Der Neue Merker

BEGINN EINER NEUEN ÄRA BEIM BAYERISCHEN STAATSBALLETT

Beginn einer neuen Ära beim Bayerischen Staatsballett

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Igor Zelensky. Copyright: Wilfried Hösl

Für den 14.09. hatte der neue Staatsballettdirektor Igor Zelensky zu einem Pressegespräch geladen, um seine Pläne und Ziele für die Company vorzustellen. Die erste Saison unter Zelenskys Leitung wird eher im Zeichen der Klassik und der neoklassischen Handlungsballette stehen. Gleich zu Beginn dürfen sich die Ballettfreunde auf „Giselle“, „LaBayadère“ und „Romeo und Julia“ freuen, bevor dann im Dezember mit Yuri Grigorovichs„Spartacus“ eines der Hauptwerke des russischen Balletts nach 1945 seine Premiere in München feiern wird. Aber auch die Freunde zeitgenössischen Tanzes werden beim Bayerischen Staatsballett weiterhin nicht zu kurz kommen. Die zweite große Premiere in dieser Saison wird „Alice im Wunderland“ sein, das Christopher Wheeldon 2011 für das Londoner Royal Ballet choreographierte. Auch das 2016 für das Bayerische Staatsballett kreierte „Adam is“ von Aszure Barton steht weiterhin auf dem Spielplan, genauso wie ein Abend junger Choreographen. In der nächsten Saison ist dann eine Neukreation von Wayne McGregor geplant. Ein Hauptziel von Igor Zelensky ist es neben der Schöpfung neuer Werke für die eigene Company, das reiche und vielseitige Repertoire des Bayerischen Staatsballetts zu pflegen. Um dies auf höchstem Niveau tun zu können, werden die unterschiedlichen Stücke jeweils von absoluten Experten in dem jeweiligen Tanzstil einstudiert werden. So wird beispielsweise Peter Wright seine Münchner „Giselle“-Produktion wieder aufpolieren, Patrice Bart wird seine „Bayadère“ aus dem Jahr 1998 mit der jetzigen Tänzergeneration neu erarbeiten und der langjährige Stuttgarter Ballettdirektor Reid Anderson wird für die Einstudierung von „Romeo und Julia“ zuständig sein. Für Igor Zelensky ist „München kulturell und wirtschaftlicheine der erfolgreichsten Städte Europas“. Sein Ziel ist es, „diese Topqualität auch im Ballett zu bieten“. Dafür braucht es natürlich auch herausragende Tänzer, von denen sich einige während des Pressegesprächs vorstellten. Der prominenteste Neuzugang ist sicher Vladimir Shklyarov, bisher PrincipalDancer beim weltberühmten Mariinsky-Ballett St. Petersburg. Auf der Suche nach neuen künstlerischen Impulsen wechselte er mit seiner Frau, der Ballerina Marina Shirinkina in diesem Sommer von der Newa an die Isar. Beide werden noch im September zusammen in „Giselle“ zu sehen sein. Ebenfalls aus Russland stammt die junge Erste Solistin Ksenia Ryzhkova, die bereits während ihres ersten Engagements am Stanislawsky-Theaters in Moskau große Rollen getanzt hat und ihre Karriere nun in München fortsetzten wird. Mit Spannung erwartet wird sicherlich der erste Auftritt des Kubaners Osiel Gouneo, ebenfalls neuer Erster Solist in München. Er war bereits am Tag der offenen Tür am 10.09. durch seine stupende Technik und seinen Sinn für Theatralik aufgefallen. Interessant wird es werden, die Entwicklung der jungen Wienerin Prisca Zeisel zu beobachten, die vom Wiener Staatsballett nach München gewechselt ist. Sie ist eine von den 6 Tänzern, die Igor Zelensky aus 1000 Bewerbern ausgewählt hat. Zunächst ist sie als Halbsolistin engagiert, probt aber auch schon große Hauptrollen. Neben den neuen Solisten sind Ivy Amista, Tigran Mikayelyan und Javier Amo dem Staatsballett als Erste Solisten erhalten geblieben und werden die Company weiterhin mit ihrer künstlerischen Reife und Erfahrung bereichern. Das Münchner Ballettpublikum darf sich auf eine spannende neue Saison freuen!

Gisela Schmöger

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Vladimir Shklyarov, Osiel Gouneo, Prisca Zeisel, Ksenia Ryzhkova und Ivy Amista). Copyright: Wilfried Hösl

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