Der Neue Merker

GEBURTSTAGE IM MAI 2017

GEBURTSTAGE IM MAI 2017

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er.

Zusammenstellung: Walter Nowotny

 1.5. Jutta GEISTER wird 60

Jutta Geister

 Sie erhielt ihre Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und Wien. Mehr als 20 Jahre war sie als Solo-Sängerin (Stimmfach Alt) u.a. an der Wiener Staatsoper (1991-2000), an der Wiener Volksoper, am Landestheater Salzburg, am Opernhaus Graz, an der Deutschen Oper Berlin und an der Oper von Monte Carlo engagiert. Solistische Konzertauftritte absolvierte sie u.a. im Stefaniensaal Graz, im Wiener Musikverein, im Konzerthaus Wien und am Concertgebouw Amsterdam. Sie trat als Altsolistin bei Messen in der Universitätskirche in Wien, in der Stiftskirche Klosterneuburg und mit dem Concilium musicum Wien auf. Sie wirkte bei der CD-Einspielung der ersten tschechischen Oper  L’origine di Jaromeriz in der Rolle der Genovilde mit. Später unterrichtete sie Gesang und Gitarre.

 

1.5. Pierre-André BLASER wird 80

 Er studierte am Konservatorium von Genf bei Hélène Morath, bei Juliette Bise in Bern und in Meisterkursen bei Ernst Haefliger. Er trat im Ablauf seiner Karriere als Gast am Grand Théâtre Genf (1972 als junger Seemann in »Tristan und Isolde« und als Coryphée in »Antigone« von Cocteau/Honegger, 1980 als Tenor-Solist in einem Ballettabend) und auch an den Theatern von Biel-Solothurn und Lausanne sowie in Bologna auf, doch war er in erster Linie als Konzertsänger tätig. Auf diesem Gebiet hatte er eine ganz internationale Karriere mit Auftritten in den Zentren des Schweizer Musiklebens, in Paris und Toulouse, in Lyon und Nizza, in Freiburg i. Br., Karlsruhe und Stuttgart, in Madrid und Lissabon, beim Avila Festival und beim Festival von Besançon. Dabei trat er als Solist in den Passionen, im Weihnachtsoratorium und in Kantaten von J.S. Bach, im »Messias« von Händel, in Werken von Mozart (Requiem, C-Moll-Messe), J. Haydn (»Die Schöpfung«, »Die Jahreszeiten«), Beethoven (9.Sinfonie, Missa solemnis), Mendelssohn (»Elias«), Berlioz (»L‘Enfance du Christ«), R. Schumann (»Das Paradies und die Peri«), Schönberg (»Gurre-Lieder«), A. Honegger (»Le Roi David«), Strawinsky und Frank Martin (»Golgotha«, »In terra pax«, »Le Mystère de la Nativité«) und auch als Liedersänger in Erscheinung. Er wirkte in der Schweiz in mehreren Uraufführungen zeitgenössischer Werke mit und arbeitete an den Konservatorien von Genf und Lausanne auf pädagogischem Gebiet.

Schallplatten: VDE-Gallo (Nelson-Messe von J. Haydn, »Te Deum von Budovár« von Z. Kodaly, »Haute Terre« von E. Simoncini), Erato (95. Psalm von Mendelssohn, »Renard« von Strawinsky), Pan (»Folie de Tristan« von A. Schibler)

 

2.5. Philippe HERREWEGHE wird 70

 Nach dem Abitur an einem Jesuitenkolleg, studierte er am Genter Konservatorium bei Marcel Gazelle (Klavier), Johan Huys (Cembalo) und Gabriel Verschraegen (Orgel). Nach Abschluss der musikalischen Ausbildung studierte er Medizin und spezialisierte sich in Psychiatrie. Schon während seiner Studienzeit leitete er einen Chor. Sein Ensemble, das in den Anfängen noch Amateurstatus hatte, fand bei Musikern wie Nikolaus Harnoncourt oder Gustav Leonhardt Beachtung. So wirkte er an Harnoncourts Gesamteinspielung der Bachkantaten mit. Herreweghe gehört inzwischen zu den wichtigen Protagonisten der historischen Aufführungspraxis. Seit 1970 leitet er das Collegium Vocale Gent, das sich sowohl mit vorbarocker Musik beschäftigte als auch wegweisende Einspielungen der Kantaten von Johann Sebastian Bach vorlegte. Dem Chor wurde 1989 ein auf Originalinstrumenten spielendes Ensemble zur Seite gestellt. Herreweghe ist ebenfalls Leiter des in Paris beheimateten „Orchestre des Champs Elysées“. Seit 1999 ist er erster Dirigent der „königlichen Philharmonie von Flandern“, mit Sitz in Antwerpen. 1982 übernahm er die künstlerischen Leitung des „Alte Musik“ Festivals in Saintes. 2010 erfolgte die Gründung des eigenen CD Labels „phi“. Die erste Aufnahme galt Gustav Mahlers 4. Sinfonie.

Weitere Informationen auf dieser Web-Seite:  http://www.collegiumvocale.com/nl  

 

2.5. Lars KULLENBO wird 75

Lars_KULLENBO

 Er studierte 1960-61 an der Musikhochschule von Wien bei Elisabeth Rado, 1962-63 an der Königlichen Musikhochschule Stockholm bei Dagmar Gutafson, später noch bei dem berühmten Bariton Tito Gobbi in Italien. Er debütierte als Bariton 1963 an der Königlichen Oper Stockholm in der Partie des Silvio im »Bajazzo«. Zunächst sang er dort Rollen wie den Figaro in »Le nozze di Figaro« und im »Barbier von Sevilla«, den Rigoletto, den Malatesta im »Don Pasquale«, den Marcello in Puccinis »La Bohème« und den Guglielmo in »Così fan tutte«. Dann wandelte sich seine Stimme jedoch zum Tenor, und 1976 sang er in Stockholm als erste Tenorpartie den Herzog im »Rigoletto«, später den Alfredo in »La Traviata«. Er übernahm auch kleinere Bühnenpartien und kam als Konzertsänger zu einer erfolgreichen Karriere.

 

2.5. Hermann HÄHNEL wird 85

Hermann HÄHNEL

Er studierte Gesang bei F. Trommler und dann bei Dagmar Freiwald-Lange in Berlin. 1962 erfolgte sein Bühnendebüt am Theater von Potsdam als Ferdinand in »Die Verlobung im Kloster« von Prokofjew. Bereits seit 1959 war er als Konzertsänger tätig, wobei er sich in erster Linie mit dem zeitgenössischen Musikschaffen auseinander setzte. Er wurde als Pädagoge an die Musikhochschule in Ost-Berlin berufen, ging aber weiter auch noch seiner Tätigkeit im Konzertbereich nach; auf der Bühne gab er einige Gastspiele.

Schallplatten: Eterna, Berlin Classics (Deutsche Sinfonie von Hanns Eisler).

 

3.5. Kathryn DAY wird 70

Sie absolvierte ihre Ausbildung an der Indiana University und am Curtis Institute of Music, wo sie Schülerin von Margaret Harshaw war. 1972 debütierte sie an der Pennsylvania Opera Company als Traviata. 1973 belegte sie den dritten Platz bei den Metropolitan Opera National Council Auditions, im gleichen Jahr sang sie die Mimì in »La Bohème« und die Traviata bei der Little Lyric Opera Company in Philadelphia, 1974 debütierte sie bei der Lyric Opera Company Philadelphia als Nella in »Gianni Schicchi«. An der Oper von San Diego debütierte sie 1975 in der Titelpartie von Dvoráks »Rusalka« und sang hier in der Folge auch 1978 die Ninetta in Prokofjews »L’Amour des trois oranges« und die Nannetta in Verdis »Falstaff«, 1985 die Tatjana in »Eugen Onegin«, 1986 die Gräfin in Mozarts »Le nozze di Figaro« und 2000 die Azucena im »Troubadour«. 1977 debütierte sie an der Oper von San Francisco als Mädchen in V. Ullmanns »Der Kaiser von Atlantis« und als Clorinda in Monteverdis »Il combattimento di Tancredi e Clorinda«. 1985 gastierte sie hier als 3. Norn und als Gutrune in der »Götterdämmerung«, 1990 nochmals als 3. Norn. 1977 sang sie an der Oper von Santa Fé in der amerikanischen Erstaufführung von Nino Rotas »Il cappello di paglia di Firenze« die Anaide. 1979 sang sie die Servilia in Mozarts »La clemenza di Tito« beim Mostly Mozart Festival und debütierte als Valencienne in Lehárs »Die lustige Witwe« an der New York City Opera, an der sie seither oft auftrat (1980 als Prinzessin Margaret in »The Student Prince« von Romberg, 1982 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1987 als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, 2000 als Prinzessin Clarissa in Prokofjews »L’Amour des trois oranges«). 1980 sang sie beim Caramoor Festival in der amerikanischen Erstaufführung von Joseph Haydns »La vera costanza« die Rosina, 1981 in der amerikanischen Erstaufführung von »Fennimore and Gerda« von Frederick Delius die Gerda an der Oper von St. Louis (und gastierte mit deren Ensemble damit auch 1983 beim Edinburgh Festival). Ihr Europa-Debüt gab sie 1981 in der Titelpartie von Janáceks »Das schlaue Füchslein« an der Niederländischen Oper Amsterdam. 1982 kreierte sie an der Oper von St. Louis in der Uraufführung der Oper »The Postman Always Rings Twice« von Stephen Paulus die Partie der Cora. 1983 gastierte sie als Tatjana beim Ottawa Festival und als Mimì bei der Canadian Opera Company, 1984 als Tatjana bei der Long Beach Opera, 1986 als Sieglinde in der »Walküre« in Artpark bei den Niagara-Fällen, 1988 als Tatjana bei der Welsh National Opera und als Vitellia in »La clemenza di Tito« von Mozart am Teatro Comunale Bologna, 1989 als Donna Elvira im »Don Giovanni« bei der Scottish Opera Glasgow und als Leonore im »Fidelio«  am Theater Basel, 1990 an der Oper von Nizza. 1990 debütierte sie als Venus im »Tannhäuser« an der Oper von Seattle, an der sie dann auch im gleichen Jahr die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, 1991 die Leonore im »Fidelio«,  1994 die Ortrud im »Lohengrin«, 1997 die Azucena und 2002 die Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera« sang. In einem späteren Abschnitt ihrer Karriere nahm sie auch Mezzosopran-Partien in ihr Repertoire auf, so sang sie an der Oper von St. Louis 1998 die Kabanicha in Janáceks »Katja Kabanowa« und 1999 die Marcellina in Mozarts »Le nozze di Figaro«, 1999 an der Oper von Montréal die Herodias in »Salome« von R. Strauss und an der Oper von Baltimore die Madelon in »Andre Chénier« von Giordano, 2000 die Cieca in Ponchiellis »La Gioconda« in der Carnegie Hall, 2002 an der Oper von Montréal die Suzuki in »Madame Butterfly«, 2001 an der Long Beach Opera die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss und die alte Buryja in »Jenufa« von Janácek. 2003 gestaltete sie an der Oper von New Orleans die Partie der Jeanne Louise de Pontalba in der Uraufführung der Oper »Pontalba« von Thea Musgrave, im gleichen Jahr sang sie an der Austin Lyric Opera die Mrs. Roucher in »Dead Man Walking« von Jake Heggie, 2004 an der Chautauqua Opera die Mrs. McLean in »Susannah« von C. Floyd, 2005 an der Oper von Boston die Goody Proctor in »The Crucible« von R. Ward und beim Spoleto Festival die grüne Fee in Respighis »La bella dormente nel bosco«, 2006 bei der Chautauqua Opera die alte Baronin in S. Barbers »Vanessa«, 2012 an der Oper von Portland die Suzuki, 2013 an der Des Moines Metro Opera die Mrs. Sedley in »Peter Grimes« von B. Britten, 2014 an der Houston Grand Opera die Bronka in Mieczyslaw Weinbergs Oper »The Passenger«. 1995 debütierte sie offiziell an der Metropolitan Oper New York in Kurt Weills »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, nachdem sie bereits 1987 in einer Vorstellung von Mozarts „La clemenza di Tito“ die Vitellia gespielt hatte (während die verletzte Carol Vaness die Partie sang). Seither sang sie in bisher 170 Vorstellungen an der Metropolitan Oper u.a. die Glascha in Janáceks »Katja Kabanowa«, die Giovanna im »Rigoletto«, die Annina in »La Traviata«, die 3. Dame in der »Zauberflöte«, die Frau des Dorfrichters in Janáceks »Jenufa«, die Schwertleite in der »Walküre«, die Gouvernante in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Albine in »Thais« von Massenet und die 1. Magd in »Elektra« von R. Strauss. Aus ihrem umfangreichen Repertoire für die Bühne sind noch die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Manon Lescaut von Puccini und die Micaela in »Carmen« hervorzuheben. Zu Beginn ihrer Karriere trat sie unter dem Namen Kathryn Bouleyn auf.

Schallplatten: Nimbus (Lieder von Rossini).


3.5. Yulia ABAKUMOVSKAYA wird 75

Yulia Abakumovskaya

 Sie studierte 1962-67 Musik und Gesang am Lunatscharsky-Institut in Moskau. 1969 begann sie ihre Bühnenkarriere am Stanislawski und Nemirowitsch-Dantschenko-Theater in Moskau, wo sie in lyrischen Opernpartien und auch in Operetten-Rollen auftrat, u.a. als Euridice in »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn, als Arminda in Mozarts »La finta giardiniera«, als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, als Carmen, als Bronislawa in Millöckers »Der Bettelstudent«, als Serena in »Porgy and Bess« von Gershwin, als Olga im »Eugen Onegin«, als Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Wirtin im »Boris Godunow«, als Clara in »Die Verlobung im Kloster« von Prokofjew, als Leonore in »Doroteja« von Chrennikow, als Zosja in »Das goldene Kalb« vom gleichen Komponisten, als Königin in »D’Artagnans Liebe« von M. Weinberg und als Lasocka in »Colas Breugnon« von Kabalewski. Auf Grund ihres Stimmumfangs konnte sie auch einige Sopranpartien in ihr Repertoire aufnehmen. 1991 trat sie dem Ensemble des Neuen Opernhauses Moskau, das von Jewgenij Kolobow geleitet wurde, bei, wo sie als Gorislawa in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka einen großen Erfolg hatte. In Konzerten trug sie die schwierigen Arien für Koloratur-Alt von Rossini vor. 1981 wurde sie zur Verdienten Künstlerin, 1994 zur Volkskünstlerin ernannt.

 

3.5. Lilo BROCKHAUS wird 75

Lilo BROCKHAUS

 Sie studierte zuerst an der Musikhochschule von Köln bei Clemens Glettenberg, war dann ein Jahr lang als Elevin an der Hamburger Staatsoper tätig und setzte ihre Ausbildung in Berlin sowie seit 1964 im Studio der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg fort. Bereits 1961 sang sie bei den Festspielen von Bayreuth die Schwertleite in der »Walküre« 1962-63 gastierte sie am Opernhaus von Wuppertal. 1966 wurde sie reguläres Mitglied der Deutschen Oper am Rhein. Sie hatte ihre größten Erfolge in Opern von Wagner und Richard Strauss, aber auch als Orpheus in »Orpheus und Euyrdike« von Gluck. Bekannt wurde sie dazu durch ihr Auftreten in Rundfunkkonzerten. Herbert von Karajan engagierte sie als Schwertleite für die Salzburger Osterfestspiele 1967. Auch an der Oper von Köln tätig. Erfolgreiches Wirken auch als Konzertsängerin. 1972 zog sie sich von der Bühne zurück.

Schallplatten: DGG (Schwertleite in vollständiger Aufnahme der »Walküre«).

 

3.5. Gabriella RAVAZZI wird 75

Gabriella-Ravazzi

 Sie wollte ursprünglich Geigerin werden und studierte Violine am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand, ließ dann aber ihre Stimme durch Carla Castellani und Adelina Cambi in Mailand ausbilden. Debüt 1965 am Teatro Nuovo Mailand als Susanna in »Le nozze di Figaro« von Mozart. Gewinnerin von Gesangwettbewerben in Palermo, Lecco und des Nationalen Opernwettbewerbs in Mailand. Sie sang an den großen italienischen Bühnen, darunter an der Mailänder Scala (u.a. 1970 Slogan in »Pubblicità ninfa gentile« von Gino Negri, 1971 Cristina in G. Petrassis »Il Cordovano«, 1972 Praskovia Asipovna in Schostakowitschs »Die Nase« und Elisetta in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, 1973 in Paul Dessaus »Die Verurteilung des Lukullus«, 1974 Eugenia in Cimarosas »Il marito disperato« und Scintilla in Bruno Madernas »Satyricon«, 1976 La Musica in Sylvano Bussottis »Nottetempo«, 1977 junges Mädchen in A. Schönbergs »Moses und Aron« und 1979 Zephon in der europäischen Erstaufführung von Pendereckis »Paradise Lost«), an den Opernhäusern von Triest, Venedig, Palermo, Parma, Genua, Bologna und Turin; Gastspiel u.a. an der Oper von Brüssel. Sie wirkte am 12.11.1970 an der Mailänder Scala in der Uraufführung von »La misura, il mistero« von Angelo Paccagnini mit, am 19.5.1972 an der Piccola Scala in der Uraufführung der Oper »Camera degli sposi« von Paolo Renosto (als Braut), am 2.3.1973 auf der großen Bühne der Scala in der Uraufführung von »Amore e Psiche« von Salvatore Sciarrino und am 9.3.1982 auf der gleichen Bühne in »La vera storia« von Luciano Berio. Sie sang einerseits Partien in Opern des 18. Jahrhunderts, anderseits in zeitgenössischen Opern; so trat sie 1986 am Teatro Comunale Bologna in der italienischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Die englische Katze« auf; am 17.4.1975 nahm sie am gleichen Opernhaus an der Uraufführung der Oper »Per Massimiliano Robespierre« von Giacomo Manzoni teil. Am Teatro Carlo Felice Genua, wo sie im Verlauf ihrer Karriere oft zu hören war, trat sie noch bis 1992 in kleineren Rollen auf. Sie erschien in mehreren Opernsendungen des italienischen Fernsehens. Ihr Bühnenrepertoire enthielt eine Vielfalt von lyrischen Partien; daneben hatte sie eine bedeutende Konzertkarriere.

Schallplatten: Fratelli Fabbri, DGG (Werke von L. Nono).

 

4.5. Enrique BÁTIZ CAMPBELL wird 75

 Der mexikanische Dirigent ist Generalmusikdirektor des Sinfonieorchesters des Bundesstaates Mexiko seit 1990, zuvor war er es auch 1971-83; 1983-90 war er Dirigent und Künstlerischer Direktor des Philharmonischen Orchesters von Mexico City; er ist Gastdirigent vieler Orchester, u. a. des Royal Philharmonic Orchestra London. 1986 wurde er mit dem Orden von Rio Branco (Brasilien) ausgezeichnet. 

 

4.5. Kurt HUBER wird 80

Kurt HUBER

 Nach seinem Gesangstudium bei Andreas Juon und an der Wiener Musikakademie, wo er Schüler von Anton Dermota war, begann er 1968 eine erfolgreiche Sängerkarriere für den Konzertbereich, namentlich für den Oratorien- wie den Liedgesang. Er trat in Zürich, Basel, Bern, Luzern und Genf auf, sang als Gast in Amsterdam, Lille, Paris und Brüssel, in Frankfurt a.M., Hamburg, Stuttgart, Hannover und Köln, in Kopenhagen, Oslo und Aarhus, in Berlin und Dresden, in Gent, Graz, Prag und im Haag, in London, Bologna, Venedig, Rom, Madrid, Lissabon, Florenz, Mexico City und Buenos Aires. Er wirkte bei den Festspielen von Schwetzingen und bei den Internationalen Bach-Festwochen in Schaffhausen mit. Dabei trug er Solopartien in oratorischen Werken von J.S. Bach (Evangelist in den großen Passionen, Hohe Messe, Weihnachtsoratorium, Kantaten), Händel (»Der Messias«, »Judas Maccabäus«, »Israel in Egypt«, »Samson«, »Saul«, »Josuah«), Haydn (»Die Schöpfung«, »Die Jahreszeiten«), Mozart (Requiem, Messen), Beethoven (9. Sinfonie, Missa solemnis), Liszt (»Christus«), Mendelssohn (»Elias«, »Paulus«), Bruckner (Messen), Dvorák (Requiem, Stabat mater), Verdi (Requiem), G. Mahler, F. Schmidt (»Das Buch mit sieben Siegeln«), W. Burkhard (»Gesicht Jesajas«), H. Suter (»Le Laudi«) und viele andere vor. Genau so umfassend war sein Lieder-Repertoire. Er lebt in Winterthur.

Von seiner Stimme sind viele Schallplattenaufnahmen vorhanden, darunter auf FSM/Turnabout Bach-Kantaten, Magnificat von Monteverdi und von H. Schütz, »Jephte« und »Judicium Salomonis« von Carissimi, auf Cantate »Gesicht Jesajas« von W. Burkhard, auf Mondiodisc das Stabat mater von A. Dvorák, auf HMV-Electrola Lieder von Senfl, auf CTS Weltliche Vokalmusik des 16. Jahrhunderts.

 

4.5. Eva ZIKMUNDOVÁ wird 85

eva-zikmundova

 Ausbildung am Konservatorium von Brno (Brünn) bei Vera Strelcová, dann an der Musikakademie von Prag bei Zdenek Otavá, Marie Vojtková und Premysl Koci. Ihr Debüt erfolgte 1957 auf der Bühne des Opernhauses von Ostravá (Mährisch-Ostrau) als Vendulka in »Der Kuss« von Smetana. Ihre große Karriere begann mit ihrer Berufung an das Nationaltheater von Prag 1958. Hier sang sie als Antrittsrolle wieder die Vendulka. Dort wurde sie in einer Vielzahl von Rollen, vor allem aus dem Fachgebiet des Soprano Lirico Spinto, herausgestellt. Ihre großen Partien waren die Sieglinde in der »Walküre« , die Elsa im »Lohengrin«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Arabella in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit« und die Donna Elvira im »Don Giovanni«. Internationale Gastspielerfolge am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an der Berliner Staatsoper, deren Mitglied sie 1966-69 war, in Hannover, Mannheim, Amsterdam, Bologna, Neapel, Genua, an den Nationalopern von Sofia und Warschau, an der Staatsoper Budapest, in Belgrad, bei den Festspielen von Edinburgh (1964 als Jitka in Smetanas »Dalibor«, als Prostituierte in Janáceks »Aus einem Totenhaus« und in der Titelpartie von Janáceks »Katja Kabanowa«, 1970 nochmals als Jitka und als Fuchs in Janáceks »Das schlaue Füchslein«, immer im Rahmen von Gesamtgastspielen des Nationaltheaters von Prag) und Florenz. Seit 1971 als Pädagogin an den Konservatorien von Prag und Teplice (Teplitz) tätig.

Schallplattenaufnahmen unter dem Etikett von Supraphon. (»Das schlaue Füchslein« von Janácek, »Die Mutter« von Hába, Oratorium »Die heilige Ludmila« und Lieder von Dvorák), auch Decca-Aufnahmen.

 

5.5. Manfred REICHERT wird 75

 Er studierte Musik, Musikwissenschaft, Französisch und Philosophie in Karlsruhe und Freiburg. 1967 tritt er in die Musikabteilung des Südwestfunks Baden-Baden als Rundfunkredakteur ein. 1973 gründete er das Ensemble 13, einen losen Verbund herausragender und experimentierfreudiger Musiker. 1986-87 Tätigkeit als Leiter der ersten Projektgruppe des ZKM. Seit November 1995 Professor für Neue Musik an der Hochschule für Musik Rheinland-Pfalz. 1981-2007 war er künstlerischer Leiter der Festivals Wintermusik und Musik auf dem 49. in Karlsruhe. Fortan will er als Gestalttherapeut tätig sein.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://manfred-reichert-bildermaler.de/

 

5.5. Karl-Heinz STRYCZEK wird 80

 Gesangstudium an der Hochschule für Musik in Leipzig bei Peter Russ. 1959 Preisträger bei Gesangwettbewerben in Wien und Toulouse, 1963 beim Schumann-Wettbewerb in Zwickau. 1961-64 gehörte er dem Opernstudio der Dresdner Staatsoper an, wo er bereits kleinere Bühnenpartien sang. Eigentliches Bühnendebüt 1964 an den Landesbühnen Sachsen Dresden-Radebeul als Germont-père in »La Traviata« von Verdi. 1966 wurde er an die Staatsoper von Dresden berufen, seit 1970 zugleich auch der Berliner Staatsoper verbunden. 1973 wirkte er in Dresden in der Uraufführung von »Levins Mühle« von Udo Zimmermann, am 21.4.1974 an der Staatsoper Berlin in der Uraufführung der Oper »Sabellicus« von R. Kunad in der Titelrolle mit. Er war zu Gast an der Grand Opéra Paris, an der Oper von Leningrad, an der Nationaloper von Helsinki und bei den Festspielen von Wiesbaden. An der Staatsoper Dresden hörte man ihn 1988 als Klingsor im »Parsifal«, 1990 als Vater in »Hänsel und Gretel«, 1991-92 in den dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, 1992 in Barcelona als Telramund im »Lohengrin«. Er gestaltete auf der Bühne in erster Linie dramatische und Charakterrollen wie den Don Pizarro im »Fidelio«, den Wozzeck, den Grafen in »Figaros Hochzeit«, den Scarpia in »Tosca«, den Amonasro in »Aida«, den Jago im »Otello« und den Carlos in Verdis »La forza del destino«  sowie den Jochanaan in »Salome« von R. Strauss. 1994 trat er in Dresden als Oger in der modernen Oper »Melusine« von A. Reimann auf. 1998 trat er an der Staatsoper Dresden in der Uraufführung der Oper »Thomas Chatterton« von Matthias Pintscher auf. 2000 sang er an der Staatsoper von Dresden in der »Zauberflöte«, am 25.3.2001 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Celan« von Peter Ruzicka mit. Neben seiner Bühnentätigkeit nicht weniger erfolgreich als Konzert- und Oratoriensänger. Auch als Pädagoge tätig.

Schallplatten: Eterna (»Lohengrin«, 9. Sinfonie von Beethoven), Electrola (Querschnitt »Aida«), Eurodisc (Donner in »Rheingold«), Philips (»Die Kluge« und »Carmina Burana« von C. Orff), Ars Vivendi (Querschnitt »Lohengrin«).

 

6.5. Philip BOOTH wird 75

Philip BOOTH

 Seine Stimme wurde während seiner Militärdienstzeit entdeckt, als er Mitglied des US Army Chorus wurde und schließlich dessen Bass-Solist. Weitere Ausbildung der Stimme an der Eastman School of Music durch Julius Huehn und durch Todd Duncan in Washington. Preisträger bei mehreren amerikanischen Gesangwettbewerben u.a. beim Concours der Metropolitan Oper New York 1970. Er erregte Aufsehen als Konzertsänger u.a. 1970 beim Lake George Festival und debütierte 1971 bei der Eröffnung des Kennedy Centers in Washington als König von Schottland in »Ariodante« von Händel. Neben einem erfolgreichen Wirken als Konzertbassist bedeutende Bühnenkarriere an den Opern von San Diego und Houston (Texas). 1971-75 war er an der Oper von San Francisco engagiert, wo er u.a. den Tom in Verdis »Un ballo in maschera«, den König in »Aida«, den Fafner im Ring-Zyklus, den Antonio in »Le nozze di Figaro«, den Polizisten in der amerikanischen Erstaufführung von G. von Einems »Der Besuch der alten Dame«, den Mesner in »Tosca«, den Basilio in Rossinis »Barbier von Sevilla«, den Pluto in Monteverdis »L‘Orfeo«, den Pimen in »Boris Godunow«, den Pfleger des Orest in »Elektra« von R. Strauss, den Colline in »La Bohème«, den Hobson in »Peter Grimes« von B. Britten, den Reinmar von Zweter in »Tannhäuser«, den Komtur in »Don Giovanni«, den Cléomer in »Esclarmonde« von Massenet, den Bonze in »Madame Butterfly«, den Titurel in »Parsifal«, den 1. Nazarener in »Salome« von R. Strauss und den Ariadeno in Cavallis »L‘Ormindo« sang. Seit 1975 Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Tom in Verdis »Un ballo in maschera«), wo er bis 1993 in insgesamt 439 Vorstellungen auftrat, zumeist in Charakterpartien (Talpa in Puccinis »Il Tabarro«, Gualtiero in Bellinis »I Puritani«, Polizeikommissär im »Rosenkavalier«, Hans Schwarz und Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Minister in »Fidelio«, Marchese di Calatrava in »La forza del destino«, Wagner in »Faust« von Gounod, Graf Ceprano in »Rigoletto«, Dr. Grenvil in »La Traviata«, Zuniga in »Carmen«, Truffaldin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, Dansker in »Billy Budd« von B. Britten u.a.). Auf der Bühne namentlich in den Rollen für Basso profondo hervorgetreten: als Ramfis in »Aïda«, als Fasolt im Ring-Zyklus, aber auch als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«. 1989 wirkte er an der Washington Opera in der amerikanischen Premiere von Mascagnis »Le Maschere« mit.  1995 trat er nochmals an der Metropolitan Oper auf, indem er für einen erkrankten Kollegen den Hans Schwarz im  3. Akt von »Die Meistersinger von Nürnberg« übernahm.

Schallplatten: Fantasy Records, New World Records (»The Mother of us all« von V. Thomson).

 

6.5. Richard STILWELL wird 75

Richard Stilwell

 Ausbildung der Stimme zuerst durch Daniel Ferro in New York, dann an der Indiana University in Bloomington durch die Pädagogen Frank St. Leger und Paul Mathin, wo er 1966 sein Diplom als Bachelor of Arts erwarb. Vor seinem (eigentlichen) Debüt 1970 war er Solist des US-Army Chorus. Bereits 1962 sang er in St. Louis den Silvio im »Bajazzo«. Nachdem er zuvor schon im Konzertsaal aufgetreten war, erfolgte sein eigentliches Bühnendebüt 1970 an der New York City Opera als Pelléas in »Pelléas et Mélisande« von Debussy; 1971 wirkte er an diesem Haus in der Uraufführung von Gian Carlo Menottis »The Most Important Man« mit. Seine Karriere kam zu einer schnellen internationalen Entwicklung. 1973 gastierte er sehr erfolgreich an der Mailänder Scala als Pelléas, 1973-74 am Teatro Fenice Venedig. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang er 1973 den Olivier im »Capriccio« von R. Strauss, 1973 und 1979 den Titelhelden in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«, 1975 den Eugen Onegin, 1976 den Ford in Verdis »Falstaff«, 1981 und 1984 den Grafen in »Le nozze di Figaro« und 1986 den Don Giovanni. 1974 Gastspiel als Graf Almaviva in »Le nozze di Figaro« an der Niederländischen Oper Amsterdam. Er wirkte 1974 in Washington in der Nordamerika-Premiere der Monteverdi-Oper »Il ritorno d’Ulisse in patria« mit. 1976 sang er an der Oper von Baltimore in der Uraufführung der Oper »Ines de Castro« von Pasatieri. 1975 wurde er an die New Yorker Metropolitan Oper berufen (Antrittsrolle: Guglielmo in »Così fan tutte«), an der er bis 1996 in mehr als 80 Vorstellungen aufgetreten ist. Er sang dort den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Grafen in »Le nooze di Figaro«, den Billy Budd in der Oper gleichen Namens von B. Britten, den Malatesta im »Don Pasquale«, den Marcello in »La Bohème«, den Albert im »Werther« von Massenet, den Balstrode in »Peter Grimes« von Britten, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Jaroslav Prus in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, den Don Alfonso in »Cosí fan tutte« und den De Siriex in Giordanos »Fedora«. Große Karriere an den Bühnen in aller Welt; er gastierte an den Opern von Boston, Chicago, Pittsburgh, San Francisco (1973 als Guglielmo, 1975 als Ottone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 2004-05 als Don Alfonso), an der Grand Opéra (1977-78 als Pelléas, 1978-79 als Ottone in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea«, 1986 als Posa in Verdis »Don Carlos«, 1999 als Chevalier de la Force in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc) und an der Opéra-Comique Paris, an der Wiener Staatsoper (1972 als Silvio), an der Covent Garden Oper London, in Amsterdam und Hamburg, bei den Festspielen von Aix-en-Provence (als Don Giovanni), in Genf (1973 als Guglielmo und 2010 als Herzkönig in »Alice in Wonderland« von Unsuk Chin) und Vancouver. 1990 gastierte er in Chicago in der modernen Oper »The Voyage of Edgar Allan Poe« von D. Argento, 1991 beim Hongkong Festival als Graf in »Le nozze di Figaro«, in Los Angeles in der »Fledermaus«, in Seattle als Don Alfonso, 1993 in Santa Fé als Graf im »Capriccio« von R. Strauss, 1995 in Washington als Doktor in »Vanessa« von Samuel Barber. An der City Opera New York trat er noch 1996 als Horace in »The Ballad of Baby Doe« von Douglas Moore, 1997 in St. Louis wieder als Don Alfonso, in Los Angeles (und 1998 an der Oper von Washington) als De Siriex, an der Oper von Dallas als Mr. Redburn in »Billy Budd« von B. Britten, 1999 in Seattle als Doktor in »Vanessa«. Er wirkte auch in den Uraufführungen der Opern »The Seagull« von Pasatieri (1974 Houston/Texas) und »The Aspern Papers« von Dominick Argento (1988 Dallas) mit. 1999 sang er bei der Santa Fé Opera den Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 2000 in Los Angeles (sowie 2001 an der Oper von Seattle) den Mr. Redburn, dann auch den Balstrode. Seine lyrische Stimme zeichnete sich auf der Bühne in Partien von Mozart, Monteverdi, Rossini, Händel, Tschaikowsky, Benjamin Britten und in einem weit gespannten Konzertrepertoire aus.

Schallplatten: RCA-Erato (Aeneas in »Dido and Aeneas« von Purcell als Partner von Tatjana Troyanos), CBS (8. Sinfonie von Gustav Mahler, »Il Ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi), HMV (»Le nozze di Figaro«, Titelheld in »Pelléas et Mélisande« unter H. von Karajan), Telarc (Ein deutsches Requiem von Brahms).

 

7.5. Stefka EVSTATIEVA wird 70

Stefka Evstatieva

 Sie wurde am Konservatorium von Sofia durch Elena Kisselova ausgebildet. Sie begann ihre Bühnenlaufbahn 1971 am Theater ihrer Heimatstadt Russe, an dem sie bis 1979 blieb. 1974 wurde sie Preisträgerin beim Tschaikowsky Wettbewerb in Moskau und bei einem Concours in Sofia. 1979 wurde sie an die Nationaloper Sofia berufen. Noch im gleichen Jahr nahm sie an einer Tournee dieses Ensembles in Westeuropa teil, wobei sie u.a. in Lausanne und an der Wiener Staatsoper (als Jaroslawna in »Fürst Igor« von Borodin und als Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky) auftrat. Dies führte dann zu Verpflichtungen an ausländischen Bühnen. So gastierte sie 1982-92 in insgesamt 6 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper als Leonore sowohl  im »Troubadour« als auch in »La forza del destino«. 1980 sang sie am Teatro Regio Turin und in Amsterdam, 1981 an der Staatsoper München, 1979 und 1982 an der Oper von Frankfurt a.M., 1982 außerdem an der Staatsoper Hamburg und an der Deutschen Oper Berlin. 1981 hatte sie an der Covent Garden Oper London große Erfolge als Desdemona in Verdis »Otello« (bei einem Gastspiel des Ensembles in Manchester), dann 1983 als Elisabetta im »Don Carlos« und als Donna Elvira im »Don Giovanni«. In der Arena von Verona sang sie 1983 gleichfalls die Desdemona. 1982 und 1985 gastierte sie als Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano an der Mailänder Scala. Das Jahr 1983 brachte Gastspiele am Teatro Liceu Barcelona, an der Grand Opéra Paris (als Desdemona), in Avignon und an der Oper von Philadelphia (USA-Debüt als Lisa). 1984 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York (als Elisabetta in Verdis »Don Carlos«). Hier sang sie bis 1997 in insgesamt 14 Vorstellungen außerdem noch die Maddalena in »Andrea Chénier«, die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«. Eine weltweite Gastspieltätigkeit kennzeichnete die nun folgende Karriere der Sopranistin. An der Oper von San Francisco sang sie 1984 die Aida und 1987 die Lisa. 1984 zu Gast am Teatro Verdi Triest, 1985 in Pittsburgh, 1984 und 1986 in Dallas, 1986 in Montreal und New Orleans, 1987 in Toronto und Boston, 1987 am Theater von Bonn, 1989 an der Deutschen Oper Berlin. 1989 sang sie in Toronto die Tosca, in Miami die Leonore in »La forza del destino«, 1988 in Sofia die Elisabetta im »Don Carlos«, 1991 im Londoner Earls Court die Tosca, an der Oper von Dallas die Jaroslawna (1990-91), an der Miami Opera 1991 die Santuzza, 1992 an der Oper von Antwerpen (wie bereits 1986 in Köln) die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, beim Maggio Musicale von Florenz die Leonore in »La forza del destino«, am Teatro Colón Buenos Aires die Tosca, in Montreal (und 1996 in Buenos Aires) die Maddalena in »Andrea Chénier«, 1993 in Santiago de Chile die Lisa. 1997 gastierte sie am Opernhaus von Baltimore als Leonore im »Troubadour«, am Teatro Verdi Triest als Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die sie 1998 auch in Montreal sang. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind noch ergänzend zu nennen: die Medora in Verdis »Il Corsaro« (die sie in der französischen Erstaufführung der Oper 1986 in Nîmes sang), die Tatjana im »Eugen Onegin« und die Klara in Prokofjews »Verlobung im Kloster«. Sie ist auch als Konzertsolistin aufgetreten.

Schallplatten der Marken Balkanton (»Vera Scheloga« und »Das Mädchen von Pskow« von Rimsky-Korssakow, Arien-Platte, Duette mit Ivan Konsulov), Sony Classical (»Fürst Igor« von Borodin, »Pique Dame« von Tschaikowsky), Capriccio (Kupawa in »Schneeflöckchen« von Rimsky-Korssakow) und Naxos (»Cavalleria rusticana«).

 

7.5. Emmanuel KRIVINE wird 70

Sein Vater war Russe; seine Mutter Polin. Er studierte zunächst in seiner Heimatstadt Grenoble Violine bei Louise Mercier. 1960 ging er zum Studieren an das Pariser Konservatorium; dort war René Benedetti sein Lehrer. Seine Laufbahn als Geiger begann er früh im Alter von 16 Jahren. 1963 erhielt er im Fach Violine den Ersten Preis des Pariser Konservatoriums. Als Stipendiat der „Chapelle Musicale de la Reine Elisabeth“ in Brüssel unternahm er weitere Studien bei Henryk Szeryng und Yehudi Menuhin, um sich im Violinspiel zu perfektionieren. 1968 verlieh ihm das Königliche Konservatorium Brüssel einen Preis für Virtuosität; 1968 gewann er den Königin-Elisabeth-Wettbewerb im Fach Violine. Er war in der Folgezeit Gewinner weiterer Violin-Wettbewerbe in Genua, Neapel, Preßburg und London. Ab 1964 arbeitete er, schwerpunktmäßig in Belgien, auch als Dirigent. 1965 lernte er den Dirigenten Karl Böhm kennen, eine für Krivine entscheidende Begegnung; daraufhin widmete er sich immer stärker dem Dirigieren. 1975 dirigierte er beim Neujahrskonzert erstmals das Nouvel Orchestre Philharmonique de Radio France. 1976-83 war er dann ständiger Gastdirigent (Principal Guest Conductor) dieses Orchesters. 1979-81 unterrichtete er parallel am Konservatorium von Lyon im Fach „Orchesterleitung“. 1981 gab er, nach einem Autounfall, das Violinspiel auf und arbeitet seither ausschließlich als Dirigent. 1981-83 war er Leiter des Orchestre Philharmonique de Lorraine, heute Orchestre National de Lorraine. 1983-85 war er ständiger Gastdirigent (Principal Guest Conductor) des Orchestre National de Lyon. 1987 wurde er zum Musikalischen Leiter und Chefdirigenten des Orchesters ernannt. Diesen Posten hatte Krivine bis 2000 inne. 1988 führte er im Rahmen des „Festival Berlioz“ in Lyon das Berlioz-Requiem mit John Aler (Tenor), sowie Chor, Philharmonie (Philharmonia de Lyon) und dem Opernorchester Lyon auf. 1989 dirigierte Krivine die Uraufführung von Michel Legrands Komposition Concertoratorio, eine Auftragsarbeit aus Anlass der Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution. 1993 war er Dirigent bei der Uraufführung der Komposition Passagers von Michael Jarrell. Im Sommer 1993 dirigierte er, als kurzfristiger Einspringer, beim 3. Europäischen Musikfest in Stuttgart das Brahms-Requiem mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart (mit Julia Varady und Hakan Hagegard als Solisten). Ab 2001 war Krivine Gastdirigent des Orchestre Philharmonique du Luxembourg (OPL). Seit der Spielzeit 2006/07 ist er Chefdirigent und Musikalischer Leiter des Orchestre Philharmonique du Luxembourg. Im Mai 2009 verlängerte Krivine seinen Vertrag mit dem OPL bis zur Saison 2014/15. Seit letztes Konzert als Chefdirigent des Orchestre Philharmonique du Luxembourg leitete Krivine Anfang Juli 2015. Sein Nachfolger ist ab der Konzertsaison 2015/16 Gustavo Gimeno. Ab der Konzertsaison 2015/16 ist Krivine Erster Gastdirigent des Scottish Chamber Orchestra („Principal Guest Conductor of the Scottish Chamber Orchestra“). 2004 gründete Krivine gemeinsam mit Musikern aus ganz Europa das Orchester „La Chambre Philharmonique“. Das Orchester widmet sich unter Krivines Leitung der Entdeckung und Interpretation von Orchesterwerken der Klassik, Romantik und der zeitgenössischen Musik, aufgeführt jeweils mit Original-Instrumenten der Epoche. Der erste Auftritt der Formation war 2004 beim Musikfestival Folles Journées de Nantes. Mit dem Orchester „La Chambre Philharmonique“ entstanden in der Folgezeit auch CD-Aufnahmen für das Label Naïve, so die C-Moll-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart sowie die Sinfonie Nr. 4 A-Dur („Italienische“) op. 90 und die Sinfonie Nr. 5 D-Moll („Reformationssinfonie“) op. 107 von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Als Gastdirigent dirigierte Krivine zahlreiche renommierte Orchester, unter anderem die Berliner Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Concertgebouworkest Amsterdam, das London Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Gewandhausorchester Leipzig, das Orchestre Philharmonique de Nice, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Orchester der RAI in Turin und die Tschechische Philharmonie. In Nordamerika dirigierte er das Boston Symphony Orchestra, das Cleveland Orchestra, das Philadelphia Orchestra, das Los Angeles Philharmonic Orchestra und das Montreal Symphony Orchestra. Er dirigierte das Sydney Symphony Orchestra und das Melbourne Symphony Orchestra. In der Spielzeit 2010/11 trat er mit dem Philadelphia Orchestra, dem Chamber Orchestra of Europe, der Sankt Petersburger Philharmonie, dem Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt (RSO Frankfurt), der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und dem National Symphony Orchestra in Washington D.C. auf. 2012 gastierte er mit der Orchester-Formation „La Chambre Philharmonique“ beim Beethovenfest Bonn. Krivine arbeitet schwerpunktmäßig als Konzertdirigent. Gelegentlich übernahm er auch die Leitung von Opern-Produktionen, so unter anderem Die Fledermaus (Opéra de Lyon; Dezember 2008) und Béatrice et Bénédict (Opéra-Comique in Paris; Februar 2010). Die britische Tageszeitung The Guardian bezeichnete Krivine 2003 als einen der „größten Dirigenten unserer Zeit“. Für das Label „Timpani“ nimmt Krivine gemeinsam mit dem OPL Werke der Orchesterliteratur auf; unter anderem sind bereits zwei CDs der Gesamteinspielung der Orchesterwerke von Claude Debussy veröffentlicht worden. Die Einspielungen erfolgten im Februar 2009. Emmanuel Krivine hat weiters Aufnahmen mit dem Philharmonia Orchestra, den Bamberger Symphonikern, der Sinfonia Varsovia und dem Orchestre National de Lyon veröffentlicht. Er hat Werke von Richard Strauss, Arnold Schönberg, Maurice Ravel, Hector Berlioz, Vincent d’Indy, Pierre-Octave Ferroud, Joseph Guy Ropartz und Pascal Dusapin auf CD eingespielt.

 

8.5. Wyn DAVIES wird 65

Informationen über den walisischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Wyn_Davies_(conductor)

 

8.5. Felicity LOTT wird 70

Felicity LOTT

Sie studierte anfänglich Latein und Französisch und arbeitete ein Jahr als Pädagogin in Grenoble. Ausbildung der Stimme 1969-73 durch Flora Nielsen in London. Sie debütierte 1973 bei der Unicorn Opera als Seleuce in »Tolomeo« von Händel und sang dann beim London Festival und bei der Kent Opera. 1975 trat sie bei der English National Opera London als Pamina in der »Zauberflöte« auf und sang dort später Partien wie die Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofjew, die Roxana in »König Roger« von Szymanowski und die Fiordiligi in »Così fan tutte«. 1976 wirkte sie an der Covent Garden Oper in der Uraufführung von H.W. Henzes »We come to the River« mit und sang dort die Blanche in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc. Bei der Glyndebourne Touring Opera sang sie 1976 die Gräfin im »Capriccio« von R. Strauss, 1977 in Poulencs »La Voix Humaine« und 1978 die Fiordiligi. Ihr Name wurde durch Auftritte bei den Festspielen von Glyndebourne weiten Kreisen bekannt. Hier sang sie 1977-78 die Anne Trulove in Strawinskys »The Rake’s Progress«, 1978 die Pamina, 1980 und 1982 den Octavian im »Rosenkavalier«, 1981 die Helena in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream« und die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1983 die Christine in der autobiographischen Oper »Intermezzo« von Richard Strauss, 1985 und 1989 die Arabella in der gleichnamigen Oper dieses Meisters, 1986 die Donna Elvira im »Don Giovanni«, 1987, 1990 und 1998 die Gräfin in »Capriccio« von R. Strauss, 2002 die Lady Billows in »Albert Herring« von B. Britten. Bei der Scottish Opera Glasgow gastierte sie 1978 als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, 1979 als Euridice in Glucks »Orfeo ed Euridice« und 1996 in Poulencs »La Voix Humaine«. An der Grand Opéra Paris trat sie 1981 als Donna Elvira, 1982 als Fiordiligi, 1988 als Cleopatra in Händels »Giulio Cesare«, 1993 als Gräfin im »Capriccio«  sowie an der Opéra Bastille 1998 als Marschallin im »Rosenkavalier« und 2012 als Duchesse de Crakentorp in Donizettis »La fille du régiment« auf. 1983 hörte man sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Louise von G. Charpentier, 1984 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1986 in der Eröffnungsvorstellung des renovierten Hauses als Marschallin. 1984 sang sie  in Chicago die Gräfin in »Le nozze di Figaro«. Am 23.7.1986 sang sie bei der Hochzeit des englischen Prinzen Andrew in der Londoner Westminster Kathedrale die Mozart-Motette »Laudate Dominum«. Die Gräfin in »Capriccio« trug sie 1987 auch beim Maggio Musicale von Florenz vor. 1988 und 1991-92 gastierte sie in München als Christine in »Intermezzo« und in München wie in Köln als Marschallin. 1989 hörte man sie an der Staatsoper Hamburg wieder als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die sie auch 1991 an der Chicago Opera und 1992 bei den Festspielen von Salzburg vortrug. Bei den Salzburger Festspielen hörte man sie auch als Konzertsängerin (1992 in einem Mozart-Konzert, 1994 in einem Orchesterkonzert mit den Wiener Philharmonikern und 2000 mit Brittens »Les Illuminations« sowie 1992 und 1994 mit sehr erfolgreichen Liederabenden). 1990 gastierte sie an der Covent Garden Oper als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«. An der Mailänder Scala debütierte sie 1990 in Mendelssohn »Elias«, sang hier 1992 die Arabella und trat bis 2006 mehrfach in Konzerten und Liederabenden auf. 1990 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Marschallin und sang dort bis 1998 in insgesamt 19 Vorstellungen auch die Gräfin in »Le nozze di Figaro«. 1991 gab sie in London Liederabende mit Liedern von Robert Schumann (»Frauenliebe und -leben«, Liederkreis op. 39) und Alban Berg (»Sieben frühe Lieder« op. 39). An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1991-2003 in insgesamt 37 Vorstellungen als Arabella, als Gräfin im »Capriccio« und als Marschallin. Die Arabella und die Marschallin sang sie dann auch 1992 an der Staatsoper von Dresden, 1993 an der San Francisco Opera die Marschallin, 1995 in Dresden wieder die Marschallin und die Gräfin im »Capriccio«, 1996 an der Covent Garden Oper die Donna Elvira. 1997 gab sie in München einen Duettabend zusammen mit der Mezzosopranistin Ann Murray; im gleichen Jahr trat sie (mit dem Ensemble der Covent Garden Oper) im Shaftesbury Theatre in London als Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe« auf. 1999 gastierte sie an der Staatsoper von Dresden als Arabella und als Gräfin in »Capriccio«, 2000 an der Oper von Chicago als Rosalinde in der »Fledermaus«, an der Bayerischen Staatsoper München wie am Teatro Real Madrid als Marschallin. 2000 trat sie am Théâtre Châtelet Paris (und konzertant in Köln) in der Operette »La belle Hélène« von Offenbach auf. – Verheiratet mit dem englischen Schauspieler und Rezitator Gabriel Woolf. – Eine der bedeutendsten englischen Sängerinnen ihrer Generation, auf der Bühne wie im Konzertsaal (Oratorium, geistliche Musik, Lied) in einem umfassenden Repertoire erfolgreich aufgetreten. 1996 wurde sie zur Dame of the British Empire erhoben. 1998 wurde ihr von der Royal Scottish Academy of Music der Titel eines Ehrendoktors verliehen.

Lit: E. Forbes: Felicity Lott (in »Opera«, 1989).

Schallplatten: RCA-Erato (Messe KV 427 von Mozart, »The Kingdom« von E. Elgar, »Samson« von Händel, Werke von Purcell), DGG (Marschallin im »Rosenkavalier«, Nelson-Messe von Haydn, Cäcilienode von Händel), HMV (4. Sinfonie von G. Mahler, Messias, Matthäuspassion), Chandos (Orchesterlieder von R. Strauss, 2. Sinfonie von G. Mahler; Arien), Collins (»The Turn of the Screw«, Orchesterlieder und »The Folk Songs« von B. Britten), Harmonia mundi (Arien), ASV (Mozart-Arien), EMI (Werke für Solosopran, Chor und Orchester von Richard Strauss, Gräfin in »Le nozze di Figaro«, »Die Lustige Witwe« von Lehár), Telarc (Donna Elvira im »Don Giovanni«); MCD (»Frauenliebe und -leben« von R. Schumann), Decca (Mélodies von F. Poulenc), SL Longman-Video (»Die Zauberflöte«), Castle-Video (»The Rake’s Progress«).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.felicitylott.de/

 

8.5. Carmen LAVANI wird 75

Carmen LAVANI

Ausgebildet durch Maria Teresa Pediconi und durch Jolanda Magnoni in Rom, nachdem sie zuvor als Sekretärin gearbeitet hatte. 1966-67 Studium an der Accademia Chigiani in Siena. 1967 gewann sie einen vom Teatro San Carlo Neapel veranstalteten Gesangwettbewerb. 1968 Debüt am Teatro Sperimentale Spoleto als Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini. In der Folgezeit sang sie an den großen italienischen Opernhäusern, darunter an der Mailänder Scala (1973 Sivene in Glucks »Le Cinesi«, 1973-74 Donna Elvira in Gazzanigas »Don Giovanni«, 1975 Clorinda in »La Cenerentola«, 1978 Maria in Schuberts »Lazarus«), am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Regio Parma, am Teatro Massimo Palermo, in Turin, Bologna und Genua. Sie gastierte u.a. bei den Festspielen von Aix-en-Provence und in Washington. Ihr Repertoire enthielt zahlreiche Partien für Koloratursopran: die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Despina in »Così fan tutte«, die Zerline im »Don Giovanni«, die Fanny in Rossinis »Il Cambiale di matrimonio«, die Adèle in »Le Comte Ory«, die Elvira in »L’Italiana in Algeri«, die Giulia in »La scala di seta« von Rossini, die Sofia in »Il Signor Bruschino« vom gleichen Meister, die Nannetta in Verdis »Falstaff«, die Costanza in »Griselda« von Scarlatti, die Belinda in »Dido and Aeneas« von Purcell und die Sophie im »Rosenkavalier« von R. Strauss. Auch als Konzertsängerin mit einem weitläufigen Repertoire aufgetreten.

 

9.5. Linda FINNIE wird 65

Linda Finnie

Sie studierte an der Royal Scottish Academy of Music bei Winifred Busfield. 1977 gewann sie den Internationalen Gesangwettbewerb von s’Hertogenbosch, bereits 1974 den begehrten Kathleen Ferrier-Preis. Am 27.8.1975 hatte sie beim Edinburgh Festival ihr Bühnendebüt als Milchmädchen in der Uraufführung der Oper »Hermiston« von Robin Orr; sie sang dann 1976-77 an der Scottish Opera Glasgow die 3. Dame in der »Zauberflöte«, die Mrs. Colwan in der Uraufführung der Oper »Confessions of a Justified Sinner« von Thomas Wilson (am 15.6.1976) und die Praskowia in Lehárs »Die lustige Witwe«. 1979 sang sie bei der Welsh Opera Cardiff, seit 1979 auch bei der English National Opera London. Dort hatte sie ihre Erfolge u.a. als Eboli in Verdis »Don Carlos« (1985) und als Brangäne in »Tristan und Isolde« (1985), bei der Opera North Leeds 1986 als Amneris in »Aida«. An der Covent Garden Oper London trat sie seit 1976, zuerst in kleineren, dann aber in großen Partien auf. 1978 trat sie beim Bordeaux Festival als Ozias in einer szenischen Aufführung von Vivaldis »Juditha triumphans« auf. 1980 gastierte sie bei der Welsh Opera Cardiff als Larina im »Eugen Onegin«, 1982 beim Spitalfield Festival in London als La Haine in »Armide« von Gluck. Sie entwickelte eine internationale Gastspielkarriere mit Auftritten an der Grand Opéra Paris (1980 Mary in »Der fliegende Holländer«, 1983 Emilia in Verdis »Otello«), dem Théâtre de la Monnaie Brüssel, den Opernhäusern von Madrid, Lyon, Bordeaux, bei den Festspielen von Ludwigsburg und am Théâtre Châtelet in Paris. 1987 hörte man sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. und an der Oper von Nizza als Amneris und als Waltraute in der »Götterdämmerung«, die sie auch 1988 am Théâtre des Champs-Élysés Paris übernahm. Bei den konzertanten Aufführungen des Nibelungenrings in der Salle Pleyel in Paris gastierte sie 1992 als Fricka und als 2. Norn. 1988-92 trat sie bei den Festspielen von Bayreuth als Fricka, als Siegrune und als 2. Norn im Nibelungenring auf. 1995 sang sie die Fricka in der »Walküre« auch an der Wiener Staatsoper, im gleichen Jahr bei der Opera North Leds die Königin in »Hamlet« von A. Thomas. 1997 sang sie in Tokio die Ortrud im »Lohengrin«.  Konzertreisen führten sie in die Musikzentren in Australien, Belgien, Finnland, Deutschland, Frankreich, Spanien, Polen, nach Israel und in die USA, wobei sie in einem sehr vielseitigen Repertoire zu hören war. 1986 sang sie in den Promenade-Concerts in London ein Solo in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler, dort wie in Chicago 1987 in Prokofjews Kantate »Alexander Newsky«, beim Edinburgh Festival im »Messias« von Händel. In San Francisco trug sie Solopartien in der Auferstehungssinfonie wie in den »Liedern eines fahrenden Gesellen« von G. Mahler und im »Messias« vor, in Chicago das Sopransolo im Verdi-Requiem. 1992-93 sang sie als Konzertsolistin mit dem New Japan Philharmonic Orchestra, dem Orchestre National de France, den Berliner Sinfonikern, der Tschechischen Philharmonie und dem Orchester der Accademia di Santa Cecilia Rom.

Schallplatten: HMV (»L’Enfant et les sortilèges« von Ravel, »Armide« von Gluck), Philips, Teldec (Fricka im »Rheingold« und in der »Walküre«, auch als Video), Chandos (9. Sinfonie von Beethoven, »Elias« von Mendelssohn, Ein deutsches Requiem von J. Brahms, »Alexander Newsky« von Prokofjew, »Lieder eines fahrenden Gesellen« und »Das klagende Lied« von G. Mahler, Symphonische Lieder von A. Diepenbrock, Lieder englischer Komponisten, »The Light of Life« von E. Elgar), Chandos/Koch (»Riders to the Sea« von Vaughan Williams, Orchesterlieder von O. Respighi), EMI (»Eugen Onegin«).

 

11.5. Giuseppe SABBATINI wird 60

Giuseppe SABBATINI

 Er studierte in seiner Heimatstadt Rom an der Accademia di Santa Cecilia zuerst Kontrabass und spielte dieses Instrument in verschiedenen Orchestern, u.a. bei den Festspielen in der Arena von Verona und beim italienischen Rundfunk RAI in Rom. Dabei trat er auch solistisch in Erscheinung. Man machte ihn jedoch auf seine schöne Stimme aufmerksam, die er dann durch Silvana Ferraro in Rom ausbilden ließ. 1986 gewann er den internationalen Tito Schipa-Concours in Lecce, im folgenden Jahr 1987 Wettbewerbe in Spoleto, Alessandria und Rieti. 1987 fand sein Bühnendebüt am Teatro Sperimentale Spoleto als Edgardo in »Lucia di Lammermoor« statt. Er nahm anschließend an einer Tournee der Operntruppe Aslico teil, bei der er als Titelheld in Massenets »Werther« und als Rodolfo in »La Bohème« auftrat. 1988 hörte man ihn an der Oper von Rom als Faust von Gounod, am Teatro Filarmonico Verona als Edgardo, in Bari und Triest als Rodolfo. Es folgte sein Debüt an der Mailänder Scala, wieder als Rodolfo (1988); hier sang er dann in der Folge 1990 den Idomeneo in der gleichnamigen Mozart-Oper, 1992 den Titelhelden in »Fra Diavolo« von Auber, 1994 nochmals den Rodolfo, 1995 den Herzog im »Rigoletto«, 1997 den Faust von Gounod und den Edgardo, 1997 und 2001-02 den Alfredo in »La Traviata«, 1998 den Carlo in »Linda di Chamnounix« und den Gennaro in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, 1999 den Des Grieux in Massenets »Manon« und den Don Ottavio im »Don Giovanni«, 2001 den Nemorino in »L’Elisir d‘amore«, 2004 den Egisto in Salieris »Europa riconosciuta« und 2006 den Lenski in »Eugen Onegin«, sowie mehrmals in Konzerten (u.a. 1994 in Rossinis Stabat mater und 1999 in Bachs H-Moll-Messe). Beim Festival von Ravenna 1988 sang er den Arlecchino in »Le maschere« von Mascagni, in Bergamo und Cremona den Carlo in »Linda di Chamounix«. Am Opernhaus von Köln wirkte er 1988 in Aufführungen der Offenbach-Operette »Orpheus in der Unterwelt« mit. Das Jahr 1989 brachte weitere erfolgreiche Auftritte am Teatro Comunale Bologna (»Le maschere«), am Teatro Regio Parma, am Teatro Verdi Triest (»Linda di Chamounix«, »Der Zigeunerbaron« von J. Strauß), am Opernhaus von Zürich (Rodolfo) und sein Debüt an der Staatsoper Wien (italienischer Sänger im »Rosenkavalier«). An diesem Haus sang er dann bis 2007 auch Rodolfo, den Des Grieux in Massenets »Manon«, den Alfredo, den Herzog im »Rigoletto«, den Egardo, den Nemorino, den Arturo in Bellinis »I Puritani«, den Carlo in »Linda di Chamounix«, den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Arnold in Rossinis »Guillaume Tell«, den Lenski, den Gaston in Verdis »Jérusalem«, den Don Ottavio, den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Fernand in Donizettis »La Favorite«, den Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra«, den Werther und den Gustavo in Verdis »Un ballo in maschera« in insgesamt 128 Vorstellungen. 1990 gastierte er am Teatro Regio Parma als Werther und am Opernhaus von Wuppertal als Don Ottavio. 1991 hörte man ihn in Triest als Werther, am Teatro Regio Parma als Des Grieux in Massenets »Manon« und an der Covent Garden Oper London als Herzog im »Rigoletto« (dort auch 1992 als Arturo und 1994 als Des Grieux in »Manon« von Massenet), 1992 am Teatro Liceu Barcelona als Leicester in »Maria Stuarda« von Donizetti und an der Oper von Rom als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet (dort dann auch 1994 als Alfredo). 1993 debütierte er an der Opéra Bastille Paris als Faust von Gounod, der er dort 1997 wiederholte und wo er auch 2001 und 2006 den Faust in »La Damnation de Faust« sang. 1995 sang er am Teatro Regio Turin den Tonio in Donizettis »Regimentstochter«, 1996 den Arturo, 1995 an der Oper von San Francisco den Percy in »Anna Bolena« von Donizetti, in Florenz den Faust in »La Damnation de Faust« von Berlioz, 1996 in Turin den Arturo, bei Aufführungen auf der Piazza di Siena in Rom den Rodolfo. 1997 sang er an der Oper von Monte Carlo die Titelrolle in »Roberto Devereux« von Donizetti als Partner von Mariana Nicolesco, am Opernhaus von Lyon den Nicias in »Thaïs« von Massenet, am Teatro San Carlo Neapel den Hoffmann. Am 16.12.1997 übernahm er in der Royal Festival Hall London in der konzertanten Uraufführung der rekonstruierten und ergänzten Oper »Elisabetta« von Donizetti, die bis dahin als verloren gegolten hatte, die Partie des Potoski. 1998 am Teatro San Carlo Neapel den Roberto Devereux, am Teatro Regio Turin den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod (den er auch 1999 an der Chicago Opera sang), am Teatro Comunale Bologna und 1998-99 am Teatro Donizetti Bergamo den Titelhelden in Donizettis »Dom Sébastien«. 1999 hörte man ihn am Teatro Regio Parma und am Teatro Municipale Modena als Werther, am Teatro Regio Turin als Alfredo. 2000 trat er am Théâtre du Châtelet Paris in der Titelrolle von Mozarts »Mitridate, Re di Ponto« auf, in London (konzertant) als Faust in »La Damnation de Faust« von H. Berlioz, an der Covent Garden Oper London wieder als Alfredo. Ebenfalls 2000 sang er beim Festival von Ravenna das Tenorsolo in Beethovens 9. Sinfonie. 2001 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Des Grieux in »Manon« von Massenet, nachdem er zuvor schon 1996 mit dem Ensemble der Metropolitan Oper unter James Levine in einer konzertanten Aufführung von Berlioz‘ »La Damnation de Faust« in der Carnegie Hall aufgetreten war. Zu großen Erfolgen kam er auch im Bereich des Konzertgesangs. So gab er Konzerte in Amsterdam, Berlin (1988), in Köln (Requiem von Donizetti, 1988) und in den Zentren des italienischen Musiklebens.

Schallplatten: Capriccio (Recital mit Arien und Duetten, »Arie sacre« mit Orgelbegleitung, »Simon Boccanegra« als Gabriele Adorno), Bongiovanni (»La maga Circe« von Pasquale Anfossi), HMV (Rodolfo in »La Bohème«), Fonit Cetra (»Le maschere« von Mascagni), Chandos (Don Ottavio im »Don Giovanni«), Decca/Oiseau Lyre (Titelrolle in »Mitridate« von Mozart).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.giuseppesabbatini.it/

 

12.5. Ronald HEDLUND wird 80

Ronald HEDLUND

Er durchlief zuerst die Karriere eines See-Offiziers, entschloss sich dann jedoch zur Ausbildung seiner Stimme. Diese erfolgte an der Hamline University St. Paul, an der Indiana University Bloomington und an der New Yorker Juilliard School of Music. 1966 kam es zu seinem Bühnendebüt in Washington als Wagner im »Faust« von Gounod. Anschließend sang er an den großen nordamerikanischen Opernhäusern, u.a. in Boston, Philadelphia, Houston (Texas), in New Orleans, in San Francisco (1975-76 den Albert im »Werther« von Massenet und die 7 Bassbariton-Rollen in der amerikanischen Erstaufführung von »Death in Venice« von B. Britten, 1980 mehrere Partien in »The Good Soldier Schweik« von Robert Kurka) und an der New York City Opera. In New York nahm er seinen Wohnsitz und ging von dort aus seiner Gastspiel- und Konzerttätigkeit nach. Sein im Wesentlichen heldisches Bühnenrepertoire hatte seine Höhepunkte in Partien wie dem Scarpia in »Tosca«, dem Marcello in Puccinis »La Bohème«, dem Titelhelden in Verdis »Macbeth«, dem Rigoletto, dem Germont sr. in »La Traviata«, dem Ford im »Falstaff« von Verdi, dem Nick Shadow in Strawinskys »The Rake’s Progress«, dem Narbal in »Les Troyens« von Berlioz und dem Tarquinius in »The Rape of Lucretia« von B. Britten.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.ronaldhedlund.com/

 

13.5. David HILL wird 60

 Biographie des englischen Chordirigenten auf Englisch : https://en.wikipedia.org/wiki/David_Hill_(choral_director)

 

13.5. John NESCHLING wird 70

 Seit er das Sinfonieorchester von São Paulo zu einem der besten Klangkörper des Kontinents formte, genießt John Neschling internationales Renommee –  nicht nur in seiner Heimat Brasilien. Fünf Mal während seiner zehnjährigen Ägide gewannen die Sinfoniker von São Paulo den renommierten Diapason d’Or. 2013 wechselte Neschling an das Opernhaus der Stadt. Auch in Europa hat der Spross Wiener Emigranten Spuren hinterlassen: als Chefdirigent an den Opern von Lissabon, Palermo und Bordeaux sowie an der Wiener Staatsoper, an der er in der Spielzeit 1992-93 insgesamt 11 Vorstellungen der Opern Lucia di Lammermoor, Il barbiere di Siviglia und Madama Butterfly dirigierte. Gastdirigate führten ihn nach Berlin, Washington, London und Zürich. Im Jahr 2000 sprang er in Pittsburgh für den erkrankten André Previn ein und brachte dessen Diversions for Orchestra zur Uraufführung. Neschling, der Großneffe Arnold Schönbergs, ist auch als Komponist erfolgreich: Für die Filmmusik zu Der Kuss der Spinnenfrau erhielt er 1986 eine Oscar-Nominierung.

 

14.5. Jean-Claude AUVRAY wird 75

Parallele Ausbildung zum Schauspieler, Regisseur und Bühnenbildner. Schauspieler am Théâtre National Populaire in Paris. 1969–72 Regieassistenzen bei Jean Vilar, Margherita Wallmann, Jean-Pierre Ponnelle und Giorgio Strehler. 1973–77 Spielleiter am Théâtre national de l’Opéra de Paris unter Rolf Liebermann. Seither weltweite Karriere als Opernregisseur, unter anderem in Paris an der Opéra (1982 Puccinis «Tosca» und Mozarts «Così fan tutte») und an der Opéra Comique, an den Festivals von Aix-en-Provence (1981 Rossinis «Tancredi») und Verona (1988 Ponchiellis «La Gioconda»), am Mailänder Teatro alla Scala, an der English National Opera, an den Opernhäusern von Kopenhagen, Houston und Tel Aviv und immer wieder bei den Chorégies in Orange (unter anderem 1984 und 1990 Verdis «Don Carlo», 1985 Mussorgskys «Boris Godunow», 2000 Puccinis «Tosca»). In der Schweiz inszenierte er am Grand Théâtre in Genf (1978 Verdis «La Forza del Destino» und 1996 Monteverdis «Il Ritorno d’Ulisse in Patria»), 1981–88 an den Basler Theatern in der Ära von Horst Statkus (unter anderem 1981 Verdis «Rigoletto», 1982 Puccinis «Il Trittico», 1983 Gounods «Roméo et Juliette», 1985 Donizettis «Lucia di Lammermoor», 1986 Puccinis «Madama Butterfly», 1987 Offenbachs «Les Contes d’Hoffmann» und Mozarts «Le Nozze di Figaro», 1988 Verdis «Falstaff» und Mozarts «Idomeneo»), 1992–99 am Stadttheater Luzern wieder unter Statkus (1992 Bizets «Carmen», 1993 Puccinis «La Bohème» und «Madama Butterfly», 1995 Beethovens «Fidelio», 1998 Mozarts «Così fan tutte», 1999 Brittens «Peter Grimes») sowie am Théâtre Municipal in Lausanne (unter anderem 1992 Mozarts «Die Entführung aus dem Serail», 1994 Verdis «Un ballo in maschera»). Für seine hoch ästhetischen, oft opulenten Inszenierungen arbeitete er mit Ausstattern wie Hubert Monloup, Gianmaurizio Fercioni und Rosalie Varda zusammen. In seinen besten Arbeiten gelang es ihm, durch eine Verlegung der Opernhandlung in ein ungewohntes Umfeld den Kern eines Werkes neu erfahrbar zu machen, beispielsweise im Basler «Rigoletto», den er im Gangstermilieu von Chicago ansiedelte. Auszeichnungen: 1977 Prix du Syndicat de la Critique für die Inszenierung der französischen Erstaufführung von Henzes «Der Prinz von Homburg» im Théâtre du Capitole in Toulouse. (Quelle: Alfred Ziltener, Theaterlexikon der Schweiz)

 

14.5. Jutta MEYFARTH wird 90

Jutta MEYFARTH

Sie wuchs in Melsungen auf, studierte Pädagogik und arbeitete bis zur Entdeckung ihrer Stimme als Lehrerin. Nach ihrer Ausbildung fand sie ihr erstes Engagement 1955 am Stadttheater von Basel. 1956-59 sang sie am Stadttheater von Aachen. 1959 wurde sie an die Oper von Frankfurt a.M. berufen, deren Mitglied sie seitdem blieb. Von hier aus kam es zur Entwicklung einer bedeutenden internationalen Karriere. Bereits 1961 sang sie beim Maggio Musicale von Florenz die Elsa im »Lohengrin«. In den Jahren 1962-64 sang sie bei den Bayreuther Festspielen die Freia, die Sieglinde und die Gutrune im »Ring des Nibelungen«. In den gleichen drei Partien gastierte sie auch 1963 an der Mailänder Scala. 1965 gastierte sie bei den Münchner Festspielen als Donna Anna im »Don Giovanni«. Weitere Gastspiele an der Oper von Rom, am Teatro San Carlos Lissabon, in Athen, Mexico-City, Triest, Palermo, Lyon, Nizza, Marseille und Antwerpen. Sie gab Gastspiele am Teatro Comunale Bologna (1965 als Senta in »Der fliegende Holländer«), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1962 in Nibelungenring), am Teatro Colón Buenos Aires (1963 als Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek), am Opernhaus von Graz (1970), an der Covent Garden Oper London (als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss). In Deutschland war sie an den Staatsopern von Hamburg, Stuttgart und München, an der Deutschen Oper am Rhein, an der Berliner Städtischen Oper wie am Opernhaus von Köln zu Gast. Gegen Ende ihrer Karriere hörte man sie in Dortmund und in Straßburg als Isolde in »Tristan und Isolde«. Sie galt als große Interpretin von Partien für jugendlich-dramatischen Sopran zumal aus dem Wagner-Repertoire, sang später aber auch die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, die Martha in »Tiefland« von d’Albert und die Aida. 1974 gab sie ihre Bühnenkarriere auf und ging wieder in den Schuldienst. Sie unterrichtete in den folgenden 14 Jahren eine Grundschulklasse im hessischen Karben-Petterweil. Später lebte sie in Kassel.

Schallplatten: Eterna, Mitschnitte von Rundfunksendungen.

 

15.5. Johanna Lotte FECHT wird 80

Gesangstudium an der Musikhochschule von Frankfurt a.M. bei Anneliese Schloßhauer. Debüt 1960 am Landestheater von Saarbrücken als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«. Sie blieb bis 1963 in Saarbrücken. Es schlossen sich Engagements am Stadttheater von Kiel (1963-66) und an den Vereinten Theatern von Krefeld und Mönchengladbach (1966-75) an. 1975-86 war sie am Opernhaus von Nürnberg als Mitglied, dann bis 1989 als Gast engagiert, wo man sie sehr schätzte. Sie sang gastweise an den Opernhäusern von Köln und Dortmund, an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatstheatern von Kassel und Hannover und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (u.a. 1984-85 die Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss). Auslandsgastspiele am Stadttheater der Schweizer Bundeshauptstadt Bern (1985), am Opernhaus von Graz (1987-93 durch einen Gastspielvertrag verbunden, hier sang sie u.a. die Brünnhilde im Nibelungen-Ring), am Königlichen Opernhaus Kopenhagen, am Théâtre de la Monnaie Brüssel und in Portland (USA), dazu auch große Erfolge als Konzertsopranistin. 1986 sang sie in Nürnberg die Titelrolle in Puccinis »Turandot«, 1988 in Salzburg die Brünnhilde in der »Walküre«. Am Theater von Kiel wirkte sie 1964 in der Uraufführung der Oper »Faust III« von Niels Bentzon, 1965 in der von Aribert Reimanns »Ein Traumspiel« mit, am Opernhaus von Nürnberg am 11.10.1988 in der Uraufführung der Oper »Der Traumgörge« von Alexander Zemlinsky. Hatte sie anfänglich Partien aus dem Koloratur- und dem lyrischen Fach gesungen, so nahm sie später jugendlich dramatische Rollen in ihr umfangreiches Repertoire auf. Von ihren Bühnenpartien sind als wichtigste zu nennen: die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail« von Mozart, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Mimi in Puccinis »La Bohème«, die Butterfly, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Titelrolle in »Salome« von R. Strauss (ihre große Glanzrolle, die sie über 150mal sang), die Chrysothemis in dessen »Elektra«, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, die Aida, die Gilda im »Rigoletto«, die Traviata, die Leonore im »Troubadour«, die Agathe im »Freischütz« und die Rosalinde in der »Fledermaus« von J. Strauss.

Mitschnitte von Rundfunkaufnahmen (Nord- und Westdeutscher Rundfunk).

 

16.5. Paul ANGERER wird 90

Er erhielt bereits als Fünfjähriger seinen ersten Violinunterricht, ein Jahr später begann er mit Klavier. Das Orgelspiel erlernte er autodidaktisch. Schon mit 13 Jahren war er Organist und leitete den Chor von St. Thekla auf der Wieden. Nach dem Studium an der Wiener Musikhochschule und am Konservatorium (Violine, Klavier und Komposition) spielte er zunächst als Geiger und Bratschist in verschiedenen Orchestern in Österreich und in der Schweiz. 1952-57 war er erster Solobratschist der Wiener Symphoniker. 1956-63 war er Leiter und Chefdirigent des Kammerorchesters der Wiener Konzerthausgesellschaft, 1964-66 Erster Kapellmeister am Theater der Stadt Bonn, 1966-68 Musikalischer Oberleiter am Ulmer Theater, 1967-72 Opernchef am Salzburger Landestheater, 1971-82 Leiter des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim und 1960-90 ständiger Gastdirigent des Orchestra sinfonica di Bolzano e Trento „Haydn“. 1982 gründete er gemeinsam mit seinem Sohn Christoph das Ensemble Concilium musicum, dessen Ziel es ist, mit historisch originalen und authentischen Instrumenten aus dem 18.Jahrhundert zu Unrecht vergessene Musik dieser Epoche „mit den stilistischen Erkenntnissen der Aufführungspraxis aus der Sicht unserer Zeit“ zur Aufführung zu bringen. Einer der Höhepunkte war die „Welturaufführung“ der Oper La corona von Christoph Willibald Gluck anlässlich des Internationalen Gluck-Kongresses 1989 im Schloss Schönbrunn. Zahlreiche Schallplatten und CDs mit den Wiener Symphonikern, dem Orchester der Wiener Volksoper, dem ORF-Sinfonieorchester Wien, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, dem Pro Musica Orchester Wien, dem Wiener Kammerorchester, dem Südwestdeutschen Kammerorchester, dem English Chamber Orchestra und natürlich mit dem Concilium musicum dokumentieren Angerers erfolgreiches Bemühen, alte, aufführenswerte Kompositionen der Vergessenheit zu entreißen. Er ist zudem als Herausgeber in Doblingers Reihe alter Musik Diletto musicale tätig. Paul Angerers Beschäftigung mit allen musikalischen Epochen und Stilrichtungen fand auch in seinem kompositorischen Schaffen ihren Niederschlag. Musicum ad impulsum et pulsum (1955) oder Inklination der Ariadne des Monteverdi (1967) geben davon ebenso Zeugnis wie seine konzertanten Werke (darunter das Violakonzert und das Konzert für Viola da gamba, Streicher und Schlagzeug). Seine Auseinandersetzung mit der Geisteswelt der Renaissance und des Barock bestimmt ebenso seine Kammermusik, vor allem das Trio III Syngrapha (1975), wie seine kammermusikalische Klangrede Musica articolata für 13 Bläser (1970). Agamemnon muss sterben (nach Rudolf Bayr, als dramatische Kantate konzipiert und als Funkoper umgearbeitet) oder Hotel Comédie (Musical nach einem Text von Werner Schneyder) sind Beispiele für innovatives zeitgenössisches Musiktheater in Österreich.

1982-92 hatte Paul Angerer einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. 17 Jahre lang (1984-2001) war Paul Angerer als kompetenter und beliebter Musikmoderator beim Österreichischen Rundfunk tätig; seit November 2001 gestaltet er seine eigene Sendung Capriccio auf Radio Stephansdom. Seit 1988 war er Präsident der Haydn-Gesellschaft Wien. 2010 wurde sein Sohn Christoph Obmann, Paul Angerer wurde Ehrenpräsident. Im selben Jahr veröffentlichte er seine Autobiographie Mein musikalisches Leben – ein Capriccio. (Quelle: Wien Geschichte Wiki)

 

19.5. Marcus HADDOCK wird 60

Marcus HADDOCK

 Er war der Sohn eines Baptistenpredigers und sang bereits mit acht Jahren in einer Kirche seines Heimatortes Fort Worth (Texas). Er studierte zuerst Medizin, entschloss sich aber dann, Sänger zu werden und wurde an der Boston University Schüler von Phyllis Curtin. Er erregte 1984 beim Metropolitan Opera Concours in New York erstes Aufsehen und trat bei einem Konzert in der Metropolitan Oper auf, das vom Fernsehen übertragen wurde. In seiner amerikanischen Heimat sang er an den Opern von Dallas, Fort Worth, Mobile, Baton Rouge, an der Miami Opera und der Atlanta Civic Opera, am Pennsylvania Opera Theatre und an der Oper von Boston (Debüt als Pinkerton in »Madame Butterfly«). 1986 hörte man ihn in Philadelphia als Ramiro in »La Cenerentola« von Rossini. Auch als Konzertsänger konnte er sich in den USA auszeichnen; so sang er in der New Yorker Carnegie Hall zusammen mit der New York Choral Society und mit dem Belcanto Chorus Milwaukee in Werken von J.S. Bach und Händel. 1988 kam es zu seinem Europa-Debüt an der Oper von Bordeaux als Ford im »Falstaff« von A. Salieri. 1988 nahm er ein Engagement am Stadttheater von Aachen an. Als Antrittsrolle sang er dort den Tamino in der »Zauberflöte«, dann mit großem Erfolg den Rodolfo in Puccinis »La Bohème« und den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«. Seit 1990 Mitglied des Staatstheaters Karlsruhe, wo er wiederum den Tamino, den Rodolfo, den Edgardo, dazu den Alfredo in »La Traviata« und den Pinkerton übernahm. 1990 gastierte er an der Oper von Köln als Pinkerton und am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Rodolfo. Er setzte seine Gastspieltätigkeit mit Auftritten in Washington (Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, Jaquino im »Fidelio«, Lindoro in Rossinis »L‘Italiana in Algeri«), an der Oper von Des Moines (als Tamino), in Bordeaux (Nemorino in »L‘Elisir d’amore« 1988) und in Köln (Nemorino 1991) fort. An der Opéra Bastille Paris debütierte er 1991 als Arbace in Mozarts »Idomeneo« und kehrte an dieses Haus 1996 als Tebaldo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«, 2001 als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« und 2007 als Cavaradossi in »Tosca« zurück. An der Mailänder Scala gastierte er 1992 als Matteo in »Arabella« von R. Strauss und 2004 als Hoffmann, 1992 sang er in Reggio Emilia den Cassio in Verdis »Otello« mit Placido Domingo in der Titelrolle, in Bonn (wo er seit 1992 Mitglied des Ensembles war) den Roberto in Puccinis »Le Villi« und 1994 den Hoffmann, 1993 am Opernhaus von Essen den Pinkerton, 1994 in Nizza den Ernesto im »Don Pasquale« und in Bonn den Alvino in »Il Guarany« von Carlos Gomes (zusammen mit Placido Domingo). 1994 hörte man ihn in der Grange de Mézières als Lenski im »Eugen Onegin«, 1996 in Warschau als Don Carlos von Verdi. Am Grand Théâtre Genf debütierte er 1996 als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod und sang dort im gleichen Jahr auch den Herzog im »Rigoletto«, 1998 den Pinkerton und 1999 den Werther in der gleichnamigen Oper von Massenet. 1997 sang er in Amsterdam den Lenski und am Opernhaus von Lyon den Hoffmann, 1998 an der Oper von Washington den Ruggiero in »La Rondine« von Puccini, an den Opernhäusern von Antwerpen und Gent wieder den Herzog im »Rigoletto«, bei den Festspielen von Bregenz den Avito in »L’Amore dei tre Re« von Montemezzi und an der Deutschen Oper Berlin den Faust von Gounod. Am 24.1.1999 trat er an der Staatsoper Hamburg in der Uraufführung der Erstfassung von »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach in der Titelrolle auf. 1999 sang er an der New Israeli Opera Tel Aviv den Edgardo und an der Oper von Lille den Werther. 2000 hörte man ihn in Los Angeles als Ruggiero in »La Rondine«, am Opernhaus von Toulouse als Julien in »Louise« von Charpentier, beim Festival von Orange als Hoffmann und am Teatro Colón Buenos Aires als Pinkerton. 2001 Gastspiel an der Oper von Dallas als Herzog im »Rigoletto«. 2002 sang er beim Glyndebourne Festival erstmals den Don José in »Carmen«. 2003 debütierte er als Faust von Gounod an der Metropolitan Oper, an der er bis 2007 in insgesamt 10 Vorstellungen auch den Alfredo und den Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra« sang. An der Bayerischen Staatsoper München gastierte er 2004 als Cavaradossi und als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod sowie 2006-07 als Don José. An der Wiener Staatsoper gastierte er 2006 als Werther und 2007 als Hoffmann. An der Oper von San Francisco gastierte er 2006 als Gustavo in Verdis »Un ballo in maschera« und 2008 als Gabriele Adorno. Als Gabriele Adorno gastierte er auch 2008 an der Covent Garden Oper London. Nach einem Schlaganfall im Jahr 2009 musste er seine Karriere vorzeitig beenden. Er trat anfangs auch unter dem Namen Marcus Jerome Haddock auf.

Schallplatten: Opera Rara (»Orazi e Curiazi« von Saverio Mercadante), Sony (»Il Guarany« von C. Gomes), Koch/Schwann (Avito in »L’Amore dei tre Re« von Montemezzi).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.marcushaddock.com/

 

19.5. Elisabeth WILKE wird 65

Elisabeth WILKE

Sie besuchte die Musikhochschule in ihrer Heimatstadt Dresden und war dort Schülerin von H. Köhler. 1974 debütierte sie sogleich an der Staatsoper von Dresden in der Rolle des Hänsel in Humperdincks Märchenoper »Hänsel und Gretel«. Seitdem war sie Mitglied dieses traditionsreichen Hauses, wo man sie u.a. als Dorabella in »Così fan tutte«, als Amastris in »Serse« von Händel, als Olga im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und in vielen anderen Rollen hörte. Am 25.5.1989 sang sie dort in der Uraufführung der Oper »Der goldene Topf« von Eckehard Mayer die Partie der Veronika. 1991 gastierte sie bei den Festspielen von Schwetzingen in »Acis and Galatea« von Händel. 1997 hörte man sie an der Staatsoper Dresden als Zulma in Rossinis »L‘Italiana in Algeri«. Die Künstlerin unternahm Gastspiele (u.a. 1988 in Amsterdam als Dorabella), zumeist zusammen mit dem Ensemble der Dresdner Oper, und erwies sich als vielseitig begabte Konzertsängerin, vor allem als bedeutende Oratoriensolistin. 2000 sang sie bei den Magdeburger Telemann-Festtagen das Alt-Solo in der Matthäuspassion dieses Komponisten. Seit dem Jahr 2000 ist sie als Professorin am Salzburger Mozarteum, deren Abteilung für Gesang sie seit 2011 leitet.

Schallplatten: Capriccio (»Symphoniae sacrae« von Heinrich Schütz, »Virtuosi Saxoniae«, Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns, Missa brevis von Carl Friedrich Fasch), Philips (Matthäuspassion von J.S. Bach), DGG (»Das Paradies und die Peri« von R. Schumann, »Elektra« von R. Strauss), Teldec (»Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss).

 

19.5. Louise de VRIES wird 100

Ihre Ausbildung fand am Konservatorium im Haag statt; sie vervollständigte diese bei Eduard Lichtenstein in Amsterdam. Seit 1943 gehörte sie als erste Koloratursopranistin dem Ensemble der Niederländischen Oper Amsterdam an. Hier sang sie u.a. den Amor in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, die Susanna in »Le nozze di Figaro«, das Ännchen im »Freischütz«, die Norina im »Don Pasquale«, die Violetta in »La Traviata«, die Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, die Philine in »Mignon« von A. Thomas, die Gontran in »Une education manquée« von E. Chabrier und die Frau in »Le pauvre Matelot« von Darius Milhaud. In den Jahren 1949-53 wirkte sie beim Holland Festival mit; hier sang sie auch die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »Philomela« von H. Andriessen (1950 aus Anlass des 60jährigen Regierungsjubiläums der holländischen Königin Wilhelmina).

 

20.5. Isoldé ELCHLEPP wird 65

Isoldé Elchlepp als Ortrud
Als „Ortrud“

 Ihre Mutter war Konzertsängerin. Sie studierte in Karlsruhe Modegraphik, ließ aber gleichzeitig ihre Stimme ausbilden. An der Münchner Oper trat sie bereits seit 1973 in kleineren Partien (Kate Pinkerton in »Madame Butterfly«) auf. 1975-82 war sie am Stadttheater von Bremen engagiert, 1982-88 am Staatstheater Wiesbaden. Seit 1988 Mitglied des Staatstheaters Hannover. 1985-86 wirkte sie bei den Festspielen von Bayreuth als Rossweisse in der »Walküre« mit; 1993 sang sie dort die Ortrud im »Lohengrin«. 1987 und 1989 (Herodias in »Salome« von R. Strauss) gastierte sie in Basel. 1987 sang sie in Hannover die Hekabe in der zeitgenössischen Oper »Troades« von Aribert Reimann und wiederholte diese Partie am Theater des Westens in Berlin und 1992 an der Oper von Frankfurt a.M. 1988 sang sie in Hannover die Ortrud, 1991 die Erda im »Rheingold«, die Azucena im »Troubadour« und die Fricka in der »Walküre«, 1991 am Staatstheater von Mainz die Kundry im »Parsifal«, 1993 in Düsseldorf die Ortrud, die sie in der Spielzeit 1992-93 auch am Opernhaus von Köln übernahm. Sie gastierte auch in Tokio. 1993 hörte man sie am Staatstheater Hannover als Brünnhilde in der »Götterdämmerung«. Am 2.9.1992 wirkte sie an der Deutschen Oper Berlin, an der sie 1990 erstmals als Ortrud aufgetreten war, in der Uraufführung der Oper »Das Schloss« von A. Reimann in der Partie der Wirtin mit. 1997 trat sie am Staatstheater Schwerin als Isolde in »Tristan und Isolde« auf, 1998 am Teatro Verdi Triest als Marie im »Wozzeck« von A. Berg, am Staatstheater Hannover als Martha in »Tiefland« von E. d’Albert, 1999 in der Titelrolle der Oper »Penthesilea« von O. Schoeck. 1999 sang sie am Staatstheater Hannover die Brünnhilde im gesamten Nibelungenring, 2000 an der Staatsoper München die Partie der La Poncia in der Uraufführung der Oper »Bernarda Albas Haus« von Aribert Reimann. 2001 trat sie an der Komischen Oper Berlin wie am Staatstheater Hannover in der Titelrolle der Richard Strauss-Oper »Elketra« auf. Aus ihrem Repertoire für die Bühne seien die Amneris in »Aida«, die Alcina in »Orlando Paladino« von J. Haydn, die Liese in »Das Spielwerk und die Prinzessin« von F. Schreker, die Venus im »Tannhäuser«, die Fricka und die Waltraute im Nibelungenring, die Carmen, der Octavian im »Rosenkavalier«, der Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth« (Hannover 1996) und die Titelrolle in Carl Orffs »Antigonae« (Hannover 1996) genannt. Auch als Konzertsängerin in einer internationalen Karriere bekannt geworden.

Schallplatten: Wergo (»Das Schloss« von A. Reimann).

 

20.5. Tim ALBERY wird 65

 Biographie des englischen Opernregisseurs auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Tim_Albery

 

20.5. Horst-Dieter KASCHEL wird 85

 Er studierte beim Gesangs- und Tanzensemble des FDGB in Weimar und konnte 1956 am Landestheater von Meiningen als Osmin in der »Entführung aus dem Serail« von Mozart debütieren. Bis 1958 gehörte er diesem Theater an und war dann 1958-62 am Stadttheater von Magdeburg engagiert. 1962 wurde er an die Komische Oper Berlin berufen; hier sang er ein umfangreiches Rollenrepertoire, das sowohl seriöse als auch Buffo-Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur enthielt. Er gastierte zusammen mit dem Ensemble der Komischen Oper Berlin und wurde auch als Konzertbassist bekannt.

Schallplatten: Eterna (u.a. Querschnitt »Fra Diavolo« von Auber).

 

22.5. Joseph WARD wird 75

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger am Royal Manchester College of Music. 1962 debütierte er an der Covent Garden Oper London. Hier wie an den übrigen Opernhäusern in England trat er in einer Vielzahl von Partien aus allen Bereichen des Bühnenrepertoires, namentlich des Charakterfachs, auf. Er gastierte in den USA, in Deutschland, Österreich, Portugal und Frankreich. Auch als Konzertsolist kam er zu Erfolgen; er wirkte im pädagogischen Bereich als Direktor-Assistent am Royal Northern College of Music in Manchester. Seine pädagogische Tätigkeit setzte er bis 1991 fort. Zu seinen Schülern gehörten die Sopranistin Joan Rodgers und der Tenor Arthur Davies.

Bekannt wurde er durch zahlreiche Radiosendungen der BBC London und durch Schallplattenaufnahmen, in denen er zumeist kleinere Partien in vollständigen Opern singt. Es handelt sich dabei vor allem um Schallplatten der Marke Decca (»Norma« und »Beatrice di Tenda« von Bellini, »Montezuma« von C.H. Graun, »Albert Herring« von B. Britten, »Les Huguénots« von Meyerbeer, »The Pilgrims Progress« von Vaughan Williams); auf Unicorn in »Wuthering Heights« von B. Herrmann zu hören.

 

22.5. Alfred KIRCHNER wird 80

 Er erhielt seine Ausbildung an der Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel in Berlin. Er begann als Schauspieler und Regieassistent in Kiel. 1964-71 war er an Kurt Hübners Theater in Bremen tätig, anfangs als Regieassistent Peter Zadeks und Peter Palitzschs, ab 1965 mit eigenen Inszenierungen. Mehrmals inszenierte er in dieser Zeit am Schauspielhaus Bochum bei Hans Schalla. 1972-79 war er Oberspielleiter am Staatstheater Stuttgart und ab 1974 Mitglied des Direktoriums unter Claus Peymann. Dazu gab er Gastinszenierungen an anderen Theatern und Festspielen. U.a. auch in New York, beim Theater der Nationen, bei den Wiener Festwochen, am Holland Festival Amsterdam und an den Mülheimer Theatertagen. 1979 folgte er mit einem Teil des Stuttgarter Ensembles Peymann an das Schauspielhaus Bochum, wo er bis 1986 Mitdirektor war. 1986 folgte er Peymann an das Wiener Burgtheater, wo nach kurzer Zeit die langjährige Zusammenarbeit endete. 1989/90 übernahm er mit anderen die Leitung der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin bis 1993. Danach arbeitete Kirchner als freier Regisseur u.a. an der Frankfurter Oper (Jenůfa und Die Soldaten, beide mit Michael Gielen, Ein Maskenball, Eugen Onegin, Stephan Climax, Manon Lescaut, Tosca, La Bohème und Die Zauberflöte), der Leipziger Oper, der Wiener Staatsoper (1989 Chowanschtschina mit Claudio Abbado und 1995 Der Freischütz), der Niederländischen Oper Amsterdam (Tristan und Isolde mit Sir Simon Rattle und Ingo Metzmacher und Don Giovanni mit Nikolaus Harnoncourt) und an der Hamburger Staatsoper. Mehrmals nahm er am Berliner Theatertreffen teil. Er engagiert sich zudem besonders für Erst- und Uraufführungen etwa von Martin Walser, Peter Turrini, Heiner Müller, Thomas Bernhard, Herbert Achternbusch, Dario Fo, Maxim Gorki, Hans Zender, Udo Zimmermann und Helmut Lachenmann. Er legte den Schwerpunkt auf das Musiktheater an nationalen und internationalen Opernhäusern. So in Zürich, Barcelona, Oslo, Moskau, Straßburg, Montpellier, Toulouse, Oviedo, Dallas, Santa Fé (amerikanischen Erstaufführungen von Henzes We come to the river und Venus und Adonis), Santiago de Chile. Bei den Bayreuther Festspielen war er 1994-98 mit der Neuinszenierung von Der Ring des Nibelungen mit James Levine vertreten. Zusammenarbeit pflegte er mit den Dirigenten Michael Gielen, Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, James Levine, Gerd Albrecht, Paulo Carignani, Graeme Jenkins, Dennis Russell Davis und Bertrand De Billy. Kirchner unterrichtete an der University of Athens, Georgia, an der Musikhochschule und Universität Hamburg sowie an der Hanns Eisler Schule, Berlin.

 

22.5. Louise PEARL wird 80

 Ihre Lehrerin war Grete Stückgold in New York. Nachdem sie zunächst am New Yorker Broadway in Musicals aufgetreten war, erfolgte ihr Debüt auf der Opernbühne 1964 am Landestheater von Kiel als Amneris in Verdis »Aida«. Es kam zu erfolgreichen Auftritten an westdeutschen Opernhäusern, u.a. in Hamburg, Kassel, Frankfurt a.M., Wuppertal und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1967 debütierte sie als Preziosilla in »La forza del destino« an der Metropolitan Oper New York, an der sie bis 1970 auch die Schwertleite in der »Walküre«, die Federica in »Luisa Miller« von Verdi, die Carmen, die Mary in »Der fliegende Holländer«, die Kate Pinkerton in »Madame Butterfly«, die Teresa in Bellinis »La Sonnambula«, die Annina im »Rosenkavalier«, die Margret im  »Wozzeck« von A. Berg und die 3. Dame in der »Zauberflöte« (insgesamt trat sie dort in 84 Vorstellungen auf). Sie sang in Nordamerika auch in Cincinnati, Houston (Texas), New Orleans und Washington. Weiter zu Gast an der Wiener Staatsoper (1965 als Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss), an den Opern von Zürich, Graz und Mexico City. Aus ihrem Repertoire sind noch zu nennen: die Dorabella in »Così fan tutte«, der Cherubino in »Le nozze di Figaro«, die Olga in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, die Eboli in Verdis »Don Carlos«, der Octavian im »Rosenkavalier« von R. Strauss, die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Venus im »Tannhäuser«, die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, die Gräfin Geschwitz in »Lulu« von A. Berg und die Elizabeth Proctor in »Crucible« von Robert Ward. Auch im Konzertsaal in einem umfangreichen Repertoire aufgetreten.

Mitschnitte von Opernsendungen auf amerikanischen Privatmarken.

 

22.5. Marthe LUCCIONI wird 100

Marthe LUCCIONI

 Ihr Gesangstudium erfolgte am Konservatorium von Algier, wo sie auch 1940 am dortigen Opernhaus debütierte. 1944 wurde sie an die Pariser Opéra-Comique verpflichtet, an der sie zuerst als Mimi in »La Bohème« auftrat und bis Mitte der fünfziger Jahre blieb. Seit 1945 bestand gleichzeitig ein Engagement an der Grand Opéra Paris, wo zu ihren Rollen u.a. die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Juliette in »Roméo et Juliette« vom gleichen Komponisten und die Titelpartie in »Thaïs« von Massenet gehörten, während sie an der Opéra-Comique die Manon von Massenet, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Mireille in der gleichnamigen Oper von Gounod, die Butterfly und die Tosca sang. An der Opéra-Comique wirkte sie auch 1948 in der Uraufführung der Oper »La Carrosse du Saint-Sacrement« von H. Busser mit. Sie sang die Anne Trulove in der Pariser Premiere von Strawinskys »The Rakes‘ Progress«. Gastspiele führten die Künstlerin an die führenden französischen Opernhäuser sowie ins Ausland. Sie gastierte an der Mailänder Scala 1948 als Louise in der gleichnamigen Oper von Charpentier und 1953 als Yvette in der italienischen Erstaufführung von R. Liebermanns »Leonore 40-45«. Sie trat gastweise auch in Belgien und in der Schweiz auf und wurde als Radiosängerin in Frankreich bekannt.

 

23.5. Eileen SHELLE wird 70

Eileen SHELLE

Die Künstlerin, deren eigentlicher Name Eileen Nankin war, studierte bei Ludwig Donath, Erik Thorendahl und Joan Dornemann in New York. Sie debütierte 1969 an der Oper von Bordeaux in der Titelrolle der Oper »Lakmé« von Delibes. Im Lauf der folgenden Jahre hatte sie am Teatro Liceu Barcelona, an den Opernhäusern von Houston/Texas, San Diego, Portland und Philadelphia wie bei anderen amerikanischen Operngesellschaften eine bedeutende Karriere im Koloraturfach. Sie sang Partien wie die Gilda im »Rigoletto«, die Norina im »Don Pasquale«, die Adina in »L‘Elisir d’amore«, die Gretel in »Hänsel und Gretel«, die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Zerline im »Don Giovanni«, die Despina in »Così fan tutte«, die Mimi wie die Musetta in Puccinis »La Bohème«, die Lisette in dessen »La Rondine« und die Lucy in »The Telephone« von Menotti. Von der Stimme der auch im Konzertsaal geschätzten Sopranistin sind private Mitschnitte von Rundfunksendungen mit Sicherheit vorhanden.

 

23.5. Jacqueline CELLIER wird 100

 Ihr Vater war Organist, ihre Mutter Sängerin. Die berühmte Sopranistin Suzanne Cesbron-Viseur († 1967) war ihre Tante, bei der sie ihren ersten Gesangsunterricht erhielt. Sie setzte ihre Ausbildung am Conservatoire de Paris bei H. Etcheverry fort und trat zunächst als Konzertsolistin auf. 1947 fand ihr Bühnendebüt an der Opéra-Comique Paris als Angélique in »Le Rêve« von Bruneau statt. Sie blieb bis 1950 an der Opéra-Comique tätig und war zugleich 1948-50 an der Grand Opéra Paris engagiert. Danach trat sie als Gast an den großen Operntheatern in der französischen Provinz auf und sang u.a. 1951 in der französischen Erstaufführung der Oper »Mathis der Maler« von P. Hindemith in Straßburg die Partie der Regina. Ihre große Glanzrolle war der Yniold in »Pelléas et Mélisande« von Debussy. Diese wie auch andere Partien sang sie bei Gastspielen an vielen französischen wie auch ausländischen Theatern, darunter in Dublin, Amsterdam, Lüttich, Barcelona, Turin, Mailand, Wiesbaden und London. Auch als Konzertsängerin kam sie zu einer Karriere auf internationalem Niveau. Von ihren Bühnenpartien sind ergänzend noch die Micaela in »Carmen«, die Sophie in »Werther« von Massenet, der Siebel im »Faust« von Gounod, der Cherubino wie die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Eurydice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, der Idamante in Mozarts »Idomeneo« und die Rozenn in »Le Roi d’Ys« von Lalo zu nennen. In einem abschließenden Abschnitt ihrer Sängerlaufbahn widmete sie sich nur noch dem Konzert- und namentlich dem Oratoriengesang. 1962 gab sie ihre Karriere auf und erhielt einen Lehrauftrag am Conservatoire National de Saint-Maur.

 

24.5. Fiona KIMM wird 65

Fiona KIMM

Tochter englisch-französischer Eltern. Sie wurde 1970-74 am Royal Northern College of Music Manchester durch Meriel St. Clair ausgebildet und erregte bereits bei Aufführungen der Manchester Student Opera erstes Aufsehen. Sie setzte ihr Studium im National Opera Studio London fort und war 1975-77 als Choristin an der Covent Garden Oper London (wo sie bereits 1977 als Brautjungfer im »Freischütz« solistisch eingesetzt wurde) sowie 1978-79 als Choristin beim Glyndebourne Festival engagiert. Eigentliches Solistendebüt 1978 als 3. Dame in der »Zauberflöte« bei der Glyndebourne Touring Opera, bei der sie dann auch 1979 die Celia in J. Haydns »La Fedeltà Premiata«, die Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und 2002 die Larina in »Eugen Onegin« von Tschaikowsky sang. 1978 trat sie an der  Opera North Leeds als Hänsel in »Hänsel und Gretel« auf. Bei dieser Gesellschaft sang sie in den folgenden Spielzeiten u.a. die Mercedes in »Carmen«, die Hermia in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten, die Türkenbaba, die Rosalind in »The Mines of Sulphur« von Richard Rodney Bennett und noch 2016 die Äbtissin in »Suor Angelica« von Puccini. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang sie 1980 und 1990-91 die 3. Dame in der »Zauberflöte«, 1981 die Dryade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1982 die Smeraldine in Prokofjews »L‘Amour des trois oranges«, 1987-88 die Mutter und die Katze in »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel und 1991 den Sesto in Mozarts »La clemenza di Tito«. An der Scottish Opera Glasgow trat sie in einer Vielzahl von Rollen auf: als Clori in Cavallis »L‘Egisto« (1984), als Gymnasiast und als Groom in »Lulu« von A. Berg (1987), als 3. Dame in der »Zauberflöte« (1988), als Olga im »Eugen Onegin« (1988), als Flosshilde im »Rheingold« (1989), als Olga Olsen in »Street Scene« von K. Weill (1989), als Meg Page in Verdis »Falstaff« (1991), als Marcellina in »Le nozze di Figaro« (1995), als Mrs. Chin in »Night at the Chinese Opera« von Judith Weir (2008) und als Kabanicha in Janáceks »Katja Kabanowa« (2009). Seit 1980 hörte man sie bei der English National Opera London in Partien wie dem Orlofsky in der »Fledermaus«, der Lola in »Cavalleria rusticana«, dem Fjodor im »Boris Godunow«, in Offenbachs »Orpheus in der Unterwelt« und in dessen Operette »La belle Vivette« (1995), in »Rusalka« von Dvorák und als Smeraldine in Prokofjews »L‘Amour des trois oranges« (1990). Sie nahm 1984 an der USA-Tournee dieses Ensembles teil. 1983 debütierte sie, jetzt als Solistin, an der Covent Garden Oper London als Schäfer in »L’Enfant et les sortilèges«; hier sang sie dann auch den Fjodor, den Pagen in »Salome« von R. Strauss, die Baronin in »Chérubin« von Massenet (1994), die Gräfin Coigny in »Andrea Chénier« von Giordano (1998) und die Ellipsis de Selby in der Uraufführung der Oper »The Virtues of Things« von Matt Rogers (2015). Beim Berlioz Festival in Lyon gastierte sie in »Dido and Aeneas« von Purcell. 1988 sang sie in München in der Uraufführung der Oper »Greek« von Mark Anthony Turnage; 1989 beim Cambridge Festival große Erfolge in der Titelrolle von Massenets »Thaïs«. Beim Bath Festival wirkte sie in »El Rey de Harlem« von H.W. Henze mit. Beim Edinburgh Festival hörte man sie 1992 als Zakharevna in Tschaikowskys »Der Opritschnik« und 1993 als Imelda in Verdis »Oberto«. 1997 trat sie am Theatre Royal in Norwich als Kristin in »Miss Julie« von Alwyn auf, in Lissabon als Ericlea in Monteverdis »Il ritorno d‘ Ulisse in pastria«, beim Garsington Festival 1998 als Mrs. Quickly im »Falstaff« von Verdi, bei der Opera Holland Park als Rosa Mamai in »L’Arlesiana« von Cilea. 1998 nahm sie an der Opera North (im Batley Theatre Huddersfield) an der Uraufführung der Oper »The Nightingale to Blame« von Simon Holt teil.  2000 sang sie bei der Stowe Opera im Roxbury Theatre die Azucena im »Troubadour«. Im Konzertsaal erschien sie mit den führenden englischen Orchestern als Solistin; sie trat auch in mehreren Fernsehsendungen in England auf.

Schallplatten: IMO (Ausschnitte aus Operetten von Gilbert & Sullivan), Decca (»Street Scene« von K. Weill), Decca-Argo (»Greek«), Sony (»Beatrice Cenci« von B. Goldschmidt), Collins (»Baa-Baa Black Sheep« von M. Berkeley), ASV (»L’Enfance du Christ« von Berlioz); Video-Aufnahmen aus Glyndebourne.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://fionakimm.com/

 

24.5. Elaine MALBIN wird 85

Nach einer Gesangausbildung in New York war sie zunächst 1948-51 als Chorsängerin bei der Radiostation NBC tätig. Daneben begann sie bereits, in kleineren Partien in Gilbert & Sullivan-Operetten am New Yorker Broadway aufzutreten. Sie debütierte offiziell als Solistin 1950 an der Detroit Civic Opera. In der Spielzeit 1950-51 und wieder 1953 sang sie dann an der New York City Opera u.a. die Zerline im »Don Giovanni«, die Ninetta in Prokofjews »L‘Amour des trois oranges« und die Liu in »Turandot« von Puccini. Dazwischen trat sie 1952 am Broadway in der Titelrolle des Musicals »My Darlin‘ Aida« und 1953 in London in dem Musical »Kismet« auf. 1954 wirkte sie beim Glyndebourne Festival als Colombina in Busonis »Arlecchino« und als Echo in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss mit und sang die letztgenannte Partie im gleichen Jahr auch bei den Festspielen von Edinburgh. Sie gab Gastspiele in Frankreich und in Italien, setzte aber zugleich ihre Tätigkeit auf der Opernbühne in den USA bis zum Ende der sechziger Jahre fort. Hier gastierte sie an den Opern von San Francisco (1958 in »Carmina burana« von Carl Orff und als Mimi in »La Bohème«, 1967 als Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet), Boston (1961) und Pittsburgh (1962) und sang beim Central City Festival die Titelrolle in »Manon« von Massenet. 1963-64 nahm sie an einer USA-Tournee mit der San Carlo Opera Company als Butterfly teil, eine Rolle, die sie auch 1962 an der Scottish Opera Glasgow und 1967 an der Oper von Houston/Texas vortrug. Weitere Partien aus ihrem Repertoire waren die Micaela in »Carmen«, die Nedda im »Bajazzo«, die Musetta in »La Bohème«, die Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier«, die Adele in der »Fledermaus« und die Luise in »Der junge Lord« von H.W. Henze.

Schallplatten: HMV (»Arlecchino« von Busoni, 1954), RCA (Duette mit Mario Lanza).

 

24.5. Jadwiga WYSOCZANSKA wird 90

Erhielt ihre Ausbildung durch die berühmte Martá Krásová in Prag sowie durch die Pädagogin J. Logacevová in Liberec (Reichenberg, Böhmen). Debüt 1947 am Prager Smetana Theater als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, eine ihrer Glanzrollen. 1960 wurde sie für lange Jahre Mitglied des Nationaltheaters Prag, wo sie in einer Vielfalt von Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur ihre Erfolge hatte. 1963 gastierte sie beim Holland Festival als Titelheldin in »Rusalka« von Dvorák. Sie galt als vortreffliche Interpretin der Sopranpartien in den Opernwerken von Smetana, Dvorák und Janácek, bewies aber ihre Vielseitigkeit im Übrigen in einem Bühnenrepertoire, das von Händel über Mozart, Weber, Verdi, Wagner, Bizet bis zu Richard Strauss und zu modernen Meistern reichte. Auch als Konzertsopranistin angesehen.

Schallplatten: Supraphon (u.a. Titelfigur in »Rusalka« von Dvorák).

 

25.5. Dieter WELLER wird 80

 Er arbeitete zunächst als Verlagskaufmann. Ausbildung der Stimme durch Erwin Röttgen in Essen sowie in Köln. Er sang 1959-63 als Chorist am Theater von Gelsenkirchen. Debüt als Solist 1963 am Stadttheater von Bremerhaven, dem er bis 1966 angehörte, als Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«. 1964 erregte er am Stadttheater von Bremerhaven in der Titelrolle von Verdis »Attila« Aufsehen. Seit 1966 Mitglied des Opernhauses von Frankfurt a.M. Gastspiele in München und Köln, an der Wiener Staatsoper (1976 als Priester in »Moses und Aron« von A. Schönberg) und an der Volksoper Wien (hier u.a. am 26.4.1975 in der Uraufführung der Oper »Der eingebildete Kranke« von F. A. Wolpert), an der Deutschen Oper Berlin, in Düsseldorf, Hamburg, Brüssel und bei den Festspielen von Edinburgh (1970 bei einem Gastspiel der Frankfurter Oper als Inquisitor in Prokofjews »Der feurige Engel«, 1976 als Don Pinto in »Die drei Pintos« von Weber/Mahler und 1983 bei einem Gastspiel der Hamburger Staatsoper als Don Esteban in Zemlinskys »Der Zwerg«). 1974 Gastspiel in San Francisco als Wurm in Verdis »Luisa Miller« (zugleich sein US-Debüt), 1983 am Teatro Regio Turin in »Lulu« von Alban Berg. 1976 debütierte er an der Metropolitan Oper New York  (Antrittsrolle: Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg«), an der er bis 1985 in insgesamt 32 Vorstellungen auch als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg und als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss aufgetreten ist.  An der Staatsoper von Hamburg hörte man ihn 1999 als Marchese di Calatrava in Verdis »La forza del destino« und 2000 als Alaskawolf-Joe in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, an der Staatsoper von Dresden in der Titelrolle der Oper »Lear« von A. Reimann. Verheiratet mit der Tänzerin Dörthe Fischer. Sein weit gespanntes Bühnenrepertoire bestand aus seriösen wie komischen Partien in Opern von Mozart, Beethoven, Lortzing, Weber, Rossini, Verdi, Smetana, R. Wagner und E. Wolf-Ferrari; viel beschäftigter Konzertsänger.

Schallplatten: Partien in den vollständigen Opern »Der Freischütz« und »Martha« auf Electrola. Sang bei der Edition Schwann in »Der Geburtstag der Infantin« von Zemlinsky, auf Wergo in »Le Grand Macabre« von G. Ligeti, auf Capriccio in »Der Schatzgräber« von Fr. Schreker.

 

25.5. Norman MITTELMANN wird 85

Norman MITTELMANN

 Er war am Curtis Institute of Music in Philadelphia Schüler von Martial Singher, studierte dann an der Music Academy of the West Santa Barbara (Kalifornien) und bei Enzo Mascherini in Florenz, er war auch Schüler von Richard Bonelli und von Lotte Lehmann. Preisträger beim Nationalen Kanadischen Gesangwettbewerb und bei einem Concours der Metropolitan Oper New York. Er debütierte 1955 als Konzertsänger. Bühnendebüt 1958 in Toronto als Marcello in Puccinis »La Bohème«. 1959-60 war er am Opernhaus von Essen engagiert und sang 1960-64 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1965-82 war er am Opernhaus von Zürich engagiert (wo er u. a. 1970 die Titelpartie in der Schweizer Erstaufführung der Oper »Dantons Tod« von G. von Einem sang); seit 1967 dem Opernhaus von Frankfurt a.M., 1969-77 auch der Hamburger Staatsoper verbunden. 1960-76 trat er an der Staatsoper Wien in insgesamt 11 Vorstellungen in den Titelpartien der Oper »Fürst Igor« von Borodin und »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, als Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, als Germont-père in »La Traviata«, als Carlo in »La forza del destino« und als Scarpia in »Tosca« auf. 1970 sang er an der Mailänder Scala den Mandryka, 1965 an der Covent Garden Oper London den Germont-père und die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«. Gastspiele an den Staatsopern von München und Stuttgart und an der Deutschen Oper Berlin. Er debütierte an der Metropolitan Oper New York 1961 als Heerrufer im »Lohengrin« und trat dort bis 1985 in mehr als 80 Vorstellungen auf (als Gunther in der »Götterdämmerung«, als Donner im »Rheingold«, als Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Silvio wie auch als Tonio im »Bajazzo«, als Amonasro in »Aida«, als Valentin im »Faust« von Gounod, als Faninal im »Rosenkavalier«, als Oberpriester in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, als Carlo in »La forza del destino« und als Schaklowity in »Chowanschtschina«). Er gastierte an der Chicago Opera (1966 als Ruprecht in »L‘Ange de feu« von Prokofjew und mit den vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1976 als Schaklowity, 1982 mit den vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«), an der Oper von San Francisco (1972 als Nelusco in der »Afrikanerin« von Meyerbeer, 1972 und 1974 als Amonasro, 1973 als Posa im »Don Carlos« und als Germont-père, 1979 als Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli), an der Grand Opéra Paris (1975 als Graf Luna im »Troubadour« und als Carlo in »La forza del destino«), an der Oper von Marseille, am Teatro Massimo Palermo (1975 als Eugen Onegin), am Teatro Comunale Florenz (1972 als Ezio in Verdis »Attila«), beim Maggio Musicale Fiorentino (1971 als Wilhelm Tell von Rossini), am Teatro Colón Buenos Aires (1971 als Mandryka und als Kurwenal in »Tristan und Isolde«, 1975 als Graf Luna und als Scarpia) und an der Oper von Dallas (1979 als Amonasro). 1956 wirkte er in der Hollywood Bowl in der US-Erstaufführung von Milhauds »David« mit. 1970 sang er an der Hamburger Staatsoper in der Uraufführung von Burkhards »Ein Stern geht auf aus Jakob«. Seine bedeutendsten Partien gehörten dem dramatischen Fachbereich an: der Mephisto in Gounods »Faust« wie in »La damnation de Faust« von Berlioz, der Escamillo in »Carmen«, der Jago in Verdis »Otello«, der Rigoletto, der Simon Boccanegra in der gleichnamigen Verdi-Oper, der Renato im »Maskenball«, der Wolfram im »Tannhäuser« und der Amfortas im »Parsifal«.  Nicht weniger erfolgreich als Konzert- und Oratoriensänger.

Schallplatten: Morgan-Records (Nelusco in der »Afrikanerin« von Meyerbeer aus San Francisco), Gala (Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli).

 

26.5. George GRAY wird 65

George GRAY

Er spielte mehrere Musikinstrumente, begann aber mit 18 Jahren das Klavier- und Orgelstudium. Seine Ausbildung zum Organisten musste er nach einer Handverletzung aufgeben. Er studierte dann Musik und Gesang an der Juilliard School of Music und am Mannes College of Music. Er dirigierte mehrere Chöre, ließ dann aber seine Stimme durch George McKinley ausbilden. Er begann seine Bühnenlaufbahn bei der Connecticut Opera Company in einer Tournee mit »Hänsel und Gretel« in der Partie der Hexe. Als erste große Partie übernahm er bei der Princeton University Opera den Max im »Freischütz«. 1984 sang er in Greenville/South Carolina den Florestan im »Fidelio«, beim Summer Festival in Colorado Springs den Cavaradossi in »Tosca«, 1986 war er an der Charlotte-North Carolina Opera als Canio im »Bajazzo«, 1988 am gleichen Opernhaus als Radames in »Aida« anzutreffen. 1987 sang er beim New Jersey Opera Festival in Lawrenceville den Bacchus in der Richard Strauss-Oper »Ariadne auf Naxos«, im gleichen Jahr bereits am Opernhaus von Seattle den Titelhelden in Verdis »Otello« und in Columbus (Ohio) den Tristan. Diese Partie übernahm er auch 1987 in Amsterdam. Er kam jetzt schnell zu einer großen internationalen Karriere im heldischen Stimmfach, und zwar sowohl im Bereich der italienischen Oper wie in dem des Wagner-Gesangs. 1988 trat er in Frankfurt a.M. (und bereits 1983 bei seinem Europa-Debüt in Berlin) als Solist in den »Gurreliedern« von A. Schönberg (als Waldemar) auf. Am Théâtre de la Monnaie Brüssel gastierte er 1988 als Pollione in »Norma«, am Opernhaus von Nancy 1990 als Tristan. In der Eröffnungsvorstellung der Pariser Opéra Bastille sang er 1990 den Énée in »Les Troyens« von H. Berlioz. 1989 war er am Opernhaus von Pittsburgh, am Théâtre Châtelet Paris und an der Deutschen Oper Berlin zu Gast (1989 als Florestan). 1990 sang er in Chicago den Parsifal in einer konzertanten Aufführung der Wagner-Oper. Auch am Staatstheater von Karlsruhe aufgetreten. 1989 gastierte er an der Staatsoper Wien als Tristan, seit 1988 am Opernhaus von Zürich engagiert, wo er als Siegfried in den Opern des Ring-Zyklus große Erfolge erzielte, ebenso 1994 in Wiesbaden. In der Spielzeit 1992-93 trat er am Theater von Bergen (Norwegen) als Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saens auf und gastierte in der gleichen Rolle am Opernhaus von Kairo.  In Kassel gastierte er 1992 als Bacchus, beim Holland Festival in »Der Schatzgräber« von Schreker, an der Staatsoper Berlin 1992 als Vasco in Meyerbeers »Afrikanerin«, am Opernhaus von Leipzig als Lohengrin, am Staatstheater von Mainz 1994, an der English National Opera London 1995 als Tristan. 1993 sang er bei der 50-Jahrfeier der New Orleans Opera Association am gleichen Abend den Turiddu in »Cavalleria rusticana« und den Canio im »Bajazzo«, 1995 am Opernhaus von Graz den Mephistopheles in »Doktor Faust« von Busoni, 1996 trat er bei den Aufführungen des Nibelungenrings durch die Arizona Opera in Flagstaff (am Grand-Canyon) sehr erfolgreich als Siegfried auf; in Graz wirkte er 1996 in der Uraufführung der Oper »Rashomon« von Mayako Kuba mit (als Tajomaru). Als Siegfried im Ring-Zyklus gastierte er 1999 an der San Francisco Opera,  2000 an der Oper von Dallas wie am Opernhaus von Graz.

 

28.5. Priti COLES wird 60

 Sie erhielt ihre Gesangsausnildung am Konservatorium von Amsterdam und zusätzlich eine Schauspielausbildung in London. In ihrer mehr als 25jährigen Karriere als freiberufliche Sopranistin trat sie u.a. an der Niederländischen Oper sowie am Concertgebouw Ansterdam, an der Opéra Comique Paris, an der Neuen Oper Wien, am Theater an der Wien, an der Hamburgischen Staatsoper, an der English National Opera und mit dem BBC Symphony Orchestra auf. Seit 2003 unterrichtet sie am Vienna Konservatorium Wien Gesang.

 

28.5. Mitsuko SHIRAI wird 70

Mitsuko SHIRAI

 Sie kam 1972 zur Ausbildung nach Europa und studierte in Stuttgart. Zusammen mit dem Pianisten Hartmut Höll, den sie später heiratete, begann die Künstlerin 1972 dann eine glanzvolle Karriere als Lied- und Konzertsängerin. 1973 gewann das Duo den Hugo Wolf-Wettbewerb in Wien, 1974 den Robert Schumann-Wettbewerb in Zwickau, 1976 die internationalen Wettbewerbe von Athen und s’Hertogenbosch. Große Erfolge bei Liederabenden in Westdeutschland, in Amsterdam, Brüssel, London und Mailand, dazu Auftritte im deutschen Rundfunk. Dabei reichte der Gestaltungsbereich der Sängerin von Scarlatti und anderen Barock-Meistern bis zu zeitgenössischen Komponisten wie Webern oder Juliano Carillo. Sie sang zusammen mit den großen Orchestern und Dirigenten in aller Welt, u.a. mit den Berliner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem Nouvel Orchestre Philharmonic Paris, dem Atlanta Symphony Orchestra und weiteren Orchestern. Sie eröffnete die Suntory Hall in Tokio mit Prokofjews »Alexander Newsky«. Sie gastierte auch in Israel und in Südamerika und besuchte regelmäßig die USA. Dort gab sie u.a. 1989 ein großes Konzert in der New Yorker Carnegie Hall. 1987 kam es dann auch zu einem Bühnenauftritt der Sängerin, als sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. die Partie der Despina in »Così fan tutte« sang. Sie wirkte oft in konzertanten Opern-Aufführungen mit, u.a. in »Lucio Silla« von Mozart, in Richard Wagners »Das Liebesverbot« und in »Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas. 1998 trat sie an der Staatsoper Stuttgart als Donna Mercedes in der Oper »Der Corregidor« von Hugo Wolf auf. Zusammen mit Hartmut Höll unterrichtete sie in Meisterkursen bei den Festspielen in Savonlinna, beim Aldeburgh Festival, in der Schweiz, in den USA und in Israel. Seit 1992 bekleidete sie (wie auch Hartmut Höll) eine Professur an der Musikhochschule von Karlsruhe, seit 1994 eine Gastprofessur am Salzburger Mozarteum. Höhepunkte in dem umfassenden Repertoire der Künstlerin bildeten die Lieder der deutschen Klassik und Romantik, vor allem die Kompositionen von Hugo Wolf.

Schallplatten: Ariola-Eurodisc (Hugo-Wolf-Lieder), Capriccio (Lieder von Schubert, R. Schumann und Johannes Brahms, »Manuel Venegas« von Hugo Wolf, Magnificat von J.S. Bach, 4. Sinfonie von G. Mahler, Lieder von A. Berg), Philips (Geistliche Musik von Mozart, »Die letzten Dinge« von L. Spohr), Signum-Helikon (Lieder verschiedener Komponisten), HMV (»Lobgesang« von Mendelssohn), Capriccio (Lieder von A. Schönberg, Lieder von R. Strauss, Josef A. Busch, Martin Loeffler, J. Marx, Hermann Reutter, Robert Franz, Gounod und Dargomyschski; Lieder von Gustav Mahler), CPO; sie sang auf der japanischen Marke KONO Schumanns Zyklus »Frauenliebe und Leben«, auf Da Camera religiöse Musik.

 

29.5. Michèle LAGRANGE wird 70

Michèle_Lagrange

Sie absolvierte ihre Ausbildung am Conservatoire National de Paris und war 1974-77 im Opernstudio der Grand Opéra Paris. Ihre eigentliche Karriere begann sie 1978 am Opernhaus von Lyon, an dem sie seither regelmäßig auftrat. Sie kam dann auch bald zu einer erfolgreichen Karriere an den übrigen großen französischen Operntheatern; 1984-88 war sie Mitglied der Grand Opéra Paris, wo sie die Hélène in Verdis »Jérusalem«, die Elisetta in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, die Manon von Massenet, die Alice in »Robert le Diable« von Meyerbeer, die Musetta in »La Bohème«, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Elvira in Bellinis »I Puritani«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Marguerite im »Faust« von Gounod und die Norma von Bellini sang. Man hörte sie als Gast an den Opern von Toulouse und Marseille sowie 1982 beim Festival von Aix-en-Provence. Im gleichen Jahr 1982 gastierte sie am Teatro Colón Buenos Aires (u a. in »Benvenuto Cellini« von Berlioz),  1989 beim Festival von Aix-en-Provence in Prokofjews »L’Amour des trois oranges«. Sie trat am Opernhaus von Lyon als Agathe im »Freischütz«, als Musetta und als Fiordiligi in »Così fan tutte« auf. 1990 sang sie in Montpellier die Marguerite, 1992 die Doppelrolle der Isabella und der Iguamota in der Oper »Cristoforo Colombo« von Franchetti, 1994 die Béatrix in »Marcel« von Saint Saëns und die Marquise in »L’Armida immaginaria« von Cimarosa. 1992 übernahm sie in Bordeaux die Donna Anna im »Don Giovanni«, 1993 in Montpellier die Hilda in einer konzertanten Aufführung von Reyers »Sigurd«. An der Opéra Bastille Paris sang sie 1994 die Fiorella in Offenbachs »Les Brigands«, 2002 und 2006 mehrere Partien in Martinus »Juliette«, 2006 die Leitmetzerin im »Rosenkavalier«, 2007 die Annina in »La Traviata«, 2008 und 2010 mehrere Partien in Janáceks »Das schlaue Füchslein« und 2012 die Praskowia in Lehárs »Die lsutige Witwe«. 1995 sang sie am Theater von Metz die Vitellia in »La clemenza di Tito« von Mozart, in Montpellier die Leonora in »Oberto« von Verdi. An der Opéra de Wallonie Lüttich sang sie 1995 die Norma, in Palermo 1996 in Cherubinis Oper »Anacréon«, in Montpellier 1994 die Béatrix in »Étienne Marcel« von Saint-Saëns, 1997 in der Operette »Die lustigen Nibelungen« von Oscar Straus. 1999 sang sie am Theater von St. Étienne die Sita in »Le Roi de Lahore« von Massenet, 2000 am Opernhaus von Lyon in »Albert Herring« von B. Britten. Auch als Konzertsängerin, namentlich als Solistin in Oratorien, aufgetreten. So trat sie u.a. in Leipzig im Stabat mater von Poulenc, in Paris im Stabat mater von Rossini, in Marseille im Verdi-Requiem auf.

Schallplatten: TIS (Religiöse Vokalmusik von Saint-Saëns), HEK (Salve Regina und Stabat mater von F. Poulenc), HMV (»Guercoeur« von Albéric Magnard), Harmonia mundi (Kantaten von Berlioz), Forlane (»Don Giovanni«).

 

29.5. Wilfried PLATE wird 80

Er war Schüler des Pädagogen H.F. Radbert in Hamburg. 1965 fand sein Bühnendebüt an der Hamburger Staatsoper in der Rolle des Fenton in Verdis »Falstaff« statt. Er war 1965-70 an der Staatsoper Hamburg, 1970-77 am Staatstheater Braunschweig, seit 1977 am Staatstheater Darmstadt engagiert, wo er sich in lyrischen wie in Tenorpartien aus dem Buffo-Fach auszeichnete. 1983 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Die Fastnachtsbeichte« von Giselher Klebe, 1994 in der von »Morels Erfindung« von Reinhard Felbel mit. Gastspiele an den großen deutschen Bühnen und 1968 mit dem Ensemble der Hamburger Oper bei den Festspielen von Edinburgh (als junger Diener in »Elektra« von R. Strauss). 1987 gastierte er in Amsterdam mit dem Ensemble der Komischen Oper Berlin als Kent in der zeitgenössischen Oper »Lear« von A. Reimann. 1999 übernahm er bei den Festspielen von Wiesbaden die Rolle des Kaisers in »Turandot« von Puccini. Sein Bühnenrepertoire enthielt u.a. den Ernesto im »Don Pasquale«, den Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, den Don José in »Carmen«, den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, den Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Herzog in Verdis »Rigoletto«, den Alfred in »La Traviata«, den David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Mime im Nibelungenring und den Grafen Almaviva in Rossinis »Barbier von Sevilla«. Auch im Konzertsaal hervorgetreten. Schallplatten: Orfeo (»Kleider machen Leute« von Joseph Suder).

 

30.5. Per HØYER wird 60

Per HØYER

Er begann an der Universität von Kopenhagen das Studium der Musikwissenschaft, ließ aber während dieser Zeit auch seine Stimme durch den Kopenhagener Pädagogen John Guttman Sørensen ausbilden. Er entschloss sich zur Bühnenlaufbahn und debütierte 1984 beim Montepulciano Festival in Puccinis »Edgar«. Er sang dort auch den Alfio in »Cavalleria rusticana«, den Harlekin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, den Paolo in »Simon Boccanegra« von Verdi (mit Renato Bruson als Partner) und den Hohepriester in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns. 1991 trat er im dänischen Fernsehen in der Titelpartie von Puccinis »Gianni Schicchi« auf. 1992 wurde er an das Opernhaus von Nürnberg verpflichtet; hier hatte er als Don Giovanni einen ersten großen Erfolg. 1997 trat er am Opernhaus von Kopenhagen als Ottokar im »Freischütz« auf. Neben seiner Bühnenkarriere kam eine zweite, ebenso erfolgreiche Tätigkeit als Konzert- und Oratoriensolist zustande, die ihm in den europäischen Musikzentren bedeutende Erfolge brachte.

Schallplatten: Sony

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