Der Neue Merker

BALLETT – Schwanensee, Cinderella und mehr / DZ

2 Ballette in der Arthaus Blu-ray Video-Edition mit High Resolution Audio in 192kHz


pin STILL LIFE AT THE PENGUIN CAFE | THE PENGUIN CAFÉ ORCHESTRA – Simon Jeffes – 1989 – Choreograph: David Bintley / Royal Ballet (Arthaus 109187)

The Penguin Cafe Orchestra (Dokumentation mit Simon Jeffes, 1987). Unter der Leitung des Komponisten Simon Jeffes hat dieses Ensemble seit Mitte der 70er Jahre seinen ganz eigenen und eigenwilligen Musikstil entwickelt, der klassische- und Avantgarde-Musik genauso einbezieht wie Pop, Folk oder Ethno-Sound. Die Instrumente der Mitwirkenden reichen von Klavier, Cello, Geige und Schlagzeug über Ukulele, E-Gitarre bis hin zur Blechflöte. Die auf dieser DVD enthaltene Studioaufnahme einer Aufführung des PCO wird durch Interviews über den originellen und umfassenden Stil des Ensembles zu einem spannenden und informativen Erlebnis.

Still Life at the Penguin Café (Ballett, 1989) Die eigenwillige Musik und die imaginäre Welt des Simon Jeffes, dem Gründer des Penguin Café Orchestras, veranlassten David Bintley dieses Ballett zu kreieren. Es spielt in einem Café, in dem Menschen Pinguinen und Pinguine Menschen gleichen. Ein überschäumendes Kabarett wird von einer Reihe von exotischen Kreaturen präsentiert. Die einfallsreiche und amüsante Choreografie, die von Hayden Griffins Bühnenbild und Kostümen und dem Ensemble des Royal Ballet kongenial umgesetzt wird, behandelt auch die Notlage von gefährdeten Tierarten auf unserem Planeten.

Sehr hübsch und recht unterhaltsam!

 

swan Piotr Ilyich Tchaikovsky – SWAN LAKE (Arthaus 109185)
Dr-Studios, Arhus, Denmark, 1988

Solisten: Evelyn Hart (Odette / Odile), Peter Schaufuss (Siegfried)
Orchester, Chor: The London Festival Ballet, The Danish Radio Symphony Orchestra
Dirigent: Graham Bond
Choreograph: Natalia Makarova, Sir Frederick Ashton, Marius Petipa
Aufnahmeort: Dr-Studios, Arhus, Denmark

Natalia Makarowa, eine der bedeutendsten Interpretinnen des klassischen Ballett-Repertoires im zwanzigsten Jahrhundert, hat auch als Produzentin großen Erfolg gehabt. Ihre Inszenierung von Schwanensee beruht auf der Original-Choreographie von Petipa und Iwanow, mit einem choreographischen Beitrag des verstorbenen Sir Frederick Ashton. Evelyn Hart und Peter Schaufuss tanzen in dieser Studioaufzeichnung die Hauptrollen. Makarowas innovative Interpretation präsentiert das Stück als eine Geschichte über vollkommene und ewige Liebe.

Im Mittelpunkt dieses Film-Märchens stehen Siegfrieds Liebe zu Odette, ihre Liebe zu ihm, sein Treubruch, den sie ihm schließlich vergibt, und ihre Selbstaufopferung, indem sie mit ihm in den Tod geht, um einen bösen Fluch zu brechen. Die Inszenierung ist prägnant und temporeich. Das Bühnenbild von Günther Schneider-Siemssen vermittelt Orts- und Stimmungswechsel nicht mit Hilfe der Bühnendekoration, sondern mit Rückprojektionen, die hervorragend geeignet sind, um eine geheimnisvolle, zauberhafte Atmosphäre zu schaffen.

Zu empfehlen!

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Ganz im Kontrast dazu Jean-Christophe Maillots „Lac“ >

LAC LAC – Jean-Christophe Maillots Lac nach Schwanensee – Les Ballets De Monte-Carlo + Saint Louis Symphony Orchestra, Leonard SlatkinOpusArte  BD oder DVD

Der Choreograph Jean-Christophe Maillot hat »Schwanensee« gemeinsam mit dem preisgekrönten Autor Jean Rouaud überarbeitet und diese Säule des klassischen Repertoires mit neuem Drama angereichert.
Diese neue Adaption, die in einem Spezialstudio im Grimaldi Forum in Monaco aufgezeichnet wurde, bringt moderne Bezüge in die zeitlose Geschichte von Siegfried und Odette. Alle Mitwirkenden gehören zur Spitze ihres jeweiligen Fachs und haben in dieser Produktion ihr herausragendes Können vereint.
So stammt das Design von der bekannten Visual-Arts-Größe Ernest Pignon-Ernest, die Kostüme von Philippe Guillotel, und »Les Ballets de Monte Carlo« tanzen zu einem speziell konzipierten Soudtrack nach Tschaikowskys Partitur, der vom Saint Louis Symphony Orchestra unter der Leitung von Leonard Slatkin gespielt wird. – Die vorliegende Produktion wurde beim »Golden Prague Festival« 2013 als »Best Performing Arts Programme« ausgezeichnet, wo es in der Begründung hieß: »eine hinreißende Bühnenproduktion, die dem Zuschauer eine aufregende Interpretation von Tschaikowskys Meisterwerk durch zeitgenössischen Tanz bietet«.

Die Geschichte ist dramaturgisch etwas verändert, und totschick aufgemacht. Rotbart wird hier zur schwarzen Königin der Nacht, die bei Maillot sehr viel mehr zu tun hat als der traditionelle Zauberer. Das bringt Spannung. Was mich aber ganz besonders begeistert, ist Maillots Chroreografie als solche – die Art der Bewegungen, entwickelt aus der Klassik und sehr effektvoll mit modernem Vokabular erweitert. Eine pure Freude beim Zuschauen.

UNBEDINGT ZU EMPFEHLEN!

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cind CINDERELLA / Sergei Prokofiev / Alexei Ratmansky /
Valery Gergiev / Mariinsky Orchester & Ballet – Mariinsky,
 BD+DVD in einer Packung!

2002 schuf Alexei Ratmansky eine Choreographie für das Mariinsky Theater, die seinen internationalen Ruhm als Choreograph begründete und seither zum Repertoire des renommierten Hauses gehört. Ratmansky verleiht dem Werk eine urbane Gewandtheit und moderne Erzählweise, die sich wie eine Frischzellen kur auswirkte, die noch 2013 beim Filmen dieser Produktion Wirkung zeigte.

Auch das eine „schicke“ Produktion. Ratmanskys Bewegungsvokabular ist auch aus dem Klassischen entwickelt, aber wie er die Tänzer oftmals von einer klassischen Pose in seine Bewegungserfindungen wechseln lässt, tut oftmals schon beim Zuschauen weh. Ratmanskys Stil ist weitaus weniger attraktiv als Maillots geschmeidiger bei „Lac“. 

Ein besonderes Plus ist sicherlich, dass Prokofievs tolle Musik vom Mariinsky-Orchester unter Valery Gergiev gespielt wird. Diana Vishneva ist Cinderella und Vladimir Shklyarov der attraktive Prinz.

Zu empfehlen nur für jene, die sich mit Ratmanskys Stil anfreunden können.

Trailer:

https://www.gramola.at/de/shop/produkte/ballett/mariinsky/valery+gergiev,mariinsky+orchester+%26amp%3B+ballet/sergei+prokofiev/131665/

 

Doro Zweipfennig

 

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