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WIEN / Rathaus: ARKADENHOFKONZERT DER GARDEMUSIK

WIEN: ARKADENHOFKONZERT DER GARDEMUSIK (am 21.7. 2017 im Arkadenhof des Wiener Rathauses)

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Nachmittag: Generalprobe vor 200 chinesischen Gästen. Oberst Bernhard Heher vor seinem Orchester. Foto: Gardemusik

Ein heftig umjubeltes Konzert erlebten mehr als 1000 Zuschauer im Arkadenhof des Wiener Rathauses. So eindrucksvoll das Ambiente ist, die Akustik ist problematisch.

Oberst Bernhard Heher, der Leiter der Gardemusik des Österreichischen Bundesheeres, hat ein gar nicht so einfaches Programm erstellt, ging es ihm auch darum, die Solisten seines Orchesters einem breiten Publikum vorzustellen.  Dafür wurde Antonio Vivaldis „Konzert für 2 Trompeten) in das Programm genommen (Trompete: Andreas Schweiger und Thomas Wirnsperger).  Eine „Polka für vier Klarinetten“ brachten Benedikt Hochleitner, Valentin Zsilavecz, Philipp Rettenwender und Sebastian Rupp virtuos zu Gehör. Schließlich sang Lea Friedrich (auch in schmucker Heeres-Uniform) Musik aus dem James Bond-Film „Skyfall“. Die „Bundes-Heerschau“ gelang eindrucksvoll, die Gardemusik verfügt über über hochkarätige Musiker, leider oft nur kurz, denn wenn diese abrüsten, gehen sie der  Gardemusik verloren – und die Arbeit des musikalischen Leiters beginnt von vorne! Anderseits ist es wohl immer wieder spannend, mit neuen Musikern zu arbeiten!

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Korngold, Vivaldi, Dvorak auf dem Programm

Die drei Gesangssolisten des Abends waren keine aktuellen Militärangehörigen (ich gehe davon aus, dass die beiden Herren früher einmal solche waren, die Sopranistin sicher nicht), hatten also keinen wie immer gearteten „Heimvorteil“. Dass ihnen das Publim stürmisch zujubelte, war der verdiente Lohn für eine unerhört starke Performance!

Die Bühnenpräsenz von Anna Ryan ist enorm, sie kommt eigentlich von der Oper und so hielt – was selten vorkommt – die Oper Einzug in die Militärmusik. Bei „Glück, das mir verblieb“ aus Korngolds „Die tote Stadt“ hielten auch die Nicht-Opernfreunde im Publikum hörbar den Atem an, Anna Ryan gelang eine zu Herzen gehende Interpretation. Später glänzte sie auch noch in Ausschnitten aus „Die Fledermaus“ gemeinsam mit dem Bassisten Andreas Hirsch und dem Tenor Peter Widholz. Peter Widholz eroberte das Publikum mit den Schmachtfetzen „Komm, Zigany“ aus Kálmáns „Gräfin Mariza“, Andreas Hirsch brachte als „Ollendorf“ (Der Bettelstudent) neben stimmlichen Qualitäten auch noch eine gehörige Portion Humor ein.

Das Publikum zwang die Künstler, ob nun die vokalen wie auch die instrumentalen, zu mehreren Zugaben. Mit dem unvermeidlichen „Rausschmeisser“  Radetzymarsch ging ein Konzert zu Ende, auf das die Gardemusik mit Recht stolz sein kann!

A.C.

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Klarinettenkonzert mit Benedikt Hochleitner, Valentin Zsilavecz, Philipp Rettenwender und Sebastian Rupp. Foto: Myrto

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„Glück, das mir verblieb“ (Korngold „Die Tote Stadt“). Anna Ryan. Foto: Myrto

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Auszüge aus „Die Fledermaus“: Andreas Hirsch, Peter Widholz, Anna Ryan. Foto: Myrto

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Andreas Hirsch, Peter Widholz, Anna Ryan. Foto: Myrto

A.C

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