Der Neue Merker

DIE MONTAG-PRESSE (25. JULI 2016)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die MONTAG-PRESSE- 25. Juli 2016

Bayreuth
Hartmut Haenchen und der mythische Abgrund
Für den „Parsifal“ ist Dirigent Hartmut Haenchen kurzfristig auf dem Grünen Hügel eingesprungen. Eine Herausforderung.
Abendblatt
Nelsons‘ Nachfolger in Bayreuth Hartmut Haenchen: „Der Fluss der Sprache bestimmt das Tempo“
BR-Klassik
Haenchen hat den schlechtesten Platz in Bayreuth
Münchner Abendzeitung

München/ Bayerische Staatsoper
Jubel für Rameaus „Les Indes Galantes“
Musik heute

Salzburg
Tausende feierten in Salzburg das Fest zur Festspieleröffnung
Für zwei Tage trifft in Salzburg Volkskultur auf Hochkultur. 78 Programmpunkte stehen als lockerer Auftakt für die Festspiele auf dem Plan. Das Polizeiaufgebot im Innenstadtbereich wurde nach der München-Schießerei am Freitag aufgestockt.
Kleine Zeitung

Salzburg/ Festspiele/ Eröffnungsrede
„Kunst lässt Unerträgliches genießen“
Philosoph Konrad Paul Liessmann hält diese Woche die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele. Ein Gespräch.
Wiener Zeitung

Salzburg
Salzburgs „geistliche Ouvertüre“ zu irdischen Leiden
Die Presse

Salzburg Festspiele
Musik dräut am frühen Morgen
Friedrich Cerha. Zwischen Wachen und Schlafen dämmert dem Komponisten, was in der Felsenreitschule erklingen wird.
Salzburger Nachrichten

Klassik-CD
Klavierraritäten: Der Pianist, der den Richter entzückte
Wladimir Sofronitsky? Heute eher ein Unbekannter. Als er in der Sowjetunion erfolgreich war, begeisterte er neben dem Klavierpublikum auch große Kollegen. Neu erschienene Liveaufnahmen zeigen, warum.
Der Spiegel

London
Opera reviews: Die Fledermaus and Boris Godunov
http://www.express.co.uk/entertainment/theatre/692279/Opera-reviews

La Cenerentola @ Opera Holland Park, London
http://www.musicomh.com/classical/reviews-classical/la-cenerentola-opera-holland-park-london

Strauss : Die Fledermaus / Opera Holland Park, 19th July 2016
https://operabritanniauk.wordpress.com/2016/07/23/strauss-die-fledermaus-opera-holland-park

BBC Proms 1, 4, 5, 7 review – when all else fails, try Beethoven
https://www.theguardian.com/music/2016/jul/24/proms-2016-missa-solemnis-bbc-

Prom 11: Wilson, Cresswell, BBC National Orchestra and Chorus of Wales, Wigglesworth
High artistry and deep heartbreak in Wagner and Tippett
http://www.theartsdesk.com/classical-music/prom-11-wilson-cresswell-bbc-national-orchestra

Ten Pieces Prom triumphed in selling classical music to teenagers – review
The Telegraph

Bolshoi Ballet goes to London on „diamond“ guest tour
https://rbth.com/news/2016/07/24/bolshoi-ballet-goes-to-london

Glyndebourne
Review: Béatrice et Bénédict (Glyndebourne)
A rare outing for the comic opera from the pen of Berlioz by way of Shakespeare
http://www.whatsonstage.com/london-theatre/reviews/review

New York
Luciano Pavarotti’s Family Wants Him Off Donald Trump’s Soundtrack
New York Times

Philadelphia
When is a music group local – and who really cares?
http://www.philly.com/philly/columnists/david_patrick_stearns/20160724

Sprechtheater

Salzburg
Festspiele: Als die Jedermann-Premiere ins Wasser fiel
Meteorologisch fiel die „Jedermann“ Premiere bei den heurigen Festspielen ins Wasser. Bis eine Stunde vor Beginn der Aufführung war man zuversichtlich auf dem Domplatz spielen zu können.
Salzburger Nachrichten

Salzburger Festspiele /“Jedermann“
Mit Angst strafen
Zunächst sollte die allerwichtigste Frage beantwortet werden. Angeblich hält sie die gesamte Bevölkerung in Atem, Taxichauffeure und Hotelportiere eingeschlossen: Wie ist die neue Buhlschaft? Die Oberösterreicherin Miriam Fussenegger ist ja noch sehr jung. Hat sie wohl das gehörige Temperament und genügend erotische Ausstrahlung – so wie ihre Vorgängerin im Amt, Brigitte Hobmeier – um den hartgesottenen Jedermann zu betören?
http://www.drehpunktkultur.at/index.php/festspiele/9926-mit-angst-strafen
Festspiele: Fussenegger überzeugt als neue Buhlschaft
Erfüllt von freudiger Anspannung müssen die letzten Tage der Miriam Fussenegger gewesen sein. Schließlich galt es die prominente Rolle des Allerweltweibs vom Salzburger Domplatz mit frischem Blut zu berauschen.
Salzburger Nachrichten

Obonya: Zum letzten Mal den Jedermann
Cornelius Obonya gibt die Traditionsrolle mit Ende der Festspiele nach vier Spielzeiten ab.
Wiener Zeitung

Salzburg
Die geniale Stelle: „Jedermann“ als Kindergeburtstag
DeutschlandradioKultur

Salzburg/ „Endspiel von Samuel Becket
„Ich habe mich in seine Kunst verknallt“
Nicholas Ofczarek und Michael Maertens spielen bei den Salzburger Festspielen heuer Samuel Becketts „Endspiel“. Das eingespielte Paar im Doppelinterview über gegenseitige Komplimente und die Stille zwischen den Worten.
Die Presse

Ausstellungen/ Kunst

Wien/ Belvedere
Strafanzeige gegen Agnes Husslein
Anwalt der beurlaubten Prokuristin ortet „Untreue“ – derstandard.at/2000041713244/Belvedere-Strafanzeige-gegen-Agnes-Husslein
http://derstandard.at/2000041713244/Belvedere-Strafanzeige-gegen-Agnes-Husslein
Widersprüche in Causa Husslein
http://www.profil.at/shortlist/kultur/widersprueche-causa-agnes-husslein-7377920

Film

„Deckname Holec“: Liebesgrüße aus Brünn
Herbert Lackner über „Deckname Holec“, die mildtätige Verfilmung von Helmut Zilks Spionage-Abenteuern.
http://www.profil.at/kultur/deckname-holec-liebesgruesse-bruenn-7289018
   

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INFOS DES TAGES (MONTAG, 25. JULI 2016)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 25.JULI 2016)

HEUTE: ERÖFFNUNG DER BAYREUTHER FESTSPIELE 2016 – „PARSIFAL“ AUF BR-STREAM , IM BR-RADIO UND AUCH IN VIELEN KINOS

Premiere von Wagners „Parsifal“ – BR-Klassik

https://www.br-klassik.de/concert/ausstrahlung-775304.html

Im Video-Stream erleben Sie die Premiere von Wagners Oper „Parsifal“ – live von den Bayreuther Festspielen.

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HEUTE IN SALZBURG/ BEETHOVENS „NEUNTE“. GENIA KÜHMEIER SAGT AB, REGULA MÜHLEMANN ÜBERNIMMT

Leider musste die Sopranistin Genia Kühmeier krankheitsbedingt für die Aufführung Beethovens Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 am Montag, 25. Juli, im Großen Festspielhaus absagen.
 
Wir freuen uns sehr, dass Regula Mühlemann sich bereit erklärt hat, die Sopran-Partie zu übernehmen. Regula Mühlemann debütierte 2012 bei den Salzburger Festspielen in der Rolle der Papagena in der Produktion Das Labyrinth im Residenzhof.
 
 

Regula Mühlemann
, geboren in Adligenswil bei Luzern, studierte an der Hochschule Luzern und sammelte als junge Sopranistin erste Erfahrungen auf der Opernbühne des Luzerner Theater. Es folgten Engagements u.a. am Teatro La Fenice, Opernhaus Zürich und Festspielhaus Baden-Baden. Im Sommer 2012 gab sie ihr Debüt als Junge Papagena in der Oper Das Labyrinth von Peter von Winter bei den Salzburger Festspielen.
 
In der Spielzeit 2016/17 wird Regula Mühlemann nach einer Konzerttournee mit dem Verbier Festival Chamber Orchestra u.a. in Konzerten in der Tonhalle Zürich, dem KKL Luzern und der Dresdner Frauenkirche zu hören sein. Außerdem wird sie ihr Debüt in den Vereinigten Staaten mit dem Chicago Symphony Orchestra unter der Leitung von Manfred Honeck geben. Zu den weiteren Höhepunkten der kommenden Saison zählen Schumanns Das Paradies und die Peri mit der Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der musikalischen Leitung von Daniele Gatti sowie konzertante Aufführungen von Mozarts La clemenza di Tito im Festspielhaus Baden-Baden in der Regula Mühlemann an der Seite von Joyce di Donato und Sonya Yoncheva die Partie der Servilia singen wird.
 
Beim Yehudi Menuhin Festivals Gstaad war sie in Mozarts Grosse Messe in c-Moll und als Zerlina (Don Giovanni) in einer konzertanten Aufführung an der Seite von Erwin zu erleben. Danach folgten weitere Konzerte, u.a. mit dem Kammerorchester Basel, dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin, dem RIAS- und Dresdner Kammerchor sowie eine szenische Neuproduktion von Carl Orffs Carmina Burana am Grand Théâtre de Genève. Regula Mühlemann sang die Elisa in konzertanten Aufführungen von Mozarts Il Re Pastore mit den „Les Arts Florissants“ unter der musikalischen Leitung von William Christie in Paris, Barcelona, Wien und Luzern auf Tournee.
Neben dem Opernrepertoire widmet sich Regula Mühlemann auch dem Liedgesang und ihrer regen Konzerttätigkeit. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Nello Santi, Simon Rattle, Daniel Harding, Enoch zu Guttenberg, Pablo Heras-Casado, Ivor Bolton, Ingo Metzmacher, Pinchas Steinberg, Gianandrea Noseda und Václav Luks. Außerdem ist sie regelmäßiger Gast des Lucerne Festivals.
Ihrer ersten CD-Einspielung in Rossinis Petite Messe solennelle mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks folgte eine Aufnahme als Barbarina in Le nozze di Figaro an der Seite von Rolando Villazón und Thomas Hampson unter der musikalischen Leitung von Yannick Nézet-Séguin. Diese wurde 2016 von der Deutschen Grammophon veröffentlicht. Regula Mühlemann ist Exklusivkünstlerin von Sony Classical und wird im Herbst 2016 ihr Debütalbum präsentieren.
 
25. Juli 2016, 20.30 Uhr, Großes Festspielhaus
Ludwig van Beethoven • Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125
In memoriam Nikolaus Harnoncourt

Andrés Orozco-Estrada, Dirigent
Regula Mühlemann, Sopran
Elisabeth Kulman, Alt
Steve Davislim, Tenor
Florian Boesch, Bass
Arnold Schoenberg Chor
Erwin Ortner, Choreinstudierung
Concentus Musicus Wien

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CORNELIUS OBONYA HÖRT NACH DIESER SAISON ALS „JEDERMANN“ AUF

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Cornelius Obony, Sven Eric Bechtolf. Copyright: Anne Zeuner/ Salzburger Festspiele

„Das ist mein letzter Bieranstich als Jedermann“ – mit diesen Worten verkündete Schauspieler Cornelius Obonya bereits auf der Premierenfeier am Samstagabend, dass dies seine letzte Saison als Jedermann bei den Salzburger Festspielen sein wird. „Es macht mir wahnsinnig viel Spaß, diese Rolle zu spielen. Es scheint mir aber natürlich mit dem Ende der Intendanz von Sven-Eric Bechtolf aufzuhören“, sagt Cornelius Obonya bei einem Pressegespräch am Sonntagmorgen. Er sei es gewesen, der diese Jedermann-Inszenierung überhaupt ermöglicht habe. Also sei es normal, nun aufzuhören. „Mit Sicherheit möchte der neue Intendant auch neue Akzente setzen“, sagt er. „Ich verabschiede mich mit Freude.“

Die Geschichte, wie Cornelius Obonya zum Jedermann wurde, sei eine ganz witzige Anekdote, sagt Sven-Eric Bechtolf, der künstlerische Leiter und Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele. „Ich saß damals mit Brian Mertes und Julian Crouch in einem Restaurant und wir sind ein paar Namen durchgegangen, die als Jedermann in Frage kämen“, sagt der künstlerische Leiter. Und in eben jenem Moment sei Cornelius Obonya zur Tür hereingekommen, der damals – im Jahr 2012 – in Ariadne auf Naxos mitspielte. Man habe zusammen gesessen und geredet. „Als Cornelius wieder weg war, fragten mich die beiden Regisseure, warum eigentlich nicht er der neue Jedermann wird!“ Der Jedermann, so sagt Bechtolf, sei eine Partie, die nicht nur nach einem so genannten  „Star“ verlange, sondern es müsse jemand sein, der sowohl die stimmlichen als auch körperlichen Voraussetzungen erfülle und eine besondere Beziehung zur Sprache habe. Und jemand, der in der Lage sei, harmonisch ein Ensemble zusammenzuhalten.
Ich bin dankbar, dass ich in dieser außergewöhnlichen Inszenierung mitspielen durfte“, sagt Cornelius Obonya. Es fordere Mut den Jedermann von zwei englischsprachigen Regisseuren inszenieren zu lassen. „Ich war aber von Anfang an begeistert von den Bildern, die geschaffen wurden und davon, dass die Inszenierung anders ist, als alles, was vorher da war“, sagt der Schauspieler.
Bereits im zweiten Jahr habe er sich Gedanken darüber gemacht, wie und wann man solch eine Rolle wohl zurückgeben könne. „Wie kann man so etwas denn aufhören?Das war wirklich eine schwierige Frage“, sagt Obonya. „Die Antwort darauf war: Wenn es am Schönsten ist.“

Weitere Vorstellungen des Jedermann:
26. Juli, 29. Juli, 3. August, 6. August, 9. August, 13. August, 16. August, 19. August, 21. August, 24. August, 27. August, 28. August 2016
Domplatz, bei schlechtem Wetter im Großen Festspielhaus

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NEU IN UNSERER WEBSEITE: DIE JUBILÄEN JULI 2016 SIND NUN VOLLSTÄNDIG ONLINE!

ZU DEN JUBILÄEN

24.7. Giuseppe DI STEFANO: 95. Geburtstag

Giuseppe di STEFANO

 Er wollte zuerst katholische Theologie studieren und trat in das Seminar St. Avialdo in Mailand ein. Dort erregte seine Stimme Aufsehen, und er entschloss sich, diese ausbilden zu lassen. Nach einer dreijährigen Militärdienstzeit flüchtete er im Zweiten Weltkrieg in die Schweiz, wo er in dem Lager Vidy bei Lausanne interniert wurde, aber bereits als Sänger, u.a. in Sendungen von Radio Lausanne, auftreten konnte. Nach Kriegsende nahm seine Familie große finanzielle Opfer auf sich, um ihm ein Studium bei Luigi Montesanto in Mailand zu ermöglichen. Sein Bühnendebüt erfolgte 1946 am Teatro Municipale von Reggio Emilia als des Grieux in »Manon« von Massenet. Er gastierte im gleichen Jahr in Venedig und Bologna und eröffnete die Saison am Teatro Liceu von Barcelona. 1947 sang er an der Oper von Rom, 1948 an der Mailänder Scala (Antrittsrolle: des Grieux in »Manon« von Massenet). 1948-52, 1955-56 und nochmals 1964-65 trat er mit glänzendem Erfolg an der Metropolitan Oper New York auf (Antrittsrolle: Herzog im »Rigoletto«). Insgesamt hat er an der Metropolitan Oper 15 Partien in 112 Vorstellungen gesungen: den des Grieux in »Manon« von Massenet, den Alfredo in »La Traviata«, den Nemorino in »L’Elisir d’amore«, den Rinuccio in »Gianni Schicchi«, den Fenton in »Falstaff« von Verdi, den Rodolfo in »La Bohème«, den Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Faust von Gounod, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Don José in »Carmen«, den Cavaradossi in »Tosca« und den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«. Bei Gastspielen der Mailänder Scala sang er 1956 an der Wiener Staatsoper und in Berlin sangden Edgardo in »Lucia di Lammermoor« und in Johannesburg (Südafrika) den Nemorino.. An der Mailänder Scala, an der er immer wieder auftrat, wirkte er am 23.3.1961 in der Uraufführung der Oper »Il Calzare d’argento« von I. Pizzetti in der Partie des Giuliano mit. An der Scala hörte man ihn 1956-61, 1964, 1967 und 1971-72 u.a. als Canio im »Bajazzo«, als Werther von Massenet, als Radames in »Aida«, als des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, als Alvaro in »La forza del destino«, als Osaka in »Iris« von Mascagni, als Nemorino, als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, als Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, als Pinkerton, als Cavaradossi, als Kalaf in Puccinis »Turandot«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Don José, als Rienzi von Wagner und als Nerone in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea«. Seit 1954 trat er als Gast an der Chicago Opera auf, in den Festspielsommern 1950-51, 1954, 1956-57, 1962 und nochmals 1985 bei den Festspielen in der Arena von Verona, wo er vor allem 1950 als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet sehr erfolgreich war. Dazu ging er einer Gastspiel- und Konzerttätigkeit in aller Welt nach. Gastspiele an der Grand Opéra Paris (1954 als Faust von Gounod), an der Covent Garden Oper London (1961), beim Edinburgh Festival (1957 als Memorino bei einem Gastspiel der Mailänder Scala), San Francisco (1950 als Rodolfo in »La Bohème« und als Edgardo), Los Angeles (1950 als Rodolfo in »La Bohème«, als Edgardo und als Herzog in  »Rigoletto«), Mexico City, Buenos Aires, Rio de Janeiro und Johannesburg. An der Wiener Staatsoper hatte er 1957-66 in insgesamt 84 Vorstellungen seine großen Erfolge als des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, als Don José, als Cavardossi, als Radames, als Herzog in »Rigoletto«, als Riccardo in Verdis »Maskenball«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Alfredo, als Alvaro, als Pinkerton, als Kalaf, als Andrea Chénier von Giordano und als Canio. Er war auf der Bühne wie auf der Schallplatte der bevorzugte Partner der großen Primadonna assoluta Maria Callas. 1966 hatte er in Berlin in der Lehár-Operette »Das Land des Lächelns« glänzende Erfolge. 1973 unternahm er eine große Konzert-Tournee zusammen mit Maria Callas, die aber 1974 abgebrochen wurde. Noch in den Jahren um 1990 ist er in Operetten (u.a. bei den Festspielen von Mörbisch am Neusiedler See) aufgetreten, 1992 sang er bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla den Kaiser in Puccinis »Turandot«. Er starb 2008 in Santa Maria Hoè bei Mailand.

Allgemein galt er als einer der bedeutendsten italienischen Tenöre seiner Generation. Hell timbrierte, ausdrucksreiche Stimme, die ihr Bestes in den großen Partien des italienischen Repertoires gab, auch als Interpret des italienischen Liedes geschätzt. Man rühmte den lyrischen Vortrag, vor allem sein fein nuanciertes Piano. Zu Beginn seiner Karriere bis Mitte der fünfziger Jahre sang er lyrische Rollen wie den Elvino in »La Sonnambula« und die Titelrolle in Mascagnis »L’Amico Fritz«, seit 1954 fügte er schwerere dramatische Partien in sein ursprünglich mehr lyrisches Repertoire ein wie den Turiddu in »Cavalleria rusticana«.

Lit. R. Celletti & R. Vegeto: Giuseppe di Stefano (in »Le grandi Voci«, Rom 1964); H. Eggen: »Giuseppe di Stefano« (Berlin, 1967); Pasi, Landini & Nocerai: Omaggio di Stefano.

Sehr viele Schallplatten der Marken HMV, Decca (u.a. vollständige Oper »L’Elisir d’amore«), RCA (»La Gioconda«, »La forza del destino«), DGG (»Lucia di Lammermoor«), Columbia (hier sehr viele vollständige Opern als Partner von Maria Callas, u.a. »Lucia di Lammermoor«, »Cavalleria rusticana«, »Bajazzo«, »La Bohème«, »Madame Butterfly«, »Manon Lescaut«, »Un ballo in maschera«, »La Traviata«, »Rigoletto«, »Tosca«, »I Puritani«), Rococo (hier u.a. im »Rienzi« von R. Wagner), Cetra Opera Live (»Il barbiere di Siviglia« mit Lily Pons, »Werther«, »Iris« von Mascagni, »Carmen«), Morgan (»Turandot« mit Birgit Nilsson, »Faust« von Gounod), CLS (»Tosca« mit Renata Tebaldi), HRE (»Luisa Miller«, »Manon« von Massenet), Melodram (»Tosca«, »La forza del destino«), Preiser (»Das Land des Lächelns«), Koch/Schwann (»Das Land des Lächelns« von Fr. Lehár), Gebhardt Records (Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, Mexico City 1949), Naxos (Alfredo in »La Traviata«, Metropolitan Oper New York 1949). Erste Aufnahmen seiner Stimme kamen bereits während des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz auf HMV heraus; er erscheint auf deren Etiketten als Giuseppe Difano.

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Bregenzer Festspiele (Calaf in „Turandot): RICCARDO MASSI

Vom Stuntman zum Startenor
( Simon Leipold sprach mit dem Tenor im Juli 2016)

ⓒ Benjamin Ealovega (1)

Riccardo Massi. Copyright: Benjamin Ealovega

Riccardo Massi hat in jungen Jahren bereits erreicht, wovon andere Tenore nur traumen können. Die MET, die Mailänder Scala, die Royal Opera in London, die Oper von Sydney und die Deutsche Oper Berlin gehoren zu den Opernhäusern, an denen der Sänger mit jugendlich-heroischer Bühnenerscheinung, intensivem Spiel, bombensicherer Höhe und bronzen gefarbtem Lirico-Spinto-Tenor bereits enorme Erfolge feiern konnte. Zu seinem Repertoire gehoren Partien wie Radames, Cavaradossi, Andrea Chenier, Don Alvaro, Don Jose und der Calaf, den Massi auch diesen Sommer wieder bei den Bregenzer Festspielen interpretieren wird. Die Premiere von Marco Arturo Marellis Inszenierung im letzten Jahr war ein riesiger Erfolg, der fur Rekordauslastung bei dem österreichischen Festival sorgte. Mittlerweile liegt eine wunderbare Aufnahme auf DVD/Blu-Ray vor, auf der Riccardo Massi als Calaf bewundert werden kann.

Der dynamische Tenor ist froh, auch dieses Jahr wieder auf der Seebühne singen zu durfen, die er als „magischen Ort“ bezeichnet. „Vor 7.000 Menschen zu stehen, mitten auf dem Bodensee, umgeben von dieser wundervollen Landschaft ist ein absoluter Traum!“.

Auf seinen Lieblings-Calaf angesprochen kommt wie aus der Pistole geschossen „Corelli! Er war der größte Calaf uberhaupt. Wir Tenore von heute haben es nicht leicht, Corelli hat die Messlatte sehr hoch gelegt. Das bringt mich aber dazu, erst recht bei jeder Turandot 200% zu geben.“ Die Partie gehort mittlerweile zu den wichtigsten im Repertoire des Tenors aus Sarnano in den Marken. Sein Rollendebut gab er im Jahr 2013 an der Seite von Nina Stemme („Еine tolle Kollegin, die mich sehr inspiriert und von der ich viel lernen konnte“) in Stockholm, ebenfalls in einer Inszenierung Marco Arturo Marellis. Anfang dieser Spielzeit sang er die Partie in Zurich (wieder mit Stemme) und im März konnte Massi einen phänomenalen Erfolg als Calaf in einer weiteren spektakulären Open-Air-Produktion am Hafen von Sydney feiern.

Fast die ganze erste Hälfte des Jahres 2016 hat der junge Tenor in Australien verbracht. Erst für besagte Turandot-Produktion in Sydney, anschließend für sein Rollendebüt als Rodolfo in Luisa Miller in Melbourne, wieder mit Opera Australia. Über die Arbeit in Australien hat Riccardo Massi nur Gutes zu berichten und zeigt sich begeistert von der “Kombination von allerhöchsten künstlerischen Standards, einer perfekten Organisation, wie man sie nur bei den besten Opernhäusern der Welt erlebt und der zuvorkommenden, entspannten Art der Menschen”.

Vor seiner Karriere als Opernsänger wirkte der Künstler als Stuntman in Filmen und Serien wie Gangs of New York, Empire und Rome mit, unter anderem an der Seite von Leonardo DiCaprio. Die Erfahrungen als Stuntman kommen ihm noch heute als Opernsänger zugute, beispielsweise bei der Erschießungsszene in Tosca (“ich falle und sterbe vielleicht natürlicher als andere Tenöre!”). Als Spezialist im Umgang mit mittelalterlichen Waffen fallen ihm Fechtszenen (wie etwa in La forza del destino) natürlich besonders leicht.

Seiner Filmkarriere trauert er jedoch nicht nach, auch wenn ihm die Jahre als Stuntman großen Spaß gemacht haben. Seinen Traum lebt der passionierte Künstler im Hier und Jetzt als weltweit gefeierter Tenor.

Riccardo Massi kommt nicht direkt aus einer Musikerfamilie, bekam seine Liebe für die Musik und besonders für die Oper aber von der Familie in die Wiege gelegt: Der Vater war ein großer Opernliebhaber mit riesiger Plattensammlung, der allerdings „fürchterlich falsch sang“. Die Mutter hatte hingegen „eine wunderbare Stimme mit perfekter Intonation und auch sie liebte die Oper“. Musiker finden sich weiter in der Familienvergangenheit: „Mein Ur-Urgroßvater war der Komponist Domenico Gentiloni Silverj, der neben vielen anderen Werken im Jahr 1846 den Marcia delle trombe d’argento für die Wahl des Papstes Pius IX schrieb. Das Stück wird heute noch gespielt, wenn der Papst den Petersdom betritt.“

Der Tenor entschied sich schon früh dafür, gleich nach der Schule eine Ausbildung zum Opernsänger zu beginnen und studierte von Anfang an mit David Holst in Rom, der ihn nach einigen Jahren ermutigte, sich für die Akademie der Mailänder Scala zu bewerben, wo er auch aufgenommen wurde und schnell kleinere Partien verkörperte. Der Beginn einer glanzvollen Karriere! Sein professionelles Debüt gab er im Jahr 2009 als Radamès in Salerno, dirigiert von Daniel Oren. Drei Jahre später stand er bereits in derselben Rolle auf der Bühne der Metropolitan Opera New York, wo er auch nächste Saison wieder als Radamès zu hören sein wird. Noch heute wird er von Holst stimmlich betreut – ständige Kontrolle der Stimme und Technik ist für Massi essentiell. „Ich hatte das große Glück, von Beginn an mit demselben Lehrer arbeiten zu können. Wir sind schon seit langer Zeit ein Team: Neun Jahre lang, von 2000 bis 2009 hatte ich im Schnitt fünf Gesangsstunden pro Woche, 11 Monate im Jahr.“ David Holst sei nicht nur ein wunderbarer Gesangslehrer, er habe auch immer alle Aspekte seiner Karriere mit ihm besprechen können wie Massi erzählt.

Im Dezember 2016 steht ein ganz besonderes Rollendebüt für Riccardo Massi an: An der Berliner Staatsoper wird er in Jürgen Flimms Neuproduktion als Des Grieux in Manon Lescaut debütieren, bekanntlich eine der anspruchsvollsten Tenorpartien überhaupt. Die Rolle sei „lang, exponiert und sehr facettenreich“. Der Tenor ist froh, bereits mit dem Dirigenten Mikhail Tatamikov, der in Berlin am Pult stehen wird gearbeitet zu haben und somit bereits zu wissen, welche Anforderungen er was Geschmack und Stilempfinden betrifft mitbringt.

Auf die Frage, welche der Rollen, die er bereits auf der Bühne verkörpert hat ihm besonders am Herzen liegen antwortet Massi, dass ihn der Cavaradossi in Tosca, Calaf in Turandot, Radamès in Aida, Enzo Grimaldo in La Gioconda und die Titelpartie von Andrea Chénier ganz besonders berühren. In Zukunft möchte der Italiener gerne sein Verdi-Repertoire erweitern und Partien wie Gabriele Adorno, für den es schon konkrete Pläne für 2018 gibt, Foresto ( Attila), Arrigo (I vespri siciliani), Ernani und Don Carlo seinem Repertoire hinzufügen. Und „wer weiß, vielleicht wird auch eines Tages der Mount Everest des italienischen Tenorrepertoires, der Otello folgen“. Der kann allerdings noch warten und zuvor gibt es auch jenseits des Verdi-Repertoires eine ganze Reihe von Rollen, in denen er gerne debütieren möchte. „Ich würde liebend gerne auch französisches Repertoire singen, vor allem Faust, Roméo und Werther“.

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Turandot“ in Bregenz mit Riccardo Massi als Calaf. Foto: Bregenzer Festspiele/ Karl Forstner

Riccardo Massi hat eine schillernde Zukunft vor sich und wir dürfen uns auf eine Reihe von Projekten in Deutschland und Österreich freuen: Diesen und nächsten Monat steht er als Calaf in der zu Beginn erwähnten Turandot auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele, im Dezember folgt das Rollendebüt als Des Grieux in Berlin und im Frühjahr 2017 wieder Calaf, diesmal an der Oper Köln.

Simon Leipold

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Herzliche Einladung zur 322. Konzertveranstaltung der IPG am So, dem 31.7.2016 um 11h mit dem Aleksic Trio im Pleyel Museum, bei Überbuchung im PLEYEL KULTURZENTRUM. Anschließend bieten wir ein dreigängiges Menü!
    

    
Herzlich Willkommen zur 322. Veranstaltung  der Internationalen Ignaz Joseph Pleyel Gesellschaft(IPG)
MATINEE am So, dem 31. Juli 2016, 11.00 Uhr
PLEYEL – MUSEUM, 3701 Ruppersthal 108,

im Falle der Überbuchung des Geburtshauses findet die Matinee im BENTON-SAAL,  PLEYEL – KULTURZENTRUM, Baumgartner Straße 14, 3701 Ruppersthal statt.
Anschließend: Mittagstisch (bitte voranmelden).
Ehrenschutz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll

„Ein Musikwunder aus dem Balkan“ schrieb der bedeutende österreichische Komponist und Musikkritiker Balduin Sulzer über das Aleksic Streichtrio anlässlich ihres Auftritts im Brucknerhaus in Linz im Jahre 2014. Auch der Radiomoderator und Musikwissenschaftler Dr. Otto Brusatti äußerte sich sehr positiv über dieses Ensemble. Unsere Pleyel – VerehrerInnen dürfen diese drei begabten Geschwister bereits seit Jahren im Konzert der IPG bewundern.

KÜNSTLER:  
Aleksic Streichtrio
Aleksa Aleksic Violine
Nadezda Aleksic Violine, Viola
Ana Aleksic Violoncello
 
11.00 Uhr: Moderation samt Power Point Präsentation von Adolf Ehrentraud

11.15 Uhr: Konzertbeginn
PROGRAMM:
Ignaz Joseph Pleyel (1757 Ruppersthal-1831 Paris)
Streichtrio für Violine, Viola und Violoncello in Es, 1787, Ben 401
-Allegro, -Rondo

Ignaz Joseph Pleyel
Streichduo in g-Moll für Violine und Viola in g-Moll, Ben 531
Andante – Allegro espressivo – Tempo di Menuetto
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Streichtrio in D für Violine, Viola und Violoncello Op.9 Nr. 2
1796-1798, Werkverzeichnisnummer: 4236  
-Allegretto, -Andante, quasi Allegretto, -Menuetto. Allegro, -Rondo. Allegro
Ignaz Joseph Pleyel
Streichtrio in A, für 2 Violinen und Violoncello, 1797, Ben 415
-Allegro vivace, -Adagio, -Rondo.Allegro moderato
Zugabe; Änderungen vorbehalten
Wir wünschen Ihnen ein schönes Konzert, und danken Ihnen vielmals für Ihren Besuch! Mehr: www.pleyel.at

PLEYEL – MENÜ
Im Anschluss an die Matinee – ca. um  13.00 Uhr –  bieten wir im schönst gelegenen Konzerthaus mitten am Weinberg ein dreigängiges Pleyel Menü (u.A.w.g.: 02955/70645 oder 0664/495 37 27) wie folgt:
Menükarte:
Fleischstrudel Suppe
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Pute natur mit Risibisi und gemischtem Salat
oder
Rindsroulade mit Spiralen
oder
Spinat-Schafskäse-Strudel
mit grünem Salat
* * *
Hausgemachte Biskuitroulade

und dazu  erlesene Ruppersthaler Weine & Säfte
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ORF – „Kulturmontag“: Die neue Buhlschaft, Flüchtlingsdrama und Verlust des architektonischen Erbes

Außerdem: Orte der Kindheit – Ildikó Raimondi =

Der „Kulturmontag“ berichtet am 25. Juli 2016 um 22.30 Uhr in ORF 2 ausführlich über die neue Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen, den teils zweifelhaften Umgang mit dem architektonischen Erbe am Beispiel Gmunden, sowie über Gianfranco Rosis filmische Auseinandersetzung mit dem Flüchtlingsdrama in seiner neuen Dokumentation „Seefeuer“. Dazu begrüßt Clarissa Stadler Margaretha Maleh, Psychotherapeutin und Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen Österreich, live im Studio. Anschließend an das Kulturmagazin zeigt ORF 2 mit „Orte der Kindheit – Ildikó Raimondi“ (23.30 Uhr) – ein TV-Porträt der rumänischen Sopranistin.

Party-Girl: Die neue Buhlschaft Miriam Fussenegger – Mit der Paraderolle der Salzburger Festspiele über Nacht ein Star
Es ist die populärste und prominenteste Rolle der Salzburger Festspiele: die Buhlschaft in Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“. Wer auf dem ehrwürdigen Domplatz in den Armen des reichen Lebemanns zu liegen kommt, der hat es, so sagt man, geschafft. Umso überraschender war die Entscheidung von Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf, die begehrte Rolle diesmal einer Newcomerin anzuvertrauen. Die erst 25-jährige Miriam Fussenegger kommt aus Luftenberg an der Donau im Mühlviertel. Nach der Matura hat sie begonnen, Psychologie zu studieren, sich dann doch für den Schauspielberuf entschieden und das Wiener Max-Reinhardt-Seminar besucht. Der „Kulturmontag“ präsentiert ein Porträt der aufstrebenden Schauspielerin.

Flüchtlingsdrama: „Seefeuer“ – Die Toten aus dem Mittelmeer: Die Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen live zu Gast im Kultur.montag
Die Horrormeldungen reißen nicht ab: Jede Woche erreichen uns Nachrichten von weiteren ertrunkenen Flüchtlingen. Die aktuelle Arbeit des renommierten Dokumentarfilmers Gianfranco Rosi „Seefeuer“ setzt sich genau mit diesem Thema intensiv auseinander. Ab Freitag ist der bei der diesjährigen Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnete Dokumentarfilm auch in den österreichischen Kinos zu sehen. Der „Kulturmontag“ hat den Regisseur zum Interview getroffen und spricht mit Margaretha Maleh, Psychotherapeutin und Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen Österreich, live im Studio über die schwierige Arbeit der NGOs, die aktuelle Entwicklung der

Flüchtlingskrise und das politische Versagen der EU
Stadtplanung: Posse um neue Bauprojekte in Gmunden – Wie Österreichs Orte ihr architektonisches Erbe verwirken
Gmunden gilt als Paradebeispiel für verfehlte Ortsplanung: Im Zentrum mussten in den vergangenen Jahren Geschäfte schließen, der Speckgürtel mit Shopping-Malls sorgt für hohes Verkehrsaufkommen, viele Neubauten sind ästhetisch umstritten. Die Festwochen Gmunden widmen in ihrem heurigen Programm dem Thema Architektur einen Schwerpunkt mit hochkarätiger Besetzung – Fachleute und Schriftsteller wie Franz Schuh diskutieren über die Frage, wie die eigene Umgebung baulich gestaltet werden soll. Doch während beim Festival heiß debattiert wird, wird im Ort munter gestritten – über Hotel- und Infrastrukturprojekte wie etwa eine höchst ungewöhnliche Straßenbahn oder eine neue Brücke über die Traun … Ein „Kulturmontag“ über Sinn und Unsinn von Ortsentwicklungsprojekten in Österreich.
Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.
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DIE SONNTAG-PRESSE (24. JULI 2016)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die SONNTAG-PRESSE- 24. Juli 2016

Salzburg
Mönch, Kurtisane, Tempelritter
Oper im Konzert: Raritäten können den Blick auf Repertoire und Geschichte lehrreich erweitern.
Salzburger Nachrichten

Bayreuth
Staatsempfang und roter Teppich abgesagt
Nach dem Amoklauf von München hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Staatsempfang zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele am kommenden Montag abgesagt. Dies gebiete der Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen, sagte er am Samstag vor der Presse in München.
Musik heute

Bayreuth
Zieht sich Festivalleiterin Katharina Wagner zurück?
Ihre blonde Mähne hat sich eingeprägt: Gerade zu Anfang ist Katharina Wagner auf dem Grünen Hügel sehr präsent gewesen. Jetzt klagen einige: Sie sei kaum noch zu sehen.
Augsburger Allgemeine

Salzburg
Scheidender Salzburg-Intendant Bechtolf: “So viele andere Sachen, die ich machen möchte”
Musik heute

München/ Bayerische Staatsoper
Ivor Bolton über „Les Indes Galantes“
Vor der heutigen Premiere
Münchner Abendzeitung

Hamburg
Thomas Hengelbrock ist Mr. Elbphilharmonie
Hamburger Abendblatt

Berlin
Digitale Opernwelt. Oper auf allen Kanälen
Berliner Morgenpost

Stuttgart
Heute Gala für Stuttgarter Ballett-Intendanten Reid Anderson
Abendblatt

Heidelberg
Lob des Theaterzwangs
DeutschlandradioKultur

Rostock
Joachim Kümmritz als neuer Intendant in Rostock bestätigt
Abendblatt

ARD-Musikwettbewerb
199 Teilnehmer für ARD-Musikwettbewerb ausgesucht
Musik heute

München/ Gärtnrtplatztheater
Gangster mit Seelenleben – „Chicago 1930“-Uraufführung des Münchner Gärtnerplatztheaters
Staatstheater am Gärtnerplatz“Chicago 1930″ im Cuvilliéstheater – die AZ-Kritik
Münchner Abendzeitung

Schloss Rheinsberg
Zum Verschaukeln auf die Zauberinsel
Barock, der wirkt: Die Kammeroper Schloss Rheinsberg zeigt Händels „Alcina“ in einer neuen Fassung des Sängers und Komponisten Mark Scheibe
Tagesspiegel

Deutsche Vita: Der Tenor Björn Casapietra
Die Zeit

Bayreuth
Exclusive: The private thoughts of Bayreuth’s Amfortas
http://slippedisc.com/2016/07/exclusive-the-private-thoughts

Verona
Carmen In Verona: Fusion Of Cultures And Spectacle
huffingtonpost.cm

London
Prom 8: Glitterball and sequins as Strictly sambas into the Proms
bachtrack

Prom 9 was lost in the acoustics of the Royal Albert Hall
The Telegraph

New York
A Vivacious Celebration of Steve Reich, a Maverick Turned Music Hero
New York Times

Colorado
Evergreen Baby in Colorado
Central City Opera celebrated the 60th anniversary of The Ballad of Baby Doe with a hip, canny, multi-faceted new production.
http://www.operatoday.com/content/2016/07/evergreen_baby_.php

Kansas City
Lyric Opera expands its repertoire with Explorations Series http://www.kansascity.com/entertainment/music-news-reviews

Santa Fe
Santa Fe Opera’s Roméo et Juliette Hits Right Notes
http://www.ladailypost.com/content/santa-fe-opera

Los Angeles
Dudamel and Wang deliver a ‚Rhapsody in Blue‘ for the Hollywood Bowl history books
http://www.latimes.com/entertainment/arts/la-et-cm-dudamel-wang-bowl

Guadalajara
Twelve Singers Selected for the Final Round of Plácido Domingo’s Operalia Competition in Guadalajara
operanews.com

Feuilleton
Alberto Ginastera’s Spanish connection
The Guardian

Opera Manners: A night at the 19th-century opera
http://www.limelightmagazine.com.au/features/behaviour

Bad Leonfelden
Wie man sich eine feine Dame bastelt
Premiere von „My Fair Lady“ bei den Musical-Festwochen in Bad Leonfelden.
Oberösterreichische Nachrichten

Sprechtheater

Salzburg/ Festspiele
Jedermann – Leichenfledderei
http://www.profil.at/kultur/salzburger-festspiele-leichenfledderei-7316669

Avignon
Theaterfestival Avignon: Schlachtfeld und Schutzraum
Politisches Gegenwartstheater trifft reduzierte Klassiker: eine Bilanz des starken 70. Festivals von Avignon
Tagesspiegel

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Unter‘ Strich

Musik-Professor wegen Vergewaltigung angeklagt
Musik heute

Technologie und Kultur: Macht unds Google dumm?
Frankfurter Allgemeine
 

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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 24. JULI 2016)

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 24. JULI 2016)

DIE BAYERISCHE STAATSOPER HAT AM TAG DES ATTENTATS DOCH GESPIELT

Nationaltheater

Die Bayerische Staatsoper und alle ihre Mitarbeiter trauern heute mit den Angehörigen der Opfer vom gestrigen Tag. Wir haben uns trotzdem entschieden, weiterzuspielen und mit Kunst Trost zu spenden.
Deshalb finden alle Veranstaltungen der Bayerischen Staatsoper wie geplant statt.

Stellungnahme Bayerische Staatsoper / Fabian Stallknecht:
Vielen Dank für Ihren Beitrag. Wie Sie diversen Besucherkommentaren unter diesem Beitrag und auch einem aktuellen Post von BR-KLASSIK entnehmen können, war das Nationaltheater nach der Vorstellung „Der Fliegende Holländer“ am Freitag durchaus ein offenes Haus. Die Besucher wurden an den Ausgängen von uns über die aktuelle Lage informiert, es gab Getränke – und für alle, die nicht nach Hause gelangen konnten, eine Übernachtungsmöglichkeit. Die letzten Gäste haben heute um halb sechs am Morgen das Haus verlassen.
Beste Grüße, die Online-Redaktion

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IM BAYERISCHEN STREAM UND  ÖSTERREICHISCHEN TV -SENDERN: HEUTE „GROSSKAMPFTAG“

Sonntag wird „wild“: Zweimal Ossy Kollmann zuerst, ( http://diepresse.com/home/kultur/news/5053478/Virtuose-des-Blodelns-oder_Ossy-mach-an-Witz)

18 Uhr Stream „Indes Galantes“ aus München

20,15 Viktoria und ihr Husar (Ö III)

22,00  ZDF Gala aus Baden Baden mit Kaufmann, Harteros, Terfel und keiner Garanca…

Bayerische Staatsoper: Das sind die Live-Stream-Termine der Saison 15/16:

24. Juli 2016, 18.00 Uhr
Jean-Philippe Rameau
Les Indes galantes (Neuinszenierung, Festspielpremiere)
Musikalische Leitung: Ivor Bolton
Inszenierung und Choreographie: Sidi Larbi Cherkaoui
Mit Lisette Oropesa, Anna Prohaska, Mathias Vidal, Tänzern der Compagnie Eastman u.a.

Ivor Bolton über LES INDES GALANTES

31. Juli 2016, 17.00 Uhr
Richard Wagner
Die Meistersinger von Nürnberg (Neuinszenierung, Opernfestspiele)
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: David Bösch
Mit Wolfgang Koch, Christof Fischesser, Jonas Kaufmann, Sara Jakubiak u.a.

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POLAND, National Forum of Music in Wrocław: Singing Europe Concert – Aleksandra Kurzak and Roberto Alagna, 06.08.2016

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Bassem Akiki, Alexandra Kurzak, Roberto Alagna. Copyright: Slawek Przerwa

The joint performance of world-famous soloists – the Wrocław-born soprano Aleksandra Kurzak and the French tenor Roberto Alagna – will be the highlight of the Singing Europe project. The concert will be conducted by Bassem Akiki (nominated for the prestigious International Opera Award 2016). Alongside the two opera stars, the National Forum of Music will also host many European choirs.

Aleksandra Kurzak’s Wrocław comeback
The renowned soprano’s performances in her hometown are few and far between. Kurzak’s fans cherish her every single concert and spectacle in Wrocław, such as the 2007 Rigoletto premiere at the Wrocław Opera or the 2009 opening night of The Marriage of Figaro. In September 2009 Kurzak appeared also during the Wratislavia Cantans festival, singing at an open-air concert conducted by Paul McCreesh. “I think back to that cooperation very fondly,” Kurzak reminisces today. In September 2015, she enraptured her admirers performing twice during one weekend – first with a classic repertoire at the NFM, and then at the Centennial Hall with more popular ‘hits.’

Roberto Alagna’s first Wrocław performance
On August 6, 2016, the opera star and the Polish-Lebanese Maestro will meet again for a musical Reunion during the Singing Europe concert. “I’m really thrilled to be coming back to Wrocław,” the artist does not hide her excitement. Singing together with Aleksandra Kurzak will be Roberto Alagna, one of world’s most famous and sought-after tenors, the soprano’s husband and father of their daughter, Malena. Kurzak comments, “Never before have we performed together in Wrocław; moreover, Roberto has until recently never concerted in Poland, although he has just celebrated his 30th artistic anniversary.”

Singing Europe
What might the Wrocław music lovers expect to hear during the August concert at the National Forum of Music? “Although the concert programme was prepared by Paul McCreesh, it will consist mostly of opera pieces,” Andrzej Kosendiak reveals, director of the National Forum of Music and the originator of the Singing Europe project. The audience will be treated to arias and duos from works by Charles Gounod, Giuseppe Verdi and Giacomo Puccini, as well as to famous choral scenes from the masters’ operas. As Kurzak explains, “the organisers wish to exploit the incredible vocal potential of choirs involved in the Singing Europe project, and so we decided to include pieces which fulfil these expectations.”
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BREGENZ:  „AMLETO“  – eine Richtigstellung von Stefan Tanzer (aus unserem Forum“)


Paul Schweinester, Pavel Cernoch. Copyright: Bregenzer Festspiele/ Karl Forstner

Ich – als selber einschlägig Tätiger – halte mich ja hier sehr bewußt mit Einträgen zurück. Ein paar persönliche Bemerkungen zur europäischen Wiederaufführung von Franco Faccios Oper „Amleto“ aus 1865 derzeit in Bregenz würde ich aber dennoch gerne deponieren: Im Gegensatz zu der „allwissenden Kulturinstanz“ des ORF, Frau Rett, war zumindest mir der Name Faccio längst ein Begriff. Jeder, der sich nur andeutungsweise mit Verdi beschäftig hat, kennt ihn. Und man weiß in der Regel auch, daß in diesen Zeiten so gut wie jeder Kapellmeister komponiert hat. Und wäre es nur zum „Hausgebrauch“ gewesen, um bestehende Stücke an vorhandene Möglichkeiten anzupassen. Diese Tradition zieht sich bis ins 20. Jahrhundert. Der italienische Dirigent Luigi Mancinelli (1848-1921) beispielsweise, mehrere Saisonen an der Metropolitan Opera im Einsatz, hat immerhin dort 1903 seine Oper „Ero e Leandro“ zur Aufführung gebracht. Bruchstücke aus den damaligen Vorstellungen sind auf den berühmten „Mapleson-Zylindern“ erhalten. Auch der spätere „Hausdirigent“ der MET, der Italo-Argentinier Ettore Panizza (eigentlich Héctor Panizza, 1875-1967), hat vier Opern hinterlassen. Josè Cura sang vor mehreren Jahren eine Arie von ihm zur Wiener Opernballeröffnung.

Franco Faccio, hauptberuflich Dirigent, hat als 25-Jähriger eine absolut beachtliche, packende, und in Tateinheit mit Arrigo Boito als Librettist überaus stringente Oper geschaffen. Trotz berückender lyrischer Momente überwiegt an vielen Stellen noch der jugendliche Übermut in plakativem Blech und Paukengetöse. Zur aggressiven Grundhaltung des Werkes indes durchaus in der Regel passend. Das Stück stellt höchste Anforderungen an sämtliche Protagonisten. Daß der Mißerfolg in der zweiten Aufführungsserie 1871 in Mailand aufgrund der Indisposition des Tenors sowohl die Oper verschwinden als auch den dirigierenden Komponisten zur Aufgabe seiner weiteren Tonsetzerkarriere bewegen ließ, ist im Nachhinein mehr als bedauerlich! Was hätte nach dieser beeindruckenden Talentprobe eines quasi noch „Teenager-Komponisten“, der Ponchielli, Mascagni, Leoncavallo und den späteren Verdi vorwegnimmt, unter anderen Umständen noch folgen können!

Und, um jetzt ganz ehrlich zu sein, hat es mich persönlich gefreut, so viele Solisten mit Bezug zur Volksoper (wo ich ja nun mal „zu Hause“ bin) dermaßen erfolgreich zu erleben. Pavel Cernoch war einst bei uns, Dshamilja Kaiser hat bei uns mehrmals gastiert, Paul Schweinester und Sebastien Soules waren bei uns im Ensemble – und Yasushi Hirano ist nach wie vor eine wertvolle Stütze bei uns! Das nur ganz sanft jenen ins Stammbuch geschrieben, welche die VOP immer wieder gerne eher von oben herab betrachten… 😉 – Großes Kompliment an das gesamte Bregenzer Team!

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DEUTSCHER REGIEPREIS METROPOLIS 2016
Opernsänger und Regisseur Selcuk Cara gehört zur diesjährigen Nominierungs-Jury des Deutschen Regiepreises Metropolis 2016.

Oscarpreisträger Michael Haneke (Die Klavierspielerin, Das weisse Band) erhielt 2015 den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Selcuk Cara (BVR) darf Vorschläge für folgende Sektionen aussprechen:
01. Beste Regie Kinofilm
02. Beste Regie Kinder-/Jugendfilm
03. Beste Regie Dokumentarfilm
04. Beste Regie Nachwuchs
05. Beste Regie Fernsehfilm
06. Beste Regie TV-Serie/Serienfolge
07. Beste männliche schauspielerische Leistung
08. Beste weibliche schauspielerische Leistung
09. Beste Leistung einer Produzentin/eines Produzenten
10. Beste Leistung einer Redakteurin/eines Redakteurs
11. Herausragende Leistung eines Gewerks (2016: Schnitt)
www.selcuk-cara.com
http://www.hilbert.de/kuenstler.php?katid=8
 
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Gewinner des Deutschen Regiepreises Metropolis 2015
Ehrenpreis für das Lebenswerk: MICHAEL HANEKE

Beste Regie – Kinofilm: Oliver Hirschbiegel für „Elser“
Beste Regie – Kinderfilm: Wolfgang Groos für “Rico, Oskar und das Herzgebreche“
Beste Regie – Dokumentarfilm: Hubertus Siegert für “Beyond punishment”
Beste Regie – Fernsehfilm: Florian Schwarz für “Tatort : Im Schmerz geboren”
Beste Regie – TV-Serie/Serienfolge: Edward Berger für “Deutschland 83″
Beste Regie – Nachwuchs: Giulio Ricciarelli für “Im Labyrinth des Schweigens”
Beste schöpferische Mitwirkung – Kamera: Philipp Sichler für “Tatort : Im Schmerz geboren” & „Mörderhus: Der Usedom-Krimi“
Bester Schauspieler: Christian Friedel für seine Darstellung in „Elser“
Beste Schauspielerin: Martina Gedeck für ihre Darstellung in „Das Ende der Geduld“
Lobende Erwähnung: Emma Bading
Bester produzentische Leistung: Til Schweiger für die Produktion des Kinofilms „Honig im Kopf“
Beste redaktionelle Leistung: Ulrike Leibfried für die Redaktion von „Deutschland ´83“
http://www.deutscher-regiepreis.de/

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Stuttgarter Ballett: „20 JAHRE INTENDANZ REID ANDERSON“ mit Abschiedsvorstellung von SUE JIN KANG 15.-24.7. Ein großes Fest

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Bewundert gefeiert und bedankt vom gesamten Stuttgarter Ballett: Sue Jin Kang. Copyright: Stuttgarter Ballett

Jubiläen beim Stuttgarter Ballett werden bekanntlich groß gefeiert. Keine Frage, dass das zwei Jahre vor Reid Andersons Amtsende 2018 erreichte 20 Jahr Jubiläum seiner Intendanz Anlass für eine besondere Würdigung war. Nicht nur mit einer Gala, nein mit einer 10tägigen Festwoche, die all das berücksichtigte, was seine Spielplan-Gestaltung und seine Verdienste um den Nachwuchs bei Tänzern und Choreographen ausmacht.

Den Auftakt bildete nicht eine Premiere oder spezielle Repertoire-Aufführung, sondern ein schon lange ausgestandenes Film-Portrait über die Geschichte des Stuttgarter Balletts von seinen Anfängen unter John Cranko über die Direktionszeit von Marcia Haydée bis zur Gegenwart. Ein gutes Jahr lang begleitete Regisseur und Autor Harald Woetzel mit einem Team des SWR-Fernsehens die Compagnie, sowohl zu Hause im Trainings- und Probenalltag als auch auf der letzten großen Tournee nach Japan im Herbst letzten Jahres. Mit älteren teilweise schon bekannten historischen Aufnahmen wird die Entwicklung des Ensembles zum Weltruhm beim Gastspiel 1969 in New York mit dem seither zum Zitat gewordenen „Ballettwunder“ ebenso demonstriert wie die bis heute andauernde Position als eine der führenden Compagnien mit den aktuell als Superhelden ihrer Kunst illustrierten Tänzer/innen. Der eine volle Spielfilm-Länge von 90 Minuten dauernde Portrait-Beitrag, der ein paar Tage später unverständlicherweise erst zu mitternächtlicher Zeit auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde, bildete den ungewöhnlichen Festwochen-Beginn im Stuttgarter Metropol-Kino.

Der Folgeabend unter dem Titel „NEXT GENERATIONS“ bot einen Überblick über die aktuell von ehemaligen Stuttgarter Tänzern geleiteten Ballett-Ensembles. Dass fast überall auf der Welt Spuren, die nach Stuttgart führen, zu finden sind, wissen wir en detail bereits seit dem 50Jahr Jubiläum 2011. Doch erscheint es schon bewunderungswürdig, wie vielen Tänzern/Innen Anderson in seinen Stuttgarter Jahren nicht nur den Weg zum Choreographen geebnet hat (das ist seit der Gründung der Noverre-Gesellschaft mit ihren Foren-Abenden für Nachwuchs-Schrittmacher längst eine Tradition), vielmehr auch zahlreiche seiner Tanzkünstler zur Funktion als Ballettdirektoren ermutigt und beraten hat. Und so schickten an diesem Abend Bridget Breiner (Ballett im Revier Gelsenkirchen), Sue Jin Kang (Koreanisches Nationalballett Seoul), Filip Barankiewicz (Tschechisches Nationalballett Prag ab 2017/18), Robert Conn (Ballett Augsburg) und Eric Gauthier (Gauthier Dance Stuttgart) einige ihrer Ensemble-Mitglieder für jeweils zwei Beiträge für diesen Abend nach Stuttgart. Nur Christian Spuck (Ballett Zürich) und Ivan Cavallari (Ballett National du Rhin Strasbourg, ab 2017/18 Les Grand Ballets Canadien Montreal) war dies nicht möglich, weil ihre Compagnien bereits in die Sommerpause gegangen sind, doch kamen beide selbstverständlich, auch um am darauffolgenden Sonntag-Vormittag in einer launigen, von Kommunikations- und Dramaturgiedirektorin Vivien Arnold moderierten Gesprächsrunde ihre Ansichten und Erfahrungen zu schildern. Als bereits bestellter Nachfolger von Anderson gehörte der jetzige Stellvertreter Tamas Detrich korrekterweise auch dazu.

Der nächste Programmpunkt „SKIZZEN“ mit insgesamt drei Vorstellungen im Kammertheater bot einen Rückblick auf eine Auswahl aus dem mit 95 neuen Stücken rekordverdächtigen Uraufführungs-Archiv der vergangenen 20 Jahre. So gab es eine Wiederbegegnung mit Arbeiten von Mauro Bigonzetti und Kevin O’Day, die Ende der 90er Jahre in Stuttgart ihren Durchbruch erzielt haben, eine Szene aus Christian Spucks erstem Handlungsballett „Lulu.Eine Monstretragödie“, Edward Clugs Kammerballett „Ssss…“, stilprägende Kreationen der ehemaligen Ersten Solisten Bridget Breiner und Douglas Lee und vor allem Schöpfungen der Hauschoreographen Marco Goecke und Demis Volpi sowie der jüngsten Schrittmacher Katarzyna Kozielska und Louis Stiens. Eine grandiose Zusammenstellung, die naturgemäß viele Rollendebuts mit sich brachte, worunter Gruppentänzer Adhonay Soares da Silvas „Firebreather“ als Nachfolger des inzwischen nach Amsterdam gewechselten Power-Tänzers Daniel Camargo sicher die bemerkenswerteste und überraschendste, wieder einmal Andersons bekannte Instinktsicherheit verratende war.

Der fünfte Abend verwies auf die Bedeutung der Hauschoreographen und bot noch einmal die erstmals im Frühjahr gezeigte starke Zusammenstellung von William Forsythes sportivem „SECOND DETAIL“, Marco Goeckes erfreulich fließendem „LUCID DREAM“ und Uwe Scholz harmoniesatter „SIEBTER SINFONIE“.

Die drei großen Handlungsklassiker von Gründervater John Cranko an den Nachfolgeabenden waren natürlich ein Muss als fester unverzichtbarer Repertoirepfeiler des Stuttgarter Balletts. Als „ROMEO UND JULIA“ standen die beiden weltweit bekanntesten Stuttgarter Tänzer Alicia Amatriain und Friedemann Vogel an der Spitze einer Besetzung, die mit der ehemaligen Primaballerina und heutigen Direktorin des Badischen Staatsballetts Karlsruhe Birgit Keil als Lady Capulet ein besonderes i-Tüpfelchen bekam. In „DER WIDERSPENSTIGEN ZÄHMUNG“ kam es wohl bedingt durch den überraschenden Weggang von Daniel Camargo zum vorgezogenen Rollendebut von Constantine Allen als Petrucchio, an der Seite der bereits erprobten Katharina von Elisa Badenes. Eine Wertung dieser Premiere erfolgt dann anlässlich eines Aufführungsbesuchs zu Beginn der neuen Spielzeit. Der dritte Cranko-Abend war denn mit sehr viel Wehmut, aber auch Dankbarkeit für unzählige unvergessliche Begegnungen verbunden und sei daher genauer gewürdigt:

ONEGIN“ 22.7. mit Bühnenabschied von SUE JIN KANG – auch ein Ballettwunder!

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Viele Solo-Ovationen für Sue Jin Kang. Copytight: Stuttgarter Ballett

Seit Marcia Haydée war keine andere mehr so mit Puschkin/Crankos Tatjana verschmolzen wie die seit 1986 zum Stuttgarter Ballett gehörende Koreanerin. Ihre Identifikation mit dieser (und vielen anderen) Rollen ist von einer solchen Direktheit, Natürlichkeit und Dringlichkeit geprägt, dass der Zuschauer in das Drama der vom träumerisch befangenen Landmädchen zur St. Peterburger Dame aufsteigenden älteren der beiden Larin’schen Töchter förmlich hineingezogen wird. Bei ihr ist alles wie wahrhaft erlebt, durchdrungen, wie von einer magischen innerlichen Kraftquelle belebt, angetrieben, leicht wie ein Schmetterling und doch von eiserner Energie. Vom ersten Anhimmeln Onegins, ihrem schwärmerischen Traum über die Demütigung beim Geburtstagsfest, den flehentlichen Versuch der Duell-Abwendung, den unmissverständlich strengen Blick der Maßregelung Onegins nach seiner Tat, die später an der Seite ihres Mannes Fürst Gremin ausstrahlende Geborgenheit bis zum wilden Kampf des Schluss-Pas de deux mit Onegin lässt uns Sue Jin Kang tief in ihre Seele blicken und macht gleichzeitig Staunen, wie sie im äußerst reifen Alter einer Primaballerina von bald 50 Jahren sowohl ihre alterslos erscheinungsmäßige wie auch ihre bis in alle Winkel der Choreographie reichende aparte und sich nichts schenkende, alles musikalisch präzise und gestreckt austanzende Form bewahrt hat. Es ist kaum zu fassen, dass dies nun endgültig Vergangenheit sein soll. Symbolisch spiegelt sich das perfekt wieder im letzten Moment der Aufführung, wenn Tatjana nach Onegins endgültiger Abweisung total aufgewühlt mit frontalem Blick an der Rampe ihr Gesicht wie zu einem stummen Schrei formt. So herzzerreißend vermochte das keine andere!

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Ein letzter verzweifelter Kampf: Sue Jin Kang (Tatjana) und Jason Reilly (Onegin). Copyright: Stuttgarter Ballett

Dass sich Sue Jin Kang bei diesem Abschied noch einmal so unvergleichlich mit Haut und Haaren in ihren Part und in die komplizierten Hebungen werfen und fallen lassen konnte, lag am starken und innerlich doch sensiblen Jason Reilly, einem ihrer langjährigen Partner, der als Onegin noch mehr als bisher in den schwierigen Charakter hineinfand, gleich am Anfang so auf sich konzentriert wirkte, dass er Tatjana erst ganz abrupt wahrzunehmen schien, im Spiegel-Pas de deux und auch auf Olga noch verführerischer wirkte, dass sich Hyo Jung Kang mit sichtbarem Genuss in das böse Spiel hineinziehen ließ. Ganz zum Verdruss ihres Lenskis, den Pablo von Sternenfels nach anfänglichen Ungleichmäßigkeiten, aber gewinnendem Charisma, mit großer persönlicher Verzweiflungs-Note im Solo, zu einem überzeugenden Charakter formte. Roman Novitzky trug als Gremin seine Frau sicher und solide auf Händen. Die besondere Abschieds-Stimmung mobilisierte nicht nur das Corps de ballet zu noch erhöhtem Engagement (z.B. zeigten sich die Senioren auf Tatjanas Geburtstagsfest noch nie so echauffiert über die Erscheinung und das arrogante Verhalten Onegins.), auch das Staatsorchester Stuttgart ließ sich von James Tuggle zu besonders schön phrasierten Stimmungsmalereien hinreißen.

Der Dank für die Ausnahme-Künstlerin Sue Jin Kang war gewaltig: fast 25 Minuten jubelte das Publikum, während unzählige Blumengebinde von beiden Seiten auf die Bühne flogen, alle Tänzer und der gesamte Mitarbeiterstab des Stuttgarter Balletts zur zweimal wiederholten Polonaise aus dem dritten Akt an ihr vorbei defilierten und sich mit der Überreichung einer roten Rose persönlich von ihr verabschiedeten, der noch- und der kommende Intendant riesige Rosensträuße überbrachten, Luftballons von der Decke schwebten, ein Transparent „Alles Gute, wir lieben Dich und werden Dich vermissen!“ im Hintergrund herabgelassen wurde und draußen der Himmel seine Abschiedstränen in Strömen vergoß.

Sie wird uns schmerzlich fehlen, doch müssen wir dankbar sein, sie so lange gehabt zu haben. Ein rotes Herz mit den Worten „Danke Sue Jin“ stand denn auch auf einem DINA3 Poster, das auf jedem Platz auslag und auf Zeichen von Reid Anderson in die Höhe gehoben werden sollte. Eine wirklich rührende Geste, die bezeugte, wie sehr dem Stuttgarter Ballett bewusst ist, welch besonderes Ansehen Sue Jin Kang hier genossen hat und wie sehr sie in unseren Herzen verankert ist.

Udo Klebes

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BUCHTIPP: UNNÜTZES HAMBURGWISSEN (Holzbaumverlag Wien)

Soeben ist der Titel UNNÜTZES HAMBURGWISSEN in unserem Verlag erschienen. Ein Buch, das alles erfüllt, was man sich von einem Stadtführer wünscht: Man wird beim Lesen bestens unterhalten, lernt eine Menge Neues und will nach der Lektüre unbedingt an diesen Ort reisen!

Hier gibt’s eine kleine Leseprobe:

• Man munkelt, dass die Hamburger Aalsuppe traditionell gar keinen Aal enthält. So gilt sie als Resteessen, bei dem „allens rinkümmt” was sich so in der Küche befindet. Der Aal gilt nur als ein Zugeständnis an Gäste der Stadt, um sie nicht zu enttäuschen.

• Früher wurde das Wasser für das Brauen des Bieres direkt aus den Fleeten genommen. Problem dabei: Hier landete auch der ganze Dreck der Stadt. Lösung des Problems: Die Bewohner wurden dazu aufgefordert an den Tagen bevor gebraut wurde, nicht „in die Alster oder deren Fleete zu scheißen”. Aus Ermangelung an Toiletten blieb den Einwohnern des Gängeviertels nämlich normalerweise nichts anderes übrig.
• In dem Restaurant „Schwerelos“ in Hamburg-Harburg werden die Mahlzeiten über eine Abschussrampe und gewundene Schienen an die Gäste geliefert – ein Achterbahn-Restaurant!

• Friedrich Hermann Faerber, Gründer des „Panoptikums”, hat sich das allererste Automobil Hamburgs angeschafft. Geliefert wurde der Benz Patent-Motorwagen „Vis-à-vis“ im Jahr 1894 mit der Bahn. Statt einer Gebrauchsanweisung wurden damals noch Werks-Ingenieure mitgeliefert, die die Aufgabe hatten, den Kunden zu unterweisen.

• Die Schwäne Hamburgs haben seit dem 17. Jahrhundert ihren eigenen „Schwanenvater“, der für ihre Umsiedlung vom Sommer- ins Winterquartier zuständig ist. Darüber hinaus ist es unter Strafe gestellt, die Schwäne zu verletzen, zu töten oder sogar zu beleidigen!

Bibliografie:
Stadtbekannt.at: Unnützes HamburgWissen
Softcover, 128 Seiten, EUR 9,99
ISBN 978-3-902980-53-3
Ab sofort überall wo es Bücher gibt und auf holzbaumverlag.at!

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