschen, die immer noch „anders“ sind. Was bedeutet „Familie“ heute, was bedeutet „Vater sein“? Im allgemeinen nicht viel in der modernen Gesellschaft und in den großen Städten. In den entlegeneren Landschaften ist es anders. Da hält man zusammen, da sind die Alten nicht quengelig, lästig und besitzergreifend und die Jungen nicht oberflächlich und unfreundlich. Und wenn es in der Familie drunter und drüber geht, dann ist das sehr, sehr wichtig…

Österreich: Opposition übt Kritik am Kultur- und Medienprogramm
Teils harsche Kritik am Kunst- und Kulturprogramm der künftigen ÖVP-FPÖ-Regierung kommt am Tag nach der Präsentation von den Oppositionsparteien. Der bisherige Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) ortete viel Camouflage, während NEOS-Kultursprecher Sepp Schellhorn die Freiheit der Kunst gefährdet sah. Kritisch äußerten sich auch die Liste Pilz sowie die IG Autorinnen Autoren.
Salzburger Nachrichten

Das ist Aufgabe jeder Opposition, mehr ist dazu nicht zu sagen.

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/18-dezember-2017


17. DEZEMBER 2017

by ac | 17. Dezember 2017 09:04

Heute Premiere an der Bayerischen Staatsoper: Puccinis „Il Trittico“. Ermonela Jaho in „Suor Angelica. Copyright: Wilfried Hösl

New York, 14. Dezember 1918: Auf der Bühne der Metropolitan Opera hebt sich der Vorhang für Giacomo Puccinis „Il trittico“ – drei Kurzopern von je einer Stunde Dauer, komplett verschieden und doch zusammengefügt zu einem Opernabend. Die Uraufführung wird eine Sensation. Heute gehört die Trilogie nicht mehr zu Puccinis populärsten Stücken, und an der Bayerischen Staatsoper gab es sie bislang auch nicht komplett in der italienischen Originalfassung. Die Premiere am 17. Dezember ist also ein Debüt.
BR-Klassik
Bilder zur Premiere
BR-Klassik

Dirigent: Kirill Petrenko
Inszenierung: Lotte de Beer

Der Bayerische Rundfunk überträgt die Premiere live; ab 17:30 Uhr gibt es im Foyer aus dem Münchner Nationaltheater Live-Interviews mit Beteiligten der Produktion. Moderation: Annika Täuschel.

STAATSOPER TV : Stream am Samstag, 23. Dezember um 19 h.

BAYERISCHE STAATSOPER MÜNCHEN: Wie immer  unser Kurzbericht unmittelbar nach Ende der Übertragung auf Bayern 4:

Großer Jubel sowohl beim  Fallen des Vorhangs nach Gianni Schicchi, auch für die Sänger, den Dirigenten und das Regieteam.

Heute in der Wiener Staatsoper: Wiener Staatsballett: Verklungene Feste | Josephs Legende

Die Wiederaufnahme des zweiteiligen Ballettabends Verklungene Feste | Josephs Legende (Choreographie: John Neumeier) am Sonntag, 17. Dezember beschließt die derzeit stattfindenden Strauss-Tage mit insgesamt sechs Opern- und zwei Ballettwerken an der Wiener Staatsoper:

Die drei Vorstellungen (17. Dezember, 14.00 und 19.30 Uhr sowie 20. Dezember, 19.30 Uhr) werden dirigiert von Gerrit Prießnitz, der derzeit auch die Staatsballett-Premierenproduktion von Roméo et Juliette an der Volksoper Wien leitet.


„Josephs-Legende“. Denys Cherevychko als Joseph, Rebecca Horner als Potiphars Weib (c) Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

In Josephs Legende tanzen am 17. Dezember nachmittags Géraud Wielick den Joseph (Rollendebüt), Roman Lazik den Engel, Gastsolistin Patricia Friza (Rollendebüt am Haus) Potiphars Weib und Eno Peci den Potiphar.

Wiener Staatsoper: Presseberichte zu „Arabella“

Staatsoper: Neuzugänge im falschen Wiener Jahrhundert
Kritik Interessante Sängerdebüts in der fälschlich in den 1930er-Jahren angesiedelten „Arabella“-Produktion.
Die Presse
Betörende Brautschau
Wiener Zeitung

GRAZ: Eugen Onegin. (Premiere war am Samstag)

Wir erwarten einen Eigenbericht. Einstweilen nehmen wir mit einer Nachtkritik der „Kleinen Zeitung“ vorlieb.
Copyright: Oper Graz

Graz/ Premiere „Eugen Onegin“
„Eugen Onegin“ als poetisches Seelendrama
Kleine Zeitung

Basel, Theater Basel: „LA CENERENTOLA“  Regie: Antonio Latella
Premiere: 15. Dezember 2017
Chor Andrew Murphy Sarah Brady Anastasia Bickel Tassos Apostolou Vasilisa Berzhanskaya Juan Jose de Leon © P.Ketterer

Wunderbare Sänger, ein hervorragender Chor, Orchester in Hochform, ein ausgesprochen subtiles Dirigat und die musikalisch perfekte Rezitativbegleitung bewegte das zahlreich erschienene Publikum an der Premiere von „LA CENERENTOLA“ zu begeistertem Applaus, Szenenapplaus und Schlussovation. Ich bin allerdings der Meinung dass dieser Applaus nur der musikalischen Leistung des Teams galt. Dies aus den nachfolgend dargestellten Gründen…

Zum Bericht von Peter Heuberger

HEUTE IM MERKER-KUNSTSALON

 

Kommen Sie hin, Ihr Beitrag dient auch einem guten Zweck, für den sich namhafte Künstler zur Verfügung stellen.

HEUTE: WienerKammerorchester (Stefan Vladar) im Wiener Konzerthaus
Programm
Giacomo Puccini : Die Chrysanthemen, I crisantemi, Alla memoria di Amadeo di Savoja, Duca d’Aosta
Rolf Martinsson : „Garden of Devotion“, 97, Aus Texten von Rabindranath Tagore, from The Gardener
Pause
Richard Strauss : Metamorphosen, TrV 290, für 23 Solostreicher

MEHR INFOS: Matineen-Zyklus 2017/2018

WIEN / Scala: DER GUTE MENSCH VON SEZUAN von Bertolt Brecht


Premiere: 16. Dezember 2017

Es gab Zeiten, da war Bert Brecht eine Dauer-Erregung, Dann, nach dem Brecht-Boykott, spielte man ihn landauf, landab, er war eine ganz wichtige Repertoire-Stütze der deutschen Theater, mit der Courage, dem Puntila, der Dreigroschenoper, dem Kreidekreis, der Johanna der Schlachthöfe, dem Arturo Ui, mit Furcht und Elend des Dritten Reichs, dem Dickicht der Städte, dem Galilei u.a…. Nach und nach spielte man ihn weniger und weniger… und heute wird man sich schwer tun, auf Brecht-Aufführungen in Wien zu stoßen. Dabei ist ein Werk wie „Der gute Mensch von Sezuan“ sozusagen das Stück der Stunde – wie die Aufführung in der Scala beweist, auch wenn die Regie einige konzeptionelle Fehlentscheidungen trifft…

Kurz, sehr gut gespielt wie immer in der Scala. Nur Brecht nicht ganz gerecht geworden – vor allem dem Anspruch nicht, den das Stück an unser Hier und Jetzt stellt. Da geht es nämlich nicht um Selfies und Fernsehmoderatoren, die sind Nebensache… Viel Beifall.

Zum Bericht von Renate Wagner

WIEN / Albertina / Tietze Galleries for Prints and Drawings:
MEISTERWERKE DER ARCHITEKTURZEICHNUNG AUS DER ALBERTINA


Foto: Heiner Wesemann
Vom 15. Dezember 2017 bis 25. Februar 2018

Ob gebaut oder nicht…

Eine Architekturzeichnung ist ein zweckgebundenes Stück Arbeitsmaterial: Von der ersten Skizze über Grundriß, Aufriß, Perspektive, dient sie nur dazu, dass aus einer Idee im Kopf des Künstlers am Ende ein dreidimensionales Gebäude wird. Wenn dieses Ziel erreicht ist, könnte man die Skizzen eigentlich wegwerfen. Was in vielen Fällen eine Katastrophe wäre. Die Albertina beweist es mit einer Ausstellung über Meisterwerke der Architekturzeichnung, wo eine Kostbarkeit die andere jagt…

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Unter’m Strich
Österreich: „Profil“: Spion bei Kreisky enttarnt

Ein hoher Beamter hat ab Mitte der 1960er Jahre im Bundeskanzleramt für den kommunistischen Geheimdienst in Ungarn spioniert, berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“. 1987 verstarb der Mann – mit zahlreichen Ehrungen.
http://wien.orf.at/news/stories/2884336/
Spion bei Kreisky – der Profil-Artikel
https://www.profil.at/oesterreich/spion-kreisky-8576195

Der gute Mann war sicher nicht der einzige Spion, Gerüchte deuten noch in mehrere Richtungen. Aber was soll`s, die Republik hat diese überlebt, während die Spione längst diese Welt verlassen haben.

Lufthansa hat sich NIKI-Flotte geholt
Die insolvente NIKI hat nur noch zwei oder drei Maschinen. Lauda kämpft nun um die Rückgabe der Flugzeuge, sonst ist die Airline endgültig ruiniert. Ohne Flotte sind die wertvollen Slots weg.
Kurier
Niki-Belegschaft wütend: „Wir fühlen uns hintergangen
Der Standard

Das war natürlich zu erwarten, allen Wert überschreiben und die verbleibende „Leiche“ dann in die Insolvenz schicken. Das Geschäft ist beinhart, wer keinen Killer-Instinkt hat, bleibt auf der Strecke. Oft landen aber auch Geschäftsleute mit Killerinstinkt im Konkurs.

In solchen geschäftlichen Dimensionen habe ich nie mitgemischt, dafür kann ich aber allen meinen Geschäftspartnern auch heute noch in die Augen schauen. Falls diese noch unter den Lebenden weilen – und das sind nicht mehr allzu viele!

Einer der größten Reifenhändler Österreichs (Bruckmüller)  hat auch noch vor Weihnachten Konkurs angemeldet, viele Mitarbeiter bangen um ihren Job! Auch in meiner unmittelbaren Umgebung bin ich von Bankrotteuren umgeben, erst dieser Tage hat eine Elektromontagefirma im Nebenhaus die Insolvenz beantragt. Einerseits wird denen die Insolvenz durch Firmen-Konstruktionformen zu leicht gemacht, anderseits sind die Rahmenbedingungen auch nicht bestens.

Einer meiner früheren Geschäftspartner hat eine Pleite gebaut – er hat sich daraufhin erschossen. Davon hat zwar keiner der Gläubiger etwas und die Witwe musste noch dazu das Blut aufwaschen, aber zumindest müssen die Gläubiger nicht das Gefühl haben, dass er sich auf ihre Kosten weiterhin ein schönes Leben macht. Dieser Abgang hat zumindest Ehrenhaftes an sich!

Einen schönen Sonntag wünscht

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/17-dezember-2017


16. DEZEMBER 2017

by ac | 16. Dezember 2017 08:36

Leitet Stefan Herheim nach Roland Geyer das Theater an der Wien? Foto: operacake

Das wäre natürlich schon ein Coup des Wiener Kulturstadtrats, wenn ihm dieses Engagement gelänge. Bitter nötig hätte er diesen, denn dass die Festwochenintendanz nicht einmal ein schlechter Witz ist, steht wohl außer Streit. Da wäre Änderungsbedarf gegeben, doch der Stadtrat wird seine „Erfindung“ Zierhofer-Kin vorderhand nicht fallen lassen. In diesem Jahr hat der Festwochen-Intendant die von ihm selbst auserkorenen Programm-Macher gefeuert, wer kommt nun nach den nächsten Festwochen dran? Er selbst fühlt sich unantastbar.

Warum aber der durchaus erfolgreiche Roland Geyer geht, hat sich mir noch nicht erschlossen. Heinrich Schramm-Schiessl denkt – wie oft – darüber nach: Roland Geyer hat schon voriges Jahr bei der Spielplanpressekonferenz für diese Saison gesagt, dass er mit Ende der Spielzeit 2019/20 seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und neue Herausforderungen suchen wird. Da das genau mit dem Ende der Direktion Meyer an der Staatsoper zusammenfiel, hatte ich ihn ganz oben auf meiner Rechnung für die Staatsoperndirektion, da er ja auch gute Kontakte zum (damaligen) Minister Drozda – der war ja vorher sein Finanzchef bei den Wiener Bühnen war – hatte.

Wie man sieht, es kommt oft anders, als man denkt!

Heinz Sichrowsky schreibt in „News“ – und kommt in seiner Analyse auf die seiner Ansicht nach zwischen Oberursel und Neustadt an der Kulm angesiedelte Wiener Musicalszene zu sprechen. Ein Verschnitt aus alten Rainhard Fendrich-Hadern, der sich gut zu verkaufen scheint, überdeckt die tatsächlichen Probleme wohl nur auf Zeit: Bei den Musical-Instituten Raimundtheater und Ronacher wäre Änderungsbedarf angesagt: Das dort Gezeigte kann an Inspiration und Originalität mühelos mit den Angeboten der Stadthallen von Oberursel oder Neustadt am Kulm wetteifern. Dass hingegen Roland Geyer, der das Opernhaus im Theater an der Wien auf internationalem Niveau positioniert hat, per Ausschreibung zur Diskussion gestellt wurde, hat viele erstaunt.

Wenn nun qualifizierte Gerüchte nicht trügen, wird demnächst das Widersinnige bekannt gegeben: Der Musical-Intendant Christian Struppeck bleibt, und Geyer bekommt einen Nachfolger. Allfälliges Scheitern im letzten Moment vorbehalten, folgt ihm aber ein hoch interessanter Mann: Der Norweger Stefan Herheim, 47 Jahre alt… (Quelle: „News“)

„Spitzentöne“: Neue Kraft für das Opernhaus
Die Entscheidung über das Theater an der Wien ist nahe: Wird es der Norweger Stefan Herheim?
https://www.news.at/a/spitzentoene-neue-kraft-opernhaus-8570977

Führungsqualitäten konnte Stefan Herheim bisher noch nicht beweisen, was aber nicht heißen soll, dass er keine hat.

Die Bekanntgabe der Personalie soll noch vor Weihnachten erfolgen. Weihnachten ist anscheinend ein magischer Termin, denn auch die neue österreichische Regierung wird noch „vor Weihnachten“ angelobt. Vielleicht sollten wir im Sommer  „Zwischenweihnachten“ einschieben, dann würde in der Republik manches zügiger voranschreiten!

Wiener Staatsoper: ARABELLA
Anna Gabler (Arabella) und Christopher Maltman (Mandryka). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Peter Skorepa schreibt in seinem Bericht: Keine Frage, Sven-Eric Bechtolf hat es gemeinsam mit Rolf und Marianne Glittenberg darauf angelegt, den Niedergang des einst mit feinem Getue daherkommenden Kleinadels auf das Niveau abgesandelten Bürgertums darzustellen. Und jetzt kommt noch ein bayrischer, aus Greding gebürtiger Dirigent dazu, Patrick Lange, dieser Oper das auszutreiben, was man Aufguss aus dem Rosenkavalier nennt. Nein, richtigerweise lässt er so etwas gar nicht erst aufspielen, sondern lässt die Zeiten nach dem ersten der beiden Weltkriege dissonanter als sonst klingen, härter, ungemütlicher und gerade einmal die, bekanntlich von alten slawischen Volksweisen abgeschauten, ariosen Lieblichkeiten aus den Kehlen der Waldnerschen Töchter ertönen, schüchterner als sonst zwar, aber immer von der Hoffnung nach standsgemäßer Versorgung getragen.

Christopher Maltman ist der Hoffnungsträger aus den einsamen Wäldern Slawoniens, forsch und geradlinig verfolgt er sein Ziel, kein Schmeichler mit seinem großen, männlich klingenden Bariton, eben einer der mit dem Bär tanzt, aber auch in seinen Armen ein Frauenherz zum spontanen Schmelzen bringen kann. Noch dazu, wenn man dazu noch der kreditunwürdigen Familie seiner Zukünftigen und vor allem dem spielsüchtigen Vater aus der Patsche helfen kann. Anna Gabler, die Arabella des Abends lässt in ihrem Rollendebüt eher nur ahnen, dass ihr Strausssche Jubeltöne zur Verfügung stünden, so sorgsam spart sie an den großen musikalischen Momenten.

Zum Bericht von Peter Skorepa
Chen Reiss (Zdenka) und Benjamin Bruns (Matteo). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Dominik Troger in www.operinwien.at: Erfreulich gestaltete sich der Matteo von Benjamin Bruns. Sein lyrischer Tenor hat inzwischen das Format für diese Partie, auch die geforderte Höhensicherheit. Sein Matteo bewahrte bei aller Leidenschaft im Spiel die „operettenhafte“ Naivität eines blind verliebten Mannes, der vor lauter Fixiertheit nicht einmal merkt, dass er mit einer anderen Frau … et cetera. Aber wahrscheinlich lässt sich diese „Blindheit“ sogar psychologisch erklären. Kurt Rydls Bass ist nicht mehr der jüngste, aber für den Grafen Walder passt es (noch). Es überrascht ebensowenig, dass sich in seinen Grafen auch ein bisserl „gemütlicher Ochs“ einschlich. An der Börse sind dem Bullen die Bären eher Gram, in diesem Fall aber für die finanzielle Unterstützung sehr dankbar – wobei Rydl des Grafen Affinität zu Geldscheinen reichlich für Situationskomik nützte – ganz nach dem Motto: „Teschek, bedien dich!“ Im ersten Aufzug leistete der Souffleur dem Sänger einige Male, an bühnennahen Plätzen (zu) gut hörbare Unterstützung.

Chen Reiss war eine im Spiel passende, stimmlich in den emotionalen Ausbrüchen manchmal leicht gestresst klingende Zdenka. Kein Spagat, aber stimmlich „top“ und mit Humor: die Fiakermilli der Maria Nazarova…

Zum Bericht von Dominik Troger

Zum 100er von Hilde Zadek: Die Staatsoper feierte mit
Hilde Zadek, hier mit Christa Ludwig beim Festakt. Foto: Sieglinde Pfabigan

Die Wiener Staatsoper, wo sie zwischen 1947 und 1971 an 786 Abenden in 37 Rollen aufgetreten ist, hat ihr exakt an diesem Freudentag, dem 15. Dezember, eine würdige Feier im hellen, freundlichen Schwind-Foyer bereitet. Vor geladenen Gästen,  wohl um die alte Dame nicht zu überfordern.

Im 3. Rang-Foyer gibt es eine Ausstellung zu ihren Ehren (bis Ende Januar zu sehen). Da kann man sich in Wort und Bild über ihren bemerkenswerten Lebensweg informieren…

Lesen Sie mehr über den Festakt und Frau Zadek in unseren heutigen „Infos des Tages“

WIEN/ BALLETTAKADEMIE DER STAATSOPER: Tanzdemonstrationen der Ballettakademie in der KINDEROPER | AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE (auch heute)

Die Ballettakademie der Wiener Staatsoper präsentiert vom 16. bis 20. Dezember 2017 ihre bereits zur Tradition gewordenen Tanzdemonstrationen, die mit dieser Serie bereits zum achten Mal stattfinden. In den insgesamt 10 Vorstellungen in der KINDEROPER | AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE zeigen die Studierenden der Oberstufe jeweils am Vormittag (10.30 Uhr) und die Klassen der Unterstufe am Nachmittag (15.30 Uhr) ihr Können in verschiedenen Fächern des Unterrichtsprogramms wie im historischen, klassischen und zeitgenössischen Tanz, Charakter- und Jazztanz, Pas de deux, Rhythmik und African Dance.

Restkarten zum Preis von EUR 13, – bzw. EUR 7,- (Kinder) für die Vorstellungen am 18., 19. und 20. Dezember sind an den Bundestheaterkassen sowie online unter www.wiener-staatsoper.at erhältlich.

Salzburg/ Universität Mozarteum: Bestellung der Rektorin verzögert sich weiter
Die Bestellung von Elisabeth Gutjahr zur neuen Rektorin des Salzburger Mozarteums verzögert sich weiter.
Salzburger Nachrichten

Das ist ein Kasperltheater der besonderen Art, da hilft nicht einmal Weihnachten zu einer Lösung. Siegfried Mauser, was haben Sie der Uni mit ihren sexuellen Ausritten bloß angetan? Dort herrscht absolute Schockstarre, denn das, was sich gestern abgespielt bzw. nicht abgespielt hat, darf eigentlich nicht wahr sein!

Klagenfurt: Auf Schleuderkurs: Mozarts „Don Giovanni“ in Klagenfurt
Als düsteren Trip durch die Nacht bebildert Regisseurin Florentine Klepper Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ am Klagenfurter Stadttheater. Bei der Premiere am Donnerstagabend erntete ihre Inszenierung Jubel, aber auch Buh-Rufe. Dieser Don Giovanni in Lederjacke und Cowboyhut taumelt mit der Bierdose in der Hand durch eine Szenerie, die auch aus Wim Wenders Film „Paris, Texas“ stammen könnte.
Salzburger Nachrichten

Prag: „Don Hrabal“ – Neue Oper als Denkmal für einen toten Dichter
All you can read oder: Eine Einladung, Bohumil Hrabal neu zu entdecken. Auch eine gute Idee, tote Dichter zu ehren: Man schreibt eine Oper. Nicht nach einem Text des Poeten, sondern nach dessen Leben und Werk. Wie wunderbar das funktionieren kann, hat jetzt der 1973 in Brno geborene Komponist Miloš Orson Štědroň mit seiner Kammeroper „Don Hrabal“ bewiesen. Uraufgeführt an der Neuen Szene des Prager Nationaltheaters, im sogenannten Kubus, wo experimentelles Herangehen und das Ausprobieren künstlerischer Vorgänge eine adäquate Heimstatt haben.
Neue Musikzeitung/nmz.de

WIEN / Volkstheater: DIE ZEHN GEBOTE. Nach den Filmen von Krzysztof Kieślowski
Bühnenbearbeitung von Stephan Kimmig und Roland Koberg


Copyright: lupispuma.com

Premiere war am 15. Dezember 2017

Man sollte als Theaterbesucher nicht gezwungen ein, das Programmheft zu konsultieren, um seinen Weg durch einen dreistündigen Abend zu finden, der gegen eines der elementarsten Gebote verstößt: Du sollst nicht langweilen.

Genau das geschieht, wenn Stephan Kimmig – nach vielen Burgtheater-Jahren erstmals am Volkstheater tätig – ein kompliziertes Projekt angeht, das sich im Rückblick nicht lohnt. Zurückgegriffen wird auf die Arbeit des polnischen Filmregisseurs Krzysztof Kieślowski ((1941–1996), der zusammen mit seinem Kollegen Krzysztof Piesiewicz die Filmserie „Dekalog“ geschrieben hat. Aus dieser haben Kimmig und Dramaturg Roland Koberg nun einzelne Szenen herausgeholt und zusammen (gelegentlich auch durcheinander) gemixt…

Aber der ganze Abend ist – trotz des Premierenbeifalls des treuen Publikums – durch und durch eine Mogelpackung, die keinen Inhalt und keine Aussage hat, also sind die nicht funktionierenden Übertitel nur eine Sinnlosigkeit unter vielen.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Wien/ Burgtheater: Radetzkymarsch“ an der Burg – Zähneklappern in des Kaisers Rock
Als Spiel für zwei Dutzend Riesenluftballone und ein paar Schauspieler macht die Theatralisierung von Joseph Roths Roman wenig Eindruck. Ein klarer Fall von epischer Auszehrung –
Der Standard
„Radetzkymarsch“ in Wien: Hüpfburgtheater
Der Regisseur Johan Simons lässt in der Wiener Burg Joseph Roths berühmten Roman „Radetzkymarsch“ über den Niedergang des Österreichischen Kaiserreichs nacherzählen – und seine Schauspieler Ballsport mit dem Publikum treiben.
Der Spiegel
Der Verfall, eine Kinderparty
Untergang mit bunten Ballons: Johan Simons inszeniert „Radetzkymarsch“ im Burgtheater mit wenigen Ideen.
Wiener Zeitung
Der Kaiser steht vor Österreichs Untergang
Salzburger Nachrichten

Neue Koalition in Österreich: Die rechte Regierung und der grüne Präsident

Zwei Monate nach der Wahl steht Österreichs neue Regierung: eine Koalition aus konservativer ÖVP und rechter FPÖ–. In die Kritik gerät nun ausgerechnet der grüne Bundespräsident. Was die neue Regierung aus ÖVP und FPÖ– bedeutet
Der Spiegel

Es ist rührend, wie sich unsere Lieblingsnachbarn um uns sorgen. Dabei müssten sie doch eigene Sorgen haben. Wenn sie sich beeilen, haben auch die Deutschen noch vor Weihnachten eine neue Regierung.

Ich vermute aber, dass das Weihnachten 2018 sein wird!

Ein schönes Wochenende wünscht

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/16-dezember-2017


15. DEZEMBER 2017

by ac | 15. Dezember 2017 08:51

Hilde Zadek wird heute 100 Jahre alt

Die Sopranistin Hilde Zadek, die 677 Vorstellungen in 39 verschiedenen Rollen gesungen hat, wird heute 100 Jahre alt.
Die Wiener Staatsoper widmet ihr einen Festempfang!

SAMSTAG – Matinee „Kammermusik der Wiener Philharmoniker“ an der Wiener Staatsoper

Das Ensemble „Ornamentum Philharmonicum“ gestaltet am Samstag, 16. Dezember 2017 (11.00 Uhr im Gustav Mahler-Saal) die vierte Matinee in dieser Saison der Reihe „Kammermusik der Wiener Philharmoniker“ mit Werken von Georg Philipp Telemann, Arcangelo Corelli, Heinrich Ignaz Franz Biber und Johann Sebastian Bach. Es musizieren Walter Auer (Flöte), Wolfgang Breinschmid (Flöte), Maxim Brilinsky (Violine), Jun Keller (Violine), Martin Kubik (Violine), Sebastian Führlinger (Viola), Peter Somodari (Violoncello), Filip Waldmann (Kontrabass) und Kotono Brilinsky (Cembalo und Orgel).

Wer wird der neue „Kulturminister“?

Heute könnte eine für Österreichs Kulturszene wichtige Entscheidung fallen. Die Koaltionsgespräche stehen offenbar vor der Ziellinie, mit einer Angelobung der neuen Regierung wird ziemlich allgemein noch vor Weihnachten gerechnet. Ein eigenes Kulturministerium bekommen wir (natürlich) nicht, diese Agenden sind – wie übrigens schon zuvor bei der SPÖ – im Kanzleramt angesiedelt. Somit sind diese „Chefsache“ – was den Vorteil hat, dass der Kanzler nicht – wie es beim derzeitigen Operndirektor der Fall war – von der einsamen Entscheidung einer Ressortchefin „überrollt“ werden kann. Natürlich hat der Kanzler selbst andere Sorgen  als Postenbesetzungen im kulturellen Bereich, als sein „verlängerter Arm“ dürfte Gernot Blümel fungieren!

 

Gernot Blümel (* 24. Oktober 1981 in Wien) ist ein Politiker der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und Landesparteiobmann der ÖVP Wien. Von 2008 bis 2010 war er Vizepräsident der Jungen Europäischen Volkspartei (YEPP)

Dieser Mann wird also spätestens 2022 – wohl in Absprache mit seinem Herrn und Meister – zu entscheiden haben, ob der sein Amt erst 2020 antretende Bogdan Roscic als Staatsoperndirektor “ verlängert wird. Diese Fristen sind verrückt, die Planungszeiten im kulturellen Bereich viel zu lang. Gerade im Opernbereich merkt man das an Umbesetzungen, zumal die Entwicklung einer Stimme nicht fünf Jahre im voraus absehbar ist.

Aber warten wir vorerst ab, ob Herr Blümel tatsächlich der neue „Kultur-Zampano“ wird!

ANTWERPEN/ Opera Vlaanderen : FALSTAFF. Am Beispiel Christoph Waltz: Ein guter Schauspieler muss nicht zwangsläufig ein guter Regisseur sein.

Christoph Waltz scheint es definitiv nicht zu sein!
„Falstaff“ in der Inszenierung von Christoph Waltz. Copyright: Annemie Augustijns

Christian Konz war für uns dabei: Oscar-Preisträger Christoph Waltz hat an gleicher Stelle in Antwerpen vor einigen Jahren Richard Strauss´Rosenkavalier inszeniert, nun folgt Verdi´s Spätwerk Falstaff an der Flämischen Oper.

Um es vorwegzunehmen, ein Regie-Steich ist ihm eher nicht geglückt.

Die muffige Ausstattung (Bühne: Dave Warren) hatte das Flaire einer Laienbühne. Ein öder, mausgrauer Vorhang als Rückwand, davor aus dem Fundus ein Riesentisch mit allem unechtem Plastik-Essen, das die Requisite zusammentragen konnte und eine karge Holzbank, auf der erbarmungslos lange gesessen wird. Dazu Kostüme, die bei niemandem richtig sitzen und niemandem richtig stehen (Kostüm: Judith Holste) und aus einer Spar-Aufführung aus den 50-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammen könnten.

Christoph Waltz kocht seine Charaktere auf Alltagsmenschen eines Vorabend- Fernsehspiel- Niveaus herunter. Statisch und vieler Emotionen beraubt, müssen sie brav nebeneinander kommunizieren – kurze Momente wie das quicklebendige Duett Nanetta-Fenton oder Ford´s packender Eifersuchts- Monolog bilden lichte Ausnahmen und werden damit zu Höhepunkten…

Zum Premierenbericht von Christian Konz

Puccinis „Trittico“ in München: Ein Abend voller Sünden
New York, 14. Dezember 1918: Auf der Bühne der Metropolitan Opera hebt sich der Vorhang für Giacomo Puccinis „Il trittico“ – drei Kurzopern von je einer Stunde Dauer, komplett verschieden und doch zusammengefügt zu einem Opernabend. Die Uraufführung wird eine Sensation. Heute gehört die Trilogie nicht mehr zu Puccinis populärsten Stücken, und an der Bayerischen Staatsoper gab es sie bislang auch nicht komplett in der italienischen Originalfassung. Die Premiere am 17. Dezember ist also ein Debüt.
BR-Klassik

Rostock: Kündigung des Intendanten Latchinian für rechtsunwirksam erklärt
Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Rostock und dem Intendanten des Volkstheaters, Sewan Latchinian, währte knapp zwei Jahre. Nach der Kündigung im Juni 2016 wurde der Streit vor Gericht fortgesetzt. Ob nun Ruhe einkehrt, bleibt offen.
Hamburger Abendblatt

Um hier Stellung zu beziehen, fehlt mir der Einblick. Dem Ex-Intendanten geht es angeblich gar nicht um Geld. Ich kann mir das schwer vorstellen, denn wie sonst wäre dieser Streit zu einem endgültigen Ende zu bringen? Wohl doch nur mit Geld!

Kiel: Behäbig und bizarr – Richard Strauss“ „Arabella“ am Theater Kiel
Neue Musikzeitung/nmz.de

Düsseldorf/Rheinoper: Britischer Tenor Bruce Rankin gestorben
Der britische Tenor Bruce Rankin ist tot. Der Sänger sei bereits am Montag im Alter von 65 Jahren gestorben, teilte die Deutsche Oper am Rhein am Donnerstag mit. „Der plötzliche Tod von Bruce Rankin trifft uns tief im Herzen“, sagte Generalintendant Christoph Meyer. In der kommenden Spielzeit hätte der Tenor sein 20-jähriges Jubiläum als Ensemblemitglied der Rheinoper gefeiert.
http://www.musik-heute.de/17078/britischer-tenor-bruce-rankin-gestorben/

ZU UNSERER FORUMSDISKUSSION ÜBER OPERN-STUDIOAUFNAHMEN

Giuseppe Verdi: OTHELLO (1965)

Fritz Krammer widerspricht der Meinung, dass Opern-Aufnahmen nur mit Play-Back möglich waren:

 

Die historische Studioaufnahme von Verdis Oper Othello beschreibt ein einzigartiges Dokument der Opern- und Filmgeschichte, welches nun erstmalig in dieser restaurierten Fassung auf DVD erhältlich ist. Das Besondere dieser Aufnahme ist die Live-Aufzeichnung, denn mit einem Playback wurde in diesem Fall nicht gearbeitet. Da im Fernsehstudio kein Platz für ein großes Opernorchester war, musste dieses in einem separaten und entfernten Raum Platz nehmen. Nur durch Monitore waren Sänger und Orchester miteinander verbunden. Außerdem gab es damals die heute bekannte Schnitttechnik noch nicht, sodass die Szenen zum Teil mehrmals gespielt werden mussten. Otto Schenk nutzt die Mittel des Films. So gelingt es, die Intensität der beiden Protagonisten Wolfgang Windgassen (Othello) und Sena Jurinac (Desdemona) mit eindrucksvollen Nahaufnahmen und atmosphärisch starken Bildern darzustellen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des großartigen Verdi-Dirigenten Argeo Quadri.

http://arthaus-musik.com/de/dvd/musik/oper/media/details/Othello_1.html

F.K. schreibt „vom anderen Ende der Welt“

Guten Morgen, ich sitze am anderen Ende der Welt lese im online Merker den Beitrag von EH und denke beim Otello, Schenk, Quadri, Windgassen, damals war das Orchester live Szene für Szene dabei ( Rosenhügel?) Windgassen und Jurinac erzählten in Interviews oft wie anstrengend die Dreharbeiten mit Aufnahme waren. – Schenk, Zeitzeuge, würde das sicher bestätigen.

Ich fand das nun diesen Otello betreffend:

http://www.arkivmusic.com/classical/album.jsp?album_id=492544

Wien/ Theater der Jugend: Musical „Cinderella passt was nicht“

Ein Theaterbesucher lernt aus seinen Erfahrungen – und die sagen ihm (wir wissen es nicht zuletzt von „Grimm“ im Theater der Jugend), dass er mit dem Duo Peter Lund / Thomas Zaufke kein Risiko eingeht (zumal, wenn dann noch Werner Sobotka inszeniert). Nicht, dass die beiden nun ewige Meisterwerke schaffen würden, aber sie bedienen das Theater der Gegenwart mit kindergerechten Versionen klassischer Themen, in Musical-Form verpackt, witzig und zeitgemäß. Die einzige Frage, die sich stellt (wenn man an ein Publikum ab 6 Jahren denkt): Müsste man „Aschenputtel“ nicht an sich kennen, gut kennen, um an der Neubearbeitung den wahren Spaß zu haben? Die Kinder im Renaissancetheater haben allerdings herzlich gelacht…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

WIEN / Burgtheater – RADETZKYMARSCH. Nach dem Roman von Joseph Roth Bearbeitung von Koen Tachelet

Nick Alexander Pasveer, Yannick Schöbi, Lorena Emmi Mayer, Daniel Jesch, Peter Rahmani, Sofia Falzberger, Maximilian Herzogenrath. Fotos: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater
Premiere: 14. Dezember 2017
Der niederländische Regisseur Johan Simons hat sich in seinen Jahren als Intendant der Münchner Kammerspiele mehrfach mit der Dramatisierung von Joseph-Roth-Romanen befasst – „Hiob“ war auch 2008 bei den Wiener Festwochen zu sehen, und 2011 konnte man in München eine höchst gelungene Aufführung von „Hotel Savoy“ erleben. Der „Radetzkymarsch“ als Generationen umspannende Geschichte vom Untergang der Habsburger-Monarchie, wie er ihn nun am Burgtheater in Angriff nahm, war weniger leicht in den Griff zu bekommen…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Filme der Woche:
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Das Ganze mutet ein bisschen wie Seemannsgarn an, das immer wieder neu gesponnen wird, immer noch ein bisschen ausgeschmückt, und am Ende nur die alten Geschichten erzählt. „Star Wars“ ist mittlerweile bei Episode Nr. 8 angekommen, und wenn man das letzte Bild (wo Kinder dann „Jedi Ritter“ spielen) nicht mißversteht, folgt die nächste Fortsetzung spätestens im Zwei-Jahres-Rhythmus.

Was soll man allerdings noch erzählen? Diesmal konnte man noch die „Oldies“ hervorholen – nicht in Retrospektive, wieder mal auf wunderbare Weise jung geworden (wie es all die Prequel-Tricks ermöglichen), sondern Luke Skywalker und die einstige Prinzessin Leia nun als General Leia Organa sozusagen heute. Diese Figuren stehen für die klassischen Anfänge der Saga, und Mark Hamill und Carrie Fisher zeigen ihre alten Gesichter.

Aber man hat Luke Skywalker am Ende der Dramaturgie geopfert, der Tod eines unbesiegten Helden, der durch Feuer und Rauch und Himmel irgendwo ins All aufsteigt. Und Leia kann es künftig auch nicht mehr geben, weil Carrie Fisher bekanntlich (nach Abschluß der Dreharbeiten) gestorben ist. Aber seit dem vorigen Film ist ja nun schon eine Art „junger Generation“ aufgebaut worden, die vielleicht noch ein paar Filme trägt, wenn auch die Dramaturgie immer dünner wird…

Vereinigte Bühnen Wien: Patay wechselt sein halbes Team aus
Trenklers Tratsch: Franz Patay, Chef der VBW, trennte sich u. a. vom Drozda-Vertrauten Erich Skrobanek.
Kurier

Das Fendrich-Musical läuft gut, das Musical mit Hits des Austro-Baden füllt Theater und Kassen. Das könnte sogar dem Musical-Intendanten Christian Struppeck „den Kopf retten“.

Wenn Roland Geyer, Langzeitdirektor des Theaters an der Wien, als solcher mit 68  in Pension geht, kann der neue Chef großzügig umbauen:

Auszug aus dem „Kurier“: Vordringlich scheint Herrn Patey aber der Umbau seines Leitungsteams zu sein. Patay, seit 2014 Rektor der Wiener Musik und Kunst Privatuniversität (MUK), ist seit Oktober 2016 nebenbei VBW-Geschäftsführer. In dieser Funktion folgte er auf Thomas Drozda (SPÖ), der von Kanzler Christian Kern zum Kulturminister berufen worden war. Drozda fungierte als VBW-Chef seit dem Sommer 2008. Zuvor war er Geschäftsführer des Burgtheaters gewesen – und er brachte von dort unter anderem Erich Skrobanek mit, dem er die Technische Direktion übertrug. Patay trennte sich nun von Drozdas Vertrauensmann; das Dienstverhältnis endet im Februar, Skrobanek befindet sich gegenwärtig im Krankenstand. Gerüchteweise soll jemand von der Bauaufsicht des Skandalprojekts Krankenhaus Wien Nord nachfolgen, der versorgt werden muss…

Und spätestens zu diesem Zeitpunkt erkennen wir, dass wir uns in Wien befinden!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

Source URL: http://der-neue-merker.eu/15-dezember-2017


14. DEZEMBER 2017

by ac | 14. Dezember 2017 08:41

Heute „Arabella“ an der Wiener Staatsoper. Anna Gabler singt die Titelrolle.

Mit  Arabella steht ab Donnerstag, 14. Dezember 2017 das sechste Opernwerk von Richard Strauss im Rahmen der Strauss-Tage auf dem Programm des Hauses am Ring: Anna Gabler stellt sich als Arabella dem Staatsopernpublikum vor, ihre Rollendebüts am Haus geben KS Kurt Rydl als Graf Waldner, Christopher Maltman als Mandryka, Benjamin Bruns als Matteo, Maria Nazarova als Fiakermilli und Thomas Ebenstein (anstelle von Leonardo Navarro) als Elemér. Chen Reiss singt die Zdenka und Zoryana Kushpler die Adelaide. Patrick Lange dirigiert erstmalig Arabella an der Wiener Staatsoper. Reprisen: 18. und 21. Dezember

Die Vorstellung am 21. Dezember wird mit WIENER STAATSOPER live at home weltweit live in HD gestreamt: www.staatsoperlive.com

Anna Gabler wurde in München geboren und studierte an der dortigen Hochschule für Musik und Theater. Noch während ihres Studiums wurde sie Mitglied des Jungen Ensembles der Bayerischen Staatsoper. Es folgten Festengagements an die Deutsche Oper am Rhein und an das Staatstheater Nürnberg. Daneben sang sie an die Bayerischen Staatsoper und der Semperoper. In Bayreuth sang sie ab 2007 Ortlinde (Die Walküre). Mittlerweile ist die Laufbahn sehr international geworden.

München/ Bayerische Staatsoper: Startprobleme bei „Lucia di Lammermoor“
Piotr Beczała als Edgardo James Dean Ravenswood. © Wilfried Hösl

Diana Damrau musste nun bereits zweimal ersetzt werden, ihr Ehemann Nicolas Teste war allerdings als „Zuwaage“ dabei. Bei den Lucias hatte die Staatsoper Glück, sowohl Adela Zaharia bei der ersten Vorstellung wie auch Olga Pudova bei der zweiten ersetzen sie hervorragend. Uns liegt eine Kritik über diese zweite Vorstellung vor: Für die Titelpartie war wie gesagt ursprünglich Diana Damrau vorgesehen, mit Olga Pudova kam nun die zweite Einspringerin  zum Einsatz ( am Samstag hat Adela Zaharia mit großem Erfolg die Vorstellung gerettet). Frau Pudova lässt sich nicht vom allgemeinen Dauerforte der Mitsänger anstecken, sondern singt von Anfang mit viel Mut zum Piano und zu differenzierter Gestaltungsweise. Sie hat eine schöne, mädchenhaft klingende, bewegliche Stimme . die sie sehr ebenmäßig über alle Register führt…

Zum Bericht von Susanne Kittel-May

Bei der ersten Vorstellung gab es Startprobleme anderer Art. Edgardo (Piotr Beczala) braust wie James Dean mit einem Auto davon, der Auftritt soll betont lässig wirken. Allein, die Karre sprang bei dieser ersten Vorstellung nicht an, ein Bühnenarbeiter musste das Problem lösen. Das Publikum war erheitert, wäre eine ADAC-Weste zur Verfügung gestanden, wäre das als Regiegag durchgegangen!

Weitere Premiere an der Staatsoper Berlin: „Der unglaubliche Spotz“

Berlin/ Staatsoper/ Werkstatt:  Wie aus gutem Lärm Musik wird
Erste Premiere in der Neuen Werkstatt der Staatsoper: „Der unglaubliche Spotz“
Berliner Morgenpost

Mannheim: Die letzten Minuten im Leben des Florestan
Roger Vontobel geht in Mannheim „Fidelio“ mit einer entschlossenen Idee an, walzt freilich über Teile der Musik hinweg.
Frankfurter Rundschau

Kassel: Kampfsport unter Diktator Lucio Silla
Mozarts frühe Oper, packend am Kasseler Staatstheater.
Frankfurter Rundschau

AKTUELL IN UNSERER WEBSITE: INTERVIEW MIT DANIEL BRENNA ONLINE („Siegfried“ der Theater an der Wien-Produktion der „Ring-Trilogie“)
Daniel Brenna. Copyright: Herwig Prammer

Im Café Museum: Vor mir sitzt der jugendlich –  ja, genau wie der junge Siegfried – wirkende Daniel Brenna aus Wisconsin in den USA, der in diesem Monat den Siegfried in der „Ring“-Trilogie im Theater an der Wien verkörpert. Gleich kommt er auf seine Begeisterung an der theatralischen Seite des Operngesangs zu sprechen: „Ich bin ein Bühnentier, und am glücklichsten, wenn ich auf der Bühne stehe. Die Verbindung von Schauspiel und Singen ist das, was ich am liebsten mache. Es muss echt, emotional und authentisch sein, zum Herzen gehen…“  So sind seine Vorbilder in diesem Sinne John Vickers sowie Maria Callas und Leonie Rysanek, James King vom stimmlichen Klang her…

ZUM INTERVIEW von Klaus Billand

München: James Levine und die Diskussion im Münchner Stadtrat
Der Dirigent James Levine wird in den USA des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Levine arbeitete über 40 Jahre für die Metropolitan Opera in New York. Aber er war von 1999 bis 2004 auch Chefdirigent bei den Münchner Philharmonikern. Vor seiner Berufung hatte es im Münchner Stadtrat heftige Diskussionen gegeben.
BR-Klassik

Kein Ende der Diskussion um James Levine. Mich stört diese Verlogenheit, mit der nun auch von den Münchner Philharmonikern reagiert wird. Als ich seinerzeit – vor der Bestellung zum Münchner „Chef“ – das thematisiert habe, was ohnedies jeder Insider wusste, wurde ich rüde zurechtgewiesen, so unter dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Nun fällt man in das andere Extrem – im konkreten Fall seitens der Politik:

Ich denke, bei solchen sexuellen Übergriffen, die auch sehr viel mit Würde und Menschenwürde zu tun haben, muss man dann schon eine Grenze ziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man solche Menschen auf ein Orchester mit 120 oder 125 Mitgliedern loslassen sollte. Wir haben es ja auch mit jungen Leuten zu tun, insbesondere bei der Orchesterakademie .“

Richard Quaas, Stadtrat und kulturpolitischer Sprecher der CSU

„Solche Menschen“, „loslassen“u.s.w. Seinerzeit hat man „Kettenhunde“ auf jene losgelassen, die einen leisen Einwand gewagt haben!

James Levine und die Diskussion im Münchner Stadtrat
Der Dirigent James Levine wird in den USA des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Levine arbeitete über 40 Jahre für die Metropolitan Opera in New York. Aber er war von 1999 bis 2004 auch Chefdirigent bei den Münchner Philharmonikern. Vor seiner Berufung hatte es im Münchner Stadtrat heftige Diskussionen gegeben.
BR-Klassik

Zu unserer Forumsdiskussion über „Playback“ und sonstige Hilfsmittel bei Opernaufnahmen oder Opernfilmen

E.H. schreibt:

Opernfilme waren doch alle Playback, ob das der Otello mit Windgassen oder die Fledermaus, auch mit Windgassen unter Schenks Regiearbeit war, oder diverse Filme der Krajanproduktionen von Salzburg, alles Playback.

Live kam viel später in Mode, eigentlich erst mit den Fernsehübertragungen. Auch die legendäre Elektra mit Varnay und Rysanek als Elektra war natürlich Playback. Als Schummelei sehe ich das allerdings nicht, ehrlich gesungen wurde vorher im Studio. Was dann die Aufnahmen natürlich vereinfachte..

Die uralte Rigoletto-Verfilmung mit Gobbi und del Monaco wurde auch von Schauspielern gestaltet.

Bayreuther Festspielhaus hinter Planen
Die Zeit drängt, aber momentan läuft alles nach Plan. Bis zum Frühjahr müssen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein, dann beginnt wieder der Probenbetrieb am Grünen Hügel.
Hamburger Abendblatt

Die Künstlerin auf dem Seil. Zum 80er von Jutta Lampe
Der großen Schauspielerin Jutta Lampe zum 80. Geburtstag.
Frankfurter Rundschau

Das Linzer „Lentos“ setzt nun auf Klimt und Schiele

2018 setzt das Lentos auf Quotenbringer: Werke von Klimt und Schiele werde ebenso gezeigt, wie ausgefallene Mode und moderne Kunst.

Heute.at.

Filme der Woche
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

„Casting“, das tägliche Brot im Schauspielerberuf. Selbst die Großen entgehen dem nicht – „der Regisseur will Dich sehen, will ein bisschen was hören.“ Man muss doch auch schauebm ob die Chemie stimmt, nicht wahr? Und alle kommen, die Jobs liegen schließlich nicht auf der Straße, am allerwenigsten für Frauen über 50. Eine solche wird gesucht für ein Fernseh-Remake von Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“.

Die Regisseurin ist offenbar schon tagelang dabei, ein Gesicht nach dem anderen zu verschleißen, ohne sich entscheiden zu können. Für den verantwortlichen Redakteur wird die Zeit knapp, zumal der Sender ohnedies schon einer „Promi“-Lady die Rolle so gut wie versprochen hat. Aber die Regisseurin will ihren Status als Entscheiderin behaupten…

Regisseur Nicolas Wackerbarth hat in seiner Eigenschaft als Drehbuchautor meisterliche eineinhalb Stunden geschrieben und dann auch inszeniert. Über Hoffnungen und Ängste, über Machtmißbrauch und Demütigung, über das „Spielen“ nicht nur vor der Kamera, sondern auch im Leben. Über das Sich-Verkaufen-Müssen, als Person, mit Haut und Haar. Keine Distanz, an die Haut, unter die Haut, meisterlich…

SONNTAG IM MERKER-KUNSTSALON (Gatterburggasse): Benefizkonzert für das Kinderorchester Superar

 

Brand-Ermittler: Zwei Drittel der Brände sind gelegt
„Warm abtragen“ darf nicht zum Volkssport werden

„Schicht für Schicht, von außen nach innen, wühlen wir uns durch den Dreck bis wir wissen wie das Feuer entstanden ist“, so Ortner. Und: Von 1.000 bis 1.500 jährlichen Fällen sind „zwei Drittel Brandstiftung“, betont der erfahrene Brandermittler. „Die restlichen Fälle sind unterschiedlich. Das reicht von Fahrlässigkeit über Racheakte bis zu technischen Defekten. Beliebt sind auch Versicherungsbetrügereien.“…

Brandermittler: Zwei Drittel aller Brände sind gelegt
Heute.at

Meine Frau war Referentin in der Feuerabteilung einer großen Versicherung. Oft spürte sie, dass mit den von ihr zu bearbeitenden Fällen etwas nicht  stimmt – in vielen Fällen kam dann die „Weisung von oben“, nicht weiter zu ermitteln. Entscheidend ist oft das Gesamt-Versicherungsvolumen eines Kunden, ist das hoch, hat dieser sozusagen einen „Freibiss“.  Ein Meidlinger Möbelhaus ist zweimal abgebrannt, hat sich mit der Versicherungssumme kurzzeitig saniert, um dann doch in den Konkurs zu schlittern!

Eine unter strengem Verschluss gehaltene Studie zeigt auch auf, wie viele Brände erst gar nicht entstehen würden, wenn es die „Freiwilligen Feuerwehren“ in ländlichen Ortschaften nicht gäbe. Aber da bin ich schon wieder ruhig, Ende Jänner haben wir in Niederösterreich Landtagswahlen, da möchte ich mir nicht die Finger verbrennen. In meinem NÖ-Wohnort gibt es sogar zwei Feuerwehren. Nein, keine ÖVP-nahe und auch keine SPÖ-nahe – wie es bei den Senioren- bzw. Jugendclubs eine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine für den Unter- die andere für den Oberort. Legendär der Ausspruch eines Kommandanten bei einem Brand an der Zuständigkeitsgrenze – als beide Feuerwehren anrückten: „Schleichts Euch, das ist unser Brand“!

Die Koalitionsverhandlungen sind auf der Zielgeraden. Nicht in Deutschland, sondern bei uns in Österreich
„First Dog“ namens Kita. Die Hündin residiert in der Hofburg. Copyright: APA/ Hans Punz

Der künftige Kanzler hat bereits Zeit, mit dem Präsidentenhund zu spielen. Tierliebe zu zeigen, macht sich immer gut!

Na dann, einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/14-dezember-2017


13. DEZEMBER 2017

by ac | 13. Dezember 2017 08:15


Manuel Legris beendet seine Tätigkeit als Ballettdirektor des Wiener Staatsballetts 2020

Manuel Legris hat am  12. Dezember 2017 seine Compagnie darüber informiert, dass er dem designierten Staatsoperndirektor Bogdan Roščić mitgeteilt hat, seinen bis 31. August 2020 laufenden Vertrag als Direktor des Wiener Staatsballetts über diesen Zeitraum hinaus nicht zu verlängern.

Aber meine Reise mit dem Staatsballett ist noch nicht zu Ende: Wir haben noch drei volle Spielzeiten vor uns mit vielen schönen und herausfordernden Projekten, auf die ich weiterhin meine ganze Energie richte.“ Und abschließend betont Manuel Legris: „Von Herzen danken möchte ich an dieser Stelle dem bis 2020 amtierenden Staatsoperndirektor Dominique Meyer: Er hat mich zum Ballettdirektor ernannt und mir damit dieses großartige Abenteuer Wiener Staatsballett überhaupt ermöglicht. Und: Ich habe stets auf seine Unterstützung vertrauen können – er hat die Positionierung der Compagnie in- und außerhalb des Hauses aktiv gefördert. Dem designierten Staatsoperndirektor Bogdan Roščić danke ich für das ausgesprochene Vertrauen – ich habe ihm gegenüber betont, wie sehr mir die Compagnie am Herzen liegt, und dass er mit meiner vollen Unterstützung rechnen kann bei der Nachfolgefrage und natürlich bei der Direktionsübergabe selbst.“

Soweit Auszüge aus der Presseaussendung. Manuel Legris hatte nicht nur die richtige, sondern auch realistisch gesehen die einzig mögliche Entscheidung getroffen. Ich wage auch die Behauptung, dass Bogdan Roscic über Legris Entschluss keineswegs unglücklich sein dürfte. Manuel Legris war eine (geglückte) „Erfindung“ von Dominique Meyer und allein dadurch eng mit ihm verbunden. Für einen Franzosen ist Ballett natürlich sehr wichtig, Bogdan Roscic muss und wird seinen eigenen Weg diesbezüglich noch finden, aber ich gehe davon aus, dass der etwas anders sein wird.

Wie sieht es überhaupt bei einem Direktionswechsel mit dem Personal aus? Ein neuer Direktor kann und wird (wenn er klug ist, was ich voraussetze) nicht den ganzen Stab auswechseln, das „Werkl“ soll ja problemlos weiter funktionieren. Allerengste Vertrtrauenspersonen wird er freilich mitbringen müssen (an Roscic erster und zweiter Saison arbeitet eine solche bereits seit Monaten). Aber mit einem Ballettdirektor, der so unmittelbar mit dem scheidenden Direktor verknüpft war, hätte er sich ganz einfach trennen müssen. Dass es Manuel Legris von sich aus getan hat, erleichtert erstens dieAufgabe von Bogdan Roscic und zeugt anderseits vom Realitätssinn des Herrn Legris!

New York: Nun sagt auch Bryn Terfel für die „Neujahrs-Tosca ab
Bryn Terfel sagt der Met ab!

“Sir Bryn Terfel has had to withdraw from the Met’s new production of Puccini’s Tosca as he takes enforced rest due to vocal fatigue. Zeljko Lucic will sing the role of Scarpia on December 31, 2017, and January 3, 6, 9, 12, 15, 18, 23, and 27 (matinee), 2018.” So says the Met press office.

New York
È caduta l’altra scarpia
Auch Terfel sagt die „Weihnachts-Tosca“ an der Met ab
http://parterre.com/2017/12/12/la-scarpia-e-caduta/

New York: Bryn Terfel Joins Cast Exodus From Met Opera’s New “Tosca’
https://www.nytimes.com/2017/12/12/arts/music/met-opera-tosca-bryn-terfel.html

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: „Sonderkonzert“ Jonas Kaufmann


Jonas Kaufmann. Copyright: Bayerische Staatsoper

Der Winter 2017 ist an der Bayerischen Staatsoper fest in der Hand einiger der weltbesten Tenöre. Joseph Calleja war im November als Cavaradossi in Tosca zu sehen, Pavol Breslik wird in Kürze an der Neuproduktion von Puccinis „Il trittico“ mitwirken, Piotr Beczala singt derzeit den Edgardo in „Lucia di Lammermoor“ und nicht zuletzt lief Ende November eine Serie von „André Chenier“ mit Jonas Kaufmann.

Damit nicht genug: Am 10.12. gab Jonas Kaufmann zusammen mit dem Bayerischen Staatsorchester unter Bertrand de Billy auch noch ein Sonderkonzert mit Arien und Orchesterstücken aus der neuen CD „Ô Paradis“, die Sänger, Dirigent und Orchester zusammen aufgenommen haben. Für Kaufmann-Fans war dieser Abend ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Zum Bericht von Gisela Schmöger

Berlin/ Staatsoper: „Hänsel und Gretel“. Bericht über die zweite Vorstellung am 11.12.2017
Katrin Wundsam und Elsa Dreisig als „Hänsel und Gretel“. Copyright: Monika Rittershaus

Achim Freyer, als Allrounder für alle drei Aufgaben zuständig, mag das und gestaltet bei Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ in der Staatsoper Unter den Linden alles kunterbunt. Auch bevölkert er die Bühne, wie es seine Art ist, mit einer Fülle von lustigen und leicht grauslichen Fabelwesen. Unter der Bühnendecke hängt eine riesige Kreuzspinne. In ihrem stabilen Netz turnen später die Zirkusakrobaten.

Immer wieder läuft, schleicht und springt Freyers Tierwelt über die Bühne, ständig gibt’s was zu bestaunen. Wohin zuerst schauen? Die übergroße, böse blickende Katze erbeutet ein Mäuschen. Ein rosa Schwein hüpft auf den Hinterpfoten, sprich Menschenbeinen…

Zum Bericht von Ursula Wiegand

GRAZ/Dom im Berg: „Ahmal und die nächtlichen Besucher“

Alleine schon durch den Weg, den man in die Tiefen des Schlossbergs zum Veranstaltungsort Dom im Berg nehmen muss, kommt man schon in die richtige Stimmung. Man lässt die Hektik des vorweihnachtlichen Graz hinter sich, mit jedem Schritt hinein in den Berg wird es stiller und stiller: Genau perfekt, da Amahl und die nächtlichen Besucher von Gian Carlo Menotti eine besinnliche Weihnachtsgeschichte ist.

Auch in dieser Saison bietet die Oper Graz in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz die Reihe Kurzgenuss an, welche Kurzopern an ungewöhnlichen Spielorten präsentiert – letzte Saison wurden so u.a. die Murinsel und das Hotel Wiesler kurzerhand in Opernbühnen verwandelt.

Das kurzweilige Werk, welches 1951 in New York uraufgeführt und im Fernsehsender NBC übertragen wurde, komponierte der Italiener Menotti. Für eine lange Zeit hindurch wurde die Kurzoper, die vom Hirtenjungen Amahl und seiner Mutter, die von den Heiligen Drei Königen besucht werden, handelt, stets zu Weihnachten im amerikanischen Fernsehen gezeigt…

Zum Bericht von Konstanze Kaas

OPER GRAZ: Pure Emotion: EUGEN ONEGIN. Premiere ist am Samstag

„Eugen Onegin“. Copyright: Bühnen Graz

Eine schicksalhafte Freundschaft und die Ungleichzeitigkeit der Liebe stehen im Mittelpunkt von Peter I. Tschaikowskis Oper „Eugen Onegin“. Die international gefragte Regisseurin Jetske Mijnssen bringt das Meisterwerk auf die Bühne und am Pult steht erstmals bei einer Opernpremiere der Oper Graz die neue Chefdirigentin Oksana Lyniv. In der Titelrolle ist Markus Butter zu erleben, als Tatjana berührt Oksana Sekerina.

Premiere am Samstag, 16. Dezember 2017, 19.30 Uhr
Vorstellungen bis zum 25. April 2018

Als Larina ist Christina Baader zu erleben, die dem „Online-Merker“. Das dabei entstandene Interview veröffentlichen wir im Zuge der Berichterstattung über die Premiere.

München: Andreas Beck wird Intendant des Residenztheaters
Der ehemalige Leiter des Wiener Schauspielhauses folgt in München Martin Kušej nach, der ans Burgtheater wechselt –
Der Standard
Andreas Beck wird nach Kusej Residenztheater-Intendant
Sueddeutsche Zeitung
Andreas Beck neuer Intendant des Münchner Residenztheaters
Der Spiegel
Andreas Beck wechselt nach München
Neue Zürcher Zeitung
Von Basel nach München: Andreas Beck wird neuer „Resi-Chef“
Münchner Abendzeitung

Wien: Salzburgerin übernimmt eine der wichtigsten unabhängigen Theaterbühnen Österreichs
Cornelia Anhaus verlässt die Salzburger ARGEkultur. Sie wurde unter 38 Bewerberinnen und Bewerbern einstimmig ausgewählt, die Leitung des Werk X-Eldorado in Wien zu übernehmen.

…Im Werk-X am Petersplatz wird sie die kuratorische Leitung sowie die Geschäftsführung übernehmen. Die Stadt Wien hat die Förderung erhöht und eine neue Organisationsstruktur geschaffen. Anhaus: „Es war Zeit für Veränderung. Für mich ist es ein besonderer Reiz, von Anfang etwas mitzugestalten.“…
Salzburger Nachrichten

Was ist eine „unabhängige Theaterbühne“? Das Theater hängt am Subventionstropf der Stadt Wien. Anders ist ein Theaterbetrieb in Wien mit der dichten Konkurrenz auch nicht zu führen. Aber dann bitte nicht Etikettenschwindel mit dem Wort „unabhängig“ betreiben.

Filme der Woche


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Zu Beginn – eine wunderschöne, nackte Juliette Binoche. Auf ihr liegt ein Mann, der Sex scheint für beide eher anstrengend und lustlos. Das ist das Problem, den ganzen Film hindurch. Die attraktive, aber nicht mehr ganz junge Frau auf der krampfhaften Suche nach Liebe und einer Beziehung – und was sie findet, ist bestenfalls guter, schlechterenfalls nicht guter Sex. Und die Liebe? Man verrät nicht zu viel, wenn man sagt – die Suche gelingt nicht…

Der Film der französischen Regisseurin Claire Denis kümmert sich (nach dem Buch „Fragmente einer Sprache der Liebe“ von Roland Barthes) um einen Outcast unserer Gesellschaft – die ältere Frau, die auch dann in ihrer Eigenschaft als sexuelles und emotionales Wesen beiseite geschoben wird, wenn sie wie Isabelle nicht niemand, sondern eine einigermaßen erfolgreiche Malerin ist… Aber.

Ägypten: Sängerin muss für dieses Video zwei Jahre in Haft

 

Sie können die Facebook-Anmeldung auch wegklicken!

Wegen „Anstiftung zur Ausschweifung“ wurde Sängerin Shyma zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die Ägypterin hatte ein „provokantes“ Musikvideo veröffentlicht.
Heute.at

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/13-dezember-2017


12. DEZEMBER 2017

by ac | 12. Dezember 2017 07:55

HEUTE Stream „Lulu“ aus der Wiener Staatsoper Wolfgang Bankl, Agneta Eichenholz. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Beginn ist 18,30 h, es gibt auch eine nicht unwesentliche Umbesetzung: Charles Workman singt am 12. und 15. Dezember 2017 den Alwa in „Lulu“ anstelle des erkrankten Herbert Lippert und gibt damit sein Rollendebüt im Haus am Ring.

STREAM HEUTE ABEND: Alban Bergs „Lulu“ in der dreiaktigen Fassung!

Karl Kraus nannte sie die „Allzerstörerin, weil sie von allen zerstört ward“ – die Rede ist von Lulu, der tragischen Femme fatale, die von der Männerwelt und der Gesellschaft benützt, gedemütigt und letztendlich ermordet wird. Der Wiener Komponist Alban Berg schuf auf Basis der beiden skandalträchtigen Lulu-Dramen von Frank Wedekind die erste 12-Ton-Oper – und einen Markstein in der Operngeschichte.

Die Inszenierung von Willy Decker ist dem Staatsopernpublikum seit ihrer Premiere am 12. Februar 2000 bekannt – diese stand bis 2005 insgesamt 21 Mal auf dem Spielplan des Hauses am Ring, allerdings in der zweiaktigen Version. Regisseur Willy Decker kehrt zurück an die Wiener Staatsoper, um seine gefeierte Lulu-Inszenierung in der dreiaktigen Fassung zu präsentieren. Für das Haus am Ring schuf der international gefragte deutsche Regisseur noch Inszenierungen von Billy Budd, Die Tote Stadt und Idomeneo (im Theater an der Wien). Weitere Regiearbeiten führten ihn u. a. nach Amsterdam, Berlin, zu den Salzburger Festspielen und an die Dresdner Semperoper.

Dienstag, 12. Dezember 2017 | 18:30* Alban Berg: Lulu

* Die Live-Übertragungen aus der Wiener Staatsoper werden innerhalb von 72 Stunden auch zeitversetzt gesendet.

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Eine Umbesetzung gibt es auch beim „Rosenkavalier“: Am 13. Dezember 2017 verkörpert KS Adrian Eröd, der bereits in der ersten Vorstellung der Serie am 10. Dezember eingesprungen ist, den Faninal in „Der Rosenkavalier“ anstelle des erkrankten Jochen Schmeckenbecher.

Die Vorstellung am Mittwoch ist übrigens die 1000. Vorstellung des „Rosenkavaliers“ an der Wiener Staatsoper überhaupt

Mehr als ein Drittel davon fand in der Schenk-Inszenierung statt.
Krassimira Stoyanova ist die „Feldmarschallin“. Copyright: Johannes Ifkovits

 „Hab mir´s gelobt….!“ Mit diesen berührenden  Worten entlässt die reife Feldmarschallin ihren Geliebten Octavian aus ihrer Liebesbeziehung.  Durch ihren Verzicht beweist sie unglaubliche,  menschliche Größe und ermöglicht die Liebe zweier junger Menschen. All dies und das Bewusstsein dieser irdischen Vergänglichkeit vermag Krassimira Stoyanova in ihrem Gesang ausdrücken. Sie ist eine gefühlvolle und innige Feldmarschallin mit edlen Spitzentönen und blühendem und jugendlich klingenden Sopran. Da diese außergewöhnliche Sängerin in dieser Rolle an der Wiener Staatsoper debütierte, ist natürlich der Fokus der Aufmerksamkeit bei Richard Strauss Der Rosenkavalier ganz besonders auf sie gerichtet

Zum Bericht von Helmut Christian Mayer
Stephanie Houtzeel als „Octavian“. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Heiter dem Tausender entgegen
Ein lebenspraller „Rosenkavalier“ an der Staatsoper – mit kleinen Hoppalas.
Wiener Zeitung
„Der Rosenkavalier“: Die Welt, die ist ein sonderbar‘ Ding
Strauss-Oper mit Krassimira Stoyanova als Marschallin an der Staatsoper – -Welt-die-ist-ein-sonderbar-Ding
Der Standard
Melancholie im Rokokozuckerguss
Die Presse

Zürich: MADAMA BUTTERFLY
Svetlana Aksenova, Saimir Pirgu. Copyright: Toni Suter

Offenbar haben Regisseure einen Heidenangst, gerade bei diesem «Rührstück» in die «Sentimentalitäts-Falle» zu geraten. Nun hat Regisseur Ted Huffmann mit dem Bühnenbildner Michael Levine, assistiert von der Kostümbildnerin Annemarie Woods, die Story von der «kleinen Frau Schmetterling», wie uns seinerzeit die deutsche Übersetzung weissmachen wollte, in ein kühles, weisses Ambiente gestellt. Eine Schuhschachtel, die nur ab und an den Blick in eine dunkle Umgebung (kein Garten!) freigibt, wenn die Wände zur Seite geschoben werden…

Zum Bericht von John H. Mueller

Ein Opfer im Kampf der Kulturen
Am Opernhaus Zürich lässt Ted Huffman in Giacomo Puccinis «Madama Butterfly» die westliche und die östliche Welt entlarvend aufeinanderprallen – ein aufrüttelnder Abend.
https://www.nzz.ch/feuilleton/opfer-im-kampf-der-kulturen-ld.1337973

München/ Bayerische Staatsoper; Neu besetzte „Lucia di Lammermoor“
Adela Zaharia musste statt Diana Damrau ran. Copyright: Wilfried Hösl

Startschwierigkeiten hatte an diesem Abend in der Bayerischen Staatsoper nur das Auto: Piotr Beczała, respektive Sir Edgardo di Ravenswood, sollte am Ende des ersten Akts von Gaetano Donizettis Lucia di Lammermoor eigentlich lässig von dannen fahren, starten ließ sich der Oldtimer allerdings (zur großen Belustigung des Publikums) erst nach dem beherzten Eingreifen eines Technikers. Von Anfang an auf Betriebstemperatur war hingegen die Hausdebütantin Adela Zaharia, die für die erkrankte Diana Damrau eingesprungen war…

München/ Bayerische Staatsoper
Sie kam, sang und siegte: Münchens neu besetzte Lucia di Lammermoor
bachtrack

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN erwartet Liebesgrüße aus St. Petersburg
Roméo und Julia. Copyright: Natasha Razina

Im Festspielhaus Baden-Baden wird Shakespeares Liebesdrama am Donnerstag und Freitag, 21. und 22. Dezember 2017 vom St. Petersburger Mariinsky Ballett und dem Orchester des Mariinsky Theaters zelebriert. Damit beginnt das traditionelle Weihnachtsgastspiel des wohl bekanntesten russischen Balletts im Schwarzwald.

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK – 12.-18. DEZEMBER 2017

 

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

12.12. LE DAMNATION DE FAUST (Live aus Rom) RAI 3-19 Uhr
15.12. DIE LUSTIGE WITWE (Live aus New York) Met-Stream 1.25 Uhr
TOSCA (Live aus Bologna) RAI 3-20 Uhr
16.12. NORMA (Live aus New York) RNE Classica Madrid-18.50 Uhr
NORMA (Live aus New York) Deutschlandradio, RAI 3-19 Uhr
LA BOHEME (Live (?) aus Amsterdam) Radio 4Hilversum-19 Uhr
NORMA (Live zeitversetzt aus New York) ORF Ö1, BBC 3-19.30 Uhr
IL RITORNO D’ULISSE IN PATRIA (aus Hamburg, Aufz. v. 29.10.) Radio Suisse R.
-20.03 Uhr
MEDEA (aus Wexford, Aufn. v. 28.10.) HR 2-20.04 Uhr
17.12. IL TRITTICO (Live aus München) Bayern 4-18 Uhr
AUS EINEM TOTENHAUS (aus Paris, Aufn. 18.11.) France Musique-20 Uhr
19.12. HÄNSEL UND GRETEL (Live aus New York) Met-Stream 1.25 Uhr

New York/ „Richard Tucker-Gala“

Nadine Sierra performed at the Richard Tucker gala Sunday night at Carnegie Hall. Photo: Dario Acosta

As far as old-fashioned opera galas go, New York doesn’t have much that can compete with the annual Richard Tucker gala at Carnegie Hall. In addition to showcasing the latest recipient of the Richard Tucker award, the gala offers a parade of superstar singers in favorite repertoire…

Richard Tucker Gala 2017 Review: Stephanie Blythe & Ailyn Perez Shine As Nadine Sierra Shows Promise
http://operawire.com/richard-tucker-gala-2017-review-stephanie-blythe
High Sierra: 2017 Richard Tucker winner soars at gala concert
http://newyorkclassicalreview.com/2017/12/high-sierra-2017-richard-tucker

Ein Paukenschlag: Sophie Rois kündigt Vertrag mit der Berliner Volksbühne

Zwar ist an der Berliner Volksbühne seit dem Intendanzwechsel von Frank Castorf zu Chris Dercon im Sommer sowieso (fast) nichts mehr, wie es war. Aber diese Nachricht kommt trotzdem einem Paukenschlag gleich: Sophie Rois verlässt die Volksbühne! Denn mit der Ausnahmeschauspielerin, Trägerin des Berliner Theaterpreises und des Gertrud-Eysoldt-Ringes, hat ja jetzt nicht irgendeine, sondern tatsächlich die Identifikationsfigur des Hauses ihren Vertrag gekündigt. An einer Bühne, die sie 25 Jahre lang – die gesamte Castorf-Ära hindurch – geprägt hat…

Sophie Rois war eine Ikone der Castorf-Ära, eigentlich unkündbar. Ihr Abgang bestätigt, was man ahnte: In der Volksbühne findet ein Systemwechsel statt. Ein Kommentar.
Tagesspiegel

Österreich vor Ende des Rauchverbots noch vor dessen Inkrafttreten: Wien droht mit Klage
Das Ende des Rauchverbots empfindet die in Wien zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) als Kampfansage. Sie bereitet sich nun auf eine Klage vor.
Die Presse

Ich habe bereits mehrmals erwähnt, ich bin Nichtraucher. Kein militanter, sondern einer, dem Rauchen nie etwas gegeben hat. Wenn gelegentlich jemand neben mir raucht, stört es mich nicht. Würde es mich stören, dann würde ich eben diesen Ort meiden. Nicht wehren kann ich mich, wenn mir jemand auf der Straße den Rauch ins Gesicht bläst.

Ich kannte Nichtraucher, die an Lungenkrebs gestorben sind – ebenso Antialkoholiker, deren Leber nicht mehr mitgemacht hat. Und was mich betrifft, habe ich mit meiner Lunge unfassbares Schindluder getrieben: Weil im Lackierraum meiner (ehemaligen) Tischlerei aus räumlichen Gegebenheiten (Lichteinfall) die angeblich immens giftigen Lackdämpfe nicht vom Arbeitenden weg, sondern diesem in das Gesicht gesaugt wurden (Absaugung hinter dem Rücken des Lackierers) haben sich meine Mitarbeiter geweigert, dort zu arbeiten. Daraufhin habe ich selbst lackiert (der Arbeitsinspektor erlaubt, dass sich der Chef selbst umbringt) – und das demonstrativ jahrelang ohne Schutzmaske.

Eine ärztliche Untersuchung ergab (und ergibt immer wieder), dass meine Lunge in einem Top-Zustand ist. An Lungenkrebs werde ich daher nicht sterben. In meinem Stammwirtshaus sitze ich im Raucherabteil, ganz einfach, weil dort das Ambiente und auch die Gäste gemütlicher sind. Ich möchte schon für mich entscheiden können, was mir gut tut!

Das ist Wien: Terrorpoller jetzt nur am Wochenende
Wien ist einfach anders – und das zeigt sich derzeit auch beim Thema Sicherheit rund um Wiens Einkaufsstraßen in der Weihnachtszeit. So zieren auf der Shopping-Meile der Mariahilfer Straße, etwa auf Höhe der Stumpergasse, eher recht zierlich wirkende, weil nicht allzu große Betonpoller das Straßenbild – doch nicht etwa 24 Stunden lang an sieben Tagen der Woche, sondern lediglich am Wochenende!
http://www.krone.at/603105

Dazu muss gesagt werden, dass das eine pure „Augenauswischerei“ ist. Weil sich die Regierung mit Pollern schützt, muss auch das gemeine Volk geschützt werden – mit eben diesen „Spielzeugpollern“. Diese wurden und werden aber an Einkaufssamstagen deswegen aufgestellt, um den „normalen“ Autoverkehr zu verunmöglichen. Man stelle sich also vor: Poller, die ein schweres Fahrzeug aufhalten sollen, werden am Samstag früh dort abgeladen, am Sonntag nachmittag wieder entfernt.

Es darf gelacht werden!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/12-dezember-2017


11. DEZEMBER 2017

by ac | 11. Dezember 2017 08:44

„Die Krönung der Poppea“ von Monteverdi als Premiere in Berlin (Staatsoper). Max Emanuel Cencic, Anna Prohaska. Copyright: Bernd Uhlig

Es ist eine wahre Geschichte – der Aufstieg von Kaiser Neros Maitresse Poppea zur Kaiserin von Rom, einhergehend mit der Verbannung ihrer Vorgängerin, der Kaiserin Ottavia. Claudio Monteverdi, dessen 450. Geburtstag in diesem Jahr weltweit gefeiert wurde, griff diesen historischen Stoff für seine letzte Oper auf, die er 1642, ein Jahr vor seinem Tod, komponierte: „L’INCORONAZIONE DI POPPEA“.

Gerade noch rechtzeitig springt die sanierte Staatsoper Unter den Linden, die am 07.12. ihr 275. Wiegenfest feierte, auf Monteverdis Geburtstagszug auf und gibt damit dem „Vater der Oper“ die ihm gebührende Ehre…

Zum Premierenbericht von Ursula Wiegand
Jochen Kowalski, Katharina Kammerloher. Copyright: Bernd Uhlig

Insgesamt hat die Staatsoper Unter den Linden nun eine ästhetisch wertvolle und konzeptuell diskutierenswerte Poppea im Repertoire, die sowohl musikalisch als auch von der Regie her ausgefallene Wege beschreitet. Für Kenner und Genießer!

Zum Premierenbericht von Dr. Ingobert Waltenberger

Weitere Presseberichte:

Die gute Nachricht: Die Staatsoper spielt wieder
Die Welt
Eröffnung Staatsoper: Elementare Einsamkeit
Mit Eva-Maria Höckmayrs „Poppea“–Inszenierung enden die Eröffnungsfeiern an der Staatsoper.
Tagesspiegel
Bewährungsprobe für die Staatsoper Zwei Premieren an einem Wochenende
Berliner Zeitung
Niemand ist vor Amor sicher
Auf der Bühne Sopranistin Anna Prohaska und die Countertenöre Max Emanuel Cencic und Mark Milhofer. Im Graben die Akademie für Alte Musik unter der Leitung des Barock-Experten Diego Fasolis. Monteverdis „L’Incoronazione di Poppea“ an der Staatsoper Berlin hat Weltklasse. Und Regisseurin Eva Höckmayr zeigt bei der Premiere am 9. Dezember ein beeindruckendes Gefühl für Zwischenzeilen und Zwischentöne.
BR-Klassik

MANNHEIM/ Nationaltheater: FIDELIO . Premiere am 9.12.2017
Ji Yoon, Sebastian Pilgrim Annette Seiltgen, Michael Rensburg (hinten), (c)Hans-Jörg Michel

Eine recht „alternative“ Variante des „Fidelio“ beschert der Regiekünstler Roger Vontobel den Besuchern in Mannheim. Für mich ist immer wieder hochinteressant, auf welche Ideen Regisseure kommen, wenn man von ihnen Deutungen verlangt, mit denen der Auftraggeber (Das Theater) ins womöglich internationale Gespräch kommt.

Auf dieser „Gefängnis“ bezeichneten Schräge befindet sich allerhand Gerümpel, hauptsächlich Eimer, und im fahlen Licht wird der Gefangene Florestan, der Schauspieler Michael Rensburg, erkennbar, der sich in dieser Phase von oben bis unten, auch Haare und Gesicht, mit Dreck oder Gips eingeschmiert hat, und sich am ganzen Körper rauft. Er wirkt dabei wie der Insasse eines Irrenhauses. Dazu gesellen sich gleich zwei Gestalten wie aus der Commedia dell’arte entsprungen, die Marzelline mit plüschigem Reifröckchen, einem dicken weißbestrumpften Bein und wirren grauen Lockenhaaren,  der Jaquino wie Harlekin mit Pluderhosen, dicken Bauchringen und Goldwams und -haaren, auf tapsen auf dem Hubpodium herum…

In der Schlußszene soll der Gefangene von den Engeln besungen in den Tod begleitet werden. Sie tragen weiße Faltenflügel. Auch Pizarro werden welche verpaßt, er verschwindet wie Beckmesser in der Menge. Dem Sänger Florestan und den anderen Protagonisten auch, und der verstorbene Florestan wird  zum choralen Gesang in die Höhe gezogen.

Zum Premierenbericht von Friedeon Rosén

JUBILÄEN: DIE GEBURTSTAGE DEZEMBER 2017 SIND ONLINE!

15.12. Hilde ZADEK wird 100

 

 Sie verlebte ihre Jugend in Stettin. 1934 musste sie als Jüdin Deutschland verlassen. Sie wanderte nach Palästina aus, wo sie zeitweilig als Krankenschwester in einer Kinderklinik in Jerusalem arbeitete. Dann Gesangstudium bei Rose Pauly in Jerusalem. 1945 wurde sie in Zürich Schülerin von Ria Ginster. 1946 sang sie in Winterthur ein Solo in der Uraufführung des Oratoriums »Königin Esther« von Max Ettinger. Sie debütierte als Opernsängerin 1947 sogleich an der Staatsoper von Wien in der Partie der Aida und hatte einen sensationellen Erfolg. Seitdem ist die Künstlerin für mehr als zwanzig Jahre Mitglied der Wiener Staatsoper geblieben. Sie sang hier in 786 Vorstellungen…

ZU DEN JUBILÄEN

Wien/ Volksoper: Staatsballett mit „Roméo et Juliette“ von Davide Bombana/ Musik: Hector Berlioz


Masayu Kimoto (Roméo), Maria Yakovleva (Juliette).
Copyright: Ashley Taylor / Wiener Staatsballett


Masayu Kimoto (Roméo), Maria Yakovleva (Juliette). Copyright: Ashley Taylor / Wiener Staatsballett

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Pressebericht:

„Romeo et Juliette“: Bombastisches Ballett in der Volksoper
Zu einem schillernden Abend mit drei Glanzlichtern ist Davide Bombanas neues Auftragswerk für das Wiener Staatsballett geraten: „Romeo et Juliette“ wirbelten zu Hector Berlioz‘ Symphonie dramatique (op. 17) bei der Uraufführung in der Volksoper am Samstagabend in Kostümen der verstorbenen Künstlerin Rosalie über die Bühne, für Gänsehaut sorgte der Chor der Volksoper Wien.
Salzburger Nachrichten

Buchvorstellung: Eine glückhafte Symbiose: Die Wiener Philharmoniker und die Salzburger Festspiele
Autor Clemens Hellsberg, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, Peter Daniell Porsche (PDP Holding, Eigentümer Residenz Verlag), Autor Robert Hoffmann, „Freunde“-Präsident Heinrich Spängler Foto: SF/Neumayr/Leo

Clemens Hellsberg beleuchtet die vielfältigen Beziehungen der Wiener Philharmoniker zu Salzburg. Diese Buchpräsentation signalisiert den Beginn einer Schriftenreihe, die zum 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele 2020 hinführt. Der Residenz Verlag konnte dafür als kompetenter Partner gewonnen werden. Wieder einmal hat sich der „Verein der Freunde“ als echter Freundesverein erwiesen und dieses anspruchsvolle Buchprojekt finanziell unterstützt. Ebenfalls bedankt wurde Professor Robert Hoffmann, der eine wirtschaftshistorische Einführung in das Thema verfasste.

Helga Rabl-Stadler ist überzeugt: „Ohne die Wiener Philharmoniker gäbe es zwar Festspiele in Salzburg, es wären aber nicht die Salzburger Festspiele…

Weiterlesen in unseren „Infos des Tages“

Hamburg: Hengelbrocks Abgang: Nicht alles ist großartig

Zur Kritik an seiner Programmauswahl und an der Qualität des Orchesters äußerte sich der Dirigent: „Es gab natürlich Situationen, in denen ich mich sehr weit von dem entfernen musste, was ich mir eigentlich vorgestellt hatte. Aber das gab es vonseiten des Orchesters selbstverständlich auch.“ Er selbst habe nicht alle seine Ziele mit dem Klangkörper erreicht. „Ich hatte gehofft, dass das Orchester eine stärkere Eigeninitiative entwickelt. Dass die Musiker regelmäßig in kleinen Gruppen proben und arbeiten, dass die Kammermusik und die Kammerorchesterarbeit weiter gedeihen und ins Orchester ausstrahlen.“ Auch seine Spielstätte, die Elbphilharmonie, sei nicht immer einfach. „Die akustischen Verhältnisse in der Elbphilharmonie sind zwar insgesamt großartig, aber je nach Repertoire bisweilen auch kompliziert.“ – Quelle: https://www.mopo.de/29270304 ©2017

Wien: Portraits of the Female: Barbara Hannigan at the Konzerthaus
bachtrack

Manuel Brug und die Netrebkos – eine Endlos-Geschichte!
Duo Infernale“ – so nennt Manuel Brug das Sängerehepaar Anna Netrebko/ Yusif Eyvazov

Den Link zum Profil-Artikel habe ich zwar nicht gefunden, in unseren „Infos des Tages“ finden Sie aber Auszüge daraus!

MOSKAU/ Museum für ultramoderne Kunst:30 Kunstwerke verherrlichen „Superputin“ bei Ausstellung

 

Putin als Superheld. Bildquelle: APA (AFP)/YURI KADOBNOV

Moskau (APA/Ag.) – „Superputin“ erobert Russlands Kunstwelt: Rund 30 Kunstwerke verherrlichen den russischen Präsidenten Wladimir Putin als unbezwingbaren Supermann in einer neuen Ausstellung im Museum für „ultramoderne“ Kunst (UMAM) in Moskau. Die Schau wird bis zum 15. Jänner in der russischen Hauptstadt gezeigt, bevor sie nach Berlin und London weiterzieht.

Die Berliner können also im Frühjahr „Superputin“ bestaunen. An Wien zieht diese Ausstellung vorbei, unbestätigten Gerüchten zufolge plant Wien eine eigene Ausstellung: SUPERBASTI

Fußball: Peter Stöger fällt die Karriere-Leiter hinauf – vom Abstiegskandidaten zum Spitzenclub Dortmund

https://kurier.at/sport/fussball/peter-stoeger-im-blitztempo-auf-den-karriere-gipfel/301.533.415

So schnell geht es im Trainergeschäft. Wenn nun der geschasste Dortmund-Trainer zu Köln kommt, sind alle glücklich!

Was aber macht Wiens Politiker-Club Austria Wien? Der Kanzler deklariert sich als Austria-Fan, der Wiener Bürgermeister war es schon immer. Der „Arbeiterclub Rapid“ war nie etwas für die „feunen Leute“. Gestern verloren die Violetten in Altach 0:1. Im ersten Spiel zu Meisterschaftsbeginn hatten sie dort glatt 0:3 verloren. Hat sich die Austria unter dem deutschen Trainer Torsten Fink also gesteigert? Eigentlich ist der Mann ja nicht mehr zu halten und vor einer Woche habe ich Peter Stöger als neuen Austria-Trainer vorausgesagt. Ich habe mich geirrt, mit dem Dortmund-Angebot konnte ich nicht rechnen. Ganz ehrlich, wenn ich die Wahl zwischen Austria und Dortmund hätte, ginge ich auch zu den „Kartoffelkäfern“.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/11-dezember-2017


10. DEZEMBER 2017

by ac | 10. Dezember 2017 09:05

Berlin/ Staatsoper: „Hänsel und Gretel“ in Achim Freyers Inszenierung – nur bedimngt gelungen. Die Knusperhexe mit Gretel und Hänsel. Copyright: Monika Rittershaus

„Mein Märchen ist aus, dort läuft eine Maus, wer sie fängt, darf sich eine große, große Pelzkappe daraus machen.“ Letzter Satz aus Hänsel und Gretel von Jacob und Wilhelm Grimm

Draußen schneit‘s, aus allen Weihnachtsmärkten in Berlin – auch rund um die nahe St.-Hedwigs-Kathedrale – strömt Zimt- und Punschduft und in der Staatsoper Unter den Linden ist die zweite Premiere nach der Wiedereröffnung des prächtig restaurierten Hauses angesetzt. Es wird zwar noch geschraubt gehämmert und verputzt, wie Achim Freyer das in einem Interview anmerkte, sodass des quirlig genialischen Malers, Bühnen- und Kostümbildners, der auch für die Inszenierung verantwortlich ist, „ganze Kleidung von den frisch gestrichenen Türen im Zuschauerraum versaut war“.

Das Publikum merkt davon nichts, alles scheint perfekt zu sein, bis auf die Sitzabstände im 2. Rang, die an die extreme Enge von Billigairlines erinnern. Dafür wird Alt und Jung sofort von einem für Freyer so typischen märchenhaften Setting im halbdunklen Bühnenraum gefangen genommen…

Zum Premierenbericht von Ingobert Waltenberger

Insgesamt gesehen sind die Meinungen über Freyers Inszenierung in der Presse geteilt:

Staatsoper: Freyers „Hänsel und Gretel“ gelingt Neustart
Hamburger Abendblatt
Hänsel und Gretel“ mit Schwellköpfen – Umstrittene Neuinszenierung an der Staatsoper Berlin
Neue Musikzeitung/nmz.de
„Hänsel und Gretel“ an der Staatsoper Berlin: Einfallslos inszeniert und runterdirigiert
Zur Opernpremiere in der sanierten Staatsoper Berlin gelinge dem für seinen „Parsifal“ in Hamburg gefeierten Achim Freyer an diesem Abend rein gar nichts, meint unser Kritiker Uwe Friedrich. Die vorzüglichen Gesangsdarbietungen ausgenommen, sei das ein sehr trauriger Abend gewesen.
DeutschlandfunkKultur
Bunt allein reicht nicht
BR-Klassik
Verlaufen im Märchenwald
Premiere in der sanierten Staatsoper: „Hänsel und Gretel“ unter Achim Freyer und Sebastian Weigle
Tagesspiegel

Wien/ Staatsballett in der Volksoper: Roméo et Juliette. Uraufführung der Bombana-Choreographie mit Musik von Berlioz am 9.12.2017
„Roméo et Juliette“ in Davide Bombanas Fassung. Copyright: Staatsballett/ Volksoper

Renate Wagner in ihrer Kritik über diese Uraufführung: Dort, wo die Begriffe „Ballett“ und „Romeo und Julia“ zusammen treffen, denkt man sofort – hurra! – an Prokofieff, Cranko, ein Höhepunkt des Möglichen, wunderbar. Das gibt es in der Volksoper nicht zu sehen. Der Italiener Davide Bombana hat sozusagen alles anders gemacht. Er ging von „Roméo et Juliette“ des Hector Berlioz aus, eine eineinhalbstündige „Symphonie dramatique“ für Orchester, Chor und drei Solisten (1840), ein selten gespieltes Werk, auch weil es in seiner Dramaturgie und mit seinen Gesangspassagen so schwer einzuordnen ist.

Die einzelnen Nummern liefern auch eine genaue inhaltliche Vorgabe, die Shakespeares Stück nur in einigen Szenen folgt. Damit ist schon gegeben, dass man von der bekannten Handlung im Grunde nur wenig sieht. Besonders befremdend wird es nach der Pause, wo nur noch das Begräbnis von Juliette, Romeo an ihrem Grab, kurzes Pas de Deux (er schon halb tot) und schließlich das Finale vorgesehen sind, das allerdings einen großen, „versöhnlichen“ Choral beinhaltet (der Vergleich mit dem letzten Satz von Beethovens „Neunter“ ist für Berlioz allerdings immer schlecht ausgegangen)…

Einen Abend wie diesen nennt man „interessant“. Der Premieren-Beifall klang allerdings nach mehr, nämlich beeindruckt.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Hamburg: Chefdirigent Hengelbrock verlässt Elbphilharmonie früher
Hengelbrock verlässt im Sommer 2018 das Orchester. Bildquelle: APA (dpa/Archiv)/Bodo Marks

Hamburg (APA/dpa) – Der Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, Thomas Hengelbrock, beendet seinen Vertrag im Streit vorzeitig. Statt wie geplant 2019 werde er schon im Sommer 2018 das Orchester verlassen, sagte er der Hamburger Regionalausgabe der „Welt am Sonntag“.

Im Juni hatte der NDR den amerikanischen Dirigenten Alan Gilbert als neuen Chefdirigenten des NDR Elbphilharmonie Orchesters vorgestellt. Er habe den NDR damals frühzeitig darüber informiert, dass er seinen Vertrag nicht noch ein weiteres Mal verlängern werde, sagte Hengelbrock der Zeitung.

„Sehr unerfreulich war dann das Vorgehen des NDR, unmittelbar nach der öffentlichen Ankündigung dieses Schrittes, meinen Nachfolger zu benennen und noch in derselben Woche, in der ich zehn Konzerte zu dirigieren hatte, vorzustellen.“ Das habe nach außen einen ganz falschen Zungenschlag in diese Sache gebracht. Auf der Frage, ob dies der Grund sei, warum er den Vertrag nun vorzeitig beenden werde, sagte Hengelbrock: „Ja, so ist es.“

Soweit ein Auszug aus einer APA-Meldung. So ganz verstehe ich Herrn Hengelbrock nicht. Er kündigt zuerst seinerseits den Vertrag (offiziell verlängert er ihn nicht) und ist dann beleidigt, wenn sich die Orchesterverantwortlichen sofort nach einem Nachfolger umsehen. Das ist doch ein ganz natürlicher Vorgang. Oder wollte Herr Hengelbrock, dass ein Trauerjahr eingeschaltet wird?

Dirigent Hengelbrock verlässt Elbphilharmonie im Streit
Ein Abtritt im Zorn: Was der Musiker jetzt über sein Orchester und die Klangqualität in Hamburgs Wahrzeichen sagt.
Hamburger Abendblatt

Zu wissen, was Thomas Hengelbrock nun „im Zorn“ über Orchester und Klangqualität in der „Elphi“ sagt, wäre natürlich interessant. Aber wir haben es mit einem Bezahlartikel zu tun, somit müsste ich investieren. Im ersten Zorn Hergesagtes relativiert sich meistens nach Abflauen des Zorns, somit erachte ich die Investition als wenig sinnvoll.

Mailand/ Scala-Saisoneröffnung: Rituale und Nepotismus

Natürlich gab es die Rituale (Hymne und so), aber die Reichen und oft nicht mehr ganz Schönen waren diesmal weniger als in den Vorjahren vertreten. Die Scala wird die Absenzen überleben. Nun ein Auszug aus der „Neuen Zürcher Zeitung“:

Weit schlimmer als diese in der Tat ziemlich rostigen Rituale ist freilich das, was man dieses Jahr auf der Bühne der Scala zu sehen bekommt. Das ist nämlich nicht einmal mehr Theater um ein bisschen Haute Couture und teuren Tinnef – was die Regie und auch die Sänger in der Neuinszenierung von Umberto Giordanos Revolutionsdrama «Andrea Chénier» abliefern, wirkt in einer Weise obsolet, dass einem angst und bange werden kann um die Gattung Oper an sich – verweigert es doch schlicht jegliche Auseinandersetzung mit den Forderungen und den Chancen einer zeitgemässen Bühneninterpretation.

Stattdessen blickt man vier Akte lang allenfalls auf ein szenisches Arrangement, dessen Ausstattung obendrein – was ist bloss los mit der guten alten Scala? – glanzlos wirkt und die historische Authentizität eines Kostümschinkens von anno dazumal versprüht…

Ein echtes Ärgernis kommt hinzu: Man darf es schon einen krassen Fall von Nepotismus nennen, dass entweder Anna Netrebko selbst, die erwartungsgemäss umjubelte Sängerin der weiblichen Hauptrolle der Maddalena di Coigny, oder ihre Künstleragentur nicht davor zurückgeschreckt ist, Netrebkos Gatten, den aserbaidschanischen Tenor Yusif Eyvazov, neben der Diva in der Titelrolle zu installieren. 

Dies stellt, völlig ungeachtet der sängerischen Leistungen Eyvazovs, eine Verletzung des Anstands dar, die von der Hausleitung um Zürichs früheren Opernintendanten Alexander Pereira niemals hätte gutgeheissen werden dürfen. Künstlerische und moralische Integrität müssen gerade im kostspieligen Opernbetrieb Hand in Hand gehen, soll dessen bereits gefährdete gesellschaftliche Akzeptanz nicht weiter schwinden. Hier aber tritt man die guten Sitten, ebenfalls passend zur Weltlage, dreist mit Füssen…

Was ist bloß mit der guten alten Scala los?
Anna Netrebko und Gatte Yusif Eyvazov eröffnen gemeinsam die neue Saison an der Scala. Der Auftritt in Umberto Giordanos Revolutionsoper «Andrea Chénier» gibt zu denken.
https://www.nzz.ch/feuilleton/ein-fall-von–ld.1337369

Anderseits darf auch nicht sein, dass Herr Eyvazov von Produktionen mit seiner Gattin gänzlich ausgeschlossen ist. Künstlerehepaare wurden in der Vergangenheit bejubelt, im Fall Netrebko-Eyvazov wird dies als Nepotismus angesehen!

Wer setzt seine Meinung aber Anna Netrebko, das Geschehen an der Scala und weitere Dinge, die die Welt berühren, in der Öffentlichkeit ab? Natürlich Manuel Brug:

Sachliche Revolutionsschmonzette
http://klassiker.welt.de/2017/12/08/sachliche-revolutionsschmonzette-andrea-chenier-als-scala-prima-mit-yusif-und-anna/

Auch im österreichischen  „Profil“ gibt man Herrn Brug eine Profilierungschance

 

Den Link zum Artikel habe ich nicht gefunden, ich recherchiere aber, sobald es meine Zeit erlaubt.

GRAZ / MUSIKVEREIN FÜR STEIERMARK: 11. und 12. DezemberUraufführung: „Symphonie der Menschenrechte
Grazer Musikverein. Copyright: Musikverein für Steiermark
Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat der Steirische Musikverein ein symphonisches Werk in Auftrag gegeben. Vier Komponisten haben gemeinsam an dem viersätzigen Werk gearbeitet.
Robert C. Bauer (31) komponierte eine „Nachtmusik für Ashraf Fayadh“: Der Koblenzer widmet sie dem palästinensischen Lyriker, der 2015 in Saudi- Arabien „wegen Abfalls vom muslimischen Glauben und Gotteslästerung“ in seinem Gedichtband „Befehle verinnerlicht“ zunächst zum Tode verurteiltwurde. Nun muss Fayadh „nur“ eine achtjährige Haftstrafe absitzen. Bauer wurde vom Musikverein mit einem Werk beauftragt, das sich auf Menschenrechte bezieht. Ebenso drei weitere der Grazer Kunstuniversität verbundene Komponisten: der Chinese Shiqi Geng (22), der Mexikaner Juan Pablo Trad Hasbun (39) und der Niederländer Frederik Neyrinck (32).
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WIEN/ Stadthalle: Chanson-Altmeister Aznavour berührte mit Auftritt in Wien
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Charles Aznavour begeisterte bei seinem Auftritt in Wien. Bildquelle: APA/ Herbert P. OczeretWien (APA) – Ein ganz großer kleiner Mann – und ein ganz junger alter Mann: Charles Aznavour (93!) begeisterte sein Publikum am Samstagabend in der Wiener Stadthalle mit einem berührenden, beeindruckenden, schlicht bravourösen Abend. Der Chanson-Altmeister schenkte den Fans einen eineinhalbstündigen Auftritt voll von Melancholie und Liebe, aber auch Augenzwinkern und Drive. Und vor allem: mit zahllosen Hits.

Hollywood-Legende Kirk Douglas wird 101 Jahre alt
Der Schauspieler und Buchautor zeigte sich zuletzt mit seiner Familie bei einer Gala. Auch Ehefrau Anne war dabei, mit der er seit 54 Jahren verheiratet ist.
Tiroler Tageszeitung
Conchita Wurst: „Ich trage auch Damenunterwäsche!“

 

So ungewöhnlich es auch klingen mag, einen Mann in Frauenkleidung als Testimonial für einen österreichischen Dessous-Hersteller zu buchen, macht für Palmers Sinn. Nicht nur, dass Conchita ausreichend Erfahrung in Sachen Frauenwäsche durch ihre Bühnenshows hat, steht sie doch auch für Toleranz, Weltoffenheit und Modebewusstsein. In Prag eröffnete unser Song-Contest-Star jetzt sogar die neueste Filiale des Wäschekonzerns. Adabei-TV begleitete die vierfache „Amadeus“-Gewinnerin bei ihrem Auftritt. (Quelle: Kronen Zeitung“)

Das hat mich immer schon interessiert, was Tom Neuwirth „darunter“ trägt

Nun weiß ich es und kann beruhigt mein Tagwerk angehen!

Einen schönen Sonntag wünscht

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/10-dezember-2017


9. DEZEMBER 2017

by ac | 9. Dezember 2017 09:01

Mummenschanz und Nepotismus bei der Scala-Eröffnung? Foto: Brescia & Amisano/Teatro alla Scala

Die Pressemeinungen liegen vor – es war ein etwas seltsames Szenario, das uns in bzw. aus Mailand geboten wurde: eine „Nummernoper“ mit spektakulären Arien ohne darauffolgenden Applaus, keine Solo-Vorhänge  – wann hat es das je bei einer Scala-Premiere gegeben? Begründet liegt dies in der Furcht vor dem berüchtigtem Mailänder Publikum zum Schutz eines Tenors, der diesen bei Anlegung objektiver Maßstäbe (was ist aber in diesem Genre schon objektiv?) gar nicht bedurft hätte. Yusif Eyvazov ist der Ehemann der Diva – das war wohl der größte Makel, der ihm anhaftete. Er hat – für seine Verhältnisse – eine Top-Leistung erbracht, ungeheure Nervenstärke bewiesen. Eine Zeitung (NZZ) wirft dem Scala-Impresario Nepotismus vor. Zu Recht? Die Fußstapfen von Eyvazovs Rollenvorgängern, die wir noch dazu etwas verklärt sehen, sind sehr groß.

Aber Applausverbot? Wilhelm Sinkovicz schreibt in „Die Presse“ Doch längst wissen die berüchtigten Loggionisti – enge Verwandte des Wiener Stehplatzpublikums – nicht mehr, was sie tun: Seit man in Mailand den wunderbaren Piotr Beczała ausgebuht hat, sorgen die Impresarii vor und überlegen, wie sie den Applaus während der Vorstellung unterbinden. Und das Schlimmste: Es gelingt ihnen!…

Sinkovicz zu Eyvazov: Und er sang gut. Gewiss verfügt er nicht über die pure Stimmschönheit der Netrebko – natürlich auch nicht über die seines Rollenvorgängers an der Scala, José Carreras.

Allein, Carreras hat in seinem Bühnenleben nicht solch sichere Höhen und so kraftvolle Phrasen in den dramatischen Passagen bewältigt wie Eyvazov. Das wäre mindestens so bejubelnswert wie etwa die ebenso imposanten, aber völlig eindimensionalen Kraftakte des baritonalen Gegenspielers Gerard, Luca Salsi.

Aus dem Potenzial möglicher souveräner Chenier-Darsteller ragt Eyvazov jedenfalls beinah so hoch heraus wie aus dem gediegenen Qualitätsmittel der aktuellen Scala-Besetzung des Stücks – das dank Mario Martone immerhin eine Realisierung im adäquaten Umfeld (Margherita Palli) erfährt: Das Werk spielt anno 1789 und das erkennt man in Mailand auch.

Staunen zu St. Ambrogio
Langzeit-Scala-Chef Muti dirigiert Bruckner in Wien, an der Scala wird auch nach Anna Netrebkos großer Arie nicht applaudiert.
Die Presse
Antirevolutionäre Revolutionsoper
Saisoneröffnung an der Mailänder Scala mit Anna Netrebko und Yusif Eyvazov in Umberto Giordanos „Andrea Chénier“.
Kurier
Elf Minuten langer Applaus für Netrebko und Gatten bei Scala-Premiere
Mit einem elf Minuten langen Applaus ist die Premiere der Oper „Andrea Chenier“ an der Mailänder Scala am Donnerstagabend zu Ende gegangen.
Oberösterreichische Nachrichten
Anna Netrebko und Yusif Eyvazov sangen in Mailand
DeutschlandfunkKultur

Was den „Mummenschanz betrifft, hat BR-Klassik einige Szenenfotos anzubieten

Bühnen-Impressionen
„Andrea Chénier“ 2017 an der Mailänder Scala – eine Fotoserie.
BR-Klassik

Gestern an der Wiener Staatsoper: Eine imponierende „Elektra“
Johan Reuter als „Orest“. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Bei dieser „Elektra“ ging wirklich einiges „unter die Haut“. Das habe sogar ich registriert, der ich mir den Stream während meiner Redaktionsarbeit meist bloß angehört habe. Aber bei der „Erkennungsszene“ (Elektra und Orest) habe ich Arbeit Arbeit sein lassen und habe mich nur dem Stream gewidmet. Elena Pankratova als „Elektra“ an der Staatsoper war mehr als ein Ersatz für die absagende Herlitzius.

Uns liegen von der Vorstellung am Feiertag zwei Eigenberichte vor:

Ein mörderischer Aufzug in die Hölle
Elektra-Bericht von Helmut Christian Mayer

Musikalische Höhepunkte in entbehrlicher Inszenierung
Zum Elektra-Bericht von Karl Masek

Wiener Staatsoper: DAPHNE – ein Siegfried als Apoll!

„Wunder muss ich Euch künden“. Die Kunde über Andreas Schager drang an unser Ohr, ich reagiere da eher unaufgeregt und kann verstehen, wenn ein Sänger zu einem Star hochgejubelt wird. Vergangenen Montag habe ich mir den „Wunderknaben“ bei „Daphne“ selbst angehört – und war „baff“ (ist das ein wienerischer Ausdruck oder ist der auch unseren Nachbarn geläufig?)
Andreas Schager als „Apollo“. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Dominik Troger berichtet über die Vorstellung vom 7.12.- und ist ähnlich beindruckt!

Wien/ Staatsoper
Ein Siegfried als Apoll
7.12 „Daphne“
http://www.operinwien.at/werkverz/strauss/adaphne3.htm

Leipzig: Tannhäuser-Inszenierung abgesagt. Von wem? 

Leicht haben es Theater nicht mit ihr. In Buenos Aires ist man nicht allzu gut auf sie zu sprechen, nun macht Leipzig gute Miene zum bösen(?) Spiel, sagt den Tannhäuser ab, stellt aber gleichzeit eine „Lohengrin“-Inszenierung der Bayreuth-Chefin für 2020 in Aussicht.

Das Problem ist, dass sich Katharina Wagner nicht als bloße Regisseurin auf dem eher dünnen freien Markt bewegen muss – sie ist Chefin und vergibt als solche selbst prestigeträchtigste Regiearbeiten. Sie kann sich also eigene Absagen leisten und macht davon auch Gebrauch

Eine Leserin wirft ein: Alles ist immer Deutungssache und basiert auf der Sicht des Betrachters. Aber diese Pressemeldung war eindeutig eine Aussage der Oper Leipzig, das Haus hat die Tannhäuser-Premiere nach meiner Ansicht abgesagt. Aus welchen ‚logistischen Gründen‘ auch immer.  Es gibt kein Statement von Katharina Wagner. Also sollte auch so berichtet werden.

Leipzig
Wagner scheitert an Wagner Kein Tannhäuser in Leipzig
Katharina Wagner hätte die Oper „Tannhäuser“ ihres Urgroßvaters in Leipzig inszenieren sollen. Daraus wird jetzt nichts.
Tagesspiegel

Berlin: Geburtstagskonzert 275 Jahre Staatsoper Unter den Linden

Zum Bericht von Ursula Wiegand

New York: James Levine fühlt sich unverstanden

Einen Gewalttäter hat James Levine niemand geheißen. Genau das scheint er aber zu glauben. Er rechtfertigt sich wie folgt: “Auch wenn die Vorwürfe in jüngsten Presseberichten verständlicherweise verstörend sind, sind sie unbegründet”, sagte der 74-Jährige laut Mitteilung, die der “New York Times” vorlag. “Wie jeder, der mich wirklich kennt, unterschreiben wird, habe ich mein Leben nicht als Unterdrücker oder Angreifer gelebt.”  

Das glaube ich ihm in dieser wenig delikaten Angelegenheit aufs Wort! Gewalt war auch gar nicht nötig, wenn Eltern ihr Kind dem Stardirigenten auf dem Silbertablett serviert haben. Aber er hat zu dem gegriffen, was sich ihm anbot. Das ist es, Herr Levine!

Levine verteidigt sich, Martins nimmt Auszeit
Der Star-Dirigent James Levine hat Vorwürfe sexuellen Missbrauchs zurückgewiesen. “Auch wenn die Vorwürfe in jüngsten Presseberichten verständlicherweise verstörend sind, sind sie unbegründet”, sagte der 74-Jährige laut Mitteilung, die der “New York Times” vorlag. “Wie jeder, der mich wirklich kennt, unterschreiben wird, habe ich mein Leben nicht als Unterdrücker oder Angreifer gelebt.”
Salzburg24.at

Die New Yorker Presse veröffentlicht ein Ranking über die Saisonhöhepunkte der Metropolitan Oper. Darin findet sich natürlich Günther Groissböck wegen seines grandiosen „Ochs“ im Rosenkavalier. Weil der „Ochs“ aber „hart zur Sache“ ging, erinnert er sogar an den Ausöser der derzeitigen Sexismus-Debatte, an Harvey Weinstein

New York: BEST OF CLASSIC-RANKING 2017

Auch „unser“ Bassist Günther Groissböck wird prominent erwähnt, wenngleich auch völlig unverschuldet im Zusammenhang mit Harvey Weinstein. Aber das untenstehende Foto unterstreicht trefflich die derzeitige Situation.

An Opera That Resonated This Year
The Metropolitan Opera’s new production of “Der Rosenkavalier” was a major event from the start: It was Renée Fleming’s farewell to one of her signature roles. But the staging, updated to the early 20th century by Robert Carsen, ended up particularly resonant with the biggest news stories at the bookends of 2017.

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Elina Garanca, left, as Octavian and Günther Groissböck as Baron Ochs in “Der Rosenkavalier” at the Met in April.
Credit: Sara Krulwich/The New York Times

When Mr. Carsen’s “Rosenkavalier” had its premiere at the Met in April, the Trump presidency was in its infancy and liberal America was searching its soul in the aftermath of the election. What the comedy series “Broad City” had described as the country’s “caramel and queer” future suddenly seemed newly fragile. This mood lent special punch to the opera’s ending, which depicts just how easily a way of life can vanish. After the soaring love duet, the set’s velvet walls came apart to reveal a bare stage with soldiers marching toward the audience (and presumably into World War I) before dropping dead, as if felled by gunfire.
Now the end of the year has brought a watershed of cads getting their comeuppance for sexual misbehavior. Harvey Weinstein and his ilk resemble Strauss’s Baron Ochs, whom the bass Günther Groissböck portrayed not as the usual buffoon but as a dangerous predator. Ochs brags that “some women like to be seized” by powerful men like him before being brought down in disgrace near the end. JOSHUA BARONE

Moskau
Ballett ohne Regisseur: Bolschoi zeigt Serebrennikows „Nurejew“

Noch im Sommer sagte das Moskauer Bolschoi das erste Tanzstück von Starregisseur Serebrennikow kurzfristig ab – ein kulturpolitischer Skandal. „Die Inszenierung ist noch nicht bühnenreif“ hieß es damals. Nun steht der Regisseur unter Hausarrest, konnte an seiner Inszenierung nicht arbeiten – und plötzlich ist diese doch bühnenreif! Verstehe das, wer kann! Ende gut, alles gut – oder eine Beerdigung erster Klasse?
Hamburger Abendblatt

Graz/ Musikverein für Steiermark: Uraufführung: „Symphonie der Menschenrechte“ im Musikverein
Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat der Steirische Musikverein ein symphonisches Werk in Auftrag gegeben. Vier Komponisten haben gemeinsam an dem viersätzigen Werk gearbeitet.
Kleine Zeitung

Bregenz zieht sich aus einer möglichen Kandidatur der Vorarlberger Rheintalstädte für den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2024 zurück.

Es fehle der konkrete kulturelle, wirtschaftliche und damit auch gesellschaftliche Nutzen, der mit einer Bewerbung verbunden sein müsse, begründete Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) den Ausstieg. Die anderen Städte führen ihre Bemühungen fort. Die Entscheidung über eine gemeinsame Kandidatur der Vorarlberger Rheintalstädte soll im Juni 2018 fallen. Nach dem Ausstiegsbeschluss der Bregenzer Stadtvertretung am Donnerstagabend wird die Landeshauptstadt aber nicht mitmachen. „Der bisherige Prozess war sehr wertvoll, weil er ein großes Potenzial für die Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden aufgezeigt hat. Aber letztlich ist der Groschen, der eine Fortsetzung des Bewerbungsverfahrens aus unserer Sicht gerechtfertigt hätte, einfach nicht gefallen“, sagte Linhart.

Bregenz sei bereits eine etablierte Kulturstadt, es fehle daher die Notwendigkeit, sich als Kulturstandort zu positionieren. Die übrig gebliebenen Projektteilnehmer Dornbirn, Hohenems und Feldkirch sowie die Region Bregenzerwald wollen den eingeleiteten Prozess hingegen „wie bisher mit voller Kraft gemeinsam weiterführen“

Ich halte den Rückzug für richtig und überfällig. Bregenz ist ein international bestens verankerter Festspielort, bedarf daher keiner Profilierung als Kulturhauptstadt. Dass man auf das erst jetzt draufkommt, wundert mich etwas!

WIEN / Volkstheater im Volx / Margareten: SELBSTBEZICHTIGUNG von Peter Handke
8.
Dezember 2017
Stefanie Reinsperger. Copyright: Ulrike Rindermann

Es ist gut zwei Jahre her, es war gleich zu Beginn der Ära Anna Badora am Volkstheater, als das Haus mit „Selbstbezichtigung“ einen Riesenerfolg hatte – einen der größten je, wie man retrospektiv sagen kann, auch wenn es „nur“ 70 Minuten im Nebenspielraum „Volx“ sind.

Jetzt ist natürlich der richtige Zeitpunkt, das Stück wenigstens ein paar Mal wieder anzusetzen. Erstens haben sich Wiens Bühnen um Peter Handkes 75. Geburtstag gar nicht bekümmert (wozu man allerdings ehrlich sagen muss, dass seine Stärke nicht auf der Bühne, sondern zwischen Buchdeckeln liegt). Und zweitens bedeutet es die Möglichkeit, Stefanie Reinsperger, zwei Jahre lang der „Star“ des Hauses, nun verloren gegangen und Mitglied des Berliner Ensembles (wo sie u.a. als Grusche im „Kaukasischen Kreidekreis“ auf der Bühne steht), wenigstens für Kurzbesuche wieder „heimzuholen“. Mit einer ihrer fulminantesten Leistungen…

Zum Bericht von Renate Wagner

Wien/ Theater in der Josefstadt: „Maria Stuart“: Königliche Salbung mit Nivea-Creme
Günter Krämers Versuch, Friedrich Schillers Drama im Wiener Josefstadt-Theater auf Schlüsselszenen einzudampfen, erzeugt ausgerechnet Geschwätzigkeit. Trotz der Kürzungen auf etwa hundert Minuten –
Der Standard
Maria Stuart bei den Vorstadtweibern
Die Presse

Berlin/Volksbühne: Sophie Rois verlässt Dercons Volksbühne
Sie war eigentlich unkündbar: Jetzt hat Sophie Rois ihren Abschied von der Volksbühne eingereicht, nach 25 Jahren. Einen Intendantenwechsel findet die Schauspielerin legitim, aber die Entscheidung für Chris Dercon nicht seriös.
Tagesspiegel

Die Berliner Zustände sind „auch nicht ohne“! Solche „Streithanseln“ wie die in Berlin, Männer, die nicht loslassen können, haben wir in Wien eher nicht!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C.

 

Source URL: http://der-neue-merker.eu/9-dezember-2017