Der Neue Merker

14. JÄNNER 2018

Mariss Jansons feiert heute seinen 75. Geburtstag.  © Peter Meisel (BR)

Die Salzburger Festspiele zum heutigen Jansons-Geburtstag: „Mariss Jansons ist einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit und ein wirklicher Freund der Salzburger Festspiele. Seine Ernsthaftigkeit, seine tiefe Empfindsamkeit, sein ethischer Anspruch und seine künstlerische Klasse geben der Musik eine ebenso seltene wie kostbare Wahrhaftigkeit. Mariss Jansons‘ Leben ist eine einzige Liebeserklärung an die Musik, er gehört zu jenen Künstlerpersönlichkeiten, die aus den Festspielen ein Epizentrum des Besonderen machen“, sagt Intendant Markus Hinterhäuser.

Wiener Staatsoper: Weiterer Bericht über die „Jubiläums-Tosca“
Angela Gheorghiu: „Die Art wie Gheorghiu ihr Dekolleté an diesem Abend „vorantrug“... Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Die 600. Vorstellung begann unter anderen Vorzeichen als die 599. letzten Montag: Der Dirigent musste krankheitsbedingt getauscht werden und anstelle von Jesús López-Cobos leitete Frédéric Chaslin den Abend. Diese Konstellation mag nicht ideal gewesen sein, das spannungslose Dirigat bezeugte es. Außerdem eilte die Sopranistin dem Orchester oft voraus und machte die Sache dadurch nicht einfacher. Angela Gheorghiu hat vor viereinhalb Jahren an der Wiener Staatsoper mit ihrem kostbaren Sopran eine „Tosca“ gesungen, die man als „delikat“ bezeichnen kann. An diesem Abend war von dem leicht seidigen Timbre ihrer Stimme leider kaum mehr etwas zu hören, so als hätte man den hüllenden Stoff weggezogen. Gheorghiu hatte ihren Sopran außerdem stark zurückgekommen, „sparte“ sich durch den ersten Akt, und setzte ihn den ganzen Abend über mit bewundernswertem Kalkül nur dort in Szene, wo es ihrer Meinung nach auch wirklich nötig war: kräftige Spitzentöne, leicht geschärft, machten dann wieder auf Tosca aufmerksam und lenkten von ihrem affektierten Spiel ab, das vielleicht als Ersatz für die schaumgebremste stimmliche Präsenz gedacht war.

Die Art wie Gheorghiu ihr Dekolleté an diesem Abend „vorantrug“ war bezeichnend, und wie sie es halbliegend Scarpia darbot, während sie ihren Verrat an Cavaradossi beging. Scarpia beugte sich zu ihr hinab – dass ihn Toscas „Umfaller“ vor allem erotisch interessierte…

Zuletzt aber noch ein großes Dankeschön an die Direktion, dass die im ersten Akt in die Kirche einziehenden Ministranten eine gehörige Portion Weihrauch verpulvern durften. Der Weihrauch zog sich auf die Galerie, man konnte ihn in der ersten Pause auch im Foyer erschnuppern. Eine Staatsopern Jubiläums-„Tosca“ ohne viel Weihrauch, das wäre ein Fauxpas gewesen – nicht auszudenken! Am Schluss gabs den erwarteten Jubel für eine insgesamt eher mäßige „Tosca“-Vorstellung.

P.S.: In der 500. Staatsopern-„Tosca“ im Jänner 2006 hat der früh verstorbene Tenor Salvatore Licitra den Cavaradossi gesungen. Man könnte ein Buch über diese „Tosca“-Produktion schreiben, in dem nicht nur der verpasste Auftritt des Erschießungskommandos, sondern auch der eines bestimmten Soprans seinen Platz hätte. Und ein dickes Lexikon der Opernstars der letzten 60 Jahre würde es auch abgeben. 

Zum Bericht von Dominik Troger/ www.operinwien.at

Wiener Staatsoper: „La Fille du Régiment“

Inwieweit die Besucher der gestrigen „Fille“ durch die doch personell sehr starken Proteste gegen die Regierung beeinträchtigt waren, weiß ich nicht (offziell war die Demo ja bereits um 18 h zu Ende.


Sabine Devieilhe. Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Bericht Dominik Troger: http://www.operinwien.at/werkverz/donizett/afille6.html

Darauf ist das ganze Regiment stolz
Staatsoper. Fulminantes Debüt von Sabine Devieilhe in einer rundum amüsanten „Fille du régiment“ unter Evelino Pidò – nebst nostalgischen Tönen mit Marjana Lipovsek
Die Presse

„Konzertgänger in Berlin“: Lädiert: Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ an der Staatsoper Unter den Linden
Schön und recht pfiffig, dass die heimgekehrte Staatsoper Unter den Linden den anfangseuphorischen Andrang nutzt, um als eine der ersten Wiederaufnahmen eine Inszenierung des alten Abo-Schrecks Hans Neuenfels auf die sanierte Bühne zu hieven.

Und passt die aus unvereinbaren Gegensätzen verquickte Ariadne auf Naxos von Richard Strauss nicht ganz besonders in diesen Historienhybrid von Lindenoper, der in seiner seltsamen Disproportionalität das Gegenteil des Gewünschten bewirkt: nämlich statt Kontinuität das Lädierte des Hauses hervorzuheben?

Aber so wenig wie über vergossne Milch lohnt es, weiterhin über verpasste Chancen zu lamentieren, einen zuschauerfreundlichen Saal etwa. (Das wäre höchstens was für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.) Im Publikum, das sich ölsardinesk in den Fluren an- und ineinanderschmiegt, vernimmt man doch so einiges an Schillertheater-Nostalgie, wer hätte das erwartet?
Zum Bericht des „Konzertgängers“

München
Die Sängerin und Dirigentin Barbara Hanningan: Eine Musikerin mit Prinzipien
Als Dirigentin und Solistin ist die Sopranistin Barbara Hanningan am 14. und 15. Januar zu Gast bei den Münchner Philharmonikern. Über diese spannende Doppelrolle, aber auch über die derzeit aktuelle „Me Too“-Diskussion spricht sie im BR-KLASSIK-Interview.
BR-Klassik

Salzburg/Mozarteum bleibt weiterhin ohne Rektor
Ein erneuter Anlauf zur Bestellung eines Leiters der Salzburger Musikuniversität ist gescheitert. Im März werden alle Uniräte des Landes neu besetzt
Der Standard

WIEN: TENOR OTONIEL GONZAGA GESTORBEN.

Ein Nachruf der Wiener Volksoperfreunde


Otoniel Gonzaga starb gestern in Wien

Zum Tod von Otoniel Gonzaga am 13.Jänner 2018

Voll Trauer haben die Volksopernfreunde vom Tod unseres Ehrenmitgliedes und langjährigen Ensemblemitgliedes der Volksoper Otoniel Gonzaga am Nachmittag des 13. Jänner erfahren.

Es gibt kaum ein bedeutendes Opernhaus weltweit, in dem der auf den Philippinen gebürtige Amerikaner nicht aufgetreten ist und zumindest eine seiner mehr als 70 Rollen verkörpert hat. Seine Ausbildung erhielt der Tenor am Curtis Institute of Music in Philadelphia unter anderem bei Margaret Harshaw, eine langjährige Stütze der Metropolitan Opera in New York. Andere bedeutende Absolventen sind die Sopranistin Anna Moffo oder die Tenöre Michael Schade oder Juan Diego Flórez. Bereits als Student gewann er den ersten Preis beim Marian Anderson International Singing Competition und war zwei Jahre später Preisträger beim ARD Gesangswettbewerb in München, was seinen Durchbruch in Europa bewirkte. Seine zahlreichen Engagements führten Otoniel Gonzaga um die ganze Welt; mit großem Erfolg sang er nicht nur an den wesentlichen europäischen und amerikanischen Opernhäusern, seine künstlerischen Wege führten ihn bis nach Peking.

Der charismatische Tenor hat mit so bedeutenden Dirigenten wie Eugene Ormandy, Giuseppe Patane, Alberto Erede, Michael Gielen, Pablo Casals oder Herbert von Karajan gearbeitet und seine BühnenpartnerInnen spiegeln das who is who der Opernwelt wider. Von den vielen Rollen, die Gonzaga gesungen hat, können nur ein paar angeführt werden: Cavaradossi („Tosca“), Calaf („Turandot“), Manrico („Trovatore“), Don José („Carmen“), Florestan („Fidelio“), Hoffmann („Hoffmanns Erzählungen“), Otello („Otello“) oder Radames („Aida“). Und auch in zahlreichen Operetten, wie beispielsweise „Zigeunerbaron“, „Die lustige Witwe“ oder „Das Land des Lächelns“, ist er auf den Brettern, die die Welt bedeuten, gestanden. Der Künstler war auch auf der Konzertbühne zu Hause und sang mit verschiedenen Orchestern in Europa, Amerika und Asien…

Ausführlicher finden Sie den Nachruf, verfasst  von Michael Kolig namens der Volksopernfreunde, in unseren heutigen „Infos des Tages“

OPER FRANKFURT: HEUTE PREMIERE „CAPRICCIO“
Inszenierung: Brigitte Fassbaender
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Camilla Nylund (Gräfin Madeleine) und Alfred Reiter (La Roche). Copyright: Monika Rittershaus im Auftrag der Oper Frankfurt

München: Bayerisches Staatsballett: „SPARTACUS“ –  10.01.2018: martialisch und monumental, romantisch und berührend   
Vladimir Shklyarov als heldenhafter Spartacus. Copyright: Wilfried Hösl

Zum Bericht von Ira Werbowsky

Wien: Für Kurzentschlossene und deren Kinder: Heute um 16 h im MuTh : HEXE HILLARY GEHT IN DIE OPER
Nicole Tobler (Hillary), Rebeca Olvera. Copyright: Oper Zürich

Viel Applaus von den Kindern. Sie waren sehr aufmerksam und gaben auch ihrer Zufriedenheit mit Zurufen („Hallo, Hexe!“) Ausdruck. Für Erwachsene ist es in diesem Zusammenhang besonders vergnüglich, Kinder zu beobachten, wenn diese andere Kinder beobachten…

Für Kurzentschlossene (wenn Sie meine „Frühabend-Kritik“ womöglich noch heute Abend oder morgen Vormittag lesen können): Sonntag (um 16.00 Uhr) gibt’s noch eine Vorstellung, empfohlen für Kinder ab 6, Spieldauer: 50 Minuten.

Wie gesagt im MuTh, dem Konzertsaal der Wiener Sängerknaben, Am Augartenspitz 1, 1020 Wien. (Wiener Taschenoper)

Zum Bericht von Karl Masek

Montag im Merker-Kunstsalon: „Die Winterreise“

 

Der „Merker-Kunstsalon“ bewegt sich diesmal außerhalb des Belcanto. Zersteuen Sie bitte die Befürchtungen, dass es nur mit italienischer Oper geht! Zudem ist der Winter gerade aktuell – bei mir im „Wintersportort vor den Toren Wiens“, in Mauerbach,  liegt Schnee und ich komme gerade von der Gehsteigreinigung zurück!

Apropos Mauerbach: Vor zwei Tagen begab sich dort die „Liste Pilz“ in Klausur (im Seminarhotel). Das Auftreten des ins Gerede gekommenen Listengründers nahm der Ex-Bundeskanzler Christian Kern anderswo zum Anlass, das „Pilz-Verhalten“ wie folgt zu kritisieren: Ich war noch nie so betrunken, dass ich später nicht gewusst hätte, ob ich „anlassig“ geworden bin oder nicht“.

Das glaube ich dem nunmehrigen Klubobmann aufs Wort! Aus der Aussage geht aber nicht eindeutig hervor, ob er nun „anlassig“ geworden ist – oder nicht.

Fußball: „Videobeweis“ nicht immer ein Segen. Eine interessante Statistik

 

Ganz konkret wurden in den 153 Spielen der Bundesliga-Hinrunde 1.041 Schiedsrichter-Entscheidungen überprüft. In 50 Fällen empfahl der Videoassistent dem Referee auf dem Platz, seine Entscheidung zu korrigieren. 48 Mal wurde die Entscheidung auch tatsächlich korrigiert, 37 Mal erwies sich dieser Eingriff als richtig.

Konkret bedeutet dies: Laut DFB-Statistik wurden in der Hinrunde 37 Fehlentscheidungen durch den Einsatz des Videobeweises verhindert. Umgekehrt wurden aber auch elf Fehlentscheidungen auf diesem Weg erst herbeigeführt. Diese elf Entscheidungen, die nicht korrekt waren, müssen in der Rückrunde gegen Null gehen”, forderte Schwenken. “Denn sie führen zum Teil zu dem schlechten Bild, das es über den Videobeweis gibt.”…

Videobeweis verhindert 37 Fehlentscheidungen
Und verursacht aber auch 11 falsche Entscheidungen
Sky-Sport

Das bedeutet, dass auch der Videobeweis uns Zuschauern nicht die Möglichkeit nimmt, uns über den Schiedsrichter zu empören und die Schuld nicht bei den „eigenen Spielern“ zu suchen. 37:11, die Zahl 11 ist in Relation zu 37 beängstigend – eine enorme Fehlerquote trotz Beiziehung modernster Technik. Aber soll der Fußball ohne Fehlentscheidungen bleiben? Berauben wir uns doch nicht hitziger Debatten!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

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