Der Neue Merker

BADEN /Weikersdorfer Schlosskonzerte: SOLOKONZERT LUCIANA D’INTINO (11.7.) und ITALIENISCHE OPERNGALA (12.7.2017)

BADEN/ Weikersdorfer Schlosskonzerte: SOLOKONZERT LUCIANA D’INTINO (11.7.) und ITALIENISCHE OPERNGALA (12.7.2017)

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BADEN / Hotel Schloss Weikersdorf: SCHLOSSKONZERTE 2017

SOLOKONZERT  LUCIANA D’INTINO am 11.07.2017

Das erste der beiden Schlosskonzerte des heurigen Sommers war ein aussergewöhnliches Erlebnis im stimmungsvollen Ambiente des Innenhofes vom Schlosshotel Weikersdorf.

Immer wieder erstaunt uns, welche großartigen Künstler von der rührigen Organisatiorin des Merker–Kunstsalons Elena Habermann aufgeboten werden. Diesmal konnte ein international erfolgreicher Topstar – die Mezzosopranistin Luciana D’Intino – mit einem hochkarätigen Arienprogramm nach Baden gebracht werden.

Mehr als nur eine Sängerbegleitung bot das Weikersdorfer Schlossorchester unter der Leitung von Tiziano Duca. Der hochwertig zusammengestellte Klangkörper eröffnete das Konzert mit der Ouvertüre zu Don Pasquale von Gaetano Donizetti und bewies in der Folge mit Notturno von Giuseppe Martucci, einem Valzer von Giuseppe Verdi, dem Intermezzo Sinfonico aus Cavalleria Rusticana von Pietro Mascagni und Tregenda aus Le Villi von Giacomo Puccini gekonnte, flexible Gestaltung – von den zarten, einschmeichelnden Melodien Mascagnis, über die fröhliche Musik Rossinis bis zu den eindrucksvollen Klängen von Verdi bis Puccini. Die Besetzung mit 22 Musikern passte genau in den Rahmen des Innenhofes mit der erstaunlich guten Akustik.

Frau D’Intino bot ein Programm, bestehend aus den Leckerbissen des Repertoires einer dramatischen Mezzosopranistin, das gleichzeitig die Höhepunkte einer Sängerinnenkarriere dokumentiert: „Mon coeur s’ouvre à la voix“ aus Samson et Dalila von Camille Saint-Saens, „Habanera“ aus Carmen von Georges Bizet, „Sogno“ von Francesco Paolo Tosti und „Stride la vampa“ aus Il trovatore von Giuseppe Verdi bildeten den ersten Teil des Konzertes; nach der Pause hörten wir „O don fatale“ aus Don Carlo von Giuseppe Verdi, „Voi lo sapete o mamma“ aus Cavalleria rusticana von Pietra Mascagni und zum Abschluss „Acerba voluta“ aus Adriana Lecouvreur von Francesco Cilea. Ihre edel klingender Mezzosopran bewältigte scheinbar mühelos die sattesten Tiefen und imponierenden Höhen mit traumwandlerischer Sicherheit und technischer Perfektion. Im intimen Rahmen des Innenhofes kamen wir in den Genuss der ausdrucksstarken Mimik der temperamentvollen Künstlerin, die ihren beeindruckenden Auftritt zu einer halbszenischen Aufführung veredelte.

Einen Hauch von Wehmut verursachte die Nachricht, dass sich Frau D’Intino nach der Il trovatore–Serie in der Wiener Staatsoper im Herbst aus dem Operngeschehen zurückziehen und sich auf die Lehrtätigkeit konzentrieren wird. Sicher ein Gewinn an Lebensqualität für die Künstlerin, ein Gewinn für die Schüler, aber ein Verlust für uns – das Publikum.

ITALIENISCHE OPERNGALA am 12.07.2017

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 Copyright: Ernesto Geller

Als gelungene Abwechslung zum beeindruckenden, gestrigen Soloabend eines Weltstars erlebten wir am zweiten Tag ein abwechslungsreiches Programm mit jugendlichen Sängerinnen und Sängern und einem rennomiertem Violin – Virtuosen.

Die sinfonische Basis legte wieder das Weikersdorfer Schlossorchester unter der umsichtigen Führung von Maestro Tiziano Duca, der vorbildlich für die einfühlsame Betreuung der Gesangssolisten sorgte.

Das Konzert begann mit der tänzerisch leichten Interpretation der „Sinfonia“ von Gioacchino Rossinis La Cenerentola. Sofia Almazova, eine junge russische Mezzosopranistin mit wunderschöner, pastoser Tiefe sowie technisch perfekten und klanglich schönen Höhen, begann das Gesangsprogramm ebenfalls mit Rossini – „Cruda sorte“ aus L’Italiana in Algeri.

Savva Thikhonov, der hell timbrierte Tenor, der uns schon im Kunstsalon erfreute, stellte sich eindrucksvoll mit „La donna è mobile“ aus Rigoletto von Giuseppe Verdi vor.

Maria Nazarova, das aufstrebende Energiebündel mit dem beeindruckenden Karriereverlauf in der Wiener Staatsoper sang und gestaltete „Quel guardo il cavaliere“ aus Don Pasquale von Gaetano Donizetti mit leichem, flexiblem Sopran.

Mit Giuseppe Verdi ging der erste Teil zu Ende: Russi Nikoff aus Bulgarien sang mit dominantem, technisch gutem Bariton „Pietà, rispetto, amore“  aus Macbeth; Anna Ryan, einer der treuesten Kunstsalon-Gäste, sang mit strahlendem, dramatischem Sopran „Liberamente or piangi“ aus Attila.

Im zweiten Teil des Konzertes lernten wir die Vorteile der Überdachung des Innenhofes dankbar zu schätzen. Das Unwetter, das die Premiere in St Margareten an den Rand des Abbruchs gebracht hatte, war hier zwar optisch und akustisch bemerkbar; nach dem Ende – inclusive ausgiebigem Schlussapplaus – war der Spuk aber bereits wieder vorbei.

Musikalisch begann es wieder mit dem sehr motivierten Weikersdorfer Schlossorchester mit der Ouvertüre zu La Traviata von Giuseppe Verdi. Savva Thikhonov präsentierte uns einen eindrucksvoll leidenden Nemorino mit „Una furtiva lagrima“ aus L’elisir d’amore von Gaetano Donizetti – auch Sofia Almazova erfreute uns mit Donizetti, und zwar mit „Oh mio Ferrando“ aus La favorita. Maria Nazarova glänzte mit “Compagne – teneri amici” aus La sonnambula von Vincenzo Bellini.

Erich Binder überzeugte mit virtuosem Spiel, das auf Können und Erfahrung beruht beim Violinsolo von „Lègende“ von Henryk Wieniawski.

Anna Ryan und Russi Nikoff  beendeten das anspruchsvolle Programm mit dem Duett aus Macbeth von Giuseppe Verdi.

Beide Schlosskonzerte waren qualitativ hochwertige Veranstaltungen, bei denen die Verbindung von anspruchsvoller und höchst unterhaltsamer Musik perfekt gelungen ist: U = E und E = U

Maria und Johann Jahnas

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