Der Neue Merker

BASEL/Basler Münster: MBRUCKNER + DUTILLEUX-SINFONIEKONZERT. SOB – Nicolas Altstaedt (Violoncello) – Mario Venzago, Leitung

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Foto: Michael Hug

Basel:  Basler Münster – „Bruckner + Dutilleux“ – Sinfoniekonzert – Sinfonieorchester Basel – Nicolas Altstaedt (Violoncello)  – Mario Venzago, Leitung    –  07.02.2018

 Eine besondere Herausforderung an diesem Konzertabend stellen die eisig kalten Aussentemperaturen und die eher unterkühlten Wärmeverhältnisse im Basler Münster für die MusikerInnen des Sinfonieorchesters Basel (SOB), den Dirigenten Mario Venzago und das zahlreich erschienene Publikum dar. Wer allerdings eine musikalische Schlotterpartie befürchtet, wird aufs angenehmste enttäuscht.

Das Konzert beginnt mit „Tout un monde lointain (1967 – 1970)“ von Henri Dutilleux. Als Solist wirkt der Cellist Nicolas Altstaedt. Er hat sein Instrument fest im Griff und begeistert mit grosser technischer Fertigkeit und Reinheit. Gerade die sehr feinen Piani und Pianissimi geraten ihm atemberaubend. Auch sonst liefert der Cellist, der es sich übrigens nicht nehmen lässt, auch bei der Bruckner-Sinfonie im Orchester mitzuwirken – Bewegung hält eben warm – eine sensibel phrasierte Leistung. Differenziert, eindeutig und klar führt Dirigent Mario Venzago das Orchester und den Solisten. Auch der Dirigent achtet auf innere Differenzierung und Sensibilität. Die Akustik im Münster, welche dafür sorgt, dass „Klang und Raum“ miteinander verschmelzen, erleichtert dem Maestro die Arbeit jedoch nicht.

Gross legt Mario Venzago die „Sinfonie Nr. 3 de-Moll, WAB 103, Wagner-Sinfonie, 3. Fassung (1889)“ von Anton Bruckner an. Aus dem feinen kompakten Beginn entstehen immer wieder grosse Klangbogen, bei welchen die Blechbläser sämtliche Register ihrer Kunst ziehen und für majestätisch-strahlenden Klang sorgen. Venzago lässt das Orchester aus den Pianipassagen zu kräftigen, strahlend-dramatischen Forti anschwellen und nimmt es dann bestimmt wieder zurück. Zudem achtet er auf angemessene Tempi, welche ein elegantes, feierliches Klangerlebnis ohne pathetisches Übergewicht ermöglichen. Das Sinfonieorchester Basel zeigt sich in allerbester Spiellaune und setzt das musikalische Konzept des Bruckner-Experten Venzago mit grossem Engagement um. Schade allerdings auch hier, dass wegen der akustischen Verhältnisse im Münster die eine oder andere musikalische Feinheit im Gesamtklang mit dem „Raum verschmilzt“ und somit auf der Strecke bleibt.

Wie auch immer: Das frierende Ausharren hat sich gelohnt! Das Publikum dankt dem SOB, Mario Venzago und Nicolas Altstaedt mit langem Applaus für einen beeindruckenden Konzertabend.

Michael Hug

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