Der Neue Merker

WIEN / Leopold Museum: ANTON KOLIG

Kolig Plakat~1

WIEN / Leopold Museum:
ANTON KOLIG
Vom 22. September 2017 bis zum 8. Jänner 2018

Der Künstler und die Zeit

Anton Kolig (1886-1950), in Mähren geboren, „Kärtner“ geworden (Mittelpunkt des „Nötscher Kreises“), zählt zu den eindrucksvollsten Künstlerpersönlichkeiten Österreichs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Zeitgenosse von Schiele und Kokoschka hat in der Nachwelt nicht dieselbe Beachtung gefunden wie diese. Das Leopold Museum holt nun die umfassende Begegnung mit Koligs Werk für den Kunstfreund in einer Personale nach.

Von Heiner Wesemann

 Kolig Saal 2~1 
(In der  Ausstellung fotografiert)

Anton Kolig     Er wurde an 1. Juli 1886 in Neutitschein, damals Mähren und Teil der Habsburger Monarchie, geboren, schon der Vater war Kirchenmaler. So kam der begabte Sohn mit 18 Jahren nach Wien, zuerst an die Kunstgewerbeschule, dann an die Akademie der bildenden Künste. Nach seiner Heirat wurde ab seinem 25. Lebensjahr bis zu seinem Tod Kärnten seine Heimat, Nötsch im Gailtal, das durch Kolig und seine Künstlergruppe zu einem Begriff wurde. Zwei Weltkriege durchschnitten sein Leben. In der Zwischenkriegszeit war er erfolgreich, wenn sich auch eine an sich ehrenvolle, fünfzehnjährige Professur in Stuttgart als gewissermaßen künstlerisches Nebengeleis erwies. Von den Nationalsozialisten abgelehnt und ins Eck gestellt, ereilte ihn 1944 die finale Katastrophe seines Lebens. Damals wurde er bei einem Bombenangriff verschüttet und schwer verletzt. Obwohl er noch einige Schaffensjahre nützen konnte, starb er doch am 17. Mai 1950 in Nötsch an den Folgen dieses Ereignisses.

Die Gefährten der Jugend    Kolig lernte schon auf der Kunstgewerbeschule den gleichaltrigen Oskar Kokoschka kennen, später kam er in den Kreis des um vier Jahre jüngeren Egon Schiele, dessen „Neukunstgruppe“ er beitrat. Zu beiden Künstlern kann man Verwandtschaften entdecken, wenn man Koligs Frühwerk betrachtet. Vor allem der expressionistische Schwung Kokoschkas ist bei ihm zu entdecken, wie auch die Düsternis, die viele Gemälde Schieles auszeichnet. Aber auch Kolig ist ein Opfer der Tatsache, dass das goldene Dreieck Klimt-Schiele-Kokoschka ihre Zeitgenossen so überstrahlte, dass auf diese nicht ausreichend Licht fiel. Wobei Kolig nach dem Ersten Weltkrieg (da waren Klimt und Schiele bekanntlich tot und Kokoschka verließ Wien schon vor den Nationalsozialisten in Richtung einer internationalen Karriere) noch ein reiches Werk vorlegen konnte.

Der „ganze Kolig“   Wie Kurator Franz Smola richtig feststellt, hat sich Kolig sowohl als Maler, Zeichner wie auch „Wandmaler“ – gewissermaßen für Kunst im öffentlichen Raum – herausragend betätigt, und von den bekannten Sujets des Malerischen (Porträts, Stillleben, Genreszenen) nur die Landschaft aus seinem Werk ausgeklammert. Diese Übersicht bietet nun das Leopold Museum, die erste große Personale für den Künstler seit Jahrzehnten, wobei das Haus selbst einen großen Teil der Ölgemälde beisteuern kann: Rudolf Leopold hat als Sammler ja immer auch die Österreicher des 19. / 20. Jahrhunderts im Blick gehabt.

Kolig, Gutheil Schoder~1  Kolig Selbstporträt~1

Porträts – er und die anderen   Kolig war in den 20er Jahren als Porträtmaler gefragt, als Künstler, der sowohl die eleganten Makart-Figuren wie die schönen Klimt-Damen zugunsten starken Ausdrucks hinter sich gelassen hatte. So malte er – eines seiner berühmtesten Gemälde – 1923 mit unglaublichem Schwung, Impetus und herausfordernder Farbenpracht die Sängerin Marie Gutheil-Schoder, als diese in dem Richard Strauss-Ballett „Josephs Legende“ als Frau des Potiphar auftrat. Kolig porträtierte sich selbst in durchaus ungewöhnlicher Posen, desgleichen die Frauen seiner Familie, wobei die Idee erstaunt, dass er seine Tochter Antonia 1930 quasi als Halb-Akt, nur einen Pelz über geworfen, darstellt. Dazu kommen die zahlreichen Männerporträts – nackt und angezogen.

Der männliche Akt   Anton Kolig war seit 1911 mit Katharina Wiegele, der Schwester seines Malerkollegen Franz Wiegele (mit diesem und Sebastian Isepp bildete er den harten Kern des Nötscher Kreises), verheiratet. Das Paar hatte fünf Kinder, vier Töchter, einen Sohn, alle waren verheiratet und segneten die Eltern mit einer überreichen Enkelschar. Kolig führte also, was man damals ein „normales Leben“ nannte. Dennoch begleitete ihn lebenslang die Faszination, die der männliche Körper auf ihn ausübte. Schon im Ersten Weltkrieg zeichnete er statt der Helden verehrenden Bilder, die das Kriegspressequartier von ihm erwartete, die Soldaten mit Vorliebe nackt – und er tat es sein Leben lang. Im Katalog wird (Autor: Otmar Rychlik) seine Zerrissenheit in vielen Bereichen des Lebens charakterisiert: Er „war zugleich fortschrittlich und traditionsverbunden, mutig kämpferisch und ängstlich grüblerisch, begeisterungsfähig und leicht zu enttäuschen, liebte seine Familie und fühlte sich zu jungen Männern hingezogen, die er in tausenden Aktzeichnungen fixierte.“ Das Leopold Museum widmet diesem Bereich von Koligs Schaffens einen eigenen Raum „im Keller“, ohne zu verstecken, was weder künstlerisch noch ideologisch versteckt werden muss. Die Porträts transzendieren zum Allegorischen, wenn er nach dem Zweiten Weltkrieg nackte junge Männer malte, die Totenköpfe vor ihre Geschlechtsteile hielten…

Kolig Raum 1~1

„Kunst im öffentlichen Raum“ Die Ausstellung gibt den Arbeiten, die Kolig in Gestalt großformatiger Werke der Öffentlichkeit widmete (oder auch nicht, wenn sie nicht zur Ausführung kamen), breiten Raum, teils im letzten Zimmer des Erdgeschosses, teils im Kellergeschoß. Kolig hat das Wiener Krematorium ausgestattet, diese Fresken sind erhalten, jene im Klagenfurter Landhaus wurden von den Nationalsozialisten zerstört, denen Koligs Bildsprache keinesfalls konventionell genug war. Besonders bemerkenswert sind Entwürfe, die er ohne Auftrag für Fenster des Stefansdoms schuf, die aber nicht zur Ausführung gelangten – er hat sich damit u.a. eindrucksvoll in die Tradition von „Höllensturz“-Visionen gestellt.

Leopold Museum: Anton Kolig Bis 8. Jänner 2018, täglich außer Dienstag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr

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WIEN/ Galerie des Online-Merker „strichelei“: „ARTZAK“ – armenische Impressionen in Aquarellen

WIEN/ Galerie des Online-Merker „strichelei“: „ARTZAK“ – armenische Impressionen in Aquarellen.

Ausstellung vom 19. September bis Anfang November 2017

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ArtZak mit Ehefrau Nune beim Besuch der „Strichelei“ im August 2017. Foto: Myrto

„ArtZak“ (Artak Zakaryan Albertovich) ist Bildhauer und Maler, geboren in Yerevan/Republik Armenien im Jahr 1967

Bereits als Kind zeigte ArtZak großes Interesse an Malerei und Bildhauerei. Deshalb besuchte er neben der Schule noch die Berufsschule für Kunst, benannt nach dem armenischen Maler und Grafikdesigner AK Kojayan.

ArtZak schloss die Fakultät für Bildhauerei an der staatlichen Kunsthochschule von Yerevan, benannt nach dem bekannten Maler F. Terlemezyan, ab und inskribierte noch im selben Jahr am Institut für Theater und Künste in Yerevan, ebenfalls in der Sparte Bildhauerei. Dieses Studium schloss er 1994 mit Auszeichnung ab.

Vor kurzer Zeit entdeckte er seine Liebe für Aquarell und widmete sich seither neben der Bildhauerei mehr der Malerei mit Aquarell. Im Frühling 2016 hatte er seine erste Ausstellung in der G. Igityan-Galerie in Yerevan. Er lebt und arbeitet in der armenischen Hauptstadt Yerevan.

Nun sind seine Arbeiten im  Rahmen einer Austellung in der Galerie des Online-Merker „strichelei“ in Wien-Meidling zu sehen. Die Galerie ist täglich von 15,30 h bis 20 h geöffnet, telefonische Voranmeldung unter 813 62 85 erbeten!

Einige der insgesamt 50 Exponate:

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Alle Fotos: Myrto

Zur Fotoserie über die Vernissage am 19. September 2017

Besuchen Sie die Ausstellung, wir freuen uns auf Ihren Besuch

A.C.

 

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WIEN / Albertina: PIETER BRUEGEL

Bruegel  Litfasssäule~1  Bruegel  Plakat Schrift~1

WIEN / Albertina / Tieze Galleries:
PIETER BRUEGEL
DAS ZEICHNEN DER WELT
Vom 8. September 2017 bis zum 3. Dezember 2017

Der Künstler und die Wirklichkeit

Wer „Bruegel“ sagt, zumal in Wien, denkt an das Kunsthistorische Museum, wo es mehr Gemälde des Künstlers an einem Ort gibt als irgendwo sonst auf dieser Welt. Und selbstverständlich wird man dort in Hinblick auf das Jahr 2019, sein 450. Todesjahr, eine Großausstellung der Gemälde zeigen. Die Albertina, im Besitz von herausragenden Bruegel-Zeichnungen und Kupferstichen, besann sich auf seine Kernkompetenz und stürmte vor: „Das Zeichnen der Welt“ bietet einen Großteil der eigenen Bestände, darunter viel Neues. Und – diese Blätter, fast ein halbes Jahrtausend alt, sind kostbar und werden ohnedies nur bei „schummrigem“ Licht gezeigt – nur kurz: Bis 3. Dezember. Nicht versäumen!

Von Heiner Wesemann

Bruegel  raum~1

Pieter Bruegel   Man nennt ihn den „Älteren“, denn er hatte zwei Söhne, die (als „Höllen“- und als „Blumen“-Bruegel) in der Nachwelt zeitweise seinen Ruhm überstrahlten, was aber längst wieder zurechtgerückt wurde. Von Pieter Bruegel, den man allzu vereinfachend auch den „Bauern-Bruegel“ nennt, weiß man biographisch wenig: Er hat – trotz seiner kurzen Lebensspanne – ein bedeutendes Werk hinterlassen, aber wenige haltbare Fakten. Selbst sein Geburtsjahr ist nicht bekannt, es könnte 1527 gewesen sein, wie jenes des Infanten Philipp, der später als König Philipp II. von Spanien die Niederlande kurz vor Bruegels Tod durch den Herzog von Alba so gnadenlos knechtete. Man kennt auch seinen Geburtsort nicht, vielleicht Breda in Nordbrabant. Als Bruegel 1569 in Brüssel starb, war er wohl nicht viel älter als 40 Jahre geworden.

Religion, Politik, Kunst   Eva Michel, die Ausstellungskuratorin, betont, dass die Literatur voll sei von widersprüchlichen Behauptungen über Bruegel, die sich alle nicht belegen lassen, aber stets irgendwie aus seinem Werk „herausgelesen“ werden. Oder aus wenigen bekannten Fakten, etwa der Tatsache, dass er am Totenbett seine Frau bat, viele seiner Werke zu verbrennen: Heißt das, dass er als glühender Protestant verhindern wollte, dass die Inquisition seine Familie ins Auge fasste? Immerhin gibt es von ihm zahlreiche Darstellungen aus der Bibel, wie zu seiner Zeit üblich – wenn auch unter dem besonderen Aspekt, dass er (was allerdings damals auch nicht unüblich war) das Ambiente des frommen Geschehens aus seiner niederländischen Gegenwart nahm. Bruegel als politischer Künstler, der in vielfältigen Anspielungen vieles versteckte – davon ist allerdings auch Eva Michel überzeugt. Nicht immer ist er in einer Aussage so eindeutig wie in seinem (zahllose Male reproduzierten) Meisterblatt „Die großen Fische fressen die kleinen“, was weniger die Versinnlichung eines Sprichworts als eine tragische sozialpolitische Tatsache ist… Auch im übertragenen Sinn war er ein Künstler seiner unmittelbaren Wirklichkeit.

Bruegel  Grosser Fisch  Bruegel  Künstler und Käufer
Diese beiden Fotos: Albertina

Die Themen des Pieter Bruegel     Die Albertina.  mit 80 Werken insgesamt (darunter auch bemerkenswerte Leihgaben), zeigt viel originalen Bruegel, allerdings flankiert von Vorgängern, Zeitgenossen und Nachfahren, wobei stets auf thematische Analogien hingewiesen wird. Im Zentrum stehen allerdings die 20 Handzeichnungen von Bruegel, ein Drittel dessen, was auf der Welt noch vorhanden ist. Sie sind natürlich – meist Federzeichnungen – unendlich zarter als die Kupferstiche, die von anderen Künstlern nach ihren Vorbildern hergestellt wurden, aber begreiflicherweise  liegt bei ihnen die besondere Kostbarkeit der Ausstellung. Was man aus seinen Gemälden kennt, lässt sich hier thematisch auch in der graphischen Kunst verfolgen. Der „Moralist“ Bruegel zeichnete die Tugenden und die Todsünden, er blickte im Sinn von Bosch auf Höllenfahrten:  Mit der „Höllenfahrt Christi“ besitzt die Albertina eine besondere (und entsprechend berühmte) Zeichnung. Aber Bruegel zeichnete auch schlichtes bzw. burleskes Landleben, die Natur in Jahreszeiten – und die Natur wohl im Ganzen viel „natürlicher“ als Kollegen, die sie im Atelier komponierten. Das tat er zwar auch, aber er ging nachweislich auch ins Freie – davon zeugen die Alpen-Ansichten.

Der Kunstmarkt   Einblicke in den Kunstmarkt gibt etwa die Tatsache, dass man den Kupferstich der „Fische“ – nach der hier vorhandenen Originalzeichnung – später unter dem Namen „Bosch“ vermarktete. Dieser war bei Bruegels Geburt mindestens zehn Jahre tot, aber sowohl inhaltlich wie auch im ökonomischen Wert seiner Werke ein Markenzeichen. Als „neuen Bosch“ hat man Bruegel bezeichnet, weil er (wie auch andere Zeitgenossen) mit ähnlicher Meisterschaft die surreale Monsterwelt des Künstlers für seine Themen beschwor. Am charakteristischsten für eine Kunstwelt, die nicht zuletzt vom Geld bestimmt wurde, das dabei lukriert wurde, ist die berühmte, immer wieder reproduzierte Federzeichnung „Maler und Käufer“, eine der größten Bruegel-Kostbarkeiten der Albertina. Meist wird der hinter dem Maler stehende Käufer mit seinem begierigen Blick (und dem schwer erkennbaren, aber vorhandenen Geldbeutel) weggeschnitten, weil man den „Maler“ für ein Selbstbildnis von Bruegel hält – eine Interpretation, der sich Kuratorin Eva Michel nicht anschließen kann. Sie sieht in dem versonnenen, fast abweisenden Blick des Malers eine Darstellung des „Künstlers an sich“, reflektierend darüber, was er hier tut. Wobei die Ausstellung, wie in allen anderen Bereichen, auch hier thematisch die „Geld“-Frage in der Darstellung anderer Künstler aufwirft. Hier findet sich dann etwa das Sujet des alten Mannes und der jungen Frau (u.a. auch in einem Kupferstich von Dürer), das für die Käuflichkeit des Menschlichen schlechthin stand.

Bruegel zum Ersten     Diese Ausstellung ist für Wien im Hinblick auf das Jubiläumsjahr bereits als „Bruegel zum Ersten“ zu werten und legt die Latte für das KHM sehr hoch. Der Katalog (Hirmer Verlag) bildet nicht nur alle gezeigten Werke ab, sondern befasst sich in den Artikeln u.a. mit damals innovativen künstlerischen Verfahren zur Zeitkritik, wie sie im Werk des Künstlers so reich vorhanden ist.

Bruegel  Kataloge~1

Albertina, bis 3. Dezember 2017, täglich 10 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 21 Uhr

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KÖLN/ Michael Werner Kunsthandel: NEUE BILDER VON MARKUS LÜPERTZ IN KÖLN

KÖLN/ Michael Werner Kunsthandel: Neue Bilder von Markus Lüpertz in Köln

 Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Markus Lüpertz bei der Eröffnung seiner Ausstellung Foto Andrea Matzker
Markus Lüpertz bei der Eröffnung seiner Ausstellung. Copyright: Andrea Matzker

 Trotz des langen Wochenendes der Galerien in Köln und Düsseldorf war der Michael Werner Kunsthandel bereits zu Beginn der Ausstellungseröffnung sehr gut besucht, denn, obwohl nicht angekündigt, der Meister war selbst vor Ort. Der charismatische Künstler nahm sich für jeden Interessenten Zeit, sprach ausführlich mit den Besuchern, und gab bereitwillig Auskunft über seine Denk- und Arbeitsweise. Zeitweise standen die Besucher Schlange, um mit ihm sprechen zu können. Mit Engelsgeduld schaute er sich ganze Mappen von Besuchern an, die ihm scheinbar ihre eigenen künstlerischen Versuche zur Beurteilung zeigen wollten. Ebenso groß war der Andrang von jahrelangen, treuen Fans mit Foto-, Selfie- oder Autogrammwünschen. Als sich einige der Autogrammjäger entschuldigten, dass sie ihn belästigten, antwortete er freundlich: „Dafür bin ich doch da!“ Mit einigen der Galerie-Gäste machte er auch traditionshalber einen Gehstock-Vergleich.

Markus Lüpertz Ausschnitt aus Sonne und Mond Foto Andrea Matzker 449
Markus Lüpertz: Sonne und Mond. Ausschnitt. Copyright: Andrea Matzker

Die Ausstellung ist ausschließlich ihm gewidmet. Besonders große Bewunderung erzielten bei den Besuchern die zwei überdimensionalen Gemälde „Sonne und Mond“ sowie „Der blaue Galan“, die allein schon wegen ihrer beeindruckenden Größe, aber natürlich auch durch ihre malerische Kraft und die herrlichen Farben ins Auge stechen. Seit einiger Zeit steht Arkadien im Zentrum Schaffens von Markus Lüpertz. Zentauren, Nymphen, Orpheus, Eurydike und andere mythologische Figuren begegnen sich auf dem abstrakten Terrain seiner Leinwand. Häufig knüpft er an tradierte Darstellungen der Kunstgeschichte an, doch die mythologischen Inhalte treten schnell in den Hintergrund. Er betont aber, dass es ihm einzig um die Malerei und das Zusammenspiel von Farbe und Form gehe. Dabei folgt der unbeirrt der eigenen ästhetischen Intuition. Die Motivik selbst interessiere ihn nicht dabei. 

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Helmut Haumann, Markus Lüpertz, Prof. Dr. Reiner Speck. Copyright: Andrea Matzker

„Es ist kein Konzept, es ist ein Gefühl…. Ich male, damit es wie ein Gemälde aussieht.. Es gibt einen Vordergrund, einen Mittelpunkt und einen Hintergrund. Es gibt eine Perspektive, eine Figur… Was ist der Himmel im Bild? Es ist nicht der Himmel, den wir draußen sehen, nicht der Himmel, wie er auf einem Foto festgehalten wurde. Es ist ein gemalter Himmel… Und daher male ich jetzt Bilder, die wie Bilder aussehen, Bilder, die keine Geschichte haben, und die keine theoretischen Vorstellungen vermitteln und lediglich eine Atmosphäre erzeugen. Es geht nicht um lebendige Dinge, auch nicht um soziale oder politische Probleme, vielmehr um Bilder über die Malerei.“(Zitat Markus Lüpertz im Gespräch mit Peter Doig)

Markus Lüpertz Ausschnitt aus Der blaue Galan Foto Andrea Matzker 450
Markus Lüpertz: „Der blaue Galan“ – Ausschnitt. Copyright: Andrea Matzker

Der Michael Werner Kunsthandel freut sich besonders, diese Ausstellung von Markus Lüpertz präsentieren zu können, da der Künstler während der letzten Jahre enorme internationale Anerkennung durch die beiden großen US-amerikanischen Retrospektiven, eine Ausstellung in Leipzig und auch die in Bilbao, Sankt Petersburg, Paris, Peking und Shanghai fand.

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KÖLN: SAVE THE WORLD-HOTEL

KÖLN: Save The World Hotel

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Save The World Hotel an der Deutzer Werft in Köln Foto Andrea Matzker P3610093
„Save the World-Hotel“ an der Deutzer Werft in Köln. Copyright: Andrea Matzker

Der Aktionskünstler HA Schult deutete schon immer mit dem Finger auf das ökologische Ungleichgewicht und leistete damit einen entscheidenden Beitrag zum heutigen Umweltbewusstsein. Seine Kunstwerke sind aus dem heutigen Köln nicht mehr wegzudenken. Das Flügelauto auf dem Kölner Stadtmuseum oder etwa die Weltkugel auf der DEVK gehören seit 25 Jahren zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, und nicht nur seine sogenannten „Trash People“ reisten durch die ganze Welt.

Mit ihrem Projekt „Save The World Hotel“ unterstützen HA Schult und Elke Koska den Verein kunst-hilft-geben. Die beiden Künstler bauten ein gesamtes Haus ausschließlich aus Holz und Müll, stellten es mit großem Aufwand auf die Beine und anschließend dem guten Zweck zur Verfügung. Das bewohnte Haus hat die Maße 10 × 12 m und eine Höhe von 8,5 m, hat zwei Etagen, fünf eingerichtete Zimmer und ist verkleidet mit biologischen Holzplatten, mit Müll aufkaschiert und hat Rasen auf dem Dach. Neben Tischen, Stühlen und Sofas beherbergt es auch zwei venezianische Betten.

Save The World Hotel Elke Koska und HA Schult Foto Andrea Matzker P3610101
Elke Koska und HA Schult. Copyright: Andrea Matzker

HA Schult und Elke Koska haben einen unbestrittenen Platz in der internationalen Kunstwelt und gehören in das Kölner Stadtbild. Sie sind durch ihr Werk wie auch durch ihre charismatischen Persönlichkeiten eine eindeutige Bereicherung der Stadt.

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SCHLOSS SAYN/ FÜRSTLICHER GARTEN DER SCHMETTERLINGE

Schloss Sayn: 30 Jahre Fürstlicher Garten der Schmetterlinge

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Im Garten der Schmetterlinge Foto Andrea Matzker P3610190

Die renommierte Galeristin Rosemarie Bassi, die zur Zeit in ihrer gleichnamigen Galerie für Europäische Gegenwartskunst in Remagen Schmetterlingsbilder von Nina Steier ausstellt, machte einen Sonntagsausflug im Namen der Schönheit und passend zum Thema ihrer Ausstellung in den Garten der Schmetterlinge ihrer Freundin Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. Vor genau 30 Jahren gründete die Fürstin dieses exotische Paradies zwischen Bananen, Hibiskus und Orchideen, in dem auch ein Grüner Leguan, Zwergwachteln mit nur hummelgroßen Küken, Schmuckschildkröten und tropische Finken zu Hause sind. Der Besuch dieses tropischen Gartens mit seinen freifliegenden, furchtlos flatternden und farbenprächtigen Zauberwesen war eingebettet in ein großes Schlossfest mit Musik und vielen Ständen mit Köstlichkeiten und Kunsthandwerk. Eine Führung durch das Schloss mit hauseigenem Museum, dem Fürstinnenzimmer und der Kapelle erläuterte weiterhin die Geschichte der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn und rundete den märchenhaften Besuch harmonisch ab.

Im Garten der Schmetterlinge Foto Andrea Matzker P3610179
Copyright: Andrea Matzker
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WIEN / Leopold Museum: FRAUENBILDER

Frauenbilder  Titel~1

WIEN / Leopold Museum:
FRAUENBILDER
VOM BIEDERMEIER BIS ZUR FRÜHEN MODERNE
Vom 7. Juli 2017 bis zum 18. September 2017

Spielarten des Weiblichen

Das Leopold Museum zählt zu jenen „reichen“ Institutionen, die ihre eigenen Bestände mühelos auf Themenquerschnitte durchforsten und daraus Großausstellungen gestalten können. Das gelang kürzlich mit Landschaftsbildern und nun, in noch weit breiteren Rahmen, mit den „Frauenbildern“. Dass man sich – den Schwerpunkten der Sammlung gemäß – mehr oder minder auf das Jahrhundert zwischen 1830 und 1930 beschränkt, engt das Thema nicht wirklich ein. Vielmehr haben die Kuratoren Franz Smola und Birgit Piringer gut 150 hochrangige Gemälde und einige dazu passende Graphiken auch nach Fragestellungen geordnet, die im Zusammenhang dann erhellende Einblicke bieten.

Von Renate Wagner

 Romako  Gesicht~1  Waldmüller Alte Frau~1  Funke Mädchenkopf~1

Frauen – die grenzenlose Möglichkeit     Im ersten Saal sind sie in der ganzen Fülle ihrer Möglichkeiten versammelt: die Biedermeier-Schlichtheit (Waldmüller) und das Pathos (Feuerbach), die Lieblichkeit (Romako) und die Romantik (Makart), der rauere Zugriff (Boeckl). Frauenbilder aller Art. Mit einem Schwerpunkt auf die österreichische Kunst schreitet man dann das ewige und unerschöpfliche Thema „Frau“ aus, von der Realität bis zur Symbolik, von der Verherrlichung bis zur Kritik. Schwerpunkte der Ausstellung sind auch Schwerpunkte der Sammlung, darunter Egon Schieles „Trauernde Frau“, ein Lieblingsbild von Elisabeth Leopold. Mit ungeheurer Intensität sieht die Frau in Schwarz ins Leere, hinter ihr erhebt sich eine halbe Gesichtshälfte – zweifellos der Mann, um den sie trauert. Die Frau als Ausgangspunkt für eine Aussage, die weit über das Porträt hinaus geht. Ähnlich gnadenlos kommt vielleicht nur noch Käthe Kollwitz dem Betrachter entgegen.

Vom Porträt zum Sujet     Die Auswahl der Kuratoren konterkariert manches Vorurteil. Nein, die Biedermeier-Maler haben Frauen nicht nur schön und lieblich, sondern auch streng und persönlichkeitsstark gemalt. Das Sexobjekt kam erst später. Die Mutterrolle, hier in einem Saal zusammen gestellt, ist keinesfalls nur verherrlichend gemeint (wie, auf der Kippe zum Kitsch, bei Feuerbach) – die junge Frau, von Waldmüller gemalt, die sich umgeben von vier Kindern bei der Tür herein quält… keine Idylle. Bei Schiele scheint das Sujet gar existenzielles Entsetzen zu vermitteln.

Lebenslauf und Beruf     Ein natürliches Thema sind die Lebensalter, wobei gerade junge Mädchen und Frauen hier, alte Frauen dort immer wieder gemalt wurden, erstere als Blick voraus voll Hoffnung, letztere als Blick zurück auf ein schweres Leben. Das sich auch in den Berufswelten widerspiegelt, die hier – man muss schließlich mit der Sammlung gehen – entweder das bäuerliche Dasein zeigen oder die Frau als Tänzerin, Künstlerin, immer wieder auch als Modell. Wobei es nicht nur um die Aktbilder geht, sondern es auch mehrere Werke gibt, in denen der Maler bei der Arbeit am Modell gezeigt wird und man hier absolut Neues entdecken kann – beispielsweise ein geradezu ironisches Gemälde von Egger-Lienz, wo ein Bauernmädchen skeptisch auf den Amateurmaler blickt, der sich an der Staffelei mit ihrem Bild plagt, während zwei Alte neugierig dabei zusehen…

Egger Lienz~1

Die Künstlerin als Thema     Wie man weiß, haben sich Frauen Ende des 19. Jahrhunderts in dem Beruf der „Malerin“ durchgesetzt, Tina Blau vor allem, Marie Egner, Olga Wiesinger-Florian oder Broncia Koller-Pinell. Interessant, dass sie – mit kaum Ausnahmen – hier auf Landschaften und Blumenbilder zurückgeworfen schienen, wenn sie es auch in der Naturbetrachtung zu außerordentlicher Meisterschaft gebracht haben. Bemerkenswert und dankenswert, wie viele kaum bekannte Namen auftauchen, wenn sich die Ausstellung der Ausbildung und den Möglichkeiten der Künstlerinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zuwendet. Von den Männern vielfach verhöhnt, haben die Kunstgewerbe-Meisterinnen der Wiener Werkstätte („Wiener Weiber Kunstgewerbe“ nannte es Adolf Loos) nicht nur zu Lebzeiten, sondern auch in der Nachwelt Ruhm geerntet – man steht immer wieder so amüsiert wie fasziniert vor etwa dem Schöpfungen einer Wally Wieselthier. All das ist so aufschlussreich und interessant, dass man nur bedauert, dass es das Leopold Museum für diese Ausstellung mit einer kleinen Broschüre bewenden ließ – Thema und Inhalt hätten einen großen, ausführlichen Katalog verlangt.

In der Tiefe       Die „Frauenbilder“ umfassen das erste Untergeschoß des Hauses und stehen wohl für die besonderen Vorlieben von Elisabeth Leopold. Im zweiten Untergeschoß darf sich der neue Direktor Hans-Peter Wipplinger austoben.

Wobei die Eröffnung des „Grafischen Kabinetts“ des Hauses durchaus als geglückt bezeichnet werden kann. Man besitzt hier eine der größten Kubin-Sammlungen der Welt, und dass der österreichische Autor mit polnischen Wurzeln, Radek Knapp, 41 Werke des Künstlers nahm und zu einer von ihm geschriebenen Geschichte mit dem Titel „Die Stunde der Geburt“ verband, gibt zumindest die Möglichkeit, die immer wieder faszinierenden Kubins wieder zu sehen.

Die Ausstellung „Jan Fabre. Stigmata – Actions & Performances 1976-2016“ schließlich gibt erstmals in Österreich einen äußerst bunten Überblick über das performative Schaffen des Künstlers, und wer mit dergleichen etwas anfangen kann, wird sicher bestens bedient.

Frauenbilder. Vom Biedermeier zur frühen Moderne
Bis 18. September 2017, den Sommer über täglich von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr. Ab September Dienstag geschlossen

Radek Knapp tritt Alfred Kubin. Bis 4. September 2017

Jan Fabre. Bis 27. August 2017

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WIEN / Winterpalais: JAN III. SOBIEKSI

Sobieski Plakat xx~1

WIEN / Winterpalais: 
JAN III. SOBIEKSI
EIN POLNISCHER KÖNIG IN WIEN
Vom 7. Juli 2017 bis zum  1. November 2017 

Der Retter des Abendlands

„Noch ist Polen nicht verloren“, hieß es immer wieder in der Geschichte des so oft zerstückelten Landes. Dass das „christliche Abendland“ 1683 vor Wien nicht verloren ging, dankte man einem polnischen König: Dass er sich mit seinem Heer aufmachte, um sich den Türken entgegen zu stellen, entschied in der Schlacht vom Kahlenberg den Sieg der „Katholischen Liga“, der vereinigten polnischen, kaiserlichen und deutschen Truppen. Doch man weiß von Jan III. Sobieski hierzulande im allgemeinen auch nicht mehr, als dass er „der Retter“ war. Dem hilft eine Ausstellung im Winterpalais ab, die vom Belvedere ausgerichtet wurde – letztmals in diesen Räumlichkeiten, wie es heißt.

Von Heiner Wesemann

Jan Sobieksi    Sobieski, am 17. August 1629 in Olesko, das heute in der Ukraine liegt, geboren, stammte aus einem angesehenen polnischen Adelsgeschlecht. Das hätte in einem Land, das seit Jahrhunderten ein Wahlkönigtum war, nicht unbedingt für das höchste Amt ausgereicht. Doch der glänzend ausgebildete Sobieski, der sich auf Reisen durch Europa zusätzlich bildete, konnte sich im Dienst des damaligen polnischen Königs in vielen Schlachten bewähren. Als Botschafter im Osmanischen Reich lernte er Kultur und Strategien der Türken kennen. Es fehlte nicht an Kriegen, ob gegen die Schweden, gegen die Russen, gegen die Osmanen, und Sobieski stieg dankt seiner Leistungen als Feldherr immer höher in der Hierarchie. Als der polnische Thron 1674 wieder einmal frei wurde, wählte man ihn zum König, ein Amt, das er bis zu seinem Tod am 17. Juni 1696 in Warschau inne hatte. Die Ausstellung zeigt auch die Urkunde seiner Wahl.

Sobieksi Raum 1~1
Fotos: Belvedere

Sein größter Sieg    
Das Zentrum der Wiener Ausstellung, die von den Kuratoren Maike Hohn (Belvedere) und Konrad Pyzel (Museum Schloss Wilanów) mit rund 100 Kostbarkeiten bestückt wurde, ist natürlich die Schlacht um Wien, zweifellos Sobieskis größte Tat. Kaiser Leopold I. hatte in Voraussicht Ende Mai 1683 ein Offensiv- und Defensiv-Bündnis mit ihm geschlossen. Dieses Dokument zählt zu den Kostbarkeiten, die das Haus-, Hof- und Staatsarchiv zur Ausstellung beigesteuert hat, der vorangegangene Brief des Kaisers an den polnischen König kommt aus dem Warschauer Zentralarchiv. Und der Verbündete (von dem es auch Zeichnungen zur Schlachtordnung gibt!) ließ die Stadt Wien, die in mehrwöchiger Belagerung von den Türken fast hoffnungslos eingeschlossen schien, nicht im Stich. Von der Entscheidungsschlacht am 12. September 1683 gibt es nicht nur eindrucksvolle Gemälde von Gonzales Franciscus Casteels und Martino Altomonte, sondern auch eine ganze Serie von Kupferstichen mit Einzelszenen des Kampfes. Und natürlich sind die die Gegner Sobieksi und Kara Mustafa dargestellt, wie auch die Siegesbeute der überstürzt fliehenden Türken – Schilde, Standarten, Sättel, Pulverhorn, Gewänder, alles vom Feinsten. Man sieht auch ein Beispiel der polnischen Ausrüstung: Ein „Hetmanzeichen“ in Sobieskis Arme wirkt mit seinen Schwung- und Adlerfedern wie ein Indianerschmuck…

Sobieski Hetman Sobieski Familie 2

Sobieski privat       Man wird nicht oft Gelegenheit haben, Liebesbriefe aus dem 17. Jahrhundert zu lesen, aber der Computer übersetzt das Original für den Ausstellungsbesucher. Tatsächlich hat es sich bei  Sobieski und Maria Casimire (auf Polnisch: Kazimiera) d’Arquien um eine Liebesehe gehandelt. Die französische Adelige war Hofdame bei der vorangegangenen polnischen Königin gewesen, bevor sie Sobieski heiratete, der sie später zur Königin machte. Es gibt höchst reizvolle Bilder von ihr wie auch von den Kindern des Paares. Maria Casimire hat nicht nur Sobieskis Vorliebe für Frankreich verstärkt, sie war ihm auch eine wichtige politische Verbündete, wobei sich allerdings der Traum der beiden nicht erfüllte, die Krone für die „Dynastie“ zu sichern – nach Sobieski kam nicht einer seiner Söhne, sondern August der Starke, also die Wettiner, die Deutschen.

Die barocke Welt des Geistes und der Künste    Wie übergreifend die künstlerischen Ambitionen barocker Fürsten waren (sofern ihr persönliches Niveau sie dazu prädestinierte), zeigt nicht zuletzt die „Wanderung“ der Künstler durch Europa – Sobieskis Hofmaler Martino Altomonte (1659–1745) kam bald nach dessen Tod um 1700 nach Wien – und nun war es Prinz Eugen, in dessen Dienste er trat… Nicht nur die eindrucksvolle Gemälde- und Porträtsammlung, die in dieser Ausstellung präsentiert wird, auch zahlreiche kunstgewerbliche Objekte zeugen vom Kunstsinn des Herrschers, der auch viele Wissenschaftler um sich versammelte. Jenes Schloss Wilanów, das Sobieski prachtvoll hatte ausstatten lassen und in dem er starb, hat später kein Geringerer als Bernardo Bellotto gemalt.

Das Winterpalais     Wieder einmal passt sich eine Ausstellung ideal in die Räumlichkeiten des Winterpalais des Prinzen Eugen ein. Denn der Savoyer war im Jahr 1683, vom französischen König verächtlich entlassen, noch nicht 20jährige nach Wien gekommen, um den Habsburgern seine Dienste anzubieten. Diese konnten sie angesichts des Türkenkrieges gut brauchen – und so verdiente sich der junge Mann, der später einer der genialsten Feldherren seiner Zeit sein sollte, ohne militärische Erfahrung hier seine ersten militärischen Sporen. Ob er Sobieksi je begegnet ist, weiß man nicht, man möchte es gerne vermuten. Dass die beiden als Militärs und Kunstsammler viel gemeinsam hatten, steht fest. Im Palais des Prinzen Eugen findet sich Jan III. Sobieski für seine Wiener Würdigung jedenfalls im richtigen Umfeld.

 JAN III. SOBIESKI Ein polnischer König in Wien
Winterpalais, 7. Juli bis 1. November 2017  
Täglich 10 bis 18 Uhr, Freitag bis 21 Uhr

 

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WIEN / Belvedere: MARIA THERESIA UND DIE KUNST

MariaTh Kunst  Messerschmidt~1 
(In der Ausstellung fotografiert)

WIEN / Unteres Belvedere: 
MARIA THERESIA UND DIE KUNST
Vom 30. Juni 2017 bis zum 5. November 2017 

Kunst aus Kalkül,

Kunst aus Neigung?

Viele neue Biographien zum 300. Geburtstag haben Maria Theresia längst nicht mehr als die warmherzige, den Künsten zuneigte Landes- und Familienmutter gezeichnet, sondern als Frau, die sich der Schwierigkeiten ihrer Rolle voll bewusst war und ihr eigenes Image kalkulierend prägte. Zur fürstlichen Repräsentation zählte stets die Kunst – aber sie soll diese durchaus auch mit Neigung, nicht nur zur eigenen Macht- und Prachtentfaltung eingesetzt haben. Das zumindest will Kurator Georg Lechner mit der Ausstellung „Maria Theresia und die Kunst“ im Unteren Belvedere beweisen – und es ist ihm gelungen.

Von Renate Wagner

Die Habsburger – eine künstlerisch begabte Familie    Eine Familie, die drei komponierende Kaiser aufwies und von musikalischen „Spectaceln“ nicht genug bekommen konnte, darf als künstlerisch geprägt betrachtet werden. Maria Theresia, die selbst Zeichenunterricht erhalten hatte und diesen auch ihren Kindern angedeihen ließ, die selbst auf der Bühne sang und spielte und tanzte und bei der Musikunterricht selbstverständlich verpflichtend war (ein Gemälde zeigt ihre Tochter Maria Antonia, später Frankreichs Königin Marie Antoinette, am Clavichord), war von Kunst umgeben. Auch von bildender Kunst. Erst in den Generationen nach ihr sind diese Talente (etwa in dem doch eher unmusischen Franz Joseph, der als Kind allerdings auch sehr gut zeichnete!) schwächer geworden. Die Frage stellt sich allerdings, welche Rolle speziell die bildende Kunst – Architektur, Plastik, Malerei – in der Welt Maria Theresias spielte.

MariaTh Kunst  er Kaiser als Römer~1   IMariaTh Kunst  Marie Antoinette~1

Gemälde zur Repräsentation    Mitglieder der Kaiserfamilie wurden gemalt – die Ausstellung zeigt im ersten Raum, wo die kaiserlichen Ganzkörperdarstellungen und Porträts dominierend, wie überbordend wichtig dies war. Schon von der sechsjährigen Maria Theresia gab es ein entzückendes Kinderbild, und später, als ihre Söhne und Töchter über Europa verstreut waren und es ja noch nicht einmal Fotos (geschweige denn Skype und Selfies…) gab, schickte man Gemälde herum: Der kleine Franz, ihr erster Enkel (später Kaiser Franz II. / I.), kam als Kinderbildnis nach Wien  zur Großmutter… Die offiziellen Repräsentationsgemälde zeigten oft das Kaiserpaar, allerdings ganz, ganz selten gemeinsam, meist in gleich großen, gleich gestalteten Bildnissen und Büsten. Man malte die Kinder, denn sie waren dynastischer Reichtum, sie waren „Heirats- und Bündnismaterial“, sie sollten vor allem der Welt zeigen, dass die Nachwuchsprobleme des Hauses Habsburg unter Maria Theresia gänzlich behoben waren: Schließlich überlebten 10 ihrer 16 Nachkommen das Kleinkind- und Kindesalter, sie konnte drei Söhne und vier Töchter verheiraten, nur zwei Töchter und ein Sohn, dem man den geistlichen Stand zuteilte, blieben „übrig“…

Von steif bis locker     Maria Theresia, die immer kostbar gekleidet auf ihren Gemälden zu sehen ist, aber nie „Mode“ machte (wie später Marie Antoinette in Paris), erscheint auf den Gemälden von Martin van Meytens d.J. und Jean-Étienne Liotard, den geschätztesten Porträtkünstlern ihrer Zeit, ernst und würdig bis zur Steifheit. Interessant als Kontrapunkt sind Gemälde des an sich weniger bekannten Franz Anton Palko, gleich alt mit der Kaiserin, aus Breslau stammend, erst für den ungarischen Adel, dann für den Wiener Hof tätig: Er hatte offenbar den Auftrag, eine posthume Habsburgische Familiengalerie zu erstellen, die Ausstellung zeigt Gemälde von Kaiser Ferdinand I. und Kaiser Matthias, geht also um Jahrhunderte zurück (das Projekt wurde aber offenbar nicht fortgesetzt). Sowohl diese Bilder wie Ganzkörperbildnisse des Kaiserpaares zeigen, um wie viel „lockerer“, fast schon rokokoartig man damals auch schon malen konnte… Denn Maria Theresia im ungarischen Krönungsgewand von Daniel Schmidely (aus Bratislava geliehen) offenbart vergleichsweise wieder die ganze repräsentative Steifheit der Epoche.

MariaTh Kunst Saal mit Gobelin~1

Die Pracht der Schlösser      Es gab zur Zeit Maria Theresias zahlreiche Schlösser auszugestalten, Schönbrunn ebenso wie Laxenburg und jenes Belvedere, in dem nun die Ausstellung stattfindet. Die Kaiserin hatte es bekanntlich aus dem Nachlaß von Prinz Eugen erworben, und später haben sie und ihr Sohn Joseph II. die Kunstsammlung der Familie hier für die Bevölkerung öffentlich gemacht – im 18. Jahrhundert war solch demokratisches Verhalten noch keine Selbstverständlichkeit. Diese Schlösser brauchten prachtvolle Deckengemälde (hier wirkten Franz Anton Maulbertsch, Gregorio Guglielmi, Daniel Gran, von deren Werken man großartige Ölskizzen sieht – die Decken selbst sind dann per Videos zu besichtigen). Die Kaiserin liebte in ihren Schlössern Landschaftsveduten, deren Meister damals Johann Christian Brand war. Viele Akten über Aufträge an Künstler zeigen Bemerkungen und Unterschrift Maria Theresias – sie hat sich wahrlich darum gekümmert. Brand hat sie etwa ebenso mit einem „Naturbild“, eine Reiherbeize in Laxenburg, wie mit einem Schlachtengemälde beauftragt (die Schlacht bei Hochkirch 1758 im Siebenjährigen Krieg war schließlich einer der wenigen österreichischen Erfolge, als Feldmarschall Graf Daun das von Friedrich II. persönlich geführte preußische Heer besiegte…)

Der Donner-Brunnen    Die Originalfiguren des berühmten Brunnens von Georg Raphael Donner zieren heute in ihrer ganzen Pracht und Schönheit den zentralen Saal des Unteren Belvederes – noch nie haben sie so unmittelbar zu einer Ausstellung gepasst. Wobei Kurator Georg Lechner eine berühmte Geschichte neu und nicht mehr zu Ungunsten der Kaiserin erzählen will. Sie habe die Figuren, die ihr zu „unsittlich“ erschienen, vom damaligen Mehlmarkt entfernen lassen, sie sollten sogar vernichtet werden (selbst Wikipedia erzählt es so). Tatsächlich hätte sie wohl nicht von 1739, als der Brunnen errichtet wurde, bis 1773 mit diesem Vernichtungswerk gewartet. Tatsache ist, dass die Blei-Zinn-Legierung der Figuren an Materialermüdung litt und man sie deshalb aus der „freien Luft“ entfernte. Warum es so lange dauerte, bis man die Bronzekopien am Neuen Markt aufstellte und die verräumten Originale im Belvedere einen Ehrenplatz fanden, das weiß man freilich nicht so genau – man findet ja doch nicht alles in den Akten. Selbst eine lebensgroße Marmorstatue, die Kaiser Franz Stephan als römischen Imperator zeigt, gibt Rätsel auf: Wer, wann, wie das Werk in  Auftrag gab, weiß man nicht. Gezeigt wird es in der Ausstellung natürlich.

MariaTh Kunst  Kinder zeigen mTh Bilder~1

Nicht sammeln, beauftragen    Tatsächlich erteilte Maria Theresia, die ja nicht selbst Kunst „sammelte“, viele Aufträge an Zeitgenossen. Sie hatte weder die Zeit noch das Geld, sich wie Prinz Eugen (der noch in den Nächten vor Schlachten Briefe an seine Agenten schrieb und den Kauf von Kunstwerken beauftrage) allseits über den Kunstmarkt zu informieren, was auch manche ihrer fürstlichen Kollegen taten. Ihr Schwiegersohn Albert von Sachsen-Teschen und ihre Tochter Marie Christine, beide extrem kunstsinnig, benützten ihren Aufenthalt als Statthalter der Österreichischen Niederlande, um die damals zeitgenössische, mehr aber noch die auch damals schon „alte“ Kunst zu erwerben, ihre Reisen glichen „Raubzügen“, von denen Österreich heute noch zehrt. Nicht von ungefähr zeigt ein Gemälde von Friedrich Heinrich Füger, „Kaiserin Maria Theresia im Kreise ihrer Kinder“, 1776, wie Albert und Marie Christine der verwitweten Kaiserin Bilder zeigen, die sie mitgebracht haben…

Themenfülle    Die Ausstellung hat mit einer wahren Themenfülle zu kämpfen – zeigt man doch auch Porzellan (die Kaiserin wünschte Figuren als Schmuck auf der kaiserlichen Tafel), Gobelins (gekauft oder geschenkt erhalten), ist doch auch zu erwähnen, dass Canaletto (der Warschauer / Dresdener / Wiener Canaletto namens Bernardo Bellotto, Neffe des „Venedig-Canalettos“) beauftragt wurde, Schönbrunn, Schlosshof und Wiener Veduten zu malen, muss man doch erwähnen, dass Maria Theresia sich nicht nur Offiziere, sondern auch Künstler heranerziehen ließ, nicht zuletzt durch das von ihr ins Leben gerufene „Rom-Stipendium“ (Friedrich Heinrich Füger war einer der Nutznießer).

Denkmäler und der Doppelsarkophag     Es ging Maria Theresia nicht nur um Repräsentations-Porträts und die Innenausstattung ihrer Schlösser, sie hat auch zahlreiche bildhauerische Aufträge erteilt. Sie selbst ist immer wieder als „Büste“ zu sehen (darunter von jenem Franz Xaver Messerschmidt, der hier auf die grandiosen Exzesse seiner berüchtigten Charakterköpfe verzichtete). Dass sie für den Schlosspark von Schönbrunn gleich 36 Statuen bestellte, hat den Bildhauer Wilhelm Beyer so überfordert, dass er 15 weitere Kollegen heranziehen musste… Eines ihrer wichtigsten Projekte war aber der Doppelsarkophag in der Kapuzinergruft, der sie und ihren Gatten aufnehmen sollte und der zu einem Meisterstück ihres bevorzugten Bildhauers Balthasar Ferdinand Moll wurde. Vier der Relief-Seitenplatten hat Moll offenbar für sich kopiert und behalten, sie kamen nach seinem Tod ins Belvedere und sind in der  Ausstellung zu sehen – viel näher, als man sie in der Kapuzinergruft je betrachten kann…

Unteres Belvedere:
MARIA THERESIA UND DIE KUNST
Bis zum 5. November 2017,
täglich von 10 bis 18 Uhr, Freitag bis 21 Uhr

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BAD GAMS/ Skulpturenhaus Hortensia: PRÄSENTATION DER BRONZESTATUE CHRISTINE LAVANT

Skulpturenhaus Hortensia in Bad Gams:

Präsentation  der Bronzestatue Christine Lavant (24. 6. 2017)

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Bürgermeister Mag. Josef Wallner – rechts von der Statue und neben der Bildhauerin Hortensia – begrüßte die Festgäste (Foto: Peter Fussy

Anlässlich der Fertigstellung der Bronzeskulptur der Dichterin Christine Lavant durch die international bekannte Bildhauerin Hortensia fand am 24. Juni 2017 im Skulpturenhaus der Künstlerin  in Bad Gams in der Steiermark in einem festlichen Rahmen eine stark besuchte Präsentation statt.

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Die Festrede mit Grußworten aus dem Lavanttal hielt Bezirkshauptmann Mag. Georg Fejan (Foto: Peter Fussy)

Bürgermeister Mag. Josef Wallner begrüßte die zahlreich erschienenen Festgäste – unter anderen Monsignore Franz Neumüller, Dr. Helmut-Theobald Müller, Bezirkshauptmann von Deutschlandsberg, Landtagspräsident a.D. Franz Majcen, Dr. Manuela Karner, Vizebürgermeisterin von Wolfsberg, und Mag. Franz Bachhiesl, Präsident der Christine-Lavant-Gesellschaft – und wies darauf hin, dass die in Bad Gams seit einigen Jahren beheimatete Künstlerin Hortensia durch die Feier zum 100. Geburtstag von Christine Lavant im Juli 2015 zur Schaffung dieser Skulptur inspiriert wurde. „Es sei zu hoffen, dass dieses wunderbar gelungene Denkmal“ demnächst in der Stadt Wolfsberg auf dem Christine Lavant-Platz oder in St. Stefan, dem Geburtsort der Dichterin, aufgestellt werde.

In seiner ausführlichen Festrede sprach anschließend Bezirkshauptmann Mag. Georg Fejan Grußworte aus dem Lavanttal, wobei er festhielt, „dass der hundertste Geburtstag der Dichterin Christine Lavant zum Anlass genommen wurde, einen neuen Blick auf ihr Werk, auch auf ihr verborgenes, zu werfen. Die Dichterin, ihr Nachlass, erlebten eine nie gekannte Aufmerksamkeit, Bewertung und letztlich Wertschätzung.“ Er wies auch darauf hin, dass „die Abgeschlossenheit des Lavanttales dem dort Gesprochenen eine eigene Sprachmelodie brachte, die sich im allseits bekannten Idiom des Kärntner Dialekts eigentlich kaum wiederfindet, in vielen Orten, Anhöhen und Gräben vielmehr eine Nähe zum manchmal auch recht deftigen Ober- oder Weststeirischen offenbart.“

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Vorderansicht der Kopfes der Christine-Lavant-Skulptur, die insgesamt eine Höhe von 172 cm misst (Foto: Peter Fussy)

 Mag. Fejan ging in seiner Festrede auch auf die Isolation ein, die Christine Lavant am Fuß der Koralpe widerfuhr, die ihr den Blick in die Ferne versagten. Dennoch schuf sie „ein Werk voller Kraft, die sie physisch nie ausstrahlen konnte“. „Das Werk der Dichterin – vielerorts noch verborgen – darf heute gewürdigt werden. Einer zunehmend breiter werdenden Leserschaft bekannt, wird es einen noch breiteren Platz in der Literatur, nicht nur in der Lyrik allein, finden.“

 Nach einem Hinweis auf einen Holzschnitt des Jauntaler Malers Werner Berg, der eine bedeutende Rolle im Leben der Dichterin spielte, sprach Mag. Fejan die Skulptur Hortensias an, die „eine neue, eine zusätzliche Dimension“ schafft: „Es gibt ein Dahinter, ein Umkreisen, Perspektiven, eine Lebendigkeit in gleichzeitig vollendeter Starre, Gedanken, Gedenken und Bedenken der Ewigkeit.“ Der Festredner berichtete danach kurz über die Lesung, die vor zwei Jahren im Heimatort der Christine Lavant, in St. Stefan, stattfand und  dankte hiefür der Christine-Lavant-Gesellschaft.

„Heute finden wir diese Skulptur vor, vollendet in Form und Symmetrie, in der Tradition des Schaffens der Hortensia, die Skulptur, die Figur spricht zu uns und für sich selbst“, begeisterte sich der Festredner. „Bad Gams, welcher Rahmen konnte besser sein als Bühne und Zeuge für die Entstehung einer Skulptur, ein Ort, dessen Name slawischen Ursprungs nichts anderes als Stein bedeutet. Ein Ort, der wie der Heimatort der Dichterin an der Wurzel des gemeinsamen Gebirgszuges der Koralpe liegt, die zwei benachbarte Regionen voneinander trennt, aber aufgrund ihrer Sanftheit an mehreren Orten wieder miteinander verbinden lässt.“

 Am Schluss seiner Rede wandte sich Mag. Georg Fejan an die Künstlerin direkt: „Möglicherweise ist Ihnen, geschätzte Frau Hortensia, noch nicht bewusst, wie groß die Bedeutung dieses, Ihres Werkes ist und vielmehr sein wird. Möge die Skulptur ihren Weg nehmen und ihren Platz finden!“

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Seitenansicht des Kopfes der Christine-Lavant-Statue (Foto: Peter Fussy)

 Mit der Lesung dreier Gedichte von Christine Lavant durch Christian Teissl endete die „Vorstellung“ der Bronzestatue der Dichterin Christine Lavant.

Anschließend wurden von der Funky Jazz Lounge & Hans Lechner heimatliche Musikklänge und ein reichhaltiges lukullisches Büffet des Weststeirischen Hofs geboten.

Noch einige Worte der Künstlerin Hortensia über „ihr“ Christine Lavant-Denkmal: „In Lebensgröße geplant, auf einem flachen Sockel, ist ihr Wesen in ihrer bestimmten, aufrechten Haltung, ihrer blickgeraden Richtung und mittigen Handhaltung in die Skulptur eingegangen. Sie hält sich um ihre eigene Mitte mit der linken Hand und deutet mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf ihr Buch mit der Eingravierung Ich, Christine Lavant. Der Buchkörper, der leicht über den Sockel ragt, führt zugleich in die Diagonale des Quadrates des Grundrisses, auf dem wiederum das Quadrat des Grundrisses ihres Gewandes liegt. Es ergibt sich ein pyramidenförmiger Aufbau bis zum Kopf. Diese Symmetrie und die gezielten Abweichungen ergeben die magische Anziehungskraft der Skulptur von allen Seiten.“

 

Udo Pacolt

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