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BERÜHRUNGSPUNKTE

 

BERÜHRUNGSPUNKTE

 

1862 / 2012   Johann Nestroy / Arthur Schnitzler

 

Von Renate Wagner

2012 ist ein Nestroy-Jahr, und es ist ein Schnitzler-Jahr.
Vor 150 Jahren starb der eine,
vor 150 Jahren wurde der andere geboren.

Zehn Tage lang waren beide auf dieser Welt:
der am 15. Mai 1862 geborene Arthur Schnitzler und der am 25. Mai 1862 in Graz verstorbene Johann Nestroy.

Betrachten wir die Daten zweier österreichischer Dichter wienerischer Prägung, die zwei Generationen auseinander liegen:

Johann Nestroy 1801 bis 1862,
Arthur Schnitzler 1862 bis 1931.

Die Lebenszeiten von beiden gemeinsam umfassen exakt 130 Jahre österreichischer Geschichte – von dem Habsburger Reich, das zu Nestroys Geburt von den Napoleonischen Kriegen erschüttert wurde, über das Biedermeier, das Nestroy so heftig in Frage stellte, die Revolution von 1848. Nestroy lebte noch bis in das Zeitalter des Kaisers Franz Joseph, erlebte noch, dass dessen Handschreiben „Es ist mein Wille“ im Jahr 1854 Wien von seinen mittelalterlichen Stadtmauern befreite und die Kaiserstadt zur Weltstadt machte.

In diese Weltstadt wurde Arthur Schnitzler 1862 hinein geboren, der die Umwälzung einer Historismus-Gesellschaft zur Moderne mit vollzog: Der als Mitglied von „Jung Wien“, das das Fin de Siècle mitprägte, der sich als Künstler in vielen Skandalen an der untergehenden Habsburger-Monarchie rieb: Der den Ersten Weltkrieg miterlebte, das Auf und Ab der Ersten Republik, und der 1931 die Gnade des rechtzeitigen Todes erlebte, der ihm ersparte, was seine jüdischen Mitbürger in den kommenden Jahren zu erleiden hatten.

Johann Nestroy und Arthur Schnitzler – der, wie es oberflächlich betrachtet erscheinen mag, Komödienfabrikant des Biedermeier und der Gesellschaftsdramatiker der ausklingenden Monarchie: Was haben sie gemeinsam?

Tatsächlich werden sie nicht allzu oft gemeinsam genannt. Und doch hat es einer getan, dessen Bedeutung nicht zu unterschätzen ist. Da heißt es, das Essentielle der Gemeinsamkeit herausgefiltert:

„Schnitzler hat in seinen Romanen und Theaterstücken das Wien des Fin de Siècle eingefangen und für spätere Geschlechter konserviert: eine ganze Stadt in ihrer einmaligen Kultur, mit dem von ihm gehörten und entwickelten Menschenschlag, wie er sich in einem bestimmten Zeitpunkt der Reife und Überreife auslebt, ist in ihnen klingend und leuchtend geworden. Er hat damit Analoges geleistet wie Nestroy für das Wien des Vormärz.“

Es war Egon Friedell, der dies erkannte und in seiner „Kulturgeschichte der Neuzeit“ festhielt. Und will man genauer hinsehen, findet man sowohl im Werk wie im persönlichen Umriss dieser Dichterpersönlichkeiten mehr Berührungspunkte, als es auf den ersten, flüchtigen Blick den Anschein haben mag.

 

Treffpunkt: Leopoldstadt

Sie treffen nicht nur 1862 zum verblüffend exakten Zeitpunkt aufeinander, sondern auch noch ganz erstaunlich am gleichen Ort – in der Leopoldstadt.

Nun ist Johann Nestroy zwar in Graz, dem „Pensionopolis“ der Monarchie, gestorben, aber gewissermaßen zufällig: Er hatte sich zwar nach der Beendigung seiner Tätigkeit als Theaterdirektor aus Wien zurückgezogen, war aber buchstäblich bei jeder sich bietenden Gelegenheit in seine Geburts- und Heimatstadt zurückgekehrt, um dort Theater zu spielen.

Zentrum seines Lebens und seiner Arbeit war seit dem Jahre 1845 die Leopoldstadt, jene Insel vor den Stadtmauern, die durch einen Donauarm vom Zentrum Wiens getrennt war. (Man hat ihn später befestigt, heute heißt er Donaukanal, aber immer noch ist dieser nunmehrige Bezirk von Wien nur über Brücken zu erreichen.) Dort befand sich das Theater in der Leopoldstadt. Von den drei Vorstadt-Theatern „für das Volk“, die in den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts gegründet wurden – die anderen lagen in der Josefstadt und auf der Wieden -, war dieses das älteste und renommierteste.

Karl Carl erwarb es und entschied großspurig, dass das kleine Haus für ihn nicht repräsentativ genug war: Er ließ es abreißen und 1847 dort von Siccardsburg und Van der Nüll, die später an der Wiener Ringstraße das Hofoperntheater bauten, das pompöse Carltheater errichten. Dort, per Adresse Praterstraße 31, die damals noch „Jägerzeile“ hieß, war Nestroy Schauspieler bei Karl Carl, nach dessen Tod 1854 bis 1860 sechs Jahre lang auch Direktor des Hauses.

Arthur Schnitzler wurde in der Praterstraße, die damals auch noch Jägerzeile hieß, geboren: Fast vor seinem Geburtshaus Nr. 16 steht heute das Denkmal von Johann Nestroy, und die ein paar Schritte entfernte U-Bahnstation heißt nach dem hier gelegenen Nestroy-Platz. Das heute nicht mehr existierende Carltheater lag nur wenige Schritte weit entfernt. Für Arthur Schnitzler war es auch deshalb eine vertraute Adresse, weil seine Großeltern mütterlicherseits in dem Theatergebäude selbst eine Wohnung hatten.

Das Kind Arthur lebte also im Dunstkreis von Johann Nestroy, und Schnitzler selbst schreibt später in seiner Autobiographie, „dass meine theatralischen Erlebnisse schon aus diesem äußeren Grund“ – der Wohnung der Großeltern im Carltheater – „in einer besonders frühen Epoche anheben.“ Als Klein-Arthur zwei- oder dreijährig aus dem Fenster der großelterlichen Wohnung einen Operngucker auf die Straße warf, hat man ihm dies später als ein symbolisches Ereignis für eine künftige Theaterkarriere berichtet. Tatsächlich sah man von der Wohnung der Großeltern auf ein Glasdach hinunter, das einen Hof bedeckte, in dem die Schauspieler, von ihren Garderoben kommend, herumwanderten und den Nestroy zweifellos zahllose Male überquert hat…

Dass das Leben von Arthur Schnitzler in der Leopoldstadt begann, so wie jenes von Nestroy mehr oder minder hier endete, hatte aber andere Gründe und Ursachen als bei dem Dramatiker-Kollegen: Die Leopoldstadt besaß seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert ein Ghetto, und von damals bis heute ist dieser Bezirk der Stadt Wien Zentrum des jüdischen Lebens. Judenviertel und Künstlerviertel rund um das Theater und die zahlreichen Kaffeehäuser verschmolzen nicht zuletzt durch den großen Anteil der Juden am kulturellen Leben Wiens.

Als der Zuzug der Juden aus den östlichen Provinzen der Monarchie immer stärker wurde, war die Leopoldstadt fast immer die erste Adresse, wo sie sich niederließen – auch Schnitzler Großvater mütterlicherseits, auch sein Vater. Nur dass es sozialen Aufstieg markierte, die Leopoldstadt möglichst bald hinter sich zu lassen… Denn trotz ihrer noblen Teile – wie es etwa die Praterstraße war – trug dieser Bezirk immer noch die Bezeichnung „Mazzes-Insel“.

Schnitzler war väterlicherseits und mütterlicherseits Jude, auch mit einigen der bedeutenden Familien der Monarchie verwandt, und sein Judentum kennzeichnete zumindest partiell seine Biographie. Was Johann Nestroy betraf, so haben Forscher darauf hingewiesen, dass sein Großvater väterlicherseits im schlesischen Komorau (in der Nähe von Troppau) mit einer gewissen Esther Riba verheiratet war, Tochter eines Jacobi Riba. Die Tatsache, dass Esther ein typisch jüdischer weiblicher Vorname war und dass das tschechische Wort „Riba“ auf Deutsch „Fisch“ bedeutete, der sich gelegentlich in jüdischen Namen findet, hat die Vermutung nach sich gezogen, Nestroy könne eine jüdische Großmutter gehabt haben. Geheiratet hatte der Großvater jedoch in der Pfarre Komorau, und Belege für jüdische Vorfahren wurden nicht gefunden.

Nestroy lebte in einem künstlerischen Wien, in dem die Juden – nach dem Toleranzpatent von Kaiser Joseph II. von Beschränkungen vorangegangener Zeiten befreit – durchaus ihre Rolle spielten, inPresse, Kunst, Theater. Er hat 1849 eine „Judith und Holofernes“-Parodie auf Friedrich Hebbels Stück geschrieben, in der er die Juden gewaltig aufs Korn genommen hat – aber in keiner Weise mehr oder gnadenloser, als er mit seinen Wiener Landsleuten umging. Dennoch wird gerade um dieses Stück bis heute ein ganz großer Bogen gemacht, da es unweigerlich die Diskussion anzündet, ob Nestroy Antisemit gewesen sei, wofür es keinerlei Belege gibt – obwohl etwa ein jüdischer Journalist wie Moritz Gottlieb Saphir ihm viel Ärger bereitete. Aber das taten nichtjüdische Journalisten auch.

Mit einiger Sicherheit teilte Nestroy die Meinung, die Arthur Schnitzler in seinem Stück „Professor Bernhardi“ dem Dr. Pflugfelder jr. in den Mund legt und wo er sich als Antisemit und Antiarier zugleich bekennt:

„Ich finde, die Menschen sind im allgemeinen eine recht mangelhafte Gesellschaft, und ich halte mich an die wenigen Ausnahmen da und dort.“

 

Die Herkunft

Johann Nestroy und Arthur Schnitzler, die einander also im übertragenen Sinn 1862 in der Leopoldstadt treffen, sind beide geborene Wiener – aber in der ersten Generation. Sie haben gemeinsam, dass ihre Väter aus den Kronländern der Monarchie in die Hauptstadt zugewandert sind, wo die Habsburger residierten – traditionell die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, bevor Franz II. 1804 das Erbkaisertum Österreich begründete, dem er dann als Franz I. vorstand (und 1806 die Krone des Heiligen Römischen Reichs niederlegte und damit das Ende des Reichs markierte).

Die Macht Habsburgs, das damals zentralistisch von Wien aus regiert wurde, reichte im Westen bis zu den Niederlanden, im Osten bis in die heutigen Regionen von Polen und der Ukraine, in Süden nach Italien, bevor im Wiener Kongress einiges umgeschichtet werden sollte. Trotz so bedeutender Städte wie Budapest, Prag und Lemberg, die in der Monarchie ihre eigene Rolle spielten, war Wien das unangefochtene Zentrum.

Wer in der Monarchie etwas im Leben erreichen wollte, der ging also nach Wien.

So wie der 1763 im schlesischen Komorau geborene Johannes Nestroy, Sohn eines mittellosen Bauern, der es als Dr. jur. hier zum Hof- und Gerichtsadvokaten brachte,

so wie der 1835 im ungarischen Groß Kanizsa geborene Johann Schnitzler, Sohn eines armen Tischlers, der zu einem der bedeutendsten Laryngologen Wiens wurde.

Während Johann Nestroy von seiner Familie her „nur“ in ein Bildungsbürgertum hineingeboren wurde, zeigte Johann Schnitzler durch seine Karriere als gefragter und anerkannter Laryngologe, dass es in der liberalen Welt von Kaiser Franz Joseph möglich war, sich dank Leistung in die erste Reihe emporzuschwingen: Arthur Schnitzler wurde bereits in ein äußerst wohlhabendes großbürgerliches Haus hineingeboren – tatsächlich fiel es dem Vater leichter, Silber und kostbares Porzellan auf den Esstisch zu stellen, als sich die dazugehörigen Tischmanieren zu erwerben: Dafür blieb keine Zeit. In Schnitzlers Welt hatte man die jüdischen Wurzeln zurückgelassen und strebte die komplette Assimilation an. Dass sie nicht gelang, lag nicht an den Juden, sondern vor allem an den bedeutenden antisemitischen und deutschnationalen Strömungen, die zu Nestroys Zeiten noch nicht annähernd so stark gewesen waren – das Haupt der „Nationalismus“-Fragen erhob sich erst so richtig ab 1848.

Nicht nur Juden flohen die oft besonders schlechten Lebensbedingungen, ehrgeizige Männer überhaupt flohen die Chancenlosigkeit des Landlebens: Ein anderes Beispiel ist Wenzel Grillparzers, der Vater des Dichters, der aus dem Oberösterreichischen zuzog, um in Wien mit Hilfe eines Jus-Studiums zu reüssieren. Allerdings blieb, wer es nicht ins höhere Beamtentum, in Universitätskreise oder in den höheren Adelsdienst schaffte, meist zu bescheidenem Leben verurteilt. Die Hoffnungen galten der nächsten Generation – Grillparzer und Nestroy haben sie verwirklicht. Im Falle Schnitzlers hatte schon der Vater den „Durchbruch“ zu dem gefunden, was man „Karriere“ nannte. Der Sohn verlagerte seine Tätigkeit in den Bereich der Literatur.

Tatsächlich lebte man damals noch in einer Welt, wo „Aufstieg“ nicht unbedingt mit Reichtum gleich gesetzt wurde, sondern der geistige Aufschwung erstrebt wurde: Die Nachkommen von Bauern und Handwerkern aus den Kronländern wurden die großen Intellektuellen der Monarchie. Das gilt für Nestroy wie für Schnitzler. 

 

Berufswahl: Nicht auf den Spuren der Väter…

Im Rahmen des gehobenen Bürgertums des 19. Jahrhunderts galt eine Tradition, die es wohl kaum ins 20., geschweige denn ins 21. Jahrhundert geschafft hat: Man ging davon aus, dass die Söhne den Beruf des Vaters ergriffen.

Und offenbar war der familiäre Druck doch sehr groß, denn sowohl Nestroy wie Schnitzler studierten zuerst, was die Väter mit ihrer Berufswahl vorgegeben hatten: Nestroy Jus, Schnitzler Medizin. Nur dass beide es nur erzwungen taten und bei erster Gelegenheit ihren eigenen Weg gingen:

Nestroy begann sein Universitäts-Studium 1816 mit den vorgeschriebenen Philosophieklassen und belegte dann 1820 die  Rechtswissenschaften, aber er bewegte sich neben seinem Studium vordringlich in Künstlerkreisen und trat, nebenbei seine Musikausbildung pflegend, bei Hauskonzerten, in Haustheatern und auch in öffentlichen Konzerten auf. Das Jus-Studium ließ er zweifellos leichten Herzens zurück, als er 1822 als Sänger an der Hofoper debutierte. Von seinem Vater her gab es offenbar wenig Widerstand, der verwitwete Mann scheint keine dominierende Persönlichkeit gewesen zu sein. Die von ihm erhaltenen Briefe zeugen nur von liebevoller Fürsorge um die Kinder, denen mit einer Ausnahme Alltagsschicksale bevorstanden: Sein ältester Sohn Karl wurde Beamter bei der Niederösterreichischen Landesregierung, sein jüngster Sohn ging zum Militär, eine Tochter wurde Sängerin. Nur aus Sohn Johann Nepomuk wurde etwas Außerordentliches, er brachte es erst zum Opernsänger, dann zum Schauspieler, schließlich zum Dramatiker – und wurde, man kann es gut und gerne so formulieren, reich und berühmt.

Was Schnitzler betrifft, so wurde er in das hineingeboren, was man eine „Arztfamilie“ nannte, und derer gab es viele in Wien. Sein Vater Johann und sein Großvater mütterlicherseits, Philipp Markbreiter, waren Ärzte, sein Bruder Julius wurde Arzt, seine Schwester Gisela heiratete den Arzt Dr. Markus Hajek, als könnte es gar nicht anders sein. Auch Schnitzler wurde Arzt, hatte aber – wie Nestroy – schon während seines Studiums alles andere im Kopf, das hedonistische Vergnügungsleben reicher junger Herren, Mädchengeschichten, Spiel, aber auch das Kaffeehausleben und vor allem seine ersten literarischen Versuche.

Doch Schnitzler wurde im Gegensatz zu Nestroy vom Vater in die Pflicht genommen, als dessen Assistent in der Poliklinik, als Redakteur einer medizinischen Zeitschrift, um den doch evident Widerstrebenden in den Beruf zu zwingen. Tatsächlich wagte Schnitzler den „Ausstieg“ in sein künstlerisches Dasein erst nach dem Tod des Vaters.

Für beide junge Männer gilt, dass sie ihre Jugend zweifellos genossen haben. Wie sagte doch Nestroy?

„Jugend ist die Zeit des Lebensgenusses; die Triumphe des Mannesalters und der Reichtum der vorgerückten Jahre bieten keinen Ersatz für eine in genussloser Anstrengung vergeudete Jugend.“

Jugend! Arthur Schnitzler sieht es anders. Er wird um die vergeudeten, weil nicht ausreichend verstandenen Jahre der Jugend klagen:

Noch einmal jung zu sein!  (…) ich war’s zu früh … Jetzt verstünd‘ ich’s ja erst jung zu sein! … Es ist überhaupt dumm eingerichtet auf der Welt. Mit vierzig Jahren sollt’  man jung werden, da hätte man erst was davon. (…)  Mir ist eigentlich doch, als wäre alles Bisherige nur Vorstudium gewesen. Und das Leben und die Liebe fing‘ erst jetzt an.

 

Von Beruf: Dichter

Sie sind Dichter geworden, beide, Johann Nestroy auf Umwegen und nicht aus Berufung, sondern aus der Notwendigkeit eines damals üblichen Theaterbetriebs.

Kaum glaublich, wie viele Schauspieler, die sich in der Welt des „Altwiener Volkstheaters“ bewegten, wie wir es heute nennen, selbst Stücke geschrieben haben. Wir kennen keines mehr davon – nur Nestroy hat mit seinen Werken überlebt. Weil zur Notwendigkeit, einen rastlosen Theaterbetrieb mit Stücken zu „füttern“, bei ihm die besonderen Qualitäten seines Talents kamen:

Sein Umgang mit der Sprache, aus deren Sinn und oft auch Doppelsinn er Funken schlägt,
seine Fähigkeit, bei aller satirischen Überhöhung doch echte Menschen auf die Bühne zu stellen,
sein scharfer Blick für menschliche Grundverhaltensweisen, besonders rund um die Beziehung der Geschlechter und immer wieder – die Beziehung zum Geld.

Nestroy liefert seine Stücke nach dem Zufallsprinzip, er schreibt, was der Theaterbetrieb gerade benötigt, und doch findet er in seinen Meisterwerken ewige Themen und Konstellationen,

ob es die Außenseiter-Problematik im „Talisman“ ist,
die verzweifelte Lebenssehnsucht im „Jux“
oder die nihilistische Überzeugung, dass der Mensch nicht zu bessern ist im „Lumpazivagabundus“…

Doch wenn Nestroy schreibt, versteigt er sich nicht zum Lorbeer, das käme seinem gnadenlosen Realitätsblick inadäquat und lächerlich vor.

„Bis zum Lorbeerbaum versteig‘ ich mich nicht. G’fallen sollen meine Sachen, unterhalten, lachen sollen d’Leut, und mir soll die G’schicht a Geld tragen, daß ich auch lach‘, das ist der ganze Zweck. G’spaßige Sachen schreiben und damit nach dem Lorbeer trachten wollen, das ist g’rad so, als wenn einer ein‘ Zwetschgenkrampus macht und gibt sich für einen Rivalen von Canova aus.“

Man soll keine Parallelen konstruieren, wo keine sind: Schnitzlers Zugang zu seinem Dichtertum, sowohl als Dramatiker wie auch Prosaschriftsteller, ist gänzlich anders (Wir besitzen keine Prosa-Werke von Nestroy, da er sich ja nicht als Schriftsteller begriff, sondern als Mann des Theaters.).

Schreiben ist für Schnitzler letztendlich Selbstreflexion, in nahezu jedem seiner Werke wird man biographisch fündig, vor allem in den Werken seiner Anfänge bewältigt er auf dem Theater, was ihn als Privatmenschen betrifft, beschäftigt, erschüttert.

Im Gegensatz zu Nestroy empfindet Schnitzler sich bald als „Dichter“, der von höchstem Ehrgeiz bewegt ist, zumindest was die Qualität seiner Arbeit betrifft, die er auch auf höchster Ebene anerkannt wissen will – es schmerzt ihn, dass der Nobelpreis für Literatur, dessen er sich für würdig erachten würde, an ihm vorbeigeht.

 

Zensur, Kritik

Sie sind Dichter geworden, Nestroy und Schnitzler, wenn auch aus verschiedenen Motivationen. Dennoch trifft sie vielfach dasselbe Schicksal. Eines davon heißt Zensur, die zu Nestroys Zeit ebenso wütet wie zu jener Schnitzlers. Beide Dichter waren in hohem Maße politische Köpfe, ohne sich offen zu engagieren. Aber Schnitzler hätte Nestroys knapper Erkenntnis wohl zweifellos beigestimmt:

Leider, es is alles durch und durch politisch…

Die Zensur also, als repressive, restriktive Maßnahme erster Ordnung, um jede Freiheit des Geistes abzuwürgen, bevor sie noch Luft holen und sich artikulieren kann: Der totalitäre Polizeistaat von Staatskanzler Metternich, der den Hintergrund für den kulturellen Reichtum der Epoche bildet, die man zwischen Wiener Kongress und 48er-Revolution „Biedermeier“ nennt, duldet auf der Bühne keinerlei Auseinandersetzungen mit Politik, Religion oder gar irgendetwas, das auch nur entfernt das Thema Sexualität streift…

In der ganz kurzen Zeit von 1848, als man scheinbar „alles“ sagen durfte, äußerte sich Nestroy auf der Bühne in „Freiheit in Krähwinkel“ auch über die Zensur:

„Die Zensur is‘ die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. Die Zensur is‘ das lebendige Geständnis der Großen, daß sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.“

„Ein Zensor ist ein menschgewordener Bleistift oder ein bleistiftgewordener Mensch, ein fleischgewordener Strich über die Erzeugnisse des Geistes, ein Krokodil, das an den Ufern des Ideenstromes lagert und den darin schwimmenden Literaten die Köpf‘ abbeißt.“

Schnitzler würde dies unterschrieben haben, denn auch ihn traf die Zensur des geschriebenen Worts noch in vollem Ausmaß: Denn das auf 1848 folgende Regime von Kaiser Franz Joseph war so absolutistisch wie es das von Metternich gewesen war, und Schnitzler stand wie Nestroy vor der Tatsache einer Zensur, die es unmöglich machte, etwa ein Werk wie „Reigen“ drucken oder gar aufführen zu lassen.

Und doch haben sich Nestroy und Schnitzler, die immer gegen die Verlogenheit angetreten sind, gerade in Fragen der Sexualität nicht mundtot machen lassen. Nestroys hintergründiges Hinterfragen von Beziehungslügen und Ehekatastrophen zeigt dieselbe Haltung, aus der später Schnitzlers mutige Entscheidung erwächst, im „Reigen“ den Geschlechtsakt selbst auf die Bühne zu bringen. Gespielt wurde dies erst, als das Habsburger Reich im Ersten Weltkrieg versunken war – und selbst dann bedeutete es noch einen Skandal.

Nestroy umrundete die Zensur, indem er nicht aufschrieb, was er abends auf der Bühne sagte und dann mutig extemporierte – und dafür ins Gefängnis wanderte.

Schnitzler desavouierte die Gesellschaft seiner Zeit, wie Nestroy es tat – und als er in der Novelle „Leutnant Gustl“ einen törichten Offizier erfand, den es nach dem Willen der allmächtigen k.u.k.-Armee nicht geben durfte, hat man ihn nicht nur selbst seines Offiziersrangs entkleidet, sondern hätte ihn liebend gern mit Hilfe eines Duells eliminiert – dies zu verweigern, stellte einen Akt höchster Zivilcourage dar, wie sie auf anderer Ebene auch Nestroy immer wieder zeigte.

Beide Dichter ernteten ihre lautstarken Theaterskandale, Schnitzler gleich mit seinem ersten abendfüllenden Stück, „Das Märchen“ im Volkstheater, weil er tatsächlich – damals, im Jahre 1893, undenkbar – die Gleichstellung der Frau in Fragen der Erotik postulierte. Nestroy wiederum sah mehr als einmal in tobende Zuschauerräume hinab, wenn er dem Publikum wieder einmal etwas gezeigt hatte, was es nicht sehen wollte.

„Spiegel vorm Gesicht“ hat einmal ein berühmtes Wiener Kabarett-Programm des 20. Jahrhunderts geheißen – den „Spiegel“ haben Nestroy und Schnitzler dem Publikum immer wieder vors Gesicht gehalten und dabei die Konventionen der Zeit weggewischt, den Konsens der allgemein akzeptierten Fassadenhaftigkeit verweigert. „Nestbeschmutzer“ nannte man sie dafür, Nestroy bekam immer wieder gesagt, ein „Napoleon der Gemeinheit“ zu sein, Schnitzler musste sich mehr oder minder unverblümt ein Schwein nennen lassen…

Damit sind wir auch schon bei den Medien. Denn nicht nur die Zensur, auch die Kritik wandte sich mit aller Vehemenz gegen Nestroy wie gegen Schnitzler, und der Zorn gegen die schreibende Zunft und deren oft gezeigte Niederträchtigkeit einte sie. Nestroy hat sich einmal gegen Angriffe von Franz Wiest auf der Bühne so deutlich gewehrt (er nannte ihn den „dümmsten Menschen von Wien“), dass er dafür ins Gefängnis musste. Es gibt zwei Briefe Nestroys an Moritz Gottlieb Saphir, die zeigen, wie sehr dem Dichter hier die Nerven gerissen sind, denn er tobt geradezu vor Wut, ergeht sich genussvoll in Beschimpfungen und Schmähungen, womit er auf die Kritiken dieses Mannes antwortet, er findet sogar zu der wunderschönen Monsterformulierung:

„Sie lächerlicher Vomkunstrichterstuhlherabdieleutevernichtenwoller“

in einem Wort!

Schnitzler, der sich – was wenig bekannt ist – zu vielen Themen ausführlich theoretisch äußerte, hat seinen besonderen Zorn über Rezensenten ausgelassen, und hier hätte ihm Nestroy wohl auch zugestimmt. Schnitzler resümiert höhnend in Versform die Intentionen der Kritiker gegenüber den kreativen Künstlern –

„Was bin ich für ein Mann ihm gegenüber!
Was er auch schreiben mag,
 ich schreibe darüber.“

Allen Anfechtungen zum Trotz sind beide im Laufe ihres Lebens sehr berühmt und auch beim Publikum sehr beliebt geworden, beide immer von den fortschrittlichen Teilen der Bevölkerung unterstützt. Und wenn Johann Nestroy auch ausschließlich Volksstücke heiteren Charakters und Arthur Schnitzler vor allem das geschrieben hat, was man Zeit- und Gesellschaftsstücke nannte, so finden sich doch thematisch viele Ähnlichkeiten in ihrem Werk.

 

Das „süße Mädel“ und die soziologische Topographie Wiens

Es war Arthur Schnitzler, der in seinen frühen „Anatol“-Einaktern und dann in dem Schauspiel „Liebelei“, das 1895 imBurgtheaterzur Uraufführung kam, einen Frauentypus berühmt gemacht hat, der seither immer wieder mit seinem Namen in Verbindung gebracht wird: „das süße Mädel“. Von diesem Vorstadtmädel und seinem schlichten Gemüt schwärmt Anatol, der reiche Lebemann, der Dame der Gesellschaft vor – das hohe Lied der seelischen Einfachheit und wahren Gefühle verkündend.

Es gibt allerdings Variationen des „süßen Mädels“, und Schnitzler bringt sie in der „Liebelei“ auf die Bühne: Da ist einerseits Christine, die bescheidene Musiker-Tochter, die ihr ganzes Herz und schließlich ihr ganzes Leben an den oberflächlichen reichen jungen Herrn hängt, der nebenbei ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau hat und im Duell mit ihrem Ehemann fällt. Das kann Christine nicht überleben – die Konsequenz „Wann kommt denn der nächste Liebhaber?“ gibt es für sie nicht.

Ihre Freundin Mizi Schlager hingegen weiß, wie das Leben für die oft bettelarmen Mädeln aus der Vorstadt läuft, die sich Gefühle eigentlich nicht leisten können – für sie ist das Verhältnis mit einem feschen reichen jungen Mann ein bisschen Spaß am Leben und finanzielles Zubrot, und wenn er sie verlässt, nimmt sie sich den nächsten…

Schnitzler hat damit eine absolut übliche soziale Verhaltensweise seiner Zeit festgehalten, wobei er selbst privat durchaus einer der reichen jungen Männer war, in deren Leben die süßen Mädeln dutzendweise durchmarschierten.

Aber die Ausbeutung einer finanziell hoffnungslos armen Weiblichkeit durch reiche Männer war keine Erfindung der Schnitzler-Zeit. Johann Nestroy hat genau dieselbe Konstellation in seinem Stück „Das Mädl aus der Vorstadt“ im Jahr 1841, also mehr als ein halbes Jahrhundert vor Schnitzler, auf die Bühne gebracht. Da wird die arme und wirklich unschuldige Näherin Thekla von einem lästigen reichen alten Mann geradezu gejagt und sexuell belästigt. Daneben bringt Nestroy genau wie Schnitzler in einer Handvoll anderer Näherinnen den anderen Typ der „Mädeln“ auf die Bühne, die man heute vielleicht als Gelegenheitsprostituierte bezeichnen würde…

Dergleichen musste er schon sehr gut verpacken, damit die Zensur sich angesichts einer lebhaften übrigen Handlung nicht allzu sehr auf diese exakte Schilderung soziologischer, ökonomischer und erotischer Verhältnisse konzentrierte…

Verblüffend übrigens, wie exakt beide Dichter die Situation dieser „süßen Mädel“ und ihrer Benützbarkeit für unverbindliche „Liebeleien“ aussprechen. Im „Mädel aus der Vorstadt“ lässt Nestroy den Winkelagenten Schnoferl sagen

Wenn es sich um so Mädln, Haubenputzerinnen, Nähterinnen, Seidenwinderinnen etc. handelt, da heißt dieser chemische Herzensprozeß nicht einmal »Liebe«, da wird das Ding nur »Bekanntschaft« genannt, und mit dem veränderten Namen entsteht auch in der Sache ein himmelweiter Unterschied. Bei der Liebe nur wird man bezaubert, bei der Bekanntschaft, da sieht man sich gern; bei der Liebe nur schwebt man in höheren Regionen, bei der Bekanntschaft geht man in einen irdischen Garten wohin, wo ’s Bier gut und ’s kälberne Bratl groß is; bei der Liebe nur heißt’s: »Er is treulos, meineidig, ein Verräter!«, bei der Bekanntschaft heißt’s bloß: »Jetzt hat er a neue Bekanntschaft gemacht.« Die Liebe nur hat so häufig einen Nachklang von Zetermordio-Geschrei der Eltern, bei der Liebe nur krampeln sich Familienverzweigungen ein in alle Fasern unserer Existenz, so daß oft kein Ausweg als Heirat bleibt; bei der Bekanntschaft wird bloß ein Zyklus von Sonntäg‘ – Maximum: ein ganzer Fasching – prätendiert, ewige Dauer is da Terra incognita, und lebenslängliche Folgen sind da gar nicht modern.

Und was sagt Theodor, der junge Freund von Fritz, in Schnitzlers „Liebelei“ über diese Arten von Bekanntschaft?

Erholen! Das ist der tiefere Sinn. Zum Erholen sind sie da. Drum bin ich auch immer gegen die sogenannten interessanten Weiber. Die Weiber haben nicht interessant zu sein, sondern angenehm. Du mußt dein Glück suchen, wo ich es bisher gesucht und gefunden habe, dort, wo es keine großen Szenen, keine Gefahren, keine tragischen Verwicklungen gibt, wo der Beginn keine besonderen Schwierigkeiten und das Ende keine Qualen hat, wo man lächelnd den ersten Kuß empfängt und mit sehr sanfter Rührung scheidet. (…)  Ich hab‘ deine Liebestragödien satt. Du langweilst mich damit. Und wenn du Lust hast, mir mit dem berühmten Gewissen zu kommen, so will ich dir mein einfaches Prinzip für solche Fälle verraten: Besser ich als ein anderer. Denn der andere ist unausbleiblich wie das Schicksal.

Zwei Dichter, ein Thema, eine Aussage.

 

Die soziale Stufenleiter auf und ab

Zurück zu Egon Friedells Analyse, dass Nestroy wie Schnitzler „ihre“ Stadt Wien in ihrer Zeit in allen Details eingefangen haben. Das ist nicht nur thematisch nachzuzeichnen, sondern vor allem und am einleuchtendsten an ihrem Figurenkosmos.

Wenn man sich nur ansehen will, welche Berufe jene Gestalten haben, die Johann Nestroy in seinen über 70 Stücken für sich selbst schreibt, klettern wir die soziale Leiter auf und ab.

Die erste Figur, mit der er in eigenen Worten vor das Publikum trat,  war übrigens ein „Zettelträger“: Diese hatten die Funktion, in einer Zeit, wo das Theater seine Spielpläne nicht viel weiter plante als für den jeweiligen Tag, die Zettel mit der Information anzuschlagen, was man abends sehen könnte. Ein Plakatkleber rangiert nicht hoch in der sozialen Hierarchie – jener von Nestroy wird allerdings mit Bildung und erheblichem Witz vergoldet.

Nestroy-Figuren rekrutieren sich weiters aus der unteren sozialen Schicht: der einfache Soldat, der Bediente, der Hausknecht, der Sesselträger, der Holzknecht.

Da sind dann die Handwerker: der Müller und der Schuster, der Färber, der Zimmermann, der Zimmermaler oder unter den Dienstleistern ein Barbier. Meist kommen sie als arme Gesellen und nicht als reicher „Meister“ mit Werkstatt und Vermögen auf die Bühne.

Aber er schreibt sich auch jene, die zumindest intellektuell zu einer nächsten Stufe aufgestiegen sind (was sie nicht wohlhabender macht): der Schreiber, der Buchhalter, der Winkelagent.

Die Wohlhabenden sind Gewürzkrämer, Particulier (was den reichen Privatmann bedeutete), Rentier, Juwelier, und manche brauchen gar keine Berufsbezeichnung, sie haben so viel Geld, dass sie sich ganz ihren erotischen Abenteuern widmen können wie der Herr von Falsch in „Der Treulose“, den man auch Nestroys Anatol genannt hat. Die Hierarchie des Reichtums führt bis  zum Millionär Lips im „Zerrissenen“.

Da sind die Intellektuellen: Dichter, Journalist, Schauspieler, auch der Chirurgus Kampl ist unter ihnen, als wohltätiger Armenarzt.

Und schließlich kam Nestroy seinem Publikum am Ende seiner Karriere noch ironisch für die Wagner-Parodie des „Tannhäuser“ als Landgraf und für Offenbach in „Häuptling Abendwind“ als Menschenfresser-Häuptling,

Letztere sind nicht unbedingt typisch und passen nicht in die „Wiener Topographie“, die er hinterlässt. Aber im übrigen durchschreitet Nestroy allein in seinen eigenen Gestalten die sozialen Schichten, abgesehen davon, dass sich um jeden einzelnen herum ja wieder die dazugehörige Gesellschaftsschicht bewegt, die Ehefrauen, manchmal treu, oft nicht,  weinerliche oder schnippische Töchter, nichtsnutzige Söhne, die Freunde, Bekannten, Verwandten, das Personal. Die Guten und die Bösen.

Wenn man also sagt, dass Nestroy hier das Wien seiner Zeit in einem unendlich breiten Panorama auf die Bühne gebracht hat, ist dies nicht übertrieben – und lange noch nicht in voller Breite ausgeforscht und aufgearbeitet.

Schnitzlers berühmteste Stücke sind jene, in denen er die „gute Gesellschaft“ seiner Zeit darstellt. Die Rede ist vor allem von „Das weite Land“, derzeit zu Recht meist gespielt und meist beachtet, und da bleibt man natürlich unter sich – der Fabrikant, der Bankier, der Arzt, der Schriftsteller, der Hoteldirektor, die Offiziere, die berühmte Schauspielerin, die reiche Witwe, da kommen die „unteren“ Schichten wie Hotelportier oder Bergführer nur in ihrer Eigenschaft als dienende Elemente ganz am Rande vor.

Aber es gibt ein Werk aus Schnitzlers Feder, das schon erwähnt wurde und das die Sexualität als Bindeglied nimmt, die einzelnen sozialen Schichten zusammen zu bringen – es ist der „Reigen“, wo in zehn Szenen jeder Beteiligte mit zwei anderen zum Zweck der sexuellen Interaktion zusammen kommt. Und da wandert Schnitzler durch den Kosmos Wien  – Dirne, Soldat, Stubenmädchen, junger Herr, junge verheiratete Frau, deren Ehemann, süßes Mädel, Dichter, Schauspieler, Graf.

Sie alle, außer dezidiert die Dirne (das kann Nestroy zu seiner Zeit doch nicht wagen) und dem Grafen (Adel war tabu, über den Fürsten Metternich durfte nur ausnahmsweise 1848 kurzfristig auf der Bühne gelacht werden), bewegten sich nicht nur im Wien des Vorgängers, sondern auch in dessen Werk.

Man soll, wie ich meine, nicht überinterpretieren, es gibt genügend erstaunliche Gemeinsamkeiten bei Nestroy und  Schnitzler zu finden, um noch zusätzlich welche konstruieren zu wollen  – aber wenn Schnitzler heiter ist, nicht oft, aber doch und dann so brillant wie in den Einaktern des „Anatol“, wie in „Literatur“, „Große Szene“ oder „Komtesse Mizzi“, dann schwingt er sich auch gelegentlich zu einer hoch pointierten Sprachequilibristik auf, die jener Nestroys ähnelt.

Und ist, um das einmal in den Raum zu stellen, ein Einakter wie „Literatur“, der unter Literaten spielt und eine schmutzige Vergangenheit hochspült, nicht den „Früheren Verhältnissen“ Nestroys ähnlich, wo die Literatin durch eine Theaterdiva ersetzt ist, aber eine verlogene Zukunft nur zu erreichen ist, indem man in stiller Übereinkunft die Vergangenheit unter den Teppich kehrt…?

Und noch eine Gemeinsamkeit:

Nestroy hat, mit Ausnahme seiner Opernparodien und frühen Zauberstücke, ausschließlich Zeitstücke geschrieben, die hier und jetzt das Publikum im Zuschauerraum abspiegelten – aber er hat seinen ersten zögernden  Schritt als Dramatiker, ohne Auftrag und wohl selbst nur als Versuch betrachtet, mit einem Historienstück getan, dem „Friedrich, Prinz von Korsika“, der im frühen 18. Jahrhundert am Rhein und in Korsika spielte. Er ist auf diesem Weg nicht weiter gegangen, obwohl er es gekonnt hätte, denn es handelte sich dabei um ein durchaus übliches und erfolgreiches Genre auf den Bühnen seiner Zeit.

Interessanterweise ist auch Schnitzlers erster dramatischer Versuch gewissermaßen ein Historienstück: „Alkandis Lied“ spielt in einer sagenhaft-irrealen Märchenwelt – ein Genre, das Schnitzler auch nicht weiter verfolgt hat. Obwohl es bei ihm einige wenige Stücke gibt, wo er das reale Wien seiner Zeit als Schauplatz verlässt – der „Schleier der Beatrice“ spielt in der Renaissance, „Die Schwestern oder Casanova in Spa“ erzählt von Casanova in der Mitte des 18. Jahrhunderts, in der gleichen Epoche hat Schnitzler sein schweres Gedankendrama „Der Gang zum Weiher“ angesiedelt.

Aber eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang der „Nicht-Zeitstücke“ Schnitzlers  „Der junge Medardus“ – denn damit begab er sich zum ersten und einzigen Mal in die Welt, in die Zeit von Johann Nestroy.  Dieser war allerdings noch sehr jung damals, als die Geschichte von Medardus Klähr spielt, die jener des historischen Friedrich Staps nachempfunden ist, der 1809 in Wien versucht hat, den als Usurpator in die Stadt Wien eingezogenen Napoleon zu ermorden.

Die erste Szene des dritten Aufzugs spielt auf der Burgbastei und ist dafür berühmt geworden, wie Schnitzler die Reaktion der Wiener auf die anrückenden Franzosen schildert – stellenweise von Nestroy’scher Kraft und Treffsicherheit. Als fast isolierte Szene innerhalb des Geschehens kann man den Auftritt eines elegant gekleideten Ehepaars erachten, das den Angriff der Franzosen „schauen“ kommt und den Blick auf den Feind prachtvoll findet… Das hätte Nestroy schreiben können. Ebenso wie den uralten Herren, der seiner Enkelin den Krieg erklärt:

Sixt, Greterl, da drüben, das sind die Feinde, und da herüber, das sind die Freunde. Das ist grad, wie dein kleiner Bruder die Soldaten g’habt hat, die grünen und die roten, mit denen er alleweil g’spielt hat. (…)  Wegen dem bissel Schießen, ha, mir geschieht nix. Bum, bum, siehst es, das ist der Krieg.

Näher ist Schnitzler Nestroy nie gekommen, hier hat er ihn quasi „nachempfunden“.

Theoretisch hat er sich leider nie mit ihm auseinander gesetzt. Betrachtet man das Register seines Tagebuchs, so scheinen die Eintragungen über Nestroy von viel versprechender Fülle und ziehen sich von 1885 bis 1927. Bei näherer Betrachtung handelt es sich leider in den meisten Fällen um die lapidare Feststellung, ein Nestroy-Stück im Theater gesehen zu haben, wobei der Titel unkommentiert bleibt.

Interessant nur, dass er 1912 die Biographie gelesen hat, die in Moritz Neckers Gesamtausgabe von Nestroys Werken enthalten ist, und auch später zeigt sich, dass er Nestroy nicht immer nur gesehen, sondern auch gelesen hat – und einmal ging er auf Umwegen in einen Traum ein: Schnitzler interpretierte aus vorangegangener Nestroy-Lektüre die Tatsache, dass er seinen verstorbenen Vater in Gestalt einer „inferioren Figur“ aus einem Wiener Volksstück gesehen hätte…

Als Interpret von heute hätte man sich mehr und Besseres erhofft, wenn der Dichter auf seinen Vorgänger trifft, den offenbar erst die Nachwelt in dieser Eigenschaft erkennt.

 

Die Womanizer

Kommen wir zum Privatleben der Dichter, die zwar ihre Kinder wahrlich liebten, aber alles andere als gute Ehemänner abgaben: Sowohl Nestroy, der unter dem Pantoffel seiner Lebensgefährtin Marie Weiler stand, wie Schnitzler, dessen Ehe mit Olga Gussmann tragisch scheiterte, hatten nicht nur unter „den Frauen“, sondern auch unter ihren Ehefrauen zu leiden:

Die Nerven von Spinnweb, d’Herzen von Wachs und d’Köpferln von Eisen, das is ja der Grundriß der weiblichen Struktur

bemerkt Nestroy so richtig, von dem auch die Bezeichnung der Ehe als „wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt“ stammt… Er und Schnitzler haben diese Art der Struktur des Weiblichen immer wieder erfahren.

Tatsächlich waren Nestroy wie Schnitzler das, was wir heute als „Womanizer“ bezeichnen – Männer, in deren Leben Frauen eine überdurchschnittlich große Rolle spielten. Bedenkt man, dass es von Nestroy mit Ausnahme von Briefen so gut wie keine direkten Lebenszeugnisse gibt, weiß man dennoch aus Berichten von Zeitgenossen von zahlreichen seiner Beziehungen zu Schauspielerkolleginnen – Eleonore Condorussi, Louise Holzapfel, Louise Rusa, Ida Brüning – , und man kennt den berühmten Brief an Karoline Köfer, wo er die Bedingungen für eine Beziehung geradezu vertraglich fixierte. Auch ist bekannt, wie er ein ganzes Netz von Helfern einspannen musste, um den Verkehr mit Frauen zu organisieren und zu finanzieren – heimliches Geld, heimliche Liebe, wie eines seiner Stücke heißt…

Frauen waren ihm bis zur Rücksichtslosigkeit wichtig – Zeitgenosse Franz Wallner berichtete:

„Er entblödete sich nicht, durch offene Untreue tausende und abertausend Mal die Eifersucht seiner Gebieterin bis zur rasenden Flamme anzufachen.“

Aber wie kann er anders, der von Frauen so lüstern Hingerissene:

Schöne Mädeln sind halt im Negligé am schönsten. Schad, dass die Mode nicht aufkommt, dass man im Negligé auf’n Ball geht, da sieht man doch, was schön und was wild ist…

Von Arthur Schnitzler gibt es jene berühmte Formulierung, die er Friedrich Hofreiter in dem Stück „Das weite Land“ in den Mund gelegt hat und die wohl Schnitzler wie Nestroy aus dem Herzen kam, den Männern, die sich so stark durch ihre Arbeit definierten, aber nie auf Frauen in ihrem Leben verzichten konnten und wollten:

Sie verstehe ihn nicht, sagt Adele Natter, „Es gibt doch noch was anderes auf der Welt als – uns.“ Und Hofreiter antwortet:

Ja, – die Pausen zwischen der einen und der andern. Die sind ja auch nicht uninteressant. Wenn man Zeit hat, und in der Laune ist, baut man Fabriken, erobert Länder, schreibt Symphonien, wird Millionär … aber glaube mir, das ist doch alles nur Nebensache. Die Hauptsache – seid ihr! – ihr – ihr! …

Aber sowohl Nestroy wie Schnitzler neigten weit mehr dazu, Frauen sexuell zu benützen, als ihnen einen entsprechenden Platz als Partnerin in ihrem Leben einzuräumen. Der 35jährige Schnitzler notierte einmal in seinem Tagebuch (6. Mai 1897):

Sag ich mir die Wahrheit: das liebste wär mir ein Harem; und ich möchte weiter gar nicht gestört sein. 

Und bei Nestroy heißt es:

Bald hab ich die Weiber alle bis daher satt,
Gleich drauf möchte’ ich ein Türk sein,
der ’s hundertweis hat…

Diese Gemeinsamkeit zwischen den Dichtern als Männern ist evident.

Hat man unrecht, wenn man von die Männer was Böses denkt? Ja, einmal vielleicht, aber neunundneunzigmal hat man recht.

weiß Nestroy, und Arthur Schnitzler kann als der lebende Beweis dafür gelten. Er war schon in seiner Jugend ein Virtuose des Verstellens und Versteckens (also auch Lügens), als er stets mehrere Beziehungen nebeneinander laufen hatte. Und er stand noch im Alter vor dem Problem, seine Frauenbeziehungen „auseinander“ zu halten, so dass die Damen, die sich gleichzeitig seiner Zuneigung erfreuten,  nicht in besitzergreifender Eifersucht auf einander losgehen konnten.

 

Ideologie: die Nihilisten

Mit dem Glauben taten sie sich beide schwer, und da wollen wir zuerst gar nicht von Religion sprechen. Der Glaube an den Menschen, an das Gute im Menschen fehlte ihnen, wenn Nestroy auch noch manchmal das alte „Besserungsstück“ des Wiener Volkstheaters zumindest andeutungsweise bediente oder bedienen musste – und wenn es Schnitzlers Bühnenfiguren auch an Erkenntnis nicht fehlt. Wohl aber, wie ihm selbst, die Fähigkeit zur Besserung.

Zwei Zitaten zeigen, wie sehr diese beiden Skeptiker über die Menschen in gleicher Weise dachten.
Nestroy sagt:

Wenn der Zufall zwei Wölfe zusammenführt, fühlt gewiß keiner die geringste Beklemmung über das, daß der andere ein Wolf is; aber zwei Menschen können sich nie im Wald begegnen, ohne daß nicht jeder denkt, der andere könnt’ ein Räuber sein.

Und bei Schnitzler heißt es:

Weiche hundert Schritte ab vom gebahnten Pfad und du findest dich allein. Und wenn du einem begegnest, weißt Du nicht, ob er die Einsamkeit sucht wie du oder auf Raub ausgeht.

Dieser Nihilismus äußert sich auch bei beiden in der Skepsis, wie erkennbar, wie greifbar dieses Leben eigentlich sei. Immer wieder zitiert wurden Schnitzlers vielleicht berühmteste Worte aus einem Stück „Paracelsus“:

Es fließen ineinander Traum und Wachen,
Wahrheit und Lüge. Sicherheit ist nirgens.
Wir wissen nichts von andern, nichts von uns;
Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug.

Nestroy fasst dies ganz kurz in einer einzigen Coupletzeile zusammen:

Und ’s ist alles nit wahr! Und ’s ist alles nit wahr!

 

Tod und Sterben

Nähert man sich dem Lebensende – Nestroy wurde  60, Schnitzler 69 Jahre alt, Nestroy starb nach schrecklichem Todeskampf, Schnitzler wurde bewusstlos und erwachte nicht mehr – steht man vor zwei Männern, die sich mit keinerlei Glauben im religiösen Sinn trösten konnten: Weder der Katholizismus des einen noch das Judentum des anderen hatte sie auch nur im entferntesten zu frommen Männern gemacht.

Es gibt keinerlei Hinweis auf religiöse Fragen bei Nestroy (die wären in seinem Werk schon der Zensur wegen nicht möglich gewesen). Schnitzler hingegen hat sich theoretisch breit mit Religion auseinander gesetzt, die für ihn im Grunde eine Frage der menschlichen Befindlichkeit war.

Nestroys Furcht vor dem Tode war seiner Mitwelt bekannt, es werden von der Mitwelt – sogar mit leichter Häme – zahlreiche Anekdoten über sein diesbezüglich erratisches Verhalten erzählt. In Paris ist er vor einem Gemälde von Charles Muller, wo ein zum Tode Verurteilter seinen letzten Brief schreibt, ohnmächtig zusammen gebrochen, weil es ihn offenbar so betroffen gemacht hat.

Sein Testament macht klar, dass er offenbar von der Idee gequält wurde, in einem Sarg eingesperrt aufzuwachen. Die liebe Nachwelt hat sich natürlich den Spaß gemacht, Nestroy in einer Karikatur im Sarg zu zeigen – glücklicherweise erst nach seinem Tod. Man könnte sich die Zwangsvorstellungen denken, die ihn bei der Betrachtung überfallen hätten.

Und geradezu beklemmend ist die Tatsache, dass auch Arthur Schnitzler in seinen „Bestimmungen, die ich nach meinem Ableben zu erfüllen bitte“ vom 29. April 1912 einen Herzstich verfügt hat… Nestroys „Mir soll ins Herz gestochen werden“ (von dem Schauspieler Justus Neumann als Titel eines Nestroy-Abends gewählt) ist zwar nicht verbürgt, aber dass er den Wunsch gehegt haben würde – daran zweifelt man wohl nicht.

Es gibt in Nestroys Werk auch ausgesprochen nihilistische Bemerkungen, die zeigen, wie präsent der Tod – der in seinem Stücken kaum vorkommt – für ihn privat war. Denn worauf reduziert er das menschliche Leben?

Etwas Verzweiflung, a bissel Jammer, a wenig Wahnsinn – und am Schluß – mein Gott, sterben müssen wir ja alle – der Tod!

Für Arthur Schnitzler war der Tod in seinem Leben seit frühester Jugend in seinem Bewusstsein– so gedenkt er in seiner Autobiographie, die unter dem Titel „Jugend in Wien“ veröffentlicht wurde, eines Erlebnisses seiner Pubertät,

einer unvergesslichen und bedeutungsvollen (…) Stunde, in der ich des Begriffs Tod zum erstenmal mit ahnendem Schauer innewurde. Es war eine Nacht, in der ich entweder plötzlich erwacht oder noch nicht eingeschlafen,  in einem aus der Tiefe meiner Seelen aufsteigenden Grauen vor dem Sterbenmüssen, das mir zum ersten Mal in seiner ganzen Unentrinnbarkeit zum Bewusstsein kam, laut zu weinen begann.

Schnitzler, der mit der Novelle „Sterben“ eines seiner ersten Meisterwerke verfasste, hat den Tod wie ein Leitmotiv durch die meisten seiner Werke gewebt, im ständigen Bewusstsein gehalten.

Wie sehr aber der Tod auch in seinem Privatleben präsent war, zeigt die Lektüre seines jüngst erschienenen Traumtagebuchs, das es dem Leser erlaubt, ihn ganz tief in sein Un- und Unterbewusstes zu begleiten, wo wahrlich Tragödien ruhen. Schnitzlers Träume von Begräbnissen (immer wieder seine eigene Beerdigung!), Särgen, Hinrichtungen, Toden sind häufig und bedrückend.

Leben – das steht für Schnitzler und Nestroy unter dem steten Bewusstsein des Sterbenmüssens. Bei Nestroy ist das

„Leben nix Andre’s als ein an seinem Geburtstag gefälltes Todesurteil“

(in dem Stück „Mein Freund“), und Schnitzler weiß:

„Es bleibt nun einmal ein unheimlicher Gedanke, daß in dem Tageslauf des Jahrs, auf das wir zurückblicken, unbedingt auch das Datum unseres Todestages enthalten sein muß.“

Nestroy vermerkt dazu noch, der Ideologie der Antike folgend, die das Gar-nicht-geboren-werden als bestes aller Schicksale erklärt:

Es ist immer eine sonderbare Empfindung, wenn man als so Alter ein kleines Kind betrach’t; unwillkürlich kommt einem die Idee, wie schad’ es is, dass man auf die Welt kommen is. Ich sag’ immer, man richtet’s viel leichter, wenn man gar nie dagewesen wär’.

 

Nachwelt

Das Ende des persönlichen Lebens war beiden umso bitterer, als es für sie kein „Jenseits“ gab – aber auch starke Zweifel am Nachleben in der Nachwelt.

„Nachwelt gibt es nur für die Lebendigen“,

heißt es so richtig in Schnitzlers Stück „Die letzten Masken“.

Und Nestroy lässt in seinem Stück „Der Schützling“ sagen:

Ich hab immer wollen für die Nachwelt etwas sein, und man soll bloß für die Mitwelt etwas vorstellen. Der kluge Mann der Gegenwart sagt: „Was hat denn die Nachwelt für mich getan? Nichts! Gut, das Nämliche tu’ ich für sie!“

Johann Nestroy hat selten unrecht, aber hier doch: Er und Arthur Schnitzler haben viel für die Nachwelt getan.

Und sollten Sie auch darin unrecht haben, dass „danach“ alles aus ist – ja, dann sitzen sie vielleicht gemeinsam im Dichterhimmel, der in ihrem Fall selbstverständlich ein Kaffeehaus sein müsste.

Und sehen auf uns, die Nachwelt, hinab – und freuen sich vielleicht ein wenig darüber, wie dankbar wir ihnen für das sind, was sie uns hinterlassen haben.

 

Dieser Vortrag wurde am 4.Mai 2012 im Rahmen der Feldkircher Literaturtage 2012, veranstaltet von Philipp Schöbi, gehalten. Es war die einzige Veranstaltung, die die „Jubiläen“ von Nestroy und Schnitzler nicht gesondert, sondern gemeinsam betrachtete.

 

 

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