Der Neue Merker

14. NOVEMBER 2017

Richard Strauss-Tage  an der Wiener Staatsoper. Foto: Richard Strauss-Archiv

Die Strauss-Tage beginnen mit „Salome“ übermorgen, am 16. November. Darauf werden wir noch gesondert hinweisen.

Dringlich sind die Hinweise auf Rahmenveranstaltungen, zumal die erste bereits heute stattfindet:

Abgerundet werden die Strauss-Tage an der Wiener Staatsoper durch drei Sonderveranstaltungen in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE:

In einem Vortrag am Dienstag, 14. November 2017 (19.00 Uhr) spricht Dramaturg Oliver Láng über Richard Strauss als Wiener Operndirektor; am Freitag, 17. November 2017 (18.00 Uhr) geht Erich Seitter der Frage nach: „Wie singt man Richard Strauss?“ und am Freitag, 24. November 2017 (17.30 Uhr) ist Peter Schneider zu Gast in der Dirigentenwerkstatt.

Ab Dezember ist in den Prunkräumlichkeiten der Wiener Staatsoper die Ausstellung Richard Strauss und die Wiener Staatsoper zu sehen, die sich u. a. von historischen Aspekten zu Richard Strauss’ Zeit als Operndirektor und Dirigent bis hin zu aktuellen Aufführungen und Besetzungen widmet.

FRANKFURT: Uraufführung „DER MIETER“ von Arnulf Herrmann
„Der Mieter“. Björn Bürger. Copyright: Barbara Aumüller

Die 3.Saisonpremiere ist ein Autragswerk der Oper Frankfurt. Es ist die UA von ‚Der Mieter‘ von Arnulf Herrmann, geb.1968, Text von Händl Klaus, frei nach dem Roman ‚Le Locataire chimerique‘ von Roland Topor. Es sind drei pausenlos durchgespielte Akte von annähernd 2 Stunden Dauer. Der gleichnamige Film von Roman Polanski dürfte vielen Zuschauern  bekannt sein.- Der Mieter zieht nach langer Suche in ein Zimmer, dessen Vormieterin darin Selbstmord  begangen hat, Spuren davon sind noch vorhanden. Er wird von seiner Umgebung, auch von der Kneipenbedienung, genauso wie die Vormieterin behandelt. Als er ein Fest gibt, wird er von einem anderen Mieter wegen zu hoher Lautstärke angegangen und bekommt Schwierigkeiten mit dem Vermieter und anderen Mietern, da er sich weigert, eine Petition gegen eine Mieterin mit einer Tochter mit Klumpfuß zu unterschreiben. Er zieht sich verängstigt immer mehr in die Wohnung zurück, wird von Stimmen verfolgt, und es erscheint ihm  die Vormieterin, mit der er sich immer mehr  identifiziert. Am Ende verwandelt er sich in diese und springt selber aus dem Fenster…

Zum Bericht von Friedeon Rosén

Das Irreale der Realität – Uraufführung von Arnulf Herrmanns Psycho-Oper „Der Mieter“ in der Oper Frankfurt
Neue Musikzeitung/nmz.de

Berlin/ Komische Oper: Kino in der Komischen Oper. Held mit Herzrasen
Die Komische Oper zeigt russische Stummfilme aus den 1920er Jahren – mit neuer Musik
Tagesspiegel

Wien/ Wien modern/ Museumsquartier: Feiern wie die Bürohengste
Copyright: Armin Bardel

Keine Frage: Firmenfeiern sind eine heikle Sache. Beginnt der Abend meist mit einer verspannten Chefrede, schlägt er unter Beimischung des Teufelchens Alkohol rasch ins Gemütvolle um und endet nicht selten in Fällen von Zwischenmenschlichkeit, die am Folgetag für Bürotratsch bürgen.

In diesem Zusammenhang muss man den Hut vor Durs Grünbein ziehen: Dem deutschen Autor ist es gelungen, einen Text zu dem Thema zu verfassen, der die Peinlichkeiten des Sujets noch weit übertrifft…

Firmenparty am Gipfelpunkt der Peinlichkeit: die hanebüchene Oper „Die Antilope“ bei Wien Modern
Wiener Zeitung

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK – 14.-20. NOVEMBER 2017
(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich  auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

15.11. FALSTAFF (Live aus Turin) RAI 3-20 Uhr
16.11. DER SPIELER (aus Wien, Aufn. v. 7.10,) BBC 3-15 Uhr
18.11. ADRIANA LECOUVREUR (aus Wien, Aufn. v. 12.11.) Radio 4Hilversum-19 Uhr
DON QUICHOTE (aus Chicago, Aufn. v. 19.10.2016) RNE Classica Madrid-19 Uhr
DER SPIELER (aus Wien, Aufn. v. 7.10.) Deutschlandradio-19.05 Uhr
DER GOLDENE HAHN (aus Madrid, Aufn. v. 3.6.) ORF Ö1-19.30 Uhr
LA SONNAMBULA (Live aus Florenz) RAI 3-20 Uhr
DON GIOVANNI (aus Wien, Aufn. v. 26.1.) HR 2-20.04 Uhr
19.11. MADAMA BUTTERFLY (aus Paris, Aufn. v. 7.11.) France musique-20 Uhr
DAS RHEINGOLD (aus Bayreuth, Aufn. v. 29.7.) SWR 2-20.03 Uhr

Metropolitan Opera 2017-18 Review – Thaïs: Ailyn Pérez & Gerald Finley Must Be Heard In Gorgeous Revival of Massenet Masterpiece
Gerald Finley & Ailyn Pérez. Copyright: Chris Lee/ Metropolitan Opera

Metropolitan Opera 2017-18 Review – Thaïs:
http://operawire.com/metropolitan-opera-2017-18-review-thais-ailyn-perez-gerald-finley

With lustrous singing by Pérez, Met’s “Thaïs” eventually sees the light
http://newyorkclassicalreview.com/2017/11/with-lustrous-singing-by-perez-mets

Nochmaliger Hinweis auf die „Amici del Belcanto“: Samstag in Ternitz

 

WIEN/ „Nestroy-Verleihung“

Ich bin natürlich nicht so naiv nicht zu wissen, dass diese Veranstaltung eine Weihestunde des eher linksorientierten Teiles der Österreichischen bzw. Wr. Gesellschaft ist, aber diesmal war es wieder einmal besonders auffällig. Neben immer wieder eingestreuten Bemerkungen und den einschlägigen Auftritten der Herrn Drozda und Mailath-Pokorny war es vor allen Dingen ein vom Regisseur David Schalko vom Zettel herunter gelesenes Statement, das nicht gelernte Österreicher glauben lassen könnte, dass bei uns die Diktatur samt Zensur und anderen grauslichen Dingen mehr oder weniger vor der Türe steht„.

H.S.S

WIEN: Premiere für „Professor Bernhardi“ in der Josefstadt =
Bernhard Schir, Herbert Föttinger. Copyright: Barbara Zeininger

Wien (APA) – Arthur Schnitzlers „Professor Bernhardi“, 1912 in Berlin uraufgeführt, durfte in Österreich bis zum Ende der Monarchie „wegen der tendentiösen und entstellenden Schilderung hierzuländischer öffentlicher Verhältnisse“ nicht gezeigt werden.

Umso aktueller wirkt es heute. Für Theater in der Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger ist es „ein Lehrstück des Dirty Campaigning“. Premiere ist am Donnerstag.

BERLIN: Existentieller Umschwung in der Volksbühne
Anne Tismer in „Tritte“. Foto: Robert Baltzer

Ein gelungener Start – Becketts Miniaturen und Seghals Performances verdichten sich zur neuen Vision der Berliner Volksbühne als existentielles Theater. „Wir fangen wirklich an“, nach Chris Dercons Sicht verständlich, zu langwierig, anstrengend waren die Animositäten um seine Person. Und wie ist dieser Anfang? Vor dem Haus auf den Treppenabsatz noch  einmal Agitation mit geschauspielerten leblosen Obdachlosen. „Nur über meine Leiche“, so die Oberaktivistin, die so nervös ist, dass ihr der Text nicht mehr einfällt  und sie sich erst mit einem Besucherhandy die Fragen ins Bewusstsein bringen muss.

Berliner Chaos draußen, drinnen zunächst Irritation, die sich als Teil einer beeindruckende Konzeption erst ganz am Schluss erschließt…

Zum Bericht von Michaela Schabel

Filme der Woche

FimPoster Tiere~1
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Selten haben so viele Kritiker – nicht irgendwelche, sondern von hochkarätigen Zeitungen – eingestanden, einen Film nicht durchschaut zu haben. Sich nicht auszukennen. Was der Regisseur wollte… Und wenn er genau das wollte? Das wäre nämlich die einzige „Lösung“, auf die man im Zusammenhang mit „Tiere“ kommt. Das ist übrigens, es sei gleich gesagt, ein wirklich spannender Film. Ein Psychothriller. Ohne Lösung.

Was ins Absurde und Rätselhafte abgleitet, muss „normal“ beginnen, sonst funktioniert es nicht. Also – er ist Koch (Philipp Hochmair als Nick segelt gleich zu Beginn mit hoher Kochmütze durch ein Restaurant), sie ist Autorin (Birgit Minichmayr als Anna durchgehend mit einer Verkniffenheit, die von ihrem inneren Unbehagen erzählt). Dass er sie betrügt, ist für niemanden ein Geheimnis – mit Andrea aus dem dritten Stock? Oder mit Mischa, die quasi engagiert wird, um als „Wohnung-Sitterin“ zu fungieren?…

Kann man Künstler und Werk trennen?
Hollywood ist extrem. Es kann einen Star über Nacht in den Himmel heben, aber auch abstürzen lassen. Kevin Spacey ist nach den Belästigungsvorwürfen gegen ihn nun derart geächtet, dass er aus einem schon fertigen Film von Ridley Scott herausgeschnitten wird – sechs Wochen vor dem Kinostart.
Esslinger Zeitung

…Die Enttäuschung über die Niedertracht eines Künstlers ist umso größer, je mehr man ihn bewundert hat – man fühlt sich dann geradezu verraten. Unwillkürlich hat man vorausgesetzt, dass derjenige, der etwas so Großes oder Schönes schaffen kann, auch persönlich ein besonderer, ein integerer Mensch sein muss. Aber im Grunde hat das eine mit dem anderen natürlich wenig zu tun…

Unwillkürlich führt uns diese Frage auch zu Richard Wagner:

Wilhelm Waetzoldt, Generaldirektor der Staatlichen Museen in Berlin zu Zeiten der Weimarer Republik, hat es einmal sehr drastisch ausgedrückt: «Es ist eine irrige, durch und durch verlogene Meinung, die vom großen Künstler verlangt, dass er ein großer Mensch sei.» 

Fußball: Eigentlich auch für den Weltfußball eine Katastrophe: Italien bei einer Weltmeisterschaft nicht dabei!

 

Erstmals seit 1958 ist Italien bei einer Fußball-WM nicht dabei, der mehrmalige Weltmeister schied durch ein 0:0 gegen Schweden aus. Der schwedische Abwehrriegel hielt nach dem 1:0 Heimsieg auch in Mailand stand, die italienischen Stürmer überboten sich an Umständlichkeit. Schön für die Schweden, aber schlecht für den Fußball, denn Italien war immer eine Turniermannschaft. Die Schweden haben bei Großveranstaltungen noch nie Bäume ausgerissen.

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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