Der Neue Merker

ARTHAUS > Blu-ray Video mit High Resolution Audio in 192kHz – L’Africaine u. m.

 

ARTHAUS > Blu-ray Video mit High Resolution Audio in 192kHz – 

Was ist das? – Analog, digital. Schallplatte, Kassette, CD, MP3 … Die Wiedergabe von Audiomaterial sowie dessen private Nutzbarkeit entwickeln sich stetig weiter, und damit einhergehend wächst auch der Anspruch, ein bestmögliches Klangergebnis zu erzielen. In erster Linie bedeutet der Übergang vom analogen zum digitalen Zeitalter einen klaren Gewinn: Aufnahmen rauschen nicht mehr, Kopien sind ohne Qualitätsverlust möglich, Kratzer und häufiges Abspielen machen sich weniger bemerkbar. Dennoch gibt es auch immer wieder Kritik an der Klangqualität moderner Wiedergabemedien: Der Klang scheint heute steriler, weniger warm und dynamisch, ihm fehlt der Charme analoger Aufnahmen. Ein Hauptgrund dafür liegt in der Auflösung und einer höheren Komprimierung der Daten, die alles etwas ‚flacher‘ erscheinen lässt. Doch gerade im Bereich der Klassik und des Jazz steht und fällt der Genuss mit der Klangqualität. Der heutige Stand der Technik gibt uns die Möglichkeit neue Gipfel zu erklimmen, diese sollten wir uns keinesfalls entgehen lassen. (arthaus)

Wie groß ist nun der Unterschied zwischen der bisherigen DVD und diesen Blu-ray Videos mit High Resolution Audio in 192kHz mit dem aufgemöbelten Sound? (Direkter Vergleich mit der alten DVD). Zunächst mal ist die Bildqualität dieser BD-Ausgaben kaum erkennbar besser als die DVDs von vorher. Der Klang ist heller, schärfer und halliger, wie es die Tontechniker heute eben so toll finden. Das mag für den Orchesterteil vorteilhaft sein, für die Stimmen jedoch eher weniger. Domingos „Goldton“ bekommt dadurch teilweise eine befremdliche Schärfe. >

af Giacomo Meyerbeer – L’AFRICAINE (109181)
San Francisco Opera House, San Francisco, 1988

Solisten: Shirley Verrett (Sélika) Plácido Domingo (Vasco da Gama), Ruth Ann Swenson (Inès)
Orchester, Chor: Chorus, Orchestra and Ballet of the San Francisco Opera
Dirigent: Maurizio Arena
Regie: Lotfi Mansouri
Aufnahmeort: San Francisco Opera House, San Francisco

Eine denkwürdigeProduktion in Spitzenbesetzung, mit Shirley Verrett und Plácido Domingo in ihren Glanzzeiten. An der San Francisco Opera war L’Africaine erstmals am 3. November 1972 gezeigt worden; die vorliegende Aufzeichnung in der französischen Originalfassung gibt die Neuinszenierung der Grande opéra wieder, die das Opernhaus im September 1988 auf den Spielplan setzte. In der Regie von Lotfi Mansouri, dem Bühnenbild von Wolfram Skalicki und den Kostümen von Amrei Skalicki sorgte eine hochkarätig besetzte Riege an Sängerstars (Shirley Verrett, Plácido Domingo, Justino Diaz u.a.) für die musikalische Qualität und den ungeheuren Erfolg der Produktion von Giacomo Meyerbeers weniger bekanntem Bühnenwerk*). Die musikalische Leitung lag in den Händen des souveränen italienischen Dirigenten Maurizio Arena.

Nun wünschte man sich noch die ebenso denkwürdige Aufnahme aus San Francisco 1981von Saint-Saëns‘ Samson und Dalila, ebenfalls mit Verrett und Domingo, plus Wolfgang Brendel als furiosem Oberpriester.

Weitere derart bearbeitete und nun als BD herausgekommene Werke (Reihe wird fortgesetzt) > http://arthaus-musik.com/de/blu-ray/neuerscheinungen.html

Hübsch aber etwas unpraktisch ist die Aufmachung: Das nette Büchlein ist etwas höher und breiter als die bisherigen DVD-Hüllen, was in manchem Archiv für Einordnungsprobleme sorgen kann. Die Disc ist im hinteren Einband in einer strammen Tasche, nicht ganz leicht herauszubekommen.

Doro Zweipfennig

*) Zuletzt in Berlin unter dem Titel „Vasco da Gama“ aufgeführt, da die angebliche Afrikanerin eigentlich eine Inderin ist – Vasco hatte sich wohl im Erdteil geirrt.

 

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