Der Neue Merker

BASEL( Basler Münster: SINFONIEKONZERT „Mozart und Bruckner“. Ivor Bolton / Lars Vogt

Basel: Basler Münster – „Mozart + Bruckner“ – Sinfoniekonzert – Sinfonieorchester Basel – Lars Vogt, Klavier – Ivor Bolton, Leitung    –  28./29.06.17

 Mit diesem Konzertabend im altehrwürdigen Basler Münster setzt das Sinfonieorchester Basel (SOB) zusammen mit seinem Chefdirigenten Ivor Bolton einen fulminanten Schlusspunkt unter eine ausserordentliche Spielzeit. Ausserordentlich nicht nur wegen grosser Erfolge sondern auch durch den Umstand, dass das SOB wegen des Umbaus des Stadtcasinos seine Konzerte an drei Spielorten aufführte: auf der Grossen Bühne des Theaters Basel, im Musical Theater Basel und im Basler Münster. Die musikalische „Wanderschaft“ war seitens der Organisatoren bestens aufgegleist, die Spielstätten sorgfältig ausgewählt und musikalischer Höchstgenuss damit garantiert. Die drei Spielorte werden sich auch in der kommenden Saison bewähren.

Das letzte Konzert dieser Saison fand im stimmungsvoll beleuchtenden Basler Münster statt. Eröffnet wurde es mit „Akranes für 6 Schlagzeuger“ von Domenico Melchiorre. Der 1982 geborene Komponist ist selber Schlagzeuger des SOB und widmet seine ansprechende Komposition dem langjährigen Kollegen Siegfried Kutterer, welcher nach dieser Saison in den wohlverdienten Ruhestand tritt. Melchiorre übernimmt für seine Komposition die Leitung, Siegfried Kutterer spielt mit grösster Begeisterung im Ensemble mit. Die Schlaginstrumente sind an mehreren Orten im Kirchenraum platziert und vermitteln so mehrdimensionale vielseitige, stimmungsvoll-mysthische Klangbilder. Zum Einsatz kommen dabei Nicophone, Gong, Tamtam, Grosse Trommel, Baueisen, Cotales und Tubes.

Der grosse und sehr hohe Kirchenraum des Münsters bietet sicher nicht ideale Voraussetzungen für sinfonische Konzerte und stellt somit eine besondere Herausforderung für die Künstler dar. So darf es durchaus als mutig bezeichnet werden für dieses Konzert Mozarts „Konzert für Klavier und Orchester d-Moll, KV 466“ auf das Programm zu setzen. Der Pianist Lars Vogt gefällt darin mit sorgfältig akzentuiertem und sensibel phrasiertem Spiel. Die virtuosen Läufe gehen ihm mit Leichtigkeit aus der Hand. Die „Romanza“ gelingt ihm sehr gefühlsvoll, wobei der Pianist zu keiner Zeit in lieblichen Kitsch verfällt. Dirigent Bolton hat hier äusserst sorgfältig einstudiert und die akustischen Probleme des Raumes souverän gemeistert. Dabei kann er sich auf das souverän spielende SOB verlassen.

Nach der Pause erklingt die „Sinfonie Nr. 2 c-Moll, WAB 102“ von Anton Bruckner. Das SOB und sein Chefdirigent weisen sich erneut als absolute Könner in diesem Fach aus. Maestro Bolton begeistert mit fein differenziertem Dirigat, welches vom Orchester mit grossem Engagement umgesetzt wird.  Spannende Piani, grosse Crescendi, welche nie in unkontrollierter, effekthascherischer Wucht enden, zeichnen diese Aufführung der Extraklasse aus.

Das Publikum entlässt das SOB und Ivor Bolton mit hochverdientem, lange anhaltendem Applaus in die Sommerpause.

Mit begeisterter Dankbarkeit blicken wir auf eine grossartige Konzertsaison des SOB zurück – und wir freuen uns gespannt auf das, was uns in der Saison 2017/18 erneut an den „drei Spielorten“ erwartet – und das wird einiges sein!

 Michael Hug

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