Der Neue Merker

DIE DIENSTAG-PRESSE (24. MAI 2016)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die DIENSTAG-PRESSE- 24. Mai 2016

Linz
Piotr Beczala: „Startum in der Oper ist unverzichtbar“
Welt-Tenor Piotr Beczala kehrt am 4. Juni mit einem Liederabend nach Linz zurück.
Oberösterreichische Nachricht

Wien/ Staatsoper
„Don Carlo“: Große Tragödin im Tollhaus
Giuseppe Verdis Oper wurde dank Anja Harteros zur Sensation –
http://derstandard.at/2000037512424/Don-Carlo-Grosse-Tragoedin-im-Tollhaus
Und dann kam die Königin
Laues Repertoire mit tollem Debüt: Anja Harteros in „Don Carlo“ an der Staatsoper.
Wiener Zeitung
Die politische Brisanz von Verdis Klängen
Die Presse

Berlin/ Komische Oper
Heute bleibt die Tanke kalt
Manta, Manta 2.0: Ödön von Horváth hat in seinem Stück „Geschichten aus dem Wiener Wald“ den kleinbürgerlichen Traum vom Glück entlarvt. An Berlins Komischer Oper spielt der Reigen im Subproletariat.
Die Welt
Liebe und Leiden in der Unterschicht
Berliner Morgenpost
Blechschäden
Herzlos und motorisiert: Michal Zadara verlegt Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ deftig in die Gegenwart.
Tagesspiegel

Altenburg
Und der Himmel ist zerschossen –
Der Freischütz von Carl Maria von Weber kommt in Altenburg als purer Alptraum
nmz.de

Brandraketen – Massenets Erfolgsoper „Werther“ am Theater Bremen
nmz.de

Wiesbaden/ Maifestspiele
Geteilte Persönlichkeiten
„Die Frau, die weiß, was sie will“ als rasende Zwei-Personen-Operette mit den famosen Dagmar Manzel und Max Hopp bei den Maifestspielen in Wiesbaden.
Frankfurter Rundschau

Wien/ Konzerthaus
Ambitionierte Absichten
Die Wiener Symphoniker unter Jurowski
Wiener Zeitung

Wien/ Konzerthaus
Khatia Buniatishvili: „Kunst kann nicht objektiv sein“
Die georgische Starpianistin hat eine neue CD mit dem Titel „Kaleidoscope“ veröffentlicht. Ein Gespräch über ihre künstlerischen Überzeugungen und ihre Erfahrungen mit Lehrern –
Der Standard
Wie eine georgische Cleopatra
Tagesspiegel

Opernberufe: Der Orchestermusiker
https://www.br-klassik.de/themen/oper/opernberufe-orchestermusiker-102.html

Opernberufe: Die Garderobefrau
BR-Klassik

Leipzig
Überraschende Entscheidung in Leipzig: Gotthold Schwarz wird Thomaskantor
Mehr als ein Jahr wurde gesucht, jetzt steht Gotthold Schwarz als neuer Thomaskantor fest: Schwarz hat den Thomanerchor bereits seit 2015 kommissarisch geleitet. Damit setzte sich keiner der vier Probekandidaten durch, die eine Findungskommission ausgesucht hatte.
BR-Klassik

Linz/ Brucknerhaus
Eine Mahler-Glanzleistung des Bruckner Orchesters
Letzte Matinee dieser Saison unter Dennis Russell Davies gestern im Linzer Brucknerhaus.
Oberösterreichische Nachrichten

Leipzig
Love and laughter: Wagner’s comedy Das Liebesverbot convinces in Leipzig
bachtrack

London
Noch eine “Butterfly”-Review
Madam Butterfly, opera review: Overpowering orchestra, but some strikingly effective moments
the standard.co.uk

Glyndebourne
The score bubbles along but Glyndebourne’s new Barbiere lacks spark – revie
The Telegraph

Il Barbiere di Siviglia, opera review: Zesty barber is a cut above
Der Standard

Forced farce: Arden’s Barber opens up shop at Glyndebourne
bachtrack

Weitere “Meistersinger”-Reviews
Die Meistersinger von Nürnberg review
Gerard Finley brings subtlety and warmth to Glyndebourne’s Sachs
The Guardian

Glyndebourne Festival opening weekend: two crackling comedies
http://www.ft.com/cms/s/2/ef7d6ae0-20d5-11e6-aa98-db1e01fabc0c

New York
Review: Despite Battling a Cold, Andreas Scholl Delivers a Dynamic Performance
New York Times

Boston
Guerilla Opera’s “Beowulf” probes an ancient hero’s modern dilemma
http://bostonclassicalreview.com/2016/05/guerilla-operas

Not Medieval, Not Medical, But Heroic
http://www.classical-scene.com/2016/05/21/guerilla-beowulf/

In Hannah Lash’s “Beowulf,’ an unconventional monster to grapple
https://www.bostonglobe.com/arts/music/2016/05/21/lash-beowulf

Chicago
Too much Lang Lang and too little Prokofiev in superstar pianist’s return to CSO
http://chicagoclassicalreview.com/2016/05/too-much-lang-lang-and-too-

St. Louis
Opera review: Good singing, underwhelming production in Opera Theatre’s ‚La Bohème‘
http://www.stltoday.com/entertainment/arts-and-theatre/culture-club/opera-review

Montreal
Review: New opera Les Feluettes works on many levels
http://montrealgazette.com/entertainment/music/review

Sprechtheater

Wien
Burgtheater: Jubel für Goldoni-Inszenierung
Kurier
Diener zweier Herren“: Ein Chaplin-Tramp in der Lagunenstadt
Der Standard
Eine Hubbabubba-Blase
Kurzweilige Slapstick-Turbulenzen: Goldonis „Der Diener zweier Herren“ im Burgtheater.
Wiener Zeitung
Ein flotter Diener, der für 2 Herren tanzt
Die Presse

Wien/ Festwochen
Wiener Festwochen: Sex, Crime und Clubbing mit Dionysos
Die Presse
Überwältigungstheater
Wiener Zeitung

Wien
Hartmann und die Burg – von Intransparenz gepraegt
Kurier

Graz
Iris Laufenberg: Das ist Sozialarbeit, hat aber mit Theater nichts zu tun
Die Intendantin zieht gegen Ende ihrer ersten Spielzeit Bilanz. Die Öffnung für außereuropäische Dramatik berge enormes Potenzial, wie sie im Gespräch sagt
Der Standard

_____________________________

Unter’m Strich

Österreich
Kein Grund zum Jubeln, Herr Präsident
Die Presse

Diese Seite drucken

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 24. MAI 2016)

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 24. MAI 2016)

Wiens musikalischer Gruß an die Welt: „Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker“ am 26. Mai live in ORF 2

Premiere für Dirigent Semyon Bychkov und die Pianistinnen Katia und Marielle Labèque

Zu Fronleichnam, am Donnerstag, dem 26. Mai 2016, öffnet Schloss Schönbrunn wieder seine Pforten für das „Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker“, das seit 2004 jährlich bis zu hunderttausend Besucher/innen in das einzigartige Ambiente des barocken Schlossparks lockt. Neben dem traditionellen Neujahrskonzert gilt der sommerliche Open-Air-Event als wichtigster musikalischer Gruß Österreichs an die Welt und wird regelmäßig vom ORF in mittlerweile rund 80 Länder übertragen. Auch heuer produziert der ORF unter der Regie von Henning Kasten mit 16 Kameras die Live-Bilder aus Schönbrunn und zeigt das Konzert live-zeitversetzt um 21.05 Uhr in ORF 2. 3sat sendet ab 21.45 Uhr. Aufzeichnungen stehen am Sonntag, dem 29. Mai, um 20.15 Uhr in ORF III sowie am Mittwoch, dem 13. Juli, um 19.30 Uhr in Radio Ö1 auf dem Programm. Traditionell kommentiert Barbara Rett das Ereignis aus dem Off.
2016 leitet der in Frankreich lebende, russischstämmige Dirigent Semyon Bychkov erstmals das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker, das sich ausschließlich Werken französischer Komponisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts widmet. Erstmalig werden Francis Poulencs Konzert für zwei Klaviere und Orchester, d-Moll aufgeführt. Premiere als Solistinnen auf der Bühne in Schönbrunn feiern beim 13. Sommernachtskonzert auch die französischen Pianistinnen und Schwestern Katia und Marielle Labèque.

ORF-Generaldirektor Wrabetz: „Stärken das internationale Ansehen Österreichs als Kulturnation“
ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Ich bin stolz, dass der ORF auch dieses Jahr das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker aus der einzigartigen Kulisse des Schönbrunner Schlossparks live überträgt. Die brillanten HD-Bilder dieses – nach dem Neujahrskonzert meistübertragenen – Kulturevents erreichen nicht nur Hunderttausende Zuseherinnen und Zuseher in ganz Österreich, sondern auch Klassikfans in mehr als 80 Ländern. Erstmals gibt es dank einer Kooperation mit dem WienTourismus auch Live-Public-Viewings der ORF-Übertragung in vier anderen europäischen Städten – London, Madrid, Monza und Bukarest. Damit stärkt der ORF als größter Kulturvermittler des Landes das internationale Ansehen Österreichs als Kulturnation. So etwas kann nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk leisten“, so Wrabetz

Finale des Jugendbewerbs „BePhilharmonic“ vor dem Konzert – ORF-Fernsehdirektorin Zechner: „Hat 750 Talente aus dem ganzen Land begeistert“
„Mit dem musikalischen Fokus auf Frankreich könnte man das diesjährige Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker beinahe als inoffiziellen kulturellen Auftakt zum EM-Fußball-Fest verstehen“, stellt ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner mit einem Augenzwinkern fest und kündigt stolz an: „Es wird heuer eine Premiere im Rahmen des Konzerts geben: Vor der Live-Übertragung in alle Welt werden die Wiener Philharmoniker und der ORF das Gewinnerensemble des ersten ‚BePhilharmonic – Strauß Music Contest‘ auszeichnen. Mit diesem generationenverbindenden, innovativen Nachwuchsförderungsprojekt kommt der ORF seinem Kultur-und Kunstvermittlungs-Auftrag in nahezu idealer Weise nach: die Eröffnung eines österreichweiten Zugangs zu klassischer Musik und ihrer Weiterentwicklung unter den ‚Fittichen‘ der weltberühmten Philharmoniker hat quer durch alle Genres 750 Talente aus dem ganzen Land begeistert. Das zeigt, wie sehr Klassik auch in der jungen Generation Teil unserer DNA ist“, so Zechner.
Anlässlich des Sommernachtskonzerts 2016 werden ab 16.00 Uhr auf Videoscreens im Schlosspark Schönbrunn Filmporträts der fünf Finalisten des Jugendwettbewerbs „BePhilharmonic – Strauß Music Contest 2016“ präsentiert. Kurz vor Konzertbeginn tritt um 19.50 Uhr dann das Gewinnerensemble „groovin’Tango quINNtett“ aus Tirol auf. Eine ORF-Dokumentation über den Wettbewerb mit dem Titel „BePhilharmonic“ ist in der „matinee“ am Sonntag, dem 5. Juni, um 10.15 Uhr in ORF 2 sowie im „Kulturmontag“ am 6. Juni ab 22.30 Uhr in ORF 2 zu sehen. Weitere Details zum Bewerb unter www.bephilharmonic.at

Das Sommernachtskonzert ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

_________________________________________________________________

DRESDEN: WAGNERS GEBURTSTAG UND PUBLIC VIEWING DES „LOHENGRIN“

dre1
Foto: Thomas Prochazka

Sonntag wurde — nicht nur zufällig zu Richard Wagners Geburtstag — die zweite der vier Lohengrin-Vorstellungen zeitversetzt auf den Theaterplatz vor der Semperoper übertragen. Ein Bild zeigt das Interesse der Dresdner zur Pause nach dem ersten Akt, das zweite die Künstler (groß im Bild Evelyn Herlitzius und Tomasz Konieczny) beim Applaus nach der Vorstellung.

dre2
Foto: Thomas Prochazka

Anbei ein Link auf ein Youtube-Video von der Generalprobe (Berichterstattung des RBB und von 3sat vor der Neueinstudierung am 19. Mai): https://youtu.be/0lQKMqy4xZc

____________________________________________________________________________________________

HEUTE IM WIENER MUSIKVEREIN: Ein Requiem als Künstlerdrama? Hector Berlioz’ „Grande Messe des Morts“

Große Musik. Selten hat ein Komponist den Willen zur Größe so massiv und massig umgesetzt wie Hector Berlioz mit seinem „Requiem“.
Nicht ohne Stolz berichtet der französische Komponist Hector Berlioz einem Freund nach der Uraufführung seiner „Grande Messe des Morts“, die im Dezember 1837 die Zuhörer im überfüllten Pariser Invalidendom recht aufgewühlt zurückgelassen hatte: „Der Eindruck war überwältigend auf Gemüter von entgegengesetzester Empfindungsart und Veranlagung. Der Pfarrer des Invalidendomes weinte am Altar nach der Zeremonie eine Viertelstunde lang, er umarmte mich in der Sakristei unter Tränen; der Schrecken, den beim Jüngsten Gericht die fünf Orchester und die acht Paar Pauken des Tuba mirum verbreiteten, lässt sich nicht beschreiben. Eine der Chorsängerinnen erlitt einen Nervenanfall. Wahrlich, es war von schauriger Größe.“
 

Interpreten
Orchestre National du Capitole de Toulouse
Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Tugan Sokhiev, Dirigent
Saimir Pirgu, Tenor

pirgu

__________________________________________________________________________________

„Von dem Manne werden Sie noch Großes hören!“  Constantin Trinks im Gespräch   

trinkse
 

  Redakt.:  Der Titel unseres Gespräches ist ein Zitat Anton Bruckners über seinen Schüler Hans Rott. Wie kommt man als deutscher Dirigent zum österreichischen Komponisten Hans  Rott, der selbst hierzulande immer noch nur wenigen ein Begriff ist?    

CT: Als ich 15 Jahre alt war, fiel mir die gerade erschienene Erstaufnahme der Rott­Sinfonie in die Hände. In dieser Zeit beschäftigte ich mich hauptsächlich mit der Musik von Wagner, Bruckner und Mahler. Da Hans Rott zu eben diesen dreien einen starken Bezug hatte,  entfachte die Sinfonie sofort meine Begeisterung. Seit dieser Zeit ist mir dieses Werk  besonders ans Herz gewachsen, da Rott darin ­ neben den zweifellos vorhandenen  Anklängen an seine Vorbilder wie Wagner und Bruckner ­ doch auch zu einer sehr  individuellen Tonsprache findet. Die Musik dieses jungen Mannes, der so tragisch mit nicht  einmal 26 Jahren in der Irrenanstalt verstarb, umfasst viele Facetten des Ausdrucks:  heroisch und erhaben, dabei auch verletzlich und zerbrechlich, dann wieder derb und trotzig.  Ein erschütterndes Nebeneinander von Verzweiflung und Optimismus.   

Redakt.:  Zufall oder doch Schicksal, zumal Sie einen beachtlichen Teil Ihrer künstlerischen  Schaffenskraft der Musik Richard Wagners widmen, von dem auch Hans Rott deutlich  hörbar beeinflusst war?   

CT: Mit dem Menschen Hans Rott verband mich damals ganz sicher ein gewisser  jugendlicher Überschwang in der Begeisterung für die Werke Richard Wagners. Dieses  willige Sich­Hingeben an diese zuweilen rauschhafte Musik, welches ich als junger Mann  besonders genossen habe, spürt man auch ganz stark in der Musik von Hans Rott.   Als Dirigent, der stark im deutsch­österreichischen spätromantischen Repertoire unterwegs  ist,  ist es mir ein Anliegen, das Werk Hans Rotts einem breiteren Publikum bekannt zu  machen und seine Sinfonie so oft es möglich ist aufzuführen.  Ich erinnere mich noch gut, wie es mir ging nach dem Konzert im Großen Festspielhaus in  Salzburg, dessen Mitschnitt nun auf CD vorliegt. Das Orchester und ich hatten eine sehr  intensive Probenwoche hinter uns. Das Werk war den Musikern gänzlich neu und forderte  von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Konzentration. Es verlangt aber auch rein physisch  enorme Kraft und Ausdauer. So waren wir alle nach dem sehr gelungenen, aber auch  emotional sehr zehrenden Konzert glücklich erschöpft. Das Publikum nahm die Sinfonie total  begeistert auf und ich war dankbar, das Werk vielen Menschen, die es bis dahin noch gar  nicht kannten, nähergebracht zu haben.   

Redakt.: Hans Rott war Kommilitone Gustav Mahlers. Man hört auch viel Mahler in Rotts  erster (und einziger) Sinfonie. Oder sollte man es umgekehrt formulieren, man hört Rott in  Mahler? Hat Mahler hier abgekupfert oder lag diese ​ “Neue Symphonie, wie ich sie verstehe”  (ein Zitat Mahlers) damals in der Luft? 

CT: Ja, aus heutiger Sicht muss man natürlich sagen, dass vieles von dem, was wir als  “typisch Mahlerisch” kennengelernt haben, schon von Rott vorweggenommen worden ist.  Man muss sich vergegenwärtigen, dass Mahler seine 1. Sinfonie erst 1888 vollendet hat,  also acht Jahre nach Rotts Sinfonie in E! Das wissen wir aber erst seit 1989, dem Jahr der  Uraufführung der Rott­Sinfonie. Sicher lag so manches in der Luft im Wien des späten 19.  Jahrhunderts. Aber das Neue spricht in Rotts Musik schon eine so individuelle Sprache,  dass es kein Zufall sein kann, dass Mahler nicht nur wörtlich verschiedene Motive aus der  Sinfonie seines Studienfreundes zitiert, sondern auch die Atmosphäre ganzer Passagen  nachbildet oder zitiert.    

Redakt.: Hans Rotts 1880 vollendete Symphonie wurde zu seinen Lebzeiten nicht mehr  aufgeführt. Er fiel kurz darauf in geistige Umnachtung und starb nur vier Jahre danach. Wie  erklären Sie sich, dass selbst Gustav Mahler dieses Werk niemals der Öffentlichkeit  präsentiert hat? 

CT: Es gibt Zeugnisse dafür, dass Mahler sich sehr wohl mit dem Gedanken trug, die  Sinfonie des von ihm hochgeschätzten Kollegen und Freundes in Wien zur Aufführung zu  bringen. Seine Position als Wiener Hofoperndirektor hätte ihm dies auch sicher ohne  weiteres erlaubt. Dass es dann aber doch nie dazu kam, darüber lässt sich nur mutmaßen.  Es liegt jedoch nahe zu vermuten, dass Mahler, der zu der Zeit bereits auch als Komponist  etabliert war und dessen Werke mehr und mehr gespielt wurden, die musikalischen  Verweise und Zitate doch zu offensichtlich waren und er daher fürchten musste, dass man  an seiner Originalität zweifeln oder zumindest ihn des Plagiats bezichtigen würde können.   

Redakt.: Wie verstehen Sie ­ als erfahrener Dirigent insbesondere der deutschen Romantik ­  die Bedeutung dieses Werkes? Ist es ein Jugendwerk? Was ist seine zentrale Aussage?    

CT: Gustav Mahler hat es so formuliert: „Es ist, wie wenn einer zu weitestem Wurfe ausholt  und, noch ungeschickt, nicht völlig ans Ziel hintrifft“. Obwohl ich meine, dass diese Aussage  ein wenig die Größe des Rott’schen Genies schmälert, steckt doch etwas Wahres darin. Die  großangelegte Sinfonie zeigt ein paar Schwächen, nicht in der Erfindung der Themen und  Motive, wohl aber in der Ausführung. Vom architektonischen Aufbau her wirken manche  Proportionen nicht stimmig, so zum Beispiel der eher kurz geratene 1. Satz im Verhältnis  zum ausladenenden Finale, in dem ­ etwas ironisch gesprochen ­ ein Höhepunkt den  nächsten jagt. Auch in der Instrumentation zeigt sich Rotts Unerfahrenheit. Manche  Passagen der Streicher liegen ausgesprochen unbequem und “ungeigerisch”, Hörner und  Trompeten spielen über weite Strecken ohne jegliche Ruhepause; nach stark  beanspruchenden Fortissimo­Passagen verlangt der Komponist plötzlich wieder “äußerstes  Pianissimo”. Dem kann man nur gerecht werden, wenn man entsprechend zusätzliche  Spieler bemüht. In unserer Aufführung hatten wir daher sechs statt der vorgeschriebenen  vier Hörner besetzt und vier Trompeten statt der vorgeschriebenen drei.  Ein Jugendwerk ­ ja. Aber eines, das neben Anfängerfehlern wie den gerade genannten  doch mit bezwingender Neuartigkeit und genialen Einfällen aufwartet.   Kernaussage des Werkes ist sicher eine typisch “romantische”: Das per aspera ad astra  Motiv, der Kampf des Individuums mit dem Leben an sich und die Hoffnung auf Erlösung,  womit wir wieder bei Wagner wären. Ein zentrales Thema sicher auch für den Menschen  Hans Rott, wenn man sich dessen Biographie ansieht.

 Redakt.: Nachdem es nur wenige Einspielungen dieser Sinfonie gibt, wie legen Sie Ihre  Interpretation an?    

CT: Ich vermeide gerne, wo es geht, den Begriff der “Interpretation”. Es geht mir immer darum, ein Werk möglichst authentisch und natürlich zum Erklingen zu bringen und dabei  seinem eigentlichen Wesen möglichst nahe zu kommen. Ich würde also eher von  “Verantwortung” einem Werk gegenüber sprechen. Die genaue Kenntnis und die intensive  Beschäftigung mit ihm ermöglicht dann die Freiheit, die es zum lebendigen Musizieren  braucht.   

Redakt.:  Sie haben kürzlich mit Wagners “Das Liebesverbot” in Straßburg großartige  Kritiken bekommen. Das Werk hatten Sie ja bereits einmal in Bayreuth aufgeführt. Wo auch immer Sie Wagners Musik dirigieren, liegt Ihnen das Publikum zu Füßen. Was dürfen wir in  nächster Zukunft von Constantin Trinks erwarten? Noch mehr Wagner?  

  CT: Ja, definitiv. Wagner wird mich als einer meiner “Hausgötter” auch in den nächsten  Spielzeiten begleiten. Am 8. Juni 2017 wird die Premiere von “Lohengrin” am Prager  Nationaltheater in einer Inszenierung von Katharina Wagner sein. Darauf darf man gespannt  sein. Im Dezember 2017 folgt dann eine Produktion in Wien, ebenfalls sehr spannend, aber  dazu mehr, sobald das Theater die Publikation freigegeben hat.   

Redakt.: Zuletzt eine profane Frage: Was muß ein Haus bieten, um Sie als GMD gewinnen  zu können? Man hört, dass es an Einladungen nicht mangelt. Zieren Sie sich noch oder hat  bislang einfach nicht mehr das richtige Haus an Ihre Tür geklopft? 

CT: Ja, so eine berufliche Liaison hängt, wie in einer Liebesbeziehung, von verschiedenen  Faktoren ab. Mit am wichtigsten ist mir dabei die künstlerische Gestaltungsfreiheit, denn ich weiß, was ich will. Wenn ein passendes Haus die Souveränität in der musikalischen Leitung  in meine Hände legt, bin ich schon zu haben.   

Das Gespräch führte Anton Cupak im Mai 2016

_________________________________________________________________________

WIENER VOLKSOPER: „COSÌ FAN TUTTE“ im Juni: 50 % Ermäßigung auf Vollpreiskarten

„So machen’s alle“, lautet das Fazit von Mozarts Oper „Così fan tutte“. Machen Sie es auch wie alle, die dieses Meisterwerk bereits bejubelt haben, und genießen Sie das Werk in einer wunderschönen Inszenierung in eleganter Schwarzweiß-Ästhetik! Für die Aufführungen im Juni können wir Ihnen ein spezielles Angebot machen:

50 % Ermäßigung auf Vollpreiskarten für
„Così fan tutte“
Vorstellungen am 12., 15., 19., 23., 26., 29. Juni 2016
Maximal 2 Karten pro Person; reguläre Kartenpreise: 25,- bis 89,- Euro

cosi

 

Die Liebenden Ferrando und Guglielmo stellen die Treue ihrer Verlobten Dorabella und Fiordiligi auf die Probe. Zuversicht und Misstrauen, Siegesgewissheit und Verzagtheit – all das müssen die vier Liebenden an nur einem Tag durchleben.

Der Kurier stellte anlässlich der Premiere „einen Gewinn für Wien“ fest und die APA berichtete: „vom Premierenpublikum bejubelt.“

Wie schon bei der Premiere steht auch im Juni Julia Jones am Pult des Volksopernorchesters. Die Kronen Zeitung attestierte ihr „sorgfältig ausbalancierte Tempi und frische Farben, große Bögen und Gespür für Effekte.“

Als die vier Liebenden erleben Sie alternierend Kristiane Kaiser, umjubelte Micaëla und Violetta in „Traviata“ („Sie durchlebt das Schicksal mit einer Intensität, dass es einem das Herz zuschnürt“, schrieb der Standard), sowie Jessica Muirhead, die an der Volksoper als Pamina ebenso begeisterte wie als Antonia in „Hoffmanns Erzählungen“.

Eva Maria Riedl – gewitzer Cherubino im „Figaro“ – und Manuela Leonhartsberger, die schon als Prinz Orlofsky zur Feier bat, ergänzen die Damenriege.

Als Guglielmo erleben Sie abwechselnd den als „Don Giovanni“ brillierenden Josef Wagner („jeder Ton ein Giovanni“, jubelte die Presse), sowie Yasushi Hirano, der in derselben Produktion sein Leporello war. JunHo You, bekannt und beliebt unter anderem als Alfredo und Tamino, vervollständigt das Quartett der Liebenden.

Weitere Infos

So kommen Sie zu Ihren Karten:
An allen Vorverkaufskassen der Bundestheater
Telefonisch (mit Kreditkarte): 01/513 1 513
Bitte nennen Sie beim Kauf das Kennwort: Mozart

Tickets online kaufen
(im Warenkorb bitte den Aktionscode MOZART – in Großbuchstaben – eingeben)

____________________________________________________________________________

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN: Pfingstfestspiele 2016. Endgültiger Durchbruch
Die Pfingstfestspiele Baden-Baden rehabilitieren Arrigo Boitos Oper „Mefistofele“ und wollen weiter ein „Entdecker“-Festival bleiben.
 
BADEN-BADEN – Die Baden-Badener Pfingstfestspiele 2016 wurden zu einem großen Erfolg. Mit einem lateinamerikanischen Liederabend und Bariton Erwin Schrott aus Uruguay gingen am Freitag, 20. Mai 2016, die Opern- und Konzertfestspiele an der Oos zu Ende. Zu den drei Opernaufführungen „Mefistofele“ und sechs Konzerten kamen rund 11.100 Besucher in die Festspielstadt. Intendant Andreas Mölich-Zebhauser freut sich besonders darüber, dass die selten aufgeführte Oper „Mefistofele“ von Arrigo Boito ein großer Erfolg bei Publikum und Kritik wurde: „Philipp Himmelmanns Inszenierung und Stefan Soltészs Dirigat haben der Oper in Deutschland endgültig zum Durchbruch verholfen. Ich hoffe, dass dieses wunderbare Werk nun auf vielen Spielplänen zu sehen sein wird.“

Mit Erwin Schrott als Mefistofele und Charles Castronovo als Faust hatte das Festspielhaus Baden-Baden in den vergangenen Jahren mehrere Opern, darunter Mozarts „Don Giovanni“ und „Faust“ von Charles Gounod in Szene gesetzt. „Ich bin glücklich, beide Sänger bei einer außergewöhnlichen Entwicklung begleitet haben zu dürfen“, so Andreas Mölich-Zebhauser.

Im Konzertprogramm der Baden-Badener Pfingstfestspiele hatten vor allem das Gewandhausorchester unter Sir John Eliot Gardiner und das Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer für Sternstunden gesorgt. In der zweiten Festivalhälfte standen die Solisten Daniel Hope (Violine) sowie Alison Balsom (Trompete) und Kit Armstrong (Klavier) im Mittelpunkt des Interesses.
„Die Pfingstfestspiele in Baden-Baden sind ein kleines aber sehr feines Festival“, so Intendant Andreas Mölich-Zebhauser im Rückblick. „Mir geht es dabei nicht um Überwältigung sondern um Entdeckung und feingeistige Auseinandersetzung mit der Musikgeschichte.“ Insofern war die 2016er-Ausgabe der Festspiele ein großer und wichtiger Erfolg für dieses Haus.“
Anfang Juli beginnen in Baden-Baden die Sommerfestspiele. Dann steht vor allem Tenor Jonas Kaufmann in zwei konzertanten Aufführungen der Wagner-Oper „Die Walküre“ und in zwei Gala-Konzerten im Rampenlicht. Der russische Dirigent Valery Gergiev kommt mit dem Mariinsky-Orchester in den Schwarzwald und setzt damit eine mittlerweile 18-jährige Tradition fort.

 
Weitere Informationen: www.festspielhaus.de
Informationen und Eintrittskarten: Tel. 07221 / 30 13 101
_______________________________________________________
MANNHEIM: Thomas Jesatko wird Kammersänger am Nationaltheater Mannheim

Thomas Jesatko. Foto: Hans Jörg Michel

Seit 1997 ist Thomas Jesatko Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim, wo er in zahlreichen Partien seines Fachs zu erleben ist.
Aufgrund seiner außerordentlichen Leistung ist das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unter Ministerin Theresia Bauer dem Vorschlag der Stadt Mannheim und der Opernintendanz des NTM gefolgt und verleiht  Thomas Jesatko den Ehrentitel Kammersänger. Am Dienstag, den 21. Juni 2016 überreicht Staatssekretärin Petra Olschowski im Anschluss an die Vorstellung Das Rheingold von Richard Wagner dem Bassbariton die Urkunde auf der Bühne des Nationaltheaters. Thomas Jesatko wird an dem Abend als Wotan zu hören sein.
Zur Ernennung von Thomas Jesatko erklärte die Kunstministerin des Landes, Theresia Bauer: „Als langjähriges Ensemblemitglied ist Thomas Jesatko mit seinem herausragenden  künstlerischen Wirken ein Garant für die bundesweit wahrgenommenen Spitzenleistungen des Nationaltheaters im Opernbereich. Dies würdigt das Land Baden-Württemberg mit seiner Auszeichnung als Kammersänger.“

Der gebürtige Nürnberger studierte in seiner Heimatstadt und in München Gesang. Erste Engagements führten ihn 1986 an das Staatstheater Darmstadt und 1991 an die städtischen Bühnen Osnabrück. Am Nationaltheater Mannheim stand er u.a. als Pizarro (Fidelio), Caspar (Freischütz), Bösewichter (Hoffmanns Erzählungen), Méphistophélès (La damnation de Faust),  Großinquisitor (Don Carlos), Sir John Falstaff (Verdi), Frank (Fledermaus), Escamillo (Carmen), Jochanaan (Salome), Orest (Elektra), Barak (Frau ohne Schatten), Leander (Die Liebe zu drei Orangen) und in zeitgenössischen Werken z.B. von Henze, Battistelli und Glanert auf der Bühne.
Mit dem Nationaltheater Mannheim verbindet Thomas Jesatko eine lange und intensive Zusammenarbeit. Im Zentrum seiner Tätigkeit am NTM stehen die großen Wagnerpartien: Holländer, Fasolt (Rheingold), Alberich (Rheingold, Siegfried und Götterdämmerung), Wotan (Rheingold, Walküre), Wanderer (Siegfried), Kurwenal (Tristan), Klingsor (Parsifal), Hans Sachs (Meistersinger) und Telramund (Lohengrin).
Thomas Jesatko wurde zu renommierten Festspielen eingeladen (Maifestspiele Wiesbaden, Schwetzinger Festspiele, Chiemgau-Festival, Festival des Cathédrales, Internationale Orgelwoche Nürnberg, Budapester Wagner-Tage u.a.) und sang an zahlreichen Bühnen im In- und Ausland (u.a. Zürich, München, Stuttgart, Hannover, Köln, Leipzig, Dresden, Madrid, Budapest, Santiago de Chile). Bei den Bayreuther Festspielen sang er Klingsor (Parsifal) und Biterolf (Tannhäuser).
Als Gast war er in Zürich als Carlo Borromeo (Pfitzner: Palestrina), in Basel als Telramund (Lohengrin), in Köln als Hans Sachs (Meistersinger), an der Deutschen Oper Berlin als Klingsor (Parsifal), an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf als Biterolf und am Teatro Real in Madrid als Telramund (Lohengrin) engagiert. Im März 2016 war er an der Royal Danish Opera in Kopenhagen ebenfalls als Telramund zu hören.

Die Urkunde wird am 21. Juni im Anschluss an die Vorstellung Das Rheingold (19.30 Uhr, Opernhaus) auf der Opernbühne überreicht.

In Mannheim steht Thomas Jesatko derzeit bei der Wiederaufnahme des Mannheimer Rings auf der Bühne. (nächster Termin: Die Walküre am 26. Mai um 17.00 Uhr)

Fotos: Thomas Jesatko (Portrait) und als Wotan in Das Rheingold; Copyright: Hans Jörg Michel

www.nationaltheater-mannheim.de; Kartentelefon: 0621 – 16 80 150
______________________________________________________

Diese Seite drucken

DIE MONTAG-PRESSE (23. MAI 2016)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die MONTAG-PRESSE- 23. Mai 2016

Berlin
Benefizkonzert: Daniel Barenboim huldigt der Star-Pianistin Martha Argerich
Als Kinder haben sie zusammen unterm Klavier gespielt. Dann wurden beide Weltstars. An ihrem 75. Geburtstag spielen sie gemeinsam.
Berliner Morgenpost

Verona
Drakonischer Sanierungsplan zur Rettung der Arena von Verona
Ballettkorps wird aufgelöst, Belegschaft reduziert
Wiener Zeitung

Wien/ Staatsoper
„Im Wirtshaus zum Lohengrin“
„Oans, zwoa, drei… gsuffa” – Männer in grünem Jägerloden machen eine alpenländische Wirtsstube unsicher und so manches üppige Dirndldekolleté weitet die Augen bierschwangerer Burschen. Richtig! Die Wiener Staatsoper spielt „Lohengrin“, eine romantische Oper von Richard Wagner.
21.5.„Lohengrin“
http://www.operinwien.at/werkverz/wagner/alohengr10.htm

Lübeck
Turbulentes Wirrstück – Arthur Honeggers „Die Abenteuer des Königs Pausole“ in Lübeck
nmz.de

Tariferhöhungen in deutschen Theatern
Codex flores

London
Weitere “Butterfly”-Reviews
Opera review: Puccini’s Madam Butterfly by the English National Opera
express.com.uk

Madame Butterfly , ENO
http://www.operatoday.com/content/2016/05/madame_butterfl.php

Glyndebourne
Glyndebourne opening night: Gerald Finley shone in Die Meistersinger von Nürnberg, review
The Telegraph

Die Meistersinger von Nürnberg, Glyndebourne
This Meistersinger brings the camera in close for an unusually intimate drama
http://www.theartsdesk.com/opera/die-meistersinger-

Glyndebourne
Die Meistersinger von Nürnberg @ Glyndebourne Festival Opera, Lewes
http://www.musicomh.com/classical/reviews-classical/die-meistersinger

Humour and humanity: McVicar’s Meistersinger touches the heart at Glyndebourne
bachtrack

Chicago
Chicago Fringe Opera delivers a powerful staging of Glass’s “Penal Colony”
http://chicagoclassicalreview.com/2016/05/chicago-fringe-opera-delivers

Neue Musik
Krenek + Zemlinsky + Korngold = A – 300
Während die Mittel für Avantgarde-Orchester gekürzt werden, sucht ein junges Konzertpublikum nach Reibungspunkten. Wie geht es eigentlich der Neuen Musik in Deutschland?
Die Zeit

Wien/ Festwochen
Festwochen-Kult: Jan Fabres 24-Stunden-Marathon
Ein gewaltiges Tanz- und Theaterstück: „Mount Olympus“ – mit Sex, Fleisch und Lach-Chor –
Der Standard

Sprechtheater

Salzburg/ Landestheater
Stormy interlude
BR-Klassik

Berlin
Effi Briest So war das Theatertreffen-Finale
Berliner Zeitung

Wiesbaden
Mit Leselampen
Die satanischen Verse“ in Wiesbaden
Frankfurter Rundschau

Mannheim
„Die Schutzflehenden“ am Mannheimer Nationaltheater: Flüchtlinge als humaner Abfall
Der Spiegel

Film/ TV

Cannes
Goldene Palme für Sozialdrama von Ken Loach
Die Goldene Palme ging an das Sozialdrama „I, Daniel Blake“ des Briten Ken Loach. Beste Darsteller sind der iranische Schauspieler Shahab Hosseini (42) und die philippinische Mimin Jaclyn Jose (52)
Kleine Zeitung

Cannes
Erste Auszeichnung
Toni Erdmann“ gewann Fipresci-Preis in Cannes
Die deutsch-österreichische Koproduktion „Toni Erdmann“, Topfavorit auf die Goldene Palme von Cannes, kann sich bereits über eine Auszeichnung freuen: den Fipresci-Preis.
Kleine Zeitung

_________________________

Unter’m Strich

Österreich
Kopf-an-Kopf-Rennen bei Präsidentschaftswahl: Tiefe Gräben in Österreich
Der freiheitliche und der grüne Kandidat liegen praktisch gleichauf bei der Wahl zum neuen Staatsoberhaupt. Die Entscheidung fällt am Montag.
Neue Zürcher Zeitung

Diese Seite drucken

INFOS DES TAGES (MONTAG, 23. MAI 2016)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 23. MAI 2016)

Simon Boccanegra an der Wiener Staatsoper – ab Dienstag, 24. Mai


Dmitri Hvorostovsky als „Simone Boccanegra“. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Verdi-Wochen an der Wiener Staatsoper: Gleich drei hochkarätig besetzte Meisterwerke stehen derzeit auf dem Spielplan des Hauses am Ring –
Nach La traviata mit Marina Rebeka, KS Plácido Domingo und Dmytro Popov (Vorstellungen noch am 23. Mai) und Don Carlo (ab Sonntag, 22. Mai mit KS Ramón Vargas, Anja Harteros, René Pape und
Ludovic Tézier) nimmt das Haus am Ring am Dienstag, 24. Mai Simon Boccanegra wieder auf. In der Titelpartie ist Dmitri Hvorostovsky – zuletzt im Haus am Ring als Ankarström in Un ballo in maschera umjubelt – zu erleben, KS Ferruccio Furlanetto verkörpert den Fiesco, Francesco Meli den Gabriele Adorno, KS Barbara Frittoli die Amelia und Adam Plachetka den Paolo.
Am Dirigentenpult aller drei Opern: Marco Armiliato.
Reprisen: 27., 30. Mai und 4. Juni


Ferruccio Furlanetto als Fiesco. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Via WIENER STAATSOPER live at home werden La traviata am 23. Mai, Don Carlo am 2. Juni und Simon Boccanegra am 4. Juni weltweit live in HD übertragen: www.staatsoperlive.com;
im Rahmen von „Oper live am Platz“ sind alle Aufführungen von La traviata und Don Carlo sowie Simon Boccanegra am 27. Mai und 4. Juni live auf dem Herbert von Karajan-Platz zu erleben.

____________________________________________
ORF- „Kulturmontag“: Österreichs Künstler zum Wahlausgang, Islamophobie, Islamkritik u. v. m.

Außerdem: „Stars unter Palmen – Die Preisverleihung der 69. Filmfestspiele von Cannes“ =

Wien (OTS) – Am Tag nach der Stichwahl für das Bundespräsidentenamt holt die jüngste Ausgabe des „Kulturmontag“ – am 23. Mai 2016 um 22.30 Uhr in ORF 2 – erste Reaktionen österreichischer Kunst- und Kulturschaffender ein. Die von Martin Traxl präsentierte Sendung befasst sich aber auch mit weiteren gesellschaftspolitischen Themen, wie u. a. der Frage nach der Grenze zwischen Islamkritik und Islamophobie oder der hochkomplexen Geschichte des Rassismus, die im Rahmen einer neuen Ausstellung in Dresden aufgearbeitet wird. Außerdem steht das Kritik-Potenzial zeitgenössischer österreichischer Kunst anlässlich einer Schau des forum frohner im Fokus. Anschließend an das Kulturmagazin bilanziert „Stars unter Palmen – Die Preisverleihung der 69. Filmfestspiele von Cannes“ (23.30 Uhr) das diesjährige internationale Festival in Südfrankreich.

Österreichs Künstlerschaft zum neuen Bundespräsidenten – Erste Reaktionen nach der Wahl

Populäre Schauspieler/innen, Kulturmanager/innen und Intellektuelle bezogen deutlich Position gegen den Bundespräsidentschaftskandidaten der FPÖ: Der mit seiner Wahl verbundene Rechtsruck würde das Land international isolieren. Eine andere Position vertrat Schriftsteller Thomas Glavinic, der die „Rechts“-Pauschalverurteilung aller FPÖ-Wähler für überzogen und unangebracht hält. Wie kommentieren renommierte Künstler/innen den Wahlausgang? Der „Kulturmontag“ hört sich am Tag nach der Wahl um.

Zwischen Islamophobie und Islamkritik – Und: woher kommt islamistischer Terror?

Spätestens seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln und Salzburg droht die Stimmung in Deutschland und Österreich immer wieder ins Islamophobe zu kippen. Andererseits: „Islamophob“ oder „rassistisch“ ist die bisweilen schon reflexhafte Abqualifizierung von linker Seite, wann immer Kritik am Islam oder an muslimischen Einrichtungen geübt wird. Ist Islamkritik also tendenziell rechts? Oder wird ein kritischer Umgang mit konservativen bis radikalen muslimischen Strömungen in Europa zu sehr den rechten Kräften überlassen? Wo verläuft die Grenze zwischen Islamkritik und Islamophobie? Der „Kulturmontag“ thematisiert den jüngsten Verfassungsschutzbericht, spricht mit Experten und berichtet über eine schwierige Gemengelage.

Die Vermessung des Unmenschen – Rassismus-Ausstellung in Dresden

Was haben King Kong, antike Götterstatuen in lupenreinem Weiß, die Französische Revolution und die Ausschreitungen in der US-Kleinstadt Ferguson miteinander zu tun? Sie alle verweisen auf die hochkomplexe Geschichte des Rassismus – die weit in die Gegenwart reicht. „Die Vermessung des Unmenschen – zur Ästhetik des Rassismus “ ist Titel einer Schau, die in Dresden zu sehen ist. Die Ausstellung reflektiert volkstümliche rassistische Vorstellungen ebenso wie (pseudo-)wissenschaftliche Herleitungsversuche als Erklärung und Legitimation für die Ausgrenzung alles Andersartigen. Der Stammesvater des weißen Menschen sei der biblische Adam, Dunkelhäutige stammen vom Affen ab – der monströse King Kong, der dann die Leinwand eroberte, sei ein später Nachhall in der Populärkultur solcher Denkmuster, sagt der deutsche Philosoph Wolfgang Scheppe, der die Ausstellung kuratiert hat. Der „Kulturmontag“ geht alten und immer noch grassierenden Rassismen nach.

„Rot ich weiß Rot. Kritische Kunst für Österreich“ – Schau im forum frohner/KUNSTMEILE KREMS

Österreichische Kunst, die sich kritisch mit politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in unserem Land auseinandersetzt, ist Gegenstand der neuen Ausstellung „Rot ich weiß Rot“ im forum frohner in Krems. Es ist eine historische Schau, die die Revolte der Wiener Aktionisten gegen ein wertekonservatives Nachkriegsösterreich ebenso abbildet wie Kunst zur Zeit der sogenannten Waldheim-Affäre oder Aktionen gegen die schwarz-blaue Regierung. Künstlerische Positionen aus den vergangenen zehn Jahren sind in der Ausstellung allerdings kaum zu finden. Haben die Kuratoren etwas übersehen? Oder ist den österreichischen Künstlern ihr kritisches Potenzial abhandengekommen? Beides wäre unverständlich, bieten Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft gerade heute Gründe genug, mit den Mitteln der Kunst auf die Barrikaden zu steigen! Der „Kulturmontag“ hat Künstler aus der Kremser Ausstellung wie Johanna Kandl oder Gottfried Helnwein, den Philosophen Franz Schuh und Vertreter einer jüngeren, teilweise sehr kritischen Künstler/innengeneration wie Alexander Nicolic oder Oliver Ressler zum Gespräch und um ihre Österreichkritik gebeten.

Außerdem: „Stars unter Palmen – Die Preisverleihung der 69. Filmfestspiele von Cannes“ (23.30 Uhr)

Die ORF-Filmexperten Christian Konrad und Martina Renyi berichten vom Ausgang der 69. Filmfestspiele von Cannes. In der Sondersendung stellen sie die Sieger sowie die interessantesten Filme des Festivals vor, zeigen die spannendsten Künstlerinterviews und die glanzvollsten Momente. 21 Filme sind in diesem Jahr im Rennen um die Goldene Palme vertreten. Darunter Werke von Regiegrößen wie Ken Loach, Jim Jarmusch, Pedro Almodovar, Nicholas Winding Refn und Andrea Arnold. Österreich ist heuer mit keinem eigenen Film im Wettbewerb dabei, dafür mit Burgschauspieler Peter Simonischek, der neben Sandra Hüller die Hauptrolle im deutschen Wettbewerbs-Beitrag „Toni Erdmann“ spielt. Und die preisgekrönte Regisseurin Jessica Hausner wurde in die Jury der renommierten Reihe „Un Certain Regard“ eingeladen. Die diesjährigen Gewinner von Cannes ermittelt – wie immer – eine hochkarätig besetzte Jury. Unter dem Vorsitz von Oscar-Preisträger George Miller wählen u. a. Kirsten Dunst, Donald Sutherland und Mads Mikkelsen die Sieger/innen aus.

Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.
__________________________________________________________________________________

Andris Nelsons und Deutsche Grammophon verkünden exklusive Partnerschaft


Andris Nelsons

Mit Andris Nelsons unterzeichnet einer der herausragendsten Dirigenten unserer Zeit einen Exklusivvertrag mit dem traditionsreichen Klassiklabel Deutsche Grammophon.

MEHR INFO

____________________________________________________________________________________

DRINGENDE PROGRAMMEMPFEHLUNGEN: KUNST – WERK-Galerie des „ONLINE-MERKER“

IN DER „KUNST – WERK-GALERIE“ DES ONLINE-MERKER: DIESE WOCHE ZWEI VERANSTALTUNGEN

pirgu

Saimir Pirgu braucht Opernfreunden wohl nicht mehr vorgestellt zu werden, er gehört in seinem Fach zur Weltspitze der Tenöre. Er ist kurz in Wien, um im Requiem von Berlioz zu singen (Musikverein, 24.5. um 19,30 h, also unmittelbar nach unserem Künstlergespräch
____________________

naz

 

Maria Nazarova gehört dem Ensemble der Wiener Staatsoper an. Einen Tag vor unserer Veranstaltung ist sie die „Stimme vom Himmel“ in Verdis „Don Carlo“

________________________________________________________________________________________________________________

Das Opernland NRW – Wie Du warst, wie Du bist


Opernfreund Peter Bilsing – in Kooperation mit dem „Online-Merker. Der Herr rechts ist der wohl umtriebigste Opernreisende der Welt, Dr. Klaus Billand

Teil 1 Düsseldorf/Duisburg & Krefeld/Mönchengladbach

Sendetermin Sonntag 22.Mai 2016 – 10 50 h

Hurra, Hurra, Hurra… – der WDR nimmt seine Theater endlich mal wahr

Es gibt rund 200 Opernhäuser in der ganzen Welt. 100 alleine stehen in Deutschland, davon sagenhafte 15 in NRW. Platz 2 belegt Bayern mit neun Häusern, Platz 3 Baden Württemberg mit sieben Musik-Theatern. Dabei ist die Versorgungs-Dichte in Berlin (Drei Häuser) mit 1,6 Millionen Einwohnern pro Haus genauso groß wie in ganz NRW. All das erfahren Nichtwissende am Anfang der WDR-Dokumentation für die Georg Quander verantwortlich zeichnet.

„Das bevölkerungsreichste Bundesland bewahrt ein Weltkulturerbe, das es noch zu entdecken gilt“, tönt es vielversprechend. Nun denn. Eine Million Besucher pro Jahr bei eintausend Opernvorstellungen, davon rund 100 Premieren – wow! Ja, das ist toll und der Rezensent ist stolz hier in NRW zu wohnen und dieses üppige einmalige Angebot nun schon über 50 Jahre nutzen zu können, zu dürfen. Ich liebe dieses Land und wenn Sie, liebe Nicht-NRW-ler, einmal mehr über unser Land erfahren wollen, dann empfehle ich diesen sehr gelungenen Film:

 

(Bild)

mit traumhaften Luftaufnahmen und historischen Bildern – ein Juwel, eine preiswürdige Produktion. Da hat unser WDR wirklich etwas ganz Faszinierendes produziert. Aber zurück zu den Opernproduktionen. Es waren über 1000 Aufführungen per annum. Ich finde diese zahl eher sogar etwas zu niedrig angesetzt.

Ketzerische Anmerkung: Und nun raten Sie, verehrte Opernfreunde einmal, wie viel von den tausend Abenden im WDR Regionalfernsehen übertragen werden bzw. je übertragen wurden? Die richtige Antwort ist: Null! „Dreemal null blevt null, iss null…“

(Videolink zu Karnevalsschlager) https://www.youtube.com/watch?v=4d_iiOcNCyU

heißt es im Karnevalslied der Höhner. Nächste Frage: Wie viel Karnevalsveranstaltungen werden vom „WDR-Regionalkraken“ übertragen? Ehrlich: Ich hab es nicht im Kopf, aber sind eine Menge ;-).

Doch wollen wir nicht meckern, mittlerweile haben die WDR Kulturverantwortlichen erkannt, daß es diese vielen Opernhäuser überhaupt gibt – also das Land NRW doch keine Scheibe ist – und man hat sich angesichts des vielen Archivmaterials (welches natürlich kein Mensch für teures Geld kauft, wie die Bonner Oper gerade schmerzlich feststellen musste – siehe meinen Kommentar) nun entschlossen, sich doch endlich der Verantwortung für dieses gigantische „Weltkulturerbe“ zu widmen und endlich eine Doku-Reihe erstellen zu lassen. Das ist schön. Das ist wunderwunderschön… Es gibt also doch noch eine alternative Welt neben Koch-, Rate, Spielshows und Zoosendungen.

Die erste Folge beginnt mit den schon legendären Opern-Ehen vieldiskutierten und oft vor der Scheidung gestanden habenden Häuser von Düsseldorf/Duisburg (Rheinoper) und Krefeld/ Mönchengladbach (Vereinigte Bühnen Kr/Mg).

RHEINOPER

Das man nun ausgerechnet mit einem Auszug aus der aktuellen Zauberflöte startet ist etwas befremdlich für mich, ist doch diese Koskie-Produktion eigentlich nur eine Zweitverwertung aus Berlin und nicht gerade die originäre Inszenierung, mit der ich als lokaler Intendant für die Originalität und Qualität meines Haus werben würde – aber das ist wohl Ansichtssache; wahrscheinlich dachte man, daß man mit dem FEURIGEN ENGEL (dem wir sogar den Opernfreund-Stern verliehen haben ,-) zuviel unbedarftes Publikum verschrecken würde. Aber da gibt es doch alternative Beispiele, Herr Meyer (ich spreche hier bildhaft den Intendanten direkt an, denn der war sicherlich für die Auswahl verantwortlich), oder nicht? Ich denke da z.B. an die bald 50 Jahre alte herrliche Kinder-Bilderbuch-Hänsel-und-Gretel, an eine bemerkenswerte Tosca (Hilsdorf Meisterregiewerk), Hoffmanns Erzählungen (Loys großartige sogar die Räumlichkeiten der Rheinoper zitierende tolle Produktion), den wunderbaren Werther oder Il Trittico; alles ureigene Inszenierungen!

So sehen wir (drei Minuten verschenkte kostbare Sendezeit!) diesen an die Ästhetik von Musik-Videos bzw. Maingas erinnernden Einspieler der Zauberflöte. Hallo Teens und Twens, so geil sind die anderen aktuellen Opern-Produktionen der Rheinoper nicht – das Haus ist keine Disko ;-)!

doch weiter im Text des Beitrags. Nun ab hier wird es wirklich interessant, es geht um

EXISTENZGEFÄHRUNG

NRW kennt keine Staatstheater – alles wird von den Kommunen finanziert; rund 350 Millionen Euro. Viele viele Steuergroschen an denen sich das Land leider nur mit schlappen 45 Millionen beteiligt. Das sind rund 9 Prozent. Der mit Abstand niedrigste Anteil aller Bundesländer an ihren Häusern. (Bayern bzw. Baden Württemberg beteiligen sich mit 43 bzw. 64 % an den Kosten). Ja da kann man neidisch werden.

Ob allerdings hierin mit ein Grund für die „Instabilität“ der NRW-Bühnen liegt – wie es erklärt wird – möchte ich doch ganz erheblich in Frage stellen. Der Vorwurf der „mangelnden Ausstrahlungskraft“ ist schon eine dreiste Frechheit“ für sie finanzielle Misere, denn oft hapert es den kleinen Häusern ja am Etat für Marketing und Werbung. Und würde ein mit gigantischen Zwangssteuern automatisch finanzierter Gigant, der heuer vor Geld kaum gehen kann, wie der WDR, etwas mehr über sie berichten, statt überall nur Werbeflyer auszulegen, dann wäre schon viel geholfen.

Ganz großartig allerdings ist die historische Beleuchtung der Entstehungs-Geschichte der Düsseldorfer Oper, denn die geht auf Jan Wellen bis ins Jahr 1650 zurück. Immerhin war das Gebäude an der Mühlenstraße eine der ersten Opernbühnen Europas. Für die Geschichte der „Rhein“-Oper nahm man sich nicht nur toller zeitgeschichtlicher Dokumente an, sondern der TV-Zuschauer wird auch relativ umfassend und informativ aufbereitet informiert. Der Beitrag ist also ab der 8.Minute wirklich sehenswert und vermittelt auch den alteingesessenen Düsseldorfer Opernfans noch viel Wissenswertes. Also noch mal:

Großes Lob für die Auswahl des Archivmaterials und die perfekte Aufarbeitung.

Das ist diesmal jeden Euro Steuergeldes wert und entspricht auch dem Qualitätsniveau, welches man von einem so großen Sender-Produzenten erwarten kann – Fazit: vorbildlich gemacht. Die Erwähnung der Giganten (u.v.a. George Szell, Carlos Kleiber), die in Düsseldorf tätig waren, müssen Herz und Seelen der Chefs neuzeitlicher Weltbühnen neidvoll erblassen. Düsseldorf war absolute Weltklasse – einst…

Und angesichts der Bilddokumente stellt sich nicht nur mir die Frage, warum man nicht (wie z.B. annähernd in Duisburg gelungen) den alten Düsseldorfer Prachtbau wieder aufbaute und dafür 1956 ein Haus mit schlechtester Sicht und miserabler Akustik realisierte. Opernfreund, die in Düsseldorf je in den Seitenrängen sich den Hals verrenkten oder unter den überhängenden Rangdächern akustisch versauerten, werden das bestätigen können. Das es auch anders, publikumsfreundlicher, ging zeigte z.B. der Ruhnau Bau in Gelsenkirchen oder die Riphahn Oper in Köln; vom grandiosen 5-Sterne-Aalto-Theater Essen möchte ich hier lieber nicht sprechen….

Die neuere Geschichte ist gut dargestellt, immerhin sangen die weltbesten Künstler einst in Düsseldorf (danach erst in Bayreuth 😉 – sehen wir mal von dem Fehler ab, daß die TROJANER nicht vom Intendanten Richter, sondern von Christoph Loy inszeniert wurden. Sehr gute Kurzhistorie; auch die Erwähnung der genialen plastischen Projektion (damals ein Meilenstein) von Heinrich Wendel. Hier hat man mit Liebe und Akribie gearbeitet und typische Szenen zusammen gestellt. Besonders die Erinnerungen an den großen Intendanten Kurt Horres, sind sehr sehenswert.

Leider bleiben dann am Ende nur noch knapp 20 Minuten für die Darstellung der Vereinigten Bühnen Krefeld & Mönchengladbach. Und das ist nicht nur traurig, sondern eine Schande, denn diese schönen Häuser werden nun im Schnellverfahren abgehandelt. Das haben sie nicht verdient.

Weder wird z.B. (Zeitmangel?) die stilprägende langjährige Ära Fontheim erwähnt, noch fällt der Name von Eike Gramms, der die Häuser mit einem begnadeten Programmangebot überregional in ganz Deutschland ins Feuilleton brachte. Die letzten Intendanten Gropper, Pesel und Grosse werden nicht einmal am Rande erwähnt. Hallo Freunde vom WDR! Schämt euch – was ist denn das für eine schwache Arbeit. Note : ungenügend! – oder sollte Herr Quander die vielseitige Geschichte dieser Häuser im Großstadtwahn nicht wahrgenommen haben? Ich bin gespannt wie viel Stunden lang dann der Beitrag über die Kölner Oper wird…

Fazit: Insgesamt unbedingt sehenswert. Bitte mehr und demnächst etwas länger. Nur noch eine letzte Frage:

Warum hat man nicht wenigstens die aktuelle Intendanten mit einem kurzen Statement zu Worte kommen lassen? Oder wollten die nicht?

Wir freuen uns auf die zweite Sendung am 29. Mai über Gelsenkirchen, Dortmund, Essen und Hagen ;-))))

Peter Bilsing DER OPERNFREUND – 22.5.16

___________________________________________________________________________________________________________

WIEN/ BURGTHEATER: ERSTE FOTOS ZUR PREMIERE „DER DIENER ZWEIER HERREN“ von Carlo Goldoni

Zum Premierenbericht von Dr. Renate Wagner


Markus Mayer, Johann Adam Oest, Marvie Hörbiger. Copyright: Barbara Zeininger


Irina Sulaver, Christoph Radakovits. Copyright. Barbara Zeininger


Andrea Wenzl, Sebastian Wendelin. Copyright: Barbara Zeininger

68 FOTOS AUS DIESER PRODUKTION SEHEN SIE IM ALBUM „BARBARA ZEININGER, SPRECHTHEATER – Album 12“

_______________________________________________________________________________________

OPER FRANKFURT: Premiere CARMEN – am 5.Juni

Opéra comique in drei Akten von Georges Bizet, Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln 

Musikalische Leitung: Constantinos Carydis
Inszenierung: Barrie Kosky
Bühnenbild und Kostüme: Katrin Lea Tag
Choreografie: Otto Pichler
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Chor und Extrachor: Tilman Michael
Kinderchor: Markus Ehmann 


Paula Murrihy. Copyright: Barbara Aumüller

Carmen, Zigeunerin: Paula Murrihy / Tanja Ariane Baumgartner (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016)
Don José, Sergeant: Joseph Calleja / Luc Robert (17. Juni, 7., 11., 14., 16. Juli 2016)
Micaëla, Bauernmädchen: Karen Vuong / Juanita Lascarro (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016)
Escamillo, Torero: Daniel Schmutzhard / Andreas Bauer (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016)
Moralès / Dancaïro: Sebastian Geyer / John Brancy (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016)
Remendado, Schmuggler: Michael Porter
Frasquita, Zigeunerin: Kateryna Kasper / Katharina Ruckgaber (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016)
Mercédès, Zigeunerin: Elizabeth Reiter / Wallis Giunta (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016)
Zuniga, Leutnant: Kihwan Sim 

Tänzerinnen und Tänzer Chor, Extrachor und Kinderchor der Oper Frankfurt Frankfurter Opern- und Museumsorchester  Mit freundlicher Unterstützung der DZ BANK AG und des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Premiere: Sonntag, 5. Juni 2016, um 18.00 Uhr im Opernhaus 
Weitere Vorstellungen: 10., 15., 17., 19. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen    3 und 9 Jahren), 25., 29. Juni, 3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016   

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr  Preise: € 19 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

  Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.  
___________________________________________________________________

TEATRO BAROCCO IN STIFT ALTENBURG

Bernd R. Bienert und sein TEATRO BAROCCO bitten zur sommerlichen Opern-Premiere ins Stift Altenburg:

• 25. 6. 2016 PREMIERE
18.00 Uhr Einführungsvortrag durch Prof. Peter Widholz
19.00 Uhr Vorstellungsbeginn

Piramo&Tisbe_1_by Barbara Palffy
Copyright: Barbara Palffy

PIRAMO E TISBE
Ein musikalisches Drama in zwei Akten  von Johann Adolf Hasse, 1768
Libretto: Marco Coltellini

Musikalische Leitung und Cembalo: Emanuel Schmelzer

Besetzung:
Megan Kahts (Tisbe)
Maria Taytakova (Piramo)
Peter Widholz (Tisbes Vater)
Gabriel Wanka (Der Löwe)

Im schönsten Barocksaaltheater Österreichs inszeniert Teatro Barocco –  Intendant Bernd R. Bienert das musikalische Drama „Piramo e Tisbe“, J. A.  Hasses Meisterwerk erstmals in Österreich in einer Originalinszenierung: in rekonstruierten Bühnenbildern und Kostümen im Stil der Mozart-Zeit.
Das Ensemble Teatro Barocco musiziert auf historischen Instrumenten.

Die südafrikanische Sopranistin Megan Kahts verzeichnete kürzlich als  Susanna in Bienerts gefeierter Produktion „Le Nozze di Figaro“ von W.A.  Mozart im Schlosstheater Laxenburg bei Publikum und Presse einen  Riesenerfolg. In J.A. Hasses „PIRAMO E TISBE“ übernimmt sie die nun als  „Tisbe“ die Hauptrolle der neuen Produktion.

Die Handlung – ein barockes Drama vom Feinsten:
Tisbe liebt Piramo, doch ihr Vater zwingt sie zur Heirat mit einem Fremden. Tisbe widersetzt sich der unfreiwilligen Heirat.
Der fatale Irrtum passiert: Piramo ersticht sich, da er Tisbe von einem  wilden Tier getötet glaubt.
Tisbe folgt ihm in den Tod. Tisbes Vater erkennt nun die Folgen seines Starrsinns und tötet auch sich.

Weitere Vorstellungen:
2., 9., 16., 23., 30. Juli 2016
(18.00 Uhr Einführungsvortrag / 19.00 Uhr Beginn)

STIFT ALTENBURG
A-3591 Altenburg bei Horn; Abt-Placidus-Much-Straße 1

Kartenpreise € 39,– bis € 89,–
Karten & Info & Shuttleanmeldungen:  +43 (0)699 18 39 69 69

BUS-SHUTTLE Wien-Altenburg-Wien
am 25.6. (Premiere), 16. & 30.7.2016
___________________________________________________

 

 

 

Diese Seite drucken